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09_09_003_Editorial 25.08.

2009 13:10 Uhr Seite 3

editorial

Liebe Leser, Leserbriefe/Impressum 4

Stadtgeschichten 6
der heißeste Tag des Jahres liegt hinter uns. Die heißesten Nächte kön-
nen also kommen: Nach der Sommerflaute startet Hamburgs Partyszene Titel 8
im September wieder voll durch. Passend hierzu haben wir uns in der
Stadt nach tragbarer Clubmode umgeschaut. Indie-Labels, kombiniert Hamburg 16
mit Klamotten von der Stange – get the party started!
Dabei liegt das größte Event des Jahres gerade erst hinter uns. Der
Mahlzeit 26
CSD verzeichnete in diesem Jahr die höchste Teilnehmerzahl seit der
Europride-Parade 2004. Das mediale Echo war kontrovers: Das Hamburger Abendblatt sprach von
Schwulen als privilegierter Minderheit, das Hamburg Journal des NDR fand die Parade deutlich politi- Kultur 28
scher als in den Vorjahren. Und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung reportierte (sachlich nicht
korrekt): „Ole von Beust führt derweil Tausende Lesben und Schwule bei der Aufführung ihrer sexuel- Beautiful People 36
len Nöte zum Christopher Street Day durch die Hamburger Innenstadt und setzte sich damit erstmals
an die Spitze dieses beschönigend schrill-bunt genannten Zuges.“ Es war Oles zweite Parade.
Szene 38
Nicht nur solche Einlassungen zeigen, dass die Demo-Präsenz nach wie vor notwendig ist. Und
allmählich bewegen die Paraden etwas. Zuerst in den Köpfen – und dann auch in der Politik, die längst
begriffen hat, dass es um mehr geht als die Aufführung sexueller Nöte. Beispiel: Bayern zog am Mon- Programm 44
tag nach der Hamburger Parade seine Klage gegen das Ergänzungsgesetz zur Homo-Ehe vor dem
Bundesverfassungsgericht zurück – wegen mangelnder Erfolgsaussichten. City Guide 58
Da der Erfolg bekanntlich viele Väter (und Mütter!) hat, kann man das Engagement der zahlrei-
chen Helferinnen und Helfer beim CSD nur loben. Trotz wachsender Professionalisierung ist ihr Ein- Kleinanzeigen 68
satz unverzichtbar. Hamburg Pride muss dennoch aufpassen, dass sich die Gewichte zwischen Ehren-
amtlichkeit und Kommerzialisierung nicht zu sehr verschieben. Wie das gehen kann, berichten wir
Portfolio 70
im Herbst, wenn alle mal kräftig durchgeatmet haben.
Bis dahin erwartet die Stadt aber noch Einzigartiges: Zur Bundestagswahl treten im Wahlkreis Ham-
burg Mitte zwei offen schwule Kandidaten gegeneinander an – ein solches Duell gibt es nirgendwo Sex 72
sonst. Hat Herausforderer Farid Müller (GAL) eine realistische Chance, Johannes Kahrs (SPD) das
Mandat abzujagen? Die Frage kann niemand ernsthaft beantworten – außer denen, die am 27. Sep- Reise 74
tember zur Wahl gehen.

Fernsehen 78
Viel Spaß beim Lesen!
Verlosung 80
Stefan Mielchen
Chefredakteur Lange Reihe 82

8 16 70 74
Titel Hamburg Portfolio Reise
Get the party started: Clubmode von Kahrs oder Müller? Im Wahlkreis Mitte Bunte Beefcakes: Bob Mizer inszenierte Hoch hinaus: immer mehr Schwule
der praktischen Massenware bis zum kämpfen zwei schwule Politiker um seine Männer in den 50er-Jahren als kraxeln durch die Alpen. In Österreich
stylishen Indie-Label. den Einzug in den Bundestag. liebevoll-trashige Helden. entstand sogar ein Gay-Only-Hotel.

hinnerk 09/09 3