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Achtung!

Dies ist eine Internet-Sonderausgabe des Aufsatzes „Zum ‚prädikativen‘ Infinitiv“ von Jost Gippert (1983). Sie sollte nicht zitiert werden. Zitate sind der Originalausgabe in „Zeitschrift für Vergleichende Sprachforschung“ 97, 1984, 205-220 zu entnehmen. Attention! This is a special internet edition of the article “Zum ‚prädikativen‘ Infinitive” [“The so-called ‚predicative‘ infinitive”] by Jost Gippert (1983). It should not be quoted as such. For quotations, please refer to the original edition in “Zeitschrift für Vergleichende Sprachforschung” 97, 1984, 205-220.

We your messengers . sieht D.s Übersetzung:) „Like girls they go to a wedding. Bd. und avest.:) „The lofty dominion is heard here by those who have been worshipped“.steht. ̊ ŋhō .:) „May these praiseworthy mountains (and) gleaming rivers protect us“. bǝrǝzat̰ iδa srāvayeiδyāi ištoiš [sic D. 46. 46. have held back those who are hostile to you“. 32. l. I see them anointing the oil“. 1981.9. Infinitiv. Disterheft (D. 2. θwōi dūtā (Y. Als Beispiele für ersteren Fall werden angeführt: 1. . Beispiele für die Konstruktion mit .6. D...be“ (aktiv/passiv). 110ff.become“ sind 3. 2) akkusativisches oder genetivisches. die Setzung finiter Formen von *as-/*bhū. D.Zum „prädikativen“ Infinitiv 0. bei denen eine Infinitivform entweder anstelle eines finiten Prädikatsverbs oder aber neben finiten Formen der Verben *as-/*bhū. . kanyā̀ iva vahatúm étavā́ u añjyàñjānā́ abhi [sic D.Yt. 1) Zeitschrift für Vergleichende Sprachforschung. Sätze.. wenn dieses präsentisch-indikativisch sein soll.] ā ̊ ŋhāmā tǝ̄ng dārayo yōi vā ̊ daibišǝntī 4. Nachdem sie die in Frage kommenden Fälle gesammelt und „interpretiert“ hat. formuliert D. s. 0. welche Tempus-/Modusfunktion dem gesamten Prädikat zukommt. [sic D. Wie aus den beigegebenen Übersetzungen ersichtlich ist.2. 58.darin begründet..] cākaśīmi (RV IV. 4) Infinitiv mit . D.1.) ṛgved. u. D. . utá tyé naḥ párvatāsaḥ suśastáyaḥ sudītáyo nadyàs trā́ maṇe bhuvan (RV V. Negation und „be“ erscheinen in den Varianten 3) Infinitiv allein (aktiv/passiv). zunächst die synchronen Regelsysteme der beiden Sprachen. 2. seltener dativisches Objekt...:) ..be“/. 95. In dem kürzlich an gleicher Stelle1) erschienenen Aufsatz „The Indo-Iranian Predicate Infinitive“ untersucht D. S.)..] xšaθrǝm (Vist. ist die Kopula durch Null repräsentiert (1. Im R ̥ gveda habe der „predicate infinitive“ folgende Erscheinungsformen: 1) nominativisches Subjekt.

0. 6) Negation mit Infinitiv und „be“ (passiv).:) “Like two consorts.3. 120.. S. 119f..:) „And do not pronounce us for shame“3).. ergebe sich aus dem Kontext wie im genannten Beispiel oder aber aus der Form der Negation wie in 6. daß er dabei aber keine Form des Präsens-Indikativ ersetzt./dat. 4) Beispiele und Ausführungen bei D. 3) dativischer Infinitiv. D. für das Indo-Iranische folgende prädikative Infinitivkonstruktion als rekonstruierbar: 1) nominativisches Subjekt.c. Nicht diese Rekonstruktion.5. 5) D. sondern die Grundlagen. S. 110. („patient.c. 2) dativisches/genetivisches Objekt.2. Außerdem würden in „imperativischer“ Funktion gewisse Infinitivendungen bevorzugt verwendet. Dawn and Night should promote the first invocation“. 0. 4) passive Diathese5). 115. pátnīva pūrváhūtiṃ vāvṛdhádhyā uṣā́ sānáktā . 33. (RV I. o. 113 u. ergibt sich aus den Ausführungen bei D. 116. die Ausführungen zum Ved. o. seien die Verhältnisse weitgehend identisch. die in sich selbst widersprüchlich ist C wie kann eine passive Diathese („passive voice“) mit nominativischem Subjekt und genet.c. 3) Zu diesem Beispiel s... . 122. die zum Avesta S. Aus den Gegebenheiten der beiden Einzelsprachen erschließt D. S. auf denen sie beruht. nur sei das Objekt fast ausschließlich akkusativisch2). mā́ no nidé ca váktave (RV VII. Für beide Sprachen nimmt D. 31. 0. S. Objekt übereingehen6)? C soll hier im weiteren diskutiert werden. S. 2) Die genannten Beispiele bei D. o. neben dem „prädikativischen“ Gebrauch von Infinitiv-Formen noch einen oberflächlich ähnlichen. .c.5.. weiter unter Anm. so im RV hauptsächlich die auf -dhyai und -sani4). Auch hier stehe ein Infinitiv anstelle einer finiten Verbalform. logical object“).. D. Im Avest. 6) Daß dabei ausdrücklich direkte Objekte gemeint sind.4. „imperativischen“ Gebrauch an wie in 5..206 Jost Gippert 5) Negation mit Infinitiv (passiv). o. .

wo in den Kapiteln 2. dazu auch J.. 76f. die Bedeutung ist evtl. L 5). daß sie mit ihrer Interpretation der synchronen ved. Damit ist zumindest wahrscheinlicher. S. vom bisher üblichen abweichende Wege gegangen ist. Vol. Werba. D. der gleiche Stoff behandelt wird und wo den ved..2. 302 Note). Weiter erscheint bedenklich. erst eine philologisch abgesicherte Beurteilung der Einzelfälle aber (unter Einschluß von korrekten morphologischen Formbestimmungen) kann in Corpussprachen die Grundlage für syntaktische Untersuchungen bilden. der Text ist nach Weatergaard . Diese können im gegebenen Fall meist nur aus den Übersetzungen erschlossen werden8). haben ištōiš9)) durch „by those who have been worshipped“ wiedergegeben. 1 (Kopenhagen 1854). Kellens. zeigen. 10) Cf.. in: Miscellanea in honorem Ibrāhīm Pūrdāvūd. 1. Wenden wir uns zunächst fragwürdigen Formbestimmungen zu. 46 (obiges Beispiel 2. D.c. abgedruckt bei N. im Zweifelsfall kann jedoch auch das Buch „The Syntactic Development of the Infinitive in Indo-European“ (Columbus 1980) derselben Autorin herangezogen werden.Zum „prädikativen“ Infinitiv 207 D. Dabei wird offenbar *ištoiš (die mss. S.le pouvoir de ma prospérité“. Zendavesta. 7) . 120: „Previous scholars have translated some of the dative infinitives differently than I have.. im zitierten Aufsatz kaum je gemacht. S. daß ihre Analysen allzuoft einer philologisch einwandfreien Basis entbehren. Dabei läßt sich. sondern dieses sogar als ein Zitat aus den Gāthas. 31). liegt allerdings nur in zwei Handschriften vor (K 4. weist selbst darauf hin7). Iraj Afshar (= Farhang-e Irān Zamin.) Fehlschreibung für reguläres *istāiš ausgegangen sein.. 9) Der Vištāsp Yašt. dürfte also von einer (jav. 1976. Hinweis von Chl.2. Yt.): „The lofty dominion is heard here by those who have been worshipped“. 51. L. da unter der Annahme einer korrekten Graphie nicht nur ein mögliches Syntagma bleibt.“ 8) Eigentliche Formbestimmungen werden bei D. Inf. mit der Übersetzung . ed. S. bzw. Sätzen interlineare Formbestimmungen beigegeben sind. daß der vorliegende Infinitiv srāuuaiieiδiiāi mit „is heard“ glossiert wird. 3. frdl. wie ich meine. 302ff. Westergaard.apparently highly corrupted in both“ (ib. o. Vol. Diese Konjektur ist bedenklich. also als eine stehende Wendung belegt werden kann: istōiš xšaθrǝm erscheint bereits in Y. Verhältnisse in vielen Fällen neue. etwas wie „die Macht des Vermögens“10). Neben srāuuaiieiδiiāi existiert nämlich ein zur gleichen Wurzel gehöriger aav.1./avest.. daß ištōiš an der gegebenen Stelle nicht „durch die Verehrten“ heißt. und av. So lautete die Übersetzung zu Vist.2b.

ajñānāya .2. Dies wäre ja für D. Vergegenwärtigt man sich jedoch. Entsprechung bṛhát neben Verba dicendi soviel wie „laut“ bedeutet. lediglich auf ihre eigene „Interpretation“ der Stelle. . somit eindeutig zum gegebenen Satz gehört. wird bei D.s Beispiel 29. beruft sich statt dessen. l (obiges Beispiel 4.B. so kommt für das gegebene Beispiel eine ganz andere Beziehung in Betracht: „laut“ + „verkünden“. daß bei D. 46 auf xšaθrǝm folgt und diesen Abschnitt beschließt. . sie übersetzt: „Your secrets did not become hidden“) kann nicht bedenkenlos als Infinitiv hingenommen werden. mit a. wird in Y. neuerdings auch J.5d ná vāṃ niṇyā́ ny acíte abhūvan (D. . wodurch erstere Form eindeutig als vom Präsensstamm des Kausativs gebildet erwiesen wird. wird nicht erwähnt.) Liège 1979. bis 4..s Wertung des „prädikativen Infinitivs“ nicht zu präjudizieren11). häufig nicht berücksichtigt.. Daß gerade in der Bestimmung einer gegebenen Form als Infinitiv in R ̥ gveda und Avesta ein Problem liegen kann. 387.laut wird hier . aufrechterhalten. Will man dāraiiō dennoch als Inf. Yt.): „acíte ist Infin. Um die unterschiedliche Stammbildung zu berücksichtigen.Inj. bestimmbar ist und bestimmt wurde12).208 Jost Gippert srūidiiāi. B. das Genetiv-Syntagma ahurahe daθuš ̣ō ausläßt. dāraiiō aber keineswegs als ein solcher gelten kann. 13) Geldner übersetzt: „Nicht sind euch beiden Geheimnisse unbekannt geblieben“ und sagt dazu (ad loc. (maschinenschr. Vermögensmacht (?)“. 61.“ 12) 11) .3.1.2. D.) dāraiiō kommentarlos als „the infinitive“ bezeichnet. des Schöpfers. Bd. das in Višt. bǝrǝzat̰ ebenso wie seine ved. hat zwar C ohne darauf hinzuweisen C in Geldner13) einen KronS.Akt. so erfordert dies zumindest eine eigene Argumentation. Irreführend ist es übrigens auch. Heidelberg 1959. Der Satz kann im ganzen eher wie folgt interpretiert werden: „Laut ist hier zu verkünden des Ahura. als sie für das (Ur-)Indo-Iranische nur dativische Infinitive in prädikativer Stellung annimmt. Z. müßte man also zu einer Bedeutung wie „verkünden“ greifen. Auch die ved.Präs. daß av. Sāy.. immerhin insofern von Belang. D. Bedenklich ist letztlich. wie auch sonst häufig. 1. um über D. Humbach. Daß diese Form sinnvoll auch als 2.s Interpretation das Attribut bǝrǝzat̰ von seinem mutmaßlichen Bezugswort xšaθrǝm („lofty“ + „dominion“) für einen jav. 32. Kellens. 2. wenn D.2. 1. Le verbe avestique. Text erstaunlich weit getrennt steht. verkündet“. oder aber. dazu weiter unter 4.Sg. S. So z. Die Gathas des Zarathuatra. Form acíte in RV VII. 32 (unsicher). S.

der nicht erkennt“. (in Kongruenz mit pourutǝmāiš) ebenso zwingend erwiesen wird. Zu dieser Stelle sei auf die Diskussion bei K.Ind. (Geldner:) „Die Götter sind nicht für den Stümper“. Nun kommen daneben auch noch andere Formen von acít.Sg.„der nicht trügt“ denkt. Beispiel (34).. S. J. 34. eine Interpretation.vor. daß Aorist-Formen des Verbs *as.2. Pl. 116. auch in acíte ein (dat. H. Oben wurde behauptet. S. mit negierendem. Schindler. Aufsätze zur Indoiranistik. des Personalpronomens l. ā́ dāma (RV V.12d) oder der Akk. 116. Würzburg 1972.„sein“ in Y. 2. Einige andere fragwürdige Formbestimmungen bei D.B. 32.Zum „prädikativen“ Infinitiv 209 zeugen.. 17. aim RV wäre. von dā.3.c. Es liegt also nahe. Diss.Akt. daß zuerst die philologischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden müssen. Es bleibt dabei. 6 verwiesen. daß das Imperfekt ā́ sīd an der gegebenen Stelle erscheine . 15. wo die Analyse von ǝ̄hmā als Instr. acítam (RV X. 2. 2. o. RV VII. berücksichtigt sie ebensowenig wie dieser. 15) So bei H. nämlich ā́ dāma. 376 Anm. daß acíte aber der einzige Wurzelinf.c.1.. Pl.. die im gegebenen Fall semantisch mindestens ebensogut möglich ist wie die infinitivische. l. 16) D. wenn man an gleichgebaute Nomina agentis wie adrúh. Hoffmann. Aor. Beispiel (30). 86. 1. Zur syntaktischen Struktur des Satzes wäre z. der Irrtum ist durch die Annahme provoziert.to mark the active infinitive [pravṛ́je. 18) D. G.im Indoiranischen nicht existieren. RV VII.. können hier nurmehr kurz angedeutet werden: So asi (RV V.9 d zu vergleichen: ná devā́ saḥ kavatnáve.mit ā́ ) als „imperfect“17).] as the same tense as the main clause predicate“. S. Das Wurzelnomen im Arischen und Griechischen. wie auch. acítas (z.) Nomen agentis zu sehen15): „Nicht hattet ihr Geheimnisse für den. Sg. o. Überall ist dabei die Annahme eines (quasi-partizipialen Wurzel-) Nomen agentis14) angebracht: „der nicht erkennt“. o.Pl. 87. ǝ̄hmā als „aorist“ von ah. oder ist zwischen Beispiel (29) und Beispiel (30) die Angabe „present“ durch Druckfehler ausgefallen? 17) D.15..B. morphologisch aber wesentlich besser motivierbar. Präs. S. bevor man in CorpusUrsprünglich Bahuvrīhi? cf. von as-) als „aorist“16). Stettin 1872. Bd.. J. weiter av.7 c). Ind. Sp. wie der Akk. Grassmann. Beispiel (36). daß dastē kein Infinitiv sein kann (Suffix -tē am Präsensstamm?). S. Wörterbuch zum Rig-Veda. 115. l d: aēš ̣ąm tōi ahurā ǝ̄hmā pourutǝmāiš dastē18). 44. 30.c. 14) .

VI. Altindische Grammatik. ' 266-267. Ein Vorstellungsinhalt „beste Anweisungskraft“ als Eigenschaft des Gottes Savitṛ ist so für den RV durchaus nachweisbar22). die näherliegende Interpretation. III (1930). śréṣṭhe kann hier auf sávīmani. 497 f.2 ab lautet nämlich im Zusammenhang: devásya vayáṃ savitúḥ sávīmani śréṣṭhe syāma vásunaś ca dāváne. gehalten werden. B. mask. insbesondere ' 267f). 1892.Pl. 583ff. ebenfalls Lok. Dies läßt sich eindrücklich am folgenden Beispiel illustrieren. Berlin 1909.. z. wie folgt angeführt19): . S.“ Daß dies keine willkürliche Zusammenrückung über die Versgrenze hinweg ist. o. .. Oldenberg. (aus ungeklärtem Grunde) ausgelassene Form śréṣṭhe aber nur unter der Annahme pronominaler Flexion für einen mit dem Subjekt „wir“ kongruenten Nom. 71.. D. die glänzendsten“. Debrunner-] J. wo es in einem Vers heißt: śréṣṭhe syāma savitúḥ sávīmani.12c. S. Zunächst stellt sich die Frage. 587. Textkritische und exegetische Noten. Bartholomae20)../ntr. Tatsächlich ist die Auffassung von śréṣṭhe als Nom. 36. was D. 71.. wenn man die Textstelle selbst nachschlägt: VI. Bd. Bd. .2b wird bei D. . 164. Wackernagel. wenn man mehr Kontext heranzieht. Diese Frage klärt sich leicht. sollte zumindest überprüft werden. in der Sekundärliteratur bereits einmal erwogen worden.s Übersetzung andeutet: „wir. 113. [A.c. Dennoch bleibt die Annahme pronominaler Flexion bei einem Superlativ wie śréṣṭha. Rgveda.26 c verwiesen werden: śréṣṭham saváṃ savitā́ sāviṣan no . nämlich von Chr. Indogermanische Forschungen. zeigt deutlich X. wie in Geldners Übersetzung: „Wir wollen unter des Gottes Savitṛ bester Anweisung stehen. 414. Nun könnte die bei D. da dies im RV völlig singulär wäre21). ought to also give wealth“. die eines Lok. Beispiel (10). .äußerst gewagt. 21) Cf. außerdem kann noch auf I. l. übersetzt:) .210 Jost Gippert sprachen syntaktische Untersuchungen durchführen kann. RV VI. 71.Pl.Sg. Und wieder ergibt sich eine sinnvolle Bezugsmöglichkeit. the most brilliant ones. S. 20) 19) . worauf sich das „the most brilliant ones“ der Übersetzung bezieht. Sg. 22) Ähnlich bereits H.2 b lautet nämlich vollständig śréṣṭhe syāma vásunaś ca dāváne. bezogen werden. S.We.. S. syāma vásunaś ca dāváne (D.

denen die Güter gegeben werden“. wenn man die gesamte Textmasse des RV zu Rate zieht: Überall nämlich.4 ab. „wir möchten diejenigen sein. so erscheint D.2b) wenigstens der bei D. II. die geben. so ist auch bei den genannten Stellen mit dāváne eine quasi-passivische Auffassung anzunehmen.8ab.7 d: asmábhyaṃ daddhi puruhūta rāyáḥ „gib uns.B.s Interpretation nicht ausgeschlossen.Zum „prädikativen“ Infinitiv 211 2. 58. 71. „wir“ sowie ein Objekt wie „Reichtum“ erscheint. Weiter erhebt sich die Frage. abgedruckte Teil richtig erfaßt ist.97.we are given“). „wir möchten Reichtum schenken“ ist überall durchaus denkbar.h.12 d: sadyás te rāyó dāváne syāma.2. wobei die prägnante Bedeutung „nehmen. weiter I. in IV. 20. 11.13cd. Vielgerufener.2b) spielt in vielen Fällen die Feststellung von Satzgrenzen oder anderen 23) 24) Vgl. So wie in diesem Beispiel eine quasi-passivische Auffassung der Medialform möglich ist („wir bekommen“ ≈ engl. 11. . Umgekehrt erscheint dā. wo neben finiten Formen von dā. 71. 3. IX. ein Gott“ den „Reichtum“. vgl.21cd. Nicht aber. Reichtümer“ (Indra)23). I.5 bcd: vayáṃ te syāma sūráyo gṛṇántaḥ | bhejānā́ so bṛhád-divasya rāyá ākāyyàsya dāváne purukṣóḥ. 23. 58.„geben“ das Pronomen der 1. Pl.P1. und IV. 11. sondern „uns“ gibt „jemand.B. z. d.in finiten Formen der l. Pers. empfangen“ vorliegt wie in IX. Nimmt man diese Stellen jeweils für sich. So z. wie sie etwa in Geldners Übersetzung ausgedrückt ist (zu II. Zunächst ist darauf hinzuweisen.1b): „Wir möchten dir zum Schenken der Güter (ausersehen) sein“.1 b: syā́ ma te dāváne vásūnām. daß eine ähnliche Ausdrucksweise noch an folgenden drei Stellen im RV erscheint: II. Wie bereits im letzten Ausgangsbeispiel (RV VI. ob im gegebenen Beispiel (VI. (Subjekt „wir“) fast ausschließlich medial mit dem Präverb ā́ . B.. 29.48. sind die Aktantenpositionen eindeutig anders verteilt: Nicht sind „wir“ die. ferner z. . 16. II. Ähnlich auch IX.3 ab: dhvasráyoḥ puruṣántyor ā́ sahásrāṇi dadmahe (Geldner:) „Von Dhvasrā und Puruṣanti empfangen wir Tausende“ (Dhvasrā und Puruṣanti als Geber)24).9.

Beispiel (33). selbst bemerkt. z. 2. c. I see them anointing the oil“. warum sollte der Zusammenhang dann hier auseinandergerissen werden. .2 a erwiesen. eine halbe Seite vorher wird dasselbe Beispiel als (32) wie folgt wiedergegeben: „ā́ tiṣṭhataṁ suvṛ́taṁ yó rathó vām . Diese Stelle hat nämlich nicht etwa den Umfang eines Verses. es wird also vorausgesetzt. it is more easily interpreted as belonging in that clause than as object of the verb in the next one“25). 110. als es möglich wäre. das sie wie folgt anführt: ā́ tiṣṭhataṁ suvṛ́taṁ yó rátho vām . die Übersetzung Geldners gegenüber: „Ich sehe sie wie Mädchen. wenn D. J.3 lautet vollständig: ā́ tiṣṭhataṃ suvṛ́taṃ yó rátho vām ánu vratā́ ni vártate havíṣmān | yéna narā nāsatyeṣayádhyai vartír yāthás tánayāya tmáne ca || Bemerkenswert ist dabei nun. ein enger Bezug also über die Versgrenze hinweg. Tatsäclilich wird vartír (25 Belegstellen im RV) an allen bis auf drei Stellen mit finiten Formen von yā.„fahren. yéna narā nāsatya iṣayádhyai: vartír“. selbst in anderen Fällen die Versgrenze weniger ernst nimmt. dem vartír angehört. yéna narā nāsatyeṣayādhyai vartír26). die gemeiniglich gerade mit einer Bedeutung wie „you go“ belegt wird. daß ein Vers („line“) normalerweise einen Satz („clause“) enthält.. daß bei ihr Satzgrenze und Versgrenze zusammenfallen: „Since kanyā̀ is placed at the head of the first line. wie ein Blick in den Text lehrt.. Hervorhebung von mir. iṣayádhyai („you go“?) abhängig sein läßt. bei I. 71. S.) Dem steht.1.B. daß D. 58. . Geldner sieht also eine finale Abhängigkeit des Infinitivs étavā́ u von dem Partizipialausdruck añjy àñjānā́ .s Übersetzung: „Like girls they go to a wedding. Ein ähnliches Problem stellt sich z.c. die Salbe auflegen. eine Form. D. S.s Interpretation scheint demgegenüber den Vorteil zu haben. o. 3. oben 1. 183. So z. 116. obwohl im Vers d.B. gehen“ verbunden. auch gleich bei dem ersten von D. o. vartír („journey“) offenbar von dem Inf. So D. zumal iṣayádhyai nur D.G. I. .3.2 b wurde durch philologische Argumentation eine primäre Zugehörigkeit zu sávīmani in VI. Um so mehr erstaunt es. wie D.B. herangezogenen Beispiel (RV IV. selbst eine finite Verbalform erscheint: yāthás. (D. . 183. 26) 25) . 71.212 Jost Gippert syntaktischen Zusammenhängen im Versaufbau eine entscheidende Rolle: für śréṣṭhe in VI. Anm..): kanyā̀ iva vahatúm étavā́ u añjy àñjānā́ abhí cākaśīmi..9 ab. um auf die Hochzeit zu gehen“.

c. Tatsächlich ist die Annahme einer „prädikativen“ Verwendung von Infinitiven in den betreffenden Sprachen ja nichts völlig Neues. so verweist D.+ Endung -dhyai ??).+ Suffix -saya. daß die Ausführungen D.8d añjy àn ̄ kte samanagā́ iva vrā́ ḥ „(Sie. 57.3 cd: ā́ ródasī viśvapíśaḥ piśānā́ ḥ samānám añjy àñjate śubhé kám. 4. . wie bei finaler Abhängigkeit étavā́ u unter añjy àñjānā́ untergeordnet wäre. Was liegt im gegebenen Fall (wie auch an der wörtlichen Parallele VI.. 49.s Analyse von der traditionellen grundsätzlich unterscheidet. o Vasiṣṭhas“28). 114.c. selbst auf Arbeiten von Renou. Sgall u. Weiter ist zu vergleichen VII.. hier ist die Vergleichseinheit samanagā́ iva vrā́ ḥ „wie Mädchen. 124. D. für RV und Avesta entwickelt. weil die nötigen Voraussetzungen. o. Beispiel (25). Dazu kann man auf folgende Parallelstellen verweisen: I. 28) D. śubhé kám ist. als eine finale Abhängigkeit des Infinitivs iṣayádhyai von vartír yāthás anzunehmen: „mit dem ihr auf Rundfahrt geht.s über den „Indo-Iranian predicate infinitive“ schon allein deshalb Mißtrauen wecken. your song is not approached by another. um .Zum „prädikativen“ Infinitiv 213 sehr schwer überhaupt als von einem Bewegungsverb gebildet angesehen werden kann (Wurzel i. 111 oben. eine kritische Würdigung. . Delbrück. die zum Feste gehen“ (Geldner). sei noch einmal am folgenden Beispiel demonstriert: RV VII. als dativischer Inf. 58. (Labung) zu spenden“? 3. wie ihn D. . zum Prunke“.1.2.9ab) eine finale Abhängigkeit des Infinitivs étavā u von añjy àñjānā́ alles andere als unwahrscheinlich. die zum Feste gehen“ syntaktisch ähnlich unter das Prädikat añjy àn ̄ kte untergeordnet.8 cd lautet vā́ tasyeva prajavó nā́ nyéna stómo vasiṣṭhā ánvetave vaḥ.5 cd) näher.. 4. Ich hoffe gezeigt zu haben. Worin sich D. die Usas) legt sich Schminke auf wie Lockmädchen. S. in zu vielen Einzelfällen nicht gewährleistet sind. Abgesehen von diesen Einzelfällen verdient aber auch das Gesamtkonzept eines „prädikativen“ Gebrauchs von Infinitiven. stichhaltige morphologische Analyse und philologische Handhabung des Materials. übersetzt: „Like the speed of the wind. eindeutig final abhängig von añjy àñjate: „sie legen sich dieselbe Salbe auf. 27) D. 33. o..27). S..a. Ebenso ist auch für das Ausgangsbeispiel (IV.

o. seltener kommt auch die der Notwendigkeit in Betracht („soll eingeholt werden“). ad X.G. Furthermore. Ind. J. Avesta -dyāi . 33.. locative . Beide nehmen offenbar weiter an (D. 30) D. daß eine finite Form der Kopula (3. Präs. bei Geldner deutet die Übersetzung darauf hin). ausdrücklich. hingegen kommt dieser Konstruktion keinerlei Eigenmodalität zu. s. . .214 Jost Gippert Dem kann für die traditionelle Auffassung die Übersetzung Geldners gegenübergestellt werden: „Wie des Windes Schnelle ist euer Lobgesang von keinem anderen einzuholen. . Der Unterschied besteht nun in der syntaktischen Beziehung. die der traditionellen Auffassung zumindest nahekommt: náiṣā́ gávyūtir ápabhartavā́ u (RV X.2b): „This pastureland is not to be taken away“ Geldner spricht (ad V. dazu weiter unter 5.. 31) D.c. .) zugrunde liegt. aus.). 74. 14. 110: „In the Rigveda and the Avesta a good number of sentences appear where the expected finite verb is replaced in a main clause by an infinitive“ (Hervorhebung von mir. 29) . . ihr Vasiṣṭha’s“.. daß VII. S. Kennzeichen dieser Konstruktion ist eine modale Konnotation der Möglichkeit („kann eingeholt werden“). Sg.c. Ind. bezieht sich dabei aber vor allem auf Fälle wie vṛdhé + bhū-.. D. . -dhyai .. 120. 12. . +) einen Infinitiv.2.is not approached“. dies zeigt die gewählte Übersetzung . rechtfertigt diese ihre Analyse der „prädikativischen“ Konstruktion ausdrücklich gegenüber der von Geldner31): „That this is not a predicate nominal construction with a dative action noun is proven by use of non-dative infinitives in the historical period: Rigveda -tavái (u) . it can be differentiated from the imperative by its syntax and morphology.“ Erstaunlich ist dabei zunächst. die zwischen dem Inf. S.8cd als ein Satz ohne finites Prädikatsverb betrachtet wird. bei zwei Beispielen selbst zu einer Übersetzung greift. und der (zu ergänzenden) Kopula angenommen wird: Geldner geht offenbar von einer ähnlichen periphrastischen Verknüpfung29) von „sein“ und finalem Inf.1) ausdrücklich von „periphrastischer Konjugation“.. Beide Interpretationen stimmen zunächst darin überein.3. Bei D. Konstruktion „ist einzuholen“ vorliegt. o. die durch Null repräsentiert ist (wie im RV üblich).6 bzw. . daß D... 4.2. Es handelt sich bei ihr also um den einfachen „Ersatz“30) einer finiten Präsens-Indikativ-Form durch (zu ergänzende Kopula im Präs. wie sie auch in der dt.

spricht nicht gegen die Annahme einer Konstruktion mit modaler Konnotation. Hier weist die engl. Wägt man dennoch beide Analysen gegeneinander ab (ánvetave „wird eingeholt“ gegenüber „ist einzuholen“). Übersetzung genau dieselbe Modalität auf wie die von Geldner gewählte dt. S. 117. S. daß auch nicht-dativische Infinitive verwendet werden. Dennoch kann die „imperativische“ Verwendung zumindest der indo-iran. so spricht für die letztere. Prag 1958. o.hišas ahurō (Y. so wird z. was die Bedeutung der Konstruktion innerhalb dieses Zustands gewesen sei. bei P.) genau entsprechenden D. vgl. Außerdem erscheint bedenklich. ausschließlich die Verwendung von eben „dativischen“ Infinitiven in prädikativer Konstruktion annimmt.. Entsprechend leer ist bei genauerem Hinsehen dann die gesamte oben zitierte Argumentation: Daß es sich um eine „predicate nominal construction“ ausschließlich mit . selbst für einen historisch vorausgehenden Zustand. denn die Funktionen indo-iran. 33) 32) . 31. 225) eine eigene „imperativische“ Funktion der -dhyai-Infinitive erwogen33).B. gerade in finaler Funktion. 46. wird aber nicht gesagt. Sgall (Die Infinitive im Ṛgveda. . – K e in e „imperativische“ Funktion liegt natürlich in RV VII.dative action noun“ handle. S.c. immerhin noch ein typologisches Argument: Gerade daß die betreffenden Sätze mit einer in den beteiligten Formkategorien (Kopula. Beispiel (22) bzw. die auf ursprünglicher finaler Abhängigkeit beruhen kann. dazu meine Argumentation in meinem Beitrag zur 11.) vor: Der von mā́ geforderte „prohibitive“ Injunk tiv erscheint nämlich in Vers b (randhīs). *-dhi̯ āi̯ -Infinitive durchaus mit deren „prädikativischer“ Verwendung in Zusammenhang gebracht werden. die Infinitive nidé und váktave sind davon als abhängig zu interpretieren wie in Geldners Übersetzung „Und überantworte uns nicht dem Tadel. hat so niemand behauptet und geht auch aus Geldners Übersetzung nicht hervor. 1984). Konstruktion mit „ist“ + „zu“ + Inf.3. Beispiel (38).4e): „The all-perceiving lord cannot be deceived“32).. 4. 114. daß D. das (Ur-)Indo-Iranische. traditionelle.finaler“ Inf. „dativischer“ und „nicht-dativischer“ Infinitive überschneiden sich auch sonst.. Österreichischen Linguistentagung (1983. z. Und eine Identität mit „imperativischen“ Infinitiven braucht auch bei der traditionellen Analyse nicht unbedingt zu bestehen. dem mißgünstigen Gerede eines hohen Herrn“.Zum „prädikativen“ Infinitiv 215 nōit̰ diβžaidiiāi vīspā.5a (obiges Beispiel 6..B. wird voraussichtlich abgedruckt in den Münchener Studien zur Sprachwissenschaft.

151 f. Man beachte weiter die „quasi-passivische“ Konstruktion der Sätze mit dāváne35). H.1. annimmt? Im folgenden will ich einen Weg aufzuzeigen versuchen. v. Grammatik spricht in diesem Zusammenhang von „Debitiv“ (cf. Somit kann mit ziemlicher Sicherheit gesagt werden. 35) S. die georg. zumindest. aktive wie passive finite Verbalformen) typologisch ein völliges Unikum dar. angenommene System (beliebige Formen von as-/bhū. 3 3. daß ved. warum diese in der „prädikativen“ Stellung aufgegeben sein soll.im Zusammenhang mit beliebigen Infinitivformen ersetzen beliebige. ein ähnlich ungeregeltes Durcheinander bei der „prädikativen“ Konstruktion. unter 2. das Altgeorgische. B. A. Tbilisi 1982. eine nicht-aktivische Interpretation scheidet wegen des vorhandenen Objekts-Akkusativs dharúṇam eindeutig aus. Sätze mit Infinitiven neben as-/bhū. und dem jeweiligen Satzsubjekt. S.8 cd (ánvetave = „kann nicht eingeholt werden“) ist bisweilen ja auch eine „aktivische“ Interpretation unumgänglich wie z. 34. Dies betrifft vor allem die Frage nach dem diathetischen Verhältnis zwischen dem betreffenden Inf. Konstruktion übersetzt werden können34). . wie es D. Schanidse. B. erweist die traditionelle Auffassung als wahrscheinlich. neuerdings z. und avest. und 2. 34) Eine entferntere typologische Parallele liefert z. Herrscht im RV (ähnlich im Avesta) also doch. wie man unter Wahrung der durch die Philologie gesteckten Grenzen doch zur Feststellung von Regelmäßigkeiten gelangen kann. was die diathetischen Verhältnisse betrifft.scher Prägung nicht gegeben hat.24d) „Wir möchten die Grundlage des Reichtums legen“.durchaus nicht in allen Fällen syntaktisch sicher erfaßt sind. 5. daß es einen „Indo-Iranian predicate infinitive“ als Allroundperiphrase D. üb. so ist kaum verständlich zu machen. Neben einem „passivischen“ Verhältnis wie im obigen Beispiel VII. Bedenkt man nämlich. Demgegenüber stellt das von D. Grammatik der altgeorgischen Sprache. Dennoch muß darauf hingewiesen werden. wo die Verbindung Kopula + „Infinitiv“ („Verbalnomon“ im Adverbial) ebenfalls eine Periphrase mit Eigenmodalität bildet. bei rāyáḥ syāma dharúṇaṃ dhiyádhyai (RV VII.216 Jost Gippert dt.2. daß die Hauptfunktion der auch „prädikativ“ verwendeten Infinitive in RV und Avesta gerade die finale Funktion ist. Fähnrich.). o.B.

dies betrifft z. „passivisches“ ādhṛ́ṣe in IX. Die Infinitive im Rgveda. wenn man sie unter der gleichen Benennung als . sie mit den Infinitiven auf -tave oder -dhyai gemeinsam zu behandeln.24 d37).B. dazu besteht auch dann kein Anlaß a priori. Prag 1958. ja es ist nicht einmal sicher. „lokativischen“ Infinitive auf -i (z.B. die Fälle wie RV VII. Unregelmäßigkeiten ergeben sich bei diesen drei Formkategorien (Infinitive auf -váne. wie ich im folgenden zeigen will. Sgall. 33. 38) Skeptisch in diesem Sinne auch P.9.1. Vor allem aber gibt es auch bei ihnen wieder keinen apriorischen Anlaß. bei finaler Abhängigkeit von anderen Verben als der Kopula). die o.B.B. Österreichischen Linguistentagung verweisen (cf. 33). 36) . 37) Auch hierzu muß ich auf ineinen Beitrag zur 11. 2. 5. Fälle mit dāváne.. RV II. zumal sie nicht einmal die finale Funktion mit diesen teilen. diese sind überhaupt zu selten.aktivische“ Auffassung vertreten wie bei RV VII. Infinitive auf -tave in mit ná negierten Sätzen ohne genannte Kopula: diese konstruieren im RV durchweg „passivisch“36). dies betrifft z. Umgekehrt läßt sich z.3. wenn sich die Funktionen in anderen syntaktischen Umgebungen decken (z.12). II. als daß zuverlässige Aussagen über ihr syntaktisches Verhalten möglich wären.. für die rgved. a) daß sich eine Form im gleichen syntaktischen Rahmen gleich verhält. 34. bei vorhandenem Subjektsnominativ) durchweg .160.8 cd (ánvetave). Wurzelinfinitive“ auf -e in „prädikativischer“ Konstruktion. -tave und -dhyai) erst dann.2. oben Anm.B. ob die „lokativischen Infinitive“ überhaupt eine geschlossene Formkategorie im RV bilden38). Gegenüber stehen sich z. weiter b) daß sich Formen einer Kategorie im gleichen Rahmen gleich verhalten.Infinitive“ zu einer Kategorie erhebt. Nur scheinbar unregelmäßig verhalten sich auch die sog.Zum „prädikativen“ Infinitiv 217 5. iṣáṇi. S.3 ab: Ähnliches gilt auch für die in dieser Stellung allerdings seltenen Infinitive auf -tavā́ u. Das gleiche gilt weiter für die sog. saṃdṛ́śi.B. 53.g. „dat. 1. 5. -dhyai-Infinitive (in positiven Sätzen mit und ohne Kopula. Ich gehe von folgenden grundsätzlichen Erwägungen aus: Aufgrund typologischer Analogie nach den lebenden Sprachen nehme ich auch für Corpussprachen zunächst an.

vṛdhé könnte von diesem „Vollverb“ final abhängen: „sei in den Kämpfen da. 16. Diese Infinitivkategorie deckt sich dabei in ihrem syntaktischen Verhalten völlig mit den Infinitiven auf -tave. 53. dies ist m. Auf eine derartige Analyse würde weiter auch RV I.3. Beispiele wie das gegebene (V.B.B.2. gerade bei vṛdhé an insgesamt 24 Stellen im RV. sei anwesend“. allerdings unnötig.E. die auf einer weniger engen.1.10c (ohne lokativisches Element) weisen: Identisch mit diesem Vers sind V.7 ist demgegenüber. Auffälliges Merkmal der . 5. wohl aber das weiter unten angeführte I.218 Jost Gippert ásya vratā́ ni nā́ dhṛ́ṣe pávamānasya dūḍhyā̀ (Geldner: „Dieses Pavamāna’s Vorschriften sind von keinem Übelgesinnten anzutasten“) und „aktivisches“ vṛdhé in V. 27..3. Dies alles nährt den Verdacht. auch die Auffassung von edhi als Vollverb „sei da.aktivisch“ zu interpretierenden Fälle wie oben V. 5.11 c mit gen. 9. wie auch der daneben stehende Lokativ pṛtsú „in den Kämpfen“ suggeriert. daß das Objekt dabei nicht im Akkusativ. weiter sind offenbar überall Formen der Kopula vorhanden: So z. V. sondern vielmehr im Genetiv oder Dativ erscheint40). 40) 39) .7e) mit dem enklitischen no sind hier natürlich nicht aussagekräftig.3. 10. kann man zunächst die Fälle mit Negation ná (ohne Kopula) für sich gruppieren. Möglich wäre im gegebenen Beispiel ja z.5e. Hier ist das Verhalten der „dativischen Wurzelinfinitive“ durchaus einheitlich: es besteht ein „passivisches“ Verhältnis wie im oben genannten Falle IX.c. auch Sgall. Wenn man die oben aufgestellte Forderung nach einem „gleichen syntaktischen Rahmen“ berücksichtigt.4 ab (víśve hi ṣmā mánave viśvávedaso bhúvan vṛdhé riśā́ dasaḥ) mit Dativ mánave. Eine sololie Struktur käme immerhin bei 7 der einschlägigen Stellen mit vṛdhé in Betracht. 10.6e. Ferner fällt auf.7e39): utaídhi pṛtsu no vṛdhé. S. V. daß wir es hier mit einer grundsätzlich anderen Struktur zu tun haben als in den negativen Sätzen. um uns zu stärken“. 17.7e. der vṛdhé deshalb nicht zu den infinitivischen Wurzelnomina rechnet. weniger periphrastischen Beziehung zwischen der Kopula und dem Infinitiv beruht41).. (Geldner: „und sei uns zur Stärkung in den Kämpfen“). 91. 10.B. 223. asmā́ kam sowie VIII. o. einer Struktur. 41) Ähnlich äußert sich z. daß dies zunächst offenbar nur positive Sätze betrifft. 79.

43) Solche Ersetzungen einer gegebenen Kategorie durch eine verwandte Kategorie bei bleibendem syntaktischem Rahmen habe ich in meiner Arbeit „Zur Syntax der infinitivischen Bildungen in den indogermanischen Sprachen“ (Frankfurt u. Aufl. Tl. Infinitive des Präsens Passiv der konsonantischen Konjugation. Die dt. B.B. Verbalabstraktum).. lat. a) mit Beispielen. Stegmann.B. 42) .3. 5. 1978). Wurzelnomen ≈ Infinitiv. warum kein Akk. Kühner . z. komm herbei!“. unter dem Begriff „Restitution“ zu erfassen versucht. wäre in der gegebenen Konstruktion kein Platz mehr für sie gewesen. l. Dennoch ist nicht ausgeschlossen.Zum „prädikativen“ Infinitiv 219 sóma tváṃ no vṛdhé bhava. S. die alten dat. könnte die Verwendung der Verbalabstrakta im Lat. Im vorgegebenen Falle käme so folgende Übersetzung in Betracht (RV I. die eine Interpretation mit Vollverb weniger nahelegen. an ihre Stelle wäre die nächst verwandte Kategorie. 2. wie z.. Hannover 1912. dativischen Wurzelinfinitiven die lat. denn im Vers vorher heißt es: imáṃ yajñám idáṃ váco jujuṣāná upā́ gahi „.11): .Objekt erscheint.: dat. 79.Infinitiven“ angenommen hätten44). Ausführliche Grammatik der lat. „dienen zu“. 4. 79. . R. Cf.3. daß es sich in beiden Fällen um jeweils unterschiedliche Realisierungen eines bereits grundsprachlich vorhandenen Musters handelt.. RV I. Bd.C.. 342ff. nicht aber die verwendete Nominalableitung (ved. . Gemeint ist eine Struktur wie in lat. (' 77. dazu z. 284ff. Daneben stehen allerdings Beispiele. getreten. 44) Nach geltender Lehre entsprechen den ved. Natürlich kann die zum Vergleich herangezogene lat. S. eben die Kopula.. Konstruktion nur als typologische Entsprechung gelten: historisch identisch ist lediglich ein beteiligtes Element.Gereiche uns zur Stärkung!“. Übersetzung arbeitet hier mit Formeln wie „gereichen zu“. Sprache. auf einem Ersatz43) beruhen: Nachdem im Lat. die der Verbalabstrakta. Wurzelnomina die für diese Sprache typischen Funktionen von . kann man eine syntaktische Struktur annehmen. 2. die allen 24 vṛdhé-Stellen gerecht wird und die gleichzeitig auch erklärt.11: yó no agne ’bhidā́ saty ánti dūré padīṣṭá sáḥ | asmā́ kam íd vṛdhé bhava || Aber auch wenn man von solchen Beispielen ausgeht.a. Sätzen des Typs aliquid mihi laudi est42).: dat.

München 1977.220 Jost Gippert 5. L’emploi des cas en vedique. warum im Lat. Diese Annahme würde erklären. der „Haben-Konstruktion“: lat. + Kopula + SubjektsNominativ45). gerade aber die Kopula hat in den betreffenden Sprachen so unterschiedliche Funktionen (cf. Ausgangspunkt war eine scheinbar einheitliche Konstruktion. 6. systematische Zusammenhänge ergeben sich erst dann. Eine umfassende Darstellung der Kopulasyntax in den altidg. nach ihm bezeichnet der Gen. nicht aber der Akkusativ für das „Objekt“ des Verbalabstrakts verwendet werden: Wie in der „Haben-Konstruktion“ bestünde eben zunächst ein Bezug zum finiten Verb des Satzes.h. d. der Kopula. jetzt F.propriété“.. Sommer. dieser wäre aber nicht akkusativisch. Genetiv oder Dativ. Schriften aus dem Nachlaß. 45) . 46) Eine Einheitlichkeit der Konstruktion wird durch das Auftreten der Kopula suggeriert. 50-56.destination“ (o. ved. zu konsistenten Ergebnissen führen können. Lyon 1977. weil sich ihre Funktionen teilweise überschneiden und weil sie mit dem gleichen Namen „Infinitiv“ belegt werden können. dabei ursprünglich die . 56). B. „Infinitive“ dieser Sprachen immer wieder behauptete völlige Regellosigkeit auf einer unzulässigen Präjudikation: diese Formen bilden nicht deswegen bereits eine Kategorie.. eine einheitliche Kategorie „Infinitiv“ jedenfalls hat es im Rgveda wie im Avesta nicht gegeben. Tatsächlich kann man die Sätze mit Verbalabstraktum/Wurzelinfinitiv aus dieser „Haben-Konstruktion“ ableiten: mihi est aliquid + laudi ≈ „ich habe etwas . im Ved. Sprachen bleibt allerdings ein Desiderat. dann jede einzelne Formkategorie auf ihre Verwendung hin überprüft. beruht die in der Literatur für die sog. In der vorliegenden Untersuchung habe ich versucht. In beiden Sprachen hat die besprochene Konstruktion nun auffällige Ähnlichkeiten mit einer anderen. auf welche Weise syntaktische Untersuchungen an Corpussprachen zum Erfolg. dazu z. Wie ich glaube gezeigt zu haben.zum Lobe‘“.c. S.3. dazu jetzt J. der Dativ die . Haudry.4. mihi est aliquid./Dat. Jost Gippert Cf. Gen. Geregelte. der Dativ.. S. wenn man zunächst jede Form für sich. die des „prädikativen Infinitivs“ im RV und Avesta46). S.). daß die vorliegenden Ergebnisse nicht zu verwundern brauchen. 157ff. exemplarisch aufzuzeigen.