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Gilgamesch-Epos

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie Das Gilgamesch-Epos ist eine Gruppe literarischer Werke, die vor allem aus dem babylonischen Raum stammt und eine der ältesten überlieferten schriftlich fixierten Dichtungen beinhaltet. Das Gilgamesch-Epos stellt in seinen verschiedenen Fassungen das bekannteste Werk der akkadischen und der sumerischen Literatur dar. Als Gesamtkomposition trägt es den ab der zweiten Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr. belegten Titel „Derjenige, der die Tiefe sah“ (!a naqba "muru); eine vermutlich ältere Fassung des Epos ist unter dem Titel „Derjenige, der alle anderen Könige übertraf“ (#$tur eli !arr") bereits seit altbabylonischer Zeit bekannt. Die umfassendste bekannte Version des Epos, das so genannte Zwölftafel-Epos des Sîn-leqe-unn"n", ist auf elf Tontafeln aus der Bibliothek des Assyrischen Königs A!!urbanipal erhalten, jedoch ist diese Fassung unvollständig. Das vorhandene Schriftmaterial erlaubt die Rückdatierung der ursprünglichen Fassung bis wenigstens in das 18. Jahrhundert v. Chr, reicht aber wahrscheinlich in die Abfassungszeit des Etana-Mythos im 24. Jahrhundert v. Chr. zurück.[1]

Tafel mit Gilgamesch-Epos

Inhaltsverzeichnis
1 Wiederentdeckung 2 Übersetzung 3 Fassungen des Stoffes 3.1 Sumerische Erzählkränze 3.2 Fassungen in babylonischer Sprache 3.2.1 Altbabylonisch 3.2.2 Mittelbabylonisch 3.2.3 Neubabylonisch 3.3 Die hethitische Fassung 4 Das Epos 5 Der Inhalt des Zwölftafel-Epos 6 Moderne Rezeption 7 Siehe auch 8 Literatur 9 Weblinks 9.1 Onlineausgaben und Artikel 9.2 Videos 9.3 Vertonung 10 Anmerkungen

Tafel 11 mit der Sintflut-Erzählung aus der Bibliothek des A!!urbanipal

Mit einer neuen wissenschaftlichen Edition stellte der Londoner Altorientalist Andrew R. N. Da die verschiedenen Fragmente in verschiedenen Sprachen (altbabylonischem Akkadisch.[4] Gilgamesch und die jungen Frauen[5] Gilgamesch und #uwawa.[2] Gilgamesch und Agga von Ki". ergab sich eine Neubewertung des überlieferten Textes. Die erste vollständige deutsche Übersetzung erstellte Alfred Jeremias im Jahr 1891. Aus dieser frühen Zeit sind einige Tontafeln in sumerischer Keilschrift mit Fragmenten mehrerer Texte bekannt: Zyklus um Gilgamesch. Kramer. Hurritisch und Hethitisch) verfasst worden waren. die im Original den Namen dGI!-gím-ma" verwenden. ergaben sich Übersetzungs.10–24 und Gen 8. so dass sich der Name Gilgamesch auch für die älteren Erzählungen durchsetzte. von diesem Text liegen zwei bis drei Fassungen vor. Tafel des Zwölftafel-Epos aufgegriffen. Schott hat die Personennamen des Epos vereinheitlicht.1–14 ) der Bibel aufwies. wobei größere Lücken (Lacunae) bestehen blieben. Sumerologe aus Philadelphia (USA). dieser Text erscheint im Zwölftafel-Epos nicht. Einige Textstellen waren nicht erhalten und mussten rekonstruiert werden.Wiederentdeckung Die ersten Tontafeln mit Fragmenten des Gilgamesch-Epos wurden 1853 von Hormuzd Rassam gefunden. stellte große Teile der sumerischen Mythendichtungen in einen sinnvollen Zusammenhang. George Smith (1840–1876) übersetzte sie 1872 und gilt daher als der eigentliche Wiederentdecker des Gilgamesch-Epos. die inzwischen neu übersetzt worden waren. Damit war bewiesen. die Ausgangspunkt der Tafeln 4 und 5 des Zwölftafel-Epos wurden. Dieses Fragment ist ein Teil der elften und letzten Tafel des Gilgamesch-Epos. 1934 wurde das Epos von Albert Schott erneut übersetzt. Fassungen des Stoffes Sumerische Erzählkränze Älteste literarische Bearbeitungen des Gilgamesch-Stoffes stammen aus den sumerischen Städten in Mesopotamien. Aus über 100 Textfunden.[3][6] Gilgamesch und der Himmelsstier. Der Assyriologe Stefan Maul legte im Jahr 2008 eine komplett überarbeitete neue poetische Übersetzung vor. Zusätzlich konnten zwischen 2003 und 2005 fünf weitere Bruchstücke übersetzt werden. Smith übersetzte das Fragment. das sich mit der Überflutung der Erde beschäftigte und sehr große Ähnlichkeiten zum Bericht der Sintflut im Buch Genesis (Gen 7.und Zuordnungsschwierigkeiten. Das Gleiche gilt für die Namenspaare %uwawa/%umbaba und Sursun-abu/Ur-!anabi. der Held heißt hier „Bilgame!“ oder kurz „Bilga“. Übersetzung Der Text des Epos musste aus verschiedenen Fragmenten rekonstruiert werden. dieser Text wurde fast komplett in der 6.[7] . Häufig war auch die Bedeutung wichtiger Begriffe nicht bekannt. persönliche Interpretationen und Erweiterungen zu den älteren Übersetzungen des Gilgamesch-Epos enthält. George im Jahr 2003 die textkritische Erforschung des Gilgamesch-Epos auf eine neue Grundlage. dass die Bibel diesen Text in veränderter Form übernommen hatte. die Ergänzungen.[3] Er berichtet vom Übergang der Macht von Ki! auf die Stadt Uruk. Erst S.[3] Er handelt von einer Auseinandersetzung zwischen Inanna und Gilgamesch.

einer Bemerkung zufolge handelt es sich um den zweiten Teil einer Serie. was ihnen den Weg zu den Anunnaki eröffnet. dass Gilgamesch Zedernholz schlagen möchte. den er von früher kennt.und Frühgeschichte in Berlin und in London. Der Held wird in der altbabylonischen Zeit mit dem Zeichen „Gi! geschrieben. heute in Pennsylvania. Es zeichnet sich ab. dass eventuell zwei oder mehr verschiedene Fassungen dieses Textes existierten. im Museum für Vor.[11] Zwei Fragmente der siebten Tafel.[3] Er beinhaltet eine Unterweltsvision und legitimiert Gilgamesch als Begründer des Totenkultes. welche im Zwölftafel-Epos nicht enthalten ist. das später mehrfach ausgebaut und variiert wurde. lassen sich zusammenfügen und stammen eventuell aus Sippar.[8] Tod des Gilgamesch. die so genannte Meistertafel. dass bereits vor der ersten Dynastie Babyloniens beziehungsweise vor der Isin-Larsa-Zeit ein erstes Epos aus den sumerischen Stoffen um Gilgamesch erstellt wurde. dieser Text wird in den frühen Fassungen des Epos nur als Anregung verwendet. das außerhalb der Gilgamesch-Tradition steht. berichtet von Gilgameschs Ankunft im Jenseits bei der Schankwirtin Siduri. Funde weiterer Fragmente deuten darauf hin.[12] Von der dritten Tafel existieren Fragmente in Yale. Sie berichtet von der Ankunft Enkidus mit seiner Frau in Uruk. Die geschlagenen Zedernstämme flößen beide über den Euphrat nach Uruk. wo Gilgamesch von seinem ius primae noctis Gebrauch machen will und Enkidu ihn daran hindert. Erst spät wird die zweite Hälfte davon als Anhang hinzugefügt. Sie berichten von Gilgameschs Trauer um den verstorbenen Enkidu und seiner Suche nach Uta-na'i!tim.[10] Fassungen in babylonischer Sprache Altbabylonisch Bisher sind nur kleine Bruchstücke bekannt geworden. Sie enthält auch die berühmte Rede der Siduri. das von der Erschaffung Enkidus berichtet. in der Sammlung Schoyen sowie unter den Funden aus Nippur und Tell Harmal. Wahrscheinlich handelt es sich bei diesem Text um eine rückwirkende Übersetzung in die sumerische Sprache.[12] Ein eventueller Fund der vierten Tafel ist noch nicht publiziert Ein Fragment der fünften Tafel befindet sich in Bagdad und berichtet von der Tötung %uwawas durch Gilgamesch und Enkidu. die selbst aus mehreren älteren Fassungen schöpft und vor allem in Form des Atra&asis-Epos einen eigenständigen mythischen Bericht darstellt. warnt. Ob darüber hinaus weitere Tafeln zu dieser altbabylonischen Fassung des Epos gehören ist unklar. Die Figur des Uta-napi!ti trägt hier den Namen Ziusudra. In einigen Fragmenten wird Gilgamesch als Richter in der Unterwelt vorgeführt. dieser Text wurde später vor allem auf Enkidu umgemünzt.Gilgamesch. Eine weitere Tafel. stammt vermutlich aus Uruk oder Larsa. wovor Enkidu unter Verweis auf %uwawa. Neben dem Sintfluthelden Uta-na'i!tim gibt es im Altbabylonischen das ältere Atra&asis-Epos über die Sintflut. Sie berichten davon.[3][9] Die Sintflut-Erzählung gehört in ihrer sumerischen Fassung nicht zu den Geschichten um Gilgamesch. Enkidu und die Unterwelt.[2] Inhaltlich lassen sich die Stücke verschiedenen Passagen zuordnen und so in eine Reihenfolge bringen: Von der ersten Tafel des altbabylonischen Epos ist nur die Anfangszeile und ein kurzes Fragment erhalten. Nach einem Kampf der beiden nimmt Gilgamesch Enkidu als Gefolgsmann auf. Mittelbabylonisch . allerdings wohl „Gil ausgesprochen.[11] Ein Fragment der zweiten Tafel.

sondern über eine hurritische Fassung. Chr. Hattu!a Dort wurden mittelbabylonische Fragmente gefunden. dass das Werk wohl sehr bekannt gewesen sein muss.–627 v. Die hethitische Version umfasst drei Tafeln. Chr.[11] Megiddo und Ur Fragmente. Gegenüber den mesopotamischen Versionen des Epos ist die hethitische Version deutlich vereinfacht und entbehrt vieler Details sowie einer ganzen Reihe von Nebencharakteren.[13] Von der assyriologischen Forschung wird dieser zumeist als Endredaktor verstanden. Ebenfalls finden sich Spuren vom Abenteuer mit dem Himmelsstier. Jahrhundert v. Die Fragmente brechen mit einem Traum Enkidus von einer Götterversammlung ab. Chr. Nippur und Emar Bereits bekannte Stücke betreffen die Abreise zum Zedernwald und die dortigen Kämpfe.) in Ninive überliefert. Enkidu und die Unterwelt“ zur neubabylonischen Fassung. Das Epos Gilgamesch war nach sumerischer Überlieferung König der sumerischen Stadt Uruk. Die Endversion des Epos mit etwa 3600 Verszeilen wurde vermutlich in Uruk auf elf Tafeln niedergeschrieben. Das Epos erzählt. angefertigt wurde. fast identische Werke zurückgegriffen und frühestens im 12. Sein Name bedeutet Der Vorfahr war ein Held beziehungsweise Der Nachkomme ist ein Held. und einige hurritische Fragmente weisen ebenfalls Textbezüge auf. Neben diesen mittelbabylonischen Fragmenten fand sich eine hethitische Nacherzählung. weil von den Tafeln zu wenig erhalten ist. Bisher lässt sich noch kein einheitliches Epos rekonstruieren. denen eine zwölfte Tafel angehängt wurde. von seinen Heldentaten mit dem von der Göttin Aruru erschaffenen menschenähnlichen Wesen Enkidu (das oft als . zu einem Drittel menschlich und zu zwei Dritteln göttlich. Enkidu und die Unterwelt“ enthält. von der sich hier ebenfalls eine Spur gefunden hat. welcher bei der Endkomposition des Textes auf ältere. die von der Ankunft Enkidus in Uruk und dem Zug zum Zedernwald berichten. die wohl nicht direkt. In der Hauptstadt Hattu!a sind außerdem zwei akkadische Versionen gefunden worden. Es wurde über das Hurritische auch in das Hethitische übersetzt. aber der Text ist an vielen Stellen unzusammenhängend. Die hethitische Fassung Die hethitische Fassung des Epos ist nur sehr bruchstückhaft erhalten (einige Dutzend Bruchstücke von Tafeln).[11] Diese Stücke sind neu und zeigen die Entwicklung vom sumerischen „Gilgamesch. abhängig von der jeweiligen Fassung.Unter der kassitischen Dynastie verbreitete sich das Epos bis nach Hattu!a und Megiddo. die auf den Tod Enkidus Bezug nehmen (Traum von der Unterwelt und Flüche). welche eine wortgetreue Übersetzung von „Gilgamesch. Der Großteil des Werkes ist durch Tontafel-Fragmente aus der Bibliothek Assurbanipals (669 v.[11] Neubabylonisch Das Zwölftafel-Epos wurde im Alten Orient einem Schreiber des Namens Sîn-leqe-unn"n" zugeschrieben. welcher der „Sekretär“ des Gilgamesch gewesen sei.[12] Ugarit: Stück eines neuen Prologs und Fragment aus dem Kampf mit %uwawa. obwohl die Anzahl der Duplikate zeigt. gelebt hätte – beide Annahmen können jedoch nicht bewiesen werden.

Ein Fallensteller[16] entdeckt Enkidu.[14] In der Genesis Kapitel 6 findet sich auch das Motiv der Söhne Gottes.Freund. besonders in den menschlichen Kindern des Zeus.[15] Um den Herrscher zu bändigen. Es lassen sich auch Entsprechungen im griechischen Götterhimmel mit seinen Titanen und Halbgöttern finden. erschafft die Muttergöttin Aruru gemäß der Anordnung des Himmelsgottes An. die durch sexuelle Verführung von Enkidu seine Herde ihm entfremden soll. Nach dem folgenden einwöchigen Liebesspiel flieht. erliegt er ihren Verführungskünsten. Eine Reihe anderer altorientalischer Werke weisen auffällige Ähnlichkeiten zur Gilgamesch-Erzählung auf. Dazu zählen auch interessante Parallelen in der späteren biblischen Überlieferung. der später sein Bruder werden wird.[20] Zuvor hatte er im Beisein von #am&at den Verstand erworben. Traumdeuterin und Wissende der Zukunft. die dieser den Göttersagen zufolge nach Lust und Laune mit sterblichen Frauen gezeugt haben soll. Gilgamesch und Enkidu nehmen sich vor. Enkidu nach Uruk als Widerpart von Gilgamesch zu führen. können ihn töten. den Hüter des Zedernwaldes. der als Schützer der Wildtiere die Herde vor den tödlichen Anlagen des Fallenstellers bewahrt. . und fällen anschließend die Zedern. thematisiert aber vor allem seine Suche nach Unsterblichkeit. der zunächst als wildes. Die dabei gezeugten Kinder werden „Nephilim“ genannt und als eine Art „Halbgötter“ beschrieben. aus Lehm Enkidu.[15] Gilgamesch erhält mittels zweier Träume Kenntnis von Enkidu. Zusätzlich versieht sie Enkidu im Nacken mit ihrem göttlichen Zeichen als Schutzsymbol. führen insbesondere zur Verärgerung der Frauen von Uruk. die sich auf der Erde materialisiert haben und Beziehungen mit Menschenfrauen eingegangen sind. Gilgamesch ist von Ninsuns Mitteilung erfreut und erwartet ungeduldig die Ankunft Enkidus. teilweise aber auch nur als Diener in den Texten erscheint). wird als furchtloser und ungehobelter Tatmensch geschildert und herrscht als König in Uruk. Als I!tar den zurückgekehrten Helden Gilgamesch erblickt. Sie finden %umbaba. treffen Enkidu und Gilgamesch aufeinander. Vater der I!tar. Gilgameschs Mutter Ninsun.[21] Enkidu wandelt sich unter anderem durch das Wirken eines Barbiers endgültig zu einem Menschen. Nunmehr als Brüder machen sich Gilgamesch und Enkidu auf den Weg. sich mit dem Jäger in die Steppe begibt. die sich bei der Göttin I!tar beschweren.[22] In Uruk angekommen. Sein despotischer Regierungsstil und die bedrückenden Lasten. die mit dem Wissen um den ursprünglichen Götterauftrag. Während eines Zwischenaufenthaltes in einem Hirtenlager nahe Uruk lernt Enkidu die menschliche Nahrung und das Bier kennen. Enkidus Herde in die Weiten der Steppe und lässt ihn allein. weist Gilgamesch auf die bevorstehende Ankunft des Enkidu in Uruk hin. nach Uruk zu gehen und Gilgamesch um die Entsendung der Dirne[17] #am&at zu bitten. wie vom Vater des Fallenstellers vorhergesagt. mit ihr nach Uruk zu gehen. gemeinsam eine Heldentat zu vollbringen und %umbaba.[19] Als Enkidu #am&at entdeckt. Der Inhalt des Zwölftafel-Epos Gilgamesch. zu töten und in I!tars Wald Zedern zu fällen.[18] Gilgamesch wiederholt die Worte des Vaters vom Fallensteller bezüglich #am&ats. Ermüdet von der Auseinandersetzung sinken die beiden Helden nieder und schließen Freundschaft. So erinnert die Figur des biblischen Noach stark an den göttlich auserwählten Helden Utnapischtim. ist zu zwei Dritteln Gott und zu einem Drittel Mensch. Der sich anschließende Kampf endet unentschieden. Gilgameschs Mutter Ninsun bittet aufgrund der bevorstehenden Gefahren den Sonnengott #ama! um Hilfe und erklärt Enkidu durch Adoption zu ihrem Sohn. Er besitzt außergewöhnliche physische Kräfte. die für ihre übermenschliche Stärke und ihren aufbrausenden und schlechten Charakter bekannt sind. menschenähnliches Wesen in der Steppe bei Uruk mit den Tieren der Wildnis zusammenlebt. #am&at kann Enkidu überzeugen. die mit seinen Bauprojekten verbunden sind. der Held der Geschichte. Dessen Vater rät ihm.

!anabi begleiteten. Chr. hurritischen und hethitischen Überlieferungsfragmenten rekonstruiert werden. die ihm den Weg zum Fährmann Ur-!anabi weist. sind sie noch immer nicht an der Insel angelangt. die halb Mensch. Erbost darüber geht sie zum Göttervater Anu und verlangt. Nur mit Enkidu. Auf seiner Suche irrt er zunächst durch die Weite der Steppe und kommt schließlich zum Berg Ma!u. Demnach sucht Gilgamesch seinen Urahnen auf. der ihn über das „Wasser des Todes“ zur Insel „Land der Seligen“ bringen soll. Um seinen Eid nicht zu brechen. Der Tod Enkidus bringt Gilgamesch zur Verzweiflung und er begibt sich auf eine lange Wanderschaft. musste nun Gilgamesch deren Funktion übernehmen und zusätzlich 300 Stocherstangen aus Holz schnitzen. dass Enki den anderen Göttern zuvor hatte schwören müssen. richtet das Ungeheuer schlimme Zerstörungen an. Der Stier tötet Hunderte von Uruks Männern. die alles Leben vernichten wird. sondern spricht seine Worte gegen die aus Schilf bestehende Wand des Hauses. indem sie eine Krankheit schicken. in dem sich der Einstieg in den nächtlichen Tunnel befindet. Sie beschließen. Gilgamesch zieht Ur-!anabis Kleid aus und hängt es wie ein Segel zwischen seinen Armen auf.verliebt sie sich in ihn. der in der sumerischen Fassung der Erzählung Ziusudra heißt und ihm die Geschichte von der Flut erzählt (Rahmenhandlung). seine Frau und seine gesamte Sippe einsteigen. Dieser Erzählung zufolge hatte der Gott Enki den Menschen Ziusudra vor einer Flut gewarnt. sind sie sich einig. befindet er sich im Edelsteingarten und trifft dort an einer Schänke auf die göttliche Wirtin Siduri. In Uruk angelangt. Gilgamesch findet also den Fährmann Ur-!anabi. Als er aus dem Tunnel heraustritt. Doch Gilgamesch weist sie zurück. Auf der elften Tafel des Epos wird die Geschichte einer Flutkatastrophe erzählt. Auf ausdrückliche Weisung Enkis verrät er den anderen Menschen nichts von dem drohenden Untergang. auf der Uta-napi!ti mit seiner Frau lebt. reißt sein Haus ab und baut aus dem Material ein Boot. zwei Wesen. die die Ein Löwenbezwinger. in Dur "arrukin (Assyrien) Wasser des Todes fortbewegen. Er folgt daraufhin den erhaltenen Befehlen Enkis aus dem Traum. Aber im Streit zerschlägt Gilgamesch die Wesen. Er will nicht das gleiche Schicksal wie Enkidu erleiden und hofft. dass die beiden jetzt zu weit gegangen sind. Deshalb musste die Handlung aus sumerischen. Die babylonische Fassung berichtet im weiteren Verlauf über den Ablauf der Katastrophe. bis Enkidu und Gilgamesch den Kampf aufnehmen und ihn töten. genannt Die Steinernen. die in Form einer Flut[23] über das Land hereinbricht und es untergehen lässt. ihn passieren zu lassen. die Aufrührer zu bestrafen. über die kommende Katastrophe Stillschweigen zu bewahren. dass ihm sein Urahn Uta-napi!ti dabei helfen kann. 713–706 v. den Himmels-Stier auszusenden. den die Sonne #ama! nachts auf ihrem Weg von West nach Ost durchläuft. babylonischen. So erreichen sie Utnapi!ti. Relief aus dem Palast von diesen speziellen Stangen kann sich ein Schiffer problemlos über die Sargon II. da sie mit dem Wasser des Todes in Berührung gekommen und dadurch unbrauchbar geworden war. halb Skorpion sind. zunächst. überreden. Nach Abfahrt lässt Gilgamesch die gerade benutzte Stange in das Wasser hineingleiten. Eine vollständig erhaltene Fassung der Tafel ist nicht vorhanden. Verkompliziert wird die Situation dadurch. So wird Ziusudra im Schlaf in Form eines Traumes vor der Gefahr gewarnt. Da Die Steinernen ansonsten Ur(heute Khorsabad). In das Boot lässt Ziusudra nun die Tiere der Steppe. Gilgamesch kann die Wächter des Tunnels. um in der Fremde das Geheimnis des Lebens zu finden. Als die Götter dies sehen. in dem Ziusudra schläft. Als sie die letzte Stange aufgebraucht haben. vermutlich Stocherstangen als Fährhilfe für die Überfahrt herstellten. wendet Enki eine List an und redet nicht unmittelbar mit dem Menschen. an der Enkidu stirbt. um Gilgamesch zu töten. akkadischen. ein Schiff zu bauen. Nach dem Ablaufen des Wassers werden Ziusudra und seine Frau von Enlil für die Rettung . und ihm geraten.

Lenin. Mielke erzählt eine weitere Variante des Epos. Eine neuere CD-Aufnahme von Naxos präsentiert das Oratorium „Gilgamesch“ (Uraufführung 1958) von Bohuslav Martin'. doch Gilgamesch schläft ein. wo sich die Pflanze der ewigen Jugend befindet. . Es malt die im Gilgamesch-Epos überlieferten Heldentaten des Königs und seines Freundes Enkidu stimmgewaltig aus. den Schlaf. bereichert um die Kenntnis. Oratorien) und Literatur (insbesondere Fantasyromane) als Sujet entdeckt. Albert Schweitzer.[26] Auch der 1988 erschienene Roman Gilgamesch. Hans Henny Jahnns Romanzyklus Fluss ohne Ufer (ab 1949) basiert in wesentlichen Motiven auf dem Gilgamesch-Epos.der Lebewesen dadurch belohnt. dass beide vergöttlicht werden und ein göttliches Leben auf der Götterinsel „Land der Seligen“ führen dürfen. Nach dem Anhören der Geschichte fordert Uta-napi!ti von Gilgamesch. Gilgameschs tagelangen Gang durch die Unterwelt und seine erlösende Begegnung mit Utnapischtim. Als Gilgamesch an einem Brunnen rastet. Im Gilgamesch-Epos wird #uruppak im unteren Mesopotamien als der Ort angegeben. dass er sich nur durch große Werke als guter König einen unsterblichen Namen erwerben kann. zu bezwingen. die Kämpfe mit dem Drachen Chumbaba und dem Himmelsstier. als kleinen Bruder des Todes. P. Oktober 2007 in Pforzheim uraufgeführt. Betrübt und niedergeschlagen kehrt er nach Uruk zurück. sind dort versammelt. In der Bildenden Kunst haben der Maler Willi Baumeister und der Grafiker Carlo Schellemann in jeweiligen Bilderserien dem Gilgamesch-Epos visuell Gestalt gegeben. nur um ihn allerdings kurz darauf wieder zu verlieren. ehe er die Substanz der Pflanze an sich selbst erprobt. u. Gilgamesch im Outback ist eine Fantasy-Geschichte von Robert Silverberg. von dem die Flut ihren Ausgang nahm. erklärt Uta-napi!ti ihm zumindest. Gilgamesch kann das Gewächs finden und macht sich auf den Weg zurück in die Heimat. ist er jedoch unvorsichtig und eine Schlange kann ihm die Pflanze der ewigen Jugend stehlen. wo er die Wirkung der Pflanze zunächst an einem Greis testen will. Ein weiteres Oratorium „Gilgamesch und Christus“ wurde von Wolfgang Witzenmann komponiert und am 14. Sämtliche Toten unserer Welt. a. Picasso und viele andere – sondern auch auf seinen Freund Enkidu. Des Weiteren erschien 2006 Gilgamesh: A Verse Play (Wesleyan Poetry) von Yusef Komunyakaa. der Bibelforschung seiner Zeit folgend. Elemente der Gilgamesch-Mythologie in die JosephsLegende verwoben. damit er sein Scheitern erkenne.[24][25] Nun setzt die Rahmenhandlung wieder ein. König von Uruk von Thomas R. Nachdem er aufgewacht ist und sein Scheitern erkennen musste. die unter anderem nach Vorlagen der biblischen Motive suchte. So beginnt er mit dem Bau der Stadtmauer von Uruk. Thomas Mann hat in seiner Tetralogie Joseph und seine Brüder (ab 1933). indem er Gilgamesch in einem Totenreich „wiederauferstehen“ lässt. das sich nur geringfügig von unserer heutigen Welt unterscheidet. in der Gilgamesch und Enkidu in der Unterwelt weiter zusammenleben. So trifft Gilgamesch nicht nur auf Platon. dem biblischen Noah. Moderne Rezeption Im Gegensatz zu vielen griechisch-römischen Mythen wurde der Gilgamesch-Stoff erst spät für Musik (als Opern. Witzenmann stellt dabei Parallelen und Unterschiede zwischen Gilgamesch und Jesus Christus dar. Während seines Schlafes legt die Frau Utanapi!tis täglich ein Brot an sein Bett. aus allen Zeitaltern der Geschichte. Zu den modernen Interpretationen des Mythos zählen Stephan Grundys Roman Gilgamesch von 1998 sowie das 2001 erschienene Drama Gilgamesh von Raoul Schrott. In der Musik ist vor allen das von Alfred Uhl (1909–1992) komponierte und 1957 im Wiener Musikverein uraufgeführte Oratorium „Gilgamesch“ zu erwähnen. In der Folge Darmok der Star-Trek-Serie Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert erzählt Captain Picard einem im Sterben liegenden Alien Teile des Gilgamesch-Epos. Der amerikanische Science-Fiction-Autor Robert Silverberg spinnt in seinem 1990 erschienenen Roman Das Land der Lebenden (im Original To the Land of the Living) die Gilgamesch-Erzählung weiter. sich entzweien und mit der Hilfe von Albert Schweitzer wieder zusammenfinden.

u. Meik Gerhards: Conditio humana.Auf 358 Seiten erschien 2010 die Gilgamesch-Epos-Interpretation als Graphic Novel illustriert durch den Künstler Burkhard Pfister. Auflage. ISBN 3-15-007235-2. ISBN 978-3-406-56243-3. Mythos. Neukirchen-Vluyn 2013. ISBN 978-3-631-55566-8.wikimedia.): Literatur und Geschichte. 1–9. Robert Rollinger. (neu übers. Lang. 1995.): The Epic of Gilgamesh. R. Darmstadt 2001. ISBN 978-3-7887-2707-9. Festschrift für Erwin Leibfried. Wolfgang Röllig: Das Gilgamesch-Epos. Vorwort von Rolf Wedewer und Karl Hecker. In: B. A New Translation.org/wiki/Category:Epic_of_Gilgamesh? uselang=de) – Sammlung von Bildern. ISBN 3-17-015417-6. Raoul Schrott. 9. Introduction. ISBN 0-19-814922-0. (rhythmisch übertragen). ISBN 978-3-406-52870-5. München 2012. Stuttgart 2009. München 2008. Siehe auch Agga Ischtar-Tor Berg Nimu! Literatur Texteditionen Andrew R. Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Wolfram von Soden (Übers. Edition Orient. 157–165. ISBN 3-534-15935-7[26] Hartmut Schmökel: Das Gilgamesch-Epos. Frankfurt am Main 2007. Übersetzungen Stefan Maul: Das Gilgamesch-Epos. ISBN 978-3-15-010702-7. Analogues.). Criticism. Reclam. Reclam. Jürgen Joachimsthaler: Die Rezeption des Gilgamesch-Epos in der deutschsprachigen Literatur. Foster (Hrsg. Critical Edition and Cuneiform Texts. Stuttgart 1999. George: The Babylonian Gilgamesh Epic. New York/ London 2001. durchgesehene Auflage) Beck. (Wissenschaftliche Monographien zum Alten und Neuen Testament 137). Werk und Tradition. S. ISBN 0-393-97516-9. Weblinks Commons: Gilgamesch-Epos (//commons. 5. Albert Schott: Das Gilgamesch-Epos. Sekundärliteratur Gary Beckman: The Hittite Gilgamesh. Stuttgart 1982. Hajo Edelhausen (Illustrator): Gilgamesch oder die Mauern von Uruk Bilder zur Menschwerdung. Nachdruck 1997. (Hrsg. In Sascha Feuchert u. 105–188) Walther Sallaberger: Das Gilgamesch-Epos. Videos und Audiodateien Onlineausgaben und Artikel . komm. Manfred Schretter: Gilgamesh: Epos. a. Studien zum Gilgameschepos und zu Texten der biblischen Urgeschichte am Beispiel von Gen 2–3 und 11. ISBN 3-922825-60-5. Beck. 2 Bde. London 2003. (Interpretation des Gilgameschepos S. Oxford University Press. Kohlhammer. Wolfram von Soden.

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Dann aber brachte der Ostwind die Sintflut. mein Sohn. Wie ein Schlachtengemetzel ging die Wucht der Flut über die Menschen hinweg. Auszug aus der 11. C. Vgl. Schrott. 49–50. noch erkennen die Menschen einander in der Vernichtung. Buch Mose (Genesis) Kapitel 6-9 und 11. die Dirne […] Wenn die Herde eintrifft an der Wasserstelle. wird nichts berichtet. gemäß Stefan Maul: Das Gilgamesch-Epos. 1. (Hrsg. Errakal reißt die Pflöcke heraus. Tafel. Rasend brauste er einher. Gilgamesh. Die Flut-Geschichte liegt in der neuen und erweiterten Übersetzung von Stefan Maul (Das Gilgamesch-Epos. S. S. die 'Thronträger' gehen einher über Berg und Land. S. die an eine Sturmflut oder einen Tsunami erinnern. […] 'Wie Fische im Schwarm füllen sie (die Menschen) (jetzt) das Meer!' […] Sechs Tage und sieben Nächte lang gehen Wind und Wetter. 5. so etwa von Stefan Maul: R. 22. . S. Der Bruder kann seinen Bruder nicht sehen. Beck Verlag. Literaturen 1/2 2002. da begann der Sturm sich aufzuhellen. Sturm und Sintflut brausend einher. gemäß Stefan Maul: Das Gilgamesch-Epos. H. [Der Sohn reagierend:] Auf den Rat seines Vaters gab er acht. Doch als der siebente Tag anbrach. Der Vater des Fallenstellers zu seinem Sohn sprechend: „Geh. Von Regenfällen. sie hoben sich fort in den Himmel des Anum. S. in deren Mitte er aufwuchs. stieg aus dem Fundament des Himmels eine schwarze Wolke empor."“ 24. 5. 26. da semitische Namen wie Sîn-leqe-unn"n" erst deutlich später in Gebrauch kamen 14. […] Einen ersten Tag walzte der Sturm das Land nieder. und mit ihrem Feuerglanz setzen sie das Land in Flammen. 21. 157. Die Unterweltsgötter erhoben Fackeln. a. ISBN 978-3-406-52870-5. S. 10. 19. Tafel Gilgamesch-Epos. mit dir führe #am&at. Tief aus ihr brüllte Adad ohne Unterlaß. dass es in alter Zeit mehrere größere Überschwemmungen des Euphrat und Tigris gab. S. Auflage. die nun eine genauere Rekonstruktion der Gilgamesch-Erzählung erlauben. Die mesopotamischen Bezeichnungen Dirne. Archäologische Funde aus dieser Region bestätigen. 158. Ein früher einmal vermuteter Zusammenhang zwischen diesen historischen Überschwemmungen und der legendären Sintflut kann vom Standpunkt der heutigen Wissenschaft aus betrachtet aber nicht bestätigt werden. Der hier gemeinte Fallensteller stellt den Typ des nicht kämpfenden Tierfängers dar. Stefan Maul: Das Gilgamesch-Epos. 2012. 17. 25. S. in: S.). Der göttliche Auftrag. 15. München 2001. C. der dadurch „so zu einem Menschen geworden“ ist. S. gemäß Stefan Maul: Das Gilgamesch-Epos. 16. 23. Auflage. dass Enkidu Gilgameschs Taten in Uruk ein Ende setzen soll. anschließenden Stürmen und nachfolgend einbrechenden Flutwellen die Rede. eine in den Steppenlandschaften Mesopotamiens negativ angesehene Tätigkeit. Walther Sallaberger: Das Gilgamesch-Epos. Kurtisanin und Freudenmädchen stellen Bezeichnungen der Tempeldienerinnen I!tars dar. 143 f. Mit einem wissenschaftlichen Anhang von Robert Rollinger und Manfred Schretter. Sie gehören gleichzeitig zum Kultpersonal der jeweiligen Tempel und repräsentieren die sexuelle Libido der Göttin I!tar. S. Beck Verlag. soll sie ihre Kleider von sich streifen und ihre Reize zeigen […] Fremd wird ihm seine Herde (dann) sein. die nach der Erzählung der Bibel für die Sintflut verantwortlich waren. 20. kommt in der späteren Rede #am&ats gegenüber Enkidu zum Ausdruck. der Fallensteller ging davon. 158. Dies kann ausgeschlossen werden. H. 2012. Selbst die Götter packte da vor der Sintflut die Angst! Sie wichen zurück. In der Schilderung des Weltuntergangs ist hier von loderndem Feuer. 11. Epos. Löffler u. Walther Sallaberger: Das Gilgamesch-Epos. die Sintflut nahm ein Ende. Die Wehre ließ er überquellen. Stefan Maul: Das Gilgamesch-Epos. gemäß Stefan Maul: Das Gilgamesch-Epos. 59. Maul (Das Gilgamesch-Epos. Von der Fachwelt sehr negativ bewertet. es geht Ninurta einher. 62–64. und es gehen ihm Schullat und Hanisch voran. In diese Neuübersetzung sind auch Texte aus zwischenzeitlich gefundenen weiteren Tafelfragemente eingeflossen. 158. er begab sich auf die Reise“. nach der Übersetzung von St.13.): „Kaum daß die Morgenröte zu leuchten begann. gemäß Stefan Maul: Das Gilgamesch-Epos. 51. 18. Der Barbier rasiert und ölt Enkidu ein. die Bezug auf ihre außerhalb des Tempels vollzogenen normalen Gewerbetätigkeiten nehmen und nicht auf der eigentlichen Tempeltätigkeit fußen. ISBN 978-3-406-52870-5) vor und ist in dieser Form die Grundlage der hier geschilderten Handlung. S.

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