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Deutsche Beteiligung an Besatzung und Apartheid

Statt die israelische Regierung wegen ihrer Kriegsverbrechen und Verstöße gegen internationales Recht, Menschenrechte und UN-Resolutionen unter Druck zu setzen, verstärken Deutschland und Europa ihre Zusammenarbeit mit Israel auf allen Ebenen. Politische Aufwertung und wissenschaftliche Zusammenarbeit Der Rat der Europäischen Union ignoriert, nicht zuletzt auf Betreiben der Bundesregierung, seit 2002 die Forderung des EU-Parlaments, das Assoziierungsabkommen mit Israel aufgrund der fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen auszusetzen. Stattdessen wurde Israel im Mai 2010 in die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) aufgenommen. Für 2010/11 erhielt Israel, als erstes nichteuropäisches Land, den Vorsitz über das europäische EUREKA-Programm, über das Millionen von Forschungsgeldern in israelische Projekte fließen, ein großer Teil davon ausgerechnet in den Bereich der Entwicklung von Sicherheits- und Rüstungstechnologie, die dann direkt gegen die palästinensische Bevölkerung eingesetzt wird. Rüstungszusammenarbeit Seit den 50er Jahren gibt es eine intensive Rüstungszusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik und Israel. Praktisch alle deutschen Rüstungsfirmen liefern sogenannte „Rüstungskomponenten“, die in den Besetzten Palästinensischen Gebieten und im Libanon zum Einsatz kamen und kommen, von Infrarotmodulen in F-16 Kampflugzeugen und Apache-Hubschraubern bis zu Panzermotoren und -kanonenrohren. Direkt beteiligt ist die Bundesregierung (ungeachtet der Regierungswechsel der letzten Jahre) an großen Projekten: • der Lieferung von bisher 5 atomwaffenfähigen Dolphin U-Booten der Kieler HDW, gefördert mit etwa 900 Millionen Euro aus deutschen Steuermitteln. Derzeit laufen Verhandlungen über die Finanzierung eines sechsten U-Boots; • dem geplanten Bau von zwei Korvetten für Israel durch die Hamburger Werft Blohm & Voss; • dem Umbau israelischer Überwachungs- und Kampfdrohnen für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan durch Rheinmetall.
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Besatzungsprofiteure: Das Beispiel HeidelbergCement Teil der israelischen Besatzungs- und Apartheidspolitik ist es, die natürlichen Ressourcen – vor allem Wasser und Land – und Arbeitskräfte in den palästinensischen Gebieten auszubeuten, während die landwirtschaftliche, industrielle und wirtschaftliche Entwicklung der palästinensischen Gesellschaft aktiv behindert wird. In den Besetzten Palästinensischen Gebieten unterliegen dort agierende (israelische und internationale) Firmen nicht denselben Bestimmungen (Mindestlohn, Arbeitsschutz und Umweltstandards) wie in Israel, Produktionskosten können daher um bis zu 70% gedrückt werden. Ein Beispiel ist die Gewinnung von Baumaterialien in Steinbrüchen in der West Bank, an der auch die deutsche Firma HeidelbergCement über ihre israelische Tochterfirma Hanson Israel beteiligt ist, die in der West Bank einen Steinbruch sowie zwei Zementwerke und eine Asphaltfabrik betreibt. Mitte der 90er Jahre erließ Israel strengere Auflagen für die durch Lärm- und Staubproduktion extrem umweltbelastende Branche, die ihre Produktion daraufhin vermehrt in die West Bank verlagerte. 75% der dort durch israelische Firmen abgebauten Baustoffe werden in Israel verwendet, der Rest hauptsächlich für den Ausbau der illegalen Siedlungen in der West Bank. Beides – sowohl die Ausbeutung natürlicher Ressourcen für den eigenen Markt, als auch der Transfer eigener Bevölkerung in besetzte Gebiete – ist nach internationalem Recht illegal. Die israelische Menschenrechtsorganisation Yesh Din führt derzeit vor dem höchsten israelischen Gericht eine Verbotsklage gegen diese von ihr als „Plünderung“ bezeichnete Praxis. HeidelbergCement versucht derzeit, ihre israelische Tochterfirma zu verkaufen.

Deutsche Beteiligung heißt direkte Verantwortung, als Bürger/innen, Gewerkschafter/innen, Wissenschaftler/innen und Konsument/innen gegen Besatzung und Apartheid aktiv zu werden!
Weitere Informationen : ARD-Panorama am 02.09.2010 http://daserste.ndr.de/panorama/media/panorama545.html am 02.09.2010 Pressemitteilung der Generaldelegation Palästinas vom 21.10.2010 www.palaestina.org/news/nachrichten/zeigeNachricht.php?ID=6993
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Kontakt: bdsmovement-Berlin@web.de V.i.S.d.P.: Martin Forberg
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