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AAWA AKTUELL NR.

69 JUNI 2013

PUBLIKATION DES VEREINS AAWA E.V.

Die iranischen Volksmojahedin (PMOI/MEK/MKO) Opposition? Terroristen? Sekte?
Juni 2013, AAWA Association e.V.

„Demokratische Opposition“
Am 22.06.2013 findet in den Messehallen von Villepinte bei Paris wieder einmal die alljährliche PropagandaGroßveranstaltung der iranischen Volksmojahedin (PMOI/MEK/MKO) statt. Wie jedes Jahr werden zahlreiche internationale Redner aus Politik und Sicherheits- und Militärkreisen sich in Paris versammeln, um die Propaganda der MEK zu verbreiten und der äußerst umstrittenen Organisation und ihren Unterstützern das Gefühl vermitteln, von internationaler Bedeutung zu sein.

Bezahlte Redner

Etliche der führenden US-Lobbyisten haben im letzten Jahr gegenüber den Medien offen zugegeben, für ihr Engagement bezahlt zu werden - aber natürlich nicht direkt von der MEK. Ein undurchsichtiges Netzwerk von IranischAmerikanischen Vereinen unterstützt die Kampagne der MEK regelmäßig mit sechsstelligen Dollarbeträgen und finanziert die Veranstaltungen, Rednerhonorare, Lobbyfirmen, Zeitungsanzeigen und Anwälte.
Fortsetzung auf Seite 2

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Fortsetzung von Seite 1: Auch deutsche Ex-Politiker, wie z.B. Günter Verheugen, Otto Bernhard und Rita Süßmuth setzen sich regelmäßig für die MEK ein. Sie alle geben an, ihr Engagement habe ausschließlich „humanitären Gründe“...

Terroristen
Das Bekenntnis zum bewaffneten Kampf als Mittel des Widerstandes bestimmt die Ideologie der MEK seit deren Gründung. Immer schon hat dei MEK mit Gewalt, Sprengstoffanschlägen und Attentaten für ihre Ziele gekämpft.

Anschläge im Iran
Bereits in den 1970er Jahren verübte die MEK Anschläge auf Einrichtungen und Funktionäre des Schahs, Schahs sowie auf US Staatsbürger. Bei Sprengstoffanschlägen auf Soldaten, Diplomaten und Geschäftsleute wurden drei US Soldaten und drei amerikanische Geschäftsleute getötet. getötet Auch an der Besetzung der USUS-Botschaft in Teheran 1979 war die MEK beteilig.

Bezahlte Zuschauer
Aber nicht nur die Redner werden bezahlt, auch die Zuschauer sind zum Teil bezahlt. So sollen regelmäßig „Unterstützer“ in Asylbewerberheimen angeheuert worden sein. Deutsche, östereichische, französische und polnische Medien berichteten in den letzten Jahren immer wieder von bezahlten Komparsen oder Studenten, Studenten die mit Billig-Reisen nach Paris zu der Veranstaltung gelockt wurden.

Bewaffneter Kampf
Am symbolträchtigen 20. Juni 1981, 1981 nahm die MEK offiziell den „bewaffneten bewaffneten Kampf“ Kampf gegen das iranische Regime in Teheran auf und verübte zahlreiche Anschläge und Bombenattentate auf Einrichtungen und Vertreter der Regierung wobei sie auch den Tod von unzähligen Unbeteiligten in Kauf nahmen.

Gründung der NLA
Am 20. Juni 1987 gründete Massoud Rajavi, nachdem er 1986 aus seinem Exil in Paris ausgewiesen wurde, im Irak die „Nationale Nationale Befreiungsarmee (National Liberation Army, NLA)“. NLA) Der militärische Arm der MEK wurde von Saddam Hussein ausgebildet, bewaffnet und finanziert und hat im Iran-Irak Krieg 1980 - 1988 gegen den Iran gekämpft. Die von der iranischen Bevölkerung deswegen als „Saddams Söldner“ verachtete MEK soll außerdem auch 1991 an der blutigen Niederschlagung der Aufstände von Kurden und Schiiten im Irak beteiligt gewesen sein.

Symbolischer Tag
Jedes Jahr findet an einem Wochenende um den 20. Juni die Großveranstaltung der MEK statt. Bei dieser Veranstaltung wird der symbolische Tag des „iranischen Widerstandes“, Widerstandes“ der 20. Juni gefeiert. Offiziell ist der 20. Juni für die MEK ein Symbol für „den ständigen Kampf für Freiheit und Demokratie im Iran“. Inoffiziell gedenkt die MEK, die sich selbst als „der iranische Widerstand“ bezeichnet, ihrer blutigen Vergangenheit - dem „bewaffneten bewaffneten Kampf“ und dessen Opfern, die als Kampf „Märtyrer“ verehrt werden.

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„Bestrafungsaktionen“
Die MEK stellt sich auch gerne gezielt als Opfer dar, um ihren brutalen Kampf gegen das Regime zu rechtfertigen. Im April 1992 stürmten und verwüsteten Anhänger der MEK als „Reaktion Reaktion“ Reaktion auf die Verfolgung durch das iranische Regime zeitgleich in elf Ländern iranische Einrichtungen und Botschaften. Ende der 1990er Jahre tötete die MEK bei sogenannten „Bestrafungsaktionen“ mehrere iranische Politiker, Geistliche und Militärs.

Personenkult
Die Ideologie der MEK ist von einem intensiven Personenkult um Massoud und Maryam Rajavi geprägt.

Sekte
Der 20. Juni ist auch der Tag des „Gedenkens an die Märtyrer“. Die MEK gedenken vor allem ihrer Mitglieder, die sich bei Selbstmordanschlägen für die Organisation geopfert haben. Dass diese Bereitschaft, sich selbst zu opfern nicht nur in den 70ern und 80ern Teil der MEKIdeologie war, zeigte sich nach der Verhaftung von Maryam Rajavi 2003. Maryam Rajavi, die „gewählte Präsidentin des iranischen Widerstandes“ wird von ihren Anhängern gottgleich verehrt, verehrt ihr Wort ist Gesetz für die MEK-Mitglieder.

Selbstverbrennungen
Als Maryam Rajavi am 17. Juni 2003 zusammen mit 164 anderen MEK-Mitgliedern unter dem Vorwurf der Finanzierung von terroristischen Organisationen in Auvers sur Oise bei Paris von Spezialeinheiten der französischen Polizei verhaftet wurde, kam es als Reaktion darauf zu Hungerstreiks und Selbstverbrennungen von MEKAnhängern in Paris, Rom, London und Bern. Bei diesen Protesten starben zwei MEK-Anhänger und mehrere Personen erlitten schwerste Verbrennungen.

Massoud Rajavi ist seit 2003 verschwunden, verschwunden meldet sich aber regelmäßig mit Botschaften an seine Anhänger. Es gibt keine Beweise dafür, dass er überhaupt noch lebt. Bei jeder Veranstaltung der MEK, seien es Demos oder Konferenzen, dürfen die Bilder von Massoud und Maryam Rajavi nicht fehlen. Ihre Gesichter prangen mahnend auf Schildern, T-Shirts, Fahnen, Plakaten und Videoleinwänden.

Abschottung Immer wieder berichten Aussteiger davon, dass die MEK in ihrer eigenen Realität lebt. Anhänger werden streng indoktriniert. indoktriniert Das Leben der Mitglieder ist streng reglementiert und der Tagesablauf wird von der Organisation vorgegeben. Die Mitglieder werden von der Außenwelt abgeschottet und haben keinen freien Zugriff auf Medien und Internet. Insbesondere von Familienangehörigen werden die Mitglieder fern gehalten.

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http://www.berliner-zeitung.de/politik/iran-mit-mg-und-sichel-gegen-die-mullahs,10808018,23495700.html

Mit MG und Sichel gegen die Mullahs
23.06.2013, Berliner Zeitung
Von Axel Veiel

In einem Vorort von Paris treffen sich Zehntausende ExilExil-Iraner. Sie trauen den Wahlen in ihrem Heimatland nicht und rufen zum Widerstand gegen den neuen Präsidenten in Teheran Hassan Ruhani auf. Doch wie soll der Umsturz organisiert werden?
Villepinte ist weit weg von Teheran. Von der Hoffnung, die nach der Wahl Hassan Ruhanis zum neuen Staatspräsidenten in Teheran aufkam, ist in der Pariser Vorstadt am Wochenende nichts zu spüren. Zehntausende von Exil-Iranern strömen dort ins Messegelände, wo die Volksmudschaheddin und ihr politischer Arm, der Nationale Widerstandsrat, zum Sturz des Mullah-Regimes aufrufen wollen. Entschlossenheit steht den Besuchern ins Gesicht geschrieben, auch Stolz. „In der Heimat haben die Mullahs den Widerstand gebrochen, im Exil hat unsere Stimme Gewicht“ , sagt Sam, ein Ingenieur aus London. Auf der Jacke des 37Jährigen prangen Maschinengewehr und Sichel, das Logo der Volksmudschaheddin. „Die Mullah-Diktatur wird nicht freiwillig abtreten“, sagt er. Marjam Radschawi, die Vorsitzende des Widerstandsrats, hält nichts von den iranischen Wahlen. „Eine reine Maskerade“ seien sie gewesen. Ruhani nennt sie „einen altgedienten Funktionär des Kriegs- und Unterdrückungsapparats des Teheraner Regimes“. Radschawi steht in Seide gehüllt am Rednerpult und erinnert daran, dass Ali Chamenei nur ihm genehme Kandidaten zugelassen habe.

Kaderstrukturen und Personenkult
Dass die Wahl Ruhanis gleichwohl eine Chance eröffnet, klingt nirgends an. Dass sich der Wahlsieger gegen Zensur und für Pressefreiheit ausgesprochen hat, dass er ein entspanntes Verhältnis zum Westen sucht und das Atomprogramm des Iran zumindest „transparent“ machen will, ebenfalls nicht. Als Radschawi ihre Rede beendet, ergießt sich goldener Konfettiregen über das klatschende Publikum. Die Widerstandsorganisation funktioniert durch straffe Kaderstrukturen und Personenkult, abweichende Auffassungen sind nicht zu erwarten. In der Messerhalle ist stets dasselbe zu hören: „Zum Sturz des Regimes gibt es keine Alternative.“ Wie er, aus dem Exil zumal, herbeizuführen ist, bleibt offen. Es stimmt, was der Ingenieur Sam sagt: Die Volksmudschaheddin ist die einzige Opposition, die die Mullahs ernsthaft herausfordert. Der Westen reicht den Widerstandskämpfern die Hand, wenn auch . halbherzig. Nach der EU haben auch die USA sie von der Liste terroristischer Organisationen gestrichen. Westliche Politiker aus der zweiten Reihe bekunden in Villepinte durch Grußbotschaften oder Anwesenheit Solidarität. Erleichtert vernehmen sie, dass Radschawi in ihrer Rede auch von freien Wahlen spricht, von unabhängiger Justiz, Gleichberechtigung der Frau und dem Verzicht auf Atomwaffen. Ob das allerdings im Iran mehrheitsfähig wäre, ist wieder eine dieser Fragen, die hier niemand stellt.

www.aawawww.aawa-association.de
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