DIE BHAGAVAD-GÎTÂ

DAS BUCH DER HINGABE AN DAS GÖTTLICHE

Ein Lehrgespräch zwischen Krishna, dem Gott der Hingabe, und Arjuna, dem indischen Fürstensohne

Autorisierte Übersetzung der Point Loma-Ausgabe

Verlag: J. Th. Heller, Nürnberg 1922

Die Theosophische Gesellschaft - Arbeitskreis Unterlengenhardt Berlin, Dezember 2008

INHALT
VORWORT ZUR NEUAUFLAGE EINFÜHRENDE WORTE GESANG I. II. III. IV. V. VI. VII. VIII. IX. DIE VERZAGTHEIT DES ARJUNA HINGABE DURCH ANWENDUNG DER SPEKULATIVEN LEHREN HINGABE DURCH DIE RECHTE AUSFÜHRUNG VON HANDLUNGEN HINGABE DURCH SPIRITUELLE ERKENNTNIS HINGABE MITTELS ENTSAGUNG VON TÄTIGKEIT HINGABE MITTELS SELBSTZÜGELUNG HINGABE MITTELS SPIRITUELLER UNTERSCHEIDUNGSKRAFT HINGABE ZUM ALLGEGENWÄRTIGEN GEIST, GENANNT OM HINGABE MITTELS DER KÖNIGLICHEN ERKENNTNIS UND DES KÖNIGLICHEN MYSTERIUMS HINGABE MITTELS DER UNIVERSALEN GÖTTLICHEN VOLLKOMMENHEITEN III V 1 11 25 35 45 53 63 69 75

X.

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I

XIV. XIII. XV. XVI. XII. XVIII. DAS SCHAUEN DER GÖTTLICHEN FORM MIT EINSCHLUSS ALLER FORMEN HINGABE MITTELS DES GLAUBENS HINGABE MITTELS DER UNTERSCHEIDUNG DES KSHETRA VON KSHETRAJNA HINGABE MITTELS DER SCHEIDUNG VON DEN DREI BESCHAFFENHEITEN HINGABE MITTELS ERKENNTNIS DES HÖCHSTEN G EISTES HINGABE DURCH DIE UNTERSCHEIDUNG ZWISCHEN GOTTÄHNLICHEN UND DÄMONISCHEN 93 105 111 119 125 131 XVII. NATUREN HINGABE IN BEZUG AUF DIE DREI ARTEN DES GLAUBENS HINGABE IN BEZUG AUF ENTSAGUNG UND ENDLICHE BEFREIUNG ZWEI VERLORENE SCHLÜSSEL DIE BHAGAVAD-GÎTÂ .DER TIERKREIS 137 143 i II .XI.

Nürnberg herausgebracht. wurde die Nummerierung der einzelnen ślokas (Verse) III . war das zu seiner Zeit anders. Jede einzelne hat sicherlich ihre Berechtigung und ihren Nutzen. Wie William Quan Judge in seinen Vorbemerkungen schreibt.VORWORT ZUR NEUAUFLAGE Anders als in den Gründungsjahren der Theosophischen Gesellschaft ist die Bhagavad-Gîtâ heute kein unbekanntes Werk mehr. Zur Erleichterung der Studien. da sie einmal diesen. einmal jenen Aspekt in den Aussagen deutlicher zum Vorschein bringt und der Verschiedenartigkeit der Menschen entgegenkommt. so dass er selbst die Arbeit der Neuübersetzung auf sich nahm. Diese hoch geschätzte deutsche Übersetzung auch weiterhin einem interessierten Leserkreis zugänglich zu machen. war der Grund für die nun vorliegende Neuauflage der nicht mehr verfügbaren Facsimile-Ausgabe. Das Ergebnis seiner Arbeit wurde in deutscher Übersetzung 1922 im Heller Verlag. So gibt es auf dem Büchermarkt viele verschiedene Ausgaben in unterschiedlichster Form. von verschiedenen Übersetzern und Herausgebern. insbesondere des Textvergleichs mit anderen Ausgaben und dem Original.

Arbeitskreis Unterlengenhardt Berlin. im Dezember 2008 IV . Ansonsten wurde der Text ohne Änderungen in seiner ursprünglichen Form übernommen. Mögen die Leser aus diesem Werk den größtmöglichen Gewinn ziehen. Eine Ausnahme bilden minimale Konzessionen an die neue deutsche Rechtschreibung. zum Wohle aller.hinzugefügt. Aus diesem Grund und um eine möglichst haltbare Bindung zu erreichen. musste der gesamte Text neu geschrieben und für den Druck vorbereitet werden. Die Theosophische Gesellschaft .

welcher geführt wurde zwischen zwei Linien eines Stammes. dem Vater der fünf Hauptführer. wie wir es jetzt besitzen . die jüngere führt den Namen ihres Ahnherrn Pându. Das Thema des ganzen Werkes bildet ein gewisser Krieg.. um die Herrschaft über Hastinâpura. wie allen Sanskritstudierenden wohl bekannt. Dieser Krieg zwischen den Kurus und Pândus umfasst ungefähr zwanzigtausend Verse oder ein Viertel des ganzen Werkes. das seiner Volkstümlichkeit und seinem Umfang nach der Iliade der Griechen gleichkommt. Die ältere Linie wird nach dem Namen des ganzen Stammes Kurus benannt. Cockburn Thomson sagt in seiner Übersetzung der Bhagavad-Gîtâ folgendes: „Das Mahâbhârata ist. das moderne Delhi ist. Um die hier (in der Bhagavad-Gîtâ) gegebenen Andeutungen zu verstehen. deren Abfassung Vyâsa zugeschrieben wird. das große indische Epos. ist eine Kenntnis der Vorgeschichte des V . den Nachkommen Kurus. das. J. wie allgemein angenommen wurde.. ist nicht bekannt. Wer dieser Vyâsa ist und wann er lebte.EINFÜHRENDE WORTE ---------------Die Bhagavad-Gîtâ ist eine Episode aus dem Mahâbhârata.

Schließlich bezeichnet er einen arischen Stamm. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist er daher hohen Alters und von den Aryanern aus ihrer Urheimat Zentralasien mitgebracht worden. Wenn wir diese Tatsachen insgesamt ins Auge fassen. können wir zur Schlussfolgerung geneigt sein. welche im Folgenden übermittelt werden soll.Stammes erforderlich. auf die besonderen Eigentümlichkeiten der Träger des Namens zurückgeführt werden. dem die Gründung des Stammes zugeschrieben wird. dass der VI . In der umfangreichen Genealogie des Stammes selbst ist er als Name eines alten Königs bekannt. und auch der Name der nördlichsten der neun Varshas der bekannten Welt. Wir vermögen ihn von keiner Sanskrit-Wurzel abzuleiten. auch kann er nicht. das zwischen der nördlichsten Kette der Schneeberge und dem Polarmeer liegend beschrieben wird. aber auch nur dieses wenige genügt für den Beweis der großen Bedeutung des Namens. der bei seiner hervortretenden Bedeutung durch seine Unruhen das ganze nördliche Indien in Aufregung zu versetzen vermochte und seine Kämpfe zum Thema des längsten Epos der alten Zeit machte. Über den Namen Kuru wissen wir nur wenig. Seine Anwendung ist eine vierfache im Sanskrit. Es ist der Name des nördlichsten Viertels oder Dwîpa der Welt. wie so viele indische Namen.

Dhritarâshtra und Pându. Er heiratete zwei Schwestern. mit anderen Rassen in den nordwestlichen Teil der Halbinsel einwanderte und dort mit ihnen das große Volk bildete. Dieser Stamm bewohnte zu der Zeit. das besondere Gebiet. Ambâ (Ambikâ) und Ambalikâ. Pându heiratete zuerst Prithâ oder Kuntî. Bhîshma und Krishna Dwaipâyana.. Der erstere hatte hundert Söhne. der erstere seines Vaters. angetrieben von göttlichem Mitleid. Er war der Sohn von Sântanu und Satyavatî. welche Mittelasien jenseits des Himâlaya bewohnte.Name ursprünglich einer Rasse zugehörte. die Ebene des Doab. waren seine Halbbrüder. von denen der älteste Duryodhana war. um sich von den Ureinwohnern zu unterscheiden. Da er aber kurz nach der Verheiratung starb. die Edlen nannte. Die VII . Sein Halbbruder. hinterließ er keine Nachkommen. der Vyâsa.und Saraswatî-Flüssen lag. die sie nach und nach unterjochten und deren Wohngebiete sie dann einnahmen . die Tochter Sûras und dann Mâdrî. war Kurukshetra oder die Ebene der Kurus genannt.. der Vyâsa. heiratete die Witwe und zeugte zwei Söhne. das zwischen den Jumna. das sich vereinigt Ârya. hier herrschte zu einer nicht genau festzustellenden Zeit ein König namens Vichitravîrya. der letztere seiner Mutter Sohn. als sich das Drama des Mahâbhârata abspielte. Die Hauptstadt dieses Landes war Hastinâpura.

erfunden.. doch den Thron bei.Kinder dieser Frauen waren die fünf Pândavaprinzen. Vâyu und Indra. dem jüngeren der Ashwinau-Zwillinge. um den fünf Helden des Epos göttliche Herkunft beizulegen. Duryodhana und seine Brüder sind die Führer der Kurus. wie dem auch sein mag. des Landes zu verweisen. und die fünf Pândavaprinzen die der Pândavas oder der jüngeren Linie. die Pândavaprinzen.. während sein Sohn in Wirklichkeit die Staatsgeschäfte leitete. Dhritarâshtra war blind. seine Vettern. Bhîma und Arjuna die Söhne Prithâs durch Dharma. Diese Geschichte könnte als Dichtung scheinen. den Ärzten der Götter. behielt aber. Da aber ihr sterblicher Vater auf der Jagd von einem Hirsch verflucht worden war sein Leben lang kinderlos zu bleiben. und Sahadeva stammte von Dasra. welche nach langen Wanderungen und nach verschiedenen Mühsalen ihre Freunde um sich sammelten und mit Hilfe verschiedener benachbarter Könige ein bedeutendes Heer bildeten und sich vorbereiteten. Er beeinflusste seinen Vater. Somit wahren Yudhishthira. obwohl er dadurch regierungsunfähig war. ihren ungerechten Un- VIII . Nakula war der Sohn Mâdrîs und Nâsatyas. dem älteren Zweige des Stammes. dem älteren. wurden diese Kinder seitens verschiedener Gottheiten auf mystische Weise gezeugt.

terdrücker anzugreifen. bittet er Krishna. Um den Leser mit den Namen der verschiedenen Heerführer bekannt zu machen. Der Kampf beginnt mit einem Pfeilregen von beiden Seiten. Sobald Arjuna dies bemerkt. während er die feindlichen Reihen mustert. Plötzlich gibt Bhîshma. der seine Streitkräfte ebenfalls zum Kampf gesammelt hatte. Die Szenerie unseres Gedichtes. den Kampfwagen zwischen die beiden Heere zu lenken. seinem militärischen Lehrer gehend geschildert. wird Duryodhana zu Drona. Die feindlichen Heere trafen in der Ebene der Kurus aufeinander. das Schlachtfeld. das von allen seinen Anhängern erwidert wird. Bhîshma. Dieses tut der Gott und weist dabei auf die zahlreichen IX . bekannt wegen seiner Stärke und Tapferkeit. Ihm folgen alle Generale der Pândavas. der Halbbruder Vichitravîryas. ist der General der anderen Partei (Arjunas). der sich in einem Schlachtwagen mit dem Gotte Krishna befindet. die sich nun entfaltet. Es wird auch von Arjuna zurückgegeben. der Kuru-General. der zweite Sohn Pândus. Bhîma. wobei er ihm die Namen nacheinander aufzählt. bleibt während des ganzen Inhalts die gleiche. welcher aus Mitleid für die vielen Verfolgungen Arjunas dessen intimer Freund geworden und als Wagenlenker tätig war. hatte als der älteste Kämpfer den Oberbefehl über die Kuruspartei. durch Blasen seines Muschelhornes das Angriffszeichen.

wenn er seine nächsten Verwandten tötet. geschehen sollte. so ist der blinde König Dhritarâshtra der menschliche Körper. der Kampf beginnt und die Pândavas überwältigen ihre Gegner. wenn aber die Geschichte des Mahâbhârata als die des Menschen in seiner Evolutions-Entwicklung genommen wird. welche die didaktischen und philosophischen Lehren des Werkes bilden. weil er Brudermord zu begehen glaubt.“ Diese Anführungen aus der Ausgabe Thomsons geben dem Forscher einen kurzen Abriss von dem mehr oder weniger Mythologischen und Allegorischen. was. ohne sich zu verteidigen. Endlich lässt sich Arjuna überzeugen. dass er sich lieber selbst töten lassen will. und der Schüler hat dann in gewissem Grade eine Darstellung dieser Evolution vor sich. dann kann das Ganze aus dem Reich der Fabel gehoben werden. Darauf antwortet Krishna mit den Erörterungen. er wirft Pfeile und Bogen fort und erklärt. Arjuna wird von Schrecken erfüllt. welche in den Reihen der feindlichen Armee aufgestellt sind. wie ich denke. und bemüht sich. Arjuna von dem Fehlgriff eines solchen Entschlusses abzubringen. welchen sich die unsterbliche Monade X .Freunde hin. Wenn wir uns also auf den Theosophischen Standpunkt stellen. als gegen seine Verwandten zu kämpfen.

Der angeblich himmlische Ursprung der beiden Linien der Familie.aneignet. sollte für die menschliche Monade stehen. daher ist in der Mahâbhârata eine andere Person als der Lenker des Staates genannt. Zufolge der Theosophischen Lehre von einer zweifachen Evolution in uns. für die spirituelle Richtung der Strömung stehen – d. so sind die Kurus und Pândavas unser Erbteil aus den in H. Blavatskys Geheimlehre so XI . um die Evolutionsreise zurückzulegen. h. Er ist blind. finden wir auch in dem Werk. dass die Kurus die mehr materielle Seite dieser zwei Richtungen darstellen. Der gelehrte Brahmine und Theosoph Subba Rao wagt in seinen Bemerkungen über die Bhagavad-Gîtâ (Theosophist Vol. 299): „Krishna sollte den Logos darstellen . und Arjuna. steht hier mit in vollster Übereinstimmung... dem Durst nach Leben. VIII S. Arjuna stellt den unsterblichen Funken dar. während Dhritarâshtra – der Körper – nur der nominelle König bleibt. denn da der Körper oder Dhritarâshtra nur materiell ist und der niederen Ebene angehört. zum Bestehen gebracht.P. und dass die Pândavaprinzen. der auch Nara genannt wird.“ Nara bedeutet auch Mensch. auf welcher die Entwicklung vor sich geht. die sterbliche Hülle wird durch Tanhâ. der Kurus und Pândavas. weil der Körper ohne die inneren Fähigkeiten bloß sinnloser Stoff und deshalb zur Regierung unbefähigt ist. wovon Arjuna einer ist.

und einer von ihnen. Die Kurus. sobald irgendein einzelnes Glied der Menschenfamilie den Ent- XII . herrscht vor. sondern auch auf den Kampf. während die andere nach spiritueller Erleuchtung emporstrebt. erlangen für eine gewisse Zeit die Macht auf dieser Ebene. so dass die Pândavas oder die spirituelleren Teile unserer Natur vorübergehend aus dem Lande verbannt sind. h. „Die langen Wanderungen und zahlreichen Mühseligkeiten“ der Pândavas werden durch die Notwendigkeiten der Evolution bedingt. welcher unvermeidlich wird. den Kampf um die Oberhand im Evolutionskreislauf des Menschen aufzunehmen. ehe die edleren Teile fähig sind. Duryodhana. Die Schlacht bezieht sich nicht nur auf den großen Kampf.oft genannten himmlischen Wesen. der niedere und am ersten entwickelte Teil unserer Natur. welchen die Menschheit als ein Ganzes durchführt. Dies hat ebenfalls Bezug auf den zyklischen Aufstieg und Verfall der Völker und der Rasse. d. der Herrschaft des Menschen ferngehalten werden. wovon die eine uns niederzuziehen ausgeht. während das andere spiritueller Natur ist. von denen sich das eine dem Stofflichen zuneigt. Die auf der Ebene der Kurus sich begegnenden feindlichen Armeen sind daher die zwei Reihen der menschlichen Fähigkeiten und Kräfte.

auch Nara genannt. sehen wir.schluss fasst. Wenn wir deshalb die von Subba Rao gemachten Andeutungen im Gedächtnis behalten. in Bombay veröffentlichte. F. nicht nur den Menschen als eine Rasse. vor hundert XIII . wie er auf Krishna. welcher sich zur Aufgabe der Entwicklung seiner besseren Natur entschlossen hat. dass die von Thomson und anderen erwähnte Mythologie und Allegorie nicht bloßer Beischmuck oder gar überflüssig und irreführend ist. den in ihm leuchtenden und sprechenden Logos. und dann wird sein Sieg oder seine Niederlage von ihm abhängen. seiner Höheren Natur die Führung in seinem Leben zu übertragen. Die in dem Gedicht dem Arjuna zugeteilten Geschehnisse werden dann auch ihm zuteil. dessen Bestrebungen in dieser Richtung das höchste Lob verdienen. Widerstände von Freunden und von all den angenommenen Gewohnheiten und die sich aus den ererbten Tendenzen ergebenden Widerstände tauchen vor ihm auf. sondern auch jeden Einzelnen darstellt. Mit Hilfe dieser Andeutungen wird der Schüler finden. sondern wirklichen Nutzen bringt. Die einzige billige. den Theosophien mit beschränkten Mitteln bisher zugängliche Ausgabe der Bhagavad-Gîtâ war die von Bruder Tukaram Tatya. dass Arjuna.S. Aber diese Ausgabe war eben nur ein Abdruck der ersten englischen.T. hört.

Eine Auslegung zu geben. wurde nicht unternommen. Der Verfasser hat die Anschauung. oder die Hierarchien in der Natur. als er fortschreitet. wurde die gegenwärtige Ausgabe veranstaltet. dass dieses Werkchen ohne Erläuterungen für sich allein beurteilt werden muss und jedem Schüler ein tieferes Erfassen in dem Maße. oder auf die moralische Natur usw. Das in letzter Zeit seitens nahezu aller Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft in Amerika dem Buch zuteil gewordene Interesse hat ein dringendes Bedürfnis nach einer Ausgabe geschaffen. überlassen bleibt. d. oder die Kosmogenesis. Das Anfügen eines Kommentars außer eines sol- XIV . h. wobei der jeweils eingenommene Standpunkt maßgebend ist. Sie ist das Resultat eines sorgfältigen Vergleichens aller englischen Ausgaben und einer vollständigen Neuübersetzung von all jenen Stellen. Um diesem Bedürfnis gerecht zu werden. welche wenigstens von all den offenkundigen Druckfehlern und schwer verständlichen Angaben der Neuausgabe von Wilkins frei sein sollte. ob es auf die individuelle Entwicklung. oder die Evolution der Astralwelt. weil geglaubt wird. bezogen wird.Jahren von Wilkins gemachten Übersetzung. welche in den vorhandenen Ausgaben noch in Unklarheit lagen oder völlig fortgelassen worden waren. dass das Gedicht in verschiedener Weise gelesen werden kann.

wie ihn nur ein Weiser wie Shankarâchârya schreiben könnte. dass es nur einen Geist und nicht verschiedene gibt. Judge New York. dass wir in Übereinstimmung mit solcher Anschauung denken und handeln müssen. Das Gedicht wird von allen hindustanischen Religionsgenossenschaften mit Ausnahme der Mohammedaner und Christen mit höchster Wertschätzung bedacht. dass es etwas wie Sondersein nicht gibt. erscheint anmaßend. all solchen wird die vorliegende Ausgabe dargeboten. übersetzt worden und wird heute von hunderten aufrichtiger Theosophen in jedem Teil der Welt gelesen. sondern zu der Erkenntnis kommen müssen. William Q. welche ihre Mitmenschen wahrhaft lieben und welchen danach verlangt. Dieses Büchlein versucht. Diesen und allen anderen. wiedergegeben worden. zu der man gehört. die Wissenschaft der Hingabe zu erlernen und zu lehren. Das Studium desselben und ein Danachleben wird den Glauben erwecken. dem Gesamtkarma der Rasse zu entrinnen. Oktober 1890 XV . dem Leser zwei Dinge einzuprägen: erstens Selbstlosigkeit und zweitens Handeln. Es ist in viele Sprachen. und schließlich.chen. wie es steht. und deshalb ist das Gedicht. dass wir nicht für uns allein leben können. und dass keine Möglichkeit besteht. europäische wie asiatische.

XVI .

Es 1 .I. als sie zum Kampf entschlossen sich zu Kurukshetra versammelten?1 1 In diesem ersten Verse kann die Anwendung des Schlüssels zum Lesen der Bhagavad-Gîtâ gefunden werden. während der Sprecher und seine Partei das niedere Selbst. Regionen und Planeten im Weltall. o Sanjaya. Wenn wir das Buch in seiner Anwendung auf einen Menschen. die im ersten Gesang beschriebenen Heerführer im Zusammenhang mit ihren Instrumenten und Waffen Wesen. welche zu behandeln hier nicht angebracht ist. Sage mir. GESANG DIE VERZAGTHEIT DES ARJUNA OM! Dritarâshtra: 1. betrachten. dann sind der Sprecher. Von größerem Interesse und von Wichtigkeit ist das Gedicht in seiner Anwendung auf uns selbst. die Pândus dagegen das Höhere Selbst darstellen. dann stellt das Schlachtfeld den von Karma und Tanhâ. der nach Hingabe strebt. erworbenen Körper dar. dem Dürsten nach Leben. was taten meine Leute und die des Pându. Kräfte. die Ebene von Kuru. Wenn aber dieser und die folgenden Gesänge vom kosmischen Standpunkt aus angesehen werden.

Sanjaya: 2. König Duryodhana trat, als er das in Schlachtordnung aufgestellte Heer der Pândus überschaut hatte, zu seinem Lehrer und sprach folgende Worte: 3. „Siehe, o Meister, der Pândusöhne großes Heer, wie es von deinem Schüler, Drupadas tüchtigem Sohn, geordnet ist. 4. Tüchtige Bogenschützen stehen in seinen Reihen, im Kampfe dem Bhîma und Arjuna ebenbürtig, nämlich Yuyudhâna und Virâta, Drupada auf seinem großen Wagen, 5. Dhrishtaketu, Chekitâna, sowie der tapfere König von Kâshi, Purujit, Kuntibhoja, nebst Shaivya, dem vornehmsten, 6. Yudhâmanyu, der Starke, Uttamaujas, der Tapfere, Subhadrâs Sohn und alle Söhne Draupadîs hoch zu Wagen. 7. Sei auch bekannt gemacht mit den Namen der hervorragendsten unter uns. Beispielsweise will beginnt mit dem unvermeidlichen Kampfe zwischen der höheren und niederen Natur des Menschen; von diesem Gesichtspunkt aus wird Krishna, welcher das Höhere Selbst ist, zum Lehrer des Arjuna in der Philosophie und rechten Sittenlehre, damit Arjuna Mut und Fähigkeit zum Kampf und Sieg gewinne. 2

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ich einige meiner Heerführer erwähnen. Zunächst dich, meinen Lehrer, dann Bhîshma, Karna und Kripa, den Sieger der Schlachten, Ashwatthâman, Vikarna, Somadattas Sohn, und viele andere Helden, welche in meinen Diensten ihr Leben einsetzen, alle gut geschult, gerüstet mit den verschiedensten Waffen und erfahren in allen Kampfesarten. Dieses unser von Bhîshma befehligtes Heer ist nicht hinreichend; dagegen sind ihre, von Bhîma geführten Kräfte genügend stark. So mögen denn alle Heerführer bei ihren entsprechenden Abteilungen auf ihrem Posten sein, alle und jeder entschlossen, Bhîshma nach Kräften zu unterstützen.“ Um nun den Kuru-Führer anzufeuern, blies der Älteste, der Bruder des Ahnherrn der Kurus, in sein wie Löwengebrüll tönendes Muschelhorn, worauf die zahllosen Muschelhörner und andere Kriegsinstrumente augenblicklich mit gewaltigem Lärm einfielen. Auch Krishna und Arjuna, welche in einem prächtigen, von weißen Rossen gezogenen Wagen standen, ließen ihre himmlischen Muschelhörner ertönen; Pânchajanya hieß das, welches Krishna blies,

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Arjunas Muschelhorn war Deva-datta „die Gabe der Götter“ genannt. Bhîma, von schrecklicher Kraft, blies sein umfangreiches Muschelhorn Paundra; Yudhishtira, der königliche Sohn Kuntîs, ließ Ananta-Vijaya ertönen; Nakula und Sahadeva bliesen ebenfalls ihre Muscheln, namens Sughosha und Manipushpaka. Der Fürst von Kâshî, der Bogenheld, Shikhandin, Dhrishtadyumna, Virâta, Sâtyaki, der Unbesiegliche, Drupada und die Söhne seiner königlichen Tochter, Krishna und der Sohn Subhadrâs sowie alle die anderen Führer und Edlen, bliesen, jeder nach seiner Art, ihre Muschelhörner, deren schrille Töne die Herzen der Kurus zerrissen und Himmel und Erde mit schrecklichem Lärm durchdröhnten. Als nun Arjuna, der Hanuman im Banner führte, bemerkte, dass sie Söhne Dhritarâshtras gefechtsbereit standen und der Pfeilregen bereits seinen Anfang nahm, richtete er mit erhobenem Bogen an Krishna folgende Worte:

Arjuna: 21. „Ich bitte dich, Krishna, lasse meinen Wagen zwischen die zwei Heere fahren, 4

und als er ihn zwischen den zwei Heeren zum Halten gebracht hatte. nahe Verwandte oder Busenfreunde. um zu sehen. wendete Krishna den Schlachtwagen. seine Augen auf die Reihen der Kurus zu richten. traurig sprach er: Arjuna: 28. wo der bejahrte Bhîshma und Drona mit all den Haupt-Edlen der Partei stünden. bat er Arjuna. Onkel. Und als er eine Weile unverwandt hingeblickt hatte und seine ganze Verwandtschaft und Freundschaft in Schlachtordnung aufmarschiert sah. damit ich sehen kann. Söhne und Brüder. Von diesem Platze aus übersah Arjuna beide Heere und sah auf jeder Seite Großväter. wer die ungeduldig zum Kampf drängenden Menschen sind.22. den übelgesinnten Sohn Dhritarâshtras in der Schlacht zu unterstützen. und die hier versammelt sind. „Jetzt. Vettern. 23. nachdem ich meine Anverwand5 . Lehrer. war er von höchstem Mitleid berührt und von Niedergeschlagenheit erfüllt. 27.“ Sanjaya: 24. o Krishna. So von Arjuna angeredet. mit denen ich auf diesem gefechtsbereiten Felde zum kämpfen habe. 26. 25.

mich auf den Füßen zu halten. Annehmlichkeit und Genuss begehrt werden. 29. Onkel und Neffen. Vettern. ich verliere die Fassung. und Fieberglut durchrinnt die Haut. Leben und Besitz aufgegeben haben und hier am Schlachtfeld kampfbereit stehen? 33. o du von Sterblichen Verehrter. 32. es sträuben sich mir die Haare. Nicht verlangt es mich nach Sieg. Krishna. entfällt mir.ten kampfeseifrig aufgestellt erblicke. ja. nein. Großväter und Enkel. Söhne und Väter. nicht einmal um des Besitzes der drei Regionen des Weltalls willen. Welche Freude. was ist Leben selbst. Ich bin kaum fähig. als ob sich mein Gemüt verwirrt. Verwandte und Freunde! 34. und alle Glieder zittern mir vor Schrecken! Selbst Gândîva. um derentwillen Besitz. Auch wenn sie mich töten wollten. 6 . kann ich dann noch ferner Glück erwarten? 31. denn was sind Besitz und die Freude des Lebens. nicht wünsche ich Wonne. Lehrer. möchte ich sie nicht bekämpfen. 30. denn es ist mir. erschlaffen meine Glieder. mein Bogen. geschweige denn dieser kleinen Erde wegen! 35. auch sehe ich auf allen Seiten üble Vorzeichen. wenn diejenigen. Wenn ich meine Verwandtschaft zugrunde gerichtet habe.

so nahe Anverwandte umzubringen. 40. als auch für die Überlebenden ein Tor zur Hölle. die wir die Sünde der Vertilgung unserer eigenen Verwandtschaft verabscheuen? Mit der Vernichtung eines Stammes geht auch die Tugend des Stammes und der Familie verloren. welchen die 7 . dass wir uns nicht von einem solchen Verbrechen abwenden sollten. genannt Varna-Sankara. 37. Wie o Krishna. Deshalb geziemt es uns nicht. mit dem Verluste der Tugend überwältigen Laster und Gottlosigkeit die ganze Rasse. ist das ein Grund. vernichten. Durch den Einfluss der Gottlosigkeit werden die Frauen einer Familie lasterhaft. in der Ausrottung ihrer Rasse kein Verbrechen sehen. könnte es uns bringen. so würde sich uns die Sünde an die Fersen heften.36. 38. wenn wir die Söhne Dhritarâshtras getötet haben? Würden wir sie. 39. könnten wir später glücklich sein. Tyrannen die sie auch sein mögen. hervor. und ihre Vorfahren. Verderbnis der Kaste bildet sowohl für die Stammesvernichter. wenn wir zu Mördern unserer Rasse geworden wären? Wenn sie. und aus lasterhaft gewordenen Frauen geht die Kaste der Unehelichen. wir. 41. deren Gemüt durch die Lust nach Macht verdorben ist.

43. 45. dass die Söhne des Dhritarâshtra unangegriffen mich mit den Waffen in der Hand überfallen und mich widerstandslos am Kampfplatz töten. deren Generation ihre Tugend verlor. ihren Manen darzubringenden Opfer von Kuchen und Wasser vorenthalten werden. o Krishna. füllte sich sein Herz mit Niedergeschlagenheit.“ Sanjaya: 46. setzte er sich in seinen zwischen den zwei Heeren stehenden Wagen. Als Arjuna zu sprechen aufgehört hatte. 44. dass wir aus Verlangen nach Herrschaft und Annehmlichkeit hier bereit stehen. 8 .42. und wir haben in der heiligen Schrift gelesen. und nachdem er Bogen und Pfeile beiseite gelegt hatte. dass all jenen Sterblichen der Aufenthalt in der Hölle droht. unsere eigene Verwandtschaft zu töten! Ich würde es lieber geduldig ertragen. sinken in Höllenregionen. Wie wehe mir ist! Welch großes Verbrechen zu begehen wir Vorbereitung getroffen haben! Wehe. Durch die Verbrechen der Vernichter eines Stammes und durch die Anstifter der Kastenverwirrung gehen die Familientugenden und die Vortrefflichkeit eines ganzes Stammes verloren.

So steht in den Upanishaden, die Heilige BhagavadGîtâ genannt, in der Wissenschaft vom höchsten Geist, im Buche der Hingabe, im Zwiegespräch zwischen dem heiligen Krishna und Arjuna der erste Gesang unter dem Namen: DIE VERZAGTHEIT DES ARJUNA

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II. GESANG HINGABE DURCH DIE ANWENDUNG DER SPEKULATIVEN LEHREN Sanjaya: 1. Als Krishna den Arjuna so zerknirschst, tränenvollen Auges und bedrückten Herzens sah, richtete er die folgenden Worte an ihn: Krishna: 2. „Woher, o Arjuna, überkommt dich schwierigen Angelegenheiten gegenüber diese geschlagenheit, welche des Edlen nicht würdig ist und weder zum Himmel noch zum Ruhm führt? Sie ist entehrend, der Pflicht zuwider und bildet die Grundlage der Schmach. 3. Übergib dich nicht der Unmännlichkeit, denn sie ist für deinesgleichen von üblen Folgen. Gib diese niedrige Herzensschwäche auf, o du Bedränger deiner Feinde, und erhebe dich.“ Arjuna: 4. „Wie soll ich, o Vernichter des Madhu, Bhîshma und Drona in der Schlacht mit Pfeilen bekämpfen, 11

wie diese. sind die Söhne und Leute Dhritarâshtras. die uns jetzt drohend gegenüberstehen. mir in der Welt mein Brot zu erbetteln. nach deren Tod. Sage es mir klar und deutlich! Ich bin dein Jünger. auch wenn ich ein Königreich ohne Gegner oder die Herrschaft über die Scharen des Himmels erlangen würde. was besser wäre. vernichten. der ich unter deiner Obhut stehe. Denn diejenigen. beide. der meine Fähigkeiten aufzehrt. was mir die Pflicht vorschreibt. 8. die mir unter allen Menschen so verehrungswürdig sind? Denn es wäre besser für mich. statt der Mörder meiner Lehrer zu sein. ob wir sie niederwerfen oder sie uns. Reichtümern und Freuden teilhaben. Auch wissen wir wirklich nicht. denen so große Verehrung gebührt. deshalb in meiner Pflicht. was besser ist. und ich sehe nichts.“ 12 . Unrecht zu tun beeinflussten Veranlagung bin. ich nicht weiter zu leben wünschte. Würde ich solche Freunde. 6.5. was mir den Kummer stillen könnte. so würde ich an den mit ihrem Blute befleckten Besitztümern. Denn mein Verstand ist verwirrt von dem. 7. wenn sie von meiner Hand umkämen. frage ich dich. unterweise mich. Da ich von einer von Mitleid und von der Furcht.

Wie der Herr dieser sterblichen Hülle darin Kindheit. richtete Krishna an den niedergeschlagenen zwischen den zwei Heeren stehenden Prinzen die folgenden Worte: Krishna: 11. „Du betrübst dich um jene. Annehmlichkeit und Schmerz. Niemals war ich nicht. noch werden wir jemals nachher zu sein aufhören. noch um die Lebenden. kurzlebig und wechselvoll sind. so wird ihm in zukünftigen Verkörperungen dasselbe begegnen. die nicht beklagt werden sollten. grämen sich weder um die Toten. 10. Die Sinne sind. 14. Wer in solchem Glauben gefestigt ist. Jugend und Alter durchmacht. noch du. während du den Buchstaben des Religionsgesetzes gefühlsmäßig auslegst. Gütig lächelnd. ertrage du sie. Nach diesen zu Krishna gesprochenen Worten sagte Arjuna: „Ich werde nicht kämpfen. noch alle die Fürsten der Erde. welche weise in spirituellen Dingen sind. in Unruhe versetzt. o Sohn Bharatas! 13 . indem sie sich den ihnen eigenen Strebenszielen zuwenden. was auch kommen mag. Erzeuger von Hitze und Kälte. 13. welche kommen und gehen.“ und hüllte sich in Schweigen. Die. 12. o Govinda.Sanjaya: 9. wird durch nichts.

unbeweisbaren Geist. welcher tötet. dass es dieser Geist sei. welcher die ihn bewohnende Seele umhüllt.15. werden die schließliche Grundeigenschaft beider gewahr werden. ist für die Unsterblichkeit gerüstet. welcher denkt. Deshalb. dem ewigen.“ Denn es ist ohne Geburt und begegnet kei14 . 20. welcher glaubt. Diejenigen. dass dieser Geist vernichtet werden kann. Denn der weise Mensch. dass er Ihm zugehört. zu kämpfen. 17. welches unerschöpflich ist. durch welchen alle Dinge Form bekommen. Der Mensch. entschließe dich dazu. Es besteht kein Sein für das Nichtseiende. Er ist nicht etwas. dem unterstörbaren. wird gesagt. welche die Wahrheit sehen und welche die Wesenswirkung der Dinge schauen können. o Arjuna. ist ebenso in Täuschung befangen. es ist. wie der Mensch. 18. und dass niemand die Vernichtung des Es bewerkstelligen kann. Von dem ein Ende nehmenden Körper. den sie nicht aus der Ruhe bringen und dem Leid und Lust eins sind. denn derselbe tötet weder noch wird er getötet. oder es hat nachher zu sein. wovon ein Mensch sagen kann: „Es ist gewesen. dass Er. Lerne. welcher im Körper ist: 19. unvergänglich ist. ebenso wenig ein Nichtsein für das Seiende. 16.

wenn du es so erkannt hast. gleichwie das Wiedergeborenwerden allen 15 . wenn er seine alten. das Feuer verbrennt es nicht. Aber ob du nun glaubst. in andere. so tritt auch der Bewohner des Körpers. wenn diese seine sterbliche Hülle zerstört wird. nem Tod. 26. Wie kann der Mensch. denken. es ist nicht wahrnehmbar. unergründlich und unveränderlich. dass es tötet oder verursachen kann. 22. welche geboren werden. 23. dauernd. sterblichen Hüllen verlassen hat. Die Waffen zerteilen es nicht.21. Gleichwie ein Mensch abgetragene Kleider ablegt und neue anzieht. 27. solltest du nicht bekümmert sein. welcher glaubt. dass es unverderblich. 25. unwandelbar. allseiend. denn es ist unteilbar. unverderbbar und unvertrockenbar. unverzehrbar. unerschöpflich und ohne Geburt ist. 24. getötet zu werden. es ist von alters her. Der Tod ist allen Dingen gewiss. ewig. dass es von ewiger Geburt und Dauer ist. oder dass es mit dem Körper stirbt. hast du dennoch keine Ursache es zu beklagen. Darum. der Wind trocknet es nicht auf. das Wasser bringt ihm kein Verderben. es ist ewig. neue ein. beständig und ewig und wird nicht erschlagen.

16 . Was ist da zu beklagen? Manche halten den innewohnenden Geist für ein Wunder. daher ziemt es dir nicht. dich um alle diese Sterblichen zu grämen. Ein Krieger vom Kshatriya2Stamm hat keine höhere Pflicht als gesetzmäßigen Kampf. und ihr Zustand nach dem Tode ist nicht zu entdecken. findest du durch diesen glorreichen. der mittlere Zustand ist offenbar. dich über das Unvermeidliche zu grämen. welche er bewohnt. und deinem Wunsche billig. und es wird dir schlecht anstehen zu wanken.28. 30. keiner jedoch begreift ihn. Dieser Geist kann in der sterblichen Hülle. manche sprechen und andere hören von ihm mit Verwunderung. ungesuchten Kampf. daher ist es deiner nicht würdig. vor dir des Himmels Tore offen. niemals zerstört werden. auch wenn er ihn beschrieben hört. 31. dessen nur glückbegünstigte Krieger teilhaftig werden. Sterblichen sicher ist. 29. 2 Kshatriya ist die zweite oder militärische Kaste Indiens. Der vorgeburtliche Zustand aller Wesen ist unbekannt. 32. Richte dein Augenmerk auf die Pflichten deines eigenen Stammes.

Lass dir Annehmlichkeit und Schmerz.33. erhebe dich mit auf den Kampf gerichteter Entschlossenheit. wenn du die Pflichten deines Hauses nicht erfüllen willst. 34. indem sie deinen Mut und deine Fähigkeiten herabsetzen. 36. und nur auf diese Weise. Sohn Kuntîs. Aber. 35. denn so. welche dich für eine große Seele hielten. 17 . Die Menschen werden von deiner unvergänglichen Schande reden. wirst du die Achtung verlieren. Deine Feinde werden in unschicklichen Worten über dich reden. 38. Was kann schrecklicher sein als derartiges! 37. und sogar bei jenen. so ist die Welt dein Lohn. Die Heerführer werden denken. wirst du deine natürliche Pflicht und deine Ehre verscherzen und dich eines Vergehens schuldig machen. wirst du den Himmel erlangen. dass dein Zurückziehen vom Kampfplatz aus Furcht geschah. Gewinn und Verlust. wenn du im Kampfe siegst. und für einen in der Welt geachtet Gewesenen ist übler Ruf schlimmer als Tod. und dem Kampf aus dem Wege gehst. Wenn du im Kampfe fällst. Sieg und Niederlage einerlei sein. wirst du im Vollbringen der Handlung stets frei von Sünde sein. und dann mache dich zum Kampf bereit. Deshalb.

42. die diesem System nicht folgen. ziehen sie vergängliche Himmelsfreuden der ewigen Betrachtung vor. auf Hingabe zum Göttlichen beruhenden Lehre lautet. beständiger Natur. selbst ein klein wenig von dieser Übung schützt vor großer Gefahr. während der Glaube jener weitverzweigt ist und die Ziele jener unzählig sind. wie sie in der praktischen. wenn du völlig davon durchdrungen bist. 43. Bei diesem Yoga-System ist keine Anstrengung vergeudet. mittels welcher du. Auf diesem Pfad gibt es nur ein einziges Ziel. Die Unweisen ergötzen sich an den Streitfragen über die Veden. auch können dabei keine üblen Folgen entstehen. 41. verkünden sie zwecks Erlangens weltlicher Besitztümer und Freuden blumenreiche Sprüche. 18 . Höre nun. und dieses ist von stetiger. es gäbe keinen anderen Lohn. Damit habe ich dir die Übereinstimmung mit der Sankhya-Lehre auf Schlussfolgerungen begründete Ansicht auseinandergesetzt.39. während sie erklären. für immer die Fesseln Karmas sprengen und dich über dieselben erheben wirst. welche in zukünftigen Geburten Belohnungen für gegenwärtige Handlungen in Aussicht stellen. angesteckt von weltlichen Lüsten. 40.

Aber diejenigen. schreiben auch mancherlei besondere Zeremonien vor. 45. o Arjuna! Sei frei von den Paaren der Gegensätze und beständig in der SattwaQualität. Die Veden haben das Zusammenwirken der drei Qualitäten zum Gegenstand. 46.oder Gefühlsbewegungen! So wenig Nutzen ein nach allen Seiten offenes Sammelbecken bietet. Beständig in Yoga 19 . deren Früchte zu Macht und Genüssen führende Verdienste sind. Lasse dich nicht zu Handlungen anspornen in der Hoffung auf Belohnung.44. sei selbstständig und unbeschränkt von Gemüts. 47. gegenwärtige Besitztümer zu verwahren. besitzen keine Seelengewissheit und verharren nicht im geringsten bei der Meditation. welche auf solche Weise nach Reichtümern und Freuden begehren. Lasse daher den Beweggrund zur Tat in der Handlung selbst sein und nicht im Ausgang der Sache. Halte dich frei von diesen Qualitäten. frei von weltlicher Unruhe und von dem Verlangen. bringe dein Leben aber auch nicht in Untätigkeit zu. so wenig Nutzanwendung besteht für einen wahrheitserfüllten Brahmanen in all den Bräuchen der Veden.

welche Erkenntnis ist. Gleichmütigkeit wird Yoga genannt.48. bei denen der Antrieb zum Handeln in der Sucht nach Lohn liegt. ob es in Erfolg oder Misserfolg ausgeht. gehen keiner Wiedergeburt mehr in diesem Leben entgegen und gehen in jenen ewigen. welche auf diese Weise der Erkenntnis zugeeignet und hingebungsvoll sind. verharrend. Suche daher Zuflucht in dieser hingebungsvollen Gemütshaltung. Jedoch ist das Ausüben von Werken dem Werte nach den hingebungsvollen Gemütshaltung untergeordnet. welcher Wohlstand geringschätzt“ 20 . Yoga ist Geschicklichkeit in der Ausführung von Handlungen. trachte daher nach dieser Hingabe. lasse dir das Ergebnis. erfülle deine Pflicht. o Dhananjaya. gleich sein. wonnevollen 3 Dhananjaya: „einer. welche jeder Belohnung für ihre Taten entsagt haben. gibt sowohl erfolgreiche als auch erfolglose Resultate auf und steht erhaben über ihnen. Denn diejenigen. Wer aber mittels Yoga hingebungsvolle Gemütshaltung pflegt. o Verächter des Reichtums. 51. 50. denn elend und unglücklich sind jene. 49.3 und lasse jedes Verlangen nach irgend welcher Belohnung für dich aus deinem Handeln beiseite.

Ort ein, der frei von allem Ungemach und unberührt von Mühsal ist. 52. Wenn sich dein Herz durch die Fallstricke der Täuschungen hindurchgearbeitet hat, dann wirst du eine große Gleichgültigkeit gegen alle bereits gelehrten oder noch zu verbreitenden Vorschriften erlangen. 53. Wenn dein einmal von den Veden befreites Gemüt unbeweglich in göttlicher Beschauung gefestigt ist, dann wirst du göttliche Hingebung erreichen.“ Arjuna: 54. „Was o Keshava,4 ist das Kennzeichen eines weisen und ergebenen Menschen, welcher in göttlicher Beschauung gefestigt und in spiritueller Erkenntnis gereift ist? Was wird solch ein Weiser kundtun? Wo wird er weilen? Wird er sich benehmen und handeln wie andere Menschen?“ Krishna: 55. „Ein Mensch wird dann als gereift in spiritueller Erkenntnis gelten, wenn er jeder in sein Herz eintretenden Begierde entsagt und im Selbst durch das Selbst glücklich und zufrieden ist. 56. Sein Gemüt bleibt unerschüttert im Missgeschick;
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Keshava: „einer, dessen Strahlen sich als Allwissenheit offenbaren“ – ein Name Krishnas

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er ist glücklich und zufrieden im Wohlergehen; Ängstlichkeit, Furcht und Zorn sind ihm fremd. Ein solcher Mensch wird ein Muni5 genannt. Wenn er in jeder Lage jedes Vorkommnis, sei es günstig oder ungünstig, mit gleichem Gemüt aufnimmt, das weder Gefallen noch Abneigung hegt, ist seine Weisheit fest begründet, und ob er Gutem oder Schlimmen begegnet, er erfreut sich weder über das erstere, noch wird er niedergedrückt von dem anderen. Er ist gefestigt in spiritueller Erkenntnis, wenn er, gleichwie die Schildkröte ihre Glieder einzieht, alle seine Sinne zurücknehmen und sie von ihren gewünschten Zielen abhalten kann. Der hungrige Mensch hat für nichts Sinn, als für das Befriedigen seines Appetites; wenn er mit dem Höchsten bekannt geworden ist, dann verliert er allen Geschmack an Dingen jedweder Art. Die aufrührerischen Sinne und Organe reißen selbst das Herz des weisen Menschen, der nach Vollkommenheit strebt, gewaltsam fort. Möge ein Mensch, indem er diese alle gezügelt hat, in Hingabe mit Ruhe in mir, seinem wahren Selbst, verharren; denn derjenige, welcher seine

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Muni: ein weiser Mensch 22

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Sinne und Organe überwacht, besitzt spirituelle Erkenntnis. Wer den Neigungen der Sinne nachgibt, beteiligt sich dabei: aus dieser Beteiligung wird Leidenschaft erzeugt, aus Leidenschaft Zorn, aus Zorn entsteht Täuschung, aus Täuschung der Verlust des Gedächtnisses, aus dem Verlust des Gedächtnisses der Verlust der Unterscheidungskraft, und durch den Verlust der Unterscheidungskraft geht alles verloren. Wer aber frei ist von der Anhänglichkeit an oder vom Zurückschrecken vor wahrnehmbaren Dingen, wer aus ihnen durch die Sinne und Organe Erfahrungen zieht und sein Herz dabei seinem Willen unterordnet, erlangt Gedankenruhe. Und nachdem dieser Ruhezustand erreicht ist, wird hieraus bald eine Scheidung von allen Aufregungen hervorgehen, und das auf diese Weise erleichterte Gemüt empfängt, auf ein bestimmtes Ziel gerichtet, Weisheit von allen Seiten. Der Mensch mit ruhelosem Herzen und Gemüt ist ohne Weisheit und ohne Macht der Beschauung; wer nicht Nachdenken übt, bekommt keine Ruhe, und wie kann ein Mensch ohne Ruhe Glückseligkeit erlangen? Das unüberwachte Herz folgt den Geboten der

geht nicht mehr irre. antreibenden Leidenschaften und reißt spirituelle Erkenntnis hinab. welcher. 69. 70. als Nacht der Unwissenheit. dessen Sinne von Sinnesgegenständen abgehalten sind.68. wie der Sturm die Barke auf stürmischer See. ist Zuversicht auf den höchsten Geist. so geht er in Nirvâna. welcher in seinen Lüsten schwelgt. in dessen Herz die Begierden treten wie die Gewässer in den nicht anschwellenden. nicht aber jener. Der Mensch. untätigen Ozean. erlangt Glückseligkeit. Dies. und wer sie besitzt. Was für alle Nichterleuchteten Nacht ist. obgleich stets voll. 71. welcher. Deshalb. das ist für seinen Blick wie Tageshelle. Der Mensch. was als Tag erscheint. Selbstsucht oder Stolz handelt und sich weder als Handelnder noch als Besitzender dünkt. doch nie sein Bett verlässt. ist ihm als Nacht bekannt. 72. ohne Habsucht. ist derjenige im Besitz spiritueller Erkenntnis. o Sohn Prithâs. in das Höchste ein. nachdem er alle Begierden fallen gelassen hat.“ 24 . der sich beherrscht. Solcher Art ist der Weise. o Starkarmiger. erreicht Ruhe. wenn er sie erlangt hat und darin zur Stunde des Todes verharret.

die Heilige BhagavadGîtâ genannt. in der Wissenschaft vom höchsten Geist.So steht in den Upanishaden. im Zwiegespräch zwischen dem heiligen Krishna und Arjuna. der zweite Gesang mit dem Namen: HINGABE DURCH DIE ANWENDUNG DER SPEKULATIVEN LEHREN 25 . im Buch der Hingabe.

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Mit Zweifel erregenden Worten verwirrest du tatsächlich meinen Verstand. befolgen. Ein Mensch erfreut sich der Freiheit aus Tätigkeit nicht durch das Nichtbeginnen dessen. „Wenn. deshalb wähle eine Methode. 4. was er zu 27 . warum drängst du dazu. welche die Anhänger der Sankhya oder Forschungswissenschaft. deiner Ansicht nach Erkenntnis über der Ausübung von Taten steht. dass es in dieser Welt zwei Arten der Hingabe gibt. der Hingabe in der Durchführung von Handlungen. mich in ein so furchtbares Unternehmen einzulassen? 2.III. und die der Nachfolger der Yoga-Schule. o Geber alles dessen. was die Menschen erbitten. der Anwendung des Verstandes in der Beschauung. die. aus der ich Heil erlangen kann und erkläre sie mir. o Sündloser.“ Krishna: 3. GESANG HINGABE DURCH DIE RECHTE AUSFÜHRUNG VON HANDLUNGEN Arjuna: 1. „Es ist dir vorhin von mir erklärt worden.

indem er die Sinne und Organe im Zaum hält. ist hoch zu achten. halten den Handelnden durch die Tätigkeit gebunden. alle selbstsüchtigen Beweggründe auf und erfülle tätig deine Pflicht für ihn allein. wird ein Frömmler mit irregeführter Seele genannt. Keiner bleibt auch nur für einen Augenblick untätig. Alle Handlungen. Jeder Mensch wird unwillkürlich zur Tätigkeit genötigt durch die der Natur entspringenden Beschaffenheiten. Die Lebensreise deiner sterblichen Hülle kann durch Untätigkeit nicht vollendet werden. mit seinem Herzen jedoch an sinnliche Dinge denkt. 7. Aber wer mit seinen Tätigkeitsfähigkeiten alle die Pflichten des Lebens. Als in alten Zeiten der Herr der Geschöpfe die Menschheit gestaltet und gleichzeitig seine Vereh- 28 . 9. ohne Interesse daran. die nicht als ein Gott dargebrachtes Opfer geschehen. 5. 10. Führe daher die dir zukommenden Handlungen aus: Tätigkeit steht über Untätigkeit. was daraus hervorgeht. erfüllt. o Sohn Kuntîs. nachdem er alle seine Leidenschaften bezwungen hat.tun hat. wie er auch nicht Glückseligkeit erlangt. wenn er ganz und gar von Tätigkeit Abstand nimmt. Gib daher. 6. Wer untätig bleibt. 8.

dass Tätigkeit aus dem höchsten Geist kommt. werden euch den Genuss eurer Wünsche gewähren. die Kuh der Fülle sein. Wer sich des ihm von ihnen Gespendeten erfreut und ihnen nicht einen Teil davon opfert. sollen von allen ihren Missetaten gereinigt werden. ist wie ein Dieb. sprach er und sagte: Bei dieser Verehrung bittet um Vermehrung. Die Götter. lasst sie euch Kâmaduh. essen das Brot der Sünde. 14. welche ihre Mahlzeiten nur für sich allein bereiten.11. auf welche ihr euch für die Erfüllung aller eurer Wünsche verlassen sollt. Diejenigen. welcher die Einheit ist. Die Wesen werden durch Nahrungsmittel erhalten. 15. was von den Opfern übrig geblieben ist. Aber jene. rung angeordnet hatte. Regen kommt vom Opfer. 12. 13. Wisse. da sie selbst die verkörperte Sünde sind. Damit erhaltet die Götter. welche nur das essen. durch dieses gegenseitige Erhalten werdet ihr das höchste Heil erreichen. wenn sie durch Verehrung mittels Opfer erhalten werden. und Opfer wird durch Tat vollbracht. daher ist der alles durchdringende Geist allezeit im Opfer gegenwär- 29 . Nahrungsmittel werden durch Regen hervorgebracht. dass die Götter euch erhalten mögen.

noch an dem. denn der Mensch. erlangt das Höchste. o Sohn Prithâs. Aber der Mensch. wird auch von den anderen getan. 20. der das tut. gibt es nichts in den drei Regionen des Weltalls. der seine Freude nur im inneren Selbst hat. lebt vergeblich. was du zu tun hast. Er hat keine Interesse weder an dem. 19. was getan ist. Für mich. was nicht getan ist.16. muss dir die Durchführung deiner Pflichten klar sein. Daher führe das. 22. Besonders wenn du nur das Gute der Menschheit in Betracht ziehst. auf das er Verlass setzt. tig. Wer in sündvollem Ergötzen an der Befriedigung seiner Leidenschaften dieses bereits in Bewegung gesetzte Rad nicht weiterrollen lässt. 18. begnügt sich daran. ohne am Ergebnis zu hängen. allzeit uneingedenk des Ausgangs aus. o Sohn Prithâs. ist zufrieden damit und nimmt kein selbstsüchtiges Interesse am Tätigsein. Die Welt folgt dem ihr gegebenen Beispiel. das für mich zu tun nötig 30 . 17. und es gibt in allen den geschaffenen Dingen nichts. denn was immer von den hervorragendsten Menschen geschieht. Gerade durch Tätigsein erlangten Janaka und andere Vollkommenheit. 21. war er zu tun hat.

wäre. wie die Unwissenden die Pflichten des Lebens in der Hoffnung auf Belohnung ausführen. ich würde der Urheber der Kastenverwirrung werden und alle diese Geschöpfe umgebracht haben.23. denkt: „Ich bin der Handelnde.“ 28. so sollte der weise Mensch. seine Handlungen ohne selbstsüchtige Beweggründe ausführen. Alle Handlungen werden durch die Beschaffenheiten der Natur bewirkt. ebenfalls zu Handlungen anspornen. Wer aber. 26. sondern sollte sie. in dem Wunsche. Er sollte keine Verwirrung in der Auffassung der Unwissenden stiften. die Welt zur Pflichterfüllung zu bringen und der Menschheit Wohltaten zu erweisen. Wenn ich nicht unermüdlich in Tätigkeit wäre. die an äußeren Dingen hängen. würden diese Geschöpfe zugrunde gehen. O Sohn Bharatas. 24. und doch bin ich beständig in Tätigkeit. bekannt ist mit der Natur der zwei Verschiedenheiten von Ursache und 31 . o Starkarmiger. alle Menschen würden sogleich meinem Beispiel folgen. nichts Unerreichtes zu erreichen. durch Unwissenheit getäuscht. o Sohn Prithâs. Wenn ich keine Tätigkeit ausübte. 27. indem er sich selbst mit Tätigkeit befasst. 25. Der Mensch.

Alle Geschöpfe 32 . welche meine Lehre schmähen und sie nicht befolgen. nicht in Verwirrung bringen und sie von ihrer Pflicht abwendig machen. welche dieses Erkenntnis nicht besitzen. werden befreit. und dass das Selbst von ihnen verschieden und mit der Handlung nicht verknüpft ist. nehmen an den auf diese Weise durch die Naturbeschaffenheiten zu Stande gebrachten Handlungen Anteil. 32. Diejenigen Menschen. entschließe dich zu kämpfen mit fest auf das Höhere Selbst gerichteter Meditation. selbst wenn sie in Tätigkeit verharren. der Unterscheidungskraft bar. 29. sind in Bezug auf jede Erkenntnis in Verwirrung und gehen. Indem du jede Tat mir anheimstellst. welcher vollkommen erleuchtet ist. zugrunde.Wirkung. Aber der weise Mensch sucht nach dem. weiß. ohne Erwartung. 30. 33. ohne Murren und im festen Glauben befolgen. Diejenigen. was seiner eigenen Natur gleichartig ist. dass die Beschaffenheiten nur in den Eigenschaften wirken. 31. sollte solche. und derjenige. welche diese meine Lehre beständig. deren Unterscheidungskraft schwach und deren Erkenntnis unvollkommen ist. Aber diejenigen. selbstlos und frei von Ängstlichkeit.

Es ist besser. scheinbar gegen seinen Willen und wie von einer geheimen Kraft genötigt?“ Krishna: 37. was soll dann Zurückhaltung bewirken? 34. aus der Beschaffenheit von Rajas. Missetaten zu begehen. die eigene Pflicht zu erfüllen.6 unersättlich und voller Sünde.“ Arjuna: 36. tätig und übler Art. denn sie sind die Feinde des Menschen. o Spross des Vrishni. 6 Rajas ist eine der drei Beschaffenheiten. 33 . „Es ist die Lust.handeln gemäß ihrer Natur. Wisse. nämlich die Triebkraft der Natur. was ihn anstachelt. die Erfüllung der Pflicht eines anderen birgt nur Gefahren. 35. „Durch was. als eines anderen Pflichten angemessen zu tun. dass sie der Feind des Menschen auf Erden ist. Es ist Leidenschaft. in der Durchführung der eigenen Pflicht umzukommen. wird der Mensch angetrieben. In jedem Ziel der Sinne sind Zuneigung und Abneigung gebunden Ein weiser Mensch sollte nicht in die Gewalt dieser zwei Leidenschaften fallen. selbst wenn dies nur mangelhaft geschieht. Es ist besser.

7 wie die Gebärmutter den Fötus einschließt. so ist das Weltall von dieser Leidenschaft umgeben. 42.9 7 8 Die polierten Metallspiegel sind hier gemeint. aber das denkende Selbst steht höher als sie. was noch höher steht als die Unterscheidungskraft ist Er. indem du zuallererst deine Sinne zügelst. Die Unterscheidungskraft ist Buddhi. das wahre Ego.38. welche der Vernichter der Erkenntnis und der spirituellen Unterscheidung ist. Die Unterscheidungskraft8 steht höher als das denkende Selbst. Von ihr – dem beständigen Feind des weisen Menschen. Deshalb solltest du. o Bester der Bharatas. 41. aus Begierde geformt. Die Sinne und Organe werden besonders geschätzt. diese Sünde besiegen. 39. 34 . 40. Wie die Flamme von Rauch umhüllt und ein Spiegel vom Rost überlaufen ist. sowie über das Denkvermögen und die Unterscheidungsfähigkeit. 9 „Er“: der Höchste Geist. die wie Feuer raset und nie gestillt werden kann – ist das Unterscheidungsvermögen umgeben. Ihr Herrscherbereich erstreckt sich über die Sinne und Organe. und das. wodurch die Unterscheidung getrübt und der Herr des Körpers getäuscht wird.

“ So steht in den Upanishaden. erschlage. die Heilige BhagavadGîtâ genannt. Nachdem du nun weißt. im Buch der Hingabe. was höher steht als die Unterscheidungskraft. der aus Begierde geformt und schwer zu fassen ist. diesen Feind.43. in der Wissenschaft vom höchsten Geist. und das niedere Selbst durch das höhere stärken kannst. im Zwiegespräch zwischen dem heiligen Krishna und Arjuna. der dritte Gesang mit dem Namen: HINGABE DURCH DIE RECHTE AUSFÜHRUNG VON HANDLUNGEN 35 . du Starkarmiger.

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GESANG HINGABE DURCH SPIRITUELLE ERKENNTNIS Krishna: 1. „Diese unerschöpfliche Yoga-Lehre verkündete ich einst Vivaswat. bis schließlich im Laufe der Zeit die mächtige Kunst verloren ward. lernten sie die Râjarshis13 kennen. 13 Râjarshis: Königliche Weise 37 . 12 Ikshwâku: der Gründer der indischen Sonnendynastie.“ Arjuna: 4. weil du mir ergeben und mein Freund bist.IV. „Nachdem doch deine Geburt erst nach dem Leben 10 Vivaswat: die Sonne. o Bedränger deiner Feinde! 3.11 und Manu machte Ikshwâku12 damit bekannt. mit welcher ich dich heute bekannt gemacht habe. Vaisvaswata Manu war der gegenwärtige. 11 Manu: Gattungsbezeichnung für den herrschenden Geist des empfindenden Weltalls. Es ist aber dieselbe unerschöpfliche. ewige Lehre.10 Vivaswat übermittelte sie Manu. geheime. und indem sie auf diese Weise von einem zum anderen überliefert wurde. 2. die erste Offenbarung göttlicher Weisheit am Beginn der Evolution.

Ich erzeuge mich selbst unter den Geschöpfen. wie soll ich es verstehen. 6. nämlich: „Das Ganze des Weltalls ist entwickelt durch Sankalpa (Gedanke oder Ideenbildung) allein. die 14 15 Mâyâ: Illusion Auch die Varâha Upanishad des Krishna-Yajur Veda sagt dies. wenn ein Verfall der Tugend und ein Überhandnehmen des Lasters und der Ungerechtigkeit in der Welt stattfindet.“ 38 . „Wir beide. so werde ich doch zufolge meiner Vorherrschaft über der Natur. ich wie du. auf diese Weise verkörpere ich mich von Zeitalter zu Zeitalter für die Erhaltung der Gerechten. unveränderlichen Wesens und der Herr des ganzen Daseins bin. welche mein ist. 8. sind durch viele Geburten gegangen. o Sohn Bharatas. nur durch Sankalpa geschieht es. jedes Mal. dem ewigen Gedanken im ewigen Gemüt.15 7. dass du von Anfang an der Verkünder dieser Lehre warst?“ Krishna: 5. dass das Weltall seine äußere Erscheinung beibehält.Ikshwâkus erfolgte. geboren. durch meine eigene Mâyâ. aber du kennst die deinen nicht. Wiewohl ich ungeboren.14 die mystische Kraft der Selbst-Ideenbildung. o Bedränger deiner Feinde! Die meinigen sind mir bekannt.

Vernichtung der Boshaften und die Aufrichtung der Gerechtigkeit. Solche Einteilungen bestehen in jedem Land. erfüllt von meinem Geist. die Handelsleute und die Diener. Wer immer.16 in vier in ihren Grundzügen und 16 Dieses bezieht sich auf die vier großen Kasten in Indien: die Brâhmanen. 10. geht nach dem Verlassen seiner sterblichen Hülle in keine andere mehr ein. Jene. 11. o Sohn Prithâs. gemäß der natürlichen Verteilung der Handlungen und Beschaffenheiten. meine göttliche Geburt und mein Wirken als so erkennt. Die Menschheit wurde von mir. den die Menschheit nimmt. dieser Pfad ist mein. und in dieser Welt tritt der Erfolg aus den Handlungen bald ein. denn er kommt zu mir. Viele sind in mein Wesen eingegangen. in der gleichen Weise stehe ich ihnen bei. die frei waren von Begehrlichkeit. selbst wenn sie nicht mit diesen Namen 39 . opfern den Göttern. welche bei ihren Werken in diesem Leben nach Erfolg verlangen. Furcht und Zorn.9. die Krieger. In welcher Weise auch die Menschen sich mir nähern. aber welcher der Pfad auch ist. 12. 13. o Arjuna. und die durch Verlass auf mich im asketischen Feuer der Erkenntnis gereinigt worden waren.

obgleich ich unveränderlich und nicht tätig bin. Handlungen beeinflussen mich nicht. wie sie von den Alten in früheren Zeiten ausgeführt wurden. Man muss wohl unterscheiden lernen. stets Tätigkeit aus. die nach ewiger Erlösung trachteten. übten. Erkenne mich daher als den Urheber davon. was auszuführende. Die alten Vorfahren. Der Mensch.14. 18. bezeichnet werden. er ist ein wahrhaft Ergebener und ein vollkommener Vollbringer jeder Handlung. welcher Untätigkeit in Tätigkeit. und Tätigkeit in Untätigkeit sieht. auch hege ich keinerlei Erwartungen auf die Früchte der Taten. ist weise unter den Menschen. Wer mich so erkennt. Deshalb vollbringe auch du Werke. Der Pfad der Tätigkeit ist dunkel. indem sie dies ausfindig machten. 16. von der du vom Übel befreit werden wirst. 40 . was nicht auszuführende Tätigkeit ist. was Tätigkeit und Untätigkeit ist. wird durch die Banden der Tätigkeit nicht zur Wiedergeburt angehalten. und was Untätigkeit ist. Sogar Weise sind getäuscht worden in Bezug auf das. deshalb möchte ich dir erklären. 17. 15. Obliegenheiten verschiedenen Kasten erschaffen. was Tätigkeit durch innere Erkenntnis ist.

ist frei. dessen Unternehmungen alle frei sind von Begehrlichkeit. selbst wenn er handelt. denn seine Handlungen sind im Feuer der Erkenntnis verzehrt. 21. Unbekümmert um den Erfolg. dargebracht im 41 . Er ist zufrieden mit dem. welche spirituelle Unterscheidung besitzen. sein Herz auf spirituelle Erkenntnis setzt und dessen Handlungen Opfer um des Höchsten willen sind. Er gibt das Begehren preis. einen Lohn für seine Handlungen zu sehen. 24. mit dem Körper lediglich die Taten des Körpers vollbringend.19. zufrieden und von nichts abhängig. der höchste Geist ist die Opferbutter. macht er sich der Wiedergeburt nicht unterwürfig. 20. was immer ihm auch von ungefähr zuteil werden mag. mit unterjochtem Körper und erhaben über die Freuden an sinnlichen Dingen. Jene. ist frei von „dem Paar der Gegensätze“ und von Missgunst. und obgleich er in Tätigkeit verwickelt ist. bleibt sich gleich in Gelingen oder Misslingen. 23. 22. Der höchste Geist ist das Opferdarbringen. Alle Handlungen eines solchen Menschen. ist er durch das Band der Handlung nicht gebunden. nennen den weise. werden aufgelöst und haben keine Wirkung auf ihn. der frei von Eigennutz und ergeben ist. begehrt er nichts.

29. die ihren Wohlstand durch Almosengeben opfern. wieder andere opfern die Sinne. wider andere opfern. im Feuer der Selbstzügelung. während andere sich selbst opfern. die Bewegungen der beiden Lebensatem anhalten. das der höchste Geist ist. Auch gibt es welche. und solche. welcher den höchsten Geist während der Durchführung seiner Handlungen zum Ziel seiner Meditation macht. andere entsagen allen sinnenergötzenden Tönen. 27. indem sie den Atmungsvorgang hemmen. 30. Manche Anbetenden bringen ihre Opfer den Göttern dar. erleuchtet von spiritueller Erkenntnis. beginnend mit dem Gehör. alle Funktionen der Sinne und Lebenskraft im Feuer der Hingabe durch Selbsteinschränkung. oder wie es andere tun. Alle diese verschiedenen Arten von Anbetern werden durch ihre 42 . 26. und zum höchsten Geist geht derjenige. Einige opfern das Ausatmen in dem Einatmen und das Einatmen in dem Ausatmen. wieder andere opfern das Leben in ihrem Leben durch Enthaltsamkeit von Speise. die ihr Opfer durch Kasteiung. durch Hingabe und stilles Studium geben. indem sie das innere Feuer des höchsten Geistes entzünden. 28. Feuer.25.

ist in spiritueller Erkenntnis eingeschlossen. wisse. und wenn du sie weißt. o Sohn Bharatas. dass sie alle aus Handlungen hervorgehen. werden sie dir bekannt geben. O Bedränger deiner Feinde. gehen in den ewigen. so 43 . durch eindringliches Forschen. 33. 32. wie könnte er an der anderen teilhaben. wirst du niemals wieder in Irrtum verfallen. höchsten Geist ein. Selbst wenn du der größte aller Sünder wärest. Opfer von ihren Sünden gereinigt. Wer aber keine Opfer darbringt. wenn du dies begreifst.31. Durch diese Erkenntnis wirst du alle Dinge und alle möglichen Geschöpfe in dir und dann in mir erblicken. jede Tätigkeit. o Bester der Kurus? Alle diese verschiedenartigen Opfer werden angesichts Gottes dargebracht. 35. 34. o Sohn Prithâs. die Weisen. durch Fragestellen und durch Demut. wirst du ewige Befreiung erlangen. für den gibt es keinen Anteil in dieser Welt. welche die Wahrheit sehen. das Opfer durch spirituelle Erkenntnis steht über dem mit materiellen Dingen dargebrachten Opfer. Suche diese Weisheit durch Dienstleistung. welche an der aus solchen Opfern hervorgehenden Vervollkommnung spiritueller Erkenntnis teilnehmen. diejenigen aber. 36. ohne Ausnahme.

und wenn er sie erlangt hat. welcher die Sinne und Organe zügelt. das mit spiritueller Erkenntnis verglichen werden könnte. o Verächter des Reichtums. und jeden Zweifel durch Erkenntnis durchhauen hat. Brennholz zu Asche verbrennt. 38. erlangt spirituelle Erkenntnis. o Sohn Bharatas. jene. noch in der nächsten. wie sich im Verlauf der Zeit spirituelle Erkenntnis ganz von selbst in ihm eingestellt. noch in irgend einer anderen Welt Glückseligkeit. erreicht er bald höchste Ruhe. Der Mensch.37. 42. 40. wird durch keine Handlungen gebunden. 41. diesen in deinem Herzen bestehenden Zweifel mit dem 44 . die voller Zweifel und ohne Glauben sind. findet. welcher durch spirituelle Unterscheidung der Tätigkeit entsagt. im Boote der spirituellen Erkenntnis das Meer der Sünde zu durchqueren. und wer in Hingabe an das Göttliche erfahren ist. Wie das natürliche Feuer. 39. so auch äschert das Feuer der Erkenntnis alle Handlungen ein. Die Unwissenden aber. Der Mensch. Der Mensch mit zweifelvollem Gemüt genießt weder in dieser. Nachdem du daher. Es gibt kein Läuterungsmittel auf der Welt. und Glauben besitzt. sind verloren. würdest du befähigt. O Arjuna.

in der Wissenschaft vom höchsten Geist. im Buch der Hingabe. Erhebe dich!“ So steht in den Upanishaden. der vierte Gesang mit dem Namen: HINGABE DURCH SPIRITUELLE ERKENNTNIS 45 .Schwert spiritueller Erkenntnis durchhauen hast. im Zwiegespräch zwischen dem heiligen Krishna und Arjuna. die Heilige BhagavadGîtâ genannt. begib dich an die Ausführung von Taten.

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welcher. 4. Annehmlichkeit und Schmerz. 3. indem er frei von dem Einfluss des Paares der Gegensätze18 ist. Nur Kinder. 47 . nichts sucht und nichts abweist. was von beiden besser ist. Elend und Glückseligkeit etc. „Entsagung von Tätigkeit und Hingabe durch Tätigkeit sind beides Mittel zur endlichen Befreiung. welcher tatsächlich allem entsagt hat.“ Krishna: 2. von diesen beiden ist jedoch Hingabe durch Taten besser als das Aufgeben der letzteren.V. Derjenige ist als Asket17 anzusehen. GESANG HINGABE MITTELS ENTSAGUNG VON TÄTIGKEIT Arjuna: 1. o Krishna. Kälte und Hitze. „Einmal. Sage mir mit Zuverlässigkeit. preisest du die Entsagung von Tätigkeit und dann wieder ihre rechte Durchführung. ohne Schwierigkeit wird er von den durch Tätigkeit geschmiedeten Fesseln befreit. sprechen vom 17 18 Einer. o du mit mächtigen Armen. aber nicht die Weisen.

6. und für den das einzige Selbst das SELBST aller Geschöpfe ist. ist schwierig. Derjenige Mensch sieht klar. empfängt die Früchte von beiden.5. Der Herzensreine. seine Sinne gezügelt hat. auch wenn er Handlungen ausführt. bleibt unbefleckt.und die Yoga-Lehren wesenseins sind. Der Hingebungsvolle. denkt. Entsagen der Tätigkeit19 und von rechter Durchführung derselben20 als von etwas verschiedenem. Wer das eine vollkommen ausübt. und der Ort. 7. der die göttliche Wahrheit kennt. in nicht langer Zeit dem Höchsten Geist nähert. dass er selbst nichts vollbringe.21 welcher von dem die Tätigkeit Aufgebenden gewonnen wird. wird auch von dem erreicht. welcher erkennt. der sich mit der rechten Ausübung seiner Pflichten abgibt. wenn 19 20 Sankhya-Schule Yoga-Schule 21 Nirvâna 48 . der seinen Körper in völliger Herrschaft. o du mit mächtigen Armen. welcher Taten in Hingabe vollbringt. während sich der Hingebungsvolle. dass die Sankhya. Aber zur wahren Entsagung ohne Hingabe durch Taten zu gelangen. 8.

fühlt. 11. 13. er umherblickt. Der Mensch. so wie das Lotusblatt von Wasser nicht behaftet wird. erlangt Gelassenheit. das von solchem Handeln verursacht wird. sogar wenn er spricht. der hingebungsvoll ist und nicht an den Früchten seiner Handlungen hängt. sondern auch auf das „Gebundensein an die Wiedergeburt“.9. isst. hört. absondert. sagt er: Die Sinne und Organe bewegen sich durch natürlichen Antrieb auf die ihnen eigentümlichen Gegenstände zu. 12. indem sie allen Eigennutz beiseite setzen. 49 . nimmt. ihrem Verstand und ihrem Sinne aus. in 22 Das bezieht sich nicht nur auf die Wirkung des gegenwärtigen Menschen in diesem Leben. Die wahrhaft Hingebungsvollen führen zur Läuterung ihres Herzens Taten mit ihrem Körper. welcher in Begehrlichkeit sich den Früchten der Taten hinneigt. Wer immer seine Handlungen beim Durchführen derselben dem Höchstem Geist weiht und alles selbstsüchtige Anklammern an den Ausgang derselben beiseite setzt. schläft und atmet. ist unberührt von Sünde. nachdem er in seinem Herzen allen Handlungen entsagt hat. sich bewegt. die Augen öffnet oder schließt. ihrem Gemüt.22 Der sich selbst zügelnde Weise wohnt. dadurch niedergehalten wird. riecht. während derjenige. 10.

24 Der Weise. noch Handlungen veranlasst. Nase usw. durch welche Eindrücke empfangen werden.Ruhe in der „neuntorigen Stadt seines Aufenthaltsortes“. Gesang. seien sie gut oder übel. Hierüber ist mehr gesagt im VII.Sattwa. Der Herr der Welt erschafft weder die Fähigkeit zu handeln noch die Handlungen noch den Zusammenhang zwischen Taten und ihren Früchten. in der sich diese Beschaffenheiten selbst darbieten. seien sie sündvoll oder verdienstvoll. dass in der vedischen Philosophie behauptet wird. Rajas. ist es nötig.25 16. Tamas. und dadurch werden alle Geschöpfe in die Irre geleitet. und im VIII. bei denen die Erkenntnis des wahren Selbstes die Unwissenheit 23 Der Körper. sich zu erinnern. eingehend geschildert. 15. Gesang ist die Art. der sich wahrem Bewusstsein zugeeint hat. Mund. dass alle Handlungen. hervorgebracht werden durch die drei Gunas (Beschaffenheiten) .24 14. 25 Um dies klar zu verstehen. welcher neun Öffnungen hat. Der Herr empfängt keines Menschen Taten. welche allem durch die Evolution hindurch innewohnen. nämlich: Augen. was nicht wahr ist. sondern die Natur herrscht darin vor. Aber jenen. 50 . verbleibt im Körper zum Wohle der Menschheit. Ohren.23 indem er weder handelt. Die Wahrheit ist durch das verdunkelt.

denn das Höchste ist frei von Sünde du gleichmütig. 19. der findet Freude in sich selbst. von dem es keine Rückkehr mehr gibt. nicht betört. gewinnen den Himmel schon in diesem Leben. der den Höchsten Geist kennt. Der erleuchtete Weise betrachtet mit Gleichmut einen erleuchteten. eine Kuh. selbstlosen Brahmanen. daher ruhen sie im Höchsten Geist. 21. 22. einen Hund und sogar einen Ausgestoßenen. zerteilt hat. noch grämt er sich. geoffenbart. und genießt. 18. sind die Brutstätten der Schmerzen. was angenehmen ist. deren Seelen im Geiste sind. der Hundefleisch genießt. unvergängliche Seligkeit. Wessen Herz den sinnlichen Dingen nicht zugetan ist. da sie einen Anfang 51 . Denn jene Genüsse. Jene. der. gelangen zu jenem Ort. Jene. auf ihn festgerichtet bleibt. erfreut sich weder an der Erlangung dessen. wenn ihm Unangenehmes begegnet. die ihre Zuflucht zu ihm nehmen. einen Elefanten. welche durch die Berührung der Sinne mit äußeren Dingen entstehen.17. 20. Der Mensch. wird das Höchste. wie von der Sonne beleuchtet. welche sich Gemütsgleichheit bewahren. durch Hingabe mit dem Höchsten vereint. die darauf bedacht und von allen Sünden gereinigt sind.

h. Solche erleuchteten Weisen. o Sohn Kuntis. die ihre Sinne und Organe unter der Herrschaft haben und sich dem Wohle aller Geschöpfe hingeben.23. 24. 52 . ist er in ihm aufgegangen. und der Teilhaberschaft an der Natur des Höchsten Geistes gewiss.26 Einswerdung mit dem Höchsten Geist findet auf beiden Seiten des Todes für jene statt. Der Zurückgezogene. Der Mensch. mäßig sind. die frei von Täuschung sind. welcher seine in Gelassenheit verharrende Seele mit zwischen den Augenbrauen gefestigtem Blick von jeder Sinnenberüh- 26 D. und ein Ende haben. deren Sünden erschöpft sind. 27. Derjenige. den aus Begehrlichkeit und Zorn aufsteigenden Trieben widerstehen kann. der weise Mensch ergötzt sich nicht an ihnen. erlangen Einswerdung mit dem Höchsten Geist. dieser ist ein Ergebener. ihre Gedanken zügeln und bekannt sind mit dem wahren SELBST. der innerlich erleuchtet ist. welche frei von Begehrlichkeit und Zorn. ist ein Ergebener und ein Gesegneter. 25. ehe die Seele vom Körper befreit ist. 26. welcher während des Lebens in dieser Welt. direkte Erkenntnis des Selbstes. der das Glück in seinem Inneren trägt.

wird er mich erreichen und gesegnet sein.rung abschließt. der große Herr aller Welten. dessen Sinne und Organe zusammen mit seinem Herzen unter Überwachung stehen. der Besitzer aller Opfer und Bußübungen und der Freund aller Geschöpfe bin. die Heilige BhagavadGîtâ genannt. 28. im Buch der Hingabe. der fünfte Gesang mit dem Namen: HINGABE MITTELS ENTSAGUNG VON TÄTIGKEIT 53 . Weil er erkennt. dass Ich. 29. in der Wissenschaft von höchsten Geist. im Zwiegespräch zwischen dem heiligen Krishna und Arjuna.“ So steht in den Upanishaden. der sein Herz auf Erlösung gerichtet hat und stets frei von Begehrlichkeit und Zorn ist. welcher den Atem gleicherweise beim Einatmen und Ausatmen gleichmäßig durch beide Nasenlöcher gehen lässt. ist schon in diesem Leben von Geburt und Tod frei geworden.

54 .

dasselbe ist wie Yoga oder die Durchführung der Hingabe. dahin gelangen kann. wie sie geschehen sollen. nicht aber jener. Tätigkeit wird für das Mittel gehalten. welcher ohne Hang nach der Frucht seines Tuns solche Handlungen ausführt. „Derjenige. was sie Sannyâsa oder ein Aufgeben der Tätigkeit nennen. der zur Meditation aufzusteigen wünscht. wodurch der weise Mensch. 4. Ein Yogi 55 . Niemand kann hingebungsvoll sein. 2. Wisse. der Meditation erreicht hat. 3. GESANG HINGABE MITTELS SELBSTZÜGELUNG Krishna: 1. welcher sein Leben ohne Zeremonien und ohne das Opferfeuer zu entzünden zubringt. ist sowohl ein den Handlungen Entsagender27 als auch ein sich rechten Taten Hingebender28. Wenn er alle Absichten aufgegeben hat und allen Hanges an Handlungen in Bezug auf Sinnesge27 28 Ein Sannyâsi. ohne dass er von vornherein allen Absichten entsagt hat. so auch wird das Einstellen der Handlungen als Mittel für den gehalten. dass das. o Sohn Pandus.VI.

Der Mensch. genstände ledig ist. denn das SELBST ist der Freund des Selbstes und gleicherweise ist das Selbst sein eigener Feind. ein solcher wird für hinge- 29 In diesem Wortspiel sind das höhere SELBST und das niedere Selbst gemeint. dass das SELBST erniedrigt werde. gleich einem Feinde. dem gegenüber Feindseligkeit.5. welcher selbstbeherrscht ist. dem Gold und ein Stein gleich gelten. wobei das niedere durch seinen Widerstand gegen wahre Entwicklung der Fein des Höheren ist. Das SELBST des Menschen. so übt das Selbst. 6. Er sollte das Selbst durch das SELBST erheben und es nicht dulden. dann wird er ein zur Meditation Aufgestiegener genannt. 7. Gleichzeitig ist das niedere Selbst durch seine niedergehende Richtung der Feind seiner besten Interessen. der auf dem Gipfel steht und seine Sinne unterjocht hat. 56 . ihn Ehre und Schande.29 Das SELBST ist der Freund des Menschen. der sich selbst überwunden hat und frei von Begehrlichkeit und Zorn ist. ist auf das höchste SELBST gerichtet in Hitze und Kälte. der nicht selbstbeherrscht ist. in Schmerz und Vergnügen. welcher spirituelle Erkenntnis und Unterscheidungskraft besitzt. 8.

seinen Körper und seine Gedanken überwacht. ein anderer meint. welcher unter seinen Freunden und Kameraden. hart. ohne Besitztümer und ohne Erwartungen. das Fell auf das Gras und das Tuch auf das Fell kommt. 11. sollte beständig streben. Wer Meditation erreicht hat. bei Sündern oder Gerechten gleichgestimmt bleibt. 9. Philologische Erörterungen vermögen diese Sache niemals zu entscheiden. bei Liebenden oder Hassenden. aus Kusagras. indem er in Einsamkeit und Abgeschlossenheit weilt. und Gras als Lagerstätte hat“. das mit einem Fell und einem Tuch bedeckt ist.“ „Die Erkennenden sagen.bungsvoll gehalten. dass dies eine Beschreibung eines magnetisch angelegten Sitzes ist. dass Kusagras auf den Boden gelegt wird. inmitten von Feinden oder Abseitsstehenden und Teilnahmslosen. Er sollte an einem unbefleckten Ort seinen Sitz bereiten. die sich von der Welt zurückgezogen haben. 10. dass der Ergebene „nur Fell und Tuch als Decke. Manche der Übersetzer haben den Text verschiedenartig gesetzt: der eine schrieb.30 30 Diese Anleitungen gehören für jene Einsiedler. in Ruhe in dem Höchsten zu verharren. 57 . ein Rehfell und Kusagras sind. dass „seine Besitztümer ein Tuch. Und derjenige ist unter allen geschätzt. nicht zu hoch und nicht zu nieder.

12. Sein Körper. friedlichen Herzens und furchtlos. zu lange zu schlafen. Arjuna. so sollte der Yogi in dem Gelöbnis des Brahmacharya. 17. 58 . der die Gewohnheit hat. 16. die Veränderungen seines denkenden Prinzips beherrschen und die Tätigkeit der Sinne und Organe im Zaume halten. wird nicht von dem Menschen erlangt. verharren. 14. Diese göttliche Zucht. erreicht diese Ruhe. Die den Schmerz vernichtende Meditation wird in demjenigen hervorgebracht. seine Gedanken überwacht und sein Herz auf mich gefestigt. im Höchsten zu verharren. sein Gemüt auf einen Punkt festigen. Haupt und Rumpf fest und aufrecht haltend. oder der zu lange wach bleibt. ohne umherzuschauen. das höchste Aufgehen in mich. 13. der mäßig ist im Essen und in Erholung. gemäßigte Kraftäußerung bei seiner Tätigkeit und Regelmäßigkeit beim Schlafen und Wachen einhält. entschlossenen Gemüts und auf die Nasenspitze gerichteten Blicks. der mehr als notwendig oder zu wenig isst. Der Hingebungsvolle mit beherrschtem Gemüt. Hier sollte er zur Reinigung des Selbstes Meditation üben. 15. welcher auf diese Weise immer sein Herz dazu bringt.

21. nach der ein 31 „Wirklichkeit“. er sei wie eine vor dem Wind geschützte Lampe. Von dem Weisen. Nirvana.18. 20. Wenn er durch die Yogaausübung in Ordnung und zur Ruhe gekommen ist. 59 . wenn er bekannt wird mit der grenzenlosen Seligkeit. dass er Yoga erreicht hat. dass diese Loslösung von der Verbindung mit Schmerz als Yoga deutlich gemacht wird als spirituelle Vereinigung oder Hingabe. über das er keinen anderen Besitz höher schätzt. wird gleichnisweise gesagt. Wenn der so lebende Mensch sein Herz auf das wahre SELBST einstellt und frei ist vom Hängen an begehrlichen Dingen. dann ist er zufrieden. und damit völliges Begreifen des Wahren und das Verschwinden der Täuschung in Bezug auf Dinge und Getrenntsein. selbst durch größeren Kummer nicht erregt wird: 23. das Selbst durch das Selbst erschaut. so wird von ihm gesagt. wenn er das erreicht hat. die den sinnlichen Gegenständen fernliegt. der auf das Selbst gerichteten Herzens. wenn er darin gefestigt ist. 19. und in dem er. frei vom Hang zu Begierden ist. die nicht flackert. in Ruhe befindlich. erkenne. wo er nicht von der Wirklichkeit31 abgelenkt wird. und in einem Zustand befindlich ist. 22.

dessen Gemüt auf solche Weise im Frieden ist. 29. bemerkt den Höchsten Geist in allen Dingen und alle Dinge im Höchsten Geist. 27. sollte er an nichts anderes denken. Zu welchem Ding das unbeständige Gemüt auch schweifen wollte. unterjocht. der somit im wahren SELBST und frei von Sünde ist. und ich ver- 60 . findet er. fahren lässt und mittels des Gemüts die Sinne und Organe. Und wenn er sein Gemüt in Ruhe im wahren SELBST gefestigt hat. Der Mensch. Höchste Seligkeit überkommt sicherlich den Weisen. Wenn er jegliches Begehren. erlangt ohne Behinderung die höchste Wonne – Vereinigung mit dem Höchsten Geist. 25. 26. dessen Leidenschaften und Begierden somit überwältigt sind. der mit dieser Hingebung begabt ist und die Einheit aller Dinge sieht. Mensch mit Glauben und Entschlossenheit streben soll. von Geduld erfüllt.24. nach und nach Ruhe. das aus dem Vorstellungsvermögen aufsteigt. die nach jeder Richtung zur Tätigkeit antreiben. er sollte es überwinden. zurückbringen und auf den Geist festlegen. Wer mich in allen Dingen sieht und alle Dinge in mir. 28. verliert seinen Halt nicht an mir. Wer so hingebend und frei von Sünde ist. 30.

der von Krishna erschlagen worden ist. der durch das in ihm selbst gefundene Ebenbild nur eine einzige Wesenheit in allen Dingen. Ich glaube. ungestüm. stark und widerspenstig. 34. „O Vernichter des Madhu. o Arjuna. 32. Und wer immer mich. ist tatsächlich völlig unstet. aber es kann bezwungen werden. Denn das Gemüt. o Sohn Kuntîs. 31. weilt bei mir. o Starkarmiger. sieht. „Ohne Zweifel.32 in Hinsicht auf die Rastlosigkeit des Gemüts.“ Arjuna: 33. sehe ich keine Möglichkeit beständiger Durchführung dieses von dir dargelegten Yogas des Gleichmutes. Derjenige. ist das Gemüt ruhelos und schwer zu bezwingen. wird von mir als der trefflichste der Hingebungsvollen angesehen. das Bezwingen desselben ist so schwer wie das des Windes. der ich in allen Dingen bin. o Krishna. durch Übung 32 Madhu ist ein Daitya oder Dämon. seien sie böse oder gut. und stellt die Beschaffenheit der Leidenschaftsnatur dar.lasse ihn nicht. in welcher Lage er auch sein möge.“ Krishna: 35. 61 . im Glauben an die spirituelle Einheit verehrt.

der beharrlich bleibt und sein Herz beherrscht. weil sein ungezügeltes Gemüt der Zucht entwich? 38. das aus guten Taten und der durch Yoga erlangten spirituellen Erkenntnis hervorgeht.und durch Beseitigung von Begierde. die diesem Gesetz gehorchen und von Yoga Abstand nehmen. die nur für jene sind. o Starkarmiger. oder Himmel und Befreiung. 62 . „Zu welchem Ziele. Yoga genannt. o Krishna. sie kann aber erlangt werden durch entsprechende Mittel und von jemand. 34 „beider“ meint hier das gute Karma. Jedoch ist diese göttliche Zucht. nach meiner Meinung sehr schwierig für jemand. gelangt ein Mensch. der es hält. aber in seiner Hingebung noch nicht die Vollkommenheit erreichte. denn wer Yoga ausübt. der seine Seele nicht in seiner Herrschaft hat. nachdem ihm der Pfad des höchsten 33 „ohne jeden Halt“ weist auf die Unterstützung oder Weihe hin. der wohl Glauben hatte. Wird er gleich einer zerrissenen Wolke ohne jeden Halt.“ Arjuna: 37.33 beider34 verlustig. 36. vernichtet werden. die im Brahmanischen Gesetz durch die Verheißung für den. enthalten ist. wird nicht unterstützt von den Verheißungen des Gesetzes.

an einen üblen Ort. welcher Gutes tut. o Sohn Prithas.36 41. denn niemals geht jemand. kommt er wieder mit der Erkenntnis in Berührung. „Ein solcher Mensch. die spirituell erleuchtet ist. kommt er doch über den Buchstaben der 35 36 Das ist Devachan. wie letztere. 43. dass dies in der Familie eines Königs oder Kaisers bedeutet. Denn ihm selbst unbewusst. So geboren. kommt nicht um. die ihm in seinem früheren Körper eigen war. wird er auf Grund seiner früheren Übungen zu weiterer Arbeit geführt. 42. 40. 63 . und wenn er auch nur ein bloßer Forscher bleibt. Aber eine solche Geburt. und dann auf Erden in einer reinen und glücklichen Familie wiedergeboren wird. und von da an ringt er noch eifriger nach Vollkommenheit. da niemand sonst dazu befähigt ist.“ Krishna: 39. dessen Hingabe durch den Tod unterbrochen worden ist. Der Mensch. gänzlich verjagen. ist schwieriger zu erlangen. o Sohn Kurus. weder hier noch jenseits. oder sogar in einer solchen Familie. Mahudasana sagt. wo er für eine ungeheuere Zahl von Jahren weilt. geht in die Regionen der Gerechten35 ein.Geistes vereitelt war? Diesen Zweifel wollest du. o Krishna.

o Arjuna. mit all seiner Macht strebend.Veden hinaus. höher als der Mensch der Gelehrsamkeit und höher als der Mensch der Tätigkeit. Deshalb. infolge durch viele Geburten hindurch fortgesetzten Anstrengungen Vollkommenheit erlangt. Aber der Hingebungsvolle. 46. geht in das höchste Ziel ein. ein Mensch der Meditation zu werden. der sechste Gesang mit dem Namen: HINGABE MITTELS SELBSTZÜGELUNG 64 . im Zwiegespräch zwischen dem heiligen Krishna und Arjuna. Aber von all den Hingebungsvollen wird von mir der als der Ergebenste betrachtet. welcher. der mich mit auf mich festgerichtetem Herzen glaubensvoll verehrt. 44.“ So steht in den Upanishaden. die Heilige Bhagavad Gîtâ genannt. in der Wissenschaft vom höchsten Geist. im Buch der Hingabe. entschließe dich. 45. Der so geschilderte Mensch der Meditation steht höher als der Mensch der Bußübungen.

wodurch das Weltall erhalten wird. 3. worauf. 5. Erde.VII. Vernehme. mit auf mich gefestigtem Herzen durch Meditationsausübung nun in mir deine Zuflucht nehmend. Ahankâra. 6. Wasser. dass meine höher stehende Natur davon verschieden und das Erkennende ist. Dies ist das Niedere. 2. dies ist die achtfache Teilung meiner Natur. Buddhi. wenn du sie gelernt hast. „Höre. Manas. Feuer und Luft. wisse. Unter tausenden von Sterblichen strebt vielleicht ein einziger nach Vollkommenheit. 4. wie ich bin. Akâsha. wie du mich. GESANG HINGABE MITTELS SPIRITUELLER UNTERSCHEIDUNGSKRAFT Krishna: 1. o Sohn Prithâs. Ich will dich in dieser Erkenntnis und in ihrer Verwirklichung völlig unterweisen. völlig erkennen wirst. und unter den so Strebenden erkennt mich vielleicht ein einziger. nichts mehr zu erkennen übrig bleibt. dass die ganze Schöpfung aus diesen beiden Naturen wie aus einem Mutterleibe ent65 .

Ich bin der Ursprung und das Ende. das Licht in der Sonne und im Monde. in allen Geschöpfen bin ich das durch ihre moralische Verfassung bedingte Wünschen. o Schätzeerbeuter. deren Gemüt im Geiste ruht.springt. dass die aus den drei Beschaffenheiten. das über mir stünde. o Sohn Kuntîs. Ich bin die Macht der Starken. Es gibt nichts. wie kostbare Perlen an einer Schnur. der Ton im Raume. 8. entspringenden Dispositionen aus mir stammen. Ich bin der Geschmack im Wasser. 37 Hier ist das Prinzip „Buddhi“ gemeint. die mystische Silbe OM in all den Veden. der Wohlgeruch in der Erde und die Glut im Feuer. Ich bin die Weisheit37 der Weisen und die Stärke der Starken. 10. 7. die männliche Natur in den Menschen. Sattwa. 11. als den ewigen Samen aller Geschöpfe. 12. Erkenne mich. Rajas und Tamas. Ich bin die Erzeugung und die Auflösung des ganzen Weltalls. 66 . In allen Geschöpfen bin ich das Leben und die Macht der Konzentration in jenen. o Sohn Prithâs. sie sind in mir. 9. und alle Dinge hängen an mir. welche in ihrer Tätigkeit frei von Begehren und Verlangen sind. Wisse auch.

welche bei mir ihre Zuflucht nehmen. Da die ganze Welt durch diese aus den drei Beschaffenheiten hervorgehenden Neigungen getäuscht wird. dass ich verschieden von ihnen. In der Tat sind sie alle treffliche Menschen. über ihnen stehe und unvergänglich bin. Denn über diese meine Macht der Illusion. Ich bin dem weisen Menschen außerordentlich teuer und ebenso ist er es mir. 18. o Arjuna. welche durch diese Illusion der spirituellen Wahrnehmung beraubt sind und sich dämonischen Neigungen hingeben. die Toren und die Niedriggesinnten. Vier Menschenklassen. die Bedrängten. weil 67 . o Sohn Bharatas. Die Gottlosen unter den Menschen. und nur jene können dies fertig bringen. aber der spirituelle Weise ist mein eigenes Selbst. der spirituelle Erkenntnis besitzt und mir stets Hingabe erweist. 16. die durch die natürlichen Beschaffenheiten wirkt.13. ist schwer hinauszukommen. suchen keine Zuflucht in mir. verehren mich. 17. 14. 15. aber ich bin nicht in ihnen. erkennt sie mich nicht. welche rechtschaffen wirken. Unter diesen ist der Beste. die Wahrheitssuchenden. die Besitz Begehrenden und die Weisen.

Und im Abhängigsein von diesem Glauben sucht er die Versöhnung dieses Gottes und erlangt das Ziel seiner Wünsche. so bin ich es allein. gehen zu den Göttern. Die Unwissenden. wie es von mir allein verliehen ist. er mit friedvollem Herzen auf dem zum höchsten Pfad. 24.19. während die mich Verehrenden zu mir kommen. 22. welche mit meinem höchsten. 23. Nach vielen Geburten findet mich der spirituelle Weise als den Vâsudeva. denen durch die Vielheit ihrer Begierden die spirituelle Weisheit versagt ist. Diejenigen. Jene. über allen Dingen stehenden und unsterblichen Zu- 38 Im Original steht hier das Wort Mahâtma. der all dieses ist. In welcher Form auch ein Betender gläubige Verehrung erwählt. 68 . der ihn dabei zur Beständigkeit begeistert. welche die Götter anbeten. neigen sich besonderen. 21. ihrer Natur untergeordneten Bräuchen zu und beten andere Götter an. Aber die solch kurzsichtigen Menschen zukommende Vergeltung ist vorübergehend. 20. dem eben zu mir selbst führenden Wege befindlich ist. denn einer solch großen Seele38 zu begegnen ist schwierig.

die Heilige Bhagavad Gîtâ genannt. aber keines kennt mich. kennen mich auch zur Zeit des Dahinscheidens. die gewesen und die noch sind und die zukünftig sein werden. ich der Ungeoffenbarte. Adhidaivata und Adhiyajna erkennen. Diejenigen. fallen alle Menschen infolge des Trugs der aus Zuneigung und Abneigung entspringenden Gegensätze in Irrtum. 27. 26. daher erkennt die Welt mich. welche sich auf mich verlassen und an der Befreiung von Geburt und Tod arbeiten. 69 . 28. kennen Brahma.“ So steht in den Upanishaden. nicht. deren Sünden erschöpft sind. Diejenigen. bestehe in einer sichtbaren Form. 30. stand nicht bekannt sind. verehren mich im gefestigten Glauben. den Ungeborenen und Unerschöpflichen. alle Geschöpfe. glauben. den ganzen Adhyâtma und alles Karma. o Arjuna. Aber jene rechtschaffen lebenden Menschen. und die frei von diesem Trug des Paares der Gegensätze sind. Zur Zeit der Geburt. Eingehüllt in meine magische Illusion. Ich kenne. o Sohn Bharatas. bin ich der Welt nicht sichtbar. 29. welche in mir ruhen. in der Wissenschaft vom höchsten Geist. mich als Adhibhûta.25. o Bedränger deiner Feinde.

der siebte Gesang mit dem Namen: HINGABE MITTELS SPIRITUELLER UNTERSCHEIDUNGSKRAFT 70 .im Buch der Hingabe. im Zwiegespräch zwischen dem heiligen Krishna und Arjuna.

GENANNT OM Arjuna: 1.VIII. Wer ist Adhiyajna hier in diesem Körper und wie kommt er hinein. geoffenbart als das individuelle Selbst. „Was ist dieses Brahman. “Brahman. welche das Bestehen und die Forterzeugung der Geschöpfe39 verursacht. Adhibhûta ist der höchste Geist. ist das Unerschöpfliche. die in der Offenbarung durch die Evolution und die objektiven Welten ersichtlich ist. 71 . o Vernichter des Madhu? Sage mir auch. 4. durch die geheimnisvolle Macht der Naturillusion in der ganzen elementalen Natur wohnend. o Bester der Menschen. GESANG HINGABE ZUM ALLGEGENWÄRTIGEN GEIST. ist Karma? Was ist ferner Adhibhûta und was Adhidaivata? 2. und was. dich zur Stunde des Todes erkennen können?“ Krishna: 3. Adhidaivata ist der 39 Karma ist hier sozusagen die Tätigkeit des Höchsten. Adhyâtma ist der Name meines Wesens. das Höchste. welche in Meditation gefestigt sind. was ist Adhyâtma. Karma ist die Emanation. wie die Menschen.

Wer beim Verlassen seiner sterblichen Hülle zufolge beständiger Meditation über irgend eine besondere Form an diese denkt. da besteht kein Zweifel. dessen Herz nur in mir allein weilet und auf kein anderes Ziel abschweift. geht. der jenseits der Finsternis glänzender als die Sonne ist. mit nicht abschweifendem Gemüt. o Sohn Prithâs. Der Mensch. zu mir kommen. in Hingabe verschmolzen und mit der Kraft der Konzentration. Indem du dein Gemüt und deine Buddhi nur auf mich allein richtest. 9. Deshalb meditiere zu allen Zeiten nur über mich und kämpfe. und Adhiyajna bin ich selbst in diesem Körper. o Bester aller verkörperten Menschen. der ohne Anfang ist. den Erhalter des Alls. wirst du. Wer auch immer über den All-Weisen. 6. 5. die spirituelle Person.Purusha. den höchsten Herrscher. 10. der feiner ist als das Feinste. wird durch Meditation über den höchsten Geist in diesen eingehen. 7. Wer immer zur Stunde des Todes den Körper in auf mich gefestigter Meditation verlässt. zu mir ein. o Sohn Kuntîs. seine Lebenskräfte zwischen den Augenbrauen 72 . 8. darüber besteht kein Zweifel. dessen Form nicht vorzustellen ist. geht ebenso in diese ein.

15.11. meditieren wird. aber jene. erreicht diesen höchsten. welche frei von Neigungen sind. Wer mit zu keinem anderen Ziel abgelenktem Herzen beständig das ganze Leben hindurch meditiert. 73 . Jene großseelischen Menschen. 16. Ich will dir nun jenen Pfad bekannt geben. 13. das Leben eines Brahmacharya40 führen wollen. göttlichen Geist. das einsilbige OM wiederholt und damit fortfährt. 14. o Sohn Prithâs. welche jenen betreten. den die in den Veden Unterrichteten unzerstörbar nennen. und dem jene folgen. den Häusern des Schmerzens und der Sorge. nicht mehr unterworfen. welche zur höchsten Vollkommenheit gelangt sind. sein Gemüt in sein Herz einschließt. festhaltend. wird mich sicherlich erreichen. Alle Welten bis hinauf zu Brahmas Welt sind fortwährend der Wiedergeburt unterworfen. seine Lebenskräfte in seinem Haupte festlegt. kommen zu mir und sind den rasch aufeinanderfolgenden Verkörperungen. 40 Das Brahmacharya-Gelübde gebietet ein Leben religiösen Studiums und der Enthaltsamkeit. fest in Meditation verharrt. wenn er seinen Körper verlässt. 12. Wer all die Tore seiner Sinne zumacht. welche nach Erlösung ringend. geht ein zum höchsten Ziel.

18. welche auf diese Weise entstanden ist. dass der Tag Brahmas tausend Kreisläufe der Yugas ist und dass sich seine Nacht auf weitere tausend ausdehnt. und anderer Natur als das Sichtbare. unzerstörbar. welche die Erkenntnis der allerletzten Zeiteinteilungen erlangt haben. eine Macht. Beim Anbruch dieses Tages gehen alle Dinge aus dem Nichtgeoffenbarten in das Geoffenbarte hervor. was bei der Auflösung aller Dinge nicht zerstört wird. die dem vollkommenen Yogi in Patanjalis Yoga-Aphorismen zugeschrieben wird. 20. erfahren keine Wiedergeburt mehr. welche es einmal erreicht haben. wissen. o Sohn Prithâs. diejenigen. kehren nicht mehr zurück – es ist mein höchster 41 Dies bezieht sich auf jene. 74 . Diese Gesamtheit der Dinge.17. wird beim Anbruch der Nacht aufgelöst. dem natürlichen Antrieb folgend. und geht. welche in mich eindringen. Es heißt das Nichtoffenbare und Unerschöpfliche und wird das höchste Ziel genannt. es ist unteilbar. 21. Diejenigen. und beim Anbruch dieser Nacht lösen sie sich wieder in das Nichtgeoffenbarte auf. o Kuntîs Sohn. Aber es besteht noch das. beim Kommen des Tages wieder hervor. 19. welche mit Tag und Nacht bekannt41 sind.

Diese zwei. welche in der Erkenntnis des höchsten Geistes. in der Monatshälfte des zunehmenden Mondes und während der sechs Monate von der Winter. gehen zum Höchsten ein. 23. 25. und während die Sonne in ihrer südlichen Bahn steht.Wohnsitz. Ich will dir nun. beim Begehen des anderen kommt er wieder zurück zur Erde. erklären. in das alle Geschöpfe eingeschlossen sind und von dem alles Bestehende durchdrungen ist. welche im Rauche. dahinscheiden. der diese 75 . gehen für eine Weile in die Regionen des Mondes und kehren dann zur sterblichen Geburt zurück. Aber diejenigen. zu welcher Zeit dahinscheidende Yogis Freiheit von der Wiedergeburt oder Unterworfensein zu derselben erhalten. während der Monatshälfte des abnehmenden Monds. kann durch eine auf ihn allein gerichtete Hingabe erlangt werden. o Sohn Prithâs. im Feuer.zur Sommersonnenwende dahinscheiden. 22. 27. 26. Ein Hingebungsvoller. o Sohn Prithâs. auf dem einen geht der Mensch. Licht. o Bester der Bharatas. Dieses Höchste. bei Nacht. sind der Welt ewige Wege. 24. am Tag. ohne je zurückkehren zu müssen. Licht und Dunkelheit. Menschen.

76 . welcher dies alles weiß. gerät niemals in Täuschung. im Zwiegespräch zwischen dem heiligen Krishna und Arjuna. die oberste Stätte. Almosengeben hervorgeht. sei allezeit in Hingabe gefestigt. im Buch der Hingabe. Bußübungen. der in den Veden verheißen ist. o Arjuna. deshalb. in der Wissenschaft vom höchsten Geist. gelangt über allen Lohn hinaus.42 28.“ So steht in den Upanishaden. und geht ein zum Höchsten.zwei Wege kennt. aber diese Ansicht wird nicht von allen aufrecht erhalten und wird keinesfalls von den Hindûs geteilt. oder der aus Opfern. GENANNT OM 42 Der hier endende Teil des Absatzes wird von einigen europäischen Forschern als eingeschoben angesehen. der achte Gesang mit dem Namen: HINGABE ZUM ALLGEGENWÄRTIGEN GEIST. die Heilige Bhagavad Gîtâ genannt. Der in Meditation verharrende Mensch.

welche alles im Raum durchflutet. sondern fallen zur Wiedergeburt zurück zu dieser Welt. bekannt geben. will ich nun diese verborgenste Erkenntnis. Begreife. dem Hause des Todes. „Dir. GESANG HINGABE MITTELS DER KÖNIGLICHEN ERKENNTNIS UND DES KÖNIGLICHEN MYSTERIUMS Krishna: 1. 3. aber nicht in ihnen weile. leicht durchzuführen und unerschöpflich. Schaue dieses. O Sohn Kuntîs. 4. dass alle Dinge in mir sind wie die mächtige Luft. der nichts zu tadeln findet. mein göttliches Geheimnis: Mich. Diejenigen. welche dieser Wahrheit gegenüber Ungläubige sind. alle Dinge bestehen in mir. dem heiligen Gesetz nicht zuwider. das höchste Reinigungsmittel. am Ende eines Kalpas kehren alle 77 . 2. 7. klar erfassbar. Dieses ganze Universum ist von mir in meiner unsichtbaren Form durchdrungen. der ich alle Dinge werden lasse und sie erhalte. verbunden mit ihrer Verwirklichung. Es ist die königliche Erkenntnis. o Bedränger deiner Feinde.IX. das königliche Mysterium. 5. nach deren Erfassen du vom Üblen befreit sein wirst. 6. finden mich nicht.

“ 11. sozusagen durch die Macht von „Prakriti“ Dies soll heißen. da sie mit meiner wirklichen Natur als dem Herrn aller Dinge nicht bekannt sind. Dinge zu meiner Natur zurück. einer Klasse übler Elementalwesen. Denken und Erkennen und neigen zu dämonischen und trügerischen Prinzipien. entsende ich immer wieder und wieder diese ganzen Scharen von Wesen ohne deren Willen durch die Macht der materiellen Wesenheit. weil ich gleich einem dabei unbeteiligt Verharrenden uneigennützig in jenen Werken bin. sind verblendet im Handeln. „sie neigen sich zur Natur der Asuras und Râkshatas“. Unter meiner Beaufsichtigung bringt die Natur das belebte und unbelebte Weltall hervor. Die Betörten missachten mich in menschlicher Gestalt. Das heißt. 12.“ 78 . dass die Welt im Umlauf bleibt. geschieht es. o Besieger des Reichtums. o Sohn Kuntîs. „zum Wesen der niedrigsten Bestandteile der Natur. 10.44 43 44 9.43 Diese Handlungen binden mich nicht. Indem ich die Herrschaft meiner eigenen Natur übernehme.8. Sie nähren eitle Hoffnungen. wieder daraus hervorzugehen. und am Beginne eines anderen Kalpas veranlasse ich sie. und aus eben dieser Ursache. oder wie manche sagen.

17. Ich bin das Ziel. 14. ich bin der Heilige. Ich bin das Opfer und der Opferbrauch. 15. der Hort und der Behälter und die ewige Saat. der Yajur. Ihren Gelübden treu. die mystische. der Sâman-. verehren mich. ich bin das den Vorfahren gebrachte Trankopfer und die Spezereien. als der Geist des Universums. 19. das Ziel der Erkenntnis. ich bin die heilige Formel und das Feuer.13. erkennen mich als das unvergängliche Prinzip aller Dinge. ich bin die Speise und die Opferbutter. der Rik-.und alle die anderen Veden. ich bin der Vater und die Mutter dieses Weltalls. reinigende Silbe OM. Ich verursache Licht und Hitze und Regen. der Ahnherr und der Bewahrer. nun halte ich zurück und nun entlasse ich. 18. Aber jene Hochbeseelten. ich bin der Ursprung und die Auflösung. 16. ich bin Tod und Unsterblichkeit. Andere bringen mir das Opfer der Erkenntnis auf andere Weise dar und verehren mich als unteilbar. ich bin die unsichtbare Ursa- 79 . der Tröster. welche an der gottgleichen Natur teilnehmen. verehren sie mich. der Herr. ohne von etwas anderem abgelenkt zu werden. der Zufluchtsort und der Freund. als gesondert. preisen mich immerdar und beugen sich vor mir. der Ruheplatz. der Zeuge.

halten dort Festmahle mit himmlischen Speisen und ergötzen sich an himmlischen Freuden. ein Glück. Die in den drei Veden Geschulten bringen mir Opfer dar und erflehen den Himmel von mir. 46 Die „Region Indras“ ist die höchste der himmlischen Sphären. so erreichen sie die Region Indras46. wo sie wiedergeboren werden. 20. des Fürsten der himmlischen Wesen. welche sich in dem Befolgen der Veden nach der Erfüllung ihrer Wünsche sehnen. sie ist das D e v a c h a n der theosophischen Literatur. Aber für diejenigen. analog dem Trinken des Kommunionweines im christlichen Glauben. 45 Bei den Hindûs ist das Trinken des Saftes der Somapflanze am Schlusse des Opfers eine verdienstvolle Handlung. welche mich gleichbedeutend mit allem halten und mich beständig verehren. so erlangen diejenigen. welche in Deva-Stâhna wohnen. 21. Und nachdem sie sich für eine ihren Verdiensten entsprechende Zeit dieses ausgedehnten Himmels erfreut haben. sobald ihr Vorrat an Verdienst erschöpft ist. nachdem sie durch das Trinken des Somasaftes45 die Weihe empfingen. 22. sinken sie zurück in diese sterbliche Welt.che und die sichtbare Wirkung. 80 . denn Indra ist der Fürst der himmlischen Wesen. das kommt und geht.

was du auch gibst. 25. und erfreue mich daran. gehen zu den Göttern. wenn auch in Unwissenheit. welche die Fesseln der Tätigkeit sind. aber solche Menschen verstehen mich in Wahrheit nicht und fallen deshalb wieder aus dem Himmel. Diejenigen. was immer du issest. die die üblen Geister verehren. eine Frucht oder Wasser darbringt. o Sohn Kuntîs. Ich nehme die Opfergaben der demütigen Seele an. die Anbeter der Pitris gehen zu den Pitris. befreit. Was immer du auch tust. verehren mich unwillkürlich ebenfalls. 27. welche Kasteiung du auch ausführst. und meine Verehrer gelangen zu mir. überweise eine jede mir. der der Herr aller Opfer ist. und bin auch der sie Genießende. Ich bin es. welche sich den Göttern hingeben. welche mir bei ihren Opfern mit reinem Herzen ein Blatt. 24. eine Blume. und indem dein Herz der Entsagung 81 . 26. Auf diese Weise wirst du von den guten und üblen Erfahrungen.23. o Sohn Kuntîs. gehen zu denselben. 28. trage ich die Bürde der Verantwortlichkeit für ihr Glück Und sogar auch jene. welche andere Götter anbeten und dies in festem Glauben tun. was immer du opferst.

dass. wirst du zu mir gelangen. aber das gleiche und noch schlimmeres wird in der Bibel gefunden. welche mir in Liebe dienen.Tim. wer mich anbetet. dass die Frau durch ihren Mann gerettet wird und dass sie ihm untertan sein muss. 48 Vaishyas und Shûdras sind die niederen Kasten. und der Durchführung von Handlungen zugetan ist. Ein solcher Mensch wird bald zu einer gerechten Seele und erlangt immerwährende Glückseligkeit. niemals untergeht. wenn sie Zu- 47 Dies mag für die im Christentum Geborenen seltsam und in Bezug auf die Ansichten der Hindû-Weisen über die Achtung der Frauen hart klingen. ist er als gerecht zu betrachten. ich kenne weder Hass noch Gunst. Kaufleute und Dienstboten. Selbst wenn der übelste Mensch mich mit einer alles andere ausschließenden Hingabe verehrt. 32. wohnen in mir und ich in ihnen. Ich schwöre. aber diejenigen. 2. welche aus sündevollem Mutterleib stamme. 31. 30. Ich bin der gleiche für alle Geschöpfe. 82 . 11-15 erklärt wird.29. Frauen47. o Sohn Kuntîs. Sogar diejenigen. denn er hat den rechten Entschluss gefasst. wo in I. Vaishyas und Shûdras48 werden den höchsten Pfad betreten.

der neunte Gesang mit dem Namen: HINGABE MITTELS DER KÖNIGLICHEN ERKENNTNIS UND DES KÖNIGLICHEN MYSTERIUMS 83 . beuge dich vor mir. im Zwiegespräch zwischen dem heiligen Krishna und Arjuna. diene mir. 33. mein Verehrer. richte dein Herz und dein Gemüt auf mich. in der Wissenschaft vom höchsten Geist. 34.flucht zu mir nehmen.“ So steht in den Upanishaden. verehre mich. Wie viel mehr dann heilige Brâhmanen und Ergebene königlichen Geblütes! Da du in diese vergängliche. freudlose Welt gelangt bist. auf diese Weise wirst du. in Ruhe mit mir verbunden. im Buch der Hingabe. sei mein Diener. die Heilige Bhagavad Gîtâ genannt. in mich eingehen.

84 .

Zufriedenheit. weil ich um deine Wohlfahrt besorgt bin. Wahrhaftigkeit. Eifrigkeit. Ruhm und Schande. 5.. Geduld. spirituelle Erkenntnis. ungeborenen und anfanglosen Herrscher des Universums erkennt. Furcht und Gleichmut. Geburt und Tod. frei von Täuschung. als den mächtigen. Zügelung des Körpers und des Gemüts. Wohlfahrt und Missgeschick. o du Starkarmiger.X. 2. Arglosigkeit. Scharfsinnige Wahrnehmung. soll von allen seinen Sünden befreit sein. Selbstbeherrschung. „Höre ferner. Wer mich unter den Menschen. der du daran Gefallen findest. welche ich dir. kundtun werde. Weder die Götterscharen noch die Adeptenkönige kennen meinen Ursprung. 85 . Vergnügen und Schmerz. alle diese verschiedenen Zustände der Geschöpfe kommen von mir. weil ich der Ursprung all der Götter und der Adepten bin. GESANG HINGABE MITTELS DER UNIVERSALEN GÖTTLICHEN VOLLKOMMENHEITEN Krishna: 1. meine erhabensten Worte. 3. Gefährdung und Zuversichtlichkeit. Almosengeben. rechte Einsicht. 4.

49 6. durch welche sie zu mir gelangen. sind sie voll Freude und Befriedigung.So wurden in längst vergangenen Tagen die sieben großen Weisen und die vier Manus. Wer diese meine Machtbeständigkeit und Wunderkraft erkennt. durch das glänzende Licht spiritueller Unterscheidungskraft die Finsternis. verleihe ich jene innerliche Andacht. 9. aus meinem Mitleid in ihren Herzen verharrend. 10. Diesen allzeit mir Ergebenen. indem sie sich gegenseitig erleuchten und beständig von mir sprechen. du bist der ewig Gegenwärtige. 7.“ Arjuna: 12.49 die höchste Stätte. wird zweifellos von unerschütterlichem Glauben eingenommen werden. Ich bin der Ursprung von allem. 86 . und in diesem Glauben verehren mich die mit spiritueller Weisheit begabten Weisen. aus meinem Gemüt geboren und ihnen entstammt diese Welt. alle Dinge gehen von mir aus. „Du bist Parabrahman. Jenseits Brahma. die mich mit Liebe verehren. 11. ihr ganzes Herz und ihr Gemüt sind in mir. die große Läuterung. welche der Unwissenheit entspringt. Für sie vernichte ich. 8. welche mir wesensgleich sind.

Gott der Götter und Herr des ganzen Weltalls! Du allein kannst deine göttlichen Kräfte völlig erklären. Asita. das göttliche Wesen. der du von Sterblichen angefleht wirst. dich zu erkennen. 18.“ 87 . denn ich kann des Trinkens der Leben gebenden Wasser deiner Worte nicht satt werden. schildere mir deshalb ausführlich deine Kräfte und Offenbarungsformen. Vyâsa. das lebt. o Wunderkräftiger? Auf welche besonderen Formen soll ich meine Meditationen über dich richten? O Janârdhana. Devala. Du allein kennst dich durch dein SELBST. alldurchdringend. Ich glaube fest. 14. denn weder Götter noch Dämonen begreifen deine Offenbarungen. 16. Schöpfer und Meister von allem dem. o Keshava. alles das. allerhöchster Geist. und du selbst sagst nun das gleiche.13. heilig. ohne Anfang! So bist du von all den Weisen verkündet – von Nârada. vermittels welcher du diese Welten durchdrungen hast und weiter durchdringst. 17. der Urgott. Wie werde ich bei beständigem Denken an dich fähig sein. uranfänglich. 15. was du mir sagst.

die Mitte und das Ende aller bestehenden Dinge. welche beim Eintritt der Zeit der Auflösung durch Feuer den Weltenbrand veranlassen. denn der Bereich meiner Natur ist unendlich. sogar bloßen Stoff zu verändern und ihn je nach dem Ton in Bewegung zu versetzen. 88 . 51 Adityas. 20. 22. Ich bin Marîchi unter den Maruts52. eine Segnung ausdrücken. Unter den Veden bin ich der Sâmaveda53 und unter 50 Im Original will das erste Wort. und unter den leuchtenden Körpern bin ich die Sonne. Unter den Adityas51 bin ich Vishnu. und unter den himmlischen Wohnungen bin ich der Mond. dass Gesang die Macht hat. die zwölf Sonnengötter. ich bin der Anfang.Krishna: 19. Manche Völker sin der Ansicht. die unsere Sprache nicht enthält. 52 Die Götter der Luft. 53 In westlicher Sprache ausgedrückt kann dies als der Veda des Gesanges im höchsten Sinne der Macht des Gesanges bezeichnet werden. welches soviel wie „wohlan“ heißt. Segen über dich!50 Ich will dich mit der hauptsächlichsten meiner göttlichen Offenbarungen bekannt machen. Ich bin das Ego. 21. „O Bester der Kurus. das seinen Sitz im Herzen aller Wesen hat.

57 Eine Reihe übler Geister. unter den Yakshas und Râkshasas. 26. Ich bin Shankara unter den Rudras56. unter den Sinnen und Organen bin ich das Manas55. und Vittesha. Unter all den Waldbäumen bin ich Ashwattha. 58 Zuerst geschaffene Wesen einer höheren Ordnung. der Herr des Reichtums. unter den Führern der himmlischen Armeen bin ich Skanda und unter den Fluten der Ozean. 56 Geister sinnlicher Natur. in den Worten bin ich das einsilbige OM. von den himmlischen Weisen 54 55 Im Original heißt es „Vâsava“. dass ich Brihaspati. ein Name Indras. der Pimpala-Baum.23. 89 . 24. 59 Von einigen für den Nordpol gehalten. Ich bin Bhrigu unter den Adepetenkönigen. von den unbeweglichen Dingen der Himâlaya. von den Verehrungsformen die stille Wiederholung heiliger Texte.60 der oberste der Lehrer bin. 60 Jupiter.57 Ich bin Pâvaka unter den Vasus58. und unter den Geschöpfen das Dasein. o Sohn Prîthas. Und wisse. Das Herz oder das Gemüt. und Meru59 unter den hoch aufstrebenden Bergen. der Lehrer der Götter. den Göttern Indra54. 25.

90 . Wisse. in esoterischer Bedeutung der ganze manvantarische Zyklus. sie sind eine Klasse von Elementalen. unter Kühen Kâmadhu. die Luft. das mit der Amrita aus dem Ozean emporstieg.64 Unter den Daityas bin ich Prahlâda. dass ich unter den Pferden Uchchishravas bin. Ich bin Ananta unter den Nâgas63 Varuna unter den Wassergeschöpfen. unter den Elefanten bin ich Airâvata und unter den Männern ihre Herrscher. von den Erzeugern der Gott der Liebe und von den Schlangen Vâsuki. Yama. die Kuh der Fülle. Himmlische Sängerscharen. unter Gandharvas61 bin ich Chitraratha. und von allen. von den vollkommenen Heiligen Kapila.27. 30. Unter den Reinigern bin ich Pavana. unter den Manen Aryaman. 62 Giftige Schlangen. 31. 65 Garuda. unter den Berechnungen die Zeit selbst. Von Waffen bin ich der Donnerkeil. 64 Der Richter des Todes. 61 Nârada. 28. der Vogel Vishnus. 29. der Löwe unter den wilden Tieren und Garuda65 unter dem befiederten Volk. denen Sprache und Weisheit zugesprochen wird. 63 Nichtgiftige Schlangen fabelhafter Art.62 ihr König. welche Gericht halten.

Intelligenz. 33. 91 . welche Waffen tragen. welche sein sollen. Eine Art Wortverbindung im Sanskrit. bin ich der Anfang.67 ich bin die unvergängliche Zeit und der Erhaltende. dessen Antlitz nach allen Seiten gewendet ist. die Mitte und das Ende. 35. unter den Monaten der Monat Mârgarshîrsha. Unter den Buchstaben bin ich der Vokal A. Unter den Hymnen des Sâmaveda bin ich Brihat Sâman und die Gâyatrî unter den Mantras. Geduld und Vergebung. in welchem der regelmäßige Regen aufhört und die Hitze nachlässt.32. Erinnerung. das entwickelt ist. Râma unter denen. Makara unter den Fischen und der Ganges unter den Strömen. o Arjuna. von allen Wissenschaften die Erkenntnis des Adhyâtma66 und von geäußerten Tönen die menschliche Sprache. Ich bin der alles packende Tod und die Geburt derer. unter weiblichen Dingen bin ich Ruhm. Unter allem.68 unter den Jahreszeiten der Frühling. Kusumâkara. die 66 67 Die höchste spirituelle Erkenntnis. 34. 68 Der Monat. Sprache. welche die Bedeutung der die Zusammensetzung der Worte ausmachenden Worte enthält. Glück. von zusammengesetzten Worten das Dwandwa.

hast du mit so vieler Erkenntnis. 41. Unter dem Geschlecht der Vrishnis bin ich Vâsudeva.69 von prophetischen Sehern der Barde Ushanas. der Same aller bestehenden Dinge. Meine göttlichen Offenbarungen. Aber was. bin ich der Würfel.36. welche ich erwähnt habe. 38. Ich bin der Sieg. sind ohne Ende. welche trügen. ob belebt oder unbelebt. glücklich oder machtvoll ist. unter dem nach Sieg Strebenden Staatsklugheit. sind nur beispielsweise erwähnt. der Verfasser des Mahâbhâratas. und es gibt nichts. unter den Weisen der geheimen Erkenntnis ihr Schweigen. erkenne es als aus einem Teil meiner Energie entsprochen. 37. o Arjuna. Von jenen Dingen. Unter den Zurechtrichtenden bin ich die Zuchtrute. von den Pândavas bin ich Arjuna. der Besieger des Wohlstandes. 42. zu tun? Ich errichtete dieses ganze 69 Vyâsa. Welches Geschöpf dauernd. was ohne mich wäre. Zeit der Blumen genannt. und der Glanz unter allen strahlenden Dingen. o Bedränger deiner Feinde. 39. Ich bin. die vielen. wie diese. o Arjuna. 92 . von vollkommenen Heiligen bin ich Vyâsa. die Ausdauer und die Güte der Guten. 40.

der zehnte Gesang mit dem Namen: HINGABE MITTELS DER UNIVERSALEN GÖTTLICHEN VOLLKOMMENHEITEN 93 . die Heilige Bhagavad Gîtâ genannt.Universum mit einem einzigen Teil meiner selbst und bleibe getrennt. im Buch der Hingabe. im Zwiegespräch zwischen dem heiligen Krishna und Arjuna.“ So steht in den Upanishaden. in der Wissenschaft vom höchsten Geist.

94 .

4. GESANG DAS SCHAUEN DER GÖTTLICHEN FORM MIT EINSCHLUSS ALLER FORMEN Arjuna: 1. deine göttliche Form. 2. o mächtiger Herr. o du. denkst. schaue nie vorhergese95 . beschrieben hast. Wenn du daher.“ Krishna: 5. o höchster Herr. Denn ich habe von dir. „Mein Irrtum ist beseitigt worden durch die Worte. den Ursprung und die Auflösung der bestehenden Dinge und auch deine unerschöpfliche Majestät ausführlich vernommen. Siehe. dein unerschöpfliches Selbst.Vasus.XI. die . o Herr. „Siehe. meine Gestaltungen zu Hunderten und Tausenden. welche du mir um des Friedens meiner Seele willen betreffs des Mysteriums des Adhyâtma – des Geistes – gesagt hast. o Meister der Hingabe. die Ashwins und die Maruts. o Sohn Prithâs. dessen Augen Lotusblättern gleichen. 6. in vielen Formen und Abarten. zeige mir. So ist es. die Rudras. die Âdityas. zu sehen. wie du dich selbst. 3. nun verlangt es mich. in verschiedenen göttlichen Arten. dass sie von mir geschaut werden kann.

10. mit himmlischen Blumengewinden und Kleidern geschmückt. zeigte er dem Sohn Prithâs seine höchste Gestalt. vielen erhabenen. o Sohn Bharatas! Hier in meinem Leibe erblicke nun. Da du aber mit deinen natürlichen Augen nicht fähig bist. alle Schwierigkeiten zu beseitigen. 8.7. Schaue meine höchste Kraft und Macht!“ Sanjaya: 9. so gesprochen hatte. mit vielem göttlichen Schmuck. und was auch immer du sonst zu sehen wünschest. dass er die Macht besitzt. 96 . dessen Antlitz nach allen Richtungen gewendet ist. Die Glorie und der wunderbare Glanz dieses mächtigen Wesens kann mit der Strahlung vergli70 Hari. mit vielen Munden und Augen und vielen wundervollen Erscheinungen. ein Beiname Krishnas. gesalbt mit himmlischen Ölen und Wohlgerüchen. 11. voll von allen Wundern. o Gudâkesha. will ich dir das göttliche Auge geben. O König. wundervolle Dinge. himmlischen Waffen. in eins angehäuft. das ganze belebte und unbelebte Weltall. den ewigen Gott. nachdem Hari70 der mächtige Herr der geheimnisvollen Kraft. hene. welcher besagt. 12. mich zu sehen.

o Gott der Götter. die sich von tausenden. der Besitzer des Wohlstandes. 14. Schlangen genannt. Munden und Augen. des Weltenalls Form.73 16. mit gesträubtem Haar sein Haupt vor der Gottheit und sagte zu ihm mit gefalteten Händen:72 Arjuna: 15. Aber ich kann weder deinen Anfang. beugte Dhananjaya71. 97 . die sehr häufig mit Schlangen bezeichnet wurden. 13. innerhalb deiner Gestalt alle Wesen und Dinge von jeder Art. auf seinem Lotusthron. deine Mitte noch dein Ende entdecken. 73 Dies sind die Uragas. Aber hier muß es Bezug haben auf die großen Meister der Weisheit. zusammen an den Himmeln aufgehenden Sonnen ergießt. Ich sehe dich nach allen Seiten hin von unendlichen Formen. wie die Hindûs ihre Verehrung bezeigen. Der Sohn Pândus schaute alsdann im Körper des Gottes der Götter das ganze Weltall in seiner ungeheuren Mannigfaltigkeit. Überwältigt von dem Wunder. den Herrn. Ich sehe dich gekrönt mit einem Diadem und mit 71 72 Arjuna Die Art. o alles umfassender Herr. alle die Rishis und die himmlischen Schlangen. 17. „Ich erblicke. Mägen.chen werden. Brahmâ. mit vielen Armen.

die ewige Person. 21. deine Augen als Sonne und Mond. Der Weltenraum.18. 74 Keule und Chakra74 bewaffnet. nach jeder Richtung in unermesslichem Lichte. unerschöpfliche Wesen. hier ist jedoch das wirbelnde Rad spirituellen Willens und Macht gemeint. 75 Purusha. von unendlicher Macht. der nie versagende Hüter des ewigen Gesetzes: Ich achte dich hoch. Himmel und Erde und jeder Punkt innerhalb der drei Regionen des Weltalls ist erfüllt von dir allein. wie brennendes Feuer oder Sonnenglut scheinend. als eine nach allen Seiten strahlende Lichtmasse. der höchste Geist dieses Univiersums. schwer anzuschauen. mit zahllosen Armen. Der gleiche Name wird von den Hindûs auch dem Menschen zuerteilt. unveränderlich. Du bist das höchste. indem sie diese deine wunderbare schreckensvolle Form erschaut. 19. o du mächtiger Geist.75 Ich sehe dich ohne Anfang. Die dreifache Welt ist voll von Furcht. 98 . das ganze Weltall mit deiner Majestät überwältigend. wie sie Unter den menschlichen Waffen wäre dies der Diskus. Ich sehe einige aus der Schar der Götter. Purusha. dein Mund ein flammendes Feuer. ohne Mitte und ohne Ende. 20. das Endziel allen Strebens.

die Scharen der Mahârshis und Siddhas. die Vasus und alle derartigen Wesen – die Sâdhyas. Blavatskys Geheimlehre erklärt. Âdityas. die anderen sind in H. mit weitgeöffneten Munden und strahlenden. der großen Weisen und Heiligen. Schenkeln und Füßen. Yakshas und Siddhas77 23. P. Und verherrlichen dich mit den höchsten Hymnen. Visghwas. 24. 99 . die Ashwins. mit vielen Munden und Augen. während andere mit zusammengelegten Händen dich lobsingend preisen. preisen dich mit dem Heilruf „Svasti“76 22. von denen einige in der theosophischen Literatur „Elementale“ genannt werden. Alle die Welten sind gleich mir erschrocken. dies ist auch seine Bedeutung. er76 Dieser Ruf gilt angeblich dem Heil der Welt. alle bleiben bei deinem Anblick staunend stehen. 77 Alle diese Namen weisen auf verschiedene Klassen himmlischer Wesen hin. wie du die Himmel berührst und mit solchem Glanze strahlst. großen Augen. Maruts und Ushmapas. deine wunderbare. mit vielen Mägen und hervorstehenden Zähnen.dir schutzflehend nahen. Wie ich dich sehe. o du mit mächtigen Armen. Die Rudras. gigantische Form zu schauen. die Scharen der Gandharvas. mit vielen Armen.

indem du sie mit deinen flammenden Lippen aufschluckst. o Vishnu. o Herr der Götter. Gleichwie die reißenden Ströme der Wasserfluten dem Meere zueilen. Drona. Beim Anblick deiner schrecklichen Zähne und deines dem sengenden Tod gleichenden Antlitzes schwinden mir Himmel und Erde dahin. und ich finde keinen Frieden. 29. so ergießen sich gleichsam diese Wesen zu ihrem eigenen Untergang mit anschwellender Hast in deine Munde. 26. zittert meine innerste Seele. Sei gnädig.25. Bîshma. Wie durch mächtigen Drang Scharen von Mücken den Tod im Feuer erleiden. 100 . auch Karna und unsere hauptsächlichen Kämpfer scheinen sich mit Ungestüm in deine mit grausig starrenden Zähnen besetzten Munde zu stürzen. o Vishnu. 30. 27. brennen deine grellen Strahlen. Du ziehst sie ein und verschlingst alle diese Geschöpfe von allen Seiten. 28. einige erscheinen mit zermalmtem Kopf zwischen deinen Zähnen hängend. und ich verliere die Festigkeit und Ruhe. und indem du das Weltenall mit deinem Glanz erfüllt. du Geist des Weltalls! Die Söhne des Dhritarâshtra samt all den Herrschern der Menschen. so stürzen diese Helden der Menschenrasse in deine flammenden Munde.

Jayadratha. 33. um diese Geschöpfe zu vernichten. hergekommen. Erschlage Drona. Kämpfe. Karna und alle die anderen Kriegshelden. außer dir soll nicht einer dieser hier in Reihen aufmarschierten Kämpfer am Leben bleiben. welcher den himmlischen Bogen. o du Zweiarmiger. Gândîva .78 Sei unbeirrt. Deshalb erhebe dich! Erwerbe Ruhm! Besiege die Feinde und erfreue dich des vollerschlossenen Reiches! Sie alle sind bereits von mir erschlagen worden. 34. Verehrung sei dir. den Uranfänglichen. Nachdem der Träger des strahlenden Diadems79 diese Worte aus dem Munde Keshavas80 gehört 78 Arjuna war ein berühmter Bogenschütze. ob bester der Götter! Sei gnädig! Ich suche dich zu erkennen. mit jeder Hand gleich geschickt gebrauchen konnte 79 Arjuna trug eine glänzende Tiara 80 Einer der neuen Namen Krishnas.“ Krishna: 32. 101 . „Ich bin die herangereifte Zeit. sei du mein unmittelbarer Vermittler. die in Wirklichkeit von mir erschlagen werden.31. du wirst alle deine Feinde besiegen!“ Sanjaya: 35. denn ich verstehe dein Tun nicht. Bhîshma.

die allerhöchste Stätte. dich. 81 82 Dto. stammelnd. du bist der Erkennende und das Erkannte.hatte. durch dich. wird dieses Universum zur Emanation veranlasst. o mächtiges Wesen. wohin das Weltall bei seiner schließlichen Auflösung zurückgenommen wird. vor Furcht zitternd. das Allerhöchste. Nämlich. o du mit unendlichen Formen. dir zu dienen.81 ist mit Recht von deiner Glorie entzückt und mit Eifer erfüllt. der du größer als Brahmâ und der erste Schöpfer bist? O ewiger Gott der Götter! O Wohnort des ganzen Weltenalls! Du bst das eine unteilbare Sein und Nichtsein. 38. „Das Weltenall. ehrte er Krishna mit zusammengelegten Händen und sprach zu ihm. der urälteste Geist: du bist der höchstletzte Aufnahmeort82 dieses Universums. 102 . Du bist der erste der Götter. die üblen Geister sind erschreckt und laufen nach allen Richtungen von dannen. vornüber geneigt: Arjuna: 36. Und warum sollten sie dich nicht anbeten. o Hrishîkesha. während alle die Scharen der Heiligen sich anbetend vor dir neigen: 37.

ob sie belebt oder unbelebt sind. Heil dir! Heil dir von der Vorderseite! Heil dir von der Rückseite! Heil dir von allen Seiten. Es gibt nichts. mir dies alles zu verzeihen. Yama. Prajâpati. du bist mehr zu ehren als selbst der Guru. o Sohn Yadus. und der Ahne bist du. habe ich dich manchmal. Heil! Heil dir! Heil dir. o du. 41. 43. der Erzeuger. Gott des Windes. und wert. im Sitzen und bei Mahlzeiten. In Unwissenheit über deine Majestät hielt ich dich für einen Freund und nannte dich „o Krishna. verblendet durch meine Zuneigung und Anmaßung 42. du bist der Mond. Gott der Gewässer. das dir gleich käme. du umschließest alle Dinge. Gott des Feuers. allein oder in der Öffentlichkeit. der du alles bist! Unendlich ist deine Kraft und Macht. bei körperlichen Übungen. tausendmal wiederholt! Wieder und wieder heil dir! 40. beim Ausruhen. Gott des Todes.39. o Freund“. unehrerbietig behandelt und ich bitte dich. Deshalb beuge ich mir vor dir und bitte dich mit 103 . o du. o unbegreifliches Wesen. deshalb bist du Alles. angebetet zu werden. Du bist der Vater aller Dinge. Varuna. Agni. dessen Macht nicht seinesgleichen hat? 44. und wer könnte in den drei Welten über dir stehen. Du bist Vâju.

o du mit tausend Armen und der Allgestalt. die allumfassende. sondern auch. o Arjuna. wie er in die Verkörperung eintrat. wie der Vater seinem Sohn verzeiht und der Liebende der Geliebten. o Herr. habe ich dir mittels meiner göttlichen Macht meine höchste Form gezeigt. und doch ist mein Herz überwältigt von Ehrfurcht. die kein anderer als du jemals geschaut hat. deine vierarmige Form an83!“ Krishna: 47. 48. der du der Wohnort des Weltenalls bist! 46. wie sie ihm in seiner Jugend gezeigt wurden. o du. dich wie vorher mit dem Diadem auf deinem Haupt und deine Hände mit Keule und Diskus bewaffnet zu sehen. glänzende. Ich bin voll Freude. Krishna in seiner vierarmigen Form zu sehen. Ich verlange darnach. zeige mir jene andere Form. er konnte daher die vierarmige Gestalt furchtlos anschauen. Weder durch das Studium der Veden noch durch 83 Arjuna war es gewöhnt. was niemals vorher gesehen ward. Vergib.niedergeworfenem Körper um Barmherzigkeit. unendliche und uranfängliche. nicht nur in den Bildern. das gesehen zu haben. 45. o Gott. „Aus Güte zu dir. Habe Barmherzigkeit nun. 104 . wie der Freund dem Freunde vergibt. Nimm.

„Nun. die schwierig wahrzunehmen ist und die zu schauen selbst die 84 Ein Name Krishnas. o Bester der Kurus. Nachdem du meine so schreckliche Form gesehen hast.Almosengeben noch durch die strengen Bußübungen des Fleisches kann ich von einem anderen außer dir in dieser Form geschaut werden. zu dem von den Sterblichen gebetet wird.“ Sanjaya: 50. 105 . sondern blicke wieder mit gestillter Furcht und mit frohem Herzen auf diese meine andere Gestalt. da ich deine freundliche.“ Krishna: 52. menschliche Gestalt wieder sehe. Arjuna: 51. „Du hast diese meine Form geschaut. und so verjagte der Große mit einem Male die Furchtregungen des erschrockenen Arjuna. nahm wieder seine natürliche Form an. ist mein Gemüt nicht mehr bestürzt und ich gehöre mir wieder selbst an. Vâsudeva84. sei nicht bestürzt und lasse deine Fähigkeiten nicht in Verwirrung geraten. nachdem er so gesprochen hatte. 49. o Janârddana.

“ So steht in den Upanishaden. der in mir das höchste Ziel schätzt. die mich allein als Ziel hat. 53. Derjenige. noch durch Bußübungen. Ich kann nahegebracht. wie ich mich dir gezeigt habe. 54. der frei ist von Feindseligkeit gegen irgend ein Geschöpf. der einzig und allein mir dient. im Buch der Hingabe. ohne an den Ergebnissen der Handlungen zu hängen. dessen Taten mir allein gelten. die Heilige Bhagavad Gîtâ genannt. der gelangt zu mir. noch durch Almosengeben. o Sohn Pândus.Götter besorgt sind. in der Wissenschaft vom höchsten Geist. 55. gesehen und in Wahrheit nur mittels jener Hingabe erschaut werden. kann ich weder durch das Studium der Veden. Aber so. noch durch Opfern erschaut werden. der elfte Gesang mit dem Namen: DAS SCHAUEN DER GÖTTLICHEN FORM MIT EINSCHLUSS ALLER FORMEN 106 . im Zwiegespräch zwischen dem heiligen Krishna und Arjuna.

welche dir dienen. GESANG HINGABE MITTELS DES GLAUBENS Arjuna: 1. die dich immer so verehren. mit gezügelten Sinnen und Organen. Unzerstörbare. Aber jene. das Nichterklärbare meditieren. über das Unerschöpfliche.85 schlagen den richtigeren Weg ein. „Diejenigen. Allgegenwärtige. ist das Mühen größer. schwer Betrachtbare. welche das Unteilbare und Nichtgeoffenbarte anbeten. Unsichtbare. welche mit Gleichmut gegen jedes Ding. jene. Undenkbare. welche mich mit stetem Eifer. Gesangs beschrieben ist. Unbewegliche. oder jene. Höchste. 4. „Welche unter den Ergebenen. den Zeugen. 3. 5. mit dem höchsten Glauben und auf mich gerichtetem Gemüt verehren. so wie du jetzt bist?“ Krishna: 2. Aber für diejenigen. deren Herz auf das Nichtgeoffenbarte gerichtet ist.XII. weil 85 Nämlich. wie es Ende des XI. sich freuend am Wohlergehen aller Geschöpfe. werden von mir hoch geschätzt. 107 . werden auch zu mir kommen.

mich durch beständiges Üben in Meditation zu finden.der nichtgeoffenbarte Pfad von körperlichen Wesen86 nur schwierig zu erlangen ist. und du wirst nachher. bei mir wohnen. in86 Die hier erwähnte Schwierigkeit ist die von der Persönlichkeit verursachte. 9. mich als das höchste Ziel betrachten und über mich allein meditieren. Wenn es dir nach anhaltendem Verharren darin noch immer nicht gelingen sollte. indem sie in mir allen Handlungen entsagen. so folge mir nach durch für mich ausgeführte Taten. für diejenigen. sind besondere Werke aller Art. die um des höchsten 108 . o Sohn Prithâs.87 denn. o Dhananjaya. 10. 8. die mich verehren. werde ich. 7. auf die hier hingewiesen ist. das Höchste als verschieden und getrennt von uns anzusehen. die uns veranlasst. 6. so strebe danach. durchdringe mich mit deinem Verständnis. 87 Die Werke. Richte daher dein Herz auf mich. der Erlöser aus diesem Ozean der Verkörperungen und des Todes. darüber ist kein Zweifel. wenn ihre Gedanken auf mich gerichtet sind. dein Herz und dein Gemüt sofort andauernd auf mich zu festigen. Aber wenn du unfähig sein solltest. Aber für diejenigen.

Entsagung der Frucht der Handlung über der Meditation. allen Geschöpfen gutgesinnt. 109 . 12. anheim und überlasse mir die Frucht jeder Tätigkeit. 14. selbstbeherrscht. seien es Fehlschläge oder Erfolge. immerwährend andächtig. wirst du Vollkommenheit erlangen. 13. die ihre Wirkung auf den Ausübenden in zukünftigen Leben haben werden. Wenn du aber selbst hierzu nicht fähig bist.11. völlig frei von Stolz und Selbstsucht ist. der ist mir teuer. fest in Entschlüssen. welcher frei ist von Feindseligkeit. so stelle mir. 15. zufrieden. derselbe in Schmerz und Annehmlichkeit. Meditation steht über der Erkenntnis. und dessen Gemüt und Herz auf mich allein gefestigt sind. indem du selbstgezügelt bleibst. aus solcher Entsagung geht unmittelbar die schließliche Befreiung hervor. Mein Ergebener. Denn Erkenntnis ist besser als beständige Übung. alle deine Werke. vor dem die Menschen nicht erschrecken und der keine Menschen- Wesens willen durchgeführt werden. dem du Werke für mich durchführst. Auch der wird von mir geliebt. geduldig in Unbill. welcher barmherzig.

furchtlos ist. was sich auch je ereignet. welcher gleichgesinnt zu Freund oder Feind. gerecht. in Kälte und Hitze. was kommt. furcht hat.16. von Verzweiflung und der Angst vor Nachteilen. diese sind mir die teuersten. unparteiisch.“ 88 Im Original steht „nicht herumsuchend“. der wenig redet. Mein Ergebener. derselbe bleibt in Ehre und Unehre. dem Lob und Tadel eins sind. Auch der ist mein mir teurer Diener. 110 . voller Glauben und zielbewusst in mir über alles in Hingabe vereint suchen. Der ist ferner meiner Liebe würdig. welcher ohne Erwartung88 rein. der sich an keinen festgelegten Wohnsitz bindet und dessen Herz voll Hingabe standhaft bleibt. Aber diejenigen. der frei ist von Freude. der weder wehklagt noch begehrt und als mein Diener dem Interesse sowohl an guten als auch an üblen Folgen entsagt hat. welche diese heilige Götterspeise – die Religion der Unsterblichkeit –. 19. 20. zufrieden mit dem ist. welcher dem Interesse an den Folgen der Taten entsagt hat. wie ich sie eben erklärt habe. 17. 18. in Schmerz und Vergnügen und unbekümmert ist um das. der sich weder freut noch Fehler findet. ist mir teuer.

So steht in den Upanishaden. die Heilige Bhagavad Gîtâ genannt. im Zwiegespräch zwischen dem heiligen Krishna und Arjuna. im Buch der Hingabe. in der Wissenschaft vom höchsten Geist. der zwölfte Gesang mit dem Namen: HINGABE MITTELS DES GLAUBENS 111 .

112 .

wessen Ebenbild er ist. das wird von mir einzig und allein als Weisheit erachtet. „Dieser vergängliche Körper. und was in seiner Macht ist. o Sohn Kuntîs. welche sie kennt. 3. dem nichtgeoffenbarten. Buddhi – Intellekt oder Urteilsvermögen. 2. das lerne alles in Kürze von mir. wird Kshetra genannt. auch wer es ist. 113 . der in ihm wohnt und ihn erkennt. diejenigen. Wisse auch. nennen die Seele. den Kshetrajna. Dieser Körper nun ist gebildet aus den großen Elementen: Ahânkara – Egoismus. Was nun Kshetra oder der Körper ist. 4. dass ich in jedem sterblichen Körper der Erkennende bin. von den Rishis besungen.XIII. diese Erkenntnis durch die Seele als ein Begreifer des Erkannten sowohl als auch des Erkennenden. welche mit der wahren Natur der Dinge bekannt sind. GESANG HINGABE MITTELS DER UNTERSCHEIDUNG DES KSHETRA VOM KSHETRAJNA Krishna: 1. Es ist vielfach einsichtsvoll und beweisführend in den verschiedenen Hymnen der Veden. was er hervorbringt und was sein Ursprung ist. o Sohn Bharatas. die von Brahmâ handeln.“ 5.

der Macht der Kohäsion.unsichtbaren Geist. Reinheit. sie ist eine nie endende Liebe für mich allein bei völlig vertilgtem Selbst. Weib und Haushalt und eine beständige. der Abneigung. Leidenschaftslosigkeit für sinnliche Dinge. unerschütterliche Herzensruhe beim Eintreten eines jeden Ereignisses. Freisein von Stolz und eine Meditation über Geburt. Verfall. des höchsten Geistes und eine Medi- 114 . Aufrichtigkeit. sei es günstig oder ungünstig. Damit habe ich dich bekannt gemacht mit dem. Wahre Weisheit einer spirituellen Art ist Freisein von Selbstüberhebung. was Kshetra oder der Körper mit seinen Bestandteilen ist. Krankheit und Irrtum. den zehn Tätigkeitszentren. sie ist ein entschlossenes Verweilen beim Studium Adhyâtmas. der Lust und dem Schmerz. dem Gemüt und den fünf Sinnesorganen: 6. 7. Ehrerbietung gegen spirituelle Unterweiser. Selbstzügelung. der Beharrlichkeit des Lebens und der Festigkeit. sie ist Geduld. 11. sie ist ein Befreien vom persönlichen Hängen an Kindern. Tod. eine an einem einsamen Ort gezollte Verehrung und ein Beseitigtsein von Gefallenfinden in Menschenansammlungen. Standhaftigkeit. der Begierde. 8. 9. Heuchelei und Böswilligkeit. 10.

ist es der Zeuge von ihnen allen. eben der höchste Brahmâ. 115 . An sich ohne Organe. 16. durch deren Erkennen sich ein Mensch der Unsterblichkeit erfreut. es wohnt der Welt inne und nimmt das weite Ganze ein. Dies wird Weisheit oder spirituelle Erkenntnis genannt. ihr Gegenstück ist Unwissenheit.12. Es ist innerhalb und außerhalb aller Geschöpfe. Es hat Hände und Füße auf allen Seiten. ist es doch weit weg. 14. Obwohl ungeteilt. tation über das Ende des Erlangens einer Erkenntnis der Wahrheit. Häupter. es ist das. Munde und Ohren in jeder Richtung. 13. was keinen Anfang hat. so ist es doch auch als deren Zerstörer und Schöpfer bekannt. erscheint es unter den Geschöpfen verteilt. was das Ziel der Weisheit ist. wird es zurückgespiegelt von all den Sinnen und Fähigkeiten. es ist wegen seiner Feinheit unfassbar. 15. ohne Eigenschaften zu haben. ob sie belebt oder unbelebt sind. und obgleich nahe. und während es die bestehenden Dinge erhält. erhält es alles. ohne an etwas zu hängen. dass es weder Sein noch Nichtsein ist. Augen. und von dem nicht gesagt werden kann. Ich will dir nun sagen.

ohne Anfang sind. da es die Grundlage ist. dass es jenseits aller Dunkelheit besteht. ob von Menschen. Er ist die Weisheit an sich. hin- 89 Prakriti. von Mächten oder sonst woher. und Purusha. dass sie das ist. der Geist. Erkenne. eines jeden. erlangt meinen Zustand. es thront im Herzen. was auf das Hervorbringen von Ursache und Wirkung bei den Handlungen hinwirkt89. Schmerz oder Annehmlichkeit90 zu erfahren. Individueller Geist oder Purusha wird als die Ursache. das Ziel der Weisheit und das. Von der Natur. 90 Purusha ist der Aspekt des individuellen Geistes in jedes Menschen Brust. dass Praktriti. wird gesagt. 18. der mich so in Wahrheit begreift. Natur. und von ihm wird gesagt.17. So ist in Kürze erklärt worden. 19. was durch Weisheit erlangt wird. Es ist das Licht aller Leuchtkräfte. was der vergängliche Körper. der uns Schmerz und 116 . auf der Tätigkeit stattfinden kann. von Göttern. Und erkenne. er ist es. Prakriti. 20. was Weisheit und was das Ziel der Weisheit ist. und hierin sind alle Handlungen inbegriffen. Materie oder Natur. ist die Ursache aller Tätigkeit im ganzen Weltall. dass die Leidenschaften und die drei Eigenschaften aus der Natur entspringen. Mein Ergebener.

gleich als ob sie ein Faden wäre.gestellt. seine Verknüpfung mit diesen Eigenschaften ist die Ursache seiner Wiedergeburt in guten und üblen Mutterleibern91. daher wurde sie die „Fadenseele“ genannt. Manche Menschen erschauen den Geist in sich durch Meditation. Der Geist im Körper wird genannt Maheshwara. andere mittels religiöser Werke. 91 Hier ist Purusha die ununterbrochene Individualität. die höchste Seele. 117 . 23. die aus Prakriti hervorgehen. der Erhaltende. Wer so den Geist und die Natur zusammen mit den Eigenschaften kennt. Lust erfahren lässt durch die Berührung mit der im Körper gefundenen Natur. Denn wenn Geist mit Stoff oder Prakriti bekleidet ist. wie immer er auch leben möge. erfährt er die Eigenschaften. wird. andere kommen zu diesem Ziel durch Verwirklichung ihres philosophischen Studiums. 21. der Mahnende. auf dieser Erde nicht mehr wiedergeboren werden. der Erfreuende und auch Paramâtman. der Große Herr. die alle Wiederverkörperungen verknüpft. der Zuschauende. 22. indem sie tief über das Selbst nachdenken. 24.

27. Und wenn er es völlig begreift. sondern geht ein in das höchste Ziel. erzeugt wird. überschreiten den Abgrund des Todes92. Andere wiederum. was auch 92 Dieser letzte Satz will sagen. dass alle seine Handlungen nur durch die Natur getan werden und dass das Selbst in ihm nicht der Handelnde ist. 118 . zerstört er seine eigene Seele nicht durch das niedere Selbst. 29. dass sie dabei eine solche Grundlage legen. 30. wenn sie beharrlich der Überlieferung treu bleiben und aufmerksam die heiligen Schriften hören. Wer das höchste Wesen gleich unvergänglich in allen vergänglichen Dingen sieht. 28. welche das Selbst in dieser Art nicht kennen. dies durch die Vereinigung von Kshetra und Kshetrajna – Körper und Seele – geschieht. dass sie in den folgenden Leben die anderen Zustände und dann die Unsterblichkeit erreichen. halten zu ihm und achten es. ob Haupt der Bharatas.25. dass wenn immer ein Lebewesen. dass. aber von anderen darüber gehört haben. Wer da sieht. ist wirklich sehend. ist wirklich sehend. selbst diese. 26. Erkenne. ob es organisch oder anorganisch ist. Indem er den Herrn als den gleichen in jedem Ding und allüberall wahrnimmt.

so ist auch der Geist. 34. dass. 32. ist er unveränderlich. Jene. Wie eine einzige Sonne die ganze Welt erhellt. Dieser höchste Geist. handelt weder. da er ohne Anfang und frei von Eigenschaften ist. so erleuchtet der eine Geist jeden Körper. welche nicht erleuchtet sind – sie werden durch 119 . in dem Einen eingeschlossen ist. o Sohn Bharatas. die Dinge als verschieden vom Geiste zu sehen. wenn er sagt. immer in der Natur vorhanden. Wie der alles durchdringende Akâsha auf Grund seiner Feinheit allüberall unbeeinflusst hingeht. obwohl er in jeder Körperart gegenwärtig ist. selbst wenn er sich im Körper befindet. nicht an Handlungen gebunden und wird von ihnen nicht berührt. welche sohin mit dem Auge der Weisheit den Unterschied zwischen Körper und Geist und die Zerstörung der Täuschung durch die Dinge93 93 Dies weist hin auf das Vorhergesagte über die große Täuschung der Natur. 33. o Sohn Kuntîs.31. obgleich das vollkommen erleuchtete Wesen die Illusion zerstört hat. indem sie uns veranlasst. noch ist er durch Taten beeinflusst. uns es stimmt mit Patanjali überein. dann erreicht er den höchsten Geist. es doch noch zu jenen hält.

die Heilige Bhagavad Gîtâ genannt. gehen ein in das Höchste. im Buch der Hingabe.“ So steht in den Upanishaden.bemerken. bis auch ihre Zeit der Befreiung kommt. der dreizehnte Gesang mit dem Namen: HINGABE MITTELS DER UNTERSCHEIDUNG DES KSHETRA VOM KSHETRAJNA wiederholte Geburten zu gehen haben. 120 . im Zwiegespräch zwischen dem heiligen Krishna und Arjuna. in der Wissenschaft vom höchsten Geist.

und ich bin der Vater. 2. über alles andere erhabene Wissen über die Auflösung des Körpers darlegen. 4. durch dessen Erkenntnis alle Weisen zur Höchsten Vollkommenheit gelangten. GESANG HINGABE MITTELS DER SCHEIDUNG VON DEN DREI BESCHAFFENHEITEN Krishna: 1. „Ich will dir nun das feine. Der große Brahmâ ist mein Mutterleib. werden sie nicht einmal in der neuen Entwicklungsperiode wiedergeboren und werden nicht beunruhigt zur Zeit des allgemeinen Umsturzes. spirituelle. vollzieht sich die Erzeugung aller bestehenden Dinge94. Rajas 94 In diesem Vers ist Brahmâ als Prakriti oder Natur anzusehen. hieraus.XIV. Sattva. 121 . Die drei großen Beschaffenheiten. welcher für die Saat sorgt. Sie nehmen Zuflucht zu dieser Weisheit. 3. die aus irgend einem Mutterleib erzeugt sind. und nachdem sie meinen Zustand erreicht haben. o Sohn Bharatas. Dieser große Brahmâ ist der Mutterschoß für alle jene verschiedenen Formen. 5. in welchen ich die Saat lege.

Von diesen Beschaffenheiten verpflichtet Sattva wegen seiner Klarheit und Friedensfülle die Seele mit der Wiedergeburt durch Hinneigung zur Erkenntnis und dem. ist der Betörer aller Geschöpfe.und Tamas – Licht oder Wahrheit. Tamas ist hauptsächlich in Tätigkeit. o Sohn Kuntîs. dann herrscht die von Sattva vor. Wenn. o Sohn Bharatas. sind aus der Natur geboren und binden die unvergängliche Seele an den Körper. was angenehm ist. und die Tamas-Beschaffenheit bindet die Seele. es hält das Ego gefangen durch die aus Tätigkeit hervorgehenden Folgen.und RajasBeschaffenheiten überwunden sind. indem sie die Urteilskraft mit Gleichgültigkeit umzieht. Sattva bindet die Seele durch Glücksgeschick und Annehmlichkeiten. Schlaf und Eitelkeit. Rajas tut dies durch Tätigkeit. wenn Sattva und Rajas verborgen sind. er schließt das Ego in einen Körper ein durch Achtlosigkeit. 7. indem es Durst und Hang erzeugt. Tamas. Erkenne. dass Rajas von der Natur des Begehrens ist. 9. 6. 10. Torheit. und 122 . Leidenschaft oder Begehren und Gleichgültigkeit oder Finsternis –. o du Starkarmiger. die Tamas. 8. der Spross der Gleichgültigkeit in der Natur. o Sohn Bharatas.

wenn Sattva und Tamas nachlassen. dass in ihm die Sattva-Beschaffenheit die Oberhand hat.11. das Vorhandensein von Eitelkeit. dann kann man erkennen. Wenn Weisheit. dann nimmt Rajas überhand. Unternehmungslust. welche mit dem höchsten Ort bekannt sind. während die Beschaffenheit von Rajas überwiegt. o Sohn Kuntîs. Die Frucht gerechter Taten wird rein und heilig 123 . 15. 12. das glänzende Licht. wenn die Beschaffenheit von Rajas die Oberhand hat. während die Tamas-Beschaffenheit vorherrscht. welche in Irrtum befangen sind. Wenn der Körper dahingeschwunden ist. und bei einem. Rührigkeit im Tätigsein. wird die Seele in einem zu Tatendurst hinneigenden Körper wiedergeboren. Ruhelosigkeit und unmäßiges Begehren werden erzeugt. wird die Seele im Mutterschoß jener zur Welt kommen. während die Sattva-Beschaffenheit vorherrscht. Wenn der Körper vergeht. 13. während die Zeugen der Vorherrschaft von Tamas Mangel an Erleuchtung. Achtlosigkeit und Täuschung sind. 16. Liebe zum Erwerb. 14. geht das innere Selbst in die fleckenlosen Sphären jener ein. an jedem Tor des Körpers klar ersichtlich werden soll. welcher stirbt.

Unwissenheit und Gleichgültigkeit. erreicht er meinen Zustand. verbleiben in der mittleren Sphäre der Menschenwelt. aus Tamas Unwissenheit. Aus Sattva geht Weisheit hervor. überwunden hat. Täuschung und Torheit. aus Rajas Begierde. gehen höhenwärts. indem sie Sattva zugehört. 19. Tamas. genannt. Alter und Schmerz und trinkt aus den Wassern der Unsterblichkeit. Jene. des Tätigseins und der Gleichgültigkeit. welche überladen sind von der düsteren Eigenschaft. Tamas erzeugt nur Sinnlosigkeit.17. 18. was über diesen Eigenschaften steht. die mit dem Körper zusammen bestehen. aus Rajas wird die Frucht des Schmerzes gewonnen. die von Rajas erfüllt sind.“ 124 . Und wenn das verkörperte Selbst diese drei Beschaffenheiten des Gutseins. dann ist er befreit von Geburt und Tod. 20. dass diese Beschaffenheiten die einzigen Vermittler des Tätigseins sind und wenn er das erfasst. jene. während jene. Aber wenn der weise Mensch dessen inne wird. in welchen die Sattva-Beschaffenheit festen Halt hat. abwärts sinken.

welchem ein Erdbrocken. wer beständig bleibt. überzeugt.Arjuna: 21. wer. wer gleichmütig ist in Schmerz und Annehmlichkeit. selbst konzentriert. ein Stein oder Gold gleichwertig sind. durch welche. unbekümmert um die drei Beschaffenheiten verbleibt und nicht beunruhigt wird von ihnen. 24. o Meister. 23. wie ein Unbeteiligter. welcher die drei Eigenschaften überwunden hat? Wie ist der Verlauf seines Lebens. wer. wer gleichmütig ist gegen jene. wenn sie obwalten. diese drei Eigenschaften – Erleuchtung. ob er gelobt oder getadelt wird. die lieben oder Abneigung hegen. wenn sie vergehen. und durch welche Mittel überwältigt er die Beschaffenheiten?“ Krishna: 22. „Wer. der Mensch erkannt werden kann. sich von ihnen nicht rühren lässt. dass die Beschaffenheiten bestehen. „Was sind die charakteristischen Merkmale. gleichmütig gegen Ehre oder Verachtung und derselbe gegen die freundli125 . o Sohn Pândus. noch nach ihnen verlangt. Tätigkeit und Täuschung – weder hasst. 25.

aufzugehen. ist. in der Wissenschaft vom höchsten Geist. in Brahmâ. dem Höchsten. der endlosen Wonne. Ich bin die Verkörperung des Höchsten Herrschers. ein solcher hat die Beschaffenheiten überwunden. soweit. 27. des Unzerstörbaren. Und dieser. der sich nur mit den notwendigen Handlungen einlässt. 26. der mich mit ungeteilter Hingabe verehrt. die Heilige Bhagavad Gîtâ genannt.che oder feindliche Seite. indem er die Eigenschaften völlig bewältigt hat. mein mir Dienender. im Zwiegespräch zwischen dem heiligen Krishna und Arjuna.“ So steht in den Upanishaden. der vierzehnte Gesang mit dem Namen: HINGABE MITTELS DER SCHEIDUNG VON DEN DREI BESCHAFFENHEITEN 126 . im Buch der Hingabe. des Unwechselbaren und des ewigen Geistes.

obgleich scheinbar zerstört und dann wieder erneuert. den drei Beschaffenheiten96 mit den Sinnesgegenständen als kleineren Schösslingen entwachsend. Die Menschen verstehen seine Form nicht in dieser Weise. breiten sich aus. seine gegenwärtige Beschaffenheit kann nicht erfasst97 werden.. Wenn einer diesen Ashwattha95 Dies ist ein Symbol für das Universum. wächst mit seinen Wurzeln von oben und mit den Ästen nach unten. heilige Baum95. Seine Äste. denn es ist soviel wie der Strom der Evolution. 127 . er hat keinen Anfang. der Ashwattha. einige nach oben.XV. 2. der ewige. 96 Siehe vorhergehenden Gesang. niemals endet. GESANG HINGABE MITTELS ERKENNTNIS DES HÖCHSTEN GEISTES Krishna: 1. auch hat er kein Ende. Wer dies weiß. welche sich nach unten in die Region der Menschheit verzweigen. einige nach unten. 97 Dies will sagen. dass es das gebundene Ego niemals erfassen kann. seine Blätter bilden die Veden. sind die zusammengehaltenen Bande der Tätigkeit. 3. „Die Menschen sagen. und jene Wurzeln. das. kennt die Veden.

aus ihm gibt es keine Wiederkehr. Weder Sonne noch Mond noch Feuer erleuchtet diesen Ort. Baum mit seinen tief eingebetteten Wurzeln mittels der starken Axt der Leidenschaftslosigkeit niedergehauen hat. damit sie einen Körper bekommen und ihn wieder verlassen können. Es ist eben ein Teil meiner selbst. 6.4. denn es98 ist der uranfängliche Geist. bleiben frei von Täuschung und schreiten zu jener Stätte. Diejenigen. 5. welcher in dieser Welt des bedingten Bestehens Leben annahm und die fünf Sinne und das Gemüt zusammenbrachte. welche die Schwäche des Hängens am Handel überkommen haben. 128 . 98 Der Ort des Höchsten. die für immer besteht. welche Zuflucht suchen. aus welchem der nie endende Strom des bedingten Seins fließt. als Lust und Schmerz bekannt. welche beständig mit Hingabe an der Meditation über den Höchsten Geist beschäftigt wind. dann soll er nach jener Stätte trachten. er ist mein höchster Wohnsitz. sind. welche frei vom Stolz des Selbstes sind und deren Unterscheidungskraft vervollkommnet ist. von welcher diejenigen. niemals zur Wiedergeburt zurückkehren. welche dem Begehren entsagt haben und frei vom Einfluss des Paares der Gegensätze. 7.

dass die Pracht der Sonne. 13. 12. welche die ganze Welt erleuchtet. auch wenn sie danach streben. zieht er aus den Sinnesgegenständen Erfahrung. nehmen ihn wahr. welche das Auge der Weisheit besitzen. 11. den Geschmack. Aber diejenigen. und das Licht im Mond und im Feuer mein eigener Glanz ist. Die Betörten sehen den Geist weder wenn er auszieht oder im Körper verweilet noch wenn er von den Eigenschaften getrieben. welche den Geschmack bildet. sehen ihn in ihrem eigenen Herzen wohnen. das Ohr. die der Unterscheidung ermangeln. 129 . das Gefühl. Erkenne. während jene. Eingetreten in die Erde. Zum inneren Feuer alles Lebenden geworden. die Kraft des Riechens und ferner das Gemüt lenkend. die sich nicht überwunden haben. und Ergebene. welchen Körper er auch immer betritt oder verlässt. 14. ich bin jene Eigenschaft des Saftes. die alle Kräuter und Pflanzen auf dem Felde nährt. der den Duft der Blumen mit sich führt. Erfahrung in der Welt macht. von dem höchsten Herrn hin und her gebracht. Und so sind sie wie ein Windhauch. ihn nicht sehen. 9. 10. Das Auge. erhalte ich alle Dinge durch meine Macht.8. welche mit Eifer danach streben.

Ich bin aus all den Veden zu erkennen. Aber es gibt einen anderen. So habe ich dir. 19.und abwärtsgehenden Atem und bewirke die Verdauung der viererlei Arten von Nahrung. ich bin es. Ich wohne im Herzen aller Menschen und von mir kommen Gedächtnis. das Unteilbare wird Kûtastha genannt oder er. welcher auf unbeeinflussbarer Höhe steht. die teilbaren sind alle Dinge und die Geschöpfe. o Sohn 130 . Wer nicht in Täuschung befangen ist. als der Höchste Geist bezeichnete Geist – Paramâtman –. die einen teilbar. 18. erkennt mich somit als den Höchsten Geist. erkennt alle Dinge und verehrt mich in jeder Form und in jedem Zustand. 16. Es gibt zwei Arten von Wesen in der Welt. verbinde ich mich mit dem aufwärts. welcher als Verfasser des Vedânta auch allein der Ausleger der Veden ist. Erkenntnis und auch der Verlust von beiden. Wer sie versteht. welcher die drei Welten durchdringt und erhält.15. diese höchst heilige Wissenschaft dargelegt. 17. deshalb bin ich sowohl in der Welt als auch in den Veden als der Höchste Geist bekannt. Da ich über dem Teilbaren stehe und auch erhaben über dem Unteilbaren bin. o Sündloser. die anderen unteilbar. 20.

in der Wissenschaft vom höchsten Geist. wird ein weiser Mensch und der Vollbringer alles dessen sein.Bharatas.“ So steht in den Upanishaden. im Zwiegespräch zwischen dem heiligen Krishna und Arjuna. was zu geschehen hat. die Heilige Bhagavad Gîtâ genannt. im Buch der Hingabe. der fünfzehnte Gesang mit dem Namen: HINGABE MITTELS ERKENNTNIS DES HÖCHSTEN GEISTES 131 .

132 .

ist schließliche Befreiung. allumfassendes Mitleid. deren Merkmale gottähnlich sind. Arglosigkeit. Würde. Freisein von Zorn. Studium. Reinheit. 2. sind gekennzeichnet durch Heuchelei. Aufrichtigkeit. Geduld. Stärke. Stolz. Wahrhaftigkeit. Zorn. „Furchtlosigkeit. Anmaßung. Almosengeben. Standhaftigkeit. Gleichmut. während das Geschick jener mit dämonischer Veranlagung. Nichtbesprechen der Fehler anderer. Redlichkeit. Verschwiegenheit. welche geboren sind mit dämonischen Veranlagungen. Härte der Sprache und Unwissenheit. Frömmigkeit.XVI. 3. Abtötung der Leidenschaften. Bescheidenheit und Milde. o Sohn Bharatas. 5. 4. dessen Kräfte gottähnlichen Charakters sind. Selbstbeherrschung. Das Geschick jener. Entsagung. Jene. Edelmut. Beharrlichkeit in der Hingabe an das Göttliche. o Sohn Prithâs. Rachelosigkeit und Freisein von Eigendünkel – das sind die Kennzeichen eines solchen. GESANG HINGABE DURCH DIE UNTERSCHEIDUNG ZWISCHEN GOTTÄHNLICHEN UND DÄMONISCHEN NATUREN Krishna: 1. mit 133 .

sie besitzen keine 8. Nun höre von mir. kennen weder die Natur der Tat noch des Unterlassens von Tätigkeit.dem Lose der Asûras geborenen. mir verdorbener Seele und eingeengtem Gemüt. 10. sagen. erklären. mit verdrehter Natur und als Feinde der Welt sind sie der Zerstörung anheimgegeben. Sie frönen unersättlicher Begierde. fortwährendes Gebundensein an sterbliche Körper ist. Im Festhalten an dieser Ansicht. sind voller Heuchelei und durch ihre Täuschungen fest an fal- 134 . dass das Weltall Wahrheit in sich birgt. dass es geistlos ist. welche mit der dämonischen Veranlagung – der Natur der Asuras – geboren sind. sie kennen weder Reinheit noch rechtes Benehmen. Diejenigen. Sei nicht betrübt. welche dämonisch ist. über die dämonische. o Pândus Sohn. dass die Geschöpfe lediglich durch das Beisammensein der Geschlechter erzeugt sind und dass alles nur des Genusses wegen vorhanden ist. Es gibt zwei Arten von Wesensnaturen in dieser Welt: die gottähnliche und die andere. Wahrhaftigkeit. 9. Sie verneinen es. denn 6. dass es nicht durch das Gesetz regiert wird. du bist zum göttlichen Geschick geboren. die gottähnliche ist ausführlich beschrieben worden. o Sohn Prithâs. 7.

umstrickt vom Netz der Täuschung. und jener soll noch mein werden. ich bin mächtig und ich bin glücklich. Almosen geben und genießen!“ So sprechen jene.11. suchen sie durch Ungerechtigkeit und durch Anhäufen von Schätzen nach der Befriedigung ihrer eigenen Lüste und Launen. 13. „Dies heute von mir gewonnen worden und diesen Herzenswunsch werde ich erfüllt sehen. 14. 12. Indem sie sich selber sehr hoch schätzen. voller Stolz sind und beständig nach Reichtümern jagen. dass das höchste Gut nur im Genuss der Ziele ihrer Begierden besteht. und sind bis zum Tode überzeugt. 16. Ich bin der Herr. sinken sie zur Hölle hinab. die nur in Nichtigkeiten enden. eigenwillig. die verblendet sind. Sie ergehen sich in unbegrenzten Erwägungen. verrichten sie ihre Anbetung in Heu- 135 . schen Glauben gebunden. wo ist einer der mir gliche? Ich werde opfern. festgeheftet an die Befriedigung ihrer Begierden. 17. Ich bin reich und den anderen überlegen. Diesen Feind habe ich bereits niedergemacht. 15. und andere werde ich forthin bezwingen. auf der schiefen Ebene der Lust und des Zornes. Gefesselt durch hunderte von Stricken des Begehrens. Verwirrt durch alle Arten des Begehrens. dieser Schatz ist mein.

sondern gehen zuletzt zur niedersten Region100. o Sohn Kuntîs. Dies ist schlimmer als die vorher erwähnte Hölle. verabscheuen sie mich. Macht. Und sie. welche ihre eigene Seele leugnen und ihr auf diese Weise verlustig gehen.18. weshalb man sich von ihnen ferne halten sollte. Lust und Zorn frönen. Indem sie Stolz. Selbstsucht. gelangen niemals zu mir. Der Tore der Hölle sind drei – Begierde. die niedrigsten der Menschen. chelei und nicht einmal nach dem Ritual99. sondern nur nach außen hin. Habsucht. 19. 21. denn hiervon gibt es keine Wiederkehr. 20. der ich in ihrem Leibe und dem der anderen bin. sie vernichten die Seele. welche die rechten spirituellen Gaben nicht besitzen und nur nach außen hin die richtige Ausführung nachmachen wollen. 100 Dies ist die schließliche Vernichtung jener. verdammt zu diesen höllischen Mutterschößen und in jeder folgenden Geburt mehr und mehr betört. 136 . Zorn. immerwährend in Mutterschöße höllischer Natur in dieser Welt der Wiedergeburt. Dafür schleudere ich diese grausamen Hasser. Prahlen. 99 Dies bezieht sich auf die regelwidrige Verrichtung der vedischen Opfer seitens jener.

“ So steht in den Upanishaden. in der Wissenschaft vom höchsten Geist. o Sohn Kuntîs. im Buch der Hingabe. in der Erkenntnis dessen. Taten auf Erden verrichten. 23. 24. der sechzehnte Gesang mit dem Namen: HINGABE DURCH DIE UNTERSCHEIDUNG ZWISCHEN GOTTÄHNLICHEN UND DÄMONISCHEN NATUREN 137 . Ein Mensch. was sich zu tun ziemt und was nicht. um den Forderungen seines Begehrens zu folgen. der sich von diesen drei Höllentoren fernhält. erlangt weder Vollkommenheit noch Glückseligkeit noch den höchsten Pfad. arbeitet an der Erlösung seiner Seele und schreitet somit dem höchsten Pfad zu. während du entscheidest. das in der Heiligen Schrift niedergelegt ist. im Zwiegespräch zwischen dem heiligen Krishna und Arjuna.22. die Heilige Bhagavad Gîtâ genannt. Wer sich von den Vorschriften der Heiligen Bücher abwendet. Daher solltest du.

138 .

jene mit der Rajas-Beschaffenheit beten die himmlischen Mächte. der Rajas. die 139 .XVII.oder der Tamas-Beschaffenheit?“ Krishna: 2. Jene mit der Veranlagung. „Wie ist der Zustand jener Menschen. o Sohn Bharatas. und jeder Mensch ist von der gleichen Natur wie das Ideal. Der Glaube eines jeden. dennoch im Glauben anbeten. geht aus der Sattva-Beschaffenheit hervor. welche. 4. er geht aus ihrer Veranlagung hervor und ist von der Eigenschaft der Wahrheit – Sattva. der Tätigkeit – Rahas und der Gleichgültigkeit – Tamas. die aus dem Überwiegen der Sattva.oder guten Beschaffenheit hervorgeht. o Krishna? Ist er von der Sattva-. Die verkörperte Seele ist mit Glauben begabt. auf welches sein Glaube gerichtet ist. Höre nun Näheres darüber! 3. „Der Glaube der Sterblichen ist von dreierlei Art. verehren die Götter. GESANG HINGABE IN BEZUG AUF DIE DREI ARTEN DES GLAUBENS Arjuna: 1. während sie die Vorschriften der Heiligen Bücher vernachlässigen.

dass solche Menschen von höllischer Gesinnung sind! Erkenne. welche die Zahl der Tage. welche gesund erhält. welche von den mit der Rajas-Beschaffenheit Behafteten geliebt wird. dass die einem jeden angenehme Nahrung sowie auch die Opfer. Voller Täuschung. ein ruhiges Gemüt und Zufriedenheit verleiht. Die Nahrung. Die Nahrung. Diejenigen. 8. welche sich mit den heiligen Schriften nicht übereinstimmende. Yakshas und Râkshasas an. Vernehme ihre Einteilung. 9.5. quälen sie die im Körper befindlichen Kräfte und Fähigkeiten und auch mich. strenge Kasteiungen auferlegen. sind voller Heuchelei und Stolz. Menschen. in denen die dunkle Beschaffenheit der Gleichgültigkeit oder Tamas die Oberhand hat. in welchen die Sattva-Beschaffenheit vorherrscht. wird von denen vorgezogen. die Kasteiung und das Almosengeben von dreierlei Art sind. verlangen nach Vergangenem und begehren nach Neuem. ist überbitter. die Energie und Stärke vermehrt. 6. welche schmackhaft und nahrhaft ist. der ich in den innersten Tiefen des Herzens wohne. 7. dem Körper zusagt und dauerndes Wohlbefinden gewährt. 140 . beten elementale Mächte und die Geister Verstorbener an. Erkenne.

14. Das Opfer oder die Verehrung. welche keinen Lohn dafür erwarten. dass sie zu geschehen hat. wird von jenen vorgezogen. ohne Verteilen von Brot. ist von der TamasBeschaffenheit. o Bester der Bharatas. unschmackhaft oder abgestanden und unrein ist. Geradheit. 13. Keuschheit und 141 . 11. zu sauer. ist von der Eigenschaft des Lichtes. ohne Gaben an die Brahmânen am Schlusse und ohne Glauben. was nicht nach den Geboten der Heiligen Schrift ist. scharf. der Eigenschaft von Rajas zugehört. der Leidenschaft.10. heiß. Schmerz und Krankheit. dass die Verehrung oder das Opfer. die Lehrer und die Weisen ehren. nach den Anleitungen der Heiligen Schriften von jenen verrichtet. brennend und verursacht Unbehagen. Nahrung. beißend. Aber erkenne. 12. das im Hinblick auf seine Ergebnisse und im Prahlen mit Frömmigkeit geschieht. stark gesalzen. die Brahmânen. Die Götter. der Güte. in denen die Beschaffenheit von Tamas oder Gleichgültigkeit die Oberhand hat. welche am vorhergehenden Tage zubereitet wurde. Aber das. Reinheit. Sattva. sondern davon überzeugt sind. ohne heilige Hymnen.

absolute Lauterkeit der Lebensführung werden die Kasteiungen des Gemütes genannt. Aber die Kasteiung. welche zur rechten Zeit. 18. wahrhaftig und wohlwollend ist. Freundliche Rede. Milde. oder die auf falscher Anschauung beruhen oder andere verletzen. Selbstbeherrschung. 16. Wunden zu schaffen. die nicht nach Belohnung verlangen. 20. entsprechen der Sattva-Be- 142 . Gemütsruhe. an die rechte Person und ohne Verlangen nach Gegendiensten gespendet werden.15. sind von der Tamas-Beschaffenheit. Jene Gaben. in höchstem Glauben von jenen durchgeführt. das wird Kasteiung des Leibes genannt. Fleiß im Lesen der Schriften werden die Kasteiungen der Sprache genannt. welche mit Heuchelei um des Ansehens. Schweigsamkeit. Jene Kasteiungen. Diese dreifache Askese oder Kasteiung. ist von der Sattva-Beschaffenheit. ist von der Beschaffenheit von Rajas. die nur geschehen. die keine Ängstlichkeit bewirkt. die unbeständig ist und nur dieser Welt angehört. 17. Harmlosigkeit. 19. des Ruhms oder der Gunst willen geschieht.

ist von der Rajas-Beschaffenheit. dem Guten und der Natur der Wahrheit. welche nach Unsterblichkeit verlangen und welche für ihre Taten keinen Lohn erwarten. gehören zur Tamas Beschaffenheit. welche die Heilige Schrift auslegen. 143 . zu unrechter Zeit und an unwürdige Personen ohne gebührende Aufmerksamkeit und mit Geringschätzung gegeben werden. welche an unrechtem Orte. Gaben. 24. die Veden und die Opfer geheiligt. 25. 23. Hiermit wurden von Anfang an die Brahmâ-Kundigen101. 101 Geschrieben steht Brahmânas. minderwertig und hat keinen Anteil an der Wahrheit. Deshalb wird von jenen. dem ganz Schlimmen und der Macht der Finsternis. dem Opfern. schaffenheit. OM TAT SAT: gilt als die dreifache Bezeichnung des allerhöchsten Wesens. Jene. welche in der Erwartung eines Gegendienstes von Seiten des Empfängers oder im Hinblick auf daraus fließenden spirituellen Segen oder ungerne gegeben wird. was nicht auf irgend eine Kaste hinzudeuten scheint.21. Aber die Gabe. dem Almosengeben und dem Vornehmen von Kasteiungen das Wort OM vorangeschickt. 22.

was der Wahrheit und Güte entbehrt. ihren Kasteiungen und ihren Almosenspenden das Wort TAT voraus. 28. seien es Opfer. Das Wort SAT wird für alles. das. wird ebenfalls SAT genannt. 26.“ So steht in den Upanishaden. gebraucht und wird gleicherweise auf lobenswerte Handlungen angewendet. der siebzehnte Gesang mit dem Namen: HINGABE IN BEZUG AUF DIE DREI ARTEN DES GLAUBENS 144 . wird ASAT genannt. Was aber ohne Glauben getan wird. wobei Handlungen ruhen. Auch der Zustand mentaler Opfer. Almosenspenden oder Kasteiungen. im Buch der Hingabe. im Zwiegespräch zwischen dem heiligen Krishna und Arjuna. o Sohn Prithâs. in der Wissenschaft vom Höchsten Geist. es ist ohne jeden Segen. die Heilige Bhagavad Gîtâ genannt. 27. was wahr und heilig ist.schicken ihren Opferhandlungen. weder in diesem Leben noch nach dem Tode.

„Die Barden betrachten das Aufgeben von Taten. GESANG HINGABE IN BEZUG AUF ENTSAGUNG UND ENDLICHE BEFREIUNG Arjuna: 1.“ 102 Keshin war ein Daitya.XVIII. die Weisen nennen das Außerachtlassen der Frucht jeder Tat wahre Verzichtleistung im Handeln. während andere sagten: „Taten der Aufopferung. o Vernichter des Keshin102. die Grundwahrheit über die Enthaltsamkeit von Taten und über das Aufgeben der Erfolge aus dem Tun sowie den Unterschied zwischen beiden kennen zu lernen. um Krishna umzubringen. Von einigen Weisen wurde erklärt: „Jede Tat sollte gleich einem Verbrechen gemieden werden“. ein Dämon. als Entsagung oder Sannyâsa. „Ich wünsche. der Kasteiung und der Barmherzigkeit sollten nicht unterlassen werden.“ Krishna: 2. von dem die Fabel sagt. 3. o Starkarmiger. bei denen ein bestimmtes Verlangen obwaltet. dass er von Kansha ausgeschickt wurde. 145 .

4. bei der 146 . 9. ist unrecht. was geschehen sollte. die der Beschaffenheit von Tamas entspringt. welche ausgeführt wird. Die Arbeit. welche aus wahrer Verzichtleistung entspringt. Taten der Barmherzigkeit dürfen nicht unterlassen werden. 8. o Arjuna. Opfertaten. 6. o Fürst der Menschen. Angesichts dieser geteilten Meinungen höre nun. die ebenfalls als von dreifacher Art angesehen wird. wer somit ungetan lässt. nachdem jedem selbstsüchtigen Interesse an ihnen und ihren Früchten entsagt ist. entsteht aus der Rajas-Beschaffenheit. 5. das Nichttun derselben führt von der Täuschung her. die der Leidenschaft zugehört. deren Ausführung notwendig und verpflichtend ist. wird die Frucht. 7. weil sie mühevoll sind und Anlass zu Furcht und Verdruss bieten. Das Enthalten von Werken. Das Zurückstehen in der Ausführung von Werken aus dem Grunde. o Bester der Bharatas meinen bestimmten Entscheid in dieser Sache der uneigennützigen Verzichtleistung. Aber sogar diese Werke sind nur zu tun. gesetzmäßig und recht ist. nicht erlangen. sie sind die Läuterungsmittel für die Weisen. weil sie notwendig. weil es recht ist sie auszuführen. dieses o Sohn Prithâs ist mein endgültiger und höchster Entscheid. Vornehmen von Kasteiungen.

ist von Werken. 13. weise und frei von Zweifeln. nämlich: die materielle Grundlage. Es ist für Sterbliche unmöglich. für das Zustandekommen eines jeden Werkes fünf Vermittler notwendig sind. gerechnet. welche misslingen und von solchen. o Starkarmiger. der Urheber. dass. 147 . nur derjenige. alles Selbstinteresse beiseite gelassen wird und Hängen am Tätigsein fehlt. die verschiedenartigen Organe. welche wirklich entsagen. sondern auch auf folgende Leben im Körper nach der Wiederverkörperung hin. der Tätigkeit ganz zu entsagen. erwünschte und gemischte – erwachsen nach dem Tode jenen. bekannt als Sattva. erfüllt von der Beschaffenheit des Gutseins. Die dreifachen Resultate der Tätigkeit – unerwünschte. welche diese Entsagung nicht üben: aber jenen.10. Der wahrhaft Entsagende. 11. die verschiedenen be- 103 Dieser Vers weist nicht nur auf Wirkungen nach dem Tode. 12. welche Erfolg haben. wie niedergelegt ist.103“ „Lerne. welcher das aus den Handlungen Hervorgehende aufgibt. 14. gleich weit entfernt. ist der wahrhaft Entsagende. dem Gestorbensein. folgen keine Resultate. wird zur Beschaffenheit der Wahrheit und Güte.

unteilbares und unvergängli- 148 . 19. und dreifach ist auch die Gesamtheit der Tätigkeit in der Handlung. Die drei Ursachen. welche zum Handeln antreiben. wenn er auch alle diese Leute tötet. Da sich dieses so verhält. 16. denkt jeder unrecht und sieht abseits. dessen Natur frei von Selbstsucht ist und dessen Unterscheidungskraft nicht geblendet ist. die Handlung und der Wirkende werden auch in dreifacher Weise unterschieden. Höre ihre Einteilung gemäß dieser Einreihung! Erkenne. der infolge der Unvollkommenheit seines Gemütes das wahre Selbst als den Urheber betrachtet. tötet nicht. 18. 20. Derjenige. und ist nicht durch die Fesseln der Tätigkeit gebunden. welche der Mensch unternimmt. dem Werkzeug und dem Wirkenden. entsprechend den drei Beschaffenheiten. seiner Sprache oder seinem Gemüt. das zu Erkennende und der Erkennende.15. sind: Erkenntnis. welche in der ganzen Natur ein einziges. Erkenntnis. sei es nun mit seinem Körper. Diese fünf Mitwirkenden sind beteiligt bei jeder Handlung. sonderen Bewegungen und neben diesen als fünftes die regierenden Gottheiten. 17. dass die Weisheit.

Und was infolge von Täuschung. 149 . gehört der Beschaffenheit der Finsternis – Tamas an. 25. in den als getrennt gesehenen Gegenständen ein nicht abgesondertes Prinzip sieht. Die Tat. welche als recht geschieht. der daraus erwachsen kann. gewöhnlich ist. die gleichgültig und finster ist. unternommen wird. welche getan wird in Hinsicht auf ihre Folgen oder mit Übereifer oder mit Selbstsucht. ohne Rücksicht auf ihre Folgen oder auf die Macht. die frei von Stolz und Selbstsucht unternommen wird. welche in der Welt geschaffener Wesen verschiedene und mannigfaltige Prinzipien als gegenwärtig wahrnimmt. welches die wirkliche Ursache des Bestehens nicht sieht. 24. von der Sattva-Beschaffenheit ist. ohne Hängen am Ausgang derselben. der Beschaffenheit der Leidenschaft. Die Erkenntnis. Die gehört zur Rajas-Beschaffenheit. 23. ist von der SattvaBeschaffenheit. gehört zu Rajas. Aber das Wissen. einem Gegenstand allein zugewendet wird als ob er das Ganze wäre.21. gehört der Tamas-Beschaffenheit an. es durchzuführen oder auf den Schaden. das ohne jeden Wert. ches. 22.

welche weiß. 28. Höre nun. 104 Buddhi. ohne Einsicht. Habsucht. dessen Handlungen unter Hängen an den Erfolgen. welcher notwendige Handlungen ohne Hang an ihren Folgen und ohne Vorliebe oder Abneigung durchführt. die Urteilskraft. die ich dir nun in der unterscheidenden Kraft104 und in der inneren beständigen Kraft nach den drei Klassen erkläre. 30. Die unterscheidende Kraft. ist von der Beschaffenheit von Rajas – Leidenschaft und Begierde. der unwissend und töricht Handlungen ohne Fähigkeit. begleitet von Genusssucht und Grämen geschehen. was geschehen sollte und was nicht. Böswilligkeit und Saumseligkeit ausführt. Unlauterkeit. die Unterschiede. ist von der Beschaffenheit der Wahrheit – Sattva. mit Übereifer. ist von der Sattva-Beschaffenheit. was bindet und was die Seele frei macht. die höchste Denkfähigkeit. Erbeuter der Schätze. was zu befürchten ist und was nicht. zur Befriedigung seiner Lüste und mit Stolz. o Dhananjaya. ist von der Tamas-Beschaffenheit. Der Täter. wie zu beginnen und zu entsagen. 29. Der Täter. Der Täter. Hinterlist. mit Trägheit. 27. die aus der Einteilung der drei Beschaffenheiten kommen. 150 .26. Eigensinn.

31. 32. 151 . Nun höre. was zu befürchten ist und was nicht. Aber das. Die unterscheidende Kraft. was geschehen sollte und was nicht. der nach den Früchten der Tätigkeit ausschaut. welche die Menschen zusammenhält. o Sohn Prithâs. Und das. ist von der aus der Leidenschaft geborenen Rajas-Beschaffenheit. was die drei Arten der Annehmlichkeit sind. den Atem und die Sinne und die Organe in der Gewalt hat. welche vermittels Hingabe jede Gemütsbewegung. entstammt der dunklen Beschaffenheit von Tamas. welche nicht völlig erkennt. welche in Dunkelheit gehüllt. ist von der Tamas-Beschaffenheit. ist von der Beschaffenheit von Rajas. 33. Eitelkeit und Heftigkeit verharrt. Pflicht. 34. o Sohn Prithâs. Die Unterscheidung. 36. was in demjenigen. Sorge. gehört zur SattvaBeschaffenheit. Unrecht mit Recht verwechselt und alles entgegengesetzt seiner wahren Absicht und Bedeutung nimmt. 35. worin Glück aus Gewohnheit kommt und dem Schmerz ein Ende gesetzt wird. Jene Kraft der Festigkeit. Furcht. Annehmlichkeit und Wohlstand nährt. wodurch der Niedrigbegabte in Schläfrigkeit.

welche in der Disposition einer jeden vorherrschen.37. was sowohl am Beginn als auch am Ende dem Schlaf. der Trägheit und Leichtfertigkeit entwächst und sowohl am Anfang als auch am Ende auf die Betäubung der Seele hinzielt. was am Anfang wie Gift und am Ende wie die Wasser des Lebens ist und was aus einem geläuterten Verständnis entspringt. Was aus dem Zusammenhang der Sinne mit ihren Objekten hervorgeht. Es gibt kein Geschöpf auf Erden oder unter den Scharen des Himmels. der Brâhmanen. 42. gehört zur Rajas-Beschaffenheit. Selbstbemeisterung. Reinheit. 39. die der Natur entspringen. Geradheit. was am Anfang süß wie die Wasser des Lebens. Die natürliche Pflicht eines Brâhmanen umfasst Gelassenheit. Geduld. 41. o Bedränger deiner Feinde. spirituelle Unterscheidung und Glauben an das Bestehen einer anderen Welt. Vaishyas und Sûdras sind ebenfalls durch die Beschaffenheiten festgelegt. Von der Tamas-Beschaffenheit ist das. das frei von diesen drei Beschaffenheiten wäre. wird der SattvaBeschaffenheit zuerteilt. am Ende jedoch wie Gift ist. Gelehrsamkeit. 152 . Kshatriyas. Das. 38. Die besonderen Pflichten der vier Kasten. 40.

Opfer darbringt. welches die Quelle der Werke aller ist und durch welches das Weltall ausgebreitet wurde. Entschlossenheit. Großmut und ein fürstlicher Charakter. Menschen. Die Pflichten des Kshatriya. selbst wenn sie unvollkommen geschieht. Ruhm. Stärke. Denn aller Menschen Handlungen 153 . so gut dies auch geschähe. Viehzucht und Handel. Ausdauer auf dem Schlachtfeld. Die Pflichten des Vaishyas sind Ackerbau. begeht keine Sünde. Höre nun. Wenn ein Mensch dem Höchsten Wesen. so erlangt er damit Vollkommenheit. sind Tapferkeit. 47. 45. das Dienen. so sehr sie auch mit Mängeln befleckt sind. gemäß seiner natürlichen Veranlagung. besser. als die Pflicht eines anderen zu tun. Des Menschen eigene Pflichten sollten nicht aufgegeben werden. Die Erfüllung der eigenen besonderen Berufspflichten ist. 48.43. wie diese Vollkommenheit durch Hingabe an die natürliche Pflicht erlangt wird! 46. erlangen Vollkommenheit. die aus seiner Natur hervorgehen. Wer die ihm von der Natur auferlegten Pflichten erfüllt. 44. welche sich zufrieden den ihnen eigenen Pflichten hingeben. und die Pflicht des Sûdras ist.

welcher das Ende. Eitelkeit. 53. so wie Feuer in Rauch gehüllt ist. wer sich mit Entschlossenheit zügelt. Wer erfüllt ist von reiner Unterscheidungskraft. Zorn. 54. das Ziel und der höchste Zustand spiritueller Erkenntnis ist. Lerne von mir in Kürze. wenig genießt. an abgeschiedenen Orten weilt. ein solcher Mensch ist geeignet für das Höchste Sein. Stolz und Besitztum meidet. nachdem er die Reize des Tones und anderer Sinnesgegenstände zurückweist und Neigung sowie Abneigung ablegt. welcher bei allem Wirken sein Gemüt ungefesselt und sein Herz im Zaume hält. welcher Vollkommenheit erlangt hat. zum Höchsten Geist gelangt. sich mit beständiger Meditation beschäftigt und ohne Wanken in der Leidenschaftslosigkeit feststeht. ist er gelassen sorgt sich um nichts mehr und begehrt 154 . Körper und Gemüt überwacht. 52. Die höchste Vollkommenheit im Freisein von Tätigkeit wird durch Entsagung von demjenigen erlangt.49. Rede. Begierde. 51. Selbstsucht. Und wenn er dann das Allerhöchste erreicht hat. Heftigkeit. sind mit Fehlern verwoben. Anmaßung. auf welche Weise der Mensch. immerwährend Ruhe einhält. 50.

sagst: „Ich will nicht kämpfen“. wenn er sein Vertrauen auf mich allein setzt. Wenn du. 155 . Ja selbst der immerwährend in Tätigkeit verpflichtete Mensch wird durch meine Güte die ewige. 59. Durch diese Hingabe zu mir erkennt er von Grund aus. 57. nichts mehr. 60. wer und was ich bin. ziehe mich allem anderen vor. wirst du durch meine Göttliche Güte jede dich umgebende Schwierigkeit überwinden. so wird sich ein solcher Entschluss als vergeblich erweisen.55. und nachdem er mich erforscht hat. Wenn du aber aus Stolz nicht auf meine Worte hören willst. allen Geschöpfen gegenüber gleichgesinnt. Durch das ganze Karma der Vergangenheit an deine natürlichen Pflichten gebunden. erlangt er die höchste Hingabe zu mir. Übergebe mir mit deinem Herzen alle deine Werke. wirst du sicher verloren sein. der Überhebung frönend. 56. wirst du notgedrungen unfreiwillig tun. tritt er unmittelbar in mich ein. was du in deiner Torheit nicht tun wolltest. übe dich beständig in mentaler Hingabe und denke fortwährend an mich! Wenn du dies tust. unzerstörbare und unvergängliche Stätte erreichen. denn die Prinzipien deiner Natur werden dich zum Eingehen auf den Kampf zwingen. 58. o Sohn Kuntîs.

welche ich dir um deines Wohles willen enthüllen will. Also ward jenes Wissen dir von mir verkündet. die ewige Stätte erreichen! 63. Dies darfst du niemals jemand offenbaren. 62. Es wohnt. ich verspreche es dir feierlich. im Herzen eines jeden Geschöpfes der Meister – Ishwara – welcher durch seine magische Kraft alle auf das universale Rad der Zeit befestigten Dinge und Geschöpfe sich herumzudrehen bewirkt.61. opfere dich mir allein und beuge dich vor mir allein. denn du bist mir teuer. o Arjuna. welcher ohne Hin- 156 . Richte dein Herz auf mich. hast du es restlos überdacht. Nimm Zuflucht mit deiner ganzen Seele bei ihm allein. Aber höre ferner auf meine höchsten und tief geheimnisvollen Worte. denn ich werde dich von allen Vergehen frei machen. wie ich mich dir gezeigt habe. diene mir. gräme dich nicht. dann wirst du zu mir eingehen. 64. o Sohn Bharatas! Durch seine Huld wirst du die höchste Glückseligkeit. welcher keine Kasteiungen vornimmt. 65. weil du mir lieb und teuer bist. 67. so tue wie du willst. das geheimer als Geheimnis ist. Verlasse jede andere Religion und nehme Zuflucht zu mir allein. 66.

68. o Sohn Prithâs? Sind die Täuschungen des Denkens. befreit vom Übel. und er wird mir von allen auf Erden der teuerste sein. die jenen vorbehalten sind. ist meine Täuschung vernichtet. Wer dieses höchste Mysterium den mich Verehrenden auslegt. welcher sie mit Glauben und ohne Spott anhört. keiner wird unter den Menschen sein. 157 . 72. 71. beseitigt worden. 69. wird. als ob ich von ihm mit dem Opfer der Erkenntnis verehrt würde. „Durch deine göttliche Macht. ich bin 105 Das Wort heißt im Original „Achyuta“. gabe ist und nicht besorgt ist. wenn er mir die höchste Verehrung erweist. wird zu mir eingehen. deren Taten gerecht sind. o du Unerschütterlicher105. Hast du alles dies mit ungeteilter Aufmerksamkeit gehört. es zu vernehmen. der mir besser diente als er. o Dhananjaya?“ Arjuna: 73. Wenn jemand diese heiligen Gespräche zwischen uns beiden studiert. 70. Und selbst der Mensch. so werde ich dies so ansehen. in die Regionen des Glückes gelangen. oder der mich geringschätzt. die aus Unwissenheit entstehen. dies ist mein Entschluss.

der mächtige Bogenschütze. bin ich jedesmal entzückt. 76. Durch die Huld Vyâsas hörte ich dieses höchste Mysterium des Yoga – der Hingabe – sogar aus dem Munde Krishnas selbst. und ich freue mich wieder und wieder. So war ich Ohrenzeuge des wunderbaren. fest und will nach deinem Gebot handeln. o König. o mächtiger König. der auch auf Krishna Anwendung fand.wieder gesammelt. erstaunlichen. Und wenn immer ich mich. verstärkt sich mein Erstaunen. auch sein mögen. 78. welcher der höchste Meister der Hingabe ist. nie zuvor gehörten Gespräches zwischen Vâsudeva und dem hochherzigen Sohn Prithâs. Auch wenn ich mir die wundervolle Form Haris106 ins Gedächtnis zurückrufe. und wo immer der Sohn Prithâs. 75. 158 . da weilen si- 106 Einer der Namen Vishnus. heiligen Zwiegesprächs zwischen Krishna und Arjuna erinnere. 77. der höchste Meister der Hingabe.“ Sanjaya: 74. ich bin frei von Zweifeln. Wo immer Krishna. dieses wundervollen.

im Buch der Hingabe. So steht in den Upanishaden. Gedeihen und weises Handeln. genannt die heilige Bhagavad Gîtâ. in der Wissenschaft vom Höchsten Geist. der achtzehnte Gesang mit dem Namen: HINGABE IN BEZUG AUF ENTSAGUNG UND ENDLICHE BEFREIUNG AUM 159 . Sieg. im Zwiegespräch zwischen dem heiligen Krishna und Arjuna.cherlich Glück. Daran halte ich fest.

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ZWEI VERLORENE SCHLÜSSEL DIE BHAGAVAD-GÎTÂ - DER TIERKREIS Von den Orientalisten wurde niemals zugegeben, dass für die Bhagavad-Gîtâ ein anderer Schlüssel als der der Kenntnis der Sanskrit-Sprache existiere, in der die Gita geschrieben ist. Daher haben unsere europäischen Übersetzer des Gedichtes nur die philosophische Seite desselben behandelt. Viele Schüler der Theosophie - und auch eine Autorität wie H. P. Blavatsky - glauben jedoch, dass es mehrere Schlüssel zu dem erhabenen Gedicht gibt, dass dieselben aber im Augenblick für die Welt verloren gegangen sind. Dieser Verlust ist nicht im absoluten Sinne aufzufassen, denn auf vielen Pergamentrollen und in Büchern aus glatt geschliffenen Steinen sind diese Schlüssel wohl verwahrt, verborgen und bewacht in gewissen unterirdischen Tempeln im Osten, deren Lage von denen, die sie kennen, nicht enthüllt wird. Da von den Profanen an die Existenz dieser wunderbaren Bücher nicht geglaubt wird, wird auch nicht nach ihnen gesucht und für den ernsthaften Schüler, der sein inneres Sehen in der rechten Weise zu benutzen weiß, ist es nicht notwendig, die rein äußere Form aufzuspüren, in der die Schlüssel aufbewahrt werden.

i

Ebenso gibt es einen Schlüssel für den Zodiak. Die modernen Astrologen und Astronomen haben ihre kümmerlichen Stimmen erhoben, um eine ganz alltägliche Erklärung über den mutmaßlichen Ursprung des Tierkreises zu geben; einige gingen so weit, von einem vermeintlichen Autor des Zodiaks zu sprechen; nicht, dass man seinen Namen nennt oder ihm einen bestimmten Platz in der Geschichte einräumt, sondern man bezieht sich auf ihn nur als ein unbekanntes „Individuum“. Man muss stark bezweifeln, ob diese modernen Sterngucker fähig gewesen wären, irgendetwas in der Art des Zodiak zu konstruieren, wenn nicht diese unvergängliche Anordnung von Zeichen schon fertig zur Hand gewesen wäre. Die Bhagavad-Gîtâ und der Tierkreis - wenn sie sich auch noch so sehr voneinander unterscheiden, denn erstere ist ein Buch und letzterer der Weg der Sonne in den Himmel - sind zwei große Schatzkammern des Wissens und mögen nach derselben Methode auszulegen sein. Es ist wahr, dass die Bhagavad-Gîtâ heute in Buchform besteht; aber das ist nur deshalb so, weil die Notwendigkeit des Studiums unter Verhältnissen, welche seit Jahrtausenden herrschten, dieses erfordert; doch existiert die Bhagavad-Gîtâ auch in der idealen Welt, eingegraben in der Entwicklungsgeschichte der menschlichen Rasse. Würden morgen alle Kopien dieses ii

so muss man sich wundern. durch die seine eigene persönliche Sonne einen Kreislauf beschreibt. wie es in alten und neuen Kalendern geschieht.Buches zerstört.nicht jedoch von unseren modernen Astronomen. ihr Werk würde sehr wenig Beziehung zu den großen kosmischen und mikrokosmischen Perioden und Ereignissen zeigen. die dieser Sonnenweg tatsächlich bedingt. so läge das Material zu seiner Wiederherstellung bereit und könnte von jenen Weisen wieder zusammengestellt werden. dass dieses ganze System nicht schon längst von ihnen abgeschafft wurde. und sie sind mit ihrem Wissen noch nicht so weit gekommen zu begreifen. denn ihr System lässt kaum eine wirkliche Übereinstimmung zwischen Menschen und Zodiak zu. aber dies wäre nicht der Tierkreis. wie lächerlich in den Augen der heutigen hochgebildeten Wissenschaftler die einzelnen Figuren und die Einteilung des Tierkreises sind. Und ebenso könnte von denselben Weisen der Zodiak wieder übergeben werden . Sie würden es nicht auf das individuelle Menschenwesen anwenden. Aber sie iii . Wenn man bedenkt. dass in irgendeiner Weise dieser Zusammenhang besteht. weil sie nicht wissen. dass der Mensch selbst eine zodiakale Heerstraße ist. Sie würden ohne Zweifel einen Weg der Sonne mit gewissen Sternanordnungen darin konstruieren können. die die allen Erscheinungen zu Grunde liegenden Wirklichkeiten kennen.

das die unbestimmten Gedanken. was der verlorene Schlüssel wieder offenbaren wird. dass der Mensch in der großen Masse noch nicht bereit dafür ist. Der Studierende der Bhagavad-Gita beginnt bald zu fühlen. Das ist es. Tatsächlich gebrauchen moderne Astronomen noch die alte Symbologie und geben jedem neuen Asteroiden ein den alten Zodiakzeichen entsprechendes Symbol. einer größeren Bedeutung klar erschließt.scheinen dazu nicht in der Lage zu sein. die die Bruderschaft kennen. wenn sie auch Anstrengungen hierzu unternehmen würden. dass irgendwo ein Schlüssel zu dem Gedicht existiert. und die Mond-Perioden werden weiterhin in Beziehung zu diesen alten Figuren gebracht. Wer aber den Schlüssel hat oder wo er verborgen ist. gesagt. denn es wird von Jenen. dass die völlige Auslegung ihm in die Hände gelegt werden iv . dass die Verse in philosophischem und devotionalem Sinne bedeutungs-voll sind. ein Etwas. der zu einer weiteren und größeren Aussage ihrer Worte führt. Nach einer Weile ist er fähig zu erkennen. das wurde noch nicht enthüllt. mit dem wir so vertraut sind. aber allen noch ein tieferer Gedankenreichtum unterliegt. welche beständig in seinem Gemüt aufsteigen. Sie könnten sie nicht abschaffen. Aus manchen mysteriösen Gründen behalten die Kalender noch die alten Zeichen bei.

Wie unsere Kenntnis durch Ergebenheit und Anstrengungen mit der Reise unserer eigenen Sonne durch unseren eigenen menschlichen Tierkreis weiter wächst. so werden wir die Bedeutung der großen Pilgerschaft des Irdischen Lichtes verstehen lernen. der .zu jenem Pfad des Wissens führt. voller Wonne. ohne mehr von dem System zu begreifen.wenn er gefunden wurde. Echoes of the Orient I/14 v . von dem wir ein Abbild sind. Âtman ist auch der Mond. in diesem Studium etwas über uns selbst zu lernen. aus: William Quan Judge. Denn Âtman ist die Sonne. den Pfad der ergebenen Andacht zu studieren. der Sterne Schar bewohnt. Gegenwärtig genügt es für den Schüler.könnte. den stets. Denn es ist unmöglich. So ist es auch mit dem Zodiak.

vi .