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Vorwort
Die nachfolgende Abhandlung ist aus einer Reihe von Vorträgen „Zur Kritik der bürgerlichen Psychologie“ entstanden, die ich im Wintersemester 2001/2002 bzw. im Sommersemester 2002 im Rahmen einer Veranstaltungsreihe des ASTA der Universität Bremen sowie in weiteren Universitätsstädten gehalten habe Auf die zahlreichen Einwände und Diskussionsbeiträge der Teilnehmer der

Vortragsveranstaltungen ist ausführlich im Rahmen des Textes eingegangen worden. In diesem Zusammenhang sei insbesondere auf Kapitel 5 der Anhandlung Bezug genommen, in dessen Rahmen eine ausführliche Auseinandersetzung mit der Kritischen Psychologie der Holzkamp-Schule stattfindet, die zu Unrecht den Anspruch erhebt, die Mängel der bürgerlichen Psychologie überwunden zu haben. Für die Fortsetzung der Diskussion stehe ich unter der E-Mail-Adresse

Akroells@web.de <mailto:Akroells@web.de> zur Verfügung.

Hamburg, im Juli 2003

Inhalt

Vorrede: Zum Verhältnis von Wissenschaft, Gesellschaft und Legitimation...7

Teil I : Kritik der psychologischen Weltanschauung................................... 9
Kapitel 1:.................................................................................................................... 9 Das Erklärungsprinzip der bürgerlichen Psychologie: zirkulärer Determinismus............................................................................................................9 1. Eine wegweisend falsche Fragestellung: Wo kommt das her?........................ 9 2. Das Beweisverfahren der zirkulären Schaukel.............................................. 11 3 Zusammenfassung: Verfahren, Fehler und Leistungen des zirkulären Determinismus................................................................................................... 13 3.1 Sozialwissenschaftliche Abstraktionen und ihre erkenntniszerstörende Leistung..........................................................................................................14 3.2 Der Alternativbeweis der Korrelationsstatistik: ein Missbrauch der Mathematik im Dienste des............................................................................15 psychologischen Determinismus.............................................................15 4. Determinismus als universelles Erklärungsprinzip........................................ 17 5 Keine Ausnahme: Die rational-emotive Therapie.......................................... 18 6. Eine falsche Erklärungslogik: Bedingungen als Ursache/Multikausalität....19 7. Die apologetische Generalleistung der psychologischen Weltanschauung....21 Kapitel 2:.................................................................................................................. 23 Sozialpsychologische Fehlerklärungen der Ausländerfeindlichkeit....................23 1. Ausländerfeindlichkeit in der Ex-DDR ......................................................... 23 2. Die Erkenntnisse der Vorurteilsforschung:.................................................. 26 gleichnamige Vorurteile als Grund der Ausländerfeindlichkeit...................26 Kapitel 3:.................................................................................................................. 35 Psychoanalyse: Vom Kampf zweier Prinzipien und dreier Instanzen ...............35 1. Der Freud´sche Seelenapparat: eine haltlose Konstruktion mit fragwürdiger Funktion............................................................................................................. 35 2. Das Unbewusste ............................................................................................ 42 2.1 Die Deduktion des Unbewussten aus einem Mangel des Bewusstseins:. 43 2.2 Die Welt als Produkt verdrängter oder sublimierter sexueller Triebe.....46 2.3 Der Traum als Sitz des Unbewussten.......................................................49 2.4. Der Freud´sche Versprecher....................................................................50 3. Die spezielle ideologische Leistung der Freudschen Seelenlehre..................51 4. Die praktischen Leistungen der Psychoanalyse: Psychotherapie als fachlich ............................................................................................................................52 angeleitete Selbstdomestizierung des funktionsgestörten Willens ................... 52 Kapitel 4:.................................................................................................................. 56 Die Kritische Theorie des Subjekts:.......................................................................56

.......Das Untersuchungsprogramm: Auf der Suche nach dem verloren gegangenen .............Ein Produkt des Frankfurter Psychomarxismus.....2.66 1....92 3.......................6 Die subjektwissenschaftlich angeleitete Praxis antirassistischer Erziehung .. Ohne Staatsrassismus kein Bürgerrassismus: ein fingiertes Kausalverhältnis..................71 3.........................74 Ein Musterbeispiel subjektwissenschaftlicher Entschuldigungsstrategie. 94 ..............71 Bewusstseins und Kritikverbot...................................................................................................................................... 75 3..................................... 86 Grundlage staatlicher Menschensortierung....................................... 67 2................................58 3.........................................................................................................................................................................56 subjektiven Faktor ...................................3 Ein imaginärer Staatsrassismus: .................. Untertänigkeit als tiefenpsychologisches Naturgesetz des Willens.......74 3...................................................................................................... Der spezielle Determinismus der Kritischen Psychologie............................................................................. 56 2.......................65 Gehorsam als Naturbestimmung der Subjektivität................. 80 Sicherung der Staatsbürgerloyalität per Bestechung und Bedrohung........80 3..................... 66 Kritische Psychologie: eine verkehrte Alternative zur bürgerlichen Psychologie ................................................... Die legitimatorische Generalleistung der Theorie des autoritären Charakters: ................... Die indirekt-deterministische Erklärung der Ausländerfeindlichkeit:.............................................. 63 4...............1 Staatsrassismus: Kein guter Grund zur Abkehr vom Untersuchungsgegenstand.. 77 3.............................................................................................4Der reale Bürgerrassismus: Ausländerfeindlichkeit eine Eigenleistung des Staatsbürgers auf der ..... 65 Kapitel 5:............................................86 3.......................................................... ...................................................5 Die subjektwissenschaftliche Entschuldigung des Bürgerrassismus..................................................... 56 1.............Die ideologische Leistung der Kritischen Psychologie: Legitimation falschen ........... Antisemitismus ein Beitrag zur Psychohygiene?.................................................................................................................................................................... 77 indirekt-deterministischer Art.....................................................................

Eben darum soll es in dieser Abhandlung gehen: um die Leistungen der Wissenschaft der Psychologie und ihren legitimatorischen Nutzen für die bürgerliche Gesellschaft. die diese Fehlurteile über die Welt hervorbringt und zum anderen für die Gesellschaft. die diese Wissenschaften hervorbringen. die eine solche falsche Wissenschaft unterhält. welche die auf diesem Erklärungsmuster . Gesellschaft und Legitimation Die Nützlichkeit einer Wissenschaft beruht .so sollte man meinen .ihrer praktischen Nützlichkeit nicht den geringsten Abbruch. dort tut die systematische Verklärungsleistung dieser Wissenschaften insbesondere der Psychologie . Diese Befassung mit der Psychologie wird auf ein doppelt negatives Urteil hinauslaufen: zum einen für die Wissenschaft selber. Im Gegenteil: diese Wissenschaften erweisen sich mit ihrer systematischen Fehlerhaftigkeit und ihrer systematischen Verklärung der Welt als überaus nützlich für die Legitimation dieser Gesellschaft Und das ist natürlich ein äußerst fragwürdiger Nutzen. das gilt freilich noch lange nicht für die Sozialwissenschaft und ihre verschiedenen Zweige. Was für das Verhältnis zwischen Naturwissenschaft Nutzanwendung im Kapitalismus gelten möge.auf der Wahrheit ihrer Urteile.Albert Krölls Psychologie: Eine grundverkehrte Wissenschaft im Dienste des Kapitalismus Vorrede: Zum Verhältnis von Wissenschaft. Mit dieser im folgenden einzulösenden Generalbehauptung ist zugleich auch die Gliederung dieser Abhandlung vorgegeben. Der erste Teil der Ausführungen beschäftigt sich mit dem zentralen Erklärungsmuster psychologischen Denkens: dem sogenannten zirkulären Determinismus und den Leistungen. Auf der und praktischer objektiven Erkenntnis der Naturgesetze gründet deren praktische Nutzbarmachung als Technologie. Das Wissen um körperliche Funktionsstörungen und deren Ursachen ist beispielsweise die Grundlage medizinisch angeleiteter Heilungsprozesse. Dort tut die Falschheit der Urteile. Da geht’s genau umgekehrt zu.

dann drängt sich doch die Frage auf nach der korrekten Erklärung dieser Gegenstände.beruhende psychologische Weltanschauung im Hinblick auf die Rechtfertigung dieser Gesellschaft und ihrer Einrichtungen erbringt. dessen sich die Psychologen nicht bemächtigen würden . was die bürgerliche die Drogensucht. die Psychologie an Erklärungen anbietet über Ausländerfeindlichkeit etc. Wenn nämlich das alles nicht stimmt. Zur Befriedigung dieses Klärungsbedürfnisses werden in Teil II elementare Bausteine einer rationellen Psychologie vorgestellt Die bereits im Rahmen von Teil I eingestreute positive Erklärung der Ausländerfeindlichkeit wird zum einen ergänzt durch Auskünfte über das Verhältnis von Gefühl und Verstand. zum anderen über das Selbstbewusstsein. den Krieg. genauer die Psychologik des Selbstbewusstseins als Elementarform der bürgerlicher Konkurrenzsubjektivität.wenn das alles grundverkehrt ist.und es gibt ja überhaupt keinen Gegenstand. . Auf dieser Generalkritik psychologischen Denkens baut ein zweiter konstruktiver Teil auf unter dem programmatischen Titel der rationellen Psychologie. .

Sondern sein Denken und Handeln erklärt sich aus der Wirkung von Umständen. Nein. gesucht wird. wenn sie fragt. wie erklärt sich Selbstmord. Und eben darin besteht der . das was der Mensch tut. welche Zwecke und Absichten verfolgen sie. der Grund ihres Treibens aus dem Inhalt ihres Denkens und Handelns entnommen oder erschlossen wird. wo sie herkommt? Aus was begründet sie sich? Mit dieser scheinbar bedeutungslosen Akzentverschiebung der Fragestellung von „Was ist das?“ zu „Wo kommt das her? “ ist eine äußerst voraussetzungsvolle Frage formuliert.“ ist nämlich nicht gemeint. Die deterministische Betrachtung der Welt durch die Psychologie ist in einem kleinen Interrogativpronomen angelegt. ein Produkt. die eine ganze Reihe von Antworten bereits vorgibt. die jenseits seines Willens und Bewusstseins liegen. Das Attribut zirkulär wird zunächst einmal aus dem Spiel gelassen. was denken oder machen die Ausländerfeinde.. wie erklärt sich Eifersucht. das ist nicht gemeint. wie erklärt sich Ausländerfeindlichkeit? Mit dieser Frage „wie erklärt sich. wie erklären sich Kriege. ist demzufolge eine Wirkung. Wir beschränken uns vorerst einmal auf die Bestimmung des Determinismus. ist die Folge von etc.Teil I : Kritik der psychologischen Weltanschauung Kapitel 1: Das Erklärungsprinzip der bürgerlichen Psychologie: zirkulärer Determinismus 1. ist Ausdruck von. die er verfolgt. mit dem die Psychologie auf die Welt zugeht. dass auf jeden Fall. Es wird nicht gefragt. Alles was der Mensch tut. Mit der Frage „Wo kommt das her?“ ist nämlich unterstellt. ein Hervorgebrachtes.. sich nicht aus den Zwecken und Absichten erklärt. Die Frage „wie erklärt sich beispielsweise die Ausländerfeindlichkeit?“ ist vielmehr die Frage danach. Eine wegweisend falsche Fragestellung: Wo kommt das her? Die Erklärungsleistung der psychologischen Wissenschaft und deren Erklärungsprinzip ist mit dem Schlagwort des zirkulären Determinismus gekennzeichnet. dass die Antwort auf die besagte Frage in den Gedanken und Handlungen der Ausländerfeinde etc. ist ein Bedingtes.

bevor sich die Psychologie mit irgendeinem Gegenstand auf der Welt befasst. Das ist unsere 'abhängige' Variable . Die Psychologie ist immer auf der Suche nach einem Kausalzusammenhang. München 1973. die sich um die Aufdeckung von Zusammenhängen zwischen vorausgegangenen Ereignissen oder Bedingungen und nachfolgendem Verhalten tierischer und menschlicher Organismen bemüht. die jenseits und außerhalb des bewussten Willens angesiedelt ist und die als „abhängige Variable“ das bewusste Handeln der Leute hervorbringt. Rauschgift konsumieren oder Asylbewerberheime anzünden. S. bekannt unter dem Stichwörtern „Black Box“ und „Reiz-Reaktions-Schema“ geradezu exemplarisch wie folgt zum Ausdruck gebracht: "Wir möchten das Verhalten des einzelnen Organismus vorhersagen und kontrollieren. wenn sie arbeiten gehen. was des Menschen Bewusstsein ist und was sich aus der Analyse seiner Handlungen ergibt. muss doch was dahinter stecken. Die psychologische Weltanschauung belehrt sie eines Besseren.deterministische Charakter der psychologischen Welterklärung. Wissenschaft und menschliches Verhalten. was der der Mensch so treibt. Skinner. der in der Fragestellung „Wo kommt das her?“ (die Ausländerfeindlichkeit.sind die äußeren Bedingungen. F. ein Verhältnis von Ursache und Wirkung. Also: die Frage selber beinhaltet dogmatisch eine vorgegebene Antwort: „ja irgendwo kommt das her und hinter allem in der Welt.die Wirkung. einer prominenten psychologischen Richtung. S. der Herr ihrer Zwecke zu sein und ihre eigenen subjektiven Gründe dafür zu haben. Das steht von vornherein fest. 42) Denselben Gedanken hat Mietzel wie folgt formuliert: „dass es sich bei der Psychologie um eine Wissenschaft handelt." (B. Relationen zwischen beiden sind die Gesetze einer Wissenschaft. Einem Zusammenhang zwischen einer Determinante.der Klassiker des Behaviorismus. Unsere 'unabhängigen Variablen' .die Ursachen des Verhaltens ." (Mietzel. Das ist der deterministische Grundstandpunkt. Die Menschen mögen sich noch sehr einbilden. 14) Der Grundgedanke ist wie bei Skinner ein Zusammenhangsgedanke. Letztlich führt . die Drogensucht etc) angelegt ist. für die wir eine Ursache finden müssen. Und dieses Programm des Determinismus hat Skinner . Pädagogische Psychologie. von denen das Verhalten eine Funktion ist. einer unabhängigen Variable.“ Gemäß dieser Logik ist der Grund menschlicher Tätigkeiten auch niemals in dem zu suchen.

würde den Inhalt ihrer Gegnerschaft ergründen. nämlich. . Diesen psychologischen Gemeinplatz hat Alexander Mitscherlich. nämlich an dem angeblichen Zusammenhang zwischen Krieg und Aggression.beschäftigen. Was fällt auf an dieser Bestimmung? Worin besteht bereits im Ausgangspunkt die Verklärungsleistung der Fragestellung.wegzugehen. ein Schlag des Ehemannes gegen seine Frau.hier dem Krieg . auf die der Mensch reagiert oder das Ensemble der Einflüsse von Anlage und Umwelt Regie bei allem. Das Beweisverfahren der zirkulären Schaukel Der deterministische Grundgedanke und seine Leistungen sollen an einem ebenso einfachen wie beliebten Anwendungsbeispiel aus dem Reiche psychologischer Kategorienbildung erläutert werden.nicht ihr Wille sondern führt wahlweise ein mysteriöser Seelenapparat. würde einen Blick auf die Kriegsmittel werfen. was der Mensch so treibt. die den Kriegsherren zur Verfügung stehen und würde in diesem Zusammenhang die Rolle des Volkes als Kanonenfutter des staatlichen Kriegsherrn würdigen. der Aggressionstrieb oder sonstige Triebe oder Reize. auf die diese Behauptung des Zusammenhanges zwischen Krieg und Aggression die Antwort bildet? Verstand würde sich Der psychologisch unverbildete bei der Erklärung eines Krieges zunächst einmal mit den kriegsführenden Subjekten . 2. würde sich deren Absichten anschauen. dass zwischen menschlicher Aggressivität und Krieg kein Zusammenhang besteht. dass es im Krieg gewalttätig oder aggressiv zugeht. die Hirnphysiologie. Was man jedoch im Interesse einer rationellen Erklärung auf keinen Fall machen würde. Wer hätte das gedacht? In dieser Bestimmung ist der Krieg erst so richtig schön vergleichbar gemacht worden mit anderen Formen der Gewaltanwendung. ein bekannter Sozialpsychologe. Das macht aber die psychologische Betrachtungsweise. indem sie diesen als eine „Form der Aggression“ bestimmt. Gewalt ist nämlich auch das (Revanche)foul eines Fußballspielers. ist vom Gegenstand .“ Einfacher ausgedrückt: Krieg ist eine Form menschlicher Aggression. Sie hält nämlich am Krieg. das allerunspezifischste Moment des Krieges überhaupt fest.den Staaten nämlich . wie folgt zu Papier gebracht: „Es ist undenkbar.

den Aggressionstrieb im Menschen zu finden aber das ist eigentlich auch gar nicht erforderlich. während die anderen Ausländerheime anzünden oder im Kriege den Feind niedermachen. Und die einen betätigen ihre Aggressivität eben darin. Bei all diesen Ausschreitungen geht es unzweifelhaft gewalttätig zu. Und umgekehrt: bildet die Anwendung von Gewalt nicht ein Mittel zur Durchsetzung von Interessen gegen andere sondern ist Selbstzweck. Genforscher tun sich zwar schwer dabei. der da gewalttätig ist. dass dieser Trieb sich im Kriege äußert. Da will nämlich gesagt werden: wenn es der Mensch ist. der auf der Suche ist nach Grund und Gegner seines „Triebes“ zur gewalttätigen Betätigung. . dann liegt ja wohl auch der Grund des Krieges in der menschlichen Natur.ermittelt worden. der Krieg führt. Denn dessen Existenz beweist die Psychologie tautologisch mit der Äußerung des bewussten Triebes: Weil Krieg eine Sache ist. Es wird menschliche Gewalt ausgeübt und mit dieser attributiven Bestimmung der Gewalt ist zugleich eine kausale Bestimmung gelegt. wenn es der Mensch ist. deren Wesen darin besteht. Und die Existenz des menschlichen Aggressionstriebes beweist sich wiederum umgekehrt damit. in der die Erklärung mit dem zu Erklärenden identisch ist. An dieser Stelle des Erklärungszusammenhanges kommt nun das oben erwähnte zweite Moment des deterministischen Erklärungsmodells ins Spiel: die Zirkularität. Das alles leistet die Totalabstraktion: der (aggressive) Mensch. Da wird mit einer sogenannten Totalabstraktion gearbeitet.das Verprügeln von Ausländern u. Völlig gleichgültig sind die Staaten als Subjekte des Krieges und die Kalkulationen der staatlichen Macher. was den Krieg ausmacht. s. Das alles tut nichts zur Sache. das Wesen des Krieges besteht ja nach der Logik der Aggressionstheorie darin. weil. bei der es aggressiv zugeht. dass dort ausgeübt wird.auf lateinisch Aggressivität . w. Als Grund des Krieges war die im Wesen des Menschen liegende allgemeine Tendenz zur Gewalttätigkeit . Und dann ist Krieg eben auch eine von vielen Formen der Aggression. Mit dieser Gleichstellung ist jedoch gerade das. die Gründe des Kanonenfutters zum Mitmachen. dass da Gewalt ausgeübt wird. die da heißt: der Mensch Da wird der Mensch jenseits aller Bestimmungsgründe und Zwecke von Gewaltausübung prinzipiell als gewalttätiges Wesen definiert. liegt Gewalt von Menschen der Grund für die Gewalt ja wohl im gewalttätigen Wesen der Menschennatur: seiner Aggressivität oder seinen Aggressionspotentialen. für gleichgültig erklärt worden. Das Erklärungsprinzip ist also eine tautologische Schaukel. dass sie ihre Frau oder ihre Kinder verprügeln.

Wenn man nämlich hinter allem. . sind sich darin einig. weil ja hinter allem die menschliche Natur als tieferer Bestimmungsgrund von allem steckt. Denn alle Psychologen. aus der zuvor umgekehrt auf die Existenz des Aggressionstriebes geschlossen worden war. weil der zirkuläre Determinismus das universelle Erklärungsprinzip der Psychologie überhaupt darstellt. Dieser zirkuläre Determinismus beinhaltet zugleich eine generelle politische Legitimationsleistung. Denn sie ist von dem abgrundtiefen Verständnis für alle Ereignisse in der Welt erfasst.das zu erklärende Phänomen: der Krieg und die Erklärung: der Aggressionstrieb . Der Krieg ist eine Form der Aggression und hat gleichzeitig seinen Grund in einem gleichnamigen Aggressionstrieb. was die Menschen in der Welt so treiben. dann gibt es eine QuasiNaturnotwendigkeit für alle negativen Geschehnisse auf der Welt vom Krieg bis zum KZ. Unsere Kritik beschränkt sich deshalb auch nicht auf eine bestimmte. dass sich das Denken und Handeln der Leute letztinstanzlich aus Umständen erklärt.Beide Seiten .werden wechselseitig miteinander bewiesen. die sich als progressiv oder kritisch verstehen wie die Frankfurter Schule oder die mit dem Namen Holzkamp verbundene Kritische Psychologie Dazu ausführlich noch später in Kapitel 6. namentlich auch der Richtungen. welcher Teilrichtung auch immer. Und sie führen den Beweis für ihre jeweilige Determinante in aller Regel zugleich in Form des besagten Zirkelschlosses. Und die Existenz des menschlichen Aggressionstriebes wiederum beweist sich mit seiner Betätigung im Kriege. besonders „reaktionäre“ Richtung der Psychologie.von ihrem Ausgangspunkt her eine absolut akritische Wissenschaft. was der Mensch treibt.wenn sie hinter allem auf der Welt tiefere Ursachen und Gründe entdeckt . einen tieferen Grund (in der Menschennatur) entdeckt. Von daher ist die Psychologie . die jenseits ihres Willens und Bewusstseins liegen. Der Gegenstand ist verdoppelt. Die zirkulär-deterministische und darin zugleich affirmative Fehlerklärung des Krieges aus der aggressiven Menschennatur ist nun leider kein Ausrutscher sondern umgekehrt ein exemplarisches Beispiel für die Erklärungsweise der psychologischen Wissenschaft. welche Ursachen oder Ursachenbündel oder Faktoren sie auch immer hinter der Welt der bewussten Handlungen entdecken.

erklärt sich auch alles aus der Natur des Menschen“ ist das Programm der unbedingten Abkehr von der Befassung mit dem jeweiligen Erklärungsgegenstand selber in die Welt gesetzt. z. weil sie ist ja immer auf der Suche ist nach dem dahinter liegenden Zusammenhang. besteht darin. Die ungemein erhellende Erkenntnis . was diese unterschiedlichen bis gegensätzlichen Tätigkeiten verbindet. erklärt sich dann alles aus dem Menschsein. deterministischen Kategorienbildung eine nicht zu unterschätzende Weil nämlich Menschen diese ganzen Sachen treiben und nicht Glühwürmchen oder Kleiderschränke.ja Menschen tun es . Mit diesem Generalstandpunkt „Weil alles in der Welt von der Demokratie bis zum Totalitarismus Menschenwerk ist. die Rauchgewohnheiten von Männern oder das Lesen der vorliegenden Abhandlung. eine geplante Gesellschaft oder übermäßige Toleranz. was der Mensch so treibt. die ihr Denken und Handeln bestimmen. die individuelle Initiative.wo kommt das her. ist der Mensch dabei . dass der Grund des Handelns nicht in der Betrachtung und Analyse des Handelns. was die Leute so treiben. Demokratie etc. B.ist der Ausgangspunkt für diese falsche Gleichsetzung.3 Zusammenfassung: Verfahren. sondern immer in Umständen außerhalb von Willen und Bewusstsein. Und diese banale Feststellung entfaltet im Dienste der Produktivität." Was haben die aufgelisteten Gegenstände Totalitarismus. eigentlich inhaltlich miteinander zu tun? Bei Licht betrachtet überhaupt nichts. in der Betrachtung der Worte und Taten der Leute aufgefunden werden kann. Aus dieser falschen Gleichsetzung zwischen dem Subjekt der Tat und ihrem Grund folgt umgekehrt. der Krieg der Ideologien .bei allem. Das einzige. Die Psychologie befasst sich wenn überhaupt nur flüchtig mit der Eigenart des jeweiligen Erkenntnisgegenstand selber.immer geht es um die fundamentale Natur des menschlichen Verhaltens.auf den Grund der Handlung. welche die Abkehr vom Erklärungsgegenstand und die Flucht in die Abgründe des menschlichen Seelenlebens eröffnet. Fehler und Leistungen des zirkulären Determinismus Die deterministische Fragestellung . der Staat oder das Individuum. nach . dass Menschen am Werke sind. aus was erklärt sich das? . die Erziehung.ist ein falscher Schluss vom Subjekt des Handelns . der Einfluss auf fremde Völker. der wirtschaftliche Determinismus. die Propaganda. Diesen universellen Standpunkt des Determinismus führt Skinner wie folgt vor: "Totalitarismus oder Demokratie. Man könnte im Rahmen dieser Aufzählung alles in der Welt anführen.

Denn die systematische Abkehr vom Gegenstand. dass sich überhaupt Leute aufeinander beziehen. Mit dieser Kategorie wird an allem in der Welt festgehalten. indem sie ihn all seiner wesentlichen Bestimmungen berauben und einen Bestimmungsgrund außerhalb und jenseits des Bewusstseins festmachen. der im Menschen liegt und der dann als Grund für alles ermittelt wird. Oder Interaktion: Alles in der Welt ist Interaktion. dieses ziemlich brutale Desinteresse am Willens. 3. Dass mit dieser Aussage weder über den Krieg noch über das Fußballspiel eine ordentliche Erklärung herauskommt. dass die Leute was gemeinschaftlich machen. was der Mensch so treibt. . Und folglich kann ein Soziologe. Oder mit Attribut versehen: der gewalttätige oder aggressive Mensch. Der Inhalt des Bezuges ist hier nicht das Wesentliche.dem Determinator (im Inneren des Menschen). die Flucht vor dem Gegenstand auf der Suche nach einem Determinator vollzieht sich ja gerade über diese Welt der Totalabstraktionen. sondern. die theoretisch den Gegenstand vergewaltigen. zwischen einem Geschlechtsakt und einem Fußballspiel nicht mehr unterscheiden. weil auf irgendeine Weise machen irgendwelche Leute ja immer was zusammen. Dass es vielleicht auf den Inhalt des jeweiligen Treibens ankommt. Die allerallgemeinste Totalabstraktion dieser Art ist der Mensch. die ihn ausmachen und zugleich das Unwesentlichste an ihm als eigentliche Bestimmung des Gegenstandes festhalten.und Handlungsinhalt mittels einer Reihe von (Total)abstraktionen. Und das stimmt ja nun vom Fußballspiel bis hin zum Krieg.1 Sozialwissenschaftliche Abstraktionen und ihre erkenntniszerstörende Leistung Die Psychologie vollzieht in aller Regel diese Abkehr vom Untersuchungsgegenstand. der seine eigenen Kategorien Ernst nimmt. das sind Formen des Kommunizierens .herzlich gleichgültig. dass sie gedanklich einen Gegenstand all derjenigen besonderen Bestimmungen berauben. tut der Beliebtheit dieser Totalabstraktions-Kategorien im Reiche der Sozialwissenschaft nicht den geringsten Abbruch. ist für den Soziologen . In der Soziologie heißt die entsprechende Kategorie Kommunikation. Die Leistung von Totalabstraktionen besteht darin. Und das kann auch gar nicht verwundern. weil es beziehen sich die Leute doch irgendwie immer aufeinander.der sagt. der dieses menschliche Verhalten hervorbringt.

zum Beweis der Determination noch zwei alternative Erklärungsweisen gibt. dann soll dies nach der „Wir gegen . Dessen zweifelhafte Logik besteht darin. warum und gegen wen sie gerichtet ist. die aber ebenso wenig Beweiskraft besitzen. Die erste Variante die Präsentation der Existenz des Determinators als „Annahme“. in der Regel selber eine ziemlich haltlose Bestimmung ist. Ein repräsentatives Beispiel aus der Welt der politischen Psychologie: Wenn unter den Wählern rechtsradikaler Parteien 70% arbeitslos sind. was man zuvor in den Menschen als Trieb. Kraft. Wobei die Determinante. dass es neben der gängigen tautologischen Schaukel . eben Hauptsache gegen andere. die auf einen Beweis von vornherein verzichtet nach dem gängigen Motto davon aus. Neigung oder Potenz hinein gesteckt hatte. das aus der empirischen Sozialwissenschaft allgemein bekannt ist. 3.2 Alternativbeweis der Korrelationsstatistik: ein Missbrauch der Mathematik im Dienste des psychologischen Determinismus Der Vollständigkeit halber sei erwähnt. Zum Beispiel der aggressive Mensch.Die Existenz dieses Grundes wird dann im nächsten Erklärungsschritt tautologischzirkulär bewiesen mit der Betätigung oder Äußerung dessen. erfüllt mit dem Gefühl einer Gegnerschaft. Ursache und Wirkung etc. dass…“ Die zweite Variante besteht in dem statistischen Beweisverfahren: der Korrelation. die das Ganze hervorbringen soll.der Verdopplung des Gegenstandes in Kraft und Äußerung. Die Kinderlogik eines Zusammenhanges zwischen der Zahl der Klapperstörche und den Geburtenzahlen bildet hier die allgemeine Erklärungsweise empirischer Sozialwissenschaft. aus der Gleichzeitigkeit bestimmter Ereignisse oder aus der Häufigkeit ihres gemeinsamen Vorkommens auf die Existenz eines inhaltlichen Zusammenhanges schließen zu wollen nach dem Motto: wenn das so häufig zusammen vorkommt. . dann kann das doch wohl kein Zufall sein. die gar nicht weiß.

eben einen so genannten statistischen Zusammenhang ersetzt wird. Aus Arbeitslosigkeit resultiert nämlich . dort wo der Wille sich betätigt. Wie sich die Existenz des mehrheitlich falschen Bewusstseins . Sondern es sind vielmehr die Menschen. leider meist ziemlich falschen Gedanken über die Welt machen. lässt sie über die Arbeitslosigkeit in einer bestimmten Weise denken sondern was sie darüber denken. wie uns die marxistisch-deterministischen Verballhornungen über das Sein. ist aber im Bereich des Bewusstseins. dann gäbe es keine unterschiedlichen Gedanken über ein und dieselbe Sache. weis zu machen suchen. ist immer noch deren eigene Leistung. das Wählerpotential einer rechtsradikalen Partei bestünde sogar zu 100% aus Arbeitslosen. wonach die Ausländer den Deutschen die Arbeitsplätze wegnehmen würden. ohnehin nicht zu führen. dass der gebotene. Und gesetzt den Fall. Wie eben überhaupt nicht der Gegenstand des Denkens den Inhalt des Gedankens über ihn produziert. nicht die Arbeitslosigkeit macht etwas mit den Menschen. Der Trick dieser äußerst beliebten Erklärungsweise besteht darin. die sich ihre. Wie der Mensch sich geistig zur Arbeitslosigkeit stellt.bewussten korrelativen Logik auf einen ziemlich signifikanten Zusammenhang verweisen zwischen Rechtsradikalismus und Arbeitslosigkeit. Wenn das nämlich so wäre. sich den marktwirtschaftlichen Grund der Arbeitslosigkeit einmal ordentlich zu erklären wie zur nationalistischen Fehlerklärung greifen. welches das Bewusstsein produzieren soll. Und da dazwischen liegt noch eine ganze Welt möglicher Stellungen zur Arbeitslosigkeit. hier dass Arbeitslosigkeit Rechtsradikalismus erzeugt. Dieser Nachweis. Nur folgen die nicht aus der Arbeitslosigkeit. Weder produzieren die gesellschaftlichen Verhältnisse ein richtiges noch ein falsches Denken der Gesellschaftsmitglieder über die Gesellschaft. dann würde sich dieser Befund gleichwohl nicht aus der Arbeitslosigkeit sondern aus der Gemeinsamkeit der nationalistischen Fehlerklärung durch die Anhänger dieser Partei erklären.außer materieller Not bei den Betroffenen überhaupt nichts. Und da kann er eben so gut die Variante wählen. an der Sache der Arbeitslosigkeit zu führende inhaltliche Beweis für den bewussten Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Rechtsradikalismus durch den Hinweis auf quantitative Häufigkeitsverteilungen. wie er sich Arbeitslosigkeit erklärt ist vielmehr sein eigenes Werk.

Bedingung und Bedingtes vorkommt. von Anlage und Umwelt als biologischAber eines steht von vornherein fest: das Denken und Handeln ist zwangsläufig wie auch immer determiniert. Die Existenz der jeweiligen Determinante wird in der Regel tautologisch bewiesen mit der Verdopplung des Erklärungsgegenstandes. in Auch Betracht. das Piaget´sche Entwicklungsschema. . dass alles Denken und Handeln. vom Eifersuchtsselbstmord über die Spielsucht bis zum Krieg die Wirkung von Umständen ist. gar die Klassenverhältnisse. das gehört in die Abteilung der rationellen Psychologie.der Bevölkerung in der kapitalistischen Marktwirtschaft. so doch zumindest teilweise. Da streitet man sich: sind die ausschlaggebenden Bestimmungsgründe: Disposition. die Leistungen des zirkulären Determinismus auf dem Prüfstand. die außerhalb von Wille und Bewusstsein der denkenden und handelnden Subjekte liegen. Denn hier stehen erst einmal die Erklärungen der bürgerlichen Psychologie einschließlich ihrer (neo)marxistischen Unterabteilungen. wie sich Ausländerfeindschaft als Eigenleistung des Staatsbürgers erklärt. die an dieser Stelle der Abhandlung noch nicht Gegenstand ist. die abschließend noch einmal wie folgt zusammengefasst sollen. Dabei wird die Eintönigkeit des deterministischen Grundgedankens durch den Pluralismus der unterschiedlichen Determinanten ergänzt. An diesem Punkt setzen die konkurrierenden Ansätze der verschiedenen Schulen ein. der zugleich als Ursache und Wirkung. die das Denken und Handeln bestimmen. Umwelt oder Trieb oder das Freudsche Unterbewusstsein oder sind es mehr die Umwelt. alle wie möglichen uns die Faktorenkombinationen kommen Erklärung Standardkontroverse nach dem Verhältnis psychologischen Wirkkräften demonstriert. prägen oder als beeinflussen. sei es privater oder gesellschaftlicher Natur. die Gesellschaft. wenn nicht vollständig. Kraft und Äußerung. Determinismus als universelles Erklärungsprinzip Der psychologische Determinismus beruht auf der dogmatische Annahme. werden 4.

Denn die „irrationellen Einstellungen“ der Subjekte auch „mußturbatorische Ideologien“ genannt wiederum verdanken nach Ellis ihre Entstehung einerseits „genetischen Prädispositionen“ anderseits frühen Indoktrinationen durch Eltern.5 Keine Ausnahme: Die rational-emotive Therapie Auch die rational-emotive Therapie von Albert Ellis (München 1962/1977) kann bei näherer Betrachtung vom Determinismus-Verdikt nicht ausgenommen werden. Familie und Gesellschaft. Sie begreift vielmehr psychische Störungen wie beispielsweise die Prüfungsangst als Formen fehlerhafter kognitiver Prozesse. woraus sich alles andere als eine Ehrenrettung der psychologischen Theorie ergibt. Übergeneralisierungen. dass der deterministische Theorieunterbau für die praktische Anwendung gar nicht maßgeblich ist. der angeblichen Genesis der Denkfehler sondern dem Inhalt derselben nachzusteigen. weil die therapeutische Praxis nicht so sehr damit beschäftigt ist. die auf falschen Schlussfolgerungen. So weit. die dann später gegebenenfalls durch die irrationellen Ideen der Umgebung aufrechterhalten werden. unzulässigen Vereinfachungen und anderen so genannten „irrationellen Einstellungen“ beruhen und sucht durch die Kritik dieser Denkfehler besagte Störungen zu beheben. Der theoretische Unterbau der rational-emotiven Therapie trägt freilich eindeutig deterministische Züge. Der praktische Erfolg dieser Therapie dürfte dementsprechend darauf zurückzuführen sein. Und damit trägt das fehlerhafte Denken seinen letzten Grund nicht in sich selbst sondern ist gemäß dem üblichen deterministischen Erklärungsschema Produkt von Umständen. Und ihre unbestreitbare Effizienz hinsichtlich der Wiederherstellung der Funktionstüchtigkeit bürgerlicher Individuen dürfte auf eben dieser rationellen Seite der Therapie beruhen. . so gut. Was diese Therapierichtung positiv von sonstigen psychologischen Ansätzen abhebt. dass sie sich auf das Denken und Handeln ihrer Klientel einlässt und nicht die übliche Flucht vom Gegenstand weg in die Tiefen der Psyche antritt. Anders gesagt: ist die Therapie also nicht wegen sondern trotz der zugrunde liegenden Psychologik des Determinismus so erfolgreich. ist der Umstand. die außerhalb des Denkens liegen.

bei der alternativen Erklärung des . dann heißt das lediglich. Wille. dass gelegentlich Politiker die Zahl der Ausländer für die wachsende Ausländerfeindlichkeit verantwortlich machen wollen. Eine Bedingung beinhaltet keine Aussage über die Eigenschaften der zu erklärenden Sache. dass der Erklärungsgegenstand ohne die Bedingung nicht existieren würde. Ball und potentiellen Mitspielern folgt keineswegs der entsprechende Bedingungen vermögen also niemals die Existenz von Zwecken zu begründen. Nur umgekehrt ergibt sich aus dem Vorliegen dieser Voraussetzungen des Fußballspieles überhaupt nichts. diese Voraussetzungen für den bewussten Zweck nutzbar zu Aus dem machen. Verwechslung von Bedingung und Ursache eine besondere Rolle.6. So setzt Ausländerfeindlichkeit zwar die Existenz von Ausländern voraus. Sondern die Zwecksetzung bedarf umgekehrt zu ihrer Realisierung der Verfügung über die Bedingungen als Voraussetzungen der Zweckrealisierung. ohne welche die Entstehung des Weltanschauung Fehlerklärungen produktiver systematischen fruchtbar gemacht. dass Arbeitslosigkeit eine Bedingung für Ausländerfeindlichkeit darstelle. Dasein von Feld. erklären zu wollen. Wenn ein Gegenstand Bedingung für einen anderen Gegenstand ist. Dieselbe falsche Bedingungslogik waltet . Aber damit ist die Arbeitslosigkeit noch lange nicht die Ursache der Ausländerfeindlichkeit.das werden wir später noch genauer untersuchen . Klar: Das Betreiben eines Fußballspieles setzt bekanntlich voraus. ungeachtet dessen. Bei Licht betrachtet haben Bedingungen keinen Erklärungswert. hat jedoch sicherlich nicht darin ihren Grund. dass ein Fußballfeld. Wenn Sozialpsychologen etwa die These aufstellen. Eine falsche Erklärungslogik: Bedingungen als Ursache/Multikausalität Im Rahmen der deterministischen Welterklärung spielt die gezielte Gleichsetzung bzw. Der allgemeine Gegenstände aus deren Bedingungen etwa den Grund des industriellen Kapitalismus in der möglich gewesen Hebel wäre. zur wird von der psychologischen Erzeugung von Fehler bürgerlicher Sozialwissenschaftler. Kapitalismus nicht als fortgeschrittenen Arbeitsteilung erblicken zu wollen. Arbeitslosigkeit mag eine Bedingung für Ausländerfeindlichkeit insofern bilden. ein Ball und genügend Mitspieler zur Verfügung stehen. als die falschen Urteile über diesen Gegenstand den Inhalt des ausländerfeindlichen Bewusstseins bilden und es ohne Arbeitslosigkeit keine falschen ausländerfeindlichen Erklärungen derselben geben würde.

also einen Kausalzusammenhang mit lediglich bedingter Kausalität. Derartige multifaktorielle Erklärungen (der Ausländerfeindlichkeit) erinnern mehr an das Mysterium der Transsubstantiation als an eine rationelle wissenschaftlicher Argumentation. die den Erklärungsgegenstand als ihr Werk erzeugt. dann pflegen sich die Anhänger solcher Theorien auf den reinen Bedingungsstandpunkt zurückzuziehen. Geheimnis der Erfinder der Multikausalität. Hält man ihnen daraufhin hingegen. von Faktoren ohne Macherqualität plötzlich eine Causa erwachsen soll. aus deren Zusammenwirken sich der Gegenstand: hier die Ausländerfeindlichkeit erkläre. dass von einem ursächlichen Zusammenhang (zwischen Arbeitslosigkeit und Ausländerfeindlichkeit) nicht die Rede sein kann. dass jedes einzelne Element der Aufzählung wiederum eine bloße Bedingung ist. dass es nicht lediglich eine sondern eine Vielzahl von Bedingungen oder Faktoren gäbe. Und mit der Kategorie der Bedingung haben sie sich dann eine Ursache erfunden. Es wird dann argumentiert. Wie aber aus einer Summe von reinen bleibt das Bedingungen ohne Wirkkraft. den Verfall der Werte. dass sie mit diesem Rückzugsgefecht ihren Erklärungsanspruch aufgegeben hätten. dann wollen sie ein Kausalverhältnis behauptet haben. der die bewirkende Qualität einer Ursache fehlt. Die Zerlegung der Welt in noch so viele Bedingungen für das Denken und Handeln der Leute ändert also nichts daran. Weist man ihnen nach. dass nicht die Welt den Inhalt der Gedanken über sie . dann wollen sie die Ausländerfeindlichkeit als Wirkung von Arbeitslosigkeit bestimmen. Und sie pflegen dann neben der Arbeitslosigkeit den Aggressionstrieb. Sozialpsychologen freilich sehen das gänzlich anders. erfolgt in aller Regel der Übergang zur Multikausalität. Wenn sie Arbeitslosigkeit mit oder ohne Berufung auf einschlägige Statistiken als fördernde Bedingung für die Entstehung von Ausländerfeindlichkeit ausfindig gemacht haben. Diese Erklärungsweise beinhaltet freilich den Mangel des Ausgangspunktes. die einerseits wirkt. anderseits aber nicht zwangsläufig. denn ein bisschen Wirkung gibt es nicht. die Orientierungslosigkeit oder welche Umstände auch immer als Bestandteil des Ursachenbündels zu zitieren.ausländerfeindlichen Rassismus von unten durch den offiziellen institutionellen „Staatsrassismus“ durch die Holzkamp-Schule der kritischen Psychologie. Wissenschaftslogisch ist das allerdings gemogelt.

Verfahren. 7. noch nicht gelöst. Und mit dieser Gewissheit. Die apologetische Generalleistung der psychologischen Weltanschauung Diese Feststellung leitet über zur apologetischen Leistung der psychologischen Weltanschauung. fungieren vielmehr lediglich als die wie nicht nur das Alltagsbewusstsein des normalen Bürgers sondern auch der Pluralismus der bürgerlichen Wissenschaft belegen. warum sich in der Regel das Bewusstsein der Bürger in den Bahnen der herrschenden Gedanken bewegt. hier den gesellschaftlichen Verhältnissen die Verantwortlichkeit für die über ihn herrschenden Fehlvorstellungen in die Schuhe schieben zu wollen. was auf der Welt so passiert. dass alles Menschenwerk seinen tieferen Grund besitzt. Damit ist das Rätsel. selber. Zunächst auf dem Gebiet zeitgenössischer sozialpsychologischer Erklärungen zum Thema Ausländerfeindlichkeit. Das deterministische Erklärungsmuster beinhaltet insofern ein affirmatives Generalverständnis für alles Geschehen in der Welt. gleichgültig. weil es in allem. Fehler und Legitimationsleistung des psychologischen Denkens sollen im folgenden auf verschiedenen Feldern der modernen. Diese sozialpsychologischen Fehlerklärungen verweisen auf eine der schlechten . ob sie die Entschuldigung des begegnet die Psychologie mit der Natur der allen Ereignissen auf dieser Welt mit dem Gestus eines abgrundtiefen Verständnisses. dem Gegenstand des Denkens. insbesondere der sich betont gesellschaftskritisch gebenden Psychologie systematisch dargestellt werden. eine Notwendigkeit walten sieht.erzeugt sondern die gesellschaftlichen Subjekte Grundlage für die Urteilsbildung. recht unterschiedliche bis gegensätzliche Einschätzungen hinsichtlich ein und des selben Sachverhaltes zustande bringt. Die gesellschaftlichen Verhältnisse. Widerlegt ist freilich die entschuldigende Tour. denen die Menschen ausgesetzt sind. Menschen gesellschaftlichen Verhältnisse oder umgekehrt die Beschuldigung aggressiven Menschennatur mit dem Freispruch für die Welt verbindet.

Gestalt der sogenannten autoritären Die verhängnisvolle Liäson von Freud und Marx in Studien und der Frankfurter Judenhass Schule sowie über den den eine nähere sozialpsychologischen Charakter Beschäftigung mit der kritischen Psychologie der Holzkamp-Schule bilden dann den letzten Gegenstand dieser Abteilung. Die Auseinandersetzung mit dieser Kategorie und der Aufweis der immanenten Widersprüche in den auf Freud gründenden psychoanalytischen Theorien steht folglich in einer weiteren Abteilung an.gemeinsame Wurzel: Freud und dessen zentrale Kategorie des Unterbewussten. .

dass der Grund für die verstärkte Ausländerfeindlichkeit in den neuen Bundesländern weniger in den Sozialisationsbedingungen der früheren DDR als vielmehr im Nationalismus der neu rekrutierten Bundesbürger zu suchen wäre. wonach Deutschland den Deutschen gehört und er das bevorzugte Objekt der Versorgung mit (sozialstaatlichen) Wohltaten wie Arbeitsplätzen. Wohnungen.Kapitel 2: Sozialpsychologische Fehlerklärungen der Ausländerfeindlichkeit 1. gar eine Widerlegung der Fehler rassistisch-nationalistischer Ideologie von Ausländerfeinden auch nicht in Spurenelementen statt. der die Anwesenheit von Ausländern auf deutschem Boden und deren Ausstattung mit staatsbürgerlichen Rechten wie der Teilnahme am Arbeits. Ausländerfeindlichkeit in der Ex-DDR Beginnen wir mit dem idealtypischen Beispiel der Erklärung der in den sogenannten neuen Bundesländern herrschenden (gewalttätigen) Ausländerfeindlichkeit aus den als „repressiv-autoritär“ titulierten gesellschaftlichen Verhältnissen der Ex-DDR. Einem staatsbürgerlichen Nationalismus. T. welche unter . mittels selbsttätiger Privatgewalt wiederherstellen zu wollen. zu bilden hat. Dabei wäre freilich zu Tage getreten. Eine derartige Befassung mit der Sache selber hätte freilich möglicherweise zu dem Resultat geführt.“ Im Ausgangspunkt der Erklärung begegnen wir wieder dem gewohnheitsmäßig praktizierten Desinteresse der Psychologie gegenüber dem Inhalt der Gedanken und Taten. Dementsprechend findet eine Auseinandersetzung mit rechtsextremem. Sozialhilfe etc. Der aktuelle einschlägige Forschungsstand wird von C.und Kindergeldbezuges als elementare Fürsorgepflicht-verletzung des deutschen Nationalstaates gegenüber seiner einheimischen Stamm-Manschaft begreift. dass in dieser durch die rechtsradikalen Ausländerfeinde von unten in Szene gesetzten Befreiung Deutschland von unerwünschten Ausländern im Kern nur die allgemeinen ausländerpolitische Leitsätze aller demokratischen Regierungen vollstreckt werden sollten. zu nach außen gekehrter Aggression als Kompensation für zu früh erfahrenes Leiden führen. Wergin wie folgt zusammengefasst: „Nach den Erkenntnissen des Hallenser Psychotherapeuten Maaz und der Untersuchungen von Alice Müller kann der in der DDR erlebte Autoritarismus und das z. des Arbeitslosenunterstützungs. ausländerfeindlichem Gedankengut.Sozialhilfe. gesellschaftlich erzeugte Mängelmilieu durch zu frühe Kindestagesbetreuung zu einem gewissen Härteideal und ggf.und Wohnungsmarkt. Und sich daran macht. das in seinen Augen verletzte staatsbürgerliche Privileg. die den Erklärungsgegenstand dieser Wissenschaft bilden.

demnach die gesellschaftlichen Verhältnisse der Ex-DDR sowohl zu Ausländerfeindlichkeit als auch zu Ausländerfreundlichkeit „führen können“. die trennscharf zwischen nützlichen und nicht nützlichen Ausländern zu unterscheiden weiß.. die jeden Ausländern als Parasiten am deutschen Volkskörper begreift. einen Zusammenhang zwischen der offiziellen Politik des bundesdeutschen Nationalstaates und der Ausländerfeindlichkeit seiner Bürger aufdecken zu wollen. Und dabei wird sie fündig in den gesellschaftlichen Verhältnissen der EX-DDR. Nein. der unfreiwillig dem behaupteten Kausalzusammenhang den Boden entzieht. was eigentlich nicht sein darf?“ auf die Suche nach den Ursachen des unerwünschten ausländerfeindlichen Verhaltens zu begeben. ein bestimmtes Verhalten und zugleich dessen Gegenteil hervorzubringen. dann führen sie im Endergebnis zu gar .. dass ein zwangsläufiger Zusammenhang zwischen EX-DDRSozialisation und Ausländerfeindlichkeit auch gar nicht behauptet worden sei. die mit der früher geübten Unterdrückung nun wirklich nichts zu tun haben und sich nicht vielmehr gegen das repressiv-autoritäre System der DDR und dessen Repräsentanten richtet. Wenn aber ein und dieselbe Ursache in der Lage ist. Sie stuft vielmehr im Einklang mit der offiziellen Politik die rechtsradikale Ausländerfeindlichkeit als politmoralisch fraglos zu verurteilenden Unrechtstatbestand ein. um sich dann unter der Fragestellung „Wo kommt das her. kann gegebenenfalls dazu führen“ einwenden. Unterstellt man aber einmal eine derartige aus Leiderfahrung geborene Gewaltbereitschaft. alle möglichen Konsequenzen zu bewirken. sowie der generellen Klassifizierung von Flüchtlingen als Wirtschaftsasylanten propagiert worden waren. Denn die Autoren wollen ja immer noch behauptet haben. Inhaltlich lässt sich der behauptete Zusammenhang durch zwei Fragen leicht aus den Angeln heben.und Entscheidungsmonopol (in Sachen Ausländerpolitik) vergeht und mit ihrer undifferenzierten Ausländerfeindlichkeit.den einschlägigen Losungen „Das Boot ist voll“. Die Berufung auf die Kategorie der lediglich potentiellen oder bedingten Wirkung ist aber ein gänzlich untauglicher Einwand. warum denn die Gewalt sich ausgerechnet gegen die Ausländer wendet. solche Methoden bei der Erziehung der eigenen Kinder oder allgemein im gesellschaftlichen Verkehr aus dem Spiel zu lassen. oder „Deutschland ist kein Einwanderungsland“. dass die DDR-Erziehung mit welcher Intensität auch immer als Produktivkraft bei der Entstehung von Ausländerfeindlichkeit wirksam sei. dass die rechtsradikale Ausländerfeindlichkeit sich am staatlichen Gewalt. stellt sich die Frage. in gewissem Widerspruch befindet zur offiziellen Ausländerpolitik.. liegt der sozialpsychologischen Erklärung vollständig fern. Von der behaupteten Folge der Aggression gegen andere aus erlittener Frustration also nicht die geringste Spur. Sondern nur ein möglicher. Warum soll aus früher erlebter Unterdrückung ausgerechnet Gewaltbereitschaft gegen andere folgen? Läge da eine prinzipielle Absage an die Gewalt nicht weitaus näher? Denn die leidvolle Erfahrung mit persönlich erlittener Gewalt könnte einen doch lehren. Die zitierten Autoren und ihre Anhängerschaft freilich würden ihre Auffassung durch diese Gegenargumente keineswegs für widerlegt halten und unter Berufung auf den doppelten Potentialis ihrer Aussage „Der Autoritarismus. Zum Vorschein wäre auch die maßgebliche Differenz zwischen dem geachteten und dem geächteten Nationalismus gekommen darin bestehend.

wie die nachfolgend behandelte klassische Variante der Erklärung der Ausländerfeindlichkeit zeigen wird. soll . Um ihre Erklärungs. 1982. Die Erkenntnisse der Vorurteilsforschung: gleichnamige Vorurteile als Grund der Ausländerfeindlichkeit Alternative sozialpsychologische Begründungen der Ausländerfeindlichkeit kommen zwar ohne derartige politische Feindschaftserklärungen aus. warum und auf welche Weise die Strukturen der DDR-Gesellschaft als ihr Produkt Ausländerfeindlichkeit hätten erzeugen sollen. Und damit erweist sich der vorgebliche Ursache-Wirkungszusammenhang als reine psychologische Fiktion. Die Schlagkraft des Beweises basiert dementsprechend auch weniger auf den angeführten Beweismitteln als vielmehr auf dem politischen Interesse am Resultat der dem Prinzip der freien Willkür gehorchenden Beweisführung. Ostermann/ H. wonach prinzipiell der Grund für aktuelle gesellschaftliche oder politische Ereignisse in der Vergangenheit zu suchen sei. wenn negativ beurteilte Erscheinungen dem Systemfeind oder dem innenpolitischen Gegner in die Schuhe geschoben werden können. wie sie beispielsweise von Ä. wonach Ausländerfeindlichkeit nicht auf autoritärer sondern umgekehrt auf antiautoritärer oder permissiver Erziehung (durch die Lehrer der 68er Generation) beruht.nichts. jedenfalls dann.und Legitimationsleistungen ist es freilich auch nicht besser bestellt. S. Passt die Erklärung in die angesagte politische Feindbildpflege. 2. dann lassen sich auf beliebige Weise als negativ eingestufte gesellschaftliche Tatbestände mit einander in Verbindung bringen. (Vorurteile und Feindbilder. Nach dieser weit verbreiteten Auffassung. dass. Nicklas. Die Rezeptur dieses hier von der sozialpsycho-logischen Zunft aufgegriffenen Beweisverfahrens ist ebenso simpel wie universell verwendbar. Die Autoren waren ja jeden an der Sache geführten halbwegs schlüssigen Beweis dafür schuldig geblieben. 19) vertreten wird. Sachlich betrachtet spricht wie bereits gezeigt rein gar nichts für die Existenz des behaupteten Zusammenhanges. Verbliebe als letzter Rettungsanker noch der schöpferische Rekurs auf das Basisdogma der Geschichtswissenschaft. dann entdecken auch Psychologen zuweilen die Maßgeblichkeit gesellschaftlicher Verhältnisse für die Erklärung gesellschaftlicher Phänomene. So ließe sich mit Hilfe dieser Logik auch der inhaltlich entgegengesetzte Zusammenhang beweisen. Wenn die zeitliche Aufeinanderfolge zweier Ereignisse einen zwischen ihnen bestehenden Kausalzusammenhang zu stiften vermag.

Denn das Programm der besteht ja umgekehrt erklärtermaßen in sozialpsychologischen der Suche nach einem tieferen. Denn dann hätte man sich mit dem Wahrheitsgehalt der These auseinandersetzen müssen. "Die Eigenschaft von Vorurteilen. gar eine sachliche Widerlegung derselben auch nicht im Ansatz stattfindet. Das aber ist ganz und gar nicht die Sache der Psychologie. Woher kommt dieser Widerstand des Menschen. die sich der Auflösung der Vorurteile widersetzen.Ausländerfeindlichkeit auf äußerst hartnäckigen gleichnamigen Vorurteilen beruhen. Weil die Menschen ungern von ihren Vorurteilen lassen und sie auch durch Erfahrungen nur schwer davon abgebracht werden können. Und die vorurteilsbehafteten Menschen halten auch deswegen so hartnäckig an ihren Vorurteilen fest. außerhalb von Wille und Bewusstsein angesiedelten Grund für die Existenz der . dass eine nähere Befassung mit dem Inhalt der ausländerfeindlichen Urteile. die für das ausländerfeindliche verantwortlich Erklärungsweise sein sollen. wonach die Ausländer angeblich den deutschen Arbeitnehmern die Arbeitsplätze und Wohnungen wegnehmen und dann wären einige Klarstellungen über die ökonomischen Gesetzmäßigkeiten des Arbeits. die sich dem Abbau von Vorurteilen widersetzt. weil die Vorurteile einen Nutzen für ihre Psyche haben. dass sie für die Psyche des vorurteilsbehafteten Menschen spezifische Funktionen haben. die der normale Mensch im marktwirtschaftlichen Leben spielt. sie hätte den Grund der Ausländerfeindlichkeit im Denken und Denken Urteilen der Ausländerfeinde selber gefunden. nur sehr schwer durch neue Erfahrungen veränderbar zu sein. dass es Kräfte im Menschen geben muss. Der Ausgangspunkt der Erklärung ist wie üblicherweise in der Psychologie dadurch gekennzeichnet. deutet darauf hin. Das heißt. Doch dann wäre man schwerlich noch bei inneren seelischen Kräften gelandet. deswegen muss es im Menschen eine Kraft geben. abgekürzt eine Vorurteilsabbauverhinderungskraft. sich der Auflösung von Vorurteilen zu widersetzen. seine Vorurteile aufzugeben? Die Vermutung liegt nahe.und Wohnungsmarktes an der Tagesordnung gewesen. Denn dann hätte sie möglicherweise den Grund der ausländerfeindlichen Vorurteile aufgefunden in interessierten nationalistischen Fehlerklärungen deutscher Staatsbürger in Sachen kapitalistischer Marktwirtschaft. der falschen Zweckbestimmung ihrer Einrichtungen und der Rolle. dass aus einer behaupteten Eigenschaft von Vorurteilen „Vorurteile sind korrekturresistent“ die Existenz einer inneren Kraft im Menschen abgeleitet wird." Die Argumentationsführung besteht darin.

Fehlurteile lassen sich vielmehr nur durch die Kritik und (Selbst) Korrektur des falschen Urteils aus der Welt schaffen. wonach Vorurteile die Eigenschaft haben sollen. Dieses nimmt also aufgrund einer richtigen Erklärung seiner Erfahrungen Abstand von seinen bisherigen Fehlurteilen. dass sich Fehlurteile mittels Erfahrung verändern könnten. die Gründe ermittelt. die Nationen zur Durchsetzung ihrer Interessen über Leichen gehen lässt und seine Bereitschaft zur Mitwirkung an derartigen Veranstaltungen aufkündigt. Die muss man sich schon richtig erklären wie beispielsweise den Krieg und die Rolle. dann ist nicht der Krieg sondern dann ist das Subjekt selber der Lehrmeister. wo der Urgrund der ausländerfeindlichen Vorurteile liegen soll. hält jedoch einer näheren Überprüfung nicht stand.von ihr als negativ definierten ausländerfeindlichen Vorurteile. Der Krieg ist also Anlass und Gegenstand seiner Urteilsbildung aber nicht Produzent seines neu gewonnenen Urteiles. mit er konfrontiert ist. pflegen ihren patriotischen Stolz auf den erbrachten Dienst an der Nation. Durch sinnliche Erfahrungen selber lernt man deshalb auch gar nichts. die er über die Welt bereits besitzt. zunächst einmal durch die Brille der Auffassungen und Deutungen. daraus automatisch höchstens zu die Kriegsgegnern. die der normale Mensch darin als Manövriermasse vaterländischer Zwecke spielt. Der Befund. . erkenntnisstiftende Qualität. Vielmehr beurteilt der Mensch die äußere Welt. Auch die mehrfache Teilnahme an einem Kriege beispielsweise macht niemanden. Diese Abkehr vom Gegenstand leistet hier eine dem Gegenstand zugeschriebene Eigenschaft in Gestalt der angeblichen Korrekturresistenzhaftigkeit von Vorurteilen gegenüber Erfahrungen. entbehrt also einer tragfähigen Grundlage. Diese Ausgangsbehauptung. selbst Kriegsversehrte leiten nicht. Diese Aussage unterstellt nämlich die prinzipielle Möglichkeit der Korrektur von Vorurteilen mittels sinnlicher Erfahrungen. Erfahrungen macht man den ganzen Tag. Erfahrung besitzt keine von den bereits vorhandenen Doch die sinnliche Urteilen getrennte. Und wenn man sich anlässlich des Krieges die Sache einmal ordentlich erklärt. Die Erfahrung ist also überhaupt kein Lehrmeister. gegenüber (neuen) Erfahrungen korrekturresistent zu sein. Ebenso so wie die Bildung eines Urteiles ist die Korrektur und Änderung desselben eine genuin theoretische Eigenleistung des urteilenden Subjektes. In zielstrebiger Konsequenz führt dementsprechend der Argumentationsweg vom Gegenstand weg zum Seelenhaushalt des Menschen. gesellschaftliche Nationalistische Kriegsteilnehmer Verpflichtung zur Würdigung Ihres Opfers für das Gemeinwesen ab bzw.

noch ein wenig fortgesetzt werden. Am konkreten Beispiel gesprochen: Dass Menschen so schwer von ihren Vorurteilen lassen. weil sie ihre Urteile beispielsweise über Ausländer für richtig halten und ihnen ihre praktischen Erfahrungen ständig neue Nahrung für ihre vorab feststehenden theoretischen Befunde geben. könnte man streng genommen die Auseinandersetzung mit dieser sozialpsychologischen Erklärungsvariante der Ausländerfeindlichkeit bereits an dieser Stelle beenden. dass selbst bei einer so unterstellten Eigenschaft des Vorurteils der Schluss auf die behauptete psychische Kraft ohnehin nicht zwingend wäre. weil das die Vorurteilsabbauverhinderungskraft nicht zulässt. die dafür angebo-ten wird. dass in ihrer Psyche eine gleichnamige Kraft waltet. In Kurzform: Vorurteile baut man nicht ab. dass die als Erklärung fungierende Determinante mit dem Attribut der „Kraft“ versehen ist: das zu erklärende Verhalten als seine Wirkung zu erzeugen. Eigentümlichkeiten „Vorurteilsabbauverhinderungskraft“. Inhalt und Wirkungsweise für die dieser bilden die als jedoch „Determinante“ ein geradezu der entdeckten exemplarisches psychologischen dieser „Vorurteilsabbauverhinderungskraft“ Anwendungs-beispiel Und deshalb soll Konstruktionsprinzipien Betrachtung der Erklärungsweise des zirkulären Determinismus. weil es den behaupteten Zusammenhang zwischen Vorurteil und Erfahrung ohnehin nicht gibt. die im ersten Kapitel vorgestellt wurden. Denn mindestens genauso plausibel wäre die Alternativerklärung. die sich der Auflösung von Vorteilen widersetzt. Mit der Widerlegung sowohl der Prämisse der Beweisführung als auch der Stichhaltigkeit der Schlussfolgerung. Die erste Eigentümlichkeit besteht wie üblicherweise bei psychologischen Erklärungsmustern darin. Ganz abgesehen davon. Die zu erklärende Sache unterscheidet sich von der Erklärung lediglich darin. soll seine Ursache darin haben. welche für die hartnäckige Existenz von Vorurteilen verantwortlich zeichnen soll. dass die Menschen eben deshalb so hartnäckig an ihren Vorurteilen festhalten. dass das zu erklärende Phänomen den gleichen Inhalt besitzt wie die Erklärung.Mit der Berufung auf die angebliche Eigenschaft der tendenziellen Revisionsfeindlichkeit des Vorurteils durch neue Erfahrungen lässt sich also die Existenz besagter Vorurteilsabbau-verhinderungskraft nicht beweisen. . die aus dieser Prämisse gezogen wird.

sein Vorurteil Und der Vorurteilsforscher müsste auf Grund der abzulegen. Den Ausweg aus diesem Dilemma bildet die (implizite) Annahme einer gleichzeitig existierenden gegenläufigen Tendenz in Gestalt der Fähigkeit des vorurteilsbehafteten Menschen. negative Realität des Vorurteils verifiziert wird. hätte die kritische Vorurteilsforschung ihr selbstgesetztes politisches Programm. Denn beim unbedingten Wirken der aufgefundenen Vorurteils-abbauverhinderungskraft gäbe es für den vorurteilsbehafteten Menschen nicht die geringste Veranlassung. Am konkreten Beispiel der Erklärung ausländerfeindlicher Urteile: hier belegt die Existenz der Ausländerfeindlichkeit selber die überlegene Wirkkraft der in der ausländerfeindlichen Psyche agierenden Vorurteilsabbauverhinderungskraft gemäß der kruden Logik: wenn jemand ausländerfeindliche Urteile äußert. die Verankerung eines Kampfes zweier Linien im Menschen ist gleichzeitig das gemeinsame Konstruktionsprinzip einer Vielzahl psychologischer nicht nur psychoanalytischer Erklärungen. Zumal . Die prinzipielle Möglichkeit eines derartigen Vorurteilsabbaus auf der Grundlage einer gegenläufigen Kraft hatten die Autoren deshalb bereits eingangs des Zitates im Attribut der „schweren“ und damit nicht unmöglichen Veränderbarkeit der Vorurteile vorsorglich in Ihre Argumentation eingebaut. von seinen Vorurteilen auch Abstand nehmen zu können.Wenn dies aber stimmen würde. weil seinem eignen Befund zufolge man wegen dieser Kraft an der Existenz von Vorurteilen eh nichts ändern könnte.dazu noch später .das Vorteil darüber hinaus auch noch von Nutzen für seinen Inhaber sein soll. dass die diesbezüglichen gleichnamigen Kräfte im . Ergebnisse seiner Forschungen resigniert die Hände in den Schoß legen. einen aufklärerischen Beitrag zum Abbau von Vorurteilen zu leisten. dass in Anwendung der zirkulären Dialektik von Kraft und Äußerung die Wirksamkeit der siegreichen Kraft durch die positive bzw. dann muss das doch wohl die Wirkung davon sein. Eine derartige Doppelnatur gegenläufiger Kräfte. Der unbestreitbare Vorteil dieses sich gegen jede Falsifizierung immunisierenden „Beweisverfahrens“ besteht darin. jedwedes menschliche Verhalten wie auch dessen Gegenteil aus dem vorausgesetzten Kräfteverhältnis gegenläufiger Tendenzen so erklären zu können. selber für unrealisierbar erklärt.

warum jemand keine ausländerfeindlichen Urteile hegt. von seinen Vorurteilen Abstand zu nehmen. dass bei diesem Menschenschlag die Kraft zum Abbau von Vorurteilen stärker ausgeprägt war als ihr innerer Gegner. Ein derartiger rassistischer Beweis der ausländerfeindlichen Gesinnung als Bestandteil der psychologischen Naturausstattung des Menschen ist freilich bislang trotz aller Anstrengungen (ethno)psychoanalytisch orientierter Autoren bislang noch nicht geglückt. Dafür würde der Menschen doch schon aus ureigenem Interesse sorgen.h.Menschen dominant sein müssen. den Nutzen nämlich. Und aus dem gleichen Grunde wäre der Vorurteilsabbauverhinderungskraft zugleich auch ihr Antipode abhanden gekommen. Denn woraus sollte sich denn angesichts der positiven Leistungen des Vorurteils für die menschliche Psyche noch die gegenteilige Tendenz begründen. die gar nicht existiert. den ein Vorurteil für die Psyche des vorurteilsbehafteten Menschen haben soll. Die „an sich“ falsche Frage. die Suche nach der Erklärung einer Sache. wissenschaftslogisch eine etwas absurde Veranstaltung darstellt. gibt freilich durchaus Sinn auf der Basis der Unterstellung. dass die so nützlichen Vorurteile nicht aufgegeben werden. Wobei nicht unterschlagen werden soll. dass die von ihnen den Vorurteilen zugeschriebenen nützlichen Funktionen sich bei näherer Betrachtung als ebenso haltlos erweisen wie die Konstruktion des Menschenbildes der . Und mit dieser Behauptung der positiven Funktion von Vorurteilen entziehen sie ihrer eigenen Erfindung einer Vorurteilsabbauverhinderungskraft selber den Boden unter den Füßen. Das gegenteilige Phänomen. d . die Abwesenheit von Ausländerfeindlichkeit erklärt sich dann umgekehrt daraus. Denn bei angenommener Existenz guter Gründe für die Pflege von Vorurteilen wäre eine derartige (zusätzliche) Kraft. Und es steht auch kaum zu erwarten. dass die Suche nach Gründen des Fehlens von Ausländerfeindlichkeit. Für die Macht oder Hartnäckigkeit des Vorurteils führen die Vorurteilsforscher neben der Vorurteilsabbauverhinderungskraft noch einen zusätzlichen Beweis ins Feld. so überflüssig wie ein Kropf. dass die Abteilung Hirnforschung eines Tages in den grauen Zellen so etwas wie eine Ausländerfeindlichkeit erzeugende Vorurteilsabbauverhinderungskraft entdecken wird. dass eigentlich ein ausländerfeindlicher Anteil in jedem von uns schlummert. von seinen Vorurteilen abzulassen? Für die Autoren dürfte es freilich nur einen schwachen Trost darstellen. die den Menschen daran hindert.

den . so sollen wenigstens die Interpretationsmuster einfach und klar sein. Der hat doch von seinem Standpunkt aus. die daraus erwachsende Angst zu beschwichtigen. Die Funktion von Vorurteilen wird von ihnen wie folgt bestimmt: "Als eine wesentliche Funktion (von Vorurteilen. theoretische Sicherheit zu stiften. der hat gar kein Orientierungsproblem in der Welt. dass das ein Ding der Möglichkeit ist gleichgültig. die Isolierung und die Unfähigkeit durch eigene Handlung Sicherheit zu gewinnen. um die Falschheit seiner Urteile weiß oder nicht. dass die angebliche Orientierungshilfe gar nichts taugt? Variante 2 beinhaltet das Dementi des argumentativen Ausgangspunktes. der angeblichen Orientierungslosigkeit Denn wer an die Falschheit seiner Urteiles glaubt. Einfügung durch A." (ebda S. wenn der Mensch doch selber weiß. Der für den einzelnen immer schwerer zu durchdringende gesellschaftliche Zusammenhang. der die Fehlurteile hegt. wonach die Türken den Deutschen die Arbeitsplätze wegnehmen. lässt die Menschen zu illusionären Mitteln greifen. der die gesellschaftlichen Abläufe und Mechanismen nicht durchschaut und aufgrund seines Angst und Unsicherheit entwickelt. Und zur Beseitigung derselben sollen die (ausländerfeindlichen) Vorurteile sorgen. Wie sollen denn gewusst falsche Erklärungen der Welt dem geplagten orientierungslosen Menschen plötzlich dazu verhelfen.) wäre zu nennen die Abwehr von Unsicherheit und Angst. dann verhindert dieses Wissen von vornherein die Möglichkeit der angeblichen Leistung des Vorurteils als Orientierungshilfe in der undurchschaubaren Welt. Ausgangspunkt der Konstruktion mangelnden Durchblickes ist der orientierungslose Mensch. Diese Angst ist die Ursache für die ‘Intoleranz und Vieldeutigkeit’ und das ‘Bedürfnis nach subjektiver Gewissheit'. Es soll feststehen. ob der Mensch. Wie aber soll das gehen? Wie können dem so konstruierten Menschen ausgerechnet die Aneignung und Pflege von ausländerfeindlichen Vorurteilen zu Sicherheit und Beseitigung von Furcht und Angst verhelfen? Ich möchte behaupten.widerstreitenden seelischen Kräfte. wer Freund und wer Feind ist. K. Wenn schon die Welt ein undurchdringlicher Dschungel ist. dass es sich bei den ausländerfeindlichen Urteilen um Fehlurteile handelt. 20) Danach besteht die positive Funktion der Vorurteile in der Abwehr von Unsicherheit und Angst. Variante 1: Wenn der Mensch darum weiß. sich die Welt zu erklären und sich in dieser zurechtzufinden.

den insbesondere psychoanalytisch inspirierte Theorien der Natur des Menschen zu implantieren pflegen. wobei die naheliegende Frage. Wie man es auch dreht und wendet. dass (Hoch)Spannung in ihm herrscht. auf Minoritätsgruppen. ist gleichsam der ökonomische Trick zur Erhaltung des Gruppengleichgewichts. 21) Die Begründung des vorgeblichen seelenhaushälterischen Gewinnes aus der Vorurteilspflege liefert wiederum vorzügliches Anschauungsmaterial für den ominösen Kampf widerstreitender Kräfte. Wir dürfen mit den Wölfen heulen. den ein geteiltes Vorurteil abwirft. Zeichnete sich die bisherige Konstruktion eines Kampfes zweier Linien wenigstens noch dadurch aus. liegt darin. Die Konstruktion eines Spannungsverhältnisses als solches ohne Angabe des Inhaltes der gegensätzlichen Kräfte ist aber wissenschaftstheoretisch gesehen eine Nonsens- . dass wir in konformen Verhalten mit der Gruppe auch ihre spezifische Erleichterung mitgenießen dürfen. wenn sie im nächsten Atemzuge einen weiteren. mithandeln und unsere eigene innere Triebspannung damit erleichtern. Die Ablenkung der Triebspannung nach außen. die angebliche nützliche Funktion von Vorurteilen für den Seelenhaushalt des Menschen in Sachen gesellschaftlicher Orientierungshilfe stimmt hinten und vorne nicht.wird mit der Kategorie der Triebspannung die Gegensätzlichkeit menschlicher Triebkräfte pur eingeführt. gänzlich andersartigen psychologischen Nutzen der Pflege des ausländerfeindlichen Vorurteils präsentieren: "Der Gewinn.der hat die Welt richtig in Freund und Feind sortiert. um daraus in zielstrebiger Willkür jedes gewünschte Ergebnis ableiten zu können.Abbau versus Festhalten an Vorurteilen . mit diesem Konstrukt der Triebspannung für neben der Sache liegend erklärt worden ist.Durchblick . Offenbar trauen die Autoren der Überzeugungskraft ihrer eigenen Argumentation auch nicht so ganz. dass die konfligierenden Kräfte mit einem konkreten Inhalt versehen waren . wir dürfen nach Vorurteilen agieren. Der Mensch ist dadurch bestimmt." (ebda S. welche Triebe denn da warum spannen sollen. Als spezieller Repräsentant des psychologischen Menschenbildes der widersprüchlichen Menschennatur fungiert in der vorliegenden Erklärung die Kategorie der Triebspannung.

nach dem sich der triebgespannte Mensch widersprüchliche so sehr sehnen soll. ist auch alle andere als einleuchtend. Die ganze Veranstaltung der Triebablenkung (auf die Ausländer) findet den Vorurteilsforschern zufolge nämlich nur statt wegen des Gruppengleichgewichts. Im Gegenteil: Denn das gänzlich haltlose Bild des Menschen als Gegensatzbündel ist nämlich nur kunstvoll daraufhin konstruiert. die die Rolle des Widerparts gegenüber der grundsätzlich spannungsgeladenen Menschennatur übernimmt und auf den Ausgleich der Spannung mittels Entladung derselben drängt. Der gleiche Mensch. Zur Lösung dieses hausgemachten Widerspruches „müssen“ die Autoren an dieser Stelle folglich eine neue gegenläufige Kraft in Spiel bringen. die miteinander in Widerstreit liegen. als Gegensatzbündel ganz und gar bestimmt von inneren Kräften.Kategorie der Marke Totalabstraktion. Nur aus dem Inhalt dieser Interessen kann sich ihr gegensätzliches oder gespanntes Verhältnis. die ihre scheinbare Plausibilität aus der unbegründeten Anleihe bei naturwissenschaftlichen Erklärungen der Elektrizität bezieht. soll zugleich von der Sehnsucht nach Gruppengleichgewicht und Harmonie erfüllt sein. Aus der inhaltlichen Bestimmung der Kräfte ergibt sich. Und warum diese Entlastung dann ausgerechnet auf diese Weise der Hege und Pflege ausländerfreundlicher Vorurteile erfolgen soll. der als rein triebgespanntes Wesen begründen. sich über seine eigene triebgespannte Natur erhebend. Zwecke oder Kräfte. dass die innere Spannung nach außen abgelenkt werden soll. Denn aus der Logik ihrer eigenen Argumentation ergibt sich nicht. behindert oder hemmt Dieser prinzipielle Einwand gegen die (Un)logik psychologischer Kategorienbildung in Sachen „Triebspannung“ ficht die Vertreter dieser Disziplin freilich nicht im Mindesten an. zueinander Verwirklichung des anderen ausschließt. dass und warum das eine Interesse die zwischenzeitlich seine positive Seite abgelegt hatte. die miteinander im Streit liegen und unbenannt bleiben. der in unbändigen inneren Widersprüchen befangen ist. Und mit dieser Konstruktion ist die Doppelnatur des Menschen. auf einer höheren Ebene glücklich wiederhergestellt. nun auf den Ausgleich der Spannungen verfallen sollte. Dennein Spannungsverhältnis unterstellt denknotwendig die Existenz konkreter benennbarer Interessen. warum derselbe Mensch. Eine Pseudonotwendigkeit der Entladung der Spannung. Und dieses Urbedürfnis nach friedlicher Harmonie befriedigt er dann ausgerechnet in der Produktion ziemlich disharmonischer ausländerfeindlicher .

Nationalstolz. deren Urheber sie selber gar nicht sind. Kriege gründen demzufolge nicht auf den Gegensätzen der Staaten. Sondern in der Betätigung der staatlich angeordneten systematischen Ausländerfeindlichkeit . erscheint ebenso als ein originäres voraussetzungsloses Werk der menschlichen Seelennatur wie die patriotische ausländerfeindliche Pflichterfüllung im Kriegsfalle. weil die Welt (etwa durch das Eigentum) so organisiert ist.Vorteile. Wenn sich nämlich alle Konflikte zwischen den Menschen den antagonistischen Kräften in deren verquerer triebgespannter Psyche verdanken. Sondern die Konflikte kommen in dieser Optik erst aufgrund der Bedürfnisse der nach Ausgleich ringenden verspannten menschlichen Psyche in die Welt. Denn diese ist wiederum ein Musterbeispiel für die überragende affirmative Kraft psychologischer Erklärungen. welche die Unterscheidung zwischen In. Die übliche Generalabsolution des Menschen. Nicht Staaten hetzen im nationalen Ernstfall aufgrund der von ihnen produzierten Kriegsgründe ihre von ihnen bewaffneten Bürger auf einander. Das Verhältnis zwischen den von konkurrierenden Nationalstaaten eingerichteten gesellschaftlichen Zwangsverhältnissen und dem willentlichen Bezug der Bürger auf diese ihnen vorausgesetzten Verhältnisse ist damit erfolgreich auf den Kopf gestellt. dann kann der Grund bewusster Gegensätze prinzipiell nicht in der Gesellschaft liegen. Die Menschen geraten nicht etwa aneinander. dem er kraft staatlicher Definitionsgewalt angehört und den es ohne die Existenz von Nationalstaaten. dass die Interessenverfolgung der einen zwangsläufig mit der der anderen kollidiert oder weil sie das Material gewalttätiger staatlicher Interessenauseinandersetzungen bilden. um zur spezifischen legitimatorischen Leistung der Konstruktion zu kommen. jenes selbstbewusste Bekenntnis des staatsbürgerlichen Untertanen zu dem Nationalkollektiv. Brechen wir an dieser Stelle die Auseinandersetzung mit diesem Zitat ab und lassen die zahlreichen weiteren Ungereimtheiten der Argumentation auf sich beruhen. der nicht selber sondern dessen innere psychische Gegensätze letztendlich verantwortlich zeichnen sollen für dessen wenig menschenfreundlichen Taten gegenüber seinen Mitmenschen. wird ergänzt durch einen prinzipiellen Freispruch der Gesellschaft hinsichtlich der in ihr existierenden und ausgetragenen Gegensätze.und Ausländern erst produzieren. die sie zuvor erfolgreich mit den entsprechenden Feindbildern versorgt hatten. überhaupt nicht geben würde.

findet der patriotisch gesinnte Bürger seinen Seelenfrieden. Was eigentlich sollten da Vorurteilsforscher angesichts dieser von ihnen selber konstatierten nützlichen Funktionen der Ausländerfeindlichkeit für die Seelenhygiene noch gegen die Ausländerfeindlichkeit haben? .

Die Bildung dieses von Freud selber in Analogie zur Metaphysik durchaus zutreffend als „Metapsychologie“ bezeichneten Modells soll im folgenden auf ihre logische Konsistenz untersucht werden. dass das Denken und Bewusstsein ein körperliches Organ benötigt. Nicht der profane Umstand. ist hier gemeint. dass das. dass das Seelenleben die Funktion eines Apparates ist. dass zwischen der Gehirnphysiologie und dem Inhalt des Bewusstsein ein Zusammenhang besteht. Wir nehmen an. erstens das körperliche Organ und Schauplatz desselben. Beginnen wir mit einem repräsentativen Zitat zur „Ableitung“ des bekannten Freudschen Seelenapparates als Transmissionsriemen zwischen Hirn und Geistestätigkeit: "Von dem. den wir uns also ähnlich vorstellen wie ein Fernrohr. „ICH“ und “ÜBERICH) steht. in deren Zentrum die Lehre von den 3 Instanzen („ES“. Der Freud´sche Seelenapparat: eine haltlose Konstruktion mit fragwürdiger Funktion Dem Kenner tiefenpsychologischer Literatur. das Gehirn (Nervensystem). namentlich der Werke von Sigmund Freud ist natürlich nicht verborgen geblieben. sein Beweis zielt vielmehr darauf. was und wie der Mensch denkt. Abriss der Psychoanalyse 1938 (Fischer Taschenbuch-Ausgabe 1966. h. ist uns zweierlei bekannt.Kapitel 3: Psychoanalyse: Vom Kampf zweier Prinzipien und dreier Instanzen 1. Dabei will Freud freilich mehr behauptet haben als die Existenz der berühmten „grauen Zellen“ als physiologischer Voraussetzung der Geistestätigkeit. ein Mikroskop u. d. in dem sich das Denken abspielt. dem wir räumliche Ausdehnung und Zusammensetzung aus mehreren Stücken zuschreiben. dgl.." (S. Nein. Freud. die unmittelbar gegeben sind und uns durch keinerlei Beschreibung näher gebracht werden können. die in der menschlichen Psyche miteinander um Einfluss ringen und damit das Denken und Handeln des Menschen bestimmen. . eine direkte Beziehung zwischen beiden Endpunkten unseres Wissens ist nicht gegeben . Alles dazwischen ist uns unbekannt. 9) Beweisziel ist der Nachweis eines Zusammenhanges zwischen Hirntätigkeit und Bewusstsein.. S. dass die Vorurteilsforschung in der theoretischen Tradition der Psychoanalyse wurzelt. andererseits unsere Bewusstseinsakte. was wir unsere Psyche (Seelenleben) nennen.

sondern Denken und Handeln letztinstanzlich indirekt durch das Nervensystem determiniert sind. die Freud den Bewusstseinsakten mit dem Attribut der „Unbeschreibbarkeit“ verleiht. dass ein inhaltlicher Zusammenhang zwischen Hirnfunktionen und Geistestätigkeit überhaupt besteht. Dieses Vermittlungsglied ist der Seelenapparat. was er so denkt und will. die diesen dogmatisch unterstellten Steuerungszusammenhang zwischen Nervensystem und Bewusstsein herstellt. innerhalb dessen die Dreieinigkeit von ES. gegenüber denen das ICH die einschränkenden Anforderungen der gesellschaftlichen Realität vertritt und schließlich . Die dogmatische Unterstellung eines derartigen Wirkungs-Zusammenhanges macht sich zugleich auch in der Eigenschaftsbeschreibung geltend. hier: als Wirkung des Nervensystems voraussetzt. lässt sich ziemlich unschwer deren Worten und/oder deren Taten entnehmen. Diese an sich unsinnige Bestimmung der „Unbeschreibbarkeit“ von Bewusstseinsakten ergibt freilich dann einen Sinn. für die Freud aus gutem Grund keine Begründung gibt. Wenn nämlich die Beweggründe menschlichen Handelns nicht in den Bewussteinsinhalten selber liegen. wird doch wohl beschreiben können. ICH und ÜBERICH ihr Unwesen treibt. dass im ES die ursprünglich biologischen.oder Determinationsverhältnis unter Beweis gestellt Woraus begründet sich die Annahme eines solchen Steuerungs-Zusammenhanges? Auf diese Frage findet Freund eine verblüffende Antwort: Weil ein direkter Zusammenhang zwischen diesen „beiden Eckpunkten unseres Wissens“ offensichtlich nicht existiert. den man sich laut Freud als eine Art von Fernrohr vorzustellen hat. auf rücksichtslose Bedürfnisbefriedigung drängenden Triebe walten sollen. spricht alles dafür. Mit dieser unhaltbaren Bestimmung des Bewusstseins als unbeschreibbar erteilt sich Freud den Freibrief zum Abschied von der weiteren Befassung mit den Bewusstseinsinhalten und den Übergang zu seinem Seelenapparat als Vermittlungsinstanz. hirnphysiologisch bestimmt ist. dann bedarf es einer Vermittlungsinstanz. aus welchselbigem er im nächsten Gedankenschritt die Existenznotwendigkeit seines Seelenapparates als Vermittlungsinstanz zwischen körperlichem Organ und Bewussteinsakten ableitet. wenn man von vornherein dem Denken die Selbstständigkeit bestreitet und das Bewusstsein umgekehrt als Werk von Instanzen jenseits von Willen und Bewusstsein. Und was andere denken und wollen.sondern ein Kausal. Hier soll also nicht ein bloßes Konditional. dass der Zusammenhang indirekter Art sein muss. „weil unmittelbar gegeben“ nicht beschreibbar sein? Der Mensch. Denn warum sollten Bewusstseinsakte. Dieser Rückschluss hat freilich die unhinterfragbare und durch nichts belegte Unterstellung zur Voraussetzung. Und das ist heutzutage jedem halbwegs psychologisch oder pädagogisch gebildeten Menschen geläufig.letztinstanzlich werden. der etwas denkt. Zurück zur Prämisse der angeblichen Unbeschreibbarkeit von Bewusstseinsakten.

S. Weltkriegs“ sowie seinen Erfahrungen bei der Behandlung von Soldaten abgeleitet." (ebda S.das ÜBERICH dem ICH zur Erfüllung seiner Kontrollaufgabe die Maßstäbe der gesellschaftlichen Normen und Werte liefert. Alls erstem Element dieses Apparates begegnen wir dem sogenannten ES.oder Destruktionstriebs (Thanatos) aus den „unvorstellbaren Grausamkeiten während des1. Dieses ES soll wie folgt beschaffen sein: "Die Kräfte. des tautologischen Rückschlusses aus der gewaltsamen Empirie gesellschaftlicher Wirklichkeit auf einen entsprechenden Trieb. So hat Freud den seiner Theorie erst später zugefügten 2. soll eine Vorbemerkung zur Methode dieser Modellbildung vorausgeschickt werden... Das Ziel des ersten ist." (ebda. die den Nachvollzug der Freudschen Gedankenführung und ihrer zentralen Fehler erleichtern soll. ICH und ÜBERICH beruht. den Eros und den Destruktionstrieb . hat er ergänzend wie folgt erläutert: "Nach langem Zögern und Schwanken haben wir uns entschlossen.12) Die Einführung der besagten.. die ihre Negativerlebnisse in Träumen. die wir hinter den Bedürfnisspannungen des ES annehmen. das ES konstituierenden Grundtriebe erfolgt auf dem Wege der puren Setzung diesbezüglicher „Annahmen“ bzw. die hinter „den Bedürfnisspannungen des ES“ stecken. Erzählungen usw.dem ES. die Freud den einzelnen Elementen und deren Beziehung zueinander gibt. Sie repräsentieren die körperlichen Anforderungen an das Seelenleben. der bloßen nichtsozialisierten Triebhaftigkeit . immer größere Einheiten herzustellen und so zu erhalten. Das Verhältnis dieser 3 Instanzen zueinander ergibt sich nämlich gar nicht aus den von Freud definierten Eigenschaftsbestimmungen der Elemente der Trinität.die Notwendigkeit einer triebkanalisierenden und -bändigenden Kontrollinstanz in Gestalt des ICH. 11) Was Freund unter den Trieben versteht. das nach Freud das Bewusstsein bestimmt.. Bevor auf diese Bestimmungen näher eingegangen werden soll. dessen Mangel der Maßstabslosigkeit bei der Bewältigung der ihm zugeschriebenen Aufgabe der Zähmung des ES eine weitere Korrekturinstanz in Gestalt des ÜBERICH hervorbringt. Gemäß dieser Logik begründen die „Mängel“ der 1 Instanz . nur zwei Grundtriebe anzunehmen. Grundtrieb in Gestalt des Todes. Zusammenhänge aufzulösen und so die Dinge zu zerstören. Wenn „die Menschheit“ also todbringende Kriege führt oder die Kriegssteilnehmer auch nachträglich den Krieg zum . wonach die psychische Funktionstauglichkeit des Subjektes auf einem sorgfältig abgestimmten seelischen Gleichgewicht zwischen ES. ständig zu rekapitulieren pflegten. Es ist vielmehr das Produkt der der Modellkonstruktion voraussetzten funktionalen Logik. heißen wir Triebe. das Ziel des anderen im Gegenteil. ohne selber Bewusstsein zu sein.

wo ihn die Anhänger von Triebstauerklärungen . als Selbstbestrafung. Durst bspw. Begründer der Psychoanalyse. der sich und letztlich zufällige Ausdrucksweise eines völlig unspezifischen Dranges zum „Töten und Zerstören“ erscheinen lässt. möglicherweise sogar als Selbstmord.) entbehren. Weltkriegs wurde. n.“ (zit. B. Mensch und Tier besäßen. Bei jedem dieser beiden Triebe nämlich fehlt es an jeglicher fassbaren Zielbestimmung und zudem heben sich die beiden Grundtriebe. aufbauen und zerstören. Freud sah in den aggressiven Handlungen einen Ausdruck des von ihm behaupteten „Todestriebes“.ist das auf einen im Menschen liegenden „Als Sigmund Freud. in Erscheinung treten. Der zerstörerische Einsatz von Gewalt gegen Personen und Sachen als Selbstzweck waltet aber noch nicht einmal dort. Arbeitsbuch für den Politikunterricht) Und wie beweist sich wohl die Existenz dieses Todestriebes. Zeuge unvorstellbarer Grausamkeiten während des 1. den nach seiner Überzeugung alle Lebewesen. Gewalt und Aggression: in: Politik 3. der dieser Auffassung zufolge gewaltsamer Mittel bedient als bloß vordergründige jeden Zweck. Wenn sie sich dagegen nach außen richten. dass der Mensch aktive Kräfte zum Töten und Zerstören in sich trage. Zunächst zum Destruktionstrieb: Zerstörung um der Zerstörung willen als allgemeine Antriebskraft des Menschen. so meinte er können (nach innen gerichtet) z.so lautet die messerscharfe Schlussfolgerung . die jeden Bezuges auf ein konkretes bestimmtes Bedürfnis (Hunger.beherrschenden Thema ihres Seelenlebens machen. ist mit ihrer Äußerung als aggressive feindliche Verhaltenswiese zu rechnen. schrieb er an Albert Einstein. gleichnamigen Todestrieb zurückführen: dann . Konstruiert wird eine geistige Bedürfnishaftigkeit pur und zwar einmal mit negativem und einmal mit positivem Vorzeichen: Konstruktivität und Destruktivität. in ihrer Gegensätzlichkeit auch noch wechselseitig auf. die Ursache dieses Geschehens läge darin. den noch kein Forscher im Mikroskop oder im Reagenzglas zu entdecken vermochte? Keine Frage für Anhänger der tautologischen Schaukel: mit seiner Äußerung im Krieg oder im Kriegstrauma. Abgesehen von der notorischen Schwäche des zirkulären Beweisverfahrens erscheint auch der „Inhalt“ der beiden auf diese zweifelhafte Weise ermittelten Grundtriebe ziemlich fragwürdig. Die Kräfte dieses Triebes.

Nach dieser Logik würde ein Liebespaar im Geschlechtsakt nicht etwa seine Zuneigung praktizieren sondern würde sich in der erotischen Vereinigung nur der allgemeine Grundtrieb.es herrscht in der Psyche so etwas wie Triebspannung. der sich statt der Ehefrau oder der gegnerischen Fußballfans zur Abwechslung mal einen etwas anderen Gegenstand ausgesucht hat. sich wechselseitig in die Quere geratenden. um den Willen des feindlichen staatlichen Souveräns zu brechen und nehmen dabei den Verlust eigenen (Menschen)materials billigend in Kauf. Eine äußerst merkwürdige Zweckbestimmung: „Einheiten herzustellen“. Staaten beispielsweise pflegen die Zerstörung von Land und Leuten des Kriegsgegners als Mittel einzusetzen. die „dem Menschen“ so richtig schön Gelegenheit bietet. wenn sie zur Tat schreiten. In letzter Instanz freilich hat diese ziemlich freie Erfindung des ES und seiner antagonistischen Grundtriebstruktur durchaus Sinn und Funktion. ist und bleibt das Geheimnis des Wiener Tiefenpsychologen. der in das Chaos der gespannten Triebstruktur Ordnung bringt. die der andere Grundtrieb dann wieder zerstören darf. Gerade im Bereich der Ausübung von Privatgewalt ist diese jedoch noch allemal Mittel zur Verfolgung wenn auch höchst seltsamer Anliegen.jedenfalls nach Freud . So mancher liebevolle Akt würde dann sicherlich gar nicht erst stattfinden.regelmäßig am Werke sehen.diesen Gedanken hatte die zeitgenössische Vorurteilsforschung freudvoll rezipiert . Wie gut. und wie daraus . „Einheiten zu bilden“ Geltung verschaffen. wenn sie selber keine nachvollziehbaren „sinnvollen“ Gründe für die Anwendung von Gewalt erblicken wie in Sachen Jugendgewalt. jedenfalls im Rahmen des Freudschen Systems. Der ganze künstlich inszenierte Seelenaufruhr ist überhaupt nur auf den Ruf nach einem „Bändiger“ zugeschnitten. was sie im Innersten so treibt. Auch der Anschluss der DDR an die BRD würde im Lichte des allgemeinmenschlichen Motivs der „Bildung größerer Einheiten“ eine ungeahnte tiefenpsychologische Dimension gewinnen. denn dessen Natur bestand ja nach Freud in seiner chaotischen . Grundtrieben von Konstruktivität und Destruktivität überhaupt irgendetwas an Denken und Handeln herauskommen soll. Aus dem Inhalt des ES jedenfalls nicht. wo dieses Bedürfnis zur Bändigung der chaotischen Triebstruktur herkommen soll. die wegen der negativen Folgen ihrer umstandslosen Auflösung unter Kontrolle gestellt werden muss. Dieselbe krude Logik waltet beim konstruktiven Pedant des Destruktionstriebes. Fragt sich nur. Denn Hauptsache . Gemäß dieser Optik zünden dann Ausländerfeinde Asylbewerberheime nicht etwa aus ihren spezifischen nationalistischen Beweggründen an sondern betätigen vielmehr nur ihren allgemeinen Aggressionstrieb. Verschaffung von Anerkennung und Pflege des Selbstbewusstseins (Dazu später ausführlich in Teil II der Abhandlung über rationelle Psychologie). Geschweige denn ist Destruktivität eine allgemeine Zweckbestimmung des Menschen. seinen destruktiven Grundtrieb einmal hemmungslos auszuleben.sogar letztlich die Summe aller Lebenserscheinungen resultieren soll. dem Ziel (immer größere) Einheiten herzustellen. Und diese ordnungsstiftende psychische KontrolIinstanz ist das ICH. Und wie schließlich aus diesen als barer Widersinn konstruierten gegensätzlichen. dass die Leutchen bei diesem Treiben kein Bewusstsein davon haben. wie sie das bürgerliche Konkurrenzsubjekt kennzeichnen: Selbstbehauptung. Der Destruktivitätsgrundtriebslogik zufolge scheint es sich beim Krieg freilich eher um eine Veranstaltung zu handeln. Ausländerhass oder im „Fall Erfurt“.

entscheidet. aus der Rindenschicht des ES entwickelt haben. Das Über-Ich mag neue Bedürfnisse geltend . wie das ICH die ihm zugewiesene Rolle. Aber gerade dieses Ding der logischen Unmöglichkeit will Freud allen Ernstes behauptet haben: Das ICH als Abkömmling des ES: "Unter dem Einfluss der uns umgebenden realen Außenwelt hat ein Teil des ES eine besondere Entwicklung erfahren" . bleibt höchst erklärungsbedürftig.. Wie aber sollte das ÜBERICH als Teil des ICH plötzlich den Mangel überwunden haben. Wie allerdings das ÜBERICH in den Besitz dieser Fähigkeiten gelangt sein soll. die Realität repräsentieren können.. indem es nach außen die Reize kennenlernt . die Außenwelt in zweckmäßiger Weise zu seinem Vorteil zu verändern (Aktivität). erfüllt sie. sondern auch der durch sie fortgepflanzte Einfluss von Familien-. nach innen gegen das ES. überstarke Reize vermeidet (durch Flucht).. gemäß denen es die Befriedigung zuzulassen. "das sogenannte Ich . "Es (das "Ich") hat die Aufgabe der Selbstbehauptung. indem es die Herrschaft über die Triebansprüche gewinnt. Denn das ÜBERICH wird von Freud wiederum als verselbständigter Teil des ICH vorstellig gemacht.. Weil nämlich das ICH weder über die Kriterien verfügt. De Notwendigkeit des ÜBERICH folgt der defizitären Ausstattung des ICH bei der Bewältigung seiner Aufgabe. das sich "aus der Rindenschicht des Es entwickelt“ hat . die über diese Qualitäten verfügt. Und wenn das die Natur des ES ist. ob sie zur Befriedigung zugelassen werden sollen. S. bildet sich in seinem Ich eine besondere Instanz heraus.. Angesichts der Herkunft des ICH aus dem ES ist es freilich überaus rätselhaft. während der der werdende Mensch in Abhängigkeit von seinen Eltern lebt. mit dem das ICH definitionsgemäß behaftet ist? "Als Niederschlag der langen Kindheitsperiode. bedarf es einer weiteren Instanz. das triebhafte ES im Zaum zu halten. Im Elterneinfluss wirkt natürlich nicht nur das persönliche Wesen der Eltern. warum das ES Probleme mit seiner triebgespannten Struktur bekommen sollte. mäßigen Reizen begegnet (durch Anpassung) und endlich lernt." (ebda. das in keinem Bezug zur Realität steht und nur sich selber und seine Triebhaftigkeit kennt. Wie soll das ICH gegenüber dem ES.10) Denn das ICH soll sich nach Freud als Teil des ES.. wenn das ICH doch nur ein Teil des ES ist? Dieselbe verquere Ableitungslogik wiederholt sich eine Stufe höher bei der Einführung des ÜBERICH. in der sich dieser elterliche Einfluss fortsetzt . überhaupt erfüllen können soll.und Volkstradition sowie die von ihnen vertretenen Anforderungen des jeweiligen sozialen Milieus . ist nicht einzusehen. diese Befriedigung auf die in der Außenwelt günstigen Zeiten und Umstände verschiebt oder ihre Erregungen überhaupt unterdrückt. Rassen. sich gegenüber dem widerspenstigen ES durchzusetzen.Gegensätzlichkeit... aufzuschieben oder zu unterdrücken hat noch über die Macht. die „Herrschaft über Triebansprüche zu gewinnen“. Erfahrungen über sie aufspeichert (im Gedächtnis).

10 f. Das Unbewusste entsteht . die sich spätestens bei den ersten Eltern stellt. bedürfte es wiederum nicht des Transfers von den Eltern in die Psyche ihrer Nachkommenschaft. Das Unbewusste ist die wohl populärste und zugleich als Vater spekulativer Fehlerklärungen eindeutig produktivste Kategorie innerhalb der 3-Instanzenlehre. Auflage 1999. die die gesellschaftlichen Werte zwecks „Einschränkung der Befriedigungen“ in die Psyche ihrer Nachkömmlinge transportiert haben sollen. 533). wenn man nicht zur Erklärung dieses Rätsels die Natur des Menschen oder einen höheren Schöpfungsakt bemühen will. Zimbardo-Gerrig. Psychologie. Jedenfalls dann. Vermittelt über den Elterneinfluss halten „Familien-. Rassen. beispielsweise unter dem Motto „arm aber ehrlich“ die praktische Unterwerfung unter die Gesetze des Eigentums als Tugend der Ehrlichkeit zelebriert. 7. mit der sich das Individuum die vom ihm abverlangte Beschränkung seiner Interessen als seinen höheren moralischen Vorteil zurechtinterpretiert. Während Moralmaßstäbe bei der Bildung des Gewissens die Aneignung gesellschaftlicher eine Eigenleistung des Subjektes in seiner geistigen Auseinandersetzung mit der äußeren Welt darstellt. seine Hauptleistung bleibt die Einschränkung der Befriedigungen. welches eine Leistung des wachen (falschen) Bewusstseins darstellt. Das ÜBERICH ist nämlich alles andere als das Gewissen. S. 2. aus dessen Existenz zeitgenössische Verteidiger tiefenpsychologischen Denkens dem Freudschen Konstrukt Plausibilität abzugewinnen pflegen (so bspw.) Man sollte im übrigen die auf diese Weise ins Seelenleben getretene Kategorie des ÜERICH nicht mit dem Begriff des Gewissens verwechseln.machen. gehört bei Freud die Moralität quasi zur seelischen Naturausstattung des Menschen.und Volkstradition“ und die von ihnen repräsentierten Anforderungen naturwüchsig Einzug in den Seelenhaushalt." (ebda S. Dabei muss Freud jedoch zwangsläufig die Antwort auf die Frage schuldig bleiben nach der Herkunft dieser Traditionen. Würde man sich aber auf diese Position zurückziehen wollen. Das Freudsche ÜBERICH hingegen verfügt als von der Person abgespaltene Kraft selber über Willen und Bewusstsein. mit denen es die anderen Kräfte je nach Stand des innerseelischen Kräfteverhältnisses in Schach hält oder zuweilen auch deren Tätigkeit fördert.

Arbeitsstätte. Für die Richtigkeit seiner Auffassung. willentliches Tätigkeiten wie beispielsweise die tagtägliche Autofahrt zur Aufmerksamkeit naturwissenschaftlich eines verrichtet werden. Tunlichst unterlassen sollte man. hat das psychoanalytische Unbewusste ohnehin nichts zu tun. „dass es unbewusstes Denken und unbewusstes dann ein Eigenleben entfalten und Einfluss Das Unterbewusstsein bei Freud definiert sich den Inhalt seines bewussten Handelns vielmehr als ein außerhalb von Wille und Bewusstsein liegendes nichtbewusstes Wissen des Subjektes . der wiederum nur behoben werden kann durch die Bewusstmachung und willentliche Verurteilung der nichtannehmbaren Seelenregungen. Die gleichfalls mit diesem Wort bezeichneten Sachverhalte sind nämlich von gänzlich anderer Natur. Denken. Ebenso wenig Unbewussten konstatierbare Gegenstandes zeitliche beweiserheblich für den Sinne der zwischen visuellen Registrierung „Verarbeitung“ des Sinneseindrucks im Gehirn. insofern „bewusstlos“ oder „unbewusst“ agiert. bei Versagen oder Überstrapazierung der seelischen Abwehrmechanismen vermittels ihrer Macht der Selbstbestrafung den Störfall der Neurose auslösen. dass man es mit Sachverhalten in Verbindung bringt. Die absichtsvolle „Verbannung“ unangenehmer Erfahrungen aus dem aktuellen Denken beinhaltet nämlich keine Transformation dieser Gedanken in unbewusste Denkakte. die im allgemeinen oder auch im wissenschaftlichen Sprachgebrauch zuweilen ebenfalls mit diesem Ausdruck belegt werden.bekanntlich durch die Verdrängung der im ES angesiedelten frühkindlichen Triebimpulse. das ohne bestimmt. der inhaltlich die Beurteilung des wahrgenommenen Gegenstandes steuern würde. sich den Inhalt des Freud´schen Unbewussten darüber plausibilisieren zu wollen. Insbesondere ist das Freud´sche Unterbewusste auch nicht zu verwechseln mit dem „interessierten Vergessen“.Damit. Implikationen oder Folgen seines Denkens oder Handelns hat. dass der Mensch oftmals ein unklares oder falsches Bewusstsein von Inhalt. die auf Grund ihrer Unvereinbarkeit mit den moralischen Anforderungen des ÜBER-ICH vom ICH aus dem Bewusstsein ausgeschlossen werden. Gegenstand Wahrnehmung die des auf Grund ihre im und Gewohnheitsmäßigkeit psychoanalytischen Differenz der gedanklicher Das Gleiche gilt für mit verminderter ist die und automatisierte. Dis Auge fasst keinen eigenständigen Gedanken. die auf den Inhalt des Denkens nehmen. als nunmehr unbewusste verbotene Triebregungen ihre destabilisierende Wirkung auf das fragile seelische Gleichgewicht ausüben.

Wollen gibt“, (Vorlesungen, Fischer Studienausgabe Bd. 1 S. 47) beansprucht Freud über eine Reihe von Beweisen zu verfügen:
„Die Berechtigung, ein unbewusstes Seelisches anzunehmen und mit dieser Annahme wissenschaftlich zu arbeiten, wird uns von vielen Seiten bestritten. Wir können dagegen anführen, dass die Annahme des Unbewussten notwendig und legitim ist und dass wir für die Existenz des Unbewussten mehrfache Beweise besitzen.“ (S. Freud, Das Unbewusste, in: Psychologie des Unbewussten, Freud Studienausgabe Bd. III, S. 125)

Wie es sich mit deren Beweiskraft verhält, soll im folgenden überprüft werden. Beweisangebot Nr. 1: 2.1 Die Deduktion des Unbewussten aus einem Mangel des Bewusstseins:
"Alle diese bewussten Akte blieben zusammenhanglos und unverständlich, wenn wir den Anspruch festhalten wollen, dass wir auch alles durch Bewusstsein erfahren müssen, was an seelischen Akten in uns vorgeht, und ordnen sich in einen aufzeigbaren Zusammenhang ein, wenn wir die erschlossenen unbewussten Akte interpolieren. Gewinn an Sinn und Zusammenhang ist aber ein voll berechtigtes Motiv, das uns über die unmittelbare Erfahrung hinausführen darf."

(ebda S. 126)

Nun soll ja keineswegs bestritten werden, dass das Denken der Menschen vom Standpunkt des außenstehenden Beobachters vielfach als zusammenhangslos und unverständlich erscheint. Freuds 3-Instanzen-Lehre ist selber das beste Beispiel für solche Gedankenleistungen, die der Vorstellung von Konsistenz und Schlüssigkeit des Arguments geradezu Hohn sprechen. Willkürliche Gedankensprünge, irrationelle Verknüpfungen und Lücken im Argumentationszusammenhang sind nicht nur in im Reiche der bürgerlichen Sozialwissenschaft gang und gäbe., sondern kennzeichnen zugleich auch die Urteile des normalen Bürgers, die Spezies der Neurotiker und Psychotiker eingeschlossen. Nur: für den Inhaber der Gedanken haben diese sehr wohl einen inneren Zusammenhang, mag der Inhalt des Denkens und die Verknüpfung bestimmter Gedanken dem gesunden Menschenverstand auch noch so unverständlich, widersprüchlich oder gar widersinnig vorkommen. Der denkende Mensche einschließlich Freud selber erblickt in der objektivem Zusammenhanglosigkeit oder Lückenhaftigkeit seines Denkens deshalb in der Regel auch keinen Mangel und hat deshalb auch

keinen

Bedarf,

diesen

ihm

gar

nicht

bewussten

Mangel

durch

ergänzendeLückenfüllung beheben zu wollen. Ist dies ausnahmsweise einmal der Fall wie bei sogenannten Erinnerungslücken, hilft nur die Anstrengung des Gedächtnisses, und dieses Werk der Erinnerung, frühere Denkakte zu reaktivieren, ist immer noch eine Leistung des bewussten Denkens. Unterstellen wir aber einmal ein allgemeines Mängelbeseitigungsinteresse dieser Art, so mutet es leicht befremdlich an, ein inhaltliches Defizit des bewussten Denkens ausgerechnet durch die Ergänzung um Nichtdenkakte beheben zu wollen. Von daher drängt sich der Verdacht auf, dass das Bemühen, in das zusammenhanglose Denken einen Sinn hereinbringen und den in den Augen des psychologischen Beobachters nichtexistierenden Zusammenhang des Denkens durch den Rückgriff auf das Unbewusste zu stiften, allein dem Bedürfnis des Tiefenpsychologen entspringt, seine Erfindung auf das Seelenleben des Patienten zu projizieren. Dieser Verdacht bestätigt sich zugleich in Anschauung des Inhaltes der Kategorie des Unbewussten, der ihm von Freud zugeschrieben Funktionen und seiner Beziehung zum Bewusstsein:
„Sie (unbewusste seelische Vorgänge, Einfügung durch A. K.) können mit all den Kategorien beschrieben werden, die wir auf die bewussten Seelenakte anwenden, als Vorstellungen, Strebungen, Entschließungen u. dgl. Ja, von manchen dieser latenten Zustände müssen wir aussagen, sie unterscheiden sich von dem Bewussten eben nur durch den Wegfall des Bewusstseins." (ebda S. 127)

Überraschenderweise gibt es nämlich laut Freud gar keinen Unterschied hinsichtlich der Leistungen von Bewusstsein und Unbewusstem. Das Unbewusste ist und tut haargenau dasselbe wie das bewusste Denken, es stellt sich was vor, es will etwas und es trifft Entscheidungen, nur dass die Sache einmal bewusst und einmal unbewusst abläuft. Auf der Basis der Identität (der Leistungen) von Bewusstsein und Unbewussten entfällt aber jeder Grund für die Doppelexistenz dieser beiden. Bei angenommener Existenz des Unbewussten wäre das Bewusstsein gänzlich überflüssig. Denn warum sollten die Menschen noch bewusst denken, wenn es ohnehin in ihnen schon unbewusst denkt und der unbewusste Wille ihnen die Entscheidung abnimmt, was sie denken und wollen sollen? Umgekehrt würde die Existenz des Bewussteins ein Unbewusstes erübrigen.

Denn warum sollten sich Menschen mit Wille und Bewusstsein von ihrem Un- oder Unterbewusstsein kommandieren lassen, von dessen Befehlsgewalt sie überdies gar keine Kenntnis haben? Und schließlich würde ebendiese Eigenschaft des Unbewussten als dem Bewusstsein entzogene Instanz auch seine Entdeckung durch das Bewusstsein ausschließen und damit die Existenz der Freud´schen Lehre selber. Wenn die Qualität des Unbewussten nämlich gerade in seiner heimlichen Steuerung des Bewusstseins besteht, dann ist es dem Bewusstsein des Menschen verwehrt, das Wirken des Unbewussten wahrzunehmen, gleichgültig, ob es Seelenhaushalt handelt. sich um den eigenen oder einen fremden

Von daher beinhaltet die Anwendung der Theorie des

Unbewussten auf sich selber bereits ihre Selbstwiderlegung. Oder sollte heimlich und unbewusst bei Freud dessen Unbewusstes selber die Feder geführt haben, als er seine Erkenntnisse über einen Gegenstand, den sein Bewusstsein eigentlich gar nicht kennen kann, zu Papier brachte? Der aus der Doppelexistenz von Bewusstsein und Unbewusstem resultierende Widerspruch findet seine Fortsetzung in der Erklärung des Ursprunges des Unbewussten. Die Verdrängung, welche die verbotenen Regungen des ES in das Unbewusste abschiebt, soll nämlich nach Freud ein Gemeinschaftswerk beider sein:
"Die roheste Vorstellung von diesen Systemen ist. die für uns bequemste; es ist die räumliche Vorstellung. Wir setzen also das System des Unbewussten einem großen Vorraum gleich, indem sich die seelischen Regungen wie Einzelwesen tummeln. An diesem Vorraum schließt sich ein zweiter, engerer, einer Art Salon, in welchem noch das Bewusstsein verweilt, an. Aber an der Schwelle zwischen den beiden Räumlichkeiten waltet ein (bewusst unbewusster) Wächter seines Amtes, der die einzelnen Seelenregungen mustert, zensuriert und sie nicht in den Salon einlässt, wenn sie sein Missfallen erregen ... Wenn sich die Regungen im Vorraum bereits zur Schwelle ... vorgedrängt haben und vom Wächter zurückgedrängt worden sind, dann sind sie bewusstseinsunfähig: Wir heißen sie verdrängt." (Freud, Vorlesungen, Fischer Studienausgabe Bd. 1, S. 293).

Diese

im

„bewusst-unbewussten

Wächter“

verkörperte

doppelte

Urheberschaft

beinhaltet zum einen, dass das Unbewusste, dessen Existenz ja erst noch erklärt werden sollte, bei seiner eigenen Entstehung mitwirkt. Eine seltsame Erklärung, in deren Rahmen das zu Erklärende und die Erklärung (teil)identisch sind, die Erklärung das zu

Unter der Prämisse aber. Zum anderen soll das Unbewusste zugleich auch ein Produkt des Bewusstseins sein.2 Die Welt als Produkt verdrängter oder sublimierter sexueller Triebe Ebenso ein Akt reiner theoretischer Willkür wie die Deduktion der Kategorie des denen die Entstehung Unbewussten ist die Bestimmung des Stoffes. wenn man unbedingt Wille und Bewusstsein deren Eigenständigkeit bestreiten und das Dogma der lebenslangen Abhängigkeit des Willens vom ungewussten Wollen unter Beweis stellen will. der freilich wiederum dem Einwand der Zirkularität ausgesetzt wäre. Hatte Freud seinen Erklärungsanspruch zunächst auf die Entstehung neurotischer Störungen beschränkt. wissentliche Geschöpf des dem Bewusstsein ohne dessen Wissen den Inhalt 2. dass die Ausschließung unerlaubter Seelenregungen aus dem Bewusstsein eine Leistung des Bewusstseins selber wäre. neurotischer Störungen geschuldet sein soll. aus dem das Unbewusste bestehen soll: aus einem Bündel verdrängter tabuisierter Triebregungen.vom Wunsch mit der Mutter zu schlafen und den Vater als Nebenbuhler aus der Welt zu schaffen. In solche Denkwidersprüche verwickelt man sich eben. erfährt die Psychologie des Unbewussten später ihren Ausbau zu .und für welche Phänomene er die verdrängten Triebregungen verantwortlich machen will. über die sattsam bekannte Kastrationsangst bis hin zum Penisneid des Weibes . bliebe nur der untaugliche Wechsel auf die andere Seite des Widerspruchs. Wenn also das Bewusstsein als Vater des Unbewussten nicht in Frage kommt. was hier Freud alles unter dem Titel der frühkindlichen Sexualität den neuen Erdenbürgern als unehrenhafte Motive unterstellt . nämlich die Entstehung des Unbewussten als unbewusst ablaufenden Prozess dazustellen. Recht erstaunlich mutet es an. Dann wüsste nämlich erstens das Bewusstsein von der Existenz seines Abspaltungsproduktes und zweitens könnte das Bewusstseins nicht auch noch desselben bestimmen. könnte es das vom Bewusstsein abgetrennte Eigenleben des Unbewussten gar nicht geben.Erklärende bereits voraussetzt.

abgeschnitten wird. zielt im Grunde darauf. Recht..“ Vorlesungen Bd. K.. des Rechts. denn schon in der Kinderstube hört der Knabe. dass dem Juden etwas am Penis. 188 . 8. der Ethik und all die Formen der Staatlichkeit geschaffen hat. 1 S. Bd.: Von Religion. den Juden zu verachten. Ethik und Staat: „Ein drittes. dem Produkt der Analzone gebührte.“ Ebd. Dieselben sexuellen Regungen sind auch mit nicht zu unterschätzenden Beiträgen an den höchsten kulturellen. welcher wertvolle Stoff. dem Einzelnen die Bewältigung seines Ödipuskonfliktes zu ermöglichen und seine Libido aus ihren infantilen Bindungen in die endgültig gewünschten sozialen überzuleiten..) in der Behandlung des Geldes vorliegt. dass eine der wichtigsten Äußerungen der umgebildeten Erotik aus dieser Quelle (der Analerotik Einfügung A. jenes das die großen Institutionen der Religion. im Laufe des Lebens das psychische Interesse an sich gezogen hat. höchst ernsthaftes Stück der menschlichen Geistestätigkeit. 36 bis hin zum Geld: „Ebenso.“ 2 Kindheitsneurosen. S.und Geisteskrankheiten.“ über Kultur und Kunst „Triebregungen spielen eine ungemein große und bisher nie genug gewürdigte Rolle in der Verursachung der Nerven. und dies gibt ihm das Recht. künstlerischen und sozialen Schöpfungen des Menschengeistes beteiligt. 48 und den Antisemitismus „Der Kastrationskomplex ist die tiefste Wurzel des Antisemitismus. das ursprünglich dem Kot. S. welche die Totalität aller menschlichen Zwecke und Werke als Ausdruck nichtbewältigter unbewusster Konflikte der sexuellen Entwicklung des Menschen ableitet.einer Weltanschauung.

ist freilich Vorsicht angesagt. Reine Einbildung: Ob er dem Gelderwerb nachgeht.wie namentlich die Vertreter der Kritischen Psychologie .gehen die einschlägigen Vorbehalte gegenüber der Betonung der frühkindlicher Sexualität mit der gleichzeitigen positiven Wertschätzung der tiefenpsychologischen Zentralkategorien wie dem Unbewussten. Abwehr. seine eigenen selbstgesetzten Zwecke zu verfolgen. die immanenten Widersprüche der Freud´schen Theorie aufdecken zu können. der sein Material statt aus frühkindlichen Entwicklungsstörungen aus den gegenwärtigen Konflikten bezieht. der einerseits nur die abhängige Variable des Unbewussten sein soll. welchen libidinös-analen Triebregungen sich die Entstehung der Freud´schen Tiefenpsychologie verdankt. eine Staatsverfassung konzipiert oder eine Abhandlung zur Kritik der Psychologie verfasst. . Projektion und Identifikation etc.wird alles in der Welt auf verdrängte oder sublimierte Sexualregungen zurückgeführt. ist zugleich mit der sehr eigenständigen Regiefähigkeit begabt. Denn für die einen . letztendlicher Urheber aller seiner recht unterschiedlichen Aktivitäten ist ein und dieselbe Unterlassung: die unterbliebene Verwirklichung seiner sexuellen Triebimpulse. gehen auch der Majorität der zeitgenössischen Psychologie die libidinöse Monokausalität und die sexuellen Abstrusitäten aus der tiefenpsychologischen Hinterwelt ein wenig zu weit. Oder sollte Freud seine eigene Theorie von deren Universalerklärungsanspruch ausnehmen wollen? Weit davon entfernt. die unbewussten Triebregungen je nach Bedarf zu unterdrücken. der Verdrängung. Derselbe bewusste Wille. einher. ein Bild malt. die sich schwerpunktmäßig an der Bezweifelung der Erklärungskraft des Ödipuskomplexes und des weiblichen Penisneides festmacht. Da mag sich der Mensch noch so sehr einbilden. denen der Mensch in der realen Welt von heute ausgesetzt ist. zu verdrängen oder im Interesse ihrer Sozialverträglichkeit in eine ganze Welt von Ersatzhandlungen umzusteuern. Fragt sich nur. Bei der Beurteilung der allenthalben zu beobachtenden Distanzierung der Fachwelt von Freud. So wird im Rahmen der subjektwissenschaftlichen Reinterpretation psychoanalytischer Theorien das Freud´sche Spannungsverhältnis zwischen den unbewussten irrationalen Impulsen des ES und den verinnerlichten Normen und Schuldgefühlen des ÜBERICH durch einen inneren Konflikt ersetzt.

dazu näheres in Kapitel 6 dieser Abhandlung) Für die anderen bildet die Kritik am metapsychologisch-spekulativen Charakter der Freud´chen Theorie die willkommene Gelegenheit.und Nacheinander. ist eine nur unsystematische Beziehung auf die vorgestellten Gegenstände. 188207). U. wird die Existenz von Wille und Bewusstsein bestritten und sein Handeln auf dahinterliegende unbewusste Motive zurückgeführt.(So K. wo im Schlaf der Wille des Menschen zum logischen Verknüpfen nicht mehr wach ist. welche das Verhältnis von Traum und Wachzustand auf den Kopf stellt: Dort wo der Mensch zweckgerichtet handelt. Umgekehrt. Osterkamp. dort wo das zweckgerichtete Denken ausgeschaltet ist. Rassismus und das Unbewusste. was .3 Der Traum als Sitz des Unbewussten ist ein Werk des vorausgesetzten theoretischen Konstruktes der Aufspaltung des Willens in bewusste und unbewusste Willensakte. systematisiert wird. soll der eigentliche Wille am Werk sein. Ausgerechnet dort. Beweisangebot Nr. die bestimmte Art des zweckgerichteten Umgangs mit den Gegenständen findet im Traum nicht statt. ist der Traum umgekehrt die Abwesenheit des Willens. die Dinge in einen Zusammenhang zu bringen. S. da nun beginnt für die Psychoanalyse die genuine Leistung des unbewussten individuellen Willens. sie sich im Wege des Denkens anzueignen. 2: 2. ihren behavioristischen. Theoretische Zugänge und Abwehrformen psychologischer Analyse des Phänomens Rassismus/Fremdenfeindlichkeit. 26 ff. Holzkamp. Altennative zu entwicklungspsychologisch oder sonst wie gearteten Determinismus innerhalb der Konkurrenz der psychologischen Richtungen als theoretische propagieren. Deshalb sind die Vorstellungen im Traum ein chaotisches Neben. Die Psychoanalyse erblickt gerade in dieser Sorte willkürlich-zufälligere „Verknüpfungen“ eine bestimmte symbolische Systematik die Aufschluss darüber geben soll. S. Während Im wachen Zustand die chaotische Wahrnehmung der Realität durch den Willen. 1993. nur noch Restfunktionen des Verstandes tätig sind. zweckbestimmt zu handeln.

die mir im Traume erscheint“. entweder Abbild dessen. wovon auch die Redeweise. Hierbei handelt es sich um eine typische Fehlleistung der Verstandes der „moralischen bürgerlichen Subjektes“ beruhend auf dem Spannungsverhältnis zwischen zwei . Das ist das weite Feld der Traumdeutung. was ich bereits im wachen Zustande möchte oder willkürliche. Und bei der Rückerinnerung an das Geträumte im Wachzustand würde es manchem nicht im Traume einfallen. zufällige Verknüpfung von Gegenstand und Begehren. Weil das Denken der Leute als selbständiges bestritten wird. den Trauminhalt wahr machen zu wollen.Individuen in ihrem Handeln „eigentlich“ wollen. Der Freud´sche Versprecher besitzt einen ähnlich negativen Beweiswert für die Existenz des Unbewussten. der verzerrt. zusammenhangslos und unabsichtlich die bewussten Zusammenhänge wiedergibt. 3 2. Die angeführten Belege aus der Welt der Träume beweisen also gerade nicht die Existenz eines dem Bewusstsein entzogenen unbewussten Willens sondern umgekehrt die Alleinexistenz des bewussten Denkens und Wollens. wonach „der Gedanke mich sogar im Traum verfolgt “ Zeugnis ablegt. weil der Wille sie nicht zusammenfügt. Der Wunschtraum etwa eignet sich kaum als Beweismaterial für den unbewussten „eigentlichen“ Willen. Was hier stattfindet.4. Der im Traum gefundene Stein des Weisen wird nicht etwa wegen sondern trotz des Traumzustandes gefunden. Beweisangebot Nr. Die gewöhnlich aus dem Reich der Träume präsentierten empirischen Belege für die Existenz des Unbewussten streiten bei Licht betrachtet für das glatte Gegenteil. So ist die von den Comedian Harmonists besungene „Frau. ist der Traum für die Psychoanalyse von zentraler Bedeutung. ist der Ort des eigentlichen unbewussten Willens und damit zugleich ein Ausgangspunkt für die Therapierung des Willens per Bewusstwerdung des verdrängten Unbewussten. Nicht die Rationalität der willentlichen Leistung sondern die Irrationalität des Traumes. weil bei Tageslicht betrachtet die im Traum vielleicht begehrte Frau überhaupt nicht mehr begehrenswert erscheint. Im Traume verfolge ich weiterhin den Gedanken. ist die Fortsetzung des Denkens im Traum als Folge der Intensität der Beschäftigung mit einem Problem im wachen Zustand. der mich bereits am Tage beschäftigte.

setzt linke Kritiker ein wenig ins Unrecht. Mit der Verankerung der Anforderungen der Realität in der Psyche ist nämlich deren Geltung prinzipiell außer Frage gestellt und . was sich nicht gehört und was man auf keinen Fall öffentlich sagen darf. die der Freudschen Theorie eine unzureichende Berücksichtigung gesellschaftlicher Umstände vorwerfen. noch bevor der Mensch überhaupt Gelegenheit erhält. das plötzlich und aus heiterem Himmel in die Wirklicht des Bewusstsein tritt sondern die willentliche Kontrolle bezüglich des eigenen. dann macht sich nicht sein Unbewusstes geltend sondern sein real existierendes bewusstes Urteil. sich die Anforderungen der elterlichen und staatlichen Gewalt in Form eines Gewissens zu Gemüte zu führen und gute Gründe für seine Unterwerfung unter die gesellschaftlich gültigen Maßstäbe zu finden. Wenn unpassender Gelegenheit eine ausländerfeindliche Äußerung „herausrutscht“. ist aber zugleich nach wie vor im tiefsten Inneren seines Bewusstseins von der Wahrheit (ausländerfeindlichen) Auffassungen überzeugt. Was hier also versagt. ist nicht die Kontrolle des Ich über ein ihm unbekanntes geheimes ES. Derselbe Mensch. Die Verankerung derNormen und Werte der Gesellschaft im Seelenhaushalt. gesellschaftlich verpönten Bewusstseinsinhaltes. denen die Menschen in der bürgerlichen Gesellschaft unterliegen. 3. Es verhält sich genau umgekehrt. aber von ihm gar nicht geteilten gesellschaftlichen Anforderungen an die political correctness in Übereinstimmung zu bringen.gleichzeitig existierenden Willensinhalten. seine äußere Handlungsweise mit den vorgegebenen. Die spezielle ideologische Leistung der Freudschen Seelenlehre ist im Prinzip bereits im Rahmen der Kritik der vorurteilstheoretischen Erklärungen der Ausländerfeindlichkeit angesprochen worden. der den seiner diesbezüglichen ihm dann einmal bei gesellschaftlichen Anforderungen entsprechen will. beispielsweise ausländerfeindliche Sprüche von sich zu geben. Sie besteht in der radikalen Leugnung der realen gesellschaftlichen Schranken. das in Kollision gerät mit dem zugleich gefassten opportunistischen Z weck. Das moralische Subjekt hat sich einerseits die angesagten gesellschaftlichen Wertmaßstäbe angeeignet und weiß darum.

dass das Verhältnis von ES. Da sich solche Fragesteller in der Regel nicht mit der „abstrakt-theoretischen“ Auskunft zufrieden geben wollen. dem Betreten von Brücken etc. wollen wir uns im folgenden einmal näher mit den konkreten Leistungen befassen.jeder kritischen Befassung entzogen. beladen sich . Das tue aber der praktischen Tauglichkeit dieser Theorie im Rahmen der Psychotherapie keinen Abbruch. mehr. sei ja wohl nicht bestreitbar. ICHund ÜBERICH gestört. das nicht umsonst auch das Ideal der meditativen Übungen aller modernen Psychojünger bildet. dem anderen Geschlecht. weil er bei der Verfolgung seiner Interessen in der bürgerlichen Gesellschaft politökonomisch gesetzte Schranken stößt. die eigene unbewusste triebhafte Natur mit ihren unbescheidenen unrealistischen Bedürfnissen in den Griff zu bekommen und damit das innere seelische Gleichgewicht (wieder)zufinden. welche ihm dauernd auf Verzicht und Selbstbeherrschung aufnötigen. die der Mensch mit sich selber hat. dass die Theorie kaum haltbar sei. 4. Die realen Schranken der Bedürfnisbefriedigung sind nicht nur um die Ecke gebracht sondern sind umgekehrt als eine einzige Dienstleistung am Menschen. Die praktischen Leistungen der Psychoanalyse: Psychotherapie als fachlich angeleitete Selbstdomestizierung des funktionsgestörten Willens Nicht selten wird unserer Generalkritik der Freud´schen Tiefenpsychologie mit folgendem Einwand begegnet. sind damit in Probleme verwandelt. die eine Psychotherapie Menschen mit seelischen Schwierigkeiten zur Bewältigung derselben leiste. welche die Freudianische Psychoanalyse in ihrer praktischen Anwendung als Psychotherapie erbringt. das ICH zu schwach oder das ÜBERICH zu stark ausgeprägt ist u. die der Mensch hat. Die Hilfestellung. dgl. Alle Probleme sind auf psychische Funktionsstörungen zurückzuführen die darin bestehen. Es stimme zwar. der mit Schwierigkeiten im Umgang mit Berufkollegen. Die Probleme. dass im Rahmen eines Heilungsprozesses die Praktizierung einer falschen Erklärung des Leidens schlechterdings keinen positiven Nutzen für den Betroffenen zu stiften vermag. Unsere Frage lautet also: Was leistet die Psychotherapie oder wie hilft die Psychotherapie wem wozu? Die Beantwortung dieser Frage nimmt ihren Ausgang bei der Betrachtung der Bewusstseinsverfassung des Menschen. als Rettungsanker für den Willen legitimiert.

die der Betroffene über sich erteilt. Er hat von sich die Selbstdiagnose: ich bin ein Versager. ich bin (funktions)unfähig. der da beim Psychiater anklopft. Die Selbstauskunft. Diese Diagnose freilich beinhaltet ein generelles Desinteresse an den Maßstäben. was sie wollen. etwa gar eine Kritik der Konkurrenzgesellschaft selber sind bekanntlich nicht Gegenstand der Psychoanalyse. wonach der gute Glaube an sich selbst Berge versetzt und der eigene Wille und der Glaube an sich selber der Garant des Erfolges sind. wird der eigene Wille als Springpunkt von Schwierigkeiten mit sich selbst entdeckt. sondern grundsätzlich auf einem Defekt seines Willens beruht. welche die Gesellschaft an ihn stellt. Ganz unabhängig von allen wirklichen Zwängen der Gesellschaft.oder Familienlebens bzw. weil er die Prinzipien der Konkurrenzgesellschaft. folgendes Urteil über sich: ich kann nicht so wollen. die entweder die Menschen dazu bringen. besteht darin. bzw. Mit diesem psychologisch vorgebildeten Bewusstsein ist der Klient bei der Psychoanalyse natürlich an der genau richtigen Adresse. In zusammengefasster Form präsentiert der Mensch. Daher ist der Patient der Fan des Ideals von psychischer Stabilität.freiwillig auf die Couch des Psychotherapeuten begibt. Falsche Urteile über die Gesellschaft oder eine falsche Stellung des Subjektes zur Welt. die der Patient haben könnte. an denen er sich bewähren will. Was umgekehrt heißt. lauter Dinge zu tun. Woraus folgt. für das Normalste von der Welt hält. die sie aus freien Stücken niemals tun würden oder die sie hindern zu tun. den Ansprüchen des Berufs. Die Ansprüche. dass der individuelle Misserfolg seinen Grund niemals in den Zwängen der bürgerlichen Gesellschaft haben kann. weil ihnen die Mittel der Zweckverwirklichung fehlen. dass der Ursprung seiner Probleme in ihm selber und seiner verqueren Psyche zu suchen sei. Er richtet einen Versagensvorwurf an die Adresse des werten Selbst. denen der Mensch da genügen will. erschienen ihm vielmehr als persönliche Forderung seines Willens. den Anforderungen der normalen staatsbürger-lichen Existenz nicht genügen zu können. wie ich eigentlich gerne wollen möchte. dass die Ursachen des Misserfolges in seinem seelischen Willensvoraussetzungen gesucht werden müssen. Sondern diese bedient das Bedürfnis des Klienten nach Wiederherstellung seiner Funktionstüchtigkeit mit dem Angebot einer Erklärung . der Vorstellung. Die Psychoanalyse bezweckt ja bekanntlich keine Korrektur von fehlerhaften Urteilen.

1 5. Und mit diesem Bedürfnis nach der Intervention einer äußeren Macht. 416) Das im Gestus der Ohnmacht verfasste Ideal einer wirksamen Therapie erinnert nicht von ungefähr an das Verfahren der Teufelsaustreibung. um die es beim Ringen des Psychiaters mit seinem leidgeplagten Patienten geht. Dann braucht es einen Psychoexperten. Man kann nicht im Beruf. das ginge ganz einfach. Die Therapie befreit den Patienten von seinem inneren Dämon durch das Eingreifen eines Mächtigen. der zwecks Instandsetzung der Willensvoraussetzungen die Aufhebung dieser inneren seelischen Blockaden vornimmt. Die gute Macht des Therapeuten ringt mit einer schlechten Macht. wir brauchten nur dies Unbewusste erraten und es ihm vorsagen." (Freud. verleiht: „Was müssen wir also tun. Die „Heilung“ beruht nämlich auf einem geistigen Gewaltakt. aber es müsste eine Therapie sein. das wohltätige Eingreifen eines Mächtigen.Da wären freilich Handhaben genug für eine wirksame Therapie. die sich der Kenntnis des Patienten und damit der eigenen willentlichen Beeinflussung entziehen. Der Sieg des Therapeuten in diesem Machtkampf ist gleichzeitig die Befreiung des Patienten von seinem Leiden. Vorlesungen. die der Analytiker nach allen Regeln der einschlägigen Interpretationskunst dem neurotische Fehlverhalten als Folge von unbewussten Kindheitskonflikten." . nicht mit den Fahrstühlen. wie sie nach der Wiener Volkssage Kaiser Joseph geübt hat. Mit dieser Vorstellung der Psychotherapie als eines Machtkampfes liegt Freud gar nicht einmal so weit neben der Sache.. um das Unbewusste bei unseren Patienten durch Bewusstes zu ersetzen? Wir haben einmal gemeint. der durch seine wohltätigen Gewalt eine verhinderte Entwicklung in Gang setzt und verklemmte Triebe freisetzt. vor dessen Willen Menschen sich beugen und Schwierigkeiten verschwinden.seiner Probleme mit sich selbst aus inneren Zwängen. Aber wer sind wir. nicht mit den Frauen oder den Spinnen. die den neurotischen Patienten quält. um den Seelenhaushalt des Patienten und seine ordnungsgemäße Abwicklung. an dessen erfolgreichem Ende die Übernahme der Deutungen des Psychiaters durch den Patienten steht. Fischer Studienausgabe Bd. die den Menschen von seinen seelischen Drangsalen befreit. verdrängten sexuellen Wünschen etc.. Die Psychotherapie formuliert nämlich ihr berufliches Selbstverständnis in eben dieser Weise .. ist man auf der Couch von Herrn Freud am richtigen Platz. weil man durch ein inneres Hindernis blockiert ist. die ihren Ursprung in unbewältigten unbewussten seelischen Konflikten haben.

dass die monopolistische Deutungshoheit des Therapeuten vom Patienten anerkannt wird. S. desto mehr gibt er mit seinem Widerstand der Deutung seines Analytikers Recht: „Der Patient kann in seinem Bestreben nach Opposition um jeden Preis völlig das Bild eines affektiv Schwachsinnigen ergeben. sie ist Handlanger seiner affektiven Einstellungen und wird von seinem Widerstand dirigiert. um die Übertragung seiner Deutungen auf den Patienten zu gewährleisten. Im Rahmen des Deutungsverfahrens fungieren entsprechend dem Prinzip der freien zielgerichteten Willkür alle Äußerungen des Patienten als Beweismaterial für die Existenz eines inneren. als Beleg für das Gegenteil zu interpretieren..Wenn der Arzt sein Wissen durch die Mitteilung auf den Kranken überträgt. Der Patient kann zu den buchstäblich an den Haaren herbeigezogenen Deutungen des Analytikers sagen. wie sie nur durch eine psychische Arbeit mit bestimmtem Ziel hervorgerufen werden kann. Freud. Die Fahrstuhlangst beispielsweise ist Symptom für Kommunikations. Vorlesungen. Er mag vehement in Abrede stellen. Seine Kritik ist also keine selbständige. 291) .. woran er am wenigsten glauben kann. so hat er damit fast . den die angebotenen Erklärungen der Genese der Neurose dem Verstande bereiten. Entsprechend dem Zweck der Veranstaltung sind dabei die verbliebenen Restbestände vernünftiger Verstandestätigkeit beim Patienten systematisch zu ignorieren bzw. Dasselbe Phänomen der Fahrstuhlangst kann aber bei Bedarf auch als Symptom für das Gegenteil. Je mehr er die offensichtliche Irrationalität des vom Psychotherapeuten erschlossenen Grundes seiner Neurose zu bezweifeln oder gar zu bestreiten wagt. 280) Die Verankerung des Glaubens an die Deutungen des Analytikers im Patienten ist angesichts der inhaltlichen Zumutungen.(S. 1.Geht der Patient in die Falle und nennt das.." (Ebda. die kunstvoll vom Therapeuten aufgebaut wird. Sein Erfolg ist davon abhängig. Das Wissen muss auf einer inneren Veränderung im Kranken beruhen. mit seiner Mutter sexuelle Kontakte zu pflegen und seinen Vater als unliebsamen Konkurrenten auszuschalten. ein nicht ganz einfaches Geschäft. so hat dies keinen Erfolg. S. als solche zu respektierende Funktion. Fischer Studienausgabe Bd. 420) . jemals den Wunsch verspürt zu haben. nämlich Trennungsangst gedeutet werden. 5. was er will. Die willentliche Unterordnung des Willen des Patienten unter den Willen des Therapeuten ist dementsprechend die Funktion der „basalen Beziehung“.oder Bindungsangst.. auf unbewältigten Kindheitskonflikten beruhenden Defektes.“ (Ebda.

Denn für diese besteht nun mehr kein Grund mehr. in meine Mutter (Symbol für abgeschlossenen Raum) einzudringen. mit einen Worte: sie ersetzt die Verdrängung durch die Verurteilung.oder Analphase angeschlossen.“ . Das Wissen um den tieferen Grund der Neurose produziert zugleich die Möglichkeit und Notwendigkeit damit aufzuhören." (S. indem das Verdrängte. S. dass ich in meiner Kindheit einmal das Gelüst hatte. Mit dem Auffinden des Grundes für die heutige psychische Störung im unbewussten Kindheitskonflikt. aber sie erreicht diesen Erfolg auf anderem Wege. ist die erste Etappe des Heilungsprozesses absolviert. ersetzt den Prozess der Verdrängung.. wo diese Angst herkommt.und zielvolle Bewältigung mit Hilfe der höchsten seelischen Instanzen. Freud. weil ich weiß. Zwei Kindheitsneurosen. das Verdrängte zur Kenntnis zu nehmen. Und weil ich das weiß. der ein automatischer und exzessiver ist. 120) Diese Heilungslogik Räumen) wie folgt: buchstabiert sich am Beispiel der Agoraphobie (Angst vor Der Patient redet sich die Grundlosigkeit seiner nach wie vor bestehenden Angst wie folgt ein: „Ich muss keine Raumangst mehr haben. Die Feststellung einer quasiorganischen Notwendigkeit der Neurose infolge unbewusster seelischer Konflikte beinhaltet gemäss der tiefenpsychologischen Logik zugleich die praktische Lösung des Problems. 373) Ist das Werk vollbracht und hat sich der Patient der Deutung des Analytikers hinsichtlich des Ursprunges seiner aktuellen seelischen Schwierigkeiten aus unbewältigten Konflikten der Oral. die damals unterdrückt wurden. bleiben die Unterdrückten." (S. muss ich mich nicht länger mit meiner Agoraphobie quälen. . daran auch zukünftig festzuhalten. das ich in mein Unbewusstes abgeschoben habe. durch maß. Freud Studienausgabe Bd. ist nämlich zugleich die Grundlosigkeit postuliert. die Triebe. Psychologie des Unbewussten. Freud. die verbotenen Wünsche der Befriedigung zugeführt werden. III. Wie geht das? Nicht etwa.immer das Richtige zugestanden. Für dieses verbotene Verlangen.Die Analyse macht den Erfolg der Verdrängung nicht rückgängig. sondern indem das Verdrängte und Verbotene vom Patienten verurteilt wird. habe ich mich selber unbewusst durch einen Kastrationskomplex (das Vermeiden des Eindringens in abgeschlossene Räume) bestraft. Sie hat nämlich ihre Ursache darin. S. Die Verneinung ist eine Art.

wem. Die im Ausgangspunkt durchaus rationell anmutende Fragestellung der Autoren der Frankfurter Schule war darauf gerichtet. Mutter oder Pimpf der Hitlerjugend etc. Der Erfolg der Therapie besteht also darin. seinen gestörten Willen dergestalt domestiziert. dass er sich die Grundlosigkeit seines neurotischen Verhaltens vorsagt. warum die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung sich als Lohnarbeiter oder Soldat.Was freilich nicht unbedingt die zwangsläufige Konsequenz nach sich zieht. indem der Patient sich mit den falschen psychoanalytischen Deutungen derselben im Zaum hält und sich so selber seine Funktionsfähigkeit aufzwingt. an denen er im Leben gescheitert ist. dem Patienten zum Ertragen von Situationen verholfen zu haben. Kapitel 4: Die Kritische Theorie des Subjekts: Ein Produkt des Frankfurter Psychomarxismus 1. obwohl es dafür doch nun wirklich keine guten Gründe gibt. wie und wozu die konsequente praktische Anwendung einer falschen Theorie namens Psychoanalyse verhilft. Das Untersuchungsprogramm hat seinen Ausgangspunkt in der Unzufriedenheit. indem er sich selbst gemäß den irrationellen Deutungen seiner Leidenssymptome durch die Psychoanalyse selbst therapiert. Auf jeden Fall ist der Heilungserfolg äußerst merkwürdiger Art. dass der Patient dementsprechend auch verfährt. der gestörte Wille besteht fort. verfestigt sich. eine Erklärung dafür finden zu wollen. Die Angst. Die Vertreter der Kritischen Theorie haben nämlich die politökonomische . freiwillig in den Dienst der ökonomischen und politischen Zwecke des Faschismus gestellt hat.Das Untersuchungsprogramm: Auf der Suche nach dem verloren gegangenen subjektiven Faktor Bis auf den heutigen Tag erfreuen sich in Kreisen progressiver Sozialwissenschaftler und Pädagogen die Forschungsberichte der Frankfurter Schule über den sogenannten „autoritären Charakter“ großer Beliebtheit. Womit sich die eingangs aufgeworfene Fragestellung beantwortet haben dürfte. den ein von den Autoren als deterministisch fehl verstandener Marxismus auf diese Frage zu geben scheint.

ist von einer höchst eigenartigen Beschaffenheit. Vielmehr halten die Autoren die gesellschaftlichen Zwangsläufigkeit Verhältnisse das des Kapitalismus. Und gegenüber dieser Auffassung haben sie im Prinzip zu Recht eingewandt. „wo kommt das faschistische Bewusstsein des Bürgers dann her?“ halten sie vielmehr Ausschau nach alternativen tieferen Gründen für die Notwendigkeit des faschistischen Untertanenbewusstseins und finden diese in den Abgründen des . missverstanden als Zwangsläufigkeit der freiwilligen Unterwerfung der Betroffenen unter diese Zwänge. sei es angezeigt. findet bei Adorno und seinen Mitstreitern jedoch gerade nicht statt. die Erklärung der Sachzwänge. s. nur weil diese für nicht mit Mitmacherbewusstsein produzieren. Sie haben den Satz „Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewusstsein“ so aufgefasst. Gemäß der falschen Logik. Die Art und Weise freilich. welche Berührungspunkte der faschistische mit dem demokratischen Untertanen-Nationalismus aufweist u. als würden die ökonomischen Verhältnisse automatisch als Resultat ihres Wirkens das entsprechende Untertanenbewusstsein hervorbringen. Denn vernünftigerweise würde die Frage nach den Gründen des Mitmachertums der Untertanen ihre Antwort in einer näheren Befassung mit den privaten und politischen Willensäußerungen sowie den Taten der Betroffenen suchen. gleich gänzlich unmaßgeblich für dessen Erklärung. wie das Subjekt und dessen Bewusstsein im Rahmen des Erklärungsangebotes der Frankfurter Schule vorkommen. Recht und Geld gesetzt ist. Aus der Untersuchung des Bewusstseins der Menschen im Faschismus würde man erschließen. in die man durch Eigentum. wenn es die Ökonomie nicht sein kann. welche Vorteile als Teilnehmer des Arbeitsdienstes. dieses Versäumnis durch die Berücksichtigung des sogenannten subjektiven Faktors zu beheben. w. die den Gegenstand der politischen Urteile der Menschen bilden. Weil die Bildung des Untertanenbewusstseins als Eigenleistung der Subjekte vom ökonomistischdeterministischen Marxismus negiert werde. Eine derartige Beschäftigung mit dem Inhalt des Denkens und Handeln der Subjekte und den gesellschaftlichen Verhältnissen. dass bei der Bildung des (Untertanen)bewusstseins das Subjekt doch selber eine tragende Rolle spielen müsse. welchen Nutzen sie sich gegebenenfalls als Teilhaber an den Erfolgen des dritten Reiches versprochen haben.Erklärung des Kapitalismus. worin deren Beweggründe als Mitmacher des faschistischen Herrschaftssystems bestanden haben.

Durch das Über-Ich wird die äußere Gewalt transformiert und zwar. Andererseits aber ist es klar. sie würde die Qualität der Arbeitsleistung der nur aus äußerer Furcht Gehorchenden . würde einen Apparat erfordern. wie es möglich ist. die es in sich selbst aufgerichtet hat. Untertänigkeit als tiefenpsychologisches Naturgesetz des Willens Die Notwendigkeit. ihre Erfolgskriterien und ihre Herrschaftsmittel und auf der anderen Seite die Stellung der Untertanen innerhalb des Herrschaftssystems.. die nur auf der Angst vor realen Zwangsmitteln beruhte. dessen Größe auf die Dauer zu kostspielig wäre. dies nicht nur aus Angst vor der physischen Gewalt und den physischen Zwangsmitteln geschieht.lähmen. eine rationelle Antwort auf die Frage finden zu können. Die äußere. Die Autoritäten als die Vertreter der äußeren Gewalt werden verinnerlicht. sondern dass. indem sie aus einer äußeren in eine innere Gewalt verwandelt wird. dass. sich zur Erklärung der Rolle der Untertanen nicht deren Bewusstsein sondern ihrer Psychostruktur zuzuwenden. sie doch in der Seele des Einzelnen ihre Qualität verändern muss.“ Nicht die kapitalistische Ökonomie sondern die menschliche Triebstruktur sei der entscheidende Faktor... wie uns das die Geschichte zeigt. in den jeweils für eine Gesellschaft maßgebende Autoritäten verkörperte Gewalt und Macht ist ein unerlässlicher Bestandteil für das Zustandekommen der Fügsamkeit und Unterwerfung der Masse unter diese Autorität. Die hierbei entstehende Schwierigkeit wird teilweise durch die Über-Ich-Bildung gelöst.. die Art ihrer Abhängigkeit von der Herrschaftsgewalt und insbesondere ihre Berechnungen und Kalkulationen im Umgang mit der Herrschaft . 1. indem man auf der einen Seite die Zwecke und Ziele der Herrschaft. und das Individuum handelt ihren Geboten und Verboten entsprechend nun nicht mehr allein aus Furcht vor äußeren Strafen. dass die in einer Gesellschaft herrschende Gewalt tatsächlich so wirkungsvoll ist. Gesamtausgabe Bd. der den Willen zum Mitmachen beim faschistischen Untertanen erzeuge. aus welchen Gründen die überwältigende Mehrheit der Deutschen Parteigänger des faschistischen Regimes gewesen ist. Denn diese Frage lässt sich vernünftiger-weise nur beantworten. wird von Erich Fromm wie folgt dargelegt: „Seine (Freuds) Theorie liefert einen wichtigen Beitrag zur Beantwortung der Frage. Es ergibt sich. wenn sich die Masse den Anforderungen und Verboten der Autoritäten fügt.Seelenlebens: dem „autoritären Charakter.. deren Argumentationsgang im folgenden im Einzelnen nachgezeichnet werden soll. Eine Fügsamkeit.. 1980 S. lautet die zentrale Botschaft der kritischen Theorie. 2. sondern aus Furcht vor der psychischen Instanz. wenn die äußere Gewalt die Gefügigkeit der Masse bedingt." (Fromm. dass dieser äußere Zwang nicht nur als solcher direkt wirkt. 146) Die Ausgangsfragestellung selber nach der Möglichkeit der Existenz einer wirkungsvollen Herrschaftsgewalt stellt bereits eine systematische Verhinderung dar.

als positive Bedingung für ihre eigenen Zwecke begreifen und sich deswegen erfolgreich für die herrschaftlichen Zwecke mobilisieren lassen. Dass die ökonomische und politische Herrschaft im (faschistischen) Kapitalismus nicht allein auf dem Prinzip von Befehl und Gehorsam gründet. ihre Unterwerfung unter die Obrigkeit zu organisieren. der sie unterliegen. für die sie aufgrund der ihr zur Verfügung stehenden Herrschaftsmittel ihre Untertanen einspannt. Wenn sie ihren Lebensunterhalt bestreiten wollen. um die es geht: Aneignung fremder Arbeit und staatliche Machtentfaltung. was die Herrschaft befiehlt. die die staatliche Herrschaft. Sie sind nämlich dem Sachzwang des Eigentums ausgeliefert. das maßgeblich auch auf Willen und Bewusstsein der Bürger beruht. kann sich deswegen unmöglich das besondere Wesen der faschistischen Herrschaft und deren Verhältnis zu ihren Untertanen ergeben. die für die Sklavenhaltergesellschaft. Das würde nicht funktionieren. . Gehorsam bei ihren Untertanen zu erzeugen. dass hinter jedem Bürger ein Polizist steht. Die Lohnarbeiter werden hierzulande ja nicht mit der Peitsche in die Fabrik getrieben. den Feudalismus und den Faschismus gleichermaßen zutrifft. als daraus zu folgern. Aus der allgemeinen Bestimmung jedweden Herrschaftsverhältnisses als Herr-Knecht-Beziehung. dass organisierte stumme für die praktische Fügsamkeit der Massen der staatlich Zwang der ökonomischen Verhältnisse eines Erpressungsverhältnisses namens kapitalistischem Eigentum verantwortlich sein könnte. In der Totalabstraktion einer Herrschaft als solcher sind jedoch alle diese Bestimmungen ausgeblendet. Und damit hat Fromm durchaus Recht. All dies weiß Fromm im Prinzip auch. die das Wesen der jeweiligen Herrschaft ausmachen. Nur liegt ihm nichts ferner. Der Kapitalismus beruht nicht einfach auf dem Gewaltmonopol des Staates und der damit abgesicherten Rechtsordnung. sie gehen freiwillig dorthin. Der Zweck einer Herrschaft besteht jedoch nicht darin. wie umgekehrt die Tätigkeit Untertanen nicht darin besteht. ist auch Fromm durchaus nicht unbekannt. Er beruht nicht einfach darauf.betrachtet. Er kennt sogar ansatzweise die herrschaftliche Zwecke. Sondern jeder Herrschaft geht es immer um die Verwirklichung ihrer Herrschaftszwecke. wieso die Untertanen immer das tun. dann müssen sie für fremde Zwecke arbeiten wollen. Seine negative Antwort lautet. Wie umgekehrt in der Kategorie des Untertanen nur das abstrakt-formelle Moment seiner Herrschaftsunterworfenheit festgehalten ist. dass dies unmöglich allein das Werk äußeren Zwanges von Seiten der Herrschaft sein könne. Dies lässt die Antwort auf seine falsche Eingangsfrage erkennen.

unter vollständiger Eliminierung der Kalkulationen und Berechnungen von Untertanen.so fragt man sich . die Fromm für dieses Rätsel parat hat. Fromm zieht es stattdessen vor. die bekanntlich allein mit dem äußeren Zwang nicht hinzukriegen wäre. die sich als Lohnarbeiter. weil ohne sie Herrschaft nicht ginge. dass die äußere Gewalt als innerlicher Zwang im Untertanen verankert sein müsse. den Sozialstaat etc als Mittel ihrer individuellen Wohlfahrt begreifen zu . das sich die Anforderungen der Gewalt. die ihnen völlig äußerlich und Furcht erregend gegenüber tritt. schließen zu wollen. aus dem unstreitigen Sachverhalt. dass sie aus der Alternativlosigkeit der ihnen aufgeherrschten politökonomischen Lage den Schluss ziehen. Diese Deduktion der Verinnerlichung der Gewalt aus den Erfordernissen der Herrschaft selber ist freilich mit einem weiteren Konstruktionswiderspruch behaftet. den ihnen vorgegebenen Lebensverhältnissen anpassen. die der Bürger jetzt in sich selber aufgerichtet hat. verinnerlichen wollen? Warum sollten sie die Furcht vor einer äußeren Gewalt um eine innere Gewalt ergänzen wollen. das Geld. Die Quintessenz dieser Erklärung besteht darin. auf das sich die Untertanen mit Willen und Bewusstsein so beziehen. In dieser Kategorie der „Verinnerlichung“ kommen aber bezeichnenderweise die Gedankenleistungen des Individuums.sollten die Leute die Ge. Die „Verinnerlichung“ ist keine gedankliche Eigenleistung des (falschen) Bewusstseins des Untertanen sondern Konsequenz einer funktionalistischen Ableitung aus den Notwendigkeit einer funktionierenden Herrschaft: die Verinnerlichung muss sein. Warum jedoch . Steuerzahler usw.Eines mittels des Geldes und des Eigentums eingerichteten Erpressungsverhältnisses. vor der sie sich genauso fürchten müssen? Die Lösung. der es unterlegen ist. die ihnen vorgegebenen wollen. der darauf beruht. zu Eigen macht. die Lohnarbeit. Es ist die Leistung des ÜBERICH. stammt aus dem geistigen Arsenal der Freud´schen Tiefenpsychologie. dass die äußere Gewalt nicht ausreicht. überhaupt nicht vor.und Verbote einer Gewalt. die Furcht vor der Herrschaft umzuwandeln in die Furcht vor der inneren psychischen Instanz. dass die Verankerung im Untertanen einen Transformationsakt desselben voraussetzt. das Mitmachertum der Bürger zu erklären durch die haltlose Annahme eines psychischen Einrichtungen der Gesellschaft. die Dienstbarkeit des Bürger herzustellen.

lässt sich doch die Handlungsweise der Menschen in einem gegebenen Zeitpunkt nicht allein durch ökonomische Vorgänge erklären. finden wir auch bei Horkheimer. Vielmehr reagieren die einzelnen Gruppen jeweils auf Grund des typischen Charakters ihrer Mitglieder. Weil die Eigenschaft von ökonomischen Vorgängen darin bestehe. die der faschistischen Herrschaft Widerstand geleistet haben. 284) Den Abschied von der Befassung mit der politökonomischen Wirklichkeit der Gesellschaft und dem Bewusstsein ihrer untertänigen Mitglieder leitet Horkheimer ein mit einer gänzlichen haltlosen Qualitätsbestimmung der Ökonomie. Kritische Theorie Bd. Mit diesem inneren. dass sich bei Existenz von Herrschaft Untertänigkeit quasi automatisch einstellt. passen nicht so ganz ins Bild. Nur die Gegner.“ (Horkheimer. .. von kurzer Dauer zu sein. Ausgerechnet die ehernen Gesetzmäßigkeiten der kapitalistischen .. warum sie zusammenhält oder in Auflösung begriffen ist. wie sich ihr Charakter im Zusammenhang mit allen kulturellen Bildungsmächten der Zeit gestaltet hat. der dafür sorgt. Eine andere Spielart der Beweisführung. Zum Verständnis des Problems. die sich im unmittelbar vorhergehenden Augenblick abgespielt haben.Automatismus im inneren des Menschen. Der subjektive Faktor. Dieser Charakter geht aus der Einwirkung der gesamten gesellschaftlichen Einrichtungen hervor. 1 1968. löst sich auf in die Erfindung einer psychischen Instanz. die dem Herrschaft Subjekt die Unterwerfungsarbeit unter die ökonomische und politische passt das Subjekt dann glänzend zu jeder abnimmt. welche ihre Disqualifizierung als Erklärungsinstrument begründen soll. Sollten diese etwa mit einem defekten Überich ausgestattet sein? Und das gleiche dürfte wohl auch für die Männer der Wissenschaft gelten. die für jede soziale Schicht in eigentümlicher Weise funktionieren.. der sich ebenso sehr im Zusammenhang mit der früheren wie mit der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung gebildet hat. seiner willentlichen Kontrolle entzogenen Kontrollapparat Herrschaft. das Wissen darum. welche die Existenz des autoritären Charakters als psychischer Konstante herausgefunden haben wollen. aus der vorgeblichen Untauglichkeit der kapitalistischen Ökonomie zur Erklärung des Mitmachertums auf die psychische Untertanennatur des Menschen folgern zu wollen. S. warum eine Gesellschaft in einer bestimmten Weise funktioniert. der dabei ganz ohne den Rückgriff auf Freud auskommt: "so. könnten ökonomische Vorgänge nicht das bestimmende Moment der Bewusstseinsbildung des Untertanen sein.. gehört daher die Erkenntnis der jeweiligen psychischen Verfassung der Menschen in den verschiedenen sozialen Gruppen. mit dem die Kritische Theorie den vorgeblichen ökonomischen Determinismus des Marxismus überwinden will.

die aufgrund ihrer charakterlichen Dispositionen oder der Verfassung ihrer Psyche den Anforderungen ihrer Herrschaft passgenau genügen. Wobei die Bildung der sozialen Gruppen wohl ein Vorgang zu sein scheint. die abhängige Arbeit. wenn es Herrschaft gibt. der dafür sorgt. weil einen sein untertäniger Lohnarbeitercharakter Beweisverfahren für diese Konstruktion Leute wird zurück geschlossen auf so handeln lässt. um zu einer Determinante zu kommen. Nähere Bestimmungen zur Funktionsweise des inneren Apparates. die Leistung ist die gleiche: die Konstruktion eines Entsprechungsverhältnisses zwischen Herrschaft und Beherrschten. Der Gedanke an dieser Gruppenzugehörigkeit einmal durchgespielt. die das Leben des Menschen von der Wiege bis zur Bahre regieren. dass sich Untertänigkeit einstellt. Wie auch sonst. . liefert wiederum Fromm: "Das Entscheidende am Verhältnis des Ichs zum Über-Ich wie des Individuums zu den Autoritäten ist sein emotionaler Charakter. der mit der Ökonomie nichts zu tun hat. Das ist der Charakter. Und diese Anlage zur Untertänigkeit beweist sich wiederum mit ihrer praktischen Betätigung. weil man auf den Lohn angewiesen ist. Und was für einen Charakter man hat. Der ist nämlich im Gegensatz zur Ökonomie fest und schon lange ausgebildet. die im Unterschied zur Ökonomie Dauer und Festigkeit verbürgt. Das einer charakterlichen Disposition zur die Existenz einer entsprechenden Zum Untertänigkeit ist ebenso simpel wie zirkulär: Aus der praktischen Botmäßigkeit der Gruppendisposition. welches das Denken und Handeln der Leute nicht berührt? Auch diese Bestimmung hat wie alle diese Nonsenskategorien im Rahmen der Psychologik wiederum durchaus System. Nein: Man geht in die Fabrik oder ins Büro. lautet wie folgt: Gehört man zur Gruppe der Lohnarbeiter. Ob mit Berufung auf Freud oder ohne. das Geld.Ökonomie. der Lohn. entscheidet sich nach Gruppenzugehörigkeit. Die negative Haltbarkeitsdauer und damit mangelnde Bestimmungskraft der Ökonomie bildet die Eselbrücke. Lohnarbeiter wird man halt geboren. ein bloßes flüchtiges Blitzlicht. dann geht man nicht etwa deswegen täglich arbeiten. Der Mensch will sich vom Über-Ich sowohl wie von der Autorität geliebt fühlen.

Diese Lovestory zwischen Herrschaft und Untertanen beinhaltet gegenüber der ursprünglichen Deduktion des Untertanencharakters aus den (unbewussten) Irrungen und Wirrungen der menschlichen Seele einen gewissen Fortschritt. der berechnet. dann braucht man es nicht zu hassen. und sozial von seinem eigentlichen Objekt abgelenkt. womit dann glücklich der liebevolle Einklang zwischen Herrschaft und Beherrschten hergestellt ist.Feindschaft. die gesellschaftlich unzulässigen. Antisemitismus ein Beitrag zur Psychohygiene? Den nicht zu überbietenden Höhepunkt der Begründung der seelenhaushälterischen Funktionalität der Herrschaft bzw. kommt nun als zusätzliche Bestimmung ins Spiel. unterdrücken kann. dass sie den Menschen Gelegenheit gibt. Und warum leistet der Mensch nach Fromm diese Unterdrückungsarbeit? Weil er von der Autorität. die .. dadurch . 156) Das kategoriale Material der Argumentation ist klassisch freudianisch. aus Furcht vor der Autorität War die gespeister Unterwerfungsakt des Individuums gefasst. Einerseits ist das Subjekt bloßes Objekt des ES. geliebt werden möchte. Mit Hilfe dieser emotionellen Kräfte gelingt es ihm. was einen zu schaffen macht. Botmäßigkeit zunächst als reiner. das ES und das ICH. die er fürchtet und gegen die er eigentlich aufbegehren will. wie er die gefährlichen Neigungen gegen die Autoritäten. sich als Untertanen zu betätigen. braucht ein Ersatzobjekt. 1980 S. beziehungsweise gefährlichen Impulse und Wünsche zu unterdrücken." (Fromm. Spielball emotionaler Kräfte und Triebe. 3.. wenn er einem Über-Ich oder seinen Autoritäten. mit denen er sich identifiziert. der sich aus den Notwendigkeiten der Herrschaft ergab. anderseits jedoch zugleich ein absolut rationeller Durchblickertyp. Die Herrschaft befriedigt dadurch. dass die hingebungsvolle Unterordnung unter die Herrschaft zugleich den tiefsten Bedürfnissen der Menschenseele entspricht Das Entsprechungsverhältnis zwischen Herrschaft und Untertan wird ergänzt durch ein seelisches Dienstverhältnis der Herrschaft am Untertanen.zum großen Teil unbewusste . Er identifiziert sich deswegen mit der Autorität und kann dann sich selber lieben.fürchtet ihre Feindschaft und befriedigt seine Selbstliebe. im Individuum verursacht durch Triebverzicht und Repression. wohlgefällt. Die Devise lautet also: Einfach lieben. Gesamtausgabe Bd. der aktiven Beteiligung der Untertanen an der Durchsetzung des faschistischen Herrschaftsprogramms bildet die AntisemitismusErklärung durch Adorno: „. Zwei widersprüchliche Seelen ach wohnen in der Brust des untertänigen Individuums. die in ihm verankert sind. zugleich auch deren psychische Notdurft.

von der das Subjekt gar nichts weiß und die sich zugleich erst noch einen Gegner samt Grund der Feindschaft zulegen muss. dass Juden sich unbedingt Hass zuziehen müssen. dann aber gibt es keine Unterscheidung zwischen eigentlichen Aggressionsobjekten und Ersatzobjekten.gewinnt sie für das Subjekt einen realistischen Aspekt. Studien zum autoritären Charakter. d. Fortsetzungswiderspruch 1: Voraussetzt es gäbe so einen Trieb. Ein inhaltsloser aggressiver Trieb auf dem Weg nach Grund und Gegner.. dass ihrem nationalistischem Bewusstsein die faschistische Judenhetze eingeleuchtet hat.." Adorno. dass der im Volk verbreitete Judenhass darauf zurückführen ist. radikaleren Äußerungen des mangelnden Kontaktes mit der Realität.h. weil andernfalls eine psychotische Störung droht . der durch mangelnden Realitätsbezug gekennzeichnet sein soll. wie sollte sich dieser umlenken lassen? Das widerspräche dem Wesen eines Triebes. Hauptsache gegen jemand. einer Psychose ausweichen muss. ausgerechnet auf den Juden als Feind kommen? Die nahe liegende Erklärung. Es genügt. dass sie diese Funktion im psychischen Haushalt vieler Individuen erfüllen können. Alle diese Bedingungen werden in hohem Maße von dem Phänomen „Jude" erfüllt.. dann passt jedes Objekt auf diesen Trieb. 139) Die Erklärung beginnt klassischerweise mit einer urspsychologischen Fehlbestimmung: dem Konstrukt einer unbewussten Feindschaft: Eine Feindschaft. dass die Mitmacher die politischen Urteile ihrer Obrigkeit über die Juden als auszurottende Schädlinge am deutschen Volkskörper geteilt haben. Antisemitismus als ein Mittel. Objekt und Grund der Feindschaft werden sich schon noch finden. dann wird das ihre Psyche auch benötigt haben. Frankfurt 1973. entfremdeten und weiterhin unverständlichen Welt zu orientieren. oder dass eine unabwendbare historische Notwendigkeit sie eher als andere das ideale Angriffsziel sozialer Aggressivität sein lässt. das. S. wie die Dinge liegen. sich in einer kalten.kaum zu glauben . Entweder die unbewusste Feindschaft ist ein Trieb und hat ein Objekt. Denn erstens ist der Judenhass ja Stattdessen schließt Adorno aus für den unbewusst. Der Mensch braucht Antisemitismus. kommt für Adorno natürlich nicht in Betracht. Fortsetzungswiderspruch 2: Wieso soll denn der Trieb. Oder der Drang zur Feindseligkeit ist unbestimmt. ein Folge „psychischer Impulse“ und zweitens nur eine Ersatzhandlung für die eigentlich den Autoritäten geltende Feindschaft der Faktizität des Judenhasses zurück auf dessen Funktionalität Seelenhaushalt des Menschen nach der Devise: Wenn die Menschen Judenhass gehegt haben. Das heißt nicht. dann ist man getrieben und lässt sich von seinem Ziel nicht ablenken...

Der Nutzen des Antisemitismus für die Funktionsfähigkeit der Psyche erschöpft sich freilich nicht in einem Beitrag zur Seelenhygiene.ist die Aussage eines von den Nationalsozialisten verfolgten jüdischen Kritikers des Faschismus. die der geschundenen Menschenseele der faschistischen Schergen die Gelegenheit zur gesundheitsförderlichen Triebabfuhr gegeben haben. Denn wie sollte ein Bedürfnis nach Nähe. das den orientierungslosen Menschen zugeschriebene seelische Urbedürfnis nach geistiger Führung und Orientierung zu befriedigen. Wärme und Durchblick ausgerechnet durch die Herstellung einer kampfbereiten Volksgemeinschaft und durch die Definition eines zur Liquidation eines freigegebenen Feindes befriedigt werden können? . Was sollte man von diesem Standpunkt noch gegen Konzentrationslager haben? Im Rahmen der Psychologik des subjektiven Faktors scheint es sich wohl recht eigentlich um Sanatorien zu handeln. Seine zweite Leistung besteht. Wobei das Zweck-Mittelverhältnis nicht so ganz stimmig ist.aber leider wahr .

Ausgerechnet dieses rassistische Produkt von einer Triebstruktur. Kapitel 5: Kritische Psychologie: eine verkehrte Alternative zur bürgerlichen Psychologie Zum Abschluss unseres Durchganges durch die bürgerliche Psychologie steht nun eine nähere Beschäftigung mit der kritischen Psychologie der Holzkamp-Schule an. die dem Menschen zum Untertanen prädestiniert. versteht sich als kritische Korrektur des Determinismus. Der staatsbürgerliche Gehorsam wird von Fromm und Co als Naturgesetz des Untertanenwillens und zugleich umgekehrt die Herrschaft als Erfüllung der tiefen verborgenen seelischen Bedürfnisse des Menschen vorstellig gemacht. Die legitimatorische Generalleistung der Theorie des autoritären Charakters: Gehorsam als Naturbestimmung der Subjektivität Die Leistung der Theorie des autoritären Charakters lässt sich abschließend wie folgt zusammenfassen.4. Das ist der subjektive Faktor: Untertänigkeit als Naturbestimmung des Willens. Dies . Somit herrscht im Resultat ein ideales Entsprechungsverhältnis zwischen den Erfordernissen der Herrschaft und den Bedürfnissen der Untertanen. der dem Marxismus angeblich zu Eigen sein soll. in die Abgründe der menschlichen Seele hineingelegt. das durch die Herrschaft bestens befriedigt wird. .

weil die Kritische Psychologie sich ihrem Selbstverständnis nach als gesellschafts-kritisches Gegenmodell zur traditionellen Psychologie begreift und für sich in Anspruch nimmt. 1995. um ihre unbewusst-infantilen All-Einigkeitsvorstellungen zu retten. In der Tat scheint eine oberflächliche Betrachtung der wissenschaftlichen und politischen Standpunkte der Kritischen Psychologie. wenn ich den „rassistisch“ Handelnden unterstelle. sie projizierten stumpf und blind ihre eigenen verpönten Triebwünsche auf die Fremden . deren zentrale Mängel durch die subjektwissenschaftliche Vermittlung zwischen den gesellschaftlichen Verhältnissen Handeln der Menschen überwunden zu haben. als gänzlich unzureichende Erklärungen. von narzisstischem Größenwahn befallen und wollten. dass man so mit der Zentrierung auf die „Feindlichkeit“ und den „Hass“.. zutreffen. die diesen als individualpathologische Rassismus bestehe: „Dient es tatsächlich…der Wahrheitsfindung. die „Fremden“. deren objektive Funktion in der Leugnung des institutionellen staatlichen (K.leistungen der Kritischen Psychologie beschränken und sich im übrigen um deren konstruktive Weiterentwicklung sorgen. in: Forum Kritische Psychologie 35. S. herrschenden politischen und juristischen Tendenzen entgegenkommt…. dem Judenhass eine positive Funktion innerhalb des Seelenhaushaltes zugesprochen zu haben (Holzkamp. die nicht in dieses Bild passen. dann wäre die und dem Denken und Würde diese Selbsteinschätzung für Teil II der Abhandlung angekündigte Vorstellung einer rationellen Psychologie ein ziemlich überflüssiges Unterfangen und könnte sich im Wesentlichen auf ein zustimmendes Referat der Erklärungsmethoden und . (20 f.oder gar.Muss es einen nicht weiter bekümmern..deshalb.. Holzkamp.) Und bekanntlich hat er ebenso wie wir die Faschismuserklärung Adornos mit der zutreffenden Bewertung belegt. vernichten?. insbesondere deren Auseinandersetzung mit tiefenpsychologischen und behavioristischen Erklärungsmustern der positiven Selbsteinstufung der Vertreter dieses Ansatzes zunächst einmal Recht zu geben. 4 ff. Rassismus und das Unbewusste in psychoanalytischem und kritisch-psychologischem Verständnis. sie seien. die das rassistische Verhalten im Kern charakterisieren sollen. Antirassistische .und damit „unsere Gesellschaft“ und ihre gewählten Repräsentanten von jeder Verantwortung freizusprechen?“ Erscheinung fassen. wenn ich ihnen entgegenhalte. ohne es zu merken. So verwirft doch Holzkamp vehement (ethno)psychoanalytische Theorien über den Rassismus.

Diese Vorankündigung verheißt angesichts des evidenten Determinismus dieser Theorien nichts Gutes. dieser der 1. Und dieses strikte Nein soll im folgenden ausführlich begründet werden. wonach das Denken und Handeln der Gesellschaftsmitglieder nicht unmittelbar durch die gesellschaftlichen Verhältnisse bestimmt werde sondern für das Handeln der Subjekte deren eigene subjektiven Handlungsgründe maßgeblich seien. nicht eine prinzipielle Absage an deterministische Erklärungsmuster. den es durch eine „Reinterpretation im alternativen Kontext“ (der Kritischen Psychologie) zu bewahren“ gelte. (ebda S. 23).Erziehung. zum anderen durch die Würdigung der Leistungen Grundkategorien bei der Erklärung des konkreten Phänomens Ausländerfeindlichkeit. S. .1994. dass die kritische Psychologie die konkurrierenden Ansätze der Psychologenzunft keineswegs umstandslos als falsche Wissenschaft einstufen und ihre Erklärungen als Fehlurteile zurückweisen möchte. Und diese Vorahnung. dass auch die kritische Psychologie der Holzkamp-Schule vom Determinismus-Verdikt keineswegs ausgenommen werden kann.. Der spezielle Determinismus der Kritischen Psychologie Stutzig machen könnte bereits im Ausgangspunkt. Bei aller Distanzierung hält sie nicht nur den klassischen Reiz-Reaktions-Theorien sondern auch den tiefenpsychologischen Ansätzen einen „möglicherweise dennoch verbleibenden Erkenntnisgehalt“ zu Gute. Zum einen durch eine nähere Befassung mit dem Kategoriensystem der Kritischen Psychologie und dessen immanenter Logik. die wir als den Generalfehler bürgerlicher Psychologie festgehalten hatten? Erfüllt denn nicht Holzkamp damit nicht alle Ansprüche an eine rationelle insbesondere an eine politische Psychologie? Unsere Antwort auf alle diese Fragen lautet schlichtweg: nein.. 43) Und beinhaltet die in der Kritik der psychologischen Konditionierungstheorien entwickelte subjektwissenschaftliche Basisaussage der Kritischen Psychologie. bestätigt sich zugleich in Anschauung ihrer einschlägigen Grundaussagen über das Verhältnis zwischen dem gesellschaftlichen Sein und dem individuellem Bewusstsein.

inneren Welt und dem Verhalten der Menschen behaupten. K. Somit sind alle menschlichen Bestimmungen über die vom einzelnen Menschen unabhängigen Systemcharakteristika gesellschaftlicher Lebensbedingungen ausgeklammert.) (Holzkamp a. Die Richtung der Einwirkung vom „Reiz“ auf das Individuum ist a priori als einzige Art der Individuum-Welt-Beziehung fixiert. Handwörterbuch Psychologie. die sein Handeln bestimmen. O. S. durch A. besteht Psychologie der spezifische Determinismus der Kritischen in der Annahme eines wechselseitigen Bedingungsverhältnisses zwischen (gesellschaftlicher) Umwelt auf der einen und Bewusstsein und Handeln der Individuen auf der anderen Seite. Holzkamp. Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse erhalten und entwickeln. Dieser Zusammenhang aber ist der K. andererseits nimmt der Mensch Einfluss auf die gesellschaftlichen Verhältnisse. sprich: die . Kritische Psychologie. in: Assanger/Wenniger. ist einerseits im Rahmen des Bedingungsverhältnisses zwischen Lebenswelt und Mensch die mangelnde Berücksichtigung historisch-gesellschaftlicher „Einflussfaktoren“. 377) Was also Holzkamp gegenüber der traditionellen Psychologie moniert. Mit diesen seien die Menschen „einseitig“ nur in ihrer Bedingtheit durch die Verhältnisse.“ (K. 7. So kann der Mensch vonvornherein nur als durch seine Lebenswelt bedingt. S. P. nicht aber als diese bedingend zum Forschungsthema werden. Auflage 1995 . die „Reizkonstellation“ ist Inbegriff der Art und Weise. die einen einseitigen DeterminationsZusammenhang zwischen der äußeren bzw. So finden wir in einem im Todesjahre Holzkamps erschienenen Artikel in getreuer Wiederholung inhaltsidentischer Ausführungen aus den 70er Jahren folgende Grundaussagen über das Verhältnis von traditioneller und kritischer Psychologie: „Die Menschen können ihre Existenz nur durch Beteiligung an der Schaffung bzw. erfassbar. als Individuen auf ihre Lebensbedingungen gestaltend Einfluss zu nehmen.Im Unterschied zu den klassischen Theorien. Demzufolge bestimmen die gesellschaftlichen Verhältnisse einerseits das menschliche Bewusstsein. wie die Umwelt in traditionellpsychologischen Theorien abgebildet wird: In der „Reizsprache“ wird die menschliche Lebenswelt in Termini ihrer unmittelbaren Einwirkung auf das Individuum gefasst. 376) Und eine Seite später wird die Kritik am klassischen psychologischen Determinismus noch einmal wie folgt zusammengefasst: “Der „Reiz“ bzw. a. (Kritischen Psychologie) zufolge in den traditionell-psychologischen Grundbegriffen ausgeblendet.“ (Hervh. nicht aber in ihrer Möglichkeit.

den Zusammenhang von Prämissen und Handlungsvorsätzen. Markard. Bei derartigen Gesetzmäßigkeiten etwa: wenn es kalt ist. Die referierte Kritik am Reiz-Reaktions-Schema der traditionellen Psychologie beinhaltet also keine grundsätzliche Kritik an der deterministischen Erklärungsweise als solcher.Ausklammerung „aller menschlichen Bestimmungen über die vom einzelnen Menschen unabhängigen Systemcharakteristika gesellschaftlicher Lebensbedingungen“ und andererseits im Rahmen des umgekehrten Wirkungszusammenhangs die Ausblendung der Bedingtheit der gesellschaftlichen Verhältnisse durch den Menschen. sie sind sozusagen der subjektiv begründete Weltbezug.) Von diesen subjektiven Handlungsgründen würde es letztlich abhängen. sondern in Prämissen begründet . Diese werden für das Individuum dann zu 'Handlungs-Prämissen'. noch Ausdruck frei flottierender Sinnstiftung. Prämissen sind also vom Individuum 'herausgegliedert' Aspekte von Bedeutungskonstellationen. 29) . wie ich sie akzentuiere. S. 379) Handlungsgründe des Menschen vermittelt. ob die in Wenn-Dann-Sätzen gefassten. die er der „unmittelbaren Einwirkung“ der gesellschaftlichen Lebenswelt auf das Individuum entgegensetzt.“ (Lernen 1983. Vortrag an der Universität Erlangen 24.. wenn es im Zuge gegebener Lebensproblematiken aus subjektiven Lösungsnotwendigkeiten heraus Handlungsinten-tionen entwickeln muss. Vielmehr besteht das alternative Angebot von Holzkamp darin. der unter den von der Gesellschaft offerierten Handlungsmöglichkeiten der Lebensgestaltung subjektiven Kriterien eine Auswahlentscheidung treffe: „Handeln ist weder direkt determiniert. die als sachlich-soziale Weltgegebenheiten Handlungsmöglichkeiten repräsentieren. Zur Theorie der Kritischen Psychologie. Das Handeln der Menschen sei durch die gesellschaftlichen sondern über die subjektiven gemäß seinen eigenen Verhältnisse „nicht direkt determiniert“ (S.02.gemäß den Interessen des Individuums und unter Bezug auf die ihm gegebenen Bedeutungen.2000. S. ziehen sich die Menschen warm an . von der traditionellen Psychologie aufgestellten ReizReaktions-Hypothesen verifiziert würden oder nicht. die von ihm konstatierten Mängel des klassischen psychologischen Determinismus durch die konstruktive Ergänzung um die Kategorie der „indirekten Determinierung“ beheben zu wollen..würde es sich streng genommen nicht empirische Gesetzmäßigkeiten zwischen der äußeren Welt und dem menschlichen Verhalten handeln sondern lediglich um „mögliche Anwendungsfälle für. 7 f. Prämissen sind Bedingungen.“ (M.Die Entwicklung der Kritischen Psychologie zur Subjektwissenschaft.

Wir haben uns erlaubt. Sondern er gesteht diesen Theorien im Rahmen der subjektorientierten „Reinterpretation behavioristischer SR-Psychologie“ eine relative Wahrheit durchaus zu.Diese zentrale Aussage sucht Holzkamp an einer Reihe von Beispielen unter Beweis zustellen. weder direkt noch indirekt. h. getrennt von seiner Beweisabsicht. dass der Mensch auch einen Regenschirem besitzt. wie er sich in dieser Situation verhalten möchte. Eigentlich. Die Beweisführung läuft darauf hinaus. dass ein direkter Zusammenhang zwischen der Wetterlage und der Bezugnahme der Menschen auf dieselbe nicht bestehe. ist das Beispiel eine erfrischend anmutende Widerlegung des vorgeblichen Zusammenhanges. Dann liegt der Grund des Handelns nicht in der Wetterlage sondern in den jeweiligen Beweggründen des handelnden Menschen in seinem subjektivem Bezug auf das Wetter. Denn wenn die Benutzung des Regenschirmes letztendlich die praktische Konsequenz der subjektiven Bewertung ist. die schwerpunktmäßig das Verhältnis zwischen der Wetterlage bzw. ob der einem Regenguss ausgesetzte Mensch Regen als negativ empfinde oder umgekehrt als willkommene Abkühlung begreife. Vielmehr sei der Gebrauch eines Regenschirmes entscheidend davon beeinflusst. 29) herauszugreifen. sondern der Mensch entscheidet nach Maßgabe seiner subjektiven Gründe. S. im zweiten jedoch nicht. dann gibt es den behaupteten Kausalzusammenhang zwischen Regen und Schirmbenutzung gar nicht. den von Holzkamp nur angerissenen Beispielsfall des (vermeintlichen) Zusammenhanges zwischen Regen und der Benutzung von Regenschirmen (Lernen. Inallgemein-methodologischer Form bringt Holzkamp dieses Prinzip seiner . In seiner alternativen Logik der mittelbaren Determination dass er erst durch die nämlich existiert der Zusammenhang zwischen Regenfall und Regenschirmbenutzung durchaus. Holzkamp ist freilich weit davon entfernt. d. subjektive Bewertung der Wetterlage gestiftet werde. Nur im ersten Falle trete der Wenn-DannZusammenhang ein. freilich mit der entscheidenden Modifikation. um daran das Erklärungsprinzip des indirekten Determinismus zu veranschaulichen. den Naturzuständen von Kälte und Hitze und der menschlichen Reaktion darauf zum Gegenstand haben. ob man Regen für eine Beeinträchtigung hält oder nicht. das deterministische Fehlerklärungsmuster der traditionellen Psychologie umstandslos als falsch verwerfen zu wollen. natürlich immer nur unter der weiteren Voraussetzung. Dann bewirkt der Regen keine menschlichen Handlungen.

Die klassische deterministische Fehlerklärung „Wenn es regnet. durch welche für sie bestimmt ist. xx ) Ein Rettungsversuch des Reiz-Reaktions-Schemas. 35) Der Fehler der deterministischen Erklärungsweise wird also nicht behoben sondern munter fortgesetzt.w. Und mit der Einführung der subjektiven Handlungsgründe als Vermittlungsglied zwischen der äußeren Welt und dem Handeln bewegt sich die Kritische Psychologie voll und ganz innerhalb dieses deterministischen Erklärungsrahmens. durch welche die Art der Wenn-Dann-Beziehung spezifiziert ist.“ Und damit ist Holzkamp bei just demselben untauglichen Rettungsversuch angekommen. der seine übliche deterministische Fortsetzung in der Suche nach Umständen findet. dass das unterschiedliche Bewertung bedingt sein soll.bereits selber entwickelt hatten: „Wie der Betroffene reagiert. hängt nicht unerheblich von seiner Bewertung der Situation ab.konfrontiert mit dem Umstand. ‚vernünftige’ Konsequenzen aus den Handlungsprämissen. „Vernünftigkeit’ ihrer Handlungen in Ansehung ihrer Lebensinteressen…innerhalb der gegebenen Bedingungs-/Prämissenkonstellation bedeutet. Mit der Einschaltung der subjektiven Handlungsgründe fügt sie der einseitigen Bestimmung des Menschen durch die äußere Welt lediglich die zweite Seite des doppelseitigen Determinations-verhältnisses hinzu: der Mensch nicht durch das . ist lediglich um die einschränkende Bedingung ergänzt worden: „aber nur. was „Begründetheit’ bzw.) zu ‚Prämissen’ für ihre subjektiven Handlungsbegründungen gemacht werden. dass Menschen sich in gleichen Situationen recht unterschiedlich verhalten . die Dann-Komponente wird vom Inbegriff der durch die die Antezedenz-Bedingungen hervorgerufenen Verhaltensweisen der Vp zum Inbegriff von Handlungen als Umsetzung von Handlungsvorsätzen der Vp als (für sie) ‚gut begründete’. Regen eine dann spannen die Menschen Regenschirme auf“.“ (Mietzel S. durch welche wiederum die Denn an dem Dogma. den die einschlägigen verhaltenstheoretischen Ansätze .S. sofern sie von der Versuchsperson (i. Verhalten des Menschen letztlich ein Bedingtes sei.subjektwissenschaftlichen Reinterpreation des Reiz-Reaktionsschemas klassischer Konditio-nierungstheorien wie folgt zum Ausdruck: “Die Wenn-Komponente wird vom Inbegriff empirischer Antezedenz-Bedingungen für ein dadurch ‚bedingtes’ Verhalten zum Inbegriff von Bedingungen. subjektiver Vermittlungsinstanzen. Die ‚ Zwischenvariablen’ zwischen Wenn-DannKomponente werden vom Inbegriff ‚verborgener’ physiologischer. lässt die psychologische Weltanschauung nicht rütteln.“ (Lernen S. zum Inbegriff von impliziten oder expliziten Intentionen der Vpn. wenn die Menschen im Beeinträchtigung erblicken.

dass das Handeln des Menschen durch seine subjektiven. die mit der meinen absolut gleichwertig ist. sondern darüberhinaus auch den Inhalt ihrer Urteile und Taten bestimmen. 1996. möglicherweise fehlerhaft sind Die Betonung von Denken und Handeln der Bürger als deren Eigenleistung geht vielmehr umgekehrt einher mit der prinzipiellen Inschutznahme des falschen Bewusstseins vor dessen Kritik: Aus der Entdeckung des Subjektes als selbsttätigem Schöpfer seiner Gedanken und Herren seiner Taten begründet sich so ein sich selbst und damit auch Dritten auferlegtes prinzipielles Kritikverbot gegenüber falschem Denken. ob die Urteile und die Handlungsstrategien. Kritik an Fehlurteilen der Menschen über gesellschaftliche oder politische Sachverhalte erscheint dementsprechend als anmaßende Missachtung der Subjektivität. Denn der Subjektstandpunkt erfordert. dass „jeder der Beteiligten von seinem Standort aus eine eigene Perspektive auf die Gesamtscene hat. wie Holzkamp in seinen posthum veröffentlichten Manuskripten zum Arbeitsprojekt „Lebensführung“ (Forum Kritische Psychologie 36 . 2. dass die gesellschaftlichen Verhältnisse nicht nur den Gegenstand des Denken und Handeln der Menschen bilden. 94) in dankenswerter Klarheit formuliert hat.Produkt zugleich auch der Produzent der gesellschaftlichen Verhältnisse. Intentionen oder Kalkulationen bestimmt ist. ist auch im Falle der Kritischen Psychologie nicht der Auftakt zu einer kritischen inhaltlichen Befassung mit den subjektiven Urteilen unter der Fragestellung. dass die Leute selber das Subjekt der Urteilsbildung und ihre (Fehl)urteile nicht einfach nur die deterministische Wirkung der gesellschaftlichen Verhältnisse sind.Die ideologische Leistung der Kritischen Psychologie: Legitimation falschen Bewusstseins und Kritikverbot Die „an sich“ richtige Feststellung. die auf diesen Urteilen beruhen. S.“ Vor lauter Begeisterung darüber. gerät der in Regel falsche Inhalt der Urteile der lohnabhängigen Mitglieder der kapitalistischen Gesellschaft zu einer prinzipiell zu . Diese Entdeckung der Entscheidungsfreiheit des Subjektes lässt das deterministische Grunddogma unberührt. . je eigenen Vorstellungen. 7 ff. und der gegenüber meine Sichtweise keinerlei Privileg oder Vorteil hat.

Die Wertschätzung der Subjektivität des handelnden Menschen ergänzt hier auf vortrefflichste die traditionelle Entschuldigung des materialistischen Determinismus. sie sind sozusagen von einer beschränkten Vernunft. Erschienen in: der Ausgabe 11/1984. dann sind diese Urteile „nicht einfach nur unvernünftig … sie sind sozusagen von einer beschränkten Vernunft. etwa um den Frieden. solange er sein Leben in Ordnung findet. 29-37 Mit der Disqualifizierung der Kritik an Fehlurteilen über das kapitalistische Gesellschaftssystem als tendenzielle geistige Vergewaltigung der Subjektivität erhält somit im Rahmen des Theoriegebäudes der Kritischen Psychologie die Affirmation falschen Bewusstseins ein zweites Standbein.“ Jedes Ansinnen gegenüber der jedenfalls ursprünglich vielleicht einmal mit einem politischen Anspruch auftretenden Kritischen wird Psychologie folgerichtig von im Hinblick auf strikt gesellschaftsverändernde Bewusstseinsbildung oder Aufklärung über die Natur der kapitalistischen zurückgewiesen: Gesellschaft jedenfalls Holzkamp PH: Es ist also nicht Aufgabe der Kritischen Psychologie oder der Wissenschaft überhaupt. der Rest wird weggelassen.respektierenden Angelegenheit nach dem Holzkampchen Motto: wenn die Menschen so über Pershings und Sozialabbau denken.nicht einfach nur unvernünftig sind. kollektiv wichtige Fragen geht. so lange haben wir uns nicht einzumischen. den Menschen Vorschläge zu unterbreiten? Holzkamp: Nicht ungefragt und von außen. K Holzkamp "Die Menschen sitzen nicht im Kapitalismus wie in einem Käfig” Gespräch von Heiko Ernst und Claus Koch. weil sein Bewusstsein durch das gesellschaftliche Sein bestimmt sei. es werden bestimmte Dinge wahrgenommen.also die Hinnahme von Pershings und Sozialabbau beispielsweise . . PH: Soll man als Psychologe den Menschen auch dann nicht auf die Sprünge helfen. Solange die Erfahrung des Ungenügens nicht den Betroffenen zu Klärungen und zu Veränderungen seiner Lebensbedingungen drängt. richtig und begründbar. wenn es um größere. PSYCHOLOGIE HEUTE (PH) mit Klaus Holzkamp. dass solche Verhaltensweisen . Innerhalb dieses Rahmens ist für viele Menschen ihr Verhalten durchaus vernünftig. wonach der Mensch für seine falschen Urteile wenig bis überhaupt nichts könne. die Ökologie oder andere? Soll man das falsche Bewusstsein nicht aufstören. S. nur weil sich die schweigende Mehrheit darin eingerichtet hat und alles ziemlich erträglich findet'? Holzkamp: Das Problem ist.

das ja letztendlich ungeachtet aller Eigensinnigkeit des Subjektes in den Verhältnissen . Sie meinen. das richtig gelesen eine fundamentale Kritik der (lohnabhängigen) Mitglieder der kapitalistischen Gesellschaft dahingehend darstellt. die in dieser Gesellschaft die herrschenden Zwecke sind. die praktische Unterwerfung unter die Zwangsgesetze der bürgerlichen Gesellschaft und ihres Staates auch noch um die freiwillige geistige Botmäßigkeit zu ergänzen. interpretieren linke Gesellschaftstheoretiker von Adorno bis Holzkamp die bewusste Aussage als eine über die tun so. Sie Art von (Beinahe)Notwendigkeit gäbe. Als ob die praktischen Erfahrungen eines Arbeitslosen mit dem Arbeitsamt nicht die beste Gelegenheit dazu bieten würden. dass diese ihr Denken und Handeln statt von ihren objektiven Interessen von den gesellschaftlichen Verhältnissen bestimmen zu lassen. So löst sich die kritische Psychologie gerade auch in ihrer subjektwissenschaftlichen Fortentwicklung auf in den überaus verständnisvollen Nachvollzug und die liebevolle Pflege eines abgrundtiefen Verständnisses für das falsche Bewusstein. dass die Existenzinteressen des „kleinen Mannes“ in einem ziemlich gegensätzlichen Verhältnis zu den ökonomischen und politischen Interessen steht. dass es ziemlich verkehrt sei. deren Zwecken sie praktisch unterliegen. s. Hatte Marx mit dieser Aussage noch gemeint. sich alle diese Gesellschaft und ihre Zwecke legitimierenden Ideologien einleuchten zu lassen und zu eigen zu machen. weil man auf die Verrichtung abhängiger Arbeit angewiesen ist.Der Inhalt dieses berühmten Marx´schen Dictums. sich einen Reim auf den Zweck des Sozialstaates zum machen. sich beispielsweise vom Wachstum der Wirtschaft oder dem unter dem Titel der Modernisierung Deutschland betriebenen radikalen Sozialstaatsbau einen (beinahe) letztendlichen Nutzen für sich verspreche. w. Als ob man der im Namen des Standortes Deutschland betriebenen Lohnsenkungspolitik nicht zumundest den simplen Umstand entnehmen könnte. als Bezieher von Sozialleistungen quasi automatisch auch Parteigänger des Sozialstaates sein müsse u. wenn die Lohnarbeiterschaft die mit ihren Interessen kollidierenden Sachnotwendigkeiten der ökonomischen und politischen Herrschaft als gute Gründe für sich einleuchten lasse. man diese auch zwangsläufig für ein positives Mittel der subjektiven Lebensgestaltung zu halten habe. der anscheinend etwas anders im Sinn hat als die Behebung von Not und Elend. als ob es eine unvermeidbare Notwendigkeit falscher Urteile über die kapitalistische Gesellschaft. wird damit in sein Gegenteil verkehrt.

Der dahinterliegende Grund ist freilich von einer gänzlich anderen Beschaffenheit als in den Erklärungsangeboten der herkömmlichen Psychologie. aus dem sich der Rassismus von unten begründen soll: . Die diesbezügliche Leistungsfähigkeit der subjektwissenschaftlichen Erklärungs-methode soll im folgenden in gebotener Ausführlichkeit am Beispiel des ausländerfeindlichen Rassismus vorgestellt werden.dem Rassismus der Bürger . 24) Und dieser politische Tatbestand des institutionellen Rassismus stiftet für Holzkamp zugleich die Legitimation dafür. staatliche(n) Rassismus als Strategie der Entmächtigung der Bevölkerung durch Installierung oder Verwertung von Mehrheits-Minderheits-Anordnungen. Eines freilich kann man Holzkamp wahrlich nicht vorwerfen: die mangelnde Konsequenz bei der Anwendung seines subjektwissenschaftlichen Kategoriensystems auf die Erklärung konkreter Untersuchungsgegenstände. geziehen werden. Wer da den Maßstab des richtigen Bewusstseins an das Denken und Handeln anlegt. Die indirekt-deterministische Erklärung der Ausländerfeindlichkeit: Ein Musterbeispiel subjektwissenschaftlicher Entschuldigungsstrategie Auch Holzkamp will wie alle psychologischen Erklärungen die Ausländerfeindlichkeit von Teilen der deutschen Bevölkerung auf einen tieferen Grund zurückführen. in denen die Leute leben und welche ihnen die Entwicklungsmöglichkeiten ihres Denkens und Handelns vorgeben. muss als arrogant und überheblich 3. Rassismus und das Unbewusste S.“ (Holzkamp.begründet ist. Statt der tiefenpsychologischen Deduktion des ausländerfeindlichen Rassismus aus den fiktiven Abgründen des xenophoben Seelenlebens oder des Aggressivität der Menschennatur präsentiert Holzkamp als letztendliche Ursache der Ausländerfeindlichkeit der Bürger einen scheinbar real existieren-den Tatbestand aus der Welt der Politik: nämlich den „institutionelle(n) bzw.zumindest vorläufig Abschied zu nehmen und sich stattdessen dem gesellschaftlich-politischen Rassismus zuzuwenden. dem die AutorInnen der Holzkamp-Schule eine ganze Reihe von Veröffentlichungen gewidmet haben. vom unmittelbaren Erklärungsgegenstand .

unsere durch den Staatsrassismus „bewirkte“ Eigenleistung von später unter Beweis durch und durch gestellte Gegenthese .wie vermittelt auch immer .auf einen Bestechungsversuch hereingefallen sind oder aber .wie von Holzkamp behauptet . die einem günstigenfalls den Schlüssel zum Verständnis rassistischer Handlungen von Subjekten liefern kann. Die heißt aber. und was Michel Focault . weil man an der falschen Stelle angefangen hat.letztendlich nur ein Produkt des offiziellen Rassismus sein sollte.. Wenn nämlich der Rassismus der Bürger . Und bei der Betrachtung des rassistischen Bewusstseinsinhaltes der Bürger würde sich zwanglos ergeben. wenn man vom Standpunkt eines deterministischen Generalvorurteils die Beziehung zwischen . Dessen möglicherweise ‚rassistische’ Handlungen sind nämlich keinesfalls aus diesem selbst zu erklären (kein Mensch kommt von sich auf die Idee. So darf man gerade.1 Staatsrassismus: Kein guter Grund zur Abkehr vom Untersuchungsgegenstand Die Existenz eines so beschaffenen Staatsrassismus einmal unterstellt.deren nationalistischer Rassismus eine genuine... Schwarze. wenn man den subjektiven Aspekt des Rassismus begreifen will. obwohl dies nahe liegen mag . Die zielgerichtete Abkehr vom Untersuchungsgegenstand ergibt freilich dann Sinn. Vielmehr ist eben die Vermittlung des gesellschaftlich-politischen Rassismus in die Lebenswelt der Individuen hinein. 24) 3. Juden oder Türken als minderwertig einzustufen und zu verfolgen)..treffend als modernen ‚Staatsrassismus’ gekennzeichnet hat. ist es in keiner Weise einsichtig. Insbesondere hätte sich auch bei der Beschäftigung mit der Gedankenwelt von Rassisten ergeben.“ (Holzkamp ebda S. ob diese . dann dürfte sich doch wohl mit Leichtigkeit im rassistischen Staatsbürgerbewusstsein dessen staatsrassistischer Kern auffinden lassen. aus welchen subjektiven Gründen sie welche staatlichen „Argumentationsangebote“ angenommen haben.keinesfalls auch beim Subjekt anfangen. was heute oft als ‚institutioneller’ oder ‚struktureller Rassismus’ bezeichnet wird . dass wir mit der angekündigten Entfaltung unserer subjektwissenschaftlichen RassismusKonzeption mit dem beginnen müssen. warum die Erklärung des privaten Rassismus nicht mit diesem anfangen und sich stattdessen mit dem Staatsrassismus zu befassen hätte.„Oft wird man mit seiner Analyse schon deswegen letztlich in die Irre gehen. in keiner Weise nationalbewussten Staatsbürgern darstellt. welche „Übersetzungsleistungen“ sie dabei getätigt haben und ob und inwieweit inhaltliche Deckungsgleichheit zwischen dem Rassismus von oben und dem von unten besteht.

Staatsrassismus und Bürgerrassismus auffassen möchte. unbedingt welcher als im eine Art von Kausalzusammenhang Holzkamp´schen Kategoriensystem bekanntlich Bedingungs-verhältnis heißt. .

3. Dieser Ansicht ist auch Holzkamp. Der institutionelle Rassismus bildet vielmehr . würde es das Phänomen wohl nicht geben. So unerlässlich auch Bedingungen für die Existenz einer Sache sind wie beispielsweise der offizielle Rassismus von oben für den Rassismus von unten . Im Gegenteil: . den Nährboden.“ Diese muss man nämlich keineswegs annehmen.wie später unter 4. Ohne Staatsrassismus kein Bürgerrassismus: ein fingiertes Kausalverhältnis indirekt-deterministischer Art Für den Nachweis eines Bedingungsverhältnisses im Sinne eines Verhältnisses von Ursache und Wirkung jedoch ist das von Holzkamp gewählte Beweisverfahren bereits im Ansatz ungeeignet.lediglich die Grundlage. aus dem sich der Rassismus von unten als dessen Produkt ergeben würde.2. dass ohne die institutionelle Ausländerfeindlichkeit die Ausländerfeindlichkeit der Bürger nicht existieren würde. als sich die Staatsbürger den nationalen Standpunkt zu eigen machen und (völkisch) fortentwickeln. welche nach Maßgabe deutschnationaler Zwecke die Kriterien der (Nicht)Benutzung fremder Staatsbürger definiert. dass Bürger eine private Feindschaftserklärung gegen die Ausländer im allgemeinen oder gegen von Staats wegen als unerträgliche Last titulierte Ausländergruppen wie Asylbewerber abgeben und teilweise auch praktisch in die Tat umsetzen. auf dem die „private“ Ausländerfeindlichkeit wächst und gedeiht. aber eben nur insofern. Und das sind immer noch die Träger dieser Gedanken selber ungeachtet aller diesbezüglichen staatlichen „Angebote. Einen zwangsläufigen.ohne den einen gäbe es den anderen tatsächlich nicht . Nur: das Argument „Ohne Staatsrassismus kein Bürgerrassismus“ ist kein taugliches Beweismittel für den Beweis eines Ursachenzusammenhanges. ist die zum sozialwissenschaftlichen Gemeingut gewordene Verwechslung einer Bedingung oder Voraussetzung des Erklärungsgegenstandes mit dessen Grund. Der von Holzkamp geführte Beweis nämlich besteht in dem bloßem Hinweis darauf. Aber man sollte den staatlich aufbereiteten Humus rassistischen Gedankengutes der Bürger eben nicht mit dessen Produzenten verwechseln. noch ausführlich entwickelt . Was hier Holzkamp wissenschaftstheoretisch anstellt. direkten Zusammenhang zwischen dem Rassismus von oben unten dem von unten gibt es auch nach seiner Auffassung nicht.und Ausländern. ohne eine Ausländerpolitik.so macht die Unerlässlichkeit der Bedingung aus dieser noch lange keinen Grund. Stimmt: ohne die staatliche Unterscheidung von In.

egal wie diese ausfällt .. dann ist dieser Logik des indirekt-bedingten Willens zufolge die Welt auf jeden Fall der Miturheber der Entscheidungen. wie die Benutzung oder Nichtbenutzung von Regenschirmen als mittelbare Wirkung der Wetterlage bestimmen zu wollen. Im Rahmen dieser Logik des bedingt-freien Willens waltet nicht der freie Wille des Subjektes. Wenn der Wille einerseits so frei ist.sich nur ‚unter dem Druck ihrer unmittelbaren Bedürftigkeit’ durch die kurzschlüssigen ‚Vorteile’ der ihnen ‚angebotenen’ Privilegierungen auf Kosten anderer bestechen lassen und damit wider besseres Wissen ihren eigenen allgemeinen Lebensinteressen zuwider handeln.indirekt durch das Angebot selber bedingt. der das Angebot nach Maßgabe seiner subjektiven Zwecke geprüft und dementsprechend seine Entscheidung getroffen hat: Annahme.“ Hier: den Tatbestand des offiziellen Rassismus. für die Wirkkraft unterschiedliche bis der indirekten gegensätzliche Determination. oder Teilzustimmung in Verbindung mit Nachverhandlungen und für diese Entscheidungen . die ihnen im MehrheitsMinderheits-Diskurs gestellten Fallen zu durchschauen. dass die Individuen den geschilderten staatsrassistischen Strategien keineswegs notwendig ausgeliefert sind. ihre eigenen Interessen klarer zu sehen. die es erlaubt. die den Widerspruch Entscheidungen als mittelbare Wirkungen ein und derselben Entscheidungsgrundlage zu „erklären. ist nämlich im Rahmen der subjektwissenschaftlichen Logik ein Beleg einer Causa beinhaltet. S.(Es) „wurde gleichzeitig klar. Jener wissenschaftstheoretischen Zwitterkategorie. und so dem staatsrassistischem Arrangement auf verschiednen Ebenen Widerstand leisten. Das ist natürlich ebenso unlogisch. Auf den Bürgerrassismus angewandt: Wenn der Staatsrassismus dem Bürger die Freiheit lässt.. dann ist letztendlich die Wahl des Bürgers zwischen den vorgegebenen Alternativen . sowohl ja als auch nein zu dessen Bestechungsofferten zu sagen. wie auch immer diese ausfallen. die auf den ersten Blick wie ein Beweis der Freiheit des Willens und damit der Widerlegung jeder Form des Determinismus aussieht. der sowohl die private Ausländerfeindlichkeit als auch ihr Gegenteil. 28 Einen indirekten Zusammenhang aber schon. ihm die Welt aber zugleich den Rahmen seiner Auswahlentscheidungen vorgibt. Sie haben aber auch die Möglichkeit. Entscheidungen zu treffen. eine Protestbewegung gegen die Ausländerfeindlichkeit als ihre möglichen Wirkungen hervorbringt. Die Betonung der Wahlfreiheit. Vielmehr werden sie . Ablehnung.“ Ebda.

Die Freiheit „Nein“ zu sagen. mich selbst als ‚Mehrheitsangehörigen’ zu definieren. Im . das Nein wegen der Drohung ihres Entzuges: „Einerseits ist mir darin nahegelegt. andernfalls meine Privilegierung zu verlieren. 27 f. weil das Subjekt nur aus der Bedrohung mit dem Verlust der Privilegien einen Gegensatz zu seinen „allgemeinen Lebensinteressen“ hätte entnehmen. das dem Subjekt die Auswahlmöglichkeiten samt Gründen oder Nützlichkeits-Prämissen offeriert. dass ohne die Verknüpfung der Bestechung mit der Drohung ein „Nein“ nicht möglich gewesen wäre. dem eigentlich illoyalem Bürger. So etwas ist im Erklärungsschema des bedingt-freien Willens nicht vorgesehen.) Was umgekehrt bedeutet. privilegierte Zugehörigkeit zur Mehrheit gegen Aufrechterhaltung Deiner Loyalität. Die behauptete Widersprüchlichkeit. weil dem Subjekt werden.“ (S. guten oder schlechten Gründe hatte. die durch das Programmangebot der „Bedeutungs-anordnungen“ vorgesehen sind. Neben dem „Ja“ ist ein „Nein“ des Angebotes selber mitgeliefert darum nur deswegen möglich. Das Ja wegen des Versprechens von gleichzeitig die Argumente für beide Alternativen in Gestalt des ambivalenten Inhaltes Privilegien. Begünstigten. .jeweils seine recht unterschiedlichen. Geschützen zu definieren. besteht freilich bei Licht betrachtet ohnehin nicht. Denn Gegenstand der von Holzkamp präsentierten staatlichen Offerte ist der Abschluss eines „gegenseitigen Vertrages“ mit dem Inhalt: Biete Dir. Etwa unter Hinweis darauf. dass staatsbürgerliche Loyalität wegen der damit verbundenen Dienste für ihn überhaupt keine nützliche Sache darstelle und er auch in der angebotenen Verachtung von Ausländern alles andere als eine Verbesserung seiner materiellen Lebenslage erblicken könne.mit der Drohung.Andererseits wird mir . herrschaftskonformes Wohlverhalten abverlangt. das bloße Versprechen der Privilegierung seiner Interessen hätte werten müssen. die auf Kosten der wert.. kann sich der Mensch nicht etwa selber herausnehmen. weil sich das mögliche Denken der Subjekte nur in den Bahnen bewegt. Sondern dessen Entscheidung ist letztlich die Wirkung des staatlichen Angebotes selber. und selbst zu einer ausgegrenzten Minderheit zu gehören. die der in den „staatsrassistischen jedoch als Bedienung Bedeutungsanordnungen enthaltene Anruf an die Lebensinteressen der Bevölkerung“ beinhalten soll.und rechtloseren Minderheit leben dürfen.. ein solches Angebot vielmehr eine trostvolle Kompensationsveranstaltung für nationalistische Gemüter darstelle. damit zu den Privilegierten.

„herrschaftskonformes Wohlverhalten“ zu zeigen die uns Holzkamp als zweite. wenn ihnen das. aus welchen gesellschaftlichen positiven Rahmen Bedeutungsanordnungen Holzkamp selber bzw.“ (S. auch die interessenfundierte Prämissenlage für meine subjektiv begründeten Handlungen widersprüchlich.Privileg gegen Loyalität - steht also das staatliche Versprechen von vornherein unter der Bedingung der Erfüllung der Gegenleistung. die Nein zum Rassismus-Angebot sagen können. dann hat das zur Folge. sondern sowohl als Interesse an unmittelbarer ‚Bevorteilung’ wie als Interesse an der verallgemeinerten Verfügung über meine Lebensmöglichkeiten gelesen werden kann. ist demgemäß untrennbar mit dem staatlichen Versprechen verknüpft. 28 f. Aber so etwas gibt es ja per definitionem nicht bzw. das doch Holzkamp zufolge ihre unmittelbaren Interessen so wunderschön bedient. aber auch meinen Kampf gegen die staatsrassistische Fraktionierung und Entmächtigung der Bevölkerung und auch gegen meine eigene Entmächtigung. da mein eigenes Lebensinteresse nicht eindeutig ist.“ Wenn also die behauptete Janusköpfigkeit des Angebotes gar nicht existiert.Rahmen dieses Austauschverhältnisses . Die „Herrschenden“ pflegen nämlich derartige Enthüllungen über sich gemeinhin nicht zu verbreiten. dass im Rahmen des Erklärungssystems der indirekten Determinierung nunmehr unerklärlich geworden worden ist. Ich kann die unmittelbare Übernahme der staatsrassistischen Bestechungsangebote und deren Umsetzung in individuell-rassistische Aktivitäten. „negative“ Seite des Angebotes verkaufen will. . was Holzkamp als Gewinnung „allgemeiner Handlungsfähigkeit“ bezeichnet. als in meinem Interesse begründet/vernünftig ansehen. warum es überhaupt Menschen gibt. nur dann. Die Drohung mit dem Entzug des Privilegs bei Nichteinhaltung der Verpflichtung. Da müssten sich die Nein-Sager ihre Ablehnung doch glatt in eigener Autonomie herausgenommen haben. sein Kronzeuge Focault ihre ebenso falsche wie völlig aus dem üblichen staatlicher Selbstdarstellung fallende Negativbestimmung des Staatsrassismus als machtstrategischem Bestechungs. Bestechung und Bedrohung bilden also eine „natürliche“ Einheit und nicht ein „einerseits/andererseits.) Fragt sich nur.und Bedrohungsszenario entnommen haben sollen. als (unfreiwillige) Option von den mehrdeutigen Bedeutungsanordnungen der Herrschenden selber eröffnet wird: „Somit ist.

“ (Holzkamp. Unterdrückung und Verfolgung als Aktivität von Untergruppen der Bevölkerung gegen andere Untergruppen ‚lateralisiert’ ist. Verfolgung und Unterdrückung aus dem Blick gerät. auf diese Weise die ‚herrschende’ Abwertung... dass damit Abwertung. Die Entstehung dieser gesellschaftlichen „Fragmentierungen“ ist vielmehr ebenso allein (politökonomischen) staatlichen Nützlichkeits-erwägungen geschuldet wie die Etablierung der Klassenspaltung zwischen Lohnarbeit und Kapital.als Ab. das allgemeine Bewusstsein davon verdunkelt und so durch Zersplitterung der Kräfte der Widerstand gegen die herrschenden Verhältnisse geschwächt wird. Die machterhaltende Funktion solcher Grenzziehungen liegt allgemein darin. mindestens aber historisch gewordene Fragmentierungen dieser Art ‚strategisch’ ausgenutzt. in dessen Dienst . die gesellschaftlichen Gruppen gegeneinander ausspielen zu wollen... Dass bei der Installierung der angeführten gesellschaftlicher „Fraktionierungen“ das machtstrategische Kalkül der „Herrschenden“ Pate gestanden haben soll.das von Holzkamp ausgiebig ausgemalte Bild des Staatsrassismus als auf der Kombination von Drohung und Bestechung beruhende „Machttechnologie“ im Dienste der Erhaltung der staatsbürgerlichen Loyalität der Inländer . die staatsbürgerliche Botmäßigkeit der Inländer zu erhalten. 24) Danach hätte man sich das staatsrassistische Kalkül also ungefähr so vorzustellen.Ein.ist nämlich ein ziemliches Phantasieprodukt im Dienste der Entschuldigung rassistischen Bewusstseins: „Mit dieser machtechnischen Strategie werden bestimmte Mehrheits-MinderheitsDiskurse.3 Ein imaginärer Staatsrassismus: Sicherung der Staatsbürgerloyalität per Bestechung und Bedrohung Die indirekt-deterministische Basis der staatsbürgerlichen Bewusstseinsbildung von Rassisten wie Antirassisten .und Ausgrenzungen von Menschen minderen Wertes und Rechtes konstituiert. Rassismus S.3.und Ausländern schon gar nicht. dass Ausländer entweder ins Land gelockt oder die Existenz der bereits im Lande befindlichen Ausländer dazu benützt würden. stimmt schon im allgemeinen nicht und für die Scheidung zwischen In.

um die weiße Arbeitnehmerschaft zu befrieden. dass dieses „Volk ohne Staat“ ein parasitäres. um den guten Deutschen im Interesse der Herrschaftsstabilisierung ein Aggressionsobjekt zu bieten. bevor man die zusätzlichen Chancen für die Wirtschaft entdeckte.und Ausgrenzungen“ stehen. so wenig haben sie ihn willentlich herbeigeführt. Farbige wurden vom rassistischen südafrikanischen Regime nicht etwa wegen ihrer Hautfarbe als Menschen zweiter Klasse behandelt und auch nicht. diese auf ihre familiäre Funktion als Erziehungsagentur Reproduktionsgehilfin Staatsbürgernachwuchs beschränken zu wollen. Sondern die Hautfarbe war der Anknüpfungspunkt für die Etablierung eines Ausbeutungsverhältnisses. hinsichtlich dieser quantitativ nicht unbedeutenden Staatsbürgergruppe jüngst eines anderen besonnen. Im Falle der Frauen beispielsweise des Mannes verdankt(e) und sich deren ursprüngliche für den „Diskriminierung“ dem staatlichen Kalkül. Eine ähnliche Entwicklung hat die staatliche Beurteilung der Homosexualität erfahren. So willkommen dieser Tatbestand den Arbeitgeber als nützliche Nebenwirkung sein mag. Juden sind im Faschismus auch nicht deshalb gewaltsam aus der Volksgemeinschaft ausgeschlossen worden. dem ein Ende bereitet werden müsse. Die besagte partielle Funktionsunfähigkeit dieser Staatsbürger soll fortan kein Hindernis mehr sein für die Ausnutzung der nützlichen Dienste. die dieser „etwas andere Staatsbürgertypus“ gleichwohl an anderen gesellschaftlichen Fronten wie im Beruf oder im Rahmen der Ersatzfamilie der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft (Stichwort: Unterhaltspflicht im Dienste der finanziellen Entlastung der Sozialhilfe) zu leisten imstande ist. staatszersetzendes Dasein innerhalb des deutschen Volkskörpers führt. Unternehmer kennen ohnehin nur ihr . die mit der ergänzenden Benutzung der modernen Frau als Angehöriger der beruflichen Reservearmee verbunden sind. Sondern ihre systematische Ausrottung beruht auf dem absolut negativen nationalsozialistischen Nützlichkeitsbefund. um die Kampfkraft der Arbeiterklasse zu schwächen und sie als Lohndrückungsinstrument einzusetzen. Arbeitslose werden entgegen anderslautenden linken Theorien auch nicht absichtsvoll von den „Herrschenden“ geschaffen. Ursprünglich wegen der Nichterfüllung der staatsbürgerlichen Basisfunktion als Keimzelle des Staates hat sich die deutsche Staatsgewalt gesellschaftlich geächtet und kriminalisiert. in dessen Rahmen den Farbigen unter Berufung auf ihre naturgegebene Minderwertigkeit die Knechtsrolle als Lohnsklave aufgeherrscht wurde.letztendlich alle diese „Ein.

Und dass die Kategorie der Ausländer deswegen geschaffen wurde. Ein derartiges Sicherungsbedürfnis einmal unterstellt. das die Entlassung von Arbeitskräften erfordert. dürfte sich wohl schwerlich wiederherstellen lassen mittels der staatlich lizensierten Pflege der herzlichen Abneigung gegenüber den nach wie vor hier lebenden und arbeitenden Ausländern. Leise Zweifel rühren sich bereits im Ausgangspunkt angesichts der fehlenden Notwendigkeit loyalitätssichernder Maßnahmen überhaupt. weil diese ihm Einnahmeverluste aus Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen und zusätzliche Ausgaben für die Unterhaltung der Arbeitslosen beschert. erscheint auch die besondere Art der in Aussicht gestellten Vorteile und Privilegien mehr als fragwürdig. um den angestrebten Erfolg bewirken zu . Verhält es sich nicht eher umgekehrt so. welche die Heimführung der unliebsamen Konkurrenten um Arbeitsplätze und Wohnungen in ihre Herkunftsländer begehren. wie aus der Existenz von Ausländern im Inland ein staatlicher Nutzen gezogen werden könnte in Sachen Loyalitätsstiftung bei den Inländern. Abgesehen davon. Aber auch die bloße Ausnutzung der bereits existierenden „Ausländerfrage“ als Instrument der Herrschaftssicherung kommt ernsthaft nicht in Betracht. wenn deren Beschäftigung kein taugliches Mittel für den Gewinn (mehr) darstellt. In den bürgerlichen Staaten der Gegenwart sind nämlich weit und breit keine nennenswerten gesellschaftlichen Kräfte zu erblicken. dass Staaten ohnehin eher selten und schon gar nicht flächendeckend für die staatsbürgerliche Loyalität Belohnungen zu versprechen sondern den staatsbürgerlichen Gehorsam als Fundamentaltugend ihrer Untertanen vorauszusetzen pflegen. Und der Staat hat auch an Arbeitslosigkeit überhaupt kein positives Interesse. dass die massenweise Anwesenheit von Ausländern auf deutschem Staatsboden zu einer massiven Störung des Vertrauensverhältnisses zum heimischen Staat geführt hatte? Diese gestörte Loyalitätsbeziehung breiter Volksteile zu ihrem Staat. wird sicherlich auch Holzkamp nicht vertreten wollen. um diese gegen die Inländer ausspielen zu können.betriebswirtschaftliches Rentabilitätskalkül. erscheint es schwer nachvollziehbar. welche die politischen und ökonomischen Herrschaftsverhältnisse in Frage stellen und gegen die man deswegen staatlicherseits machttechnologische Sicherungsmaßnahmen ergreifen müsste.

dass eine derartige Generalerlaubnis zur Diskriminierung von Ausländern weder im staatlichen Interesse läge noch von diesem praktiziert wird. Um Gratifikationen materieller Art wie höhere Löhne. so seiner Privilegierung verlustig zu gehen und zum Verfolgten zu werden. in der Schule.können. deren Minderwertigkeit spüren zu lassen: „Der strategische Kern des offiziellen Rassismus bildet . sich einmal mal zur Gattung der „Herrenmenschen“ rechnen zu dürfen und die Ausländer am Arbeitsplatz. 25 f. Umgekehrt hatte sich die Ausländerpolitik schon zu den Zeiten . deren von jedem materiellen Nutzen losgelösten „Herrn-im-Hause-Standpunkt“ einmal so richtig schön gegenüber den Ausländern ausleben zu dürfen. welche die Annahme der staatliche Offerten als „im Lebensinteresse“ der Bürger liegend nachvollziehbar hätten erscheinen lassen. wieweit sie für die eigenen Belange von Nutzen oder Nachteil sind. niedrigere Preise und Steuern oder erschwingliche Wohnungen. einen sicheren Arbeitsplatz.) Dagegen spricht freilich bereits Im Ausgangspunkt. für die „wir Deutsche“ „uns“ zu schade sein sollen.. bei der Vergabe von Wohnungen etc.Darin liegt einerseits das Angebot einer Aufwertung der jeweiligen Mehrheitsangehörigen gegenüber den Angehörigen der Minderheit.. die herrschenden Machtverhältnisse nicht in Frage stellst.“ (S.die diskursive Selbstverständlichkeit des Herrn-im-Hause-Standpunkts. dass die Existenzberechtigung der Fremden. d. wenn Du Dich tatsächlich der Vergünstigungen als würdig erweist.. Mit der Benutzung der Ausländer für die Belange der Inländer scheint deswegen wohl auch nicht die Zur-Verfügung-Stellung einer billigen und willigen ausländischen Putzhilfe zur Entlastung deutscher Familien von der „Drecksarbeit“ gemeint zu sein. Du bist es.jeder irgendwie in der Gefahr ist. Es gilt selbstverständlich nur. dich anständig. Dieser äußert sich in der Auffassung. Diese implizite Drohung gewinnt dadurch an Glaubwürdigkeit. der uns wichtig ist. dass angesichts der geschilderten unübersichtlichen und sich verändernden Netzes von Mehrheits-Minderheits- Anordnungen . Vielmehr soll der Staat seinen Bürger angeboten haben. unauffällig. auf den es uns ankommt und Du hast selbstverständlich das Recht. h. loyal benimmst. Nichtdazugehörigen davon abhängt. handelt es sich ja nach Auskunft von Holzkamp ohnehin nicht. Andererseits hat dieses Angebot auch eine Kehrseite. selbst in eine Minderheitenposition abzugleiten.. Deine Interessen auf Kosten der (wertloseren) Minderheitsangehörigen durchzusetzen.

soll ja nicht bestritten werden. So Repräsentanten haben bekanntlich führende des deutschen Staates wie der frühere Ministerpräsident von Brandenburg. als systemoppositionelle Minderheit unterdrückt zu werden. entbehrt nun wirklich jeder nachvollziehbaren Logik. Dies aber nicht wegen eines sich „verändernden Netzes von Mehrheits-Minderheits-Anordnungen“ sondern aufgrund der Kontinuität eines derartigen Umganges der „Herrschenden“ mit sozialistischen oder radikal-gewerkschaftlichen Bestrebungen. Auch umgekehrt ist nicht bekannt geworden. die (disfunktionale) Ausländerfeindlichkeit im Lande im Interesse der weiteren Rekrutierung ausländischer Arbeitskräfte und der Wahrung des internationalen Ansehens des deutschen Staates einzudämmen. die ihre Loyalität gegenüber den „Herrschenden“ aufkündigen. Wer zuvor ein halbwegs klares Bild von den gesellschaftlichen Verhältnissen hatte. diesbezügliche Vorbehalte ihrer Bürger durch einschlägige Toleranz-Edikte abzubauen und hat auch gegenwärtig alle Hände voll zu tun. namentlich der Ausländer verschrieben haben (S. wer beispielsweise . Und was die drohende Verfolgung bei Ausbleiben des herrschaftskonformem Wohlverhaltens betrifft.der Gastarbeiteranwerbung darum bemühen müssen. Das kann unmöglich sein. wegen der ihnen gerade deswegen drohenden Verfolgung zu Ausländerfeinden werden sollten. Handfeste Drohungen von Seiten der Staatsgewalt ergehen heutzutage eher an die Adresse der Ausländerfeinde. seinen „Widerstand gegen die herrschenden Verhältnisse“ aufzugeben und sich stattdessen der Unterdrückung und Ausgrenzung von Minoritäten. Denn laut Holzkamp soll der Bürger ja per Bestechung und Drohung dazu bewogen worden sein. dass Staatsbürger. warum dieser sich die Bestechungsangebote der Staatsgewalt hätte einleuchten lassen und daraufhin zum Ausländerfeind werden sollen. Gefahr laufen. die kein Vaterland sondern nur antagonistische soziale Klassen kennen. dass der Staat für den Fall des Loyalitätsentzuges der Bürger die Aberkennung des Privilegs zur Ausländerverachtung angedroht hätte. Stolpe. militante Rassisten des Verrates der nationalen Sache geziehen und werden Mitgliedern der rechtsradikalen Parteien von den Arbeitgeberverbänden massive Nachteile in Gestalt von Berufsverboten in Aussicht gestellt. 24/25). Aber dass ausgerechnet die Verfechter der internationalistischen Arbeiterbewegung. Überhaupt ist auf der Grundlage der Holzkamp´schen Prämissen hinsichtlich der Bewusstseinsausgangslage des später zum Ausländerfeind mutierten Bürgers in keiner Weise nachvollziehbar.

4Der reale Bürgerrassismus: Ausländerfeindlichkeit eine Eigenleistung des Staatsbürgers auf der Grundlage staatlicher Menschensortierung . dann muss auch keine Bereitschaft zum „Mitspielen“ beim Rassismusspiel durch die Herrschenden bei der Bevölkerung geweckt werden. die vom deutschen Staatsboden zu entfernen sind. setzt bei diesen die Existenz des veritablen Nationalrassismus bereits voraus. „sich als ‚Mehrheitsangehörigen’ zu definieren. die auf Kosten der wert. der wirkliche Sachverhalt sieht genau umgekehrt aus. Wobei er freilich im Rahmen seiner Bestechungskonstruktion den Tatbestand des präexistenten Bürgernationalismus selber unfreiwillig konzediert. welche das Angebot des institutionellen Rassismus zum „Mitspielen“ für viele Bürger so verlockend erscheinen lassen soll. wer sogar so etwas wie Opposition gegen diese Verhältnisse entwickelt haben soll. Und damit hätte sich die ganze Konstruktion der durch ein „Geflecht von Bedrohung und Bestechung“ erzeugten Bürgerausländerfeindlichkeit endgültig selber ad absurdum geführt. 3. damit zu den Privilegierten. wechselt ins gegnerische Lager über und erblickt fortan in Ausländern im allgemeinen und in seinen ausländischen Arbeitskollegen im besonderen nur noch „unwerte Ausländer“.und rechtloseren Minderheit leben dürfen“ (S. Wenn aber das Interesse. dass ihn mit seinen ausländischen Arbeitskollegen mehr Gemeinsamkeiten verbinden als mit seinem deutschen Arbeitgeber oder dem Bundeskanzler. Begünstigten. den Holzkamp erst als nachträgliches Werk der erfolgreichen Machenschaften des Staatsrassismus vorstellig machen will. Nein. wenn er nachdrücklich „die diskursive Selbstverständlichkeit des ‚Herrn-im-Hause-Standpunkts’“ betont.darum wusste. dass Teile der Bürger darüber hinaus auch noch einen Standpunkt der prinzipiellen Ausländerfeindlichkeit vertreten. Geschützen gezählt zu werden. welche durch die Aufwertung gegenüber den minderwertigen Ausländern befriedigt wird. Dass die Argumente des institutionellen Rassismus wie die „Rede vom vollen Boot“ beim Bürger verfangen. der lässt sich doch nicht und dazu auch noch wider besseres Wissen von derartigen Offerten des Staatsrassismus überzeugen. den Inhalt der „unmittelbaren Bedürftigkeit“ des Subjektes ausmacht. 27).

durch das Territorialprinzip. Bereits etablierte und mit nationaler Bevölkerung(szufuhr) in Quantität und -qualität reichlich gesegnete Staaten sind bekennende Anhänger des sogenannten Abstammungsprinzips. sondern er hat seinen Ursprung im Innenverhältnis des Staates zu den einheimischen Mitgliedern des Nationalvolkes. Andere Staaten ergänzen bei Bedarf das Abstammungs. das den Erwerb der Staatsangehörigkeit an den Akt der Geburt auf inländischem Territorium bindet. Dann schließlich gibt es noch sogenannte Einwanderungsländer.und Verführungsepos mit dem Titel „Staatsgewalt spielt im Interesse der Herrschaftssicherung Inländer gegen Ausländer aus. das an die „natürliche“ Herkunft des neuen Personals aus Zeugungsakten bereits gedienter Mitglieder der Nation anknüpft. die die beste Gewähr dafür bieten. Entgegen einer verbreiteten Auffassung gründen Staaten auch nicht auf einer getrennt von ihnen existierenden Gemeinschaftlichkeit ihrer Mitglieder etwa der gleichen Sprache oder Kultur. So etwas wie eine Staatsangehörigkeit. Sondern das . die Zugehörigkeit zu einer Nation haben die Mitglieder derselben nämlich in aller Regel nicht frei gemäß ihren jeweiligen Vorlieben gewählt. Sondern bei der „Verleihung“ der Staatsangehörigkeit handelt es sich um einen Akt der Zwangsre-krutierung des Staatsvolkes.“ Und dieser Staatsrassismus fängt nicht erst beim Verhältnis der Staatsgewalt zu den Ausländern an. Dieses kommt insbesondere in dem Falle zur Anwendung. ihren zusätzlichen Bedarf an Bevölkerungsnachschub durch die gezielte Abwerbung ausgesuchter Angehöriger anderer Staaten decken zu wollen. das gemäß den jeweiligen Kriterien des staatlichen Souveräns ausgewählt wird. Bei der Konstitution des Staatsvolkes durch die Staatsgewalt geht es freilich nicht um die Ausübung von staatlicher Herrschaft als Selbstzweck und erst recht nicht um die zweckmäßige Organisation eines gesellschaftlichen Zusammenhanges.Der wirkliche Staatsrassismus ist im übrigen ein völlig andersgearteter Sachverhalt als das Holzkamp´sche Erpressungs. der auf der bedürfnisgerechten Produktion und Verteilung der Lebensgüter beruht. den Staatsbürgernachwuchs im nationalen Sinne heranzubilden. die sich darauf verlegen. dass eine Staatsgewalt als Resultat ihrer (kolonialen) Eroberungen Land und Leute des besiegten Gegners ihrem eigenen Herrschaftsgebiet und Staatsvolk zuzufügen gedenkt.

Die staatliche Dienstverpflichtung für die Zwecke der Nation wird den Bürgern in freiheitlich-demokratischen Staatswesen in der Gestalt von Rechten aufgeherrscht. sich um eine Arbeitsstelle bewerben. Eltern. Soldat etc. im Fall des normalen Menschen in seiner Eigenschaft als Lohnarbeiter. die mit dem Recht auf Eigentum vorausgesetzt und garantiert . ohne indes mit der Garantie eines Arbeitsplatzes und damit eines Einkommens bedacht zu werden. hergestellte Zwecke seines Staates in der Herrschaftsverhältnis über seine Untertanen behandelt die Staatsgewalt als eine diesen innewohnende Qualität und Bestimmung ihrer Menschennatur Und just darin besteht die Elementarform des wirklichen Staatsrassismus.Wesen der politischen Herrschaft besteht gerade auch in demokratischen Staaten in einem Benutzungsverhältnis im Dienste der Zwecke der Herrschaft. Die Subsumtion unter dieses herrschaftliche Benutzungsverhältnis namens Nation wird den Mitgliedern des Staatsvolkes von Seiten der Das Staatsgewalt an ihnen als deren gesellschaftliche Natureigenschaft zugeschrieben. von dessen Standpunkt ihr Lohn immerzu zu hoch und ihre Arbeitsleistung zu gering ausfällt. lässt ihnen die ökonomische Zwangslage. Steuerzahler. entfalten sich in der rechtlichen Gleichbehandlung die Unterschiede so prächtig. Und indem allen Bürgern ohne Ansehen von Person und Eigentum die gleichen Rechte gewährt werden.arbeiten gehen bzw. miteinander um die gewinnbringende Anwendung ihrer Arbeitskraft durch private Arbeitgeber konkurrieren zu dürfen. wenn sie nicht gerade Unternehmer oder Großerbe sind. eine Familie gründen und seine Kinder zu erziehen. Und weil die übergroße Mehrheit der Menschen. politischen und militärischen Konkurrenz der Nationalstaaten fungieren. auch nichts anderes übrig. Dessen Inhalt für die einfachen Bürger besteht darin. für die Verfolgung seiner ökonomischen. So ziemlich alles was der Mensch von staatswegen tun soll . sich in Gebrauch der zugestandenen Freiheit für das Wirtschaftswachstum nützlich zu machen.alle diese staatlichen Anforderungen an ihn werden ihm als seine Freiheit gewährt. So vollzieht sich die ökonomische Indienstnahme für die Mehrung des marktwirtschaftlichen Nationalreichtums mittels der Wahrnehmung des Grundrechtes der Berufsfreiheit. Das dergestalt von bürgerlichen Nationalstaaten auserwählte Volk soll demgemäß für seinen Staat in den unterschiedlichen Funktionen seines „Standes“. als um ihrer Lebenserhaltung willen. der die Staatsgewalt sie aussetzt. wählen . nicht über produktives Eigentum oder dessen Früchte verfügt.

sind und welche für die meisten das Lebenslos einer lebenslangen Abhängigkeit von einer höchst unsicheren Einkommensquelle bescheren. h. die erstens die kontinuierliche Erzielung eines Einkommens oder einer bestimmten Einkommenshöhe nicht garantiert und deren Erträge zweitens nicht ausreichen. auswärtigen Staatsgewalt unterstehen. Ausländer sind nämlich gemäß der einschlägigen Definition des Ausländerrechts Menschen. Die nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbour erfolgende Zwangsinternierung von japanisch-stämmigen US-Bürgern in den USA im 2. als geborene Repräsentanten der Zwecke ihrer staatlichen Herrschaft. d. Soweit die Ausgestaltung des herrschaftlichen Binnenverhältnisses der Staatsgewalt zu ihrem auserwählten Staatsvolk. wie überhaupt die ganze Scheidung von In. die infolge der abstrakten Zustimmung zu ihr sämtliche konkreten.und Ausländern nur das Resultat von Ausschließungsakten miteinander konkurrierender Gewaltmonopole darstellt. Krankheit. betrachten und behandeln. unwiderlegbaren Generalverdacht belegt. Sie werden deswegen auch mit einem ziemlich prinzipiellen. Pflegebedürftigkeit und Alterseinkommenslosigkeit zu tätigen. Die Indienststellung für staatliche Zwecke per Gewährung von Rechten macht im übrigen auch nicht vor den allerprivatesten Akten der Bürger halt. Mit dem staatlichen Schutz von Ehe und Familie. Das Verhältnis der Staatsgewalt zu Ausländern ist nichts anderes als die Außenseite dieses Staatsrassismus nach innen. Kolonne des Feindes im eigenen Land zu bilden. Mit der Teilnahme an der Wahl schließlich erfüllt der Bürger auch noch seine vornehmste Staatsbürgerpflicht zur Legitimation der staatlichen Herrschaft. mit der Gewährung des Rechtes auf Eheschließung und Familiengründung nämlich beschlagnahmt der Staat auch noch das Intimleben seiner Bürger für dessen nützliche Funktion als Keimzelle des Staates. Weltkrieg ist ein prächtiges Anschauungsbeispiel dafür. Entscheidungen den Staatsbürgern als deren Willen zurechnen kann. dass Nationalstaaten Ausländer gemäß derselben rassistischen Logik wie ihr eigenes Staatsvolk. in voller Souveränität gegenüber dem Bürgerwillen getroffenen. Ausländer sind also in dieser Optik der Nationalstaaten quasi von Natur aus . die keine Inländer sind sondern einer fremden. die erforderliche Vorsorge für die Wechselfälle des kapitalistischen Erwerbslebens in Gestalt von Arbeitslosigkeit. die Interessen ihrer eigenen staatlichen Herrschaft zu vertreten und im Ernstfall die 5. Invalidität. Der Abhängigkeit von einer Einkommensquelle.

Sozialhilfebedüftigkeit von Ausländern ist bekanntlich ein Ausweisungsgrund (§ 46 Nr. Deswegen. In Sachen Benutzung ausländischer Arbeitskräfte nicht nur im Inland ist der moderne Nationalstaat im Zeitalter der Globalisierung geradezu zum Kosmopoliten geworden. Oder aber ihnen wird wie im Falle ausländischer Flüchtlinge durch das neue Asylrecht der in aller Regel ohnehin vorübergehende . vom Standpunkt der staatlichen Herrschaft als ein Unding betrachtet wird. namentlich für die Mehrung des Nationalreichtums. die Ausgabe von Greencards und die Bemühungen um ein sogenanntes Einwanderungsgesetz. Angehörigen derselben . das für eine passgenaue arbeitsmarktgerechte Zufuhr ausländischer Arbeitskräfte sorgen soll. die hochdifferenzierte Abstufungen des Rechtsstatus von Ausländern unter dem Gesichtspunkt der Art der vorgesehenen Benutzung von Ausländern für inländische Staatswecke sowie des Standes der auswärtigen Beziehungen des Staates zu den verschiedenen Nationalstaaten vornimmt.Parteigänger der Interessen auswärtiger Staaten. ihr „Gastrecht“ verwirkt haben. Mit einer prinzipiellen Abneigung freilich gegenüber sollte man Ausländern diesen oder gar einem allgemeinen des Ausländerhass staatsrassistischen Standpunkt Generalmisstrauens nicht verwechseln. weil gemäß der neuen asylpolitischen Rechnungsweise des Staates der Nutzen des Asylrechts als außenpolitischer Waffe gegenüber fremden Staaten. dass Ausländer erst gar keine Aufenthaltserlaubnis erhalten bzw. was die EU-weite Freizügigkeit von Arbeitnehmern. Dieses staatliche Generalmisstrauen gegenüber den Ausländern schlägt sich in einer Ausländergesetzgebung nieder. etc belegen. wenn sie für deutsche (Wirtschafts)belange nicht (mehr) taugen. wenn ihre Benutzung einen fördernden Beitrag für die Verwirklichung nationaler Belange verspricht. Umgekehrt heißt dies natürlich auch.Aufenthalt auf deutschem Boden gleich verwehrt. dass eine doppelte Staatsbürgerschaft einen absoluten Ausnahmetatbestand darstellen soll. sondern er hat zu ihnen ein rein instrumentelles Verhältnis. weil zwei Herren gleichzeitig zu dienen. die diesseits als Unrechtsregime eingestuft werden. Der Nationalstaat hat nicht generell etwas gegen Ausländer. Er bedient sich ihrer gegebenenfalls gerne. Weswegen die politischen Herrschaften auch in entsprechenden völkerrechtlichen Kodifikationen ihre Einigkeit darüber zur Protokoll gegeben haben. 6 Ausländergesetz). die Existenz von Millionen von „Gastarbeitern“.bis zur garantiert 97-prozentigen Nichtanerkennung währende . in keinem Verhältnis mehr steht zu den Kosten der Verköstigung der nunmehr Wirtschaftsasylanten geheißenen Menschen.

Völkerschaften,

die

vorgestern

noch

als

Kronzeugen

von

Menschenrechts-

verletzungsanklagen insbesondere gegen dem realen Sozialismus fungieren durften. Eine prinzipielle undifferenzierte Ausländerfeindlichkeit von Seiten des Nationalstaates gibt es deshalb ebenso wenig wie eine Offerte an das heimische Staatsvolk, sich gegenüber den Ausländern als Herrenvolk aufzuführen. Eine selektive Ausländerfeindlichkeit steht vielmehr nur dann auf der staatlichen Tagesordnung, wenn Staaten Feindschaftserklärungen gegenüber auswärtigen Staaten abgeben. In diesem Falle erstreckt sich die Gegnerschaft gemäß der staatsrassistischen Logik „natürlich“ auf das auswärtige Staatsvolk und das eigene Staatsvolk wird mit entsprechenden Feindbildern versorgt, welche die Bösartigkeit des feindlichen Nationalcharakters zu bebildern suchen. Entschlossene Ausländerfeindlichkeit ist unerwünschten Menschenschlages von auch im Falle der in „unserer „Asylantenflut“ angesagt wenn es gilt, die illegale „Einwanderung“ dieses gänzlich Wirtschaftsflüchtlingen Sozialsystem“ mit allen verfügbaren Mitteln des Ausländerrechtes, des Grenzschutzes und der Asylrechtsreform zu unterbinden. Aber diese Sorte institutioneller Ausländerfeindlichkeit hat mit dem von den Kritischen Psychologie gemeinten Tatbestand des Staatsrassismus ebenso wenig gemein, wie die Bestimmung, die Holzkamp dem Bürgerrassismus als gelungenem Bestechungswerk des institutionellen Rassismus verliehen hatte. Der ausländerfeindliche Nationalrassismus von unten ist nämlich nichts anderes als der radikalisierte Standpunkt der nationalen Identität. Dessen Elementarform besteht in der bekennenden Zuordnung der Bürger zu der ihnen von staatswegen aufgeherrschten und als ihre gesellschaftliche Naturbestimmung zugeschriebenen Eigenschaft, Untertan der französischen, englischen, deutschen Staatsgewalt etc. zu sein. Diese grundlegende staatsidentifikatorische Leistung des Bürgers ist vollbracht, sobald der zum Franzosen, Engländer und Deutsche gemachte Mensch von sich sagt, er sei ein Franzose, Engländer oder Deutscher und dementsprechend national denkt und fühlt. Der eingenommene nationale Standpunkt der Bürger betätigt sich dann darin, die ganze Welt einschließlich ihrer persönlichen Lebenslage durch die nationale Brille, d. h. im Lichte der Belange der eigenen Nation zu betrachten. Wer diesen Standpunkt der ideellen Teilhaberschaft an einem Gemeinschaftsunternehmen namens Nation vertritt,

macht sich folgerichtig ebenso Sorgen um die Konkurrenzfähigkeit der einheimischen Wirtschaft oder die Stabilität des Euro oder des Dollar wie um den Erfolg der Fußballnationalmannschaft. Er verbucht die kriegerischen Erfolge seines Landes als seine individuellen Siege wie er umgekehrt an der außenpolitischen und militärischen Zweitrangigkeit seiner Nation und unter Politkern leidet, welche die Nation nicht leuchtet es ordentlich repräsentieren. Dem nationalen Staatsbürgerbewusstsein die Lohnnebenkosten wegen der internationalen

selbstverständlich auch ein, dass der nationale Standort keine höheren Löhne verträgt, Konkurrenzfähigkeit „unserer Wirtschaft“ gesenkt werden müssen und sich der Staat das bisherige Niveau der „sozialen Sicherung“ einfach nicht mehr länger leisten kann. Denn er hat ja erfolgreich gelernt, sein eigenes Interesse am gemeinen Wohl des großen Ganzen zu relativieren. Entgegen einer weitverbreiteten Auffassung, die an dieser Stelle die feinsinnige Unterscheidung zwischen einem „gesunden Nationalbewusstsein“ und dem Nationalismus als übersteigertem Patriotismus ins Spiel zu bringen pflegt, schließt der nationale Bürgerstandpunkt selbstredend auch die Gering(er)schätzung der Anliegen von fremden Staaten und deren Staatsvölkern ein. Denn wer Parteigänger des nationalen „Wir“ ist, wem zuvörderst die Durchsetzung „unserer Interessen“ in der Welt am Herzen liegt, der hat automatisch die Interessen der „anderen“ in die zweite Reihe verwiesen. Denen möchte er nämlich keineswegs das höhere Recht auf Erfolg versieht. Und dieses zubilligen, mit dem er die eigenen nationalen Interessen

„übersteigerte Nationalgefühl“ will man selbstredend auch nie in der eigenen Nation vorfinden. Sondern man entdeckt bezeichnenderweise Nationalismus immer nur bei fremden Staaten, die haargenau dasselbe Programm praktizieren wie das eigene politische Gemeinwesen. Was unterscheidet denn nun eigentlich diese Normalform des staatsbürgerlichen Identitätsbewussteins vom rechtsradikalen fremdenfeindlichen Nationalismus? Bis zu diesem Punkt überhaupt nichts, denn so denken beide. Und deshalb sind die Unterschiede zwischen dem normalen Staatsbürgernationalismus und dem rechtsradikalen Patriotismus auch ziemlich fließend. Bei den Anhängern des rechtsradikalen Nationalismus kommt freilich ein entscheidender Zusatz ins Spiel. Dieser besteht in einer elementaren Fehlinterpretation ihres

staatsbürgerlichen Status, mit der das Verhältnis von Staat und Volk auf den Kopf gestellt und die staatliche Menschensortierung in In- und Ausländer in das Werk einer völkischen Selektion verwandelt wird, dessen Vollzugsinstanz der Staat bildet. Was in Wahrheit das Ergebnis einer staatlichen Zwangsrekrutierung gemäß dem obersten Nützlichkeitskriterium absoluter und ungeteilter Loyalität gegenüber der „eigenen“ politischen Herrschaft ist, sehen sie als Ausweis ihrer privilegierten Zugehörigkeit zu einer vorstaatlichen Volksgemeinschaft, gründend auf biologisch-kulturell-historischen Gemeinsamkeiten, deren politische Zusammenfassung und Verkörperung der Staat ist. In diesem Sinne ist der Staat dann auch ihr Staat und sind die ihnen im Unterschied zu Ausländern gewährten vollen staatsbürgerlichen Rechte der Ausdruck einer ihnen gebührenden Vorzugsbehandlung. In dieser völkischen Sichtweise der Einheit von Volk und Staat ist man also Inhaber der staatsbürgerlichen Rechte, weil man zur nationalen Herrenrasse, zum englischen, französischen oder deutschen Volk gehört. Und umgekehrt erklärt man sich die Minderberechtigung von Ausländern nicht aus der staatlichen Generalverdächtigung der konkurrierenden Gefolgschaftstreue zu einer fremden Staatsgewalt sondern aus deren minderwertigeren völkischen Andersartigkeit. Von diesem Standpunkt erscheint den Rechtsradikalen bereits die bloße Anwesenheit von Ausländern auf inländischem Staatsboden als unerträgliche Beeinträchtigung des Lebensrechtes des Nationalvolkes und wird die multikulturelle Gesellschaft als identitätszerstörende „Durchrassung“ des nationalen Volkskörpers begriffen. Und dass dieser Angriff auf das deutsche Volk mit den entsprechenden Mitteln abzuwehren ist, liegt ganz in der völkischen Logik. Notfalls, wenn der Staat diese ihm eigentlich obliegende Aufgabe nicht oder nur unzureichend erfüllt, auch im Wege der „Ersatzvornahme“, d. h. mit der stellvertretend von Seiten des Volkes betriebenen gewalttätigen Vertreibung von all denen, „die nicht hierhin gehören.“ Und das sind im Unterschied zur aktuellen staatlichen Sichtweise, welche auf der Unterscheidung zwischen nützlichen und nicht nützlichen Ausländern beruht, ausnahmslos alle Ausländer. Weil per definitionem Ausländer als Mitglieder eines minderwertigen fremden Volkstums keinen Nutzen für das eigene Volk stiften können sondern umgekehrt prinzipiell als Volksschädlinge zu betrachten sind. Wozu denn auch für unnütz befundene Teile der einheimischen Bevölkerung rechnen wie insbesondere Obdachlose, Behinderte, Juden und vaterlandsverräterische Elemente wie Mitglieder linker Parteien und Vereinigungen die ebenfalls Opfer rechtsradikaler Gewalttaten zur Reinhaltung des

die an ihm und dem Rest der Menschheit vollzogen wird. 29). der dessen auf der Scheidung in In.Volkskörpers werden.5 Die subjektwissenschaftliche Entschuldigung des Bürgerrassismus Deren Verführungs-Erklärung beinhaltet vielmehr umgekehrt eine einzige hochkomplizierte Entschuldigung des ausländerfeindlichen Bewusstseins. .“ (S. was hier von eigenen. ist seine „Korrumpiertheit durch die ‚Angebote’ der Herrschenden. dass der im Akt der staatlichen mit dem Staatsbürgerschaftszuschreibung die Wurzel der rechtsradikalen Ausländerfeindlichkeit Deshalb Mittelpunkt die Auseinandersetzung der grundlegend ausländerfeindlichen Bürgerrassismus Kritik falschen identifkatorischen Stellung des Bürgers zu der staatlichen Menschensortierung stehen. Was hier als die von der Kritischen Theorie so hochgehaltene Berücksichtigung des „subjektiven Faktors“. die ihr Maß an einschlägigen Programmpunkten der DVU oder der Republikaner genommen hatte. ist alles anderes als ein guter Grund zur Parteinahme für die Ursprungsversion des „geachteten Nationalismus“. Vielmehr wäre im Rahmen des Kampfes gegen die Ausländerfeindlichkeit dem Umstand gebührend liegt. Bei ihrer ausländerfeindlichen Selbstjustiz haben sich die heimischen Rassisten nicht von ungefähr prinzipiell ins Recht gesetzt gefühlt durch eine staatliche Ausländerpolitik. Rechnung muss getragen im werden. 3. Davon freilich ist die Kritische Psychologie Lichtjahre entfernt. die unter der Losung „Das Boot ist voll!“ einen generellen Anwerbestop für ausländische Arbeitskräfte im Verein mit der Ausländerrückführungskampagne verfügt und zu guter Letzt eine Asylrechtsreform ins Werk gesetzt hatte. selbstgesetzten Bestimmungsgründen des Ausländerfeindes übrig bleibt. Dass dem demokratischen Nationalismus auf seinem eigenem (geistigen) Boden ein Konkurrent erwachsen ist.und Ausländer beruhenden Staatsrassismus auf spezifisch völkische Weise durchdekliniert.

Inländer und Ausländer.die dabei angesprochenen Individuen als Mitsubjekte. die sein Widersprüchlichkeit auch entscheiden Ausländerfeindlichkeit als „Prämisse“ seiner subjektiv begründeten Handlungen zurückzuweisen.. besteht. Diese Bestechlichkeit erlaubt es zwar einerseits. Was Holzkamp so pointiert mit dem Wörtchen „bloß“ zum Ausdruck zu bringen weiß. Was ihm deswegen allein negativ anzurechnen ist. dem Ausländerfeind dessen Rassismus als Akt seiner bedingt-freien Entscheidung auch moralisch zuzurechnen: „Vielmehr bleiben auch bei einer Kritik rassistischer Lebensäußerungen . die Funktion von staatbürgerlichen Rechten. den Zweck der Marktwirtschaft etc. ist der Rassist zwar nicht nur aber zugleich auch als Opfer der staatsrassistischen Propaganda zu betrachten.“ (49) Weil aber anderseits die Entscheidung für den Bürgerrassismus vom Staatsrassismus nachhaltig nahe gelegt wird. Sondern in der Optik der Kritischen Psychologie handelt es sich um lauter „eigentlich“ ausländerfreundliche bis kapitalismuskritische Menschen. sich „wider Willen und besseres Wissen“ deren Drohungen beugend oder deren Bestechungsangeboten erliegend. sondern als selbstverständliche Handlungsvoraussetzungen akzeptiert werden. ist Verhaftetsein in „solche(n) systematisch verkürzte(n). eine Metamorphose zum Ausländerfeind vollzogen haben sollen. wenn er angesichts „der subjektiven Eigenanteile“ des Bürgerrassismus die Warnung ausspricht .Ähnlich wie bei den konventionellen sozialpsychologischen Erklärungen von Maaz und anderen wird den Ausländerfeinden als willfährigen Opfern staatlicher Bedrohung und Bestechung im Ergebnis ein eigenständiges politisches Bewusstsein abgesprochen. eindimensionalen Handlungsbegründungen … in welchen die im strukturell-rassistischen Diskurs enthaltenen Prämissen nicht problematisiert. die infolge der Wirkkraft der staatsrassistischen Propaganda. welche die aufrichtige Liebe zu Deutschland zu ihren Aktionen drängt. Skinheads und Ausländerhasser sind demnach keine politischen Überzeugungstäter..“ (ebda S. 27) Denn der Ausländerfeind der hätte Offerte sich ja wegen dazu der besagten angeblichen können. die für eigenes Handeln voll verantwortlich sind. erhalten. der Bürgerrassismus ohne die Offerten des Staatsrassismus nicht entstanden wäre. das aus der beschriebenen Ansammlung falscher Urteile über Staat und Volk.

1991. ders: Antirassistische Erziehung als Änderung rassistischer „Einstellungen“?. S. Osterkamp. es scheint sich bei Ihnen wohl um die Kombination von Opfern und Täten zugleich zu handeln. das heißt gesellschaftlichen Lebenstätigkeit. K. 256) So löst sich also die ganze Erklärung des ausländerfeindlichen Rassismus zu Guter letzt in ein dialektisches Hin und Her von Entschuldigung und Beschuldigung auf. 1994. Argument 203. 26) Nein. des mittelbaren Täters: dem Staatsrassismus wird dessen willentlichem Werkzeug: dem Bürgerrassismus zwar kein Freispruch erteilt. d. (Holzkamp. welche die subjektorientierte kritische Psychologie in Gestalt ihrer Konzeption einer „antirassistischen Erziehung“ gegenüber dem Bürgerrassismus ins Feld führt. weil ja bekanntlich in uns allen ein potentieller Rassist steckt.) Bereits im Ausgangspunkt dieser Konzeption ist vornehme Zurückhaltung bereits deshalb angesagt. miteinander zusammenhängende Grundzüge jeder menschlichen.. S.“ (Vorlesungsmanuskript S.. 41 ff. Forum Kritische Psychologie 28.) (ebda S. U..“ (Hervh.“ (Holzkamp. . Rassismus und Alltagsdenken.und Handlungsweisen zeigt/zeigen würde. jedoch werden ihm hochgradig-mildernde Umstände zugebilligt.. Im Namen des Anstifters bzw.6 Die subjektwissenschaftlich angeleitete Praxis antirassistischer Erziehung Dem verständnisvoll-apologetischen Charakter der Analyse entspricht die praktische „Kritik“. 40 ff. A. O.also auch ‚ich selbst’ rassistische Denk.„die Subjekte kurzschlüssig als bloße Opfer staatsrassistischer Strategien ansehen (zu wollen). a. Rassismus S. 27). 3. Rassismus a. „bei entsprechender Prämissenlage jeder ‚normale Mensch’ . was zwar logisch keinen Sinn abgibt aber voll und ganz dem Grunddogma des deterministischen Erklärungsschemas entspricht: Der Mensch ein Bedingter und Bedingender zugleich: „Die subjektive Bestimmung und objektive Bestimmtheit sind beide notwendige.

staatlichem diskriminierenden verschiedenen Bevölkerungsgruppen mittels des Systems von Bestechung und Bedrohung gegeneinander auszuspielen. den vollberechtigten Staatsbürgerstatus. hält er vielmehr für eine Art theoretischer Vergewaltigung der Subjektivität und deshalb ohnehin für wirkungslos bis kontraproduktiv. Mit dem Hinweis auf die den „Tätern“ drohende Gefahr. sie also in ihrer Weltsicht und personalen Integrität von vornherein negiert.“ (ebda. den Nationalismus von Rassisten inhaltlich anzugreifen. als autoritäre Verordnung einer ausländerfeindlichen Alternativgesinnung vorstellen kann. Was Holzkamp stattdessen als zentralen Lerngegenstand seiner „antirassistischer Erziehung“ als in Anschlag bringen will. Woher sollte Holzkamp im übrigen auch die Argumente nehmen. das im Rahmen einer wahren Demokratie eigentlich auch den aus dieser segensreichen Einrichtung ausgegrenzten Ausländern zustünde.Kritik an ausländerfeindlichen Einstellungen. d h. wenn er selber deren Grundfehler teilt. 46): „Wenn man SchülerInnen unter Ausklammerung ihrer eigenen Subjektivität ihre rassistischen Einstellungen aberziehen will. Konsequenzen der Die Befassung mit den allseitig die angeblichen staatlichen Strategie. dass die getroffene Option für die Ausländerfeindlichkeit eine kurzschlüssige eindimensionale Handlungsbegründung darstellt. sondern durch die Demonstration von gewünschten Erziehungsresultaten sich gegenüber jeder Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten abschirmen. zukünftig möglicherweise zu werden. für ein positives Daseinsgestaltungsmittel des Bürgers zu halten. die sich Holzkamp anscheinend nur als moralische Verurteilung von Ausländerfeinden und deren politische Ausgrenzung unter umgekehrten antirassistischen Vorzeichen bzw. muss man sich eigentlich wundern. die Form der totalen Indienststellung des nützlichen Untertanen unter die Zwecke seiner Obrigkeit für ein erstrebenswertes „Privileg“. S. 46) Durchaus konsequent ist deshalb der gänzliche Verzicht auf eine sachliche Auseinandersetzung mit den politischen Urteilen von Ausländerfeinden. (Antirassistische Erziehung S. die im Widerspruch zu ihren eigentlichen Lebensinteressen steht. ist sein Konstrukt des institutionellen Rassismus Herrschaftssicherungsmittel. wenn sie da nicht mitspielen. selber einmal zum Opfer zur rassistischer ihrer Diskriminierungen sollen Ausländerfeinde Korrektur . soll (potentiellen) Rassisten die Augen dafür öffnen.

AIDS bekommen. dass ich nur.dazu stets in der Gefahr.selbst auch ausgegrenzt und diffamiert werde. gegenüber anderen . müsste…den SchülerInnen klar werden können. Mädchen. mich etwa als ‚Einheimischer’ gegenüber ‚Ausländern’ auf der Siegerseite wähnen kann. in die ich real einbezogen bin. wenn sie nicht mit dem möglichen Nachteil des späteren Wechsels des Täters in die Opferrolle verbunden wäre? Wohl kaum. das füg auch keinem andern zu!“ die uns Holzkamp unter dem Titel „Überwindung selbstschädigender Verhaftetheiten des eignen Denkens und Handelns“ in den Diskursen des strukturellen Rassismus (S.eben als Mädchen. sondern als Jugendliche. Wollte denn Holzkamp wirklich gesagt haben. selbst auch potentielle Opfer der Ausgrenzung und Diffamierung durch andere .Fehlentscheidung bewogen werden: „Beim Eindringen in den so gefassten Lerngegenstand.“ (S. dem Bewusstsein der nationalen Identität wurzelnden Beweggründe der Ausländerfeindlichkeit werden durch den moralischen Appell a’ la Holzkamp nicht nur nicht angegriffen sondern implizit auch noch bestätigt. Aber dann sollte er besser auf dieses Argument verzichten. dass an der Ausländerfeindschaft nichts auszusetzen wäre.und Diffamierungsbewegungen gegenüber ethnischen Minderheiten. dass sie nicht nur potentielles Subjekt von rassistischen Ausgrenzungs. beim Klauen erwischt werden. Jugendliche(r) Behinderte(r) . Behinderte etc. wenn ich die Gesamtheit der Mehrheits-Minderheits-Diskurse. Selbst wenn man den Ausländerfeind prinzipiell als Parteigänger des kategorisch-moralischen Imperativs unterstellt. aber allgemeiner gesehen . das man Dir tu. weil dieser eines Tages wie ein Bumerang auf ihn selber zurückfallen könnte. Zweitens ist der propagierte Appell zur Eingliederung in die Solidargemeinschaft aller von staatlichen Mehrheits-Minderheitsanordnungen des ausländerfeindlichen Betroffenen aufgrund auch der zur inhaltlichen Beschaffenheit Bewusstseins notwendigen Erfolglosigkeit verurteilt. Von da aus müssten im Fortgang der Lernaktivitäten für mich (als SchülerIn) begreifbar werden. 55) Gibt es denn gegen den ausländerfeindlichen Rassismus wirklich keine besseren Argumente als die moralische Agitation mit dem Sinnspruch „Was Du nicht willst. weitere mehr oder weniger einschneidende Ausgrenzungen und Diffamierungen auf sich zu ziehen. Der Ausländerfeind soll ja vom Rassismus lediglich deswegen Abstand nehmen. ausblende. wenn sie später keinen Arbeitsplatz kriegen. 55) vorschlägt? Diese moralische Bezugnahme auf das ausländerfeindliche Bewusstsein ist erstens hochgradig affirmativer Natur. Denn die in der Vaterlandsliebe bzw.

So mag er gegen die Diskriminierung von Frauen. Denn in der nationalistischen Sichtweise des Ausländerfeindes handelt es sich durchweg gar nicht um identische sondern um gänzlich unterschiedliche Sachverhalte. kann deshalb bei Ausländerfeinden keine Zweifel an der wohlbegründeten Notwendigkeit der berechtigten Opfer säen. die man selber produziert. dafür. warum sollte er dann von seiner Gegnerschaft gegenüber Ausländern ablassen? Oder aber der Ausländerfeind erblickt zwischen den „Diskriminierungstatbeständen“ wie insbesondere zwischen Ausländerfeindlichkeit und Arbeitslosigkeit tatsächlich einen Zusammenhang. warum er sich den ihm von Holzkamp angetragenen Zusammenhang zwischen der Diskriminierung von Ausländern und der eigenen potentiellen Diskriminierung als Argument dafür einleuchten lassen sollte. Dieser Zusammenhang wird dann aber nicht durch die gemeinsame Betroffenheit der Unterdrückten gestiftet. von seiner Gegnerschaft gegenüber Ausländern Abstand zu nehmen. Aber sein Urteil über die Ausländer wird durch seinen Standpunkt zur Frauenunterdrückung in keiner Weise affiziert. Dass man selber einmal das Opfer ungerechtfertigter staatlicher und/oder gesellschaftlicher Diskriminierung oder Ausgrenzung sein könnte. diese. die gar nichts miteinander zu tun haben und die er deshalb auch unabhängig voneinander beurteilt. als Menschen zweiter Klasse zu behandeln. wenn sie schon einmal hier sind. die ihr Los auch verdient haben. Von den richtigen Opfern. weiß er auf der anderen Seite trennscharf ungerechtfertigte Schädigungen zu unterscheiden. Wenn also die Gründe seiner Ausländerfeindlichkeit gar nicht in Frage gestellt werden. dass Ausländer aus Deutschland zu verschwinden haben bzw. die Feinden des deutschen Volkes verdientermaßen zugefügt werden und nimmt für den Erfolg der Nation zugleich bereitwillig auch eigene Opfer in Kauf. Denn der Ausländerfeind teilt ja gerade nicht die allgemeine Antidiskriminierungsmoral . was man auch gegenüber sich selber gelten lässt. in keiner Weise entkräftet werden. so ist nicht nachvollziehbar. die Holzkamp dem Ausländerfeind unterstellt. Behinderten oder Obdachlosen sein oder auch nicht. welche die Falschen möglicherweise inklusive seiner eigenen Person treffen und gegen die er dann gegebenenfalls Einspruch einlegt. können dementsprechend durch den Hinweis auf die drohende Eigendiskriminierung als Behinderter. Von seinem nationalistischen Standpunkt nämlich kennt er auf der einen Seite gerechtfertigte Diskriminierungen. Homosexueller etc. Seine handfesten Gründe dafür.nur das zu wollen.

zur Abwechslung vielleicht einmal Politiker. männlichheterosexuell. Warum sollte denn ausgerechnet ein strammer Nationalist auf seinem Heimatboden das Opfer ausländerfeindlicher Attacken werden? Und falls dies doch einmal der Fall sein sollte. Gefahr für Ausländerfeinde besteht vielmehr darin. ä. Sondern seine nationalistische Fehlerklärung der Arbeitslosigkeit liefert ihm umgekehrt die Begründung für seine Ausländerfeindlichkeit. einmal abgesehen ist im übrigen die von Holzkamp als allgemeines Lebensrisiko des Rassisten beschworene Gefahr. Bankiers. in die unterprivilegierte Gruppe der Arbeitslosen zu fallen. Bzw.der Gegner des Rassismus. Die einzige. warum sollte er zum Angehörigen einer sonstigen stigmatisierten Minderheit zu werden? Eine Zwangsversetzung zu den klassischen. um Schaden von sich und ihrer Nation abzuwenden. Wenn sich aber die militanten Ausländerfeinde gerade wegen ihrer tiefsitzenden . weißhäutig und arischen Ausländerfeinde kaum in Betracht kommen. dürfte das im Zweifel seine Ausländerfeindlichkeit nicht verringern sondern nur noch anstacheln. Im Gegenteil betrachten doch nationalbewusste Arbeitslose die ausländerfeindliche Rückführung der unliebsamen Konkurrenten um die begehrten Arbeitsplätze gerade als ihr Mittel. Oder sollten hier die Herrschenden wieder einmal an dem Netz der sich „ständig verändernden Mehrheits-Minderheits-Anordnungen“ stricken und zur weiteren herrschaftssichernden Fraktionierung und Fragmentierung der Gesellschaft eine neue zur Verachtung freigegebene Minorität aus der Taufe heben sollen. Frauen. Von der Arbeitslosigkeit und den Folgeerscheinungen gesellschaftlicher Armut wie Obdachlosigkeit u. Farbigen. 28). 25) dürfte also wohl für die große Mehrheit der überwiegend bis ausschließlich inländisch. oder Ausländern (S. Unternehmer. kann der Hinweis auf die drohende Arbeitslosigkeit Ausländerfeinde unmöglich dazu bewegen. von Seiten der Staatsgewalt als eine kriminelle Minderheit abgestempelt zu werden. ihre Ausländerfeindlichkeit aufzugeben. der Existenz seiner ausländischen Konkurrenten am heimischen Arbeitsmarkt zuschreibt. von Holzkamp im Zusammenhang mit dem Rassismus zitierten „Randgruppen“ wie Juden. Weil nämlich der nationalistische Verstand die real existierende Gefahr. seine „Privilegien zu verlieren und selbst zu einer ausgegrenzten ‚Minderheit’ zu gehören“ (S. allerdings höchst reale. Generäle oder Psychologieprofessoren? Das steht wohl kaum zu erwarten. ohnehin ein wenig fiktiver Natur.

Ängste. Und schließlich dürfte auch die Aussicht. bei Abstandnahme vom Ausländerhass von einschlägig-induzierten seelischen Erkrankungen verschont zu bleiben. sozialen Isolationserfahrungen etc.h. Während Adornos psychoanalytischer Funktionalismus dem Judenhass die positive Rolle als Beitrag zur Verhinderung von Psychosen Negativ-Therapie für zugesprochen hatte. interessengegründeten Lebensführung des Subjekts nicht vereinbar ist.) Diese subjektwissenschaftlich-psychoanalytische Ableitung der Notwendigkeit von Psychosen oder Neurosen aus den psychischen Grundkonflikten des rassistischen Menschen gehorcht derselben Logik wie die von Holzkamp so heftig befehdete Faschismus-Erklärung Adornos. Also muss ich. dass die sexuell-aggressiven »Triebrepräsentanzen«. Leiden. Gebrochenheiten. damit aktive Beteiligung an der Unterdrückung anderer. mit zu >verantworten< habe« (Rassismus S. lautet die von Holzkamp empfohlene widerstehe den Verlockungen des strukturellen Rassismus! (angehende) Rassisten: Wenn Du nicht unter seelischen Erkrankungen leiden willst. 29. Die verheißene Belohnung ist die theoretische Frucht der subjektwissenschaftlichen Reinterpretation der psychoanalytischen Kategorie des Unterbewussten im Rahmen der Erklärung des Rassismus: „Damit können wir in unserer »Rassismus«-Konzeption zwanglos auch auf ein anderes Verständnis der Verdrängung ins »Unbewußte« zurückgreifen: Diese Verdrängung gründet sich unserer Auffassung nach wesentlich nicht darin. sondern die in unmittelbarer Bedürftigkeit gegründete eigene Korrumpiertheit durch die »Angebote« der Herrschenden. sondern dass die dargestellte »Selbstfeindschaft« mit der bewussten. wodurch ich gleichzeitig meine eigenen Lebensinteressen verrate. dass ich die aus der »Partizipation an meiner Unterdrückung« sich ergebenden »Beeinträchtigungen meiner subjektiven Lebensqualität. kaum einen Sinneswandel der Ausländerfeinde herbeiführen können. dann doch erst recht nicht von dieser Erfindung des potentiellen Falles von Rassisten in eine verfemte Randgruppe. wenn meine darin gegründete Lebensführung für mich als in Ansehung meiner Interessen begründet/vernünftig akzeptabel sein soll. d. Das eigentlich Unterträgliche und Peinliche ist dieser Konzeption nach nicht die äußere Bedrohung durch versagende und bestrafende Instanzen. Damit muss ich mich aber auch mit den »Folgekosten« abfinden. die dies unausbleiblich für meine Befindlichkeit hat. .patriotischen Überzeugung vielfach noch nicht einmal von den wirklich existierenden Verfolgungsmaßnahmen des institutionellen Rassismus beeindrucken lassen. ich muss mir selbst verhehlen. dieses selbstschädigende Arrangement des Lebens-auf-Kosten-Anderer aus meinem Bewusstsein verdrängen.

als sie unter Rezeption von Versatzstücken falscher linker Gesellschaftskritik alle gängigen Fehler der bürgerlichen Psychologie (re)produziert.Ob sich die Ausländerfeinde durch diesen buchstäblich an den Haaren herbeigezogenen Nutzen tatsächlich ihren Ausländerhass ausreden lassen. 51) als begreift und die funktionsgerechte seiner Modernisierung des missbräuchliche Liquidation ursprünglich humanitären Zielsetzungen an den Pranger stellt. die doppelte Staatsangehörigkeit und die Gleichberechtigung der Ausländer als entscheidende Etappe auf dem Weg zur Befreiung vom der Geißel der Ausländerfeindlichkeit Asylrechtes 50. Die kritische Psychologie ist insofern eine wahrhafte Alternative zur traditionellen Psychologie. Fazit War man im Ausgangspunkt noch wohlwollend geneigt. die Rolle von staatsbürgerlichen Rechten etc. nur ein wenig anders. Die diesbezügliche Abstinenz. kommt um eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den politischen Urteilen der Ausländerfeinde einfach nicht herum. zu der sich marxistische Gesellschaftskritiker im Rahmen des bürgerlichen Wissenschaftsbetriebes genötigt sehen. so stellt sich im Nachhinein hinaus. angefangen vom deterministischen Erklärungsmuster über die Abkehr vom Untersuchungsgegenstand und die Verwechslung von Ursache und Bedingung bis hin zur Exkulpation (des falschen Bewusstseins der handelnden Subjekte durch die gesellschaftlichen Umstände). (Osterkamp. 46. h. S. die sich die Autoren der Holzkampschule selber auferlegt haben. dass sich die Kritische Psychologie mit dieser Kennzeichnung unfreiwillig selber auf ihren Begriff gebracht hat. Im Ernst: Wer die Ausländerfeindlichkeit bekämpfen will. Wie sollte man auch nationalrassistische Fehlurteile über das Wesen des bürgerlichen Nationalstaates. wenn man den Staatsrassismus als Form staatlicher Herrschaftssicherung. Rassismus und Alltagsdenken. d. eben links . ist allerdings noch sehr die Frage. erscheint freilich im Resultat als „unbewusster“ Akt höherer Weitsicht. korrigieren können. das heißt genauso schlecht. das Programm der „Reinterpretation der traditionellen Psychologie im subjektwissenschaftlichen Kontext“ als opportunistische Höflichkeitsgeste abzubuchen. die Staatsangehörigkeit. Sie ist also eine Alternative im schlichten Sinne dieses Wortes. ganz dasselbe wie die bürgerliche Psychologie.

dass angesichts dieser überaus negativen Leistungsbilanz der kritischen Psychologie eine rationelle Psychologie notwendiger erscheint denn je. Ende Teil I Teil II „Rationelle Psychologie“ folgt voraussichtlich Mitte/Ende August Vorschau: • Gefühl und Verstand • Die Psychologik des Selbstbewusstseins .herum. Fast überflüssig zu sagen.