In: Weydt, Harald (Hrsg.

): Lange

– communauté – signification: approches en linguistique fonctionelle:

actes du XXVième colloque international de linguistique fonctionelle. Ff/M (etc.): Lang, 154-158.

Lorenz Hofer Deutsches Seminar der Universität Basel, Schweiz "Härzligg willkomme bi Telebasel" – wie die Diglossie in der deutschsprachigen Schweiz Modernisierungsschübe übersteht Man hat die Sprachentwicklung in der deutschsprachigen Schweiz schon verschiedentlich so eingeschätzt, als würde sich das Thema Diglossie irgendwann, vielleicht bald, erledigt haben, weil es den Gegenstand Diglossie auch nicht mehr gibt, sei es durch Hollandisierung (Haas 1986) oder durch Bildung eines Kontinuums zwischen Dialekt und Standard (wie es bis im 19 Jh. schon einmal bestanden hat (Haas 2000, 81f). Es ist nicht so, darin sind sich die Sprachwissenschaftler einig, und warum es nicht so ist, ist eine einfache und spannende Frage. Die Antwort auf diese Frage kann, so hat sich gezeigt, nicht einfach ausfallen. In diesem Beitrag möchte ich herauszuarbeiten versuchen, was in einer Antwort enthalten sein muss und gleichzeitig anhand von Beispielen meine Ausführungen plausibilisieren und die Fragestellungen vorantreiben. Zuerst zwei Beispiele. Das erste stammt aus dem Bereich der Medienkonvergenz und hat meinem Beitrag den ersten Teil des Titels gegeben: Der Web-Auftritt eines Regional-TV-Senders. Er heisst telebasel und sendet ein Programm, das sich der regionalen Berichterstattung in allen Sparten verschrieben hat, angereichert mit Unterhaltungselementen. Der Sender hat eine eigene Homepage, von der Informationen über das Programm abgerufen werden können. Es kann auch das gesamte Programm des Senders zeitversetzt über die Homepage abgerufen werden. Der Sender präsentiert sich wie unter [1] dargestellt. [1] Screenshot der Homepage des Fernsehsenders telebasel (2001)

Die Titelzeile der Webpage ist sprachliches Programm: Härzligg willkomme bi Telebasel – „Herzlich willkommen bei Telebasel“. Im Folgenden findet sich auf der ganzen Seite kein als eindeutig standardsprachlich zu identifizierendes Wort. Die Navigationsleiste links ist ganz im Dialekt gehalten: NEIS, SÄNDIGE, INTÄRNS, ZAALE, INTERAGGTIV, LINGGS, JOBS – „Sendungen, Internes, Zahlen, Interaktiv, Links, Jobs“; in der Mitte und rechts herrschet eine Kombination von Schrift und bildlichen Elementen vor. Alles was hier geschrieben steht, kann entweder als Dialekt interpretiert werden oder es ist englischen Ursprungs (und kann somit auch als Dialekt interpretiert werden, da einglische Lehnwörter wie job, computer oder (to) check in der Regel phonologisch und morphosyntaktisch stark in den Dialekt integriert sind und keinesfalls als Entlehnungen, die über die Standardsprache in den Dialekt gekommen sind, wahrgenommen werden, auch wenn dies in vielen Fällen zutreffen mag). Die Diglossie offenbart sich hier in der Abwesenheit der

Standardsprache – an einer Stelle, wo sie ebenso gut stehen könnte. Die Diglossie offenbart sich hier auch als eine, der man nicht (mehr) ganz problemlos das Attribut medial geben kann, wie das lange Zeit selbstverständlich getan wurde für die Deutschschweizer Situation. Im Modell der medialen Diglossie sind die beiden diglossischen Varietäten Dialekt und Standard komplementär auf die schriftliche und die mündliche Erscheinungsweise von Sprache verteilt. Während bei auch larger Auslegung für die Standardvarietät in der deutschsprachigen Schweiz schon lange nicht mehr gilt, dass sie nur als Schriftvarietät in Erscheinung tritt, so trifft es auch für den Dialekt im Kontext der Neuen Medien nicht mehr zu. Beispiel [1] und weitere Beispiele sollen dies verdeutlichen. In einem zweiten Beispiel stehen Dialekt und Standard unmittelbar nebeneinander in einem mehrschichtigen Text. Allerdings stehen sie gerade nicht im dem erwartbaren Verhältnis, in dem die formelleren Teile des Textes standardsprachlich wären, die informelleren dialektal. Vielmehr verhält es sich genau umgekehrt. Es ist, als würde Lehrmeinung der medialen Diglossie ironisch hintertrieben, indem der Vordruck des Quittungszettels dialektal gehalten ist, die handschriftlichen und gestempelten Eintragungen hingegen standardsprachlich sind.

[2] Quittung für den Kauf eines Veloanhängers mit baseldeutschem Vordruck (1991): Datum / Für / Von / Bestellung / Lieferung / Rechnung / Quittung / Menge / Was / Preis. Das NichtVorgedruckte ist standardsprachlich eingetragen bzw. gestempelt.

Man kann an diesem Beispiel schön sehen, wie die Diglossie noch in der Negierung ihrer normalen Existenzweise als mediale Diglossie in der deutschsprachigen Schweiz weiterexistiert: Das Textraster ist dialektal, die Füllung standardsprachlich – für normal hätte man zu halten, dass alles standardsprachlich gehalten wäre, für halbwegs normal, dass der Vordruck standardsprachlich, das handschriftlich Eingetragene dialektal wären.

Im Verlaufe der letzten 30 Jahre hat sich herausgestellt, dass eine variationistische Betrachtungsweise hilft, die konkreten verschiedenen Erscheinungs- und Gebrauchsweisen von Sprache unter einem theoretischen Dach zu betrachten (nicht zuletzt angeregt durch die soziolinguistische Kontroverse um Defizit vs. Differenz, in der die linguistisch differenziertere Betrachtungsweise der Differenz, wie sie von William Labov vorangetrieben wurde, wissenschaftlich die weiter erfolgreichere war). Diglossie wäre unter variationistischem Blickwinkel eine Spielart von sprachgebrauchsbezogener Variation, die gleichzeitig starken historischen und geografischen Hintergrund

hat. In der deutschsprachigen Schweiz wird die geografische Variation in den Primärdialekten ausgesprochen deutlich wahrgenommen und reproduziert, auch wenn sie linguistisch gesehen nicht besonders gross ist (Werlen 1985, Hengartner 1995, Hofer 1997). Wie ist die Standardsprache bei einer solchen Betrachtungsweise einzuordnen? Zugespitzt kann man sagen, dass in der Sprachwissenschaft eine Vorstellung vorherrscht, die die Standardsprache als flächendeckenden Soziolekt ansieht; in der Sprache Bourdieus (1984) wäre das dann die legitime Sprache. Sie wird von Norminstanzen sanktioniert. Eine alternative Betrachtungsweise drängt sich in der diglossischen Situation in der deutschsprachigen Schweiz auf: Hier kann man die Standardsprache als flächendeckende Störung beim Erwerb der dialektalen Primärvarietät, auffassen. Es findet, anders als in der Kontinnuumssituation, keine kontinuierliche Einbettung statt standardsprachlicher Elemente in die Primärvarietät statt, sondern vielmehr eine psycholinguistische Kontrastbildung zwischen Dialekt und Standard. Die Diglossie ist somit also als eine Spielart des Umgangs mit Variation zwischen Alt und Neu, zwischen Dialekt und Standard, die durch den Spracherwerb (inklusive Hineinwachsen in bestimmte soziolinguistische Milieus) nicht eingeebnet oder in eine bestimmte Richtung kanalisiert wird, sondern als Erzeugung und Propagierung divergenter Kräfte, die quasinatürlichen Konvergenzprozessen entgegenstehen. Diese Erzeugung und Erhaltung von linguistischer Divergenz orientiert sich erstens am Status Quo, erhält sich also selbst durch die einfache diglossische Praxis am Leben, zweitens wird sie durch entsprechende Einstellungen der Sprecher und Sprecherinnen unterfüttert. In Bezug auf die deutschsprachige Schweiz ist gewöhnlich die Rede von einer medialen Diglossie: Die Quasi-Low-Variety, der Dialekt, beherrscht das Mündliche, die Quasi-High-Variety beherrscht das high Schriftliche. Das stimmt, aber doch nur halb: High ist nicht wirklich im Sinne Fergusons (1959), und low schon gar nicht pur low in diesem Sinne, da erstens die Standardsprache in der deutschsprachigen Schweiz ein ambivalentes Prestige geniesst und da zweitens der Dialekt einen hohen Ausbaugrad aufweist. Zudem sprechen unterschiedslos alle Eingeborenen Dialekt. Ironischerweise haben die neuen mündlichen Massenmedien, Radio und Fernsehen, die mediale Modellierung der Diglossie in den letzten Jahren flach werden lassen und damit die Triftigkeit des Konzepts der medialen Diglossie in Frage gestellt: Die mündlichen Massenmedien propagieren lautstark beide Varietäten, je nach Sendegefäss und Herkunft. Keine Generation vor den heute Vierzigjährigen dürfte in der deutschsprachigen Schweiz mit soviel standardsprachlichem mündlichem Input

aufgewachsen sein. Gleichzeitig dürfte keine vorher mit soviel Dialekt in den Medien konfrontiert gewesen sein. Aber nicht erst die Medienrevolution führte zu Verschiebungen im diglossischen Gleichgewicht. Schon im 19. Jahrhundert gab es Bemühungen, Ordnung in die Varietätenlandschaft der deutschsprachigen Schweiz zu bringen. Es sei an dieser Stelle nur ein Beispiel angeführt, dass dies verdeutlichen soll. Es stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jh. von einem Basler Kirchengeschichtsprofessor und insofern einem Laien auf dem Gebiet der Sprachwissenschaft:
Wenn das Baseldeutsche beibehalten wird, so "arbeite man dahin, statt dasselbe durch das Hochdeutsche zu verdrängen, es durch die Schriftsprache nach und nach zu veredeln, was so zu sagen unbewusst, bei den Gebildeten statt finden und allmählig auf die Ungebildeten übergehen wird." Man wolle aber kein "widerliches Mischmasch eines basilisierten Hochdeutsch, welches uns eben so vorkommt, wie ein süßes Gericht an einer sauren Brühe. Lieber spreche man das Baseldeutsche ganz und richtig in seiner Art; nicht allzu gedehnt und schleppend, worein man so leicht verfällt, nicht durch die Nase oder den Hals, aber eben so wenig geziert, wonach man z.B. Beer sagt statt Bär, lésen statt lèsen, Ufen statt Ofen u.s.w.; eben so wenig versetze man es mit deliciösen oder horibeln französischen Brocken, und bemühe sich sogar auch das zu verbessern, was ursprünglich mangelhaft an unsrer allemannischen Aussprache ist. So z.B. trachte man die Umlaute bös, übel richtig zu betonen und damit nach und nach das schlechtlautende bés, ibel u.s.w. zu verdrängen." Hagenbach 1828:127

Schon damals ist also ein sprachdidaktisches Plädoyer bezeugt, das recht genau der heutigen Situation und Ideologie in der deutschsprachigen Schweiz entspricht: Beibehaltung der Diglossie bei gleichzeitiger Pflege der Standardsprache und Ausbau des Dialekts durch (lexikalischen) Transfer aus der Standardsprache. Zusätzlich plädiert Hagenbach für den Abbau von sehr spezifischen Dialektmerkmalen, wie die Entrundung der Hochzungenvokale im Baseldeutschen. Neben der sprachgeografischen Lage und der Sprachgeschichte gibt es verschiedene Faktoren, deren Einfluss auf die Entwicklung der Diglossie in der deutschsprachigen Schweiz noch nicht richtig abgeschätzt werden kann. Ich denke dabei vor allem an sozialpsychologische, sozial- und mentalitätsgeschichtliche Faktoren. Dazu gehört wohl nicht zuletzt auch die Geschichte des Politischen und seiner Verankerung in den Köpfen der Zeitgenossinnen. Ironischerweise beginnt sich die heutige Situation just in jenem Moment abzuzeichnen, in dem die Schweiz ihren kulturell prägenden Nachbarn Deutschland in der Entwicklung des modernen demokratischen Nationalstaates überholt und zum Asylland für deutsche Intellektuelle und Revolutionäre wird, also spätestens 1848, angetrieben durch ihre innere Vielfalt,

die gerade auch eine sprachliche ist. Eine Nationalsprache kommt nicht in Frage, zum Glück, ist man aus der Perspektive des 21. Jh. geneigt zu sagen nach den Erfahrungen mit den sprachfixierten europäischen Nationalismen, und hier mag einer der Gründe liegen für die scheinbar gegenläufigen Entwicklungen einerseits zum modernen Verfassungsstaat mit einem ausgeklügelten föderalistischen System und andererseits zu einer verstärkt in Erscheinung tretenden Diglossie, deren Kennzeichen die Persistenz des Dialektes ist. Wie stark auch heute diese Persistenz ist, zeigt sich etwa daran, dass die gegenwärtige Schweizer Sozialministerin, die frankophone Genferin Bundesrätin Ruth Dreifuss, in Interviews am Deutschschweizer Fernsehen manchmal alemannischen Dialekt spricht und nicht Standard (wie andere frankophone Amtskollegen). Es dürften aber gerade die Agenturen der Modernisierung gewesen sein, wie die Volksschule, die zur verstärkten Wahrnehmung und damit gleichzeitig zur verstärkten Herausbildung dieser Diglossie geführt haben, indem sie die Standardsprache ex officio propagieren müssen an Orten und bei Menschen, wo sie bisher keine Rolle gespielt hat. Wie muss nun ein nicht-triviales Modell aussehen, das die verschiedenen historischen und aktuellen Faktoren berücksichtig und das uns hilft, ursächliche Zusammenhänge aufzudecken, die für die Genese und den Weiterbestand der heutigen Situation verantwortlich sind? Was muss zum Minimalprogramm eines solchen Modells gehören? Es sind fünf Elemente: 1. Historie 2. Sprachinstanzen inkl. Sprachpolitik 3. Spracherwerbssituation 4. Einstellungen und Stereotype 5. (massen)mediale Transmission von Sprachelementen und verwendungsweisen Das erste Element, das Historische, wurde bereits angesprochen. Um es auf einen Nenner zu bringen: Die Sprachsituation ist in der deutschen Schweiz schon lange so, wie sie ist, bei allen kleineren Schwankungen. Relative Stabilität kennzeichnet sie. Die Diglossie ist mehr als nur eine Transition in einer quasinormalen Entwicklung, die um 1800 beginnt und etwas verspätet um 2000 zu einem Ende kommt. Sie gehört wahrscheinlich auch für folgende Generationen zum Inventar. Sprachinstanzen: Von Norminstanzen zu sprechen, wäre insofern verfehlt, als es in Bezug auf die Dialekte in der deutschsprachigen Schweiz keine solchen gibt.

Es fehlt eine institutionelle Basis für die dafür notwendige Autorität. Dennoch gibt es vorbildlichen Sprachgebrauch, zumindest auf individueller Ebene. Und es gibt auf jeden Fall besonders prominenten Sprachgebrauch, z.B. am Fernsehen, Radio oder in den Zeitungen, der manchmal auch als vorbildlicher daherkommt (in Dialektkolumnen in der Presse, Dialektsendungen (d.h. Sendungen, die sich mit Dialekt befassen) am Radio). Beim Spracherwerb der Standardvarietät spielt die Schule als Vermittlerin von Normen die Hauptrolle. Dabei stammen die Lehrmittel für den Muttersprachunterricht (wie der auch in der deutschsprachigen Schweiz heisst) meist aus inländischer Produktion und nehmen berücksichtigen die Schweizer Varietät der Standardsprache Die Kodifizierung der Standardsprache ist dennoch ist stark von Deutschland bestimmt, da die meisten Kodexteile (in erster Linie Wörterbücher und umfangreichere Grammatiken) in Deutschland verfasst und verlegt werden. Sprachpolitik gibt es in der Schweiz keine. Man ist genügend beschäftigt mit der Sprachenpolitik, mit dem politischen Management der offiziell viersprachigen Schweiz und – auf kantonaler Ebene – der Verwaltung der Probleme, die sich durch anderssprachige Immigrantengruppen ergeben. Das Fehlen einer Sprachpolitik ist Ausdruck des Föderalismus und vielleicht eine der Ursachen für die aufgeregten Diskussionen um die Priorität von Englisch oder Französisch im schulischen Fremdsprachenunterricht (dies ist das gegenwärtig wichtigste sprachenpolitische Thema). Gerade hier zeigt sich jedoch auch, wie sehr bisher jedenfalls die territoriale Mehrsprachigkeit und damit auch die Diglossie als Nationalsymbol funktioniert hat. Ernsthafte politische Bemühungen, an der Diglossie-Situation über die Politik etwas zu ändern, hat es in den letzten Jahrzehnten nie gegeben – ausser ein paar eingewanderten deutschen Akademikern, die zur allgemeinen Belustigung und sporadischen Empörung dieses Thema von Zeit zu Zeit wieder aufgreifen, scheint auch niemand das Bedürfnis danach zu verspüren. Wenn allenfalls jemand dazu einen Meinung haben dürfte, dann wären es eher noch die romanophonen Schweizer und Schweizerinnen. Von der Diglossie in der Deutschschweiz ist in Verordnungen und Gesetzen nirgends die Rede, eine Alltagsbeobachtung, die sich durch entsprechende Recherchen erhärten lässt: Auf der Homepage der schweizerischen Bundesverwaltung <http://www.admin.ch> kommt Diglossie gerade einmal vor, Dialekt 60mal, Schweizerdeutsch 37mal, Standardsprache viermal, Hochdeutsch 10mal, Schriftdeutsch zweimal und Deutsch über 10000mal. D.h., die Diglossie findet auf der Ebene der nationalen Politik und Verwaltung in Texten nicht statt – ihre Präsenz ist so stark, selbstverständlich und unauffällig zugleich, dass sie nicht erwähnt zu werden braucht.

Erwerbssituation: Kinder lernen in den ersten Lebensjahren Schweizerdeutsch als erste Sprache. Die Standardsprache hören sie sehr früh über Radio und Fernsehen. Eine Hörverstehenskompetenz bildet sich also auch für die Standardsprache früh heraus, und auf deren Basis bildet sich auch noch vor Schuleintritt eine Produktionskompetenz. Viele Kinder verfügen also bereits über eine Kompetenz in der Zielvarietät des schulischen Mutterspracheunterrichts, wenn sie in die Schule eintreten. Hier findet ein Bruch statt. Der bisher ungesteuerte Erwerb der Standardsprache wird hier kanalisiert und gerät in extremer Weise zu einem Schriftspracherwerb. Das Wort Schriftdeutsch ist denn auch ein (Frequenz-)Helvetismus. Schulunterricht soll im Prinzip ab einer gewissen Stufe standardsprachlich vor sich gehen. In der Praxis nimmt der Dialekt jedoch viel Raum ein. Die relativ guten Einstellungen noch nicht schulpflichtiger Kinder gegenüber dem Standard verändern und verschlechtern sich mit der Einschulung (Burger / Häcki Buhofer 1998). Am Ende dieser Schulkarrieren stehen, stellvertretend für viele andere, Germanistikstudierende, die es als förmlich, ja unangenehm empfinden, wenn eher informellere Teile einer Lehrveranstaltung standardsprachlich vor sich gehen. Kurz: Die meisten erlernen die Standardsprache in einer Art und Weise, die sie befähigt, alle möglichen schriftlichen Textsorten in hoher Qualität zu erzeugen, die ihnen jedoch nicht die Schwierigkeiten genommen hat, diese Sprache unbefangen zu sprechen. Die schulische Sozialisation trägt, wenn auch nicht intentional, so doch wesentlich zur Bildung dieses Kontrasts bei. Vor allem treibt die Schule die Medialisierung der Varietäten voran: Dialekt für das Mündliche, Standard für das Schriftliche. Einstellungen und Stereotype: Bis jetzt war vor allem die Rede von institutionell relativ gut greifbaren Faktoren, die einen entscheidenden Einfluss auf die Diglossie haben. Bei Einstellungen und Stereotypen ist die Greifbarkeit nicht mehr in gleicher Weise gegeben: Sie werden nicht so direkt und losgelöst von Einzelpersonen manifest. Deshalb ihre Wirkungsmacht in Frage zu stellen, wäre jedoch verfehlt. Wir wissen aus der Forschung mittlerweile wenigstens, dass unter bestimmten Umständen Einstellungen mit soziobiografischen Parametern korrelieren, zum Beispiel mit dem Alter, mit dem Geschlecht, mit der sozialen Zugehörigkeit und Anderem (an neueren Arbeiten seien hier erwähnt: Diercks 1994, Hofer 1997, Siebenhaar 2000). Etwas anderes ist es jedoch, wenn Einstellungen ursächlich auf das sprachliche Verhalten wirken. Ich glaube, dass man im Falle der deutschschweizerischen Diglossie gerade diese Hypothese der starken attitudinalen Rückwirkung sehr ernst nehmen muss.

Was für den Fremdspracherwerb mittlerweile als ziemlich unbestritten gelten kann, gilt auch für den Erwerb der zweiten Varietät in der Diglossie, wie oben bereits gesagt wurde. Die Einstellung gegenüber der Standardvarietät verschlechtert sich mit dem Schuleintritt, was entsprechende Auswirkungen auf die Motivation und den Lernerfolg haben kann. Die Erweiterung der sprachlichen Möglichkeiten, die sich durch den Lese- und Schreibunterricht ergeben, wird konterkariert durch eine Spaltung der Einstellungen: Positiv gegenüber dem Dialekt, eher negativ gegenüber der Standardsprache, jedenfalls in ihrer gesprochenen Form, insbesondere was die Produktion anbetrifft. Dies ändert sich beim grössten Teil der Sprecher im Laufe ihrer Biografie nicht wesentlich. Ein guter Gradmesser dafür ist, wo der situative Schwellenwert liegt, um jemanden dazu zu bringen, Standardsprache zu sprechen. Dabei zeigt sich besonders deutlich, dass die Diglossie viele Züge eines selbsterhaltenden Systems hat: Auch wenn der linguistische Abstand zwischen den beiden Varietäten nur gering ist, so trägt eben doch das diglossische Sprachbewusstsein dazu bei, dass die SprecherInnen immer genau wissen, welche Varietät sie verwenden, und eine dieser Varietäten ist die unmarkierte, im Falle der deutschsprachigen Schweiz der Dialekt. Das Bewusstsein der Markiertheit der Standardsprache führt dazu, dass die Schwelle, sie in der mündlichen Kommunikation zu benutzen, ausgesprochen hoch ist. In den Augen der SprecherInnen eignet sich die Standardvarietät nicht besonders für dialogische Kommunikation, höchstens für monologisch-formelle und für Kommunikation in Situationen, in denen nicht sicher ist, dass alle Beteiligten Schweizerdeutsch verstehen (und diese sind im Alltag relativ selten, da praktisch alle des Dialekts nicht Mächtigen, die sich in der deutschsprachigen Schweiz niederlassen, nach einiger Zeit über sehr gute passive Kenntnisse verfügen – im Gegensatz zu Touristen). Massenmediale Transmission: Wir wissen, dass in der Regel mit jeder neuen Medientechnologie die Reichweite und die Verbreitungsgeschwindigkeit des entsprechenden Mediums zunimmt. Standardbeispiel ist der Buchdruck, der der Standardisierung der Nationalsprachen auf die Beine geholfen hat. Die Transmissions- und Homogenisierungskapazität neuer Medientechniken wird jedoch nicht immer maximal und ausschliesslich für die Standardisierung ausgenützt. Deshalb ist es nicht zwingend, dass neue und schnellere Medien zu einem höheren Standardisierungsgrad der Sprache führen. Genauso können sie dialektale Regionalismen propagieren, und zwar mit einer entsprechenden Markierung. In der deutschsprachigen Schweiz hat sich durch die mediale Auffächerung in den letzten Jahrzehnten sogar eine regelrechte Dialektalisierung ganzer Mediensegmente ergeben. Eine Basis dafür bestand im dialektalen Film seit den

30er-Jahren (so etwa die Verfilmung von Johanna Spyris Heidi-Romanen als Heidi und Peter durch Franz Schnyder 1955). Und in den unterhaltenden Sendegefässen von Radio und Fernsehen bot sich durch den informellen Charakter die Gelegenheit der Propagierung des Dialekts als Mediensprache. Der Prozess der Redialektalisierung der elektronischen Massenmedien ist mittlerweile weit fortgeschritten. Wichtige Nachrichtensendungen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern sind schon seit Jahrzehnten in Dialekt gehalten, ebenso die Informationssendungen der sog. Regionaljournale. Die seit den frühen Achtzigerjahren entstandenen privaten Lokalradios haben sich ohnehin kaum je der Standardsprache bedient. Dazu zwei Beispiele, das erste mit Lokalnachrichten, das zweite aus einem Beitrag über Internet-Millionäre. Besonders beim zweiten wird der Ausbaucharakter des Dialekts deutlich: Es bereitet überhaupt keine Probleme, im Dialekt über das Thema Zahlungsverkehr im Internet zu berichten. [5] Anfang der Sendung Regionaljournal Basel, Radio DRS 1, 26.2.2001
regionalschurnaal baasel mit em anton kooler + dr nöi jokeliparkch isch parat es schtadion vo de superlative jetst miest nur no dr eftsebee super syy + baasler fasnacht zum eerschte de lüt goots guet und drum de fasnachtssüsche schlächt baasler fasnacht zum zweite e klyke als ekspoortartikchel usgrächnet noch luzäärn + rüüdig nid + s wätter noch ere froschtige nacht gits zerscht sunne und denn öpys wolkche Standardsprachliche Übertragung: Regionaljournal Basel mit dem Anton Kohler. Der neue Joggeli-Park ist bereit, ein Stadion der Superlative, jetzt müsste es nur noch der FCB super sein. - Basler Fasnacht zum Ersten: Den Leuten geht es gut und darum den Fasnachtssujets schlecht. Basler Fasnacht zum Zweiten: Eine Clique als Exportartikel ausgerechnet nach Luzern - rüdig, nicht? - Das Wetter: Nach einer frostigen Nacht gibt es zuerst Sonne und dann etwas Wolken.

[6] Ausschnitts aus der Nachrichtensendung Rendez-vous am Mittag, Radio DRS 1, 2001
Moderator: dr aleksãndre gãntiee isch schwyyzer weschtschwyyzer und er isch zygfache milioneer internetmilioneer Gantier: ah, c'est und question très indiscrète [LACHT] ma ça va bien ça va très bien Moderator: d froog nach syne persöönliche finanze macht dr aleksandre gantiee no immer e bits verlääge + sys ynternetvermöge schätsigwyys drysg millione doller het de nüünezwäntsgjööryg gämfer aber nid öpen i de schwyyz gmacht sondern z kchalifornie y de ynternethochburg sänfräntsysko + im aleksandre gantiee sys unternäme äiping het deet am yygang zum silikn välly es ynternetzaligsyschteem für chlyyny und chlynschty beträäg entwikchlet + es

syschteem wos zum byschpil möglich macht das me für en zyytigsartikel wo mr ym ynternet gönd go lääse scho glyy mool es paar rape müestid zaale Standardsprachliche Übertragung: Der Alexandre Gantier ist Schweizer, Westschweizer, und er ist zigfacher Internetmillionär. – ah, das ist eine sehr indiskrete Frage [lacht] aber es geht gut, sehr gut. – Die Frage nach seinen persönlichen Finanzen mach den Alexandre Gantier noch immer ein wenig verlegen. Sein Internet-Vermögen, schätzungsweise 30 Mio. Dollar, hat der 29jährige Genfer nicht etwa in der Schweiz gemacht, sondern in Kalifornien, in der Internet-Hochburg San Francisco. Dem Alexandre Gantier sein Unternehmen I-Ping hat dort hat dort am Eingang zum Silicon Valley ein Internet-Zahlungssystem für kleine und kleinste Beträge entwickelt. Ein System, das es zum Beispiel möglich macht, dass man für einen Zeitungsartikel, den wir im Internet lesen, schon bald einmal ein paar Rappen zahlen müssten.

Am Fernsehen boomen die Soaps, auch in der Schweiz. In der einheimischen Produktion wird die Dialektlandschaft der Deutschschweiz in neuem Gewand reproduziert: Die biografische Mobilität spiegelt sich in der Utopie des dialektal definierten, aber nicht mehr rein landschaftlich gebundenen Kommunikationsraumes wieder. Das Ganze hat insgesamt mehr zentrifugalen als zentripetalen Charakter, ein Koiné-Dialekt ist nicht in Sicht, weder in der Welt der Seifenopern (s. z.B. Lüthi und Blanc, Sonntagabend, SF DRS) noch in der deutschsprachigen Schweiz im Allgemeinen (Christen 1998). Und schon gar keine klaren Anzeichen für eine Entdiglossierung, die über lexikalischen Transfer und syntaktische Anleihen hinausginge. Indiz-Charakter für die ganze Entwicklung könnten die Verhältnisse im Bereich neuerer Medien haben. Dies aus zwei Gründen: Erstens weil das Durchschnittsalter der NutzerInnen dieser Medien immer noch relativ tief ist, und zweitens, weil diese Medien viele Möglichkeiten zu individualisierter Kommunikation bieten und gleichzeitig doch weniger privat oder direkt sind als etwa die telefonische Kommunikation. Auch wenn die Diglossie in der Deutschschweiz immer wieder als mediale tituliert wird, so stimmt es halt eben doch nicht ganz. Das wird auch am nächsten Beispiel deutlich, einem Ausschnitt aus einem Chat <http://www.openchat.ch>, der wie die Verlängerung der Zettel- und Briefchenkultur der SchülerInnen aussieht: fröhlicher Synkretismus von Dialekt, Onomatopöie, Englisch und Standardsprache.

[7] Chatbox-Bildschirm, 12.3.2001, <http://www.openchat.ch> (von unten nach oben zu lesen)

Man kann daraus vielleicht nicht besonders viel Weitergehendes Schliessen, aber es ist klar, dass auch hier die Diglossie besteht und dass dialektales Schreiben hier einen halböffentlichen Platz hat. Beobachtungen haben gezeigt, dass die Chats in der Regel entweder dialektal vor sich gehen, wie dieser hier, oder aber standardsprachlich. Formen, bei denen gleichmässig turnweise zwischen Dialekt und Standard gewechselt wird, sind nicht zu finden. Eine ähnliche Form des schriftlichen, quasi-öffentlichen Gebrauchs des Dialekts kann man in Gästebüchern und Kleininseraten von Webportalen finden. Dazu zwei Beispiele aus dem Gästebuch eines Basler Webportals. [8] Gästebucheintrag auf <http://www.bsonline.ch>

Standardsprachliche Übertragung: 29. sep / 1999: sue von basel natürlich hihi schrieb: / habe ja gar nicht gewusst, dass basel so eine ausgeprägte page hat! also, was das Ausgehen betrifft, ist basel ja nicht gerade mein ding… ich habe keine lust ins la luna, oder in sonstige geschniegelte clubs zu gehen… die kuppel ist am we [Mittwoch]

überfüllt mit schülern, … ich habe grad merken müssen, dass es an einem mittwoch dort ja voll-gut abgeht.. aber dann bin ich einfach kaputt für den rest von der woche. … ich erinnere mich noch an die früheren bimbo-town zeiten, die immer lustig gewesen sind … aber das hat ja auch schon lange abgegeben. vielleicht gibt es ja irgendetwas das ich noch nicht kenne?! Ich stehe ja auf gute musik… logisch, ist geschmacks-sache, aber wenn es bei funk anfängt und über das black-sound-Tablett geht, dann bin ich ganz glücklich… was house betrifft, der ja immer noch super-in ist, … leider nicht mehr mein fall. man sollte wiedereinmal den alten musikale-stimme-hous[e] aufrollen, und ein wenig weg vom neuen, wie man so schon sagt, boom-boom-house weg kommen.. an alle dj's!!!! tja, ich habe halt auch nicht immer bock nach zürich oder sonst irgendwo hinzugehen, es scheisst mich langsam aber sicher an! WO IST DAS NACHTLEBEN IN BASEL GEBLIEBEN? ich finde es ja schön hier, nur eben, wenn man sich am wochenende den kopf zerbrechen muss, wohin man gehen könnte, und am schluss genau gleich gescheit ist wie vorher, finde ich es doch bös mühsam. vielleicht kann mir irgendjemand einen tip geben? auch in basel gibt es sicher ein paar indider-tips, von leuten, die nicht das ganze wochenende in der steinen (oder auf dem basler laufsteg) verbringen. wäre super! also, ich grüsse euch, eure sue, und, schreibt mir!

Man sieht an diesem Beispiel, in dem eine Frau ihre Gedanken zur Basler Tanzszene niederschreibt, dass durchaus auch längere, strukturierte und differenzierte Texte dialektal verfasst werden, wenn ein entsprechnder Schreibanlass besteht. Das folgende Beispiel soll deutlich machen, wie stark der Einfluss der Diglossie auch auf Sprecher mit einem anderssprachigen familiären Hintergrund ist – und bleibt. Der Schreiber aus einer slowenischen Familie, der in der deutschsprachigen Schweiz aufgewachsen ist und nun offenbar wieder in Slowenien lebt, konnte unmöglich um den Dialekt herumkommen im Rahmen seiner Sozialisation in der Schweiz, und dieser, nicht die Standardsprache bildet das emotionale Zentrum des schweizerischen Teils seiner Sprachbiografie. [9] Gästebucheintrag auf <http://www.bsonline.ch>

Standardsprachliche Übertragung: 01. Apr / 2000 / Marko [Link zur Homepage] von Slowenien schrieb: / Hi! Ich bin richtig froh, wieder Schweizerdeutsch zu schreiben! Nur so by the way, ich habe seiner zeit in Muttenz gelebt. Einen schoenen zusammen!

Die andere wichtige Textsorte, die von den BenutzerInnen des Portals verfasst sind, sind Partnerschafts- und Bekanntschaftsinserate. Solche Inserate sind in Zeitungen fast nie dialektal verfasst, hier jedoch sehr häufig. Sie sind in den Zeitungen auch fast nie so lang wie der Text im folgenden Beispiel, vermutlich,

weil kaum jemand so viel Geld ausgeben will für ein Inserat, dessen Erfolgsaussichten ungewiss sind. Das Inserieren auf der Website ist demgegenüber kostenlos, und es gibt kaum Platzbeschränkungen. [10] Bekanntschaftsinserat auf <http://www.bsonline.ch>

Standardsprachiche Übertragung: Wollen wir zusammen etwas Geiles unternehmen / Zum Beispiel auf die Messe und dort zum Beispiel auf der Geisterbahn einen ausgedehnten Quicky oder bei mir in meiner Ali Baba Höhle beim Schein von 100 Kerzen zuerst romantisch essen und dann würde ich Dich verwöhnen, bis Du darum bettelst, aufzuhören [sic]. Ich bin 34, schlank, langhaarig, 177cm, Basler. Da ich sehr fantasievoll, kreativ bin, charmant, feinfühlig, bunt, und ich alles anrühren muss, wirst Du dich fühlen wie im 7. Himmel … Du glaubst das nicht [–] selber Schuld! Probier es, Du hast es sicher verdient! Bis bald! / Dominique / 21.10.2000

Es besteht ein deutlicher Kontrast zu herkömmlichen gedruckten Inseraten, die fast immer standardsprachlich gehalten sind. Überdies würde im vorliegenden Fall der Inhalt in einer Tagezeitung möglicherweise zensuriert. Aber es würde wohl sowieso niemand soviel Geld ausgeben wollen und können, um ein entsprechendes Zeitungsinserat zu schalten. Im Web hingegen begünstigt die Unmittelbarkeit der Autorschaft den Dialekt: es ist ein nur wenig normierter Kommunikationsraum, der (noch) wenig von ökonomischen Zwängen dominiert wird, in dem die Sprache des Begehrens oder des Gefühls andere Wege nimmt als in der Zeitung Schluss Ich habe fünf Programmpunkte genannt und exemplifiziert, die ein Diglossiemodell für die deutsche Schweiz berücksichtigen muss. Ziel meiner Ausführungen war es, in geordneter Weise empirisch gestützte Argumente vorzubringen, die meine im Titel implizierte Hypothese der Persistenz der Diglossie stützen sollten. Von Interesse ist die geschilderte Entwicklung in Erster Linie für die Mitglieder der betroffenen Sprachgemeinschaft und ihrer

Nachbarn. Sie scheint mir aber auch im grösseren Zusammenhang der langfristigen Entwicklung des der Existenz und des Verhältnisses verschiedener Varietäten interessant zu sein, insbesondere auch im Vergleich mit Entwicklungen, wie sie in Deutschland zu beobachten sind, nämlich die „sekundäre Regionalisierung“ (Peter Auer) nach einer Phase des Dialektverlusts. Das genetische Verhältnis der Varietäten ist jeweils unterschiedlich, beiden Situationen ist jedoch gemein, dass Kontraste zwischen Varietäten beibehalten bzw. wieder neu etabliert werden. Sollte es sich dabei um eine Art Konstante handeln, so könnte man die Diglossie mit Augenzwinkern als die nachhaltigere Strategie bezeichnen und sie könnte für sich in Anspruch nehmen, dass sie es ja schon immer gewusst hat ...

Literatur:
Bourdieu, Pierre. 1984. „Capital et marché linguistiques“ In: Linguistische Berichte 90, 3-24. Christen, Helen. 1998. Dialekt im Alltag: eine empirische Untersuchung zur lokalen Komponente heutiger schweizerdeutscher Varietäten. Tübingen: Niemeyer. Diercks, Willy. 1994. Niederdeutsch in der Stadt Schleswig: zu Attitüden und zur Sprachverwendung. Stuttgart: Steiner. Ferguson, Charles A. 1959. „Diglossia“ In: Word 15, 325-340. Haas, Walter. 1986. „Der beredte Deutschschweizer oder die Hollandisierung des Hinterwäldlers: über die Kritik an der Deutschschweizer Sprachsituation.“ In: Löffler, Heiner (Hrsg.): Das Deutsch der Schweizer: zur Sprach- und Literatursituation der Schweiz. , 41-59. Häcki Buhofer, Annelies; Burger, Harald. 1998. Wie Deutschschweizer Kinder Hochdeutsch lernen. Der ungesteuerte Erwerb des gesprochenen Hochdeutschen durch Deutschschweizer Kinder zwischen sechs und acht Jahren. Stuttgart: Steiner. Hengartner, Thomas. 1993. „Faktoren der Einschätzung Schweizerdeutscher Dialekte“ In: Lüdi, Georges; Zuber, Claude-Anne (Hrsg.): Acta Romanica Basiliensia. Basel: Romanisches Seminar der Universität, 127-141. Hengartner, Thomas. 1995. „Dialekteinschätzung zwischen Kantonsstereotyp und Hörbeurteilung: Faktoren der Einschätzung schweizerdeutscher Dialekte“ In: Löffler, Heinrich (Hrsg.): Alemannische Dialektforschung: Bilanz und Perspektiven; Beiträge zur 11. Arbeitstagung alemannischer Dialektologen. Tübingen, Basel: Francke, 81-95. Hofer, Lorenz. 1997. Sprachwandel im städtischen Dialektrepertoire: eine variationslinguistische Untersuchung am Beispiel des Baseldeutschen. Tübingen, Basel: Francke. Hofer, Lorenz. 1997. Sprachwandel im städtischen Dialektrepertoire: eine variationslinguistische Untersuchung am Beispiel des Baseldeutschen. Tübingen, Basel: Francke. Siebenhaar, Beat . 2000. Dialektwandel und Einstellung am Beispiel der Aarauer Stadtmundart. Stuttgart: Steiner. Werlen, Iwar. 1985. „Zur Einschätzung von schweizerdeutschen Dialekten“ In: Werlen, Iwar (Hrsg.): Probleme der schweizerischen Dialektologie. 2. Kolloquium der Schweizerischen geisteswissenschaftlichen Gesellschaft. Freiburg Schweiz: Editions Universitaires, 195-266.