© 2008, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642

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Martin Leiner / Michael Trowitzsch (Hg.)

Karl Barths Theologie als europäisches Ereignis

Vandenhoeck & Ruprecht

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ISBN 978-3-525-56964-1

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.............. Norwegen Karl Barths Einfluss auf Norwegen – historisch und zeitgenössisch Kjetil Hafstad ................... 2.......................... Frankreich und Französische Schweiz Die Rezeption der Hermeneutik Barths in der katholischen Theologie Frankreichs und Belgiens Benoît Bourgine ................................................................................... 172 © 2008.......... 138 Barth lesen in den Niederlanden Gerrit Neven ................................... KG........ 11 19 7 30 48 54 79 4........................................................ Dänemark Barth im Spiegel der dänischen Theologie Hans Vium Mikkelsen..............................Inhalt Inhalt Vorwort ............................................................ Die Barthisme-Bewegung im frankophonen Protestantismus Detlev Schneider ................................................................................................................................................................................................. Niederlande Zur Barthrezeption in den Niederlanden Susanne Hennecke..................... 120 5.......... Länderstudien 1............ 163 6........................ Belgien..................................... Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co......................................................... A..... B... Italien Barth und die Hermeneutik Carla Danani . 3........................................................................ DDR Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR Matthias Gockel und Martin Leiner...................................................... Grundlegendes Einführung Michael Trowitzsch ......................... Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 ............................. Barth in Übersetzung Hans-Anton Drewes ...................

............................... Konstellationen Karl Barth und Martin Buber Hans-Christoph Askani ............................................... 228 C........................................................... Tschechien Karl Barth in Tschechien Jan Štefan ........................................................... Rumänien Die Rezeption der Theologie Karl Barths in der Reformierten Kirche Rumäniens nach 1945 Árpád Ferencz .............................................................................. 188 vere Deus......................und Rechtsbarthianer in der reformierten Kirche Ungarns Sándor Fazakas ........ Heiko Miskottes Israel-Theologie als theologisches Kaleidoskop Martin Hailer .................................................................................... Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 ........................................................... 433 © 2008.......................................... 200 8................................................................................. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co......... KG............. Die „‚A and B‘ discussion“ – und darüber hinaus! Ruth Heß .................................... Est Deus in Nobis? Christophe Chalamet ......................................................... Karl Barth als Theologe der Neuzeit Stefan Holtmann ........... Barth-Rezeption bei lutherischen Theologen in Deutschland Ernstpeter Maurer...................................................................... 239 260 271 291 317 331 348 367 387 397 Personenregister ...... Barth und die Moderne Anne Marie Reijnen .............................. vere homo! Vasile Cristescu...................... Karl Barth und die Politik Michael Beintker ...................................................................................... Karl Barth und Søren Kierkegaard Eberhard Harbsmeier .................................................................................................... Ungarn Links.. Barth und die Postmoderne Philipp Stoellger .................................................................................6 Inhalt 7.................................................................................................................................................. 216 9.

wie bekannt.) in den Blick genommen nicht nur in unmittelbarer Interpretation. Ausgeschöpft scheinen sie noch lange nicht. von der European Science Foundation dankenswerterweise großzügig finanziert. eben diesem Thema gewidmeten Band erscheinen. Mai 2006 dreißig Theologen und Theologinnen aus Europa. KG. ist keineswegs grau von Geschichte geworden und der „Historisierung“ anheimzugeben (gerne fungiert das Stichwort als Zertifikat der eigenen Überlegenheit). kann in vielerlei Hinsicht genau diesen Bestimmtheitsgewinn ausweisen. Karl Barths Theologie. Immer noch wächst Barths theologisches Werk. die auf eigene Weise prophetisch orientierte Versöhnungslehre. sondern auch im Spiegel ihrer Rezeption in Europa und darüber hinaus. – Herr Jörg Persch und Herr Christoph Spill vom Verlag Vandenhoeck & Ruprecht haben das Buch zuverlässig verlegerisch betreut. für den Druck überarbeitet. so hoffen wir. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. McCormack (Princeton).Vorwort Vorwort Ausgestrahlt hat das theologische Denken Karl Barths. aber auch die Missverständnisse.–27. Nostrifizierungen und Domestizierungen dieser nicht selten unbändigen Texte. die produktiven Weiterführungen. Ziel war eine vorläufige Bestandsaufnahme der internationalen. Unser Dank für hilfreiche Mitarbeit gilt Frau Assistentin Juliane Hopf und Herrn Assisten- © 2008. weithin: in den deutschen Sprachraum jahrzehntelang natürlich sehr unmittelbar. Gegenüberstellungen und Perspektiven. aber auch in viele europäische Länder und noch einmal weit über Europa hinaus. nahezu unüberschaubar die Rezeptionen. die direkten und indirekten Umformungsprozesse. werden hier dokumentiert.) ins Auge gefasst in verschiedenen Konstellationen. notwendig mit Ungenauigkeit einhergehen? Das Gegenteil – deutlichere Konturierung – kann unter Umständen eintreten. Der Beitrag von Bruce L. in ihrer klärenden und scharf kritischen Kraft. Vielfältig. wie hier versucht. hat vom 25. eine Gegenüberstellung von Barth und Schleiermacher. zumal der europäischen Barth-Rezeption sowie eine vertiefte und differenziertere Sicht auf eine Reihe aus diesem Zusammenhang sich ergebender Einzelprobleme. soll in einem gesonderten. Ein internationaler workshop. sie steht vielmehr zur Wiederentdeckung an. den USA und Kanada unter der Überschrift „Karl Barths Theologie als europäisches Ereignis“ in Jena zusammengeführt. (1. dieses Buch. Zumal das Spätwerk. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . Muss eine Weitung des Blicks. Die dort vorgestellten Beiträge. aber auch (2. gewinnt schärfer hervortretende Kenntlichkeit.

Ihm gilt ein besonderer Dank. Jena. KG. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . Michaela Jurka und Tommy Drexel. Dem Theologisch-Pädagogischen Zentrum der dänischen Volkskirche in Løgumkloster mit seinem Rektor Prof. angenommen und darüber hinaus die Drucklegung betreut. Dr. Herr PD Dr. Februar 2008 Martin Leiner und Michael Trowitzsch © 2008. Hans-Martin Rieger hat sich in umsichtiger Weise der technischen Vorarbeiten. Eberhard Harbsmeier sowie den Kirchenämtern der EKD und der EKM sei herzlich für namhafte Druckkostenzuschüsse gedankt. insbesondere der Sammlung und Bearbeitung der Manuskripte. David Gippner.8 Vorwort ten Dr. Thomas Schlegel sowie den Studenten Tillmann Boelter. Corinna Gehre.

Es wäre ja furchtbar. Ähnlich dürfte es mit zahlreichen anderen Briefen gegangen sein. wenn der Christenglaube den Menschen trennen und absondern wollte von den Anderen. die keine Christen sind?‘ Ich habe dann immer gelacht und gesagt: . das Menschen zusammenführen und verbinden kann. Berlin 1988. auch die Zahl der wissenschaftlichen Aufsätze.v. Oktober 2007) verlorengegangen. und W.2 während der Quellenwert mündlicher und einiger schriftlicher Zeugnisse stark umstritten ist. dass das Bild der DDR in der aktuellen zeitgeschichtlichen Forschung noch nicht zu einer solchen Klärung gelangt ist. Wichtige Quellen sind wahrscheinlich vernichtet oder verloren. ist unser Thema „Karl Barth und die DDR“ wahrscheinlich die größte terra incognita. ihre Botschaft auszurichten. um sie auch nur annähernd zu bewältigen. 279–299. das sich mit Karl Barth im europäischen Kontext befasst. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . wie dies für die Länder Nord. in: Theologie und Christologie. H. Barths Rezeption und Wirkung in der DDR sind so vielstimmig. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. den die Gemeinde hat. Und das Verbindende ist ganz schlicht und anspruchsvoll zugleich der Auftrag.B. Barth und der Weg der Kirche in der DDR.3 Wegen dieser Forschungslage möchten wir hier eine vorbereitende einfüh1 Vgl. die unser Thema behandeln. Krötke. Briefe Karl Barths an Heino Falcke (nach dessen Bericht in einem Gespräch am 10. 147–58.1 Hinzu kommt die Schwierigkeit. Köckert und W. © 2008.“ Karl Barth. die mir ein paar Mal in diesen Wochen gestellt worden ist: . KRÖTKE. Bonn 1946 *** Im Rahmen eines Forschungsprojekts. 3 Dies betrifft sowohl den Quellenwert der Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) als auch mündliche Quellen. Kirchliche Zeitgeschichte 7 (1994). Karl Barths und Dietrich Bonhoeffers Bedeutung für die Theologie in der DDR. dass viele in dieser Vorlesung sitzen. 2 So sind z. Im Unterschied zu Großbritannien.das ist mir gleichgültig‘. Zum Werk und Leben Karl Barths. ist überschaubar. hg. dass mehrere Monographien nötig wären. FORCK. KG.und Westeuropas in dem zu besprechenden Zeitraum der Barth-Rezeption der Fall ist. Siebenbürgen (Ungarn / Rumänien) und dem frankophonen Raum gibt es noch keine Studie über die Rezeption Barths in der DDR. Er ist ja doch das stärkste Motiv.Matthias Gockel und Martin Leiner Matthias Gockel und Martin Leiner Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR „Ich möchte hier beiläufig auch eine Frage beantworten. insbesondere G.Wissen Sie nicht.

An einen © 2008. seit 1970 Propst in Erfurt und prominenter Kritiker der SED-Politik sowie Hanfried Müller (geb. indem wir in exemplarischer Weise einige Kristallisationskerne untersuchen. in dem er den „Warthegau“ als Gebiet der DDR anspricht (vgl. Heino Falcke (geb. allerdings mit eigenen Akzenten. Deren Spannweite soll außerdem deutlich werden. 1925). in Büchern oder in Gesprächen mit den unterschiedlichsten Partnern durchweg um theologische Aussagen handelt. die als solche gewürdigt werden wollen. zeitweilig Mitarbeiter von Karl Barth. indem die Barth-Rezeption von vier politisch und theologisch sehr unterschiedlich zu verortenden Personen skizziert wird: Johannes Hamel (1911–2002). Professor für Systematische Theologie in Jena und später in Bonn. 1929). als Professor für Theologie an der Humboldt-Universität lehrte und unter Berufung auf Bonhoeffer und Barth eine dem . K. Gerhard Gloege (1901–1970). Dabei wählen wir einmal den „Brief an einen Pfarrer in der DDR“ als das wohl wichtigste Dokument seiner Wirkung in der DDR. Weltkrieg bis zur Gründung zweier deutscher Staaten 1949. Der erste Teil unseres Aufsatzes umfasst die Zeit der Neuordnung Europas nach dem 2. KG. Nicht zuletzt deswegen sind diese Äußerungen grundlegend für seine Stellung zur DDR. wobei er mehrfach Positionen einer „östlichen“ Lesart der geschichtlichen Entwicklung vertritt. der 1952 aus der BRD in die DDR übersiedelte.80 Matthias Gockel und Martin Leiner rende Studie zu den vielfältigen Reaktionen in der DDR auf Karl Barths Theologie bieten. BARTH. weil diese Aussagen einerseits hermeneutisch sehr umstritten sind. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. Um Barths Position zu verstehen. dass es sich bei seinen Aussagen in Briefen. auf persönlichen Kontakten beruhenden Kenntnissen. die über das hier Gesagte hinausgehen. die wir im zweiten Teil darstellen.4 4 Ein Beispiel für solche Unkenntnis findet sich im „Brief an einen Pfarrer in der DDR“ (1958). Barths Äußerungen in dieser Zeit zeichnen sich durch eine hohe Tagesaktualität und konkrete Bezugnahmen aus. die er erst im Laufe der Zeit erarbeitet hat. Dabei kommen von Barth schon zu Zeiten des Aufbruchs der Dialektischen Theologie entwickelte Grundsätze ebenso zur Geltung wie Gesichtspunkte. Wir sehen diese Aufgabe als notwendig an. andererseits bestimmte Kristallisationskerne für seine Wirkung in der DDR bilden. Diese Skizzen verstehen sich als ein Anfang für weitere Forschungen. Vermutlich können in allen Fällen weitere Details zutage gefördert werden. muss man sich zunächst deutlich machen. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 .real existierenden Sozialismus‘ nahestehende Position entwickelte. aber auch von mancherlei Unkenntnis gekennzeichnet. Der dritte Hauptteil soll schließlich sehr kurz die These einer dialektischen Wirkung Barths in der DDR zusammenfassen. Dabei stehen Barths eigene Aussagen zunächst im Mittelpunkt. Diese war von erstaunlich genauen. und auch seine persönliche Einschätzung der jeweiligen Situation.

401–439. aber doch sehr klaren Kritik des Nationalsozialismus zusammenpasst.Dritten Reich‘ und der DDR. Die hier vorgeschlagene Antwort betont im Anschluss an Barth die Unterschiede zwischen dem . die gleichwohl politische Konsequenzen hat. Gerade hier erscheint ein neuer Aspekt. Dadurch entsteht eine Dialektik. Unter den sich erst im Laufe der Zeit entwickelnden Prinzipien ist die Kritik an jeder Betonung der Macht des Bösen und seine Ablehnung jedes menschlichen Kampfes gegen ein irgendwo identifiziertes „Böses“ zu nennen. wenn die Kirche und die Christen sich einer weltlichen Gruppierung. die Menschen auch über Schuld und politische Gegensätze hinweg zusammenführt. Die Option für VersöhPfarrer in der DDR 1958. Dass dies eine grundlegend theologische Option ist. Barth Gesamtausgabe Abt. wird sicher noch Gegenstand zahlreicher Kontroversen bleiben. zu der vor allem der Machtkampf gegen andere Ensembles gehört. einer Zeitströmung oder einer weltanschaulichen Richtung zuordnen und mit ihr allzu eng verbinden. dass er seit seiner Zeit als „roter Pfarrer von Safenwil“ einen demokratisch geprägten Sozialismus dem Kapitalismus vorzog. zu protestieren. Wie dazu passt. Alle diese Ensembles haben ihre immanente Logik.Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR 81 Unter den tragenden Grundsätzen für Barths Position sind die Stichworte Kritik und Versöhnung zu nennen. D. in: DERS. wird zu klären sein. das diesen unter Absehung von der bereits geschehenen Versöhnung dämonisiert. KG. Kritik bedeutet. dass Barths Aussagen immer so zu verstehen sind. den er durch die Präpositionen „zwischen“. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . die gerade nicht die Dialektik ist. Die alles mit einem positiven Vorzeichen versehende hermeneutischdogmatische Prämisse ist für Barth die durch Jesus Christus geschehene Versöhnung der ganzen Welt. dass sie weder von links noch von rechts. einer Partei. In Abwandlung eines Wortes von Paul Tillich kann man sagen: Das Zwischen ist der fruchtbare Ort der Erkenntnis. Zürich 1984. Offene Briefe 1945–1968. ist nicht in der alten oder in der neuen Zeit. V: Briefe. an dem Gott den Menschen antrifft. dass er stets dem hermeneutischen Prinzip folgt. hg. hier 438). Stattdessen entwickelt sich Barths Theologie zu einer Theologie der Versöhnung. wird im Folgenden stets zu bedenken sein. Er setzt die Versöhnung auch des Atheisten und Kirchengegners stets kühn und fröhlich voraus. „über“ und „jenseits“ verdeutlicht. Koch. © 2008.v. der bereits im Motto unseres Aufsatzes zum Ausdruck kommt. die von Gott her Platz greifen soll. Deutlich ist aber.. Nach Barth ist Christen und der Kirche ein anderer Ort zugewiesen. weder von kommunistischer noch von bürgerlich-liberaler Seite vereinnahmt werden können. Wie diese Haltung mit seiner zwar nicht dämonisierenden. sondern „zwischen Ost und West“. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. Der Ort. sondern „zwischen den Zeiten“. Daher lehnt er jedes Verständnis des Kommunismus ab. Er ist ebenso nicht im westlichen und nicht im östlichen Lager.

d. Christen und anderer Menschen mit staatlichen Behörden nicht zu einer wesentlichen Grundlage seiner Aussagen gemacht. Durch interessierte Zeitungslektüre sowie durch zahlreiche persönliche Kontakte.5 Darin liegt ein Problem. Sozialismus und die föderative Gemeinschaft freier Staaten8 liegen für ihn mehr in der Linie des rechten Staates als eine aristokratische oder monarchische Diktatur. © 2008. NOWAK. und einer „analogen Affinität“. Allerdings hat er die prekäre Situation von vielen Regierungsgegnern sowie die alltäglichen Probleme der Pfarrer. 7 Zur theologischen Affinität Barths zu Demokratie und Sozialismus vgl.82 Matthias Gockel und Martin Leiner nung und Heilung der von belastenden Traditionen geprägten Menschen führt dazu. Im Rahmen dieses Interesses sind Barths Einschätzungen der politischen Wirklichkeit von Bedeutung. B. Klappert unterscheidet zwischen einer „deduktiven Affinität“. Er sah viel stärker den Gegensatz als die Vergleichbarkeit zum nationalsozialistischen Deutschland und betonte die relative Harmlosigkeit der DDR. Konkrete Willkürmaßnahmen gegenüber Pfarrern und kirchlichen Mitarbeitern waren ihm bekannt. dass die systematische Unterscheidung zwischen einer „herrschaftsstabilisierenden“ und einer „herrschaftskritischen“ Barth-Rezeption nicht nur für Osteuropa. 204– 207. Versöhnung und Befreiung. Barths kontextuell zu verstehen. sondern auch für Westeuropa gilt. Zwischen den Blöcken. ein „ungebundenes“ Wirt5 Allerdings hat er auch das KPD-Verbot in der BRD nur am Rande wahrgenommen. KLAPPERT. Jahrhundert von einem grundsätzlichen Widerspruch zwischen Reaktion und Nationalismus auf der einen Seite und Demokratie und Sozialismus auf der anderen Seite geprägt ist. Neukirchen 1994. KG.h. Die Zeichen der Zeit 48. und 20. dass Barth den Deutschen gegenüber ein fast seelsorgerliches Verhältnis einnimmt. Die Genesis des Kalten Krieges und die protestantischen Kirchen in Deutschland. Letztere stehen laut Barth in einer deutlichen Affinität zum Evangelium Jesu Christi. Andererseits bedeutete diese verglichen mit so mancher Propaganda im Westen verhältnismäßig realistische Wahrnehmung vor dem Hintergrund der aufgeheizten Atmosphäre des Kalten Krieges und der offiziellen Nicht-Anerkennung der DDR durch die BRD zugleich eine Stärke seiner Position. und er hat sie nicht verharmlost. Versuche. bei der das Evangelium die Priorität behält. 1994.7 Demokratie. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. so dass die Frage „Wie können die Deutschen wieder gesund werden?“ im Hintergrund zahlreicher Äußerungen mit zu bedenken ist. die er als gesetzlich und nicht als antichristlich wie den Nationalsozialismus einschätzte. 85). 8 Gegenüber anderen Projekten zu einem „föderativen Europa“ bot Barths Ansatz „sehr viel mehr an produktiven Elementen in sich als das Denken im Antagnonismus der Blöcke“ (K. einer „kausalen Deduktion der Theologie Barths aus Sozialismus und Demokratie“. 6 Hier ist zu beachten. dass die Geschichte Deutschlands im 19.6 Barths historisch-politisches Interesse basiert auf der Überzeugung. Begegnungen und Reisen verfügte er über gewisse Kenntnisse der Verhältnisse in der SBZ und der DDR. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 .

v. 11 Immer noch wegweisend dazu H. Zollikon-Zürich 1945.Der Götze wackelt‘. BARTH. stark auf Versöhnung ausgerichtete Theologie findet hier ihren ersten Ausdruck: „Was wir den Deutschen schuldig sind. Barths Position in der Nachkriegszeit. Kupisch. ZThK 91 (1994).. Oktober 1942. E. in: DERS. um sie „dem Getöse der westlichen Presse zuwider so unbefangen wie möglich“ zu verstehen. Against Hegemony. hg. Bekanntlich fühlte er sich seit seiner Studentenzeit den Deutschen eng verbunden.. 12 Vgl. in: DERS. ASSEL. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . wenn sie „viel gegeneinander haben“ und das nicht übersehen oder vergessen können. Der Fall Barth 1934–1935. V: Briefe. Zeitkritische Aufsätze. dass Menschen auch dann „füreinander sein können“. KG. Reden und Briefe von 1930 bis 1960. München 41986..v. 1945–1949 1.. Oxford 1999. Auch seine Vertreibung aus Deutschland11 und sein Widerstand gegen den Nationalsozialismus12 änderten daran nichts. ihre richtigen. Chronographie einer Vertreibung. auch H. „.Barth ist entlassen. K. Eine Schweizer Stimme 1938–1945.. 337. BARTH. PROLINGHEUER. ihre Sache zu unserer eigenen zu machen“.10 I. hg. BARTH an einen amerikanischen Kirchenmann (Samuel M.. Offene Briefe 1945–1968. 18. Neukirchen. Vgl. ist dies.Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR 83 schaftssystem mitsamt dem darauf begründeten Gesellschaftssystem und das Nebeneinander unabhängiger Nationalstaaten. Barths Lebenslauf. BUSCH. Zürich 1984. ‘ Emanuel Hirschs Rolle im Fall Barth und seine Briefe an Wilhelm Stapel“. Barth Gesamtausgabe Abt. Barth.v. 14 K. 352. D. Brief an Otto Nuschke. in: DERS. an der ich von Herzen Anteil nehmen möchte. aufrichtigen Freunde zu sein“. 117–63: „The Struggle Against Fascism“. ohne Vorbedingungen und mit „der schlichten Bereitschaft. Cavert). nennt 13 Orte. GORRINGE. Koch. 445–75. 10 K. mit dem er im Januar und Februar 1945 „durch die ganze Schweiz“13 reiste.9 Daher begleitete er die politische und kirchliche Entwicklung in der DDR „mit tiefer Anteilnahme“. um ihnen so eine „handfeste Anschauung“ von Vergebung anzubieten.Koch. Mai 1956. How My Mind Has Changed 1938–1948.14 Dabei verband Barth mit dem Sieg der Alliierten die Hoffnung auf eine grundlegende Neuordnung Deutschlands und Europas. . K. © 2008. die zeigt. Zürich 2001. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. D. Die Deutschen und wir. hg.J. mit dem 9 DERS. Barths relativ neue. T. in: Offene Briefe 1935–42. Berlin 1961. 388. 194. „Für mich beginnt die neue deutsche Geschichte. 1977. also „unbedingt für sie“ zu sein. V: Briefe. zum Ausdruck. 380. BARTH. 13 K. Besonders eindrücklich kommt dies im Vortrag „Die Deutschen und wir“. Kriegsende und Neubeginn Barths Stellung zur DDR muss im Kontext seiner Haltung zu Deutschland insgesamt verstanden werden. Barth Gesamtausgabe Abt.

Mai 1945 und Brief an Paul Vogt. Die Deutschen. Lebenslauf. aber faktisch viel christlicher reagierten“ (K. dass man sehr wenig weiß „von dem Maß. 54. Am Schluss der Sitzung betonte Barth die gemeinsamen Aufgaben der © 2008. 18 „Mir liegt nicht an den Begriffen der Schuld bzw. dass ihr Land sich jetzt in einer Situation befinde. 338). in Anlehnung an das .16 sowohl im gesellschaftlichen und politischen als auch im kirchlichen und theologischen Bereich. mehr oder weniger aktiv am Werke. 17 BARTH. SELINGER. das im Juli 1943 in Moskau gegründet worden war (S. Offene Briefe 1945–1968. ein neuer Anfang „mit dem alle Dinge tragenden Wort Gottes“. Es handelte sich dabei um eine Sitzung der Basler „Zweigstelle“ der 1943 gegründeten . Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co.Nationalkomitee Freies Deutschland‘. März. Juni 1945. in der ihnen nichts anderes als ein grundsätzlicher Neubeginn übrig bleibe. in welchem sie an den Verbrechen beteiligt oder nicht beteiligt waren. 18). Charlotte von Kirschbaum und Barth. März 1945. 16 BARTH. gegen die Bekenntniskirche und später auch gegen Hitlers Kriegsgegner“ hatte. 74f). Juli 1945. 19 BARTH. Sontag. Zwar waren „Millionen […] von deutschen Männern und Frauen. die er Anfang 1945 näher kennenlernte. war ein vorbehaltloser Einsatz für die zurzeit verlorene Sache des deutschen Volkes“ – auf dem Boden einer „rückhaltlosen Anerkennung der Verantwortlichkeit aller Deutschen“ und im Sinn einer konkreten „Beschäftigung mit den praktischen Einigungs-. zwei Monate nach der Kapitulation Deutschlands. Alten und Jungen. und zwar so oder so alle Deutschen für das seit 1933 Geschehene die Verantwortung übernehmen“ (Barth an Ernst Friedlaender. Dabei „haben die christlichen Emigranten leider nicht gerade gut abgeschnitten neben der viel größeren Einfalt des guten Willens der Andern. 338–39. bei BUSCH. 21. in: BARTH. 12. Barth notiert ein allgemein verbreitetes „Mißtrauen“ und „eine tiefe Entfremdung“ gegenüber den Deutschen. Eine biografisch-theologiegeschichtliche Studie. von der Art.“15 Am 8. wir kennen aber nicht die. 28.. Lebenslauf 337–38.. 11.Bewegung Freies Deutschland in der Schweiz‘. [um] diese Maschine in Gang zu erhalten“ Aber „wir kennen […] im besten Fall einige. Barth hatte die Sitzung als „eine Art Treuhänder zu leiten“ und bemerkte: „Was mir bei den Leuten entgegentrat. Die Deutschen. Brief an F.“19 Eine qualifizierte Antwort fand Barth bei der Bewegung „Freies Deutschland“. weist aber darauf hin. der Kollektivschuld . die Verantwortung der Deutschen für die in ihrem Namen geschehenen Verbrechen im Sinne einer . Siegmund-Schultze. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . von dem Sinn“. dass man nur wenige Jahre zuvor für den Nationalsozialismus in vielen Ländern „ein gewisses mildes Interesse“ aufbrachte und „dafür umso mehr Vorbehalte gegen die deutsche Opposition.17 Gleichzeitig lehnt Barth es ab.84 Matthias Gockel und Martin Leiner Aufschlagen eines andern Kapitels. zit.Kollektivschuld‘ zu deuten.und Wiedergutmachungsaufgaben“ unter „Zusammenarbeit aller deutschen Richtungen“. 20 Am 10. Mir liegt aber alles daran. 335. nicht den deutschen Menschen von heute. BARTH. dass die Deutschen. die sich als Atheisten gaben. KG. schreibt Barth in einem offenen Brief an die deutschen Theologen in der Kriegsgefangenschaft. Offene Briefe 1945–1968. Februar 1945 lud Barth kommunistische und protestantische Emigranten in sein Haus ein.18 Er räumt ein. Zürich 2004. Aufbau. bei BUSCH.20 Es sei die „eigen15 Barth an Dr.

378. 10. „mit dem wir – ich und meinesgleichen. GOLDHAMMER an Barth. 24 BARTH. Lehrer – Ratgeber – Freund. Berlin / DDR. Die Deutschen. Wie können. vermeidet aber ein Pauschalurteil. in „allen Schichten.. wie ein Gratulationsbrief zum 80. Das zweite Modell ist sozialpsychologisch: „Man denkt. in die sich alle Gruppen. Sie unterschieden mit der Ihnen eigenen Autorität ganz eindeutig zwischen Deutschland und dem Nationalsozialismus . dass Hitler möglich und wirklich wurde.. der sein christliches Glaubensbekenntnis mit einem kämpferischen Humanismus verbindet. teilweise widersprüchlichen Richtungen innerhalb der Bewegung: „Das FD ist nicht kommunistisch. BARTH. Barths Lebenslauf.Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR 85 tümliche Überzeugung“ dieser Erneuerungsbewegung. Ihre damalige Haltung war einmalig. Wie können die Deutschen gesund werden? (April 1945). sondern auch belehrte. Die Deutschen. zu einem „revolutionären Aufschwung der Arbeitermassen“ zu führen. Klassen. Ständen. dass Sie damals Schranken niedergerissen haben zwischen uns Marxisten und den emigrierten Bekenntnischristen . wenn man an den Deutschen. „im Staate etwas Anderes als einen Befehlsapparat zu erblicken“. Mai 1966. denkt. Der Nationalsozialismus sei die „höchste Blüte dieser dem Deutschen zur zweiten Natur gewordenen […] Autoritätssucht und Subordinationsgesinnung. 1979.. an den Preußen und […] an den preußischen Kasernendrill. 466). in: DERS. Als Deutscher würde ich sagen: Ich kann nichts Besseres tun. ich und meine Gesinnungsfreunde – zu der Katastrophe beitrugen […] unter der wir nun auch alle miteinander zu leiden haben?“23 Zur Verdeutlichung seiner Position nennt Barth einige Erklärungsmodelle für den Nationalsozialismus. was der besondere Irrtum war. seine braunen verschiedenen. bei FEURICH. 339 mit Anmerkung.22 Er verlangt. Ein Nachwort. der uns nicht nur Achtung abnötigte. in: E. 22 K. Barths Formulierung kommt dem Begriff einer Kollektivschuld zwar nahe. sondern das freie Deutschland. 378. 341. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. gründlichsten und tätigsten Gegner des Systems – dafür haftbar und verantwortlich machen muß.“21 In diesem Zusammenhang spricht Barth von der Schuld. als dazu gehen und mich anschließen“ (W. KG. mit dem er „seine erstaunliche Partei organisiert. In dieser Situation habe „das deutsche Finanzkapital in Hitler gewissermaßen seinen Retter erkannt“ und ihm das Geld gegeben. Geburtstag Barths belegt: „Keiner von uns wird vergessen. Parteien und Richtungen“ sich der Frage zu stellen. Diese Haltung Barths beeindruckte die kommunistischen Mitglieder des Komitees. dass „jeder einzelne Deutsche sich selbst – selbstverständlich in der mannigfaltigsten Abstufung und Differenzierung des Anteils. FEURICH. 21 BARTH.. 465). gewissermaßen um die Offenbarung des animalischen Urmenschen“. Schweizer Stimme. © 2008. Das erste Modell betont den psychopathologischen Aspekt: „es handle sich im Nationalsozialismus um den explosionsartigen Ausbruch einer uraltertümlichen wilden Bewußtseinsschicht. aber unter Einschluß auch der ältesten.“ Die Deutschen hatten noch nie die Gelegenheit. BUSCH. Lehrer.“24 Drittens erwähnt Barth die marxistische Analyse: Die kapitalistische Wirtschaftskrise habe in Deutschland gedroht.. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . 23 BARTH.“ (B. Wir haben damals in Ihnen einen Menschen kennengelernt. „eine jede in ihrer besonderen Weise gemeinsam verwickelt haben“.

How My Mind. sondern in Deutschland selbst entdeckt und geltend gemacht . KG.. 341–42. Dabei empfanden einige Schweizer Barths Haltung als zu freundlich. dank der herrschenden Arbeitslosigkeit. um schließlich „dank der Schwäche der […] demokratischen Regierung. in: DERS.und Friedenszeiten immer und überall gegeben. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co.“25 Alle diese Theorien enthalten „viel Beachtliches“. Die Deutschen. 12.26 Ein generelles Urteil fällt Barth lediglich im Hinblick auf die Einzigartigkeit des faschistischen Deutschlands: Lüge. Unfreiheit und Brutalität und auch große. 26 BARTH. Die Deutschen. Besser sei es daher. © 2008. dank der Zerrissenheit der deutschen Arbeiterklasse an die Macht zu kommen.“ (K.“28 An dieser Einschätzung hielt er auch gegen Widerspruch von verschiedener Seite fest.. während Historiker in der BRD eher die Ausnahmestellung des Nationalsozialismus in der deutschen Geschichte betonten. Nationalsozialismus ist nicht nur verbunden.27 Besonders beachtet wurde ein Aspekt des zweiten Modells. 337–38.86 Matthias Gockel und Martin Leiner und schwarzen Heerscharen versammelt und ausgerüstet habe“. BARTH an Ernst Friedlaender. „warum es gerade in Deutschland zu den genannten Erscheinungen und den entsprechenden Folgen kommen mußte“. In den ersten zehn bis fünfzehn Jahren nach 1945 wurde sie von DDR-Historikern unter den Stichworten „deutscher Militarismus und Imperialismus“ weiterentwickelt. zum System und zur Methode erhoben. dass Europa und die Welt 1945 „an einem Wendepunkt stehen. können aber letztendlich nicht erklären. „Die Linie Friedrich-Bismarck-Hindenburg-Hitler wurde nicht außerhalb Deutschlands. 343. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . […] Das heutige Deutschland aber […] hat die Unmenschlichkeit zum Prinzip. 28 BARTH. gen Himmel schreiende Ausbrüche solcher Unmenschlichkeit hat es in Kriegs. sondern müsse bis auf deren Wurzeln in der Zeit Bismarcks. ja Friedrichs des Großen zurückgehen […] wollten […] nur die wenigsten mit sich reden lassen. 27 BARTH. 194.29 Barth meint. Über den Ratschlag. und gründlicher konnte es nicht zerstört werden als es durch Adolf Hitler geschehen ist.. sondern identisch mit Unmenschlichkeit. 346. den Barth sich zu eigen machte: „Konsequenter konnte das Werk Friedrichs des Großen und Bismarcks nicht vollendet. Offene Briefe. die verschiedenen Erzählungen zu kombinieren und sich „für den wirklichen deutschen Menschen offen zu halten“. 1945–1968. 29 BARTH. während die meisten Deutschen sie als zu radikal ablehnten und „gerade nicht als das Wort eines Freundes verstehen wollten“. Hier ist sie von den geeichten Historikern beredt oder mindestens schweigend anerkannt worden. Die Deutschen. die innere Remedur des deutschen Wesens dürfe sich nicht nur auf die krasse Verderbnis der Hitlerzeit erstrecken. Die Deutschen. März 1945. von dem aus neue Wege in neuer Richtung gesucht und gefunden werden 25 BARTH. 21).

Dies sei eine „heillose“ und zugleich „unerhört fruchtbare Situation“.31 Seine Position ist humanistisch und kapitalismuskritisch: Der Geist in uns ist ein menschlicher Geist und das bedeutet. vor allem in der Organisation des Staates. 31 „Es gehört aber auch zu den Irrtümern der Vergangenheit. Lebensversuche auf anderen Linien zu wagen und dabei auch die materielle Wirklichkeit ernster zu nehmen. recht frei und würdig Mensch zu sein. 349. heilsam oder verderblich“ (BARTH. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. 422.“30 Es gelte. dass man nach 1918 „besonders auf wirtschaftlichem Gebiet“ unbedenklich ein System aufrecht erhalten und verteidigt habe. weil sie eine durch und durch ungute Sache gewesen ist. in: Schweizer Stimme. die „wieder in Kraft zu setzen“ sind.Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR 87 müssen. die Auseinandersetzung mit dem Geist in Form solcher sonntäglicher Kulturarbeit.34 auf keinen Fall dürften jedoch die alten Verhältnisse wieder hergestellt werden: wir wissen. 414. Die geistigen Voraussetzungen für den Neuaufbau in der Nachkriegszeit. Die Deutschen. dass die Sache des alten Deutschland – und gerade die bisherigen deutschen Kirchenleitungen und auch die bisherigen deutschen theologischen Fakultäten haben in diesem alten Deutschland eine verhängnisvolle Rolle gespielt – darum verloren ist. in der sozialen und technischen Gestaltung. 35 BARTH. 32 BARTH. dass die Deutschen selbst so leicht einsehen werden. wo wir gewöhnlich – sagen wir es ruhig: wo wir wirklich leben: in der Politik also und in der Wirtschaft. Die Deutschen.Kapital‘“ gehen kann. dass wir meinten. dazu helfe.33 Zwar gebe es „vergessene Wahrheiten und Werte“. Die geistigen Voraussetzungen. rechnen. eine „seltene Gelegenheit“. dass das Alte vergangen ist“. dass ein Mensch dem Anderen so weit das möglich ist. Ordnungen. 358. sondern „seelenlos und leiblos zugleich und also unmenschlich“ nur um die Vermehrung „der fiktiven Größe . wahrhaftig oder lügnerisch. Deutschland bleibe nichts Anderes übrig. während er doch gerade da verborgen ist und herrscht. Die geistigen Voraussetzungen. 418). Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 .35 DERS. Hier ist er gut oder böse. als „ein völlig Neues zu pflügen“. dass wir dafür verantwortlich sind […] dass es sich bei seinen Hervorbringungen. 414. der Wirtschaft und der Gesellschaft um nichts Anderes als um den Menschen handeln darf – darum nämlich. BARTH. Man müsse mit der „merkwürdigen deutschen Eigenschaft. KG. K. Ähnlich wie marxistische Theoretiker bemerkt Barth.und Kapellenbauten vollziehen zu können. unter dessen Herrschaft sowohl die arbeitende als auch die besitzende Klasse immer dadurch bedroht bleibt. „als deren Sklaven sie alle […] zu funktionieren haben“. 34 BARTH. 33 BARTH. Die geistigen Voraussetzungen.32 Im Hinblick auf die Aufgaben der europäischen Nachbarn Deutschlands legt Barth seinen Zuhörern eine Haltung der wohlwollenden Teilnahme nahe. solcher Tempel. „Dass die Geschichte der Neubegründung des Deutschen Reiches durch Bismarck eine Geschichte von Lügen und Gewaltsamkei- 30 © 2008. gerade über unangenehme politische Erinnerungen nachher großzügig hinwegzuleben und sie in ihr Gegenteil umzudeuten“. dass es dabei nicht um sie als Menschen. Es versteht sich „nicht von selbst..

so ist das keine schlechte. das haben.40 ten jeder Art gewesen ist. Sie reichte von der auch in den östlichen Landeskirchen verhältnismäßig milde durchgeführten Entnazifizierung bis zur Aufrechterhaltung der Volkskirche dank der finanziellen Unterstützung aus dem Westen selbst bis in die Wendezeit hinein.38 Barth erkennt diesen Vorbehalt an: „unsere schweizerische Vollmacht ist tatsächlich fragwürdig“. Die Deutschen. Barth resümmiert: Wir müssen wohl unsererseits ebenfalls von einem Nullpunkt herkommen. die auf Wiederanknüpfung an die Verhältnisse vor 1933 setzten. 362f. um [den Deutschen] in dieser Situation beistehen zu können. sondern eine gute. 370. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . um zu der ganzen Fragestellung.. sondern er bringt entsprechend den beiden Grundsätzen Kritik und Versöhnung eine theologische Dimension ins Spiel. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. 364. Zwanzig Jahre später war alles vergessen. der bereit sei. Die Deutschen. . die aggressive Politik von Mussolini und Franco ebenfalls anzuerkennen. wie sie in diesem Vortrag versucht wurde. Gleichwohl war auch in der SBZ und DDR relativ bald viel Kontinuität zu sehen. 368. Er erwähnt die Rückfrage eines „klugen Deutschen“. viele Millionen von Deutschen sehr genau gewußt und auch ihren Zorn darüber deutlich genug kundgegeben. Die Deutschen. 38 BARTH.88 Matthias Gockel und Martin Leiner Im Vergleich mit Kirchenführern wie Otto Dibelius. die einen umfassenden Neuanfang fordere. Diese Eigenschaft könnte auch heute wieder wirksam werden“ (359). 366f. die Folgen der Verfehlung Deutschlands anzuerkennen und neu anzufangen: bedeute es nicht eine „maßlose Überschätzung“ so zu fragen? Denn wie stand eigentlich die Schweizer Regierung zum Faschismus? Sie unterhielt freundschaftliche Beziehungen zu Deutschland und habe „größte Eile“ gehabt. 37 BARTH.37 Die Mahnung ist also angebracht: Ihr müßtet in diesen Jahren ein ganz anderes Gesicht gezeigt haben. Das Erbarmen Gottes ist für alle Menschen gleichermaßen notwendig. berechtigt und ermächtigt zu sein. Barth begnügt sich aber nicht mit seiner Forderung nach einem radikalen Neuanfang. Die Deutschen. 36 BARTH. war eine einzige Heldengeschichte daraus geworden. 39 BARTH. Die Deutschen.39 An dem gebotenen Neuanfang müssen sich auch die Nachbarn Deutschlands beteiligen.36 Kritische Äußerungen wurden von den „Hohepriestern“ der Neutralität als Staatsgefährdung diffamiert. © 2008. jenen Gebeugten beizustehen. vielleicht die allein mögliche Voraussetzung für das Unternehmen.. die weder im Osten noch im Westen wirklich rezipiert wurde. 40 BARTH. und sogar die Kriegsindustrie Deutschlands wurde „durch die bekannte Qualitätsarbeit“ Schweizer Fabriken unterstützt. fand Barth unter Theologen in der DDR eher das geschärfte Bewusstsein einer geschichtlichen Zäsur. als sie geschah. KG. Müssen wir uns selber beugen.

Juni 1946. © 2008.42 Die Fülle der konkreten öffentlichen Äußerungen des Jahres 1945 belegt.Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR 89 In einem Vortrag auf der Wipkinger Tagung am 14.. 195. Die Sache der Kirche schien immer noch „die Sache irgendwelcher führenden Personen und Personenkreise und durchaus nicht die der Gemeinden zu sein. in denen er bemängelt. gewollt war. Lebenslauf. der Wirtschaft. Zollikon-Zürich 1945.“44 Allmählich schwand Barths tatkräftiger Optimismus hinsichtlich der alliierten Besatzungspolitik und der kirchlichen Fähigkeit zur Selbstkritik. 354..41 Die kurz darauf verfasste Stuttgarter Schulderklärung empfindet er als ungenügend: „Man war schon in Stuttgart viel mehr mit dem beschäftigt. was man […] unter Demokratie. Doch schon bald wurde ihm klar. für den die Kirche „mitverantwortlich“ war. dass die Sieger.. Dafür trat im Zuge der zunehmenden Konflikte zwischen den ehemaligen 41 K. in der sie ihre Gewalt in Deutschland ausüben“. Oktober 1945 spricht Barth schließlich den Wunsch aus. weder von deutscher noch von alliierter Seite. How My Mind.] hinsichtlich dessen. bei BUSCH. dass insbesondere in den Westzonen kein wirklicher Neubeginn. dass er wenig Resonanz erwarten konnte. 37. durch das Verhalten ihres Personals. Die Frage nach der „Erneuerung der christlichen Botschaft aus ihren Quellen und ihrer Anwendung auf die nun entstandene neue Lage“ spielte eine untergeordnete Rolle.den Besiegten durch die Art. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . die deutschen Kirchen möchten vor einem ökumenischen Gremium bekennen. 43 Bei BUSCH. Freiheit. BARTH. dass Barth an der Neugestaltung Europas aktiv mitwirken wollte. 42 K. Barth bemerkt stattdessen ein großes Interesse am „ordnungsmäßigen Bestand der . 8. Der Text erschien unter dem Titel Some Remarks on the Allied Policy of Occupation in Germany in einer englischen Militärzeitung und wurde dort „nicht wenig beachtet“. Loyalität. der sozialen und kulturellen Organisationen einen praktischen Anschauungsunterricht bieten [. dass die „Regierungs. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. was man gegen die Anderen auf dem Herzen hatte“. Auch in den evangelischen Kirchen gebe es kaum nennenswerte Ansätze dafür.. Wie können die Deutschen. 372). dass das deutsche Volk sich mit seiner bedingungslosen Unterstützung des Nationalsozialismus „auf dem Irrweg“ befunden habe und die herrschende Not „eine Folge dieses Irrtums“ sei.und Verwaltungskunst“ der Alliierten dem deutschen Volk keinen praktischen „Anschauungsunterricht“ in einer demokratischen Denkart.Landeskirchen‘“. Die evangelische Kirche in Deutschland nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches. der Schulen und Kirchen. Menschlichkeit. Bereits vor Kriegsende empfahl Barth den alliierten Besatzern einen exemplarisch freundlichen Umgang mit den Deutschen: „Es wird alles darauf ankommen. 44 BARTH. „durch ihre Maßnahmen zur Durchführung der öffentlichen Ordnung und zur allmählichen Wiederherstellung des Verkehrs. BARTH an Hans Asmussen. an einem „verstärkten Konfessionalismus und Klerikalismus“ sowie „einem in allen Spielarten florierenden Liturgismus“. Im Sommer 1946 verfasste er kritische Sätze zur alliierten Besatzungspolitik. 343. Lebensweise und Politik biete.43 Er sieht. Weisheit […] versteht!“ (BARTH. Lebenslauf. KG.

so dass uns heute und zu allen Zeiten nur dies übrig bleibt: von seiner Vergebung und von der Hoffnung auf seine Offenbarung und also in der Dankbarkeit der durch ihn schon Befreiten zu leben.49 Die Kirche ist mitverantwortlich für die Bürgergemeinde. Ihre Mitglieder „befinden sich ja. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. BARTH. Zwei Gastsemester in Bonn. Die christlichen Kirchen.45 In dieser Situation bestehe die Aufgabe der Kirchen darin. eine . der die Niederlage des Nationalsozialismus überdauert hatte: Wäre es doch so. dass die christlichen Kirchen dem kommunistischen Osten ein Gesicht zeigen würden. 46 K. der europäische Horizont deutlicher hervor. von ihr her leben die Christen „gewissermaßen im Herzen der heutigen Wirklichkeit und darum in der heilsamen Höhe über ihren Widersprüchen“. aber nun eben gründlich und allseitig zu bestätigende Freiheit erkennen dürfte!47 Im grundlegenden Vortrag über „Christengemeinde und Bürgergemeinde“ entfaltet Barth seine Position zum Verhältnis von Kirche und Staat. in welchem auch er statt der frommen Heimtücke eines endlich und zuletzt doch nur auf die Erhaltung des kapitalistischen Wirtschaftssystems bedachten Abendlandes Jesus Christus und also des Menschen längst geschaffene. 49–50. KG. München 1946. 50 Die Christengemeinde beteiligt sich „gerade in Erfüllung ihrer eigenen Aufgabe auch an der Aufgabe der Bürgergemeinde“. 48 BARTH. 55. Die christliche Verkündigung im heutigen Europa. Beide bilden als zwei „Gemeinwesen“ einen engeren und einen weiteren Kreis um denselben Mittelpunkt. BARTH. aber nicht außerhalb des Herrschaftskreises Jesu Christi“. Der alte Kontinent sei „zwischen zwei Mühlsteine geraten [und] vom Westen wie vom Osten her ernstlich bedroht“.46 Diese Tat Gottes begründet die wahre Wirklichkeit. 102. 49 BARTH. Die christlichen Kirchen und die heutige Wirklichkeit. Pointiert benennt Barth die Alternative zum bürgerlichen Antikommunismus.90 Matthias Gockel und Martin Leiner alliierten Verbündeten. Während dieser Zeit entstanden mehrere Vorträge. „laut und vernehmbar“ zu verkündigen. 2. Christengemeinde. insbesondere zwischen den USA und der Sowjetunion. dass Gott sich selbst in Jesus Christus für den Menschen dahingegeben. in: Der Götze wackelt. seine Sache zu seiner eigenen gemacht und ein für allemal zum guten Ende geführt hat. 11. Christengemeinde und Bürgergemeinde. Zürich 1946.48 Der Staat befindet sich „außerhalb der Kirche. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . in denen er seine Vorstellung von einem Europa zwischen Ost und West zum ersten Mal genauer umriss. 103. 47 BARTH.50 Es gibt jedoch eine immanente 45 K. Vorträge und Reisen durch Deutschland In den Sommersemestern der Jahre 1946 und 1947 lehrte Barth für jeweils ein Gastsemester an der Universität Bonn.Eigengesetzlichkeit‘ der Welt damit ausgeschlossen. indem sie jenem inneren © 2008.

55 K. Februar 1946. um dann von da aus in allmählichem Aufstieg zu höheren Einheiten den demokratischen Staat wirklich zu bauen“. Christengemeinde. in: Journal de Genève No. können also mit dem ihnen befohlenen Werk des Glaubens. 354.. zwischen Herrschaft und Tyrannei. 52 BARTH. 54 BARTH. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . 53 BARTH. 81. 51 BARTH. 69. 303. nicht Halt machen“ (BARTH. 64–65.52 Weil die Christengemeinde „notwendig um Einsatz und Kampf für die soziale Gerechtigkeit“ steht.51 Die Kirche erinnert an Gottes Reich..Christlich‘ und unter Verhöhnung des . Christlich-Demokratischen Partei? Wie stünde es um die Voraussetzungen für das .53 Eine Vermengung der beiden Gemeinwesen Kirche und Staat ist nicht erwünscht.56 Parteien seien ohnehin „nur sekundäre Erscheinungen“. die Demokratie zunächst „von unten her.. automatisch auch in jenem äußeren. 78. 60. bei Busch. ohne dass sie dabei eine „reichgotteshafte Gestalt und Wirklichkeit des Staates projektiert.Demokratisch‘ aufs neue breit zu machen wissen?“55 Es sei daher notwendig.12. © 2008. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. wobei sowohl ein „gemäßigter“ als auch ein „radikaler“ Marxismus in Betracht kommen. Lebenslauf. 61f. zwischen Persönlichkeit und Individualismus. Die deutsche Frage heute. Brief an Gustav Heinemann. 56 BARTH. zwischen Freiheit und Anarchie. Genau geKreis angehören.“54 Was wäre denn das . KG. der Liebe und der Hoffnung an der Grenze dieser beiden Bereiche . Christen sollten in der Politik „gerade mit ihrem Christentum nur anonym“ auftreten. Genossenschaftswesen. 56f). frz.1946. Syndikalismus.“ Barth fragt: „was wird sich da unter Mißbrauch des . Offene Briefe 1945– 1968. BARTH. Christengemeinde. in der beschränkten Verantwortlichkeit kleinster Kreise zu üben.“ Vielmehr wird dem politischen Bereich eine immer wieder neu zu füllende „Gleichnisfähigkeit und Gleichnisbedürftigkeit“ für das von den christlichen Kirchen verkündigte Reich Gottes zugesprochen. gibt es für Barth nur die Wahl zwischen verschiedenen „sozialistischen Möglichkeiten“. zwischen Gemeinschaft und Kollektivismus.Demokratische‘ einer solchen Partei? Die katholische Zentrumspartei in der Weimarer Republik hatte einen starken konservativen Flügel. Christengemeinde. Christengemeinde. in: DERS.Christliche‘ im Namen und Anspruch einer neuen.Demokratie‘ „wie die Kuh vor dem neuen Scheunentor.Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR 91 Grundunterscheidung „zwischen dem rechten und dem unrechten Staat“. 16. Freigeldwirtschaft und Marxismus. 26. von denen er fünf aufzählt: Sozial-Liberalismus. konkret zwischen der jeweils als besser oder schlechter sich darstellenden politischen Gestalt und Wirklichkeit: zwischen Ordnung und Willkür. sie werden „in jeder Partei gegen die Partei für das Ganze und gerade so im primären Sinn politische Menschen sein. Christengemeinde. und auch unter „den besten BK-Theologen“ scheuen die Meisten schon vor dem Wort .

Karl Barth Gesamtausgabe Abt. 59 K. wie Barth ihn versteht.“59 Außerdem hielt er zwei Vorträge. totalitäre Diktatur. in: DERS. er mag gelegentlich sogar die der Diktatur tragen“. Barth erwägt jedoch nicht. in: Standpunkt. hg.christlichen‘ Partei erneuerte. 87. zum anderen die Voraussage. ob sich das so erfüllt. Zürich 2005. IV: Gespräche.“ Er legt sich aber nicht auf eine bestimmte verfasste Staatsform fest. Im Anschluss an Barmen II erläuterte er die Grundlinien christlicher Ethik und erklärte. freundlich empfangen. die sich vom Evangelium her ergibt. Christengemeinde. Der rechte Staat. Gespräche 1963.7. „Barth 1946 in Berlin“. 58 BARTH. dass Deutschland die Zehn Gebote besonders nötig hätte. Barths lakonische Antwort: „Wollen wir mal sehen. Evangelische Monatsschrift (Berlin / DDR). dass die „christlich-politische Richtung und Linie. in der die bürgerlich-rechtlichen Freiheiten vorübergehend eingeschränkt werden. © 2008. 60 G.“57 Schließlich stellt Barth fest. wobei es sich allerdings höchstens um eine „praktische Diktatur“. wie sie in Deutschland (und den von Deutschland besetzten Ländern) bis 1945 herrschte. so dass viele Westdeutsche ihm „begierig […] zuströmen“ würden. zuständig für kulturelle Angelegenheiten. Christengemeinde.1963). 75–76. BARTH.. dass es sich genauso gut um eine alle anderen einschließende Staatspartei handeln könnte. „kann auch die Gestalt der Monarchie oder der Aristokratie. Im politischen Leben gehe es „zuerst um den Menschen“. niemals jedoch um eine prinzipielle. in denen er seine Kritik an einer . Die persönliche Verantwortung sei ebenso wichtig wie die Verbundenheit aller Menschen.92 Matthias Gockel und Martin Leiner nommen gebe es aus christlicher Sicht keine andere . 320. Zwei Bemerkungen Wilhelm Piecks. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. da es doch um „die gemeinsame Sache der ganzen Bürgergemeinde“ geht. 16 (1988). Juli 1946 traf er sich zu einem mehrstündigen Gespräch mit den Spitzenvertretern der im April gegründeten Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Am 17. Zum ersten die Aussage. dass der Ostteil Deutschlands sich innerhalb weniger Jahre zu einem Vorbild für Westdeutschland entwickeln werde. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 .60 57 BARTH. die man […] als die des . Busch. KG.58 Im Laufe seiner Reisen durch Deutschland hielt Barth sich mehrere Tage in Berlin auf und wurde dort von dem sowjetischen Oberst Tulpanow. WIRTH. deren Programm mit der umfassend verstandenen Aufgabe des Staates (unter Ausschluß aller Sonderideen und Sonderinteressen) identisch sein müßte“. Gespräch mit der Kirchlichen Bruderschaft in Württemberg (15.demokratischen‘ Staates zu bezeichnen pflegt. eine auffallende Neigung nach der Seite verrät. handeln kann. 77. dass sie weder ein individualistisches noch ein kollektivistisches Menschenbild hervorbringen solle.v. der drei Jahre später erster Präsident der DDR wurde. alle anderen ausschließende Staatspartei. E.Partei‘ im Staat als „die christliche Gemeinde selber mit ihrem allerdings besonderen Sinn und Auftrag dem Ganzen gegenüber. blieben Barth „unvergeßlich“. Die politische Entsprechung der Kirche im Staat ist „– man erschecke nur ein wenig! – eine einzige.

bei BUSCH. dass sie „ihrer hohen Stellung und den von ihnen erhobenen Ansprüchen nicht besser gerecht werden?“62 Es gebe nicht nur eine Verantwortlichkeit der Kirchen gegenüber der Welt. Im Sommer 1947 reiste er erneut in die . kein Risiko mehr bedeutet. BARTH. Wir sehen euch so selten gegen den Strom schwimmen. leisten und nicht leisten. so fragt er. Zollikon-Zürich 1949.Ostfront‘ zu kaprizieren“. KG. 354. leibhaftigen deutschen Kommunisten“. Die christlichen Kirchen.h. die sich über die westliche Kirche beklagten. Dezember 1946. „sich jetzt erst auf den Bezug einer . dass „die übliche Frage der Kirche an die Welt“ einmal umgekehrt würde und „die Welt sich zur Abwechslung erkundigte. in der er bemerkte. 107. dass du nicht sterbest zur Unzeit‘ (mit der Bemerkung: das könnte nun gegen oder vielmehr für euch Östler gesagt sein!). 355. erst dann hervortreten.Ostzone‘ und traf Oberst Tulpanow sowie eine Gruppe von „wirklichen. Vgl. 26. Lebenslauf. 23. Die eingehende kirchliche Selbstprüfung als Voraussetzung einer wirklichen Erneuerung wurde zurückgestellt hinter das Bestreben. Barth zitierte ihnen Worte aus dem Prediger Salomo: . was die Kirchen sind und nicht sind. Die christlichen Kirchen. Die Kirche zwischen Ost und West. wie unzufrieden Barth mit der gesellschaftlichen Entwicklung im Nachkriegseuropa war. Im August besuchte er Dresden und machte dort angenehme Erfahrungen mit CDU-Politikern.“ Warum.. wenn alle braven Leute ohnehin der Meinung sind.Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR 93 Barths Ideen über einen demokratischen Neuanfang entsprachen nicht dem Verlauf der Ereignisse. wenn sie ihnen das nicht mehr allzu lange erlauben würde. das die Welt nötig hat. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 .“63 Formulierungen wie diese zeigen.. erlaube man den Kirchen. wenn es . BARTH an Käthe Seifert. deren Partei ihm „sonst nicht sympa61 K.“ 64 K. Wir sehen euch so oft zu spät. freien Deutschlands beitragen. BARTH an Günter Dehn. Oktober 1947. 30f. zu verbergen? „Die Welt wäre gut beraten. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. BARTH. von verbindlichen christlichen Stellungnahmen . 63 K. was eigentlich in den Kirchen gespielt werde?“ Woher komme es. BARTH. ihr Licht. der ihr dann mit christlichen Worten auch noch euren Segen gebt. Lebenslauf.61 Im Oktober wurde von der BBC London eine Sendung ausgestrahlt.Sei nicht allzu gottlos und narre nicht. © 2008. d..Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise. 105: „Wir bemerken so wenig von klaren christlichen Entscheidungen. dass du dich nicht verderbest‘ (mit der Bemerkung: das könnte wirklich auch der westlichen Kirche gesagt sein!) und dazu die Fortsetzung: . 62 K. es wäre nicht nur in Deutschland an der Zeit.. bei BUSCH. sondern auch eine Verantwortlichkeit der Welt „über das.“ Er wandte sich sowohl gegen die „Heuchelei“ hinter der „allzu großen westlichen Gerechtigkeit und Weisheit“ als auch gegen die „allzu große Gottlosigkeit des Ostglaubens“64 und nahm damit Stellung zur Rolle der Kirche im Konflikt der beiden Machtblöcke: sie solle dem „rechten Glauben“ dienen und eben damit zum Aufbau eines neuen.

die er an Dostojewski erinnerte und an ihre „Verpflichtung.67 Er sah keine Möglichkeit. Dokumente einer Ungarnreise 1948. 365. 67 K. BARTH an Wolfgang Scherffig. Brief an meine Familie. KG. 66 BARTH. an denen die christliche Gemeinde „in allen ihren Gliedern höchst beteiligt ist“. dass sie in den verschiedenen Ordnungen „ihrer eigenen Sache leben“ darf. Christliche Gemeinde im Wechsel der Staatsordnungen. so seien auch die deutschen Kirchen auf dem Weg in die Restauration. Brief an meine Familie. Wie die westdeutsche Politik. 364. 321).. um dort auf Einladung der reformierten Kirchen mehrere Vorträge über die Aufgabe der Kirche zu halten. „Barth in Berlin“. Seinen vorangegangenen Aufenthalt empfand er als Misserfolg. den Bürgermeister Martin Richter. die aber dort ein anderes Gesicht als in Bonn oder Berlin besaß. ihre hohe Macht und Autorität […] im Sinne der tiefen Menschlichkeit ihres Volkes auszuüben. Liturgie. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . Die militärischen und politischen Repräsentanten in Ostdeutschland traten Barth gegenüber ebenso freundlich und vermutlich nicht weniger „salomonisch heiter“ auf. 68 K. Günter Wirth bemerkt. dass Barth in Dresden auf CDU-Mitglieder. „so dass man über alles – konfessionelle Fragen.68 Der Wechsel von Staatsordnungen kann 65 K. die „klerikalem Machtstreben entgegenstanden und in neuer Sensibilität für soziale Gerechtigkeit eine Neuorientierung christlichen Dienstes anstrebten“ (Wirth. August 1947. Grundlegend ist dabei. „viel einschneidender und wichtiger“ als jede Änderung im staatlichen Leben. bis hin zu den Sowjetoffizieren. bei BUSCH. 364. diesmal mitsamt Universitätsrektorat. Klärung – Wirkung – Aufbruch. auf dem er die EKD unter ihrem Ratsvorsitzenden Otto Dibelius sah. nahm er nicht an. BARTH. 13.“65 Bei Begegnungen mit Vertretern von Parteien. Die christliche Gemeinde im Wechsel der Staatsordnungen. Zollikon- © 2008. Die Auseinandersetzung mit Emil Brunner über Sozialismus und Kommunismus Ende März 1948 brach Barth zu einer zweiwöchigen Reise durch Ungarn auf. in: BARTH. Der Hauptvortrag beleuchtet den Wechsel der Staatsordnungen und seine Konsequenzen.“66 Die Einladung für ein drittes Bonner Gastsemester im Sommer 1948.B. Deutschland persönlich zu besuchen. traf. in: DERS. z. 3. Kirchen und der Militärverwaltung gab Barth sich „salomonisch heiter dahin und dorthin gewandt und gewissermaßen einem jeden einen kleinen Palmzweig reichend“. Diese Sache ist der „große Wechsel“ in Jesus Christus. – auch ersprießlich reden konnte. Politik usw. die Entwicklung in konstruktiver Weise begleiten zu können und vermied es für drei Jahre. Er war enttäuscht über die Entwicklung der deutschen Kirchen und warnte vor einem „evangelischnationalen“ Kurs.94 Matthias Gockel und Martin Leiner thisch“ war. 20. BARTH. Lebenslauf. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. August 1949.

bei BUSCH. 23.73 Diese Stellungnahme wurde Barth (nicht nur) in der Schweiz übelgenommen. 30–31. 73 BARTH. ihnen Geltung zu verschaffen und zu erhalten. © 2008. 72 K.innere‘ Linie sich zurückziehen. 70 BARTH. 71 K.72 Eine freie Kirche. in: DERS. Mai 1948. obwohl sie der Einstellung seiner ungarischen Gesprächspartner Zürich 1948. Staatsordnung heißt: Rechtsordnung durch das Mittel der Macht.. wieder zur Staatskirche zu werden. KG. Offene Briefe 1945–1968. dass ihm die Erklärung des Synodalrates der Reformierten Kirche „in der Richtung einer Verbeugung vor der neuen Ordnung einige Linien zu weit zu gehen schien“. dass die Situation der ungarischen Kirche „vom Evangelium her und im Blick auf die besondere ungarische Vergangenheit und Geschichte selbständig zu beurteilen sei. für die der „durch das Wort Gottes vorgeschriebene Weg“ verbindlich ist. anders als in Westdeutschland. Die christliche Gemeinde. worauf sie sich bezog. 38–43. wenn sie dem Wechsel der Staatsordnungen gegenüber „so unabhängig“ und zugleich „so beteiligt“ ist. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. Die christliche Gemeinde. notierte Barth. das allgemein menschliche. dass sie die Vertreter der alten und der neuen Ordnung miteinander zur Demut.69 Dagegen übe die christliche Gemeinde ihren Dienst dann richtig aus. Es wäre interessant zu klären. zwischen Opposition und Kollaboration dem neuen Staat gegenüber hindurch einen nüchternen Weg zu gehen – die sich die Schuldfrage gestellt und klar beantwortet hat. zum Lobe Gottes und zur Menschlichkeit aufzurufen. eine Kirche.70 Barth fand in Ungarn. hinter denen die Macht steht. BARTH an Herbert Mochalski. solle es unbedingt vermeiden. April 1948.71 Im Mai. 45. Die Rede vom „verirrten und verwirrten“ ungarischen Volk übernahm Barth von seinen Gastgebern. sondern die „mit größtem inneren und äußeren Ernst in Angriff zu nehmende Evangelisation des verirrten und verwirrten ungarischen Volkes“.“ Die vordringlichste Aufgabe sei nicht der Protest gegen „Gefahren und Schäden“ des neuen politischen Systems. die sich bemüht. In Anlehnung an seine Schrift „Rechtfertigung und Recht“ (1938) definiert Barth die Staatsordnung als den „von Menschen unternommenen und durchgeführten Versuch. Barth an ungarische reformierte Christen. Grundlegend ist dabei. das . 196. gerade wenn sie an der neuen gesellschaftlichen Ordnung konstruktiv mitarbeiten will.Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR 95 zu drei unangemessenen Reaktionen der Christengemeinde führen: in Opposition gegen die neue Ordnung prinzipiell auf die alte sich festzulegen. nach dem Besuch des ungarischen Pfarrers János Péter in Basel. 69 BARTH. 25. Machtordnung zu Ehre des Rechts“ (33). 145–46.politische‘ Zusammenleben zu sichern durch bestimmte Koordinationen der Freiheit des Einzelnen und des Anspruchs der Gemeinschaft durch Aufrichtung von Rechtsbestimmungen. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . Lebenslauf. in ebenso prinzipieller Parteinahme mit der neuen sich gleichzuschalten oder in scheinbarer Neutralität auf eine apolitische . 368. How My Mind. sie miteinander zum Vertrauen auf den großen Wechsel und zur Hoffnung auf seine Offenbarung einzuladen fähig ist.

Wie soll man. der Westeuropa bedrohe. KG. sondern „der christliche Ort über dem heutigen Gegensatz von Ost und West zu suchen ist“. sondern alles Recht vom Staat gesetzt ist. Wie soll man das verstehen?. er „verkenne die neue Gestalt der totalitären Weltgefahr“ des Kommunismus. dass der Kampf dagegen bereits „sehr viel. 149. dass es mehrere Formen des Kommunismus gebe.“78 Brunner bestreitet nicht.74 Besonderen Widerspruch erfuhr er durch einen offenen Brief seines Zürcher Kollegen Emil Brunner. Einerseits liege der Kommunismus. wie Brunners Rhetorik suggeriert. „den uns die Apostelgeschichte zeigt […] im Wesen der christlichen Gemeinschaft als solcher. die genau so von einem politischen Machtsystem vergewaltigt sind und sich vergewaltigt fühlen.“ Nur müsse man beachten. Der von Natur aus „antitotalitäre“ Sozialismus befinde sich gemeinsam mit dem 74 BARTH. der meinte. „Unmenschlichkeit“ und „Verleugnung der Personenwürde. 197. 78 BRUNNER. 76 BRUNNER.76 Die Kritik des in Westeuropa verbreiteten Antikommunismus übersehe. Ein solcher Staat sei „gottlos“ und führe direkt in die „grundsätzliche Rechtlosigkeit“. der „rote Totalitarismus“ und „das östliche Monstrum“ gebrandmarkt wird. Barth vergesse. der „entscheidende Schritt zum Totalstaat“ bestehe in der Verstaatlichung der gesamten Wirtschaft“ (153) stellt eine unzureichende Vereinfachung dar. der von ihm wahlweise als „die rote Macht des Ostens“.“ Andererseits gebe es auch einen „totalitären Kommunismus“. 75 E. How My Mind. das keineswegs so monolithisch war. Die Behauptung. Brunner unterscheidet idealtypisch zwei Extreme. © 2008. Offene Briefe 1945–1968. BRUNNER.77 Ferner zeichne sich der „Totalstaat“ dadurch aus. dass er sich nicht zu einem „christlichen Abendland“ bekennen könne. An dieser Stelle unterbleibt eine genauere Beschreibung des gesellschaftlichen Systems in Osteuropa. Brunners Brief basiert auf einer Gleichsetzung von Nationalsozialismus und sowjetischem Kommunismus. der von der „totalen Verstaatlichung. 152–53. dem Einzelnen „von Gottes Schöpfung her verliehenen Rechte“ kennt. in: BARTH. wenn auch längst nicht genug in der Richtung der Überwindung sozialer Ungerechtigkeit“ erreicht hat. dass Barth gegenüber der „kommunistischen Großmacht des Ostens“ eine zu verständnisvolle und „jede scharfe Ablehnung geflissentlich vermeidende Stellung“ einnahm. wie das unter Hitler der Fall war“. dass es in Nordamerika und Westeuropa „sehr viel und schreiende soziale Ungerechtigkeit gibt. zumal Brunner einige Seiten später selbst einräumt. den die Kirche nur „unmißverständllich und leidenschaftlich“ verwerfen könne. Barth hielt dagegen. Politisierung und Militarisierung der Wirtschaft“ gekennzeichnet sei. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. Wie soll man. Ihm wurde vorgeworfen.75 In beiden Systemen herrsche ein „Totalitarismus“. 77 BRUNNER. dass seine Rechtssetzung keine „ursprünglichen“. dass die Verstaatlichung bestimmter Wirtschaftszweige „im Interesse der Gerechtigkeit und des Allgemeinwohls zu fordern sei“ (155). dass es in Osteuropa „Völker gibt. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . 154. Wie soll man.96 Matthias Gockel und Martin Leiner entsprach. 151–52.

Statt dessen benennt er gleich zu Beginn einen grundlegenden Unterschied im theologischen Ansatz. Wie soll man.. die europäischen Christen vor dieser Versuchung zu warnen. Auf Brunners Angebot einer gemeinsamen „antitotalitären“ Front. 82 K. amerikanische Bewunderer“82 und sei in vielen Ländern zu einer handgreiflichen geistigen und politischen Versuchung geworden. KG. der „uns für den Glauben an seine Lügen und für das Mittun bei seinem Unrecht zu gewinnen notorisch die Macht bewies“. sondern ihrem lebendigen Herrn verpflichtet. Er war „christlich interessant“. als für die besondere Herausforderung. Barth nennt drei weitere Gründe. Barbarismus. Antisemitismus und Militarismus). BARTH. 153–54. das er zudem nicht unter dem Zentralbegriff des Totalitarismus fasst (ebenso wichtig sind Nihilismus.81 gilt dies nicht für die kommunistischen Regierungen in Osteuropa. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 .o. Offene Briefe 1945–1968. Gegenüber diesem „teuflischen Systems des Unrechts und der Unmenschlichkeit“ gebe es für einen Theologen. Wie soll man. um daraufhin die „ungarischen Kollaborationisten“ umso schärfer zu verurteilen. Barth interessiert sich weniger für das Wesen des Nationalsozialismus. Theologische Existenz.Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR 97 Bürgertum in einem „Abwehrkampf“ gegen den Kommunismus und werde geschwächt durch die „Parole: antikommunistisch dürft ihr als wohlberatene Christen nicht sein“. französische.“83 79 BRUNNER. Zunächst gebe es einen gravierenden Unterschied zur Situation nach 1933. 162. 157–58. Diese Abgrenzung gilt offenbar Brunners Theorie vom „Totalstaat“. Die Kirche sei „nicht irgend einem Naturrecht. Der Nationalsozialismus hatte nicht nur deutsche. lässt Barth sich nicht ein. Anm. dass die Lage in Ungarn von den dortigen Christen unterschiedlich beurteilt wird.79 Zum Schluss räumt er ein. die er für die Kirchen darstellte. © 2008. sondern auch „englische. 159. 81 S. 27. zum System und zur Methode erhoben“ hatte. Antwort an Emil Brunner. Während das nationalsozialistische Deutschland „die Unmenschlichkeit zum Prinzip. in: DERS. „Es ging um Leben und Tod. nur eine Antwort: Nein! Barths Antwort verweigert die Gleichsetzung von Faschismus und Kommunismus. weil er ein „Zauber“ war. die sowohl bürgerliche als auch sozialistische Ideale enthält.heute‘. um die Abwehr gegen die […] für tausende von christlichen Augen wirksam maskierte Gottlosigkeit. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. 83 BARTH. der „auch nur den Schein eines kirchlichen Kollaborationismus unter Hitler so schwer verurteilt“80 hat.“ Sie vermeide darum jede „Systematisierung der politischen Geschichte und ihrer eigenen Teilnahme daran“. Theologische Existenz . Die dringende Aufgabe habe darin bestanden. sie aufzurütteln und zu ermutigen. denn damals waren viele Menschen im Westen von Hitler beeindruckt. 80 BRUNNER.

Zollikon-Zürich 1949. Es bestehe keine „Gefahr“.leidenschaftlich‘“ von westeuropäischen Christen und Theologen geäußert würden. ihm eine „politische Absage“ zu erteilen. wobei die Besorgnis der Sowjetunion „etwas be84 Hier ist zweierlei zu beachten. Den christlichen Kirchen in Osteuropa sei kaum damit geholfen. Theologische Existenz. wenn „die ihnen wohlbekannten richtigen Sätze möglichst . Theologische Existenz. Die Kirche. Die Kirche zwischen Ost und West. 4. Dieser Weg soll abschließend kurz skizziert werden. dass er in Westeuropa mehrheitsfähig werden könnte. Die Kirche zwischen Ost und West Barth beginnt mit der Beschreibung des „weltpolitischen Machtkonfliktes“89 zwischen der Sowjetunion und den USA mitsamt ihrer jeweiligen „Vasallen“. der „zwischen Moskau und Rom mitten hindurch“88 führen sollte. Das wirtschaftliche „System“ wird. Die reformierte Kirche in Ungarn war sich aber mit Barth darin einig. © 2008. Er kritisierte die Zustände der SBZ. nicht eigens erwähnt. ein besonderes Bekenntnis gegen den Kommunismus abzugeben. Beide sind „in sehr verschiedener Weise Kinder des alten Europas“. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. Barth ist sofort bereit. weil […] keine unseren wohlbegründeten Begriffen von Recht und Freiheit entsprechende Lebensform“. Zweitens traf Barth diese Aussage ein Jahr vor Gründung der DDR. 5f. KG. dass ein Bekenntnis gegen den Kommunismus niemanden in Osteuropa beeindrucken würde. denn ein solches Bekenntnis habe „gegen den Strom und nicht mit ihm“ zu erfolgen. und es könne höchstens von den osteuropäischen Kirchen selber abgegeben werden. 88 BARTH. 4. Abscheu und Haß“ gegen den Kommunismus gebe es „in Fülle“. Theologische Existenz. BARTH.98 Matthias Gockel und Martin Leiner Dieser Unterschied beeinflusst die Qualität kirchlicher Aussagen. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . 89 K. 85 BARTH. 164. „Angst. 163–64. aber eine Anfechtung oder Verlockung sei er nur für die Wenigsten. 165. wenn eine „konkrete geistliche Bedrängnis“87 auf den Plan trete.90 Beide sprechen viel vom Frieden und streben wahrscheinlich keinen neuen Krieg an. 166. dessen „Herren“ sie nun sein wollen. Erstens beschränkt Barth seine „Absage“ auf politischrechtliche Faktoren. 90 BARTH. Beide fürchten sich gegenseitig voreinander. 87 BARTH. billig zu haben!“85 Der Kirche stehe es daher nicht an.Totalitarismus‘ ohne alles Bekenntnis dagegen hingenommen und selber mitgemacht“.84 fügt aber wohlweislich hinzu: „billig zu geben. denn er beinhalte „keine von uns gut zu heißende. einen anderen Weg einzuschlagen.86 Schließlich habe die „abendländische Kirche“ in ihrer Geschichte „so viel . 86 BARTH. im Gegensatz zu Brunner. Ein Bekenntnis werde vielmehr erst dann notwendig. Theologische Existenz.

die dessen tatsächliche Situation unter der Herrschaft des kapitalistischen Wert. bis hin zum Krieg. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. im Westen herrsche eine unaufrichtige geistige Auffassung vom Menschen.und Profitgesetzes verdeckt.94 Zur Verdeutlichung vergleicht Barth in origineller Weise die Situation in Ost und West aus der Sicht des jeweiligen Gegners. dabei aber zum „bloßen Bestandteil eines Kollektivs“ und zum „Massenmenschen“ werde. Die Zeitungen. dass einige Wenige auf Kosten der großen Mehrheit leben. 7. Daher gelte der Grundsatz: „Nicht mittun bei diesem Gegensatz! Er geht uns als Christen gar nichts an“.93 Wie bestimmt Barth den Konflikt? Zunächst handelt es sich um einen Gegensatz zweier verschiedener Auffassungen von der gesellschaftlichen. Noch im Frieden gebe es viel „zivilisierte Brutalität und 91 92 93 94 95 BARTH. 10. im Osten herrsche eine einseitig materialistische und optimistische Auffassung vom Menschen. Der Westen klagt. Die Kirche. der eine „vollkommene Ordnung der wirtschaftlichen Verhältnisse“ schaffen könne. Politische Machtkonflikte gehören zu den voran. da es sich um einen Teil der „Naturgeschichte der Welt“ handelt. BARTH. 12f. sich nicht zu fürchten. die „vermeintlich freien Meinungen“ und die Gerichte seien abhängig von den eigentlichen Machthabern in den „großen Banken“. 11. Der „wahre Massenmensch“ werde dadurch hervorgebracht. in der das Reich Gottes zwar verkündigt. um zwei verschiedene „ins Werk gesetzte praktische Methoden“. KG. Sie können die heimliche Herrschaft Jesu Christi nicht erschüttern. Die Kirche.92 Vielmehr sollten sie den Opfern dieses Konflikts ihre „aufrichtige und hilfreiche Teilnahme“ entgegenbringen. aber noch nicht alles bestimmende Realität geworden ist. © 2008.95 Der Osten klagt. Die Klage gipfelt im Vorwurf der Unmenschlichkeit und des falschen Glaubens an den sozialen Fortschritt.91 Gegenüber diesem Konflikt gelte für die christlichen Kirchen grundsätzlich die Mahnung. Erneut wird Barths neue Theologie der Versöhnung sichtbar. BARTH. Die Kirche. BARTH. Die Kirche. da ihr von den USA und Großbritannien an vielen Stellen der Weg zum offenen Meer versperrt wird. politischen und wirtschaftlichen Ordnung.Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR 99 gründeter sein kann“. BARTH. Für die Verwirklichung des kapitalistischen Prinzips sei jedes Mittel recht. 8f. Bei der Verwirklichung der Ideale des Sozialismus werde „kein höheres Recht“ respektiert. so dass jede Härte und Grausamkeit zum brauchbaren Mittel werden kann. Die Kirche. das am Kreuz von Golgatha über den Menschen ergangen ist und in welchem sich Gott dem Menschen gerade als ein gnädiger Gott erwiesen hat.und nachlaufenden Schatten des Gerichts.

aber der östliche Vorwurf einer Unmenschlichkeit der Absichten im Westen habe ebenfalls seine Berechtigung. geht es beim Kommunismus – wenngleich „in einer uns mit Recht empörenden Weise“ – um die Umsetzung einer „konstruktiven Idee“. An einen Pfarrer. Auch hier gipfelt die Klage im Vorwurf der Unmenschlichkeit und des falschen Glaubens. 22. Der Glaube ist nicht auf ein falsches Ziel gerichtet. „damit das wirkliche Leben des Menschen nicht zur Sprache komme“ und auf Erden Alles beim Alten bleibe. KG. „kann auf alle Fälle nur ein dritter Weg sein!“98 Im Hinblick auf die Beurteilung des Kommunismus empfiehlt Barth. Die Kirche. 22. denn er verweist auf den Himmel. was .. Die Maxime: „keine Parteinahme!“ bedeutet. BARTH. © 2008.96 Barth räumt ein. von ihm keineswegs übersehenen „totalitären Greueln als solchen und dem.Bonn‘ und CDU . zu Gewaltexzessen gekommen. 18. 15. der dem Frieden dient. aber mit anderer Betonung.101 Solange im Westen Wirtschaftskrisen billigend in Kauf genommen und Lebensmittel vernichtet werden. Vgl. ist es zumindest den Christen „verwehrt. Die Kirche. 102 BARTH. sich nicht auf eine Seite des Konflikts zu stellen.. genau zu unterscheiden zwischen bestimmten. 23. während in anderen Ländern Menschen hungern. während man der Stimme des Ostens „zum vornherein nur etwas vergrämt zuhören“ mag. dem Osten ein unbedingtes Nein entgegenzuschleudern. 101 BARTH. 98 BARTH. 100 BARTH. Die Kirche. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co.102 96 BARTH. Die Kirche. die zudem dort „noch lange nicht energisch genug angefaßt“ worden ist. den Hinweis auf „all [das] Fatale. 99 BARTH. dass er und die Adressaten des Vortrags aufgrund ihrer Herkunft die Stimme des Westens viel stärker und deutlicher hören und „irgend etwas in uns ganz unwillkürlich und selbstverständlich“ damit einverstanden ist. Das solle aber nicht zum Nachgeben gegenüber dem „Druck unserer Umgebung“ und zur Verklärung des westlichen Urteils als rechtes oder christliches Urteil führen.99 Auch im Verlauf der Freiheitskämpfe in Westeuropa sei es. Der Weg. Die Kirche. sachlich und personell auch nicht zuletzt in der evangelischen Kirche bedeuten“. was nicht zu bestreiten ist. Die Kirche. Während jedoch der Nationalsozialismus eine „von jeder Vernunft verlassene Mischung von Wahnsinn und Verbrechen“100 war.97 Das westliche oder das östliche Gewissen ist nicht identisch mit dem christlichen Gewissen. sondern „heuchlerisch“. 97 BARTH. was dabei positiv gemeint und beabsichtigt ist“.100 Matthias Gockel und Martin Leiner Hinterlist“. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . 13f. Die Kirche. 437. 16f. um die Lösung der auch für Westeuropa entscheidenden sozialen Frage.“ Zwar sei der westliche Vorwurf im Blick auf unmenschliche Methoden im Osten begründet.

klare.103 so dass kein Anlass bestehe. 1: „Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialistischer Staat deutscher Nation. Gerechtigkeit. seinen eigenen Weg gehendes Europa. Barths Wirkung in der DDR. sondern „nur der wahre. Die Kirche.bpb. Informationen zur politischen Bildung. in: Zeiten des Wandels.“106 II. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. © 2008.105 Die Kirchen in Ost und West sollten für das eintreten. 104 BARTH. 23. christliche Glaube“ mit seinem Bekenntnis zum gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus. 1949–1968 – Exemplarische Skizzen Nach der Staatsgründung der DDR im Oktober 1949 fiel es vielen Mitgliedern der Kirchen schwer. Beide Seiten werfen sich zwar gegenseitig Unmenschlichkeit vor. zu fördern und dabei auch zur Beseitigung der gegenseitigen Angst beizutragen. als christliche Kirche vor der Verfälschung des Evangeliums zu warnen. 29.“ P.de eingesehen am 14. 106 BARTH. 25. 107 Der Aufbau des Sozialismus wurde erst 1952 zur offiziellen Richtlinie erklärt. Freiheit. Die DDR in den sechziger Jahren. Die Kirche. BOROWSKY. was auf ihrer jeweiligen Seite übersehen und vergessen wird und was gerade deshalb „zu sagen und zu hören nötig ist“.107 Gewaltmaßnahmen der sowjetischen Besatzungsmacht und nicht zuletzt die antikommunistischen Traditionen im deutschen Bürgertum führten dazu. Gegen die offizielle Gottlosigkeit des Ostens hilft nicht die Klage über den falschen Glauben. KG. 105 BARTH. 1 / 1998. wie es das Hauptanliegen der Bekennenden Kirche gewesen ist. Deutschland 1961–1974. unter www.Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR 101 Außerdem versucht der Kommunismus nicht. den Herrn und Heiland des ganzen Menschen – und diese Botschaft gilt gleichermaßen im Osten wie im Westen. Heft 258. sich selber „in ein christliches Gewand zu hüllen“. Sie können nur für ein ganzes Europa sein: nicht für ein östlich oder westlich bestimmtes und orientiertes. um den es offenbar beiden Seiten geht. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . Friede“. In 103 BARTH. den neuen Staat zu akzeptieren. Erst die Verfassung von 1968 war „nach dem Vorbild der Volksdemokratien gearbeitet“ und erklärte in Art. verwenden aber auffälligerweise dieselben positiven Worte: „Demokratie. Die Kirche. dass zahlreiche ehemalige Mitglieder der Bekennenden Kirche ihre Opposition gegen den Staat in der DDR ohne größere Modifikationen fortsetzten. einen dritten. wobei es im Osten an Freiheit und im Westen an Gerechtigkeit mangele und der Friede „hier wie dort voll heimlicher Drohung und Kriegsgefahr ist“.104 Die wichtigste Aufgabe der christlichen Kirchen bestehe darin. 30. Die Verfassung von 1949 hatte sich „formal noch stark am Vorbild der Weimarer Reichsverfassung orientiert und den Gedanken der deutschen Einheit vielfach berücksichtigt“. den Aufbau. alle Beteiligten beim Wort zu nehmen. Juli 2007. sondern für „ein freies. Die Kirche.

GOECKEL. 112 Zu Hamel fehlt bisher eine ausführliche Studie. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co.1953 war er inhaftiert. 110 Vgl. Christliches Leben in der DDR. Als Studentenpfarrer in Halle (1946–1955) hat er. Diese These ist vor allem als Trost gedacht. 1. Gleichzeitig hatte er auch einen Blick für die Realitäten der Gemeindemitglieder entwickelt. dass auch die Regierung der DDR als Obrigkeit im biblischen Sinn akzeptabel ist. WINTER.109 Erst nach dem Scheitern der Genfer Außenministerkonferenz 1955. die über die maschinenschriftliche Arbeit von F. Umso bedauerlicher wirkt es. bei der es um die Voraussetzungen einer möglichen Wiedervereinigung ging. den die Kirche in der DDR habe:111 Johannes Hamel (1911–2002).102 Matthias Gockel und Martin Leiner dieser Zeit fühlte man sich auch in Ostdeutschland „weitgehend den westlichen Ideen eines . setzte man sich ernsthaft mit der neuen Situation auseinander. Vom 12. Seit 1934 war er Mitglied der Bekennenden Kirche. Johannes Hamel (2001) hinausgehen würde. Konflikte.110 Staatlicherseits beschloss das Zentralkomitee der SED am 1. Gespräche.2. Juni 1953. © 2008. ist die Abfolge der Staat-Kirche-Gespräche. z. Februar 1957 eine Orientierung auf „längeres Nebeneinanderbestehen zweier deutscher Staaten mit entgegengesetzter Gesellschaftsordnung“ und auf eine Politik der schrittweisen Entspannung und Normalisierung der Beziehungen zwischen ihnen. In seinem Buch knüpfte Hamel an Barmen V an: das Evangelium rücke uns den Staat „unter die gnädige Anordnung Gottes“. 1957 stellte die Synode der Evangelischen Kirche der Union fest. Vgl. 109 Ein übliches Schema. Johannes Hamel In dieser Zeit sprach Barth von einem „Propheten“.112 Aufgrund seiner Prägung durch die Bekennende Kirche orientierte Hamel sich grundlegend an der Barmer Theologischen Erklärung.B. Johannes Hamel war als Student durch den dem Pietismus nahestehenden Exegeten Julius Schniewind und durch Karl Barth geprägt worden. Staat-Kirche-Gespräch am 10. bis zum 10.christlichen Abendlandes‘ verbunden [und glaubte] an eine Wiedervereinigung im westlichen Sinne.6. Leipzig 1995. R. 108 FORCK. 111 Mündliche Mitteilung von Heino Falcke. KG. Barth. FORCK. insbesondere 1952 / 53 im sogenannten DDR-Kirchenkampf zahlreiche Konflikte mit dem Staat auf sich genommen. 1957 erschien sein Buch „Christ in der DDR“. 152. dass kirchliche Gruppen und Mitarbeiter Ende der 50er Jahre wiederholt staatlichen Bedrückungen ausgesetzt waren. Die evangelische Kirche und die DDR. nach dem die Geschichte der Kirchen in der DDR dargestellt zu werden pflegt.“108 Eine erste Verständigung brachte das 1. 151. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . Vereinbarungen unter Ulbricht und Honecker. Barth.

Stärker von Barth geprägt ist Hamels Rede von den Christen als „Drittem Geschlecht“. Hamel forderte die christliche Unterscheidung zwischen erlaubter oder gar gebotener Anpassung und notwendiger Verweigerung aktiv und bewusst zu vollziehen. Auch die von Barth in Anführungszeichen gesetzte Formel „Gottes geliebte Ostzone“114 ist gemeinsame Sprache Barths und der Umgebung Hamels. Die freie Verkündigung des Evangeliums in der „marxistischen Welt“ werde in ihm gestärkt und befestigt. 427 versucht die Entstehung dieser Formel zu klären: 1950 schrieb der Basler Theologiestudent Friedrich Falckenberg an Hamel: „Ich habe hier gelernt. dass die einzelnen Christen den Vorstößen ihrer Kirchenleitungen nicht folgten. 116 J.Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR 103 Röm 13 leitet die Gemeinde zu der dankenden Entdeckung hin. Wir verfallen dem Unglauben. HAMEL. An einen Pfarrer. 21. HAMEL an K. wenn wir meinen. 427. 13. Dies entspricht dem Tenor von Barths „Brief an einen Pfarrer in der DDR“. sondern Gottes Überlegenheit über dem Konflikt bezeugen und allen Menschen auf beiden Seiten menschlich-personal begegnen.“ Hamels Studenten übernahmen den Ausdruck.115 Hamel würdigte Barths Brief als tröstlich und aufrichtend. nicht mehr von ‚Ostzone‘. 115 Eine Anmerkung in BARTH. Berlin-Charlottenburg 1957. USA). BARTH. © 2008. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. Barth. in dem Hamels Buch erwähnt wird und auf den noch etwas ausführlicher einzugehen ist. sondern sich in eine innere Emigration begeben hatten. Sie sollen sich im Kalten Krieg nicht dem Osten oder dem Westen zuordnen. Hamel benutzte ihn als Überschrift für eine in der Schweiz anonym erschienene Geschichtensammlung. sondern von ‚Gottes geliebter Ostzone‘ zu sprechen. Generell lebten die Christen damals in einer merkwürdigen Mischung aus äußerer Anpassung und innerer Aversion. Darin standen Sätze wie diese: Wir haben in den jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnissen zu prüfen. Die Obrigkeiten sind vielmehr Instrumente göttlicher Vorsehung. dass sie. in den gegebenen Verhältnissen von Gott verlassen zu sein. Princeton. 113 J. damit aus Gottes guter gnädiger Herrschaft eben gerade nicht in einen anderen Raum hinübergewechselt ist. Februar 1959 (Abschrift in der Barth Research Collection.116 Gedanken aus Barths Brief und aus Hamels Schriften fließen zusammen in den „Zehn Artikel von Freiheit und Dienst der Kirche“. NJ. 114 Vgl. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . die von den Vorsitzenden der Landeskirchen der DDR verabschiedet wurden und die Erinnerungen an die Barmer Erklärung weckten. An einen Pfarrer. was Gott von uns will. Die Extreme der vollständigen Assimilation und der Aversion sollten dadurch vermieden werden. KG. und darum verzweifeln. Christ in der DDR.113 Hamel nahm wahr. wenn sie unter den Mächtigen steht. oder wenn wir die geschichtlichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten als unmittelbare Kundgabe des Willens Gottes deuten und darum vorbehaltlos annehmen. und haben das nach seinem Willen Gute zu tun.

Ferner mahnt er eine stringentere und kürzere Gedankenführung sowie stärkere christologische und vor allem eschatologische Konzentration an. Hamel. Barths Antwort ist in diesem Falle deutlich aufgebrachter. 119 Damit ist wohl hauptsächlich Hanfried Müller gemeint. 505–10. Dort wird gefordert. Barth antwortete. in seinem Gutachten nicht gegen die Sieben Sätze des Weißenseer Kreises Stellung zu beziehen. August 1963. fest dem Widersacher. ob er zur Situation der Christen in der DDR Stellung nehmen könne. erinnert er zunächst an 1. © 2008. was ihm „von vorneherein klar“118 war. in: DERS. der die wichtigste Primärquelle für Barths Einflussnahme auf die Kirche in der DDR darstellt. BARTH. STOEVESANDT. sondern nur als eine Stellungnahme der Kirche verstanden wissen. Gütersloh. V: Briefe. über Max Geiger an Barth mit der Frage weitergeleitet. Etwa gleichzeitig hatte sich Pfarrer Dieter Schellong aus Gütersloh an Barth gewandt und ihn gebeten. Zürich 1979.104 Matthias Gockel und Martin Leiner Barth wurde vom Moderamen der reformierten Kirche in Brandenburg gebeten. Aus einem Vergleich dieser Reaktionen geht deutlich hervor. 120 K. J. 19. Er sagt Hamel zu. An Pfarrer Dieter Schellong. FANGMEIER / H.Dibelianismus‘ nicht so groß ein wie diejenige der neuen Bonhoefferinterpreten. dass er sich in dem Gutachten an die von diesem mitgeteilten Punkte halten wird. 180. 2. 185. Karl Barth Gesamtausgabe Abt. dass Barth Theologen wie Hamel näher stand als etwa Hanfried Müller. Auch er schätzt die Gefahr des . „dass es sich um einen Zweifrontenkrieg handle und dass die Artikel in dieser Situation eine substantiell gute Weisung darstellten“. Die Anfrage zu diesem Brief kam aus den von der Bekennenden Kirche geprägten Bruderkreisen und wurde von dem jungen Pfarrer Richard Friedemann Goßlau. Petr.117 Johannes Hamel wandte sich an Barth.9.. 5. Nachdem er sich ausführlich zu seiner mangelnden Kenntnis der Situation in der DDR bekannt hat. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . den er zunehmend kritisch betrachtete. Briefe 1961–1968. in: DERS. 118 K.v. um sich eines positiven Urteils zu vergewissern und Barth vor Funktionalisierungen seines Gutachtens zu warnen. ein Gutachten zu den 10 Artikeln zu verfassen. KG.119 Barth stimmt den 10 Artikeln denn auch in vielem zu. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co.. Briefe 1961–1968. BARTH an J. wobei er beide Seiten zur Arbeit an der Sache und einem „geistlich gesunde[n] gemeinsame[n] Denken und Reden“120 mahnt. Barths Brief an einen Pfarrer in der DDR (1958) Mit Johannes Hamel und der ihn in den 50er und frühen 60er Jahren beschäftigenden Problematik verbunden ist auch der Brief Barths an einen Pfarrer in der DDR. möchte sie aber nicht als die Stellungnahme der Kirche. Barth willigte ein. näm117 Das Gutachten erschien in EvTh 23 (1963). seinerzeit Pastor in der Kirchenprovinz Sachsen. hg.

ernstlich so zu nennende Gottlosigkeit ist – veranlassen und verführen mag. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. der die Menschen und insbesondere die Christen zu verkehrten Einstellungen und Verhaltensweisen ihm gegenüber – etwa zur Angst. zur blinden Unterwürfigkeit. zur Halbherzigkeit. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . den Türken und dem Papst sprach. Dann folgt Barths berühmt gewordene und viel kritisierte Einschätzung der DDR. An einen Pfarrer. KG. Reden und Aufsätze eines Theologen in der DDR aus zwanzig Jahren.121 Barth erinnert daran.. ganz auf Gott zu vertrauen und den Atheismus nicht allzu ernst zu nehmen. dass wir den Auftrag der Kirche als Gegenposition im Anti entfalteten“(H. mit dem es Ihr Staat ja wirklich etwas toll zu treiben scheint. aber genau genommen doch nur. in: DERS. Gott. sondern dass er gesetzlich und darum ungöttlich und unmenschlich totalitär ist. aufs Ganze gehend. uns auf das atheistische Selbstverständnis des Staates in der Weise zu fixieren. nach denen der besorgte Mensch auch anderswo zu greifen pflegt. die wahrhaft göttliche und wahrhaft menschliche Gnade des Evangeliums. Berlin 1986. Gebots. Der Kommunismus habe einiges und nicht einmal ganz wenig mit jenem ‚Widersacher‘ zu tun. zum Heulen mit den Wölfen oder zur Furcht. zur Doppelzüngigkeit. 122 BARTH. ‚Totalitär‘. von ihnen gefressen zu werden. auch über dem gesetzlichen Totalitarismus Ihres Staates! Fürchten Sie ihn? Fürchten Sie ihn nicht! Nicht. dass man in der Reformationszeit vom östlichen und vom westlichen Antichristen. Insofern könnte der kommunistische Staat 121 BARTH. hier: 287). Mai 1986 in Berlin. kurzum: zur tätlichen Gottlosigkeit. Vortrag am 100. Er möchte nicht vom Antichristen sprechen. deren Wesen nicht die Taubeneinfalt ist. dem Kommunismus. Theologie als fröhliche Wissenschaft im Ende der Neuzeit. lieben und vertrauen sollen: „Gott über alle Dinge! Er auch über dem Atheismus und Materialismus. 278– 292. jeden Menschen und jeden ganz für sich in Anspruch nehmend. 420. der angeblich freien Welt des Westens.h. Sie konnte uns davor bewahren. 415. zum blinden Haß. zum Kollaborieren oder zur Obstruktion. zu einer Schlangenklugheit. an der seine Vertreter einmal Halt machen oder aber scheitern werden. dass wir Gott über alle Dinge fürchten. unseren Verkündigungsauftrag in der säkularistischen DDR-Gesellschaft angesichts des sogenannten wissenschaftlichen Atheismus anzunehmen und zu verantworten. dass er totalitär. die die wahre. Geburtstag Barths am 10. die Sie dort wie hier verkündigen dürfen. An einen Pfarrer. d. © 2008. FALCKE. nachdem er sich zur Frage einer besseren Entwicklung des Sozialismus fragend verhalten hat: Er. wohl aber von einem Ostlöwen. sofern er die Gestalt und Macht eines Versuchers hat. und einem Westlöwen.“122 Mit diesen Sätzen will Barth die Christen ermutigen. der wie ein brüllender Löwe umhergeht. ist die Grenze jenes Systems.Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR 105 lich dem Teufel zu widerstehen. zur Sorge und so zum Gebrauch all der falschen Mittel und Waffen. sich über den Ost-West-Gegensatz zu stellen. Danach erinnert er an Luthers Erklärung des 1. ist ja auch die freie. Mit Gott Schritt halten. Heino Falcke schreibt hierzu: „Barths religionskritische Theologie hat uns nach dem Zweiten Weltkrieg geholfen.

für den zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilten Pfarrer Siegfried Schmutzler in einem Brief an Grotewohl.Es gibt Kleinigkeiten.Das ist das Grundsystem eines kommunistischen Staates: Es gibt in ihm viele Bestimmungen und Gesetze. 129 So verwandte Barth sich z. BARTH. 1. Briefe 1961– 1968.“123 Danach folgen acht Antworten auf die von den Pfarrern in der DDR gestellten acht Fragen. W. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co.8. Offene Briefe 1945–1968. Bd.-M. Gleichnis bezeichnet und verstanden werden. „Magno consensu in dissensu – zur theologischen Freundschaft zwischen Karl Barth und Heinrich Vogel“. Tübingen 1957. diesen Weg ohne Übereilung aber doch mutig anzustreben. die er später offenbar für revisionsbedürftig erachtete.1963 in: Barth. 428f). 126 Zu Barth und Vogel vgl.124 Außerdems ermutigt Barth die Christen in der DDR die volkskirchliche Situation nicht als die einzige oder auch nur als die notwendig beste Situation für die Verkündigung des Evangeliums anzusehen. eine Empfehlung. so sind von keinem Briefpartner Barths in der DDR sind so viele Briefe im Barth-Archiv in Basel vorhanden wie von Gerhard Gloege (1901–1970). © 2008. 130 Vgl. Vgl. der Prof. er habe mit seiner Empfehlung „zu kurz geschossen“ (zu Einzelheiten und Quellen vgl.125 3. dass er zahlreichen Theologen beim Abschied von der Fixierung auf die Volkskirche half. die sich im praktischen Leben nicht alle einhalten lassen.106 Matthias Gockel und Martin Leiner wohl als deren.127 Vor allem deshalb gehört er in die hier vorgelegte Skizze. HÜFFMEIER. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . wo du dich schuldig fühlst – diesem Schuldgefühl darfst du dich nicht beugen!‘“ 124 Barth meinte offenbar. Immerhin hat diese Position Barth in den Augen der DDR-Regierung mög123 BARTH. etwa BARTHs Brief an Hannelotte Reiffen vom 19.‘ Das habe ich nie vergessen. Gespräche über Kirche und Politik. 402f. ZThK 105 (2008) 127 Sehr herzlich danken wir Dr. Auch ich dachte oft: . Gloege. Leiner bei zwei Besuchen im Barth-Archiv in Basel sachkundig und freundlich unterstützt hat.2007. In ihnen empfiehlt Barth den Pfarrern in der DDR die gewünschte Loyalitätserklärung abzugeben. Ähnlich erinnert sich Pfarrer Peter Hilsberg in: H. an denen die DDR bis zu ihrem Ende litt. Gerhard Gloege und Barths Briefwechsel mit Personen in der DDR Sieht man von Heinrich Vogel126 ab. 125 Heino Falcke sieht Barths Bedeutung ferner darin. Heino Falcke sagte im Gespräch am 10. Hans-Anton Drewes.B. An einen Pfarrer 421f. An einen Pfarrer. Gerade das gesetzliche Fordern von erwünschtem Verhalten verhinderte ein solches und führte zu den gegenteiligen Effekten. in: RGG3.10.128 auch wenn die Briefe nicht so zeitgeschichtlich ergiebig sind wie etwa Barths Briefe an DDR-Politiker. der mir in Erlangen sagte: . 128 Vgl. auch G. „Barth“. an der Erwachsenentaufe festzuhalten130 bzw.129 Praktisch-theologisch aufschlussreicher ist Barths Ermutigung. 894–898. Berlin 2002. 179–81. freilich arg verzerrtes und verfinstertes. KRUSCHE: Pfarrer in der DDR. 193: „Dann denke ich noch an den Praktischen Theologen Eduard Steinwand. BARTH. Darum fühlen sich die Menschen unter diesem System ständig schuldig und ducken sich – das ist das System der kommunistischen Herrschaft. KG. dass er Barths Beschreibung der DDR – trotz des Dissens über die Rede von Gottes Gnade als totalitär – als sehr hellsichtig ansieht.

seinen teilweise nicht erschlossenen Nachlass und seine indirekte Art der Kritik an der DDR. dass er. nach Möglichkeit in der DDR blieben. während umgekehrt Barth Gloege zu ermutigen suchte. trotz eines Rufes nach Tübingen in der DDR zu bleiben. Juli 1956 (Original im Barth-Archiv Basel). wie schon im „Brief an einen Pfarrer in der DDR“. Auch bei Gloege findet sich die Positionierung jenseits der Gegensätze zwischen Ost und West. Barth könne die getroffenen Aussagen falsch verstehen. trotz aller Kritik. 132 G. 206 Micha 7. 240. dass er fast alle Schriften von Barth gelesen hat und ohne diese Lektüre im Übergang vom Studium zum Pfarramt wahrscheinlich nicht hätte Theologe bleiben können. von 1948–1967 Professor an der HumboldtUniversität) in den Fünfziger Jahren als Hochschultheologe in der DDR Barth nach dessen eigener Einschätzung sachlich am nächsten stand. sondern sie behandeln weitgehend Persönliches. Warum übersetzt er z. wollte. Jesus spielt das alles nicht. Stuttgart 1960. 133 G. bis 1966 Dozent an der Kirchlichen Hochschule Ost-Berlin.Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR 107 licherweise zu einem geschätzten Autor gemacht. GLOEGE an Barth.5 mit „Nimmer glaubt dem Genossen!“ An dieser Stelle sind. weil Gloege neben Heinrich Vogel (1902–1989.132 Selbst bei kritischen Äußerungen sorgt er sich offensichtlich. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. komplexe hermeneutische Überlegungen notwendig. wie bei anderen Texten aus der DDR. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . Aller Tage Tag – unsere Zeit im Neuen Testament. 4. Gerade darin scheint sich ein besonderes Anliegen Barths zu zeigen. auf S. dass Barths Wirkung durch persönliche Gespräche und durch die Begegnung mit Stu131 Barth nahe stand auch Eberhard Jüngel. etwa im Sinne einer Kampfansage. KG. Im Übrigen wäre noch manches zu forschen und zu diskutieren über Gloeges Leben und Werk.133 Mehrfach machte Gloege den Versuch. der es keinem recht macht: Im Radikalismus spielt die Welt das dialektische Schattenspiel ihrer Hoffnungslosigkeit vor und bekennt sich zu ihr. dass Theologen. ebenso wie die von Wolf Krötke. die ihm nahestanden.B. die Gloege an Barth übte.134 Insgesamt lässt ein erster Überblick über die Briefe darauf schließen. Er und der Täufer machen es keinem recht. Seine Generation kommt ihm vor wie das Theater spielender Kinder.131 Gloege sagt in einem Brief. um zu einer angemessenen Interpretation zu gelangen. der von 1973 bis 1991 am Sprachenkonvikt in Berlin Systematische Theologie in kritischer Anknüpfung an Barth und Bonhoeffer lehrte. der ihnen bei der beabsichtigten Dezimierung der Zahl der Christen und der Auflösung der Volkskirche eine gewisse ungewollte Schützenhilfe leisten könnte. 134 Gloeges Buch „Aller Tage Tag“ bietet dazu mögliche Anregungen. Sie sind dennoch erhellend. Sein Buch „Aller Tage Tag – unsere Zeit [!] im Neuen Testament“ zeichnet Jesus als den. Barth nach Jena einzuladen. Seine Wirkung auf Kirche und Theologie in der DDR muss noch bearbeitet werden. Die Briefe Gerhard Gloeges an seinen „Hochverehrten Kollegen“ und Barths Antworten enthalten nichts von alledem. © 2008. GLOEGE.

Nach dem Aufenthalt in Basel wollte er nach Halle gehen. Man könnte ihn in heutigen Kategorien eher als studentische Hilfskraft bezeichnen.1929 in Riesenburg (Westpreußen) geboren. die Promotion erst 1958 in Rostock zustande. Auch die Habilitation 1963 erfolgte zu Schleiermacher. wurde auch Falcke öfter in Barths Haus in der Pilgerstraße eingeladen. 1946 machte er sein Abitur in Seehausen (Altmark) und studierte ab demselben Jahr Evangelische Theologie in Berlin und Göttingen. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. Obwohl dies öfter in der Literatur behauptet wird. war Falcke nicht in einem eigentlichen. dienstrechtlichen Sinne Barths Assistent. 4. Nach dem Vikariat und der zweiten Dienstprüfung wurde er 1954 als Studieninspektor nach Wittenberg berufen und konnte promovieren. Da es aus politischen Gründen nicht möglich war. musste aber zunächst zurück nach Göttingen. die Ethik der Schöpfungslehre (KD III / 4) Korrektur zu lesen. KG.108 Matthias Gockel und Martin Leiner denten. wo Falcke von 1956–1958 Assistent in Systematischer Theologie bei Heinrich Benkert war. seiner Freundlichkeit. kam. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . Heino Falcke Dies trifft auch für Heino Falcke zu. Da Barth ein besonderes Interesse und eine geradezu fürsorgliche Haltung für die Studierenden aus der DDR pflegte. Die erste theologische Dienstprüfung legte er 1952 in Halle ab. obwohl bereits in Göttingen Gutachter bestellt worden waren. Falcke wurde am 12. Diese Stelle hatte er bis 1973 inne. Im Studium wurde er zunächst am meisten geprägt von Ernst Wolf. Hans-Joachim Iwand und Gerhard von Rad.5. Barth machte Falcke darauf aufmerksam. 1984 erhielt Falcke einen Ehrendoktor der Universität Bern. in Basel oder in Göttingen zu promovieren. seinem Humor. Besonders bekannt wurde er durch einen Vortrag am 30. auch von der Schärfe seines Nachfragens und insbesondere von seiner eindringlichen Analyse von Texten. Dieses Buch beeinflusste Falcke zeitlebens. wesentlich stärker war als die Wirkung des Briefwechsels. Falcke war damit betraut. Das Promotionsthema war ihm noch von Barth gegeben worden. Nach einer Zeit als Pfarrer im Ostharz (Wegeleben) wurde Falcke 1964 Direktor des Predigerseminars der EKU in Gnadau. um dort sein Studium zu beenden. Juni 1972 vor der in Dresden tagenden Synode des © 2008. die in die DDR gingen. Die Doktorarbeit trägt den Titel „Die Gesellschaftslehre des jungen Schleiermacher“. Von 1973–1994 war er Propst in Erfurt. dass die Gesellschaftsphilosophie in Schleiermachers Ethik bisher noch nicht ausreichend untersucht worden sei. Er war sehr beeindruckt von Barths Persönlichkeit. Die prägenden Einflüsse gingen allesamt in die Richtung der Bekennenden Kirche und führten konsequent zu einem Studium in Basel bei Karl Barth.

dass er sich schwer aus der direkten Bezugnahme auf Barth lösen konnte und dass zeit seines Lebens Elemente Barthscher Theologie für ihn zentral waren. was um sie herum und mit ihnen im sozialistischen Staat geschah. dass es sich um ein theologisches Wirklichkeitsverständnis handeln muss. Das Leben im Westen hat ja zweifellos viele und darunter auch durchaus echte Vorzüge. die sich an den Bruderkreisen beteiligten. dazu E. 25. Ich denke. Bleibendes Barthsches Erbe war für Falcke die Grundthese. dass die Kirche Mitverantwortung für die Gestaltung des Sozialismus hat und kritisch Unfreiheiten zur Sprache bringen kann.140 Außerdem prägte Falcke wie viele seiner Generation. das 135 Wieder abgedruckt in: H. Die Kritik. 137 H. 24. FALCKE. die Ideal und Wirklichkeit des Sozialismus vergleicht und sich zynisch distanziert. Die wesentliche hermeneutische Herausforderung für die Christen in der DDR-Zeit war es. war für ihn klar. bes. treiben uns solche Erfahrungen nicht in die billige Totalkritik. daß ich selbst sie. Geschichte der Opposition in der DDR. trifft ihn nicht. FALCKE. Und daß das Leben im Osten seine notorischen Nachteile hat. Unter der Verheißung Christi werden wir unsere Gesellschaft nicht loslassen mit der engagierten Hoffnung eines verbesserlichen Sozialismus. 12–32. Dabei soll es um „mündige Mitarbeit“137 gehen. sondern als Ermutigung gedacht.139 Die Situation in der DDR war keine gottlose Situation. Dies bedeutete. die an den Sozialismus keine überzogenen Forderungen zu stellen braucht: Eben weil wir dem Sozialismus das Reich der Freiheit nicht abfordern müssen. dass das grundlegende „Ja“ Gottes zu den Menschen. Man konnte und sollte in ihr als Christ leben. 136 Vgl. auch zu den atheistischen Menschen als Vorzeichen vor jeder Aktivität stehen sollte. Mit Gott.135 Diese für den Weg der Kirchen und für die Opposition in der DDR Weichen stellende Rede136 brachte die Hoffnung auf eine mögliche Verbesserung des Sozialismus zum Ausdruck. wird man schon angesichts gewisser Vorgänge an der Zonengrenze unmöglich leugnen © 2008. Falckes These vom verbesserlichen Sozialismus war nicht als Prognose. 251–57. 140 Sehr richtig findet Falcke bis heute Barths Formulierungen zur Sehnsucht nach Wiedervereinigung in seinem Brief an einen Pfarrer in der DDR: „Solche Sehnsucht ist wahrhaftig wohl verständlich und gewiß auch nicht unbegründet. Eine gewisse Abkehr von Barth erlebte Falcke darin. dem zu folgen war.Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR 109 Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR mit dem Titel: „Christus befreit – darum Kirche für andere“. auch sehr lebhaft empfinden würde. Mit Gott. dass er zunehmend eine kontextuelle Theologie für nötig hielt. Wie viele. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. 139 Falcke sieht sich deshalb auch eher vom späteren Barth als vom Barth der 20er Jahre beeinflusst. Mit Gott. KG. Bonn 22000. ein theologisches Verständnis dessen zu gewinnen. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . Dabei half ihm vor allem die Geschichtstheologie Gerhard von Rads. dass sie sich als Prognose nicht erfüllt habe. NEUBERT.138 Heino Falcke beschreibt seinen theologischen Weg dahingehend. 138 FALCKE. wäre ich an Ihrer Stelle.

auf der Linie von Karl Barth. jener anderen Stimme aber nur die zweite. Wollens und Tuns einräumen. das wissenschaftlich-technisches Denken über die Wirklichkeit geworfen hat. in: DERS. auf ihre eigene Grundlage besänne. Schwerlich dürfte sie ja mit dieser einfach identisch sein … Unterscheiden Sie aber deren Stimme von der des Evangeliums. dass man sich vor Parteinahmen im Ost-West-Konflikt zu hüten habe. die Handreichung zur Seelsorge an Wehrpflichtigen des Kirchenbundes von 1965. der ökologischen Krise und der Wiederkehr der Religion gesprochen wurde. welchen Raum und welche Stelle Sie jener Sehnsucht im Verhältnis zu Ihrem Gehorsam dem Evangelium gegenüber geben wollen. Es geht aber darum. dann könnte die Theologie unserer Welt im Ende der Neuzeit zum Überleben helfen und so nicht nur fröhliche. dass Sie ihr die erste. daß wir unser Verhalten zur Welt dadurch ändern. 144 FALCKE.1925 in Celle geboren.11. die Barth können. Mit Gott 278–92. 143 H. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. um sie zu fangen. Die wichtigsten Personen auf seinem theologischen Weg waren neben Barth Theologen. Wenn sich die Theologie so. aber ihn weiterdenkend im Gespräch mit Wissenschaft und Technik.110 Matthias Gockel und Martin Leiner Bewusstsein. warum ihm Barths Theologie nach wie vor wegweisend erscheint. An einen Pfarrer.“ BARTH. als vom Ende der Neuzeit. dann werden Sie dieser auf alle Fälle damit gehorsam sein.. © 2008. 427f. Der Kirchenbund definierte hier seine Aufgabe als „Brückendienst der Versöhnung an der Nahtstelle der beiden Weltsysteme“. dritte oder vierte Stelle in der Ordnung Ihres Denkens. Er studierte von 1945 bis 1952 Theologie in Bonn und Göttingen. und wenn die Wirklichkeit des Wirkens Gottes in der Welt aus dem biblischen Zeugnissen so zu uns spräche.141 Dies war auch bei der Suche nach einer Friedenstheologie in der DDR von großer Bedeutung. Die ständige Suche nach dem konkreten Gebot Gottes beschäftigte ihn sehr stark. zeigte Falcke 1986 in einem öffentlichen Vortrag auf. Hanfried Müller Hanfried Müller wurde am 4. Auch in seiner Friedenstheologie sieht Falcke Barths Erbe wirksam. das Netz zu zerreißen. sollte in der konkreten Lage der Frage nach einem Wehrdienst in der DDR nach Gottes Gebot gefragt werden. Ohne prinzipiellen Pazifismus oder Antipazifismus zu vertreten. Theologie 282. 141 Dabei spielte auch Bonhoeffers Ethik des konkreten Gebots eine wichtige Rolle. KG. 142 Vgl.143 Er erwartet von Barths Theologie Weiterführendes gegenüber dem wissenschaftlich-technischen Denken und gegenüber der gesellschaftsstabilisierenden und gesellschaftskritischen Funktionalisierung der christlichen Religion. FALCKE. wenn es ihr gelänge. sondern auch für die Welt erfreuliche Wissenschaft werden.144 5.142 In einer veränderten Lage. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . Insbesondere war Falcke geprägt durch die Ethik der Schöpfungslehre in KD III / 4. Theologie als fröhliche Wissenschaft im Ende der Neuzeit.

© 2008. „dass der Akt einer inneren kirchlichtheologischen Befreiung […] den Übergang zur politisch-demokratischen Befreiung umschloß“. MÜLLER. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . irritierend. Hans Iwand. in der er beobachtete. Das zeigt sich in seiner Aussage. 1950 gründete er gemeinsam mit anderen Studierenden die FDJ-Hochschulgruppe in Göttingen. Sie fiel ihm rückblickend schwerer als die beiden vorangehenden Etappen. deren „idealistisch-moralischer Antinazismus […] bisher zureichend Wegweiser gewesen war“. 148 MÜLLER. KG. In der „neuen sozialistischen Gesellschaft“ der DDR. dem er sich verbunden fühlte. wirkte das offensive Eintreten von Theologen für die sozialistische Gesellschaft. fühlte Müller sich eher zugehörig. Er kooperierte als inoffizieller Mitarbeiter (IM) mit der Staatssi- 145 H. 8–9.145 Erste Prägungen erfuhr er durch die „Schulddebatte“.Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR 111 nahestanden. andererseits einen „evangelisch-reformatorischen“ Teil. Barths Schrift „Christengemeinde und Bürgergemeinde“ zeigte für Müller schon im Titel an. „Befreiung. 147 Er legte sein 1.148 Da die SED Religion als rückständiges Überbleibsel einschätzte. während die SED „nie verstand. verbunden mit souveräner geistiger Aneignung der marxistischen Theorie. 13. Weißenseer Blätter 1 / 2005. in die er 1952 wegen eines nach seiner Teilnahme an einer Demonstration gegen die Remilitarisierung angedrohten Disziplinarverfahrens der Göttinger Universität.147 übersiedelte. Er identifizierte sich mit der im Darmstädter Bruderratswort von 1947 enthaltenen Absage an einen „deutschnationalen Chauvinismus“ und „konservativen deutschen Klerikalismus“ und Antikommunismus.146 Das Auseinanderbrechen der Anti-Hitler-Koalition war der Anlass für das. dass die Mitglieder der Bekennenden Kirche zu diesem Thema zwei gegensätzliche Positionen einnehmen. was er die „letzte Etappe“ seines Weges in die Freiheit nannte: der Übergang zur „sozial-ökonomischen Befreiung“. Mai 1945: Erlebnis-Erinnerung-Geschichte“. 146 MÜLLER. das einen Studienabschluss praktisch unmöglich machte. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. Einerseits gab es einen „deutschnationalen“. Kirchliches Examen 1952 in der Berlin-Brandenburgischen Kirche ab. Albert Einstein und vielen anderen. Dennoch agierte Müller nach seiner Berufung als Professor für Systematische Theologie an die Humboldt-Universität in Berlin 1964 oft als Vertreter der Staates. das für Barth eine hermeneutische Zentralstellung bildete. denn sie bedeutete zugleich die Lösung von „großen kirchlichen und politischen Leitbildern“ wie Karl Barth. Paul Schempp und Günter Dehn. dass er als „nicht-religiöser“ Christ vielen „Bundesgenossen christlicher Provenienz“ nicht religiös genug war. Befreiung. Das Zwischen. 10. Befreiung. Thomas Mann. wie Hermann Diem. ist aber auch bei ihm in Ansätzen wahrnehmbar. was wir mit unserer strikten Unterscheidung zwischen Christusglauben und religiöser Weltanschauung eigentlich meinten“.

. MÜLLER. KRECK. daß wir eine Herrschaft der Christen über die Nichtchristen im Namen Jesu aufrichten. Die Unterscheidung zwischen Glaube und Weltanschauung oder .152 würdigt er Barths christologischen Ansatz. In dieser Schrift wendet Müller sich kritisch gegen bestimmte lutherische Interpretationen der Zweireichelehre. MÜLLER. MÜLLER. die ihm „wie eine Wegweisung für die Kirche in der DDR“ erschien und über die er auch seine Promotionsschrift verfasste.153 Eindeutig von 149 H. Durch die Betonung der Verborgenheit Gottes und des Kreuzes kommen wiederum lutherische Traditionen zur Geltung. 152 MÜLLER. 18–19. Mit Berufung auf Barth formuliert W. Dietrich Bonhoeffer. Barth an Hanfried Müller.112 Matthias Gockel und Martin Leiner cherheit. in Weißenseer Blätter 1 / 2006. Evangelische Dogmatik im Überblick. führte aber nach eigener Aussage nicht „von der Kirche weg . kein besonderes christliches Motiv politischen Handelns“ gebe (ebd. gelegentlich auch gegen die staatliche Kirchenpolitik. München 1980.). online einsehbar unter http: / / www. Barth würdigte die Studie als „umsichtig gearbeitet“ und „in sich einleuchtend“. der Name Jesu Christi. Hier radikalisiert Müller Barths Ablehnung der Bildung einer . Das „Proprium der Christen“ ist das Wort Gottes. Wie Bonhoeffer und Barth lehnt Müller jede naturrechtliche oder weltanschauliche Grundlegung der Dogmatik ab.de / i03_06. „Befreiung. 150 H. in der sie bekennen. 4). promoviert. 14). wie er in der Barmer Theologischen Erklärung zum Ausdruck kommt.weissenseerblaetter. Evangelische Dogmatik. 7. Ein Rückblick auf sein Leben und seine Wirkung. „Stimme aus der Kirche während der konterrevolutionären Krise“. den sie tragen. Berlin 1978. 12. 151 H. leben und lieben – und gerade nicht ihr Ethos. Weißenseer Blätter 3 / 2006. Die Frankfurter Theologische Erklärung der Kirchlichen Bruderschaften vom 4.christlichen‘ Partei und betont. in der Schande und im Tod am Kreuz. die Freiheit des Heiligen Geistes. KG. 153 „Weil Gottes Herrschaft in dieser Welt verborgen ist unter seiner Ohnmacht im Leiden. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. Oktober 1958. Müller wurde 1956 zum Dr. MÜLLER. April 1961. Berlin / DDR 1958. 271. äußerte aber zugleich seine „Unruhe“ darüber. der Rechtfertigungslehre und der Lehre von den Ordnungen. dass es überhaupt „keine spezifisch christliche politische Verantwortung. 274–76. in: Weißenseer Blätter 1 / 2006. darum dürfen auch wir seiner Herrschaft nicht dadurch dienen.150 Sie spielt auch in seiner „Evangelischen Dogmatik im Überblick“ von 1978 eine zentrale Rolle. sondern zu einer „höchst kritischen Sicht der in sich so widersprüchlichen Welt“ (MÜLLER. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 .149 Sein theologisches Engagement war der politischen Option deutlich nachgeordnet. posthum veröffentlichten Äußerungen Bonhoeffers konzentriert und. ähnlich wie Gerhard Ebeling im Westen. W. Er differenziert scharf zwischen der „Eigengesetzlichkeit“ weltlicher Ordnungen im © 2008. 16. Seine Promotionsschrift trug auf Anregung von Heinrich Vogel den Titel „Von der Kirche zur Welt“ (Leipzig 1961). dass sie sich auf die späten. die aus Bonhoeffer schließlich einen „nicht-religiös-neolutherischmarxistischen Christen“ mache (K. Programm einer Gruppe oder Bekenntnis der Kirche? (Hefte aus Burgscheidungen 10).Religion‘ übernahm Müller aus der späten Theologie Bonhoeffers.. das sie bezeugen. Kirche in der Krise der bürgerlichen Welt. Kreck Anfragen an Müllers Religionsbegriff wegen der „prinzipiell negativen Sicht der Religion und der prinzipiell positiven des Atheismus“. theol. undifferenziert zur Welt“.htm. ihre Weltanschauung oder ihre Werke!151 Während er bei Luther und Bonhoeffer eine schärfere Kritik der natürlichen Theologie und der Religion findet. eine künstliche „Applikation“ vornimmt.“ H.

155 MÜLLER. dass die christliche Gemeinde zur Existenz als „Kirche für die Welt“ bestimmt ist. die Ordnung des Staates von der jeweiligen Klassenstruktur. Gleichzeitig kritisiert er Barths These einer Analogie zwischen Christengemeinde und Bürgergemeinde. Verf. was nicht sie. sondern „um die umfassend sozial-ökonomische Frage unserer Epoche […] um revolutionären Fortschritt oder […] historischen Rückschlag. Evangelische Dogmatik. Evangelische Dogmatik. Beim „revolutionären Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus auf dem Wege zum Kommunismus“ gehe es nicht um eine geographische Frage.“158 1958 gründete Müller zusammen mit Gerhard Bassarak den Weißenseer Arbeitskreis (WAK. Falcke und W.“157 Anders als Barth lehnte Müller auch die „anschauliche geographische Bezeichnung“ Ost-West-Konflikt ab und betonte die soziale Alternative zwischen Kapitalismus und Sozialismus. „Stimme aus der Kirche“. 241 (Hervorhebung d. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . © 2008.155 Auch in dem „ökumenischuniversalen Bezug des Evangeliums“ und der Formulierung. Sachlich besteht darin eine Nähe zu Barth.Verf. 157 MÜLLER.154 Eine gesonderte Behandlung der Ethik führe zu einer „falschen Ethisierung der Theologie und dann irgendwann zu deren Verwandlung in religiöse Anthropologie“. Krötke neu-lutherisch. Er veröffentlichte Stellungnahmen. 780 (Hervorhebung d. also um internationalen Klassenkampf. die sich darin zeige.156 ist sie für Müller die „vorläufige Zeugin dessen. die „diesen Ordnungen die Würde von einem ihnen innewohnenden göttlichen Eigengesetz“ zuspricht. sondern auch auf Barth-Interpreten wie H. Der Arbeitskreis war zunächst nur ein „lockerer Diskussionskreis über dringend notwendige Neuorientierungen in der evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg“. die den Ritus der Säuglingstaufe hinterfragten. Trotz dieser Differenzierungen wirkte Müllers Zwei-Reiche-Lehre nicht nur auf Barth. MÜLLER. letztere wird abgelehnt. bei dem es „um das konkrete Gebieten eines lebendigen Herrn und um den Gehorsam diesem Herrn gegenüber“ geht. 156 K. Erstere wird anerkannt. 18. dem es in „Christengemeinde und Bürgergemeinde“ ja auch um die Norm für das politische Handeln der Christen geht. und einer Lehre. 158 H. die Vereinbarkeit von Konfirmation und Jugendweihe begründeten und für die Eigenständigkeit der Evangelischen Hinblick auf ihre „materielle Bedingtheit“. die organisierte Menschengemeinschaft. „daß die Ordnung der Wirtschaft von der Produktionsweise. die Ordnung der Ehe von der gesellschaftlichen Prägung der Sexualität und vielem anderen abhängt“. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co.). Evangelische Dogmatik. sie also religiös überhöht und dem Herrschaftsanspruch Jesu Christi entzieht. BARTH. sondern die Polis. Kirchliche Bruderschaft in Berlin-Brandenburg).Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR 113 Barth geprägt hingegen ist die Integration der Ethik in die Dogmatik und die Definition ihres Themas als „Gottes Gebot“. KD IV 3 / 2. wird die Prägung durch die Theologie Barths sichtbar. einmal und dann ganz neu sein wird.). dem auch der Barth-Schüler und spätere Bischof Albrecht Schönherr angehörte. 154 MÜLLER. Während Barth die christliche Gemeinde als „vorläufige Darstellung“ der in Jesus Christus ergangenen „Berufung der ganzen Menschenwelt“ kennzeichnet. 20. KG.

dazu für Siebenbürgen A. dazu C. den Christen zu helfen. argumentieren die „Sieben Sätze“ stärker vom späten Bonhoeffer als von Barth aus. 162 Vgl.“159 1963 war Müller in diesem Kreis Mitverfasser der Sieben Sätze „Von der Freiheit der Kirche zum Dienen“. NOWAK (Hg. 164 Es ist bis heute nicht geklärt. bes. LEPP / K. die 1969 im Übergang von der Kircheneinheit zur „besonderen Gemeinschaft“ zwischen westlichen und östlichen Landeskirchen institutionalisiert wurde. ihn durch vorsorgliche Briefe © 2008. dabei aber die bisherige Bindung der Kirche an die „feudale Gesellschaft“ nicht einfach „durch eine eben solche an die sozialistische ablösen. „Stimme aus der Kirche“. eine Kritik der natürlichen Gotteserkenntnis sowie eine gegenüber dem Atheismus gelassene Haltung. Die Kirchen haben sich die Aufgabe gesetzt. 165 Heino Falcke berichtet über ein Treffen des KPS-Bruderkreises mit dem Weißenseer Kreis im Vorfeld der „Sieben Sätze“: „Kennzeichnend für das Gespräch war die große Nähe der Disputanten in ihrer theologischen Herkunft und Prägung. 7.164 Dennoch enthalten sie eine christologisch begründete Selbstrelativierung menschlicher Gotteserkenntnis. Göttingen 2001. Mit Gott.114 Matthias Gockel und Martin Leiner Kirchen in der DDR gegenüber der EKD eintraten. Man wollte den . in: FALCKE.160 die auf die von Johannes Hamel geprägten oben erwähnten 10 Artikel antworten. der einen „klerikalen Neutralismus mit deutlich antikommunistischer Schlagseite“163 vertrete. 163 H. vgl. MÜLLER. KG. Der Bruderkreis der evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen in der DDR vor und nach dem Mauerbau 1961. In der Bedrängnis für Erneuerung. dass die Kirche auch in einer nichtchristlichen Gesellschaft zu dienen statt Herrschaftsansprüche zu stellen habe. Die große von beiden Seiten anerkannte theologische Vaterfigur war Barth. Leitend war der Gedanke.76. 161 Vgl. Beide Texte bereiteten nach dem Mauerbau 1961 die langsame Distanzierung der östlichen Landeskirchen von der EKD vor. Bassarak hatte in Halle zu den Gründervätern unseres Bruderkreises gehört. (Übrigens hatten beide Seiten nicht versäumt. mit H. Zürich 2005. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . den Platz in ihrem Staat zu finden“. „Stimme aus der Kirche“. der dann auch aus dem Umfeld von Weißensee um ein Gutachten zu den 10 Artikeln gebeten worden war. FALCKE. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. in: Schriftenreihe des Instituts für vergleichend Staat-Kirche-Forschung. Müller hatte ich in Göttingen zeitgleich bei Hans Joachim Iwand studiert. ob die Sieben Sätze von Müller oder vom gesamten Weißenseer Kreis stammten. Zit.162 Während Müller die 10 Artikel dem „rechtesten Flügel des Barthianismus“ zurechnet. Evangelische Kirche im geteilten Deutschland (1945–1989 / 90).). 160 Ein Vergleich der DDR-Theologie des Dienstes mit der ungarischen Theologie des Dienens ist reizvoll.161 Beide Erklärungen sind verglichen mit Erklärungen des Kirchenbundes der DDR aus den 70er Jahren noch von relativ starker Distanz zum Staat geprägt. 57–66. SCHÖNHERR. FERENCZ. in dem Sätze fallen wie: „Die acht Kirchen des Bundes sehen in der DDR ihren Staat und meinen es ernst damit. Kirchen und Kirchenpolitik in Zeiten des Kalten Krieges. Vgl. nach A. MÜLLER. die in Barthscher Tradition stehen:165 159 H. Der Einfluß der Theologie Barths auf die Reformierte Kirche Rumäniens.Dibelianismus‘ und den Konfessionalismus überwinden. etwa den Bericht der Kirchenleitungen zur Synode des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR in Eisenach 1971. Heft 21: 39–81. „Zur Einführung“. H.

nicht Ankläger. lag in der christologischen Fundierung und Zentrierung beider Texte“. Dies alles waren“. insofern als die Weißenseer die Rede von der Freiheit der Kirche kritisierten. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. die mündige Welt aber habe sie nicht zu bevormunden. Sie münden in Formulierungen. ohne eine christliche Front aufzurichten. auch für den KPSBruderkreis. KG. in den ich schaute. teils belustigt. ihre Glieder. sie habe dienend für die Gesellschaft dazusein.: Die Kirche kann. 201. So leben wir täglich aus Gottes Gnade in sorgloser Gelassenheit und gehorchen Gottes menschenfreundlichem Wort frei gegenüber allen Weltanschauungen und Gedankensystemen. Verteidiger oder gar Richter der Parteien der Welt sein. der von den Weißenseern auch deutlich formuliert wurde. In der Bedrängnis. daß wir von dem weltanschaulich-philosophischen Gegenüber von Theismus und Atheismus nicht mehr fixiert werden. einen nur leichten Riß bekommen. sondern hilfsbereit und besonnen und können so auch in der sozialistischen Gesellschaftsordnung verantwortlich mitleben. „wohlbekannte Gedanken und Folgerungen der theologia crucis.Gott gibt sich in Christus hin. Ich befürchtete eine Irrlehre im innersten christologischen Zentrum der Theologie. Vielen von uns. die im Westen studiert hatten. Barths Satz steht in KD IV / 1. Der Konflikt brach auf an der Frage der theologia crucis. 75f. Während die Sieben Sätze in kirchlichen Kreisen durchaus positiv aufgenommen wurden. Obwohl seine starke Identifikation mit dem vor seiner Instrumentalisierung durch die je andere Seite zu warnen!) Der theologische Konsens beider Seiten. Nach ihnen habe die Kirche die Aufgabe „sich selbst zu verleugnen und sich selbst zu kritisieren (Buße). haben die Sieben Sätze eine klare Ausrichtung auf den Dienst in und an der sozialistischen Gesellschaft. Arbeiten und politischen Handeln wahrzunehmen haben. Im Glaubensgehorsam sind wir dessen gewiß. noch durch ein ‚Wächteramt‘ zu kontrollieren. Erst recht kann sie nicht selbst zur Partei der Christen gegenüber den Nichtchristen werden. der aber alles verzerrt. Mir erschien es so. Als ich das aussprach. – Wir werden die in Jesus offenbare Liebe Gottes zur Welt nur so bezeugen können. aber nicht weg. Darum begegnen wir der nichtchristlichen Gesellschaft nicht ängstlich oder gehässig.und (Ost-)CDU-kritische Haltung eine Minderheitenposition. waren das auch vertraute Argumentationsmuster gegen die kirchliche Restauration in der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg. im freien Gehorsam des Glaubens konkrete gesellschaftliche Verantwortung. für menschliches Leben. noch Gottes Wahrheit in Natur und Geschichte statt in seinem Wort suchen.‘“ FALCKE. daß uns nichts von Gottes Liebe scheiden kann. die wir im Denken. war Müllers stark EKD. die Kritik am Staat neutralisieren und zur Mitarbeit und Loyalität ermutigen wollen: Satz V. in einer Passage. Leider kannte ich noch nicht Barths prägnanten Satz. Dagegen tragen wir. wenn sie die freie Gnade Gottes für alle bezeugt. gegenüber allen menschlichen und also auch sozialistischen Geboten der Moral. reagierte H. Recht und Frieden Partei zu ergreifen. der das hier zu Sagende auf den Punkt bringt: . Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . © 2008.Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR 115 Im Glaubensgehorsam werden wir unsere Erkenntnis der Wirklichkeit nicht mit der Wahrheit Gottes verwechseln. Trotz dieser Aussagen. Müller teils empört. die eine Stellung oberhalb des Gegensatzes von Theismus und Atheismus andeuten. die Falcke als Beleg für die Ablehnung der Paradoxtheologie durch Barth auch in anderen Zusammenhängen wichtig ist. als hätte der Spiegel. Darum stehen wir vor der Aufgabe.

167 An diesem Tage trafen sich nach Müllers Darstellung E. worum es tatsächlich der staatlichen Kirchenpolitik in der DDR und vermeintlich dem WAK gegangen war: nämlich um eine Beruhigung der kirchenpolitischen Situation durch Konzessionen des Staates an klerikale Interessen und durch Verzicht der Kirche auf spektakulär artikulierten Antikommunismus. die sich lieber mit der Blockpartei der CDU an den Staat anpaßten. Aus der Sicht sehr vieler in der Kirche aber war hier ein Punkt erreicht. KRÖTKE. theologische und historische Kriterien.116 Matthias Gockel und Martin Leiner Staat bekannt war und zu Distanznahmen führte. z. Dietrich Bonhoeffer als Theologe der DDR – ein kritischer Rückblick.9 / 10. nun werde das realisiert. eine tatsächlich nicht gegebene Gemeinsamkeit vortäuschten. 295–310. Zu H. hier: 305.). KG. März 1978“ verloren. in: T. H. um die Berufung auf Bonhoeffer für das Konzept ‚Kirche im Sozialismus‘ in einer eigenen kritischen Bewegung und Nachfrage zu halten.ä. in dem beide Seiten durch zum Teil wahrheitswidrige Unterstellungen. Iwand oder Ernst Wolf. 169 W. Müller vgl. Doch viele Studentinnen und Studenten wurden „durch ein solches Bombardement an Ideologie“ eher abgeschreckt.“ H. Dozenten. ging „spätestens mit dem kirchenpolitischen Kompromiß vom 6. 168 H. Man hat sie gar nicht richtig ernst genommen. auch 304. abgeben.168 Insgesamt erreichte Müller nicht die angestrebte Wirkung. Er betonte. 303–306.167 Das beruhte vor allem darauf. wagten es schon einmal. Honecker mit einer staatlichen und A. daß mit der Entstehung des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR der Eindruck entstanden war. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co.B. MÜLLER. Sp. Geburtstag 1966 einen „Brief eines Theologen aus der Deutschen Demokratischen Republik“. Rendtorff (Hg.B. © 2008. „Stimme aus der Kirche während der konterrevolutionären Krise“. den der WAK vor allem Ende der 60er Jahre auf die Kirchenpolitik in der DDR ausübte. bezog er sich immer wieder positiv auf Theologen aus dem Umfeld Barths. Das wäre jedoch heilsam gewesen. Vielleicht hat es eben deshalb eine […] intensive Auseinandersetzung mit dieser Berliner Bonhoefferauslegung nicht gegeben. Schönherr mit einer kirchlichen Delegation „zu einem Gespräch. Als Echo auf Barths „Brief an einen Pfarrer in der DDR“ schrieb er zu Barths 80. politischer Kontext. dass in der Theologischen Sektion der Humboldt-Universität Müllers Dogmatik „schon dem zweiten Studienjahr zur Pflicht gemacht“ wurde.166 Der Einfluss. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . an dem die Berufung auf Bonhoeffer in verächtlichen Obskurantismus umschlug. Die Weißenseer Blätter vertraten weiter166 Stimme der Gemeinde 18 (1966). MÜLLER. Protestantische Revolution? Kirche und Theologie in der DDR: Ekklesiologische Voraussetzungen. gegen die Adelung der ‚Religionslosigkeit‘ vom Wert des ‚Religiösen‘ zu reden. Göttingen 1993. Wolf Krötke schreibt. der Bund Evangelischer Kirchen in der DDR habe sich gegen die Neutronenbombe ausgesprochen. Repräsentanten der DDR sollten keine Schulderklärungen o.169 Nach dem Ende der DDR blieb Müller Herausgeber der 1981 gegründeten Weißenseer Blätter. „Stimme aus der Kirche während der konterrevolutionären Krise“. z.

Offene Briefe 1945–1968. NUSCHKE. Eine fruchtbare Alternative zum Kommunismus sowjetischer Prägung kommt für ihn nur in Form eines „ernsthaften Sozialismus“171 in Betracht.) Näheres sagen hören – und dann auch wohl [s]einerseits das eine oder andere Sprüchlein dazu wagen würde“ (BARTH. die Position der anderen Seite genauer kennen zu lernen. KRECK.. März 1953. 173 Vgl. den Begriff des Klassenkampfes zu entmythologisieren und nüchtern auf seinen Wahrheitsgehalt hin zu prüfen“ (W. KD III / 4.173 Dabei ist er auch daran interessiert. BARTH. die als Nachdrucke der Weißenseer Blätter 1994 herausgegebene Schrift „Wider die Resignation der Linken. eine Analyse des Kapitalismus. auf dem Prinzip der Ausbeutung“ der Arbeitenden durch die „Besitzer der Produktionsmittel“ beruht. K. sondern auch bei seiner Beurteilung der kommunistischen Regierungen in Osteuropa versuchte. Folgerungen Die vorangegangen Ausführungen belegen. November 1967. 171 K. bestätigt drei Jahre später... gegen die Resignation von Sozialisten und Kommunisten zu wirken. kann man . wenn die Christenheit durch die im Sozialismus existierenden Kirchen dazu ermutert würde. 174 Dies belegt ein Brief an den Staatssekretär für Kirchenfragen Hans Seigewasser vom 14. anders als etwa beim „antitotalitären“ Sozialismus Brunners. KG. BARTH.Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR 117 hin marxistische Positionen und dienten dem Ziel. Brief an Wilhelm Zaisser. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . Oktober 1950.174 Die Differenz in Barths „Ablehnung der östlichen und der westlichen Position“ ist daher unzureichend bestimmt. Kirche in der Krise der bürgerlichen Welt. In ihm lädt Barth seinen Briefpartner. 624).. Stimmen gegen Antikommunismus. dass er von ihm „gerne an Hand von gewissen Stichworten (etwa Friede. Otto Nuschke. die positiven Elemente angemessen zu berücksichtigen. in: DERS. W. 378). der ihn gemeinsam mit dem Vorsitzenden der CDU im Mai 1966 in Basel besucht hatte. Gerade deshalb kann er repressive Maßnahmen gegenüber Pfarrern und kirchlichen Mitarbeitern glaubwürdig kritisieren. in: DERS. 210. Kreck bemerkte dazu: „Es wäre schon viel gewonnen.. dass dieser Brief „sehr ernst genommen worden ist“ (O. München 1980. Brief an Barth zum 10. 17.. 195). z. Offene Briefe 1945– 1968. Brief an Wolf-Dieter Zimmermann. 2. 172 Barth konstatiert. III. © 2008.. Atheismus. „daß der Arbeitsprozeß im großen und allgemeinen . ebd. in unserer heutigen westlichen Welt .. wenn sie als Unterschied zwischen einer Kritik an der westlichen Politik und 170 Vgl.. erneut ein und notiert. 335–37.172 Implizit erkennt Barth grundsätzlich die Legitimität der DDR und ihres gesellschaftlichen Systems an. bestimmt nicht sagen“ (BARTH. 456). Dazu gehört. Dass es „keine Klassen mit entgegengesetzten Interessen und also keinen Klassenkampf mehr gebe. Mai 1956.B. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. Briefe 1961–1968. dass Barth nicht nur seit seiner Safenwiler Zeit eine sozialistische Grundhaltung einnahm. in die auch marxistische Elemente wie die Kritik des Privateigentums an Produktionsmitteln einfließen. Konterrevolution und Annexion“. 622. prinzipielle und praktische Humanität und dergl. Der Vorsitzende der CDU.170 2006 wurden sie eingestellt.

Diese Distanz ermöglichte bei aller konstruktiven Mitarbeit und gelegentlich zu großer Regierungsnähe. dass die Kirchen sich selbst als Freiraum für Kritik und Opposition.] und der ebenso allmächtigen Presse. den Antikommunismus.178 Sein Wunsch auf eine neutrale Stellung Deutschlands und Europas zwischen den Blöcken und einen radikalen Neuanfang wurde nicht erfüllt. Schon sehr früh war Barth über die Entwicklung im Westen Deutschlands enttäuscht. während das seelsorgerliche Ansinnen Barths nur auf begrenzt positive Resonanz stieß. KG. dass eine kritisch freundliche Distanz zu den politischen Systemen notwendig ist. um immer wieder neu auf Gottes Wort zu hören und sich nicht von Parteien und Blöcken vereinnahmen zu lassen. folgt oft der Hinweis auf einen „schleichenden Totalitarismus“ in Westeuropa.176 Barth vergleicht das gesellschaftliche System der DDR also nicht mit dem Nationalsozialismus. sondern mit der BRD. im Osten wie im Westen. z. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co.B. Propaganda und Polizei dort [. dann muss man wohl ein gewisses Scheitern konstatieren. 178 Vgl. 285. 363f. dass er keine Konfrontation mit den kommunistischen Regierungen in der DDR und in Ungarn anstrebte. wie etwa durch seinen „Brief an einen Pfarrer in der DDR“. die „Kreuzzugsstimmung“ sowie „alte Nazis“ in Politik und Verwaltung. Wenn er staatliche Repressionen in der DDR kritisiert und dabei von einem „offenen Totalitarismus“ spricht. An einen Pfarrer. Barths und Dietrich Bonhoeffers Bedeutung . Lebenslauf. In diesem Freiraum 175 KRÖTKE. Eher waren es die prophetische Redeweise der Barmer Theologischen Erklärung und anderer Texte aus dem Kirchenkampf. Konkret denkt Barth dabei an das „Schalten und Walten der allmächtigen Partei. Immerhin konnte Barth gerade dadurch. nicht wenigen Personen helfen. 437. 176 BARTH. Es gelang ihm zwar nicht. 417. aber auch für Versöhnung wahrgenommen haben und dass dieser Raum von offiziellen Stellen nicht einfach mit einer Parteinahme für das kapitalistische Lager identifiziert werden konnte. bei einzelnen Menschen und in den Kirchen ein Bewusstsein dafür schärfen. Die dialektische Gegenbewegung gegen dieses Urteil setzt damit ein. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . Privatwirtschaft. dass man den genuin theologischen Charakter der Aussagen Barths wahrnimmt. Dabei legt er den Finger auch auf Kontinuitäten zwischen der BRD und dem .“ 177 BARTH. die konstruktiv auf die Situation in der BRD und der DDR wirkten. Protzerei und Publikumsmeinung hier. der als tröstlich und aufrichtend gewürdigt wurde. BUSCH.118 Matthias Gockel und Martin Leiner einer Kritik am System des Kommunismus gefasst wird. dass ganze Staaten sich auf Neutralität eingelassen haben oder dass ganze Gesellschaften eine Therapie ihrer problematischen Traditionen vollzogen. aber dennoch konnte er..177 Beurteilt man Barths Aussagen zur DDR und zur BRD politischzeitgeschichtlich.175 Auch gegenüber Merkmalen des westlichen Systems äußert Barth scharfe Kritik. © 2008.Dritten Reich‘. An einen Pfarrer..

obwohl sich auch bei ihm Barthsche Traditionen finden. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. © 2008. Die Positionen von Hamel. KG.Kritik und Versöhnung – Karl Barth und die DDR 119 war Platz für eine Pluralität von Haltungen. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . Gloege und Falcke sind durchaus mit Barths Position im Einklang. Außerhalb dieses Bereichs stellte sich Hanfried Müller.

387 Diem. Gy. 403–407. Onymous 391 Anz. 114. 186. 143. 40f Becker. 158 Butler. D. 352f Fairley. A. A.U.J. 159 Betz. 112. 286. U. 83 Athanasius 71f. 366 v. 112. J. R.J. 75. 121f. 48. 398. 200f.H. U. 329 v. 61f Düttmann. A. I. 318. d. H. 411 Erhart. 219 Celibidache. R. KG.W. E. d. 424 Eco. 239. 243–255. 53. D. G. 408f Ebeling. 378f. 125. J. 404. 160 Beauchamp. E. 383. 241. 219. 190.G. 288f. J. H. 317–319.W. 279. 117. J. 107. 195 Damascenus.C. 36. 200. 101 Bosc. 116. 239. J. 404 Baas. K. 36.R. B. 79f.F. 111. 356–358 v. 33f. 148f Berkouwer. 429–431 Deurloo. A. 139 Berggrav. 130. 34f Borowsky. 426f. B. 373. 240. 161f. S. 31. 49 Adriaanse. 35 Cramer. Chr. 275 Drewes. 73.J. Berg. E. 105f. 284. 322. 53. 318 Brož. D. G. 102f. C. S. 113– 115. 397. 409–411. 338. 30f. H. 91f Buskes. 182f. 217. 36 Casalis. 322 Bouillard. P. M. 349f Cochrane. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. 397–400. M. 219. P.J. 353 Buber. H. W. 213 Dannemann. 54. 119 Fangmeier. E. 406 Aguti.J.F. 414–422. 80. 121. 388 © 2008. 318. J. Byzanz. 225 Bruhn. 230. 195 Deddo. 122. 319 Falcke. 53 Dippel. 353 Bader. 20f. P. 147 Denzinger. 425 Balboa. 419 Bultmann. 36. 281–284 Brunner.-A. 367–370.Personenregister Personenregister Personenregister Ackermann. 272 Derrida. R. 327. 144. 156. 318.C. 271f. 259. 156. J. Sprenkel. 352 Brouwer. 381.C. G. 349. 342 Csutak. 130.J. E. 325. 160 Dickinson. 41 Bogárdi-Szabó.R. G. M. Balthasar. 186f Berkelbach v. 130. L. Diétrich. 271 Blank. 151. 213f Capelle.N. B. 321f Busch. 96–98. J. 353 Dee. E. 44. 287 Bauer. 325. 50f. 330 Brodbeck. 239 Beintker. W. 47. 108–110. J. 375. 232 Bonhoeffer. 318f. 260 Dávid. 400. 13. J. 127 Andrews. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . 61f. M. 386. Ark. L. 22f. 53. 329 d. H. Cs. S.E. P. 270 Békefi. H. 159 Dörries. 429f A. U. 274. 55. 318 Corset. 155. J. J. M. 276. 94. 311. 128. H. J. 318f. 353 Brown. 50 Brinkmann. 365 Clark. 388. 219. 24. H. P. 353 Febel. H. 35f. W. G. 232 v. 207f Augustin 58. 161 Assel. 257. 286. G. 391. I. 20 Chalamet. 131 Bordeyne. 33. 142. 279 Chung. 159 Brinkschmidt.

J. 61. 80.L. 276. 35. A. 85 Gorringe. 36 Gemmer. C. 102 Foucault. J. 426–428 Jones. 174f. 350. S. 117. 85 Fiddes. 145 Konfuzius 61. G. 140f. H. 354 Fiedler. R. 399 Hromádka.A.-J. 28f. 375. 398 Personenregister Hyppolyt 213 Irigaray. 250. 355 Klappert. 139f. 175.W. 159 Kyrill v. G. R.F. 172 Frisch. B.L. 409 Kirchstein. E. 151 Lienemann. 119 Goeckel. 116. 364 Frey. 421f. A. P. 229. 120f. L. 48 Leuenberger. 114 Leuba. KG. 266 Hunt. 153 Hamel. 190–193 Gertz. 386 Johnson. 353. D. Ch. A. T. 398 Jost. B. 307. D. 345. 331 v. 195 Kraege. 415. 355. H. J. F. 151. 283 Feurich. 32 Kierkegaard. B. 350. Ph. 391 Greene-Mc Greight. 48 Gloege. 401–404. J. 119 Hauge. 267 Link. H. 376. S. 400f.-J. C. H. 161 Hoping. 186. G. 194 Jüngel. 365 Flesch-Thebesius. 294. 287f. T. 30. G. 148 Krötke. 114.G. M. 352 Kearney. 352 Ford. 111. 318 Geréb. C. 424 Kozma. Alexandrien 213 Ladriere.-D. 304 Fischer. 272. 315. 230. 24. 113. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . P. 160 Lepp. Á. 106. 108. H. R. 422. M. J. 139f. 66. 116.H. 310 Howe. 83. H. 107. 387f Ford Watson. v. 264.T. 331. 397. 126 Lindbeck. 289 Gisel. 64. 186. 228 Feuerbach. 354 Goud. 219–226 Hüffmeier. L. 271f. 190. F. 358–362. W. D. 38 Kraus. 231f Kohlbrugge. P. 200. S.W. 327. 376–380. 355 Frettlöh.R. 337f. 303. 106f.W. V. 326.-G. 79. E. 398 Frykberg. J. 406 Körtner. 209.J. d. 385f. 307 Kreck. D. W. Kloeden. 34. 134f. 318 de Knijff. 347f Haitjema.-L. 354 Green. 352f Kocsis E. 421– 423 Hennecke.F. W. C. 354 Joest. 399 Iwand. 79. W. 142f. 354 Fürst. 250 Korsch. 145. H. 36. 317–330. 318 © 2008. J. 398 Hepp. 42f Lafargue. 142 Hirs. 413. 130 Gadamer. 102 Goldhammer. Leeuw. 421 Kaper. 216f. W. G. 21. H. 82. G. 219. 49 Lee. 165. J. K. 154. 398 Lindenlauf. H. W. R. 41. 399 Fraser. 410. T. 102–104. 354 Forck.434 Ferencz. 380–383. L. 112. Th. 80. 168. d. 219 Geffre. 355. 164f Kohnstamm. 164 Kohlbrügge. 180f Hegel. J. 349 Juhász. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. 399 Fischer. Linde. 52. 319 v. 400. 30 Galland. S. P. H. 355. 280. 362–364 Gundlach. S. 397. R. G.W. 36.J.L. M. 397 Lecerf. 32. 342–347 Green. 50 Gallus. 174. 37 Kirschbaum. 428 Graf. 335. M. Zs. E. G. 114. 230 Kuiper. 33. M. 54f.Chr. 160 Köbler. F. W. 123 Gagey. 231. 129. 49 v. R. 107.J. R. Chr. 386 Janowski.J. I. 340f. U.

P. 163. R. J. Y. 394f Matoševic. 395. I. K. 286–289 Quash. 213 Mc Cormack. 130–132 Marck. 398. 183 Prolingheuer. 145 Reeling Brouwer.A. E. 355 Ritter. 275f. 55–58. E. 163–171 v. 95. 312–314. 212. 114 Nuschke. 329. H. 345. 287. 398.F. 350f. M. G. F. 260 Prenter. O. L. G. 365 Oost. 386 Placher. 203 Schönherr.A.L. Ruler. 271–277. 354 Mc Kinnon. 291–316 Moltmann. 135f Miskotte. A. W. 38. J. 44 Salomonsen. 365 Rasker. 385. R. 386 Noordmans.J. 116 Schrempf. 7.D. A. 315. A. 72. 309–311 Ruschke. J. 144. 342f. T. W.-W. 41 Luther. 365 435 Perone. S. 108. 116. 239. 133 Peter. 78. 337f Roessingh. W. 323. W. 409 Rosenzweig.C. B. 296 Schick. 302. 284. 271 Pannenberg. R. 151f Rorty. 73f. 423f Scholder. J. 122. 286 Maury. 119 Munz. 122. 275 Lønning. Norden. C. U.-W. 128f. 80. 410f d. 219. 398 Reuss. 322f. 347. 110–116. 169. 326. Roon. 337 Marquardt. 230 Nowak. 144. K. 318 Mehlmann. 117 Obst. F. 228f Reymond. 351. 69. 173. H. 109 Neven. O. 373– 386. J. 328 Schildmann.Personenregister Loew. D. J. H.E. 370–373. 288f Rakel. 281–284. 127. 78. E. 354 v. 161. 39. O.H.-J. 346 Schönborn. 200. T. 372–375. H. M. 49. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. 122. R. A. 49 Messer. 421. 423 Machovec. 214. 39. 328f Lowe. 312. S. 65–67. G. R. P. 365 Michaud. 160–162. 271f. 330 Schütte. 329. S. 338 v. 214. 160. A. A. 82. 146f. C. 326. 383f. 240. 223. 104. C. 307. 113f. H. Chr. 318. 323. 130. 375f Parmentier. 142. K. I. 330 Meyer. A. 354 Romero. Ch. R. H. 57f. 429 Ridderbos. 165. 240. 225 Mancini.L. 266 Schwöbel. 161 Ruddies. E. 318 Marquard. 162 O'Meara. 67–76. H.J. 389 Migliore. 353 Ricœur. 201. 345. 31. A. 352 Navarria. 83. G. 160 Overbosch. 83 Przywara. H. 233 Révész. 144–149. 345. KG. 419 Rostagno. 280.G. 40f. 261. 349f. J. 279. 398. 266 Rogers. F. 112. E. 169. 31f Müller. 290 Plonz. A. F. W. S. 231 Peters. S. 173. 352f. 174.L. 151–153. 105. O. 354 Neuhaus. 260. 284–286. K. D. 362 Müller. 30. 398 © 2008. 331–338. 146 Rigby. B. 140. 135. 168. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . 186 Nilsson. 352f Schleiermacher. B. 51 Richardson. G. 161f Rendtorff. 140f. 367–371. 394. 355 Sander. 200. 318. 318 Neubert. 327 Schröer. 133f. 129. 355 Milano. 61. P. 135 Rotscheid.F. 261. 310. 158. 32f. W. 421f Mc Kelway. W. 399. A. 50–53 Maximus Confessor 205. 48f. 397. 131–133. 350 Ménégoz.H. Lubac. 150 Rogge. 283. 293f. 368.

286f.-D. Göttingen ISBN Print: 9783525569641 — ISBN E-Book: 9783647569642 . L.B. 219.160 Sebestyén. 186 Sequeri. M. L. 400 v. 427 Webb. Veen. 225 Souletie. K. E. 78.S. 365 Wallace. M. 418–420. 54f. 400 v. 307 Wilburn. 355 Visky. 163 Thürmer-Rohr. 353 Tillich. J. J. 327 Sonderegger. 262. 46. 318. 384 Wells. L. H. O. 392. 219 Webster. 318. J. S. 241. H. Ch. 353 Zuurmond. H. 51. 219. G. 366 Souþek. 50. 92. 352 Sigurdson.M. KG. H. 402 Tromp. 102 Winzeler. W.R. 397. 350 © 2008. 331. 398 Theunissen. 45f. H. 399 Troeltsch. 177. M. 169.S. 397. 217. I.-G. 176. 48. D. 53. 294.436 Personenregister Vajta. 415. 319 Witvliet. W. 407–410 Weber. 159 Villemin. 318 Welsch. 151f Trowitzsch. 326. S. 309 Visser't Hooft.A. M. E. 399 Wendland. 399. 229 Seidelin. 15 Smemo. J. F. 321. P. U. 347. 348. T. J. 56 Sloterdijk. 362. 180 Smith. 30 Staniloae. 34f Vischer. P. 327. W. A. 354.W. O. 140. J. 203. D.H. 314 Taylor. G. 318 Thomassen. P. 175. 140f. P. 394 Yeats.E. 422 Stoevesandt. 394. Wedel. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. 288. 353 Stoellger. J.H. 304. M. 396 Young. 276. 207 Sennet. 138. E. W. 355. 332f Werbick. 338–343.I. U. 161 Woldring. H. 365 Thurneysen. B. 340 Thomas. 330. 195 Wagner. J. 159 Wyschogrod. 352f. 403–407. 208f. D. 352f d.C.C. 427 Søe. W. 53. 143f.C. 354 Welker. 355 Zorgdrager. 214 Štefan. 365 Wagner-Rau. 84.-L. J. 398. 50. 104. B.A. 233–235 Vattimo. 344–346. 414 Ulrich. 354 Winter. 336f. 354 Wirth. Ph. 348f. 222 Stephan. 94 Wittgenstein. G. P. J. 81. 223. 395f v. 152–155 Toynbee. 333f. 33. 58f Selinger. 354. R. 343. 169. 419 Valyi-Nagy. M. 398 Ward. 231 Valentin. 293–297. 67. E.B. 260. F. 146. 397. J. 406.B. 349. R. 220. Tippelskirch. St. Senarclens. 72. G. 400 Touw. N. 355.G. 136f Siegele-Wenschkewitz.

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