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Wie erziehe ich meinen Hund?

Teil 1: Schaffe Bindung und Vertrauen
• Sei freundlich und konsquent – ja heißt ja und nein heißt nein. Verbiete Deinem Hund nie etwas aus einer reinen Laune heraus. Wenn er am Tisch betteln darf, wenn Du gute Laune hast, und Du ihn vertreibst, wenn Du schlecht gelaunt bist, kann er Dich nicht einschätzen und wird Dir gegenüber misstrauisch werden. Sperr’ Deinen Hund nie für längere Zeit weg (auch nicht in einen noch so schönen Zwinger). Lass’ ihn am Familienleben teilhaben, damit er sich als Mitglied Deines Rudels fühlt und nicht zum Einzelkämpfer wird.

Teil 2: Sorge für klare Verhältnisse in der Mensch-Hund-Familie
• • Verwechsle NIE Dominanz mit Gewalt – Dominanz bedeutet freundliche Bestimmtheit und nie selbstherrliche Willkür! Behandle Deinen Hund nach dem Motto „Agieren statt Reagieren“ – warte nicht, bis er etwas falsch macht, sondern gib ihm Gelegenheit, es richtig zu machen. Warte z.B. nicht, bis er Deine Schuhe frisst, um ihn dann zu schimfpen, sondern räume sie vorher weg und biete ihm genügend erlaubte Kaugelegenheiten (z.B. Büffelhautknochen). Alle Initiativen gehen vom Chef aus – also von DIR! Lade den Hund zum Spielen, Schmusen, Fressen ein (wenn Du magst, 100mal am Tag und öfter), aber ignoriere ihn, wenn ER etwas von Dir will. Sonst meint er, er kann über Dich bestimmen und fordert seine vermeintlichen Rechte später vielleicht mit Gewalt ein. Lass’ ihn nicht im Schlaraffenland aufwachsen – wer Futter, Spiel, Zuwendung usw. immer zur freien Verfügung hat, dem sind diese Dinge als Belohung nicht mehr wichtig. Einen solchen Hund kannst Du dann nur noch mit Härte ausbilden. Lass’ Deinen Hund für angenehme Dinge arbeiten (z.B. Sitz oder Platz machen oder Pfote geben oder Männchen machen oder..., z.B. vor dem Fressen), damit er sie sich „verdient“ – vermutlich musst auch Du für Dein Geld arbeiten, oder?

Teil 3: Bringe ihm den Grundgehorsam bei (Sitz, Platz, Steh, Herankommen, Bleiben, bei Fuß, Leinenführigkeit, Ausgeben) – und zwar vom Welpenalter an!
• Schritt 1: bringe ihn dazu, das zu machen, was er soll (noch ohne jedes Kommando). Lass’ ihn z.B. für die Übung „Platz“ unter einem Stuhl o.ä. durchrobben (mit Leckerli oder Spielzeug als Lockmittel vor der Nase), damit er wie bei „Platz“ den Bauch auf den Boden legen muss. Schritt 2: hat er verstanden, was er machen muss, um seine Belohnung zu bekommen, sage ihm kurz vorher, wie diese Übung heißt, also z.B.: „Platz“, dann sofort Leckerli unter den Stuhl halten und sofort loben und Belohnung geben, wenn er sich hinlegt. Schritt 3: wenn das alles klappt, lobe ihn nach wie vor sofort mit Worten, gib ihm das Leckerli aber erst ein paar Sekunden später, damit er lernt, ein Weilchen liegen zu bleiben. Schritt 4: tu’ nur so, als hättest Du immer noch eine Belohnung in der Hand, wenn Du mit ihm übst. Macht er seine Übung richtig, lobe ihn sofort mit Worten und hole dann ganz schnell das Leckerli aus der Tasche, um es ihm zu geben. So lernt er, dass sich Gehorchen auch dann lohnt, wenn erst mal noch kein Leckerchen zu sehen ist. Schritt 5: klappt das alles, belohne ihn nur noch unregelmäßig mit Leckerlis oder Spiel (mit Worten immer!). So nutzt Du den „Lotto-Effekt“ aus: vielleicht gibt’s ja gerade dieses mal den vollen Jackpot an Leckerlis und nächstes Mal nichts mehr – also lieber jetzt gehorchen und so jede Chance nutzen!

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Drei grundsätzliche Lernregeln:
1) Ein Hund kann nur verknüpfen, was maximal 1-2 Sekunden zurückliegt. Das gilt für das Lernen von neuen Befehlen, für Lob und auch für Strafe.

das dauert nicht Jahre – baue kleine Befehle wie Sitz und Platz einfach immer wieder in den Alltag ein (bevor es Futter gibt. Wenn mal überhaupt nichts klappen will. usw. dass Zurückkommen ganz schlecht für ihn ist.B. auch für die Theorie) • einem Hundeführerscheinkurs (für die wichtigen theoretischen Grundlagen zur Haltung und Erziehung) Infos und Termine siehe unter www. ist es für ihn eine neue Situation. So lernt er höchstens ganz falsch. Keine Bange. Kratzen u. bestrafst Du die letzten 2 Sekunden – und da ist er zu Dir zurückgekommen!! So lernt er. Wenn der Hund z. für die eine einfache Gebrauchsanweisung reicht.de und www. wenn andere Menschen oder andere Hunde auftauchen.bltk. egal wo er ist und was um ihn herum passiert. bringst ihn aber erst 10 Sekunden später zum Sitzen.B. dass das alles nur sehr kurze und damit grobe Hinweise sind – ein Hund ist schließlich keine Maschine.T. z.). Sonst gibt es nur einen genervten Hund und einen noch viel genervteren Besitzer.B. usw. dass er sich bei „Sitz“ eben IMMER hinsetzen muss. Informiere Dich daher bitte unbedingt weitergehend über die richtigen Ansprüche und Erziehungsmöglichkeiten für Deinen Hund. 3) Hunde lernen streng situationsbezogen! Für Hunde ist die Welt irgendwie wie ein Puzzle-Spiel: alle Teile müssen vorhanden sein und zusammenpassen. bevor er abgeleint wird. ein kurzes Sitz) und breche das Üben dann erst mal ab.B. wenn er Asphalt unter den Pfoten hat. dass das auch gilt. Wenn er wie gewünscht Sitz macht und Du ihm dafür ein Leckerli gibst.) lernt. in der er wieder ganz neu lernen muss! Erst nach mindestens 50 bis 60 verschiedenen Situationen (besser 100) kapiert er. kann keine „Feinheiten“ wie Sitz oder Platz lernen – das ist z. Auch noch ganz wichtig: ein Hund. keine fremden Menschen und Hunde um ihn herum. bei: • einer guten Hundeschule (für die praktische Arbeit und z. während er vor Freude über die tolle Übung schon wieder aufspringt.a. der gerade Angst hat oder voll im Stress ist (erkennbar z.Willst Du ihm „Sitz“ beibringen und sagst ihm das Kommando. Gähnen. Tierärztin . so kann er nicht wissen. hast Du das Aufstehen und nicht das Hinsetzen belohnt. 2 Sekunden nach dem „Sitz“ war er ja noch gestanden. Übe mit Deinem Hund daher in entspannter Atmosphäre und steigere Ablenkungen immer nur langsam! Bedenke bitte. mit einem „Prüfungs-Black out“ beim Menschen vergleichbar. braucht ein Hund 5000 bis 6000 Wiederholungen. sondern ein Lebewesen mit ganz individuellen Eigenschaften. bevor es zur Türe hinaus geht. Wenn Dein Hund auf Zuruf erst nach längerer Zeit zu Dir kommt und Du ihn dann schimpfst. dass „Sitz“ heißt. dann hast Du diese Anzahl schon bald erreicht. kein Regen von oben. wenn es regnet usw.helgas-hundeteam. dass mit „Sitz“ Hinterteil-auf-den-Boden-setzen gemeint war. setze eine einfache Übung durch (z.de Viel Spaß und Freude mit Deinem Hund! © Anja Gold. Übrigens: auch Hunde haben mal einen schlechten Tag.). 2) Bis ein Befehl so richtig „sitzt“. daheim bei schönem Wetter im Garten (= Gras unter den Pfoten. dann weiß er noch lange nicht. Sobald sich ein Detail an dem Puzzle ändert. das Hinterteil auf den Boden zu setzen. durch starkes Hecheln. das „Sitz“ Stehenbleiben bedeutet. und wird nur noch länger wegbleiben.B.