© Uwe Fengler

Warum hat der Schwan mich nicht gebissen?

Vorbemerkungen

Dieser Artikel gibt vor allem meine persönlichen Erfahrungen mit Schwänen wieder. Andere Menschen

mögen andere Erfahrungen gemacht haben. Auch sind meine Erfahrungen auf keinen Fall wissenschaftlich belegt. Sollten Sie Angst vor Schwänen haben oder diese für gefährlich halten, machen sie bitte keine Experimente und halten sich weiterhin von ihnen fern …
Also, warum hat der Schwan mich nicht gebissen? Die Frage lässt sich im Prinzip

ganz einfach und logisch beantworten: Der Schwan ist ein Vogel, Vögel haben keine Zähne, Zubeißen kann man nur mit Zähnen, daraus kann man folgern: Ein Schwan kann nicht beißen. Warum dieser Text? Eigentlich schreibe ich nur Kurzgeschichten und Gedichte. Okay, manchmal ist auch irgendein Thema unter meinen Texten, das mich gerade bewegt.

So habe ich zum Beispiel vor ein paar Jahren über die Schweinegrippe geschrieben, und über das Impfen dagegen. Oder auch über Erdbeben in Deutschland. Und vielleicht schreibe ich demnächst auch einmal über Tornados. Natürlich auch in Deutschland. Heute sind erst einmal die Schwäne dran. Und das kam so: Ich veröffentlichte auf einer Webseite ein Foto, von irgendeinem Schwan. Darunter fand ich kurz darauf

einen Beitrag in Englisch, der auf Deutsch ungefähr folgendes sagen wollte: „Sehr gefährlich, kann einem erwachsenen Mann den Arm brechen!“ Ich lebe seit über 10 Jahren mit Schwänen (und anderen Wasservögeln), um diese zu fotografieren. Am beliebtesten sind natürlich Bilder, die Schwäne auf dem Wasser zeigen:

Irgendwie sieht das richtig friedlich aus … und nah ran gehen an den Schwan muss man auch nicht. Das Tier ist schließlich im Wasser und ich befinde mich an Land. Gezoomt eben. Aus absolut sicherer Entfernung.

Mehr Erlebnisse mit Schwänen

Wie gesagt: Schwäne sind Vögel, ernähren sich weitgehend vegetarisch …. warum sollten sie also einem Menschen gefährlich

werden. Auch wenn ich mich, um ein Photo zu machen, näher an einen Schwan heranwagte, ist mir nichts geschehen. Vielleicht machen sie selbst einmal einen Test: Geben sie einmal Folgendes in Ihre Suchmaschine ein: „Gefährlicher Schwan“ „Vom Schwan gebissen“ oder Ähnliches. Sie werden sehen, dass dann lediglich irgendwelche Foren angezeigt werden, in denen

Menschen anonym berichten, wie sie von Schwänen verfolgt, gebissen (obwohl es ja gar nicht geht) oder sonst irgendwie geschädigt wurden. Noch nie habe ich in einer Zeitung gelesen, dass Menschen durch Schwäne verletzt wurden. Inzwischen hat man in einigen Foren sogar gelernt, das Schwäne keine Zähne haben (das war vor ein paar Jahren noch nicht so). Dafür haben sie jetzt allerdings einen scharfen Schnabel, der

irgendwelche Verletzungen hervorrufen könnte. Tatsache ist: Am Schnabel befinden sich sog. Lamellen. Durch diese wird die Nahrungsaufnahme erleichtert. Keine Sorge, Menschen gehören nicht dazu. Wahr ist jedoch, dass Schwäne ihr Revier und vor allem ihre Brut verteidigen. Das ist vollkommen normal. Von Menschenopfern habe ich auch

dabei bisher nie gehört. Meine engste Begegnung mit einem Schwan hatte ich beim Fotografieren vor ein paar Jahren in Oberhausen. An diesem Tag waren die Schwäne im Kaisergarten sehr aufgeregt. Vielleicht lag es daran, dass der erste warme Frühlingstag, der dazu noch auf einen Feiertag fiel, besonders viele Menschen in den Park gelockt hatte. Ich stellte mich also am Ufer

einem Schwan in den Weg, um ihn zu fotografieren.

Als dieser an mir vorbei ging, hat er mich am linken Schienbein angestupst. Mit

seinem Schnabel natürlich. Wer bei Facebook ist, wird wissen, das anstupsen manchmal etwas lästig ist, aber keinesfalls gefährlich. Es hat nicht wehgetan, ich bekam keinen blauen Fleck und erst recht hatte ich mir nichts gebrochen. Es war eigentlich ein schönes Erlebnis und fühlte sich auch irgendwie liebevoll an. Vielleicht ahnte der Schwan ja, dass ich ihn mochte. Er hatte ja keine andere Möglichkeit es mir zu zeigen. (Kleine Anmerkung am Rande: Facebookfreunde

müssen nicht stupsen, sie können sprechen … ich habe darum beschlossen nie mehr zurückzustupsen … )

Was ich sonst noch so bei meinen Recherchen zu diesem

Artikel erfahren habe: Ich habe, nachdem ich den „gefährlichen Schwan“ im Internet gesucht hatte, und zu keinem wirklich vernünftigen Ergebnis gekommen war, einmal das Gegenteil davon eingegeben, nämlich „gequälter Schwan“ … Über das Ergebnis war ich einfach nur entsetzt. Ich finde keine Worte und mag hier auch einfach nicht schildern, wozu Menschen in der Lage sind, und diesen wundervollen Tieren Leid

zufügen, bis zum sinnlosen Töten von Schwänen. Und hier habe ich fast ausschließlich Artikel von seriösen Tageszeitungen gefunden … Zwischenspiel wussten Sie eigentlich, dass Schwäne eine Fähigkeit haben, die viele Menschen nicht mehr besitzen: Sie bleiben ihr ganzes Leben beim erwählten Partner und leben dabei monogam. Erst beim Tod eines Partners beginnt

der überlebende Teil evtl. eine neue Partnerschaft. Ein ganzes Leben lang treu, ganz ohne Trauschein und den Segen einer Kirche. Ich finde das sehr beeindruckend, denn viele Menschen schaffen dies trotz dem Segen einer Kirche nicht.

Wie geht es weiter? Trotz der Warnung werde ich weiterhin Schwäne fotografieren, und mich dabei vielleicht noch näher an sie heran wagen. Und ich hoffe, dabei entstehen noch viele schöne Fotos … Vielleicht konzentriere ich mich eines Tages aber auch auf das Fotografieren von frisch verliebten Schwänen …

Viel Spaß weiterhin mit meinen Bildern und Texten …. © Uwe Fengler

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