Web Analyse von Microblogging-Nutzung in der Lehre am Beispiel von MBlog und GADI

Bachelorarbeit

Studiengang Softwareentwicklung-Wirtschaft

An der technischen Universität Graz

Themensteller und Betreuer: Dipl.-Ing. Dr.techn. Univ.-Doz. Martin Ebner

vorgelegt von David Kolb

Graz, Oktober 2013

1

EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG

Ich erkläre an Eides statt, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig verfasst, andere als die angegebenen Quellen/Hilfsmittel nicht benutzt und die den benutzten Quellen wörtlich und inhaltlich entnommene Stellen als solche kenntlich gemacht habe.

Graz, am ……………………………

……………………………………………….. (Unterschrift)

STATUTORY DECLARATION

I declare that I have authored this thesis independently, that I have not used other than the declared sources / resources, and that I have explicitly marked all material which has been quoted either literally or by content from the used sources.

…………………………… date

……………………………………………….. (signature) 2

Abstract
This paper deals with the medium of microblogging and its current value in teaching, as well as how the use of microblogs in teaching can be improved. In the present day, microblogging websites like Twitter and TumblR have an enormous amount of media presence. Therefore possible applications of microblogging in teaching are being discussed. Microblogs offer a lot of opportunities for creativity and are multi-layered, despite of the character limit which they use. The theoretical knowledge about microblogs is compared to the analysis of the microblogging website MBlog. On Mblog, students were asked to write microblogs over a period of several weeks. Those microblogs were analyzed, interpreted and evaluated: How do the students deal with this media? What contents did the microblogs contain? To gain information of the large number of microblogs, quantitative content analysis has been used and modified for the specific tasks and demands of this paper. In addition, selected microblogs are presented and in further consequence interpreted. The main focus was laid around the development of microblogs and thus which progress the students made in the use of this medium.

3

Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich im theoretischen Teil damit, wie das Medium Microblogging in der Lehre genutzt werden kann. In einer Zeit in der Microblogging durch Webseiten wie Twitter und TumblR über eine enorme mediale Relevanz verfügen, liegt es nahe, dafür nach Einsatzmöglichkeiten in der Lehre zu suchen. Dabei wird darauf eingegangen, welche kreativen Möglichkeiten es zur Nutzung von Microblogs gibt und auch wie vielschichtig sie, trotz ihrer Zeichenbeschränkung, sein können. Weiters wird beschrieben, welchen Stellenwert Microblogging momentan in der Lehre hat. Die im theoretischen Teil gewonnen Erkenntnisse werden zusätzlich mit der Analyse der Microblogging Plattform MBlog verglichen. Mit Hilfe von MBlog, wo Studentinnen und Studenten über mehrere Wochen hinweg Microblogs verfassten, wird analysiert und interpretiert, wie mit dem Medium umgegangen wurde, wie es aufgenommen wurde und welche wichtigen Inhalte vorgekommen sind. Um aus den vielen verfassten Microblogs auf MBlog Informationen gewinnen zu können, wurde die quantitative Inhaltsanalyse benutzt und für die speziellen Aufgaben und Ansprüche der Arbeit abgeändert. Zusätzlich werden einige besondere Microblogs präsentiert und in weiterer Folge interpretiert. Dabei dreht sich die Arbeit auch um die Entwicklung der Microblogs und damit um die Studentinnen und Studenten, welche Fortschritte diese, im Laufe der Zeit gemacht haben.

4

Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis .................................................................................................................................... 5 1 2 Einleitung ......................................................................................................................................... 6 State of the Art ................................................................................................................................ 7 2.1 2.2 Definitionen und Begriffe ........................................................................................................ 7 Gegenwärtiger Nutzen in der Lehre ........................................................................................ 8 Microlearning .................................................................................................................. 8 Didaktische Einsatzszenarien .......................................................................................... 8 Sicherheit und Privatsphäre beim Twittern .................................................................. 10

2.2.1 2.2.2 2.2.3 3

Praktischer Teil .............................................................................................................................. 12 3.1 3.2 Vorgaben durch GADI und MBlog ......................................................................................... 12 Informationsbeschaffung ...................................................................................................... 12 StatusNet API ................................................................................................................. 13 Konvertierung von XML zu Excel ................................................................................... 13 Auswertung ................................................................................................................... 14 Inhaltsanalyse ............................................................................................................ 14

3.2.1 3.2.2 3.2.3 3.2.3.1 4

Diskussion über microblogging in der Lehre ................................................................................. 30 4.1 Diskussion der erarbeiteten Ergebnisse ................................................................................ 30 Interpretation der Kodierungsauswertungen ............................................................... 30 Besonderheiten einzelner Microblogs und Ergebnisse ................................................. 34 Interpretation der ausgewerteten Hypothesen ............................................................ 36

4.1.1 4.1.2 4.1.3 4.2 5 6 7 8

Nutzung von MBlog Fazit....................................................................................................... 39

Zusammenfassung und Ausblick ................................................................................................... 41 Abbildungsverzeichnis ................................................................................................................... 43 Tabellenverzeichnis ....................................................................................................................... 44 Literaturverzeichnis ....................................................................................................................... 45

5

1 Einleitung
Microblogplattformen, ganz besonders Twitter1, erlebten in den letzten paar Jahren einen großen Aufschwung [Eb13]. Deshalb stellt sich die Frage, ob Microblogging in der Lehre sinnvoll einsetzbar und im E-Learning Bereich nutzbar ist. Außerdem behandelt ein großer Teil der Arbeit, die Nutzung der Microblogging Plattform MBlog2, welche ein Semester lang von Studentinnen und Studenten genutzt wurde. Die Kommunikation hat sich durch das Auftreten von Microblogs zunehmend verändert. Das bedeutet durch die beliebten Microblogplattformen ist ein neuer Kommunikationsbereich entstanden, welcher sich z. B. mit E-Mails oder Handys vergleichen lässt [Re10]. Diese wichtigen neuen Eigenschaften der Kommunikation werden im praktischen Teil der Arbeit analysiert und herausgearbeitet. Zu diesem Zweck werden die Microblogs von Studentinnen und Studenten ausgewertet, welche im Rahmen der Vorlesungsveranstaltung GADI3 (Gesellschaftliche Aspekte der Informationstechnologie), zu speziellen vorgegebenen Themen verfasst werden mussten. Dafür sollten Studentinnen und Studenten sich auf MBlog einen Account erstellen. Jeder Student und jede Studentin konnte sich bei einer Gruppe anmelden, welche zwei Themen vorgab wie z. B. semantisches Web, Augmented Reality oder Green-IT. Die Aufgabenstellung dieser Arbeit ist es einen Mehrwert an Information aus den verschiedenen Microblogs zu gewinnen und diese mitunter auch zu visualisieren. Außerdem soll gezeigt werden, wie die Benutzerinnen und Benutzer mit der Plattform MBlog umgegangen sind und welche positiven und negativen Aspekte es bei der Benutzung dieser gab. Um Informationen von den Microblogposts zu erhalten, wurden Techniken der quantitativen Inhaltsanalyse übernommen und für diese spezielle Situation angepasst. Durch die vorgegebenen Themen wäre eine normale quantitative Inhaltsanalyse wenig nützlich gewesen, da unter diesen Umständen nur die schon bekannten Themen als Ergebnis herausgekommen wären. Deshalb mussten neue Kontextualisierungsgruppen gefunden werden und Techniken der qualitativen Inhaltsanalyse abgewandelt werden. Weiters wird auf die Informationsbeschaffung bzw. –erzeugung eingegangen. Die Ergebnisse der quantitativen Inhaltsanalyse werden anschließend analysiert und interpretiert. Die Forschungsfrage dieser Arbeit lautet: Wie sinnvoll ist der Einsatz von Microblogging in der Lehre? Um diese Frage detailliert zu beantworten, wird diese in mehrere Bereiche und Themen gesplittet und unter anderem wird genau auf die Bedingungen der Lehrveranstaltung GADI eingegangen. Um diese noch zu verdeutlichen, werden passende Statistiken und Diagramme der Ergebnisse präsentiert und diskutiert. Danach gibt die Arbeit noch einen Ausblick auf die Möglichkeiten von Microblogs in der Lehre, was MBlog erreicht hat und wie sich in Zukunft Microblogging in die Lehre integrieren könnte.

1 2

https://twitter.com/ [letzter Abruf: September 2013] mblog.tugraz.at [letzter Abruf: September 2013] 3 https://online.tugraz.at/tug_online/lv.detail?cLvNr=120966 [letzter Abruf: Juli 2013]

6

2 State of the Art
Microblogging Services haben in den letzten paar Jahren stark an Bedeutung zugenommen. Das Medium wird daher oftmals von News und PR Agenturen verwendet, die meisten Benutzerinnen und Benutzer sind aber privater Natur. Dies beeinflusst daher die Lehre und Lernmethoden [Ki11]. Früher war es normal für Schüler und Schülerinnen Bücher zu verwenden. Heute werden bereits Tablets als portable Informationsquellen genutzt [Gr13]. Mit diesem Technologieanstieg der letzten Jahre wurde Twitter, die bekannteste und meistgenutzte Plattform für Microblogging, für unser soziales Umfeld immer wichtiger. 2009 ist die Seite um mehr als 2000% gewachsen [Re10]. Momentan hat Twitter mehr als 1,5 Milliarden Benutzerinnen und Benutzer und pro Sekunde werden 0,8 Accounts erstellt4. Diesen Erfolg hatte die Seite nur, da Microblogging sehr zugänglich ist. Es werden keine HTML- oder sonstigen Programmierkenntnisse benötigt und trotz der limitierten Zeichenanzahl steckt meist viel Information in einem einzelnen Microblog.

2.1 Definitionen und Begriffe
„Microblogging ist eine verkürzte Form des Bloggens. Blogs und Microblogs gemeinsam ist, dass sie Einträge enthalten, die in chronologisch absteigender Reihenfolge gelistet werden (der aktuellste Blogeintrag steht ganz oben). Durch Blogs können schnell Beiträge veröffentlicht werden und Leserinnen und Leser können Beiträge unter anderem verlinken und kommentieren (Brahm, 2007). Der Begriff „Blog“ ist die Kurzform von Weblog; Weblog wiederum ist ein Kunstwort aus dem Wort „Web“ und dem „log“, dem Logbuch, also dem seemännischen Tagebuch (Brahm, 2007).“ [Bu11, S.2] Nachdem Twitter über einen so hohen Bekanntheitsgrad verfügt, wird der Twitterjargon, bezüglich Microblogs, angeführt und erklärt. Dabei haben sich Begriffe wie Tweet (Pieps) oder twitter (zwitschern) durchgesetzt und sind im Sprachgebrauch der Userinnen und User fest verankert. Ein Microblog besteht aus höchstens 140 Zeichen und wird Post oder auch Tweet genannt. Gerade diese 140 Zeichen machen das posten bzw. twittern (das Schreiben eines Microblogs) so interessant, da es möglich ist auf wenig Raum viel Information unterbringen muss. Meist enthält ein Tweet nicht nur eine Statusmeldung, sondern auch noch optional einen Hyperlink auf eine andere Webseite und ein oder mehrere Hashtags. Das Wort Hashtag besteht aus dem englischen hash (gemeint ist das Doppelkreuzzeichen „#“) und tag (Schlagwort). Wenn bei einem Post ein „#“ vor einem Wort verwendet wird, wie z. B. „#Journalismus“ wird das Wort Journalismus getaggt und enthält dadurch eine Art Metainformation. Denn dadurch besteht die Möglichkeit alle Tweets die mit „#Journalismus“ getaggt wurden, sofort unter diesem Hashtag zu finden. Es ist üblich, dass ein Microblog meist ein oder sogar mehrere Hashtags enthält. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Tweets mit anderen Benutzerinnen und Benutzern zu teilen. Diese werden Re-Tweets genannt und werden mit „RT“ vor dem Text gekennzeichnet und posten den originalen Tweet an die eigenen Follower. Wenn ein Kontakt bzw. eine andere Person geaddet (seinem Account hinzugefügt) wird, werden von diesem Zeitpunkt an alle Tweets angezeigt, welche dieser Kontakt verfasst. Damit wird die Person, welche die Andere hinzugefügt hat zum Follower von dieser. Als weitere nützliche Funktionalität gibt es das Zuweisungssymbol „@“. Dadurch ist die Möglichkeit gegeben eine bestimmte Benutzerin, bzw. einen bestimmten Benutzer öffentlich anzusprechen. Dies funktioniert mit @Benutzername [Bu11]. Durch die leichte und schnelle Erlernbarkeit des Microbloggens bzw. Twitterns hat es das Medium des Microblogs geschafft, zu solch großer Beliebtheit zu kommen. Der Anreiz liegt darin, dass Benutzerinnen und Benutzer eine sehr hohe Reichweite aufbauen können und damit Informationen vielen verschiedenen Menschen zukommen lassen können. Als passive Benutzerin oder passiver Benutzer, das bedeutet, eine Person die keine Microblogs verfasst, sondern nur liest, ist es möglich durch das Followen sehr punktuell und präzise Informationen, einer bestimmten Person, abrufen.

4

http://twopcharts.com/twitter1billion.php (letzter Abruf: 25.07.2013)

7

2.2 Gegenwärtiger Nutzen in der Lehre
2.2.1 Microlearning Das Lernen durch Microblogs wird oft mit Microlearning verbunden, welches sich durch kurze Beiträge bzw. wenig Information und kurze Lernphasen definiert [Bu11]. Das Konzept des Microlearnings zielt auf den Erwerb von Kompetenzen in der Lehrausbildung. Es setzt einen Schwerpunkt auf Team-Teaching und Beraterfunktionen und verfügt über eine eigene Struktur. Der Unterricht wird in Micro-Lektionen, Micro-Perioden und Micro-Arbeitsphasen eingeteilt, um so Informationen vermitteln und verarbeiten zu können. Diese Idee ist in den letzten Jahren in vielerlei Hinsicht vorangeschritten. Dementsprechend ist die Idee des Microlearnings sowohl auf der Ebene der Aneignung von Fähigkeiten und Nutzung der Lehrmethoden, als auch auf der Ebene der Reflexion über die Lernprozesse angesiedelt [Hu05]. Da die Informationseinheit bei einem Microblog mit der einer Micro-Lektion meist gut übereinstimmt, eignet sich microblogging gut, um Microlearning umzusetzen und so gibt es schon jetzt einige Plattformen und Bereiche in denen Microblogging eingesetzt wird. 2.2.2 Didaktische Einsatzszenarien Selbstverständlich können Microblogs auch durch andere Methoden genutzt werden. Die Vorteile am Microblogging liegen klar darin, dass es, wie erwähnt, sehr leicht zu erlernen ist. Außerdem können Schülerinnen und Schüler außerhalb des Klassenzimmers erreicht werden, wodurch eine Vertiefung und weiterführende Beschäftigung eines Themas erreicht werden können. Durch das Anlegen von Elternaccounts entsteh ein weiterer Vorteil. Dadurch ist es möglich Eltern miteinzubinden, und ihnen die Fortschritte ihres Kindes zu zeigen. Weiters ist es möglich, über das Medium organisatorische Informationen mitzuteilen. Wie das Medium eingesetzt wird, ist zur Gänze frei wählbar, durch Sektionen oder Gruppen besteht die Möglichkeit die verschiedenen Einsatzgebiete unter einer Plattform zu vereinen. Mittlerweile sind mehrere, interessante Nutzungsmöglichkeiten bekannt, unter anderem gibt es die folgenden Vorschläge. Ob diese in der Praxis schon umgesetzt worden oder noch theoretischer Natur sind, ist unbekannt. Dies ist aber nicht relevant, da die folgenden Einsatzmöglichkeiten zeigen sollen, wie vielfältig das Arbeiten mit Microblogs sein kann. Bei den meisten Übungen steht im Vordergrund, dass Schülerinnen und Schüler nicht nur alleine die Aufgabe lösen, sondern auch auf ihre Mitschülerinnen und Mitschüler eingehen. Bei manchen Übungen bzw. Methoden (z. B. Soziale Netze erforschen, berühmten Persönlichkeiten followen) muss bedacht werden, dass diese nur mit großen Netzwerken wie Twitter möglich sind:  Diskussion: Dabei wird ein Thema vorgegeben und Schülerinnen und Schüler diskutieren über das Thema und schreiben ihre Gedanken und Meinungen in einen Microblog. Auf diese Weise müssen sich die Kinder zum vorgegebenen Thema Gedanken machen und lernen eigenständig etwas Neues. Bei einer Gruppengröße einer Schulklasse mit ca. 25 Kindern ist das Potenzial des Informationsgehalts hoch einzuschätzen. Soziale Netze erforschen: Es geht darum, bei großen sozialen Netzwerken zu beobachten, welche Personen mit anderen verknüpft sind und dies dann mit Schülerinnen und Schülern aus einem soziologischen Standpunkt heraus erörtern. Außerdem können die Inhalte eines solchen sozialen Netzwerkes erforscht werden. Welche Inhalte gibt es, was ist interessant, wo liegen die Vor- und Nachteile? Geschichtliche/literarische Dialoge nachspielen: Die Herausforderung dabei ist die 140 Zeichen Beschränkung. Die Aufgabe liegt darin zwei Personen nachzuspielen, welche einen Dialog miteinander führen. Dies überprüft ob die Schülerinnen und Schüler ein literarisches Werk oder eine historische Gegebenheit verstanden haben und diese in kurzen Sätzen zusammenfassen können, z. B. den Dialog aus Shakespeares Hamlet zwischen Hamlet und seinem zum Geist gewordenen Vater oder ein Gespräch zwischen Julius Cäsar und Kleopatra. 8

 

Der Kreativität der Kinder und auch der Aufgabenstellung sind keine Grenzen gesetzt und so könnten gewisse Mundarten, Slangs oder Reime vorgegeben werden wie z. B. Romeo und Julias Balkonszene im 21. Jahrhundert in Jugendsprache wiederzugeben, ect… Bei dieser Nutzungsmöglichkeit gibt es außerdem noch einen weiteren Ansatz, dass die Schülerinnen und Schüler sich Charaktere ausdenken und Charaktereigenschaften angeben, um dann z. B. per Twitter eine Art SMS-Gespräch führen. Fremdsprachige Liedtexte kürzen: Aufgabenstellung ist es z. B. jede Strophe eines Liedes, in einen einzelnen Microblog zusammenzufassen. Das Lied kann vorgegeben oder frei gewählt werden. Geschichten erzählen: Die Kinder bekommen ein Thema und eine Textsorte mit gewissen Handlungspunkten und/oder Eckdaten vorgegeben. Eine Schülerin oder ein Schüler beginnt die Geschichte bzw. den Text, dann muss das nächste Kind am vorherigen Microblog anknüpfen. Dies wird immer weitergeführt, bis sich eine richtige Geschichte ergibt. Ideensammlung: Es wird ein eigener, eindeutiger Klassentag ausgewählt und stichpunktartig Ideen zu einem Thema gesammelt. Diese können durch Beantwortungen bearbeitet bzw. diskutiert werden. Auf diese Weise lassen sich organisatorische Vorschläge, aber auch eine Art Mindmap zu vorgegebenen Themen erarbeiten. Fragensammlung: Wenn ein Themengebiet noch Fragen für die Kinder aufwirft, können diese per Microblog gestellt werden. Diese können dann von der Lehrerin bzw. dem Lehrer oder von anderen Schülerinnen und Schülern beantwortet werden. Alternativ können Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht die Fragen noch einmal durchgehen und eine Zusammenfassung der Antworten abliefern. Diese Einsatzmöglichkeit ist auch anonym wahrnehmbar, wenn Benutzerinnen und Benutzer zufällige Benutzernamen wählen oder gar keinen angeben müssen. Berühmten Persönlichkeiten followen: Diese Methode eignet sich als kurze Leseübung in einem Fremdsprachenunterricht5 [ALoJ].

Als tatsächliche praktische Methode setzt z. B. die französische Privatschule Immaculée Conception Twitter im Leseunterricht ein. Dieses Experiment ist laut der dortigen Lehrerinnen und Lehrer sehr gut ausgefallen, da die Kinder (ca. 7 Jahre) sehr motiviert waren ihre favorisierten Tweets vorzulesen. Mittlerweile gibt es in Frankreich 170 Projekte an Schulen und weitere in anderen Lehreinrichtungen, bei welchen Twitter Diskussionen oder Übungen durchgeführt werden6. Auch gibt es diese Projekte in anderen Ländern, weshalb immer wieder Schultwitteraccounts (z. B. aus Deutschland) auftauchen (siehe 7, 8). Für mehrere der genannten Einsatzszenarien ist es möglich, eigene Microblog Plattformen zu nutzen, die nur der Schule bzw. der Lehreinrichtung dienen. Eine Möglichkeit dies umzusetzen, ist es OpenSource Software, wie z. B. StatusNet (siehe 9) inklusive Identi.ca (siehe 10)zu verwenden, wie es auch bei der Plattform MBlog der Fall ist. Dadurch kann individuell auf Benutzerinnen und Benutzer eingegangen werden, was ein ganz klarer Vorteil, gegenüber der fertig, vorgegebenen Microbloggingplattform ist. Der Nachteil daran ist, dass das Einrichten der Plattform mit einem hohen Aufwand einhergeht. Dem wollen sich momentan viele Lehrkräfte noch nicht stellen, da der Anreiz zu gering wirkt. Dieses Ergebnis hat sich aus mehreren Emailbefragungen mit steirischen Schulen ergeben. Aus diesem Grund hat sich bisher die Form des Blogs im Lehr- und Lernalltag besser durchsetzen können, da es durch Hilfen von Wordpress (siehe 11) oder anderen WYSIWYG (what you
5 6

http://www.lehrer-online.de/twitter.php [letzter Abruf: September, 2013] http://www.twittclasses.fr/ [letzter Abruf: Juli 2013] 7 https://twitter.com/RZKlasse [letzter Abruf: Juli 2013] 8 https://twitter.com/DasmachtSchule [letzter Abruf: Juni 2013] 9 http://status.net/ [letzter Abruf: September 2013] 10 https://identi.ca/ [letzer Abruf: September 2013] 11 http://de.wordpress.com/ [letzter Abruf: September 2013]

9

see is what you get) Editoren und Templates möglich ist, einfach und schnell einen Blog zu erstellen. Zwar gibt es ähnliche fertige Programme wie Floopo (siehe 12), durch welche in kürzester Zeit eine Art Twitter Klon erstellt werden kann. Diese sind aber noch bei Weitem nicht so verbreitet und bekannt, wie die vorher genannten Blogerstellungs-Werkzeuge. Da viele Schulen die E-Learning Plattform Moodle verwenden, wäre es eine gute Möglichkeit Microblogs in Moodle einzubeziehen, doch auch bei dieser Plattform besteht momentan nur die Möglichkeit Blogs zu erstellen. Für Microblogs sind derzeit noch keine integrierte Standardfunktion vorhanden. Es gibt zwar ein Plug-in für Twitter, aber dadurch muss wieder auf eine öffentliche Online-Plattform zurückgegriffen werden, wodurch es nicht möglich ist eine eigene private Plattform zu betreiben. Zum jetzigen Zeitpunkt nutzen einige Lehrkräfte Twitter gezielt, da dies der unkomplizierteste Weg ist mit Schülerinnen und Schülern Microblogging zu nutzen. Eine Studie der Donau-Universität-Krems zeigt, dass viele Lehrerinnen und Lehrer dem neuen Medium gegenüber noch sehr skeptisch sind [He11]. „Von Seiten der LehrerInnen erfuhren wir anfangs große Skepsis gegenüber unserem Vorhaben. Diese bezog sich vor allem auf zwei Aspekte: Die Nutzung eines Microblogging-Systems, das von der Mehrzahl an KollegInnen mit einem sozialen Netzwerk wie Facebook und den dort vorherrschenden Gefahren in Verbindung gebracht wurde, und unser Eindringen in die persönliche (private) Umgebung der SchülerInnen – also die Ausweitung des Beobachtungszeitraumes in die unterrichtsfreie Zeit. Beide Bedenken nahmen wir durch genaue Information und Argumentation ernst, signalisierten aber gleichzeitig auch die Notwendigkeit der Methode, um ein realistisches Bild von der tatsächlichen Nutzung der Technologie erlangen zu können. Außerdem passten wir nach einer anfänglichen Pilotphase einzelne Aspekte unseres Untersuchungsdesigns an und entschieden uns, ein geschlossenes Microblogging-System für die Untersuchung zu verwenden, um den Datenbestand vor unerlaubtem Zugriff zu schützen. Zusätzlich übernahmen wir Anstrengungen, um die Anonymisierung der SchülerInnen zu gewährleisten.“ [He11, S.4] Die Studie beschäftigte sich unter anderem mit den Inhalten der Microblogs. Dabei kam heraus, dass immerhin 18,5% der verfassten Texte von schulischen Themen gehandelt haben. Besonders beliebt waren dabei die Bearbeitung von Hausübungen und die Vorbereitung auf Referate. Abschließend geht aus der Studie hervor, dass Microblogging ein bereicherndes Mittel für den Unterricht war, aber auch außerhalb der Stunden die Schülerinnen und Schüler animiert hat, miteinander zu kommunizieren und schulische Themen zu besprechen. Bei dieser Studie wurden keine speziellen Vorgaben angeführt, wie das Medium zu nutzen ist und auch spezielle Aufgaben, wie bei 2.2.2 beschrieben wurden, waren nicht im Einsatz. 2.2.3 Sicherheit und Privatsphäre beim Twittern Dieses Unterkapitel ist keine Anleitung zur Sicherheit für öffentliche, soziale Netze wie Twitter, sondern soll den Umgang mit Sicherheit bei diesen Plattformen zeigen und wie Eltern, Lehrer und Kinder an das Thema herangeführt werden sollen. Wenn eine öffentliche Plattform benutzt wird, ist Sicherheit und Privatsphäre ein großes und wichtiges Thema. „Im 20. Jahrhundert konnte noch klar unterschieden werden, was öffentlich und was privat passierte. Auch heute gibt es diese Unterscheidung noch. Doch der große Zwischenraum des Halböffentlichen ist rasant geschrumpft. Die Reichweite einer Äußerung am Stammtisch war eher überschaubar. Die gleiche Äußerung im digitalen Raum kann jedoch ungeahnte Kreise ziehen, weil sie nicht immer bloß einen Klick von der (potenziellen) Weltöffentlichkeit entfernt ist, sondern auch noch für Jahre konserviert bleibt.“ [MuoJ, S.3] Vor allem Eltern und auch Lehrerinnen und Lehrer, die jene Plattformen nicht nutzen, haben aus diesem Grund Angst davor, Kinder einem solchen Umfeld zu überlassen. Dies ist sicherlich ein Grund dafür, warum Microblogging in der Lehre noch nicht zur Gänze bestehen kann. Deshalb sollten Lehrkräfte schon vorzeitig Aufklärungsarbeit leisten und über Probleme und Konsequenzen der
12

http://de.blueforge.biz/wiki/Floopo [letzter Abruf: September 2013]

10

Nutzung von großen sozialen Netzwerken sprechen, um so auftretende Bedenken zu klären. Dies sollte nicht nur im Unterricht für Schülerinnen und Schüler stattfinden, sondern auch z. B. bei Elternabenden oder ähnlichen informativen Veranstaltungen. Privatsphäre und Sicherheit im Internet sind wichtige Themen unserer Zeit, da es kaum eine Schülerin bzw. einen Schüler gibt, die/der dieses Medium nicht nutzt. Es ist ratsam, dass Lehrende bei diesem Thema objektiv bleiben und weder das Thema zu negativ noch zu positiv darzustellen. Wichtig ist, dass auf Probleme eingegangen wird und Eltern wie auch Kinder darüber aufgeklärt werden. Als wichtigster Punkt bei der praktischen Nutzung von z. B. Twitter gilt es, die Kinder mit geeigneten Mitteln zu schützen und diese den Eltern und Lehrerinnen und Lehrern mitzuteilen und auf weitere Bedenken dieser einzugehen. Nur in eine Umgebung, welcher auch vertraut wird, kann etwas gelernt werden und gerade bei einem Medium wie Web 2.0, muss es möglich sein, die Lernenden dazu zu motivieren mitzumachen. Weiters sollten nicht nur die negativen Seiten betrachten werden, sondern auch aufgezeigt werden, dass dieses Medium Transparenz und Glaubwürdigkeit der Lehrmethoden verspricht. Mit den passenden Accounts können Eltern sehen, was ihr Kind geleistet und abgeliefert hat und welche Lernfortschritte es gemacht hat. Dabei sollte die gesamte Lehrinstitution akzeptieren, dass sich durch das Medium Microblogging die Lernkultur, sowie die Wahrnehmung dieses Mediums sich verändern. Bestenfalls gibt es nicht nur ein paar wenige Lehrkräfte die sich mit dem Thema auseinandersetzen, sondern alle Lehrenden versuchen sich einzubringen und so mit neuen Lehrinhalten und Kommunikation den Unterricht zu verbessern [MuoJ]. Um den Einsatzszenarien eine sehr praktische Komponente zu verleihen, nimmt sich das nächste Kapitel des Faches GADI an, welches auf der TU Graz stattfindet. Dabei wird auf eine von mehreren Übungen der Lehrveranstaltung eingegangen, bei der es um die für diese Arbeit relevanten Microblogs geht, welche auf der selbst eingerichteten Plattform MBlog verfasst wurden.

11

3 Praktischer Teil
Im praktischen Teil dieser Arbeit geht es darum, nützliche Informationen von Microblogs von Studentinnen und Studenten zu erhalten und diese sinnvoll auszuwerten. Dazu greift die Arbeit zuerst die Vorgaben von GADI wie auch die Besonderheiten der Microblogging Plattform MBlog auf. Danach wird beschrieben, wie die eigentliche Informationsbeschaffung der Microblogs abgelaufen ist und weiters wie die vorhandenen Daten durch die quantitative Inhaltsanalyse ausgearbeitet wurden. Dabei wird in weiterer Folge beschrieben wie dies grundsätzlich funktioniert und wie die Inhaltsanalyse für diese Arbeit abgeändert wurde. Als letzter Punkt wird besprochen was die angewandte Methode als Ergebnis hervorgebracht hat, was daraus interpretiert werden kann und was dies im Kontext des Microbloggings in der Lehre bedeutet. Anmerkung: Alle Microblogs, welche nachfolgend wörtlich zitiert werden, befinden sich auf MBlog und können durch die dortige Suchfunktion gefunden werden. Aus diesem Grund werden im Folgenden nur der Benutzername und nicht der jeweilige Link angegeben.

3.1 Vorgaben durch GADI und MBlog
GADI ist eine Vorlesung an der TU Graz, welche einmal pro Woche abgehalten wurde und bei der jede Woche ein anderer oder sogar mehrere Gastvortragende eine Präsentation zu den gesellschaftlichen Aspekten der Informationstechnologie abhielten. Die Studentinnen und Studenten konnten wählen, ob sie zu speziell ausgewählten Themen eine wissenschaftliche Arbeit schreiben, eine wissenschaftliche Arbeit einer Studentin bzw. eines Studenten reviewen, zweimal pro Woche bloggen oder einmal bloggen und zwei Microblogs zu zwei verschiedenen Themen erstellen. Diese Arbeit geht nur auf die in der letzten Übung genannten Microblogs ein. Die Themen für die Microblogs waren technischer Natur, hatten aber, wie es die Vorlesung vorsieht, allesamt gesellschaftliche Aspekte inne. Es gab 9 Gruppen mit insgesamt 18 Themen, welche unter anderem E-Health, Green IT, Online Journalismus, Augmented Reality, Semantisches Web, Open Culture, Usability und Human Computer Interaction, … (alle Gruppen siehe 13) sind. Die Vorgaben waren bei letzterer Aufgabe zwei eigenständige Microblogs zu verfassen, wobei einer der beiden gewählt werden musste und zusätzlich zu genau diesem Thema dann ein Blog geschrieben werden sollte. Als besondere Regel galt, dass die beiden Microblogs nicht am selben Tag gepostet werden durften. Die Studentinnen und Studenten konnten sich einen Account mit eigenem Nickname und optional einem Avatar und eigenen Tags erstellen. Beim Microbloggen selbst gab es keinerlei Einschränkungen oder Vorgaben. Trotzdem gibt es bei MBlog die typischen Twitterfunktionen (siehe 2.1), wie z. B. Hashtags, Re-Tweets oder Hyperlinks. Die Studenten und Studentinnen konnten frei wählen, ob der Post nur in der eigenen Gruppe oder für alle sichtbar sein sollte, außerdem konnten einzelne Microblogs als Lieblingsnachrichten ausgewählt werden. Dadurch war es möglich eine Liste mit den beliebtesten Microblogs einzusehen. Ansonsten waren diese aber Blog-typisch chronologisch absteigend vom neuesten Eintrag bis zum Ältesten sortiert.

3.2 Informationsbeschaffung
Da es bei insgesamt mehr als 500 Microblogs mühsam wäre, die Blogs einzeln zu lesen und extern abzuspeichern, wurde das StatusNet Rest API (Application Programming Interface) von MBlog genutzt.

13

http://tugll.tugraz.at/groups/all [letzter Abruf: August 2013]

12

3.2.1 StatusNet API14 Wie im Kapitel 2.2 angemerkt, ist StatusNet Open Source und damit zur freien Verfügung bereitgestellt. Außerdem finden in regelmäßigen Abständen Updates statt. Die API ist praktischerweise der von Twitter ähnlich, wodurch die bisher noch spärlich dokumentierte APIDokumentation von StatusNet nicht so negativ auffällt, da es so trotzdem möglich ist, an wichtige Informationen zu gelangen. Grundsätzliches zu APIs: „Eine API oder auch Programmierschnittstelle ist eine Sammlung von bereits vorgefertigten Funktionen, auf die ein Programmierer zugreifen kann. Diese API wird in der Regel vom Programm oder der Webseite mitgeliefert und kann verwendet werden. Dies hat für den Programmierer den riesigen Vorteil, dass er eine Reihe von Funktionen nicht selber programmieren muss.“ [Th05, S. 57] Im Fall der StatusNet Rest API, ist es einfach möglich Anfragen zu senden und dadurch XML (Extensible Markup Language) oder JSON (JavaScript Object Notation) Dateien als Antwort zu erhalten. Durch die beiden Datei Formate XML und JSON ist es sehr komfortabel Daten auszulesen und weiter zu verarbeiten. 3.2.2 Konvertierung von XML zu Excel In diesem Fall war es einfacher mit XML als mit JSON Dateien zu arbeiten, da damit mit der funktionalen Skriptsprache Python und der Python Bibliothek Minimal DOM Implementation (xml.dom.minidom [siehe 15]) gearbeitet werden kann. Die angegebene Bibliothek erleichtert das Arbeiten mit XML Dateien erheblich, wodurch diese gut verarbeitet werden können. Um alle Microblogs in XML abzuspeichern, ist es notwendig, drei Anfragen zu stellen, da das API immer nur höchstens 200 Microblogs auf einmal in eine XML Datei schreiben kann. Alle weiteren Ergebnisse werden daher immer aus den zusammengefassten drei XML Dateien berechnet. Als ersten Schritt ist es notwendig, die wichtigsten Informationen aus den Dateien zu filtern. Diese sind unter anderem die Nachricht, also der Microblog selbst, der Nickname der Person und der Erstellungszeitpunkt des Posts. Die gesammelten Informationen werden in eine CSV(Comma-seperated values) Datei geschrieben, welche von Programmen wie Open Office und Microsoft Excel gelesen werden kann. Dies wird mit Hilfe der Python Bibliothek CSV File Reading and Writing (csv [siehe 16]) erreicht. Der Gedanke bzw. das Ziel ist, dass es mit Excel schnell und einfach möglich ist, Diagramme zu erstellen und außerdem die Microblogs übersichtlich zulisten und auch Spalten für neue Kategorien problemlos hinzuzufügen. In der Folge müssen aus den einzelnen Texten der Microblogs neue Informationen gewonnen werden, welche die XML Dateien auf diese Weise nicht gesondert innehatten. Als Beispiel dient ein Post auf MBlog „Wenn die #Meinungsfreiheit Pause hat: http://goo.gl/1LTJ4“ [MBlog, caterinanahler]. Viele Benutzerinnen und Benutzer verwenden Hyperlinks, um dem Microblog mehr Information zu verleihen. Deshalb wird dies berücksichtigt und mit Python abgefragt, ob ein Link der Nachricht hinzugefügt worden ist oder nicht (siehe auch Abbildung 2). Außerdem ist der Hashtag „#Meinungsfreiheit“ zu beachten, weshalb wiederum mit Python überprüft wird, ob und welcher Hashtag genutzt wurde. Ein eigenes Pythonskript berechnet, welche Begriffe am häufigsten getaggt wurden (Abbildung 3). Durch das Erscheinungsdatum wird berechnet an welchem Wochentag welche Anzahl an Microblogs geschrieben wurde (Abbildung 4) und zu welcher Stunde des Tages wie viel gepostet wurde (Abbildung 5). Als letzte dieser Berechnungen wird noch gezählt, wie viele Benutzer es mit der gleichen Anzahl von Microblogging Einträgen es gibt (Abbildung 1 [Bsp.: Es gibt 3 Benutzerinnen bzw. Benutzer mit genau 15 Posts]). All diese Berechnungen und neuen Informationen werden anschließend wieder in eine CSV Datei geschrieben. Damit werden aber nicht nur mit Excel die Diagramme und damit die Abbildungen 1-5 erstellt, sondern viele Informationen geschaffen, welche in einer eigenen Exceltabelle für die Inhaltsanalyse genutzt werden können.

14 15

http://status.net/docs/api/ [letzter Abruf: September 2013] http://docs.python.org/2/library/xml.dom.minidom.html [letzter Abruf: Juli 2013] 16 http://docs.python.org/2/library/csv.html [letzter Abruf: Juli 2013]

13

3.2.3 Auswertung Um die gewonnenen Daten sinnvoll zu nutzen, müssen diese ausgewertet werden. Dafür wird aufgrund der vielen verschiedenen Posts (insgesamt 563 Microblogeinträge) und der daraus resultierenden Informationsflut, die Methode der quantitativen Inhaltsanalyse verwendet. 3.2.3.1 Inhaltsanalyse „Die generelle Inhaltsanalyse (engl. content analysis) ist eine empirische Methode für die Untersuchung von Mitteilungen im Kommunikationsprozess. Die Regeln dafür wurden erstmals von Bernard Berelson 1952 in seinem Buch Content Analysis in Communication Research zusammengefasst (vgl. Berelson B. 1952). Er definierte die Inhaltsanalyse als „a research technique for the objective, systematic, and quantitative description of the manifest content of communication“ [Ho02, S. 58] Ein Vorteil der Inhaltsanalyse gegenüber anderen Methoden, wie beispielsweise einem Interview ist, dass erst nach der Produktion des Textes etwas analysiert wird. So ist das häufig auftretende Problem der Verzerrung der sozialen Wirklichkeit geringer, weshalb die Inhaltsanalyse zum Teil, als eine Art non-reaktionäre Methode angesehen wird. Bei dieser gibt es zwei verschiedene Forschungsansätze, die qualitative und die quantitative Inhaltsanalyse. Zwar ist diese Trennung heute nicht mehr so stark gebräuchlich [Ho02] und beide Analysemethoden werden größtenteils kombiniert. Trotzdem liegt der Fokus bei dieser Arbeit, durch die große Anzahl an einzelnen Posts, auf der quantitativen Inhaltsanalyse. Die folgenden beschriebenen Punkte der Inhaltsanalyse werden präsentiert, um einen Überblick zu bekommen, wie diese standardmäßig ablaufen. Aufgrund der Gegebenheit der vorgegebenen Themen und Gruppen bei MBlog, entlehnt diese Arbeit nur die Vorgehensweise, muss diese aber an die spezielle Situation anpassen. Aus diesem Grund wird immer zuerst der standardmäßige Ablauf einer (quantitativen) Inhaltsanalyse beschrieben und danach die Arbeitsschritte, die unternommen werden, um die Microblogs von MBlog analysieren zu können. Datenerhebung „Eine wichtige Anwendung findet die Datenerhebungsmethode des Zählens bei quantitativen Inhaltsanalysen, die das Ziel verfolgen, Wortmaterial hinsichtlich bestimmter Aspekte (stilistische, grammatische, inhaltliche, pragmatische Merkmale) zu quantifizieren. Das Wortmaterial besteht entweder aus vorgefundenen Textquellen (Dokumenten) oder wird vom Forscher im Verlaufe von Datenerhebungen (Beobachtung, Befragung) selbst erzeugt. … Die quantitative Inhaltsanalyse (Textanalyse,Content Analysis) strebt eine Zuordnung der einzelnen Teile eines Textes zu ausgewählten, übergreifenden Bedeutungseinheiten (Kategorien) an.“ [Bo05, Seite 148] Zwei wichtige Punkte der Datenerhebung, nämlich die Festlegung des Untersuchungsmaterials und die Definition der Untersuchungseinheit waren von vornherein durch MBlog gegeben. In dieser Arbeit wurde die gesamte Datenerhebungsmethode durch MBlog bzw. die im Kapitel 3.2 beschriebenen Schritte vollzogen [Ho02]. Hypothesenbildung Die Inhaltsanalyse verlangt als nächsten Schritt die Definition von Hypothesen, welche der Meinung der Untersuchenden bzw. des Untersuchenden entspricht. Dabei werden subjektive Erwartungshaltungen beschrieben, welche sich Häufigkeiten, Hervorhebungen von Themen und Ähnlichem annehmen. Die Hypothesen werden dann bei der Auswertung als Diskussionsgrundlage genutzt, um zu überprüfen, ob das Ergebnis wie erwartet ist oder falls dies nicht der Fall ist, warum das Ergebnis von der Hypothese abweicht [Ho02]. Nachfolgend sind die Hypothesen, die im Rahmen der Arbeit zu den Microblogeinträgen auf MBlog aufgestellt werden, aufgelistet. Diese sind teilweise verknüpft mit den verschiedenen 14

Kategoriesystemen, auf welche später noch eingegangen wird (siehe 3.2.3.1 Kategorienbildung). Um konkretere Angaben zu verwenden, werden manche Hypothesen erst nach der Bildung des Kategoriensystems erstellt oder nachträglich bearbeitet. Diese werden hier in abgeschlossener Form präsentiert. Hypothesenaufstellung:  H1: Es gibt durch die Vorlesung bedingt ca. 800-900 Microblogs.  H2: Über 40% der Benutzerinnen und Benutzer posten genau 20 Microblogs.  H3: Mindestens 60% aller Microblogs enthalten zumindest einen Hashtag.  H4: In mehr als 80% der Fälle gibt es bei den Microblogs einen zusätzlich angehängten Hyperlink.  H5: In über 50% der Fälle führen die angehängten Links zu Artikeln (siehe Kategorien zum Medium, Artikel).  H6: Benutzerinnen und Benutzer schreiben am öftesten informative Microblogs (siehe Kategorien zum Inhalt: informativ und Kategorien zum Medium: Microblog).  H7: Es gibt mehr kritische als positive (siehe Kategorie zur allgemeinen Aussage: kritisch, positiv) Microblogs.  H8: Es gibt mehr positive, innovative als kritische, innovative (siehe auch Kategorien zum Inhalt: innovativ) Microblogs.  H9: Es entstehen häufig Diskussionen durch Fragen oder interessante Blogs mit anderen Studentinnen und Studenten.  H10: Wenn ein Microblog als Ratschlag (siehe Kategorien zum Inhalt: Ratschlag) kategorisiert ist, gibt es davon mehr Positive als Negative.  H11: Benutzerinnen und Benutzer taggen hauptsächlich nur Gruppennamen bzw. deren Themenbegriffe.  H12: Es gibt mehr Videos (siehe Kategorien zum Medium: Video) in Kombination mit anderen Medien, als nur Videos, welche als alleinstehendes Medium dargestellt sind.  H13: Am Wochenende (Samstag und Sonntag) gibt es am meisten veröffentlichte Microblogs.  H14: Es gibt mehrere Tageszeiten (Stunden), in denen überhaupt nicht gepostet wird.  H15: Im Zeitraum von 18:00 bis 21:00 Uhr gibt es am meisten veröffentlichte Microblogs.

Kontextualisierung/Kategorienbildung Nach der Hypothesenbildung kommt es zum Kernstück der quantitativen Inhaltsanalyse, dem Kategoriensystem. Dabei wird gemessen, welche Texteigenschaften in den Untersuchungseinheiten vorkommen. Allgemein gültige Kategorien sind zu wenig aussagekräftig. Daher werden für unterschiedliche Fragestellungen bzw. Materialeinheiten, eigene Kategorien entwickelt, welche themengebunden zu den Textstücken sind. Um diese Kontextualisierung durchzuführen, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder es wird deduktiv vorgegangen und zu Beginn ein Kategoriensystem ausgearbeitet und dann auf die Materialeinheiten angewandt oder es wird induktiv verfahren und somit zuerst Teile des Textmaterials durchgelesen und danach überlegt, welche passenden Kategorien es geben wird. In der Praxis gibt es sehr häufig Mischformen dieser beiden Methoden. Der Vorgang, die Texteinheiten den einzelnen Kategorien zuzuordnen, wird auch Kodierung genannt. Das Kodieren wird meist von mehreren Leuten durchgeführt. Vor allem, wenn mehrere Leute diese Kodierung bzw. das Kategoriensystem auf Textstücke anwenden sollen, muss darauf geachtet werden, dass die Kategorien nicht zu offen definiert sind und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von dem Begriff einer Kategorie, die gleiche Vorstellung haben. Das Kodieren wird bei dieser Arbeit vom Verfasser selbst ausgeführt. Gerade aus diesem Grund ist es sehr 15

wichtig, die Kategorien sinnvoll und verständlich zu definieren und die Definitionen (siehe Kategorien zum Medium, Kategorien zum Inhalt und Kategorien zur allgemeinen Aussage) nachfolgend aufzuführen [Ho02], [Bo05]. Wie oben beschrieben, gibt es auch Mischformen der deduktiven bzw. induktiven Ausarbeitung einer Kontextualisierung. Diese Mischform wird für die praktische Arbeit genutzt. Diese alleine reicht aber für die Vorgaben bei MBlog nicht. Nachdem schon thematische Gruppen vorgegeben sind, hat es keinen Sinn, nach speziellen Schlagwörtern zu suchen, da diese wieder nur die Gruppenthemen aufzeigen würden und es damit nicht möglich wäre neue Informationen zu erlangen. Bei der deduktiven Arbeit, gibt es die Schwierigkeit, die Gruppen weder zu allgemein noch zu detailliert zu definieren. Die Gruppe „technisch“, wäre nur wenig sinnvoll, da fast alle Microblogs technische Inhalte haben. Die Gruppe „humorvoll“ wäre zu detailliert und die Zuordnung in vielen Fällen auch zu subjektiv. Dabei müsste zusätzlich noch beachtet werden, ob z. B. bei zynischen Microblogs, diese tatsächlich zynisch sind und in weiterer Folge, ob dies dann humorvoll ist. Bei jedem Kategoriesystem wird eine Probekodierung durchgeführt, um zu überprüfen, ob das jeweilige System schon genug ausgereift ist. Wenn dies nicht der Fall ist, da z. B. Untersuchungseinheiten in keine passende Kategorie eingeordnet werden können, werden neue erstellt bzw. bei vorhandenen Kategorien die Definition noch verdeutlicht und im Detail erweitert. Jede der nachfolgenden Kategorien, egal welchen Systems, ist eine Ursprungskategorie, d. h. beim Probekodieren schon vorhanden gewesene, wenn diese mit einem „(U)“, für Ursprungskategorie, gekennzeichnet ist. Andernfalls ist die Kategorie erst danach dem System hinzugefügt worden und wird dementsprechend mit einem „(N)“, für Nachfolgekategorie, markiert. Dies zeigt besonders die Mischform von deduktiver und induktiver Arbeitsweise. Kategorien zum Medium Zu Beginn stand nur das Format des Microblogs im Mittelpunkt. Sehr viele der Microblogs haben, wie erwähnt, Links angehängt. Untypisch für die quantitative Inhaltsanalyse wird zu Beginn nicht nach speziellen Wörtern, Ausdrücken oder Meinungen gesucht, sondern es werden die hinzugefügten Links untersucht. Das geschieht wegen der 140 Zeichen Limitierung und die Erweiterbarkeit der angehängten Hyperlinks. Wenn aber ein Link angehängt wird, wird dem Microblog diese Art von Einschränkung genommen, wodurch es möglich wird, zu jedem im Internet existierenden Medium zu gelangen. Dabei werden die Links nach ihrem verlinktem Medium kategorisiert (wie z. B. Artikel, Video, Blog, …). Wenn es keinen Link bei einem Microblog gibt, wird der Post automatisch mit „Microblog“ kategorisiert. Durch das Auftreten von Kombinationen aus mehreren Medien bei der Verlinkung können Microblogs auch mit mehreren Medien auf einmal eingestuft werden. Dies sind die folgenden Medien, die bei den Microbloglinks aufgetreten sind und folgendermaßen definiert sind:  Microblog(U): In diese Kategorie fällt ein Microblog, falls kein Link an den Microblog angehängt wurde oder der Link zu einem anderen Microblog führt. Bsp.: „#summer #beach #icecream #sun #sunglasses #sea #sand #volleyball #bikini :(“ [MBlog, Rainer Hofmann-Wellenhof].  Artikel(U): Link mit entweder einem Artikel, der auf der Seite als „Artikel“ benannt wird oder in den Metatags bzw. der HTML-Informationen, als solcher ausgewiesen wird. Immer wieder tauchen Fälle auf, wo es gar keine Beschreibung gibt. Dabei wird dann aus dem Kontext geschlossen, ob es sich um einen Artikel oder z. B. um eine News handelt. Bsp.: „Wie hätte es anders sein können ... #UK nutzt #PRISM Daten http://mblog.tugraz.at/url/403“ [MBlog, matthias].  News(U): Bei dieser Kategorie wird der Link überprüft und genau wie bei der Kategorie Artikel die Metatags überprüft oder kontrolliert, ob der Text als „News“ gekennzeichnet wurde. Unter diese Kategorie fallen auch News-Ticker, da es unter den 16

 

 

 

vielen Microblogs, insgesamt nur eine Verlinkung zu einem News-Ticker gibt und eine neue Kategorie damit unnötig wäre. Bsp.: „Roomba kontrolliert Rechenzentrum http://mblog.tugraz.at/url/366“ [MBlog, josefwilfinger] Video(U): Jegliche Art von Video wird damit kategorisiert, egal ob das Video von einer anderen Plattform eingebettet wurde, oder ob es der Seite rechtmäßig gehört. Bsp.: „Start mit Windows 8: http://mblog.tugraz.at/url/360“ [MBlog, Daniel Kogler]. Datensammlung(N): Diese Kategorie ist zwar meist nicht extra gekennzeichnet (Beschreibungen oder Meta-Informationen, weisen nie auf eine Datensammlung hin, wie sie hier definiert ist), ist jedoch durch eine Vielzahl von ähnlichen Informationen (z. B. TFT-Monitorangebote, gesammelte Gamingnews, Top-10-Liste, …) leicht zu identifizieren. Als Ausnahme bei der Datensammlung gelten Wikis, da diese eine eigene Kategorie bilden. Bsp.: „Alle deutschen Gaming-News, aller relevanten Seiten auf einen Blick: http://bit.ly/56qQn6“ [MBlog, david]. Blog(U): Damit ein Link in diese Kategorie fällt, muss die entsprechende Webseite als Blog angegeben werden. Bsp.: „http://mblog.tugraz.at/url/93 Fefe hat da was Schönes aufgelesen über die Neuverträge bei der dt. Telekom.“ [MBlog, Alexander Skiba]. App(N): Ist meist ein Hinweis auf eine App, welche durch den Link beschrieben bzw. präsentiert wird. Es kann auch eine Datensammlung sein, die z. B. die Top 10 der besten Apps zeigt. Eine Software fällt nur dann unter die Kategorie App, wenn diese klar als App bezeichnet wird. Fast in allen Fällen ist damit eine App für mobile Geräte, wie Smartphones oder Tablets gemeint. Bsp.: „Schnitzeljagt der moderne: Googles neues Spiel - Ingress http://mblog.tugraz.at/url/271“ [MBlog, manuelneubauer] Programm(U): Ein Programm definiert jede Software, die keine App ist und meist im herkömmlichen Sinn ein Programm ist, welches ausschließlich auf Laptops oder Standrechnern läuft. In dieser Definition ist mit Programm unter anderem eine Webseite gemeint, welche eine Funktion oder eine Berechnung anbietet und nicht als App gekennzeichnet ist. Bsp.: „Was ist eigentlich aus Google Wave und der Zukunft des Emails geworden ? http://goo.gl/3qAPX“ [MBlog, dominikmoesslang] PDF(N): Link der zu einer PDF Datei jeglicher Art führt. „#Talk von #Alex.Faaborg auch als PDF zum Download http://mblog.tugraz.at/url/263“ [MBlog, hartl] Wiki(N): Diese Kategorie beinhaltet ausschließlich Wikis, die als solche gekennzeichnet bzw. benannt sind und über deren typische Eigenschaften verfügen. Dabei muss auf das gesamte Wiki bzw. auf das Portal der Wiki Webseite verwiesen werden. Führt der Link nur auf einen einzelnen Artikel fällt der Microblog unter die Kategorie Artikel. Dies würde ansonsten unter die Kategorie Artikel fallen. Bsp.: „Eine riesen #Community mit vielen #Artikeln verteilt im Internet: http://mblog.tugraz.at/url/378“ [MBlog, caterinanahler] Grafik(N): Bsp.: Viele Links können unter anderem Grafiken enthalten. Da dies aber fast immer der Fall ist, zählen nur Links zu dieser Kategorie, welche ausschließlich Grafiken beinhalten oder die Grafik den Hauptbestandteil der Information einnimmt. Bsp.: „Daten, Daten, Daten...das Sammeln von Daten scheint die nächste Goldgrube zu sein: http://visual.ly/big-data“ [MBlog, steffl] Anleitung(N): Ein Microblog, welcher eine Verlinkung zu einem klar definierten Guide oder einer Schritt-für-Schritt Anleitung enthält, kann eine Anleitung zu einer Problemlösung z. B. bei einer Software sein. Unter dieser Kategorie finden sich zusätzlich interaktive Seiten wieder, wo Benutzerinnen und Benutzer zum eigenständigen Mitmachen aufgefordert werden. Auch bei diesen Seiten wird jeder Schritt wieder genau erklärt. Bsp.: „Schütze dein gutes Ansehen im Web: http://mblog.tugraz.at/url/266“ [MBlog, steffl] Frage(N): Diese kommt bei MBlog zwar selten vor und ist kein herkömmliches Medium. Die offene Frage ist ein sehr wichtiges Stilmittel und fordert Andere dazu auf eine Antwort zu geben, egal welchen Inhalt diese hat. Da es die Möglichkeit gibt, durch 17

eine Microblogging Plattform darauf zu antworten, ist die Frage als Medium eingestuft worden, obwohl klar ist, dass sie kein herkömmliches Medium ist. Die Benutzerin oder der Benutzer stellen eine Frage an andere Benutzerinnen und Benutzer, welche oft eine Diskussion anregen soll. Beim nachfolgenden Beispiel ist sogar zusätzlich die Möglichkeit gegeben, außerhalb von MBlog weiter zu diskutieren. Dies ist aber, um in die Kategorie zu kommen, nicht notwendig. Die dargebrachte Frage kann sowohl im Link, als auch im Text des Microblogs stehen. Bsp.: „Positive oder #negativeNachrichten das ist hier die Frage!? http://mblog.tugraz.at/url/349“ [MBlog, caterinanahler] Interview(U): Sobald mindestens zwei Parteien miteinander kommunizieren und dies im ständigen Zitat festgehalten wird, fällt ein Microblog unter diese Kategorie. Dabei ist es egal, ob das Interview z. B. per Video stattfindet oder in einer News oder einem Artikel vorkommt. Wenn auf der verlinkten Webseite nur das niedergeschriebene Interview selbst festgehalten wird, fällt der Microblog nur in diese Kategorie. Auch wenn das Medium z. B. als Artikel gekennzeichnet wird. Gibt es aber noch weitere andere Informationen, welche nicht in Form eines Interviews dargestellt werden, werden die Kategorien kombiniert. Bsp.: „Über die permanente Überwachung persönlicher Daten im Internet: http://mblog.tugraz.at/url/18“ [MBlog, Simone Lemmerer] Angebot(N): Unter die Kategorie Angebot fällt ein Link, welcher zu einer Webseite führt, auf der ein oder mehrere Artikel angeboten werden und diese käuflich erwerbbar sein müssen. Diese Kategorie kommt häufig z. B. gemeinsam mit den Kategorien Datensammlungen oder App/Programm vor. Falls Software angeboten wird, unterschiedet sich diese Kategorie von Programm oder App im finanziellen Aspekt des Microblogs. Im Vordergrund steht meist ein Hinweis auf ein besonders günstiges oder teures Produkt. Um zu dieser Kategorie zu gehören, muss der Link auf eine tatsächliche Verkaufsplattform zeigen. Einzige Ausnahme ist, wenn ein Microblog keinen Link angefügt hat, aber ein Angebot mit Preis angegeben wird. Dann fällt der Microblog unter diese Kategorie und unter die Kategorie Microblog. Bsp.: „Turning your iPhone into a small powerful biometric scanning tool with the new AOptix App will cost you ONLY 199$!” [MBlog, nikolova]

Diese Kategorien alleine, können keine inhaltlichen Informationen aus den Microblogs herausfiltern. Sie sind dazu erstellt worden, um überprüfen zu können, welche Medien beim Microbloggen beliebt sind und wie damit umgegangen wird. Alle Microblogs und deren Hyperlinks werden nach den oben definierten Kategorien zugeordnet und ausgewertet. Kategorien zum Inhalt Nun erfolgt eine der größten Abweichungen der quantitativen Inhaltsanalyse. Wo normalerweise nur ein Kategoriesystem verwendet wird, werden bei dieser Arbeit mehrere genutzt, um auf verschiedene Themen und Aspekte eingehen zu können. Damit der Inhalt kontextualisierbar ist, ist es die Zielsetzung aussagekräftige Kategorien zu finden. Diese sollten aber nicht von vornherein vorhersehbar sein, um tatsächlich neue Informationen generieren zu können. Dafür wird der induktive Ansatz verfolgt und damit werden zuerst viele Microblogs gelesen und erst danach die einzelnen Kategorien gewählt. Ähnlich wie bei den Kategorien zum Medium, wird versucht, eine Ausgewogenheit zwischen zu detailliert und zu umfassend bzw. ungenau, bei den Kategoriedefinitionen zu erreichen. Viele Kategorien wie z. B. die Kategorie Freizeit wurden wieder verworfen, da diese zu unpräzise und teils zu subjektiv bewertbar sind. Die folgenden Kategorien mögen auf den ersten Blick nur subjektiv wählbar wirken. Es gilt dabei aber, sich nicht auf das Eigenschaftswort an sich zu konzentrieren, sondern es muss die genaue Definition als konkrete und ausschließende Beschreibung beachtet werden. Es gibt in diesem System z. B. die Kategorie informativ. In den meisten Fällen 18

ist ein Microblog informativ, dieser fällt aber nur in diese Gruppe, wenn der Microblog ansonsten keine andere Eigenschaft hat, d.h., zu keiner anderen Kategorie passt. Ein wichtiger Punkt bei diesen Kategorien ist die Betrachtung und Analyse sowohl einer möglichen Verlinkung und deren Inhalt, als auch die Microbloggingnachricht selbst. Das bedeutet, es wird beobachtet, wie Link und Nachricht zueinanderstehen und wie diese kombiniert auftreten. Erst dann wird gewählt in welche inhaltliche Kategorie der Microblog fällt. Auch bei diesem Kategoriesystem kommt es wieder vor, dass Kategorien miteinander kombiniert auftreten können. Dies sind die inhaltlichen Kategorien, welche angewandt werden:  informativ(U): Ein Microblog, welcher auf eine der vorgegebenen Themen eingeht und interessante Informationen zum Thema bietet und auf diese genauer eingeht. Grundsätzlich sind die meisten Posts informativ, sie werden aber nur als solche eingeordnet bzw. als solche tituliert, wenn diese Posts keine sonstigen Besonderheiten aufweisen. Wenn ansonsten nichts anderes zutrifft, fallen diese Posts nach dem Ausschlussverfahren in diese Kategorie. Durch die Aufgabenstellung und die vorgegebenen Themen von GADI ist jeder Microblog zumindest informativ. Einzige Ausnahme, wo diese Kategorie mit einer anderen kombiniert werden kann ist, wenn das Medium aus mehreren Teilen besteht und einer davon z. B. informativ und der andere aufklärend ist. Bsp.: „Landespreis für Innovationsforschung geht an Altvater http://mblog.tugraz.at/url/234“ [Mblog, singer].  aufklärend(U): Ein Post zu einem Thema, welcher auf eine potenzielle Gefahr hinweist und sich mit dieser auseinandersetzt oder eine ganz spezielle, für viele Menschen noch wenig bekannten, Information bewusst macht. Der Post gibt jedoch keinen Lösungsvorschlag zu diesem Problem, sondern deutet meist nur darauf hin. Er steht deshalb oft in Kombination mit der Kategorie anregend. Bsp.: „Das FBI will in Zukunft Plattformen wie Gmail oder Dropbox dauerhaft überwachen. http://mblog.tugraz.at/url/248“ [Mblog, Christopher Jelinek].  anregend(N): Ein Microblog, welcher zum Nachdenken anregt und nicht unbedingt über eine konkrete Meinung verfügt und nicht zur Gänze mit nur einem Thema übereinstimmen muss. Oftmals ein Leitsatz oder Thema, welcher/welches die Leserin oder den Leser anregen soll mitzudenken und über welchen/welches sie/er auch noch nach dem Lesen nachdenken soll. Oft schreiben Benutzerinnen und Benutzer einen anprangernden Satz zum passenden Link. Es ist im Gegensatz zur Kategorie aufklärend, nicht notwendig ein konkretes Problem darzustellen, welches dann kritisch hinterfragt werden kann. Bei der Kategorie anregend wird das Thema hinterfragt und meist in den Raum gestellt, ob das angesprochene Thema überhaupt ein Problem ist. Diese Microblogs zielen darauf ab, die Leserinnen und Leser über die Folgen und die Einflüsse auf ihre Umwelt nachzudenken. Trotzdem können die Kategorien aufklärend und anregend miteinander kombiniert werden, da Punkte aus beiden Kategorien zutreffen. Bsp.: „Der #Semantic-Gap : sind wir uns überhaupt bewusst wie allgegenwärtig er ist?“ [Mblog, caterinanahler].  innovativ(U): Ein Microblog, welcher neue Technologien und interessante Neuheiten aufzeigt, die es so momentan noch nicht gibt oder noch nicht in Verwendung sind. Bsp.: „Wie die Displays der Zukunft unseren Alltag verändern können http://mblog.tugraz.at/url/143 #usability“ [Mblog, hartl].  Ratschlag(N): Der Post bzw. der dazugehörige Link geht oft über aufklärend hinaus und gibt noch dazu Ratschläge, wie es möglich ist eine Gefahr abzuwenden oder Fehler zu umgehen. Er kann aber auch eine Anleitung dafür, wie etwas vereinfacht oder ein Problem gelöst wird oder z. B. ein Hinweis auf eine praktische App, eine Informationssammlung oder ein Guide über ein spezielles Thema sein. Der Post kann sich, wenn Programm bezogen, pro oder contra sein. Bsp.: „Ein hervorragendes Tool für den Deutschunterricht! http://goo.gl/Bd0f6“ [Mblog, dominikmoesslang]. 19

Kategorien zur allgemeinen Aussage Mit dem dritten und letzten erstellten Kategoriensystem soll die grundlegende Aussage eines Microblogs hervorgehoben werden. Dieses System geht nicht mehr auf den Inhalt ein, sondern wie dieser beschrieben wurde. Dabei ist die Entscheidunge, welche Kategorie die richtige ist (positiv, neutral, negativ), eine eher subjektive Meinung, da dieses Vorgehen den Autoren der Microblogs eine spezifische Meinung unterstellt, mit welcher ein Eintrag verfasst wurde. Dies wird durch die genaue Definition der Kategorien entschärft. Alle Kategoriebeschreibungen beziehen sich auf die Nachricht und falls vorhanden in Kombination mit dem Hyperlink und versuchen so zu verstehen, was und vor allem wie die Autorin oder der Autor das gemeint haben. Es kommt unter anderem darauf an Satzeigenheiten richtig zu deuten und z. B. zynische Aussagen zu erkennen oder auf chatbasierte Schreibausdrücke wie „*facepalm*“ oder „*gg*“ zu beachten und diese richtig zu deuten. Nachfolgend ist das Kategoriensystem zur grundlegenden Aussage der Verfasserin bzw. des Verfassers eines Microblogs zu finden:  positiv(U): Zeigt wie die Autorin bzw. der Autor zum beschriebenen Thema des Microblogs steht und z. B. bei zukünftigen Ereignissen eine positive Erwartungshaltung vorherrscht. Es spiegelt die allgemeinen positiven Gedanken wieder, welche sich beispielsweise auf ein Ereignis, einen Artikel, eine Nachricht oder allgemein auf ein gesamtes Thema beziehen können. Eine Besonderheit sind Microblogs, welche sich mit Neuheiten beschäftigen. Diese kündigen etwas an, werden durch den Link aber meist sehr positiv beschrieben, weshalb diese unter die Kategorie positiv fallen. Bsp.: „eHealth supports Blind people in India: http://mblog.tugraz.at/url/385” [Mblog, bernhardluger].  kritisch(U): Ist das genaue Gegenteil der Kategorie positiv. Die verfasste Nachricht zeigt eine teilweise negative und abwertende oder abweisende Grundhaltung gegenüber einer Information. Die Autorin bzw. der Autor stehen diesem Informationsgehalt kritisch gegenüber und haben kein Vertrauen, entweder in die getätigte Aussage oder stehen den Folgen dieser Information kritisch gegenüber. Dabei wird besonderer Wert auf die Verknüpfung zwischen Aussage und Hyperlink gelegt, wie es im nachfolgenden Beispiel der Fall ist. Bsp.: „Herr Prof. Harald Lesch bringts wieder mal genau auf den Punkt. http://bit.ly/115LZ27 #Erneuerbare #Energien“ [Mblog, davidnussbaumer].  neutral(U): Diese Kategorie trifft nur zu, wenn sowohl die Nachricht, als auch der vorhandene Hyperlink gemeinsam keine klare Aufteilung zu den Kategorien positiv oder kritisch zulassen. Am folgenden Beispiel wird deutlich, dass nicht darüber entschieden wurde, ob diese Aktion für gut oder schlecht gehalten wurde. Sie wird als Information ohne persönliche Meinung gegeben. Ein zweiter Fall existiert, wo nicht eindeutig darüber entschieden werden kann, ob das Geschriebene bzw. der Inhalt des Links positiv oder negativ gemeint ist. Bsp.: „Facebook verleibt sich anscheinend Yelp ein http://goo.gl/6hftz“ [Mblog, arturknaus]. Durch den Einsatz von mehreren, voneinander getrennten Kategoriesystemen, ist es durch den höheren Aufwand möglich viele Informationen aus den Microblogs heraus zu holen. Wenn ein Microblog fertig analysiert ist, verfügt dieser über drei ausgewählte Kategorien aus den drei verschiedenen Systemen. Dadurch wird es möglich, nach häufigen oder interessanten Kombinationen zu suchen. So ergeben sich neue Möglichkeiten Informationen zu verknüpfen und daraus neue hervor zu bringen. Um die Microblogs schlussendlich zu kategorisieren, werden bei den beiden Kategoriesystemen, welche sich um den Inhalt und die Aussage des Microblogs drehen, der Schwerpunkt auf die Kombination von Text und Hyperlink gelegt. Von großer Bedeutung ist die Analyse, wie diese zueinander stehen, ob der verfasste Text pro oder contra dem Inhalt des Links gegenübersteht und ob die verfassten Texte mit einer gewissen Ironie behaftet sind. 20

Kodierung und Auswertung der Kategoriesysteme Um die Ergebnisse des Kategoriesystems bei einer quantitativen Inhaltsanalyse auszuwerten, gibt es nach Mayring drei verschiedene Auswertungsstrategien:  Häufigkeitsanalysen: Diese Strategie ist die simpelste. Es wird ausgezählt, wie viele Texteinheiten es gibt, die sich in eine Kategorie eingliedern lassen. Die Summe wird dann in einer Tabelle eingetragen.  Kontingenzanalysen: Bei dieser Strategie geht es darum, wie oft spezielle Kategorien gemeinsam auftreten, um zu zeigen, welche Paarungen von Kategorien es gibt. Auch dies ist wiederum in eine Tabelle einzufügen, hier aber mit Zeile und Spalte mit den gleichen kategorischen Einträgen. [Bo05]  Valenz- und Intensitätsanalysen: „Während bei Häufigkeits- und Kontingenzanalysen die Kategorien nominale Variablen repräsentieren und durch Auszählen gemessen werden, arbeitet man bei Valenz- und Intensitätsanalysen mit ordinal- oder intervallskalierten Variablen, die durch Schätzurteile quantifiziert werden. Für diese Art der Auswertung besteht das Kategoriensystem im Grunde nur aus einer Liste von Merkmalen, deren Ausprägungsgrad jeweils von Urteilern eingeschätzt wird. Beispiel: Urteiler schätzen auf Rating-Skalen ein, wie unterhaltsam, informativ und glaubwürdig sie den Inhalt unterschiedlicher Zeitungen beurteilen.“ [Bo05, Seite 149-150] Da es für diese Arbeit nicht möglich und auch nicht sinnvoll ist, 50 Leute als Schätzer einzusetzen, fällt die Valenz und Intensitätsanalyse als Auswertungsstrategie weg. Die Häufigkeitsanalyse, sowie die Kontingenzanalyse werden hingegen angewandt. Durch das Auftauchen von Kombinationen aus mehreren Kategorien, wurden beim Kategoriesystem Medium und Inhalt beide vorherig genannten Analysesysteme benutzt, um sowohl auf die einzelnen als auch die kombinierten Ergebnisse später eingehen zu können. Da es mehrere Kategoriesysteme gibt, werden diese kombiniert, was bedeutet, dass zwei Systeme durch eine Kontingenzanalyse miteinander verknüpft werden. Standardgemäß werden bei zu großen Texten bzw. bei zu vielen Untersuchungseinheiten Textstichproben genommen. In diesem Fall werden aber alle Texteinheiten und damit alle Microblogs kodiert und ausgewertet. Da es im Rahmen der praktischen Arbeit nicht anders möglich ist, gibt es nicht mehrere Kodierer, wie dies bei der quantitativen Inhaltsanalyse ansonsten der Fall ist, sondern nur einen Einzelnen [Bo05]. Um trotzdem die Objektivität zu wahren, werden die Definitionen im Kapitel 3.2.3.1, Abschnitt Kategorien zum Medium, Kategorien zum Inhalt und Kategorien zur Aussage genutzt, wodurch gezeigt wird, warum und durch welche Gegebenheiten Microblogs auf diese Art kategorisiert werden.

Ergebnisse der Kodierung Anmerkung: Bei allen Tabellen, welche Kombinations-Kontingenzanalysen sind geht es sich nicht aus, die Summer einer Zeile oder Spalte zu berechnen und dann dasselbe Ergebnis wie bei der Häufigkeitsanalyse bei dem gleichen Medium zu erhalten, da die Ergebnisse, durch die Kombinationsmöglichkeiten der Kategorien unter sich, die Summe erhöhen. Bei allen Zellen einer Tabelle mit einer nicht kombinierten Kontingenzanalyse sind nur dort Werte, wo der Bereich einer unteren Dreiecksmatrix (nur Einträge im linken, unteren Dreieck) wäre. Dies wird aus dem Grund so gewählt, da die vollständig ausgefüllte Tabelle eine symmetrische Matrix ergeben würde. Um die Ergebnisse übersichtlicher darzustellen, wurde darauf verzichtet, die doppelten Ergebnisse einzutragen. Alle Ergebnisse im Bereich der unteren Dreiecksmatrix, welche leer gelassen werden, enthalten den Wert 0. Dieser wird nur eingetragen, wenn er sich direkt auf der Diagonalen der Matrix befindet. Medium Anzahl 21

Angebot Anleitung App Artikel Blog Datensammlung Event Frage Grafik Interview Microblog News PDF Programm Video Wiki

15 4 29 262 35 16 3 2 3 10 45 111 4 40 76 2

Tabelle 1.1: Häufigkeitsanalyse zum Medium

Kontingenzanalyse zum Medium Medium Angebot Anleitung App Artikel Blog Datensammlung Event Frage Grafik Interview Microblog News PDF Programm Video Wiki Angebot Anleitung App Artikel Blog Datensammlung Event Frage 0 2 4 10 4 222 1 32 3 2 1 7 2 0 1 1 1 1 1 2 4 1 1 1 4 1 5 7 21 2 1

Tabelle 2.1: Kontingenzanalyse zum Medium

Medium Grafik Interview Microblog News PDF Programm Video Wiki Angebot Anleitung App Artikel Blog Datensammlung Event Frage Grafik 2 Interview 6 22

Microblog News PDF Programm Video Wiki

43 89 4 2 3 11 20 4 31 2

Tabelle 2.2: Kontingenzanalyse zum Medium Fortsetzung

Häufigkeitsanalyse zum Inhalt Eigenschaft anregend aufklärend informativ innovativ Ratschlag
Tabelle 3.1: Häufigkeitsanalyse zum Inhalt

Anzahl 169 151 149 121 75

Kontingenzanalyse zum Inhalt Eigenschaft anregend aufklärend informativ innovativ Ratschlag anregend 90 51 2 14 12 aufklärend 84 137 7 19 10 98 2 32 informativ innovativ Ratschlag

Tabelle 4.1: Kontingenzanalyse zum Inhalt

Häufigkeitsanalyse zur allgemeinen Aussage Aussage kritisch neutral positiv
Tabelle 5.1: Häufigkeitsanalyse zur allgemeinen Aussage

Anzahl 230 127 200

Kombination aus Inhalt und Medium anregend 1 0 3 81 12 2 1 2 1 4 22 27 1 4 aufklärend 1 1 3 88 12 1 0 0 1 2 9 30 1 6 informativ 8 1 2 62 10 6 1 0 1 4 13 45 1 5 innovativ 5 0 10 64 3 3 0 0 0 1 9 20 1 10 Ratschlag 2 3 11 19 5 6 0 0 0 0 2 6 0 26 23

Angebot Anleitung App Artikel Blog Datensammlung Event Frage Grafik Interview Microblog News PDF Programm

Video Wiki

20 1

9 0

18 1

30 0

8 0

Tabelle 6.1: Kombinations-Kontingenzanalsye aus Inhalt und Medium

Kombination aus Medium und Aussage positiv 7 0 12 88 12 3 1 0 0 4 15 47 4 17 29 2 neutral 0 0 5 66 7 8 1 0 1 4 10 18 0 9 13 0 kritisch 8 4 12 108 16 5 1 2 2 2 20 46 0 14 34 0

Angebot Anleitung App Artikel Blog Datensammlung Event Frage Grafik Interview Microblog News PDF Programm Video Wiki

Tabelle 7.1: Kombinations-Kontingenzanalsye aus Medium und allgemeiner Aussage

Kombination aus Inhalt und Aussage positiv 56 56 54 52 22 neutral 43 29 33 32 16 kritisch 70 66 62 37 37

anregend aufklärend informativ innovativ Ratschlag

Tabelle 8.1: Kombination-Kontingenzanalsye aus Inhalt und allgemeiner Aussage

Die Auswertung Bei der qualitativen Inhaltsanalyse beginnt nach der abgeschlossenen Kodierung die statistische Auswertung. Wie angesprochen, wurde das komplette Textmaterial kodiert, da dies bei MBlog überschaubar und endlich ist. Bei Inhaltsanalysen mit unendlichen oder übermäßig vielen Texteinheiten müsste an dieser Stelle ein Häufigkeitsverfahren durchgeführt werden und z. B. mit Hilfe des Chi-Quadrat-Verfahrens, die Verteilung der Ergebnisse berechnet werden. Dies bleibt durch die 100%ige Kodierung in dieser Arbeit aus. Die Hypothesen ergeben sich nicht nur aus den Ergebnissen der Kodierung, sondern auch aus anderen Informationen, die es bei MBlog einzusehen gibt (z. B. H1). Aus diesem Grund werden nachfolgend die Hypothesen widerlegt oder bestätigt. Anmerkung: Wenn anschließend Eigenschaften über Microblogs zu lesen sind, welche sich mit den Titeln der Kategorienamen decken, dann sind damit die zugehörigen Kategorien gemeint. Für den Sprachfluss wird dies so gehandhabt, bei Ausnahmen wird extra darauf hingewiesen. H1 Es gibt durch den Vorlesungsmodus ca. 800-900 Microblogs. 24

Diese Hypothese hat sich nicht bewahrheitet, insgesamt wurden 563 Microblogs gepostet. Bei MBlog haben sich 49 (die drei Benutzer mblogadmin, Martin und Karin Maier, welche keine Studentinnen bzw. Studenten sind, wurden bei jeder Gruppenanzahl abgezogen [siehe Anzahl17]), Studentinnen und Studenten zu den vorgegebenen Gruppen angemeldet. Da es die Vorgabe war, zwei Microblogs pro Woche zu schreiben, hätte jede/jeder Studentin/Student insgesamt 20 Microblogs verfassen sollen. Dies wären dann insgesamt 980 (49 Studenten x 20 Microblogs) Microblogs gewesen. Das bedeutet, dass nur ungefähr 57% der zu postenden Microblogs geschrieben worden sind. H2: Über 40% der Benutzerinnen und Benutzer posten genau 20 Microblogs (siehe Abbildung 1).

Anzahl von Posts der einzelnen User
10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 1 3 6 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21
Abbildung 1

Im Gegensatz zu H1 werden hier nur Studentinnen und Studenten gezählt, welche zumindest einen Microblog verfasst haben. 12 der angemeldeten Benutzerinnen und Benutzer haben gar nichts gepostet und werden deshalb nicht gewertet und in Abbildung 1 nicht dargestellt, da diese für die Hypothese H2 nicht relevant sind. Außerdem kann angenommen werden, dass Studentinnen und Studenten, welche überhaupt keine Microblogs verfasst haben, nicht seriös an der Übung teilgenommen haben. Wie vorhin beschrieben, sollten Studentinnen und Studenten durch die Vorgabe des Unterrichtsfachs GADI, insgesamt 20 Microblogs verfassen. In Abbildung 1 ist dargestellt, wie viele Microblogs (x-Achse), von wie vielen Benutzerinnen und Benutzern (y-Achse) verfasst wurden. Bei 20 Microblogs ist die Anzahl der Benutzer am höchsten, da jeder von den 9 Studentinnen und Studenten, jeweils 20 Microblogs gepostet haben. Insgesamt sind diese 9 Benutzerinnen bzw. Benutzer nur ca. 24% der gesamten Menge an Benutzerinnen und Benutzern, welche zumindest einen Microblog verfasst haben, wodurch diese Hypothese falsch ist. H3 Mindestens 60% aller Microblogs enthalten zumindest einen Hashtag. Auch diese Hypothese ist falsch, denn 420 der 563 Microblogs und damit ca. 75% beinhalten keine Hashtags. H4 In mehr als 80% der Fälle gibt es bei den Microblogs einen zusätzlich angehängten Hyperlink (siehe Abbildung 2).
17

http://mblog.tugraz.at/groups [letzter Abruf: September]

25

600 500 400 300 200 100 0 Link: Ja
Abbildung 2

Link: Nein

Diese Hypothese ist vollständig eingetreten denn 507 Microblogs hatten einen Hyperlink im Text. Diese 90% stehen für die Art und die Funktionalität des Mediums Microblogs. Durch die 140 Zeichen Begrenzung ist der Informationsgehalt begrenzt. Um diesen Umstand aufzuheben, werden Hyperlinks angefügt und es ist möglich, sehr viel Information in die 140 Zeichen zu verpacken. Besonders, da es bei Hyperlinks keine Art der Beschränkung gibt (vom Video, bis hin zum PDF ist jedes Format möglich) erfreuen sich diese großer Beliebtheit. H5 In über 50% der Fälle führen die angehängten Links zu Artikeln (siehe Tabelle 1.1). Die Hypothese ist daher falsch, da die Kategorie Artikel zwar mit Abstand über die größte Anzahl (zweit größte Kategorie News mit 111) an Microblogs verfügt, aber mit nur 262 Microblogs ca. 47% der gesamten Posts es nicht schafft über 50% zu gelangen. H6 Benutzerinnen und Benutzer schreiben am öftesten informative Microblogs (siehe Tabelle 3.1). Bei dieser Hypothese ist hinzuzufügen, dass sie in der vorher beschriebenen Anfangszeit erstellt wurde, wo Studentinnen und Studenten noch nicht experimentierfreudig waren und daher nur simple Statements gepostet haben. Die Hypothese ist falsch, denn es gibt mehr anregende (169) und mehr aufklärende (151), als informative (149) Texte. Diese zunehmende Vielfalt hat sich aufgetan, weil Studentinnen und Studenten versuchten ihre Kolleginnen und Kollegen direkt anzusprechen und eigene Meinungen zu vertreten. Durch diese Entwicklung sind die informativen Microblogs bis zum Schluss prozentuell zurückgegangen. H7 Es gibt mehr kritische als positive Microblogs (siehe Tabelle 5.1). Diese Hypothese wurde aufgestellt, da Themen wie Privatsphäre und Überwachungsstaat sehr viele Probleme aufweisen und Studentinnen und Studenten mit diesen Themen sehr kritisch umgehen. Dieser Umgang war schon sehr früh zu erkennen. Wie sich herausgestellt hat, trifft die Hypothese zu, da 230 Microblogs kritisch und nur 200 positiv waren. H8 Es gibt mehr positive, innovative als kritische, innovative Microblogs (siehe Tabelle 8.1). Da es bei dieser Hypothese nur um positive und negative, innovative Microblogs geht, werden hier neutrale, innovative Posts weggelassen. Es gibt 52 Microblogs, welche zur Kategorie positiv gehören und 37 Microblogs, welche mit kritisch bewertet und als innovativ eingestuft wurden. Aus diesem Grund hat sich die 26

Hypothese bewahrheitet, auch wenn das Ergebnis nicht ganz so deutlich ausgefallen ist wie zu Anfangs erwartet wurde. H9 Es entstehen häufig Diskussionen durch Fragen oder interessante Blogs mit anderen Studentinnen und Studenten (siehe Tabelle 1.1). Diese Hypothese ist falsch, da insgesamt nur zwei Microblogs überhaupt eine Frage an andere Benutzerinnen und Benutzer gerichtet haben. Dieses Ergebnis ist sehr überraschend, da Microblogging ein soziales Medium ist, welches mit viel Kommunikation arbeitet und funktioniert. H10 Wenn ein Microblog als Ratschlag kategorisiert ist, gibt es davon mehr Positive als Negative (siehe Tabelle 8.1). Durch 37 kritische, aber nur 22 positive Ratschläge ist diese Hypothese falsch. Interessanterweise zielen viele Ratschläge darauf ab, wie etwas nicht gemacht werden soll und damit eher kritisierend, als positiv einzustufen. In diesen Fällen schwingt mit, dass die Benutzerin oder der Benutzer die Bitte hat, Andere sollten etwas nicht mehr in dieser Form produzieren oder nicht mehr so ausführen wie bisher. Als praktisches Beispiel dient dieser Microblog: „Die schlimmsten Fehler beim Webseitendesign: http://mblog.tugraz.at/url/20“. [Mblog, Joachim Reiter]. H11 Benutzerinnen und Benutzer taggen hauptsächlich nur Gruppennamen bzw. deren Themenbegriffe.

Häufigste Tags
7 6 5 4 3 2 1 0

Abbildung 3

Diese Hypothese ist wahr, da die meist getaggtesten zwei Begriffe „OnlineJournalismus“(einzelnes Thema einer Gruppe) bzw. „sn“(Abkürzung und Gruppenthema für Social Networks) sind (siehe Abbildung 3). Durch die Gruppeneinteilungen, welche bei MBlog strukturell vorhanden sind, haben die Benutzerinnen und Benutzer öfter am Ende des Microblogs ihr Gruppenthema getagged. H12 Es gibt mehr Videos in Kombination mit anderen Medien, als nur Videos, welche als alleinstehendes Medium dargestellt sind (siehe Tabelle 2.1 und 2.2). Diese Hypothese ist wahr, da es insgesamt zwar 31 Videos gibt, die ohne jegliche Kombination von anderen Inhalten vorkommen, es aber allein mit Artikeln und News in Verbindung mit dem Medium Video 32 (21 Video und Artikel, 11 Video und News) Einträge gibt. Dazu kommen noch 27

weitere Kombinationen mit anderen Kategorien wie z.B. Programme, App, Anleitung oder Blog, wodurch die Anzahl auf 45 ansteigt. H13 Am Wochenende (Samstag und Sonntag) gibt es am meisten veröffentlichte Microblogs (siehe Abbildung 4).
180 160 140 120 100 80 60 40 20 0

Abbildung 4

Wie in Abbildung 4 deutlich wird, trifft diese Hypothese, welche sich mit dem Microblogging Verhalten der Studentinnen und Studenten auseinandersetzt, zu. H14 Es gibt mehrere Tageszeiten (Stunden), in denen nicht gepostet wird (siehe Abbildung 5).
60 50 40 30 20 10 0

Abbildung 5

Wie auch die vorherige Hypothese, beschäftigt sich diese mit dem Verhalten der Microbloggerinnen und Microblogger. In Abbildung 5 ist die Anzahl der Microblogs angegeben, welche zu der jeweiligen Stunde geschrieben wurden. Dabei wurde aber nur von 03:00 bis 04:00 kein einziger Microblog geschrieben wurde. Dadurch ist die Hypothese falsch, da diese besagt, dass es mehrere Zeiten geben wird, wo dies der Fall ist. 28

H15 Im Zeitraum von 18:00 bis 21:00 Uhr gibt es am meisten veröffentlichte Microblogs (siehe Abbildung 5). Wiederum in Abbildung 5 ist zu erkennen, dass diese Hypothese nicht zutrifft, da am aller meisten in der Stunde von 22:00 – 23:00 Uhr gepostet wurde und auch noch in der nachfolgenden Stunde (23:00 – 24:00 Uhr) sehr viel gepostet wurde. Dies sind alle Ergebnisse aus der Erarbeitung der praktischen Arbeit. Alle Angaben, sowie Daten entstammen entweder aus dem Vorlesungsfach GADI oder MBlog. Im nächsten Kapitel werden diese repräsentativen Daten noch einmal besprochen und diskutiert, wie diese Daten zustande gekommen sein könnten und welche Einflüsse es von außen gab. Außerdem wird anhand der gesammelten Daten gezeigt, in welcher Art und Weise MBlog auf Studentinnen und Studenten ausgewirkt hat.

29

4 Diskussion über microblogging in der Lehre
Nachfolgend werden zuerst die Ergebnisse aus Kapitel 3 detailliert besprochen, was bedeutet es wird auf die erarbeiteten Tabellen inklusive deren Besonderheiten und die ausgewerteten Hypothesen eingegangen. Dabei werden Verknüpfungen zwischen Vorgaben durch GADI und den resultierenden Ergebnissen von MBlog erstellt. Der letzte Abschnitt dreht sich darum, wie MBlog bei Studentinnen und Studenten angekommen ist und auf welche Weise die Plattform funktioniert hat.

4.1 Diskussion der erarbeiteten Ergebnisse
4.1.1 Interpretation der Kodierungsauswertungen Tabelle 1.1 wurde mit der Häufigkeitsanalyse erstellt. Wenn ein Microblog in die Kategorien News und Video passte, wird die Zahl bei News und Video um eins inkrementiert. Alle danach durchgeführten Häufigkeitsanalysen wurden nach diesem Schema durchgeführt. Dadurch ergibt sich eine Summe der Tabelle, welche höher als die Summe der Anzahl aller Microblogs ist. In Tabelle 1.1 kommt die Kategorie Artikel am häufigsten vor. Wie sich herausstellte, wurden vor allem zu Beginn des Semesters und damit zu Beginn der Nutzung von Microblogs, sehr viele Artikel und News verlinkt. Dies liegt an der Eingewöhnungsphase mit dem Medium Microblogging, da News und Artikel am leichtesten zu handhaben und in weiterer Folge zu finden sind. Bei Gesprächen mit den Studentinnen und Studenten kam heraus, dass viele ihre Themengebiete bei Google eingegeben haben und dann dort die neuesten Links angeklickt und diese nach interessanten Informationen abgesucht haben. Nachdem bei Google bekanntere Seiten weiter oben gereiht sind, haben es Blogs, die in der Regel weniger bekannt sind, es schwerer von den Studentinnen und Studenten gefunden zu werden. So gibt es z. B., wenn bei einer Suchmaschine nach dem Begriff „Green IT“ gesucht wird, zuerst Seiten wie wikipedia.org, microsoft.com oder wien.gv.at (Selbstversuch bei Google: Stand 05.08.2013). Deshalb gibt es auf der ersten Seite der Google Ergebnisse fast nur Links, die in die Kategorie Artikel oder News fallen würden. Trotzdem ist der Blog mit 77 Einträgen, eine sehr wichtige Kategorie, da in Blogs meist die eigene Meinung der Autorin bzw. des Autors vertreten ist und diese von der Microbloggerin bzw. dem Microblogger aufgegriffen werden kann. Besonders ins Gewicht fallen die Kategorien App und Programm, die zusammen 62 Microblogs über eine spezielle Software enthalten. Durch 23 Microblogs in der Kategorie App sind mehr als ein Drittel davon für mobile Geräte geeignet, wobei die Zahl noch höher sein dürfte, da Services von Webseiten unter Programme fallen, welche genauso bei mobilen Geräten (mit integriertem Webbrowser) funktionieren sollten. Als letzte „große“ Kategorie gibt es noch das Medium Video mit insgesamt 76 Microblogs zu nennen. Danach kommen nur noch Medien, welche nur bei einer kleineren Anzahl von Microblogs verlinkt wurden. Ein trotzdem noch sehr wichtiges Medium dieser weniger genutzten Kategorien, ist die Kategorie Microblog. Dabei ist der zweite Teil der Aufgabe von GADI relevant. Studentinnen und Studenten mussten zu ihrem spezifischen Microblogthema auch einen Blogeintrag schreiben, welcher über 150 Wörter lang sein musste. Dadurch kamen häufig Microblogs vor, welche auf den eigenen Blog vorbereitet haben und mit Phrasen wie „… mehr erfahrt ihr in meinem Blog.“ gestaltet waren und dadurch oftmals keinen Link angefügt bekommen haben. Auffällig sind die mit zwei Einträgen, nur sehr geringe Anzahl an Microblogs in der Rubrik Fragen. Microblogs werden oft dazu genutzt Diskussionen anzuregen und somit auch Antworten zu dem Geschriebenen zu bekommen. Zwar reicht ein interessant formuliertes Statement aus, um Antworten zu bekommen, am leichtesten ist es aber, wenn ein Microblog selbst eine Fragestellung gibt. Ein allgemeiner negativer Punkt ist bezieht sich auf die nicht 30

existierenden Re-Tweets bzw. auf die fehlenden direkten Antworten. Durch die fehlende Kommunikation miteinander, verliert MBlog die Sinnhaftigkeit eines kommunikativen Netzwerkes. Die Studentinnen und Studenten haben sich dabei nur auf die Vorgaben, d. h. die zwei Microblogs pro Woche, konzentriert und haben dabei MBlog darüber hinaus nicht weiter genutzt. Dabei wurde sehr viel Potenzial verschenkt, da anregende Microblogs nicht von den Benutzerinnen und Benutzern diskutiert wurden und somit zum unkommentierten Statement verkommen sind. Daher sollte überlegt werden, wie Studentinnen und Studenten dazu motiviert werden können, miteinander durch Microblogging zu kommunizieren. Überlegenswert wäre es z. B. Benutzerinnen und Benutzer zu den zwei Microblogs noch eine zusätzliche konstruktive Antwort zu einem vorhandenen Microblog verfassen zu lassen. Denn wenn jemand eine Äußerung zu einem geposteten Microblog schreibt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, eine Antwort der Verfasserin bzw. des Verfassers darauf zu erhalten. Bisher lässt sich MBlog in dieser Hinsicht momentan noch nicht mit einer realen Microblogplattform vergleichen, da dort ein viel stärkeres „miteinander“ vorherrscht. Dieser Umstand lässt sich dadurch erklären, dass auf der TU Graz viele Angelegenheiten per Newsgroups geregelt und abgehandelt werden und es auch nicht das Ziel von MBlog ist, die Newsgroups als Medium zu verdrängen. Alle anderen Kategorien zum Medium des Microblogs, welche unter 20 gezählten Microblogs gelegen haben, wurden kreiert, um spezielle Arten von Hyperlinks zu kategorisieren, welche oftmals wichtige Formate sind wie z. B. Wikis oder PDFs. Diese konnten zum Teil nicht anders kategorisiert werden und wurden trotz der wenigen Nutzung in das Kategoriensystem aufgenommen. Tabelle 2.1 und Tabelle 2.2 (Fortsetzung von 2.1) wurden mit Hilfe der Kontingenzanalyse erstellt. Weil beide Methoden, Häufigkeits- und Kontingenzanalyse, eingesetzt wurden, besteht der Vorteil zuerst die Kategorien einzeln analysieren zu können und danach wichtige Kombinationsmöglichkeiten zu analysieren. Wie bereits angemerkt wurde, ist die Kontingenzanalyse in den Tabellen 2.1 und 2.2, genauso wie in den nachfolgenden Tabellen mit nicht kombinierter Kontingenzanalyse, der Einfachheit halber, in einer unteren Dreiecksmatrix dargestellt. In der Diagonale befinden sich die Werte, welche zu einer Kategorie gehören, die bei einem Microblog vorkommen und die ohne weitere Kombination von anderen Kategorien bzw. Eigenschaften vorhanden sind. Als Beispiel fungiert der Wert der ersten Zeile in der ersten Spalte in Tabelle 2.1. Da jeweils in der Spalte und in der Zeile als Überschrift die Kategorie Angebot steht, ist es nie (0) vorgekommen, dass ein Microblog der Kategorie Angebot ohne zusätzliche Kategorie zugeordnet wurde. Alle Werte, die unter der Diagonale liegen, stellen Kombinationen zweier Medien dar. Der Wert in der dritten Zeile, der ersten Spalte gibt z. B. an, dass Angebote in einem Microblog gemeinsam mit der Kategorie App, vier Mal vorkamen. Da es Microblogs gab, welche mehr als zwei Kombinationen innehaben (Bsp.: „The product design sprint: http://mblog.tugraz.at/url/251 #ProductDesign #Startups“ [MBlog, hartl], Kategorien: Anleitung, Blog, Video), ist die Summe aller Werte, größer als die Anzahl aller Microblogs. Bei Kombinationen ohne die Diagonale in Tabelle 2.1 und 2.2, ist die meistgenutzte Kombination aus der Kategorie mit 21 maligem Auftreten Artikel und Video. Dieses Ergebnis ergibt sich daraus, weil die Kategorie Artikel das am häufigsten auftretende Medium ist, aber auch weil ein Video oftmals als zusätzliches veranschaulichendes und unterstützendes Format genutzt wird. Deshalb besteht die zweithäufigste Kombination, mit 11 gemeinsamen Erscheinungen, aus Video und News, was im Endeffekt genau dasselbe aussagt. Insgesamt ist die Häufigkeit von mehreren Kategorien, bei einem einzigen Microblog aber sehr gering, denn mit insgesamt nur 97 verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten, sind dies nur 17%. Dies bedeutet bei 83% der Microblogs ist genau nur ein Medium vertreten war. Dieser Wert ist unter anderem so niedrig, da Grafiken und Bilder nur als eigene Kategorie wahrgenommen werden, wenn diese alleinstehend vorkommen (siehe Definition Grafiken). Da aber fast bei 31

jedem Hyperlink Grafiken vorkommen, diese aber meist nicht essenziell sind, wurde die Definition so belassen, da es sonst fast ausschließlich Kombinationen mit Grafiken gegeben hätte. Abschließend ist noch zu erläutern, dass die Kategorie Angebot, die einzige Kategorie ist, welche nie alleinstehend aufgetreten ist (siehe dazu auch Kapitel 4.1.2 Interpretation der Hypothesen). Ein Angebot bietet immer ein Produkt an, welches bei MBlog mit jeweils vier Kategorisierungen bei App und Programm oft eine Software war. Wie bei Tabelle 3.1 erkennen ist, gab es am meisten Microblogs, welche unter die Kategorie anregend gefallen sind. Wie der Name, der Kategorie schon sagt und in der dazugehörigen Definition steht, haben all jene Microblogs unter anderem die Aufgabe, Andere zum Nachdenken zu bringen und sich eines gewissen Themas bewusst zu werden. Trotz der großen Anzahl von 169 anregenden Postings gab es, wie vorhin bereits erwähnt wenig, bis gar keine Antworten und damit fand auch kein Austausch bzw. keine Diskussion statt. Am wenigsten Microblogs in diesem Kategoriesystem, waren in der Kategorie Ratschlag mit insgesamt 75, was trotzdem noch ca. 13% sind. Ratschläge wurden vor allem für Software abgegeben. Es können jeweils 11 bei App und 26 bei Programm (Tabelle 6.1) zugeordnet werden. Am meisten Kombinationen aus Medium und Inhalt gab es aufgrund der hohen Zahlen bei den Kategorien Artikeln und News. 88 aufklärende und 81 anregende Artikel wurden insgesamt gepostet. Das bedeutet, dass das beliebteste Medium (Tabelle 1.1) und die zwei häufigsten Inhalte (Tabelle 4.1) anregend und aufklärend auch am meisten miteinander kombiniert wurden, was durch die hohe Verwendung so erwartet werden konnte. Weniger vorhersehbar war, dass Videos oft mit innovativen Inhalten gepostet wurden. Genau 30 mal war dies der Fall. Dadurch wurden insgesamt am meisten Videos mit der Kategorie innovativ (ca. 35%) kombiniert. Dies stützt zusätzlich die beschriebene Theorie, viele Studentinnen und Studenten seien innovativem Neuem gegenüber sehr aufgeschlossen. Komplexe Inhalte, wie neue Technologien oder Erfindungen, mit Hilfe eines Videos zu beschreiben, ist wesentlich komfortabler als durch eine langwierige Textbeschreibung. Weiters hat das Format Video den Vorteil, die Technologie oder den neuen Gegenstand in Aktion darstellen zu können. Aufgrund der großen Häufigkeit von anregenden und aufklärenden Microblogs, sind diese auch die am häufigsten auftretende Kombination des inhaltlichen Kategoriesystems (siehe Tabelle 4.1 ohne Diagonale). Als weitere Besonderheit anzumerken ist die Kategorie informativ, welche eine Kombinationsmöglichkeit fand, obwohl dies gar nicht möglich sein sollte (siehe Kategorien zum Inhalt: informativ). Dies liegt daran, weil der geteilte Link zuerst einen informativen Teil hat und danach in einem klar abgrenzbaren anderen Teil, an die Kategorie Ratschlag fällt. Als Beispiel dient wieder folgender Microblog: „The product design sprint: http://mblog.tugraz.at/url/251 #ProductDesign #Startups“ [MBlog, hartl]. Der angehängte Link, enthält unter anderem ein Video, welches als Inhalt zeigt, wie ein Design Sprint mit einem gegebenen Beispiel funktioniert. Dieser Teil wurde als informativ, alles, was danach kommt, d. h., die Erklärung der einzelnen Schritte wurde als Ratschlag eingestuft. Diese Kombinationen treten häufig auf, wenn wie hier ein Medium im Medium vorhanden ist, welches sich vom übergreifenden Medium, in dem Fall der Anleitung bzw. dem Blog, abhebt. In Tabelle 5.1 geht es um die Häufigkeit des Auftretens der Kategorien zur allgemeinen Aussage. Diese Kategorien können nicht untereinander kombiniert werden, weshalb es nur eine Häufigkeitsanalyse und keine zusätzliche Kontingenzanalyse, wie bei den anderen beiden Kategoriesystemen, gibt. Mit 230 eingestuften Microblogs kommt die Kategorie kritisch am häufigsten vor, danach folgen die positiv eingestuften Microblogs mit der Anzahl von 200 und danach die Neutralen mit nur 127 Einträgen. Immerhin enthielten damit ca. 77% aller Microblogs eine eigene Meinung zu einem Thema. Daran können die Bemühungen der Studentinnen und Studenten erkannt werden, welche Microblogs gestalten, um Anklang bei den Benutzerinnen und Benutzern zu finden. Ein gutes Beispiel dafür ist der nachfolgende kritisch bewertete Eintrag: „Überwachung nach US-Vorbild demnächst auch in Österreich? 32

http://mblog.tugraz.at/url/247“ [MBlog, Simone Lemmerer]. Bei diesen und vielen anderen Microblogs wird deutlich, dass die Verfasserin bzw. der Verfasser versuchen, eine Meinung abzugeben und auch andere, erstens damit überzeugen wollen und zweitens Meinungen von Anderen einholen wollen. Wie beschrieben, war dieses Feedback, so gut wie nie vorhanden. Wenn bei solchen Themen mehrere Benutzerinnen und Benutzer eine Diskussion mitgestaltet hätten, wären die Microblogzahlen insgesamt, deutlich nach oben angestiegen. So wurden aber trotz interessanter Themenwahl immer nur die zwei verlangten Microblogs pro Woche gepostet. In Tabelle 7.1, welche eine Kombination von Medium und Aussage der Microblogs abbildet, ist zu sehen, dass bei dem Medium Artikel, welches wie erwähnt, am häufigsten aufgetreten ist, fast die gleichen Verhältnisse gegeben sind, wie bei der insgesamten Auswertung in Tabelle 5.1. Statt der oben beschriebenen 77% welche eine Meinung zeigten, also nicht in die Kategorie neutral fielen sind es nun 75% beim Medium Artikel (positiv: 87, neutral: 66, kritisch 107). Obwohl sich bei anderen Tabellen das Medium News im Verhältnis ähnlich zum Artikel verhält, weicht es in Kombination mit dem Kategoriesystem zur Aussage vom Artikel ab. Es gibt nicht nur mit ca. 84%, noch deutlich mehr aussagekräftige Microblogs als es beim Medium der Fall ist, es gibt auch mit 47 positiven Microblogs um einen mehr als Kritische. Das bedeutet, die Kategorie News wurde als ein positiveres und meinungs-verdeutlichenderes Medium genutzt als es beim Artikel der Fall gewesen ist. Die Datensammlung war das einzige Medium, bei dem neutrale Microblogs am häufigsten vorgekommen sind. Dabei wurden insgesamt nur 50% der Microblogs neutral gehalten. Gut zu erkennen ist dies im nachfolgenden Microblog, welcher einer der wenigen ist, der auf lokale Themen eingeht: „Open Government Daten der Stadt Graz: http://data.graz.gv.at/daten“ [MBlog, Joachim Reiter]. Dieser Microblog verweist auf die Datensammlung (siehe Hyperlink), führt aber nicht weiter fort, ob diese qualitativ oder interessant, etc. ist, sondern gibt diese ohne weiteren Kommentar neutral an. Viele der selteneren Medien bzw. Kategorien wie z. B. PDF oder Wiki, werden nicht genauer untersucht, da die Anzahl der Vorkommnisse dieser Medien zu gering war. Trotzdem gibt es eine Besonderheit bei der Kategorie Angebot, welche keine neutralen Microblogs hat, sondern nur über Posts verfügt, bei denen auch eine Meinung dahinter steht (positiv: 7, kritisch: 8). Dies liegt in der Natur des Angebots, da wenn ein bestehendes Angebot für positiv empfunden wird, es für andere Menschen empfehlenswert ist. Die andere Möglichkeit, ist ein Angebot, welches für so schlecht empfunden wird, dass dies anderen Benutzerinnen und Benutzern als Warnung oder Kuriosität mitgeteilt wird. Dabei ist bemerkenswert, dass Studentinnen und Studenten sogar mehr kritische Angebote verfasst haben und damit zeigen, dass Angebote mit mangelnder Qualität interessanter oder zumindest gleich interessant sind, wie gute Angebote. Als letzte Beobachtung bei Tabelle 7.1 konnte festgestellt werden, dass die Kategorie zum Medium Microblog nur ca. 12% neutral war. Dabei gab es viele Einfälle Microblogs zu verfassen, die auf kurze und kreative Weise eine Meinung wiedergeben. Ein gutes Beispiel ist dieser Microblog: „#summer #beach #icecream #sun #sunglasses #sea #sand #volleyball #bikini :(“ [MBlog, Rainer Hofmann-Wellenhof]. Dieser Post lässt natürlich viel Freiraum für Interpretationen. Es wäre möglich, dass die Autorin bzw. der Autor den Sommer nicht mag oder das Wetter zu schlecht ist, um die aufgeführten Stichpunkte genießen zu können. Aus dem Kontext heraus und zur damaligen Zeit, in der der Microblog verfasst wurde, könnte die Verfasserin bzw. der Verfasser dieser Nachricht sich auch über die Einführung von Hashtags bei Facebook beschwert und die übermäßige Nutzung von Hashtags kritisiert haben. An diesem Beispiel ist gut zu erkennen, wie trotz der Limitierung von 140 Zeichen sehr viel ausgedrückt werden kann. Es wird dadurch die Kreativität geweckt, um Inhalte interessant und einzigartig zu verpacken. In Tabelle 8.1, welche eine Kombination aus den beiden Kategoriesystemen Inhalt und allgemeiner Aussage enthält, schwankt die neutrale Aussage, je nach Inhalt von 19-26% und zeigt somit keine besonders große Abweichung. Der erwähnte Ansatz, Studentinnen und 33

Studenten der TU Graz seien innovativen Technologien gegenüber aufgeschlossen, wird noch stärker untermauert, da die Kategorie innovativ insgesamt als Einzige mehr positive, als kritische Microblogs enthält (52 positiv, 37 kritisch). 4.1.2 Besonderheiten einzelner Microblogs und Ergebnisse Grundsätzlich waren die erstellten Tabellen gute Werkzeuge, um gewisse Trends und Auffälligkeiten zu entdecken. Darüber hinaus gab es Besonderheiten bzw. Auffälligkeiten, welche beim Kodieren nicht in den Tabellen zum Vorschein gekommen sind. Dabei wäre es entweder ein zu hoher Aufwand gewesen, mehrere Tabellen zu erstellen, um nur auf ein einzelnes Ergebnis hinzuweisen oder die Tabellen bzw. die daraus gewonnenen Matrizen wären dreidimensional geworden. Deshalb ist es übersichtlicher, auf die seltenen, aber wichtigen Ergebnisse einzugehen und diese nur zu beschreiben. Außerdem gibt es immer wieder einzelne, sehr spezielle Microblogs, welche eine eigene Interpretation bzw. Analyse verlangen, weshalb dieses Kapitel entstanden ist. Es folgt anschließend eine Aufzählung von nicht zwingend zusammenhängenden Beispielen von Microblogs, welche ein besonderes Verhalten, einen speziellen Schreibstil oder einen interessanten Ansatz darstellen.  Eine dieser besonderen Ergebnisse sind die aufgetretenen 51 Microblogs, welche sowohl als aufklärend, als auch als anregend eingestuft wurden. Bei diesen waren nur drei davon positiv und kein einziges neutral. D. h., sobald auf ein Problem hingewiesen wurde und es in weiterer Folge einen Denkanstoß gab, waren diese fast ausschließlich negativer Natur. Hier als Beispiel einer der drei positiv verfassten Microblogs: „http://mblog.tugraz.at/url/249 Die Bundesbehörden und die Hacker. Sieht schlecht aus für letztere.“ [Mblog, Alexander Skiba] . Aus dem Link kann entnommen werden, dass mehrere Hacker gefasst und abgestraft wurden und dies als positiv empfunden wurde. Außerdem kommt eine Anregung hinzu, dass die Behörden es doch mit Hackern aufnehmen können, wodurch ein neues Bewusstsein bzw. eine neue Denkweise bei der Leserin bzw. beim Leser hervorgerufen werden kann. Wie aber dokumentiert, ist dies der positive und damit der weit seltenere Fall. Dies wird unter anderem von unserer Medienlandschaft beeinflusst, da viele News negativer oder kritischer Natur sind. Durch die zusätzliche Kombination einer anregenden Botschaft, sprich durch einen Denkanstoß, geht dies meist ins Negative über, da es oftmals im Handeln der Menschen liegt, Anderen neue Sichtweisen zu ermöglichen, welche mit einer Problemstellung bzw. etwas Negativem zu tun haben.  Ein gänzlich anderer Trend war bei den Verlinkungen der Microblogs zu sehen. Insgesamt wurden die Seiten golem.de und heise.de über 60 mal verlinkt. Zwar wurden öfter Artikel und News aus dem IT-Bereich von Webseiten von deutschsprachigen Zeitungen verlinkt, wie z. B. derstandard.at/Web. So häufig verlinkt zu werden, wie die beiden vorher genannten, spezialisierten IT-News Webseiten, schaffte es aber keine andere Seite. Dies geschah mitunter durch die Schwerpunkte der Themengebiete, welche allesamt IT lastig sind und auch weil die beiden Seiten bei den Suchmaschinen sehr beliebt und damit weit oben gereiht sind.  Wie in Abbildung 3 zu sehen ist, ist der Hashtag „OnlineJournalismus“ am öftesten vorgekommen. Trotzdem gab es kein spezielles Thema, welches so häufig gewählt wurde wie Google Glasses, der Miniaturcomputer, welcher durch eine Brille getragen wird. Dies liegt daran, weil die Studentinnen und Studenten ihre Microblogs oft nicht getaggt haben. Sogar 420 der verfassten Texte enthielten keinen einzigen Hashtag, wodurch die Menge der meist getaggtesten und die der meist beschriebenen Themen nicht übereinstimmen. Damit stellt Abbildung 3 nicht die am beliebtesten genutzten Themen dar, sondern lediglich die Themen, welche häufiger getaggt wurden. Dabei entsteht das Problem, dass nur wenige Benutzerinnen und Benutzer eine Weiterentwicklung beim Microbloggen erlebten, dies bei vielen aber nicht passierte. 34

Während zu Beginn beinahe gar nicht getaggt wurde, gab es einige Studentinnen und Studenten die im Verlauf des Semesters das Markieren von Schlüsselwörtern für sich entdeckt haben. Dies fand nur vereinzelt statt, wodurch diese wenigen Benutzerinnen und Benutzer bestimmten, welche Themen am öftesten getaggt wurden. Dadurch kommt es zustande, dass Schlagwörter wie „Google“ oder „Google Glass“, welche weit häufiger vorkamen, trotzdem weniger oft getaggt wurden als z. B. der vorhin erwähnte Hashtag „OnlineJournalismus“. Die niedrige Anzahl an Tags wirkt sich auch wieder negativ auf die Kommunikation der Benutzerinnen und Benutzer untereinander aus, da diese sonst mit höherer Wahrscheinlichkeit mitbekommen hätten, wie in vielerlei Hinsicht kontrovers das Thema Google Glass diskutiert wurde. So führen viele einzelne Microblogs wie „Datenkrake Google Glass. Alle aufgenommenen Daten werden auf Google-Servern gespeichert. Was ist mit Privatsphäre? http://goo.gl/WRiHJ“ [Mblog, Stefan Benicke], „Google makes a step forward with its stunning wearable computer with the innovative form of glasses, which will lead us to a new future.“ [MBlog, nikolova] und „So werden die google glasses also auch für Menschen mit einer Sehschwäche interessant! http://goo.gl/cdaiN” [Mblog, dominikmoesslang] zu interessanten Ansatzpunkten, welche für sich alleinstehend aber keine Kommunikation bilden und dadurch auch keinen weiteren Austausch über diese Themen schaffen können. Weitere sehr häufige Themen, welche kaum oder gar nicht getaggt wurden, waren unter anderem ELGA (Elektronische Gesundheitsakte), Netzfreiheit in Verbindung mit der Telekom, der Bombenanschlag in Boston und die Vorratsdatenspeicherung. Wie es beim Thema Google Glass war, wo Microblogs mit identischer Verlinkung vorgekommen sind, war es auch bei diesem Beispiel der Fall: „Vorsicht im Umgang mit Skype! Https-Links im Chat bekommen unangenehmen Besuch von Microsoft. Und alles legal... http://goo.gl/tquJH“ [Mblog, Stefan Benicke], „Microsoft liest bei skypemessages mit: http://mblog.tugraz.at/url/227“ [MBlog, Daniel Kogler]. Diese beiden Posts wurden am gleichen Tag verfasst, behandeln dasselbe Thema und verlinken zur gleichen Webseite. Würde man dies auf Twitter ummünzen würde es kein Problem darstellen, da es bei dieser Plattform die bereits beschriebenen Follower gibt. Beide Nachrichten könnten nur gelesen werden, wenn eine Benutzerin bzw. ein Benutzer bei beiden ein Follower ist. Bei Twitter sind Microblogs mit den gleichen Inhalten Standard, bzw. sogar erwünscht, da jede Verfasserin bzw. Verfasser, dies ihrer/seiner eigenen, speziellen Gruppe an Followern mitteilt. Dies ist ein wichtiger Unterschied zu MBlog, da dort angemeldete Benutzerinnen und Benutzer die gesamten Einträge der Plattform lesen können. Wären es noch mehr doppelte Einträge gewesen, wäre dies zu einem Problem geworden. Durch die im Vergleich zu Twitter geringe Anzahl an Benutzerinnen und Benutzern war dies aber nicht der Fall. Außerdem konnte aus Einträgen mit gleichem oder ähnlichem Thema leichter geschlossen werden, dass das Thema gerade aktuell bzw. sehr relevant in den Medien ist. Die oben genannte Weiterentwicklung der Studentinnen und Studenten beim Microbloggen ließ sich nicht nur durch das erhöht Aufkommen der Hashtags, sondern auch z. B. durch immer interessantere Darstellungen des Textes erkennen. Wo zu Beginn meist nur eine Kurzbeschreibung für einen angehängten Hyperlink stand, entstanden später interessante Versuche mit dem Medium. So wurde anhand eines kuriosen Beispiels gezeigt, wie semantische Suchmaschinen funktionieren und durch den Text vor dem Link wurde die Leserin bzw. der Leser ohne tatsächliche Information bekommen zu haben, neugierig gemacht: „Einmal war's noch immer #lustig: http://goo.gl/cJKvZ [MBlog, caterinanahler]“. Derartig kreative Texte kommen immer wieder vor und zeigen, wie Studentinnen und Studenten beim Medium Microblogging zu kreativen Lösungen kommen. Zumindest in gewisser Weise wurden sogar philosophische Ansätze aufgenommen und verarbeitet, wie an diesem Beispiel zu 35

sehen ist: „Ist etwas absolut sinnloses auch gleichermaßen #Bedeutungslos ?“ [Mblog, irina]. Deutlich ist zu erkennen, dass es Spaß macht Microblogs zu schreiben und dass viel ausprobiert wird, um sich aus der großen Menge der Posts hervorzuheben. Bei vielen Benutzerinnen und Benutzern kam diese Entwicklung nicht zum Vorschein, wodurch es beim Lesen so wirkt, als wäre das Verfassen der Microblogs nur um der Aufgabe des Verfassens wegen gemacht worden. Dies zeigt sich z. B. an diesem unkommentiertem Microblog, wo nur ein Link ohne weiteren Text gepostet wurde: „http://mblog.tugraz.at/url/91“ [MBlog, bernhardluger]Der soziale und kommunikative Hintergrund wird dabei wenig bis überhaupt nicht beachtet. Dies kann solchen Benutzerinnen und Benutzern aber nicht negativ angerechnet werden, da sie die Aufgabe von GADI trotzdem erfüllt haben. Es wirkt sich aber trotzdem auf das gesamte Netzwerk spürbar aus, da die Kommunikation ausbleibt. Ein rein positiver Aspekt ist dadurch entstanden, dass Studentinnen und Studenten nicht nur zwei Microblogs pro Woche schreiben mussten, sie mussten auch einen Blog mit mehr als 150 Wörtern passend dazu verfassen. Deshalb gab es anregende Microblogs, welche als eine Art Vorschau oder Vorbereitung auf den Blog waren. Ein gutes Beispiel dafür ist dieser Microblog: „Wireless locks: Pair it to a #smartphone, touch the lock; if the phone is nearby the lock unlocks. Await my blog! http://goo.gl/5WXFR #iot“ [Rainer Hofmann-Wellenhof].

4.1.3 Interpretation der ausgewerteten Hypothesen Während in Kapitel 3.2.3.1 Abschnitt Auswertung, die Hypothesen nur ausgewertet wurden bzw. bestimmt wurde, ob diese sich als richtig oder falsch erwiesen haben, werden die Endergebnisse der Hypothesen nacheinander analysiert und interpretiert. Alle Interpretationen beziehen sich immer auf die Auswertungen des genannten Kapitels. Die Hypothesen haben bei der Analyse und der Interpretation wichtige Information, Standpunkte und Ansätze geliefert. Die Erwartungshaltungen wurden in einigen Fällen enttäuscht, wodurch wichtige Resultate entstanden sind, aber auch durch die Bestätigungen der aufgestellten Hypothesen, konnte ein gewisses Maß an standardisiertem Verhalten ausgemacht werden. Hypothese H1, H2: H1 und H2 sind eng miteinander verknüpft, weshalb die Analyse dieser in einer zusammengefasst wird: Da nur 57%, der von GADI geforderten Microblogs tatsächlich verfasst wurden, stellte sich H1 als falsch heraus. Dies bedeutet, viele Studentinnen und Studenten haben nicht die 20 vorgegebenen Microblogs geschrieben, sondern früher mit dem Posten aufgehört haben, was sich in Abbildung 1 deutlich zeigt, da nur 24% der Benutzerinnen und Benutzer diese 20 Microblogs tatsächlich erstellt haben. Dadurch ist nicht nur H1, sondern auch H2 falsch. Dieser Zustand könnte sich daraus ergeben haben, dass durch das Übungsverfahren, eine nicht unerhebliche Menge an Studentinnen und Studenten sich damit zufriedengegeben hat, dass das Fach mit einer weit geringeren Anzahl an verfassten Microblogs positiv abgeschlossen werden kann. Diese Erklärung bestätigte sich noch zusätzlich durch Befragungen der Studentinnen und Studenten. Durch die 20 Punkte, die es wöchentlich zu erreichen gab (10 Punkte 1 Blog, 5 Punkte x 2 Microblogs), konnten die 100 Punkte, welche zum positiven Abschluss der Lehrveranstaltung gebraucht wurden schnell erreicht werden. Die Benutzerinnen und Benutzer, welche weniger als 10 Microblogs verfasst haben, könnten trotzdem durch das Verfassen von Blogs noch positiv abgeschlossen haben. Der Versuch, nur das Minimalziel zu erreichen nimmt erheblichen Anteil daran, dass es keine Antworten und keine Re-Tweets gab. Der mittlerweile öfter kritisierte fehlende Austausch durch das soziale Netz ist unter anderem dadurch entstanden. 36

Hypothese H3: H3 schlug fehl, da nur 25% der Microblogs einen oder mehrere Hashtags hinzugefügt bekommen haben. Dadurch ergibt sich, wie in 4.3.2 erwähnt, ein verschobenes Bild, welche Themen am häufigsten vorgekommen sind. Das hat zur Folge, dass die Tagcloud von MBlog (eine Abbildung der am häufigsten getaggten Begriffe) nicht die relevantesten Themen darstellt. Aus diesem Grund konnten sich Benutzerinnen und Benutzer nicht korrekt darüber informieren, welche die aktuellsten Themen waren, da diese nicht getaggt wurden. Zu Beginn waren es nur wenige Studentinnen und Studenten die Hashtags verwendeten. Es ist anzunehmen, dass sich Benutzerinnen und Benutzer ein Beispiel daran nahmen und die wichtigsten Schlüsselwörter taggten. Trotzdem war die Anzahl noch immer zu gering, um dadurch korrekte Informationen zu erhalten, welche die wichtigsten Themen und Begriffe bei MBlog waren. Hypothese H4: Durch die 90% der Microblogs, welche einen Link angefügt bekommen haben, hat sich nicht nur H4 bewahrheitet, es ist auch ein Zeichen dafür, dass die Studentinnen und Studenten diese Möglichkeit, noch mehr Informationen in einen Microblog zu packen, wahrgenommen haben. Diese zusätzliche Funktion bei den Microblogs wurde weit besser aufgenommen als z. B. die bei H3 behandelten Hashtags. So gibt es die Bereitschaft und den Willen von Studentinnen und Studenten, Inhalte, welche für sie selbst interessant sind, mit anderen zu teilen. Zusätzlich wird die 140 Zeichenbeschränkung bei Microblogs durch Links aufgehoben und kann mit gänzlich anderen Medien verbunden werden. So erhält das Medium Microblog viel mehr Freiheit, als es auf den ersten Blick zu erkennen ist. Dieser Punkt ist bei den Benutzerinnen und Benutzern von MBlog sehr gut angenommen worden. Hypothese H5: Obwohl die Hypothese um 3% fehlgeschlagen ist, steht diese trotzdem dafür, wie oft das Medium Microblog durch das Medium Artikel (bezogen auf Artikel im Kategoriesystem Medium, siehe Definition des Kategoriesystems Medium, Artikel) ergänzt wurde. Immerhin war dies bei 47% aller Microblogs, inklusive derer, die gar keinen Link angehängt bekommen haben, der Fall. Einen Artikel zu verfassen und ins Internet zu stellen hat viele Vorteile. Es braucht weniger Aufwand als z. B. bei einem Video, wo Schnittarbeiten, Tonaufnahmen, usw. anfallen und trotzdem enthält ein Artikel zumeist sehr viel Information. Deshalb ist der Artikel einer der verbreitetsten Medien, wenn es um Informationsbeschaffung und –verarbeitung geht. Darum war gerade dieses Medium erstens, durch das häufige Vorkommen und zweitens durch den hohen Informationsgehalt so beliebt. Speziell in den ersten Wochen, wo Microblogs gepostet wurden, war der Artikel noch häufiger als es das Endergebnis jetzt darstellt. Erst nach der Eingewöhnungsphase, variierten die Medien, weshalb die Hypothese knapp falsch ist. Hypothese H6: Auch diese Hypothese wurde stark durch die Eingewöhnungsphase geprägt, da Benutzerinnen und Benutzer zu Beginn häufig standardmäßige Microblogs erstellten, welche einen Link zu einem Thema hatten und im selbst erstellten Text diesen kurz beschrieben. Erst nach ein paar Wochen wurde es spürbar häufiger, dass auf die angehängten Links auch Bezug mit eigener Meinung genommen wurde und mehr aus dem Medium herausgeholt wurde. Trotz allem gab es weiterhin viele informative Microblogs. Wie es in Tabelle 3.1 zu erkennen ist, wurden später aber die Kategorien aufklärend und anregend relevanter als die Kategorie informativ. Dieser Fortschritt ist positiv anzusehen, da daraus erkennbar wird, wie Microblogging breiter eingesetzt und damit variantenreicher wurde. Außerdem wurde durch diese Posts der Dialog mit anderen gesucht. Weiters gab es dadurch Microblogs, welche andere Benutzerinnen und Benutzer von der eigenen Meinung überzeugen sollten. Hypothese H7: H7 hat sich bewahrheitet, da es 30 kritische Microblogs mehr gab, als positive. Dabei spielt unsere Medienlandschaft eine gewisse Rolle, ganz nach dem Motto „Bad news are good news“. Es kommt daher oft vor, dass auf der Suche nach Informationen und interessanten Nachrichten bei gewissen Themen, Skandale und Probleme viel häufiger vorkommen, als positive Nachrichten, was bis zu einem gewissen Grad von den Studentinnen und Studenten übernommen wurde. Besonders bei Themen wie Privatsphäre und Überwachungsstaat gab es für die Benutzerinnen und Benutzer dieser Gruppen kaum etwas, 37

das keinen kritischen Hintergrund gehabt hätte. Auf der anderen Seite gab es Gruppenthemen wie Green IT, Open Culture (Open Source), welche von vornherein eine positive Seite haben, wodurch das Endergebnis mit 230 kritischen und 200 positiven Microblogs, relativ knapp entschieden wurde. Hypothese H8: Bei der erfüllten Hypothese H8 zeigt sich, wie aufgeschlossen Studentinnen und Studenten einer technischen Uni bei innovativen, technischen Themen sind und oft neuen Technologien entgegenfiebern. So war z. B. das Thema Google Glass ein sehr beliebtes. Trotz der Euphorie, die diese Themen mit sich bringen, sind Studentinnen und Studenten, teilweise auch skeptisch und zeigen mögliche Probleme mit neuen Technologien auf. Wie am Resultat der Auswertung (siehe Tabelle 8.1) zu erkennen ist, überwiegt in den meisten Fällen trotzdem die Freude und Neugier auf etwas Neues. Hypothese H9: Diese Hypothese ist sehr essenziell für die ganze Arbeit, da sie am besten aufzeigt, dass Studentinnen und Studenten MBlog nicht als Diskussionsplattform angesehen haben. Dies bestätigt sich durch die wenig bis nicht vorhandenen fast Re-Tweets und Antworten, obwohl es sehr viele interessante Microblogs gab. Dadurch blieben auch anregende Posts ohne weitere Kommentare Anderer, wodurch nie eine Diskussionsform entstand. Dabei haben Studentinnen und Studenten den Sprung von der aufgetragenen Hausübung zum freiwilligen sozialen Netzwerk nicht geschafft, wodurch, das Medium selbst nicht vollständig genutzt wurde. Hypothese H10: Wie in der Auswertung geschildert, gab es mehr kritische Ratschläge als positive. Die Erwartung war, dass Ratschläge grundsätzlich positiver Natur sind und daher mit hilfreichen Texten, wie Guides oder Videos auftreten werden. Dies ist aber nur zum Teil eingetreten, viele Microblogs vermittelten eine kritische Botschaft (siehe Tabelle 8.1). Oft wurde darauf hingewiesen, wie eine Aufgabe nicht zu erledigen ist, oder dass eine Anleitung oder ein Ratschlag schlecht ist und dieser nicht befolgt werden soll. Daraus lässt sich für Benutzerinnen und Benutzer schließen: negative Punkte fallen stärker ins Gewicht als Positive. Diese sich auftuenden, negativen Vorkommnisse, welche in den Ratschlägen behandelt werden, stören die jeweilige Verfasserin bzw. den jeweiligen Verfasser. Deshalb gibt es oftmals den Ratschlag bzw. den Hinweis für andere Benutzerinnen bzw. Benutzer, die im Microblog genannten Fehler nicht zu machen. Hypothese H11: H11 ist korrekt, da Gruppenthemen wie „OnlineJournalismus“ am öftesten getaggt wurden. Durch die seltene allgemeine Nutzung von Hashtags, verliert dieses Ergebnis aber an Aussagekraft. Die Hypothese selbst beinhaltet, dass viele Benutzerinnen und Benutzer nur das tatsächliche Kernthema aufgreifen und allgemeine Informationen posten. Dies stimmt aber nicht, da Themen wie die vorhin thmeatisierten Google Glasses nicht getaggt wurden. So kann die ursprüngliche Absicht der Hypothese nicht mehr bestimmt werden, da zu wenig Hashtags vorgekommen sind. Dadurch konnten viele Themen gar nicht aufgelistet werden, welche damit auch nicht in die Abbildung bzw. in die Statistik miteingeflossen sind und so das Ergebnis verfälscht haben. Hypothese H12: Vor allem bei News und Artikeln lassen sich Inhalte mittels eines passenden Videos gut unterstreichen und vereinfachen bzw. veranschaulichen den bis dahin geschrieben Text. Auch durch die Einbettungsfunktion von Portalen wie YouTube ist es für Webseiten ein leichtes geworden, Videos als zusätzliches Informationsmaterial zu nutzen, was noch dazu wenig Zeit kostet. Viele Studentinnen und Studenten dürften aus diesen Gründen, diese kombinierten Medien genutzt haben. Hypothese H13: H13 hat zugetroffen (siehe Abbildung 4) und durch Gespräche mit den Studentinnen und Studenten kam heraus, dass viele unter ihnen nur Samstag und Sonntag microbloggen (es musste ein Tag Unterschied zwischen den Microblogeinträgen einer Person sein). Der Vorteil dieser Tag ist, dass an diesen Tagen keine Veranstaltungen der TU Graz stattfinden. Außerdem war Sonntag die letzte Möglichkeit einen Microblog für die jeweilige Woche zu verfassen. Es wurden zwar weniger Microblogs am Anfang der Woche verfasst, Studentinnen und Studenten, die dies aber schon früh erledigten, haben dies auch weiterhin 38

häufig am Anfang der Woche getan. Grundsätzlich haben sich die Veröffentlichungszeiten der Microblogs jeder einzelnen Studentin bzw. jedes einzelnen Studenten kaum geändert, irrelevant, welcher Tag es war. War es der Fall, dass eine Benutzerin bzw. ein Benutzer Dienstags mit dem Microbloggen begonnen hatte, war es sehr wahrscheinlich, dass sie oder er die darauf folgenden Wochen wieder am Dienstag etwas veröffentlicht hat. Dieser Umstand könnte daran liegen, dass sich Studentinnen und Studenten das Microbloggen in ihren Terminkalender integriert haben. Es galt bei vielen als fixer Bestandteil der Woche, zwei Microblogs zu einer bestimmten Zeit zu schreiben. Benutzerinnen und Benutzer haben sich daher an anderen Tagen weniger bei MBlog eingeloggt. Hypothese H14: H14 beschäftigte sich mit Microbloggingverhalten der Benutzerinnen und Benutzer. Wie in Abbildung 5 zu sehen ist, wurde bis auf die Stunde von 03:00-04:00 Uhr immer gepostet, was zeigt, dass die Hypothese falsch ist, da es nur eine einzige Stunde gab und nicht mehrere, in der nicht gepostet wurde. Von der Stunde 12:00-13:00 Uhr bis hin zu 22:00-23:00 Uhr steigt die Anzahl an geposteten Microblogs ständig an. Die einzige Ausnahme ist von 16:00-17:00 Uhr, dort ist der Balken höher als der nachfolgende. Einige Studentinnen und Studenten haben während der GADI Vorlesung, welche um 16:00 Uhr begonnen hat, einen Microblog verfasst, was ein Grund dafür sein könnte, warum das Microblogverhalten leicht erhöht ist. Interessant bei Abbildung 5, ist der rapide Abfall von veröffentlichten Microblogs von nach 00:00 Uhr. Dabei war meist die Grenze der Studentinnen und Studenten erreicht. Nur sehr wenige posteten nach dieser Uhrzeit noch Microblogs. Alles in allem ist dabei wieder anzumerken, dass besonders Sonntags, am Abend der bevorstehenden Deadline sehr viel geschrieben wurde. Durch die späte Veröffentlichung konnten Studentinnen und Studenten sich zu dieser Zeit kaum mit anderen Microblogs beschäftigen. Der Fokus lag dabei bei der eigenen Abgabe und das Einhalten der Frist. Dies ist wiederum einer der Gründe, warum auf MBlog nicht miteinander kommuniziert wurde. Hypothese 15: Die Annahme in H15 bezog sich darauf, dass ab 18:00 Uhr viele der Studentinnen und Studenten keine Vorlesungen oder andere Erledigungen mehr haben, welche von der TU Graz vorgegeben sind. Der Zeitraum wurde nicht richtig geschätzt, da erst ab 20:00 Uhr die drei Stunden beginnen, in denen am meisten Microblogs verfasst wurden. Trotzdem gab es aber noch die bei Hypothese H14 erwähnte Abgabefrist, welche häufig nur knapp eingehalten wurde. Unter anderem deshalb schlug die Hypothese fehl und der Zeitraum hat sich um zwei Stunden verschoben. Gewisse Informationen, die bei der Interpretation genutzt wurden, enthalten sehr viele Daten und Dateneinträge und wurden aus diesem Grund nicht als Ganzes angegeben, sondern lediglich als Ergebnis erwähnt. Das nächste Unterkapitel beschäftigt mit dem Nutzen von MBlog und gibt wieder, wie Studentinnen und Studenten im Großen und Ganzen darauf eingegangen sind und wie sich eine Plattform wie MBlog auch auf andere Lehrbereiche ummünzen lässt.

4.2 Nutzung von MBlog Fazit
Abschließend ist über MBlog und dessen Nutzen zu sagen, dass es mit Sicherheit vielen Studentinnen und Studenten den Umgang mit dem Medium Microblog näher gebracht hat. Durch die Plattform wurden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Microblogging an einer Lehreinrichtung stattfinden kann. Durch eine mögliche Erweiterung von MBlog durch andere Fächer, könnte die Relevanz von MBlog weiter zunehmen. Wie durch die gesamte Ausarbeitung und Analyse der verfassten Microblogs erkannt werden kann, steckt sehr viel Potenzial in der Plattform, welches zum Teil noch gar nicht genutzt wurde. So könnten die Aufgabenstellungen von GADI erweitert werden und wie erwähnt, pro Woche eine konstruktive Antwort auf einen Microblog verlangt werden. Durch die Funktion, einen Microblog zur persönlichen Liste der Lieblingsnachrichten hinzufügen zu können, wäre es möglich zu fordern, dies einmal pro Woche zu machen und so den beliebtesten Microblog der 39

Woche heraus zu finden. Durch diese Vorgaben würden die vielen Funktionen, die MBlog bietet öfter genutzt werden und auch ein gewisser sozialer Kontakt würde entstehen. Zur Plattform MBlog ist hinzuzufügen, dass eine Freischaltung zu einem offenen Studiennetzwerk momentan nicht geplant ist. Lehrende können den Service der Plattform aber anfordern. Speziell bei GADI hat MBlog, obwohl es viele Microblogs gab, welche zur Diskussion und zum Meinungsaustausch eingeladen haben, weniger als soziales Netz, sondern als Informationsauflistung funktioniert, da nicht miteinander, sondern jede/jeder nur für sich Microblogs verfasst hat. MBlog ist nicht darauf ausgerichtet, wie Twitter zu sein, da dort, um nur ein Beispiel zu nennen, eine große Faszination darin liegt, prominenten Menschen zu followen und dadurch einen Teil ihres Lebens mitzubekommen. MBlog hat aber gar nicht den Anspruch dieses Unterhaltungsmedium zu sein, zu welchem Twitter benutzt werden kann, sondern möchte Studierende dazu bringen, ihr Wissen und auch ihren Horizont, sei es im Umgang mit dem Medium Microblog oder mit gesellschaftlichen Themen, zu erweitern. Trotzdem ist und bleibt der größte Kritikpunkt gegenüber den Studentinnen und Studenten, dass zu wenig miteinander kommuniziert und zu wenig aufeinander eingegangen wurde, obwohl es bei MBlog schnell und einfach möglich gewesen wäre. Aus diesem Grund wurde das Medium nicht vollständig ausgenutzt. Dabei spielt unter anderem, die funktional tief verankerten Newsgroups der TU Graz (news.tugraz.at) eine wichtige Rolle. Von diesem Medium werden momentan viele organisatorische Themen zu Vorlesungen, wie auch das Besprechen von Hausübungen übernommen. Bei vielen Fächern verwenden Professoren die eigene Newsgroup, das Lesen dieser ist für die an dem Fach teilnehmenden Studentinnen und Studenten meist verpflichtend. D. h., MBlog ist bei Weitem nicht die erste Online-Kommunikationsmöglichkeit für die Studentinnen und Studenten, welche bei GADI teilgenommen haben. Es gibt viele andere, weitaus etabliertere Möglichkeiten, wodurch Benutzerinnen und Benutzer abgewichen sind und durch andere Medien miteinander kommuniziert haben. Trotzdem war dies ein wichtiger Schritt, um Microblogging zu etablieren und den Studentinnen und Studenten näher zu bringen und zu versuchen ein soziales Netzwerk durch Microblogging zu schaffen. Das letzte Kapitel soll einen Ausblick geben, welche Möglichkeiten das Medium Microblogging in der Lehre haben könnte. Dazu folgt ein Abschnitt, über die zukünftige Aussicht über Microblogging in der Lehre und welche Aspekte dabei zu beachten sind. Zusätzlich werden Vor- und Nachteile besprochen und diskutiert, wie versucht werden kann, das Medium zugänglicher und beliebter zu machen, als es momentan im Lehrbereich der Fall ist.

40

5 Zusammenfassung und Ausblick
Obwohl sich Microblogging großer Beliebtheit erfreut, muss es sich, wie jedes andere neue Medium zuerst einmal in der Lehre etablieren und in diesem Bereich akzeptiert werden. Mit Plattformen wie MBlog wird dieser Schritt gefördert. Damit Microblogging noch erfolgreicher im Lehrbereich eingesetzt werden kann, müssen Kinder, Lehrerinnen und Lehrer, wie auch Eltern, die Angst vor Missbrauch des Mediums verlieren. Um dies zu schaffen, muss für ausreichend Privatsphäre und Sicherheit gesorgt werden. Dabei gilt es, bei öffentlichen Plattformen auf die Privatssphäreneinstellungen zu achten. Bei Twitter z. B. ist es möglich, dass eigene Tweets nur von ausgewählten Personen eingesehen werden können. Außerdem gibt es die Option, eine Verbindung nur über das abhörsichere HTTPS (Hyper Text Transfer Protocol Secure) laufen zu lassen (alle Angaben, siehe 18). Diese Funktionen sollten mit den betreffenden Personen geklärt und besprochen werden. Vor allem sollten sich Lehrkräfte, welche mit den Lernenden das Medium Microblogging nutzen möchten, mit diesen und im Minderjährigenalter, auch speziell mit ihren Eltern über das Thema unterhalten. Es ist notwendig, einen sicheren Rahmen zu schaffen und diesen den Betroffenen mitzuteilen. Wenn bereits eine in der Bildungseinrichtung selbst erstellte Microblogging Plattform vorhanden ist oder entwickelt wird, ist es möglich, diese unter Ausschluss der Öffentlichkeit laufen zu lassen und nur Schülerinnen und Schüler darauf Zugriff zu gewähren. Falls dies nicht der Fall ist, muss für die notwendige Sicherheit und Privatsphäre gesorgt werden. Ein positiver Effekt einer eigenen Plattform, ist die Gesamtkontrolle über sämtliche Funktionen und Abläufe, was eine Garantie gegen Datenveruntreung bedeutet. Außerdem fällt zusätzlich die Werbung weg, welche bei öffentlichen Plattformen häufig vorkommt. Wenn es geschafft wird, diese Rahmenbedingungen einzuhalten und das den Betroffenen verständlich mitzuteilen, kann Microblogging ungehindert genutzt werden. Das bedeutet aber nicht, öffentliche Plattformen wie Twitter oder TumblR seien schlecht. Ganz im Gegenteil, durch die vielen Menschen, die daran teilnehmen, steckt auch mehr Information dahinter, als dies bei einem selber stellten Netzwerk möglich wäre. Es muss klar sein, dass dieser öffentliche Zugang auch Nachteile hat, gegen die es aber sehr oft Lösungen gibt, wie die vorher genannte Privatsphäreneinstellung. In dem Fall gilt, mit den gegebenen Gefahren oder Problemen umzugehen und diese zu verhindern und zu minimieren. Egal ob selbst erstellte oder öffentlich zugängliche Microblogging Plattform, wenn diese Risiken beseitigt sind, hat Microblogging dadurch die Chance, sich in der Lehre weiter zu entwickeln und sich an weiteren Lehreinrichtungen zu verbreiten. Unter anderem hat Microblogging den Vorteil, dass es den Unterricht raus aus dem Klassenzimmer bringen kann und Schülerinnen und Schüler über wichtige Themen microbloggen und so nach dem Unterricht ein erhöhter Lerneffekt vorhanden ist. Dies wird auch durch die Studie „Lernen und Forschen mit mobilen Endgeräten“ [He11] bestätigt. Je nachdem kann die Plattform verschiedene Ausrichtungen haben. Entweder wird sie nur für Lehrthemen genutzt (wie momentan bei MBlog), wodurch klar definierte Aufgaben vorgegeben werden oder die Schülerinnen und Schüler dürfen über alles microbloggen, was sie möchten. Dadurch entsteht ein stärkeres soziales Netzwerk. Es besteht die Möglichkeit, durch getrennte Bereiche diese beiden Eigenschaften miteinander zu kombinieren. Die Einschränkungen und vor allem die kreative Nutzung sind den Lehrenden selbst überlassen. Dabei kann das Medium schnell und einfach an die Altersgruppe angepasst werden. Ob es für den Schreib- und Leseunterricht in der Volksschule oder einem literarischen Dialog zwischen Faust und Mephisto in der Oberstufe genutzt wird. Es gibt viele Möglichkeiten, sehr interessante und herausfordernde Aufgaben zu finden. Wie die Beispiele in 2.2.2 zeigen, ist es möglich, Kinder durch Microblogging zu begeistern, womit es leichter ist, Lehrinhalte zu vermitteln. Vor allem aufgrund der Einschränkung auf 140 Zeichen eignet sich das Medium
18

https://twitter.com/settings/security [letzter Abruf: September 2013]

41

sehr gut für kleinere Lerneinheiten und das in 2.2.1 beschrieben Microlearning. Damit hat das Medium Microblogging noch eine große Zukunft vor sich, momentan muss das Medium noch mehr erprobt werden und vor allem etabliert und damit von allen betroffenen Personen angenommen werden. Wenn das gelingt, kann der Unterricht, wie auch außerschulische Aufgaben oder Hausübungen durch Microblogging gut ergänzt werden.

42

6 Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 ................................................................................................................................. 25 Abbildung 2 ................................................................................................................................. 26 Abbildung 3 ................................................................................................................................. 27 Abbildung 4 ................................................................................................................................. 28 Abbildung 5 ................................................................................................................................. 28

43

7 Tabellenverzeichnis
Tabelle 1.1: Häufigkeitsanalyse zum Medium ............................................................................ 22 Tabelle 2.1: Kontingenzanalyse zum Medium ............................................................................ 22 Tabelle 3.1: Häufigkeitsanalyse zum Inhalt ................................................................................. 23 Tabelle 4.1: Kontingenzanalyse zum Inhalt ................................................................................. 23 Tabelle 5.1: Häufigkeitsanalyse zur allgemeinen Aussage .......................................................... 23 Tabelle 6.1: Kombinations-Kontingenzanalsye aus Inhalt und Medium ..................................... 24 Tabelle 7.1: Kombinations-Kontingenzanalsye aus Medium und allgemeiner Aussage ............. 24 Tabelle 8.1: Kombination-Kontingenzanalsye aus Inhalt und allgemeiner Aussage................... 24

44

8 Literaturverzeichnis
[Bu11] Buchem, I.; Appelt R.; Kaiser, S.; Schön S.; Ebner M.: Blogging und Microblogging – Anwendungsmöglichkeiten im Bildungskontext In: Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien (L3T) 2011, Ebner, M. (Hrsg.); Schön, S. (Hrsg.). Books on Demand. 2011. URL: http://l3t.tugraz.at/index.php/LehrbuchEbner10/article/view/63/69 [September 2013] [Hu05] Hug, T.: Micro Learning and Narration. Innsbruck, 2005. URL: http://web.mit.edu/comm-forum/mit4/papers/hug.pdf [September, 2013] [ALoJ] Avatar Languages: Twitter und Mikroblogging für den Fremdsprachenunterricht: eine Anleitung für Lehrer. o. J. URL: http://www.avatarlanguages.com/de/teaching/twitter.pdf [September, 2013] [He11] Herber, E.; Waba, S.: Lernen und Forschen mit mobilen Endgeräten – Wie finden wir Zugang zur persönlichen Umgebung der Lernenden?. Themenheft 04/2011 Zeitschrift für e-Learning. Krems, 2011. URL: http://www.donauuni.ac.at/imperia/md/images/department/imb/forschung/publikationen/zel_herber_ waba_042011.pdf [September 2013] [MuoJ] Muuß-Merholz, J.: Schule und Web 2.0 – Wie Social Media die schulische Kommunikation durcheinanderwirbelt. Walter Kluwers Deutschland. Köln, o.J. URL: http://www.joeran.de/dox/Joeran-Muuss-Merholz-Schule-und-Web-2.0-Wie-SocialMedia-die-schulische-Kommunikation-durcheinanderwirbelt.pdf [August 2013] [Th05] Thoma, M. : Mac OS X 10.4 Tiger. Carl Hanser Verlag. Aachen, 2005 http://books.google.at/books?id=xXHNB1Xm3UEC&pg=PA57&lpg=PA57&dq=%22was+ ist+eine+programmierschnittstelle%22&source=bl&ots=e72aNoPR9m&sig=2q0V54ha2OQnvyN_0i4AezUDAk&hl=de&ei=hVmPTf_YLZK5hAf6pOC7Dg&sa=X&oi=boo k_result&ct=result&resnum=1&ved=0CBoQ6AEwAA#v=onepage&q=%22was%20ist%2 0eine%20programmierschnittstelle%22&f=false, Seite 57 [Juli 2013] [Ho02] Hörnig, M.: Zwischen Medikation und Massagesocken – Medizinjournalismus in Frauenzeitschriften. Universität Berlin. Berlin, 2002. URL: http://www.diss.fuberlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000001457/04_kap4 .pdf?hosts= S.58-91 [September 2013] [Bo05] Bortz, J.; Döring, N.: Forschungsmethoden und Evaluation für Sozialwissenschaftler. Springer Medizin Verlag, 3. Auflage. 2005. S. 147-153 [Eb13] Ebner, M.; Altmann, T.; Softic.: @twitter analysis of #edmediaXX – is the informationstream usable for the #mass. In: Microbloggin in EducationalSettings. Holotescu, C.; Grosseck, G.; Calvani, A. & Bruni, F. (Eds.), AVM – AkademischeVerlagsgemeinschaft, Munich 2013, pp. 55-70 [Ki11] Kieslinger, B.; Ebner, M.; Helga, W. Microblogging Practices of Scientists in E-Learning: A Qualitative Approach. In: International journal of emerging technologiesin learning (iJet). 2011, S. 31 – 39. URL: http://online-journals.org/i-jet/article/view/1820 [September 2013] [Re10] Reinhardt, W.; Wheeler, S.; Ebner, M.: All I need to know about Twitter in Education I learned in Kindergarten. Brisbane, 2010. URL: http://de.scribd.com/doc/30843066/AllI-need-to-know-about-Twitter-in-Education-I-Learned-in-Kindergarten [September 2013] [Gr13] Grimus, M.; Ebner, M.: Bildung im Kontext mobiler Technologien. In: Micheuz, P.; Reiter, A.; Brandhofer, G.; Ebner, M; Sabitzer, B. (Hrsg.): Digitale Schule Österreich Eine analoge Standortbestimmung anlässlich der eEducation Sommertagung. 2013, p.305312.

45

Sign up to vote on this title
UsefulNot useful