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STAAT

UND

RELIGION

IN

ISRAEL

BZPB, TA, Okt. 2004

Das Thema hört sich relativ bekannt an, wenn man es aus christlicher-mitteleuropäischer Sicht betrachtet. Es ist weit schwieriger, wenn es auf andere Religionen und Kulturkreise angewandt wird. Das liegt am christlichen Religionsbegriff, der so auch weitgehend für den Islam gelten könnte - aber nicht für andere Religionen. So befremdlich es scheinen mag: Trotz aller Nähe in den Details und trotz der historischen Entwicklung des Christentums aus dem Judentum, gilt dieser Religionsbegriff so nicht für das Judentum, also auch nicht für das Thema Staat und Religion im Judentum und im Staate Israel. Damit das deutlich wird, seien einige Vorüberlegungen erlaubt: Christentum ist von Anbeginn an eine Missionsreligion, die über die Grenzen einer Nation hinaus auch die anderen anzusprechen versucht. Die Briefe des Apostels Paulus im NT aber auch einzelne Gerschichten aus der Apostelgeschichte sind deutliches Zeugnis für diese Grenzen-überschreitende Mission. Damit entsteht aber ein Religionstyp, der so bislang nur für ganz bestimmte Religionen galt, die die jeweilige nationale Religion nicht ersetzten, sondern um bestimmte Aspekte bereicherten. Gemeint sind hier v.a. die Mysterienreligionen der Antike. Was demgegenüber im antiken Christentum entsteht ist eine Alternative für die Staatsreligion und eine Aufhebung der nationalen und ortsspezifischen Religionen und Kulturen. Damit zusammen geht die Betonung des Glaubens anstelle der Handlung, wie sie seit Paulus für das Christentum typisch geworden ist. Man frage sich einfach einmal, wie christliche Forscher Fremdreligionen darstellen: Anhand der Glaubensinhalte. Das geht soweit, daß jüdische Versuche einer eigenen Theologie im 19. und 20. Jahrhundert diesem Muster bis in den Aufbau der Darstellung gefolgt sind. Wie irrelevant das ist, zeigt sich im spezifisch Christlichen jenes Aufbaus. Es ist kein Zufall, daß der Begründer der modernen Religionssoziologie, E. Durkheim, der die soziale Tat ins Zentrum der Untersuchungen stellte, Sohn eines Rabbiners war! In der Tat findet Religion außerhalb des Christentums nicht selten im

Halten wir damit zunächst die beiden hervorstechendsten Unterschiede fest: 1. Der Ritus ist weitaus wichtiger als das Dogma! Betrachten wir deshalb diese beiden Punkte zunächst. einmal im Jahr einen bestimmten Beitrag entrichte. aber nicht das Ganze? Anders: Sind bereit. Ob jeder einzelne Jude sich dieser Vorschrift beugt. Teil des jüdischen Volks zu sein. . ist ein anderes. sind bereit. Aufgrund dieser Situation ist aber eine Einschätzung der Bevölkerungsanteile sehr schwierig: Wieviele Juden rechnen sich zu den Religiösen? Wieviele nicht? Wie viele bleiben in der Grauzone. Wie will man da einen Überblick über die tatsächlichen Zahlen gewinnen? Andere wechseln die Synagoge je nach persönlicher Lage. ist das eine. die sich durchaus gelegentlich überschneiden: Wie in vielen anderen Religionen auch so bestimmt im Judentum die Religion die Nationalität und umgekehrt.h. der dazu bestimmt ist. einen Teil des Religionsgesetzes zu erfüllen. Dennoch läßt sich sagen. was die Religion vorschreibt. Daß die Vertreter der Religion damit automatisch jeden einzelnen Juden verpflichten. Strom etc. d.). Jude sein heißt nicht zuerst. die Auslagen der Synagoge zu decken (Reinigung. ja nicht einmal es zu tun. aber konkret heißt das.2 Vollzug des Ritus statt . Die Schätzungen schwanken zwischen 70% und 80% der Nicht-Religiösen (aber auch hier ist ausschlaggebend. es bedeutet. Sogar der Begriff der Gemeinde ist mehr als problematisch: Ich selbst zähle mich zu einer Gemeinde. Für das Judentum gilt das sicher. Judentum ist eine Nationalreligion 2. Religionsgesetze zu erfüllen. aber nicht in der orthodoxen Form? Es gibt keine Form der institutionellen Zugehörigkeit. zu tun und zu lassen. manche Synagogen sind absolut nicht Gemeinde-orientiert. etwas bestimmtes zu glauben. Aber auch das ist mehr freiwillig. daß ich mit bestimmter Regelmäßigkeit an den Gottesdiensten in dieser Synagoge teilnehme. daß die Mehrheit der Bevölkerung im Staat Israel heute nicht mehr religiös ist. wer die Schätzung jeweils abgibt).und nicht in der Feststellung der Glaubensinhalte. wie etwa Kirchensteuer.

Daneben kommt es nicht selten zu einer anti-religiösen Haltung. das berühmte Verbot während der Pessach-Feiertage Sauerteig (d. wie z. wie jene Juden aus der Sicht der Religion zu beurteilen sind. am 9. der Sicht. zu ‫)ש“ס‬. die Rolle der Frau.u. zu der später noch einiges zu sagen sein wird. Gender-Midernheiten etc. Theatern etc. bis hin zur totalen Abgrenzung von der zionistischen Unreinheit etc. Auch hier gibt es durchaus verschiedene Antworten: Von der Einbeziehung der Nicht-Religiösen in ein quasi messianisches Schema.h.h. De facto hat dieses Dilemma seine Auswirkung darin. Hinzu kommt das Unbehagen dieser Bevölkerungsschicht gegenüber jeder durch die Religion geforderten Einschränkung der persönlichen Freiheit. was besonders für einige russische und äthiopische Neueinwan- . wenn man selbst nichts oder quasi nichts mehr hält. Av. worin sie sich konkretisiert etc. daß auch dies ein notwendiges Stadium sei. Brot und anderes „normales” Gebäck) öffentlich zu verkaufen. daß eine gewisse Ambivalenz der Religion gegenüber bestehen bleibt: Auch dann. hoch theologisches Problem besteht darin. Auf diesem Hintergrund ist auch die Schwierigkeit der Einbürgerung von NichtJuden zu sehen. dem Trauertag für die Zerstörung der beiden Tempel und anderes. ist nicht selten durch die gerade angesprochene Ambivalenz bestimmt.3 Natürlich stellt sich dann für diese Bevölkerung eine ganz brisante Frage: Die nach der Selbstdefinition. an den (literarischen) Quellen etc. aber es ist durchaus nicht klar. (dazu vielleicht später mehr). In der Regel besteht auch in dieser Bevölkerungsmehrheit kein Zweifel an der jüdischen Identität. die Schließung von Vergnügungseinrichtungen wie Kinos. d. In einem bestimmten Fall hat das sehr konkrete parteipolitische Auswirkungen (s. der erste aschkenasische Oberrabbiner). All’ diese Probleme entstehen nur aufgrund der Verbindung von nationaler und religöser Identität. Ein anderes. bevor es zur endgültigen messianischen Erlösung kommen könne (so der berühmte Rav Kuk. Aber auch die Vehemenz. die hier zu Tage tritt. in einigen „ultra-orthodoxen” Kreisen und damit der Errichtung eines selbst-gewollten Gethos mitten im Staat reicht die Palette. wie diese sich dann äußert. bleibt ein Interesse an der Religion.B. Neu hinzu gekommen sind Gender-Fragen. das das Judentum zu durchlaufen habe. die mit der Form der jüdischen Religion gegeben sind.

entsprechend sollte auch die nationale Einbürgerung nicht mehr an der Religion hängen. Vertreter der Reform. Religiöse Lösung des so entstehenden Problems ist der Übertritt der heiratswilligen „Nicht-Juden” zum Judentum (mit den bereits angesprochen Problemen der Gültigkeit des Übertritts). Mit der massiven Einwanderung von russischen Juden und ihren z. den nur ein rabbinischer Gerichtshof ausstellen kann. wenn auch Scheidungen schon seit einigen Jahren durch staatliche Gerichte verhandelt werden. Damit aber eine geschiedene Frau wieder heiraten kann. Ebenfalls in diesen Rahmen gehören die jüngsten Veränderungen (und Wünsche nach weitergehenden Veränderungen) im Personenstandsrecht. die die Form der Religion bestimmt: Orthodoxe Rabbiner. So ist der Ruf nach staatlicher Trauung . auch religiös Juden zu werden.schon seit langem laut geworden. welche Orthodoxie? Bislang haben die Orthodoxen hier die Oberhand behalten. das in seinem Grundbestand auf die britische Madatszeits zurück geht: Bislang sind Hochzeiten und Scheidungen wesentlich Sache der religösen Gerichte. Die Veränderungen der letzten Jahre haben diese Veränderungen zum größten Teil wieder rückgängig gemacht. Aber das ist natürlich nicht jedermanns Sache. sondern geradezu anti-religiöser Innenminister wollte zwischen dem Übertritt zur Religion und der Einbürgerung unterscheiden und die letzte nicht mehr automatisch durch die erste gegeben sein lassen.ohne Einmischung der Rabbinen . denn nur staatlich anerkannte Rabbiner können z. die den Übertritt nicht vollziehen wollen? Noch krasser war der Fall bei der äthiopischen Einwanderung. als das orthodoxe Rabbinat das Jdtm der Ätiopen nicht anerkannte und bei jeder Eheschließung eine erleichterte Art des Übertritts verlangte (unter Protest der entsprechenden Einwanderer!). Z. aber hier stellt sich wieder die Frage nach der Institution.4 derer gilt. . nach jüdischem Religionsgesetz unjüdischen Ehepartnern hat sich das Problem verschärft: Nach religiöser Tradition bestimmt die Zugehörigkeit der Mutter zum Judentum das Jdtm der Kinder. benötigt sie einen „Scheidebrief”.T.tarbeiter” und deren Kinder: Soweit diese bereit sind. neuerdings auch für “Gas. Was tun dann die. zeitweilig änderte sich auch das: Ein nicht nur nicht-religiöser. rechtlich trauen. Eine Ehe mit Nicht-Juden kommt aus religiöser Sicht nicht in Frage. besteht die Möglichkeit durchaus.

seinen Einwohnern jede Religion zuzugestehen: Glauben ist eben nicht . daß unter diesen Um.mit all’ den sich daraus ergebenden Konsequenzen. wie steht der explizit „jüdische” Staat dazu? Ein Beispiel aus den Gründungsjahren des Staates kann das Problem veranschaulichen: Laut Einwanderungsgesetz hat jeder Jude das Recht. daß er nicht mehr als Jude gelten wolle. Bruder Daniel habe sich durch seinen Übertritt zum Katholizismus aus der Gesamtheit des jüdischen Volkes gelöst und von sich aus zu verstehen gegeben. so- . nach Israel einzuwandern und die israelische Staatsangehörigkeit zu bekommen. Zwar gibt es keine Handhabe (und soweit ich sehe auch keine entsprechende Anstrengung) den bereits als Israelis Geltenden den Religionswechsel zu verbieten (und tatsächlich gibt es eine nicht gerade schwache christliche Mission im Lande).und noch mehr: ihrer Kinder . denn die biologische Abstammung würde dann zur Anerkennung als Jude ausreichen. daß sie es . Aber sie hat zwei Nachteile. die die Vertreter dieser Lösung nicht sehen (oder sehen wollen): Zum einen schafft sie eine neue Bevölkerungsaufteilung derart. Der Fall des Bruders Daniel macht allerdings noch ein weiteres klar: Der jüdische Staat ist nicht frei. Aber zumindest bei der ersten Einwanderung spielt die Religionszugehörigkeit eine entscheidende Rolle. Hinter der Entscheidung des obersten Gerichts stand nun aber eine weitere Erwägung: Hätte Bruder Daniel die Staatsangehörigkeit bekommen. da die religiösen Voraussetzungen für eine rite gültige Ehe eben nicht mehr gegeben sind. die rite keine Juden mehr sind. der von den Nazis verfolgt auch einige andere Juden vor dem Tod hat retten können. daß die religiösen Juden mit den säkularen kaum noch eine Ehe schließen können.ist bruder Daniel gleich nach dem Krieg zum Christentum übergetreten und als Mönch ins Land gekommen. dann wäre das Einwanderungsgesetz seiner Natur nach ein rassistisches.im Rahmen des Einwanderungsgesetzes und damit der Staatszugehörigkeit wach: Wenn so Menschen geboren werden. Aber: Wer ist dann Jude? Auf dieser Basis hat vor Jahren der Mönch „Bruder Daniel” die Staatsangehörigkeit bean tragt. Weiter wird dann die Frage nach dem Judentum der so Verheirateten .religiös gesehen . So ging es in die gerichtliche Berufung: Schließlich hat der oberste Gerichtshof den Antrag abgelehnt mit der Begründung. wie man sich dazu verhält. Das Innenministerium lehnte seinen Antrag zunächst ab.wie im nach-aufklärerischen Europa .ständen die Forderung nach säkularer Trauung immer lauter wird. Es müßte dann jeweils neu nachgeforscht werden. Der Wunsch war also offensichtlich.eine Privatsache. Als polnischer Jude. als Jude betrachtet zu werden .5 Es versteht sich. wenigstens ein andauerndes Dulden. ob die entsprechenden Elten eigentlich miteinander hätten heiraten dürfen. mehr als nur eine solche Abstammung zu verlangen.nicht getan haben etc. Das gilt auch für die Nachkommen von Proselyten.

die bernachlässigung dsurch das Erziehungsminnisterium etc. die schrittweise Abnahme der Wichtigkeit der hebräischen Bibel für die israelische Jugend. Die allzu schnelle Identifizierung mit der Bibel wirft dann aber auch wieder neue Probleme auf: wie hat man das Josuabuch zu unterrichten? Da geht es um die Landnahme Israels durch die Stämme. Daß das n icht für die religiösen Kreise zutrifft. die offensichtlich der historischen Grundlage der biblischen Zeit nicht mehr unbedingt bedürfen. Wie jene Stämme fühlen sich auch einige der Siedler von heute. die eben aus der Wüste eingewandert sind. um sich selbst als Israelis zu verstehen. Dabei ließe sich hier einiges durch andere biblische Texte in eine andere Proportion setzen. . hilft die Archäologie der Veranschaulichung.6 fern der Übertritt der Eltern eben nicht rite geschehen ist (und das betrifft vor allem die amerikanischen Reform-Juden). Mose und Josua zu vertreiben sind? In der Neuzeit ist es durchaus vorgekommen. versteht sich fast von selbst – und entsprechend verteilt sich die politische Landschaft neu. man mag sagen: nostalgische Rolle. Ich bin sicher. Kehren wir zunächst zu anderen Aspekten der oben angesprochenen Ambivalenz zurück: Seit Ben Gurion haben Bibel und Archäologie im Staat eine andere Rolle als in anderen Ländern: Die Bibel gilt als das Geschichtsbuch der ältesten Schichten jüdischer Geschichte. Bibel und Archäologie sind mit einer gewissen Romatik besetzt. So gesehen hatte der Bibelunterricht zumindest über viele Jahre hinweg eine führende. d. mithin jüdischer Seßhaftigkeit im Lande (so fragwürdig das “historisch” auch sein mag). nicht weniger als die Gegnerschaft einiger schwarz-orthodoxen Gruppen gegen Ausgrabungen etc. deuten einen Wechsel in der Selbstbestiimung der Israelis an. das Gymnasiasten die Palestinenser entsprechend identifiziert haben.h.. die warte ich ab und reagiere nachher getrennt darauf. ohne daß das Problem wirklich gelöst worden wäre. die Verquickung von Staat und Religion wird in ihrer Mitte weitere Fragen aufwerfen. die nach 5.. Josua hat deshalb eine ganze pädagogische Diskussion ausgelöst. So wie diese nun per Text nachvollzogen werden. Aber wie hat man die sieben kanaanäischen Völker einzuschätzen. Die Veränderung dieses Zustands.

) ihre Ablehnung. daß es sich durchaus bezahlt macht. stellt das gesammte Religionssystem in Frage. Andere demonstrieren durch NichtEinhaltung der zionistischen Symbole (Trauertag der gefallenen Soldaten. So ist es nur verständlich. ein Tempel (daher: ein Gott). Der ungeheuerliche menschliche Zugriff auf das. sofern sie zur Koalition gehören. Diese findet ihren Ausdruck in verschiedenen Formen: Einige Gruppen nehmen an den Wahlen nicht teil oder lassen ihre Abgeordnete. Die Teilnahme am Militärdienst ist für weite Kreise der Orthodoxen nach wie vor Tabu. Im Lauf der Zeit haben die meisten orthodoxen Gruppen gelernt. was bislang von himmlischer Seite erwartet wurde. Daher vor einigen Jahren der verspätete Angriff eines Ober-Rabbiners auf die Kibbuzbewegung. die über eine entsprechende Ideologie verfügen. Hinter dieser Ablehnung des Staats steht eine ausgesprochene Theologie. aber immer noch aktuelle Thema der orthodoxen Leugnung des Staates angesprochen. in der Politik mitzuspielen: Zum einen werden so religiöse Rechte und Vorstellungen zum Staatsrecht.7 Mit dem letzten Punkt haben wir bereits das alte. Der Bevölkerungsan- . nicht Minister werden. Die Welt des Talmudstudiums ist so in den vergangenen 20 Jahren kräftig aufgeblüht. bislang blieb Personenstandsrecht religiös bestimmt. Unabhängigkeitstag etc. Die Verwirklichung eines jüdischen Staats ohne göttliches Eingreifen ist Verweltlichung eines religiösen Ideals. wichtiger aber sind die Subventionen. die damals schon im sinken war. genauer: eine bestimmte Form von Messianismus. etc. ein Land. die die verschiedenen Regierungen zur Errichtung und Aufrechterhaltung der Koalitionen mit den Religiösen an die Talmudlehrstätten (hebr. sondern nur “stellvertretende Minister” (ohne daß der eigentliche Posten des Ministers besetzt würde). Es gehört zu den alten Elementen des Judentums seit der Zeit des babylonischen Exils. man mag auch sagen Traums.: Jeschiwot) auf Kosten der säkularen Schulen und Universitäten zahlen. daß führende orthodoxe Gegner des Staates nicht so sehr den säkularen Alltagsstaat aufs Korn nehmen. So wird die davidische Epoche gesehen und so soll es entsprechend in der messianischen Zeit wieder sein. sondern die Gruppen. daß um die Wiederherstellung des einstigen Ideal-Zustands gebeten wird: Ein Volk. ohne daß die dort Lernenden sich allzu große Sorgen um die täglichen Einnahmen machen mußten.

mit den Subventionen auch Wähler anzuziehen. jene Partei des orientalischen Judentums. Die moderne Rolle der Frau hat im orthodoxen Leben kaum einen Platz . So kam es in diesem Sommer zu der beinahe grotesken Situation. daß kein Finanzminister wirklich zahlen kann. aber nur den kinderreichen orthodoxen Familien (und den ebenfalls kinderreichen arabischen Familien zu Gute kommt). manche von ihnen fallen. . sie bleibt maskulin chauvinistisch. andere werden verwundet etc. Das gilt am meisten für Schas. Entsprechend hat eine Knesset ein Kindergeld-Gesetz für kinderreiche Familien verabschiedet. es mit den Religiösen zu verscherzen. Die Reraktion der säkularen Frauenwelt braucht dem nicht erst gegenübergestellt zu werden! In den letzten Jahren geselllt sich zu dieser Konfrontation eine weitere: Auch in Israel wächst das Bewußtsein der homsexuellen Gemeinde. die eben nicht dienen!? Die Subventionen an religiöse Lehrstätten stehen in keinem Verhältnis zu den weitaus geringeren an Studenten der Universitäten! Weiter ist die jüdische Religion nun einmal nicht nur sehr konservativ. in Jerusalem stattzufinden und die Finanzierung für Selbsthilfe-Gruppen dieser Minderheiten mußte per Entscheid des obersten Gerichts sichergestellt werden.und gerade die wenigen Vertreterinnen der Frauenbewegung von orthodoxem Hintergrund belegen den Zwiespalt besser als jede Darstellung von außen. Die Nationalreligiösen identifizieren sich mehr und mehr mit der rechten Siedlerideologie und beziehen ihre Wählerschaft von dort. denn man braucht sie für die Koalition. daß der orthodoxe Jerusalemer Bürgermeister den Protestmarsch der Homosexuellen und Lesbierinnen statt finden lassen mußte und sich so die Opposition der Orthodoxen eingehandelt hat! Der „Word-Pride-Marsch hatte mehr als Schwierigkeiten. hüten sich. In diesem Wirrwarr der Fronten hat man die Parteinpolitik zu sehen: Die sogenannten „großen” Parteien (von denen nur noch der Likkud und – zur Zeit Kadima . Daß die einseitige Bevorzugung der religiösen Gruppen den Widerstand der säkularen Zionisten herausgefordert hat versteht sich: Unsere Söhne dienen nicht nur wenigstens drei Jahre im Militär (die Mädchen etwas kürzer). die nicht immer hinter der Parteiideologie stehen.aber die Gelder gehen an jene. die gleichermaßen den Gefühlen der Unterordnung unter die (west) europäischen und amerikanischen Juden Ausdruck verlieh und durch massive Unterrichtseinheiten Wähler anlockte.8 teil der Religiösen ist damit gestiegen.so genannt werden dürfen). verlieren aber in der anderen . Einige Vertreter der Religiösen haben durchaus verstanden.

Der Erfolg von “Schnui” war von kurzer Dauer: Seitdem hat Kadima den linken Flügel übernommen. aufgrund ihrer ausgesprochen “rechten” fast anti-arabisch-rassistischen Propaganda auch viele Nicht-Russen für sich gewinnen konnte. Mit der Gründung einer Likkud-nahen antireligiösen partei. hat Meretz einen großen Teil seiner Wähler eingebüßt (und damit der linke Flügel der israelischen Politik). ist unklar. die bei den letzten Wahlen. Wie lange diese Situation bestehen bleiben wird. Die letzten Bürgermeister-Wahlen in Jerusalem hat der orthodoxe “Rebbe” von Gur entschieden. Schinui. Besorgnis-erregend ist der Aufstieg der russischen Einwanderer-Partei “Israel Betenu”. Bis vor wenigen Jahren fand der Widerstand gegen alles Religiöse seine Vertretung durch eine allgemein als „links” geltende Partei: Meretz. Die “Arbeiterpartei” ist fast irrelevant geworden. .9 Bevölkerung fast ganz an Bedeutung – zu Gunsten der “aschkenasischen” Orthodoxie.