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Für eine bessere Medizin

Tierversuche und eine ethisch vertretbare Medizin und Wissenschaft schließen sich aus. Achtung und Ehrfurcht vor dem Leben müssen das höchste Gebot menschlichen und insbesondere auch ärztlichen und wissenschaftlichen Handelns sein. Ein Ende der Tierversuche bedeutet nicht ein Ende der medizinischen Forschung. Im Gegenteil. Ohne Tierversuche wäre die Medizin schon viel weiter, denn Tierversuche halten, wegen ihrer falschen Ergebnisse, den medizinischen Fortschritt nur auf. Eine Vielzahl tierversuchsfreier Verfahren, die mit menschlichen Zell- und Gewebekulturen oder komplexen Computermodellen arbeiten, liefern im Gegensatz zum Tierversuch aussagekräftige Ergebnisse. Viele Krankheiten könnten zudem durch Veränderung unserer Lebensweise verhindert werden. Tierversuche müssen abgeschafft werden, um den Weg frei zu machen für eine moderne, ethisch vertretbare Forschung, bei der die Beseitigung der krankmachenden Ursachen in Ernährung, Lebensweise und Umwelt im Vordergrund steht. Nur so lässt sich ein Fortschritt in der Medizin erzielen. Die genannten Tierversuche aus Hamburg und mehrere Tausend weitere, in den letzten Jahren in Deutschland durchgeführte Tierexperimente, sind in der Internet-Datenbank www.datenbank-tierversuche.de dokumentiert. Partnerorganisation der Ärzte gegen Tierversuche bei Hamburg: Lobby pro Tier Mienenbüttel – Bürgerinitiative gegen Tierversuche: www.lobby-pro-tier.de
Quellen:
1 www.botox-tierversuche.de 2 Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz, Hamburg 3 W. Lehmann et al.: Comparison of open versus percutaneous pedicle screw insertion in a sheep model. European Spine Journal 2008: 17, 857-863 4 M. Gelderblom et al.: Neutralization of the IL-17 axis diminishes neutrophil invasion and protects from ischemic stroke. Blood 2012: 120 (18), 3793-3802 5 E.C.J. Syed et al.: Effect of sensory stimulation in rat barrel cortex, dorsolateral striatum and on corticostriatal functional connectivity. European Journal of Neuroscience 2011: 33, 461-470

Tierversuche im Brennpunkt:
Teil 8

Hamburg

Beaglehunde hinter Natodraht: Tierversuchslabor LPT in Neu Wulmstorf-Mienenbüttel

schen sind dank Bevölkerungsstudien bekannt: Übergewicht, zu fett- und fleischreiche Ernährung, Rauchen und Bewegungsmangel. Krebs wird beispielsweise zu einem Drittel durch Rauchen und zu einem weiteren Drittel durch fleisch- und fetthaltige Ernährung ausgelöst. Diese wichtigen Aspekte der Krankheitsentstehung werden bei der Verwendung von „Tiermodellen“ nicht berücksichtigt. Experimente an künstlich geschädigten Tieren sind deshalb nicht geeignet, die Krankheiten des Menschen zu erforschen und zu heilen.

Institut für Neurophysiologie und Pathophysiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistr. 52, 20246 Hamburg
Bei betäubten Ratten wird ein Fenster in den Schädelknochen gefräst. Mehrere Elektroden werden in das Hirngewebe eingelassen. Sie messen die Nervenaktivitäten während gleichzeitig die Schnurrhaare der Ratte durch einen standardisierten Luftstoß bewegt werden.5

Warum Tierversuche?
Tierversuche werden oft mit der Behauptung gerechtfertigt, sie dienten der Entwicklung neuer Medikamente gegen unheilbare Krankheiten. Tatsächlich haben Tierversuche meist keinerlei praktischen Bezug, wie in obigem Beispiel gezeigt. In Hamburg wird seit Jahren untersucht, was im Gehirn von Ratten passiert, während ihre Schnurrhaare auf unterschiedliche Weise bewegt werden. Tierversuche werden nicht zum Wohle des Menschen durchgeführt, sondern weil einflussreiche Interessengruppen davon profitieren. Experimentatoren, Universitäten, Pharma- und chemische Industrie, Auftragslabors, Versuchstierhändler, Firmen, die Zubehör herstellen – sie alle wollen, dass Tierversuche beibehalten werden. Die Qualität der Forschung wird nicht daran gemessen, wie vielen Menschen geholfen werden konnte, sondern an der Anzahl der Artikel in Fachzeitschriften. Davon ist die Höhe der Forschungsgelder abhängig. Diese werden für neue Studien verwendet. Etwas Sinnvolles für kranke Menschen kommt dabei nicht heraus.

Impressum:
Ärzte gegen Tierversuche e.V. Güldenstr. 44a 38100 Braunschweig Tel: 0531-60944791 Fax: 0531-60944792 info@aerzte-gegen-tierversuche.de www.aerzte-gegen-tierversuche.de Text: Dr. Corina Gericke Satz: www.vego-design.de Fotos: Lobby pro Tier, Dyrevernalliansen, BUAV Vereinskonto: Sparda-Bank BLZ 500 905 00 Kto 951 731

Ärzte gegen Tierversuche e.V. ist als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Spenden und Mitgliedsbeiträge sind steuerlich absetzbar. © 2013 Ärzte gegen Tierversuche e.V

Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Labor für Pharmakologie und Toxikologie (LPT), Redderweg 8, 21147 Hamburg
Mäusen wird das Nervengift Botulinumtoxin, besser bekannt als Faltenkiller „Botox“, in die Bauchhöhle injiziert. Die Tiere leiden unter Sehstörungen, Lähmungen und Atemnot, bis sie schließlich bei vollem Bewusstsein ersticken. Der To- Tod durch Ersticken: Botoxdeskampf kann vier Tage dauern. Es wird Tierversuche an Mäusen getestet, bei welcher Dosis die Hälfte der Mäuse einer Gruppe stirbt. Das LPT testet die Botulinumtoxinprodukte Xeomin® und Bocouture® im Auftrag der Firma Merz, Frankfurt/Main. Die Substanzen sind für die Behandlung von seltenen Nervenkrankheiten bzw. von Stirnfalten zugelassen, werden aber großenteils „off label“ für kosmetische Zwecke eingesetzt. Jede einzelne Produktionseinheit wird an Mäusen getestet, d. h., je mehr Botox verkauft wird, desto mehr Tiere müssen leiden und sterben. Ein anderer Botox-Hersteller, die Firma Allergan, setzt seit 2011 eine tierversuchsfreie Zell-Methode ein. Merz testet jedoch immer noch an Mäusen. Im Jahr 2008 wurden beim LPT 34.000 Mäuse für Xeomin® zu Tode gequält. Tendenz steigend.1

Tierversuchszahlen in Hamburg2 Tierart Mäuse Ratten Meerschw. Kaninchen Katzen Hunde Schweine Schafe Vögel Amphibien Fische Andere Tiere Gesamt 2005 46.544 62.920 1.278 229 1 10 12 18 60 203 202 40 111.517 2006 57.569 64.202 1.539 283 6 27 41 21 2 36 0 33 123.759 2008 71.918 68.208 1.318 36 11 0 133 25 172 137 295 47 142.300 2010 83.109 49.888 1.360 70 4 11 48 42 160 184 226 66 135.168 2011 83.152 44.286 1.107 26 0 0 79 24 0 157 480 20 129.340

Tödliche Nebenwirkungen
Regelmäßig berichten Wissenschaftler und Medien über angebliche Erfolge im Kampf gegen Krebs, Alzheimer, Parkinson und andere Krankheiten. Doch die Hoffnungen der betroffenen Patienten werden so gut wie immer enttäuscht. Von den angeblichen Wundermitteln hört man nie wieder etwas, Denn: Was beim Tier funktioniert, klappt beim Menschen noch lange nicht. Im Gegenteil: Viele im Tierversuch geprüfte Pharmaprodukte richten schwere Schäden an. Jüngste Beispiele: Gentech-Medikament TGN1412, Blutfettsenker Lipobay, Rheumamittel Vioxx und das Herzmedikament Trasylol – alle waren im Tierversuch für sicher befunden worden, riefen aber beim Menschen schwerste, oft sogar tödliche Nebenwirkungen hervor. Allein in Deutschland gehen jährlich 58.000 Todesfälle auf das Konto von Nebenwirkungen tierversuchserprobter Arzneimittel. Tierversuche machen also unsere Arzneimittel nicht sicher.

Künstlich krank gemacht
Das tierexperimentelle System beruht auf einem falschen methodischen Ansatz. Im Tierversuch werden die Krankheiten des Menschen auf Symptome reduziert und bei Tieren in sogenannten „Tiermodellen“ künstlich hervorgerufen. Krebs und Alzheimer wird bei Mäusen durch Genmanipulation ausgelöst, Arterienverkalkung durch elektrische Reize in Blutgefäßen von Kaninchen, Diabetes durch Injektion eines zellzerstörenden Giftes bei Ratten, ein Schlaganfall wird durch Verschluss einer Hirnarterie bei Ratten oder Mäusen ausgelöst.

Klinik für Trauma-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf , Martinistr. 52, 20246 Hamburg
Bei je sechs Schafen werden drei Lendenwirbel mit zwei verschiedenen Methoden chirurgisch miteinander verbunden. Bei der ersten Methode werden Schrauben durch die Haut in die Wirbelkörper geschraubt und mit einem Metallstab verbunden, so dass Tierversuchsergebnisse sind nicht übertragbar: Schafe belasten ihre die drei Wirbel nicht mehr beweglich Gliedmaßen anders als Menschen. sind. Bei der zweiten Methode werden die Haut und das darunter liegende Muskelgewebe aufgeschnitten, um Schrauben und einen Metallstab anzubringen. Drei Monate nach der Operation werden die Schafe getötet. Die Operationsmethoden zur Wirbelsäulenversteifung sind seit Jahren in der Humanmedizin etabliert.3 Wegen der anatomischen und funktionellen Unterschiede zwischen Mensch und Tier hinkt ein Vergleich bei orthopädischen Operationen von vornherein. Tiere laufen auf vier Beinen, Menschen auf zwei. Wirbelsäule und Beine sind daher ganz unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt. In dem genannten Beispiel kommt hinzu, dass die Operationsmethoden seit langem beim Menschen im Einsatz sind. Das Experiment war vollkommen widersinnig und überflüssig.

Millionenfaches Leid
Das Beispiel zeigt, wie grausam Tierversuche sind. Rund drei Millionen Mäuse, Ratten, Affen, Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen und andere Tiere werden jedes Jahr in deutschen Laboratorien gequält und getötet. Im Tierversuch werden Tiere wie Messinstrumente behandelt, die nach Gebrauch weggeworfen werden. Doch Tiere sind fühlende, leidensfähige Mitgeschöpfe, die Freude und Angst empfinden, Schmerz und Qualen erleiden, genau wie wir.

Neurologische Klinik, Universitätskrankenhaus HamburgEppendorf, Martinistr. 52, 20246 Hamburg
Bei mindestens 1.065 Mäusen wird ein Schlaganfall ausgelöst, indem unter Narkose ein Faden in eine Halsarterie eingefädelt und bis ins Gehirn vorgeschoben wird. Der Faden verstopft die Hirnarterie, so dass das Gewebe dahinter nicht mehr durchblutet wird. Nach einer Stunde wird der Faden wieder herausgezogen. Die Mäuse erwachen aus der Narkose. Vor und/oder nach dem Schlaganfall werden den Tieren verschiedene Testsubstanzen in die Bauchhöhle injiziert. Die Symptome der Mäuse wie Drehbewegungen, Lähmungen oder Tod, werden beurteilt. 1, 3 und 7 Tage nach dem künstlichen Schlaganfall werden jeweils einige Mäuse getötet.4 Solche künstlich geschädigten „Tiermodelle“ haben mit der menschlichen Erkrankung, die sie simulieren sollen, nichts gemein. Die Ursachen beispielsweise des Schlaganfalls beim Menwww.aerzte-gegen-tierversuche.de

Völlig unterschiedlich
Tiere und Menschen unterscheiden sich in Körperbau, Organfunktionen und Stoffwechsel wesentlich voneinander. Ein und dieselbe Substanz kann bei Tier und Mensch zu völlig unterschiedlichen Reaktionen führen. So ist zum Beispiel Penicillin gut verträglich für Menschen, aber schädlich für Meerschweinchen. Arsen ist tödlich für Menschen, für Schafe nicht. Asbest verursacht bei Menschen Krebs, bei Ratten nicht. Beim Süßstoff Saccharin ist es umgekehrt. Die Ergebnisse von Tierversuchen sind deshalb nicht mit der nötigen Zuverlässigkeit auf den Menschen übertragbar.

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