3.

2013 DAS MAGAZIN VON SCA ÜBER TRENDS, MÄRKTE UND GESCHÄFTE



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Die Erwartungen und
Erfahrungen von vier
jungen Vätern
KRIEG
UM DAS
WASSER
Trinkwasser – der
wertvollste Rohstoff
der Welt
Nützliche Verwendung
für Abfallprodukte
Neues Land
durch Asche
Billy Allen und
seine Tochter Grace
2 SCA SHAPE 3 2013
Mitarbeiter in diesem Hef
Titelfoto:
Pontus Höök
Ein guter Vater liebt und
achtet seine Kinder. Er
führt sie behutsam durchs
Leben und lässt ihnen
Freiraum, damit sie sich
entfalten können. Sorge
als Vater dafür, dass
deine Kinder viel Spaß
haben. Bewahre dir einen
Teil deiner Kindlichkeit,
nicht zu viel und nicht zu
wenig. Wirf keine Was-
serbomben, wenn andere
Erwachsene in der Nähe
sind. Du könntest einen
treffen. Ganz gleich, was
passiert, genieße den
Augenblick, denn Augen-
blicke kommen nicht
wieder.
Pontus Höök
Fotograf, USA, Vater von Olivia (7) und Alicia (2)
„ Was zeichnet einen guten Vater aus?“
Ein guter Vater ver-
bringt viel Zeit mit seinem
Kind. Abends eine hal-
be Stunde für die Gute-
Nacht-Geschichte oder
gemeinsam Spaghetti
kochen: Erfahrene Väter
wissen, dass für ihre
Kinder nichts wichtiger ist
als die Nähe und Zuwen-
dung der Eltern.
Legen Sie das Handy weg,
vergessen Sie mal die
Arbeit und seien Sie ganz
für Ihre Kinder da – es
lohnt sich.
Daniel Dasey
Autor in Schweden, Vater von Gabriella (4) und Benjamin (2)
Shape ist ein Magazin von SCA. Es
richtet sich an Kunden, Aktionäre und
Analysten, aber auch an Journalisten,
Meinungsmacher und andere Personen,
die sich für die Tätigkeit und Entwicklung
von SCA interessieren. Shape erscheint
viermal jährlich. Die nächste Ausgabe
erscheint im Januar 2014.
Herausgeberin
Joséphine Edwall-Björklund
Chefredakteurin
Marita Sander
Redaktion
Anna Gullers,
Inger Finell, Ylva Carlsson
Appelberg
Gestaltung
Markus Ljungblom, Kristin Päeva
Appelberg
Druck
Sörmlands Grafiska AB,
Katrineholm
Anschrift
SCA, Corporate Communications,
Box 200, 101 23 Stockholm,
Schweden
Telefon +46 8 7885100
Fax +46 8 6788130
SCA Shape erscheint auf Deutsch, Englisch,
Französisch, Italienisch, Niederländisch,
Schwedisch und Spanisch. Das Magazin wird
auf GraphoCote 90 Gramm von SCA gedruckt.
Vervielfältigung nur mit ausdrücklicher Geneh-
migung von SCA Corporate Communications.
Bei den hier vertretenen Meinungen handelt es
sich um die der Autoren und Gesprächspartner.
Diese entsprechen nicht unbedingt den Mei-
nungen der Redaktion oder von SCA. Sie können
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SCA IN DEN SOZIALEN NETZWERKEN
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richtet sich an Investoren und Analys-
ten, die hier die Quartalsberichte und
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gen herunterladen können.
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SCAeveryday stellt
rund 50 Veröffentli-
chungen zur Verfügung, darunter den
Nachhaltigkeitsbericht, den Bericht
„Hygiene Matters“ und das Shape-
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SCAeveryday
Fotos von und über
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SCAeveryday zeigt
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arbeiter an, bezieht Nutzer ein und
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informiert zusammenfassend
über Ereignisse auf sca.com und in
den sozialen Netzwerken von SCA.
Der Twitter-Kanal soll eine Vielzahl von
Nutzern, Journalisten und Bloggern
mit wichtigen Informa tionen versorgen.
 06.   Tropfen auf dem heißen Stein
Trinkwasser ist eine knappe Ressource. Der Zugang zu sauberem
Wasser wird die nächste große Herausforderung für die
Weltwirtschaft.
  14.  Hü und hott
Tobbe Larsson liebt Pferde über alles. Der Kunstreiter aus
Schweden braucht weder Peitsche noch Seil.
  22.   Auf Asche gebaut
Abfallprodukte wie Asche und Schlamm eignen sich
für den Straßenbau und die Landgewinnung.
  26.  Papas Liebling
Eine Vaterschaft ändert das gesamte Leben. Vier junge Väter
erzählen von kurzen Nächten und magischen Momenten.
  32.  Fenster zur Vergangenheit
In den 1950er Jahren dokumentierte der Fotograf Lennart Nilsson
die Sägewerke und Fabriken an der schwedischen „Goldküste“.
… wie das Team SCA bei der Rolex Fastnet Regatta abgeschnitten hat? Mehr auf Seite 4.
WUSSTEN SIE SCHON...
INHALT
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12 STUNDEN mit Kristy Chew – Seite 38
SHAPE UP – Seiten 20–21
NACHRICHTEN VON SCA – Seiten 40–43
Auch in diesem Hef …
EINE TISSUE-MARKE
kümmert sich um
Elefanten
40
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nnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnggggggggggggggggggggggggggggg zu zu zu zu zu zu zu zu zu zu zu zu zu zu zu zu zu zu u zu zu zu zu u zzu zzu ssssssssssssssssssssssssssau au au au au au au au au au au au au au au au au au au auu au au au aaube be be be be be bbe be be be bbe be be be be be be be be bbe be be be b re re re re re re re re re re re re re re re re ree ree ree re re reeemm m mm mmm m mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm
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UPDATED
Nachrichten von SCA
DAS TEAM SCA gewinnt bei der Rolex
Fastnet Regatta gegen das Abu Dhabi
Ocean Racing Team, einem der Konkur-
renten beim Volvo Ocean Race.
„Der Wettkampf mit den Abu-Dha-
bi-Jungs hat Spaß gemacht“, sagt Sophie
Ciszek aus dem SCA Frauenteam. „Wir
haben uns gut geschlagen, obwohl unser
Team kleiner war und wir einen kleine-
ren Spinnaker (Vorsegel) hatten. Trotz
der vielen komplizierten Bedingungen
war das ein tolles Ergebnis.“
Richard Brisius, Leiter des SCA Teams,
freute sich nach dem Wettrennen: „Der
Sieg war unser erstes großes Trainings-
ziel. Wir haben es erreicht! Aber das ist
nur der erste Schritt und jetzt fangen wir
mit der Auswertung an. Die Erfahrungen
aus dem Rennen werden uns beim Trai-
ning auf Lanzarote helfen.“
SCA Frauen
siegen
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Das Team SCA beim
Zieleinlauf auf dem
Rolex Fastnet Race in
Plymouth (England)
Mitte August 2013.
SCA SHAPE 3 2013 5
SCA TIMBER SUPPLY UK wird ab 2014
gehobelte Weichholzprodukte an die Tra-
vis Perkins Group liefern. „Wir investieren
fünf Millionen Pfund in neue Anlagen in
Humberside, mit denen wir Produkte für
Baustoffhändler fertigen“, erklärt Anders
Ek, kommissarischer Geschäftsführer
von SCA Timber Supply UK. Die Travis
Perkins Group ist der größte Baustoff-
händler in Großbritannien.
BESTER
NACHHALTIG-
KEITSBERICHT
VON ALLEN Unternehmen,
die an der Stockholmer
Börse notiert sind, hat SCA
den besten Nachhaltig-
keitsbericht erstellt. Zu die-
ser Einschätzung gelangte
das schwedische Umwelt-
magazin Miljörapporten
nach einer Prüfung der 58
größten börsennotierten
Unternehmen.
Den ersten Platz er-
reichte SCA durch seinen
Nachhaltigkeitsbericht, der
nach Auffassung der Jury
die SCA Geschäftsstrate-
gie gut mit den Nachhal-
tigkeitsüberzeugungen der
Stakeholder verknüpft.
Für die Jury stellt der
SCA Bericht eine klare
Beziehung zwischen Nach-
haltigkeit, Geschäftsnutzen
und sozialer Verantwor-
tung her: „Wer wissen will,
welchen Zweck Nachhal-
tigkeitsberichte eigent-
lich haben, kann sich bei
SCA überzeugen, wie ein
Unternehmen aus seinen
Berichtspflichten eine stra-
tegisch effektive Nachhal-
tigkeitsaktivität machen
kann.“
SCA Sustainability Report
2012
DAS „DREI-BÄUME-VERSPRECHEN“ von
SCA Velvet Tissue in Brasilien ist mit zwei
begehrten internationalen CSR-Preisen
ausgezeichnet worden. Im Rahmen des
Projekts wurden insgesamt vier Millionen
einheimische Bäume angepflanzt. SCA finan-
ziert die Aktion und führt sie gemeinsam mit
dem Forstwirtschaftsunternehmen Amata
durch. Die Auszeichnungen werden jährlich
von Partners in Protecting the Planet (PPP)
vergeben, einer Gruppe von Unternehmen,
die sich für sozial und ökologisch verantwor-
tungsbewusstes Handeln in der gesamten
Wertschöpfungskette einsetzen.
Auszeichnung für
Baumpfanzaktion
„König des
Toiletten papiers,
Liebling der
Märkte“
Die französische Tageszeitung
Le Monde über SCA.
SCA HAT EIN ÖFFENTLICHES Übernah-
meangebot für das chinesische Tissue-Un-
ternehmen Vinda abgegeben, das an der
Hongkonger Börse notiert ist. Das Angebot
ist an die Bedingung geknüpft, dass SCA
mehr als 50 % der Anteile an Vinda erhält.
SCA, gegenwärtig der zweitgrößte Anteils-
eigner von Vinda, bietet 11,00 Hongkong-
Dollar pro Aktie. Das stellt einen Aufschlag
von ca. 34,5 % gegenüber dem durch-
schnittlichen Schlusskurs in den vorange-
gangenen 30 Handelstagen dar und würde
einer Marktkapitalisierung von ca. 9,4 Mrd.
SEK für alle Vinda-Aktien entsprechen.
SCA ist seit 2007 Anteilseigner von Vinda
und hält gegenwärtig 21,7 % an dem Un-
ternehmen. Darüber hinaus stellt SCA zwei
Mitglieder des Vorstands. Vinda ist das
drittgrößte Tissue-Unternehmen in China,
dem zweitgrößten Tissue-Markt der Welt.
2012 stieg der Umsatz von Vinda um 26 %,
was einer Marktkapitalisierung von rund 5
Mrd. SEK entspricht. Die operative Marge
des Unternehmens lag bei 12,9 %.
SCA will Mehrheit
an Vinda kaufen
Investitionen
in Weichholz-
produkte
FOKUS: WASSER
Der Zugang zu sauberem Wasser wird zur
nächsten großen Herausforderung für die
Weltwirtschaft. Es gibt nicht genügend Süßwasser
für alle. Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und
Klimawandel sorgen dafür, dass Wasser bald
ein äußerst wertvolles Gut sein wird.
Wasser ist das neue Erdöl.
Wasser
Die Herausforderung
text SUSANNA LINDGREN fotos GETTY IMAGES
6 SCA SHAPE 3 2013
  G
UT 70 PROZENT unseres Planeten sind
mit Wasser bedeckt. Dass trotzdem Was-
sermangel herrscht, wirkt auf den ersten
Blick absurd. Bei 97,5 Prozent des Ober-
fächenwassers handelt es sich allerdings
um Salzwasser und ein Großteil der restlichen 2,5
Prozent ist als Eis in Gletschern und an den Pol-
kappen eingeschlossen. Das Oberfächenwasser
aus Seen und Flüssen macht lediglich ein Prozent
des potenziell trinkbaren Süßwassers aus. Die
UNO kommt zu dem Schluss, dass es auf den meis-
ten Kontinenten – auf über 40 Prozent der Erd-
oberfäche – bereits Wassermangel gibt.
„Wenn das gesamte Wasser auf der Erde in einen
Zehn-Liter-Kanister passen würde, würde das
gesamte verfügbare Süßwasser aus unseren Flüs-
sen und Seen in einen Ein-Milliliter-Messlöfel pas-
sen“, veranschaulicht Gustaf Olsson das Problem.
Seit einigen Jahren beschäftigt sich der Profes-
sor für Automatisierungstechnik an der schwe-
dischen Universität Lund mit dem Problem, dass
gegensätzliche Interessen um die knappe Ressour-
ce Wasser konkurrieren. Im Jahr 2025 werden nach
Schätzungen der UNO 1,8 Milliarden Menschen
in Regionen mit absolutem Wassermangel leben.
2050 werden über zwei Milliarden Menschen in
48 Ländern keinen Zugang zu genügend Wasser
haben. Das macht die Frage der Wasserversorgung
zu einem drängenden Problem.
SCA SHAPE 3 2013 7
Für den zunehmenden Wassermangel gibt es
zwei Hauptgründe: den Klimawandel und das
Wachstum der Weltbevölkerung. Der Einfuss
des Klimawandels zeigt sich schon heute in Wet-
terlagen, die immer extremer werden. In Südeu-
ropa und im Westen der USA trocknen die Flüsse
im Sommer aus, dagegen kam es im Sommer in
Mitteleuropa zu den schlimmsten Überschwem-
mungen seit Jahrzehnten. In Indien, wo es oft reg-
net, sind die Niederschläge zu heftig, um richtig
abfießen zu können, und in Ostasien verhält sich
das Wetter während des Monsuns zunehmend
unvorhersehbar.
BEI EINER WELTBEVÖLKERUNG, die Woche für
Woche um eine Million ansteigt, wird das Problem
der Wasserversorgung nicht kleiner. Die anwach-
sende Bevölkerung, meist in Städten konzent-
riert, braucht Wasser und sanitäre Anlagen. Diese
Bedürfnisse und der vielerorts steigende Lebens-
standard erhöhen unweigerlich auch den Energiebe-
darf. „Energie braucht Wasser – zur Förderung von
Rohstofen, zur Umwandlung in und zum Transport
von Energie“, erklärt Olsson. „Das schaft Konfik-
te. Den meisten Menschen ist klar, dass die Förde-
rung und Aufereitung von Wasser energieintensiv
ist, doch oft ahnen sie nicht, dass die dazu erforder-
liche Energie enorm viel Wasser braucht.“
Olsson verweist auf den Bau von zwei der welt-
größten Kohlekraftwerke in Südafrika.
„Natürlich braucht das Land Energie, aber die
Energieversorger haben immer Vorrang bei der
Wasserversorgung“, sagt er. „Der Abbau von Koh-
le hat großen Einfuss auf die Flüsse und das wer-
den alle Einwohner in dieser Gegend zu spüren
bekommen. Wir müssen solche möglichen Inter-
essenkonfikte im Auge behalten. Für die Gas- und
Ölförderung in den trockenen Gebieten im Süd-
westen der USA müssen große Wassermengen mit
Trucks angeliefert oder aus großer Tiefe hochge-
pumpt werden. Das verschlechtert die CO
2
-Bilanz
erheblich und stellt die Landwirtschaft vor große
Probleme.“
FOKUS: WASSER
„ Energie ist heute nicht mehr
unser drängendstes Problem –
sondern das Wasser.“
Gustaf Olsson
Rhein-Hochwasser in
Köln.
8 SCA SHAPE 3 2013
47%
2030 werden
47 Prozent der
Weltbevölkerung
in Gebieten mit
Wasserknappheit
leben. Betroffen
sind hauptsächlich
die Entwicklungs-
länder, in denen es
bereits heute nur
eingeschränkten
Zugang zu sanitären
Anlagen gibt.
WorldWater
Development Report,
WWDR, 2012
SCA SHAPE 3 2013 9
Der Kampf um das Wasser ist kein neues Phäno-
men. Die Türkei, Syrien, der Irak und der Iran strei-
ten sich seit Jahren über die Nutzung des Wassers
aus Euphrat und Tigris. Und in Afrika hat die Nut-
zung des Nils zu erheblichen Spannungen geführt.
„Durch die Dürren in den USA kam es 2012 zu
Ernteausfällen“, sagt Olsson. „Innerhalb von fünf
Wochen stieg der Maispreis um 40 Prozent. Dar-
aufin beschwerten sich die einen über den stei-
genden Preis für Ethanol und die anderen über die
steigenden Nahrungsmittelpreise.“
DIE WASSERRESERVEN beeinfussen fast alle
Bereiche der Gesellschaft: Das Gesundheitswe-
sen, die Nahrungsmittelproduktion, die Industrie
und die nachhaltige Entwicklung sind gleicher-
maßen betrofen. Der zunehmende Wasserman-
gel macht eine umfassende Einschätzung der
Folgen für Wasser, Energie und Nahrungsmittel
erforderlich.
„Wasser muss einen Preis haben“, meint Olsson.
„Leider unterschätzen wir den Wert, den Wasser
hat. In den meisten Ländern besteht kein Zusam-
menhang zwischen dem Preis und der Verfügbar-
keit des Wassers. Jeder Mensch benötigt täglich
zwischen 20 und 25 Liter Wasser für den persön-
lichen Bedarf. Das sollte ein Menschenrecht sein.
Es gibt aber kein Menschenrecht auf Wasser-
verschwendung und auch keines auf eine Auto-
wäsche, schon gar nicht für Wüstenbewohner.
Dennoch ist Wasser in Las Vegas, das unter Was-
sermangel leidet, billiger als im wasserreichen
Schweden.“
In vielen Ländern gibt es bereits verbrauchsab-
hängige Wasserpreise. So kostet in China, Grie-
chenland und Malaysia der letzte Kubikmeter
Wasser mehr als der erste. „Wenn es keinen Preis
für das Wasser gibt, gibt es auch keinen Anreiz
zum Wassersparen“, erklärt er. „Drei Viertel des
weltweiten Süßwasservorrats werden in der Land-
wirtschaft verwendet und dabei oft verschwendet.
Im mittleren Westen der USA ist der Grundwas-
serspiegel so niedrig, dass Wasser aus einer Tiefe
von über 100 Metern nach oben gepumpt werden
muss. In Teilen Indiens sinkt der Grundwasser-
spiegel jedes Jahr um zehn Meter. Das Oberfä-
chenwasser in den Flüssen und Seen ist häufg so
stark verunreinigt, dass es sogar zur Bewässerung
in der Landwirtschaft ungeeignet ist. Das ist nicht
nachhaltig.“
GRUNDWASSERFÜHRENDE Schichten sind
ersetzbar, doch es dauert mehrere hundert Jah-
re, bis sich das Grundwasser regeneriert hat. Es
gibt nur drei Möglichkeiten für den Zugang zu
Süßwasser, erklärt Olsson: tiefer bohren, verun-
reinigtes Wasser aufereiten oder Salzwasser ent-
salzen. Der Internationale Entsalzungsverband
IDA schätzt, dass über 300 Millionen Menschen
auf entsalztes Wasser angewiesen sind. Einige der
größten Entsalzungsanlagen befnden sich auf der
arabischen Halbinsel.
„Energie ist heute nicht mehr unser drängends-
tes Problem – sondern das Wasser“, erklärt Olsson.
„Das Wasser hat den Platz eingenommen, den frü-
her das Öl hatte.“
„ Wasser
muss einen
Preis haben.
Leider
unterschät-
zen wir den
Wert, den
Wasser hat.“
Gustaf Olsson
De Derr Ka Kamp mpff um umddas as WWaa
men. Die Türkei, Syrien,
ten sich seit Jahren über d
70%
Durch das weltweite
Bevölkerungswachs-
tum wird der Nahrungs-
mittelbedarf im Jahr
2050 um 70 Prozent
gestiegen sein. Der
erforderliche Ausbau
der Landwirtschaft
führt zu einem deutlich
höheren Wasser- und
Energiebedarf und
damit zu mehr Wett-
bewerb zwischen den
Wasserverbrauchern.
UNESCO
Drei Viertel des weltweit
verbrauchten Süßwassers
wird für die Landwirtschaft
verwendet.
10 SCA SHAPE 3 2013
  W
ASSER SPIELT eine wichtige Rolle in
fast allen Stufen der Papierherstel-
lung. SCA verbraucht weltweit rund
210 Millionen Kubikmeter Wasser
pro Jahr. 60 Prozent davon dienen
zum Fasertransport, 40 Prozent als Kühlmittel.
Das Kühlwasser hat nur einen sehr geringen Ein-
fuss auf die Umweltauswirkungen von SCA, aber
das Prozesswasser, also der überwiegende Teil der
anderen 60 Prozent, steht seit vielen Jahren im
Blickpunkt der Umweltabteilung. Das Prozess-
wasser wird vor dem Ablassen gereinigt.
„Unser Hauptziel ist eine Senkung des Was-
serbedarfs durch umweltverträgliche Verfahren
und eine nachhaltige Reinigung des Abwassers“,
erklärt Patrik Isaksson, SCA Vice President for
Environmental Afairs.
Ausgehend von Empfehlungen des World
Resources Institute und eigenen Bewertungen
hat SCA neun Standorte in Regionen mit Was-
serknappheit als Schwerpunkte ausgewählt. Die
Sahagún-Tissue- und Papierfabrik liegt in einem
Gebiet mit geringen Wasserressourcen.
„Unsere Fabrik liegt in der Nähe von Mexiko-
Stadt, einem Ballungsraum, wo das Wasser knapp
und damit auch teuer ist“, erklärt Roberto Deleón,
Werkleiter in Sahagún.
Die Fabrik wurde 2011 gebaut und ist damit
Wasser zählt –
besonders in Mexiko
Jedes Jahr fließen Millionen Kubikmeter
Wasser durch die SCA Papierwerke auf
der ganzen Welt. Die Papierherstellung ist
sehr wasserintensiv. Deshalb hat sich SCA
ehrgeizige Ziele gesetzt, um das Wasser
so intelligent und nachhaltig wie möglich
zu nutzen – besonders in einem Land wie
Mexiko, wo es ein wertvolles Gut ist.
SCA SHAPE 3 2013 11
FOKUS: WASSER
„ Unser
Hauptziel
ist eine Sen-
kung des
Wasserbe-
darfs durch
umweltver-
trägliche
Verfahren .“
Patrik Isaksson
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Blick auf die Abwasseraufbereitungs-
anlage, die im Werk in Sahagún große
Einsparungen beim Frischwasserver-
brauch ermöglicht.
das weltweit jüngste SCA Werk. Beim Bau der
Fabrik wurde auch auf eine adäquate Wasserver-
sorgung geachtet. Die Fabrik ist so konzipiert,
dass der Süßwasserbedarf möglichst gering ist.
„Sobald die Produktion zuverlässig lief, haben wir
uns verstärkt um eine optimale Wassernutzung
gekümmert“, sagt Deleón. „Anfangs brauchten
wir 25 Kubikmeter Wasser pro Tissue-Tonne.“
NEBEN DEM UMWELTSCHUTZ spielten auch
fnanzielle Aspekte eine Rolle: Die hohen Was-
serkosten sind ein guter Anreiz, den Wasserver-
brauch zu senken. Bei einem Kubikmeterpreis von
umgerechnet 0,71 Euro kostet die Wassermenge
für eine Tonne Papier rund 18 Euro. Für jede Sen-
kung des Wasserbedarfs um einen Kubikmeter pro
Tonne Papier belaufen sich die jährlichen Einspa-
rungen auf 45.000 Euro.
„Die Deinking-Anlage, wo wir Zellstof aus
Altpapier gewinnen, war sehr wasserintensiv“,
erklärt Deleón. „Wir haben unsere Abläufe geän-
dert und einen Teil des Wassers aus der zweiten
Stufe der Papierherstellung für die Zellstofaufe-
reitung wiederverwendet.“
Dadurch und durch Verbesserungen in den
Unterdruckanlagen konnten Deleón und seine
90%
Durch gute sanitäre
Anlagen und sauberes
Trinkwasser würde es
fast 90 Prozent weniger
Durchfallerkrankungen
geben.
WHO
Kollegen den Wasserverbrauch von 25 auf 18
Kubikmeter pro Tonne Papier senken. Mit einer
dritten Maßnahme – Verbesserungen bei den
Pumpendichtungen in der Zellstofproduktion
und bei der Papiermaschine – konnte der Ver-
brauch weiter auf 15,7 Kubikmeter pro Tonne
reduziert werden.
„Unser Ziel sind 10 Kubikmeter bis 2016“, sagt
Deléon. „Dazu müssen wir uns mit Umwälzraten
und Ionenladungen befassen. Das ist technisch
sehr anspruchsvoll, doch wir kommen dem Ziel
schrittweise näher.“
ENDE 2012 HATTE SAHAGÚN den Wasserver-
brauch um 15 Prozent verringert. Das Werk hat
eine eigene Wasseraufereitungsanlage und
nutzt ein biologisches System zur Eliminierung
organischer Stofe im Abwasser. Dadurch erfüllt
Sahagún bereits heute die anspruchsvollen SCA
Wasserziele, die bis 2015 mechanische und bio-
logische Abwasseraufereitungsanlagen für alle
Zellstof- und Papierfabriken vorsehen. Von den
40 SCA Zellstof- und Papierfabriken gibt es in 38
Werken biologische Aufereitungsanlagen und
in einem weiteren Werk wird gerade eine Anlage
installiert.
FOKUS: WASSER
12 SCA SHAPE 3 2013
Die Tissue-Produktion erfordert viel Wasser, doch Werkleiter Roberto Deleón und sein Team
haben den Wasserverbrauch von 25 auf 18 Kubikmeter pro Tonne Papier gesenkt.
DIE RESSOURCE WASSER ist äußerst
ungleichmäßig verteilt, wodurch die Was-
sernutzung zu einem lokalen Problem wird
– im Unterschied zum Klimawandel, der
ein globales Problem ist. Durch die Redu-
zierung des Wasserverbrauchs in einer
wasserreichen Region lassen sich die Ver-
sorgungsprobleme in wasserarmen Regio-
nen nicht lösen.
Die meisten SCA Fabriken (verantwort-
lich für 97,5 Prozent des Gesamtwasser-
bedarfs von SCA) liegen in Gegenden, in
denen es keine Wasserknappheit gibt. SCA
führt Wassersparprogramme in Regio-
nen mit Wassermangel durch und will bis
2015 den Wasserverbrauch in wasserar-
men Regionen um zehn Prozent gegenüber
2010 senken.
Obwohl der Wasserverbrauch von SCA
in diesen Ländern und Regionen – Itali-
en, Spanien, Mexiko, Kolumbien, Australi-
en und der Südwesten der USA – lediglich
2,5 Prozent des Gesamtverbrauchs von
SCA ausmacht, haben die geplanten Ver-
brauchssenkungen lokal eine große
Bedeutung. Bis Ende 2012 konnte der Was-
serverbrauch in diesen Region schon um
3,4 Prozent gesenkt werden. Die ehemali-
gen Standorte von Georgia-Pacific werden
erst 2013 überprüft und dann in die SCA
Wasserziele integriert.
Immer mehr Menschen leben in wasserarmen Gegenden
– am stärksten betroffen sind die Entwicklungsländer.
REGIONEN MIT
WASSERKNAPPHEIT
Nach Ansicht von SCA ist der Wert des Wasser-Fußabdrucks auf Pro-
duktebene eine komplexe Größe und nur schwer vergleichbar, da der
Zugang zu Wasser regional unterschiedlich ist. Was in einer Region
als hoher Verbrauch gilt, kann in einer anderen Region als eher gering-
fügig gelten.
WASSER-FUSSABDRUCK
DER WASSER-FUSSABDRUCK gibt an, wie viel
Wasser ein Mensch, ein Unternehmen oder
ein Land zur Herstellung eines Produkts oder
einer Dienstleistung benötigen. Beispiel: Für
die Herstellung von einem Kilo Rindfleisch
werden 10.000 bis 20.000 Liter Wasser be-
nötigt. Ein Durchschnittsbürger verbraucht
1.564 Kubikmeter Wasser pro Jahr. In den
USA beträgt der durchschnittliche Verbrauch
2.895 Kubikmeter. Die Auswirkungen des
Wasserfußabdrucks hängen davon ab, wo
und wann das Wasser gewonnen wird. An Or-
ten mit Wassermangel können die sozialen
und ökologischen Folgen verheerend sein.
Quelle: WWF
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14 SCA SHAPE 3 2013
10 FRAGEN
SCA SHAPE 3 2013 15
Der Pferde-
füsterer
Tobbe Larsson reist mit seinen
Pferden durch die ganze Welt. Mit
seinen Shows füllt der Kunstreiter
große Veranstaltungsorte wie das
Wembley-Stadion in London und
die Globe Arena in Stockholm. Ohne
Peitsche und Steigbügel, nur mit
Worten, dirigiert er seine Pferde.
text JONAS REHNBERG
fotos STAFFAN JOHANSSON
16 SCA SHAPE 3 2013
10 FRAGEN
W
as ist das Besondere an Pferden?
Menschen und Pferde haben eine
gemeinsame Geschichte. Tausende
Jahre lang haben uns die Pferde in
der Schlacht, auf der Jagd und bei der
Reise begleitet, sodass eine tiefe Bindung entstan-
den ist. Pferde sind universelle Geschöpfe, alle
Pferde sprechen die gleiche Sprache. Der Mensch
kann mit Pferden aus jedem Land und jeder Ras-
se kommunizieren – selbst mit Wildpferden. In
Spanien und im Nahen Osten sind Pferdebesitzer
hoch angesehen, aber in einem Land wie Schwe-
den ist Reiten heute fast ausschließlich ein Hobby
von Mädchen. Dass Pferde zu meinen Lieblings-
tieren wurden, war eher ein Zufall. Wir lebten
auf dem Land, aber nicht auf einem Bauernhof,
sondern in einem normalen Haus. Ich hatte viele
Tiere, Meerschweinchen, Hunde, aber auch Heu-
schrecken. Mein erstes Pferd habe ich mit sieben
bekommen.
Können Sie mit Pferden sprechen?
Ich verstehe ihre Signale und sie können mei-
ne Körpersprache und Stimme deuten. Das ist
eigentlich nichts Besonderes und mit dem Hun-
detraining vergleichbar. Früher gehörten Pferde
zum Haushalt, so wie Hunde heute noch, und
wer damals sein Pferd nicht beherrschte, konnte
schnell in der Schlacht getötet werden. Dass ich
Legastheniker bin, trägt wahrscheinlich zu mei-
nem engen Verhältnis zu Tieren bei. Für mich war
es ein befreiendes Gefühl, als ich merkte, dass
man auch ohne Schreiben und Sprechen kommu-
nizieren kann.
Ihre größte Leidenschaft ist das sogenannte
Freiheitstraining. Was ist das?
Das Pferd wird nur locker geführt, aber nicht
geritten. Es wird kaum berührt und die Kommu-
nikation erfolgt weitgehend über die Persönlich-
keit: Augen, Stimme, Bewegungen und Körper-
sprache. Wenn Sie ein Pferd reiten, können Sie es
durch leichten Druck lenken. Beim Freiheitstrai-
ning geht das nicht. Die enge Beziehung zu den
Pferden, die sich beim Freiheitstraining entwi-
ckelt, ist Voraussetzung für eine präzise Dressur.
Mögen Pferde das Training überhaupt?
Beim Freiheitstraining kann ich keinen körper-
lichen Druck ausüben. Die Pferde würden meinen
Anweisungen gar nicht folgen, wenn sie keinen
Spaß hätten. Nur so ist es überhaupt möglich, dass
ich acht Monate mit ihnen auf Tour bin und bis
zu fünf Shows an jedem Wochenende gebe. Man
darf das Pferd natürlich nicht überfordern und
muss einige Tricks parat haben. Verlangt man zu
viel, ermüdet das Pferd. Andererseits platzt es vor
Stolz, wenn alles klappt.
Kann jemand, der Ihre Bewegungen kopiert, Pferde
genauso gut führen wie Sie?
Nein. Manchmal kommt jemand aus dem Pub-
likum in die Arena und versucht, meine Bewegun-
gen nachzuahmen, aber dann dreht sich das Pferd
zu mir und will wissen: „Was ist denn jetzt los?“
Wie sollte ein Amateur mit einem unbekannten Pferd
kommunizieren?
Pferde sind umgängliche Wesen. Sie sind von
Natur aus nicht aggressiv und wollen den Men-
schen nicht angreifen, aber man sollte nicht am
falschen Ort stehen. Ein Pferd wiegt eine halbe
Tonne und kann einen leicht verletzen. Wenn
Pferde miteinander spielen, kann das mit Beißen
und Treten schon ziemlich grob sein. Wir Men-
schen sind dafür nicht robust genug, selbst wenn
wir Helm und Weste tragen. Zeigen Sie Respekt,
aber seien Sie nicht unsicher oder ängstlich. Seien
Sie nicht aufdringlich. Lassen Sie das Pferd den
ersten Schritt machen und Ihnen dann folgen. Das
Pferd ist ein Herdentier.
Stimmt es, dass Sie mit dem Kronprinz von Dubai
befreundet sind?
Ja, er kommt oft zum Pferdetraining vorbei und
ich besuche ihn mehrmals im Monat.
Sie haben Ihre eigene Fernsehshow. Worum geht es
dabei?
Bei „Ponnyakuten“ (Die Ponyklinik) helfe ich
Menschen, die Probleme mit ihren Pferden
„ Ich bin ein schlechter Verlierer und
nehme nicht an Wettkämpfen teil,
bei denen ich verlieren könnte.“
Name: Tobbe Larsson
Alter: 38
Wohnort: In einem
ehemaligen Pfarrhaus
(gebaut 1863) in Sjörup
(Südschweden).
Tobbe Larsson
„ Ich ver-
stehe ihre
Signale
und sie
können
meine
Körper-
sprache
und
Stimme
deuten.“
18 SCA SHAPE 3 2013
Seit er mit sieben sein erstes
Pferd bekam, hat Tobbe
Larsson eine besondere
Beziehung zu Pferden.
BEQUEME SCHLAFSTELLE FÜR PFERDE
SCA hat Einstreu-Pellets
aus reinem Sägemehl
entwickelt. Wenn die Pel-
lets angefeuchtet wer-
den, dehnen sie sich auf
das Zwei- bis Dreifache
aus und zerfallen schnell
in Sägemehl. So bildet
sich auf dem Boden der
Pferdebox ein weicher,
belastbarer und staub-
freier Belag. Die Einstreu-
Pellets haben sich auch
bei Pferden bewährt, die
unter Druckgeschwüren
leiden.
Tobbe Larsson ist Botschafter für
die SCA Einstreu-Pellets, die er
selbst für seine Pferdeboxen be-
nutzt. „Für mich ist wichtig, dass
meine Pferde eine angenehme
und gesunde Umgebung haben,
und ich möchte, dass mein Stall
hell, frisch und leicht zu säubern
ist“, sagt Larsson.
Die Pellets machen den Stall zu
einer weichen, bequemen Schlaf-
stelle. Es handelt sich um ein ab-
solut natürliches Produkt ohne
künstliche Zusätze, das überall
im Schweden lieferbar ist.
10 FRAGEN
haben. Oft sind sie so auf das Turnier-
training fxiert, dass sie vergessen haben,
den Pferden auch die einfachen Befehle
beizubringen. Man muss viel Zeit mit
einem Pferd verbringen, bis man es wirk-
lich gut kennt.
Sie sind ein ausgezeichneter Reiter.
Warum nehmen Sie nicht an Turnieren teil?
Ich bin ein schlechter Verlierer und
nehme nicht an Wettkämpfen teil, bei
denen ich verlieren könnte. Merkwürdi-
gerweise bin ich in großen Arenen we-
niger nervös als vor kleinem Publikum.
Das liegt vielleicht daran, dass ich in ei-
nem großen Stadion wie in Wembley die
einzelnen Zuschauer gar nicht erkennen
kann.
Wollten Sie jemals auch andere Tiere
trainieren?
Nein. Ich habe einen Hund, aber der
hört überhaupt nicht auf Kommandos.
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20 SCA SHAPE 3 2013
SHAPE UP
Check out what’s happening
outside SCA.
SHAPE UP
Lebendige 
Kunst 
SEIT EINIGEN Jahren erobern „hängen-
de Gärten“ die Innenstädte. Pflanzen
können kahle Wände zum Leben erwe-
cken, bepflanzte Innenwände wirken sich
positiv auf die Stimmung aus und tragen
zu einer sauberen Raumluft bei. Wir sind
konzentrierter, zufriedener und weniger
gestresst, wenn wir uns mit Pflanzen
umgeben. Der französische Botaniker
Patrick Blanc, der „Meister der Pflanzen-
wände“, strebt eine Harmonie von Natur
und Gebäude an. Eines seiner bekann-
testen Werke ist die Pflanzenwand am
Musée du Quai Branly in Paris. Blancs
Pflanzenwände sind praktisch überall
und in jedem Klima möglich, an Außen-
mauern genauso wie an Innenwänden.

www.verticalgardenpatrickblanc.com
DER MEERESBIOLOGE und Erfnder
Peter Morgan aus Simbabwe ist für
seine Innovationen im Sanitär- und
Wasserbereich mit dem Stockhol-
mer Wasserpreis 2013 ausgezeichnet
worden. Mit seinen Erfndungen hat
Morgan die Lebensqualität und den
Gesundheitsschutz von Millionen Men-
schen verbessert. Er erfand eine Reihe
intelligenter und trotzdem preisgünsti-
ger Wasser- und Sanitärverfahren, die
heute weltweit genutzt werden.
„Viele Wasser- und Sanitärlösungen
sind unpraktisch und für ärmere Men-
schen unerschwinglich“, begründete
die Auswahlkommission die Preisver-
leihung. „Morgan hat Menschen gehol-
fen, die am meisten Unterstützung
bedürfen. Dank seiner Pionierarbeiten
gibt es heute in vielen Gemeinden sau-
beres Wasser, eine saubere Umwelt und
eine bessere Lebensqualität.“
Mit Morgans Lösungen können
Gemeinden eine autonome Infra-
struktur aufauen. Für jedes seiner
Verfahren hat der
Forscher passende
Schulungsunterlagen
entwickelt, mit denen
Fachleute vor Ort die
Lösungen eigenstän-
dig installieren, war-
ten und verbessern
können.
Wasserversorgung für die Armen
Peter Morgan
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Neues aus aller Welt
SCA SHAPE 3 2013 21
Zurück in die Zukunft: Aus
Zeitungen werden wieder
Baumstämme.
Schutz vor
Infektionen
durch Östrogen
Östrogen fördert die Bildung
körpereigener Antibiotika. Eine
neue Studie des Karolinska-
Instituts in Schweden fand
heraus, dass Östrogen die In-
fektionsgefahr der Harnwege
verringert. Harnwegsinfekte
gehören zu den häufigsten
Krankheiten, mehr als die Hälf-
te aller Frauen sind davon im
Lauf ihres Lebens betroffen.
Die aktuellen Studienergebnis-
se zeigen, dass Östrogensup-
plemente gegen wiederholte
Harnwegsinfekte in der Meno-
pause helfen können.
2,5
Milliarden Menschen hatten
Ende 2011 keinen ausrei-
chenden Zugang zu sanitären
Anlagen. Das sind 36 Prozent
der Weltbevölkerung. In der
Subsahara-Afrika, Ozeanien
und Südasien ist der Mangel
an sanitären Einrichtungen am
größten. Quelle: www.unicef.org
Recycling
umgedreht 
Die niederländische Designerin Mieke Meijer hat
ein Material mit interessanten Eigenschaften
entwickelt. NewspaperWood, so heißt der neue
Werkstoff, besteht aus alten Zeitungen und äh-
nelt in seiner Konsistenz einem Baumstamm.
Das Material wird wie normales Holz gesägt,
gefräst und geschliffen. Beim Schneiden
sehen die Papierschichten aus wie eine Holz-
maserung. Lizenzgeber für NewspaperWood
ist das niederländische Designstudio Vij5.

www.vij5.nl/KrantHout_S_EN.html
IN JAPAN WURDE EIN ROBOTER entwi-
ckelt, der alten und behinderten Menschen
bei der Körperhygiene hilft. Die pflegebe-
dürftige Person legt sich auf den Boden der
Duschkabine und lässt sich vom Roboter
waschen. Die Spritzdüsen im Duscharm des
Roboters passen sich an Größe und Kör-
perform an. Roboter könnten eine Lösung
für den wachsenden Bevölkerungsanteil äl-
terer Menschen sein. Für Personen mit ein-
geschränkter Bewegungsfreiheit, die kein
Toilettenpapier nutzen können, gibt es in ei-
nigen Ländern bereits Automatiktoiletten.
Roboter für
Hygieneartikel
Wussten
Sie schon...
…dass sich deutlich mehr Frauen
als Männer bei Restaurantempfeh-
lungen an den Infos von Umwelt-
schutzverbänden und gemeinnüt-
zigen Organisationen orientieren?*
*Nach einer gemeinsamen Studie
von SCA und dem
US-Restaurantverband.
22 SCA SHAPE 3 2013
TECHNOLOGIE
  M
IT ASCHE UND anderen Rückständen
aus Zellstof- und Papierfabriken ge-
winnt SCA auf einem 15 Fußballfelder
großen Küstenstreifen neues Land für
ein Sägewerk. Das 2012 begonnene Bau-
vorhaben ist auf zehn Jahre angelegt.
Jedes Jahr erzeugt die schwedische Papier- und
Zellstof ndustrie rund 200.000 Tonnen Kessel-
asche und 220.000 Tonnen Grünlauge, zwei Ab-
fallprodukte, die sich zur Landgewinnung eignen.
„Wir haben das bereits für unsere SCA Papierfa-
AUF ASCHE
Asche, Schlamm und andere
Abfallprodukte aus der Holzwirtschaft
werden im Straßenbau und in der
Landgewinnung eingesetzt.
text ULF WIMAN illustration NILS-PETTER EKWALL
ZELLSTOFFFABRIK ÖSTRAND
GRÜNLAUGE
ASCHE
PAPIERFABRIK ORTVIKEN
SCA SHAPE 3 2013 23
brik Ortviken und für die Zellstoffabrik Östrand
gemacht und führen gerade ein Großprojekt am
SCA Sägewerk Tunadal durch“, erklärt Patrik Hal-
ling, SCA Vice President for Technology.
Tunadal liegt an der Ostseeküste, in der Nähe
von Sundsvall, 380 Kilometer nördlich von Stock-
holm. Insgesamt sollen 100.000 Quadratmeter
Land in der Alnö-Meerenge geschafen werden.
Das Sägewerk braucht diese Fläche, um Holz zu
lagern und sich zu vergrößern.
Seit November 2012 wird die Fabrik unauf-
hörlich von Schwertransportern besucht, jeder
beladen mit 30 Tonnen Geröll für den Pier. Der
860 Meter lange Pier, für den 750.000 Tonnen
Geröll benötigt werden, wird das Erkennungs-
zeichnen des Neulands werden. Für ausreichend
Stabilität soll ein sechs Meter tiefer und 30 Meter
breiter Graben sorgen, der im Lehmgrund ausge-
hoben wird. „Es ist gar nicht so einfach, Geröll auf
instabilem Boden zu stapeln, wenn man gar nicht
sieht, was man tut“, erläutert Projektmanager
Magnus Jinnerot von SCA.
gebaut
Grünlauge aus der
Zellstofffabrik Östrand
und Kesselasche aus der
Papierfabrik Ortviken
bilden den Boden für das neu
gewonnene Land, das das
Sägewerk Tunadal für die
Expansion braucht.
SÄGEWERK TUNADAL
24 SCA SHAPE 3 2013
TECHNOLOGIE
„Wir mussten die ganze Zeit mit einem Echolot
arbeiten.“
Nach Fertigstellung des Piers gegen Ende des
Sommers wird die zweite Bauphase beginnen. In
den nächsten zehn Jahren soll die Bucht jedes Jahr
mit 26.000 Tonnen Asche und 10.500 Tonnen
Schlamm aus Ortviken sowie mit 10.300 Tonnen
Asche und 22.500 Tonnen Grünlauge aus Östrand
aufgefüllt werden.
Jinnerot weiß, dass das Gemisch aus Asche,
Lauge und Schlamm ein gutes Baumaterial abgibt:
„Sobald das Gemisch im Wasser ist, härtet es aus
und wir können darauf Wege, Lagerschuppen und
andere Leichtgebäude bauen.“
Obwohl die Landgewinnung im Wasser schwie-
rig ist und lange dauert, ist sie für SCA günstiger
als die Entsorgung der Abfallprodukte auf einer
Deponie. Außerdem kann das neu gewonnene
Land für die weitere Expansion genutzt werden.
Das Verfahren bietet mehrere Vorteile, wie Jin-
nerot erklärt: „Wir bekommen das Land, das wir
brauchen, und müssen keine Entsorgungsgebüh-
ren zahlen. Und da Ortviken und Östrand in der
Nähe von Tunadal liegen, vermeiden wir lange,
teure Transporte – eine schöne, umweltverträgli-
che Lösung.“
BEI EINEM HÖHEREN Reinheitsgrad könnte aus
der Asche sogar Beton gewonnen werden. SCA hat
die Eignung von Asche als Pfanzendünger und als
Baumaterial für Straßen geprüft, aber der Bedarf
wäre so gering, dass der meiste Abfall trotzdem
auf der Deponie landen würde.
Auslöser für die Suche nach kostengünstigen,
nachhaltigen Wiederverwendungsmöglichkeiten
für die Produktionsabfälle waren hohe Steuern
und laufend verschärfte Umweltvorschriften.
SCA hat mehrere Entsorgungsoptionen für
die 73.000 Tonnen geprüft, die in Ortviken und
Östrand im kommenden Jahr schätzungsweise
anfallen. „Allein in Ortviken entstehen jeden Tag
70 Tonnen Asche“, sagt Halling. „Angesichts der
Kosten- und Umweltprobleme haben wir uns für
die Landgewinnung bei Tunadal entschieden.“
„ Wir bekom-
men das
Land, das wir
brauchen,
und müssen
keine Entsor-
gungsgebüh-
ren zahlen.“
Magnus Jinnerot, SCA
AUFBEREITUNG
VON ABFALL-
PRODUKTEN
Fast eine Million Tonnen
Asche, Grünlauge und
Schlamm aus der SCA
Papierfabrik Ortviken und
der Zellstofffabrik Östrand
werden zur Landgewin-
nung für das Sägewerk
Tunadal genutzt.
Die Asche aus Ortviken
stammt aus den Neben-
produkten der Holzver-
arbeitung, vor allem aus
Rinden und Spänen, die für
die Dampf- und Heizwas-
sererzeugung verbrannt
werden. Der Schlamm ist
ein Abfallprodukt der Pa-
pierbeschichtung.
In Östrand entsteht
Grünlauge bei der Wieder-
aufbereitung von Chemi-
kalien und Asche als Rück-
stand bei der Verbrennung
von Biokraftstoff.
Am Sägewerk Tunadal sollen 100.000 Quadratmeter Neuland entstehen. Das Sägewerk braucht
das Land als Lagerfläche und für die künftige Expansion.
FEATURE
26 SCA SHAPE 3 2013
SCA SHAPE 3 2013 27
MARKT
„ Ein ganz beson-
derer Moment
war für mich, als
meine Frau
zum ersten
Mal unsere
Tochter in den
Arm nahm.“
Billy Allen
FÜR EINEN WERDENDEN Vater
ändert sich das Leben von Grund
auf. Kinder bereiten Freude – und
sind ein ständiger Quell elterli-
cher Sorge. Shape sprach mit vier
Vätern aus vier verschiedenen Tei-
len der Welt. Jedes Land hat eige-
ne Traditionen, doch die magischen
Augenblicke der Vaterschaft schei-
nen überall gleich zu sein.
Der
Zauber
der Vaterschaft
text DANIEL DASEY UND ANNA GULLERS
fotos PONTUS HÖÖK UND SVANTE ÖRNBERG
28 SCA SHAPE 3 2013
MARKT
Welche Erwartungen hatten Sie vor der
Geburt?
Ich wollte schon immer Vater werden, so schnell
wie möglich. Wir wussten nicht, wie sich das Baby
auf unser Verhältnis als Paar auswirken würde.
Klar war, dass wir mit erheblich weniger Schlaf
auskommen müssen und weniger Zeit für Freunde
und Hobbys haben würden.
Hat Sie etwas besonders überrascht?
Die ersten beiden Nächte auf der Geburtsstation
– ich war überrascht, wie nervös ich war. Es heißt
zwar immer, dass über einem Baby die schützen-
de Hand Gottes schwebt, doch als Vater passt du
immer auf dein Baby auf. Die erste Nacht war
absolut nervenaufreibend. Wir waren ganz aufge-
regt und auch ein bisschen ängstlich, dass die Klei-
ne nicht einschlafen oder dauernd wieder aufwa-
chen würde.
Gibt es etwas, was Sie schon vor der Geburt gern
gewusst hätten?
Zum Glück gibt es Handys, Computer und
iPads. Wenn wir Informationen brauchen, goo-
geln wir einfach. Du musst dir nicht mehr bei jeder
Kleinigkeit Sorgen machen oder zum Arzt gehen.
Du schaust im Internet nach und stellst fest: „Das
ist völlig in Ordnung für das Alter. Mein Baby ist
ganz normal.“
Haben Sie mit Ihrer Frau vor der Geburt einen Kurs in
Säuglingspflege besucht?
Wir haben einen Lamaze-Kurs für sanfte
Geburten und einen Säuglingspfegekurs besucht.
Die Kursleiterin arbeitet schon seit vielen Jahren
in der Geburtshilfe. Sie hat uns beruhigt und unse-
re Fragen zur Sicherheit von Autokindersitzen und
zu vielen anderen Themen beantwortet.
Was ist die größte Herausforderung für jemanden,
der gerade Vater geworden ist?
Gesund zu bleiben und gesund zu essen. Wir
waren beide Sportler in der College Division I und
treiben gern Sport. Eine Herausforderung ist auch,
unsere Kleine glücklich zu machen. Das Einschla-
fen ist nicht immer einfach, aber das hat sie bereits
ganz gut im Grif.
Was macht einen guten Vater aus?
Er unterstützt die Mutter seines Kindes. Im
Augenblick kann ich noch keine große Hilfe für
das Baby sein, aber ich kann meiner Frau helfen.
Und ich kann ein liebevoller Vater sein. Viele Väter
„ Die erste Nacht war absolut
nervenaufreibend.“ Billy Allen
sind eher unbeholfen, aber Zuwendung kommt
auch ohne große Worte aus.
Welche Werte möchten Sie Ihrem Kind vermitteln?
Wir sind sehr religiös. Der Glaube spielt in unse-
rem Leben eine große Rolle. Entscheidend sind
zudem Bildung und harte Arbeit. Mit diesen drei
Dingen kommst du sehr weit im Leben. Die christ-
lichen Werte und Moralvorstellungen – sie sind
für uns am wichtigsten. Daraus ergibt sich alles
andere.
Wie lange waren Sie in Elternzeit?
Ich bin Doktorand, schreibe meine Dissertati-
on und gehe zur Uni. Für die Geburt habe ich mir
anderthalb Wochen frei genommen. Meine Frau
blieb acht Wochen zu Hause, daher musste ich mir
nicht so lange Urlaub nehmen. Aber jetzt geht mei-
ne Frau wieder zur Arbeit und ich habe mir insge-
samt zwei Tage freigenommen, um mich um das
Baby zu kümmern.
An welchem Aspekt der Kinderbetreuung nehmen
Sie aktiv teil?
Im Augenblick unterstütze ich vor allem die
Mutter. Sie erledigt die meiste Arbeit, aber ich
wechsle die Windeln. Wenn ich tagsüber zu Hause
bin, mache ich alles. Die Milch bekommt die Klei-
ne dann aus der Flasche. Nachts, wenn sie länger
als eine halbe Stunde wach ist, stehe ich auf, gehe
mit ihr in ein anderes Zimmer und wiege sie in den
Schlaf, damit die Mutter ruhig schlafen kann.
Was ist ein magischer Moment für Sie als Vater?
Ein ganz besonderer Moment war für mich, als
meine Frau zum ersten Mal unsere Tochter in den
Arm nahm. Es war sehr emotional. Plötzlich hast
du ein Baby! Wir haben alle gebeten, den Raum
zu verlassen, damit wir uns ganz unserer Tochter
widmen konnten.
USA
Name: Billy Allen (25)
Familie: Ehefrau Cait,
Tochter Grace (im März
2013 geboren)
Wohnort: Delmar (New
York)
Hobbys: Sport, Kochen
SCA SHAPE 3 2013 29
Welche Erwartungen hatten Sie vor der
Geburt?
Dass das Leben wie vorher weitergehen würde.
Ich wusste eigentlich, was es bedeutet, Vater zu
werden, aber mein Leben und meine Einstellung
haben sich auf einen Schlag geändert.
Hat Sie etwas besonders überrascht?
Dass das Baby anfangs so viel geschlafen hat.
Ich hatte viel Schreien und schlafose Nächte
erwartet, aber stattdessen gab es viele berührende
Augenblicke und viel Nähe.
Gibt es etwas, was Sie schon vor der Geburt gern
gewusst hätten?
Nein, ich glaube, man muss gar nicht so viel
wissen. Als Vater oder Mutter macht man laufend
neue Erfahrungen und mir ist auch klar geworden,
dass das während der gesamten Zeit mit den Kin-
dern so bleiben wird.
Haben Sie mit Ihrer Frau vor der Geburt einen Kurs in
Säuglingspflege besucht?
Nein.
Was ist die größte Herausforderung für jemanden,
der gerade Vater geworden ist?
Den eigenen Vorstellungen gerecht zu werden.
Du musst begreifen, dass du jeden Tag eine enor-
me Verantwortung trägst, aber du musst auch die
schönen Augenblicke genießen können.
Was macht einen guten Vater aus?
Einfühlsam mit dem Kind umzugehen und sich
auf die neuen Aufgaben einzulassen. Du musst
dem Kind seinen Freiraum lassen und konsequent
sein. Das Kind soll spüren, dass es sich auf dich
verlassen kann.
Welche Werte möchten Sie Ihrem Kind vermitteln?
Aufgeschlossen und neugierig zu sein und andere
zu respektieren.
Wie lange waren Sie in Elternzeit?
Für die ersten beiden Kinder habe ich Elternzeit
genommen. Sobald Alexander in die Vorschule
kommt, werde ich sechs Monate zu Hause bleiben.
Für die Vorbereitung auf die Vorschule bin ich
verantwortlich.
An welchem Aspekt der Kinderbetreuung nehmen
Sie aktiv teil?
An allen – bis auf das Stillen!
Was ist ein magischer Moment für Sie als Vater?
Angelächelt zu werden, ohne dass eine Gegen-
leistung erwartet wird.
„ Den eigenen Vorstellungen gerecht
zu werden – das ist die größte Her-
ausforderung.“ Simon Nordlund
SCHWEDEN
Name: Simon Nordlund (33)
Familie: Freundin Anita
Buczko, Samuel (6),
Rebecca (3), Alexander
(geboren im März 2013)
Wohnort: Lerum
(Schweden)
Hobbys: Familie, Ausflüge,
Fussball, Golf
30 SCA SHAPE 3 2013
FEATURE
bekommst, gehört dein Leben nicht mehr dir al-
lein. Du musst lernen, zu teilen und zu geben, statt
nur zu nehmen.
Was macht einen guten Vater aus?
Verantwortungsgefühl, die Fähigkeit, Erfah-
rungen zu vermitteln, und die Bereitschaft, die
Kinder umfassend zu erziehen.
Welche Werte möchten Sie Ihrem Kind vermitteln?
Auf die Bedürfnisse anderer Menschen einzuge-
hen, Probleme zu lösen und bei vielen Aktivitäten
gut zu sein.
Wie lange waren Sie in Elternzeit?
Ich hatte nicht frei. In Russland sehen wir das
eher traditionell: Die Mutter bleibt zu Hause und
kümmert sich um das Baby. Die Männer sind die
Jäger und beschützen die Familie.
An welchem Aspekt der Kinderbetreuung nehmen
Sie aktiv teil?
Ich mache praktisch bei der gesamten Babybe-
treuung mit, aber meine Kernkompetenz ist das
In-den-Schlaf-Wiegen.
Was ist ein magischer Moment für Sie als Vater?
Zu sehen, wie die Kinder größer werden und
sich jeden Tag ein kleines bisschen weiterentwi-
ckeln. Wenn sie die ersten Schritte machen und
die ersten Worte sagen. Jeder Tag kann eine Über-
raschung bringen. Diese Augenblicke musst du
erkennen und genießen.
Welche Erwartungen hatten Sie vor der
Geburt?
Eigentlich wusste ich nicht so richtig, was sich
durch die Geburt ändern würde. Klar, ich trage
jetzt mehr Verantwortung und nehme das auch
sehr ernst. Doch unser erstes Kind war ein Junge
und da konnte ich mir vorher überlegen, was ich
ihm beibringen kann, also Sport und andere Din-
ge, die Jungs eben interessieren. Bei Polina war
es anders. Das erste Jahr würde natürlich viele
schlafose Nächte bedeuten und man muss seine
eigenen Bedürfnisse zurückstellen. Als klar wur-
de, dass wir ein Mädchen bekommen, wollte ich
Kleider kaufen und das Kinderzimmer rosa strei-
chen. Ich hielt mich für einen erfahrenen Vater,
der schon weiß, wie man Windeln wechselt und
ein Baby in den Schlaf wiegt.
Hat Sie etwas besonders überrascht?
Polina ist ganz anders als ihr älterer Bruder. Die
ganze Familie musste sich auf ihr Temperament
einstellen, was nicht immer einfach war. Statt
rosa und weiße Kleidchen zu kaufen, musste ich
stundenlang ein schreiendes Baby beruhigen und
gleichzeitig die Hausaufgaben meines Sohnes
kontrollieren.
Gibt es etwas, was Sie schon vor der Geburt gern
gewusst hätten?
Damals dachte ich, ich wüsste schon alles. Heu-
te ist mir klar, dass nicht wir das Leben unserer
Kinder gestalten – sie gestalten unser Leben.
Haben Sie mit Ihrer Frau vor der Geburt einen Kurs
für Säuglingspflege besucht?
Meine Frau ist zu einem Kurs gegangen, denn das
hatte die Geburtsklinik so verlangt. Ich habe mich
mehr darum gekümmert, unseren Sohn, bis dahin
der Mittelpunkt unserer Familie, auf die Ankunft
seiner Schwester vorzubereiten. Junge Eltern sind
oft so stark auf ihr Baby fxiert, dass sich die älteren
Kinder schnell vernachlässigt fühlen. Sich weiter
um die älteren Kinder zu kümmern, ist genauso
wichtig wie die Vorbereitung auf das neue Baby.
Was ist die größte Herausforderung für jemanden,
der gerade Vater geworden ist?
In der Lage zu sein, das bisherige Leben kom-
plett auf den Kopf zu stellen. Wenn du ein Kind
„ Statt rosa und weiße Kleidchen
zu kaufen, musste ich stunden-
lang ein schreiendes Baby beru-
higen.“
Maxim Barkov
RUSSLAND
Name: Maxim Barkow (39)
Familie: Ehefrau Marina,
Sohn Ilja (10),
Tochter Polina (2)
Wohnort: Moskau
Hobbys: Sport, Reisen,
Fotographie, Zeichnen,
Heimwerken
NEUE
GLOBALE
BABYMARKEN-
PLATTFORM
„Love Every Mo-
ment“ heißt die neue,
globale Babymar-
ken-Plattform von
SCA. Die Plattform
beschreibt die Mar-
kenposition, die
Kommunikations-
strategie und das
Verpackungsdesign.
Sie enthält ein glo-
bales Starterkit mit
Fernsehwerbespots,
Anzeigen (Print
und Online) sowie
PR-Kampagnenele-
menten. Die Marken-
plattform wird in den
einzelnen Ländern
schrittweise verfüg-
bar sein. Den Anfang
haben im Frühling
2013 Russland und
die skandinavischen
Länder gemacht.
MARKT
FEATURE
Welche Erwartungen hatten Sie vor der
Geburt?
Ich habe gehoft, dass unsere Tochter gesund
und ohne Komplikationen auf die Welt kommt
und die Wehen nicht zu schmerzhaft sein würden.
Ich habe mir auch gewünscht, dass meine Kleine
große Augen und eine helle Haut haben würde, ge-
nauso wie ihre bildhübsche Mutter.
Hat Sie etwas besonders überrascht?
Das ist mein zweites Kind. Die Geburt dau-
erte mehrere Stunden und war sehr schmerz-
haft. Der anwesende Arzt machte sich Sorgen
um eine mögliche Schulterdystokie. Wir wuss-
ten nicht, was das ist, und haben uns für einen
Kaiserschnitt entschieden, um das Risiko nied-
rig zu halten. Das war eine unangenehme Über-
raschung für uns.
Gibt es etwas, was Sie schon vor der Geburt gern
gewusst hätten?
Meine Frau hatte früher Hämorrhoiden und der
Arzt sagte, die Hämorrhoiden würden nach der
Geburt zurückkommen. Das ist dann auch der Fall
gewesen.
Haben Sie mit Ihrer Frau vor der Geburt einen Kurs
für Säuglingspflege besucht?
Nein. Wir haben Bücher und Zeitschriften gele-
sen und mit Freunden und Bekannten gesprochen,
EINE „BIBEL“
FÜR
WERDENDE
ELTERN
Seit über 40 Jahren ver-
öffentlicht die SCA Marke
Libero ein Buch zum The-
ma Schwangerschaft,
Geburt und Elternschaft.
Das Buch erscheint in
Dänemark, Norwegen,
Schweden und Finnland
und ist in zwei Fassungen
erhältlich: Eine Fassung
richtet sich an Eltern, die
ihr erstes Kind erwarten,
eine zweite an Eltern, die
bereits Kinder haben.
Die Bücher werden ge-
rade in andere Sprachen
übersetzt, da auch an-
dere SCA Märkte daran
interessiert sind. Hier
finden Sie die englische
Fassung:
www.libero.se/du-just-
nu/Graviditetsbok
„ Der überraschende magische Moment
kam für mich, als ich eines Tages müde und
frustriert nach Hause kam ...“ Lim Soom Min
die schon Kinder hatten.
Was ist die größte Herausforderung für jemanden,
der gerade Vater geworden ist?
Sich nachts um das Kind zu kümmern und trotz-
dem am nächsten Morgen früh aufzustehen und
zur Arbeit zu gehen. Schmutzige Windeln zu
wechseln ist auch kein Vergnügen.
Was macht einen guten Vater aus?
Geduld und Verständnis, Respekt und die Ach-
tung der Ehefrau als Mutter.
Welche Werte möchten Sie Ihrem Kind vermitteln?
Freundlichkeit, Höfichkeit, Liebenswürdigkeit
und Ehrlichkeit. Ich hofe, dass meine Tochter ge-
sund bleibt.
Wie lange waren Sie in Elternzeit?
Ich habe mir eine Woche frei genommen.
An welchem Aspekt der Kinderbetreuung nehmen
Sie aktiv teil?
Ich bade die Kleine, wechsle die Windeln und
bringe sie ins Bett.
Was ist ein magischer Moment für Sie als Vater?
Der überraschende magische Moment kam
für mich, als ich eines Tages müde, frustriert und
überarbeitet nach Hause kam und sie genau zu
spüren schien, wie es mir ging. Als ich sie in den
Arm nahm, hat sie mich zart gestreichelt und mich
angelächelt.
MALAYSIA
Name: Lim Soom Min (34)
Familie: Ehefrau Ng Yan
Ling, Sohn Shawn Lim Ze
Xuan (3), Tochter Stella Lim
Jin Ee (am 11. Dezember
2012 geboren)
Wohnort: Seremban
(Malaysia)
Hobbys: Badminton,
Angeln, Reisen
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Carolina Gäbel m.fl.
Gravid igen
GRAVIDITET, FÖRLOSSNING OCH DEN STÖRRE FAMILJEN
Hur gör jag för att dela min kärlek mellan flera barn? Hur gör jag för
att tillgodose barnens olika behov? Få svar och hitta goda råd.
2013
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Carolina Gäbel m.fl.
Gravid för första gången
GRAVIDITET, FÖRLOSSNING OCH DEN NYA FAMILJEN
Vad händer under graviditeten? Hur får jag en bra start på amningen?
Hur är den första tiden som förälder? Få svar och hitta goda råd.
2013
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SCA SHAPE 3 2013 31
32 SCA SHAPE 3 2013
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Holzlager und Sägewerk in
Holmsund.
Bilder
von der
Zukunft
Vor mehr als einem halben Jahrhundert
brach der Fotograf Lennart Nilsson zu einer
Reportage an die Goldküste im Norden
Schwedens auf. In den Fabriken und
Sägewerken von SCA lag damals die Zukunft
des Landes – das „grüne Gold“
hat es reich gemacht und das Leben der
Bevölkerung verbessert.
text SARA BERGQVIST fotos LENNART NILSSON
Fotograf von Weltrang



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34 SCA SHAPE 3 2013
Aufnahme von Rundholz an der Essvik Sulfatfabrik.
LS DER SCHWEDISCHE Dichter Elias Sehlstedt
1852 über die Bucht von Sundsvall blickte, staun-
te er über die vielen Sägewerke. „Wohin ich auch
blickte, ich sah ein Sägewerk nach dem anderen“,
stellte er fest. Damals gab es hier so viele Sägewer-
ke wie an kaum einem anderen Ort auf der Welt.
Doch als das Kreuger-Zündholzimperium in den
1930er Jahren zusammenbrach, wurde die Holzin-
dustrie bis ins Mark getrofen. Zahlreiche Sägewer-
ke mussten schließen und viele Arbeiter verloren
ihre Jobs.
SCA, dessen gesamter Betrieb damals im Norden
Schwedens konzentriert war, führte harte Rationa-
lisierungsmaßnahmen durch, um die Ef zienz zu
steigern und die Verfahren zu modernisieren. Das
war anfangs sehr unpopulär. Schon bald sollte sich
allerdings zeigen, dass dadurch ganze Gemeinden
vor dem Ruin gerettet werden konnten.
Als Lennart Nilsson in der 1950er Jahren die Ge-
gend bereiste, war aus der armen Ortschaft Holm-
sund eine Mustergemeinde mit Vollbeschäftigung
geworden. Der Journalist Mons Mossner, der für
die Zeitschrift Se die Texte zu Nilssons Fotos liefer-
te, berichtete, dass SCA allein vier Millionen Kro-
Verladung von Zellstoffbal-
len aus der Sulfatfabrik in
Östrand.
„ Wohin
ich auch
blickte,
ich sah
ein Säge-
werk
nach dem
anderen.“
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SCA SHAPE 3 2013 35
AUSBLICK
PAPIERFABRIK MUNKSUND,
PITEÅ: Wellpappenrohpapier
(Verpackungspapier).
SÄGEWERK MUNKSUND, PITEÅ:
Eines der größten Sägewerke in
Schweden.
PAPIERFABRIK OBBOLA, UMEÅ:
Wellpappenrohpapier.
SÄGEWERK RUNDVIK,
NORDMALING: Schnittholz-
produkte aus nordischer Fich-
te. Umfangreiche Exporte in die
USA. Größere Investitionen in
diesem Jahr.
SÄGEWERK BOLLSTA,
BOLLSTABRUK: Größtes und
modernstes Sägewerk in Schwe-
den.
ZELLSTOFFFABRIK ÖSTRAND,
TIMRÅ: Kraft-Zellstoff für Hygi-
eneprodukte, Tissue und Druck-
papiere. Eine der führenden Zell-
stofffabriken in Europa.
PAPIERFABRIK ORTVIKEN,
SUNDSVALL: Das fünftgröß-
te Werk für Druckpapiere welt-
weit. Zwei Drittel der Produkti-
on sind Premiumpapiere. Größere
Investitionen in den vergange-
nen Jahren.
SÄGEWERK TUNADAL,
SUNDSVALL: Mittlerweile das
einzige Sägewerk in Sundsvall.
Konkurriert mit Bollsta um den
Rang als größtes Sägewerk in
Schweden.
DIE SCA
STANDORTE
VON PITEÅ BIS
SUNDSVALL
Holzaufnahme im Holzhaus
der Sulfatfabrik in Östrand.
SCA SHAPE 3 2013 37
AUSBLICK
nen in die Lebensqualität der Arbeiter in-
vestiert hatte. Die Arbeiter aus Holmsund
konnten Weiterbildungskurse besuchen
und bekamen komfortable neue Wohnun-
gen, Kirchen, Kinos, Freizeitstätten und
Sportzentren.
Doch als die Zentrale von SCA 1949 von
Stockholm nach Sundsvall umzog*, stellte
die Vertriebsabteilung verzweifelt fest,
dass es nicht ausreichend Platz für einen
Golfplatz gab. „Als das rauskam, gab es
fast einen Aufstand“, sagt Björn Lyngfelt,
Vice President Communications SCA Fo-
rest Products. „SCA hat dann den ersten
Golfplatz in Sundsvall gebaut.“
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ie von Nilsson fotograferte
Goldküste ist ein Küstenstreifen
zwischen Sundsvall und Umeå,
der 400 bis 700 Kilometer nörd-
lich von Stockholm verläuft. Das
Gebiet ist auch heute noch von großer
Bedeutung für die schwedische Holzver-
arbeitungsindustrie. Einige der größten
schwedischen und europäischen Säge-
werke, Zellstoffabriken und Papierwer-
ke befnden sich dort. In der Bucht von
Sundsvall wurden die früher rund 50
Sägewerke durch ein einziges ersetzt, das
erheblich mehr produziert als die alten
Werke zusammen. SCA ließ den letzten
Baumstamm in Holmsund Anfang Juni
dieses Jahres sägen. Doch die Schließung
des Sägewerks mit seinen 40 Mitarbeitern
wird kaum einen so großen Einfuss auf
die Region haben wie die Rationalisie-
rungsprogramme im letzten Jahrhundert.
Seit der Artikelserie in Se ist das be-
nachbarte Umeå zu einer Universitäts-
stadt geworden. Heute ist Umeå größer
als Sundsvall. „Hier gibt es die Papier-
fabrik Obbola, die in diesem Jahr ihren
hundertsten Geburtstag feiert“, berichtet
Lyngfelt. „Etwas weiter südlich liegt das
Sägewerk Rundvik, das sogar 150 Jahre alt
ist. Und in Holmsund gibt es einen Fracht-
hafen, der weiter von SCA betrieben wird,
aber auch für andere Unternehmen und
ihre Geschäfte sehr wichtig ist.“
* Die Zentrale von SCA zog 1993 wieder nach
Stockholm zurück.
LENNART NILSSON
Der 1922 geborene Lennart Nilsson
gilt als einer der bedeutendsten
Fotografen der Welt. Seine bahnbre-
chenden Aufnahmen von Embryonen im
Mutterleib haben ihn weltweit bekannt
gemacht. Die Aufnahmen waren erstma-
lig 1965 in seinem Buch Ein Kind entsteht
zu sehen. Vorher hatte er viele Jahre als
Bildjournalist für schwedische Magazine
wie Se und Vecko-Journalen gearbeitet,
in späteren Jahren für Life. Nilsson,
der auch als Hoffotograf am schwe-
dischen Königshaus tätig war, erhielt
zahlreiche nationale und internationale
Auszeichnungen.
Familienleben in einer von SCA gebauten Wohnung mit einem Ausblick auf die Zellstofffabrik in Östrand.
Umschichtung von Holz auf dem Holzlagerplatz.
SCA hat Ferienhäuser für die Mitarbeiter gebaut.
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38 SCA SHAPE 3 2013
Als SCA die Crewmitglieder für zwei Boote
suchte, die an einer schwedischen Hochsee-
regatta teilnehmen sollten, bewarben sich Mitar-
beiter aus der ganzen Welt. Auch Kristy Chew aus
Malaysia war bereit für diesen Adrenalinkick.
text JÖRGEN OLSSON fotos RICK TOMLINSON
Mit SCA People und
SCA Nature schick-
te SCA gleich zwei
Boote in das Rennen.
Insgesamt nahmen
250 Yachten und Crews
aus elf Ländern teil.
Beide SCA Boote haben
die Regatta sicher und
erfolgreich beendet. Von
den 40 Booten der SRS
A Klasse belegte SCA
Nature den 30. Platz
und SCA People kam
auf Platz 35.
SCA IM ÅF
OFFSHORE RACE
In der Bucht von
Stockholm warten
die Yachten auf den
Startschuss.
Ostsee-
Abenteuer
für SCA
Mitarbeiter
SCA SHAPE 3 2013 39
12 STUNDEN
SCA WIRD SICH im kommenden Jahr einer der
größten Herausforderung beim Segeln stellen
und mit einer Crew, die nur aus Frauen besteht,
am Volvo Ocean Race 2014-15 teilnehmen. Um
die Segelbegeisterung bei den Mitarbeitern zu
wecken, hat das Unternehmen vor kurzem eine
Crew mit Mitarbeitern aus der ganzen Welt
zusammengestellt, um an einer kleineren Regatta
teilzunehmen.
17 SCA Kollegen und Kolleginnen aus 10 Län-
dern kamen Ende Juni nach Stockholm, um beim
„ Outdoor-Sport ist
meine Leidenschaft
und ich liebe neue
Herausforderungen“
KRISTY CHEW
Alter: 46
Wohnort: Kuala Lumpur
(Malaysia)
Familie: Single
Arbeit: Managerin
Qualitätssicherung, SCA
Malaysia. Verantwort-
lich für die Entwick-
lung und Pflege von
Qualitätssicherungs-
systemen.
Hobbys: Roter
Halbmond, Reservistin
der malaysischen
Armee, Tauchen,
Wandern, Schwimmen,
Wildwasser-Rafting,
Abseilen, Tubing, Kanu
fahren, Marathon,
Biathlon, Abenteuer-
läufe und diverse Spiele
(wie Tennis, Volleyball
und Basketball).
traditionellen ÅF Ofshore Race rund um Got-
land mitzumachen, das auch als Round Gotland
Race bekannt ist. Eine davon war Kristy Chaw aus
Malaysia.
„In Malaysia ist Segeln als Sport nicht sehr
bekannt“, sagt sie. „Outdoor-Sport ist meine Lei-
denschaft und ich liebe neue Herausforderungen.”
SCA nahm mit zwei Teams an der Regatta teil.
Die Crews hatten nur drei Tage für die Vorberei-
tung. Das Training war intensiv, die Teilnehmer
haben viel gelernt und schnell zusammengefun-
den. „Die Fachbegrife sind nicht einfach. Anfangs
gab es Verständnisprobleme, aber zum Schluss
haben wir uns gut verstanden“, sagt Kristy.
„In kurzer Zeit haben wir Vertrauen aufgebaut,
uns gegenseitig unterstützt, alle Aufgaben gelöst
und die Regatta sicher und in einer tollen Zeit
geschaft.“
Für Chew, die aus dem tropischen Malaysia
kommt, war die Kälte unangenehm – ein Problem,
das sie löste, indem sie mehrere Schichten Klei-
dung anzog.
„Wir haben die Regatta als Team geschaft.
Das war ein wichtiges Kapitel in meinem Leben,“
erklärt sie. „Ich habe mir selbst bewiesen, dass ich
das schafe, auch wenn ich anfangs nicht wusste,
was auf mich zukommen würde. Ich habe gelernt,
dass Teamarbeit wirklich Berge versetzen kann.“
40 SCA SHAPE 3 2013
News from SCA
SCA INSIDE
Nachrichten von SCA
DIE SCA MARKE OKAY (Küchentücher in
Frankreich) engagiert sich seit drei Jahren
für den Schutz des afrikanischen Elefanten,
der seit über sechs Jahren das Symbol der
Marke ist. Okay hat im vergangenen Jahr
Aktivitäten in 250 Schulen unterstützt. 25
„Naturschulklassen“ wurden in der Nähe
von Elefantenreservaten in Burkina Faso
veranstaltet.
Schutz für 
Elefanten 
DIE BABYMARKE DRYPERS erwei-
tert in Südostasien ihr Hygiene-
artikelsortiment um die Pflegepro-
dukte Drypers Babyöl und Drypers
Babylotion und komplettiert somit
das Sortiment.
Öl und Lotion für
Babys in Malaysia
SEIT 2012 ist die SCA Inkontinenzmarke TENA
auch in Ghana vertreten. Zu den über 230 Teil-
nehmern, die an der Auftaktveranstaltung im Mai
2013 teilnahmen, gehörten Ärzte, Apotheker,
Pflegekräfte, Vertreter des Ghanaischen Apothe-
kenverbands und Gesundheitsbeamte aus Nige-
ria, der Elfenbeinküste, Kenia und Gabun.
Höhepunkt der Veranstaltung war eine drei-
stündige interaktive Schulung unter der Lei-
tung von Donna Wilson, SCA UK Training Mana-
ger. Sie erklärte, wie TENA die Lebensqualität
von Patienten verbessert, die Pflegekräfte ent-
lastet und zur Senkung der Pflegekosten beitra-
gen kann.
TENA JETZT AUCH IN GHANA
FEATURE
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DIE ÜBERLEBENDEN des Ya’an-Erdbebens in der
chinesischen Provinz Sichuan haben im April
Hygieneprodukte und Hilfsgelder, die von SCA
Mitarbeitern gesammelt wurden, erhalten. Ge-
spendet wurden Inkontinenzprodukte der Marken
TENA und Dr. P, Tempo und Sealer Babywindeln.
Die Ausgabe erfolgte über die Chinesische Behin-
dertenstiftung (CFDP).
Hilfe für
Erdbebenopfer
AM TENA RUN WALK in Mexiko haben
Läufer aller Altersgruppen teilgenom-
men. Sie zeigten, dass Alter und In-
kontinenz keine Hindernisse für sport-
liche Aktivitäten sein müssen. Die über
10.500 Teilnehmer demonstrierten, wie
wichtig es ist, das Tabu zu brechen, mit
dem dieses Thema oft noch belegt ist,
und Betroffene durch gemeinsamen
Sport in die Familie zu integrieren.
Familienwettlauf
in Mexiko
SCA erhält diese
Auszeichnung
zum fünften Mal
in Folge.
„Top-
Arbeitgeber in
Deutschland“
DIE SCA TISSUEFABRIK in Ortmann (Österreich) hat eine
Möglichkeit zur Wiederverwertung von Abfall gefunden:
Aus den Produktionsrückständen werden Paletten her-
gestellt. Die innovative Lösung wurde von Ortmann und
dem Interuniversitären Department für Agrarbiotechnolo-
gie (Tulln) gemeinsam entwickelt. Sie soll zeigen, wie neue
Produkte durch das Recycling von Tissue-Rückstandsfa-
sern mittels Extrusion oder ähnlicher Prozesse hergestellt
werden können. Die Extrusion ist ein bekanntes Formge-
bungsverfahren. Die Abfälle in Ortmann werden heute von
der Bauindustrie genutzt.
Kein Abfall mehr
DIE SCA TISSUEFABRIKin Ortmann (Österreich
Möglichkeit zur Wiederverwertung von Abfall ge
Aus den Produktionsrückständen werden Pale
gestellt. Die innovative Lösung wurde von Ortm
dem Interuniversitären Department für Agrarb
gie (Tulln) gemeinsam entwickelt. Sie soll zeig
Produkte durch das Recycling von Tissue-Rü
sern mittels Extrusion oder ähnlicher Prozes
werden können. Die Extrusion ist ein bekann
bungsverfahren. Die Abfälle in Ortmann we
der Bauindustrie genutzt.
FEATURE
42 SCA SHAPE 3 2013
SCA INSIDE
GU YUN XIANG,eine Bäuerin
aus der Ningxia-Wüste in Chi-
na, pflanzt schon seit 14 Jahren
Bäume, um eine Versteppung
der Dörfer in der Gegend zu ver-
hindern. SCA hat ihr jetzt 4.000
Bäume geschenkt. Mitarbeiter,
Lieferanten und Kunden von SCA
sind nach Ningxia gereist und
haben der Bäuerin beim Anpflan-
zen geholfen.
Als Gu Yun Xiang begann, hat-
te sie keinerlei Erfahrungen oder
finanzielle Hilfen und im ersten
Jahr verdorrten alle Bäume. Die-
ser Rückschlag konnte sie aber
nicht entmutigen. Sie borgte sich
Geld von der Bank und lernte, wie
Bäume auch in der Wüste ohne
Bewässerung gedeihen können.
In einem Jahrzehnt hat sie tausen-
de Bäume gepflanzt. Die Überle-
bensrate der Bäume hat sich auf
70 Prozent erhöht.
Tempo Hongkong und Tempo
China haben auf Facebook und
über den chinesischen Micro-
blogging-Dienst Sina Weibo dazu
aufgerufen, die Aktion und Gu Yun
Xiang zu unterstützen. Für jeweils
zehn Unterstützer spendete SCA
einen Baum. In der Shanghai Mor-
ning Post erschien ein ganzseiti-
ger Artikel über das Projekt.
4.000 Bäume
für eine Bäuerin
ANWENDER IN GROSSBRITANNIEN, die sich für
TENA Produkte interessieren, profitieren von ei-
nem Pilotprojekt zur besseren Onlinepräsentati-
on von Produktinformationen. Neue Abbildungen
zeigen nicht wie bisher einfach nur die Produkt-
verpackungen, sondern stellen die Vorteile der
Produkte deutlicher heraus. Die neuen Online-
Produktinformationen sollen bald von weiteren
Ländern übernommen werden.
www.tena.co.uk
Übersichtliche Infos
Ein Gruppe von 17 Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden von SCA half der
Bäuerin Gu Yun Xiang. Sie pflanzten 400 Bäume in zwei Tagen.
„ Frau Gu teilt unsere
Leidenschaft für
Nachhaltigkeit – und darum
unterstützen wir sie gern.“
Wesley Chiu, Leiter der Rechtsabteilung, SCA
ONLINE
FRÜHER KONNTE holzhaltiges Papier nicht für be-
stimmte Anwendungen genutzt werden, doch
mittlerweile kann es durchaus mit seinem holzfrei-
en Pendant mithalten.
Dieses Ergebnis ergab eine Umfrage mit
200 Teilnehmern. Sie wurden gebeten, die sub-
jektive Qualität einer Anzeige zu vergleichen, die
auf zwei unterschiedlichen Papiersorten gedruckt
worden war. Dabei wurde zum einen GraphoInvent
verwendet, ein neues, unbeschichtetes, holzhalti-
ges Papier von SCA, und zum Vergleich ein holz-
freies, ungestrichenes Naturpapier aus dem Pre-
miumsegment. Für die Hälfte der Teilnehmer war
GraphoInvent das bessere Papier. Als die beiden
Papiere einem Expertengremium zum Vergleich
vorgelegt wurden, entschieden sich 34 der 38
Fachleute für GraphoInvent.
GraphoInvent wurde für Werbedrucke, Kataloge
und Zeitschriften entwickelt.
Neue Erkenntnisse
über Papier
SCA HAT SEINEN ERSTEN Forst- und Artenviel-
faltspark eingeweiht. Der 3.100 Hektar große Park
befindet sich in Peltovaara (Nordschweden) und
gehört zu einer großen Waldfläche mit ungewöhn-
lich hoher Artenvielfalt. SCA hat den Park im
Rahmen seines Natur- und Umweltschutzengage-
ments gestaltet und wird weitere Parks dieser Art
anlegen.
Schutz der Natur
FÜR DIE BABYMARKE DRY-
PERS gibt es jetzt eine App,
mit der Eltern in Malay-
sia aus den ersten Lauten
ihres Babys richtige Musik
machen können. Die App
„Drypers Baby Babble
Moments“ ist für Android-
Smartphones bei Google
Play erhältlich.
Wenn
Plappern zur
Musik wird
THE TRUTH heißt ein humorvolles Wer-
bevideo der SCA Damenhygienemarke
Bodyform. Das Video wurde auf dem
Internationalen Werbefilmfestival in Can-
nes in der Kategorie „Cyber“ ausgezeich-
net. Über das Video, das mehr als vier
Millionen Views auf YouTube hat, wurde
weltweit in der Presse berichtet. Auf
YouTube finden Sie das Video, wenn Sie
den Suchbegriff „The Truth Bodyform“
eingeben.
Goldener Löwe
für die Wahrheit
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DIE FLACHEN Toilettenpapierrollen, die
SCA seit kurzem in Frankreich anbie-
tet, sind platzsparend und verbessern
die CO
2
-Bilanz des Produkts. Das neue
Papierformat hat SCA gemeinsam mit der
Einzelhandelskette Système U entwi-
ckelt. Sobald eine Rolle ausgepackt wird,
nimmt sie die gewohnte Form an. Die
rechteckige Verpackung ist für den Trans-
port auf Paletten optimiert und erlaubt
eine Senkung der Transportkosten.
Viereckige Rollen
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