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Ab wann wandelt sich eine Demokratie in eine Diktatur.

Jedes Mal nach einem Terrorakt unter Beteiligung einer Selbstmordattentäterin mahnen die russischen Medien zu besonderer Wachsamkeit. Manche von ihnen geben spezielle Ratschläge, ie man sich im !alle eines Sprengsto""anschlags am besten sch#tzt und oran man einen eiblichen Shahid erkennt. $hre äu%ere Merkmale sind sch arze &leidung und die "#r Muslime t'pischen &op"bedeckungen. (as dieses nicht das irkliche )rscheinungsbild ar, in dem sich diese !rauen in die *u"t sprengten, d#r"te ziemlich klar sein. Warum halten die Beh+rden und die ,""iziellen Medien trotzdem an diesem Bild "est. (er Tot kam o"t in einer anderen -estalt, nicht in der -estalt einer sch arz gekleideten !rau, sonder in der einer europäisch gekleideten !rau. Warum lassen die Russischen Beh+rden und die staatlich gelenkten Medien die Menschen in dem -lauben das man eine Selbstmordattentäterin an einem sch arzen Shahid erkennt ob ohl dieses nicht ahr ist. (er /u"stieg Wladimir 0utins ar nicht zuletzt seinem 1ersprechen zu verdanken, nach den Jahren des 2haos3 konsolidierte 1erhältnisse zu scha""en, as ihm unter )insatz autoritärer Mittel und )inschränkung der (emokratie einigerma%en gelungen ar. (er 0reis "#r diese )nt icklung bestand 4edoch darin, dass die Soldateska und die Sicherheitsdienste einen unverhältnismä%igen )in"luss ge annen und die *+sung der tschetschenischen !rage ihnen praktisch #berlassen urde. 0utins S'stem, mit seiner /utokratischen Staats"#hrung und der 1er5uickung von -eheimdiensten, /rmee, und &ontrollierten Medien, "unktioniert durch die /ngst. )s ist die /ngst der Menschen vor dem !eind von au%en. (ie !einde Russlands tragen Bärte, oder sch arze Shahids, sie haben ilde /ugen ie Tiere. 6nd nur 0utin, die /rme, und die -eheimdienste, sind in der *age diese !einde von den Russischen B#rgern "ernzuhalten. (a"#r sind die B#rger auch bereit, )inschränkungen in ihre !reiheit zu akzeptieren. )s muss 4a sein, schlie%lich geht es um das #berleben ihres Staates. )s ar in der So 4etunion m+glich das ein irrer Massenm+rder Jahrelang "ast ungest+rt #ten konnte, #ber 78 Menschen grausam ermordete, eil ein Massenm+rder nicht in das Bild einer intakten So 4etunion passte, und des egen der !all vertuscht urde. 9(er !all 2hikatilo: )s ist "#r 0utins politisches #berleben ichtig das die Menschen /ngst haben, nur dann sind sie bereit, Repressionen und )inschränkungen ihrer B#rgerrechte zu akzeptieren. (ank der Medien kann 0utin diesen !eind, vor dem die Russen so viel angst haben, das -esicht geben das ihm passt. &lar gibt es diese -e"ahr vor die, die Russen soviel /ngst haben, aber 0utin hat diese -e"ahr ge"+rdert, er benutzt sie ie !euer, ird die !lame zu klein, ird sie ange"acht, ird sie zu gross, ird sie ieder ein bisschen gel+schte, aber er ird sie nie ganz ausgehen lassen, er hat sie als politisches Mittel benutzt. )r erzeugt /ngst und ;ass, p"lanzt sie in die Menschen ein, und benutzt sie. $ch glaube nicht das 0utin aus pers+nlichen Machterhaltsgel#sten handelt, aber ich glaube daran das 0utin glaubt er handelt "#r eine gr+ssere Sache, die auch eigene ,p"er ert ist.
0räsident 0utin hat sich au" die !ahnen geschrieben, die -ro%macht Russland nach dem 2haos der post<so 4etischen Jahre ieder au"erstehen zu lassen. (er &remlche" genie%t da"#r eiterhin gro%en R#ckhalt in der Bev+lkerung, enngleich dieser -ro%macht<Status auch im "#n"ten /mts4ahr 0utins nur eine $llusion ist.

0utin braucht seine !einde, den nur mit ihnen kann er seine =iele erreichen. /ber o ist der 0unkt, in dem sich eine (emokratie in eine (iktatur ver andelt. -ibt es diesen 0unkt #berhaupt, oder ist es mehr ein hin#ber"lie%en. /uch ;itler kam nicht direkt an die Macht. )r musste am /n"ang den Weg der (emokratie gehen, die er dann langsam immer mehr au"l+ste. >at#rlich ist 0utin kein ;itler, aber er eis das schon. /ber vielleicht ist 4emand 0utin auch nur der Wegbereiter "#r einen anderen. )s gibt Momente o die Menschen "+rmlich danach schreien, das man ihre (emokratischen -rundrechte beschneidet, eil sie glauben nur so kann man eine

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drohende -e"ahr ab enden. /ber vielleicht kommt die drohende -e"ahr manchmal gar nicht von au%en. )ine gesunde (emokratie hat Selbstheilungskrä"te. 6nd o"t erden Ma%nahmen ieder zur#ckgenommen sobald es die Sicherheitslage zuläst. /ber as passiert enn ein 0olitiker, eine 0artei, eine Regierung, sich nur an der Macht halten kann, eil es diese Ma%nahme noch gibt. 0utin hätte ge isse $nstrumente gar nicht, enn es nicht bestimmte &reisen geben #rde. 6nd im Moment schickt er sich an, dieses Wa""enarsenal an Machtmitteln, sogar noch auszu eiten. (er =u"all kam ihm dabei zur ;il"e, 4etzt endlich kann er das machen as er schon immer ollte, er bekommt die Machtmittel in die ;and o er brauchte "#r seinen Traum, Russland ieder als eine Weltmacht zu etablieren. (ie (rohung #berall au" der Welt zuzuschlagen, o es Russland als not endig erachte, impliziert ir sind eine Weltmacht, die dazu auch in der *age ist. Tatsächlich äre die Russische /rme im Moment nicht einmal in der *age er"olgreich einen &rieg gegen die Sch eiz zu "#hren. Sehr berechnend kommt dann auch das einge"#gte ?nat#rlich ohne )insatz von /tom a""en@, das 4a nichts anderes aussagt als ?Wir haben /tom a""en@. Warum sollte ein Mann ie 0utin darau" ;in eisen das sein *and #ber /tom a""en ver"#gt. (en arabischen Terroristen in ihren *agern, ist es schon klar das sie in nächster =eit nicht damit rechnen m#ssen, das eine /tomrakete vor ihrem =elt landet. $st es -eorgien, das ie ;arki vermutet eingesch#chtert erden soll. /uch in diesem !all ist es ohl eher eine &anone au" einen Spatzen, und als drohpotenzial nicht irklich einsch#chternd. =umal Russland in dieser Region eher nach dem Muster ver"ährt Teile und herrsche. !#r Russland käme ein B#rgerkrieg der dort unten entbrennen #rde ohl sogar eher gelegen. Russlands Militär ist in seinem 4etzigen =ustand eher 4ämmerlich, aber es reicht immer noch locker "#r Tschetschenien aus. Wie sieht es aber aus enn ein -rossbrand dort entbrennt. W#rde das nicht hei%en das dem Militär massive neue Mittel zur 1er"#gung gestellt erden m#ssen. $st es dann nicht eher praktisch, enn die *okale Regierungen dort unten 5uasi nach den Russen schreien, und vielleicht sogar letztendlich diesen Schutz Russlands selber bezahlen. Wäre eine modernere schlagkrä"tigere /rme, irklich von >achteil "#r 0utins 0läne aus Russland ieder eine Weltmacht zu "ormen. /uch das erste mal im -e and der So 4etunion, aren es die 1erb#ndeten *änder, die einen -rossteil der /rme, als das R#ckrad der So 4etischen -ro%macht "inanzierten. 0utin hat sehr schnell "estgestellt, das /tom a""en alleine nicht gen#gen, um Militärischen )in"luss auszu#ben. Will er seine russische gro%achts 1orstellungen, vor allem in den ehemaligen So 4etischen Sattelitenstaaten ver irklichen, braucht er eine starke konventionelle /rmee. /lso ist die (rohung mit der /tom a""e in diese Richtung enig sinnvoll. Wohin k+nnte sie dann gehen die (rohung, vielleicht hil"t das hier eiterA

1iele 0olitiker des Westens machten ein nettes -esicht und setzten ein "reundliches *ächeln au", doch hinter seinem R#cken handelten sie dann ganz anders, sagte 0utin. So berichtet es der deutsche Ru%land<!achmann /leBander Rahr, der bei dem Tre""en dabei ar.

Ru%land sei dem Westen doch entgegengekommen, habe die >ato<,ster eiterung ganz ein"ach hingenommen. (och drei oder vier Tage nach dem Beitritt der neuen Mitglieder zur /llianz hätte die >ato in den baltischen Staaten &ontroll"l#ge entlang der -renze zu Ru%land durchge"#hrt. Wie solle er denn das verstehen, enn nicht als C0rovokationC, habe 0utin ge"ragt. (er 0räsident soll sehr emotional gesprochen haben. C(a hatte sich viel au"gestautC, sagt Rahr. )r habe dar#ber nachgedacht, arum der Westen sich so verhalte, habe 0utin gesagt. 6nd er sei zu dem Schlu% gekommen, da% der an einem starken Ru%land nicht interessiert sei.

Schon in seiner /nsprache an die >ation nach dem blutigen )nde des -eiseldramas hatte 0utin seine )nttäuschung #ber den Westen in eine 1ersch +rungstheorie gekleidet. (ie einen ollten sich ein C"ettesC St#ck von Ru%land unter den >agel rei%en, die anderen st#nden ihnen dabei hil"reich zur Seite. CSie hel"en, eil sie annehmen, da% Ru%land als eine der gr+%ten /tommächte der Welt immer noch irgendeine -e"ahr darstellt. 6nd des egen mu% man diese -e"ahr aus dem Weg räumen. 6nd der Terrorismus < der ist nat#rlich nur ein $nstrument, um diese =iele zu erreichenC, sagte 0utin in seiner Rede. )r soll sie, so hei%t es im &reml, zu mehr als der ;äl"te selbst geschrieben haben. = ar habe 0utin diese Worte in dem "ast vier Stunden dauernden -espräch mit den ausländischen -ästen so nicht iederholt, sagt /leBander Rahr. (och er habe gesagtD C$hr versteht nicht, as passieren #rde, enn ir als /tommacht zusammenbrechen #rden.C

httpDEE ."az.netEsERub((B(/BBFG7H/GIHB//J7/GF2KL!BKI/8E(ocM))HLJI8L7/LK /G7B7JLHLNLHIFJHK8(LGM/TplM)commonMScontent.html -laubt 0utin irklich as er da sagt. )r ist ahrscheinlich einer der bestin"ormiertesten Männer die es in Russland zur =eit gibt, und er hat auch den 1erstand dazu diese $n"ormationen zu >utzen. /ber er muss es 4a nicht irklich glauben, es reicht schon enn er es scha""t das es die Russen glauben. Was "unktioniert besser um seine Machtposition zu verbessern, als die /ngst vor einem gemeinsamen starken !eind von au%en. =udem haben die /tom a""en in diesem !all auch irklich den >utzen, das sie 4a dem Westen bedeuten, letztendlich k+nnt ihr gar nichts machen, denn ir haben noch immer /tom a""en, haltet euch also besser raus. 0utin beherrscht sein $nstrumentarium per"ekt, es ist "#r ihn also ein g#nstiger =u"all, das Beslan passiert ist.