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Fortgeschrittene | 60 Min.

Photoshop CS3
digitale fotografie

Ile Grande
Bretagne
Um Farbdateien in ausdrucksstarke Schwarzweißbilder zu verwandeln, stehen dem
Photoshop-User etliche Möglichkeiten zur Verfügung. In dieser sowie in den Folgeausgaben
sollen einige davon vorgestellt werden. Die gängigsten Konvertierungsbefehle sind der
Kanalmixer und der Befehl "Schwarzweiss". Letzterer steht erst seit Photoshop CS3 zur
Verfügung. Recht interessante Resultate bezüglich der Umsetzung von Farb- in Grautonwerte
lassen sich jedoch auch mit den Befehlen FARBTON/SÄTTIGUNG und der VERLAUFSUMSETZUNG
erwirken. Beinahe zahllose Tonwertinterpretationen stehen damit dem Fotografen zur
Verfügung und es fällt einem oft schwer dabei, sich definitiv für die eine oder andere
Interpretation zu entscheiden.

01
Felswand –Originalaufnahme,
Doppelbelichtung
Der verschwommene Charakter der Aufnahme
Felswand entstand durch eine Mehrfachbelichtung
und nicht durch eine Bildbearbeitung mit
Photoshop. Werden Bilddateien bearbeitet
– so eben auch die Konvertierung der Farben in
Grautöne – ist es empfehlenswert, die Farbtiefe
von 8-Bit auf 16-Bit (Hauptmenüleiste BILD-
MODUS-16-BIT-KANAL) zu erhöhen. Dadurch
erhöht sich die Rechengenauigkeit und das Risiko
von tonalen Abrissen wird reduziert. Der Befehl
FARBTON/SÄTTIGUNG wird als Einstellungsebene
aufgerufen. Dies erfolgt durch rechten Mausklick
auf das vierte Icon in der unteren Menüleiste der
Ebenenpalette. Im sich öffnenden Dialogfenster
wird dann der Regler für die SÄTTIGUNG ganz nach
links auf -100 eingestellt: Die Farbe wird dem Bild
entzogen.

02
Die Farbe wird dem Bild entzogen
Aufgerufene Einstellungsebenen werden der
Bilddatei oben auf gelegt. Die veränderten
Parameter werden dadurch nicht mit den Pixel
der darunter liegenden Datei verrechnet. Verän-
derungen oder Korrekturen der eingestellten
Parameter können jederzeit mühelos vorge-
nommen werden. Anschließend wird erneut die
Hintergrunddatei angeklickt und nochmals eine
Einstellungsebene mit dem Befehl FARBTON/
SÄTTIGUNG aufgerufen. Wird diese über die
Menüleiste der Ebenenpalette aktiviert, so
wird der OK-Button im Dialogfenster angeklickt
und danach die Füllmethode FARBE in der
Ebenenpalette eingestellt. Alternativ kann die
Einstellungsebene auch über die Hauptmenüleiste
EBENE-NEUE EINSTELLUNGSEBENE-FARBTON/SÄT-
TIGUNG aufgerufen werden. Im sich öffnenden
Dialogfenster NEUE EBENE wird dann gleich unter
MODUS die Füllmethode FARBE aktiviert und der
Befehl bestätigt.
.psd 02/2009 19
digitale fotografie

03 Ein Verschieben
des Reglers „Farbton“
verändert die Tonwerte im Bild
Vergisst man die Füllmethode FARBE einzustellen
– und das passiert leicht – versucht man im Modus
NORMAL vergebens die Tonwerte zu verändern:
Es passiert gar Nichts und man fragt sich, was
das Ganze überhaupt soll. Ein Doppelklick auf
das Ebenenminiaturbild der Einstellungsebene
FARBTON/SÄTTIGUNG (Modus FARBE) öffnet das
Dialogfenster. Nun beginnt die kreative Spielerei,
indem im Standardmodus der Regler für den
FARBTON nach rechts und nach links verschoben
wird. Damit muss einfach einmal experimentiert
werden. Die Tonwertbeeinflussungen können von
enorm bis leicht variieren, ganz in Abhängigkeit
davon, wie kräftig die Farbe und ihre Verteilung
in der Bilddatei ausfällt. In diesem Beispiel wird
der Regler des Farbtons auf -66 eingestellt. Das
führt zu einer Abdunkelung des Himmels, bei
gleichzeitiger Akzentuierung der Helligkeit auf der
Felswand.

04

Eine synchrone Veränderung


von „Farbton“ und „Sättigung“
beeinflusst ebenfalls die
Tonwertwiedergabe
Selbstverständlich kann neben der veränderten
Farbtoneinstellung zusätzlich noch die SÄTTIGUNG
variiert werden, was zu verblüffenden, tonalen
Ergebnissen führen kann. Bei diesem Beispiel
wird der Farbton auf einen Wert von +15 und
die Sättigung auf den Wert von +56 eingestellt.
Im Vergleich zum vorherigen Beispiel zeigt
der Himmel einen helleren Tonwert und die
Felswand hingegen wird deutlich dunkler. Um
den persönlichen tonalen Favorit zu finden, muss
einfach mit den beiden Reglern experimentiert
werden.

05

Krasse Einstellungen von


„Farbton“ und „Sättigung“ führen
zu ungewöhnlichen Tonwerten
Ein weiteres und recht krasses Beispiel: Der
FARBTON wird auf einen Wert von -160 gestellt,
während die SÄTTIGUNG einen Wert von +91
bekommt. Die dunkle Wiedergabe des Himmels
steht in einem besonderen Reiz zu der hellen
Leuchtkraft der Felswand. Das Tonwertprozedere
lässt sich noch raffinierter gestalten. Durch
rechten Doppelklick auf das Miniaturbild der
Ebene FARBTON/SÄTTIGUNG MODUS FARBE öffnet
sich das Dialogfenster.

20 .psd 02/2009
ile grande bretagne

06 Tonwerte verändern sich nicht


Ein Klick auf das schwarze Dreieck oben im Feld
STANDARD öffnet das Farbspektrum. Irgendeine
Farbe wird aktiviert und anschließend mit der
Pipette der Himmel angeklickt. Blautöne erscheint
im Feld BEARBEITEN. Nun wird der Farbtonregler
nach links auf einen Wert von – 63 gezogen. Der
Himmel wird dunkler, nein falsch, alle Blautöne
innerhalb der Datei werden dunkler. Der Befehl
wird bestätigt. Um die Felswand unabhängig
vom Himmel in ihren Tonwerten zu verändern,
wird eine weitere Einstellungsebene FARBTON/
SÄTTIGUNG aufgerufen. Hierzu muss zunächst das
Hintergrundbild aktiviert werden. Als Füllmethode
wird FARBE in der Ebenenpalette eingestellt. Im
Feld BEARBEITEN wird die Farbpalette wieder
aufgerufen und eine Wahl getroffen. Wie klicken
mit der Pipette auf die Felswand. GELBTÖNE
erscheint in Feld BEARBEITEN. Der Regler für
den FARBTON wird in diesem Beispiel auf einen
Wert von -39 eingestellt. Die Felswand mit ihren
warmen Farben wird heller. Die Helligkeit wird
zusätzlich durch ein Anziehen der SÄTTIGUNG auf
einen Wert von + 29 erhöht.

07

Tonale Veränderung
des Felswand
Ist man mit dem Resultat zufrieden, werden
sämtliche Ebenen durch das Tastenkürzel
[Umschalt]+[Strg]+[e] miteinander verschmolzen.
Das Schwarzweissbild wird dann noch weiter
bearbeitet, was ins Uferlose führen kann. Noch
ein Hinweis: Es ist grundsätzlich empfehlenswert,
mit einem Duplikat der zu bearbeitenden Datei zu
arbeiten. Sollte alles aus irgendwelchen Gründen
daneben gehen, so steht dem Fotografen immer
noch das gesicherte Backup zur Verfügung.

Andreas Weidner

W E R B U N G

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