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Zentrum für Infektionskrankheiten, Universität Würzburg, 97070 Würzburg 3 Mäusen wird ein Eiweißstoff in die Bauchhöhle oder die

Fußsohle gespritzt. Andere Mäuse müssen das Eiweiß inhalieren. Gleichzeitig erhalten die Tiere Bestandteile von tropischen Würmern, die zuvor in anderen Mäusen gezüchtet wurden, injiziert. 24 Tage später wird den Mäusen der Eiweißstoff in die Nase appliziert. Das Immunsystem reagiert mit einer allergischen Reaktion. Ziel der Arbeit war es, herauszufinden, ob tropische Darmwürmer Asthma verhindern können.

versuche. Viele Krankheiten könnten zudem durch Veränderung unserer Lebensweise verhindert werden. Tierversuche müssen abgeschafft werden, um den Weg frei zu machen für eine moderne, ethisch vertretbare Forschung, bei der die Beseitigung der krankmachenden Ursachen in Nahrung, Lebensweise und Umwelt im Vordergrund stehen. Nur so lässt sich ein Fortschritt in der Medizin erzielen. Die genannten Tierversuche aus Würzburg und Tausende weitere, in den letzten Jahren in Deutschland durchgeführte Tierexperimente, sind in der Internet-Datenbank (www.datenbank-tierversuche.de) dokumentiert.
Impressum: Ärzte gegen Tierversuche e.V. Landsbergerstr. 103, 80339 München Tel: 089-359 93 49, Fax: 089-356 52 127 info@aerzte-gegen-tierversuche.de www.aerzte-gegen-tierversuche.de Text: Dr. Corina Gericke Gestaltung: Stadelmann-Multimedia.de Fotos: istockphoto, PETA Vereinskonto: Sparda-Bank BLZ 500 905 00 Kto 951 731 Ärzte gegen Tierversuche e.V. ist als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Spenden und Mitgliedsbeiträge sind steuerlich absetzbar. © 2008 Ärzte gegen Tierversuche e.V
1 Autoren: Niklas Beyersdorf et al. Institute: (1) Institut für Virologie und Immunobiologie, Universität Würzburg, 97078 Würzburg, (2) Neurologische Klinik, Universitätsklinikum, Würzburg, (3) TeGenero ImmunoTherapeutics AG, Würzburg, (4) Institut für MSForschung, Universität Göttingen und Gemeinnützige Hertie-Stiftung, Göttingen. Titel: Selective targeting of regulatory T cells with CD28 superagonists allows effective therapy of experimental autoimmune encephalomyelitis. Quelle: The Journal of Experimental Medicine 2005, 202 (3), 445-455 2. Autoren: Jörg Brederlau et al. Institute: (1) Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Würzburg, 97080 Würzburg, (2) Universität Würzburg, (3) Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin, Klinikum Fulda. Titel: Combination of arteriovenous extracorporeal lung assist and high-frequency oscillatory ventilation in a porcine model of lavage-induced acute lung injury: A randomized controlled trial. Quelle: The Journal of Trauma Injury, Infection, and Critical Care 2007: 62, 336-346 3. Autoren: Claudia M Trujillo-Vargas et al. Institute: (1) Zentrum für Infektionskrankheiten, Universität Würzburg, (2) Universidad de Antioquia, Medellin, Kolumbien, (3) Abteilung für Lungenforschung, Boehringer-Ingelheim Pharma GmbH & Co KG, 88397 Biberach a.d. Riss, (4) Abteilung für Allergie und Pulmonologie, Kinderkrankenhaus, Universität Halle-Wittenberg, Halle, (5) Molekulare Infektionsbiologie, Forschungszentrum Borstel, Leibniz Zentrum für Medizin und Biowissenschaften, Borstel. Titel: Helminthderived products inhibit the development of allergic responses in mice. Quelle: American Journal of Respiratory Critical Care Medicine 2007: 175, 336-344

Tierversuche im Brennpunkt:
Teil 5

Würzburg

Die Qualität der Forschung wird nämlich nicht daran gemessen, wie vielen Menschen geholfen werden konnte, sondern an der Anzahl der Publikationen in renommierten Fachzeitschriften. Davon ist die Höhe der Forschungsgelder abhängig. Diese werden für neue Tierversuche verwendet. Etwas Sinnvolles für kranke Menschen kommt dabei nicht heraus.
Millionenfaches Leid Abgesehen von zahlreichen wissenschaftlichen Argumenten sind Tierversuche auch aus ethischen Gründen abzulehnen. Täglich werden allein in deutschen Laboratorien fast 7.000 Mäuse, Ratten, Affen, Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen und andere Tiere gequält und getötet. Im Tierversuch werden Tiere als „Modellorganismen“ zu Messinstrumenten degradiert, die nach Gebrauch weggeworfen werden. Doch Tiere sind fühlende, leidensfähige Mitgeschöpfe. Für eine bessere Medizin Ein Ende der Tierversuche bedeutet nicht ein Ende der medizinischen Forschung. Im Gegenteil. Ohne Tierversuche wäre die Medizin schon viel weiter, denn Tierversuche halten, wegen der falschen Ergebnisse, den medizinischen Fortschritt nur auf. Eine Vielzahl tierversuchsfreier Verfahren, die mit menschlichen Zell- und Gewebekulturen, Bakterien oder komplexen Computermodellen arbeiten, liefern im Gegensatz zum Tierversuch aussagekräftige Ergebnisse und sind zudem auch noch schneller und oft auch kostengünstiger als Tier-

Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Institut für Virologie und Immunologie, Universität Würzburg, 97078 Würzburg 1 Bei mindestens 100 Ratten wird eine Autoimmun-Hirnhautentzündung künstlich erzeugt, indem bestimmte Proteine in die Schwanzvene oder eine Hinterpfote gespritzt werden. Die Tiere werden in Gruppen aufgeteilt und erhalten eine Testsubstanz in verschiedenen Dosierungen und zu verschiedenen Zeitpunkten verabreicht. Bei der Testsubstanz handelt es sich um einen monoklonalen Antikörper, später als TGN1412 bekannt, der die Entzündungsreaktion dämpfen soll. Je nach Gruppe leiden die Tiere an mehr oder weniger schweren Lähmungserscheinungen. Bei den behandelten Ratten werden die Symptome der Hirnhautentzündung tatsächlich gelindert. Die Autoren halten die Ergebnisse für viel versprechend hinsichtlich einer neuen Therapie für Multiple Sklerose. Bei menschlichen Probanden kam es später zu genau der gegenteiligen Reaktion wie bei den Ratten. Tödliche Nebenwirkungen Das von der Würzburger Firma TeGenero entwickelte Medikament TGN1412 war an Affen, Hunden, Ratten und anderen Tierarten erfolgreich getestet worden. Bei sechs Medikamententestern führte es dagegen zu schwersten Organausfällen. Die jungen Männer werden bleibende Schäden davontragen. Noch so viele Tierversuche konnten sie nicht davor schützen. Dabei ist dieser Arzneimittelskandal nur die Spitze des Eisbergs.

Tierversuche seien notwendig, um unsere Medikamente sicher zu machen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Tierversuche sind sogar gefährlich für den Menschen, denn sie versprechen eine falsche Sicherheit.

hört man nie wieder etwas, Denn: Was beim Tier funktioniert, klappt beim Menschen noch lange nicht. Das tierexperimentelle System funktioniert nicht, weil es auf einem falschen methodischen Ansatz basiert. Im Tierversuch werden wie in dem Beispiel oben die Krankheiten des Menschen auf Symptome reduziert und bei Tieren künstlich hervorgerufen. Solche „Tiermodelle“ sind jedoch nicht mit dem komplexen Krankheits- und Heilungsgeschehen beim menschlichen Patienten vergleichbar. Wichtige Aspekte der Krankheitsentstehung wie Ernährung, Lebensgewohnheiten, schädliche Umwelteinflüsse, Stress sowie psychische und soziale Faktoren werden bei dieser Art der Forschung außer Acht gelassen. Krebs wird beispielsweise zu einem Drittel durch Rauchen und zu einem weiteren Drittel durch fleisch- und fetthaltige Ernährung ausgelöst. Experimente an Tieren sind deshalb nicht geeignet, die Krankheiten des Menschen zu erforschen und zu heilen.

Völlig unterschiedlich Tiere und Menschen unterscheiden sich in Körperbau, Organfunktionen und Stoffwechsel wesentlich voneinander. Ein und dieselbe Substanz kann bei Tier und Mensch zu völlig unterschiedlichen Reaktionen führen. So ist zum Beispiel Arsen für Schafe gut verträglich, Penicillin ist dagegen schädlich für Meerschweinchen. Cortison verursacht bei Mäusen Missbildungen, bei Menschen nicht, bei Contergan ist es umgekehrt. Nach der Durchführung eines Tierversuchs kann nicht vorausgesagt werden, ob Menschen genauso oder anders reagieren werden. Die Ergebnisse von Tierversuchen sind deshalb nicht mit der nötigen Zuverlässigkeit auf den Menschen übertragbar. Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Würzburg, 97080 Würzburg 2 Dreiunddreißig betäubte Schweine werden mit Messgeräten verkabelt. Eine Kochsalzlösung wird mehrfach alle zehn Minuten in die Lungen gepumpt. So wird eine Lungenschädigung simuliert. Je acht Schweine werden auf unterschiedliche Weise beatmet. Diverse Messgrößen werden gemessen. Schließlich werden die Tiere durch Überdosis eines Giftes (T61) getötet. Künstlich krank gemacht Regelmäßig berichten Wissenschaftler und Medien über angebliche Erfolge im Kampf gegen Krebs, Alzheimer, Parkinson und andere Krankheiten. Doch die Hoffnungen der betroffenen Patienten werden so gut wie immer enttäuscht. Von den gefeierten Wundermitteln

Jedes Jahr sterben allein in Deutschland 58.000 Menschen an tierversuchserprobten Arzneimitteln. Es heißt,

Warum Tierversuche? Tierversuche werden nicht zum Wohle des Menschen durchgeführt, sondern weil einflussreiche Interessengruppen davon profitieren. Experimentatoren, Universitäten, Pharma- und chemische Industrie, Auftragslabors, Versuchstierhändler, Firmen, die Zubehör herstellen – sie alle wollen, dass Tierversuche beibehalten werden. Tierversuche werden oft mit der Behauptung gerechtfertigt, sie seien für die Entwicklung neuer Medikamente gegen unheilbare Krankheiten notwendig. Doch ein Großteil der Tierexperimente hat keinerlei praktischen Bezug und dient, wie in folgendem Beispiel, lediglich der Karriere Einzelner.