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Die künstlich geschädigten „Tiermodelle“ haben mit der menschlichen Erkrankung und ihren ursächlichen Faktoren nichts gemein

. Die Ursachen beispielsweise des Schlaganfalls beim Menschen sind dank Bevölkerungsstudien bekannt: Übergewicht, zu fettund fleischreiche Ernährung, Rauchen und Bewegungsmangel. Leberfibrose entsteht beim Menschen durch Viren oder übermäßigen Alkoholkonsum. In dem genannten Beispiel werden nicht nur die Symptome künstlich hervorgerufen, sondern auch der Behandlungsversuch ist fern jeder Realität. Stress und Angst bei den Tieren, denen zehn Wochen lang zweimal täglich eine Injektion in die Bauchhöhle verabreicht wird, verfälschen die Versuchsergebnisse von vornherein. Solche Tierversuche sind nicht geeignet, die Krankheiten des Menschen zu erforschen und zu heilen.

Für eine bessere Medizin

Tierversuche und eine ethisch vertretbare Medizin und Wissenschaft schließen sich aus. Achtung und Ehrfurcht vor dem Leben müssen das höchste Gebot menschlichen und insbesondere auch ärztlichen und wissenschaftlichen Handelns sein. Ein Ende der Tierversuche bedeutet nicht ein Ende der medizinischen Forschung. Im Gegenteil. Ohne Tierversuche wäre die Medizin schon viel weiter, denn Tierversuche halten wegen ihrer falschen Ergebnisse den medizinischen Fortschritt nur auf. Eine Vielzahl tierversuchsfreier Verfahren, die mit menschlichen Zell- und Gewebekulturen oder komplexen Computermodellen arbeiten, liefern im Gegensatz zum Tierversuch aussagekräftige Ergebnisse. Viele Krankheiten könnten zudem durch Veränderung unserer Lebensweise verhindert werden. Tierversuche müssen abgeschafft werden, um den Weg frei zu machen für eine moderne, ethisch vertretbare Forschung, bei der die Beseitigung der krankmachenden Ursachen in Ernährung, Lebensweise und Umwelt im Vordergrund steht. Nur so lässt sich ein Fortschritt in der Medizin erzielen. Die genannten Tierversuche aus Erlangen und mehrere Tausend weitere, in den letzten Jahren in Deutschland durchgeführte Tierexperimente, sind in der InternetDatenbank www.datenbank-tierversuche.de dokumentiert. Weitere Informationen unter www.tierversuche-erlangen.de
Quellen:
1. Julia Knabi, Robert Witschi, Katharina Hösl, Heiko Reinold, Ulrike B. Zeilhofer, Seifollah Ahmadi, Johannes Brockhaus, Marina Sergejeva, Andreas Hess, Kay Brune, et al.: Reversal of pathological pain through specific spinal GABA A receptor subtypes. nature 2008, 45, 330-335, doi:10.1038 2. Justus P. Beier, et al.: De novo generation of axially vascularized tissue in a large animal model. Microsurgery 2009: 29, 42-51 3. Eleonora Patsenker, at al.: Pharmacological inhibition of Integrin αvβ3 aggravates experimental liver fibrosis and suppresses hepatic angiogenesis. Hetatology 2009: 50, 1501-1511 4. Tobias Engelhorn, et al.: Reduction of cerebral infarct size by the AT1-receptor blocker candesartan, the HMG-CoA reductase inhibitor rosuvastatin and their combination. An experimental study in rats. Neuroscience Letters 2006: 406, 92-96 5. Matthias Fenner et al.: Influence of residual alveolar bone height on osseointegration of implants in the maxilla: a pilot study. Clinical Oral Implants Research 2009: 20, 559-559

Tierversuche im Brennpunkt:
Teil 9

Erlangen

Warum Tierversuche?

Tierversuche werden nicht zum Wohle des Menschen durchgeführt, sondern weil einflussreiche Interessengruppen davon profitieren. Experimentatoren, Universitäten, Pharma- und chemische Industrie, Auftragslabors, Versuchstierhändler, Firmen, die Zubehör herstellen – sie alle wollen, dass Tierversuche beibehalten werden. Die Qualität der Forschung wird nicht daran gemessen, wie vielen Menschen geholfen werden konnte, sondern an der Anzahl der Publikationen in renommierten Fachzeitschriften. Davon ist die Höhe der Forschungsgelder abhängig. Diese werden für neue Studien verwendet. Etwas Sinnvolles für kranke Menschen kommt dabei nicht heraus. Abteilung für Mund- und Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Erlangen, Glückstr. 11, 91054 Erlangen Acht Göttinger Minischweinen werden auf einer Seite des Oberkiefers fünf Backenzähne gezogen. Nach drei Monaten wird der Kieferknochen auf 2, 4, 6, oder 8 mm abgeschabt, um einen Knochendefekt zu simulieren. In den verbleibenden Kieferknochen werden sechs Implantate eingeschraubt. Das fehlende Knochenmaterial wird mit Knochenstückchen aus dem Beckenknochen des jeweiligen Tieres aufgefüllt. Nach einer sechsmonatigen Heilungsphase werden Zahnprothesen auf die Implantate gesetzt. Weitere sechs Monate später werden die Schweine getötet. Die Kieferknochen mit den Implantaten werden zur Untersuchung herausgeschnitten.5

Impressum:
Kontakt: Ärzte gegen Tierversuche e.V. Güldenstr. 44a 38100 Braunschweig Tel: 0531-60944791 Fax: 0531-60944792 info@aerzte-gegen-tierversuche.de www.aerzte-gegen-tierversuche.de Text: Dr. Corina Gericke Satz: www.vego-design.de Fotos: Dyrevernalliansen, Mark Stokes/istockphoto.com Vereinskonto: Sparda-Bank BLZ 500 905 00 Kto 951 731

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Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Im Juni 2005 wurde das Franz-Penzoldt-Zentrum der Universität Erlangen in der Palmsanlage fertig gestellt. Die als Tierexperimentelles Zentrum (TEZ) geplante Einrichtung erhielt später den unverfänglicheren Namen. In dem 27 Millionen Euro teuren, aus öffentlichen Mitteln finanzierten Neubau wurden auf gigantischen 2.300 Quadratmetern Tierställe und OP-Räume mit aufwendigster Technik eingerichtet. Die über viele Institute verstreuten Tierversuchslabors sollten in einem Gebäude zusammengelegt werden. Trotzdem werden auch weiterhin Tierversuche in den einzelnen Einrichtungen durchgeführt. Durch die Erhöhung der Kapazitäten ist aber eher eine Ausweitung der Tierversuche wahrscheinlich. Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Universität Erlangen-Nürnberg, Fahrstraße 17, 91054 Erlangen Um die Verarbeitung von Schmerzreizen im Rückenmark zu ergründen, werden gentechnisch veränderte Mäuse und „Wildtyp“-Mäuse verwendet. Mit Hilfe verschiedener Schmerztests wird die Schmerzempfindlichkeit der Tiere miteinander verglichen. So wird Formalin in eine Hinterpfote injiziert, um einen chronischen Schmerz hervorzurufen. Die Schmerzzuckungen der Pfote werden eine Stunde lang beobachtet. Bei anderen Mäusen wird der Ischiasnerv abgebunden, um Schmerz durch Nervenschädigung zu erzeugen. Ein Hitzeschmerz wird durch einen auf eine Pfote gerichteten Hitzstrahl erzeugt. Durch Auftragen von Azeton auf eine Pfote wird ein Kälteschmerz ausgelöst. Es wird die Zeit gemessen, bis die Maus ihre Pfote leckt oder schüttelt. Dann werden die Mäuse getötet, um Nervenströme im Rückenmark zu messen.1

Tiere und Menschen unterscheiden sich in Körperbau, Organfunktionen und Stoffwechsel wesentlich voneinander. Ein und dieselbe Substanz kann bei Tier und Mensch zu völlig unterschiedlichen Reaktionen führen. So ist zum Beispiel Penicillin gut verträglich für Menschen, aber schädlich für Meerschweinchen. Arsen ist tödlich für Menschen, für Schafe nicht. Asbest verursacht bei Menschen Krebs, bei Ratten nicht. Beim Süßstoff Saccharin ist es umgekehrt. Die Ergebnisse von Tierversuchen sind deshalb nicht mit der nötigen Zuverlässigkeit auf den Menschen übertragbar. Abteilung für Plastische und Handchirurgie, Universitätsklinikum Erlangen, Krankenhausstr. 12, 91054 Erlangen Bei sieben Merinoschafen werden unter Narkose eine Hinterbeinvene und –arterie, die an der Innenseite des Oberschenkels verlaufen, abgebunden, durchschnitten und die Enden dann mikrochirurgisch wieder zusammengenäht. Auf diese Weise wird aus den Blutgefäßen eine Schlaufe kreiert. Das Blut fließt nun nicht mehr durch das Bein, sondern durch die Schlaufe. Die Schlaufe wird in eine mit Fibrin gefüllte Plastikdose gelegt. Die verschlossene Plastikdose (es gibt nur einen kleinen Ein- und Ausgang für die beiden Blutgefäße), wird in der Leiste des Schafs fixiert und die Haut darüber vernäht. Sechs Wochen nach der Operation werden die Schafe getötet. Ziel ist es, den Körper dazu zu bringen, neue Blutgefäße in einer Plastikdose zu bilden, die später an eine andere Stelle des Körpers transplantiert werden können.2

Völlig unterschiedlich

nungen zufolge jährlich 58.000 Todesfälle auf das Konto von Nebenwirkungen tierversuchserprobter Arzneimittel. Tierversuche machen also unsere Arzneimittel nicht sicher.

Künstlich krank gemacht

Das tierexperimentelle System beruht auf einem falschen methodischen Ansatz. Im Tierversuch werden die Krankheiten des Menschen auf Symptome reduziert und bei Tieren in sogenannten „Tiermodellen“ künstlich hervorgerufen. Krebs und Alzheimer werden bei Mäusen durch Genmanipulation ausgelöst, Arterienverkalkung wird durch elektrische Reize in Blutgefäßen von Kaninchen, Diabetes durch Injektion eines zellzerstörenden Giftes bei Ratten, ein Schlaganfall durch Verschluss einer Hirnarterie bei Ratten oder Mäusen nachgeahmt. Medizinische Klinik I, Universitätsklinikum Erlangen, Ulmenweg 18, 91054 Erlangen Bei Ratten wird eine Leberfibrose durch Abbinden des Gallenganges oder 12-wöchiger Gabe einer giftigen Chemikalie hervorgerufen. Dann wird die Wirkung einer Testsubstanz untersucht. Die Behandlung erfolgt über einen Zeitraum von acht Wochen durch täglich zweimalige Injektion in die Bauchhöhle. Schließlich werden die Ratten getötet, um die Lebern zu untersuchen.3 Neuroradiologische Abteilung, Universitätsklinikum Erlangen, Schwabachanlage 6, 91054 Erlangen Bei Ratten wird ein Schlaganfall ausgelöst, indem unter Narkose ein Nylonfaden über eine Halsvene in eine Hirnarterie eingefädelt wird. Der Faden bleibt dort stecken, so dass der dahinter liegende Gewebebereich nicht mehr durchblutet wird. Drei Ratten sterben innerhalb von 30 Minuten, weil mit dem Faden das Blutgefäß durchstoßen wird. Nach einer Stunde wird der Faden bei den überlebenden Tieren wieder herausgezogen. Das Gehirn wird wieder normal durchblutet. In den folgenden Tagen bekommen die Ratten verschiedene Testsubstanzen verabreicht. Sieben Tage nach dem Auslösen des Schlaganfalls werden die Ratten auf Nervenschäden untersucht. Unter anderem werden sie am Schwanz hochgehoben, um festzustellen, inwieweit sie mit den Vorderbeinen greifen können. Nach 14 Tagen werden die Tiere getötet.4 Solche „Tiermodelle“ sind nicht mit der komplexen Situation beim menschlichen Patienten vergleichbar. Wichtige Aspekte der Krankheitsentstehung wie Ernährung, Lebensgewohnheiten, schädliche Umwelteinflüsse sowie psychische und soziale Faktoren werden bei dieser Art der Forschung nicht berücksichtigt.
www.aerzte-gegen-tierversuche.de

Millionenfaches Leid

Das Beispiel zeigt, wie grausam Tierversuche sind. Fast drei Millionen Mäuse, Ratten, Affen, Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen und andere Tiere werden jedes Jahr in deutschen Laboratorien gequält und getötet. Im Tierversuch werden Tiere wie Messinstrumente behandelt, die nach Gebrauch weggeworfen werden. Doch Tiere sind fühlende, leidensfähige Mitgeschöpfe, die Freude und Angst empfinden, Schmerz und Qualen erleiden, genau wie wir. In Erlangen wurden qualvollste Tierversuche sogar unter dem Deckmantel des Tierschutzes durchgeführt. Prof. Kay Brune ist ein vehementer Verfechter von Tierversuchen und war von 2003 bis 2008 Inhaber des „Doerenkamp-Lehrstuhls für Innovationen im Tier- und Verbraucherschutz“. Unter seiner Federführung fanden im Namen des Tierschutzes Schmerzversuche an Tieren, wie in dem oben genannten Beispiel, und andere Grausamkeiten statt.
Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Tödliche Nebenwirkungen

Regelmäßig berichten Wissenschaftler und Medien über angebliche Erfolge im Kampf gegen Krebs, Alzheimer, Parkinson und andere Krankheiten. Doch die Hoffnungen der betroffenen Patienten werden so gut wie immer enttäuscht. Von den angeblichen Wundermitteln hört man nie wieder etwas. Denn: Was beim Tier funktioniert, klappt beim Menschen noch lange nicht. Im Gegenteil: Viele im Tierversuch geprüfte Pharmaprodukte richten schwere Schäden an. Jüngste Beispiele: Gentech-Medikament TGN1412, Blutfettsenker Lipobay, Rheumamittel Vioxx und das Herzmedikament Trasylol – alle waren im Tierversuch für sicher befunden worden, riefen aber beim Menschen schwerste, oft sogar tödliche Nebenwirkungen hervor. Allein in Deutschland gehen Hochrech-