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Buchhaltung und
Bilanzierung

Buchhaltung und Bilanzierung
1 GRUNDLAGEN...................................................................................................................................................2
2 BILANZIERUNG.................................................................................................................................................4
2.1 ÜBERBLICK......................................................................................................................................................4
2.2 BILANZ.............................................................................................................................................................4
2.2.1 Aktiva.......................................................................................................................................................4
2.2.2 Passiva.....................................................................................................................................................5
2.2.3 Ermittlung des Eigenkapitals...................................................................................................................5
2.2.4 Gewinnermittlung mittels Bilanz..............................................................................................................6
2.3 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (GUV-RECHNUNG).................................................................................6
2.3.1 Aufwendungen .........................................................................................................................................6
2.3.2 Erträge.....................................................................................................................................................7
2.3.3 Gewinnermittlung mittels GuV-Rechnung...............................................................................................7
2.3.4 GuV-Rechnung in Staffelform..................................................................................................................7
3 DOPPELTE BUCHHALTUNG..........................................................................................................................8
3.1 GRUNDLAGEN..................................................................................................................................................8
3.2 VERBUCHUNG VON GESCHÄFTSFÄLLEN..........................................................................................................9
4 JAHRESABSCHLUSSARBEITEN ................................................................................................................11
4.1 BUCHHALTERISCHE ABSCHREIBUNG (AFA)..................................................................................................11
4.2 INVENTUR......................................................................................................................................................12
4.3 RÜCKSTELLUNGEN.........................................................................................................................................13
5 VON DER ERÖFFNUNGSBILANZ ZUR SCHLUSSBILANZ....................................................................14
6 EINNAHMEN- AUSGABEN-RECHNUNG...................................................................................................16

KD / 03.11.2013

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Buchhaltung und
Bilanzierung

1 GRUNDLAGEN
a) Zweck der Buchhaltung und Bilanzierung
Die Buchhaltung und Bilanzierung umfasst betriebliche Aufzeichnungen, um internen und externen
Interessenten Einblick in die Geschäftsvorfälle und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu
geben. Zweck der Buchhaltung und Bilanzierung ist daher
- die

Darstellung des Vermögen und der Verbindlichkeiten des Unternehmens zum Nachweis der
Kreditwürdigkeit gegenüber Banken und Lieferanten

- die

Ermittlung des Unternehmensgewinns als Bemessungsgrundlage für die an das Finanzamt
abzuführende Einkommenssteuer (bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften) bzw.
Körperschaftssteuer (bei Kapitalgesellschaften)

- die

Ermittlung des Unternehmensgewinns zur Festlegung der Höhe der jäjrlichen
Gewinnausschüttung an die Eigentümer

b) Gesetzliche Grundlage
Da die Buchhaltung und Bilanzierung vorwiegend unternehmensexternen Zwecken dient, sichern
gesetzliche Vorschriften die Art der Durchführung.
Die gesetzliche Verpflichtung für die Durchführung der Buchhaltung und Bilanzierung ist in
verschiedenen
gesetzlichen
Bestimmungen
geregelt
z.B.
Handelsgesetzbuch
HGB,
Bundesabgabenordnung BAO, Einkommenssteuergesetz ESt, Umsatzsteuergesetz USt.
c) Wer ist zur Durchführung einer doppelten Buchhaltung und Bilanzierung verpflichtet ?
Nicht alle Unternehmen sind zur Durchführung der Buchhaltung und Bilanzierung verpflichtet. Bei
kleineren Einzelunternehmen und Personengesellschaften sowie bei Freiberuflern reicht die
Durchführung einer Einnahmen-Ausgabenrechung (siehe Kap. 6)
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Buchhaltung
und Bilanzierung
Kapitalgesellschaften
(keine Umsatzgrenze)
Einzelunternehmen und
Personengesellschaften
(Umsatz > 400.000,- €/Jahr)

Buchhaltung und
Bilanzierung

EinnahmenAusgaben-Rechnung
Einzelunternehmen und
Personengesellschaften
(Umsatz < 400.000,- €/Jahr)
Freiberufler (Ärzte, Zivilingenieure, Rechtsanwälte)

Die freiwillige Führung einer doppelten Buchhaltung und Bilanzierung ist jedoch für alle
Unternehmen möglich.
d) Formvorschriften
Heutzutage werden fast alle Buchhaltungen EDV-gestützt durchgeführt. Das vom Unternehmen
verwendete Buchhaltungsprogramm muss jedoch von der Finanzverwaltung zertifiziert (geprüft) und
anerkannt werden. So darf beispielsweise das Programm nicht erlauben, dass Buchungen im
nachhinein verändert oder gelöscht werden können.
Bei einer manuell geführten Buchhaltung darf kein radierbares Schreibmittel verwendet werden.
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Buchhaltung und
Bilanzierung

e) Belege
Jeder Geschäftsfall muss durch einen Beleg (z.B. Ausgangsrechnungen, Bankauszüge,
Eingangsrechnungen, Quittungen, Lohn- und Gehaltslisten, usw.) dokumentiert sein. Grundsatz: keine
Buchung ohne Beleg
Die Belege sind in systematisch und chronologisch geordneter Weise 7 Jahre hindurch derart
aufzubewahren, dass das Nachvollziehen einer Buchung bei einer Steuerprüfung ohne größere
Verzögerung möglich ist.
f) Folgen bei Nichteinhaltung
Die Folgen einer nicht ordnungsgemäß geführten Buchhaltung können sehr unangenehm sein.
Zunächst wird man einer Steuerschätzung unterworfen, die für den Steuerpflichtigen meist sehr
ungünstig ausfällt. Es kommt zumeist zu Steuernachzahlungen und zu einem Steuerstrafverfahren.
Bei einem Konkurs droht außerdem ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Krida. Betrügerische Krida
liegt vor, wenn wissentlich falsch bewertet oder die Buchführung zum Nachteil eines Gläubigers
verändert wurde.

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Buchhaltung und
Bilanzierung

2 BILANZIERUNG
2.1

Überblick

Einzelunternehmen und Personengesellschaften mit einem Jahresumsatz über 400.000,- EUR sowie
alle Kapitalgesellschaften sind gesetzlich verpflichtet den Unternehmensgewinn am Ende des
Geschäftsjahres auf zwei verschiedenen Arten zu ermitteln.
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Buchhaltung und Bilanzierung

Gewinnermittlung
mittels

Bilanz

Gewinn- und
Verlustrechnung

Beide Gewinnermittlungsverfahren müssen zum gleichen Ergebnis kommen. Die Anwendung beider
Gewinnermittlungsverfahren dient somit auch als Kontrollinstrument.

2.2

Bilanz

Die Bilanz ist eine zusammengefasste wertmäßige Gegenüberstellung des Vermögens- und Kapitals
im Unternehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt (Bilanzstichtag ist meist der 31. Dezember). Die
Bilanz ist also zeitpunktsbezogen.

2.2.1

Aktiva

Die linke Seite der Bilanz (=Aktiva bzw. Vermögen ) beantwortet die Frage: “Welche
Vermögenswerte stecken im Unternehmen (=Mittelverwendung)“. Man unterscheidet dabei zwischen:
a) Anlagevermögen
Anlagevermögen sind Wirtschaftsgüter zur betrieblichen Leistungserstellung welche längerfristig im
Unternehmen gebunden sind. Dies sind beispielsweise
- Grundstücke

und Gebäude,
und Anlagen
- Betriebs- und Geschäftsausstattung
- Fuhrpark
- Maschinen

b) Umlaufvermögen
Das Umlaufvermögen befindet sich zum Bilanzstichtag im Unternehmen, ist jedoch nicht längerfristig
im Unternehmen gebunden. Dies sind beispielsweise
- Warenvorräte

(Material, Handelswaren, Hilfs- und Betriebsstoffe, Halb- und Fertigfabrikate)
wurde vom Unternehmen bereits geliefert, Rechnung vom Kunden
jedoch noch nicht bezahlt)
- Bargeld und Bankguthaben
- Lieferforderungen:(Ware

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2.2.2

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Passiva

Die rechte Seite der Bilanz (= Passiva /Kapital ) beantwortet die Frage: “Wer hat das Vermögen
finanziert (=Mittelherkunft).” Man unterscheidet dabei zwischen
Fremdkapital
Darunter versteht man das Kapital welches unternehmensfremde Kapitalgeber dem Unternehmen zur
Verfügung gestellt haben.
- Bankkredite
- Lieferverbindlichkeiten

(Ware wurde an das Unternehmen bereits geliefert, Rechnung jedoch noch

nicht bezahlt)
Eigenkapital
Darunter versteht man das Kapital welches von den Eigentümern selbst im Unternehmen steckt. Der
Reichtum des Unternehmers wird also nicht durch das Gesamtvermögen des Unternehmens
ausgedrückt, sondern ausschließlich durch die Höhe des Eigenkapitals.
BILANZ
Firma
AKTIVA (=Vermögen)
A

Jahr

Anlagevermögen

PASSIVA (=Kapital)
B

Fremdkapital

1. Grundstücke und Gebäude

1. Rückstellungen

2. Maschinen und Anlagen

2. Bankkredite

3. Betriebsausstattung

3. Lieferverbindlichkeiten

4. Finanzanlagen
B

A

Umlaufvermögen

Jahr

Eigenkapital
1. Stammkapital

1. Vorräte

2. Rücklagen

2. Lieferforderungen

3. Bilanzgewinn

3. Kassa
4. Bankkonto
SUMME AKTIVA

2.2.3

SUMME PASSIVA

Ermittlung des Eigenkapitals

Die Summe der Aktiva (=Vermögen) und die Summe der Passiva (=Kapital) muss in einer Bilanz
immer gleich sein, da jeder Vermögensgegenstand in irgendeiner Form finanziert werden musste (mit
Eigenkapital oder Fremdkapital).
Das Eigenkapital des Unternehmens kann daher wie folgt ermittelt werden.
Σ Aktiva = Σ Passiva
Eigenkapital = Anlagevermögen + Umlaufvermögen - Fremdkapital

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2.2.4

Buchhaltung und
Bilanzierung

Gewinnermittlung mittels Bilanz

Die Gewinnermittlung mittels Bilanz erfolgt durch Vergleich des Eigenkapitals der Schlussbilanz des
Geschäftsjahres mit dem Eigenkapital der Schlussbilanz des Vorjahres.
Ist die Höhe des Eigenkapitals im betrachteten Geschäftsjahr gestiegen, wurde ein Gewinn erzielt, ist
die Höhe des Eigenkapital gesunken, wurde ein Verlust erwirtschaftet.
Gewinn = Eigenkapital Schlussbilanz aktuelles Jahr – Eigenkapital Schlussbilanz Vorjahr

2.3

Gewinn- und Verlustrechnung (GuV-Rechnung)

Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV-Rechnung) ist eine Gegenüberstellung aller im
Geschäftsjahr angefallenen Aufwendungen und erwirtschafteten Erträge des Unternehmens.

In der tabellarischen Form der GuV-Rechnung werden die Aufwendungen auf der linken Seite und die
Erträge auf der rechten Seite zusammengefasst.
AUFWENDUNGEN

ERTRÄGE

Materialverbrauch

Umsatzerlöse

Löhne und Gehälter

außerordentliche Erträge

Miete

Zinserträge

Büromaterial
Energie
Fremdleistungen
Zinsaufwendungen
Abschreibungen
ΣAufwendungen

2.3.1

Σ Erträge

Aufwendungen

Aufwendungen sind Geschäftsfälle, die im Laufe des Jahres zum Verbrauch an Werten im
Unternehmen geführt haben. Dies sind beispielsweise
- Materialverbrauch
- Löhne

und Gehälter

- Miete
- Energieverbrauch
- Abschreibungen
- Fremdleistungen
- Zinsen

für Fremdkapital (=Zinsaufwendungen)

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2.3.2

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Erträge

Erträge sind Geschäftsfälle die im Laufe des Jahres zu einem Zugang an Werten in das Unternehmen
geführt haben d.h. sie erhöhen das Eigenkapital und machen das Unternehmen „reicher“.
Erträge sind beispielsweise
- Umsatzerlöse

durch Verkauf von Waren oder Dienstleistungen
Erträge (z.B. durch den Verkauf von Anlagevermögen)

- außerordentliche
- Zinserträge

2.3.3

Gewinnermittlung mittels GuV-Rechnung

Der vom Unternehmen erwirtschaftete Gewinn im betrachteten Geschäftsjahr ergibt sich aus der
Differenz zwischen Erträge und Aufwendungen
Gewinn = Σ Erträge - ΣAufwendungen
Ist die Summe der Erträge höher als die Summe der Aufwendungen ergibt sich ein Gewinn. Ist die
Summe der Aufwendungen höher als die Summe der Erträge ergibt sich ein Verlust.

2.3.4

GuV-Rechnung in Staffelform

Die GuV-Rechnung in tabellarischer Form (wie oben dargestellt) dient zur Erläuterung der
Funktionsweise der doppelten Buchhaltung.
Veröffentlicht wird die GuV-Rechnung jedoch in Staffelform. Dabei werden die Aufwendungen und
Erträge nach der Quelle von der sie kommen zusammengefasst.
Damit soll klarer ersichtlich werden, aus welcher Quelle ein Gewinn oder ein Verlust stammt(z.B.
Betriebsergebnis, Finanzergebnis, außergewöhnliche Erträge bzw. Aufwendungen usw.).
GuV-Rechnung
Firma

Jahr

+
-

Umsatzerlöse
sonstige betriebliche Erträge
Materialaufwand
Personalaufwand
Fremdleistungen
Abschreibungen
sonstige betriebliche Aufwendungen

=

BETRIEBSERGEBNIS

+/- Erträge/ Aufwendungen aus Beteiligungen
+/- Zinserträge/Zinsaufwendungen
=

ERGEBNIS DER GEWÖHNLICHEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT EGT

+/- außerordentliche Erträge/Aufwendungen
=

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JAHRESÜBERSCHUSS / JAHRESFEHLBETRAG

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3 DOPPELTE BUCHHALTUNG
3.1

Grundlagen

Die Buchhaltung ist die lückenlose, zeitlich bzw. sachlich geordnete und übersichtliche Aufzeichnung
von Geschäftsfällen aufgrund von Belegen.
a) Kennzeichen der doppelten Buchhaltung
Die doppelte Buchhaltung beruht auf der Tatsache, dass jeder Geschäftsfall (z.B. Materialeinkauf,
Lohnzahlung, Kauf einer Maschine, Bezahlung der Stromrechnung usw.) immer zwei Positionen der
Bilanz bzw. der GuV-Rechnung verändert.
b) Konten
Da es jedoch nicht zweckmäßig ist nach jedem Geschäftsfall eine neue Bilanz bzw. GuV-Rechung zu
erstellen, werden die einzelnen Positionen der Bilanz bzw. GuV-Rechnung in sogenannte Konten
aufgesplittet. Die laufende Verbuchung der Geschäftsfälle im Laufe des Jahres erfolgt auf diesen
Konten. Man unterscheidet vier verschiedene Arten von Konten
- Aktive

Bestandskonten
Bestandskonten
- Aufwandskonten
- Passive

- Ertragskonten

 Unterteilung der linken Seite der Bilanz (Aktiva)
 Unterteilung der rechten Seite der Bilanz (Passiva)
 Unterteilung der linken Seite der GuV-Rechnung
(Aufwendungen)
 Unterteilung der rechten Seite der GuV-Rechnung (Erträge)

Jedes Konto hat zwei Seiten, wobei die linke Seite als SOLL und die rechte Seite als HABEN
bezeichnet wird. Diese Bezeichnungen haben jedoch keine besondere Bedeutung.
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Buchhaltung und Bilanzierung

Soll

Haben

c) Kontenplan
In Österreich ist die grundsätzliche Gliederung der Konten (=Einheitskontenrahmen) im
Rechnungslegungsgesetz (RLG) gesetzlich vorgeschrieben. Dieser sieht 10 Kontenklassen vor. Jedes
Konto hat eine Nummer, welche die Zugehörigkeit zu einer Kontenklasse ausdrückt (z.B. 160
Handelsware, 280 Bankkonto, 760 Büromaterial usw.)
Die im jeweiligen Unternehmen tatsächlich verwendeten Konten sind im Kontenplan
zusammengefasst, der sich an diesem Einheitskontenrahmen orientiert. Ein Beispiel eines einfachen
Kontenplans findet sich im Anhang dieses Skriptums.
d) Kreditoren und Debitoren
Die Daten aus der Buchhaltung sollen dem Unternehmen zusätzlich alle Informationen für ein
effizientes Mahnwesen bzw. Zahlungsmanagement liefern. Daher erfolgt in der Buchhaltung eine
- nach
- nach

Kunden (= Debitoren) gegliederte Auflistung aller offenen Lieferforderungen
Lieferanten (=Kreditoren) gegliederte Auflistung aller offenen Lieferverbindlichkeiten

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Dies erfolgt über eine weitergehende Gliederung der Konten 200 (Lieferforderungen) und 330
(Lieferverbindlichkeiten), wobei für jeden Kunden (=Debitor) bzw. Lieferanten (=Kreditor) eine
separate Kontonummer vergeben wird.

3.2

Verbuchung von Geschäftsfällen

Einfache Buchungen
Bei der Verbuchung eines Geschäftsfalls sind folgende zwei Fragen zu beantworten:
1) Welche Konten sind betroffen ?
Bei einfachen Buchungen muss jeder Geschäftsfall auf zwei Konten verbucht werden. Welche
Konten betroffen sind, lässt sich am besten mit Hilfe der folgenden Fragestellung feststellen:
“Welche Positionen der Bilanz bzw. GuV-Rechnung werden durch den Geschäftsfall
verändert?”
2) Verbuchung des Betrags im SOLL (=linke Seite) oder im HABEN (=rechte Seite) ?
Danach stellt sich die Frage auf welcher Seite (SOLL oder HABEN) der Betrag verbucht wird.
Hier hilft die Betrachtung der ursprünglichen Position des Kontos in der Bilanz bzw. GuV
Rechnung. Als Hilfestellung kann man sich die Frage stellen:
“Nimmt der Wert der entsprechenden Position in der Bilanz bzw. GuV-Rechnung zu oder ab?”

Bei aktiven und passiven Bestandskonten werden die Zugänge auf der Seite verbucht, auf der sie in
der Bilanz stehen. Die Abgänge werden bei diesen Konten auf der jeweils gegenüberliegenden
Seite verbucht.
Die Aufwendungen und Erträge werden auf der Seite verbucht auf der sie in der tabellarischen
Form der GuV-Rechnung stehen.
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Bilanz
Aktiva

GuV-Rechnung
Passiva

0…
1…

5…

4…

9…

6…

8…

2…

7…
8…

Konto Y

Konto X
Soll
3.200,-

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Erträge

Aufwendungen

3…

Haben

Soll

Haben
3.200,-

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- Aktive

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Bestandskonten (0,1,2)

- Passive

 Zugänge linke Seite (SOLL) und Abgänge rechte Seite
(HABEN)
 Zugänge rechte Seite (HABEN) und Abgänge linke
Seite (SOLL)
 generell linke Seite (SOLL)
 generell rechte Seite (HABEN)

Bestandskonten (3,9)

- Aufwandskonten

(5,6,7,8)
- Ertragskonten (4,8)

Grundsatz: Eine der beiden Buchungen muss immer im SOLL (linke Seite) und die zweite immer
im HABEN (rechte Seite) verbucht werden.
Zusammengesetzte Buchung
Ein Buchungssatz kann auch mehr als zwei Konten verändern; man spricht dann von einem
zusammengesetzten Buchungssatz (z.B. Wareneinkauf gegen Anzahlung und Lieferverbindlichkeit,
Banküberweisung gegen Kreditrückzahlung und Fremdkapitalzinsen usw.)
Das Prinzip ist gleich wie bei der einfachen Buchung. Die Summe aus allen SOLL-Buchungen und
allen HABEN-Buchungen muss jedoch gleich sein.
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Buchhal tung und Bil anzierung

Konto X
Soll

Konto Y

Haben

Soll

3.200,-

Konto Z

Haben

Soll

Haben

1.200, -

2.000,-

Definition „Hauptbuch“ und „Journal“
Als „Journal“ wird die chronologische (= nach Datum sortierte) Auflistung aller Buchungen im Laufe
eines Geschäftsjahres bezeichnet. Die nach Konten geordnete Auflistung der Buchungen bezeichnet
man als „Hauptbuch“.
Bei EDV-gestützter Durchführung der Buchhaltung wird nur im Journal gebucht, die Konten des
Hauptbuches werden automatisch vom Programm geführt.
Definition „Nebenbücher“
Als „Nebenbücher“ werden zusätzliche bei der Durchführung der Buchhaltung und Bilanzierung
verwendete listenförmige Aufzeichnungen verstanden wie z.B. Lieferantenkonten (=Kreditoren),
Kundenkonten (=Debitoren), Kassabuch, Anlagenverzeichnis, Lohnbuchhaltung usw.
Buchungssätze
Ein Buchungssatz ist die von Buchhaltern verwendete formelhafte Benennung einer Buchung in
folgender Form.
H T
BL
u.
VA G raz
- Gö st in g
I be rerst
ra s
s e
15
- 21
A-8051
G
raz
T el. : 0 316-608 1- 0
F ax. : 03 16
-68 46 04

Ko ntob eze ic hnu ng

Buc hhal tu ng

„Soll “

AN

Kon tobe zei c hnun g

u nd

Bi la nzi erung

„Hab en “

z.B. 760 Büromaterial AN 280 Bankkonto
Das im Soll zu bebuchende Konto ist immer zuerst, das im Haben zu bebuchende Konto immer zuletzt
zu nennen. Das Wörtchen AN hat die Funktion der Trennung der Soll- und Haben-Buchung, deutet
jedoch keine Bewegungsrichtung an.

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Buchhaltung und
Bilanzierung

4 JAHRESABSCHLUSSARBEITEN
Das Ziel der Bilanzierung ist es, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
eines Unternehmens zu geben. Daher sind am Ende des Geschäftsjahres vor der Erstellung der Bilanz
und der GuV-Rechnung diverse Abschlussarbeiten erforderlich.

4.1

Buchhalterische Abschreibung (AfA)

Abnutzbares Anlagevermögen
Im Unternehmen vorhandenes abnutzbares Anlagevermögen (z.B. Gebäude, Maschinen,
Einrichtungen usw.) unterliegt durch den Gebrauch einer laufenden Wertminderung. Die Höhe der
jährlichen Wertminderung entspricht dem Wert der buchhalterischen Abschreibung (= AfA
Abschreibung für Abnutzung).
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Buchhaltung und Bilanzierung

[€]
AfA. =

AW
ND

AW .......Anschaffungswert
AfA. ......Abschreibung für Abnutzung

AW

ND........Nutzungsdauer

AfA

[Jahre]
0

1

2

3

4

5

ND

Der Wert des abnutzbaren Anlagevermögens in der Bilanz verringert sich jährlich um die
entsprechende AfA.
Halbjahresregel: Bei Inbetriebnahme des abnutzbaren Anlagevermögens im 1. Halbjahr wird im
Anschaffungsjahr die volle AfA als Wertminderung berücksichtigt; erfolgt die Inbetriebnahme im 2.
Halbjahr, nur die halbe AfA.
Nutzungsdauer
Für die meisten Güter des Anlagevermögens kann die Nutzungsdauer nicht willkürlich angesetzt
werden, sondern ist in Erlässen des Finanzministeriums festgelegt (z.B. Gebäude 33 Jahre, Pkw 8
Jahre, Maschinen 5 Jahre, Computer 3 Jahre usw. ).
Nach Ablauf der buchhalterischen Nutzungsdauer, wird der Wert in der Bilanz bis zum tatsächlichen
ausscheiden des Anlagegutes mit 0,07 € angesetzt (=Erinnerungsschilling).
Geringwertige Wirtschaftsgüter
Nicht zu berücksichtigen ist die AfA bei abnutzbarem Anlagevermögen mit einem Anschaffungswert
kleiner als 400,- Euro (z.B. Werkzeuge, Computerzubehör). Diese werden als „geringwertige
Wirtschaftsgüter“ bezeichnet und der Anschaffungswert zur Gänze im Jahr der Anschaffung als
Aufwand verbucht.
Nicht abnutzbares Anlagevermögen
Nicht abnutzbares Anlagevermögen (z.B. Grundstücke), welches keiner Wertminderung unterliegt,
wird mit dem geschätzten aktuellen Wert in der Bilanz angesetzt.
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Anlageverzeichnis
Eine Übersicht über die im Unternehmen vorhandenen abnutzbaren Anlagengüter ist dem
Anlageverzeichnis zu entnehmen.
ANLAGENVERZEICHNIS
Firma …..
Nr.

1)
2)
3)
4)

Bezeichnung

Gebäude
Drehmaschine
Pkw
Computer inkl. Bildschirm
……
Summe

Anschaffung
Zeitpunkt
Preis
[Jahr]
[Euro]
01.05.1994
280.000,00
02.08.1994
34.000,00
23.07.2001
40.000,00
01.02.2003
2.000,00

NutzungsDauer
[Jahre]
50
5
8
3

AfA
[Euro/Jahr]
8.484,85
0,00
5.000,00
666,67
14.151,52

31.12.2004
Buchwert
am 31.12.04
[Euro]
186.666,67
0,07
22.500,00
666,67
209.833,41

Verbuchung der AfA
Die Verbuchung der AfA erfolgt am Ende des Geschäftsjahres im Rahmen der Durchführung der
Abschlussarbeiten auf das Konto 7020 „Abschreibungen“. Zusätzlich wird der Wert der Anlagegüter
in den entsprechenden aktiven Bestandskonten verringert.

4.2

Inventur

Die Inventur ist die Bestandsaufnahme des Vermögens und der Verbindlichkeiten des Unternehmens,
nach Art, Menge und Wert. Jedes Unternehmen ist verpflichtet bei Beginn und Beendigung der
Geschäftstätigkeit sowie einmal jährlich eine Inventur durchzuführen.
Abweichungen vom theoretischen Bestand
Nach Durchführung der Inventur wird der tatsächlich vorhandene Bestand mit dem theoretischen
Bestand (Lagerbuchhaltung, Anlageverzeichnis, Kundenforderungen, Kassabestand) verglichen um
eventuelle Abweichungen festzustellen. Dabei können auftreten
- Mengenmäßige

Abweichung des Anlage- und Umlaufvermögens (z.B. Schwund, Bruch,
Ablaufdatum bei Handelsware überschritten, technisch veraltete Produkte)

- Wertmäßige

Abweichung des Anlage- und Umlaufvermögens (z.B. Maschinenbruch, Diebstahl,
außergewöhnliche technische Veralterung von Maschinen)

- Uneinbringlichkeit

von Lieferforderungen (z.B. bei Insolvenz von Kunden)

Durchführung der Inventur
Da die Inventur eine große organisatorische Belastung des Unternehmens darstellt hat der Gesetzgeber
verschiedene Möglichkeiten der Inventur zugelassen. Man unterscheidet dabei zwischen
- Stichtagsinventur,

bei der zu einem Stichtag eine Gesamtaufnahme aller Vermögensgegenstände
stattfindet. Diese muss zeitnah d.h. binnen 10 Tage vor bzw. nach dem Bilanzstichtag
erfolgen.

- Permanente

Inventur, bei der die Inventur stichprobenartig über das ganze Geschäftsjahr verteilt
erfolgt. Sie setzt jedoch genaue Aufzeichnungen über Bestände, Zu- und Abgänge nach
Zeitpunkt, Art und Menge voraus (=Lagerbuchhaltung)

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Verbuchung von Abweichungen
Die Abweichungen sind zu bewerten, in der GuV-Rechnung als Aufwand zu verbuchen (Konto
Schwund, außerordentliche Abschreibung, Wertberichtigung usw.) und die entsprechende Position des
Anlagevermögens bzw. Umlaufvermögens in der Bilanz zu reduzieren.

4.3

Rückstellungen

Rückstellungen können gebildet werden für Zahlungen die in der Zukunft zu leisten sind, deren exakte
Höhe jedoch noch nicht bekannt ist.
Für welche Zahlungen Rückstellungen gebildet werden dürfen, ist gesetzlich genau geregelt. Möglich
sind z.B.
- Rückstellungen

für Abfertigungen

- Rückstellungen

für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften

- Rückstellungen

für Gerichtsprozesse die wahrscheinlich verloren werden (Schadenersatz,
Beratungskosten)

Die Verbuchung der Rückstellungen erfolgt auf das Konto 300 „Rückstellungen“ sowie auf dem
entsprechenden Aufwandskonto.

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Buchhaltung und
Bilanzierung

5 VON DER ERÖFFNUNGSBILANZ ZUR SCHLUSSBILANZ
Die von der Eröffnungsbilanz bis zur Schlussbilanz im Ablauf eines Geschäftsjahres erforderlichen
Aktivitäten im der Rahmen Buchhaltung und Bilanzierung können in die folgenden Einzelschritte
unterteilt werden:

ERÖFFNUNGSBILANZ
Aktiva

Passiva
Fremdkapital
Eigenkapital

Anlagevermögen
Umlaufvermögen

AKTIVE BESTANDSKONTEN

PASSIVE BESTANDSKONTEN

Konten - Anlagevermögen

Konten - Fremdkapital

Soll

Haben

Soll

Abgänge
Anfangsbestand
Abschlussarbeiten
Zugänge
Abschlussarbeiten

Haben

Abgang
Anfangsbestand
Abschlussarbeiten Zugang
Abschlussarbeiten

Saldo AV.

Saldo FK

Konten - Umlaufvermögen
Soll

Konto - Eigenkapital

Haben

Anfangsbestand
Zugänge

Soll

Haben

Abgänge
Abschlussarbeiten

Abschlussarbeiten

Anfangsbestand
Endbestand

Soll

Saldo Aufwendung
∑ Soll

Anlagevermögen
Umlaufvermögen

=

∑ Haben

ERTRAGSKONTEN
Soll

Haben

Abschlussarbeiten Erträge
Abschlussarbeiten
∑ Soll

SCHLUSSBILANZ
Aktiva

Haben

Aufwendungen
Abschlussarbeiten
Abschlussarbeiten

Saldo Erträge
Gewinn

Saldo UV

AUFWANDSKONTEN

=

∑ Haben

GuV-RECHNUNG
Passiva
Fremdkapital
Eigenkapital

Ertrag

Aufwand
Aufwendungen
Gewinn

Erträge

a) Übertragung der Anfangsbestände der Eröffnungsbilanz in die Konten der Buchhaltung
Am Beginn des Geschäftsjahres werden die Anfangsbestände der Eröffnungsbilanz in die aktiven und
passiven Bestandskonten der Buchhaltung übertragen.
- Anlage-

und Umlaufvermögen (Aktiva) auf die linke Seite (Soll) des jeweiligen Kontos
und Eigenkapital (Passiva) auf die rechte Seite (Haben) des jeweiligen Kontos

- Fremdkapital

Die Eröffnungsbilanz entspricht der Schlussbilanz des vergangenen Geschäftsjahres .Aufwands- und
Ertragskonten haben keinen Anfangsbestand, sind daher am Beginn des Jahres leer.
b) Laufende Verbuchung der Geschäftsfälle
Im Laufe des Geschäftsjahres müssen nun alle Geschäftsfälle des Unternehmens verbucht werden. Für
jede Buchung muss ein Beleg vorhanden sein, der den Finanzbehörden auf Verlangen vorzuweisen ist.
c) Durchführung der Abschlussarbeiten
Am Ende des Geschäftsjahres sind bestimmte gesetzlich vorgeschriebene Abschlussarbeiten
erforderlich, um ein getreues Bild der Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens zu erhalten.
Dazu gehören insbesondere die Rechnungsabgrenzung, Rückstellungen, Inventur und buchhalterische
Abschreibung.
d) Saldenbildung
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Buchhaltung und
Bilanzierung

Der Saldo eines Kontos ist die Differenz zwischen Soll und Haben. Am Ende des Geschäftsjahres
werden die Konten saldiert d.h. bei jedem Konto das entsprechende Saldo gebildet.
e) Übertragung der Salden der einzelnen Konten in die Bilanz und GuV-Rechnung
Das Saldo jedes einzelnen Kontos wird anschließend in die jeweilige Position der Bilanz bzw. GuVRechnung übertragen.
f) Gewinnermittlung mittels Bilanz und GuV-Rechnung
Da in der Bilanz die Aktiva gleich den Passiva sein müssen, kann das Eigenkapital der Schlussbilanz
wie folgt berechnet werden
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031 6- 608 1
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Danach erfolgt die Ermittlung des Gewinns auf zwei verschiedene Arten
- in

der Bilanz durch die Gegenüberstellung des Eigenkapitals der Schlussbilanz des aktuellen
Jahres mit dem Eigenkapital der Schlussbilanz des Vorjahres.
H T
B L
u.
VA
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der GuV-Rechnung durch die Gegenüberstellung der Aufwände und Erträge
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Iber erstrasse 15 - 21
A- 80 51 Graz
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Ergibt sich aus der Bilanz und der GuV-Rechnung der gleiche Gewinn, so wurde die Buchhaltung und
Bilanzierung formell richtig durchgeführt.
g) Gewinnausschüttung oder Rücklagenbildung
Der erwirtschaftete Gewinn kann nun
- an

die Eigentümer des Unternehmens ausgeschüttet werden (Gewinnausschüttung, Dividende)

- als

Rücklage im Unternehmen verbleiben (Erhöhung des Eigenkapitals)

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Buchhaltung und
Bilanzierung

6 EINNAHMEN- AUSGABEN-RECHNUNG
Wer ist zur Durchführung einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung berechtigt?
Um Kleinunternehmer– das sind Einzelunternehmen und Personengesellschaften mit einem Umsatz
kleiner 400.000 EUR sowie Freiberufler (z.B. Künstler, Zivilingenieure, Ärzte, Rechtsanwälte,
Journalisten usw.) – zu entlasten sind diese von der Pflicht der doppelten Buchhaltung befreit.
Diese Unternehmen können ihren steuerpflichtigen Gewinn mittels einer einfachen EinnahmenAusgaben-Rechnung berechnen d.h. sie müssen weder eine Bilanz noch eine Gewinn- und
Verlustrechnung erstellen.
Charakteristik der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung
Die Einnahmen-Ausgabenrechnung ist wesentlich einfacher durchzuführen, als die doppelte
Buchhaltung. Es werden dabei nur die tatsächlich zugeflossenen Einnahmen und die tatsächlich
abgeflossenen Ausgaben des Unternehmens chronologisch aufgezeichnet und am Ende des Jahres
gegenübergestellt.
Die Gestaltung der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ist an keine konkrete Formvorschriften
gebunden. Die Betriebsausgaben müssen jedoch gruppenweise zusammengefasst werden.

Einnahmen-Ausgaben-Rechnung
2004
Einnahmen
Leistungserlöse
Zwischensumme

Umsatzsteuer
Ust-Satz 20%

Ausgaben
Büromaterial
Fachliteratur
geringwertige Wirtschaftsgüter
Telefon
Fahrtkosten
Miete
Betriebskosten
Abschreibung
Zwischensumme

€ 21.500,00 € 107.500,00
€ 21.500,00 € 107.500,00
Vorsteuer

Ust-Satz 20%
Ust-Satz 10%
Ust-Satz 20%
Ust-Satz 20%
laut Fahrtenbuch 6500 km
Ust-Satz 10%
Ust-Satz 20%
laut Anlageverzeichnis

Gewinn

netto

€ 400,00
€ 250,00
€ 140,00
€ 600,00
€ 0,00
€ 600,00
€ 700,00
€ 0,00
€ 2.690,00

netto
€ 2.000,00
€ 2.500,00
€ 700,00
€ 3.000,00
€ 2.438,00
€ 6.000,00
€ 3.500,00
€ 8.000,00
€ 28.138,00
€ 79.362,00

Unterschied zur doppelten Buchhaltung
Bei der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung werden die betrieblichen Einnahmen und Ausgaben erst
gewinnwirksam, wenn die tatsächliche Zahlung erfolgt ist. Bei der doppelten Buchhaltung wird bereits
der Zahlungsanspruch gewinnwirksam (z.B. Lieferforderung, Lieferverbindlichkeit).
Dadurch kann es im Vergleich zur doppelten Buchhaltung zu einer zeitlichen Verschiebung der
Gewinnwirksamkeit einzelner Geschäftsfälle kommen, was durch den Unternehmer in einem gewissen
Rahmen gezielt beeinflusst werden kann (z.B. durch Erhöhung des Lagerbestands am Ende des
Geschäftsjahres, Anzahlungen, Hinauszögern von Zahlungen usw.)
Betrachtet man die gesamte Lebensdauer eines Unternehmens, ist die Summe der Gewinne und
Verluste jedoch ident.
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Buchhaltung und
Bilanzierung

Zusätzliche Aufzeichnungen
Zusätzlich zu den betrieblichen Einnahmen und Ausgaben sind von Unternehmen die den Gewinn
mittels Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ermitteln die folgenden Aufzeichnungen zu führen:
- Wareneingangsbuch

für alle ins Lager eingehenden Handelswaren, Rohstoffe, Hilfsstoffe usw.

- Anlagenverzeichnis,

in dem alle Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit Anschaffungsdatum,
Anschaffungskosten und Abschreibungsdauer aufgelistet sind (siehe auch Kap.4.1)

- Lohnkonten,

für die im Betrieb beschäftigten Arbeiter und Angestellten

- Kassabuch,

in dem alle Bargeldeinzahlungen und Bargeldauszahlungen in Form von
Einzelbeträgen oder als Tageslosung (= Differenz zwischen Bargeldbestand am Anfang und am
Ende des Tages)

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Buchhaltung und
Bilanzierung

Kontenplan
Kontenklasse 0

Anlagevermögen

Kontenklasse 6

Personalaufwand

(=aktive Bestandskonten)

(=Aufw andskonten)

0100 Konzessionen, Patente, Lizenzen
0155 EDV-Software
0200 Grundstücke und Gebäude
0400 Maschinen und Anlagen
0550 Betriebs- und Geschäftsausstattung
0630 EDV-Hardware
0660 Fuhrpark
0800 Beteiligungen
Kontenklasse 1
Vorräte

6000 Löhne (Arbeiter)
6005 lohnabhängige Abgaben
6200 Gehälter (Angestellte)
6205 gehaltsabhängige Abgaben
6700 sonstige Sozialaufwendungen
Kontenklasse 7
sonstige Aufwendungen

(=aktive Bestandskonten)

1100 Material
1300 Hilfs- und Betriebsstoffe
1550 Fertige Erzeugnisse
1600 Handelsware
Kontenklasse 2
sonstiges Umlaufvermögen
(=aktive Bestandskonten)

2000 Lieferforderungen
2300 sonstige Forderungen
2500 Vorsteuer (Finanzamt)
2700 Kassa
2800 Bankkonto
2900 aktive Rechnungsabgrenzung
Kontenklasse 3
Verbindlichkeiten
(=passive Bestandskonten)

3150 Rückstellungen
3280 Bankkredite
3300 Lieferverbindlichkeiten
3500 Umsatzsteuer (Finanzamt)
3800 sonstige Verbindlichkeiten
3900 passive Rechnungsabgrenzung
Kontenklasse 4
Erträge
(=Ertragskonten)

4000 Umsatzerlöse
4820 sonstige Erträge
Kontenklasse 5
Materialaufwand
(=Aufw andskonten)

5150
5314
5400
5500
5800

Materialverbrauch
Handelswareneinsatz
Hilfsstoff- und Betriebsstoffverbrauch
Betriebsstoffverbrauch
Fremdleistungen

(=Aufw andskonten)

7020 Abschreibungen
7030 Geringwertige Wirtschaftsgüter
7080 betriebliche Steuern
7150 Werbung und Repräsentation
7200 Kfz-Aufwand
7300 Porti
7310 Telefon
7330 Reiseaufwand
7400 Instandhaltung
7500 Büromaterial
7520 Fachliteratur und Zeitungen
7550 Reinigungsmaterial
7600 Beratungsaufwand
7630 Aus- und Fortbildung
7700 Miete
7730 Strom
7790 Versicherungen
7800 Schadensfälle
7820 Schwund
7840 Forderungsausfälle
7960 sonstige Aufwendungen
Kontenklasse 8
Finanzerträge bzw. -aufwendungen
(=Aufw ands- und Ertragskonten)

8000 Erträge aus Beteiligungen
8100 Zinserträge
8200 Aufwendungen für Beteiligungen
8300 Zinsaufwand
8400 Außerordentliche Erträge
8450 Außerordentliche Aufwendungen
8560 Körperschaftssteuer (KÖST)
8780 Auflösung zu Rücklagen
8930 Zuweisung von Rücklagen
Kontenklasse 9
Eigenkapital
9010
9200
9400
9480

JE / 03.11.2013

Stammkapital
Privatkonto
Rücklagen
Bilanzgewinn bzw. -verlust

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