Original erschienen in: Ebner, M. (2013) E-Learning – Alles nur Technologie?, merz – Zeitschrift für Medienpädagogik, 57. Jahrgang, Nr. 5, S.

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E-Learning – Alles nur Technologie? Martin Ebner1
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Abteilung Vernetztes Lernen, Zentraler Informatikdienst, Technische Universität Graz,

Graz, Österreich, martin.ebner@tugraz.at

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E-Learning – Alles nur Technologie?
E-Learning ist spätestens seit der Jahrtausendwende in aller Munde. Egal ob in Unternehmen, Universitäten oder Schulen, überall ist man damit konfrontiert, sowohl als Lernender als auch Lehrender. Nun geht es aber dem Bildungsbereich genauso wie anderen Branchen. Die Technologie verbessert sich in einer unglaublichen Geschwindigkeit und überholt sich ständig selbst. Dem gegenüber steht die Forschung des interdisziplinären Faches und die Praxis, die mehr oder weniger zum Reagieren verdammt ist. Die Frage die aber bleibt ist, ob die Technologie überhaupt notwendig ist oder diese überhaupt zu einer Weiterentwicklung im Bildungsbereich beitragen kann. Dieser Beitrag soll durchaus kritisch den Einsatz beleuchten und herausarbeiten wo die Mehrwerte liegen. Abschließend wird auch versucht darzustellen was zukünftig von technologiegestützter Lehre zu erwarten ist

Einleitung Anastasia Godstein beschreibt in Ihrem Buch „Totally Wired – What Teens and Tweens are really doing online?“ (Godstein, 2007) herzerfrischend einen durchaus brisanten Wendepunkt der menschlichen Gesellschaft. Hermann Maurer sagte es einmal knapp und bündig so: „Die Revolution der Computer war nicht deren Evolution sondern deren Vernetzung“. Wir leben also nicht nur in einer Zeit der zunehmenden Digitalisierung, sondern insbesondere der schier endlosen Kommunikationsmöglichkeiten. Mit irgendwem einfach und unkompliziert von beliebigen Punkten der Welt aus zu reden, vielleicht sogar per Videobild, war vor wenigen Jahrzehnten noch schier unvorstellbar. Diese rasante Entwicklung stellt eine große Herausforderung für die gesamte Gesellschaft und viele Berufsfelder dar. Abläufe und Prozesse werden unweigerlich beschleunigt, Kommunikation in Echtzeit gehört zum Alltag und technische Entwicklungen verschwinden so schnell wie sie gekommen sind (denken sie z.B. an die alten Zolldisketten). Es scheint einleuchtend zu sein, dass das Internet, als die

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wesentlichste Komponente der technischen Entwicklungen, nicht nur den Alltag nachhaltig verändert, sondern letztendlich auch den Bildungsbereich. Unter dem Schlagwort „E-Learning“ beschäftigt man sich seit der Jahrtausendwende verstärkt auch in der Forschung. Wobei der Zugang sich als durchaus schwierig gestaltet, da das Fachgebiet stark interdisziplinär ist. Drei große Fachgebiete greifen stark ineinander - die Pädagogik, die Psychologie und die Informatik – und erschweren auch heute noch die Verankerung des Forschungsfeldes (Ebner et al, 2011). Auch fehlt noch immer der wissenschaftliche Nachwuchs aufgrund mangelnder universitärer Studien (Maurek & Hilzensauer, 2011). In diesem Artikel soll versucht werden, den derzeitigen Stand des Forschungsgebietes des technologiegestützten Lernens und Lehrens etwas aufzuzeigen und einen Ausblick zu geben, was in den nächsten Jahren zu erwarten ist.

Entwicklungen Um die Entwicklungen des Fachbereichs besser verstehen zu können, ist es wesentlich zuerst zwei Punkte zu betrachten. Einerseits die Kinder und Jugendlichen, also die Lernerinnen und Lerner von heute und andererseits die neusten technischen Entwicklungen, also das vorhandene technologische Potential. Dies kann dann unweigerlich in konkrete Anwendungsmöglichkeiten für den Lehr- und Lernalltag übergeführt werden.

Digital Natives Seit Prensky (Prensky, 2001) der meinte: „Our students have changed radically. Today‘s students are no longer the people our educational system was designed to teach“ ist eine internationale Debatte entbrannt inwieweit sich die Jugend von heute von den vorangegangen unterscheiden. Unter den Schlagworten Digital Natives (Prensky,

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2001) Net-Generation (Tapscott, 1997), Generaion @ (Opaschowski, 1999) oder Homo Zapiens (Peleven & Bromfield, 2002) wurden der heranwachsenden Generation neue Fähigkeiten und Kompetenzen im Umgang mit dem digitalen Umfeld zugesprochen. Oblinger (Oblinger, 2005) spricht sogar davon, dass die Wahrnehmung von visuellen Eindrücken und die Aufmerksamkeitsspanne sich ändert so wie auch die Schnelligkeit von Antworten. Schulmeister widerspricht in seiner groß angelegten Metastudie diesen empirisch nicht fundierten Behauptungen (Schulmeister, 2008) und kommt zum Schluss, dass „die Tatsache, dass heute andere Medien genutzt werden als in früheren Zeiten rechtfertigt es nicht, eine ganze Generation als andersartig zu mystifizieren“. Nichtsdestotrotz muss man auch andere Studien in Betracht ziehen, die zwar nicht direkt auf die Feststellung von Kompetenzen ausgelegt sind, aber doch den Wandel bei den Jugendlichen darstellen (Ebner et al, 2008). So beschreibt die JIMStudie aus dem Jahr 2008 (JIM Studie, 2008) einen sehr bemerkenswerten Umbruch „Erstmals in der zehnjährigen Geschichte der JIM- Studie zeigt sich, dass Jugendliche eher einen Computer als einen Fernseher besitzen.“. Dieser Trend hat sich nahtlos fortgesetzt und heute findet man einen unglaublichen Wachstum im Gerätebesitz „Ein eigenes Handy ist seit Jahren Standard, inzwischen besitzt aber fast jeder Zweite ein Smartphone. Einen eigenen Tablet-PC haben bislang aber nur sieben Prozent der 12- bis 19-Jährigen“ (JIM Studie, 2012). Ähnliches berichten Ebner et al. (2013). In ihrer 6jährigen Langzeitstudie an Studienanfängerinnen und Studienanfänger unterstreichen sie aber auch die Aussagen Schulmeisters „Die oftmals gepriesene Net-Generation zeichnet sich durch gute technische Ausstattung aus, Kommunikationskompetenz und einer primär passiven Nutzung moderner Webapplikationen.“. Man kann also festhalten, dass zwar die Kompetenzen im Umgang mit modernsten Webtechnologien noch nicht alltäglich sind, aber durch die ubiquitäre

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Verfügbarkeit von entsprechenden Endgeräten diese auch für das Lehren und Lernen gezielt eingesetzt und verwendet werden (können).

Technologischer Fortschritt Die wohl markanteste Änderung der letzten Jahre war die Markteinführung der Smartphones. Allen voran das Produkt von Apple, das iPhone und später das iPad. Spannend ist die Darstellung von AdMob Mobil Metrics1, die 2009 schreibt „The iPhone generates 33% of all mobile smartphone traffic worldwide and 50% the US“. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass der Besitz eines iPhones mehr oder weniger zur Nutzung des mobilen Internets führt (was in den letzten Jahren sich schon gezeigt hat). Gleichzeitig zeigten Wachstumsraten beim Geräteverkauf von Android basierenden Smartphones von mehr als 600% in einem Quartal die schnelle Verbreitung2. Die folgende Markteinführung der Tablets scheint schon nur mehr eine Draufgabe zu sein. Ebenso die Entwicklungen am Mark der E-Readers, allen voran jener der Fa. Amazon namens Kindle. Dass das Ende hier bei weitem noch nicht absehbar ist, zeigen vorallem die geplante Einführung der Google-Glass-Brille oder Geräte wie Microsoft Surface, jedoch sind diese noch nicht am Massenmarkt verfügbar.

Quo Vadis E-Learning? Unter dem Eindruck heranwachsender Generationen die den Einsatz von digitalen Geräten als alltäglich erleben und einer immer schnelleren technologischen

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AdMob Mobile Metrics, 2009 http://de.admob.com/s/solutions/metrics?_cd=1 (letzter Abruf Juli 2013)

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http://www.androidpit.de/de/android/blog/394061/Weltweite-Smartphone-VerkaufszahlenAndroid- Nummer-Eins (letzter Abruf Juli 2013)

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Entwicklung stellt sich die Frage wohin das technologiegestützte Lehren und Lernen sich hin entwickeln wird. Im Wesentlichen können kurz- und mittelfristig 3 Bereiche genannt werden: • • • Mobilität (mobil) Freie Zugänglichkeit (open) Individualisierung (individuality)

Mobiles Lernen (m-Learning) Eine konsequente Weiterentwicklung von e-Learning stellt m-Learning dar. Darunter versteht man die technologische Unterstützung von Lehren und Lernen mit mobilen Endgeräten, heute insbesondere mittels Smarthphones und Tablets. Voraussetzung für einen solchen Einsatz ist natürlich, dass Kinder ihre persönlichen Geräte im Unterricht verwenden können (was heute noch nicht als selbstverständlich anzusehen ist). Dies führt zur BYOD-Debatte (Bring Your Own Device) die helfen soll, infrastrukturelle Probleme zu lösen. Die größten Mehrwerte bei mobilen Endgeräten zeigen sich gerade in ihrer Vielfalt und ubiquitären Verfügbarkeit. Man kann nicht nur Fotos und Videos in Echtzeit erzeugen oder kurz einmal online etwas nachschlagen, sondern damit auch kollaborativ arbeiten durch die Verbindung der Geräte untereinander. Insbesondere der Einsatz von sozialen Netzwerken wie Twitter (Ebner, 2013) oder Facebook ist dadurch möglich, da gerade diese Netzwerke für den mobilen Gebrauch ausgelegt sind. Zu guter Letzt ist der Markt mobiler Anwendung ein stark wachsender. Man könnte es überspitzt so formulieren, dass jedes Lernproblem durch eine entsprechende App behandelt wird. Viele von solchen kleinen Anwendungen befinden sich bereits in den jeweiligen Stores.

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Insbesondere spielerische Anwendungen, unter dem Stichwort gamification, sind eine vielversprechende Entwicklung.

Freie Zugänglichkeit (Openess) Der zweite wesentliche Entwicklungsschritt ist die freie Zugänglichkeit. Open Source und Open Access, die beiden größten Vertreter, dieser Bewegung sind durchaus schon wohl bekannt und sehr etabliert. 2002 definierte die UNESCO die sogenannten Open Educational Resources, kurz OER (Ebner & Schön, 2011). Damit sind frei zugängliche Bildungsressourcen gemeint, die über eine entsprechende Lizensierung zur Weiterverwendung oder –bearbeitung verfügen. Namhafte internationale Universitäten wie z.B. das MIT haben es vorgemacht, aber auch im deutschsprachigen Raum findet man genügend Beispiele3. Einer der jüngsten Trends ist auch diesem Feld zuzuordnen: Massive Open Online Courses, kurz MOOC (Khalil & Ebner, 2013). Dabei handelt es sich um gesamte Veranstaltungen oder Kurse die frei zugänglich sind und im besten Fall auch wirklich open. Dies bedeutet man kann die dort verfügbaren Materialien für seinen eigenen Unterricht verwenden. Dies beschleunigt selbstverständlich die Verbreitung von Inhalten im Internet enorm und trägt zur verbesserten Zugänglichkeit von Bildung teil. Dies ist nicht nur für Staaten von Interesse, die kaum über Bildungsmaterialien verfügen sondern eigentlich für alle, da damit einerseits dem öffentlichen Bildungsauftrag nachgekommen wird und andererseits auch die lebenslange Bildung massiv unterstützt wird. Das gewichtigste Argument für freie Bildungsmaterialien ist jedoch das digitale Klassenzimmer selbst. Durch die starken urheberrechtlichen Beschränkungen im Mitteleuropa ist eine flächendeckende Verwendung von z.B. Tablets wohl nur möglich,

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http://opencontent.tugraz.at (letzter Abruf Juli 2013)

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wenn auf Lerninhalte zurück gegriffen werden kann, die frei verfügbar sind. Denn allein das Ausfüllen eines Lückentextes und der anschließende Versand an die Lehrperson ist eine Bearbeitung des Dokuments, welches in der Regel dem Urheberrecht unterliegt. Dies betrifft natürlich den ganzen Schulbuchbereich massiv. Um also langfristig die Einführung von Technologie zu ermöglichen ist die Verwendung von OER dringend zu empfehlen.

Individualisierung Der dritte Entwicklungsschritt ist die zunehmende Individualisierung des Unterrichts. In Zeiten der Informationsfülle, die unweigerlich auf uns zurollt, geht es einerseits darum den Inhalt an die Lernenden anzupassen, aber andererseits auch den eigentlichen Lehrund Lernprozess. Das Internet ermöglicht es durch zentrale Datenspeicherung (Stichwort Big Data) und die Verwendung individueller Eingabegeräte den Lernprozess eines Individuums zu steuern und zu analysieren. Basierend auf den automatischen Auswertungen ist die Lehrperson in der Lage gezielt pädagogisch zu intervenieren. Dieses sehr junge Forschungsgebiet nennt sich Learning Analytics und unterscheidet sich zu dem bekannten Educational Data Mining dadurch, dass die Lehrperson weiterhin der Mittelpunkt bleibt, aber zur Unterstützung automatische ausgewertete Analysen bekommt.

Ausgewählte Beispiel In diesem Abschnitt möchte soll zu jedem besprochenen Bereich ein Beispiel genannt werden. Selbstverständlich gäbe es deren unzählige, aber es soll zumindest ein Eindruck entstehen können, wie es praktisch umgesetzt wird.

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Realfeedback Realfeedback ist ein Audience Response System (ARS), mit der Idee zur Steigerung der Interaktionen in Massenlehrveranstaltungen. Wahrscheinlich kann es am einfachsten mit der TV-Show „Wer wird Millionär?“ erklärt werden. Die Lehrperson stellt eine Frage mit verschiedenen Antwortmöglichkeiten (in der Regel vier) zur Verfügung und das Publikum (die Lernenden) stimmen darüber in Echtzeit ab. Der wesentliche Unterschied (und darum gehört es auch zu m-Learning) ist, dass dieses System nicht auf eine bestimmte Hardware zur Abstimmung (sogenannte Clicker) zurück greift, sondern auf die persönlichen Endgeräte der Lernenden. Es wird lediglich ein Webbrowser und eine Internetverbindung gebraucht. Das Ziel dieser Anwendung ist es bei großen Lehrveranstaltungen mit dem Auditorium in Interaktion zu treten und deren Aufmerksamkeit zu gewinnen. Aus didaktischer Sicht ist der Einsatz in verschiedensten Situationen möglich, z.B. um zu sehen wie verständlich soeben Erklärtes war, zur Wiederholung der letzten Einheit oder auch zur Anregung von Gruppendiskussionen. Die Anwendung steht unter http://realdfeedback.tugraz.at frei zur Verfügung und kann von jedem Lehrenden uneingeschränkt verwendet werden.

COER13 Als Beispiel für freie Zugänglichkeit sei hier der MOOC „COER13“ angeführt. Der Kurs zu Open Educational Resources wurde im Frühjahr 2013 in 6 Themeneinheiten (Was sind OER?; OER suchen und finden; OER selber machen; OER Einsatzszenarien; Finanzierung von OER; OER an Schule und Hoschulwesen) durchgeführt und heute können sämtliche Unterlagen, Diskussionsbeitrage, Kommentare oder auch Übungsausarbeitungen unter http://coe13.de abgerufen werden.

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Für die Kursdauer von 11 Wochen meldeten sich mehr als 1000 Personen an und erstellten mehr als 500 Forenbeiträge, 300 Blogposts und 2000 Tweets. Weiters nahmen insgesamt 587 TeilnehmerInnen an den 9 Liveevents teil (Schnitt 65 TeilnehmerInnnen je Event) und knapp 11.000 riefen die Aufzeichnungen ab (Schnitt etwa 1200 Abrufe je Event). Insgesamt wurde gezeigt, dass die Zugänglichkeit zur freien Bildung eine hohe Resonanz erfährt und diese es gilt auch weiterhin auszubauen.

Einmal-Eins-Trainer Als Beispiel für die Individualisierung des Unterrichts soll hier der Einmal-Eins-Trainer vorgestellt werden, der frei unter http://mathe.tugraz.at zur Verfügung steht. Das besondere an diesem Trainer ist nicht nur, dass er generell im Web oder via mobilen Apps auf mobilen Endgeräten benutzt werden kann oder dass ein intelligenter Algorithmus Beispiele gemäß dem Wissenstand der Lernenden auswählt, sondern vielmehr dass die bereits durchgeführten Beispiele für Lehrende analysiert und aufbereitet werden. Die Lehrperson erhält für seine Klasse oder auch für jedes Kind eine Übersicht über die durchgeführten Rechnungen und ein Ampelsignal (rot – gelb – grün) ob eine pädagogische Intervention dringen nötig, empfohlen oder nicht nötig ist. Abb. 1 zeigt zum Stand Juli 2013 eine Grafik über alle am System durchgeführten Rechnungen (bereits mehr als 230.000) wo klar ersichtlich wird, welche die schwierigsten Rechnungen des Einmal-Eins sind.

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Abb. 1 Einmal-Eins-Tafel für mehr als 230.000 Rechnungen

Solche Analysen helfen einerseits dem Lehrenden rechtzeitig und gezielt einzugreifen und andererseits auch den Lernenden da es individuell den Wissenstand überprüft und darauf aufbaut.

Zusammenfassung und Ausblick Es wurde gezeigt, wie breit der Forschungsbereich technologiegestütztes Lernen und Lehren ist und die Interdisziplinarität verdeutlicht. Erst durch das Zusammenspiel der Lehrenden und Lernenden mit der ihnen vertrauten Technologie kann über den eigentlichen Lehr- und Lernprozess nachgedacht werden. Dieser wird dann facettenreich, vielfältig, flexibel und verändert nachhaltig die uns derzeit bekannte Bildungslandschaft. Mit einem Gedankenexperiment möchte ich schließen und zum Nachdenken anregen. Was passiert in einer Bildungsinstitution wenn alle das Faktenwissen in ihrer Hosentasche tragen und im ständigen Austausch mit der (realen und virtuellen) Community stehen? Was bedeutet es wenn man jederzeit auf alle individuell adaptieren

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Arbeits- und Lernumgebungen mit einer großen Anzahl unterschiedlichster freier Bildungsressource zugreifen kann? Eines scheint sicher, wir werden medienkompetente Lehrende und Lernende brauchen, die dem digitalen Alltag gewachsen sind. Diese gilt es heute auszubilden für die Welt von morgen und stellt die größte Herausforderung des Fachbereichs dar.

Literatur Ebner, M., Schiefner, M., Nagler, W. (2008) Has the Net-Generation Arrived at the University? oder Studierende von Heute, Digital Natives? Zauchner, S., Baumgartner, P., Blaschitz, E., Weissenbäck, A. (Hrsg.), In: Offener Bildungsraum Hochschule, Medien in der Wissenschaft, Band 48, WaxmannVerlag, S. 113-123 Ebner, M., Schön, S., Nagler, W. (2011). Einführung - das Themenfeld „Lernen und Lehren mit Technologien“. In Schön, S. and Ebner, M. (Hrsg.) Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien. http://l3t.eu Ebner, M.; Schön , S. (2011), Lernressourcen: Frei zugänglich und einsetzbar. - in: Handbuch E-Learning - Expertenwissen aus Wissenschaft und Praxis - Strategie, Instrumente, Fallstudien. (2011), S. 1 - 14 Ebner, M. (2013). The Influence of Twitter on the Academic Environment. Patrut, B., Patrut, M., Cmeciu, C. (ed.). Social Media and the New Academic Environment: Pedagogical Challenges. IGI Global. 2013. pp. 293-307. Ebner, M., Nagler, W. & Schön, M. (2013). “Architecture Students Hate Twitter and Love Dropbox” or Does the Field of Study Correlates with Web 2.0 Behavior?. In Proceedings of World Conference on Educational Multimedia, Hypermedia and Telecommunications 2013 (pp. 43-53). Chesapeake, VA: AACE. Godstein, A. (2007) Totally Wired: What Teens and Tweens Are Really Doing Online. St. Martin's Griffin JIM Studie (2008). JIM 2008, Jugend, Information, (Multi-)Media – Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-jähriger in Deutschland, http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf08/JIM-Studie_2008.pdf

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JIM Study (2012). JIM 2012, Jugend, Information, (Multi-)Media – Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-jähriger in Deutschland. Retrieved from: www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf12/JIM2012_Endversion.pdf Khalil, H., Ebner, M. (2013) Interaction Possibilities in MOOCs – How Do They Actually Happen?, International Conference on Higher Education Development, p. 1-24, Mansoura University, Egypt Maurek, J. and Hilzensauer, W. (2011). E-Learning-Kompetenzen entwickeln Deutschsprachige Aus- und Weiterbildungsprogramme. In Schön, S., Ebner, M. (Hrsg.) Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien. http://l3t.eu Opaschowski, H. W. (1999). Generation @, Die Medienrevolution entläßt ihre Kinder: Leben im Informationszeitalter. Hamburg/Ostfildern: Kurt Mair Verlag Oblinger, J. L. (2005). Is it age for IT: First Steps Toward Understanding the Net Generation. In D. D. Oblinger & J. L. Oblinger (Hrsg.). Educating the Net Generation. (p. 2.1-1.5). Pelevin, V. & Bromfield, A. (2002). Homo Zapiens. Penguin Prensky, M. (2001). Digital natives, Digital Immigrants. On the Horizon, 9 (5), p. 1-6. Schulmeister, R. (2008). Gibt es eine Net Generation? [Does the Net Generation exist?]. University of Hamburg, Germany, http://www.zhw.unihamburg.de/uploads/schulmeister-net-generation_v2.pdf Tapscott, D. (1997). Growing up digital: The Rise of the Net Generation. McGrwa-Hill, New York Kurz CV Martin Ebner, Dipl-Ing. Dr. techn. Univ.-Doz., ist als habilitierter Medieninformatiker Leiter der Abteilung Vernetztes Lernen am Zentralen Informatikdienst der Technischen Universität Graz und dort verantwortlich für sämtliche E-Learning-Belange der Universität. Weiters forscht und lehrt er am Institut für Informationssysteme und Computer Medien in den Bereichen e-Learning, m-Learning, Learning Analytics und Open Educational Resources. Sein wohl bekanntestes Projekt ist L3T, das Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien (http://l3t.eu). Neben zahlreichen Vorträgen und Publikationen bloggt er auch unter http://elearningblog.tugraz.at.

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