Strasser Capital im Interview

Wolfgang Kuhlmann: Herr Strasser, Ihr Unternehmen Strasser Capital ist im Bereich der Erneuerbaren Energien tätig. Das Thema Energiewende und Erneuerbare sind in aller Munde. Bitte geben Sie uns einen kurzen Überblick über Ihr Unternehmen sowie Geschäftsmodell. Konstantin Strasser: Strasser Capital ist nun zehn Jahre am Markt aktiv. Dabei machen wir als Strasser-Unternehmensgruppe einen Umsatz von rund 70 Millionen Euro. Auch Teile meiner Familie sind in die Unternehmensgruppe eingebunden. Wir konzentrieren uns auf insgesamt vier Geschäftsfelder: Die dezentrale Energie für Haus- und Wohnungsbesitzer, für die Industrie und Wirtschaft sowie Kommunen und wir stellen zentrale Energie für Großkraftwerke bereit. Am Anfang haben wir damals auch mal Fonds aufgelegt, aus dem Bereich haben wir uns aber zurückgezogen. Wolfgang Kuhlmann: Die Erneuerbaren boomen, möchte man meinen. Aber es gibt auch Anlass zur Kritik, Stichwort EEG sowie staatliche Regulierungen und Subventionen. Wie bewegt sich Strasser Capital in diesem Marktumfeld? Konstantin Strasser: Wenn wir über Erneuerbare Energien sprechen, dann muss man aber auf Energie insgesamt anschauen. Der Markt insgesamt ist sehr politisch, das ist richtig. Die Politik hat hier bisher wenig Sicherheiten gegeben, Stichwort Atomkraft. Erst wurden die Laufzeiten verlängert, dann wurde nach Fukushima über Nacht politisch die Energiewende beschlossen. Sie haben Recht, auch das EEG hat eine enorme politische Dimension. Wir verstehen uns bei Strasser Capital als Beteiligungsgesellschaft und unser Marktumfeld ist sozusagen das Versorgungsthema.

Wolfgang Kuhlmann: Wenn wir etwa über das EEG sprechen: Derzeit ist seitens der EU ein Kartellverfahren dagegen anhängig, unseren Informationen nach werden die europäischen Wettbewerbshüter diese deutsche Regelung kippen. Ist das eine Gefahr für Ihr Unternehmen? Konstantin Strasser: Nein, das sehen wir nicht so. Wir sind mit unseren neuen Konzepten unabhängiger vom EEG geworden. Fakt ist aber, dass Gesetze immer schneller getroffen werden. Damit zwingt die Politik die Wirtschaft auch zu immer schnelleren

Entscheidungen. Das ist zum Teil aber gar nicht leistbar, etwa aufgrund von vertraglichen Verpflichtungen. Oder anders gesagt: Was sollen die Firmen denn im Notfall tun? Über Nacht alles Mitarbeiter raus werfen? Das ist in der Realität gar nicht möglich. Wolfgang Kuhlmann: Strasser Capital ist nun unabhängiger vom EEG, sagen Sie. Wie wurde das erreicht? Konstantin Strasser: Klar ist, dass die Strompreise immer weiter steigen. Auch aufgrund des EEG, denn die EEG-Umlage wird immer weiter erhöht. Das Gleichgewicht zwischen der Produktion von Erneuerbarer Energie und der Einspeisevergütung gerät also immer weiter aus dem Gleichgewicht. Wir gehen da jetzt neue Wege, indem wir Strom da produzieren, wo er benötigt wird und wir Konzepte entwickelt haben, damit der Kunde den Strom, den er benötigt auch selber produzieren kann. Das bedeutet: Wir errichten beispielsweise Solaranlagen auf Dächern unserer Kunden, ohne dass diese die Anlagen selber finanzieren müssen. Wir reichen den produzierten Strom aber weiter, sodass die Kunden letztendlich von einem deutlich günstigeren Strompreis profitieren. Dies gilt übrigens für den Endverbraucher wie für unsere Kunden in der Industrie. Wolfgang Kuhlmann: Sie sprachen ja die Schnelllebigkeit der Politik und die immer schneller werdenden politischen Entscheidungen an. Steht Strasser Capital im Sturm? Konstantin Strasser: Bei den genannten politischen Rahmenbedingungen wird es immer mal zu Konflikten kommen, aber da gilt es Kompromisse zu finden. In der StrasserUnternehmensgruppe können wir selber auch schnelle Entscheidungen treffen. Ich würde aber behaupten: In Deutschland sind wir nach vielen Jahren heute an einem Punkt, an dem sich Solarenergie rechnet. Da wir kein Hersteller sind, sondern uns auf den Versorgungscharakter fokussieren, haben wir ganz andere Wertschöpfungsketten. Daher treffen uns etwa diese Wellen der politischen Regulierungen und Subventionen nicht so stark wie etwa die Herstellerfirmen. Die haben ein massives Problem: Man hat den Markt, etwa für Solarmodule, komplett den Chinesen in die Hand gegeben. Mit Marktwirtschaft hat das nicht mehr viel zu tun!

Wolfgang Kuhlmann: Es klingt heraus, dass subventionierte Märkte schlecht sind. Konstantin Strasser: Ich würde sagen: Subventionierte Märkte sind schwierig. Bei Subventionen in Industrien bekommen das die Bürger nicht mit. Aber wenn der Staat die Bürger subventioniert, wie im Fall des EEG, dann bekommen diese natürlich Veränderungen

mit und die immer stärker werdende Ungleichheit wird offenkundig. Wolfgang Kuhlmann: Ist das nicht, nach dem von Ihnen beschrieben Geschäftsmodell, nicht sogar eher eine Chance? Konstantin Strasser: Ja, die Entwicklungen helfen uns, aber sie kosten auch viel Arbeit und Kraft. Etwa haben wir ganz neue Vertriebsstrukturen aufgebaut. Auf den Punkt gebracht: Wir bieten Solaranlagen für jedermann. Ein Konzept, dass auch in den USA immer gängiger wird. Die Amerikaner machen es im Grund wie wir: Firmen wie Strasser Capital errichten die Anlagen, halten diese also im Bestand und verkaufen den Strom. Die Kunden profitieren dabei von einem günstigen Strompreis. Das bringt ihnen mehr, als wenn sie eine Anlage selber errichten und den Strom dann einspeisen müssen. Wolfgang Kuhlmann: Herr Strasser, nun kann ja nicht immer alles nach Plan laufen, Stichwort Leo One und Thormann Capital. Gerüchten zufolge sei etwa bei Thormann Capital der Berater Freddy Kremer in einer mehrfachen Beratungsfunktion tätig gewesen: Einerseits für die Leo One, andererseits für Strasser Capital. Können Sie ausführen, inwiefern da was dran ist? Konstantin Strasser: Richtig ist, dass Leo One/Thormann Capital eine Biogasanlage gekauft hat. Herr Kremer hatte früher in der Tat ein Beratungsmandat bei uns, aber nicht im Bereich Investment! Es ist nicht alles ganz rund gelaufen mit Thormann Capital und das war für uns wirklich nicht erquicklich. Schlussendlich haben wir damals dann die Biogasanlage errichtet. Heute speist diese ganz normal Strom ein und läuft. Aber das hatte mit der Beratung von Herrn Kremer nichts zu tun!

Wolfgang Kuhlmann: Herr Strasser, im Netz finden sich Aussagen, wonach es über Ihre ehemalige PR-Beauftragte Dagmar Metzger Verbindungen zur AfD gäbe, von Spenden seitens Strasser Capital ist da die Rede. Inwieweit engagiert sich die StrasserUnternehmensgruppe sozusagen auch „politisch“?

Konstantin Strasser: Zuerst einmal möchte ich festhalten: Die Dame ist eine nette, gestandene Persönlichkeit. Und ja, sie hatte auch ein Mandat bei uns als PR-Beraterin. Korrekt ist auch, dass sie sich politisch engagiert, konkret in der Alternative für Deutschland. Das ist aber ihre Privatsache, so wie es auch Privatsache ist, was ich oder Sie etwa wählen. Mir war die Afd beispielsweise kein großer Begriff, ehe die Dame mal davon erzählte. Ich bin der festen Überzeugung: Wer sich politisch engagieren will, der soll das gerne privat machen. Wir als Strasser-Unternehmensgruppe haben uns mittlerweile von der PR-Beraterin getrennt, allerdings nicht im Streit oder so, falls Sie das als nächstes Fragen wollen. Wir als Unternehmen haben keinerlei politischen Anspruch. Das bedeutet aber auch, dass wir rein gar nichts mit der AfD zu tun haben. Daher haben wir auch, weder direkt noch indirekt, Geld gespendet, um es diesen Kreisen zuzuführen. Wolfgang Kuhlmann: Nun heißt es im Netz auch, Ihr Lebenslauf sei nicht ganz rund, Ihre Frau sowie Brüder hätten lukrative „Versorgungsjobs“ bei Strasser Capital und überhaupt sei Ihre Ausbildung quasi nicht auf dem Papier existent. Das klingt ganz schön hart – aber stimmt es überhaupt? Konstantin Strasser: Zuerst einmal möchte ich gerne festhalten, dass meine Ehefrau nicht alleinige Eigentümerin in der Strasser-Unternehmensgruppe ist. Ich habe ja aber eingangs schon erwähnt, dass auch Familienmitglieder von mir bei uns tätig sind, konkret meine beiden Brüder Benjamin und Gabriel. Die beiden bringen bei Strasser Capital ihre jeweilige Kompetenz und ihr Know-how als Mitarbeiter ein, von Versorgungsjobs kann also wirklich nicht die Rede sein, im Gegenteil. Die beiden machen einen wirklich guten Job, will ich mal klar herausstellen! Zum Thema Berufserfahrung sage ich: Ich kann als Unternehmer auf eine langjährige Erfolgsgeschichte zurück blicken. Eventuell spielen Sie ja beispielsweise auf ein Studium an? Fakt ist: Ich wüsste gar nicht, was ich hätte studieren sollen um dahin zu kommen, wo ich heute stehe! Wolfgang Kuhlmann: Wie ist es denn um die Finanzierung der Strasser Capital-Gruppe bestellt? Konstantin Strasser: Strasser Capital ist nicht unterfinanziert, darf ich Ihnen versichern. Gerne laden wir Sie zu einem Folgetermin ein, um weitere Transparenz für Sie zu schaffen. Wolfgang Kuhlmann: Herr Strasser, herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit für unsere Fragen genommen haben.
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