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- Altmongolisches Grabbrauchtum Archäologisch-historische Untersuchungen zu den mongolischen Grabfunden des 11. bis 17.

Jahrhunderts in der Mongolei

Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich – Wilhelms – Universität zu Bonn

vorgelegt von Ulambayar Erdenebat aus Ulaanbaatar

Bonn 2009

Gedruckt mit der Genehmigung der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Zusammensetzung der Prüfungskommission: Prof. Dr. Harald Mielsch (Vorsitzender) Hon. Prof. Dr. Hans-Georg Hüttel (Betreuer und Gutachter) Prof. Dr. Jan Bemmann (Gutachter) Frau apl. Prof. Dr. Veronika Veit (weiteres prüfungsberechtigtes Mitglied)

Tag der mündlichen Prüfung: 11. November 2009

Inhaltsverzeichnis Einleitung: Thematik - Forschungsstand und Problematik - Methodik ......................... 5 1. Kapitel: Die altmongolische Sachkultur im Ausschnitt der Grabinventare: Zur Datierung, Periodisierung und Kulturgeschichte der altmongolischen Grabfunde des 11. – 17. Jahrhunderts............................................................................. 20 1.1. Systeme der archäologischen Periodisierung altmongolischer Grabfunde.............. 20 1.2. Die Grabinventare: Datierung und Kulturgeschichte .............................................. 30 1.2.1. Bekleidung ............................................................................................................ 30 1.2.2. Tracht- und Körperschmuck ................................................................................. 58 1.2.3. Überreste der Haartracht ....................................................................................... 68 1.2.4. Bewaffnung ........................................................................................................... 71 1.2.5. Pferdegeschirr ...................................................................................................... 84 1.2.6. Werkzeug und Gerät ............................................................................................. 91 1.2.7. Spiegel .................................................................................................................. 92 1.2.8. Gefäße in Gräbern ................................................................................................ 95 1.2.9. Münzen in altmongolischen Gräbern .................................................................... 97 1.3. Fest datierte Gräber und die Periodisierung der altmongolischen Grabfunde ......... 98 1.3.1. C14 Daten aus altmongolischen Grabfunden ....................................................... 98 1.3.2. Ein Referenzcluster der altmongolischen Gräberchronologie ............................ 101 2. Kapitel: Zur Typologie und Topographie mittelalterlicher Gräberbezirke und Gräber in der Mongolei.......................................................................................... 104 2.1. Grabformen ............................................................................................................ 104 2.2. Gräber mit Steinaufschüttung ................................................................................ 105 2.2.1. Begräbnisort ........................................................................................................ 105 2.2.2. Grabaufbau – Grabaufschüttungen ..................................................................... 107 2.2.3. Grabgrube ........................................................................................................... 110 2.2.4. Bestattungsweise ................................................................................................. 114 2.2.5. Totenbettung ....................................................................................................... 114

2.2.6. Totenhaltung 2.2.7. Ausrichtung 2.2.8. Beigabenausstattung 2.2.9. Tierknochen 2.2.10. Kenotaphe 2.3. Höhlen-und Felsspaltengräber 2.3.1. Begräbnisort 2.3.2. Grabbau 2.3.3. Bestattungsweise 2.3.4. Totenhaltung 2.3.5. Ausrichtung 2.3.6. Totenbehälter 2.3.7. Beigabenaustattung 3. Kapitel: Das Totenritual 3.1. Örtlichkeit und Struktur: Die Wahl des rechten Ortes 3.2. Totenlage: Die Wahl der Himmelsrichtungen 3.3. Totenzubehör – Beigabe – Opfer 3.4. Seelen-und Jenseitsvorstellungen

116 118 119 121 122 124 124 124 124 125 126 126 127 128 129 153 159 179

Abkürzungsverzeichnis Literaturverzeichnis

199 203

Anhang als CD: Katalog und Abbildungen

Einleitung: Thematik - Forschungsstand und Problematik - Methodik

Thematik Gegenstand dieser Arbeit sind die altmongolischen Grabfunde des 11.- 17. Jahrhunderts in der Mongolei. Aufgegeben ist eine umfassende Dokumentation und Systematisierung dieser Gräber und des altmongolischen Bestattungsbrauchtums. Ziel der Arbeit ist eine systematische altmongolische Gräberkunde und Rekonstruktion mongolischer Bestattungssitten verbunden mit einer Darstellung der im Ausschnitt der Gräber überlieferten Sachkultur als Grundlage einer archäologisch fundierten mongolischen Altertumskunde. Unsere Kenntnis der älteren mongolischen Geschichte beruht weitestgehend auf wenigen Schriftquellen Dritter, auf Annalen, Chroniken, Beschreibungen und Itinerarien von Chinesen, Persern, Arabern oder Europäern. Ungeachtet einer reichen epischen Tradition, wie sie etwa in der Geheimen Geschichte bereits um 1240 ihren Niederschlag findet, sind vor dem 17. Jh. nur wenige literarische Selbstzeugnisse der Mongolen überliefert. Eine Rekonstruktion der älteren mongolischen Geschichte oder der Kulturgeschichte der Mongolen, der Geschichte ihrer Sachkultur stützt sich somit nahezu ausschließlich auf archäologische Quellen sowie Bildzeugnisse. Die wichtigste Quellengruppe für die mittelalterliche Sachkultur der Mongolen bilden die altmongolischen Grabfunde. Die Gräber der Mongolen, ihre Topographie, ihre Anlage, Grabbau und Struktur, die Beigabensitte wie das Totenritual im Ganzen sind zugleich auch wichtige Quellen zu wesentlichen Aspekten der geistigen und sozialen Kultur der Mongolen. Die Materialgrundlage dieser Arbeit bilden 229 Grabfunde von 104 Fundorten aus der Zeit des 11.-17. Jh. in der Mongolei. Nur ein Bruchteil davon ist bisher bearbeitet worden; die Mehrzahl der in der Mongolei gefundenen Gräber sind noch unveröffentlicht. Viele der publizierten Gräber sind zudem nicht ausreichend beschrieben oder dokumentiert. Dafür waren vor 1990 nicht nur organisatorische oder wissenschaftliche sondern in hohem Maße auch politische Gründe verantwortlich. Die eigene Geschichte und Kultur

wurde durch in das in der Mongolei fast 70 Jahre herrschende kommunistische Regime sehr eingeschränkt. Erst in den letzten 18 Jahren. für die Zeit der Reichsbildung Činggis Khans bis zum Ende der Goldenen Horde in Russland. der Topographie der Bestattungsplätze und ordnet die verschiedenen Erscheinungsformen von Gräbern und sonstigen Weisen der Totendeponierung nach typologischen Gesichtspunkten.zu untersuchen war in der sozialistischen Zeit nur sehr begrenzt möglich. das eine sachgerechte und methodisch angemessene Beschäftigung mit der altmongolischen Geschichte und Archäologie und damit auch diese Studien ermöglicht hat. In einem dritten Abschnitt wird der Versuch unternommen. Die Arbeit gliedert sich in drei Abschnitte. Der zweite Abschnitt widmet sich dem Grabbau. hat sich ein ideologieneutrales Klima gebildet. die Typologie der altmongolischen Gräber und Gräberbezirke. Dieser zweite Abschnitt. werden die chronologischen Grundlagen und die zeitliche Gliederung der Grabfunde dargestellt. Ein Thema verbunden mit der Archäologie des mongolischen Mittelalters. Dies galt vor allem für die „klassische“ Periode der mongolischen Geschichte. bildet mit der in einem ausführlichen Katalog erfassten Dokumentation aller bis 2003 erfassten Gräber das Fundament einer altmongolischen Gräberkunde. vor allem der Zeit Činggis Khans Zeit war von vornherein als „nationalistisch“ verdächtig und als solches tabuisiert. Im ersten Abschnitt wird die altmongolische Sachkultur im Ausschnitt des überlieferten Grabgutes behandelt. 6 . In diesem Zusammenhang wird auch der Zeitrahmen abgesteckt. anhand der archäologischen Indizien und Sachverhalte das Totenritual zu erschließen und nach zentralen Kategorien wie etwa Totenbettung oder Ausrichtung/ Orientierung zu strukturieren. In diesem Abschnitt wird dabei ebenso wie im ersten Abschnitt zur Sachkultur nicht nur auf archäologische Quellen und zeitgenössische Bildzeugnisse sondern soweit als möglich auch auf historische und ethnographische Quellen einschließlich der epischen Überlieferung und der oralen Tradition zurückgegriffen. nach der Wende.

Im Diskurs wird in größerem Umfang darüber hinaus auf verwandte Gräber aus Transbaikalien zurückgegriffen.und T‘ien-shan-Gebirges verbreitet.und Siedlungsgebiete sind mongolische Gräber vor allem im Bereich der „Goldenen Horde“ nachgewiesen. Nach Norden hin finden sie sich nord-westlich und süd-östlich des Baikalsees.-17. 2 Außerhalb der angestammten mongolischen Weide.und Felsspaltengräber Gräber mit hügeliger Aufschüttung Kuppelgräber Typ 1: Gräber mit Steinaufschüttung Typ 2: Gräber mit Erdaufschüttung In der vorliegenden Arbeit. 1 7 .” ausschließlich für die Gräber vorbuddhistischer Zeit auf dem Territorium der heutigen Mongolischen Republik. bis 17.Jh. Im Westen sind altmongolische Grabfunde bis zu den mittleren Terrassen des Altai. Jahrhunderts sind im gesamten Raum des Zentralasiatischen Hochplateaus verbreitet.B. im Süden bis hin zur chinesischen „Großen Mauer“.Forschungsstand und Problematik Zeugnisse altmongolischer Grabkultur1 des 11. im Osten bis an den Südhang des Chjangan-Gebirges..17 Jhdts. vor allem im Katalog verwenden wir den Terminus “Altmongolische Grabkultur des 11. In all diesen Gebieten2 haben mongolische Völkerschaften seit mehreren hundert Jahren gesiedelt und leben größtenteils noch heute dort. Jahrhundert) Höhlen . während z.) Grabformen der altmongolischen Periode (11.-17. In diesem weiten Verbreitungsraum sind folgende Formen altmongolischer Gräber belegt: Tabelle 1: Grabformen der altmongolischen Periode (11. Gräber aus dem Bereich der „Goldenen Horde“ aus verschiedenen Gründen (etwa Islamisierung) nur peripher berücksichtigt werden.

in Transbaikalien von russischen Wissenschaftlern erforscht und als mongolisch bestimmt worden sind. Vor allem die Forschungen russischer Archäologen in Südsibirien und Transbaikalien vermittelten eine erste Vorstellung von der komplexen Struktur der Bestattungssitten der mittelalterlichen Nomaden geben. Jh. 3 Ju. 3. Kuppelgräber: Gräber in unterirdisch gebauten Mausoleen aus Backstein und Holz.1. Hügelgräber oder Gräber mit hügeliger Aufschüttung aus Steinen oder Erde. 2. 1901. 8 . Gräber wie sie in der ersten Hälfte des 20. was altmongolische Grabkultur im Besonderen ausmacht. der ersten Definition dessen. Die über einhundertjährige Forschungsgeschichte kann allgemein in drei Perioden eingeteilt werden. sind etwa 50 Fundstätten mit altmongolischen Gräbern bekannt. Die Gräber mit Steinaufschüttung – Die Erforschung altmongolischer Grabfunde begann bereits Anfang des 20. Ders. Jahrhunderts. Die erste Periode ist charakterisiert durch die Abgrenzung mongolischer Gräber gegen die Gräber anderer spätnomadischer Stammesgruppen und Völker. Die Mehrzahl davon sind im südlichen und süd-östlichen Gebiet des Baikal Sees und in der Zentral-Mongolei entdeckt worden. Tal’ko-Gryncevič 1900.D. Als die erste wissenschaftliche Untersuchung altmongolischer Gräber mit Steinaufschüttung gelten die 1900-1902 von Ju. Tal’ko-Gryncevič durchgeführten bei der Siedlung nahe der nördlichen Grenze der Mongolei3. die sich durch die Erforschung einzelner Verbreitungsareale und verschiedene Methoden der Quellenanalyse auszeichnen.und Felsspaltengräber: Die Toten wurden in einer Höhle oder Felsspalte eines Berges bestattet.D. Höhlen . fanden sich dann auch später auf dem gesamten Territorium der heutigen Mongolischen Republik. In den Hügelgräbern sind die Toten ausnahmslos in einer Grabgrube unter der Aufschüttung beigesetzt worden. die sämtlich mit Wandmalereien dekoriert waren. Aus dieser ersten Etappe der Forschung mit dem ersten Versuch einer ethnischen Bestimmung.

-17. wurden in Seglentijn Ulaan Zeeg im Gebiet des Bezirkes Dornogov’ Ajmag vier weitere Gräber von Perlee geborgen. sich an dieser Aufgabe zu beteiligen7. der sich für den Schutz der Bodendenkmäler in der Mongolei engagierte und der in seinen zahlreichen Publikationen die gesamte Bevölkerung des Landes aufrief. Jahrhundert eine komplete Veränderung im altmongolischen Bestattungsritus beobachtet werden kann. Volkov /C. 9 . V. Perlee 1955. datierte4.V. Perlee 1956b. fasste Perlee erstmals die damals verfügbaren archäologischethnographlischen Materialien sowie die einschlägigen Angaben aus den schriflichen Quellen zusammen6. 1956c. Er stellte in diesem Zusammenhang fest. 9 V. Diese Ausgrabung und Studie bildete den Auftakt zur Erforschung der mittelalterlichen Gräber in der Mongolei. 3-5. 51-68. Im Jahr 1942 grub er auf dem Berg Avdar. 40-43. Hochwasser entdeckt worden9. 8 Ch.V. Perlee 1942a. Im Rahmen dieser Grabungen und Erkundungen konnten einige Grabfunde geborgen werden. Perlee war auch der Erste. Ders. 19-22. Jh. Perlee 1942b. Ch. Perlee 1956a. Aufgrund von Fundinformationen aus verschiedenen Regionen des Landes organisierte das Wissenschaftliche Komitee der Mongolei (Vorläufer der Akademie der Wissenschaften) in den 50ger und 60ger Jahren etliche Rettungsgrabungen8. Eine aus den zerstörten Gräbern geborgene Bronzetafel mit chinesischen Inschriften sowie Song-zeitliche Münzen deuteten auf eine Datierung der Gräber gegen Ende des 13. 66-67. Doržsüren 1963. im Flussbett des Chüjtenij Gol (Zentral-Mongolei) drei Gräber aus. 4 5 Ch. 27-28. dass mit der intensiven Verbreitung des Buddhismus in der Mongolei seit dem 16. 6 Ch. 7 Ch. im Jahr 1951.Am Beginn der Erforschung der archäologischen Denkmäler in der Mongolei steht in erster Linie der Name des ersten mongolischen Archäologen Chödöögijn (Damdiny) Perlee (1911-1982).-9 Jh. Die meisten dieser Gräber sind durch Grabplünderungen ortansässiger Leute oder durch verschiedene Naturereignisse wie z.B. Volkov 1962.5. Danach. deren Funde er aufgrund typologischer Kriterien ins 7. Ch. Diese Grabungen führten mongolische Forscher meistens mit Hilfe von Gast-Wissenschaftlern aus Russland durch. In einem 1956 in Ulaanbaatar veröffentlichten Artikel über altmongolische Bestattungssitten.

Ders. Seine Funde sowie die Grabungsdokumentation sind nicht publiziert worden. einige bedeutende Ausgrabungen altmongolischer Gräber durchgeführt. 48-55. Ders. sei es durch originale wissenschaftliche Beiträge. sowie die Verbreitung der einzelnen mongolischen Stämme zu bestimmen. 27-33. Perlee eine spezielle komplexe Expedition zur archäologischen Erkundung der Flusstäler des Onon.In den 60ger Jahren untersuchte der russische Archäologe V. 10 . 42-45. Perlee 1954. 47-51. 54-55. wenige Jahre nach seiner Entdeckung. Ders. 32-34. Ders. Sind in der ersten Forschungsperiode die Grundlagen gelegt worden so ist die zweite Periode in der Erforschung der altmongolischen Gräberkultur vor allem durch zunehmende Materialfunde gekennzeichnet. 1960. 1969. 1981/1982. Ders. 57. Kiselev ein reich ausgestattetes mongolisches Kindergrab in der Nähe einer altmongolischen Stadt Charchira aus. Ch. darunter Gräber mit fest datierten Funden wie chinesischem Spiegel. einer Bronze-Münze sowie noch gut erhaltenen chinesischer Import Textilfragmenten. 6. 1975c. 1975 b.V. um eine systematische durchzuführen. 1976 a. 1976 b. Seit dem Jahr 1960 berichtete eine spezielle wissenschaftliche Zeitschrift ”Studia archeologica” über die Arbeit der archäologischen Abteilung des Mongolischen Wissenschaftlichen Instituts. In seinem 1963 veröffentlichten Grabungsbericht wies der Ausgräber zum ersten Mal in der Mongolei auf noch unbekannte frühmongolische Gräber hin und ihre Bedeutung für die weitere intensive archäologische Erforschung der mongolischen Altertumskunde hin 10. 81-152. So hatten in den 60ger und 70ger Jahren russische Archäologen im östlichen Gebiet des Baikalsees sowie vor allem in den Flusstälern des Onon und des Ingoda-Flusses. 21-24.V. 12 S. Die Ergebnisse der über einige Jahre intensiv betriebenen Untersuchungen der sogenannten “Gurvan Gol” Forschungsexpedition sind in mehreren Beiträgen publiziert worden11. sei es durch Arbeitsberichte. 1975 a. Ders. Ders. in einem Kerngebiet der Mongolen also. Lediglich die Fotos dieser 10 11 V. Mitte der 60ger Jahre gegründete Ch. Volkov 1963.V. Ders. 14-19. 85-105. 1959 grub S. 1959b.V. mutmaßlich ein Grab der adeligen Oberschicht12. Leider starb Kiselev 1962. Kerulen und Tuul. Ders. Volkov einige Gräber im Süden der Mongolei. Ders. Kiselev 1965a. archäologische Durch Untersuchung im Kerngebiet der Mongolen multidisziplinare archäologisch-historisch-ethnographische Forschungen versuchte er die Abstammung und Stammesgliederung. 1963a.

Bis zur Mitte 70ger Jahre konzentrierten sich mongolische Forschungen zur mongolischen Altertumskunde. Mania 1963. Nemerov16 freigelegt und alle ins 11. 69-72. Perlee und C. dass hier zum erstenmal in der Mongolei aus einem Grab Funde geborgen worden sind mit klaren Parallelen aus einer nomadischen Stadtsiedlung: So fanden sich in diesen Gräbern neben einem 65 cm langen Köcher aus Birkenrinde und verschiedenen Eisenpfeilspitzen auch etliche Porzellanscherben. Ser-Odžav 1965. nämlich Čindant und Ononsk durch I. so vor allem die Untersuchungen von Ch.-14. Kovyčev15 und V. 73-79. Kovyčev 1984. Die Bedeutung der Gräber von Mojltyn Am liegt darin.V. 11 .F. Aseev / I. Mania im Flusstal des Kerulen zwei Ruinen. Kultstätten aus dem 13. Bajar mit seinem eigenen Kommentar und Beschreibungen veröffentlicht13. Jh. 235-247.I. 18 N.V.V. Aseev14. Nach Kiselevs Entdeckung wurden noch einige Gräber in der gleichen Region. Ders. 1966. Nemerov 1982. So führte 1961 eine Mongolisch-Deutsche Expedition Erkundungsreisen in der ZentralMongolei durch sowie im Rahmen eines Projektes zwischen der Mongolische Akademie der Wissenschaften und der Martin-Luther Universität zu Halle-Wittenberg kleine Ausgrabungen im Chentij Gebiet durch. datiert. Doržsüren darauf.Grabfunde wurde 1999 durch den mongolischen Archäologen D. datierten chinesischen Keramik von Karakorum haben18. 1987. Von großer Bedeutung waren die 1964 von N.V.F. 168-177. 212-227. D. Kovyčev 1981b. Schubert und D. Perlee zusammen mit seinen deutschen Kollegen J. 3-33. 17 Ch.17.-14 Jh. E. I. das historische Gebiet der Mongolen im Mittelalter festzulegen und vergleichbar der Kossinna-Schule in Deutschland unter historisch-archäologischen Gesichtspunkten die Verbreitungsgebiete der (einzelnen) mongolischen Stämme zu 13 14 D. Ders. Schubert 1963. Perlee 1963b. 50-51. 15 E.V. Kirillov.Jh. Auf der Suche nach dem geheimnisumwitterten Begräbnisplatz Činggis Khans untersuchte Ch. Kirillov / E. Bajar 1999. die eindeutige Parallelen unter der in das 13. I. J. Die Zusammenarbeit mit internationalen Wissenschaftlern trug zunehmend zur archäologischen Erforschung der altmongolischen Kernregion bei. 847-888. und 14. Charakteristisch für diese Forschungsperiode sind internationale Projekte.I. 16 V. Ser-Odžav gegrabenen drei Gräber von Mojltyn Am nahe der altmongolischen Hauptstadt Karakorum.

C. Von großer Bedeutung war auch die Forschung in Transbaikalien. Ders. Die hier Bestatteten waren eindeutig Muslime. 21 V. dort wo um 1900 von Ju. 1964.B. Imenochoev fortgesetzt. Ser-Odžav und D. 1959b. stand die Suche nach dem Friedhof “Yeke Qoriγ”19. 12 . Diese Tibia-Knochen hatten viele frühere Forscher neben „türkische“ Gürtelgarnituren und „kyrgyzische“ Scherben einfach übersehen22. Diese vor allem auch für die ethnische Zuordnung der Gräber wichtigen Beobachtungen zur Tibia-Deponierung oder Tibia-Beigabe konnten durch weitere Ausgrabungen in den 80ger und 90ger Jahren mehrfach bestätigt werden: So 19 Ch. Ser-Odžav / D. Entdeckt wurde der Friedhof im Rahmen der 1976-1980 in Karakorum arbeitenden nationalen Karakorum-Expedition der Mongolischen Akademie der Wissenschaften (N. 22 P. Unterschenkelknochen vom Schaf geborgen. In den 80ger Jahren wurde die Erforschung mittelalterlichen mongolischer Begräbnisplätze in südwestlichen Gebiet des Baikalsees durch P.D. 141. Perlee 1948. 78-82. 48-55. die Gräber beigabenlos. Bajar). 1962. 20 N. Tibia-Knochen vom Schaf ins Grab mitzugeben. Konovalov und N. um alte Beschreibungen zu überprüfen. Vojtov 1990.B. 5-10.bestimmen. Ders. Bajar 1979-1981. vor allem nach dem Grab des Činggis Khan. In diesem Zusammenhang spielte auch die Erforschung altmongolischer Bestattungssitten eine wichtige Rolle. Konovalov 1999. In den Bestattungssitten unterschieden sich die auf diesem Friedhof Bestatteten offensichtlich von den mongolischen Nomaden: Der Kopf war nach Westen ausgerichtet. 132-149. Tal’koGryncevič erstmals mongolische Gräber entdeckt worden waren. Doržsüren 1960. Sie hatten an einigen altbekannten Fundorten neue Ausgrabungen organisiert. Im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses der mongolischen Mittelalterarchäologie stand die Suche nach mongolischen Herrschergräbern.V. Aufschlußreich war die Entdeckung des muslimischen Friedhofs von Karakorum.V. 3-14. Insgesamt 37 Gräber sind ausgegraben worden. Tatsächlich fanden sich bereits in den alten unveröffentlichten Berichten von Sosnovskij einige Notizen über die von ihm mehrfach beobachtete Sitte. 58-78. ihre Gräber vergleichbar den muslimischen Gräbern der Goldenen Horde in Novyj-Saraj21. Ders. in der Regel viereckige Grabanlagen aus Erde und Backsteinen20. Im Zuge dieser Kontrollgrabungen hat man aus Gräbern auf dem Berg Chojcegor.

und Chentij Ajmaks durch und lieferte wertvolle Beschreibungen der Skulpturen und der damit verbundenen Fundstätten26. 124-130. 1987c. Ders. 1991/1992. 26 L. Konovalov 1985.V. 1987a. 1990a. Ders. Zu diesem Ergebnis kam zur gleichen Zeit aber unabhängig von Bajar auch die Russin L. Bajar konnte darüber hinaus zeigen.L. 181-196. 64-73. Badamchatan und G. Viktorova. in Podčernyj und Jonchor sowie 2003 von E.Bajar wurden die ostmongolischen Steinskulpturen erstmals wissenschaftlich klassifiziert. Bajar führte diese Expedition systematische Erkundungen im gesamten Gebiet des Süchbaatar-.V. 16-21. Aufgrund seiner auf großer Materialbasis gegründeten Beoabachtungen gelang es Bajar diese Skulpturen eindeutig der klassisch mongolischen Kultur des 13. 69-86. Ders. Ders. Ders. Jh. Konovalov / S. 2002. 1982. 28 D. Ders. Badamchatan erstmals planmäßige Grabungen auf einem altmongolischen Friedhof durch. In den 80ger Jahren wurde von der Mongolischen Akademie der Wissenschaften eine spezielle Expedition zur Erforschung der anthropomorphen Steinskulpturen mit Klappstuhl und Opferanlagen aus Steinsetzungen. Ders. Ders. 77-84. Dolood und anderen Fundorten des Chentij Gebiets insgesamt 18 Gräber aus der Mongolenzeit aus28. Ders. Durch D. 1985c. 184-187. 1985a. 148-159. Kovyčev 2004. 113-125. Abschluss und Wendepunkt zugleich erfährt die zweite Forschungsperiode mit den Arbeiten von S. Dornogov’. Danilov 1981. N. Bajar 1981. Dank der demokratischen Wende in der Mongolei entstand zum einen ein ideologieneutrales 23 24 P. Viktorova. dass die in der Regel neben diesen Steinfiguren errichteten Steinsetzungen nicht Grabanlagen waren. Ders. 1980. in Derestujskom Kultuk24. 1985e. 1987 b.V. 13 . Bajar 1989a. Im Rahmen des gleichen Projekts grub der mongolische Archäologe G. 1993.B. Ders. 25 E.L. 71-78.V. 81-90. Menes. Bajar 1984b. Menes in Burchan Tolgoj. 1995b. Dornod-. Unter der Leitung von D. zuzuordnen. Ders.durch die Grabungen von Konovalov und Imenochoev in Kibalino23. Ders. 110117. Kovyčev in Malaja Kulinda25. Imenochoev / P. 1992a. 1994. 1985d. und 14. Ders. Ders. Ders. Mit dem Wendejahr 1990 beginnt eine neue Zeit auch für die archäologische und historische Forschung und damit auch die dritte Forschungsperiode. 1989. die vor allem in den östlichen Steppen der Mongolei dicht verbreitet sind. 27 D. 52-58.B. 119-130. 1986-1989 führte eine Expedition zur Erforschung der Mongolischen Ethnographie unter der Leitung von S. 87-97. sondern spezielle Opferplätze für den Ahnenkult27. D.

Zwar konnte die genaue Lage des Grabes nicht festgestellt werden. vor allem aber in der Dokumentation und Katalogisierung altmongolischer Gräber hat die bis heute nicht veröffentlichte Dissertation den Vorzug. die sich in den Jahren 1990-1994 auf die Suche nach der geheimen Begräbnisstätte Činggis Khans begeben hatte29.)”31. 31 Ch. 1994. Ders. Žargaltchaan.Klima. Badamchatan 1997. Lchagvasüren 2007. Delgerchaan. Gurvan Gol 1990. Trotz vieler Fehler in der systematik. Lchagvasüren. Dank lokaler Informaten konnten in etlichen Grabstätten Rettungsgrabungen 29 30 durchgeführt werden. Lchagvasüren 1994. 14 .E. Beide hatten selbst zahlreiche Grabungen in der Mongolei durchgeführt und dabei selbst etliche mongolische Grabfunde geborgen. 32 Ch. Neu ist auch die Zusammenarbeit mit internationalen Wissenschaftlern aus westlichen Ländern. 1994 promovierte Ch. Voitov betreut worden ist.V. die heute als verloren gelten. Navaan).-14. Angaben aus der Bibliothek der Mongolischen Akademie der Wissenschaften zu nutzen aus alten internen Ausgrabungsberichten (sämtlich von D. Vorteilhaft war zweifellos auch. eine neue Freiheit der Wissenschaft. ein damahliger wissenschaftlicher Mitarbeiter des Mongolischen Historischen Instituts. Eine erste wissenschaftliche Gesamtdarstellung altmongolischer Grabfunde wurde 1994 vorgelegt. Viele der kostbarsten Fundstücke aus den letzten 15 Jahren stammen aus Raubgrabungen oder Grabplünderungen. dass seine Arbeit von den russischen Archäologen V. Volkov und V. vermutlich gestohlen worden sind. ohne die zahlreichen dokumentarischen und systematischen Fehler zu korrigieren32. in Moskau im Archäologischen Institut der Akademie zum Thema: “Die Bestattungen der mittelalterlichen Mongolen (12. Das erste bilaterale archäologische Projekt gemeinsam mit einem hochentwickelten Land war die Mongolisch-Japanische "Gurvan Gol (Drei Flüsse) Expedition". Neben wissenschaftlichen Neuanfängen ist die dritte Forschungsperiode leider auch durch eine zunehmende intensive Grabräuberei charakterisiert. die zumindest noch Grabbau und S. aber dank gründlicher systematischer Erkundungen im Gebiet des Möngönmort Sum des Töv Ajmag sowie der Kreise Ömnödelger. Cenchermandal Sum im Chentij Ajmag sind mit Hilfe modernster archäologisch-geophysikalischer Untersuchungsmethoden einer Vielzahl neuer Fundplätze entdeckt worden30. Jh. Lchagvasürens Arbeit wurde im Jahre 2007 in einer völlig veränderten Form publiziert.

Каzakov 2002.die Gräber mit Erdaufschüttung – sind bisher in der Mongolei nicht bekannt. Bewaffnung. Bajar 2004. A. Erdenebat 2001a. im unteren Flusstal Bij im Gornoj Altaj insgesamt 10 Gräber mit Erdaufschüttung ausgegraben. In ihrer Ausstattung unterscheiden sich die Gräber vom Typ 2 nicht von den Grabfunden des Typs 1: In ihrem für die altmongolische Zeit charakteristischen Beigabeninventar wie typische Bekleidung (z. Jh. 33 34 U. Erdenebat / D.Bestattungsart dokumentieren ließen. da sie eine wichtige Verbindung zu Grabfunden in der Mongolei und Transbaikalien herstellen.V. in etlichen Fällen auch noch eine gewisse Anzahl von Funden zutage gefördert haben33.und Eigenheit dieser Gräber sind ihre Außenanlagen. Pferdegeschirr entsprechen sie einander.A. Eine Besonder. – 14.A. datiert34. Aufgrund der Bestattungssitten und der Funde wurden sie in das 13. U. Der Typ ist bisher nur im russischen Altaj belegt: 1993-1998 wurden bei Teleutskij Vzvoz I. Pohl 2005b. mongolische Frauenkopfbedeckung – Boγtaγ). Тiškin / V. Gorbunov / A. 15 . Grabaufschüttungen aus Erde sind vor allem unter chronologischen Gesichtspunkten aufschlussreich. 18-24.B. U. Erdenebat / E. Diagramm 1: Fundjahr Anzahl der ausgegrabenen altmongolischen Gräber mit Steinaufschüttung pro Jahr 5 2001 1998 1995 1992 1989 1986 1983 1980 1977 1974 1971 1968 1965 1962 1959 1956 0 1 1 1 1 2 3 1 3 6 11 2 3 3 3 5 9 4 3 2 3 3 7 6 9 11 12 29 1 2 2 4 5 5 16 7 6 9 2 5 10 15 20 25 30 35 Der Typ 2 der Hügelgräber . 45-66. 81-89.

Im Rahmen eines Forschungsprojektes grub der mongolische Archäologe G. Särgen. 24-25. Perlee 1959. Im Auftrag von Sergej V. D. barg der mongolische Student Gombožav in der Provinz 36 Chentij die Reste einer geplünderten Felsspaltenbestattung am Berg Tüchnen . die Mumie eines Kindes entdeckte35. Kiselev. Die geringe Luftfeuchtigkeit hat bei diesen Gräbern in der Regel zu einer hervorragenden Erhaltung von Totenbahren. 37 G. Menes im Jahr 1986 ein Felsspaltengrab auf der südlichen Hochterrasse des Berges Chüjten Chošuu im Kreis Delgerchaan der Provinz Chentij aus37. eine Zahl. Der Fachwelt zugänglich wurden solche Funde in der Regel durch lokale ortskundige Informanten. Textilen und metallen Gegenständen geführt. Die meisten Fundstücke aus Felsspalten –und Höhlenbestattungen der Mongolei wurden seither durch Raubgrabungen bzw. 16 . in einer Höhle im Gebiet des Kreises Chanbogd in der Provinz Ömnögov’. 42-43. wären die Hochgebirgszonen in gleicher Weise wie das Steppengebiet im Blickfeld der Bevölkerung und der Archäologen. Menes Grabung kann als die erste wissenschaftliche Ausgrabung einer Felsspaltenbestattung in der Mongolei gelten.Höhlen. wodurch zumindest in einigen Fällen Nachuntersuchungen vor Ort initiiert und damit noch wertvolle Bestattungsreste dokumentiert werden konnten. als der russisch-sowjetische Wissenschaftler A. Navaan 1973. Menes 1988b.und Felsspaltenbestattung: Zu den Ausnahmen oder Sonderbestattungen gehören Gräber in Felsspalten und Höhlen. 3-5. der sich auf Einladung Mongolischen Komitees für Schrifttum (der Vorläufer der Akademie der Wissenschaften) in der Mongolei aufhielt. die ihr heimisches Kulturerbe schützen wollten. dem Ausgräber von Karakorum.und Felshöhlenbestattungen begann Mitte der 1920er Jahre. Die Erforschung von Felsspalten. Simukov. In der Mongolei sind derzeit 25 Bestattungen (Stand 2003) aus Felsspalten und Felshöhlen bekannt. Dank der Informationen ortansässiger Leute. die zumeist durch Zufall entdeckt worden sind. Ch. 35 36 D. Plünderungen bekannt. Eine erste solche Rettungsgrabung wurde im Jahr 1949 durchgeführt. die sich sicherlich vergrößern lassen dürfte. konnte man mehrere Funde aus bereits von Grabplünderern beraubten Gräbern bergen.

Kuppelgräber: Mongolenzeitliche Kuppelgräber sind bisher ausschließlich aus Nordchina bekannt. im Norden durch das Flusstal des Egijn Gol. Russische Föderation) sowie auch am südlichen Ufer des Baikalsees (Burjatia. 40-46.L. Zefeng Yang 1999. Kurkut39.I. Bis jetzt wurden insgesamt 33 Kuppelgräber mit yuan-zeitlichen Wandmalereien durch Chinesische Archäologen erforscht44. I. Shatzman Steinhardt 1990/1991. rundem oder polygonalem Grundriss konstruiert. bis nach Čulym. N. 59-60. Gorjunova / V. Xiang Chunsong 1983. Tuba (Chakassia.V. der im Süden durch die Wüste Galbijn Gobi. Shida40. 54-58. Pavluckaja 1992.V. 10. Xiang Chunsong / Wang Jianguo 1982. Abakan. Weniger oft sind Doppelbestattungen von Mann und Frau dokumentiert. Кyzlasov 1982. dass überwiegend Männer einzeln in diesen Gräbern beigesetzt wurden. Aseev 1980. Jin und Liao. 1986. 67-71. in deren Grabbautradition die mongolenzeitlichen Gräber stehen. Liu Hengwu 2000. 1999. Monosov 1996. Kočeev / V. Ders. Die wenigen Skelettreste sprechen jedoch dafür.und Höhlenbestattungen mittelalterlicher Nomaden bis in das Jenissej-Tal. 40 O. 46-53. 48. auf der Insel Ol’chon41 (Irkutskaja Oblast. 44 CPAM of the Xianyang Prefecture 1979. Wenwu 6 (2008).Erst mit dieser Ausgrabung begann man. 42 P. Aseev 1980. Das Fundgebiet entspricht ungefähr den Herrschaftsgebieten der nördlichen Vorgängerdynastien. Die Form der Bestattung ist selten eindeutig.P. Russische Föderation)42 und im Flusstal des Bolšoj Ilgumen (Republik Gornoj-Altai. 198-221. noch seltener Bronzespiegel sowie 38 39 I. im Osten durch den Galttajn Gol-Zusammenfluss. quadratischem. Diese Kuppelgräber sind als ziegelgemauerte Einkammergräber mit kuppelförmigen Decken (wie eine mongolische Jurte) und entweder rechteckigem. Russische Föderation)38. 17 . Shaanxi Provincial Institute of Archaeology 2000. Die Fundorte aller Gräber sind in sechs Provinzen über Nordchina und Peking verteilt. sind dies normalerweise wenige Keramikstücke. 71-74. V. 100-129.S. Die archäologischen Forschungen über Felsspaltengräber in der Mongolei konnten als bevorzugtes Verbreitungsgebiet dieses Gräbertypus einen Raum bestimmen. 39-71. Wenwu 11 (2005). 87-102. 88. 42-43. 16-21. Falls in den originalen chinesischen Grabungsberichten Angaben zu den Grabbeigaben gemacht werden.A. Russische Föderation)43. 169-199 .M. Außerhalb des Territoriums der heutigen Mongolei findet man Felsspalten. Chudjakov / V. im Westen durch den Fluss Ojgor Gol umgrenzt wird. Funde ausführlicher zu dokumentieren und exakte Grabpläne zu erstellen. 41 I. Chorošich 1955. Ders. 43 Ju. 54-68. den sinisierten Reichen der Xixia. 10-22.

Zwar kann die archäologische Untersuchung von Bodendenkmälern in der Mongolei. Das archäologische Interesse verbunden mit der Aussicht dort in kurzer Zeit reiche Funde zu machen. Die eigentliche Erforschung und wissenschaftliche Aufarbeitung mongolenzeitlicher Gräber sowie ihre Systematisierung in einer mongolischen Gräberkunde stehen indes erst am Beginn. Kök-Türk und Uiguren sowie auch den Anlagen mit monumentalen Steinskulpturen.Daten) zeitlich genauer bestimmt worden (siehe unter 1.3). 3-9. Mit wenigen Ausnahmen wie den frühen Forschungen von Perlee oder den Untersuchungen von Badamchatan und Menes kann kaum von einer wirklich systematischen Erforschung mongolenzeitlicher Gräber vor 1990 die Rede sein.). Bestattungsweise und Beigaben. 18 . Die Dokumentation umfasst insgesamt 204 Gräber vom Typus 1 – Hügelgräber mit Steinaufschüttung sowie 25 Höhlen-und Felsspaltengräber. Nur 13 Hügelgräber und 8 Felsspaltenbestattungen sind durch moderne naturwissenschaftliche Datierungsverfahren wie die Radiokarbondatierung (C14 . Entsprechend ist der Publikationsstand.vereinzelt ein paar Münzen45. Grabfunde wurde durch typolologische Methoden datiert. die Erforschung auch der altmongolischen Gräber auf eine über hundertjährige Geschichte zurückblicken. Dafür waren vor 1990 einerseits politisch-ideologische Gründe verantwortlich. wenige über datierte Importe (s.u. Unser Katalog erfasst alle in der Literatur oder durch Archivmaterial bis 2003 veröffentlichten oder dokumentierten Funde. zum anderen aber auch ein Desinteresse der in der Mongolei arbeitenden Archäologen an den verhältnismäßig arm ausgestatteten Gräbern und Siedlungen der altmongolischen Zeit. galt eher den besser ausgestatteten Gräbern in bronze-und früheisenzeitlichen Kurganen oder konzentrierte ich auf die beigabenreicheren Gräbern der Hsiung-nu. Die Entdeckung mongolischer Gräber war vor 1990 meist nur Nebenertrag von Unternehmungen mit anderen Zielrichtungen. über den Vergleich von Grabform. Eine größere Zahl dieser Gräber bzw. Nur geringer Bruchteil der gegrabenen und gesammelten Materialen wurde in sehr 45 Dong Xinlin 2004. Die ethnisch keineswegs eindeutig zuordenbaren Kuppelgräber sind auf dem Territorium der Mongolei nicht nachgewiesen und werden nicht zuletzt aufgrund ihrer vagen ethnischen Bestimmung hier nicht weiter diskutiert werden.

In ihrer Methodik gründet die Arbeit entsprechend der Quellensituation der Mittelalterarchäologie auf einem komplexen archäologischen und philologisch-historischen Forschungsansatz unter Berücksichtigung auch der oralen Tradition und der ethnographischen Forschungsergebnisse. neue Wege der Interpretation zu suchen. Im Gegensatz zu früheren Arbeiten wie auch der Moskauer Dissertation von Lchagvasüren liegt der Schwerpunkt unserer Arbeit nicht auf einseitig auf den Grabbeigaben sondern auf dem Grab als Befund. Die Mehrzahl der in der Mongolei gefundenen Grabfunde aus der Mongolenzeit sind noch unveröffentlicht und in der Mongolischen Akademie der Wissenschaften archiviert. Darüber hinaus sollen neuere Betrachtungsweisen etwa einer strukturalen und kontextualen (in der sowjetrussischen Terminologie auch semiotischen) Archäologie versuchen. werden in der archäologischen Gräberkunde allgemein bewährte archäologisch-historische und statistische Methoden angewandt. Dieses Archivmaterial ist von Lchagvasüren nur unzureichend erfasst und in seiner 2007 publizierten Monographie weitgehend nur auf eine wenig sorgfältige und zudem sehr widersprüchliche Auflistung der Beigaben reduziert. In dieser Dissertation wird erstmals das gesamte zugängliche Archivmaterial einschließlich etlicher von Lchagvasüren nicht berücksichtigter Dokumentationen wie z. kulturgeschichtlichen und rituellen Aspekten strukturierten Gräberkunde zu erreichen. bearbeitet. den Grabungsdokumentationen von Menes. Methodik Um das Ziel einer nach chronologischen.B. um so bisher wenig beachtete oder gar unbekannte Aspekte des Bestattungsbrauchtums und der materiellen Kultur zu erschließen oder neu zu verstehen. 19 .kurzeren Intern-Berichten ohne Abbildungen referiert und dies durchweg ohne sorgfältige Beschreibungen.

Sosnovskij 1928.D. Hügelgräber mit Steinaufschüttung.D. Jahrhunderts 1. Jenen Gräbern in Grabbau und Bestattungssitte sehr ähnlich waren auch fünf Gräber. „Beiträge zur Geschichte der westlichen Burjat-Mongolen“ publiziert48. der in den Jahren 1900-1902 südlich des Baikalsee einige Gräber mit charakteristischen Merkmalen altmongolischen Totenbrauchtums ausgegraben hatte46. die Beine ausgestreckt. Periodisierung und Kulturgeschichte der altmongolischen Grabfunde des 11. Debec 1926 im Gebiet Zarubino am linken Ufer der Selenga ausgegraben hatte.P. wie sie Tal’ko-Gryncevič in Derestuj Kultuk ausgegraben hatte.P. die Hände auf den Becken oder zu Seiten des Körpers angelegt.1.F. Seine kurze Beschreibungen sowie Fotos wurden 1937 von A. Es handelte sich um relativ arm ausgestattete Gräber für normale. wurden zuerst vom russischen Arzt und Anthropologen Ju. All diese Gräber wurden ins 11. Die Verstorbenen lagen auf dem Rücken in einem ausgehöhlten Holzsarg oder im Brettersarg.D. Systeme der archäologischen Periodisierung altmongolischer Grabfunde Die vorherrschende Grabform der mittelalterlichen Mongolen. 20 . Chr. 49 G. Die Toten waren in Birkenrinde gehüllt und in einer „nicht so tiefen“ Grabgrube beigesetzt. eine erste chronologische Ordnung der früh – und hochmittelalterlichen Gräber in dieser Region herausgearbeitet hat50. 43. 46 47 Ju.E. datiert und sind von den Ausgräbern als Denkmäler der ersten in dieser Region beheimateten Mongolen erkannt worden. wies Tal’ko-Gryncevič aufgrund charakteristischer Merkmale der mongoloiden Rasse zu47.P. Die menschlichen Schädel. die von Osten nach Transbajkalien gekommen waren 49. für einfache Leute. Professor an der Universität Irkutsk.1. im Gebiet Tunke freigelegt. Okladnikov in seinem Werk „Očerki istorij zapadnych Burjat-Mongolov“ (dt. 1902. Sosnovskij eine spezielle Expedition zur archäologischen Erforschung Burjatiens. Tal’ko-Gryncevič 1900. Okladnikov 1937.-13 Jh. Kapitel: Die altmongolische Sachkultur im Ausschnitt der Grabinventare: Zur Datierung. wurden in den 1920-ger Jahren von B. – 17. 162. die u. 1927 konstituierte die Sowjetische Akademie der Wissenschaften unter der Leitung von G. Ders. in der Regel niedrige Hügelgräber mit flachen Steinaufschüttungen. mit dem Kopf nach Norden ausgerichtet. Ders. Tal’koGryncevič erforscht. Petri. 282. 1901.a. Debec 1926.P. die G. Ju. 14-16.F. die bei dieser Ausgrabung geborgen wurden. 48 A. 50 G. Ähnliche Gräber. Tal’ko-Gryncevič 1901.

Nach Sammlung und Auswertung des bis zum Ende der 20ger Jahre bekannten Materials stellte der russische Archäologe G.P. Nach diesem Periodisierungsschema wurden alle Funde der mittelalterlichen Gräber in Transbaikalien chronologisch zwei Stufen zugeordnet. Die Toten – es handelt sich ausschließlich um Körpergräber . Sotnikovo und Selen-dum. Die während der ersten Forschungsperiode vorgelegten Aufarbeitungen basierten hauptsächlich auf den Materialen aus verschiedenen Rettungsgrabungen.0 m x 4. G. in Segenut und Njuka (von Okladnikov) und die Grabfunde seiner eigenen 1927-1929 in der Nähe des Dorfes Sajantuj durchgeführten Ausgrabungen sowie die Gräber von Il’movaja pad’. Sosnovskij das erste Periodisierungsschema der altmongolischen Gräber und mit Einschränkung auch der Grabfunde der alttürkischen Nomaden vor51. Materialbasis der „SajantujGruppe oder der Sajantuj-Stufe bilden die Gräber von Suchoj Ključ.0 m schwanken. Kumyn. Er interpretierte diese Gräber als Zeugnisse der mittelalterlichen Mongolen und datierte sie ins 13.D. Dabei erwies sich die Zahl der ergrabenen Denkmäler als ungenügend.P. in Tunke (von Petri). Ulentuj sowie zwischen Zachjurtoj und Altač (aus der Grabung von Tal’ko -Gryncevič). Cybiktarov 1999. Sosnovskij 1928. Jh. 162-163. Die frühe Stufe kennzeichnen die Funde vom Typ Chojcegor (7. 177-187. entweder in einem ausgehöhlten 51 52 G. die im Umriss rund.3 m – 2. 21 . -14. in Zarubino (von Debec).5 m x 1. Die Gräber der Sajantuj-Stufe charakterisiert eine flache Steinaufschüttung.sind niedergelegt in einer 0. Enyskej. Jahrhundert).5 m und 5. Der Großteil dieser Gruppe besteht aus Gräbern einfacher Nomaden-Krieger. Tapchar. Jahrhundert). die Spätstufe altmongolische Gräber des Typus Sajantuj (13. -14. A. dass alle Funde der ersten Gruppe genetisch mit den turksprachigen Uiguren. oval und rechteckig sein können und deren Abmessungen zwischen 2.P. Die Interpretation der zur Verfügung stehenden Materialien führte Sosnovskij zu der Erkenntniss.. während die Funde der späteren Gruppe mit den Mongolen verknüpft seien. die sich in der Nähe des Dorfes Sajantuj konzentrierten und so letztlich der ganzen Gruppe ihren Namen gaben52.-10. Sosnovskij ordnete unter dem Begriff „Sajantuisches Stadium“ Gräber aufgrund ihrer Gleichartigkeit oder Ähnlichkeit zu einer Gruppe zusammen.0 m tiefen Grabgrube.

Charga I und III.) aus dem Gebiet von Buchusan. Altan. Bajangol und „Na Uvale“ (nach L. Kyzlasov 1981.Tafel 1. 147) 22 . Jh. Chojcegor.-10. Typische Chojcegor-Grabfunde (9.R. Tapchar.

V. Kovyčev 1984. Jh.Tafel 2.V. Typische Sajantuj-Gräber in Transbajkalien und ihre Funde (13. 44 und I.) (nach E.B. Konovalov 1985. Imenochoev/ P. 81) 23 .-14.

Pferdegeschirr (Steigbügel und Trense aus Eisen. eine für diese Gräber typische Keramik.D. Einige der Toten fanden sich mit Birkenrinde bedeckt. und und verband sie ethnisch mit der im Flusstal der Selenge nomadisierenden Uiguren. Perlen. Reste des Ledergürtels mit Bronzegarnituren sowie herzförmige Gürtelhänger mit Menschenkopf und Rosinendekor) sowie charakteristische Elemente des Grabbaus (nicht so große Steinaufschüttung und bis 0. Ohrringe). des Grabbrauches (alle Toten lagen in gestreckter Rückenlage) vor allem aber als besonders charakteristisch die von der Sarantuj-Gruppe völlig abweichende Ausrichtung der Toten (mit dem Kopf nach Osten ausgerichtet) sowie das Fehlen von Tierknochen 54. Charakteristisch für diese Gruppe sind auch die Gräber von Kapčerenka. Bogengriffstücke aus Horn oder Knochen. schmale Eisenpfeilspitzen. hölzerne Tasse. Von der Sajantuj-Gruppe grenzte einige frühere Gräber ab. Überreste der Kleidung und Trachtschmuck (Textilfragmente.Holzblock/Baumsarg oder in einem Birkenrindensarg bestattet oder einfach auf die Erde der Grabgrubensohle gebettet sind. P. aber selten Keramik). Tal’ko-Gryncevič 1900. Jh. die Tal’koGryncevič im südlichen Transbaikalien ausgegraben hatte53. Gürtelgarnituren aus Metall mit silbernen Ornamenten. Bezeichnend sind auch charakteristische Überreste des Totenmahls wie Getreide und Tierknochen.B. Eisenspitze der Lanze und Eisenmesser).50 m tiefe Grabgrube). Horn. die sogenannten „Kyrgyzischen Vasen“.und Knochengriff des Reflexbogens. Diese Gruppe datierte Sosnovskij in das 7. Charakteristische Beigaben sind Waffen (Birkenrindenköcher mit Pfeilspitzen aus Eisen oder Knochen. 53 54 Ju. besonders die Unterschenkelknochen vom Schaf (siehe unten > Tibia-Beigabe). 24 . Reste vom hölzernen Sattelbaum). Ketten. Kennzeichnend waren für ihn auch Besonderheiten der Beigabenausstattung (flache. Namengebend für die Chojcegor-Stufe oder Gruppe waren die 1899 von Tal’ko -Gryncevič auf dem Berg Chojcegor gegrabenen Gräber im Flusstal des Chilok. In der Regel waren sie in Rückenlage gebettet mit dem Kopf nach Norden sowie nach Nord-Osten oder nach Osten ausgerichtet. Sein wesentliches Unterscheidungsargument für die ChojcegorGruppe bildete u.a. die mit viereckigen oder rautenformigen Stempelmustern dekoriert sind. Bronze-Spiegel sowie Gefäße (Birkenrindengefäß. 139-140. 23.-10. die er als ChojcegorGruppe zusammenfasste. Konovalov 1999. Armreifen.

58 L. Die Gräberfelder bestehen . Chamzina und die Anthropologin N. dass die Verstorbenen in der nicht so tiefen Grabgrube beigesetzt worden waren und dass die Gräber durchweg nur mit relativ flachen Aufschüttungen aus mittelgroßen Felssteinen bedeckt waren. die Chamzina in das 10. Auf der Basis ihrer Forschungsergebnisse füllte Chamzina die Lücke zwischen der Chojcegor.N. die Grundlage aller weiteren Forschungen zur altmongolischen Gräberkunde. Chamzina 1970.R.Petersburg aufbewahrt sein. Mamanova in 1954 und 1956 in Tapchar. Kyzlasov 1981.und Sajantuj-Gruppe bildet ein bleibendes Verdienst. datierte. Kyzlasov folgte Sosnovskijs Gliederung der frühmittelalterlichen Gräber und fügte der Chojcegor-Gruppe weitere in der Nähe des Eravnin Sees (im nord-östlichen Gebiet von Burjatien) von ihm und seiner Kollegin L. Eigentümlich für das Grabbrauchtum der Tapchar-Gruppe war. so Gräber aus den Friedhöfen von Buchusan. Chamzina 1969. IV und VI.A. 152-153. darunter Tapchar I. 117-118.aus 4-20 Gräbern56. waren aber selten in Birkenrinde gehüllt. 57 E. L. Ivašina ausgegrabene Gräber hinzu.wie nach unserer Erkenntnis wohl üblich für mittelalterliche mongolische Friedhöfe .R.A. Allerdings waren die Grabfunde aus dem Eravnin Gebiet in mancher Hinsicht anders als typische Chojcegor- 55 Die unveröffentlichten Berichte sollen im Archiv des Archäologischen Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt. Damit war zugleich ein wesentliches Kriterium gefunden. 27 km südlich der Burjatischen Hauptstadt Ulan-Ude umfassende Rettungsgrabungen durchgeführt. Charga I und II sowie Altan58. Sie gruben hier 6 Gräberbezirke aus.Auch wenn der größeren Teil von Sosnovskijs Ausgrabungsberichten nie publiziert worden ist55. 56-61.G. Jh. die sie Tapchar-Stufe („Tapcharisches Stadium“) nannte. seine chronologische und typologische Gliederung der mittelalterlichen Nomadengräber sowie die ethnische Definition der Chojcegor.-13. In diesem Zusammenhang hatten die russische Archäologin E. Die Toten lagen stets in ausgehöhlten Baumsärgen.und Sajantuj-Stufe mit einer so genannten Übergangsstufe/-phase. die Gräber der TapcharGruppe ethnisch als mongolisch zu bestimmen und somit als frühmongolische Stufe oder Periode zu klassifizieren. 25 . In den 1950ger Jahren wurden Südsibirien durch intensive landwirtschaftliche Erschließungsarbeiten viele archäologische Denkmäler entdeckt. 56 E. In allen Gräbern hatte man neben den Skeletten senkrecht auf den Boden gestellte Unterschenkelknochen vom Schaf beobachtet und diese Art der Deponierung als eine charakteristische Sitte des altmongolischen Grabbrauchtums erkannt57.A.

die Gräber von Čindant und Ononsk sind von I. Kirillov. 62 E. 73-79. So fehlen zum Beispiel in den Gräbern Tierknochen überhaupt und die Grabgrube waren relativ seicht.B.V. Konovalov 1999. Kirillov / E. D. Ivašina 1989. die zuvor viele Forscher ebenso wie „türkische“ Gürtelgarnituren und „kyrgyzische“ Scherben einfach übersahen hatten64. zunächst unpubliziert. Kiselev ein reiches mongolisches Kindergrab in der Nähe der altmongolischen Stadt Charchira aus. Sie hatten an einigen altbekannten Fundorten neue Ausgrabungen organisiert. Bajar 1999. I. Weitere Gräber aus der gleichen Region.V. E. Kovyčev 1984. Knochendeponierungen.I. Außerdem fanden sich in den alten unveröffentlichen Berichten von Sosnovskij zuvor unbekannte Notizen über diesen mutmaßlich eigentümlich mongolischen Brauch. Kovyčev62 und V.R. Kyzlaslov / L. 141.I.V.V. lagen nahezu unter der Oberfläche59.V. 61 I. Wichtige Beiträge zur Erforschung der altmongolischen Grabkultur lieferten in den 196070ger russische Ausgrabungen im östlichen Transbaikalien.F. 1959 grub S. wie sie von Sosnovskij definiert wurden.V. 43-48. Nemerov63 freigelegt und in das 11. in einem alten Kerngebiet der Mongolen also. Leider starb er nur wenige Jahre (1962) nach seiner Entdeckung. datiert worden. Ders. Tal’ko–Gryncevič Gräber freigelegt. 212-227.G. Unterschenkelknochen vom Schaf ins Grab zu geben. 1987. um alte Beschreibungen zu überprüfen. Diese wichtige Beobachtung konnten Konovalov und Imenochoev durch weitere Ausgrabungen 1980- 59 60 L. Jh. so blieben seine Materialien. Erst 1999 konnte der mongolische Archäologe D. Konovalov und N. 64 P. – 14. besonders in den Flusstälern von Onon und Ingoda. Durch solche Kontrollausgrabungen hat man auf dem Berg Chojcegor neben den alten Grabungen von Ju.V. in denen Unterschenkelknochen vom Schaf niedergelegt waren. Aseev / I. Bajar die Fotos dieser reichen Grabfunde mit seinem eigenen Kommentar sowie Beschreibungen veröffentlichen60. Imenochoev fortgesetzt. Hinsichtlich der allgemeinen Kulturzugehörigkeiten dieser Gräberfelder meinte Kyzlasov.B. dass diese Gräber als Denkmäler der turksprächiger Völkerschaften anzusehen sind.F.D.Gräber. die im Nordosten des heutigen Burjatien ansässig waren. Nemerov 1982. 26 . In den 1980ger Jahren wurde die Erforschung der mittelalterlichen mongolischen Gräberbezirke im südwestlichen Transbaikalien von P. 63 V. Kovyčev 1981b. Aseev61. 168-177.

Konovalov 1985.V. Jh. N. sie als einen veränderten oder entwickelten Typ der Chojcegor-Gräber zu bezeichnen.Stufe (11.V. Nauška und Burchotuj (von Okladnikov) Tapchar. 64-73. Imenochoev / P.V. 69-86. Kovyčev 2004. Širagol. Sajantuj .-14. 27 .V. in Podčernyj und Jonchor bestätigen.B. Die in Transbajkalien erforschten Kulturzeugnisse eröffneten die Möglichkeiten. Chojcegor . Sie hatten so auch eine paradigmatische Bedeutung für die entsprechenden Gräber in der Mongolei selbst.): Zu dieser Gruppe/Zeitstufe gehören die typischen mongolischen Gräber mit Steinpackungen. 181-196. Konovalov / S. Žida und Derestuj Kultuk (von Tal’ko-Gryncevič) Zarubino (von Debec) Tunkin (von Petri) Okoški (von Kiselev) Il’movoj Pad’. Die bis heute bekanntesten Fundorte in Transbaikalien sind: 65 66 Čikoj. Chilok. Teletnjakov (von Chamzina ) P.1990ger Jahren in Kibalino65. Konovalov und N. Kumyn und Sajantuj (von Sosnovskij) Segenut.): Die Frühstufe der altmongolischen Grabkultur ist charakterisiert durch Grabinventare mit „türkisierten“ Formen und ein gemischt türkisch-mongolisches Bestattungsbrauchtum. in Derestujskom Kultuk66. Kovyčev in Malaja Kulinda67. Konovalov und Imenochoev schlugen vor. ebenso wie 2003 E. Aufgrund ihrer Grabungsergebnisse und besonders ihrer Beobachtung der mitmaßlich regelhaften Tibia-Beigabe kamen P.-10.und hochmittelalterlichen Hügelgräber in Transbaikalien.V.B. nämlich altmongolischen (Grabkultur) interpretiert. 2. Die von Sosnovskij herausgearbeiteten Gruppen oder Stadien Chojcegor und Sajantuj wurden als zwei abfolgende chronologische Stufen einer einzigen Kultur.Stufe (7. Imenochoev zu einer chronologischen Neuordnung und ethnokulturellen Neubestimmung der früh. Danilov 1981. viele Probleme des Grabbrauchtums und Grabbaus der mittelalterlichen Mongolen zu erschließen oder neu zu verstehen. Jh. Nach Konovalov und Imenochoev gliedert sich die altmongolische Grabkultur danach in zwei Stufen oder Perioden: 1. Enyskej.B. 67 E.

54-59. Gegen eine lange Dauer der mongolenzeitlichen Belegung spricht der geringe Typenwandel einzelner Fundgattungen. Bachtijarovka. Soltobaev/ K. 75 B. Tabaldiev/ A. G. 76 Liu Xinsheng / Hao Xiaofei 1997. auf dem Gräberfeld Süttü-Bulak75 (Kirgizstan) in Zhondigou76 und in Jingzhoulu77 (Innere Mongolei / Chinesische Volksrepublik). 260-261. 72 V. 77 Chengji Sihan 2004. 28 . Batsajchan 1997. Absolutchronologisch datierte Befunde sind rar. 84.A. Ähnliche Gräber wie sie für die altmongolische Grabkultur charakteristisch sind. bei der sich aber keine klaren Entwicklungsstufen.V. Moskalev/ O. 69-82. Demočkin. 73-78. Kriger 1988.A. Rudni70. Gavrilova 1965. Ural’skie im Ural72. 512-570. 93-108. Ivanov/ V. Kovyčev.A. Törbat / Z. finden sich nach den Ergebnissen archäologischer Forschungen ausserhalb des eigentlichen mongolischen Gebiets an der unteren Wolga69. 71 K. in Olen’ Kolodez’ am Don71. in Tljavgulovskij. Konstantinov und Nemerov) In Angar (von Sedjakina) In Malaja Kulinda (von Kovyčev)68. in Ždanovsk im Flusstal Irtyš74 (Kazachstan). 68 69 C. Efimov 1999. Arslanova 1070. Carev. 140-145. so in Uvek. Nierlich 1997. Anke/ M. Podčernaja (von Konovalov und Danilov) Ol’chon (von Aseev) Im Gebiet Čita (von Kirillov. auf dem Gräberfeld in Kudyrge im Altaj73 (Russische Fedöration).A. Ch. Fedorov-Davydov 1966. 70 E. sondern höchstens Entwicklungstendenzen herausarbeiten lassen. der zwar einer Aufteilung in Älteres und Jüngeres zulässt.- Jonchor. 73 A. Šnajdstejn 1987. 74 F. Ju. Erschwert wird die chronologische Beurteilung durch den Mangel an historisch datierenden Funden wie Münzen oder festdatierten Importen (termini ante quem non) sowie ein nur kleines sample naturwissenschaftlich datierter Befunde. 44-45.

29 .

69.-17. Bekleidung Die alltägliche Kleidung der Mongolen war wie bei anderen Steppennomaden auch durch Einfachheit und Funktionalität gekennzeichnet. davon 6 ungestört (24%) und 19 gestört (76%). 183. 86. 199. Die Grabinventare: Datierung und Kulturgeschichte In der Mongolei sind bis 2003 insgesamt 229 altmongolische Gräber des 11. Kat.: 207. 61. die eine grobe vorläufige Periodisierung erlauben. 88. Nrs. 8.: 2. 131. 212.2. 80 Kleidungsreste fanden sich auch in 6 der insgesamt 25 Felsspaltenbestattungen . Risch 1934. 120. 184. so lassen sich doch zumindest chronologisch verwertbare Entwicklungstendenzen feststellen. Im Folgenden ist die in diesen Gräbern überlieferte Sachkultur unter chronologischen und kulturgeschichtlichen Aspekten dargestellt. Spuler 1965. 204. einfachen Hosen. Wenn auch die Mehrzahl der Altsachen wie Bekleidung. Felsspaltengräber sind dagegen nur 25 bekannt. 446-449. 59. 127. bis zum Ellbogen reichenden Ärmeln. 30 . Jahrhunderts bekannt geworden.2. 178. 62. Tracht-und Körperschmuck.37%). Die Männer und die Frauen trugen im Alltag fast die gleiche Kleidung. Nrs. Waffen und Pferdegeschirr von nur geringer chronologischer Empfindlichkeit ist. 155. Etwa 20% (= 42 Gräber) der insgesamt 204 altmongolischen Gräber vom Typ 1 (Gräber mit Steinaufschüttung) enthalten Trachtzubehör79. 64. so sind alle Verstorbenen in reich geschmückten. 143. 133.1. 63. Die im Abschnitt der Grabinventare überlieferte Sachkultur liefert wesentliche Anhaltspunkte zur Datierung der altmongolischen Gräber. verschiedenen Arten von Pelzjacken. 154. 15. 229. 138. 163. 13 ohne Bestattung (Kenotaphe: 6. Belegt sind Hügelgräber mit Steinschüttung / Steinpackung. Risch 1930. 220. 107. 159.1. die aus einem langen Rock mit kurzen. 150. 188. 78 79 Rubruk / F. 144. 1. Urteilt man nach der Lage der Gegenstände am Skelett. B.49%). 101. möglicherweise speziell für das Ritual bestimmten Kleidern. 57-62. 41. 58-60. 125. 223. Carpini / F. 141. weichen Reitstiefeln ohne Absätzen und recht vielfältigen Kopfbedeckungen bestand78. 90. 215. 177. mit Schuhwerk und Kopfschmuck bestattet worden.13%). 75. 80. 137. davon 139 ungestört (68. 140. 52 gestört (25. 128. 80 Kat. 136.

Diese Kleider gibt ihnen der Großkhan. Nach Benedikt von Polen trugen während der Wahl Kuyuks (Güyük Khan) fünftausend Teilnehmer am ersten Tag „Baldachin“. Filz oder Leder sicherlich als Erzeugnisse einheimisch mongolischen Handwerks betrachten können. 13-14. Wolle. Sie sind zwar nicht so kostbar. Nach M. Die gleiche Kleiderpracht finden wir in Marco Polos Schilderung vom Geburtstagsfest Khubilais: „An seinem Geburtstage legt der Khan ein edles Gewand mit geschlagenem Golde an. die dann zu Tausenden am Hofe versammelt waren. am zweiten Tag weißen. Offensichtlich war der Brauch weit verbreitet. Njambuu 1993. 31 . 24. Während wir die meisten Trachtüberreste aus Schaffell. dass die Edelsteine und Perlen an manchen dieser Kleider mehr als zehntausend goldene Byzantinen wert sind“82. zumindest an Feiertagen oder bei staatlichen Festakten Seidengewänder zu tragen81. Doch sowohl auf den diversen Bildern mit Mongolendarstellungen als auch an den altmongolischen Steinstatuen werden die Trachtteile oft ohne Details der Binnenzeichnung nur in Umrissen wiedergegeben. am dritten Tag roten Samt. offensichtlich einheitlich gekleidet. Feddersen 1941. Auf den trachtgeschichtlich besonders aufschlussreichen ostmongolischen Steinstatuen findet man 81 82 Ch. Bei Festen und feierlichen Staatsakten erschienen die mongolischen Großen. stammen die Seidenstoffe aus China und Mittelasien.Aufgegliedert nach Gattungen ergibt sich für die geborgenen Überreste von Bekleidung/ Textilien nachfolgende Fundverteilung: Kopfbedeckung: 27 Mantel oder Reste der ähnlichen Kleidung: 18 Stiefel aus Leder oder Filz: 10 Sonstige: 5 Die reichhaltigen und vielseitigen Kleidungsfragmente aus den altmongolischen Gräbern wurden bisher noch nicht textilgeschichtlich analysiert. Auch haben alle einen großen goldenen Gürtel. Für eine Rekonstruktion der mongolenzeitlichen Bekleidung stehen der Archäologie vor allem Bildzeugnisse aus China und Persien zur Verfügung. aber von derselben Farbe und aus Seide und Gold. Ich versichere Euch. Und wohl zehntausend Barone und Ritter tragen Kleider in derselben Farbe und in einem ähnlichen Schnitt wie der Großkhan. dazu die in den Attributen sehr detalliert gearbeiteten mongolischen Steinslulpturen.

der Mütter Činggis Khans: „Als die Tayiči’ut-Brüder abgezogen waren und Hö’elün Üjin. ihre kleinen Söhne auf. Als Činggis Khans ältere Söhne Joči und Čaγadai wegen der Bestimmung des Statthalterschaft und Thronfolge in Streit gerieten. die Ihren. dass sie fest saß. Die erste bemerkenswerte Erwähnung des Boγtaγ. sie band den Gürtel um. der Qan das ganze Reich begründete . bis sie straff saß. Mongolisch in Geheime Geschichte / B. der im Grabbrauchtum der mongolischen Frauen eine offenbar wesentliche Rolle gespielt hat. Als der typische Kopfputz der verheirateten mongolischen Frauen gehört der Boγtaγ zu den für die mittelalterlichen Mongolen ethnisch kennzeichnenden Trachtbestandteilen. Mütter und Söhne. Sumyabaatar 1990. Im GG § 74 heißt es von Hö’elün Üjin.. Während ihre Kehle wie zugeschnürt war. da zog Hö’elün Üjin.hat eure Mutter [Börte Üjin] zusammen mit ihm Mühsal erduldet: Sie band die Haube auf. den typisch mongolischen fast ausschließlich nach rechts schließenden Deel. Geheime Geschichte / M. Während sie schluckte. Sie legte den Gürtel um. die Söhne und die Kleinen. Sie sammellte Wildäpfel und Traubenkirschen und fütterte Tag und Nacht ihre Kehlen83.. im Lager zurückgelassen hatten. ihr Gewand zu schürzen – so lief sie am Onan-Fluß aufwärts und abwärts. als geschickte Frau geboren. dazu (Leder)-Gürtel mit Metallplätchen/ Applikationenen sowie als Fußbekleidung Stiefel aus Leder oder Filz. bis er fest war. bis sie fest saß. der weiblichen Haubentracht. Sie legte den Gürtel straff um. Euch. Frauenkopfbedeckung Etwa 50% der gesamten Überreste an Bekleidung gehören zu einer Kopfbedeckung aus Birkenrinde. 23-24 (§74). Taube 1989.neben verschiedenen Formen von Kopfbedeckungen / Hüten. gab sie euch ihre eigene Hälfte. die Witwe. Sie setzte die Haube auf. Sie band die Haube auf. ermahnte Kökö Čos die Söhne zusammenzuhalten und erinnerte an die schweren Zeiten des Anfangs: “Als euer Vater. 83-84: “Taičiγud aqa degű Hőgelűn-užin-(n)i belbisűn-(n)i kőgűd ekes kőgűd-i nutuγ-tur gežű negűgdežű Hőgelűn-űžin eme mergen tőrežű űčűged kőgűd(i)-jen težigerűn ukitala boγtalažu qožitala bűselezű Onan műren őgede irada gűjižű olirsun moilqo temgűžű űdűr sűni qoγoloa težigebe”. Eine analoge Formel findet sich in GG § 254. stammt aus der Geheimen Geschichte der Mongolen (im folgenden GG). der sie deutlich von den anderen Völkerschaften unterschied. 83 32 . bis ihr Gewand kurz geschürzt war. zog sie auf. der „Mongγol-un Niguča Tobčiyan“. dem Boγtaγ.

67. Ihr (Gestell) wird aus Eisendraht geflochten. 182-183. Diese einzigartige und sehr auffällige Kopfbedeckung der vornehmen mongolischen Frauen fiel fast allen Mongoleireisenden des 13. Die erste Beschreibung findet sich im Bericht des chinesischen Gesandten Chao Hung der südlichen Song-Dynastie (1127-1279) über seinen Aufenthalt bei den Mongolen in den Jahren 1220-1221. de Rachewiltz 2004. Ğuvainī “boghtagh”92 und im persisch-mongolischen Wörterbuch Mukaddimat al-Adab ”boqtaq”93. In der heißen Jahreszeit legte man 84 33 . Geheime Geschichte / B. dessen gesamte Außenseite gelocht ist. Sumyabaatar 1990.I. Mostaert 1952. A. Dieser Kopfputz wird in den zeitgenössischen chinesischen Quellen als “gugu guan”87 oder ”ku-ku“88.gab sie euch ihren gesamten Teil und ging selbst leer aus”84. Der Wortstamm soll die Name einer sehr hohen Kopfbedeckung sein. 94 Chao Hung / P. Olbricht / E. mit rot. Poppe 1938. In den oben zitierten Abschnitten der um 1240 aufgeschriebenen Geheimen Geschichte wird die offensichtlich traditionelle Redewendung boγtalažu/ boγtolažu erwähnt. Taube 1989. 186-187 (§ 254). Pinks 1980. 434. Unter einer Bambusfrau (chu fu-zhen) ist ein etwa ein Meter langes Bambusrohr zu verstehen. 85 Geheime Geschichte / I.Kopfbedeckung. 262. Smirnova 1952. 79. 180. 35. 258. es sieht so ähnlich aus wie eine „Bambusfrau“. Geheime Geschichte / M. 91 Rašid-ad-din / O.oder blaugewirktem Brokat überzogen und mit Perlen und Gold geschmückt. Nahezu wortgetreue Bezeichnungen finden sich bei überliefert bei Rubruk “bоccа”90. P’eng Ta -Ya / Sü T’ing/ P.A. Rašid-ad-din “bughtāq”91.N. 93 Mukaddimat al-adab / N. 119. Olbricht / E. in’s Auge und ist dementsprechend häufig beschrieben worden. Pelliot 1925. Boyle 1958 . 92 Juvaini / J. der speziell von verheirateten Mongolinnen der damaligen Zeit getragenen so genannte Frauenkrone. Waley 1963. 763765: “Qan ečige tan-u qamuγ ulus-i baiγulurun qara terigű-ben qantuqalažu qara čisu-ban nambuγalažu qara nidűben hirmes űlű kin qabtaγai čiki-ben dere-dűr űlű talbin qanču-ban dereležű qormai-ban debűsčű šilusun (i)-jan undalažu šigi-jan qоnaγlažu manlai-jin kőlűsen ula-dur kűrtele ula-jin kőlesűn manlai-dur γartala őlűmlen kičijen jabaqui čaγ-tur eke tan-u qamtu-bar žoboldurun qoraitala boγtalažu qoγožitala bűseležű nigitaila boγtolažu niduratala bűseležű tan (i)-jan ősgerűn žalgiqui žaγura žarim (i)-jan őgčű qoγolai-jan qučižu qotola (i)-jan őgčű qoγosun jabuqui bűlegei”. 87 Chao Hung / P. die von Mongolisten als “setzte sich die Boγtaγ-Kopfbedeckung auf” interpretiert wird85. 86 P. All diese Namen bedeuten einstimmig auf einen Kopfschmück oder ein Kopfgestell. Pinks 1980. Pinks 1980. in westlichen Quellen als “Kopfputz”. als “ornamentum capitis”89 bezeichnet. Olbricht / E. 79. den man zum Schmuck mit roten und blauem Stickgarn (umwickelt) hat“94. Er schreibt: „Die Frauen der Stammeshäuptlinge tragen alle die Gugu. mongolisch boγtaγ genannt86. 89 Carpini / P. 330-334. van den Wyngaert 1929. Oben ist es noch ein Stab. Es ist etwa drei Fuß lang. 90 Rubruk / Wyngaert 1929. A. 88 Ch’ang Ch’ung / A. Jh. 221. 352-353.

They are in constant fear of people knocking against it. 98 Carpini / F. Dieser Gugu wird dann von Sü T’ing ausführlich beschrieben: “Ich. Pinks 1980. habe die Anfertigung des Gugu gesehen. and are obliged to go backwards and crouching through the doorways of their tents”95. Olbricht / E. aus Weidenruten oder Rinde gemacht. Die Vornehmen unter ihnen befestigen daran unsern chinesischen Eisvogelfederschmuck oder bunte Seidenstoffe und lassen sie flattern. The end (of this head-dress) is like a duck. Man nimmt gespaltenes Holz als Gestell und umwickelt es mit roter Seidengaze oder Goldbrokat. Form. 96 P’eng Ta -Ya / Sü T’ing/ P. T’ing. Er berichtet: “Außerdem haben sie einen dieses Rohr in China beim Ruhen oder Schlafen auf Hände oder Füße. 34 . but some of the richer women use red silk. Die Einfacheren nehmen Fasanenfedern”97. Waley 1963. Aus westlicher Sicht verdanken wir die erste Beschreibung dem päpstlichen Gesandten Johannes de Plano Carpini (1245-1247): „Auf dem Kopfe haben diese (verheirateten Frauen) ein rundes Ding. 58-59. some two feet high. Maß und Machart des boγtaγ werden in den meisten fremdländischen Reiseberichten ausführlich beschrieben.1222 berichtet der chinesische Taoist Ch’ang-Ch’ung von seiner Begegnung mit Činggis Khan. angenäht. Über die Frauen des Hoflagers schreibt er: “The married woman wear a head-dress of birch-bark. Purpur oder Baldachin überzogen. This they generally cover with a black woollen stuff. Pinks 1980. Im 1236-1337 verfassten ‘Kurzen Bericht über die schwarzen Tatan’(“Hei-Ta shih-lüeh”) von P’eng Ta-ya heißt es kurz: “Die Frauen tragen auf dem Kopfe den Gugu”96. Oben auf dem Scheitel bringt man eine vier bis fünf Fuß lange Weidenrute an oder einen aus Eisen geschlagenen Stab und umwickelt diesen mit blauem Filz. das eine Elle lang ist und nach oben zu einer viereckigen Platte endet. und ohne dieses Gestell gehen die Frauen niemals unter die Leute. die bis auf die Schultern reicht. Risch 1930. Olbricht / E. In den schwülen Nächten lässt man so durch die Löcher die im Rohr eingelagerte Luft ab und erfrischt sich auf diese Weise. Dieser (zylinderförmige Hut) nimmt von unten nach oben an Umfang stets zu und hat oben eine lange und dünne Rute aus Gold oder Silber oder Holz oder auch eine Feder. 97 P’eng Ta -Ya / Sü T’ing/ P. they call it ku-ku. er ist an einer Filzmütze. 95 Ch’ang Ch’ung / A. 67. 119. 119. der 1254 für etliche Monate in der Mongolischen Hauptstadt Karakorum weilte. Eine noch ausführlichere und detailiertere Beschreibung finden wir im Reisebericht des flämischen Franziskaners Wilhelm von Rubruk. und daran erkennt man sie vor den anderen (unverheirateten) Frauen“ 98. Diese Mütze und das daran befestigte Gestell (instrumentum) ist mit Bukeran.

Gibb 1993. ringsum überzogen und geschmückt mit Seide oder Samitum und mit Perlen und Schmuck besetzt. fast anderthalb Fuß hoch. 26-27. sondern mit dem Beistand ihrer Männer. Zugleich gibt er eine drollige Erklärung für sein Aufkommen und seine Form. der 1314-1321 das Yuan Khanat bereist hat: „Alle verheirateten Frauen tragen auf dem Kopfe den Fuß eines Mannes. die tatarischen Frauen hätten in einer siegreichen Schlacht tapfer mitgekämpft. so gleichen sie Soldaten mit Helmen auf den Köpfen und erhobenen Lanzen. und damit ihnen gesagt werde: ‘Ihr dürft wohl Kronen tragen. der Bericht des chinesischen Beamten YangYun’-fu (1333-1370). Er ist dick und rund. dass ihr dennoch unter der Gewalt eurer Männer seid’.C. dass er den oberen quadratischen Abschluss des Boγtaγ nicht erwähnt: „Die verheirateten Frauen tragen alle auf dem Kopfe einem Korb (canistrum). 27). gleichsam um zu bezeugen. Nach M. der sich als Gesandter des spanischen Königs Heinrich III 1404 im Temuriden Palast in Samarkand aufhielt (Ruy 100 35 . Feddersen 1941. Von diesen Schilderungen weicht die des Vincenz von Beauvais darin ab. 99 Rubruk / F. Feddersen 1941. M. unter dem Kinn binden sie diesen gut fest. Oben schmucken sie dieselbe mit einer Pfauenfeder und ringsum der Länge nach mit kleinen Schwanzfedern des wilden Enterichs oder auch mit kostbaren Steinen. den sie „bocca“ (andere Lesart „Botta“) nennen. 61-62. 26. der überall rund ist und oben breiter wird. Die reichen Damen setzen diesen Schmuck oben auf dem Kopf und verbinden ihn fest mit einem Kopfschultertuch (almucia). Sie überziehen den Bocca mit kostbarem Seidentuch. gut anderthalb Ellen hoch. so dass man ihn [nur] mit zwei Händen umspannen kann. 481. Der ‚bocca’ nämlich sieht wie ein Helm aus und die Gerte darüber wie eine Lanze“99. die eine Elle und mehr hoch sind. Dahinein stecken sie ihre Haare. der in der Regierungszeit des letzten mongolischen Kaiser Toγontemür unter den Mongolen gedient hat: Čžao Chun / N. vergesst aber nicht. Eine Erklärung für die Entstehung des boγtaγ liefert das Itinerar (frühes 14. die sie auf dem Hinterkopf zu einem Knoten zusammenfassen und in jenem Bocca unterbringen. und der ganze Fuß ist mit großen Perlen verziert. dass sie nicht allein den Sieg gewannen. 485.) des Florentiners Ricoldo da Monte Crucis101. Risch 1934. deren Länge ebenfalls eine Elle und mehr beträgt. dass diese Kronen oben die Form eines Fußes haben sollten. Weitere zeitgenössische Quellen: Ibn Battūta / H. bestimmten die Tataren. und fährt dann fort: “Zum Andenken also an diesen Sieg erlaubten die Tataren.A. mindestens eine Elle hoch und oben viereckig wie ein Säulenkapitell (quadrum superius sicut capitellum unius columpne). Oben auf jenem Fuße sitzen Kranichfedern. Man macht ihn aus Baumrinde oder einem anderen möglichst leichten Stoff.Kopfschmuck. 101 Ricold / Laurent 1864. Er erzählt nämlich. Von der Form eines Fußes spricht auch der Franziskaner Odorico Portu Naonis.R. das oben ein entsprechendes Loch hat. 186: Etwas anders beschriebt Ricoldo den Boγtaγ. 80. die ihnen halfen. so im Schmuck dieser Damen (Odoricus / Wyngaert 1929. der Bericht von Ruy Gonzales de Clavigo. – Der Vergleich mit dem Fuß findet sich dann auch noch bei Jean de Mandeville (M. Wenn daher mehrere Damen zusammen reiten und man sie von ferne sieht. Innen ist er hohl. Tatsächlich ist oben auf solcher großen Krone eine Art Fuß. Feddersen 1941. und oben auf der Mitte des Kapitäls oder viereckigen Platte befestigen sie eine kleine Gerte aus Federrohr oder schlankem Schilfrohr. Damit ihre Frauen aber nicht zu übermütig würden. Oben sind Pfauenfedern zur Zierde angebracht“100. 473). Jh. Munkuev 1975. große Kronen zu tragen. wenn es irgendwo auf der Welt große und schöne Perlen gibt.

125-126. Auf den Helm waren lange Federn gesteckt.R. eine Frau von einer einfachen Konkubine zur legitimen Gattin zu machen. Aufgrund der genannten Beschreibungen lässt sich bestätigen. dass die persische Redewendung boqtāq bar sar nihādan „den boqtaq auf den Kopf setzen“ bedeutete. 210-212. Özbek Khan. leuchtenden Perlen. like the mantles worn by the Greeks”103. Auch im 15. and on attendance on her three or four girls to carry her train. 485. wurde der boγtaγ noch getragen. der 1404 als Gesandter des spanischen Königs Heinrich III. and she wears robes of silk encrusted with jewels. Heute jedoch ist der Boγtaγ selbst bei den Mongolen nicht mehr bekannt. 481. dass dieser Kopfputz nur von Frauen getragen worden ist und zwar von allen mongolischen verheirateten Frauen im gesamten Gebiet der Mongolischen Weltreiches. So berichtet der arabische Reisende Ibn Battuta aus der ersten Hälfte des 14. das aussah wie ein Helm.A. als „Boqtaq Trägerinnen“102. heißt es: „Bibi-Khan hatte vor ihrem Gesicht ein mit dünnem weißem Tuch und am Kopf ein mit rotem Stoff umwickeltes Kopfgestell. Das auf die Schultern hinabreichende Tuch war aus goldgewirkten Stoffen gemacht und war ebenfalls mit Edelsteinen geschmückt. 103 Ibn Battūta / H. Türkisen und anderen Edelsteinen geschmückt. Der ursprünglich von den verheirateten Mongolinnen in der Steppe getragene boqtaq hat sich so mit dem Mongolischen Weltreich fast über ganz Eurasien hin verbreitet. Doerfer 1963. 102 G. Rubinen. das Tuch hängt bis zu Ihrer Schulter herab. 434-444). Gibb 1993. 36 .S. Jh.Aus persischsprachigen Quellen über die Mongolenzeit erfahren wir auch. when one of them would be in a waggon. eingesetzten größeren. die Gemahlinnen den boγtaγ trugen: „I have seen them. Mirakova 1990. den man Kampfe trägt.S. 125-126). Gonzales de Clavigo / I. Hung 1951. Verheiratete Frauen wurden daher damals in den persischsprachigen Mongolengebieten wie dem Ilkhanat als boqtāqdārān bezeichnet. being drawn by horses. die 1403/8 verfasste chinesische Enzyklopädie “Yung-lo ta-tien” (W. von denen einige runterhängen und etwa eine Elle lang sind”104. das am Hof des Herrschers der Goldenen Horde. Dieser Helm ist sehr hoch und war mit sehr schönen. Jahrhunderts. am Hof von Tamerlan weilte. Im Bericht von Ruy Gonzales de Clavigo. 104 Ruy Gonzales de Clavigo / I. wich is a conical headdress decorated with precious stones and surmounted by peacock feathers … on the khatun’s head is a bughtaq wich resembles a small crown decorated with jewels and surmounted by peacock feathers. wearing on her head a bughtaq. Mirakova 1990.

E.D. Ders. Es gibt vornehmere oder größere. Okladnikov 1962. Ders. Anning Jing 1994. Fig. Komaroff / S. Rubrouck/ Kappler 1997. Ebenfalls applizierte man einen Bündelfederschmuck hinten der in den verschiedensten Fraben eingefärbten guguKopfbedeckung.R. 95-100. Taf. Phönix. 115. E. 44. Tafel 25. 1980. Wegen dieser Schwanzfedern züchten heute die Bewohner des Chen’ding Gebietes solche Fasane auf ihren Höfen. Gabain 1961. 295-306. E. 278. das die Haube umwickelt. K. 8. 506. 31. Ihr Gestell wird aus Bambus gemacht. Abb. 109-110.Die verschiedenen Quellen ergänzen einander. 191. 19. Stupa und größere Perlen geschmückt. Haussig 1992. A. Erdenebat 2006. 4. D. 125-126. Fig. Strzygowski 1933. 44. Wardwell 1998. A. 246. 1975. 93.Wellesz/ J. 16-21.J. 107 A. 69. auf Wandmalereien in Gedankstätten108 und Küppelgräbern109. 45-54. 193. Fig. B. 12. Carboni 2002. A. 1926. Jahrhunderts: “Treten mongolische Frauen mit Gugu in den Karren ein. 108 A. A. Tanidi 1986. F. Grube 1980. 86-130. 89. So finden sich Darstellungen des boγtaγ auf Felszeichnungen106 ebenso wie auf Fresko-Malereien in Felshöhlentempeln107.J. A.4. Nähte werden anschaulich durch aufgefädelte Perlen und Eisenschmuck mit verschiedenen (getriebenen) Figuren oder sind verhüllt durch das musterbestickte Seidentuch. Ihre Vorderseite wird durch Drachen. Watt / A. Munkuev 1975. 106 105 37 . 2005. Fig. Martyniouk 2002. Ders. H. no. 121-125. so sehen sie aus wie fliegende Fächer“105. darin sie eine Fasanenfeder oder eine Quaste befestigen. Oben auf der Kopfbedeckung befindet sich ein Untergestell aus Bambus. 156. Eggebrecht 1989. Ipsiroglu 1964. 111 J. 102. 254-280. desto leichter wird die gugu leicht. 110 Jin Weinuo 1988. Grünwedel 1902. 172. H. Hillenbrand 1977.P. 43-44. 4. 48. 147. 64. Appelgren-Kivalo 1931. werden die über ein chi langen Federn rausgezogen und von den begleitenden Dienerinnen gehalten”. Je leichter ihr Gestell. Fig. 233-235. M. 65. 80-81. R. F. Pavillon. Le Coq 1926. Taf. Solche Fasenenfedern bringen sie vom Berg Wutai Shang her. 46. Wenn daher mehrere Frauen zusammen reiten. Cho Oh Soon 1993. Der chinesische Beamte Yang-Yun’-fu. yüanzeitlichen Mandala111 und persischen Miniaturdarstellungen112 bilden vor allem die Čžao Chun / N. Ders. 43. Philips 1969. 197. Fig. 185. 148-149. 103. U. 66.W. Ausführlicher findet sich der boγtaγ in der chinesischen Enzyklopädie “Yung-lo ta-Tien” beschrieben: “Die gugu wird mit dunkel roter Seide mit Mustern umwunden. Pl. 196. Neben chinesischen Malereien110. Roxburgh 2005.I.v. Cagman/ Z. 1934. Blochet 1912. Die verschiedenen zeitgenössischen Beschreibungen des boγtaγ werden ergänzt und bestätigt durch eine reiche bildliche Überlieferung. Rührdanz 1997. Diese Vögel sind sehr teuer. 176.v. 112 E. 24. berichtet Anfang des 14. Glück/ S. Taf. Ders. Fig. 109 Shaanxi Provincial Institute of Archaeology 2000. Martin 1968.25. Gray 1979. 1965.C. L. Pl. Ders. Esin 1963. danach mittlere. 72. Auch sind dort in wellenartigen Reihen sehr winzige Blüten genäht sowie eine Stupa aus hochwertigen Edelstein in einem aus Golddraht umflochteten Rahmen appliziert. und zuletzt kleine gugu. Kessler 1993. Kramrisch / E. 239. H. Abb. Pl.

in der Irtyš-Region Kazachstans. In diesem Zusammenhang berichtete er über einen interessanten boγtaγ-Fund. 243-280. Die archäologische Erforschung der altmongolischen Gräber zeigt. 147-156. 47-60. im kirgisischen T’ien-Šan sowie im Südural. Wang Yao T’ing 2005a. 111. Ebenso wie die Schriftquellen beweisen sie. 113 38 .14 Jahrhundert die aussagefähigsten Bildzeugnisse zu Form und Trageweise des boγtaγ. Im Westen reichen sie bis zum Don. Auf der Schüttung dieses Kurgans fanden sich darüber hinaus die Reste einer Jurte116. Westlich des Don treten solche Gräber fast nicht auf117”. so ergibt sich. Fong 1995. Fedorow-Dawydow 1973. 298-311. sondern ebenso im russischen Altai. Zjablin. dass der Boγtaγ eine für die verheiratete mongolische Frau kennzeichende Kopfbedeckung war.A. 114 D. Bajar 1994. Anning Jing 1994. die mongolischen Gräber damit deutlich von anderen Nomadengräbern unterscheiden lasse. der mit Sicherheit tatarisch-mongolischer Herkunft sei und darum Grabinventare mit bocca oder boγtaγ auch eindeutig als mongolisch bestimme. 115 Z. dass Überreste des boγtaγ sich nicht nur im mongolischen Kernland.P. 95-96. Ders. 40-86. Syčev 1968. Weng C. an der Wolga oder am Don115. L.mongolischen Kaiser und Kaiserinnenporträrts113 sowie zeitgenössische mongolische Steinstatuen114 aus dem 13. 1995b.V. die die Frauen aller mongolischen Stämme in typischer Weise von anderen Steppenvölkern unterschied. Zjablin 1955. Bajar 1998. der im russischen Astrachan‘ Gebiet ausgegraben worden war. Fedorov-Davydov zusammenfassend fest: “Wenden wir die bei den Archäologen beliebte Methode des Kartierens archäologischer Bodenfunde verschiedener Art an und tragen wir die Bestattungen mit einer Bokka (boγtaγ) und diejenigen in einer Nische in eine Karte ein. Diese Funde sind wichtige archäologische Belege für die mongolische Expansion und die Mongolisierung der eroberten Gebiete. A. Ders. im Süden bis zum Nordkaukasus. Harnod Hakanchulu 1992.. Zur Verbreitung des boγtaγ in den südrussischen Steppengebieten stellte G. 117 G. 58-71. 2005b. wie in der Äußeren und der Inneren Mongolei oder in Burjatien gefunden haben. 116 L. 2002. Dode 2008. Mostaert 1927. Boγtaγ-Funden in Gräbern widmete sich als erster der russische Archäologe L. D. A.P.A. dass nahezu alle diese Gräber im unteren Wolgagebiet liegen. 86-92.P. Ders. Weitz 2004. In seinem 1955 veröffentlichten Artikel „Über die „tatarische“ Kurgane“ sprach er als erster die „Bokka-Mütze“ (boγtaγ) neben einem Sattel mit eigenartigem Sattelbogen als einen Gegenstand an. 52-63.

36). Ivanov / V. Ihr Durchmesser schwankt zwischen 38 cm. 30. 13: 17. . 120 K. Šnajdštain 1987. Perlen. geborgen118. 14:38. Die Rohre messen in der Länge 10-15 cm oder 25-35 cm. Jahrhundert. alle Gräber datieren in das 13.P. Von Bedeutung sind die relativ gut erhaltenen Überreste von Boγtaγs in Nomadengräbern der Wolgasteppen von Uvek.A. 52. 7-8. 121 V.-14. Myskov 1995. 36.: Tljavgulovskij: Kurgan 5 und Ural’skie: Kurgan 5) des Kopfgestells. Abb. Auch aus der Waldsteppe des russischen Altai sind boγtaγ-Funde bekannt geworden. 58. Ju.-14. 119 E. Manchmal haben sich an den Rohren Seidenreste vom Bezug erhalten oder silberne Schmuckappliken (z. 11:11. Darüber hinaus sind in diesem Grab blaue und violettfarbene Glaspastenperlen in größerer Anzahl gefunden worden. 27. Jahrhunderts im ursprünglichen Herrschaftsgebiet der Goldenen Horde sind in den letzten Jahren vermehrt Überreste von Kleidung und Kopfputz/Kopftracht gefunden worden: So wurden 1996 aus einem mongolischen Frauengrab im Gebiet Olen’ Kolodez’ als Überrest eines boγtaγ Fragmente von einem seideumwickelten Rohr aus Birkenrinde geborgen. 118 39 .A. Fedorov-Davydov 1966.A. Nach Myskov hat sich die Zahl der Funde seither nahezu verdoppelt (E. Efimov 1999. 50. der eine persische Inschrift trägt121. Die Gräber datieren in das 12. 1-5. Demočkin und Rudni119. Kazakov 2002. Der obere Teil dieser Kopfbedeckung wurde anläßlich der Grablegung abgetrennt und im Grab auf der östlichen Seite des Verstorbenen deponiert.A. Vor allem in den Gräbern des 13.A. Jh.14. Ural’skie-Kurgan gefundene Boγtaγ-Schmuck wurde mit einem Gürtelbeschlag gefunden. 18. Abb. Carev. Dieses Rohr war mutmaßlich auf einem 13 mm starken Kopfputz aus Leder befestigt. Alle boγtaγ sind zylinderförmig und aus Birkenrinde gefertigt. 103-105. 56. 122 A.V.-14.Nach Fedorov-Davydov wurden in den 60ger Jahren an unterer Wolga und Don insgesamt Reste von 22 Boγtaγ aus mongolischen Frauengräbern des 13. Das aus Birkenrinde gerollte Rohr ähnelt einem umgekehrten Stiefel. 79.V. 32. Gorbunov / A. vergoldeten Kapsel aus Silber mit zwei Ösen sowie mit blütenverzierten Silberappliken geschmückt. G. während die Sohle nach oben zeigt. 95. die mutmaßlich den boγtaγ dekoriert haben120. dessen Schaft auf dem Kopf steckt. so aus drei Gräbern mit Erdaufschüttung in Teleutskij Vzvoz-I. Tiškin / V. Abb. Kriger 1988. Der im 5. An den Rändern der Birkenrindenrohre wurden Nähte festgestellt. Jahrhundert122. Das Kopfgestell war mit einer zylinderförmigen.B. In Nomadengräbern im Ural Gebiet sind Reste von insgesamt 10 Boγtaγ gefunden worden.

A. A. misst 20 cm x 28 cm. dazu ein dreieckiger bronzener Zierbeschlag mit Nieten. 58. In Kirgizstan wurden 1995 allein auf dem Gräberfeld von Süttü-Bulak die Überreste von vier Boγtaγ-Kopfbedeckungen endeckt. Arslanova 1970. drei bronzene Zierbeschläge. XXVIII. Die neueren besser beobachteten Befunde geben uns die Möglichkiet. die Höhe beträgt 43. 126 F. An den Rändern der Birkenrindenrohren sind Spuren von Löchern und Nähten zu sehen. 54-57. Teile des boγtaγ durch Vergleich auch in früher untersuchten Gräbern zu identifizieren und richtig zu beschreiben. Gavrilova 1965. 125 F. aufgrund der Bestattungsweise sowie der Besonderheiten der Grabinventare in das 13. teilweise mit Silber überzogen. Reste der Kopfbedeckung aus Birkenrinde. Dieser “Boγtaγ” hat eine ungewöhnliche Ellipsen-Form. Glasperlen. Neben dem Kopf fand sich ein rhombischer Gegenstand aus Birkenrinde.Ch.5 cm 126. die gefundenen 123 124 M. einer Frauenbestattung des 13.Ch.-14. Im Kurgan 10 wurden hinter dem Kopf der Toten Stoffreste mit Applikationen.-14. Der Fund stammt aus dem Flusstal des Irtyš. 40 . Ein weiterer rhombischer Gegenstand aus Birkenrinde lag auf Höhe des linken Ohres.G. 44-45. Kramarovskij 2001b. obwohl Form und Material nicht mit den Angaben in den Schriftquellen übereinstimmen. Die altaischen Funde ähneln stark den Funden aus den Nomadengräbern der Goldenen Horde123.Die Gerüst aller Kopbedeckungen wurde aus Birkenrinden gefertigt. Abb. Jahrhundert datiert worden125. Jahrhunderts .Zeitstufe Časovennaja Gora – ein Birkenrindenfragment samt Applikationen aus Birkenrinde und getriebenen Silberornamenten aufgrund der Analogie eindeutig als die oberen Teile eines Boγtaγ indentifiziert werden124. So kann z. Die bereits 1961 gegrabenen Gräber in Ždanovsk sind aufgrund ihrer Außen-und Innenausstattungen. 3a: 2-3. XXIX. Arslanova 1970. davon eine mit vegetabilem Dekor. in Kudyrge Grab 17. Zwei Gräber mit boγtaγ sind aus Kazachstan bekannt. Tafel XXVI.B. im oberen Teil 4-6 cm. Auch eine seit 1959 im Bezirks-Museum von Pavlador aufbewahrte einzigartige Kopfbedeckung aus Silber deuten die meisten Forscher als eine Form der mongolischen Frauenkopfbedeckung. sowie zwei bronze Kapseln mit je drei Ösen. Das Grab war ungestört. Auch in den altaischen Gräbern fand sich der obere Teil der Kopfbedeckung abgetrennt und war entweder im Bereich den Füße oder der Knie des Verstorbenen niedergelegt worden. verziert mit vegetabilem Dekor gefunden. weitere Gewebereste.

Später wurde die Silbe von der buddhistischen Tradition übernommen und hat sich als Symbol Buddhas und seiner Lehre weit verbreitet (R. 128 127 41 .A. Vishnu und Shiva. Nierlich 1997. Nierlich 1997. 260-261. die meisten Gräber auch mit Birkenrindenfunden. die wir dank klarer Befunde wie im kirgisischen Süttü Bulak heute eindeutig als das rohrförmige Oberteil eines Boγtaγ identifizieren können. 73-78. 84. 129 B. Soltobaev/ K. insbesondere der Kopfbedeckung in mongolischer Zeit ist Kurgan 21 von Süttü Bulak. dass diese frei herabhängenden Zierteile aus Birkenrinde auch an Kopfbedeckungen aus anderen organischen Materialien (Stoff. oder von Jingzhoulu. Die Ausgräber interpretierten diese Funde als Teile eines Boγtaγ und machten eine entsprechende Rekonsruktion128. Auf dem oberen Abschluß sind mittig kleine geschnitzte. Messen und Religionsschriften – sie symbolisiert Brahma. Als Beispiel nennen wir hier die gut erhaltenen Funde aus Birkenrinde im Gräberfeld von Zhongdigou. Im Kurgan 17 entdeckte man den hölzernen Aufsatz einer Kopfbedeckung mit rhombischen Zierbeschlägen. Die mystische Silbe „om“ hat ihren Ursprung im Brahmanismus. Moskalev / O. ausgezogenen Stabende fortsetzen.Š.I. Süttü-Bulak I. die mit pflanzlichem Dekor oder mit Brahmiischrift versehen waren131.I. Abb. geborgenen Vergleichsstücke belegen. Süttü-Bulak II.A.Š. Leder) getragen wurden129. die sich in einem langen. Die annäherend kreisrunde Haube verbreitet sich nach oben hin länglich gestreckt mit einem pyramidenstumpfförmigen Abschluß. 562. Auch gut erhaltene eindeutige B.N. Nierlich 1997. 522. Filz. B. Shiziwang Banner.I. Moskalev / O. Moskalev / O. 131 Solche Schriften wurden als eine buddhistische Formel „om“ in Brahmischrift identifiziert. Aus dem ehemaligen angestammten Herrschaftsgebiet der Mongolen. Mit ihr beginnen und enden Gebete. Tabaldiev / A. Anke / M. Die in den Kurganen 10 und 17. 524-525. 7/ 5. Im Bereich des rechten Oberschenkels konnte ein vollständig erhaltener Kopfputz aus Birkenrinde geborgen werden. 1084). aus der heutigen Mongolei ebenso wie aus Transbaikalien/Burjätien sind naturgemäß die meisten altmongolischen Gräber bekannt worden.A. Anke / M. Tabaldiev / A. Seit den 80ger Jahren wurden auch aus verschiedenen Orten der Inneren Mongolei Funde von mongolischen Frauenkopfbedeckung dokumentiert. Abb. 5-7. Chengji Sihan 2004. Abb. Soltobaev/ K. sowie Kurgan 11. Soltobaev/ K. Nach den chinesischen Grabungsberichten gehören alle Birkenrindenfunde zum oberen Teil des Boγtaγ-Kopfputzes.Gegenstände lagen wie unberührt in situ127. Jahrhundert. Von besonderer Bedeutung für die Rekonstruktion der Frauentracht.Š. Abb. wie goldene Schalen oder bronzene Spiegel mit dieser mystischen Formel sind charakteristisch für das 14. Anke / M. 12. Tabaldiev / A. Die Grabfunde der Mongolen. nahe der Stadt Ulanhad130. hölzerne Plastiken mit Dekoren angebracht. 518-522. der mit bronzenen Kapseln geschmückt war sowie mit Applikationen aus Kupferblech. 130 Li Xinsheng / Hao Xiaofei 1997. Saletore 1987. 13.

Chaan Uul141. 5. Imenochoev 1988. 5. 9. eine weitere Möglichkeit über den Vergleich die in vielen älteren Berichten noch als “unbekannte Gegenstände” bezeichneten Birkenrinden-Funde als Überreste eines Boγtaγ zu sichern. Navaan / T. ungeachtet der Geschicklichkeit und der Beobachtungsgabe des jeweiligen Ausgräbers kann allgemein festgestellt werden. Lchagvasüren 1994. Lchagvasüren 1994. 127-135. Lchagvasüren 1994. V. D. Voitov 1990. Aseev 1980.E. Ch. 53-54. 1994. I. 142 Ch. 6. 61. 48-49. Dabei waren die oberen und unteren Teile des Boγtaγ stets abgetrennt und je für sich niedergelegt worden. dass die Überreste der Boγtaγ-Kopfbedeckung sich sämtlich in Frauengräbern fanden und zwar in der Grabgrube zu einer der beiden Seite des Kopfes der Verstorbenen oder auf Brust oder Becken der Toten. 47-51.V. Lchagvasüren 1994. 144 Ch. Sajchan-Ovoo142 in der Süd-Mongolei und von Bulgan Chošuu143. 134 D. von Morin Tolgoj134. Bajar 1989. 137 D. einer „Feldflasche aus Birkenrinde“. Chalzan Chošuu144 in der West-Mongolei. Lchagvasüren 1989b. Sanžmjatav /Ch. 39. 138 D. 67. Silber oder anderen Metallen sie eindeutig als Teile der altmongolischen Boγtaγ-Kopfbedeckung erkennen. Navaan 1976b. Navaan 1981. Eindeutig falsch beschrieben oder falsch gedeutet sind die Birkenrindenfunde aus den mongolenzeitlichen Gräbern von Anga132 und Žida133 in Südbaikalien. 7. Buural Uul138 in der zentralen Mongolei sowie von Char Aarag139. 1986. 136 G. 49-50. Volkov 1963. 6-7. als Reste von „einem Köcher“ oder einfach nur als „unbekannte Gegenstände aus Birkenrinde“ beschrieben worden. 133 132 42 . Zaraa Tolgoj137. Ders. Ch.V. Charchorin136. 135 Ch. 50. Lchagvasüren 1994.V. Obwohl die Teile der Birkenrinden mit Seidenbezug in den meisten Fallen nur fragmentarisch erhalten sind. 141 V. kann man durch ihre aufgefädelte Zier aus Glasperlen oder rhombus.Boγtaγ-Funde aus der Mongolei selbst geben dank gut dokumentierter Grabungen wie sie etwa 1986-1989 im Chentij Ajmag durchgeführt worden sind. 137138. 139 D. Navaan 1982. N. Navaan / T. Chadat Tolgoj140. 132-149. Etliche BoγtaγFunde aus Transbaikalien oder der Mongolei sind noch bis vor kurzem in älteren Grabungsberichten fälschlich entweder als Reste eines Gefäßes bzw. 140 D.und rundförmigen Applikationen aus Kupfer. 143 Ch. Menes / D. Navaan 1986. Ungeachtet des unterschiedlichen Erhaltungszustands der jeweiligen Funde und der unterschiedlichen Ausgrabungstechnik. Sanžmjatav /Ch. 111-113. Bulgan Uul135. Lchagvasüren 1984. 70. Ders. Lchagvasüren 1983. 12.

dass die Seide an den Randbereichen angenäht war und die Birkenrinde nur lose umhüllte. Dolood146. Die Kopfbedeckung ist 32. 46-51. Das darunter liegende Seide ist gröber gewebt und weist keinerlei Verzierung auf. 148 G. 43 .5 cm breit. Ausser der Kopfbedeckung waren der Verstorbenen ein Bronzespiegel. Von der Bekleidung hatte sich einzig der Rest eines Lederstiefels mit hohem Schaft erhalten. Der Boγtaγ besitzt eine elliptische röhrenförmige Form. im Kreis Delgerchaan. Verziert ist die Kopfbedeckung mit Strängen aus blauen und weißen Glasperlen. Chanan147. die sich nach oben trichterförmig ausweitet. 23. Menes 1987a. Menes 1989a. 7. Menes 1989a. Die Rinde bildet demnach nur ein Grundgerüst. Der unmittelbar auf dem Kopf aufliegende Teil fehlt. Šar Gozgor148 am oberen Cherlen einige eindeutig als Teile von Boγtaγs erkennbare Funde zutage gefördert. Das Gräberfeld Burchan Tolgoj liegt nordöstlich des Flusses Cherlen. die mit zwei dünnen Seidengeweben bedeckt waren. die am oberen Rand angenäht sind. ein Spinnwirtel. Steffen 2005. Aufgrund einer Vielzahl von kleinen eng aneinander liegenden Löchern in den Randbereichen des Kopfaufsatzes ist davon auszugehen. Die best erhaltenen Fundstücke stammen von Burchan Tolgoj Grab 4 und sind 2005 in Deutschland restauriert worden149. 9-12. Die Kopfbedeckung aus Birkenrinde mit Seidenüberzug war mit Glasperlen und einer Kupferröhre verziert. 147 G. Die oben aufliegende braune Seidenschicht weist ein gleichmäßiges Muster goldener chinesischer Schriftzeichen auf. Sechs Gräber wurden dort 1988 ausgegraben. 55-58.Durch die sogenannte „Paläoethnographische Expedition“ der Mongolischen Akademie der Wissenschaften wurden aus Gräbern von Burchan Tolgoj145. Eine kleine Röhre aus Kupfer verziert den mittleren Bereich. Grab 4 barg eine Frauenbestattung in 170 cm Tiefe unter einer flachen Steinschüttung. 8 cm hoch. die ein langes glückliches Leben (shou) und Glück (fu) verheißen. G. 149 A. Menes 1988a. Zusammengesetzt ist die Kopfbedeckung aus mehreren mit Pflanzenfasern aneinander genähten Stücken Birkenrinde. Darunter schließen sich aufgenähte zu Quadraten angeordnete Seidenstreifen an. eine Ahle mit Holzgriff und ein zerbrochener Holzkamm mit ins Grab gegeben worden. 145 146 G. 12.

Sajchan-Ovoo. Chadat Tolgoj. Zaraa Tolgoj. Zalaa. Chaan Uul. Chutag-Öndör. 2 14 Dornogov’. Uulbajan. Karakorum. Gr. Delgerchaan. Gr. Charchorin. Buural. 2 20 Selenge. Gr. Charchorin. Gr.4 6 Chentij. Gr. Gr. Gr. Burchan Tolgoj. Char Aarag. 3 5 Chentij. Chongor. Gr. Gr. 10 4 Chentij. Gr. 2 16 Dundgov’. 1 24 Töv. Morin Tolgoj. 1 10 Chentij.Tabelle 3: Altmongolische Frauengräber mit Kopfbedeckungen aus Birkenrinde Fundort 1 Archangaj. 1 12 Chovd. Gr. Mörön. Altansiree. Narijny Am. Gr. Gr. Elst Chötöl. Gr. Šar Gozgor. 4 9 Chentij. Čandagan Tal. Gr. Gr. Delgerchangaj. Gr. Buural. Chanan. 1 3 Bulgan. 1 13 Dornogov’. Chongor. Delgerchaan. 8 15 41 62 63 64 69 75 86 90 101 107 127 128 131 133 143 150 154 155 159 163 183 188 Lage Neben dem linken Oberarm Auf der Brust Links des Schädels Links des Schädels Auf der linken Schultern Links des Schädels Am Kopf Im nördlichen Teil der Grabgrube Auf der Brust Um den Füße Im Scheitelbereich vom Kopf In der nord-östlichen Ecke der Grabgrube Links des Schädels Im Kopfbereich Links des Schädels Über die Füße Auf dem linken Schulter Auf den Becken Auf der Brust Um die Füßen Im Beckenbereich Unter dem Schädel Links des Kopfes Rechts des Schädels Material Birkenrinde Birkenrinde Birkenrinde Birkenrinde Birkenrinde mit Seidenüberzug Birkenrinde Birkenrinde Birkenrinde Birkenrinde Birkenrinde Birkenrinde Birkenrinde Birkenrinde Birkenrinde Birkenrinde Birkenrinde Birkenrinde Birkenrinde Birkenrinde mit Seidenüberzug Birkenrinde Birkenrinde Birkenrinde mit gelbem Seidenüberzug Birkenrinde Birkenrinde 44 . Delgerchaan. 5 7 Chentij. Nr. Bulgan Chošuu.1 15 Dundgov’. Gr. Burchan Tolgoj. Chongor. Gr. Chalzan Chošuu. Gr. 2 18 Övörchangaj. Gr. Gr. Gr. Büregchangaj. Bulgan Uul. Delgerchaan. Dolood.3 21 Selenge. Buural.3 Kat. Altanširee. Buural. 7 22 Selenge.1 19 Selenge. 2 11 Chovd. Öndör-Ulaan. 4 8 Chentij. 1 2 Bulgan. 11 23 Süchbaatar. Chongor. Gr.1 17 Övörchangaj. Darvi. Burchan Tolgoj. Altanbulag. Sajchan-Ovoo. Delgerchan. Delgerchaan. Möst.

Der Boγtaγ besteht. 188). so die aufgefädelten Perlen in Form von Feuerflammen von Burchan Tolgoj. 3 von Morin Tolgoj (Kat. Die obere Teil verjüngt sich trichterförmig nach unten und besteht meist aus einem Gerüst aus Birkenrinde. Jurčenko 2002. Mostaert 1927. 2 (Kat. Nr. Das Obermaterial wurde mit kleinen Jadeperlen verziert und die Spitze mit kostbarem Fasanfedern geschmückt. Nr. Die Kopfbedeckung wurde auf dem hochgesteckten Haar mit Hilfe von perlenverzierten Bändern befestigt151. 2 (Kat. 1 (Kat. 2 von Chadat Tolgoj (Kat. Ders. Nr. die uns heute ebenso wie die zahlreichen Bildquellen helfen. 159) von Buural. welches Rubruk mit einem Säulenkapitell vergleicht. 127). Gr. die Porträts der mongolischen Kaisergemahlinnen: deutlich sind hier die Bänder auf den Schultern der mongolischen Kaisergemahlinnen zu sehen. Karakorum Gr. 7 (Kat. Stupa und Flamme. Brokat oder Filz gewickelt wurde. Berichte. A.Nr. Batsajchan 1994. 1 von Char Aarag (Kat. 154). Archäologische Funde belegen auf diese Art von Dekor. Nr. Gr. Čandagan Tal Gr. 1995. Federn oder dünnen Schilfrohren befestigt. Nr.a. die ürspunglich auch an der Mütze als Schmuck befestigt gewesen waren. Gr. wie die meisten Quellen belegen. 15). Phönix. An dem Plättchen wurde ein Stäbchen aus Blattstielen. 2 (Kat. Nr. Nr. Quelle sind u.A. Dieses den Zopf fassende lange Rohr aus Birkenrinde wurde durch ein viereckiges Plättchen abgeschlossen. 128). Drachen. dokumentiert. 62) oder die in wellenartigen Reihen auf die Mütze/ und Mützenbänder genähten winzigen Blümchen aus Glaspasten von Zaraa Tolgoj. 147-156. dass sie ihre Eindrücke in mehr oder minder ausführlichen Beschreibungen festgehalten haben. Buural Uul Gr. Nach Rubruks Angabe haben sich die mongolischen Frauen gleich am Tag nach der Hochzeit den Schädel von der Mitte des Hauptes bis zur Stirn rasiert.a. Das alles wurde durch mit Mustern durchwirktes (Seiden)Gewebe bedeckt und mit Pfaufedern geschmückt. 63-68. die archäologischen Befunde zu verstehen und die Frauengräbern niedergelegte Boγtaγ-Kopfbedeckung entsprechend zu rekonstruieren150. 154). senkrechtes Rohr aus Birkenrinde oder aus einem anderen geeigneten Material befestigt. 2 (Kat. An der Mütze wurde ein kleines.Der eigentümliche Kopfputz der mongolischen Frauen beeindruckte viele zeitgenössische Mongolei-Reisende so stark. 151 150 45 . Z. 90). so in Gr. üblicherweise aus zwei Teilen. 146). 3 (Kat. Archäologisch dokumentiert sind auch verschiedenen Metallapllikationen und Kapseln die Boγtaγs schmückten. Gr. um welches vermutlich je nach Jahreszeit Seide. 15-27. Schmuckmotive bildeten u. 152 Zur mongolischen Frisur siehe: A. 258-262. Nr. Der untere Teil der Kopfbedeckung besteht aus einer Filzmütze oder einem Stirntuch aus Seide. Auf der Vorderseite wurden Stickereien und Perlenschmuck angebracht. Nr. und Gr. dann den hochgesteckten Zopf durch eine Mütze mit einer oben befindlichen Öffnung gesteckt152.

Die größte Blumenrosette ist mit einem Bergkristall geschmückt. Risch 1930. dass ein Pektoral dieser Art nicht als Anhänger einer Pferdeschmuckgarnitur. 5. Martyniouk. sondern als Schmuck einer reichen mongolischen Boγtaγ-Kopfbedeckung des 13. 85-102. Zeitgenössische Beschreibungen sind rar und zudem undeutlich: Typisch ist die Äußerung von Carpini. Gray 1976. 21.G. Kopfbedeckung der Männer Im Gegensatz zur der Haubentracht Männer in der verheirateten eher Frauen sind Überreste von Kopfbedeckungen Gräbern die Ausnahme. 158 Über mongolische Männerkopfbedeckungen siehe in: B. 59-60. Tumen / D. siehe: M. 153 46 . 20-23. Xilin Gol League. Ongon Sum.Dank verschiedener Ausgrabungen. geflochtenen. 51-55. Unearthed from a tomb in East Ujimqin Banner. Mongolia. 308-311. Aufgrund der jetzt vorliegenden Befunde ist klar geworden. Jahrhunderts anzusehen ist. 4-5: Gold hat decorations and gilded pectoral from Tavan Tolgoi. Sh. das von ihm Gesehene und Aohan wenwu 2004. Die Außenseite ist drei bis vier Millimeter höher und weist ebenfalls Filigranarbeit auf154. dort hauptsächlich in Form von Flammen oder Blumen156. Diese „Nester“ dienten wahrscheinlich als Einfassung für Edelsteine und Perlen155. Ähnliche Zierteile finden wir auf den mongolischen Kaisergemahlinnenporträts dargestellt. Tomb No. 55-60. 199. 156 Wang Yao. 156: Gold filigree headdress ornament. C. Wenn auch der Frater Rubruk seine Unfähigkeit. Aussagekräftiger sind Bildzeugniss158.T’ing 2005b. 157 Carpini /F. „… nicht nur in Wort. bis 17. dünnen Drähten. Navaan /M. Annie Chow 2007. Kramarowsky 2002. die in den letzten fünf Jahren in der äußeren und inneren Mongolei durchgeführt worden sind. Kramarowsky 2002. sondern auch in Bild erfolgten die Aufnahme und Wiedergabe vom Wissen über das fremde Volk und seine Geschichte. 155 M. es würde ihm aber nicht gelingen. 154 Über die Filigrantechnik mongolischer Funde von 10. denn so A. Dieser Filigranschmuck bestand aus einem Spiralmotiv aus zwei sich rankenden. In der Mitte der acht Blumenrosetten und einer Reihe großer Wellenranken sind runde Plättchen aus geschwärztem Silber angelötet. 97. 32-34. sie verständlich zu beschreiben157. die [mongolischen] Männer hätten ganz andere Filzmützen (pileola) als andere Völker. 61. konnte auch das aus Bildquellen bekannte so genannte „Pektoral“ archäologisch belegt werden153. Baatar 2006. Inner Mongolia. Erdene 2006. Jhs.-14. D. Fig.G. Das „Pektoral“ ist ein Anhänger in Form eines zweiteiligen goldenen oder silbernen Plättchens mit Figurenrand. Delacour 2005. Fig. Auf der Rückseite war der Anhänger häufig mit filigranen Pflanzenmustern verziert. Sukhbaatar Aimak. Zwei bis drei rückwärtig angebrachte Schlaufen dienten der Befestigung.

Die im 13. Da die Fundstücke in Felshöhlen mit relativ gleichmäßigem und trockenem Klima lagen. Nr. 47 . Ein Stück Gewebe in grober Leinwandbindung. der außen mit Seide beklebt und mit weißen Fäden am vorderen Bereich der Kappe befestigt ist. Der Schirm besteht aus einem Träger aus Pappe. kummervoll beklagte. in der auf mehreren quer gelegten Hölzern eine männliche Mumie lag. worüber sich eine feine gelb-braune Gaze ausbreitet. ist ihr Erhaltungszustand überraschend gut. Die Außenseite der Kappe ist mit vier Seidenstücken verziert. Der bekannteste mongolische Männerkopfputz stammt aus einer Felsspaltenbestattung in Cagaan Chanan in der südlichen Mongolei (Kat. bestehend aus Kappe. Nackenschutz und angesetztem Schirm. Sonne. 229). konnten einige seiner Zeitgenossen diesen Mangel wettmachen. Auffallend sind schwarze Linien auf der Papierschicht. ist auf der Außenseite mit mehreren zurechtgeschnittenen und aufgeklebten Stücken eines Seidengewebes verziert. filzähnliche Papierschicht aufgeklebt ist. Diese war mehrfach in gelbrote Seide gewickelt. Die Außenkanten der Seidenstücke sind teilweise mit einem gelben Seidenfaden umsäumt. die die Kanten 159 A. Auf der Brust lag die Kopfbedeckung. bildet den Träger für Kappe und Nackenschutz. die die Erkenntnisse der Zeitgenossen über die Mongolen wiedergeben oder sogar auf einer Direktbeobachtung beruhen. dicke. kam eine Nische zum Vorschein. also vor Wind. Die Entdeckung der Felshöhlenbestattung erfolgte im Dezember 1998. Diese mittelalterlichen Mongolendarstellungen können ebenso als eine wichtige und wertvolle Quelle zu diesem Thema betrachtet werden“159. Jahrhundert und später in Europa. das durch eingezogene vergoldete Seidenfaden das Ornament zweier hintereinander schwimmender Enten zeigt. Auch der Nackenschutz ist mit mehreren Seidenstücken belegt. Martyniouk 2002. Als der Finder mit dem Sichel um das Holz herum bohrte. als ein Einheimischer beim Pflanzensammeln vor der Höhle Cagaan Chanan im Kreis Nojon ein Holz aus dem Boden ragen sah. Schnee und Regen geschützt waren. im Vorderen Orient und im Fernen Osten entstandenen Miniaturen liefern dem Beschauer eine Menge der die schriftlichen Berichte ergänzenden Informationen. 12. die mittels schmaler brauner Lederstreifen in sechs Segmente unterteilt sind. auf das beidseitig eine weiße. Die Männerkopfbedeckung. wobei nur der Kopf sichtbar war. der Schirm mit einem einzigen Stück.Wahrgenommene in bildlichen Darstellungen umzuleiten. Die komplette Innenseite der Kopfbedeckung ist mit einer roten Papierschicht beklebt.

Unter den Blütenblättern befindet sich der Rest einer kleinen dunkelbraunen Feder. 77. Der hintere Teil hat einen breiten. 1982.-14. Möglicherweise dienten die Schlaufen zur Befestigung von Halbedelsteinen. 73. Fig. 2. Der Spalt des Seidenbezugs am Hinterkopf lässt vermuten. Vergleichbare Kopfbedeckungen sind auch auf den Wandmalereien der Höhlen von Dunhuang / Mogao dargestellt161. Ein darauf aufgenähtes rundes Seidenstück bildet mit zwei angebrachten Schlaufen den Abschluss. Shatzman Steinhardt 1990/1991. Die Kopfbedeckung aus Cagaan Chanan ist sehr ähnlich der Kopfbedeckung. Die Kanten des Schirms waren mit schmalen Lederstreifen eingefasst. L. Bündel rot gefärbter Haarbüschel schmücken die Mitte des Nackenschutzes und die Mitte der Kappe. und zwar ist es die vom vierten Kaiser Öljeitü Temür (1294-1307) getragen wird. nachdem sie über viele hundert Jahre der Öffentlichkeit nicht zugänglich im Kaiserpalast lagen. Auf dem höchsten Punkt der Kopfbedeckung ist meist ein großer runder Halbedelstein befestigt. Komaroff / S. Diese Malereien wurden erst wieder in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts bekannt. Von den Bändern ist nur eines vollständig erhalten. auf der zusätzlich sechs blütenförmige mit Leder eingefasste Seidenstücken appliziert sind. Die Kopfbedeckungen der mongolischen Kaiser haben ein gewölbtes Kopfteil und eine schmale Krempe. Fig. so dass eine Überlappung der einzelnen Seidenstücke ausgeschlossen ist. Volksrepublik China geborgen werden: Wenwu. Jahrhunderts. Sie geben wichtige Anhaltspunkte für die Datierung des Hutes von Cagaan Chanan. die in Ohrenhöhe zu beiden Seiten der Kappe sowie seitlich auf dem Nackenschutz aufgenäht waren. Wesentliche Hinweise zur Datierung der Kopfbedeckung liefern Vergleiche mit den Porträts der mongolischen Kaiser und Kaiserinnen des 13.der Seidenstücke vorgeben. angesetzten Nackenschutz. die im Pekinger Kaiserpalast aufbewahrt wurden. Verziert war die Kopfbedeckung ursprünglich mit vier violett farbigen Seidenbändern. 162 Shen Zongwen 1992. 212. 24. Carboni 2002. 439. 160 48 . Fig.1 161 N. dass der Hut viel getragen wurde und sich mit der Zeit der Kopfform des Trägers angepasst hat160. Der Nackenschutz ist an zwei Seiten mit je zwei breiten sehr dünnen Lederstreifen beklebt. Da ist einerseits ein 1280 datiertes Bild von Liu Guandao mit dem Titel „Khubilai auf der Jagd“162 und andererseits ein 1330-1332 Ein archäologisches Vergleichsobjekt in gutem Erhaltungszustand konnte in einer yuan-zeitlichen Grabkammer bei Zhangxian. Von chronologischer Bedeutung sind nicht zuletzt auch zwei festdatierte Bilder mit entsprechenden Darstellungen. die auf dem yüanzeitlichen Kaiser-Porträt abgebildet wurde. Der runde Kopfteil ist meist aus vier oder sechs Teilen zusammengenäht.

Allein die Bildzeugnisse machen hinreichend deutlich. durch die der Faden jeweils dreimal durchgeführt wurde.-14. wie die Kaiserporträts zeigen.-14. sondern war an einem Ende an einem Gebrauchsgegenstand angebunden. Auch auf yuanzeitlichen Kaiserbildern sind vergleichbare Perlenketten an Kopfbedeckungen und Schmuckstücken abgebildet. Pro Durchgang werden zwischen den Hauptperlen jeweils drei kleine Samenkapseln der sibirischen Kiefer aufgenommen und der Faden durch die anschließende Hauptperle geführt. Watt / A. Dafür spricht 163 164 J. Samen der sibirischen Kiefer. dargestellt sind. alle Herrscher Krempen an der Kopfbedeckung. Wardwell 1998. Nach Khubilai jedoch hatten. Oben wurde erwähnt. Wenn wir versuchen wollen.datiertes Bild (Mandala) mit dem Porträt des mongolischen Yüan Kaisers Tuγ Temür (13291332)163. der insgesamt in drei Durchgängen durch Hauptperlen verläuft. Die Kette aus Cagaan Chanan wurde dreimal gefädelt und besteht aus verschieden farbigen opaken und transparenten Glasperlen. dass auf den Porträts der mongolischen Kaiser die Kopfbedeckungen von Činggis. 49 . Ögedei und Khubilai noch keine Krempe hatten. Somit entstehen zwischen den Perlen. B. Die Kette ähnelt in ihrer Machart und Form den Ketten. Solche Kopfbedeckungen haben ihren Ursprung mutmaßlich in der Zeit von Khubilai. dass die Funde von Cagaan Chanan in die Yüan-Zeit datieren. 10 a. drei parallele Perlenstränge mit insgesamt neun Perlen. Jhs. so hilft uns der Vergleich unserer Kopfbedeckung mit den Darstellungen auf den Kaiserporträts. Möglicherweise wurde diese Kette nicht allein als Schmuckstück verwendet. Auch auf mehreren Steinfiguren des 13. Fig. 95-99. Auf den Porträts der mongolischen Yüan Kaiser wie auch auf den persischen Miniaturen der Mongolenzeit sieht man unterhalb der Hutkrempe eine Kette164. Auf all diesen Bildern sind die gleichen Kopfbedeckungen dargestellt. Alle Perlen sind auf einem einzigen rotorangefarbenen Faden aufgezogen. fünf großen Perlen einer inhomogenen Masse und einer roten Koralle. Gray 1976. einen genaueren Zeitraum innerhalb der Yüan-Zeit zu bestimmen. sondern dass diese Kaiser noch die traditionelle Kopfbedeckung der Nomaden trugen. Eine vergleichbare Kette fand sich auch im Felsspaltengrab von Cagaan Chanan. Jahrhunderts in der Ost Mongolei sind solche Ketten an der Kopfbedeckung dargestellt. 21. die auf mongolischen Steinfiguren des 13.

Das obere Pelzkleid hat jedoch die Haare nach außen. dass er durch das Sonnenlicht an diesem Tag nichts sehen konnte. Die Aufkunft der Hutkrempe gibt einen brauchbaren terminus ante quem non.eine interessante Legende im ”Yüan-shi”: „In früheren Zeiten hatte die Kopfbedeckung der Mongolen keine Krempe. Kutten. in jedem Fall aber einen sicheren Terminus ad quem. Kapuzen und Pelze. sie tragen aber Tuniken aus Bukeran oder Purpur oder Baldachin. auf der rechten durch drei Verschlüsse zusammengehalten. Pelzröcke jeder Art werden nach demselben Muster gemacht. An sonnigen Tagen und an Tagen. ist aber vom Gesäß an offen und hat einen Rockschloss. „keine Mäntel. Nacagdorž 1999. an denen es viel geschneit hatte.1410 calAD (2 Sigma). war das Licht für die Augen zu grell.Probe (Menschenknochen) von Cagaan Chanan.u. Datierung). 50 . So kam er mit viel Beute nach Hause zurück. Mäntel (Deel) Über die Tracht der Mongolen erfahren wir aus den zeitgenössischen Reiseberichten. an die Čimbai die Krempe angenäht hatte. Eines Tages kam Khubilai von der Jagd mit leeren Händen zurück und sagte zu seiner Frau Čimbai. Die verheirateten 165 Nach Š. auf der linken Seite werden sie durch einen. die nach Khubilai an der Macht kamen. und auch auf der linken Seite sind sie bis zum Ärmel geschlitzt. Gestützt wird dieser Zeitansatz durch eine C14 . die wie folgt gestaltet sind: Von oben bis unten sind sie geschlitzt und vor der Brust verdoppelt (ante pectus duplicantur). Am Morgen hat Khubilai die Kopfbedeckung. Darum tragen auch die Yüan Kaiser. aufgesetzt. Tuγ Temür (1329-1332) und Rinčenpal (1332) Krempenhütte und Mäntel in gleicher traditioneller Machart. Die an der Universität Erlangen / Nürnberg datierte Probe (Erl-3311) ergab: 599+/38 bp bzw. der bis auf die Knie nach rückwärts reicht. Von diesem Hintergrund ließe sich der Hut von Cagaan Chanan in die Zeit zwischen 1294 und 1332 datieren. wie Öljeitü Temür (1294-1307). Khaisan Khüleg (1307-1311). Ayurbalbada (1311-1320). Da hat Čimbai an seine Kopfbedeckung in der gleichen Nacht eine Krempe angenäht. dass ihr Schnitt bei den Männern und unverheirateten Frauen der gleiche ist. Auch diese Datierung weist tendenziell in die jüngere Yüan-Zeit (s. Da hat er sich bei seiner Frau bedankt und seitdem haben alle Soldaten solche Krempen an den Kopfbedeckungen“165. sagt Carpini. „Sie gebrauchen“. 1301 . 54-55.

Solche Frauengewänder wurden 2005 aus einer Felsspaltenbestattung im Ort Ich Nartyn Čuluu im Dornogov‘ Ajmag in der Mongolei zutage gefordert. nicht von der männlichen unterscheidet. die anderen beiden nach rechts gebunden. 1. Gjuzal’jan / M. 169 K. 25-26. Die Frauen tragen länge Gewänder mit weiten Ärmeln. Bajar 2000. 16-21. 173 Xiang Chunsong 1983. L. 5. Solche Gewänder sind u. eben der Grabherrin getragen worden sind. 5 Vols. Erdenebat /S.-14 Jahrhundert neben Pelz. Vol. Tokyo: Heibonsha 1980-1962. das vorn geschlitzt ist und das man auf der rechten Seite zusammenbindet. 125-26. 40-46. dass die Türken ihre Kleider links zusammenbinden. der Yulin-Grotte in Anxian168 .T. eine Lederhose und sowie gut bearbeitete Lederstiefel. Gansu sowie auf persischen Miniaturen169. Über die Tracht der verheirateten Frau schreibt er: “Am Tage nach der Hochzeit rasiert sich die junge Frau den Schädel von der Mitte des Kopfes bis zur Stirn. Sie trägt dann ein weites Kleid wie eine Nonnenkutte. 78-80. Kaogu Yu Wenwu 2000. obwohl sie ursprünglich wohl von der gleichen Frau. 11-12. 5. Über die mongolenzeitliche Malereien in der Mogao Höhle siehe: Dunhuang Institute for Cultural Relics. 31. Einer war nach links. Darin unterscheiden sich nämlich die Tataren von den Türken. Links schließende Mäntel sind auch auf Mongolendarstellungen persischer Miniaturen172 sowie auf mongolischen Kuppelgrabmalereien der Yüanzeit173 zu beobachten. D’jakonov 1965. doch überall weiter und länger. Chürelsüch 2007. 264. Tabl.Frauen tragen eine sehr weite. Erdenebat 2006. die Tataren aber immer rechts“166. Außer der links schließenden Seidenrobe von Ich Nartyn Čuluu ist noch eine weitere links schließende. 332-359. Darüber hinaus fanden in diesem Grab eine Kopfbedeckung aus Birkenrinde. dass die Mongolen im 13. bis zum Boden reichende Tunika. Ipsiroglu 1964. 48. Leder und Filz sowie einheimischen Wollstoffe ebenso importierte Stoffe aus Wolle und Seide zum Nähen ihrer Kleidung benutzten170. abgesehen von ihrer größeren Länge. Die Aufschläge der drei Gewänder sind unterschiedlich. 171 D.M. dargestellt auf den buddhistischen Malereien der Mogao-Grotte in Dunhuang167. dass die Tracht der Mädchen sich. die vorn geschlitzt ist“. 167 166 51 . Dabei zeigte sich. Togo Bakuko Kutsu (The Mogao Grottes of Dunhuang). 170 U. 67-71. Rührdanz 2005.a. Liu Hengwu 2000. 172 M. Nach M. Rubruk bestätigt. gut erhaltene Robe aus dem reichen mongolischen Kindergrab von Chirchira171 bekannt. Dort fanden sich zwei Seidenroben und ein längerer Mantel aus Schaffell. Feddersen 1941. 168 U.. Abb. Hu Lingui 1998. Tafel 4.

Mit dem Aufstieg der Mongolen erlebten auch ihre Bekleidungsgewohnheiten eine erhebliche Verfeinerung, was auch von den Zeitgenossen zur Kenntnis genommen wurde. So bemerkt z. B. der chinesische Gesandte P’eng Ta-ya: „Ihre Kleidung ist nach rechts umgeschlagen und hat einen eckigen Kragen. Früher war sie aus Filz, Wolle oder Leder; neuerdings ist sie aus Hanfseide oder aus goldgestrickten (Stoffen). An Farben nimmt man rot, violett, purpur und grün, als Muster Sonne und Mond, Drachen und Phönix“174. Der Überrest eines Seidenstoffes aus dem Grab von Cagaan Chanan (Kat. Nr. 229) belegt, dass die Mongolen zu dieser Zeit prunkvolle Seide genutzt haben. Es handelt sich um das Fragment eines seidenen Textilgewebes aus blauen und goldgelben Seidenfäden in LampasTechnik, bei der das Muster weitgehend durch Zierschüsse in einem Grundgewebe gebildet wird. Mehrere Medaillons mit Innenzeichnung werden durch ein wabenförmiges Muster voneinander getrennt. Der Rand ist so gearbeitet, dass sich eine Blütenform mit 16 Blättern ergibt. Vom umgebenden Bienenwabenmuster sind die Medaillons durch einen ungemusterten Rand getrennt. Dieser äußere Rand weist an seinem Rand eine doppelte Linie auf. In der Mitte des Medaillons sieht man eine Blüte auf einem Stengel mit mehreren Blättern, die das Medaillon in zwei gleich große Teile gliedert. Seitlich davon sind zwei Tiere (Qilin) dargestellt, die sich mit dem Rücken fast berühren und die Köpfe einander zugewandt haben. Kopf und Ohren sind groß, unter dem Kinn haben sie ein spitzes Bärtchen, der Hals ist kurz und stark. Auf dem Kopf hat das Tier entweder eine Mähne oder wahrscheinlicher ein Geweih. Die Brust ist nach vorne gewölbt, seitlich schließen sich nach hinten gerichtete spitz zulaufende Flügel an. Der Schweif ist lang und dünn und ähnelt dem eines Rindes, die Beine sind gebogen, so als sei das Tier liegend dargestellt. Neben dem Hals und der Hinterhand des Tieres wurde jeweils ein kleiner Kreis dargestellt. Und unter dem Schwanz ist eine quer liegende Schleife ähnlich wie die arabische Ziffer 8 zu sehen. Über der Blume ist ein Mond, daneben ist auf beiden Seiten jeweils ein kleiner Kreis dargestellt, möglicherweise stellen diese Sterne da. Das Seidenfragment ist mit einem Stück Baumwollgewebe per Naht verbunden, wobei es sich um Reste des Innenfutters handeln könnte. In seinem Grundmuster, den „Waben“, der Medaillonform und auch in der Anordnung der Tiere innerhalb des Medaillons weist es starke

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P’eng Ta-Ya / Sü T’ing / P. Olbricht/ E. Pinks 1980, 121.

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Ähnlichkeit mit einem Seifenstoff auf, der mit anderen Textilien in einem Hortfund bei Jininglu/ Innere Mongolei niedergelegt wurde175. Über die Vielfalt der mongolischen Männertracht im Wechsel der Jahreszeiten berichtet Rubruk: „Was ihre Kleidung und Tracht anlangt, mögt Ihr wissen, dass sie aus Cathaia (Nordchina) und anderen Gegenden des Ostens sowie auch aus Persien und anderen südlichen Gegenden seidene und golddurchwirkte Stoffe und Baumwollzeug, die sie im Sommer tragen, bekommen. Aus Russland dagegen, dem Land der Moxel, aus Großbulgarien (an der Wolga), aus dem Land der Baschkiren, d.i. Großungarn, und aus dem Land der Kirgisen, alles Gegenden im Norden, die voller Wälder sind, sowie aus vielen anderen nördlichen Gegenden, die ihnen untertänig sind, werden Ihnen kostbare Pelze aller Art gebracht, wie ich sie niemals in unseren Landstrichen gesehen habe. Mit ihnen bekleiden sie sich im Winter. Im Winter richten sie sich immer mindestens zwei Pelze her, einen, dessen Haarseite auf der bloßen Haut ist, und einen anderen (darüber), dessen Haare nach außen stehen, zum Schutz gegen Wind und Schnee. Zumeist sind das die Felle von Wölfen, Füchsen oder Luchsen. Wenn sie sich in ihrer Jurte aufhalten, haben sie einen anderen feineren Pelz an. Die armen Leute fertigen sich den äußeren Rock aus Hunde- oder Ziegenfellen. Auch Hosen machen sie sich aus Fellen. Die Reichen füttern auch ihre Kleider mit Watte aus Seide, die außerordentlich weich, leicht und warm ist, die Armen füttern die Kleider mit Tuch, mit Baumwollzeug und mit einer feineren Wolle, die sie aus der gröberen herauszuzupfen verstehen. Aus der gröberen stellen sie den Filz her zum Bedecken ihrer Jurten und Vorratskisten sowie auch für ihre Betten. Aus Wolle, der sie ein Drittel Pferdehaare beimischen, machen sie auch ihre Striche. Aus Filz fertigen sie ferner Sattelunterlagen und Regenmäntel, so dass sie also viel Wolle verbrauchen. Damit habt Ihr eine Vorstellung von der Tracht der Männer“176. Zum Schnitt der mongolischen Oberkleider/Mäntel bemerkt der Chinese Sü T’ing: „Ich, T’ing, habe mir (ihre Kleidung) einmal näher angesehen. Sie ist genau so geschnitten wie unser altes Kultgewand. Eigentlich gibt es nur einen unteren Kragen. Er ist genau wie der Kragen des Taoistengewandes bei uns in China. Wenn (P’eng Ta-ya) mit dem, was er den eckigen Kragen nennt, den viereckigen oberen Kragen gemeint hat, so wird dieser doch (nur) von den Chinesen hergestellt. Der Tatan-Herrscher, seine Minister und andere höher gestellte

Zhao Feng 1999, 191; Die Seiden ähneln in ihren Dekorationen und technischen Besonderheiten auch yüanzeitlichen chinesischen Seidenstoffen, die 1976 bei Ausgrabungen im Gebiet von Jininglu, Innere Mongolei, zutage kamen: Köke qota 1987, Abb. 108, 110. 176 Rubruk / F. Risch 1934, 57-59.

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Personen haben ihn nie getragen. An den Hüften legt man das Kleid ganz dicht in unzählige feine Falten. Vom chinesischen Kultgewand, das nur zwölf Falten hat, (unterscheidet sich das Gewand) der Tatan lediglich darin, dass es viel mehr Falten hat. Außerdem nehmen sie rote und purpurne Seide, drehen daraus Schnüre und binden sie um die Hüften. Sie nennen sie Hüftschnüre. Damit wollen sie nämlich, dass beim Reiten durch das feste Umwickeln der Hüften (das Gewand) weit absteht. Das ist überaus prächtig anzusehen“177. Tabelle 4: Die altmongolische Gräber mit Resten von Oberbekleidung
Fundort 1 2 3 4 5 6 7 Archangaj, Batcengel, Gurvan Modot, Gr. 2 Chentij, Delgerchaan, Buchyn Chošuu, Gr. 1 Chentij, Delgerchaan, Rašaan Ders, Gr. 1 Chentij, Delgerchaan, Ustyn Am, Gr. 1 Chovd, Darvi, Bulgan Chošuu, Gr. 1 Dornod, Chölönbujr, Ölzijt, Gr. 1 Dornod, Gurvanzagal, Cagaan Čuluut, Gr.3 Kat.Nr. 2 59 80 88 101 120 125 ♀ ♂ ? m ? ? w ? w Fundlage Im Bereich der linken Hand Nicht dokumentiert Im Körperbereich Auf der Brust Auf dem Kopf Nicht dokumentiert Im Kopfbereich aufgesetzt Im Körper Was Eisenplatte einer Rüstung Drei gut erhaltene Seidenmäntel Reste einer Kleidung aus Textil Reste einer Kleidung aus Textil mit Kupferknopf Reste einem Seidentuch Reste der Kleidung aus Textil Reste einer Kopfbedeckung aus Stoff mit Metallbesatz Reste eines Mantels aus der grünen Seide, mit Seidenfaden befestigte Bronzeknöpfen Reste einer Kleidung aus brauner Seide, mit vegitabelim Dekor Textilfragmente einer grünfarbigen Kleidung Mit einem Textilen Gesichtsschutz Seidenfragmente mit Doppelsaum Textil- und Lederfragmente Reste eines blaufarbigen Mantels und weitere Textilfragmente Reste einem Seidentuch

8

9 10 11 12 13 14

Dundgov’, Delgerchangaj, Chaan Uul, Gr. 2 Ömnögov’, Manlaj, Char Argalant, Gr. 1 Övörchangaj, Bogd, Baga Tevš, Gr.1 Övörchangaj, Bogd, Ich Gazar, Gr.1 Övörchangaj, Charchorin, Baga Arcat, Gr. 2 Övörchangaj, Charchorin, Baga Arcat, Gr. 3 Övörchnagaj, Charchorin, Maamuu

131

w

Zwischen den Oberschenkeln Unter dem Oberkörperbereich Am Kopf Nicht dokumentiert Nicht dokumentiert Nicht dokumentiert Am Kopf

136 137 138 140 141 144

w w ? ? ? w

177

P’eng Ta-Ya / Sü T’ing / P. Olbricht/ E. Pinks 1980, 121.

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15 16 17 18 19

Tolgoj, Gr.1 Selenge, Chongor, Buural, Gr. 7 Süchbaatar, Erdenecagaan, Chovdyn Enger, Gr.1 Töv, Altanbulag, Altanceceg, Gr.1 Ulaanbaatar, Chan Uul, Züün Boginy Am, Gr.1 Uvs, Züüngov’, Saran Tolgoj, Gr. 1 Bajan-Ölgij, Ulaanchus, Alchamyn Chavcal, Fels-Gr. 1 Chentij, Dadal, Tüchnen, Fels-Gr. 1 Dornogov’, Chatanbulag, Checüü Uul, Fels-Gr.1 Ömnögov’, Nojon, Cagaan Chanan, FelsGr.1

159 177 184 199 204

w ? w m ?

Im Beckenbereich Auf dem Oberkörper Nicht dokumentiert Unter dem Kopf Unter dem Kopf Am rechten Arm Unter den Becken Am Kopf Am Oberkörper

Reste einer Kleidung aus Pelzwerk Reste einer Kleidung aus Textil mit bronzenen Knöpfe Seidenfragment Reste einer Kleidung aus Textil Textilfragmente Reste der Ärmel eines Mantels aus Seide mit vegitabilem Dekor Reste einer Kleidung aus der rotfarbigen Seide, mit Lammfellfütterung Eine Kopfbedeckung aus Pelzwerken Reste der blauen Textilmantel Reste der Kleidungen aus Fell Eine Kopfbedeckung aus Seide und Papier, Reste der anderen Bekleidung aus Textil mit Wollenfütterung

20 21

212 215

? w

22 23

223 229

? m

Nicht dokumentiert Nicht dokumentiert

Einige der von zeitgenössischen Berichterstattern aufgeführten Besonderheiten der mongolischen Kleidung, wie die „unzählige(n) Falten an den Hüften“ oder das „Festbinden der Kleidung mit den Hüftschnuren“ sind auch archäologisch belegt, so in einem Grab von Buchyn Chošuu (Kat. Nr. 59). 2003 wurden aus einem beraubten Grab in Buchyn Chošuu im Chentij Ajmag unter anderen drei Seidenmäntel geborgen. Sie sind alle auf die gleiche Weise aus einem oberen Teil mit zwei längen Ärmeln und einem weiten Rockteil mit zahlreichen feinen Falten zusammengesetzt. Die Roben sind nach rechts umgeschlagen und an der rechten Seite mit Hüftschnuren aus Seide festgebunden. Zwei der drei Mäntel waren aufwendig aus edelsten Materialien / Textilien gefertigt und teilweise mit Goldstickereien versehen. Nach der Restaurierung konnte man feststelle, dass es sich um sogenanntes „lampas Gewebe“ mit goldenen "nasij" Streifen aus der Yüan-Periode handelt178. In den letzten Jahren sind mehrere
178

Eine genauere Beschreibung dieser drei mongolischen Mänteln aus dem Grab Buchyn Chošuu gibt Oka Ildiko „Three mongolian Coats from the 13-14th Century at Bukhiin Khushuu“. In: Archaeological Research in Mongolia. 1st International Conference August 19th-23rd, 2007, Ulaanbaatar/Mongolia.

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ähnliche mongolische Roben von dieser Art hauptsächlich in der Inneren Mongolei gefunden worden179. Fußbekleidung Ein in der Höhle von Cagaan Chanan (Kat. Nr. 229) gefundener Stiefel gibt uns eine Vorstellung von altmongolischer Fußbekleidung. Der Stiefel besteht aus einem dreiteiligen, hohen Schaft aus mittelbraunem Ziegenleder und einer vierlagigen Ledersohle. Die innere Fersenkappe ist mit einem Stück Leder und Birkenrinde verstärkt. Zwischen den einzelnen Schaftteilen des Oberleders ist jeweils ein schmaler Lederstreifen (Biese) eingefügt, der die aufeinander stoßenden Stücke mit einer Naht aus Tiersehnen verbindet. Auch die Stiefel aus anderen mongolischen Gräbern (siehe Tabelle 5) wie auch die in der zeitgenössischen Malerei überlieferten Stiefel sind offensichtlich von gleicher Machart wie der von uns gefundene. Von der Seite gesehen haben solche Stiefel zwei Nähte. Die längste Naht führt vom oberen Rand des Schaftes gerade herunter bis zur Sohle, die Naht beginnt dort, wo der hochgestellte, nach oben bogenförmige, das Knie schützende Teil des Stiefels endet. Die zweite Naht beginnt etwa in Knöchelhöhe und führt vorne über den ganzen Fuß bis auf die gegenüberliegende Seite und endet auf der Innenseite des Knöchels an der langen Naht. Solche Stiefel haben die gleiche Höhe eine spitze Kappe, die Laufsohle ist fingerdick. Vergleichbare Stiefel hat man in Russland, im Grab eines mongolischen Fürsten (13.-14. Jh.) am Berg Okoški, in der Provinz Čita entdeckt180. Reste solcher Stiefel fanden sich auch in einem altmongolischen Steinhügelgrab in Šiveet, Ongon Sum, Süchbaatar Ajmag (Kat. Nr. 178)181 sowie in einem Felsspaltengrab von Chüjten Chošuu, Delgerchaan Sum, Chentij Ajmag (Kat. Nr. 220)182. Die Stiefel aus diesen Bestattungen sind unterschiedlich gut erhalten.

A. Kessler 1994, 161, Figure 106: Unearthed in 1978 from Onggut tombs at Dasujixiang Mingshui, Daerhanmao Mingan United Banner, Collection of Inner Mongolia Museum, Huhehaote; Chengji Sihan 2004, 256-257: Unearthed from Mingshui Village, Damao Banner, Baotou City. – Roben dieser Art sind auch auf zahlreichen persischen Miniaturen sowie in Grabmalereien dargestellt und sind natürlich auch an den mongolischen Steinstatuen bezeugt. 180 D. Bayar 1999, 14, Abb. 14. 181 D. Bayar 1995, 88. 182 G. Menes / L. Bilegt 1992, 155-159.

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Gr. Burchan Tolgoj. 2 2 Chentij.Nr. Ongon. Bömbögör. Delgerchaan. Chatanbulag. 1 7 Chentij. Gr. Der Schaft dieses Stiefels ist aus Leder gefertigt. Archangaj Ajmag seit 7 Generationen überliefert183. Das Leder ist doppellagig und zwischen den Lagen finden sich viereckige mit Leder verbundene Metallplättchen. Dadal. Bogd. 1 5 Süchbaatar. Nojon. 42-45. Fels-Gr. 1 6 Bajanchongor. Chüjten Chošuu. 3 4 Övörchangaj. Fels. FelsGr. Ich Gazar. 4 3 Dornod. 57 . Gr. 61 ♀♂ Fundlage Was m Beim rechten Reste eines Unterschenkel und Lederstiefels über dem linken Füße w Um die Füße Reste von Lederstiefel mit langem Schaften Reste des Lederstiefels 63 125 w Um die Füße 138 178 207 215 220 ? w ? w m Nicht dokumentiert Um die Füße Nicht dokumentiert Bei den jeweiligen Füßen Am linken Fuß Eine Sohle des Lederstiefels Reste des Lederstiefels Reste eines Lederstiefels mit Filzfütterung Weiche Schaffelstiefel mit Filzsocken Reste eines Lederstiefels Reste eines Stiefels aus Filz Ein Lederstiefel 223 ? Nicht dokumentiert 229 m Nicht dokumentiert 183 Kh. Fels-Gr. Dieser Stiefel wurde in einer Familie im Changaj Sum.1 8 Chentij.1 10 Ömnögov‘. Gr. Delgerchaan. Gurvanzagal. Ovgor Cencher. Tüchnen. Tabelle 5: Die altmongolische Gräber mit Resten von Fußbekleidung Fundort 1 Chentij. Gr. Checüü Uul.1 Kat. Delgerchaan. Burchan Tolgoj. Cagaan Culuut. Siveetijn Gurvan Ovoo.Interessant ist die Ähnlichkeit in Form und Machart mit einem Stiefel aus sehr viel späterer Zeit.1 9 Dornogov‘. Cagaan Chanan. Fels-Gr.Gr. Perlee 1975.

Jahrhunderts in der Mongolei Über die Funktion. Form und Typologie des Gürtels bei den turkmongolischen Nomaden im Mittelalter siehe in: V. Jahrhundert datiert. wo sie um 6. Jahrhundert immer häufiger bronzene und silberne gegossene Gürtelbeschläge vor. Aufgrund der Typochronologie der Grabstatuen werden diese Anhänger in das 8. Es ist zwar nur ein Detail. Gürtel sind unverzichtbarer Bestandteil auch der mongolischen (Männer)tracht. Unter den türkenzeitlichen Gürtelbeschlägen sind die sogenannten schildförmigen Beschläge (in der sowjetischen Fachliteratur als „heraldische“ Beschläge bzw. In Zentralasien kommen gegen das 8. Abb. Tracht-und Körperschmuck Gürtel Der Gürtel war zu allen Zeiten ein wichtiger Trachtbestandteil der reiternomadischen Männertracht184. 146-158. Der im allgemeinen aus Bronzemanchmal aus Silberblech gefertigte Gürtel. 117). der andere schlank und herzförmig. Sie sind auch Würdezeichen. Ders. Jahrhundert datiert. dass dieselbe Befestigungsmethode auch beim Gürtelschmuck der Frühawaren sowie bei Beschlagtypen der osteuropäischen Steppen zu beobachten ist. Daneben sind die rechteckigen Blechbeschläge am weitesten verbreitet. in der kazachischen Steppen aber bereits im 4.2.Unser Wissen über vormongolenzeitliche Gürtel der (späten) Eurasischen Nomaden wurde von Cs. dass sich die Anzahl der kleinen Nebenriemen und der Zierbeschläge gegen Ende der Türkenzeit bedeutend erhöht (von ursprünglich vier bis auf sechzehn Stück).N. hing er immer vom Gürtel herab. Das Vorkommen dieser Nebenriemen wird an das Ende des 7. der wohl zu Befestigung von Lederriemen gedient hat. Jahrhundert kennen. 2001b. und 7. Auf die an sich zahlenmäßig weniger bedeutenden zentralasiatischen Gürtelbeschläge und Hauptriemenzungen verweist man gewöhnlich als wichtige Parallele zu den spätawarischen Greifenverzierungen. 184 58 . Erstaunlicherweise sind aus mongolischen Gräbern des 11. Bei den letzteren ist sehr häufig ein kleiner. bis 8. durch den wohl ein schmaler Riemen gezogen war. die andere hingegen leicht geschwungen ist. Ausweis der sozialen Position und auch der sozialen Identität: Der Gürtel abzugeben bedeutet sich zu unterwerfen. Jahrhundert bei den Frühawaren auftreten. Es scheint. Gürtel sind mehr als nur Trachtbestandteil. Kramarovsky 2000.-17. und 7. Balint gut zusammengefasst: „Sofern die Chronologie der Grabstatuen richtig ist. mit dem in der osteuropäischen Steppenarchäologie gebräuchlichen Terminus Beschläge vom Typ Martinovka benannt) am charakteristischen. dass unter den Gürtelteilen auch ein geschnitzter Knochengegenstand vorkommt. und 5. deren beide Enden durch den Riemen geführt und in der Art eines Splintes auseinandergebogen wurden.2. 1991.G. die wir später auch in der und bei den landnehmenden Ungarn im 10.und Pferdegeschirrschmuck wurde mit Hilfe zweier an Rückseite des Beschlags festgelöteter schmaler Bänder befestigt. dass die Zentralasiatischen Greifendarstellungen aus dem 6. buckelförmigen Verzierungen und – noch später (?) – mit Ranken und Palmetten. Dobžanskij 1985. . rechteckiger Durchbruch zu beobachten. bei deren Herstellung – wie heute allgemein angenommen wird – vermutlich auf byzantinische Vorbilder zurückgegriffen wurde. Fallweise finden sich zwei Beschlagtypen. während ähnliche Funde bei den Frühawaren im Karpatenbecken im 6. Letztere hängen offensichtlich mit dem weitreichenden Einfluss der chinesischen Goldschmiedekunst während der T’ang-Dynastie zusammen. Zunächst waren die Beschläge völlig unverziert. Merkwürdigerweise ist die Schnalle am Hauptriemenende nicht bei allen Gürteln erhalten geblieben. M. 247-248. Ders. deren eine Seite gerade. als könnte man hier die Entwicklung vom Gebrauchsgegenstand zum Symbol beobachten: Der reiche trug mehrere Waffen und sonstiges Gut an seinem Gürtel. Jahrhundert auf lokale Vorbilder zurückgehen. Jahrhundert vorkommen“ (Cs. 23. Sie sind aber so selten und ihre Motive sind – abgesehen von den um Jahrhunderte älteren sogenannten Ordosbronzen – den Verzierungen der türkenzeitlichen Gürtelbeschläge so fremd. Der eine Typ ist rundlich oder gedrungen. dennoch verdient es als chronologische (?) Besonderheit erwähnt zu werden. Wohlhabende dokumentieren also Besitztum und soziale Stellung mit ihren vielteiligen Gürtelgarnituren. Wie die Grabstatuen und mittelasiatischen Fresken zeigen. dass es keineswegs evident ist. 81-89. bei denen die Anordnung der verschiedenen Beschlagtypen beobachtet werden kann.1. Jahrhundert. Später versah man sie mit halbrunden. an dem etwas aufgehängt werden konnte. Sie kommen von Tuva über die kazachische Steppe. zeigt sie. Balint 1989. und in das 8. Interessant ist. Bei Ausgrabungen kamen einige glücklicherweise erhalten gebliebene Ledergürtelfragmente zutage. das Kama-und Mitteldnepregebiet und den Nord-Kaukasus bis in das Karpatenbecken vor.

Der Gürtel war aus einer blauen Seide gefertigt und mit einem hellen Stoff gefüttert. Charakteristisch sind die zwei bis drei Bügel aus geschnitzten Knochen zum Aufhängen des Säbels oder des Köchers. Die mongolischen Ledergürtel wurden üblicherweise mit vergoldeten Zierbeschlägen aus Silber oder Bronze in Form einer vierblättrigen Blumenrosette oder Halbmonds geschmückt188. zehn mittelgroßen und vier kurzen gleichschenklig fünfeckigen Blechmarken. dass neben dem Ledergürtel mit Gold-und Silberbeschlägen die Vornehmen es sich leisten konnten. Kramarovsky 2002. 81-86. .80-4. 96.50 cm lang und 1. Auch Gürtelgarnituren aus Knochen (Kat.0 cm. Nr. 59).1 cm lang (Kat. Tokyo.G.5-4. Die erhaltene Länge des Gürtels beträgt 24. 15-16. einer länglichen gleichschenklig fünfeckigen Spitze. Sie lagen im Beckenbereich des Toten. Alle Teile sind aus Bronze und vergoldet. 148. 187 D. 56-58. Nr. 19-30. auch einen seidenen Gürtel zu tragen185. C14 Datierung: GaK-15935 (Gakushuin Universität. Das heißt. ein wichtiges Kriterium mongolenzeitliche Gürteln von vormongolischen unterscheiden zu können.8 cm groß. 15. Nr. Jahrhundert datiert186. sowie vier gleichen Zierbeschlägen in Form einer Blumenrosette oder eines K. 259 (Würdenverleihung durch den Ilkhan). 89-93. Rührdanz 2005. Abb. 212) geborgen worden. Die Reste eines solchen Seidengürtels sind aus einem Felsspaltengrab in Alchamyn Chavcal. Der Dorn oder die Riemenzunge ist gleichmäßig dick und etwa 4.50 cm breit. 74.P. dass die Anzahl der Nebenriemen in der Mongolenzeit deutlich weniger geworden ist. Japan): 870±70 B. 153) gekennzeichnet. Einer dieser Gürtel stammt aus einem zerstörten Grab von Buchyn Chošuu. Das Grab ist durch C14 . Zur Verstärkung war zwischen die beiden Stoffe mit blauem Faden ein weißer Filz eingenäht. Zahlreiche Mongolendarstellungen vor allem in der persischen Malerei zeigen. Gürtelschnallen aus Bronze oder Eisen sind zumeist durch abgerundet rechteckige Rahmen (Kat. 1999. Die von den vornehmen mongolischen Männern getragenen Ledergürtel sind zumeist durch zwei bis vier kleinen Nebenriemen charakterisiert187. 180). Sie bestehen aus einer Schnalle.bisher nur relativ wenige Gürtel mit Metallbeschlägen bekannt geworden (s. Sie sind etwa 2. Nr. 102. Chentij Ajmag (Kat. Bajar 1994. AD 1080.Daten in das 11. 188 Zahlreiche Beispiele des mongolischen Ledergürtels siehe in: M. Abb. 82-83. 58. 186 185 59 . 86-87. Nr. 38) sind belegt. 13-14.9 x 2. 38. Sie sind durchschnittlich 3. Von der Garnitur sind noch 17 Teile erhalten. In der Mongolei wurden bisher nur drei solcher Prunkgürtel aus mongolischen Gräbern zutage gefördert.0 cm bei einer Breite von 3. 71. Ders. West Mongolei (Kat.u).10-6.

157) sind 7 Elemente erhalten. Innerhalb des rechteckigen Rahmens sind fünf rundförmige Fassungen gearbeitet. Die Schnalle ist zweiteilig. in die Türkisperlen eingelegt sind. Die beiden Seiten der Koppelplatte sind unverziert. Die Platte ist reliefverziert mit einem stilisierten Hornornament. Im Zentrum der oberen Der Doppelvajra in Kreuzform (Vajrakreuz) ist wie der einfache Vajra. ein Symbol für Unzerstörbarkeit.-12. Dort befinden sich zwei Löcher für das Riemenbefestigung. 189 60 . Naiman Banner. Liao Dynasy (AD. Sie besteht aus einer rechteckigen Riemenplatte mit Dorn. Dieser sehr wahrscheinliche Zusammenhang könnte eine Datierung des Grabes in die frühmongolische Zeit stützen (10. 55. und damit eng verwandt mit der Swastika. Cheongju National Museum). Die vier gleichen. Eumseong. ihre Außenkante ist mit einem spiralförmigen Muster verziert. dass sie ursprünglich zu einer Kette gehört hat. Dekor und Form dieser Gürtelgarnitur weisen auf eine Verbindung zur Handwerkstradition des koreanischen Groß-Silla Reiches (668-935) und der Liao-Dynastie der Kitan (907-1125) schließen190. davon zwei in einer rechteckigen Form und drei weitere mit abgerindet rechteckigem Rahmen. Munchon-ri. Von einer reicheren Gürtelgarnitur aus einem Grab von Buural Uul (Kat.Datums das Felsspaltengrab von Arcat Del (Kat. Auf dem Becken des Verstorbenen wurden dort vergoldete Silberbeschläge eines Gürtels gefunden. An jeder der fünf Ecken der Spitze befindet sich ein kleines Kügelchen. Der Gürtel hat fünf Bügel/Haken. rosettenförmigen Beschläge ähneln sich sehr stark in ihrem Umriss. Donnerkeil“. Sie waren mit Horn-und Pflanzenmustern aus Gold verziert. Nr. Die Schnalle des Gürtels ist zweiteilig. 60-61 (Belt – gilt-bronze. Hier fanden sich vier Fragmente eines Liederriemens mit Bronzebeschlägen.Doppelvajra189 sowie einem schmalen blumenförmigen Beschlag. deren Vorderseite mit einer Relief eines fliegenden Raubvogels (Falke?) verziert ist. Sie haben je in der Mitte der Rahmen eine Fassung. Buyeo. In eben diese Zeit datiert ist aufgrund eines C14 . Festigkeit und Dauer. rechteckige Gürtelspitze mit abgerundeten Ecken. die Rahmen der schmalen kleinen Beschläge dagegen nur je eine. Bemerkenswert ist die längliche. Die längliche Spitze hat die Form eines abgerundeten Rechtecks. 206). Nr. Diese Perlen sind noch vollständig erhalten. Tongliao City). 190 Unified Silla 2003. Eine Perle war in der Mitte durchbohrt. Unearthed from Nailingao. Die Rahmen der mittleren länglichen Blechbeschläge weisen je drei runde Fassungen auf. welcher mit einem gewölbten Ornament verziert ist. 188-189 (Gold Ornaments of Belt. Chengji Sihan 2004. Die Beschläge sind als frontal ansichtige Tiergestalten gearbeitet. „Diamantzepfer. der einem buddhistischen Vajrakreuz gleicht. 907-1125).).Busosan-sa temple Site. in die ursprünglich Perlen eingesetzt waren. Jh. so dass man eher vermuten konnte. Sie besteht aus einer rechteckigen Koppel mit Dorn und einem reliefierten Einhängebügel. Fig. Buyeo National Museum.

Die Beschläge sind durch zwei Niete und einem rückseitig sitzenden Bronzeblechband befestigt. Ojdov 1984. Màdaro 2007. die schräg zur unteren Mitte verlaufen und durch einen Metallstift befestigt sind. M.V. Nr. Ein weiteres Stück des Gürtels besteht aus einem Riemen mit 43 Bronzebeschlägen mit dazwischen verlaufenden. im Querschnitt dreieckiger Dorn befestigt ist. Russische Archäologen vertraten die Ansicht. Die Beschläge wurden durch zwei Niete mit den rückseitig sitzenden quadratischen Metallblechen befestigt.G. 57-58. Grač / D. 93-95. Jahrhundert datiert worden194. Besonders bemerkenswert ist ein Anhänger in Form eines Käfers. 27. Ein besonderer Fund ist der Gürtel aus einem Grab von Dadart (Kat. Die stilgeschichtliche Datierung und das Radiokarbondatum (s. 202). Zwischen Unterarm und Becken des Verstorbenen fanden sich mehrere goldene Gürtelbeschläge. Dlužnevskaja 1998.G. gekerbten Graten. Von dieser Gürtelgarnitur fanden sich noch insgesamt 32 Elemente erhalten. Kramarovsky. von den Flügeln gehen zwei schmale. Die Gürtelschnalle ist zweiteilig. 181-183. es handele sich hier um den „goldene(n) Gürtel des Jamuqa“193.Hälfte der Beschläge sehen wir einen Tierkopf mit spitzen Ohren in Frontansicht. wie sie von Funden aus der Inneren Mongolei bekannt sind192. Navaan/ D. Kramarovsky 1991.-15. 61 . Vergleichbare Stücke sind auf dem Territorium der Goldenen Horde gefunden und ins 13.o. 191 192 A. Piotrovsky 2000. Charakteristisch für diese Gürtelgarnitur sind 28 gleichartige Aufsätze in Form einer sechsblättrigen Rosette. an welchem ein kleiner. Abb. Auch einige Dekorationselemente dieser Gürtelgarnitur erinnern an Liao-zeitliche Motiven.D.G.) bestätigen so einander. der seitlich durch nach außen spitz zulaufende Flügel eingefasst ist. dass diese Art von Beschläg-Dekor auf eine Verbindung zur Handwerkstradition der unterworfenen Liao schließen lässt195. 170. 193 D. 69. Vergleichbare Fundstücke kennen wir aus Gräbern des 10. zu Seiten der Vorderbeine sind die Hinterbeine dargestellt. 195 M. Savinov/ G. Die Gürtelspitze ist viereckig mit einem dreieckigen Abschluss.-12. Sie besteht aus einem Viereck mit Scharnier. Einige mongolische Forscher behaupteten. 2002. sowie einem ovalen Bügel mit aufgesetzter vegetabilischer Verzierung. 81. 255-273. quergekerbte Grate (Vorderbeine) aus. 63-66. Jahrhunderts in Tuva191. 194 M. A.

den archäologischen Beobachtungen nach. 106. Nr. auf das beidseitig vier jeweils leicht überlappende Streifen aus Seide in unterschiedlichen Webtechniken aufgenäht sind. 159) sowie in Gräbern unbestimmter Geschlechtszuordnung (Kat. Ohrgehänge (Kat. hingegen vom Gürtel herab und enthielten. 136. Am stärksten verbreitet waren vermutlich einfache Seiden.-14. 15.18-22. grüner und blauer Dreiecke aus Textil. 127. 159). gelber. 136. 224). 197 D. Beidseitig verziert ist der Beutel mit fünf Reihen weißer. 31) oder Spiegel (Kat. 106. roter. die außer an der Öffnung mit gelben Seidenfäden zusammengenäht sind und beide Hälften verbinden. Nr. 91-97. Qabturga196) sind entweder aus Stoff oder Leder gefertigt. gelber. Die Taschen waren in der Regel wohl aus Leder gemacht. Die Tasche besitzt ein Trägergewebe in Leinwandbindung. Unter drei Streifen sind jeweils eine Reihe weißer. Nr. braungelber Stoffrest. Nr. 5. Die Erhaltungszustand der meisten Stücke erlaubt keine Klassifizierung. Taschen aus Stoff waren wohl eher für kleinere Gebrauchsgegenstände geeignet wie Kämme (Kat. Nr. Im Beutel befand sich bei der Bergung ein dreieckiger. Doerfer 1963. 15. Die Randbereiche der beiden Hälften sind jeweils mit bräunlichen Stoffstreifen umgeschlagen.oder Ledertaschen ohne Metallbeschläge. Bajar 1999. 127. 224) vor. Abb. 384385. 5. Abb. 229). Nr. Jh. einen Feuerstein und eine Pflanze (Edelweiß) zum Feuerzunder (Kat. Nr. Ledertaschen kommen sowohl in Männer. Die mit Silberbeschlägen verzierten Examplare sind jedoch nicht von ungefähr die bekanntesten Fundstücke aus dem mongolischen „Fürstenkindergrab“ von Okoški (13. roter und blauer nach unten zeigender Textildreiecke eingesteckt und mit gelbem Seidenfaden befestigt.Taschen Die in Grabfunden überlieferten Taschen (mong. Der erste breitrechteckige Taschenbeutel besteht aus zwei Hälften. 31. D. 229). Bajar 1994. Der Beutel war offensichtlich nicht gefüttert. 62 . 229) als auch in Frauengräbern (Kat. Nr. Es handelt sich um zwei kleine Beutel. 16-17. die unter anderem aus Seide gearbeitet sind.(Kat. Der aus zwei Hälften bestehende zweite Stoffbeutel besitzt eine glockenförmige Form mit leicht geschwungener Oberkante.)197. 144. Besonders gut erhaltene Funde von Seidentaschen stammen aus einem Felsspaltengrab von Cagaan Chanan (Kat. 15. die mit der Spitze nach oben zeigend 196 Eine zusammenfassende Beschreibungen zu mongolischen Ümhängetaschen siehe in: G. 90. 90. auf dem Abdrücke von Kammzähnen zu sehen sind.

Ein gleiches gezacktes Ornament zeit auch die Zopftasche aus dem 1924 gegrabenen Grab eines Xiongnu-Fürsten in Noin Ula (Grab 6)198. So 198 S.) dargestellt sind. LI.jeweils mit der Unterkante unter einen aufgenähten Stoffstreifen gesteckt und mit einem bräunlichen Faden aufgenäht sind. Haarnadeln zu tragen. 117-121. Die seitlichen Ränder der einzelnen Hälften wurden mit blauer Seide umgeschlagen und mit blauem Faden zusammengenäht.I. Taf. Batsümber Sum. In ihrer Form gleichen sie Umhängetaschen wie sie auf ostmongolischen Steinfiguren (13. Jh. Tüv Ajmag bei Ausgrabungen ein solcher Seidenbeutel gefunden. Ihre Machart samt den gezackten Verzierungen scheinen eine unter den Steppennomaden seit Generationen überlieferte Tradition zu sein. Als Träger dient ein grobes Leinentextil. Rudenko 1962. XIX. Die Innenseite ist mit gelbem Stoff gefüttert. 63 . Zum Beispiel wurde in den Nojon Bergen. An der Öffnung des Beutels sind feine Nadeleinstiche zu sehen. LII. war nach dem Zeugnis der Gräberfunde bei den Mongolen wohl nicht so verbreitet wie bei den Chinesen und ihre anderen Nachbarvölkerschaften. Tabelle 6: Die altmongolische Gräber mit Tracht-und Körperschmuck / Spiegel Kategorie und Typ der Grabfunde Kapsel Spiegel Kamm Ohrgehänge Fingerring Kette/Perle Beutel/Etui/Tasche Gürtelschnalle / -garnitur Beschlag Schnalle Knopf Schmuck / Metallschmuck Haarnadel Zierbeschläge Männer Frauen Kinder Geschlecht nicht bestimmt Erwachsen ? 5 20 1 2 1 7 1 1 19 2 5 1 2 1 1 15 5 3 5 9 1 1 1 5 2 1 4 4 2 1 2 6 1 1 3 Summe 5 25 10 33 4 28 11 5 8 14 3 7 1 3 1 1 6 1 3 4 Haar-und Ohrschmuck Die Sitte.-14. Bei der Bergung befanden sich Reste eines weißen Pulvers (Medizin?) im Beutel.

Das Grab ist durch zwei Silber-Münzen der Goldenen Horde mit arabischer Münzlegende aus der Regierungszeit von Dschanibek Khan (13421357) frühestens Mitte des 14. Datiert. 92-124. 200. 40-46.)200. Die Münzen lagen am Mund der Toten. H. Haarnadeln gefunden worden. M. 262. Parallel zur Griffkante verlaufen beidseitig drei längliche Riefen. Jh. 131. Sie gehören zu den typologisch unempfindlichen Formen und sind aus sich heraus nicht datierbar. 63. Sie sind aber fast ausnahmslos zerbrochen in’s Grab gegeben worden (Kat. Ders. Qidan Wangchao 2002. 127-136.-G. 229). Abb. . 201 Xiang Chunsong 1983. 228-231. Abb. 15. 136137. Nr. waren ursprünglich wohl im Mund der Toten gelegen. Alter oder Stand allgemein Auch in der Stadtsiedlung sind in Zusammenhängen des späten 13. Jh. Annie Chow 2007.als auch Männergräbern belegt. Das hölzerne Kammfragment aus dem Grab von Cagaan Chanan (Kat. mdl. An einer Haarnadel hatten sich noch schwarzfarbige Haarreste erhalten. 2. wahrscheinlich nach 1357 (758 H. Mitt. Nr. 151. 1999:2.E. Nr. 106. 138. 132-149. die wie es scheint ohne deutliche Präferenzen nach Geschlecht. der Jin (115-1234) und der Xixia/Tanguten (9821227)201. Aohan wenwu 2004. Menes / D. dass der Kamm mit Einlegearbeiten verziert war. 159. 142-143. 127. Abb. 1992:2. 6-9. 52-56. 137. Hüttel. Haarnadeln wie in Karakorum sind sonst meistens aus Funden aus dem süd-mongolischen Gebiet (Innere Mongolei) des Yüan-Khanats (1272-1368) bekannt sowie aus Funden des sinisierten Nomadenreiches der Liao (916-1125). Silber oder Bronze gehören gemessen an der Häufigkeit ihres Vorkommens offensichtlich zu den beliebtesten persönlichen Schmuckstücken (Siehe Tabelle 7). 199 64 . Kamm Kämme als Toilettengerät sind sowohl in mongolischen Frauen. Chengji Sihan 2004.frühen 14. Die Haarnadeln lagen im Kopfbereich der Verstorbenen. 59. 144) ehrer eine Ausnahme199. Piotrovsky 1993. 21. Nei Menggu Wenwu Kaogu 1991:1. Auf der Kammoberseite verläuft in Mitte eine weitere Riefe. was vermuten läßt. Kämme sind in der Regel aus Holz oder Knochen gearbeitet. Bajar 1989. 200 G.bildet der Fund von drei vergoldeten Haarnadeln aus Silber und Bronze aus einem Frauengrab nahe der altmongolischen Hauptstadt Karakorum (Kat. V. 229) besitzt eine einseitige Reihe mit intakten Zähnen. Ders. Vojtov 1990. 89-100. 11-13. Ohrring Ohrgehänge aus Gold.

78 Kat. 305-311. Nr. Nr. Jhs. Nr. Tabelle 7: Die altmongolische Gräber mit Ohrschmuck Gräber 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Kat. Dabei dürfen wir nicht übersehen. 89 Kat. 67 Kat. 178.106 Kat. Nr. 44 Kat. 184). Nr. Nr.-14. Nr. 270. Nr. 203 Dies scheint bereits seit frühnomadischer Zeit typisch zu sein. Nr. 256. 31 Kat. 172. Wang Yao-T’ing 2005b. Tabelle 8). in: K. 6 Kat.getragen worden sind202. Nr. Während sich in Männergräbern Ohrringe in der Regel einzeln finden203. 59 Kat. Nr. Nr. Nr. 42 Kat.11 Kat. 61 Kat. kommen sie in Frauengräbern eher paarweise vor (vgl.vgl. 69 Geschlechtsbestimmung Frau Erwachsen Frau Mann Frau Mann Mann Frau Mann Frau Material Bronze Bronze Silber Bronze Bronze Gold Bronze Bronze Bronze Metall (?) Anzahl 1 2 1 1 2 1 1 2 1 2 Form Fragezeichen mit drei Kügelanhängsel Nicht dokumentiert Fragezeichen mit einer Kügelanhängsel Fragezeichen mit einer Kügelanhängsel Fragezeichen mit einer Kügelanhängsel Fragezeichenförmig Ringförmig Fragezeichenförmig mit einer Kügelanhängsel Ringförmig Fragezeichenförmig an der Anhängsel mit einer TürkisPerle Fragezeichenförmig Fragezeichenförmig mit einer Kügelanhängsel Ringförmig Nicht dokumentiert Nicht dokumentiert Lage Rechts des Schädels Neben dem Kopf Zwischen den Oberschenkeln in einer Stofftasche Rechts vom Kopf Neben dem Kopf jeweils Nicht dokumentiert Auf dem linken Wacken des Schädels Neben dem Kopf jeweils Rechts vom Kopf Neben dem Kopf jeweils 11 12 13 14 15 Kat. Rührdanz 2005. Nr. 75 Kat. 258-263. Nr. 64 Kat. 202 65 . dass einige Ohrgehänge in den mongolischen Gräbern wahrscheinlich absichtlich zerbrochen beigegeben worden sind (so in den Gräbern: Kat.107 Erwachsen Frau Kind Frau Frau Gold Silber Bronze Silber Bronze 1 1 1 1 1 Nicht dokumentiert Rechts des Schädels Neben dem Kopf Bei der linken Hand Neben dem Kopf Sie fehlen auch nicht auf den Malereien mit Mongolendarstellungen aus dem 13. Nr.

Nr.157 Kat. Nr.212 Frau Erwachsen Bronze Silber 1 1 32 33 Kat. Nr.181 Frau Erwachsen Frau Frau Frau Frau Erwachsen Frau Frau Mann Frau Kind Frau Frau Bronze Gold Bronze Gold Silber Bronze Bronze Silber vergoldet Bronze Gold Gold Bronze Metall (?) Silber vergoldet 1 1 1 1 2 2 1 1 1 2 1 1 1 1 30 31 Kat.150 Kat.220 ? Mann Bronze Silber 1 1 Fragezeichenförmig mit einer Kügelanhängsel Fragezeichenförmig mit einer Kügelanhängsel Nicht dokumentiert Fragezeichenförmig mit einer Kügelanhängsel Fragezeichenförmig Fragezeichenförmig mit einer Kügelanhängsel Nicht dokumentiert Fragezeichenförmig mit drei Kügelanhängsel Fragezeichenförmig mit einer Kügelanhängsel Fragezeichenförmig mit einer Kügelanhängsel Nicht dokumentiert Fragezeichenförmig mit einer Kügelanhängsel Nicht dokumentiert Fragezeichenförmig mit einer Lotus dargestellten Kugelanhängsel Ringförmig Fragezeichenförmig mit einer verzierten Anhängsel Nicht dokumentiert Fragezeichenförmig mit einer Kügelanhängsel Neben dem Kopf Am Schläfenbein Am rechten Schläfenbein Zwischen den Steinen Neben dem Kopf jeweils Links des Schädels und rechts der Hüfte Neben dem linken Ellbogen Rechts des Schädels Links des Schädels Unter dem Schädel und auf dem linken Unterschenkel Links des Schädels Rechts des Schädels Unter dem Kopf Neben der linken Schultern Nicht dokumentiert Im Bereich vom Kopf Nicht dokumentiert Links des Schädels Die Ohrgehänge sind in zwei Grundtypen gegliedert.134 Kat.142 Kat. Nr. Nr.125 Kat. Nr.155 Kat.178 Kat. Nr. Nr.218 Kat.184 Kat. dessen Spitze als Fragezeichen geformt ist.163 Kat. und ein 66 .143 Kat. Nr.154 Kat.16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 Kat. Nr.172 Kat. Die meist verbreitete Form (Typ 1) ist so genannte „fragezeichenförmige“ Ohrgehänge mit Kügelanhängsel.144 Kat. Nr. Nr. Nr.151 Kat. Nr. Nr. Nr. Jedes Teil dieses Ohrgehänges besteht aus einem Drahtstiel. Nr. Nr.

206 I.bis drei hohlen Kugeln. Evtjuchova 1965d. 207 L. Jahrhundert in den Nomadengräbern SüdRusslands205. 172) bestehen aus Bronze. Zjablin 1955. Fingerring Die Fingerringe aus mongolischen Frauengräbern (Kat. Sie bestehen aus der Fingerform angepassten Metallstreifen mit darauf aufgelöteten rechteckigen Plättchen. 125. Sie wurden meistens auf der rechten Hand (Kat. 207-208. ein Exemplar (Kat.-17. Nr. Abb. E. Oberhalb der Kugeln wurde manchmal der Stiel bis zur Hälfte mit dünnem Draht umgehüllt.B. Die Grundform der gefundenen Fingerringe ist rechteckig. Abb. 4 204 67 . Chürelsüch 2007. 286. Pletneva 1973.-8. 205 S. die am unteren Rand gelötet sind.V. R. Nr. Südsibiriens206 und der Mongolei207 bekannt.A.P.A.L. 95. Derartige Ohrringe waren seit dem Anfang des zweiten Jahrtausends bei den eurasischen Nomadenvölkern sehr verbreitet204. Auf diesen Plätchen sind gerundete Fassungen angebracht. L. 49. Evtjuchova 1957. Erdenebat / S. Danilov 1981. 17. 147.A. 121. 40. 102. G. Tabelle 8: Verteilung der Ohrringe nach Geschlecht Mann Ohrringe Fragezeichenförmig bezeichnete (Typ 1) mit einer 4 Kügelanhängsel mit zwei bis drei Kügelanhängsel Ringförmig (Typ 2) 2 Nicht dokumentiert 11 2 Frau Kind GeschlechtsSumme zuordnung nicht bestimmt Erwachsene ? Mal Prozent 1 3 19 (57. 15. Sie waren vor allem bei den Mongolen besonders lang in Mode. Ähnlich geformte Ohrringe sind schon seit dem 7. 33.1% 24. in die ursprünglich wohl Schmucksteine.A. P.5 %) 2 (6%) 4 1 8 63.V. Konovalov/S. N. FedorovDavydov 1981. 159) aus Kupfer. 72. 172) getragen. 231. Es handelt sich um eines der charakteristischsten mongolischen Kopfschmuckteile des 11. die meistens aus einem einfachen ringförmig umbogenen Bronze-Drahtstiel besteht (Siehe Tabelle 8). Chamzina 1970. L. Nr. vermutlich Halbedelsteine eingelegt waren. Jahrhunderts. E. Abb. Imenochoev 1992. Kenk 1982.5% 1 5 1 2 12. Kovyčev 1984.V. U. Kyzlasov 1986. 332-359. 125.4% Den Typ 2 vertreten die sogenannten ringförmigen Ohrringe.A.

dass die zeitgenössischen Beobachter auf die genaue Beschreibung der mongolischen Frisur sehr viel Mühe verwendet haben. Sie wurden aus Silber (Kat. sondern sie setzt auch politische Zeichen. Für sie gilt diese nicht nur als 68 .2. Es gibt auch mehrere Beispiele für die gleiche Bedeutung der männlichen Frisuren im unmittelbaren zeitlichen und räumlichen Umkreis der mittelalterlichen Mongolen. Überreste der Haartracht Eines der wichtigsten. 141. Nr. Es ist daher nicht verwunderlich. Knöpfe Bei den Knöpfen waren zwei Arten in Gebrauch. 88. Nr. Perlen Außer der perlenbesetzten Beschläge der Boγtaγ-Kopfbedeckungen enthielten einige der Gräber noch Perlschmuck in Form von Amuletten. Am häufigsten kommen die aus zwei halbkugeligen Hälften zusammengesetzten Ösenknöpfe aus Bronze (Kat. 120. Martyniouk nennt als rigoroses und bekannteste Beispiel den langen Haarzopf unter der mandschurischen Qing-Dynastie (16361911). 45. 60) angefertigt. Ketten. 125.Kleiderschnallen Kleiderschnallen kommen in den mongolischen Gräbern sehr selten vor. Nr. zu verschiedenen runden bzw. röhrenförmigen Typen gehörend. 215) vor. 46) wurden am Hals blätterförmige zerbrochene Amulette aus Kupfer gefunden. Die Haartracht ist nicht nur von historisch-ethnographischer Bedeutung. Ihn zu tragen waren alle Untertanen unter Androhung der Todesstrafe verpflichtet. 220) sowie Knotenknöpfe aus Seidenstoff (Kat. So diente sie oft bei den fernöstlichen Völkern als bekennendes Zeichen der Zugehörigkeit zu bestimmten Staatsgebilden und der Loyalität gegenüber bestimmten Herschaftsbildungen. A. 19) oder Bronze (Kat. dazu einzelne Perlen. Die Perlen sind meistens aus Glaspaste. In den einigen Kindergräbern (Kat. Nr. 199. archäologisch indes nur selten nachweisbaren Trachtelemente bildet die Haartracht. 177. 131. Sie bestehen aus einem einfachen rechteckigen oder runden Rahmen mit Dorn. Die Amulette werden vermutlich auf die Kleidung genäht oder an Ketten und Bändern um den Hals getragen.3. 1. Nr.

38-39. Über die mongolische Frisur berichtet im Jahre 1221 Chao Hung: „Hinauf bis zu Činggis und herab bis zu den Leuten seines Volkes haben sie alle (den Kopf) zur p’o-tsiao-Frisur rasiert. Einen entscheidenden Beitrag zu Erklärung der Namen dieser Frisur lieferte der belgische Gelehrte A. 119. 211 P’eng Ta-Ya / Sü T’ing / P. 215 A. die (Haarbüschel) an den beiden Seiten fasst man zu kleinen Zöpfen („Hörnern“) zusammen und lässt sie bis auf die Schultern herabhängen“209. Olbricht/E. 212 Carpini /F. Mostaert 1927. sibilger) geflochten. Jurčenko 2002. Khubilai und Temür. Diese flechten sie zu Zöpfen. 147-156. erstere wurden zu runden Zöpfen (mong. Pinks 1980. Ögedei. Den (Haarbüschel) über der Stirn schneidet man. Martyniouk 2002. Ebenso lassen sie an den Ecken des Hinterkopfes die Haare stehen. Jurčenko215. 69 .identifiziertendes Erkennungsmerkmal einer bis dato unbekannten Ethnie. Sie hat Ähnlichkeit mit den drei Haarbüscheln. Ähnlich beschrieben wird die mongolische Haartracht auch in den Reiseberichten von P’eng Ta-Ya211 und Carpini212. 54-56. Außerdem schriftlichen Quellen läßt sich aus den Darstellungen der orientalischen Miniaturen und Malereien sowie ost-mongolischen Steinstatuen ein klares Bild der Frisur mongolischer Männer gewinnen: Der Kopf wurde teilweise rasiert. Rubruk beschreibt die Haartracht noch detailierter: „Die Männer rasieren auf dem Kopfscheitel ein Viereck aus und rasieren dann von den vorderen Ecken dieser Platte einen Streifen über die Naht des Hirnschädels bis zu den Schläfen. Risch 1934. – Grundlage neben Schriftquellen sind bildliche Darstellungen von Činggis Khan. Bajar214 und A. Pinks 1980. die man hinter die Ohren band. die sie hoch bis zu den Ohren zusammenknoten“210. dass an beiden Seiten des Kopfes und vorn in der Mitte über der Stirn die Haare stehenbleiben (mong. 213 A. Bajar 1995a.G. 210 Rubruk /F. 214 D. auch die Schläfen rasieren sie und den Hals bis hinauf zur Nackenhöhle sowie die Stirn vorn bis zur Fontanelle. und zwar so. 208 209 A.G. Mostaert213. 59. Chao Hung /P. Olbricht/E. wenn er etwas länger geworden ist. die man bei den chinesischen Kindern auf dem Kopf stehen lässt. 63-68. über welcher sie einen Haarbüschel stehen lassen. Risch 1930. sondern auch als Zeichen der politischen Zugehörigkeit zum Mongolischen Imperium208. kürzer. der bis auf die Augenbrauen herabfällt. während das Haarbüschel in der Mitte lose in die Stirn fiel. keküli). 252-257. Weitere wichtige Beiträge zu diesem Thema verdanken wir D. 69.

hätte er da nicht dem Leben des Jungen Unheil gebracht. Als ihm erwidert wurde. Aber von Not und Hunger getrieben. Jetei und Jelme um das Verdienst stritten. sagten Jetei und Jelme: >Wenn wir nicht gewesen wären. 58-59 (§56): „Aqa min-u Čiledü kei ögede kekül(i)-jen keisümüser keger γažar-a kegeli-ben ölösümüser büligi. ging Qargil Šira von der Tatar als Flüchtling davon. Als die Mutter schrie: >Er bringt den Jungen um!<. in den Türwinwel am Bett an der Westseite. 17 (§56): Mongolisch in Geheime Geschichte /B. mit dem Messer. Nama-ji güjižü güjičežü sibilger in-ü barižu kituγai žuγuluγsan γar in-ü tatažu kituγai ese aldaγsan bögesü Žetei. Sie holte Qargil Sira ein. tun können? Er hätte dem Leben des Jungen Unheil gebracht. 217 Geheime Geschichte /B. Jetei und Jelme. vernichteten und niedermachten. angelangt wäret?< Als sie ausgeredet hatten. 216 70 . Hier ist von einer seitlichen Haarflechte die Rede218. Taube 1989. Da kam Tolui von draußen herein. lief Altani mit ihr zusammen hinaus. ihr hinterher. 218 Geheime Geschichte /M. Hinsichtlich der Namen für Haarschopf und Zöpfe ist auch § 214 der Geheimen Geschichte bedeutsam217. als zweite Deichsel für Boroqul. Altani ügülerün: Min-u daγun ese sonosuγasu ta ker irekün bülege. Boroquls Frau. als sie so getötet wurden. seine seitliche Haarflechte packte und seine Hand mit dem Messer zurückriß. Želme γurban kögün-ü amin aburaγsan žuldu temečeldügesü Žetei. klemmte das Kind unter seine Achsel und ging hinaus – im Gehen tastete er nach seinem Messer und zog heraus. Ügülen baraγasu Žuldu Altani-jin bolba. 605-612 (§214): “Basa ebüges ečige-ji baraγsada ösiten kisiten Tatar irgen-i doraidaγulžu ösül ösen kisal kisan Tatar irgen-i čiγun-dur uližu ülidgen kidaqui-dur alaγdarun Tatar-un Qargil-Sira oγurcaγ bolon γarču žici jadažu ölösčü orožu irežü eke-dür ger-te orožu sai erigülsün biju bi kegežü sai erigülsün bögesü tende saγu kegegdežü hörenežü iseri-jin alaγun-a üzügür-e saγužu büküi-dür Tului tabun nasutu γadanača orožu irežü ziči güjižü γarču odun büküi-ji Гargil-Sira bosuγad kögüken-i suγu-dur(i)-jan qabčižu γarču jabuqui-dur Boroγul-un gergei Altani eke-jin ger-tür dorona saγužu bülege. Žuldu man-u-γai bi-že kegebe. Želme qojar-i kürčü iretele kögün-ü amin-dur qor ülü kürgekü bülege kegebe. Sumyabaatar 1990. half. trat in die Jurte und sagte zur Mutter (Hö‘elün): >Ich bin ein Bettler<. Doch als er wieder hinausrennen wollte. Sie erschlugen gleich dort den Qargil Šira von den Tatar mit dem Beil. als wir die Tatar-Leute. weil ich ihm nachlief. das Beil gepackt. sie am Achsstift messend. Geheime Geschichte / M. Želme qojar muqular qara hüker želen alažu büküi-dür Altani-jin daγun-dur Žetei. ergriff von hinten seine seitliche Haarflechte. stand Qargil Šira auf. Wie wird er seine beiden Haarflechten einmal auf seinen Rücken werfen. fiel das Verdienst der Altani zu. ihn einholte. ehe ihr beiden. Altani. Taube 1989. Edöge ker ele qojar sibülger(i)-jen nigente aru deger-jen oγorču nigente ebür-gen degere oγorču nigente uruγsida nigente qoinaγsida ker ele kižü odumui“. und mit der anderen Hand packte sie die seine. kam er zurück. wie wird er das jetzt machen!“216. er möge sich dort hinsetzen. wenn wir nicht schnell herbeigelaufen wären und ihn getötet hätten – was hätte Altani. einmal auf seine Brust werfen. Žetei. Als sich Altani. setzte er sich in die äußerste Ecke. Boroγul-un gergei Boroγul-dur nögege kilγun bolon Tului-jin amin-dur tusa bolba”. Eke qailažu kögün baraba kegeküi-lüge Altani udaγaraldun güjižü γarulčažu Гargil-Sira-jin qoinača güjičežü sibilger in-ü barižu nögöge γar(i)-jar(i)-jan kituγai žuγulun büküi γar in-ü barižü tataqui-luγa kituγai-ban aldažuγui. eine Frau. das Leben des Jungen gerettet zu haben. die Fäuste rot (vom Blut). wenn er ein Bettler sei. nie hungerte sein Magen in der Steppe. das Leben Toulis zu retten“. Sumyabaatar 1990. ließ er sein Messer fallen. Želme qojar süke barižu nudurγasi-jan hulaγadažu güjüžü irežü Tatar-un Гargil-Sira-ji süke-ber kituγai-bar mün tende alažuγui.Andeutungsweise wird auf die Haartracht in Paragraph 56 der „Geheimen Geschichte der Mongolen“ angespielt als die Mutter des späteren Činggis Khan über den Verlust ihres Bräutigams Čiledü klagt: „Mein älterer Bruder Čiledü – nie wehte sein Haarschopf gegen den Wind. Als sie sie zurückriß. Rache nehmend und Vergeltung übend. Da hatte Boroquls Frau Altani in Mutters Jurte an der Ostseite gesessen. 150-151 (§214): Und als wir das haßerfüllte und feindselige TatarVolk niederwarfen. Nördlich der Jurte schlachteten Jetei und Jelme ein hornloses schwarzes Rind für die Verpflegung. Ger-ün ümere Žetei. Želme qojar ügülerün: Man-i ügei bögesü ötör güjüžü-kürčü ese alaγasu Altani eme kügün jakin bülege. fünf Jahre alt. Das Verdienst ist unser!< Altani sagte: >Wenn ihr meinen Schrei nicht gehört hätte – wie hättet ihr kommen können? Wenn er das Messer nicht hätte fallen lassen. einmal nach hinten. Auf Altanis Schrei kamen Jetei und Jelme herbeigerannt. mit der er das Messer zog. einmal nach vorn. das unsere Ahnen und Väter getötet hatte.

Die Ausrüstung und Bewaffnung mongolischer Krieger im 13. Eine naturwissenschaftliche (C14 ) Untersuchung ergab für das Grab von Chüjten Chošuu ein Datum von 320+/-70 bp bzw. noch ihre traditionelle Frisur „Keküli . Pinks 1980. die ursprünglich hinter den beiden Ohren des Verstorbenen gebunden waren.Sibilger“ trugen und so auch noch am Vorabend der Mandschu-Herrschaft ihre Verstorbenen auf die gleiche Weise bestatteten wie in den Jahrhunderten zuvor. Chudjakov 1991. sibilger) gefunden. 172. 154-157. Diese Zöpfe sind dreifach geflochten und mit denselben Haaren zusammengebunden. Bazarsüren 2000. Jh. Spuler 1965. Ders. Chudjakov 1991. Ju. Über mongolische Kriegführung siehe in den zeitgenössischen Berichten: Carpini /F. Die Zöpfe waren noch 17-28 cm lang erhalten und messen in der Breite 4-5 cm.4. 244-269. Olbricht/E.S. 373-387.F. Nr.und Bildquellen kennen.2. Gorelik 1993. Nr. 212-227. 53-56. Risch 1930. Zusammenfassende Beschreibung in der modernen Literatur: R. 220 219 71 . So sind in den Felsspaltengräbern von Cagaan Chanan (Kat. M. 160-182. L. 149-155. Nemerov 1987. Radiokarbondatierung (GaK-14709) eines Holzstückes dieser Bestattung. 163-208. 13159. Jahrhunderts bevor sie unter die Herrschaft der Mandschuren kamen. Ermolov 1987. Pinks 1980. 183-191. länglich-blattförmige eiserne oder knöcherne Pfeilspitzen. 55-59. M.Diese Haartracht ist bei den Mongolen auch bis zum späteren Mittelalter im archäologischen Befund der mongolischen Gräber belegt.V. V.V. P’eng Ta-ya/Sü T’ing/P. Die Untersuchung wurde im Labor der japanischen Gakushuin Universität. 188-206.V. 149-179. Tokyo durchgeführt. Ž. Platten oder Lamellen der Panzerrüstung sowie einschneidige Säbel mit Scheide (Siehe Tabelle 9).-14. 1987. gemittelt höchstwahrscheinlich also eine Datierung in die Mitte des 17.B. Gorelik 1983. 1400-1850 calAD. Im Grab von Chüjten Chošuu wurden gut erhaltene Haarflechten (mong. Kiselev/N. Wir nehmen an.Ja. 229) und Chüjten Chošuu (Kat. Damit ist dieses Grab die bisher jüngste der bisher bekannten Felsspaltengräber in der Mongolei219. Ju. 95-167. W. 220) Überreste der Haartracht dokumentiert. 1. dass die Mongolen bis zur ersten Hälfte des 17. 165. Waffen sind zumeist nur in Männergräbern beigegeben: Charakteristische Waffenbeigaben sind geschnitzte Knochenversteifungen eines Reflexbogens. in den archäologischen Funde siehe in: S. Olbricht/E. Swietoslawski 1994. Es handelt sich hier um ein eindeutiges Beispiel mongolischer Männerhaartracht wie wir sie aus den Schrift. Bewaffnung Die Waffenbeigabe ist in den altmongolischen (Männer-) Gräbern von zentraler Bedeutung220. Jhs. Bogenfutterale oder Pfeilköcher aus Birkenrinde.S. Chao Hung/ P. Merpert 1965b. 174. 306-325. 179. Grousset 1975. B.

In den mongolischen Gräbern mit Steinschüttung des 13. Doch unterscheiden sich die in den mongolischen Gräbern des 11. Jahrhunderts fanden sich fast ausschließlich nur die Knochengeschnitzte Versteifungen eines Reflexbögen (Siehe Tabelle 10). v. Die Mongolen benutzten mehrere Arten von Bogen. Zwei Typen sind vertreten: solche mit länglichen mittig frontalen Griffstücken und solche mit kurzen Endaufsätzen mit eingeschnittenen Kerbungen die Sehnenschlaufe.-14. Chr. Der Reflex kombiniert die schon oben erwähnten Materialien in idealer Weise: die „zugfeste“ Sehnenmasse an der Außenseite. 72 .Chr. Jh. Holz als Trägergerüst und das druckfeste Horn (meist aus Knochen gefertigt) auf der Bauchseite des Bogens.Tabelle 9: Waffenbeigabe in altmongolischen Gräbern Kategorie und Typ der Grabfunde Pfeilspitzen Bogen Köcher Bogenfutteral Platte/Rüstung Hacke des Köchers 6 Männer 16 6 14 2 1 1 2 Frauen 5 Kinder 1 Erwachsen 14 1 6 ? 4 3 5 Summe 40 10 27 2 1 7 Bogen Der Bogen hat als Waffe und Jagdgerät in der Mongolei eine sehr alte Tradition. Jahrhunderts in der Mongolei gefundenen Bogengfragmente von jenen der Xiongnu-Zeit dadurch. Durch das Herumziehen der Wurfarme zur Bespannung erreicht der Bogenkörper schon eine große Vorspannung und steigert das Energie-Speicherungsvermögen dadurch beträchtlich221. die archäologisch bis in die Zeit der Xiongnu (3. die durch aufgeklebte Sehnen gehalten wird. Der Belag hält diesen Vorspannung erzeugenden Reflex dann perfekt und steigert Elastizität und Schnellkraft sowie Bruchsicherheit.-17. deren Holzträger eine Rundung zum Rücken hin haben. Die 221 H. von denen der Reflexbogen der stärkste ist. Zu dieser Gruppe gehören alle Bogen in Kompositbauweise. In den Gräbern sind ausschließlich Reflexbogen vertreten.Jh. Eckhardt 1996. dass sie zu einer kleineren Art von Bögen mit geringerer Lamellenzahl gehören. 60-61. n.) zurückverfolgt werden kann. – 3.

4-2. B. 123.1 114 123 157 206 Bei der rechten Hand Neben dem linken Oberschenkel parallel zur rechten Sargwand. 34 cm. L. Nr. Fels-Gr. Gr. Bulgan.Nr. Buural. CogtOvoo.1 Bulgan.8 cm 0.6 cm stark 1 2 3 4 5 6 7 Dornod.8 cm stark L. 22 cm. Baga Baavaj. Ich Bajany Aguj. Gr. Form und Größe dieser Knochenversteifungen lassen auf einen Bogentyp schließen. Kerulen. Gr. Gr. Fels-Gr. 214. B. Čojbalsan. Chölönbujr. 0.7-2. Ögöömör Uul. 79. denn man fand auch Bögen. 48. Fels-Gr. 3 Selenge. 108.5 cm Erh L. Die in den internen Grabungsberichten als unbestimmt beschriebenen Gräber sind aber aufgrund ihrer spezifischen Beigaben höchstwahrscheinlich ebenfalls als Männergräber anzusprechen (siehe Tabelle 9). 1 Ömnögov‘. Chudjakov 1991. B.5-2. B. Bömbögör. 5 Bajanchongor. Fels-Gr. Gr. 157. 1. 1 Kat. 228) belegt. Arcat Del. Tabelle 10: Nachweise von Bögen in altmongolischen Gräbern Fundort Bulgan. neben der rechten Hüfte Nicht dokumentiert Nicht dokumentiert Nicht dokumentiert 8 9 10 214 221 228 Zerstörte Reflexbogen Zwei knöcherne Endstücke Zerstörte Reflexbogen Die Bögen sind in Männergräbern (Kat. Jamaa Gol. 17 cm.0 cm stark Erh.S. 221) sowie in Gräbern unbestimmter Geschlechtszuordnung (Kat. bei denen Knochenplatten lediglich am Griff vorhanden waren. 14 cm. 103 cm.Versteifungen der Bögen wurden anscheinend nicht nur aus Knochen gefertigt. Jahrhundert weit verbreitet war222. Üenč. 222 Ju. 20 Dornod.5 cm. B.6 0. Nr. Ögöömör. B. 1 Chovd. 4 cm.2 Chentij. 1. 2 cm L. 114. 136 cm. 17 cm Erh.7-2. 99-104. 1. 0.1 Chovd. Dund Chanan. 1. 16. Selenge. der in den eurasischen Steppen schon im 11. 1-2 cm. Chongor. B.4 cm stark L.-14. Chjalganat.7 cm stark L. L.0 cm 0. ChutagÖndör. 2. 206. Delgerchaan. 48 79 108 Lage Am rechten Ellbogen Neben dem rechten Knie nicht dokumentiert Was Beingeschnitzte Griffstück Beingeschnitzte Griffstück Hölzerne Endstücke KnochengriffStücke Beingeschnitzte Griffstück Zwei KnochenGriffstücke Beingeschnitzte Griffstück Zerstörte Reflexbogen Größe L. B.4 cm stark L.5 cm. 0. 73 . Gr. 25 cm.

4.5 cm breit. zusammengesetzte Bogen besteht aus einem mehrteiligen. U. 225 W. die sich auf die Jagd vorbereiten. datieren224. Erdenebat 2001a. Jh. Alle Gräber wurden ebenfalls in das 10. So gibt es einige gut erhaltene Bogenfunde. Umgeben ist der Kern mit aufgeleimten Tiersehnen. mit Sehnen verbundenen bandförmigen Holzkern (erhaltene Länge 114. Das Grab wurde aufgrund typologischer Untersuchungen in das 12. 206) in einem Felsspaltengrab geborgen. bei denen man die volle Länge messen konnte. Die Verbindung der einzelnen Teile erfolgte durch eine Leimung. 101.6 cm breit. und Anfang des 11. Eine ähnliche Konstruktion kann auch für die Bögen aus der Liao-Zeit (916-1125) nachgewiesen werden. dass der Bogen absichtlich zerstört und zerbrochen beigegeben worden ist. Der Reflexbogen fand sich in entspannter Lage im Grab. 113. 183-188. Naturwissenschaftliche Untersuchungen lassen ihn zwischen der ersten Hälfte des 10. 70-71. 226 I.7-2. ist er nicht vollständig erhalten. Aus dem 1018 223 224 Wayne Atex / G. Kyzlasov 1986. in gespannten Zustand ca. Nr. Die beiden Endversteifungen sind 28 cm lang und 0.L. In der Länge misst der Bogen 136 cm. Vergleichstücke finden sich in den Nomadengräbern von Shara Murun (Innere Mongolei)225. Ein Bogenarm ist nur zur Hälfte vorhanden und es fehlt die die für das Spannen eines Bogens unerlässlich Sehne. der am Griff mit einem länglichen Knochenstück und am Bogenrücken mit einer gerillten Hornplatte verstärkt ist. Fairservis 1993.Im Gegensatz zu den Erdgräbern mit Steinschüttung haben sich die Bogen in den Höhlen-und Felsspaltengräbern fast vollständig erhalten. 71-75. Erdenebat / E.A. Einer dieser fast komplett erhaltenen Reflexbogen stammt aus einer Höhlenbestattung in der südlichen Gobi223. Die Verstärkungen in der Griffmitte sind 20 cm lang und 2. 120 cm. Obwohl der Bogen sich in einer ungestörten Lage befand.2-3.7 cm breit. U. 74 . Die Endversteifung mit Einkerbung für die Bogensehne ist 0. die abschließend mit schmalen Stücken Birkenrinde bedeckt sind. Der älteste mongolische Bogen wurde während einer Rettungsgrabung in Arcat Del (Kat. 18-24. Jh. 227 Qidan wang chao 2002. Jh. Der stark gekrümmte Reflexbogen ist völlig mit Birkenrinde umwickelt.5 cm). Die Wandmalerei im Grab eines hochrangigen Qidan im Aohan Banner in der Inneren Mongolei zeigt eine Gruppe von Dienern. Fig.-11. 81-89. Der schwach gekrümmte. Russische Fedöration). datiert. Uzun Chaja und Oglachty (Chakassien. Einer von ihnen hält einen derartigen Bogen in der Hand227. Wir nehmen an. Pohl 2005b. Abb. Jahrhundert datiert226. Menes 1995.-13.

75 . Beim schnellen Reiten stehen sie immer auf den Zehenspitzen in den Bügeln – ohne zu sitzen. Diese Fundstücke lassen darauf schließen. dass beim Griffteil zumeist keine dritte schmale Knochenplatte vorhanden ist. Da versammelten sich die Fürsten des Reiches aller Mongolen bei Buqa Sočiγai. 231 P’eng Ta-ya/Sü T’ing/P. 138. 232 D. Die hohe mongolische Kunst des Bogenschießens ist in zahlreichen Quellen überliefert.datierten Grab der Liao-Prinzessin von Chen und ihres Gemahls Xiao Shaoju wurden ebenfalls die Überreste eines ähnlichen Reflexbogens und gut erhaltene Bogenbehälter aus bemaltem Holz gefunden228. fünf Jahren einen kleinen Bogen mit kurzen Pfeilen unter dem Arm. Jhs. sogleich auch schon nach rechts zu schießen. und wenn sie erwachsen sind. Daher vermögen sie. Sie waren stärker gebogen und länger als die asymmetrischen Bögen der Xiongnu. 230 V. dass die Bogenfunde aus der ältesten Zeitstufe der altmongolischen Grabkultur. während sie sich nach links umschauen. sie schießen also durchaus nicht nur nach rückwährts“231. Daher liegt ihre Kraft zu acht bis neun Zehnteln in der Fußbiege und nur zu ein bis zwei Zehnteln im Gesäß. tragen sie mit vier. und wuchtig sie wie ein Berg drücken sie auf den Feind. noch mehr den symmetrischen türkenzeitlichen Bögen gleichen. Sie wenden sich im Sattel nach links und drehen sich nach rechts wie Vögel im Flug. Olbricht /E. schlug er ein Lager auf. betrieben sie alle vier Jahreszeiten hindurch die Feldjagd. Pinks 1980. 98. Balint 1989. Die Überlegenheit von Pferd und Bogen bildete für die Mongolen die wichtigste taktische und logistische Voraussetzung für die Eroberung eines Weltreichs230. berichten: „Was ihr Reiten und Schießen anbetrifft. Zeitgenössische Zeugen des 13. Veit 2005. Die altmongolische Inschrift auf dem Stein lautet: „Als Činggis Khan das Sartaγul-Volk unterworfen hatte. Bei den ersteren war auch der Griffteil massiver. die mutmaßlich aus der Zeit um 1224/25 stammt232. 138-149. welche die Stirnseite des Bogens verkleidete229. Das berühmteste mongolische Selbstzeugnis ist die als „Stein des Činggis“ bezeichnete Steinstele. Schnell wie ein Wirbelwind sind sie da. 251. Cs. aber auch von den späteren Bogentypen zusätzlich darin. Die frühmongolischen Bögen unterscheiden sich von den früheren. Cerensodnom 1987. 165. 228 229 Hsueh-man Shen 2006.

124). 50-60. Tabube 1989.V. 128-139. Ž. 109-161. 1996. Ju. Z. 53-57). Nemerov 1987.S. Tabelle 11: Pfeilspitzen in altmongolischen Gräbern Gräber Grundtyp der Pfeilspitze Blattförmig (Typ 1) Mit Mit Mit flacher dreieckiger abgerundeter Schneide Spitze Spitze 233 Mit viereckigem Querschnitt (Typ 2) Dreiflügelig (Typ 3) Yisüngge (ca. Ju. 1994. Das ist er!“ (Geheime Geschichte / M. Chudjakov 1985b. 212-227. 1997. 236 Zu mongolischen Pfeilspitzen aus Holz vgl. Batsajchan / G. bohrte Löcher hinein und gab diese tönenden Pfeilspitzen Temüjin. 134) hergestellt. 122. 50). Uray-Köhalmi 1953. Mongolische Pfeilspitzen sind meistens aus Eisen. im Frühling. der als sich winderer Mangqus geboren ist – er wird Joči Qasar genannt. der anders ist als die anderen Menschen. Ders.S. Von der Form her gleichen sie allgemein den seit dem ersten Jahrtausend in der eurasischen Steppe verwendeten Typen mit Schaftdorn. ein Sohn des Qasar und Kampfgenosse Činggis Khans und später anderer mongolischer Khane: Ögedei (1187-1241). 234 In § 195 der „Geheimen Geschichte der Mongolen“ wird erzählt über außergewöhnliche Schießtechnik eines mongolischen Kriegers: „Wenn er schießt und den Bogen stark spannt. Ders. 41-44. Bazarsüren 2000. Ders. Menes 1995. Ders. Medvedev 1966a. 188-206. ein geringerer Anteil aus Knochen (Kat. In den archäologischen Funden kommen hölzerne Pfeilspitzen nicht vor236. 104-125. Ders. 1956.V. Swietoslawski 1994. siehe in: S. 1270) war ein Neffe Činggis Khans. W. 76 . 1190-ca.Ja. Ders.). 1999. Pfeilspitzen gehören zu den wenigen typologisch und chronologisch empfindlicheren und darum mit Abstrichen datierbaren Beigaben in altmongolischen Gräbern (s. „Geheime Geschichte der Mongolen“ (§ 116): „Danach. Kiselev 1965. 87-96. 45-71. Taube 1989. Kiselev/N. Spinei 1996. 96-114. 335 Klafter234 sind ungefähr 713 Meter! Pfeile / Pfeilspitzen Die am häufigsten in den mongolischen Gräbern auftretenden Bewaffnungszeugnisse sind die Pfeile. tauschte sie ein gegen Temüjins Qodoli-Pfeile mit einer Zypressenholzspitze – so schossen sie abermahls Freundschaft.und bei einem Schießwettkampf schoss Yisüngge233 mit dem Bogen 335 Klafter weit“. leimte Jamuqa die beiden Hornspitzen eines zweijährigen Rindes zusammen. entstand der Stein bei der Siedlung Charchira. Chudjakov 1991. Merpert 1965b.F. die zum Herrschaftsgebiet des Fürsten Yisüngge gehörte (S. A. Die in den mongolischen Gräber in der heutigen Mongolei vorkommenden Pfeilspitzen vertreten drei Grundtypen (siehe Tabelle 11). Möngke (1208-1259) und Khubilai (12151294). 1966b. 55-59. 235 Über die allgemeinen Begriffe des mongolischen Pfeiles siehe in: K. Erhalten sind aber einige Pfeilschäfte aus Holz. als sie mit ihren Holzbögen schossen. Nr. Auf diese Weise besiegelten sie zum zweiten Mail ihre Schwurbrüderschaft“ (Geheime Geschichte / M. Pfeile wurden zu verschiedenen Zwecken verwendet und dementsprechend haben sich zahlreiche zweckgebundene Typen von Pfeilspitzen entwickelt235. V. Er. schießt er über eine Strecke von neunhundert Klaftern.F. Zu Typologie mongolischer Pfeilspitzen des 11-17 Jh.u. V. Wie es Sergej Kiselev bestätigte.

Nr. Nr. Nr.5%) 7 < (+?) (5. 202 Kat. 153 Kat. Nr. 192 Kat. 214 Kat. Nr. 50 Kat. Nr. Nr. 163 Kat. Nr. 156 Kat. Nr. Nr. 131 Kat. Nr. Nr. 157 Kat. 114 Kat. 67 Kat. Nr.8%). Nr. 127 Kat. Dreiflügelige Pfeilspitzen (5. 204 Kat. 103 Kat. 123 Kat. 162 Kat. Nr. Nr. 122 Kat. 23 Kat. 94 Kat. 58 Kat. Nr. 48 Kat. 220 Kat. Nr. Nr. Nr. Nr. Nr. 97 Kat. 151 Kat. Nr. Nr. 116 Kat. Nr. Nr. Nr. Nr. 59 Kat. Nr. 212 Kat. 93 Kat. 164 Kat. Nr. 224 Insgesamt 4 (Stücke) 1 2 1 2 4 3 3 1 1 1 1 3 2 1 4 3 1 3 2 1 3 ? 6 2 1 1 1 1 1 1 3 1 1 3 3 3 4 2 1 1 2 1 1 1 1 1 2 1 1 6 ? 2 1 ? ? ? 1 1 1 1 3 1 4 1 1 1 15 < (+?) 4 3 75<(+?) 18 < (+?) 108< (87. Nr. 126 Kat. 79 Kat. Nr. Von den Sonderformen ist der so genannte 77 . 167 Kat.Kat. Nr.6%) Vorherrschend sind die blattförmigen Pfeilspitzen vom Typ 1 (87. 206 Kat. 136 Kat. Nr. 186 Kat. Nr.6%) und solche mit einem viereckigen Querschnitt (6. Nr. Nr. 90 Kat. 108 Kat.8%) 8 < (+?) (6. 43 Kat. 134 Kat. Nr. 101 Kat. Nr. Nr. Nr. Nr. Nr. 196 Kat. Nr. 180 Kat. 91 Kat. 42 Kat. 199 Kat. Nr. Nr.5%) wurden in der Mongolenzeit weitaus seltener verwendet.

ungeteilte Federn verarbeitet“ (H.0 cm.81. 239 D. Zur Radialbefiederung wurden immer halbierte.7 cm) ein kugelförmiges Knochenstück (L. Die aus dem Felsspaltengrab von Arcat Del (Kat. 212). 0. Radiokarbondatierung (GaK-15935) eines Holzstückes dieser Bestattung. Wahrscheinlich benutzte man diese Pfeilspitzen aus sehr viel früherer Zeit als Elemente einer Halskette oder eines Amuletts239. Uray-Köhalmi 1943.25) mit drei Löchern auf.und Rindenstreifen befestigt sind. 75). sind für schwere Pfeile starke Schwanz-oder Schwingenfedern größerer Vögel erforderlich.1 cm Länge. am Kiel gespaltene Federn verwendet. Während leichtere Pfeilschäfte auch mit kleineren Federn gut fliegen. Eckhardt 1996. Das Grab wird an den Anfang des 11. 240 „Bei Befiederung wird nach Lage der Federn (am Schaft) hauptsächlich zwischen Radial-und Tangentialbefiederung unterscheiden. Sie bewirkt auf dem ersten Flugabschnitt eine Stabilisierung des noch schwingenden Pfeiles. 238 237 78 . Bemerkenswert sind originale Reparaturstellen an acht Pfeilen. Sein Schaftende weist knapp hinter der eisernen Spitze (L. 47-48. Insgesamt fanden sich 19 Pfeile mit Holzschaft. 1. In wenigen. Tokyo durchgeführt. Jahrhunderts datiert238. 134). Pfeile von 75 cm . B. so dass nur die Pfeilspitzen herausschauten. Steffen 2005. so dass Flatterbewegungen des Pfeiles erst gar nicht K. Nicht jede Feder ist für eine gute Befiederung geeignet. Besonders brauchbar sind steife. 206) stammenden Pfeile fanden sich in einem Birkenrindenköcher. harte Federn. Erdenebaatar 1996. Flug-und Treffsicherheit eines Pfeiles hängt von einer guten Befiederung ab. imeskel) auf. besonders glücklichen Fällen haben sich in den Gräbern ganze Pfeile erhalten. B. im weiteren Verlauf des Fluges eine geradlinige Ausrichtung und beim Auftreffen ein möglichst schwingungsfreies Eindringen in das Ziel.„singende oder pfeifende Pfeil“ nur einmal belegt (Kat. dreikantigen Bronze-Pfeilspitzen im Felsspaltengrab von Alchamyn Chavcal (Kat. Die Pfeile weisen alle eine spiralförmige rot-braune Bemalung unter einer Radialbefiederung240 mit je drei Halbfedern (mong. dass im Fluge für ein durchdringendes Geräusch des Pfeiles sorgen sollte237. 115. 8. Nr. 1. tangential dagegen nur ganze. 46-51.75 cm. Nr. wonach die hölzernen Schäfte nach dem Brechen wieder zusammengefügt und mit einer harzartigen Masse verklebt worden sind241. 241 A. 15 davon aufgesteckten Pfeilspitzen aus Eisen in verschiedenen Formen. Die Untersuchung wurde im Labor der japanischen Gakushuin Univerisität. Die Pfeile steckten bei der Bergung noch mit dem befiederten Ende im Köcher. Eher eine Ausnahme bildet wohl auch der Fund von drei durchborten. Nr. die jeweils an den von der Federfahne befreiten Kielenden am Holzschaft durch Umwickeln mit Sehnen.

dass die Mongolen im 11. 245 Zu Typologie mongolische Köcher siehe in: V. Nr. Bei Pfeilen. Ju. 160) oder eines Pfeilköchers (Kat. Weiße Adlerfedern wurden von den Mongolen höher geschätzt als die dunkleren243. hauptsächlich die Schwanzfedern gesucht.S. Sie wurden in der Regel in Männergräbern beigegeben. P. Vier Mal sind eiserne Haken eines Bogenfutterals (Kat. im Gegensatz zu den krummen Flügelfedern. In den mongolischen Gräbern befanden sich die Pfeilköcher zumeist an der linken Seite des Bestatteten. Vjatkina 1969. 101. 246 Über mongolische Begriffe des Köchers siehe in: K. 219-220. Bazarsüren 2000. 151) vertreten. 29. Ž. 243 242 79 . Bei den Mongolen werden bis heute am häufigsten Adler-oder Geierfedern verwendet. 293-297. 30-32. Köcher Archäologische Funde aus der Mongolei belegen.S. Teil). der 1720-1774 Sibirien bis an die Grenzen der Mongolei erwandert und erforscht hat. Ž. Daher sind wohl auch viele unterschiedliche Namen und Begriffe für jedes Teil und jede Art des Köchers entstanden246. Interessant sind die Angaben russischer Ethnographen über burjat-mongolische Gebräuche der Befiederung. Auch die Farbe war ein wichtiges Auswahlkriterium. Nr. H. die Bogenköcher an der rechten Seite. 126-128. 48. 244 K. 136) oder aus Birkenrinde (Kat. dass die Namen/Bezeichnungen in vielen mongolischen und russischen Grabungsberichten und Publikationen oft falsch verwendet und durcheinander gebracht wurden. – Aber es muss hier betont werden. 199) gefertigt. Bogenfutterale (mong.S. 144. Qucin jirquqatu tayilburi toli 1961. weil sie gerade sind und darum den Pfeil. Uray-Köhalmi 1960. ist die Auswahl der Federn nicht so entscheidend wie bei weittragenden Geschossen242. Nr. sind aber ausnahmsweise auch zwei Mal in Frauengräbern (Kat. Von den Adlerfedern sind nach dem ethnographischen Bericht von P. qorumsaγa) kommen nur in zwei Gräbern vor: sie sind aus Leder (Kat. 139-144. Chudjakov 1991. Nemerov 1987. Eckhardt 1996. Pallas (1741-1811). denn die Federn vom rechten Flügel eines Vogels drehten den befiederten Pfeil beim Flug nach rechts.entstehen.F. während die von linken Flügelfedern befiederten Pfeile dagegen nach links drehten244. Jahrhundert verschiedene Arten von Pfeil-und Bogenbehälter verwendet haben245. 79.V. Die Flügelfedern für Befiederung eines Pfeiles nahm man stets von jeweils gleichen Flügeln.-17. 75-76. die auf kurze Distanzen verschossen werden. Bazarsüren 2000. Pallas 1776 (1. 127) belegt. 139-144. nicht von seiner Bahn ablenken. Nr. Nr.

Jahrhundert. 153. 206. 39.Die Pfeilköcher wurden meistens aus Birkenrinde oder Ulmenholz und sowie aus Leder (Kat. 123) oder Eisenhaken aufgehängt. 145. 206). Ihr unteres Ende ist etwas verbreitert und ihre dem Träger zugewandte Seite abgeplattet. Manchmal waren sie mit Blechoder Knochenbeschlägen verziert. 43. 151. 31. Am besten erhalten ist der Pfeilköcher von Arcat Del (Kat. qobdu) sind stets länglich und im Querschnitt oval (Kat. dass die Öffnung mit einer Abdeckung verschlossen werden konnte. Eine Verschlussvorrichtung ist jedoch in diesem Fall nicht vorhanden. v. Der Köcher besteht aus mehreren Stücken Birkenrinde und ist seitlich mit vier der Länge nach halbierten Stöcken verstärkt (Länge 90. Sie wurden mit Hilfe von kleineren Schnallen aus Knochen (Kat. Marschak 1986. 141. Jahrhunderts248. dessen Enden unter die seitliche Verstärkung eingeschoben sind. B. 248 247 80 . An der linken Seite befinden sich zwei Aufhängevorrichtungen aus Holz mit schlitzförmiger Durchbrechung für die Riemen. Die Bestandteile aus Holz und aus Birkenrinde sind durch Hautriemen miteinander verbunden. 263 (Inthronisation eines mongolischen Herrschers). Rührdanz 2005. 121. 221).0 cm. Le Coq 1913. 125. Die Datierung von Köchern wie Arcat Del bewegt sich in Zentralasien und China im allgemeinen zeitlichen Rahmen zwischen dem 7. 47. Gleiche Köcher kennen wir aus einem Wandgemälde in Bäzäklik247 oder von persischen Miniaturen mit Mongolendarstellungen des 13.-14. Nr. 208. Die Köcheröffnung wird aus einem geschnitzten Holzbogen gebildet. 249 B. Die Form der beiden Typen war in altmongolischer Zeit recht ähnlich. A. 159. Im Köcher fanden sich insgesamt 19 Pfeile mit Holzschaft. Die Pfeile in diesen Köchern wurden mit den Spitzen nach oben verwahrt. Gray 1976. 252 (Eroberung von Bagdad durch die Mongolen 1258). 137. 79. Nr. Den unteren Abschluss des Köchers bildet eine ovale Holzplatte. die sich durch die Form des Futterals und die Verwahrungsart der Pfeile unterschieden. 202. K. 220-223.8 cm). 108. die bei der Bergung mit den Pfeilspitzen nach oben herausgeschaut haben. Taf. 42) angefertigt. Vertreten sind zwei Typen. Nr. während des befiederte Ende im Köcher steckte. Die somit gebildete Schlaufe ist einseitig mit einem Stück Birkenrinde verschlossen. Die Birkenrindenköcher vom ersten Typ (mong. Die allgemeine Form des Köchers gleicht auch den Pfeilköcherdarstellungen auf einem Gefäß in Form eines Reiters aus Mittelasien249. 108. und dem 14. Fig. Breite 14. Zeitgleiche Darstellungen belegen. Nr.

G. ob die Pfeile auch dort mit der Spitze nach oben im Köcher steckten254. 204. 251 250 81 . dass er flacher und breiter. Fig. Abb. verziert mit geometrischen Ornamenten oder mit Pflanzen und Tiermotiven (wie Hase. 529. A. Nr. 224) dienten zur Aufhängung/Befestigung. 301. Tamura/Y. Nr. Savinov /P.S. 91-92. Abb. Wie viele schon in ihrer frühen Entwicklung optimierte Zweckformen sind Pfeilköcher typologisch wenig empfindlich und darum nur schwer zu datieren. Vajnštein 1966b. 167. 203. Fontein / Wu Ting 1976. Le Coq 1925. 64. 136.26. 156. Müller 1913. Abb. 70-71. Darüber hinaus finden sich Paralellen in Grabfunden des Altai252 und der Mongolei253.5. Trifoniv 1987. Nr. 97. Paul’s 1988. 62-63. 74. Jahrhunderts bei allen eurasischen Reiternomaden weit verbreitet. 123) oder aus Eisen (Kat. Fig.A. Fig.S.W. aber auch Köcherdarstellungen auf Figuren und Steinreliefs in einer kaiserlichen Grabanlage der Tang Zeit251. Chudjakov/ V. Manchmal waren auf dem Futteral Knochenbeschläge befestigt (Kat. Pletneva 1981. Pavlov /E. R. 68-70. 101. 102. 204) sowie Eisenhaken (Kat.L. 67. 48. 204). IV. 123.v. Ju. 72. 189-199. 153. Fig. saγadaγ) vom zweiten Typ (Kat. 224) unterscheidet sich von Typ 1 dadurch. Abb. Fig. Pfeilköcher vom Typ 2 sind seit dem 10. 13-14. Kleinere Schnallen aus Knochen (Kat. 99.D. Ju. 99). 13-14. Nr. Fedorov-Davydov 1981. Gavrilova 1965. 254 H. Ju.-17. 127. Abb. Tab. Mjakinnikov 1991.A. 94. Hirsch. Kenk 1982a. 146. 48. Nr. 255 Vergleichstücke fanden sich in den Nomadengräbern aus der Zeit der Goldenen Horde in Süd-Russland (G. Chudjakov 1991. Unbekannt ist aber. 231. H. Die Pfeile wurden anders als beim Typ 1 mit dem befiederten Ende nach oben und mit den Pfeilspitzen im Köcher nach unten gesteckt. 186. 253 W. A. 12. 164. Der Köcher (mong. 186. 119. S. Säbel Außer Pfeil und Bogen gehörte vom 11. das Futteral kürzer ist und im Querschnitt rechteckig. Der Säbel war die charakteristische Nahkampfwaffe der leichten Steppenreiterei. 256 S. 60-66.V. 130. 183-188. Ju. 192. 125. 73-75. 96. Jahrhunderts bei den Lolo in Süd-China. Taf. 94. 82. Koboyashi 1953. Falke und Raubtiere)255. J.den Köchern auf Grabmalereien der Liao-Dynastie250. J. Vergleichsstücke fanden sich in Nomadengräbern von Süd-Sibirien bis zur Südrussischen Steppe256. handlicher Säbel zur Bewaffnung des mongolischen Reiterkriegers. 10. I. D. 215. Taf. Jahrhundert ein leichter. 301. Fairservis 1993. 127.A. 199. I. 153.S.G. 83-103.I. 74. 252 A. Kyzlasov 1986. Chudjakov 1979b. Haussig 1992. Rückläufig lebt die Form noch bis zum Anfang des 20.

an den sich eine bootsförmige Parierstange anschließt. 275 (Hinrichtung). I. Funde.V.-11.M.3 cm. das vermutlich der Umhängung diente. 221. Der Eisensäbel mit leicht gekrümmter Klinge besitzt einen mit Leder umlegten. S. Die Griffkappe fehlt. Die zweiteilige Holzscheide ist mit mehreren Stücken braunen Leders einlagig ummantelt und mit zwei Zwingen aus Eisenbändern versehen. Die Gesamtlänge des Säbels beträgt 90. Chudjakov/V. An der unteren Zwinge befindet sich der Rest eines Lederbandes. Kyzlasov 1999. leicht gekrümmten Spitze hin wird die Klinge zweischneidig. Charakteristisch ist die breite. 258 Ju. Abb. Uzun Chaja im Altai. 129-130. nämlich durch eine vorn. die alle in das 10. Lediglich zur sehr scharfen. Monosov 1996. 255 (Berittene Krieger verfolgen Gegner). werden im Krieg wie im Frieden. bootsförmige Parierstange. Der Säbel wurde durch einen Trageriemen.A. Allerdings sind auf zahlreichen historischen Abbildungen viele Mongolen mit derartigen Säbeln dargestellt worden259. 206). Nr. andere in der Mitte auf der Scheide angebrachte V. vom Ejlig Chem III in Tuva. Grač / D. Nemerov 1987.F. 72. leicht gebogenen und mit Eisennieten befestigten einteiligen Holzgriff. Dlužnevskaja 1998.-14.S. A. Savinov/ G. Chudjakov 1991. die häufig auf den Mongolendarstellungen der persischen Miniaturen aus dem frühen 14. Die mongolischen Säbel können in zwei verschiedene Typen gegliedert werden. Die aus Gräbern geborgenen Säbel wurden ausnahmslos hochrangigen Männern beigegeben und fanden sich meistens an der rechten Seite des Toten. 258 (Höfisches Fest). Die einschneidige Eisenklinge endet in einer sich verjüngenden zweischneidigen Spitzpartie mit abgebrochener Spitze. 257 82 . Jahrhundert bei den eurasischen Reiternomaden üblichen Blankwaffen deutlich ab. Ju. . gerade und einschneidig.L. zum Panzer wie zur Friedenstracht von den vornehmen mongolischen Kriegern ohne Unterschied getragen. 169-199. 264 (Vorbreitungen zu einem Fest). Jene Säbeln.Ungeachtet der großen Bedeutung des Säbels als Waffe und Abzeichen des Reiterkriegers sind bisher nur wenige mongolische Säbel gefunden worden257. Typologisch weichen diese Säbel von den im 10. Der Griff ist gegenüber der Klinge leicht gebogen.Vielleicht wurden Säbel wegen ihres relativ hohen Wertes nicht dem Toten mitgegeben. 46-84. Ein hervoragend erhaltener Säbel vom Typ 1 mit Scheide stammt aus dem Felsspaltengrab von Arcat Del (Kat. Jahrhunderts erschienen. 252-253 (Eroberung von Bagdad durch die Mongolen 1258). 260-263 (Inthronisation eines mongolischen Herrschers). Kočeev / V. Die Klinge des Säbels vom Typ 1 ist lang. Abb.G. Rührdanz 2005. Die Form dieses Säbels ähnelt Säbeln von Baltargan. 259 K. Jahrhundert datiert wurden258. 4.D.

5 cm. 83 . Diese Seitenverdrehung durch Spiegelung ist typisch für reiternomadische Bestattungen vornehmlich der späten Nomaden: Was im Leben rechts ist. 261 S. Beide Seiten der Klinge waren mit eingeschwärzten Gravuren (Niello) verziert. Nr. was allgemein – ähnlich wie bei den Säbeln – mit dem hohen Wert der Rüstungen erklärt wird. Die Parierstange ist breit und rundförmig.V. Die Säbel vom Typ 2 sind massiver als jene Typ 1. Gut erhaltene Seidenroben lassen diese Bestattung in das 13. 59) in Chentij Ajmag geborgen werden. einschneidige Klinge ist breiter und stärker gekrümmt. ist im Tode/Jenseits links und vice versa (Nach H. Dieser Rahmen besteht aus einer 26 cm langen Stange mit zwei Ösen für die Anhängeschlaufe. jeweils 5 cm x 2 cm groß. dass diese Säbel schräg oder fast waagrecht getragen wurden. Nr. Manuskript Issyk-Studien). Vorhanden sind dagegen noch Reste der eisernen Schnallenrahmen der Säbelscheide. dessen Größe 4 cm x 2 cm beträgt. Bajanchongor Ajmag (Kat. Jahrhundert datieren. Der schwach gekrümmte. Weitere vergleichbare Fragmente wurden in den Jahren 1948-1949 während der russischmongolischen Grabungen auf dem Gelände der altmongolischen Hauptstadt Karakorum gefunden261. die jeweils einen laufenden stilisierten Wolf oder Hund darstellen. Hüttel. Panzer/ Rüstung Panzerfragmente kamen nur in wenigen Fällen vor. Merpert 1965. Er hat am Ende ein Nietknopf aus Eisen. zwischen Griff und Klinge ist eine rundförmige Parierstange (Dm. Reste eines weiteren einschneidigen Eisensäbels vom Typ 1 (erhaltene Länge 23 cm) konnten aus einem geplünderten Grab (Kat.-G. einschneidige Säbel mit Scheide ist aus Eisen angefertigt. 7.5 cm und 0.-14.Ja. Die lange. die unmittelbar mit diesem Säbel vergleichen können. Die Bilddarstellungen lassen darauf schließen.Zwingen immer links am Gürtel angehängt260. Weder aus der Mongolei noch aus anderen Gebieten sind weitere Funde publiziert. Der Griff des Säbels ist gerade und 13 cm lang. miteinander verbundenen Zwingen. Kiselev / N. Erwähnungswert ist der Säbel aus einer beraubten Höhlenbestattung von Cagaan Aguj. sowie aus an beiden Rändern angenagelten viereckig-bandförmigen. Wenn gar eine eiserne Platte von 260 Im Grab liegt der Säbel in der Regel auf der rechten Seite.7 cm breit. Die Länge des Säbels beträgt 79. die Klinge selbst ist 66 cm lang und 3. 205). Das hölzerne Teil des Griffes und der Scheide war nicht mehr erhalten.8 cm dick) aus Eisen befestigt. 205. Der Griff ist lang und gerade.

Pinks 1980. 127. ist mit den Händen gewalkt. P’eng Ta-ya/Sü T’ing/P. die bezeugen. Da aber die Mongolen das Pferd nur in Ausnahmefällen ohne Sattel und Zaumzeug bestiegen. findet sich Pferdegeschirr aber auch in Frauengräbern (Kat. Zumeist in Männergräbern mitgegeben. darum besitzt fast jeder Mongole auf dem Land von zarter Kindheit an ein Reitpferd. Das Pferdegeschirr gehört in den mongolischen Gräbern zu einer der bedeutendsten Beigaben. Auch Lanzen und andere Waffen einer schweren Reiterei wurden ebenfalls bis heute in den untersuchten Gräbern in der Mongolei nicht festgestellt. Olbricht/ E. nicht gegerbt.2. 171.einer Rüstung aus einem Grab im Archangaj (Kat. Panzer und Schilde verwendet wurden. so fehlten Schutzwaffen völlig in den altmongolischen Grabinventaren des 11. Die schwersten Sättel kommen noch nicht auf sieben bis acht Pfund (kin).5. Man tränkt es mit Hammelfett. Jahrhunderts in der Mongolei. 84 . 2) nicht gerechnet wird. bis 17. Nr. Der Sattelrand steht vorn hoch und hinten flach. Der Boden ist breit. so dass es durch Regen nicht rissig und brüchig wird. Nr. 170. haben diese Gerätschaften ihre Wichtigkeit bis auf unsere Tage unvermindert bewahrt262.und Bildquellen dieser Zeit. 1. ein Hinweis darauf. dass bei den Mongolen verschiedenen Helme. Uray-Köhalmi 1989. Sattel-und Zaumzeug der mittelalterlichen Mongolen wurden durch zeitgenössischen Augenzeugen immer wieder kunstvoll geschildert: „Ihr Sattel-und Zaumzeug ist leicht und einfach und begünstigt so ein schnelles Galoppieren. 262 263 K. Unsere Kenntnis altmongolischen Schutzwaffen beruht so nahezu ausschließlich auf den Schrift. Daher kann man zu Pferde im Bügel stehen und den Körper ungehindert herumdrehen“263. 215). 207. die Länge erreicht noch nicht vier Knoten. Die Bügel sind rund. so dass die Füße in der Mitte und nicht auf der Seite stehen. Die Breite der Riemen übersteigt nicht einen Zoll. dass die Nomadenfrauen ebenso tüchtige Reiter waren und sein mussten (siehe Tabelle 12). so dass beim Biegen und Wenden des Körpers die Schultern des Pferdes nicht wundrieben werden. so dass die Stiefel an dem Sattel angebunden sind. Pferdegeschirr In den weiten Steppen der Mongolei ist das Leben ohne Pferd auch heute noch undenkbar.

Tabelle 12: Pferdegeschirr und Sattelfunde in altmongolischen Gräbern Kategorie und Typ der Grabfunde Sattelbaum Steigbügel Trense Sattel Die im Laufe des 1. Jahrtausends nach Chr. erfolgten Änderungen in der Sattelkonstruktion können – vor allem aufgrund einiger Funde von Tuva – dank der Erhaltung der Holzkonstruktionen sowie auch verschiedener Bildzeugnisse gut verfolgt werden. Der Sattel der Xiongnu (3. Jahrhundert vor Chr. Bis 2. Jahrhundert nach Chr.) besaß einen kreisbogenförmigen, gedrungenen Sattelbogen und gerade Seitenbretter. Das Aussehen des Sattels war wohl vom Sitzkissen bestimmt, für das die Holzteile lediglich als Stütze dienten. In der alttürkischen Periode (6.-8 Jahrhundert) sind die vorderen Sattelbogen hochgezogen und an ihrem unteren Ende geschwungen. Dadurch werden sie optisch betont, eine Entwicklung, die dann in der Liao-Zeit der Kitan (10.-11. Jh.) ihren Höhepunkt erlebte. Die Seitenbretter der türkischen Sättel waren weniger breit ausgelegt, dagegen gibt es an ihrem unteren Rand – wohl zur besseren Verteilung der Lasten und dem Pferd mehr seitliche Bewegungsfreiheit zu geben – eine geschwungene Verbreitung. Die hinteren Sattelbögen wurden mit der Zeit ebenfalls höher und steil abfallend, wahrscheinlich, um den Reiter besser zu stützen oder wegen des größeren Platzbedarfs für schwere Waffen. Die Sattelbögen waren selten mit Beinplatten oder eisernen Blechbeschlägen, die Ränder mit beinernen Verzierungen versehen. In Kudyrge wurde eine berühmte Beinplatte mit der Darstellung einer Jagdszene gefunden, die an einem vorderen Sattelbogen befestigt war und die im derzeit bekannten Fundgut einmalig ist. Die vorderen Enden der seitlichen Sattelbretter sind breit und kurz, haben dementsprechend keinerlei Funktion, die hinteren dienten – wie verschiedene Darstellungen zeigen – zur Aufhängung diverser Gegenstände264. Der Reitsattel der mittelalterlichen Mongolen war, wie zeitgenössische Augenzeugen übereinstimmend berichtet haben, aus Holz gefertigt und mit Leder überzogen. In den mongolischen Gräbern kommen hauptsächlich drei Varianten des Reitsattels vor. Sie könnten drei verschiedene Entwicklungsphasen des Reitsattels der Eurasischen Reiternomaden aus
264

Männer 4 8 5

Frauen Kinder Erwachsen ? 1 3 7 2 2

Summe 12 13 7

Cs. Balint 1989, 248-249, Abb. 118.

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unterschiedlichen Zeiträumen wiederspiegeln. Sie sind nach ihrer Herstellungsart in allgemeinen sehr ähnlich. Der Sattelbaum besteht aus vier Teilen, nämlich aus zwei Sattelbretter und zwei Zwieselbögen, die durch Nuten und Löcher ineinandergefügt und mit Lederriemchen miteinander fixiert265. Die breiter belassenen Mittelteile der Sattelbäume stoßen in der Mittellinie aneinander, das Rückgrat des Pferdes überdrückend. Es ist bemerkenswert, dass der Reitsattel zumeist in den Männergräbern zumeist als Kissen unter dem Kopf des Toten lag. Der mongolische Reitsattel unterscheidet sich vom alttürkischen Sattel durch seine hochgezogenen vorderen Zwiesel und den nach hinten verlaufende breiten hinteren Sattelbogen. Die Sättel der ersten Variante sind charakterisiert durch abgerundet bogenförmige Sattelbögen. Der vordere Zwiesel ist stets höher als der hintere. An dem vorderen Sattelbogen oder an den beiden Sattelbrettern sind vorne zwei bis drei, hinten vier bis fünf kleine Eisenringe mit einem Eisennagel befestigt. Derartige Sättel wurden schon seit dem 6. Jahrhundert bei den Türken und dann auch bei anderen Eurasischen Nomadenvölkern verwendet. Während allerdings der mongolische Sattel nach hinten flach verlief, war beim türkischen Sattel der vordere Sattelbogen schmaler und fast auf gleicher Höhe wie der hintere hochgebogenen Sattelbogen. Die Sättel dieser Variante sind vor allem in Felsspaltengräbern (Kat. Nr. 136, 206, 208, 213, 215, 228) belegt. Der älteste, gut erhaltene altmongolische Sattel (Länge 47,7 cm, Höhe 26,7 cm, Breite 32,8 cm) stammt aus dem Felsspaltengrab von Arcat Del (Kat. 206) im Bajanchongor Ajmag. Der hölzerne Sattel besteht aus zwei länglichen dem Sitz des Reiters angepassten geschnitzten Schienen (Trachten), die mit einem vorderen senkrechten und einem rückwärtigen schrägen Sattelbogen (Vorder- und Hinterzwiesel) mittels Hautriemen verbunden sind. Die Trachten überbrücken das Rückgrat des Pferdes, so dass es nicht dem Gewicht des Reiters ausgesetzt war. Überzogen ist der Sattelbaum mit einem Stück Leder, welches an seinen Randbereichen mit schmalen Hautstreifen zusammengezogen und an der Unterseite der Trachten befestigt ist. Die Sitzmitte ist vom Lederüberzug ausgespart. An der Frontseite des vorderen Zwieselbogens sind zwei Nietstifte mit Ösen befestigt, in denen Eisenringlein hängen. Bohrungen in den Trachten dienen der Befestigung von Vorder- und
Zusammenfassende Beschreibung über die Sättel bei den mongolisch-türkischen Nomaden siehe in: U. Johansen 1965, 269-285; K. Uray-Köhalmi 1968, 347-358; Ders. 1974, 145-155; S.I. Vajnštein/ M.V. Кrjukov1984, 114-130; K.Uray-Köhalmi 1989, 170-172; E. Petrasch / R. Sänger / E. Zimmermann. /H.G. Majer 1991, 95-168; Ž. Bazarsüren 200, 49-60; R. Edwards 2001.
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Hinterzeug, der Bauchgurte sowie der Steigbügel. Der Sattel dieser Form war stark verbreitet bei den mongolischen Stämmen des 10.-12. Jahrhunderts. Der Reitsattel von zweiten Variante ist charakterisiert durch einen hohen breiten in zwei abgerundeten Ecken ausgebildeten Vorderzwiesel- und einem nach hinten stark geneigten niedrigen Hinterzwieselbogen. Diese Sättel bestehen aus vier Teilen, je einem seitlichen Sattelbrett und einem vorderen und hinteren Sattelbogen, die durch Nuten und Löcher ineinandergefügt sind. Sie wurden mit Leder überzogen und finden sich nicht selten mit kleinen, silbernen oder eisernen Zierbeschlägen oder kleinen Knochennägeln versehen, die als Dekor angebracht sind. Die Vorder-und Hinterzwieselbögen eines Prunksattels wurden mit aufwendig verzierten Sattelverkleidungen aus Gold- und Silber geschmückt. Außerdem sind im Unterschied zum Sattel der früheren Phase die Sattelbretter länger und stärker, wodurch der Rücken des Pferdes weniger belastet wird, sich mithin wohl auch die Reichweite des Pferdes bzw. eines Tageritts erweiterte. Sattel dieser Variante wurden bei den Mongolen im 13.-15. Jh. verwendet (Kat. Nr. 108, 202, 203, 207, 214). Vergleichstücke sind belegt in Nomadengräbern des 13.-14. Jahrhunderts in der südrussischen Steppe, im Altai, in Südsibirien, Transbaikalien sowie in der Inneren Mongolei vor266. In der Mongolei konnte ein sehr gut erhaltener Sattel dieser Variante aus einem zerstörten Felsspaltengrab (Kat. Nr. 214) nahe des Flusses Selenge geborgen werden. Der hölzerne Sattelbaum besteht aus vier Teilen, die durch Lederriemchen miteinander befestigt sind. Der steile, fast nach hinten geneigte, hochgezogene Vorderzwiesel hat einen ziemlich breiten, nach oben abgerundeten Bogen. Der stark nach hinten geneigte Hinterzwieselbogen ist breit und niedrig. Der ganze Sattelbaum war mit dunkelbraunem Rindleder überzogen, sein Rand mit eisernen Reifen gerahmt. Diese Randrahmenfassung war mit Eisennägeln befestigt. Die Nägel haben viereckige oder runde Köpfe. An die hintere Außenseite der beiden Seitenplatten wurden jeweils drei eiserne Gurte in gleicher Weise angenagelt. An der Vorderseite des Vorderzwieselbogens war ein Ring aus Eisen befestigt. Die gesamte Länge des Sattelbaums beträgt 47,5 cm. Der Vorderzwieselbogen ist 31 cm, Hinterzwieselbogen 37,5 cm breit.

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R. Kenk 1982a, 40; E.V. Kovyčev/G.I. Belomestnov 1988, 142-155, Abb. 2-7; W.A. Fairservis 1993, 183189, Pl. 23, Fig. 70; K.Š. Tabaldiev 1996, Abb. 41, 44, 48, 49, 58; B. Anke / M.I. Moskalev / O.A. Soltobaev/ K.Š. Tabaldiev / A. Nierlich 1997, 560-561; D. Bajar 1999, 20-21, Abb. 28-29; M.G. Kramarovsky 2002, 55-56; Chengji Sihan 2004, 252-255; A. Màdaro 2007, 388-391.

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Den mongolischen Sattel der dritten Variante kennen wir nur aus einem Grabfund von Chüjten Chošuu (Kat. Nr. 220). Das Grab wurde durch C14-Daten an den Anfang des 17. Jahrhundert datiert. Der hölzerne Sattel (L. 57,5 cm, B. 24,5 cm, H. 32 cm) besteht aus zwei Trachten, auf die zwei Zwieselbögen mittels Hautriemen montiert sind. Die Randbereiche der Frontseiten des Vorder- und des Hinterzwieselbogens sowie die rausragenden Enden der Schienen sind jeweils mit zwei parallel verlaufenden Reihen aus Knocheneinlegearbeiten verziert. Die Knochenoberfläche der äußeren Knochenverzierung weist Punzmuster auf. Zwischen den Knocheneinlagen sind grün gefärbte Steifen eines in Leinwandbindung hergestellten Wollgewebes aufgeklebt. Die sichtbaren Flächen der Bögen sind jeweils mit einem grün gefärbten Stück Haut beklebt. Abnutzungsspuren am unteren Rand der Trachten in Form kleiner dellenförmiger Vertiefungen, die auf Reibung der Steigbügelriemen zurückzuführen sind, lassen auf eine intensive Nutzung des Sattels schließen. Ähnliche Sättel sind auf Miniaturen des Timuriden Reiches (15.-16. Jahrhundert) in Transoxanien abgebildet267. Dies stützt die Annahme, dass Sattel der Variante 3 die im 15.-17. Jahrhundert bei den zentralasiatischen Reitervölkern verwendete Sattelform repräsentieren. Außer diesen drei archäologisch bezeugten Sattelvarianten kannten die Mongolen noch einen besonderen Lastsattel268. Über Konstruktion und Aussehen dieses Sattels ist aber nichts bekannt, archäologische Nachweise fehlen. In den älteren Grabungsberichten finden sich vereinzelte Hinweise von ein bis zwei „Gurtschnallen“ und von Riemenfragmenten mit Metallbeschlägen. Anscheinend handelt sich dabei um Schnallen für die Bauchgurte oder Schwanzriemen eines Sattels. Die genaue Lage dieses mutmaßlichen Pferdegeschirrs im Grab wurde nicht dokumentiert. Reste von mongolenzeitlichen Brust- oder Schwanzriemen mit Eisenbeschlägen sind in der Mongolei nur in einem Grab (Kat. Nr. 130) belegt. Insgesamt sind 15 Teile geborgen worden. Sie sind alle von gleicher Form: unverzierte abgerundet rechteckige Rahmen. Zaumzeug / Trensen Trensenmundstücke wurden in sieben Gräbern gefunden. Sie waren alle aus Eisen geschmiedet. Die Trense findet sich fast immer am Knie oder neben dem Unterschenkel des

267 268

D.J. Roxburgh 2005, 204-205. Geheime Geschichte / M. Taube 1989, 96 (§ 172).

88

Toten. Vertreten sind drei verschiedene Formen, die typologisch und chronologisch unterscheiden werden können. Vom ersten Typus der Trensen haben wir nur einen Fund, der aus einer in das 10.-11. Jahrhundert datierten Felsspaltenbestattung von Arcat Del (Kat. Nr. 206) stammt. Die zweiteilige Gebissstange (Gesamtbreite der Trense 21,4 cm) besitzt an den äußeren Seiten Doppelösen, wobei durch die inneren Ösen die Knebel (Länge der Knebel 13,7 und 14,7 cm) geführt werden, während die äußeren Ösen der Aufnahme von Lederriemen dienen. Die sförmig geschwungenen Knebel sind im Querschnitt rechteckig und werden zu den Enden hin schmaler. Die Fixierung der Knebel an der Öse erfolgt durch Eisenschlaufen, die in einem Fall abgebrochen und durch einen Lederriemen ersetzt worden ist. Solche zweiteiligen Doppelösentrensen mit s-förmigen Stangenknebeln sind in der Eurasischen Steppe bereits seit dem 6. Jahrhundert v.Chr. bekannt. Sie wurden bis in das 14. Jahrhundert bei den Mongolen verwendet. Dies bezeugt u.a. ein Gemälde des berühmten chinesischen Hofmalers Liu-Guandao (tätig ca. 1279-1300) mit dem Titel „Khubilai Khan auf der Jagd“269. Auf diesem Bild ist Khubilai Khan inmitten einer Jagdgesellschaft auf einem schwarzen Pferd dargestellt. Es ist deutlich zu sehen, dass die Pferde der Jäger mit s-förmig geschwungenen Knebeltrensen aufgezäumt wurden. Die zweiteilige Trense mit runden Seitenringen gehört zu den meist verbreiteten Trensenformen. Trensen dieses Typus sind in 5 Gräbern (Kat. Nr. 57, 130, 180, 192, 199) erhalten. Sie sind jünger als die Trensenzäume mit stangenförmigen Knebeln. In Eurasischen Nomadengräbern Vergleichstücke270. Der dritte Typus von Trensenmundstücken ist vertreten durch eine zweiteilige Gebissstange aus einem Grab (Kat. Nr. 14) vom Ufer des Ačit Nuur im Westen der Mongolei. Die Trense ist aus geschmiedeten Eisen angefertigt und mit „b“ förmigen Seitenknebelringen besetzt. Ihrer Form nach erscheint diese Trense als eine seltsame Mischung aus Doppelring-und Knebeltrensen. Außerdem ist diese Trense massiver als die anderen beiden Formen. Wahrscheinlich datiert der Typ später als die Trensentypen 1 und 2. Eine genauere Datierung dieses Trensentypus ist nach dem gegenwärtigen Forschungsstand allerdings nicht möglich.
269 270

des

10.-14.

Jahrhunderts

finden

sich

zahlreiche

datierende

Wang Yao-T’ing 2005b, 299. R. Kenk 1982a, 36, 40; V.F. Nemerov 1987, 222, Abb.6; Cs. Balint 1989, 250.

89

I. 215) sowie in Gräbern unbestimmter Geschlechtsordnung (Kat.L.K.4 cm) besitzen eine rechteckige Öse sowie eine ausgeschmiedete verbreiterte Standfläche mit Mittelgrat auf der Unterseite. Jahrhundert) und in Zentralasien für die Alttürkische Zeit (6. wie sie auch im östlichen Mitteleuropa für die Frühawaren (etwa 6. Ein ähnliches Steigbügelpaar wurde aus einem 1018 datierten Grab der LiaoPrinzessin Chen und ihres Gemahls Xiao Shaoju in der Inneren Mongolei gefunden273. Abb. Kyzlasov 1973. Jahrhundert datierten Felsspaltenbestattung von Arcat Del (Kat.(Kat. Bazarsüren 2000. die Eisenstäbe sind bei den sorgfältig gefertigten Exemplaren von rechteckigem Querschnitt. Über Steigbügel bei den turkmongolischen Nomaden siehe in: N. 180) vor.F. Sie waren entweder aus geschmiedeten Eisen oder aus Holz angefertigt271. 204. 126-127. Diese Steigbügelform ist bei den Mongolen des 11. 272 Cs. V. Die ältere Form ist charakterisiert durch langohrige oder schleifenförmige Riemenösen. mit der rechten Hand des Toten festgehalten. 118.Steigbügel Steigbügel kommen sowohl in Männer. 24-36. Zwei Hauptformen von Steigbügeln sind in mongolischen Gräbern belegt. Lediglich die Sohle wurde etwas verbreitert.L. Dieses Typus blieb auch in den späteren Jahrhunderten nahezu unverändert. 186. Ambroz 1973.-11. 202. 207.8 und 16.G. 57. 273 Hsueh-man Shen 2006. Nr.P. 127. Abb 6. 249. Jahrhunderts am weitesten verbreitet274. Ž. Ein Steigbügel wurde unterhalb des Körpers zwischen den Oberschenkeln. Kyzlasov 1973. I. In der Mongolei kam ein sehr gut erhaltenes Steigbügelpaar dieser Form in der ins 10. Die zweite Form des Steigbügels hat charakterisiert durch einen dreieckigen bandförmigen Körper mit Riemenöse und angedeutetem geradem Trittsteg. 206). 79. D. Nr. 271 90 . Nr. 199. als auch in Frauengräbern (Kat. 24-36. Diese Form des Steigbügels hat eine geschwungene Sohle. Abb.-8. Sie finden sich in der Regel paarweise und lagen üblicherweise in der Beingegend des Verstorbenen. Balint 1989. Ser-Odžav 1958. A. weswegen auch die ursprünglich seltene Längsrippe an der Sohle später allgemeine Verbreitung fand272. 81-98. 173-183. 108. 47-48.-17. 54-59. Nemerov 1987. 222.6. Jahrhundert) kennzeichnend sind. 59. 274 Derartige Steigbügel sind in verschiedenen Varianten auch bei anderen zeitgenössischen Steppenvölkern bekannt. S. Nr. Nesterov 1988. Savinov 1977. 206). Die beiden unverzierten Steigbügel (Höhe 17.

Nr. Die fast ausnahmslos einschneidigen. Zwei solche hölzerne Steigbügelpaare sind in einem Grab von Jamaa Gol (Kat.2. Nr. 172. 186. Aus der Mongolei ist nur ein Beispiel bekannt: Ein zerbrochenes Hufeisen mit drei Löchern in einem Grab von Bajan Ovoo (Kat. 42. 215) belegt. Es handelt sich um einen hölzernen Stab aus einem unbearbeiteten Ast (Länge 53. Auf dem Holzstab waren noch Reste eines Lederriemens in zweifacher Umwicklung erhalten. 160. 58. 163. 199. Die beiden Enden mit Seil zusammengebunden und die Riemenösen des Steigbügels mit Eisen verstärkt. 153. 107. 43. Uray-Köhalmi 1989. 108. Nur im Grab von Arcat Del (Kat. 183) und Männergräbern (Kat. teils aber auch bei Frost. Peitsche und sonstiges Im weiteren Sinne gehören zur Reiterausrüstung auch Peitsche und Hufeisen. 8. 127. kann anhand dieser Grabfunde doch ein kleiner Ausschnitt aus dem Alltagslebens der mittelalterlichen Mongolen nachgezeichnet werden (siehe Tabelle 13). Sie sind aus einem gebogenen Holz gearbeitet. Obwohl die meisten Fundstücke nur fragmentarisch überliefert sind. 150. 108) sowie in einem Grab auf dem Berg Tüchnen (Kat. 158. 202) gleichermaßen 275 K. 91 . Werkzeug und Gerät Geräte der täglichen Gebrauchs bilden eine typologisch-chronologisch sehr undifferenrte Gruppe. die in Frauen– (Kat. Jahrhundert geborgen werden. Hölzerne Steigbügel werden bis heute in der Mongolei verwendet. Selten finden sich auch Hufeisen in Nomadengräbern. Am erhaltenen Ende befindet sich eine beidseitig angebrachte Einkerbung mit der Durchlochung für einen Riemen. 114.-11. Sie kommen in mongolischen Gräbern sehr selten vor. 59. 136. 182. 1.Auch der Gebrauch von hölzernen Steigbügeln (Kat. 206) konnte glückicherweise eine Reitpeitsche aus dem 10. 215) ist in den mongolischen Gräbern belegt. Nr. 61. 94. 31.6. meist von ärmeren Leuten. Nr.5 cm) mit abgebrochenem Ende. da sie weniger rutschig sind als Metallbügel275. Nr. Nr. 58). Nr. geraden und unterschiedlich langen Eisenmesser mit Holzgriff. Nordmongolei.

vorkommen, gehören zu den häufigsten Funden. Häufig belegt sind auch eiserne Schere (Kat. Nr. 6, 15, 55, 75, 77, 86, 90, 106, 119, 121, 131, 133, 137, 139, 143, 154, 175, 179). Auch flache Spinnwirtel aus Ton (Kat. Nr. 6, 33, 62, 63, 77, 86, 90, 106, 133, 143, 154, 159, 207) sowie eiserne Ahlen mit Holzgriff (Kat. Nr. 63, 64, 131, 154, 159) zählen zu den typischen Beigaben in altmongolischen Frauengräbern. Typische aber weniger geschlechtsspezifische Beigaben repräsentieren Eisenhammer (Kat. Nr. 194), hölzerne Feuerbohrer (Kat. Nr. 221), Feuerstahl (Kat.Nr. 113, 136, 183, 224) oder Feuersteine (Kat. Nr. 5, 42, 57, 70, 89, 103, 112, 126, 134), eiserne Kesselständer (Kat. Nr. 194), beingeschnitzte Knochennadeln (Kat. Nr. 1, 127), knöcherne „Knotenlöser“ oder Spieß aus Rohgeweih (Kat. Nr. 40), Feile (Kat. Nr. 58) und Säge (Kat. Nr. 114), Geräte/Werkzeuge die häufig zerbrochen in das Grab gegeben werden und so nur unvollständig überliefert sind. Tabelle 13: Werkzeuge / Geräte in altmongolischen Gräbern Kategorie und Typ der Grabfunde Messer Schere Spinnwirtel Ahle Nadel Feile Spieß Hammer Feuerstein Feuerstahl Pfeife Säge Feuerbohrer Männer 13 Frauen 10 19 13 5 2 1 1 1 1 1 1 2 1 3 1 5 1 Kinder 1 Erwachsen ? 16 3 1 1 Summe 41 23 13 5 3 1 1 1 9 4 1 2 1

1

1

1.2.7. Spiegel Die Spiegel haben außer einer praktischen vor allem auch eine rituelle Bedeutung im Rahmen des Bestattungsrituals. Damit mag zusammenhängen, dass Spiegel oft vor ihrer Mitgabe zerbrochen wurden276. Auch bei den Mongolen ist der Brauch belegt, ganze oder zerbrochene Metallspiegel ins Grab zu geben. Das Zerbrechen der Spiegel ist durch die Beigabe von
276

B.A. Litvinskij 1986, 95.

92

Spiegelfragmenten, wohl in Amulettfunktion, mehrfach bestätigt. Spiegel gehören zu den chronologisch empfindlicheren Grabbeigaben; sie liefern zumal als chinesische Importe wertvolle Hinweise zu Datierung altmongolischer Gräber. Die aus mongolischen Gräbern bekannten Spiegel lassen sich in zwei Gruppen gliedern: Spiegel mit seitlichem Griff und Spiegel mit Grifföse auf der Rückseite. Alle gefundenen Spiegel sind chinesische Importe, die in die Zeit der Song (960-1279) bis Yüan-Dynastie (1272-1368) datieren. Die meisten Fundspiegel können nach vergleichenden Untersuchungen in das 12.-13. Jahrhunderts datiert werden (siehe Tabelle 14). Tabelle 14: Spiegel in altmongolischen Gräbern
Gräber Bulgan, Büregchangaj, Zaraa tolgoj, Gr.1 (Kat.Nr.15) Bulgan, ChutagÖndör, Dörölž, Gr.2 (Kat.Nr.36) Fundlage Neben dem linken Arm gestört Was ein zerbrochener Spiegel mit Phönix, Dm.11 cm Ein Fragment vom weißen Bronzespiegel mit drei parallel gewölbten Verzierungen, 0,1 cm stark Bronze-Spiegel mit Fischmotiv, Dm. 9,5 cm, 0,7 cm dick Zeit Analog

1

2

3

Bulgan, ChutagÖndör, Muchdagijn Am, Gr. 5 (Kat.Nr.44)

Unter dem linken Schulterbrett

Jin Dyn. (11751234)

Zhang Ying. Jilin Chu-tu tong-jing. Wenwu chu-ban-shi, 1990, S. 162, Abb. 44 (Dm. 8 cm, Fundjahr 1975)

4 5

6

7

Chentij, Batšireet, Barchyn Gol, Gr. 4 (Kat.Nr. 55) Chentij, Delgerchaan, Burchan Tolgoj, Gr. 4 (Kat. Nr. 63) Chentij, Delgerchaan, Burchan Tolgoj, Gr. 5 (Kat. Nr. 64) Chentij, Delgerchaan, Chanan, Gr. 4 (Kat.Nr. 69)

Bruchstück eines Bronze-Spiegels Neben dem linken Arm Rechts des Schädels Bei dem rechten Unterschenke l Ein BronzeSpiegel, Dm. 15 cm Bronze-Spiegel, Dm. 11,8 0,45 cm dick Bronze-Spiegel mit Griff, L. 19,4 cm, Dm. 10,1 cm; Erzählung Darst. Hirsch (ein Segen Jin Dyn. (11751234) Kong, Xiangxing/ Liu, Yiman. Zhongguo tong-jing tudian. Beijing,

93

8

Chentij, Mörön, Čandagan Tal, Gr.2 (Kat.Nr. 90) Chovd, Darvi, Bulgan Chošuu, Gr. 1 (Kat.Nr. 101) Chovd, Manchan, Baruun Am, Gr.1 (Kat.Nr. 106)

Nicht dokumentiert Auf dem Schultergelen k Neben dem Kopf

Glück), Schildkrote, Kranich (Langesleben), Karpfen (viele Kinder) Bronze-Spiegel Dm. 11 cm, 0,4 cm dick Bronze-Spiegel mit dem stilisierten Pfaumotiv, Dm. 11,2, 0,5 cm Bronze-Spiegel verziert mit Drachen-und Tigermotiv, Dm. 10 cm, 0,5 cm dick Bronze-Spiegel, Dm. 7,6 cm, 0,4 cm dick Bronzespiel mit Traubenmuster, Dm. 10 cm, 0,3 cm stark Bronze-Spiegel mit zwei Wildgänse und Wasserpflanzen, Dm. 6 cm, 0,2 cm dick Bronze-Spiegel, Dm. 12,4 cm, 0,35 cm dicj Bronze-Spiegel, Dm.12,6 cm, 0,35 cm dick

1992, S. 860; Zhang Ying 1990, Abb. 84 (Dm. 13,3) Jin. Dyn. (11751234) Zhang Ying 1990, S. 162163, Abb. 56, 57, 58, 60, 61

9

10

Jin Dyn. (11751234)

Zhang Ying. Jilin Chu-tu tong-jing. Wenwu chu-ban-shi, 1990, S. 162, Abb. 54 (Dm. 13,8 cm, Fundjahr 1964)

11

12

13

Dornogov’, Altanširee, Char Aarag, Gr.1 (Kat.Nr. 128) Dundgov’, Delgerchangaj, Chaan Uul, Gr. 2 (Kat.Nr. 131) Övörchangaj, Bogd, Tevš, Gr.1 (Kat. Nr. 137)

Rechts des Schädels Im Bereich vom Unterschenke l Rechts Kopf

14

Selenge, Chongor, Buural, Gr. 2 (Kat.Nr. 154) Selenge, Chongor, Buural, Gr.7 (Kat.Nr.159)

Auf der Brust

Jin. Dyn. (11751234) Jin Dyn. (11751234)

15

Bei der rechten Hand

Zhang Ying 1990, S. 162163, Abb. 56, 57, 58, 60, 61 Kong, Xiangxing/ Liu, Yiman 1992, S. 840; Zhang Ying 1990, S. 164, Abb. 5 und 74

16

Selenge, Chongor, Buural, Gr.19 (Kat.Nr.171) Selenge, Orchontuul, Bičigtej Erüü,

Neben er linken Schultern Neben dem linken Oberarm

17

Bronzespiel mit chin. Schriftzeichen, Dm. 4,3 cm, 0,2 cm dick Gebrochene Bronze-Spiegel

94

18

19

20 21

Gr. 3 (Kat.Nr. 175) Süchbaatar, Tuvšinširee, Baga Ölzijt, Gr. 1 (Kat.Nr. 179) Süchbaatar, Tuvšinširee, Baga Ölzijt, Gr. 4 (Kat.Nr. 182) Süchbaatar, Uulbajan, Zalaa, Gr.1 Töv, Altanbulag, Morin Tolgoj, Gr.3 (Kat.Nr. 188) Töv, Altanbulag, Morin Tolgoj, Gr.5 (Kat.Nr. 190) Töv, Altanbulag, Morin Tolgoj, Gr.6 (Kat.Nr. 191) Töv, Altanbulag, Majchan Uul, Gr.5 (Kat.Nr. 198) Bajanchongor, Bömbögör, Ovgor Cencher, Gr. 1 (Kat.Nr. 207)

Neben dem rechten Oberarm Neben der rechten Hüfte Links des Kopfes Links des Schädels Unter der rechten Hand Im Bereich der rechten Hand Neben dem rechten Ellbogen gestört

Bronze-Spiegel mit Fischmotiv, Dm. 10,1 cm, 0,4 cm dick Bronze-Spiegel, Dm. 9 cm Bronze-Spiegel, Dm. 6 cm Bronze-Spiegel, Dm. 13 cm Bronze-Spiegel Ein Bruchstück des BronzeSpiegels Ein Bruchstück des BronzeSpiegels Bronze-Spiegel mit geometrische Verzierung, mit gegossener Griff abgebrochen, Dm. 8,3 cm, 0,5 cm dick. Jin. Dyn. (11751234) Zhang Ying 1990, S. 162163, Abb. 56, 57, 58, 60, 61

22 23 24 25

1.2.8. Gefäße in Gräbern Die Gefäße in altmongolischen Gräbern sind in den alten Grabungsberichten oft gar nicht erwähnt oder nur sehr nachlässig dokumentiert worden. Die aus Gräbern bekannten Gefäße sind aus unterschiedlichen Materialien wie Birkenrinde, Leder, Holz, Ton, Eisen oder Silber angefertigt. Die meisten Gefäße sind vor ihrer Deponierung absichtlich zerbrochen und so zumeist nur unvollständig mitgegeben worden. Ihre typologische und chronologische Systematisierung ist bisher noch völlig ungesichert (siehe Tabelle 15).

95

Tabelle 15: Gefäße in altmongolischen Gräbern Kategorie und Typ der Grabfunde Kessel Tongefäß/Scherben Tasse/Becher Kelle Löffel Birkenrindengefäß Schale / Schälchen Trog Männer 1 1 Frauen 3 5 1 1 1 1 1 Kinder 3 Erwachsen ? 5 1 1 1 6 2 Summe 4 20 4 1 2 3 3 1

2 2

Ganze Gefäße sind sehr selten belegt. Das einzige ganze Gefäß aus der Mongolenzeit stammt aus einem Kindergrab (Kat. Nr. 46) im Flusstal von Egijn Gol. Das Grab wurde nach in einer in einem Japanischen Labor (TK 11741) durchgeführten C 14 Datierung in das 14.-15. Jahrhundert datiert. Das kleine Gefäß aus grauem Ton stand neben dem Kopf des Toten. Der Rand des Gefäßes wurde mit einem flachen Stein bedeckt. Das Gefäß ist 9,0 cm hoch und hat einen Randdurchmesser von 6,1 cm; der Bodendurchmesser beträgt 4,10 cm. Die untere Hälfte der Gefäßwandung war mit dreieckigen Stempelmustern sowie kammartigen Ritzornamenten verziert. Es wurden in der Mongolei zahlreiche warengleiche Scherben mit solchen Mustern in den Liao-zeitlichen Städten der Kitan gefunden und darum „KitanScherben“ genannt277. Der Dekor dieses Gefäßes lässt ungeachtet der späten Datierung des Grabes auf eine Verbindung zur Handwerkstradition der Liao (907-1125) schließen. Eine ältere zeitnähere Datierung des Grabes etwa in das 13. Jh. ist von den Funden her entgegen C14-Datums nicht zwingend auszuschließen. Ein ebenfalls ziemlich ganzes, allerdings unverziertes Gefäß (H. 29,5 cm; Randdm. 18,5 cm; Bodendm. 14 cm) aus grauem Ton stammt aus einem Frauengrab (Kat. Nr. 144) bei Karakorum. Das Gefäß schließt Sie schließt an Erzeugnisse der einheimischen Töpferei an. N typische Erzeugnisse grauer Ware aus der lokalen Töpferei in Karakorum an und wäre von daher in das 13.-14. Jh. Zu datieren. Ein einfaches Gefäß aus Birkenrinde aus dem Felsspaltengrab von Arcat Del (Kat. Nr. 206) ist das einzige gut erhalten überlieferte Beispiel eines mongolischen Birkenrindengefäßes aus altmongolischer Zeit.
277

Ch.Perlee 1981/1982, 85-105, Abb. 2, 14.

96

1068-1086) und Huizong (reg. Die jüngsten Belege sind zwei Silbermünzen der Goldenen Horde mit arabischen Inschriften. Nr. Nr. Nr. Nr. Tianbao-Zhun-Yuan (1023-1032) Chezong (reg. 151 Kat. 1342-1357) Xuanzong (reg. 155 8 Kat. in jedem Fall sichere termini ante quos non. Sie datieren in die Zeit Dschanibek Khan (reg. zumal solche mit geringerer Umlaufzeit. Tabelle 16: Münzen in altmongolischen Gräbern Gräber 1 2 3 4 Kat. Nr. 178 Chinesische Bronze-Münze 97 . 144 Was Chinesische Bronze-Münze Chinesische Bronze-Münze Chinesische Bronze-Münze Silber-Münze mit arabischen Inschriften Chinesische Bronze-Münze Chinesische Bronze-Münze Chinesische Bronze-Münze Chinesische Bronze-Münze Datierung Shenzong (reg. Nr. 1101-1126) Kaisers der Nördlichen Song-Dynastie 5 6 7 Kat. Einige Münzen. liefern brauchbare und wohl auch betattungsnahe chronologische termini. Münzen in altmongolischen Gräbern Die Münzen sind in mongolischen Gräbern nur selten belegt. 64 Kat. 1068-1086) Kaisers der Nördlichen Song-Dynastie Nördlichen Song-Dynastie: Taipin-tongbao (976-998).9. 1086-1100) und Huizong (reg. Sianbao-Fu-Yuan (1008-1017). Die älteste Münze aus einem mongolischen Grab datiert in die Zeit des Tang Kaisers Xuanzong (712-756). 712-756) Kaisers Tang Dynastie Shenzong (reg.2.1. 116 Kat. 107 Kat. Nr. 148 Kat. Bei den meisten Fundmünzen handelt es sich um chinesische Bronze-Münzen (siehe Tabelle 16). Nr. 1101-1126) Kaisers der Nördlichen Song-Dynastie Nördliche Song Dynastie (960-1279) Dschanibek Khan der Golden Horde (reg. 1342-1357).

nördliche Mongolei (siehe Tabellen 17 u. Nr. Allein 11 Daten stammen aus den altmongolischen Gräbern im Flusstal des Egijn Gol. Grab 2. 61) Muchdagijn Am. Chentij Ajmag (Kat. die es zumindest ermöglichen. Nr. 98 . Niigata. Japan GaK-14708 Gakushuin Universität. Tokyo. Miami. Kreis (Sum). Grab 1. Grab 7. Nr. Florida.1. 46) Burchan Tolgoi. Grab 3. USA TK-11741 Historisches Museum. Grabnummer. Florida.3 Fest datierte Gräber und die Periodisierung der altmongolischen Grabfunde 1. Bezirk (Ajmag) Muchdagijn Am. die frühe und spätere Stufe der altmongolischen Gräberkultur auch abslutchronologisch deutlicher anzusetzen und die Gräber der jeweiligen Stufen besser miteinander zu korrelieren. USA 2 Birkenrinde 3 Holz 4 Holz 5 Holzkohle Die meisten der bekannten C14-Daten wurden im Labor an der Universität Jussieu in Paris im Rahmen des Mongolisch-Französischen Projektes „Egijn Gol“ ermittelt (siehe Tabelle 18). Bulgan Ajmag (Kat. Nur etwa 9 % der 229 dokumentierten Gräber liegen C14-Daten vor: Gemessen wurden Proben aus 13 Gräbern mit Steinaufschüttung sowie 8 Felsspaltenbestattungen.. 18). . Bulgan Ajmag (Kat. Delgerchaan Sum. 25) C14 Datierung Probe Labornummer 1 680 BP ±80 Jahren 1σ 1310-1470 calAD 2σ 1230-1530 calAD 600 BP ±70 Jahren 1σ 1300-1410 calAD 2σ 1280-1440 calAD 850 BP ±80 Jahre 1100±80 1020-1180 910 BP ±60 Jahren 1σ 1090-1280 calAD 2σ 1020-1350 calAD 860 BP ±70 Jahren 1σ 1130-1330 calAD 2σ 1050-1390 calAD Holz Beta 114604 Beta Analityk Inc. Japan Beta 114603 Beta Analityk Inc.3. Chutag-Öndör Sum. Bulgan Ajmag (Kat. Grab 2. Florida. Nr. Chutag-Öndör Sum. Nr. 42) Borchustyn Enger. Miami. Chutag-Öndör Sum. Miami. Chutag-Öndur Sum. .1 C14 Daten aus altmongolischen Grabfunden In den letzten Jahren wurden einige C14-Daten ermittelt. USA Beta 114605 Beta Analityk Inc. Bulgan Ajmag (Kat. 43) Muchdagijn Am. Tabelle 17: C14-Daten aus Gräbern mit Steinaufschüttung aus in der Mongolei C14-Datierungen durch Labore in den USA und Japan № Fundortsname.

Töv Ajmag (Kat. Chutag-Öndör Sum. Knochen Labornummer (? wurde nicht gegeben) Universität Jussieu. Grab 8. 10 von Elst Chötöl und Grab 3 von Choltost Nuga. Cutag-Öndör Sum. Frankreich ? Universität Jussieu. Nr. 33) Choltost Nuga. Bezirk (Ajmag) Choltost Nuga. Florida. 40) C14 Datierung 1415-1625 Probe mensch. Chutag-Öndör Sum.-17. Nr. Bulgan Ajmag (Kat. 6. Nr. Paris. 8. Bulgan Ajmag (Kat. Paris. 41) Elst Chötöl.Weitere Datierungen lieferten das C14-Labor der Beta Analithyk Inc. Bulgan Ajmag (Kat. Knochen mensch. Bulgan Ajmag (Kat. Chutag-Öndör Sum. Grab 3. Bulgan Ajmag (Kat. Paris. sowie Grab 7 von Muchdagijn Am im Flusstal des Egiin Gol aufgrund der C14-Daten der Stufe II (13. Möngonmor’t Sum. Nr. Knochen Holz mensch. Japan. 32) Elst Chötöl. Frankreich 2 3 4 5 6 7 8 1280 1475 1440-1628 1330-1397 1294-1397 1284-1394 1292-1370 1166-1268 99 . USA. sowie Grab 2 von Burchan Tolgoj im Chentij Gebiet gehören nach dem C14-Daten zur frühere Stufe (I) der altmongolischen Grabkultur (10. Jhr. vielmehr bestätigen sie tendenziell einander. Knochen mensch. Nr. Bulgan Ajmag (Kat. Nr. Korea ? Universität Jussieu.) zuzuweisen sind. Chutag-Öndör Sum. Jhr. Miami.) während die Gräber 2. 197) Choltost Nuga. Grabnummer. Nr. Tabelle 18: C-14 Daten aus Gräbern mit Steinaufschüttung in der Mongolei C14-Daten aus den Laboren in Frankreich und Korea № 1 Fundortsname. die Gakushuin Universität.-14. Paris. Knochen mensch. Knochen mensch. Paris. Frankreich ? Universität Jussieu. Frankreich ? Universität Jussieu.) datiert werden als zuvor vermutet. Chutag-Öndör Sum. Knochen mensch. Paris. sowie das Labor an der Seoul Universität in Korea. 39) Elst Chötöl. Tokyo. Frankreich ? Universität Jussieu. Nr. Jh. Grab 2. Paris. Grab 6. 34) Ich Chötöl. Knochen mensch.-12. Frankreich ? Universität Seoul. Grab 5. Grab 6. Das Grab 2 von Muchdagijn Am und Grab 1 von Borchustyn Enger im Flusstal Egijn Gol. Grab 1. Aufgrund der C14-Daten mussten die Gräber 5 und 6 von Choltost Nuga in Egijn Gol und Grab 1 von Ich Chötöl im Flusstal Cherlen deutlich jünger (15. Kreis (Sum). Bulgan Ajmag (Kat. 37) Elst Chötöl. Chutag-Öndör Sum. Grab 10. Frankreich ? Universität Jussieu. Die typologisch begründeten Periodisierungen und die chronologische Gliederung aufgrund der C14-Daten bilden keinen entscheidenden Widerspruch. das Historische Museum Niigata.

Deutschland Erl-6735 Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg.1 Nojon Sum Ömnögov’ Ajmag (Kat. 229) Ovgor Cencher. Erlangen.Grab.1410 calAD 617 BP ±40 Jahren 1σ 1301-1328 calAD 2σ 1296-1404 calAD 1014 BP ±40 Jahren 1σ 981-1151 calAD 2σ 900-1156 calAD 1046 BP ±38 Jahren 1σ 905-1022 Probe Holz Labornummer Gak-14709 Gakushuin Universität Tokyo. Die so gewonnenen Zeitansätze bestätigen. Deutschland Erl-3311 Friedrich-Alexander Universität 2 mensch. Fels. Nr. Konovalov und N. Fels. dass die frühere Stufe der altmongolischen Grabkultur durch Grabinventare mit „türkisierten“ oder „kitanisierten“ Formen und „türkisch-mongolisch“ gemischten Bestattungssitten charakterisiert sind. Tafel 3).-14. Jh. Fels.1 Bömbögör Sum Bajanchongor Ajmag C14 Datierung 320 BP ±70 Jahren 1630 1400-1850 calAD 595 BP ± 54 Jahren 1σ 1308 – 1403 calAD 2σ 1301 . Knochen 3 Holz 4 Holz 5 Holz / Leder 100 .. Jh. Nr.V.Nürnberg. Gr.Gr. wird deutlich.1 Bömbögör Sum Bajanchongor Ajmag (Kat.Gr. Fels./11. Die C14-Daten zeigen zweilfelsfrei.) im 10. Nr. Tabelle 19: C14-Daten der Höhlen . die sich trotz massiver Buddhisierung der Mongolei fast ohne Veränderungen bis zum späten Mittelalter erhalten haben (Siehe Tabellen 17-20. Fels. 1 Buucagaan Sum Bajanchongor Ajmag (Kat.o). praktiziert worden sind. Fels. 208) Аrcat Del.und Felsspaltengräber in der Mongolei № 1 Fundort. Kreis (Sum) Bezirk (Ajmag) Chüjten Chošuu. Gr. in unsere Stufen I und II. 1 Delgerchaan Sum Chentij Ajmag (Kat. 220) Cagaan Chanan.Nr. dass diese Weise der Bestattungen schon weit vor der klassischen Phase (13. die gleichzusetzen sind mit den Stufen Chojcegor und Sajantuj nach P. Deutschland Erl-6733 Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg.B. 207) Cačirt. Imenochoev (s. dass sie widerspruchsfrei in die von uns vorgestellte Stufengliederung der altmongolischen Grabkultur passen. Im Laufe der Zeit haben sich auf der Grundlage eines gemischt türkisch-mongolischen Grabbrauchtums eigentümlich mongolische Sitten und Gebräuche entwickelt. Japan Erl-3311 Friedrich-Alexander Universität. Nr. Gr.Vergleicht man die Daten der Felsspaltengräber mit den C14-Daten der Gräber mit Steinaufschüttung.

2 Ein Referenzcluster der altmongolischen Gräberchronologie Die Mehrzahl der in der vorliegenden Arbeit vorgestellten 229 Grabfunde. 212) Ich Maan’t. Diese Datierungen sind entsprechend der chronologischen Unempfindlichkeit nomadischer Grabinventare relativ grob im Zeitansatz. Nr.Nr. 211) Chuuraj Uul.1 Аltancögc Sum Bajan-Ölgij Ajmag (Kat. Nr. 101 . Auf diese Weise ergibt sich eine Möglichkeit. Japan GaK-15937 Gakushuin Universität Tokyo. Die nur groben typologischen Zeitansätze können präzisiert werden durch datierte Importfunde wie die chinesische Spiegel und Textilfunde. die typologisch begründete Periodisierung durch Referenzcluster fest datierter Fundkomplexe zu überprüfen und zu verdichten (siehe Tabelle 20). 210) calAD 2σ 894-1149 calAD 870 BP±70 Jahre 1080 1210 BP ±80 Jahre 740 1580 BP ±80 Jahre 370 260-650 calAD Erlangen. 206) 6 Аlchamyn Chavcal.1 Bujant Sum Bajan-Ölgij Ajmag (Kat. Japan GaK-15936 Gakushuin Universität Tokyo. Japan 7 Holz 8 Holz 1.1. Gr. Fels. Ulaanchus Sum Bajan-Ölgij Ajmag (Kat. durch datierte Münzen oder durch C 14-Daten. Fels. Deutschland Holz GaK-15935 Gakushuin Universität Tokyo.3. Fels.Nürnberg. die in der Mongolei zwischen 1924-2003 freigelegt worden sind. Nr. Gr. Gr.(Kat. kann nur über fundtypologische Kriterien und/oder über zeittypische Merkmale von Grabform und Beatattungssitte datiert werden.

hat das seine Ursache in der vor allem seit dem späten 16.Tabelle 20: Referenzcluster fest datierter Fundkomplexe als Grundlage einer Chronologie der altmongolischen Gräberkultur in der Mongolei Chronologie 17.-17. 14. 90. Jh. Nr. 144 41.) und einen mittleren oder klassischen Phase (13.u. Kat. 155 (klassische Phase) Kat. Nr./11. 39. 178 Kat. 40. 44. 106. 32. Chr. 159. 61 Kat. 64. Jh. 188 12. Nr. 11. Jahrhundert n. 148. Nr. Nr. umfasst. Nr. Nr. Jahrhundert n. Jh. dass die Hauptbelegungszeit der altmongolischen Grabkultur die Zeitspanne vom 11. massiven Buddhisierung der Mongolei (s. 212 Kat.) unterteilt werden (Siehe Tabelle 20). 229 Kat. Chr. Nr. 37. bis zum 17. Die altmongolische Grabkultur kann in eine ältere Phase (10. 15. 208. 16. Wenn die nachklassische Spätzeit dabei weniger stark archäologisch dokumentiert erscheint. 42 Münze Spiegel Für den Versuch einer vorläugigen Chronologie der altmongolischen Gräberkultur bedeutet dies. 25. Jh. Nr. 207. Kapitel 3). 43. 154.-14. 197 Kat. Nr. Jh I (frühmongolische Phase) Kat. 10. Jahrhundert bis 12. Jh. 46. Nr. Jh. II 13. 116 Kat. Chr. Jh. 33. Jh. Nr. 220 Kat. 102 . Jh. Nr. 69. III (spätere Phase) Zeitstufe C14 Kat.) sowie eine nachklassische Spätphase (15. 34 Kat. Jahrhundert n. 206 Kat.

Tafel 3: Zur Periodisierung der altmomgolischen Gräber in der Mongolei 103 .

C. Gräber mit Steinaufschüttungen. Grabformen Drei Grabformen sind aus der altmongolischen Periode (11. Höhlen. 1. B. Höhlen.und Felsspaltengräber.oder Erdaufschüttungen 3.) überliefert (Tafel 4): 1.-17. Kapitel: Zur Typologie und Topographie mittelalterlicher Gräberbezirke und Gräber in der Mongolei 2. Jh. Kuppelgräber Tafel 4.und Felsspaltengräber 2.-17. Jh.): A.2. Altmongolische Grabformen (11. Gräber mit Stein. Kuppelgräber 104 .

mit Steinhügeln/Steinaufschüttungen – altmongolische Hügelgräber vom Typ 1 – untersucht.B. 71-74. sind dagegen bisher in der Mongolei ebenso wenig bekannt geworden. Hu Lingui 1998. Nr.V.2. Begräbnisort Die Mehrzahl (66. 40-46. Nr. Ein Friedhof besteht in der Regel aus relativ wenigen Gräbern (durchschnittlich 5-8 Gräber. Gorbunov / A. Kat. bis 17.und Felsspaltengräbern nur Gräber mit Steinaufschüttung (Gräber mit Aufschüttung Typ 1) archäologisch untersucht worden. gleich einem Kuckucksei. 39-71. 15-16 in Zaraa Tolgoj. Nr. Nr. 3 in Šivertijn Am. Kat. 198-221. Nr. 6-7 in Altansandal Uul. 278 279 A. 30-34 in Choltost Nuga). Xiang Chunsong 1983. Gräber mit Erdaufschüttung278. Häufig sind die Gräber in der Nähe einer ausgetrockneten Schlucht von einem Gebirgseinschnitt angelegt worden. 3-9. von russischer. 26-28 in Burchan Tolgoj / Egijn Gol. 153-172). Xiang Chunshong /Wang Jianguo 1982. 67-71.9%) der Gräber mit Aufschüttung vom Typ 1. Shatzman Steinhardt 1990/1991. auch inmitten älterer Gräberfelder (wie Kat. 54-58. 78-80. 20 Gräber wie in der Gräbergruppe von Buural Uul: Kat.Nr.In der Mongolei selbst sind bisher neben Höhlen. wie Kuppelgräber mit Wandmalereien279. Zefeng Yang 1999. 2. Die meisten (83%) dieser Gräber lagen am Südhang (siehe Tabelle 21). Liu Hengwu 2000. Каzakov 2002. Auch die Gräber auf den Oberterrasen oder Gipfelplateaus fanden sich ebenso wie Gräber am Bergfuß oder auf den Niederterrassen vorwiegend südexponiert. Gräbergruppe konzentrieren sich stets im großen Flusstälern.A. 54-68. N. der Typ 2 der Gräber mit Aufschüttung. vorwiegend Gräber einfacher Ausstattung.1. Тiškin / V. max. 1-12. Gräber mit Steinaufschüttung In der Mongolei wurden bis September 2003 insgesamt 204 Gräber des 11.A. 2. CPAM of the Xianyang Prefecture 1979. The Gansu Provincial Museum and Culture Centre of Zhangxian 1982. Vereinzelt finden sich mongolische Steinhügelgräber. wie wir sie z. Dong Xinlin 2004. Jh. 105 . 10-22.2. Wenwu 11 (2005). Wenwu 6 (2008). fand sich auf den Mittelterrassen von Bergen. chinesischer und amerikanischer Publikationen kennen. Kat. Kat. Anlagen auf Ost – oder Nordhängen bilden eher die Ausnahme: Nur jeweils 4 der insgesamt 106 Mittelterrassengräber lagen auf der nördlichen oder östlichen Hangseite.

4%) Insgesamt 1 (0.9%) 13 6 1 4 2 Mittelterrasse 106 (66.3 %) 1 (0.Tabelle 21: Lagre der Graber Typ 1 Auf welcher Hangseite eines Berges Süd Ost West Nord Auf einer Anhöhe Auf der Gelände einer alten Stadt Am östlichen Ufer eines See Lage nicht dokumentiert 1 45 6 3 Oberterrasse 27 (16.9%) 88 4 Niederterrasse 36 (22.8 %) 6 (2.6%) 57 1 158 (64 %) 11 (5.4 %) 6 (2.9 %) 3 (1.4%) 45 (22%) Diagramm 2: Begräbnisort der Gräber mit Steinaufschüttung 80 70 60 50 40 30 20 11 10 2 0 45 67 14 11 3 10 13 6 4 1 1 1 6 3 2 3 1 auf der Oberterrasse auf der Mittelterrasse auf der Niederterrasse undokumentiert 106 .

04 m im Durchmesser.2.00 m. Die ovalen Aufschüttungen messen im Mittel 2.20 m x 2. Nr. Nr.00 m.5 %) Charakteristisches Merkmal der Gräber mit Aufschüttung vom Typ 1 ist eine Steinsetzung über dem Grab. 2) – 5.3 %) der Steinsetzungen ist im Umriß oval. Jh. Diagramm 3: Dokumentationsstand 107 .00 m.1%) 173 (84./11.95 m (Kat.00 m x 3. Runde Hügel messen 3.90 m x 2.9 %) 2 (1.3 %) 26 (15.60 m x 6. Šiveetijn Gurvan Ovoo Gr. Eine Ausnahme stellt der größte Rundhügel. 1 (Kat. 178) dar mit einem Radius von 10.2 %) 12 (6. Bestattungsweise und Inventar als mongolisch und datieren vom 10. 33: Choltost Nuga Gr. Grabaufbau .8 %) 132 (76. Die Form der Steinaufschüttung ist bei 31 von 204 Gräber des Typs 1 nicht dokumentiert (Diagramm 3). Nr. 5) und durchschnittlich 3. bis zum 17. der größte (Kat.60 m.1 %) 1 (0. Eine Ausnahme stellen rechteckige Hügelkonstruktion dar mit maximalen Maßen von 5.2.Grabaufschüttungen In der Mongolei wurden bis September 2003 insgesamt 204 Gräber mit Aufschüttung untersuch (Gräber Typ 1). Tabelle 22: Umrissformen der Steinaufschüttung / Hügelkonstruktion insgesamt davon nicht dokumentiert dokumentierte Aufschüttungen davon oval davon rund rechteckig / viereckig kreisförmige Anlagen nicht deutlich erkennbar 204 Steinhügelgräber 31 (15. 143: Karakorum Gr.2. Diese Gräber gelten nach Grabform. Die Mehrzahl (76.

Tafel 5. Eine schematische Darstellung über Außen-und Innenstrukturen der altmongolischen Gräber mit Steinaufschüttungen 108 .

Für die Aufschüttung der Gräber wurden fast ausschließlich Bruchsteine der umliegenden Felsen verwendet. da vor 1990 auf vielen Ausgrabungen in der Mongolei keine Nivelliergeräte verwendet worden sind.2% oval rechteckig nicht erkennbar rund mit Steinen in der Mitte rund ohne Steine in der Mitte 109 . 16. 99. 189). 1. 157. 50. Nr. 164.3% 2. 118. 76. Es handelt sich um leicht gewölbte Aufschüttungen von geringer Höhe (durch. Die Höhe der Steinaufschüttung ist nur in wenigen Fällen genau dokumentiert. 15.9% 1. 186. 0.6% 26. 20-30 cm. 4. 161.0% 2800.0%. 106. 158. max. 60. Diagramm 4: Grabformen der Hügelgräber 12.20 m hoch). 1. 6. 163. 66. 1. Im nördlichen Teil der Steinaufschüttung eines Grabes fanden sich manchmal ein oder zwei senkrecht stehende Stelen aus einem unbearbeiteten Stein (Kat.2% 132.

27% 30.3. 17% 58. Die Grabgruben waren in der Regel sowohl an der Oberkante wie an der Sohle rechteckig. Kat. 110 . in der der oder die Tote beigesetzt wurde. dann zumeist unter dem westlichen Rand der Steinsetzung.1) bilden die Ausnahme.2. 1) und quadratische Grabgrube (Kat. 1: Gurvan Modot Gr. 15. Form und Umriss einer Grabgrube sind an der Oberfläche nicht zu erkennen. Runde (Kat. die Ecken abgerundet. 39: Elst Chötöl Gr. 8% 27. 15% 47. Im Falle von Doppelbestattungen oder der Bestattung mit Kind können auch zwei separate Grabgrube unter einer Steinaufschüttung (z. 6: Altan Sandal Gr. Grabgrube Die Steinaufschüttung liegt in der Regel über einer Grabgrube.B.: Kat. 6) angetroffen werden. Nr. 197: Ich Chötöl Gr.Diagramm 5: Geschlechtsbestimmungen der Gräber mit Steinaufschüttungen 15. 33% Frauen Männer unbestimmt Kinder undokumentiert 2. Nr. Die Grabgrube befindet sich entweder direkt unter dem Mittelpunkt der Steinaufschüttung oder sie liegt randlich. Nr. Nr.

Die Tiefe einer Grabgrube hängt offensichtlich aber auch ab vom Geschlecht und vom Alter der Verstorbenen.50 m.7. 31. 150. 86. Sie liegt gewöhnlich 0. Nr. 43. Der Zugang zu einer Grabnische wurde wobei mit hölzernen Bretter oder mit senkrecht in den 111 . 196.00 m tief. Einige Grabgruben waren als Nischengräber konstruiert: die Toten fanden sich dort jeweils in ausgehöhlten Nischen an der West. Nr. Die Grabgruben für Kinder schwanken in der Tiefe zwischen 0. davon 7 Frauen (Kat. Die Grabgrube war in der Regel bis anstehenden Boden gegraben. Manchmal fand sich die Unterkante der Grübenwand mit flachen unbearbeiteten Felssteinen verkleidet.oder Ostseite der Grube. Bezeichnend für den desolaten Forschungsstand ist die Dokumentation dieser Nischengräber: So sind nur 11 Nischengräber erkannt und dokumentiert worden. 1 (Kat.30 m-1. Nr.80 m (Kat.1) . Nr. 46). 159) und 3 Männergräber (Kat. 131: Chaan Uul Gr. So waren die Grabgruben für Kinderbestattungen weniger tief als die von Erwachsenen. 107. 202) sowie ein Kindergrab (Kat. 65.Diagramm 6: Grube der Gräber mit Steinaufschüttung 60 55 50 43 40 30 29 26 20 10 10 7 3 1 0 Frauen Männer unbestimmt Grube Nische Kinder ohne Grabgrube gestört undokumentiert Kenotaph 1 2 1 5 4 6 2 10 undokumentiert Die Grubenwände waren in der Regel senkrecht angelegt.50 m bis 1. Messen die Grabgruben von Frauen bis zu einer Tiefe von maximal 1. Nr. Die Nischen waren annähernd kubisch oder halbkreisförmig gebildet. 186) bis zu 2. so reichen Männergräber wie Morin Tolgoj Gr.20 m unter der heutigen Oberfläche.

50 m max. 0. 0.52 m Männer 29 27 15 3 1 1 12 ohne Grabgrube min.30 m durch.67 m 112 . 0. die bis in das Neolithikum zurückreicht.30 m durch.03 m min.32 m max.50 m durch. 2.40 m max. 1. 0.30 m min.80 m durch. 1. 0.50 m max. 0.20 m max.54 m 2. 0. 0. 0.96 m max. 1.98 m min. 0. 1. 1. 0.20 m durch. 2. Der Zweck einer solch aufwendigen Grabnische könnte darin bestanden haben. 0.50 m durch.40 m max. 0.97 m min.00 m durch.27 m max.08 m min. 2. 1. die Bestattung vor Grabräubern zu verstecken.30 m 0.98-1. 0.35 m max.Boden gestellten flachen Steinplatten verschlossen. 1. Tabelle 23: Tiefe der Grabgruben Bestattungsformen Geschlechtsbestimmungen Anzahl die Tiefe der Grabgrube der Grube Frauen Erwachsene Einzelbestattungen Nicht bestimmt Kinder nicht bestimmbar oder nicht dokumentiert Eine Frau mit einer Kinderbestattung Doppelbestattungen Eine Frau mit Reste einer Brandbestattung nicht bestimmbar oder nicht dokumentiert Kenotaphe nicht dokumentiert Insgesamt 10 204 1 58 47 min.62 m durch. 1. 1.82 m min. 0. 1.80 m durch. Es könnte sich aber auch um eine spezifische Form der traditioneller Grabarchitektur in der Steppe handeln: Nischengräber haben in der Eurasichsen Steppen eine lange mehr oder minder kontunuierliche Tradition.11 m der Nische min.00 m durch.

40 0.52 1.40 0 Frauen Männer unbestimmt min.11 0.50 1.Diagramm 7: Tiefe der Grabgrube 2.30 0.96 0.5 0.5 1.32 0. unbestimmt Kinder durchschnittlich 113 . Frauen Männer max.80 2.30 2 1.80 1.5 2.35 0.82 0.00 1.20 1.5 0 min.20 1.5 1.5 2. max.30 0.50 1.27 1.98 0.67 0.00 2 1.97 0.50 0.08 1 1. Kinder durchschnittlich gestört Kenotaph Diagramm 8: Tiefe der Nischengräber 2.03 1 0.

und zwar offensichtlich jeweils gleichzeitig. Volkov 1962. Nr.oder Paarbestattungen sind bis heute nicht festgestellt worden.33 m.4. weniger hohen Fußteilen. 2.87 m. Unterschiedliche Sargformen sind belegt: Vorherrschend sind viereckige Särge mit breiten Kopfteilen beziehungsweise höheren Stirnwänden des Sarges und schmalen. das Kopfteil maß in der Breite 0.: in Gr.1 (Kat. 66-67.80 m. z. 144): Hier wurden eine Frauenbestattung mit den Brandresten eines zweiten Toten freigelegt. 39.2. Eine Ausnahme bildet Maamuu Tolgoj Gr. Während man in Waldregionen oder der Baumsteppe die Verstorbenen zumeist in einem Holzsarg oder auf einer Holzbahre bestatette. Nr. Totenbettung Die Art der Totenbettung war offensichtlich durch naturräumliche Bedingungen bestimmt oder zumindest beeinflusst.20 m280.B. Die Grabgruben waren ausnahmslos für Einzelbestattungen bestimmt. Kollektiv . 6. Bestattungsweise Mit wenigen Ausnahme bergen Hügelgräber nur jeweils eine Bestattung. 280 V. So wurden Tote in der Waldsteppe in eine Birkenrinde oder in ein Seidengewebe gewickelt. Nr. Die Abmessungen bei einer Brettstärke beträgt etwa 0. das Fußteil 0.V. 1 des Berges Char Argalant (Kat.5. In drei Fällen (Kat. 40) sind in getrennten Grabgruben Frauen mit je eine Säugling oder einem Kleinkind beigesetzt worden. wurden die Toten in der baumlosen Grassteppe oder waldarmen Gebieten ohne weitere Hüllen auf der Grabsohle niedergelegt (Siehe Diagramm 9).40 m bei einer Höhe von 0.2. 136) aus dem Gebiet Ömnögov’ Ajmag wurde ein Brettersarg in einem guten Erhaltungszustand geborgen. Der Sarg hatte eine Länge von 1.2. 114 .

Diese Totenbahren ähneln in ihrer Konstruktion und Machart Leitern oder den typisch nomadischen Schleifen oder Schlitten.Diagramm 9: Leichenbehälter der Gräber mit Steinaufschüttung Tabelle 24: Totenbettung / Leichenbehältnisse Leichenbehältnisse ohne Sarg und ohne weitere Hüllen Brettersarg Sarg aus einem ausgehöltem Holzblock hölzerne Bahre hölzerne Grabkammer rechteckige hölzerne Rahmen in der Birkenrinde gehüllt in der Seide gehüllt Balkenabdeckung Steinabdeckung nicht dokumentiert Anzahl 128 26 3 6 1 3 3 1 5 5 12 Den Boden des Sarges bedeckte man mit dicken Schilfrohren. Auch auf hölzerne Bahren fanden sich Tote gebettet. 115 . Darüber hinaus verwendet man für Beisetzungen auch ausgehöhlte Baumsärge. Holzbestimmungen liegen nicht vor.

5). 20). Diagramm 10: Totenhaltung der Gräber mit Steinaufschüttung 2. während die Unterarme zwar seitlich zum Körper liegend zum Genitalbereich hin angewinkelt sind.3% Rückenlage rechter Hocker linker Hocker sitzender Hocker 116 . 121. 96. 214). Nr. 107. Nr. Nr.2.In einigen Gräbern haben sich auch Spuren einer Kissenbettung erhalten.0%. Dabei liegen die Oberarme in der Regel parallel zum Körper. Die Beine lagen in der Regel parallel gestreckt oder waren leicht angewinkelt. als ein kissenartiges Bündel aus der Kleidung (Kat. 126). 1. 1. 27.3% 2. 4. Die Hände lagen zumeist auf dem Becken oder an die Hüfte angelegt (wie Kat. 21. 28). Sie ist in 143 Gräbern dokumentiert (Diagramm 10).3% 143. 125. 206. 103. Leicht angewinkelte Beine hat man vor allem in den Kindergräbern angetroffen (wie Kat. Nr. Die Toten wurden stets in gestreckter Rückenlage in die Grabgrube gebettet (wie Kat. 104) der Verstorbenen oder ein Sattelbaum aus Holz (die aber zumeist nur in den Höhlen-und Felspaltengräbern gut erhalten sind wie Kat. Nr. Totenhaltung Vorherrschende Totenhaltung ist die gestreckte Rückenlage (siehe Tafel 6). 2.0% 600. Die Kopfstütze sind archäologisch nachgewiesen als flacher Stein (Kat. 1.6.0% 2. 26. Nr.

Tafel 6. 197. 215)281. 60). Nr.1 %) belegt. 51. wohl über 60 jährigen Frauen (Kat. Tafel 7. Arm-und Beinhaltungen der Bestatungen in der gehockten Seitenlage 281 MonSol 1999. zwei links (Kat. In zwei Gräbern wurden “Sitzhocker” dokumentiert: Es handelt sich um die Bestattungen von alten. Nr. Arm-und Beinhaltungen der Bestatungen in der Rückenlage Hockerbestattungen bilden dagegen die Ausnahme (Tafel 7): Sie sind nur 6 Gräbern (11. 1. 77. Nr. Vier Seitenhocker sind beobachtet worden. zwei rechts (Kat. 117 . 162) gelagerte Hocker.

also bei den nordausgerichteten Toten Richtung Süden) oder lag mehr oder weniger stark zur Seite geneigt. Diese Seitenneigung ist freilich weniger abhängig von Intentionen im Zusammenhang mit der Totenorientierung. der Verstorbene schaute nach Süden. Osten (8 Bestattungen=5.28%) lassen keine Regel erkennen und bilden eher die Ausnahme. Ausrichtung In 156 Fällen ist die Ausrichtung der Toten dokumentiert worden: In der Regel lagen die Toten parallel zu den Grabgrubenwänden mit dem Kopf nach Nord.02%). d. der Blick nach vorn.h.2.h.12%) oder Süden (2 Bestattungen=1. sondern ist bedingt durch die Art der Bettung und dem Vergehen des Leichnams.7. Nord-Ost oder NordWest (142 Bestattungen = 91.56%). Von der wohl üblichen Südrichtung des Blicks abgesehen orientierte sich due Ausrichtung vermutlich auch am Berggipfel des betreffenden Begräbnisortes. 118 . Das Gesicht war meist nach oben gerichtet (d.2. Tabelle 25: Ausrichtung der Toten bei der Einzelbestattungen Ausrichtungen Männer Frauen Kinder Erwachsene oder Geschlecht nicht bestimmt Geschlecht und Alter nicht bestimmt oder gestört Doppelbestattungen Eine Frau mit einem Kind Eine Frau mit einer Brandbestattung Summe N-S NW-SO NO-SW O-W W-O SO-NW S-N nicht bestimmbar oder gestört nicht dokumentiert 15 4 9 1 28 7 5 3 1 13 2 6 1 1 24 9 15 3 1 1 1 1 1 1 1 1 81 24 37 8 4 1 1 1 18 14 2 2 35 2 3 6 7 1 1 1 5 8 1 17 Ausrichtungen nach Westen (4 Bestattungen=2.

121. 119 . 159. 122. 179. hölzerne Sattelbäume (Kat. 198). 202. 36. 202. 136. 131. 67. 154. 159). 182. 155. 63. Eisenscheren (Kat. 64. 103. 42. Nr. 126. 146. 199. 101. 164. 164. 48. Ton-Spinnwirtel (Kat. 143. 76. 79. 131. 186. 74. 90. 158. 137. 91. 125. 136. Nr. 102. 154. 148. 55. 15. 159. 186. 153. Nr. 107. 114. 186. mehr.2. 62. 175. 43. 59. 15. 170. 41. 106. 133. Nr. 192. 64. 31. 94.8 Prozent der hier behandelten Gräber sind Beigaben dokumentiert. 43. 58. 153. 106. 167. 204). 133. 74. 63. 139. 199). 86. häufig finden sich Knochen als Überreste eines Totenmahls oder eines Totenopfers. 175. 57. 79. 123. 130. 163. 181) sowie verschiedene Ketten aus Glasperlen. 191. 25. 6. 128. 78. 77. Nr. Beigabenausstattung In 171 Gräbern beziehungsweise 83. 60. 157). 131. 150. 144. 137. 90. 192. 150. 201). Nr. 202). 101. 113. Nr. 75. 94. 130. 180.a. 163. 167.8. 15. 137. 190. 153. 92. Nr. 106. 143. 127. Männergräber sind vor allem durch Waffenbeigaben und Pferdgeschirr sowie männertypische Gürtelgarnituren (Kat. 42. 90. 6. 119. 8. 136. 186. 21. Männer und Frauen sind jeweils mit geschlechtspezifischem Totenzubehör und charakteristischen Beigaben ausgestattet. 77. 61. 204) sowie Doppelringtrense (Kat. 106. Nr. Kindergräber sind zumeist beigabenlos (Kat. Nr. 23. 33. 143. 199. 202. 157. 57. 93. Korallen u. 79. 59. 116. 114. 44. 44. 48. 64. Nr. 15.2. 43. 176. 188). 179). 10. 48. 75. 127. 94. Nr. archäologisch nachgewiesen durch eine elliptische röhrenförmige Kopfbedeckung aus Birkenrinde (Kat. Köcher aus Birkinrinde (Kat. 97. 134. 63. 101. 192. Nr. 153. 136. 58. 69. Nr. 6. 202) mit Feuerstählen (Kat. 131. 128. länglich-blattförmige eiserne Pfeilspitzen (Kat. 183) charakterisiert: Typisch sind flache. 156. 38. dem Boγtaγ. 79. 69. 131. fragezeichenförmige Ohrringe mit Kügelanhängsel (Kat. 59. Nr. 105. 171. 159). 154. 183. 86. 71. 160. Kämme aus Holz oder Knochen (Kat. Verheiratete mongolische Frauen sind an einem spezifischen Trachtbestandteil erkennbar. 154. Typisch für Frauengräbern sind bronze Spiegel (Kat. 90. 202. 53. 151. 28. 154. 188. 162. 199. 62. 155. 55. 86. 123. 203). eiserne Steigbügel mit Öse (Kat. 157. 199. knöcherne Beschläge von Reflex-Bogen (Kat. einschneidige Messer mit Holzgriff (Kat. 114. 196. 194. wobei zumindest ein Tierknochen (Überreste eines Opfers?) deponiert war (Tabelle 26). 69. 204). 59. 50. 58. 143. Nr. 133. 42.

8%) (davon 5 nur mit Tierknochen) Männer Erwachsene Einzelbestattungen nicht bestimmt Kinder 27 58 30 26 (86.3%) ohne Beigabe 1 (2. 1 15 12 (80%) (davon 2 nur mit Tierknochen) 3 Die Kinderbestattungen waren alle 3 (20%) 12 (44.1%) (davon 4 nur mit Tierknochen) 15 (55.1%) 9 (75%) 1 1 1 3 beigabenlos.5%) (davon 4 nur mit Tierknochen) nicht bestimmbar oder nicht dokumentiert Eine Frau mit einer Kinderbestattung Doppelbestattungen Eine Frau mit Reste einer Brandbestattung nicht bestimmbar oder nicht dokumentiert Kenotaphe 12 3 (25%) (davon 2 nur mit Tierknochen) nicht dokumentiert Insgesamt 10 204 10 171 (83.8%) 4 (13.Tabelle 26: Totenausstattung: Zubehör und Beigaben Bestattungsformen Geschlechtsbestimmungen Frauen Anzahl 47 mit Beigabe 46 (97.8%) 33 (16.1%) 120 .6%) (davon 2 nur mit Tierknochen) 54 (93.4%) 4 (6.

Die restlichen 9 Gräber waren undokumentiert. Die Tierknochen stammen überwiegend von Schafen. Von 97 Gräbern (siehe unten Tabelle 27) mit Tierknochenresten sind in 63 Gräbern senkrecht auf dem Boden stehende Unterschenkelknochen (Tibia) vom Schaf nachgewiesen worden. Tierknochen Ein wichtiges Element des mongolischen Bestattungsrituals ist die Deponierung von Fleischstücken.2. Zwei Gräber waren gestört. In 97 Gräbern ist mindestens ein Tierknochen gefunden. Vor allem Unterschenkel. Tabelle 27: Fleischbeigabe Tierknochen Schaf Unterschenkel Rückenwirbel Schulterblatt Schädel Schienbein Knöchel Halswirbel Kreuzbein Hüftgelenk Rippe Überarm Hörner Unterkiefer Zahnbein Schädel Hörner Beinknochen Fessel Schulterblatt Knöchel Zahn Schulterblatt Unterkiefer Treffer (von der dokumentierten 97 Gräber mit Tierknochen) in 63 Gräbern 28 18 10 7 7 3 3 3 3 1 1 1 1 4 1 1 2 1 1 3 1 1 Ziege Rind Pferd 121 . nur in Ausnahmefällen in einem Gefäß. archäologisch in der Regel nur noch in den Tierknochen nachweisbar. In 60 der beigabenführenden Gräbern sind überhaupt keine Tierknochen gefunden oder nachgewiesen worden. Abgesehen von 13 Kenotaphen hat man in 26 Gräbern weder Inventar noch Tierknochen zu Tage gefördert.9. Schulter sowie kleinere Teile von der Wirbelsäule sind den Toten mitgegeben worden. Die Fleischstücke fanden sich gewöhnlich im Kopfbereich.2.

Aus diesem Grund enthalten viele der entsprechenden Grabungsberichte auch keine Angaben zur Struktur oder Konstruktion der Kenopathe. denn viele Ausgrabungen von Gräbern ohne Bestattungsreste und Funde sind früher einfach nicht dokumentiert worden.10. Allerdings könnte die Anzahl dieser Kenotaphe noch weitaus größer gewesen sein. Das Phänomen “kenotaph” ist weitgehend ignoriert worden.2. Insgesamt sind in der Mongolei nur 13 Kenotaphen aus der mongolischen Zeit bekannt geworden.Reh Knöchel Rückenwirbel Hund Murmeltier Fragmente vom einen unbestimmten Tierknochen Tabelle 28: Gräber ohne Fleischbeigabe 1 1 1 1 3 mit Beigabe und ohne Tierknochen beiganlos und ohne Tierknochen gestört nicht dokumentiert 2. Kenotaphe 60 26 2 9 Kenotaphe sind Grabanlagen ohne Bestattungen. 122 . sie können allerdings in der Grabgrube oder unter der Aufschüttung “Beigaben” enthalten.

Ögöömör Gr. Orchon-Tuul.Nr.Nr. 99) Chövsgöl. 2.1 (Kat. Gačuurt.30 m x 2. 5. Altanceceg Gr.4 (Kat.0. 9 (Kat. Altanbulag.00 m x 1. 2. 1. in der Mitte eine große Steine als Grabstele Oval.00 m. Morin Tolgoj Gr. 2. leicht gewölbt Oval. 135 ) Selenge. 4.00 m x 1. 2. Tarialan.Nr.20 m. Nr.60 m Oval.40 m ? ? ohne ohne ohne 5 6 7 8 9 10 11 12 1. Chongor.2 (Kat. in nördlichen Teil ein stehender Stein: H. Altanbulag. 173) Töv.68 m tief Scherbe. 165) Selenge.Nr. 2 (Kat.20 m Nicht dokumentiert Nicht dokumentiert Oval. Delgerchaan. 87) Chovd. 2 (Kat.Nr. 70) Chentij.8 m Oval. 98) Chovd. Urtyn Am Gr. abmessungen und evtl. 1 (Kat. Chanzat Gr. Nr.00 m.00 m x 1. Feuerstein ohne Schlacke. Bičigtej Erüü Gr.00 m Rund. Grabstele Rechteckig. Chölönbujr. Dm. Altanbulag.65 m Oval.80 m groß und 1. Buural Gr. Čandmani.Nr. Dm.80 m Rund.70 m x 0.Nr.20 m tief ? ? 0.50 m x 2. 13 (Kat. See Bag Gr.28 m x 4. SajchanOvoo. Kette aus Bernstein. 200) Keine Grube erkennbar ohne ohne 123 . Wo Aufschüttungsform.00 m x 4.00 m. Holzreste und Holzkohle ohne 2 3 4 0. Ustyn Am Gr. Nr. 1.80 m x 5. 1 (Kat.30 m x 0. 112) Dundgov’. 187) Töv. (). 189) 0. Zambaga Gr. Nr. 5. Morin Tolgoj Gr. 1 (Kat.Nr.50 m Grube Bestattungsreste ohne Beigabe 1 Chentij. 2. 111) Dornod.1 (Kat.Nr. Delgerchaan. 5 m tief 0. Bürenchajrchan Gr. 1 (Kat. im nördlichen und im südlichen Teil der Aufschüttung jeweils ein größerer Stein als Stele Oval.60 m tief ? ? Keine Grabgrube erkennbar ohne ohne ohne ohne ohne ohne ohne ohne ohne Feuerstein ohne ohne ohne ohne Ein Hüftgelenk vom Schaf ohne 13 Ulaanbaatar.Tabelle 29: Altmongolische Kenotaphe Nr. 185) Töv. 2 (Kat. 3.10 m Oval. Bulgan. Ich Am Gr.

42-43. I. Lediglich die Höhle von Checüü Uul (Kat. D.2. Кyzlasov 1982.3. I. O. 25-30. 100-129. 2. Menes / L.3. U. 23. Batsajchan 1993. 81-89. Erdenebat / G. 332-359. Bayar 2004. 223) bildet eine Ausnahme. Die rundförmige Hauptnische (Dm. Volkov / C.L. 100-129.und Höhlengräbern wurden ausnahmslos Körperbestattungen angetroffen und durchweg Einzelgräber. 29-30. U. Navaan 2002. Kyzlasov 1986. 88.I. Wegen der zerstörerischen (neuzeitlichen) Grabplünderungen sowie des schlechten Erforschungzustandes ist unser Wissen über die Aufschüttungen oder Steinauskleidungen gering. Sie ist relativ schräg und tief (ca. D. Pavluckaja 1992.und Bestattungstypus im östlichen Zentralasien und Süd-Sibirien282.V. Bajar / U.S. Möglicherweise bedeckte man diesen Felsgrund mit Steinen.V. deren Sohle aus flachen Fels besteht. Pohl 2005b. D. 135-152. Reste eines P. G. Begräbnisort Felsspalten. Chürelsüch 2007. Ju. Bisher kennt man über 50 Fundorte dieses Grab. V. 24-25. Kočeev / V. Menes 1988b. Erdenebat 2000a. 46-53. Bilegt 1992. Monosov 1996. 212-213. Aseev 1980. Perlee 1959. Erdenebat 2000b. D.M. U. G.3. V.3. Erdenebaatar 1996.und Höhlengräber liegt stets auf der Mittel-oder Oberterrasse. dort wo man die Ferne sehen konnte. Erdenebat / D. I. 3-5. 18-24. Ju. 66-67.oder Paarbestattungen wurden nicht festgestellt. 113-121. Gorjunova / V.2. U.L. 10. Inwieweit die Orte gekennzeichnet waren ist noch nicht untersucht. auf der Sonnenseite eines felsigen Berges. 2. U. 2.P. Kollektiv . 155-159. D. Bajar / U. Ch. Nr.A. Grabbau Die Verstorbenen legte man in eine Felsnische oder in eine kleine Höhle. Erdenebat 1998. 87-102. 59-60. Chudjakov / V. Höhlen-und Felsspaltengräber Die Fesspalten-und Höhlenbestattungen bilden eine bislang weitgehend unbekannte und unerforschte Quelle für die Archäologie der eurasishen Reitervölker. da die meisten Felsspaltenbestattungen durch Raubgräber entdeckt worden sind. Doržsüren 1963.A. 169-199.L. Kyzlasov 1999.1. Erdenebat / E. etwa 8 m) sah wie eine Jurte aus. 42-43.3. Plotnikov / Z. 45-66. U. Erdenebat 2001a. Regzen 2001. I. 282 124 . Chorošich 1955. Navaan 1973. In der Hauptnische lagen in völliger Unordnung menschliche Skelette und Bekleidungsreste aus Fell. 13 m). Erdenebat / S. Bestattungsweise In allen Felsspalten. Die Höhle liegt unter der Erde und besteht aus 2-3 Nischen.

Tabelle 30: Totenhaltung in Höhlen-und Felsspaltengräbern Totenhaltung In gestreckter Rückenlage In sitzender Hockerlage Auf dem Bauch nicht bestimmbar oder nicht dokumentiert 2 2 Männer 5 Frauen Kinder Erwachsene ? 1 1 1 2 6 5 Summe 11 1 1 12 125 . 227) als Ausnahme zu betrachten ist. Nr. Nur in einem Fall. Darüber hinaus fanden sich in der Höhle Brandspuren und eine kompakte Dungschicht. Ob auch das auf dem liegende Kind in der Höhle von Gurvan Zeerd (Kat. Nr. Dabei sind gewöhnlich die Arme an der Seite. Reste der Birkenrinden. 215) auf dem Berg Tüchnen im Chentij Gebiet hat man einen Sitzhocker gefunden. Scherben aus Ton (wahrscheinlich aus Kitan Zeit stammen) sowie Fragmente vom Schaf. 30 jährig) 1 Mann (über 60 jährig).Filzstiefels. Die menschliche Skelette gehören zu: 7 Kindern (Neonatus bis 10 jährig) 2 Männern (ca. Reste eines Trogs aus Holz. im Felsspaltengrab 1 (Kat. Es handelt sich um die in Filz gewickelte Mumie einer Frau in gehockter Lage. Totenhaltung Die Toten wurden in gestreckter Rückenlage auf der Felssohle (keine Grabgrube) gebettet. Vermutlich ist der „dokumentierte“ Zustand/Lage des Leichnams nicht der/die ursprüngliche.3. Hände am Becken angelegt und die Beine gestreckt. kann nicht entscheiden werden. 30 jährig) 2 Frauen (ca. die rittlings auf einem Sattel sitzend bestattet worden ist. Die zwei jungen Männer wurden möglicherweise erdrosselt: beide Leichen fanden sich mit einem Seil um den Hals gebunden. 2.und Rinderknochen.4.

seltener nach Westen und Süden gebettet.5.2. Belegt ist auch – und auch das spricht für ein Trennungsritual – dass einige Tote mit Holzteilen oder Spalthölzer von Schlitten oder Schleifen bedeckt waren oder dass sich diese Hölzer neben dem Toten fanden.3. 126 . B.und Felsspaltengräber sind sehr komplex.3. in einem Brettersarg (8%) oder in einen ausgehöhlten Baumsarg oder gar zwischen das Scherengitter einer Jurtengitterwand (12%) beigesetzt.: Wagendeichsel oder Packsattel usw.6. Den Körper der Verstorbenen hat man zunächst mit einem Seidengewebe oder mit Filz umwickelt und ihn dann entweder auf einer hölzernen Bahre (25%). Räumliche Gegebenheiten bestimmen die Ausrichtung ebenso wie religiöse/spirituelle oder geomantsche Vorstellungen.oder “leiterförmige” hölzerne Totenbahren. Ausrichtung Die Verstorbenen waren überwiegend mit dem Kopf nach Osten oder nach Norden. So hat man in allen Gräbern mit dokumentierter Ausrichtung die Verstorbenen jeweils parallel zu den längeren Wänden der jeweiligen Felshöhlen oder Nischen ausgerichtet. Dies kann auch im Zuge eines Trennungsrituals erfolgt sein.) mit dem man die Leiche zum Begräbnisplatz gebracht hatte. Überwiegend richtete man sich anscheinend auf den jeweiligen Berggipfel aus. Totenbehälter Die Leichenbehälter in den Höhlen. Tabelle 31: Ausrichtung der Verstorbenen in den Höhlen-und Felsspaltengräbern Ausrichtungen N-S NW-SO NO-SW O-W W-O S-N nicht bestimmbar oder nicht dokumentiert 1 2 1 Männer 1 1 1 3 1 1 4 5 Frauen Kinder Erwachsene ? 1 1 1 1 Summe 2 2 2 4 1 1 13 2. Möglicherweise nutzte man als Totenbahre das Transportmittel oder Teile des Transportmittels (z. Häufig finden sich “schlitten” .

eiserne Schere. Köcher aus Birkinrinde. Typische Beigaben in Frauengräbern sind Bronzespiegel. In Kindergräbern fanden sich kaum Beigaben.7. einschneidige Messer mit Holzgriff). zumeist nur Tierknochen. Reflex-Bogen. Holzkamm. Eisensäbel.3. Spinnwirtel sowie hakenförmige Ohrringe. Knute. Beigabenaustattung Männer und Frauen zeichnen sich wie auch in den Erdgräbern mit Steinschüttung durch eine charakteristische Beigabeausstattung aus: Männer durch Waffenbeigaben (eiserne Pfeilspitzen. verschiedene Gürtelgarnituren) und Feuerzeug (Beutel mit Feuerstein). Pferdegeschirr (hölzerne Sattel.Tabelle 32: Totenbettung in den Höhlen-und Felsspaltengräber Leichenbehälter Hölzerne Bahre Hölzerne Bahre/Spalthölzer Hölzerne Bahre/Seidenhüllung Brettersarg Brettersarg/Spalthölzer Ausgehöhlte Holzsarg Ein Sarg aus Holzrahmen mit Lederbezug Jurtengitterwand Jurtengitterwand/Filz Filz Abgedeckt mit Spalthölzer einer Wagendeichsel ohne nicht dokumentiert 2. Doppelringtrense. eiserne Steigbügel mit Öse. Männer 1 1 1 1 1 1 2 1 1 1 1 1 1 1 1 1 4 Frauen Kinder Erwachsene ? 1 1 1 1 Summe 3 6 2 1 1 2 1 1 1 2 1 1 2 1 8 3 127 .

In nomadischen Gemeinschaften des eurasischen Steppenraumes ist vor allem die Auswahl des Begräbnisplatzes. sowie am oder in Bezug auf den Toten vor. Hüttel. 283 284 Zur Terminologie H. Als der Ort.” „Alle Funde und Befunde.3. 3-14. In vielen Studien zu Totenritual und Grabbrauchtum beschränkt sich die Darstellung auf Bestattungsweisen im engeren Sinne wie die Totenbehandlung einschließlich der Ausrichtung und Lage des Toten. Zum Totenritual im weiteren Sinne rechnen aber auch Handlungen wie die Wahl des Begräbnisplatzes. die Aufbahrung und/oder Ausbringung des Toten283. bei und nach dem Begräbnis umfasst. Unveröffentl. Beigabensitte.G. an dem die Ahnen wohnen. H. 128 . Kapitel: Das Totenritual “Totenritual nennen wir den Komplex von Ritualen und Brauchtümern. der Totenbettung. . wie Opfer im oder am Grab oder Totenmahlzeiten. ein zentraler Aspekt des Totenrituals. der Grabbau. Die Gräberbezirke der Sippe oder des Stammes bildeten in nomadischen Kulturen häufig kultische Zentralorte. die sich vom Totenritual erhalten haben“ nennen wir Grabbrauchtümer. Grabbrauchtum und Totenritual.-G. waren sie vielfach der einzige ortsfeste Bezugspunkt im Wanderdasein einer Nomadengemeinschaft284. Hüttel 2001. die Wahl des rechten Ortes. Bonn o.J. der alle (ritualisierten) Handlungen am Sterbenden. Vorlesungsskript.

-G. Die Wahl des Begräbnisortes ist in spätnomadischen Gemeinschaften häufig durch mythische Bindungen an einen Ort der Stammessage oder Stammesgeschichte bestimmt. . vorbestimmt auch durch die Lage eines heiligen Bezirks im Rahmen des Ahnenkults. 187.3. finden sich. 2001. d. Dort liegen sie im Bereich der wiedereichen Berg-und Grassteppen. fast alle Gräberfelder oder. Hüttel: „Die weitaus meisten eisenzeitlichen Grabhügel und Grabhügelfelder vertikal und radial nomadisierender Gemeinschaften der zentralasiatischen Hoch-und Mittelgebirge zwischen Pamir und Chentii finden sich in den Vorgebirgen oder am Gebirgsfuß. Dabei spielen Kriterien wie die Beziehung des Platzes zu bestimmten Bergen oder Flüssen oder die Ausrichtung zu diesen eine entscheidende Rolle. Gräberweiden einschließlich der hochaltaischen „Königsnekropolen“ im Tuekta-und Pazyryk-Tal mit ihren monumentalen Hügelaufschüttungen sind im Umfeld der traditionellen Herbst-und Winterweiden angelegt worden. Hüttel. Herbst-/Winterweide und Bestattungsplatz verknüpft eine regelhafte Beziehung“ 285. Von Bedeutung ist nicht nur an welchem Ort. Grabbrauchtum 1 ff. sei es eines Clans oder eines Stammes. welches zeit. H. ob einzelne Gräber je für sich liegen. vor allem in unteren bis mittleren Höhenlagen. die über den Clan oder einzelnen Stamm hinaus verbindlich sind.. Tryjarski 2001.-G. 3. E. Die in der Regel traditionsbestimmte Wahl des rechten Ortes kann darüber hinaus bestimmt sein durch komplizierte Vorschriften und Rituale etwa geomantischer Natur286. Das bedeutet. 129 . angemessener. wie im T’ein-shan und Altai. sondern auch wie der Bestattungsplatz angelegt ist. Hüttel 2001. ob sich Gräber etwa zu Gruppen ohne 285 286 H. In der Wiederkehr gleichartiger Platzmuster können auch topographisch bestimmte Auswahlmuster erkennbar sein. In einem signifikanten Zusammenhang zur Örtlichkeit des eisenzeitlichen Nomadengräber in Zentralasien schreibt H. Sie ist in starkem Maße durch die Traditionen einer Bestattungsgemeinschaft bestimmt.1.h. 3 f.und Staatsbildungen oder Religionsgemeinschaften können auch Traditionen gebildet werden.und regionalspezifischen Regeln unterworfen ist.-G. ders. Dies gilt vor allem für einige spätnomadische Ethnien wie Osttürken oder Mongolen. sondern unterliegt wie die gesamte Totenbehandlung einem Ritual. Aufgrund stammesübergreifender Herrschafts. Nur in wenigen Ausnahmefällen wie im Ostpamir sind kleinere nomadische Gräberbezirke auch im höher gelegenen Bereich der alpinen Hochweiden oder Syrten angelegt worden. seltener in den unwirtlicheren Wüstensteppen. Örtlichkeit und Struktur: Die Wahl des rechten Ortes Die Auswahl des Bestattungsplatzes ist im Allgemeinen nicht beliebig.

287 130 . Ystoria Mongalorum. die bestimmt sind durch die sozialen und wirtschaftlichen Besonderheiten des mongolischen Hirtennomadismus sowie das besondere Verhältnis der Nomaden zu Natur und Umwelt. Europäische Quellen: a) armeinisch: Kirakos Gandzakeci. Heissig 1970. Hei-Ta shih-lüeh (Kurzer Bericht über die Schwarzen Tataren) von P’eng Ta-ya und Sü T’ing [1236]. Patmut’yun Hayoc (Geschichte Armeniens des Kirakos von Gandzak) [1270]. andererseits aber sehr eigene spezifisch mongolische Züge aufweist. Itenerarium. Damdinsürüng 1957. Ch. Alter und Herkunft des Verstorbenen. Bolor toli [1834-1837] des Jimbadorji. -Über die mongolische Literatur und orale Traditionen im allgemeinen: Č. niedergeschrieben nach dem Diktat im Jahre 1298 von ser Rustichello im Gefängnis zu Genua. Erdene-yin tobči des Saγang sečen [1662].D. anläßlich der Reise 1245-1247. Š. Persische Quellen: Gami-at-tawarich (Sammler der Geschichten) [1310] von Rašid-ad-din. Gaadamba 1987. sondern darüber hinaus auf eine Vielzahl von außermongolischen und mongolischen Schriftquellen sowie orale Traditionen altmongolischer Zeit wie sie u. Le devisement du Monde. Unsere Erkenntnisse dazu stützen sich nicht allein auf archäologische Beobachtungen. Diese spezifisch nomadischen Eigenheiten des Totenrituals zeigen sich auch in der Auswahl und Anlage des Begräbnisplatzes. Perlee 1969. Chinesische Quellen: Meng-Ta pei-lu (Ausführliche Aufzeichnungen über die Mongolischen Tatan) von Chao Hung [1221]. Alle Beobachtungen. dass die mittelalterlichen Mongolen eine eigene klare und geregelte Vorstellung über den rechten Ort und die Anlage der letzten Ruhestätte hatten. Nansalmaa 1987. einen Bestattungsplatz aussucht. W. Yüan-shi (Geschichte der Yüan) [1369-1370].a. Š. in Epen und Märchen überliefert sind287. Allgemein gilt in der mongolischen Tradition.B. . Bilegt 2007. Ts’ao-mu-tze (Notizen von den Gras und Holz) von Yeh Tze-k’i [1378]. 1984. Vielfach trifft man auf Gräber sowie auf Denkmäler der mittelalterlichen Mongolen in wunderschönen vegetationsreichen. im günstigsten Fall regelhafte Platzmuster erkennen lassen sowie Beobachtungen zur Anlage oder Gliederung eines Begräbnisplatzes sollen im folgenden als Teilkomplex des Totenrituals verstanden und unter den Aspekten Örtlichkeit und Struktur zusammengefasst werden. 288 D. c) mittelfranzösisch: Marco Polo. wo man den Toten beerdigen kann288. das wie bei anderen zentralasiatischen Steppenvölkern auch durch traditionelle Glaubensund Jenseitsvorstellungen sowie Tabus bestimmt ist. nicht selten aber auch in einsam öden Landschaften. nach der Reise 1253-1255. Ders.C. Die Örtlichkeit ihrer Gräber wie die Anlage ihrer Begräbnisplätze zeigen uns. entwickelte sich ein Grabbrauchtum. Altan tobči des Blo bzan bstan ‚jin [1655]. 301. .erkennbare Ordnung oder in geordneten Gruppen oder Reihen zu einem Grabbezirk zusammenschließen. L. welche irgendwie geregelte Auswahlvoraussetzungen. Bei den Mongolen. dass man unter Berücksichtigung von Geschlecht. Bira 1978. b) lateinisch: Johannes de Plano Carpini. Tarih-i gahan-gušai (Geschichte des Welteroberers) des Ata Malik alGuwaini. Mongolische Quellen: Geheime Geschichte der Mongolen [1240]. Man betet zur Erde und bittet um einen Platz. Nach Die wichtigsten hier verwendeten Quellenwerke sind: A. . Ders. 1986. Wilhelm Rubruk.

dass einige Menschen nach dem Tode in der Steppe ausgesetzt. 249-258. Schwurbruder. Nicht zuletzt können zumindest im Fall hochstehender Persönlichkeiten auch subjektive Vorlieben die Ortswahl mitbestimmen. 234-235. die Carpini dann zwanzig Jahre nach dem Tod Činggis Khans als hergebrachte mongolische Sitte oder Privileg der Eliten beschreibt. gestorben. andere hingegen “in der Mitte des Berges” begraben wurden. So wird Quyildar. so lasse mich ohne Blutvergießen töten! Wenn ich. Risch 1930. Darüber hinaus können auch rein ästhetische Gründe eine Rolle bei der Wahl des Bestattungsplatzes spielen289. angeblich der mongolischen Sitte entsprechend. der Gür-Khan und Freund-Feind Činggis Khans. 80-81. 98 (§ 175). so bringe meine toten Knochen an einem Es zeigt sehr deutlich beim Studium der alten prähistorischen und geschichtlichen Siedlungsplätze der Mongolei. So berichtet Carpini: „Wenn aber der Kranke gestorben und von hohem Rang ist. Auch der veräterische Jamuqa.der mongolischen Tradition ist es notwendig. Für die Bestattung bedeutender Persönlichkeiten sind naturgemäß auch repräsentative Gründe wesentlich für die Ortswahl. Stämme oder Geschlechter ihre Hauptsiedlungen immer wieder in der Nähe von Siedlungen vorhergehender Perioden angelegt haben (J. 323-359. Nach dem Zeugnis Rašid-ad-dins wurde auch Činggis Khan. Beliebt sind darum freie oder muldenförmige Areale. Die aus den Schriftquellen nicht geklärte Frage ist allerdings. an seinem Lieblingsplatz bestattet291. dem Führer der Mangquten. 290 Carpini / F. 292 B. Taube 1989. gesagt: “Da ließ Činggis Qahan auf dem Keltegei-Felsen bei dem Ort Or Nu’u am Qalqa-Fluß seine Knochen beisetzen293”. wurde so begraben. Er wünschte wie es die Tradition für Würdenträger und Angehörige der Oberschicht vorsah. Im Angesicht des Todes bittet er ČinggisKhan: “Wenn du. Rintschen 1962. so begraben sie ihn heimlich in der Steppe an einem Ort. ob man im Falle Činggis Khans einer alten Tradition folgt oder ob nicht vielmehr Činggis Khan hier eine Tradition gestiftet hat. dass späterlebende Völker. Pürev 2002.I. dem Stammesadel sowie Schamanen vorbehalten292. Schubert 1963. wie sie auch bevorzugt genutzt werden als Stellplatz einer Jurte und der Herde. dass der Verstorbene den Himmel sehen soll. Während sich „normale“ Gräber vorwiegend auf Hochplateaus oder auf Südhanglagen in Flusstälern finden. 291 Rašid-ad-din / O. Smirnova 1952 – I/2. Die malerischsten und exponiertesten Orte waren herausragenden Persönlichkeiten wie Khanen. O. gnädig bist und mich töten läßt. so sind die Gräber hochgestellter Personen vor allem in höheren Berglagen und auf Berggipfeln angelegt. Von Bedeutung ist. In der “Geheimen Geschichte der Mongolen” wird berichtet. 335. 293 Geheime Geschichte / M. daliege. 289 131 . 156). Heerführern. für das Grab einen Platz in den Bergen mit einer schönen Aussicht zu suchen. auf einem hochgelegenen Platz begraben zu werden. den er besonders gern gehabt hat“290.

die Verstorbenen in einer Felsenhöhle oder Felsspalte bestattet oder zumindest in der Nähe von Felsschluchten beigesetzt. dann will ich dich bis zu den Nachkommen deiner Nachkommen für immer beschützen!294” Und Činggis-Khan befahl: “Laßt ihn ohne Blutvergießen dahinscheiden. laßt seine Knochen nicht offen liegen. 124. Entsprechend stellt die Höhle im Totenritual den Eingang in den Schoß der Erde dar. 296 P. Taube 1989. Die relative Häufigkeit von Gräbern in Felsspalten oder Höhlen entspricht zwar den besonderen naturräumlichen Verhältnissen des mongolischen Hochlandes ebenso wie der besonderen topographischen Situation seiner eigentümlichen Berg. Die Öffnung wird “Mutterschoß” genannt. Taube 1989. einen Verstorbenen ihrer sozialen Gruppe. dass sie aller Sünden ledig. Setzt sie gut bei!” 295. wenn sie hier hindurchkriechen. sanft ansteigenden Grotte. Poucha 1960. B. 206). Dennoch muss man fragen. die einem Mutterschoß ähneln.hohen Platze. Umai)”. und die frommen Pilger glauben. enge Öffnung auf den Abhang des Berges weist. insbesondere Höhlen mit den Namen “Mutterschoß (mon. Berge und Berggipfel spielen weltweit und zu allen Zeiten im Mythenschatz der Völker eine besondere Rolle. unter sicherlich nicht einfachen Umständen auf die felsige Spitze eines nahezu 2700 Meter hohen Berges zu transportieren. den Krieger aus der Provinz Bajanchongor (Kat. Ich habe es ihnen in Gesellschaft meiner Begleiter nachgemacht und gewann dabei in der Nähe des Berggipfels einen unbeschreiblich schönen Ausblick in die weitausgebreitete mongolische Landschaft296”. aus der eine kleine. Wir steigen einige Steinstufen empor und befinden uns in einer niedrigen. 135 (§ 201). als der Weg auf dem die Toten in das Totenland zurückkehren. 136 (§ 201).und Felsformationen. wenn die entsprechenden naturräumlichen Voraussetzungen gegeben waren. Darum wurden. Geheime Geschichte / M. Als Sitz der Götter sind sie aus dem griechischen Kulturraum (Olymp) 294 295 Geheime Geschichte / M. Nach Aussage der mongolischen Epen ist die Höhle gedacht als Eingang in das Land der Toten. Als bevorzugte Bestattungsplätze in den Bergen dienten häufig Felsspalten oder Felshöhlen. um ihn in einer unzugänglichen Felsspalte zu bestatten. Nr. wie z. unschuldig wie neugeborene Kinder das Licht der Welt erblicken. Eine solcher Höhle im Övörchangaj Ajmak beschreibt der tschechische Gelehrte Pavel Poucha in seinem Reisebericht “13 000 Kilometer durch die Mongolei”: “Von der Hauptgrotte scheint rechts der Eingang in eine weitere Höhle zu führen. was die Menschen veranlasst hat. 132 . Darum gibt es in der Mongolei heute noch viele heilige Orte.

das auch in der Literatur und der oralen Tradition der Mongolen und Tibeter vorkommt. Pohl 2005b. 299 W. illustriert die ursprünglich bei den Mongolen vorherrschenden Vorstellungen über die Ahnenkult und die Notwendigkeit des Schamanen als Mittler. wenn er ich mit allen Aufschlussreich sind mögliche Verbindungen zwischen und den Felshöhlenund Felsspaltengräbern der 297 298 U. Zu einer Zeit. teilte er seinem Sohn mit. Bei zentralasiatischen Völkern ist der Berg zudem Schutzgottheit der Sippe und Sitz der Ahnen. gab es einen alten Mann. 81. In diesem Zusammenhang zitieren wir aus einem Werk des großen deutschen Mongolisten W. welche keine Spuren eines späteren lamaistischen Einflusses aufweist. der dort mit der Geburt aus dem „Mutterschoß“ begonnen hat297. Der Berg und insbesondere der felsige Berg ist aber auch ein zentrales Motiv in einem weiteren Mythos. Es handelt sich hierbei um ein weit verbreitetes Märchenmotiv. 133 . Die Kinder von Helden werden von der sich in einer Höhle versteckenden Mutter geboren und wachsen dort im Schutz der Höhle auf. Als er seinen Tod herannahen fühlte. Die Felsenhöhle gilt als Eingang zur Unterwelt. Auch Angaben über Felsbestattungen sind in mongolischen Epen überliefert. da die Mongolen noch in ihrer Stammheimat im nördlichen Khangai lebten. Mit einer Bestattung im Fels endet gleichsam ein Lebenszyklus. 16-37. so werden Tote auf Bergspitzen oder in Höhlen beigesetzt. dem Sinnbild der Unvergänglichkeit. der Geburt des Helden aus dem Felsen. Und weil der Felsen oder die Höhle der Wohnsitz der Vorfahren und der Beschützer der Sippe sind. so im Burjatischen Epos “Der Knabe Alamži mergen und seine Schwester Aguj Gochon Duchej300”. Schletzer 1983. D. Heissig: „Eine Legende aus dem Tsakhar-Gebiet über die Entstehung des Schamanismus. und die Geister leben in den Bergen und Höhlen298. Erdenebat / E. Schletzer /R. er werde ihn auch nach seinem Tode im späteren Leben schützen. die einen Zusammenhang mit der schamanistischen Verehrung von personifiziert geglaubten Berggottheiten vermuten lassen299. prähistorischen Höhlenkulten mittelalterlichen Mongolen. Heissig 1982. 29.genauso überliefert wie aus Tibet (Kailash) oder Japan (Füji). So finden sich in mongolischen Epen Hinweise auf eine Verbindung zwischen Felsgeburt (Petrogenese) und Bergkult. In den Legenden der türk-mongolischen Völker werden Berghöhlen und Felseingänge mit mythischen Personen in Verbindung gebracht. 300 Echrit-Vulgatskie epopei /Žamcarano 1959. 13. der bereits über gewisse Zauberpraktiken verfügte. werden Grabstätten zu Hügeln gestaltet. Der Geburt eines Helden findet in der Berghöhle statt oder er wird aus einem Stein geboren.

Heissig 1970. siebten und neunten Tag jedes Neumondes am Grabe des Vaters dargebracht. die oftmals in Personalunion mit dem alles beherrschenden ewigen Himmel gedacht wird. beseelt. Der Sohn tat so nach dem Tode des Vaters und setzte diesen auf einem erhöhten Platze. dass man in gewöhnlicher Rede niemals den tatsächlichen Namen des Berges gebrauchte. Diese waren verantwortlich für das Wohlergehen der in dem jeweiligen Landstrich wohnhaften Menschen und ihres Viehs. Das Beispiel des Ulanhad oder Hung-shan. 134 . einer ältesten und am weitesten bekannten schamanistischen Gottheit. an und wurde immer mächtiger.Ehren bestatte und ihm auch später Opfer darbringe. Als die Mutter starb. Blitze und Hagel fallen zu lassen und Übel anzurichten. setzte der Sohn sie in derselben Weise an erhöhter Stelle bei und opferte ihr ebenfalls. eines Hügels nahe der Stadt Lunshi in der südwestlichen Mandschurei. Die Scheu der Mongolen vor diesen Berggottheiten war so groß. 308-309. Der Mutterschoß war 301 302 W. Er unterstellte sich dabei dem Ataγa tngri. Vor allem die Höhen und Berge galten als Wohnsitz der Erdherren und Berggeister. Auch sie vereinigte sich als Geist mit den anderen Ahnengeistern und erlangte so ebenfalls Macht zu fliegen. Wie bei den Orchon-Türken waren Himmel. in wie ferne Zeiten die Erinnerung der mongolischen Überlieferung zurückgreift. „der Heilige“ (Boγda). zeigt. Branntwein an jedem ersten. der sich durch die gesamte Geschichte der Mongolen verfolgen lässt. dass noch gelegene Plätze als Begräbnisstätten besonders gesucht waren. sondern ihn mit lobenden Umschreibungen wie „der Schöne“ (Qayirqan). Dort wurden nämlich verschiedene Lagen steinzeitlicher Bestattungen einer tungusisch-mongolischen Mischrasse gefunden. Bestattung an einem hoch gelegenen Ort ist ein Zug. Donner und Blitz zu beherrschen wie auch dem Regen und dem Hagel zu bieten“301. der Sohn des Verstorbenen habe regelmäßig Opfer von Tee. bezeichnete“302. W. 411-412. Wolken. der “Mutter Erde” oder der “Mutter Sonne” an. den Ortsgeistern. wie der Leichnam des verstorbenen Ahnherrn auf einem erhöhten Platze bestattet wurde und es zur Vereinigung von Geistern und Naturgewalten kam. Man rief bei Schwüren den Beistand und die Zeugenschaft des “mächtigen Himmels”. Dieses Beispiel zeigt. dem roten Felsen. Er wurde so in die Lage versetzt. Die Legende berichtet nun weiter. den Personifizierungen verstorbener Ahnen. was beweist. Bei ihrer animistischen Denkweise war für die Mongolen die ganze Erde von guten und schlechten Kräften. „der Hohe“ (Öndür) usw. Wasser und Milch. Erde und Sonne die Hauptgottheiten der schamanistischen Mongolen. In dieser Zeit freundete sich der Geist des Vaters mit Herren des Ortes. bei. Heissig 1970.

dann kann man leicht vermuten. Kljaštornjy 1987. mon. die geschichtlichen Spuren des Ortes und dieser Region des Orchon-Tales gehen zurück in vorbuddhistische Zeit. E. Tengri). das „Schicksal“ sowie Wohlergehen und göttliches Charisma bringt304. 230-237. Dlužnevskaja 1978. das als die weibliche Gottheit. S. Umai). So plausibel die Erklärung der Legende sein mag. 307 F. die von Plano Carpini Itoga überlieferte “Mutter Erde” angesehen wird306. Jhts). Kljaštornjy 1987. Derartige Phallusidole. Tryjarski 2001. Ihre Namen sind in den Orchon – Inschriften überliefert303: Tängri („Himmel“ – mon. 304 303 135 . 226-233. 305 L. 45. der einer Vagina. Yduk Yer-Su (b) (wörtlich „heilige Erde-Wasser“. interveniert in Angelegenheiten auf der Erde. als die Ötügen. Er erteilt Befehle und gibt Anweisungen. die wir noch an verschiedenen anderen Orten der Mongolei finden können. auch die soziale Stellung und Herkunft bestimmen die Auswahl des S. 203. die sexuellen Traumphantasien der im Zölibat lebenden buddhistischen Mönche abzukühlen307. Die steinerne Penis. in den “ötüken yiş”. Wenn solche Kultstätten mit Fruchtbarkeitskulten und dem “Mutterschoß” verbunden sind.eigentlich eine der drei wichtigsten alttürkischen Hauptgottheiten. dass die Tradition zumal im Orchon-Tal wesentlich älter ist als die (zweite) Verbreitungszeit des Buddhismus in der Mongolei (16. G. Umain Am) weist. jenes Gebirges. einem “Mutterschoß” ähnelt. Zwischen dem oberen blauen Himmel und der unteren dunklen Erde erschafft sie die Menschensöhne. Stelling 2005. S. 28. indem er unter anderem den Menschen das „Glück“. K. sie führen zurück zu den Uiguren und OrchonTürken und in den heiligen Hain (der Erdmutter). zurück zu den Mongolen des Mittelalters (Karakorum). Die Unterschiede in der Wahl des rechten Bestattungsplatzes beruhen neben verpflichtenden Vorgaben der Tradition wie Ahnensitze und topographischen Faktoren vor allem auf sozialer Differenzierung. 371. Umai (Mutterschoß) war eine Fruchtbarkeitsgottheit. Skobelev 1990. dienten der (buddhistischen Volks-)Überlieferung nach dazu. Aus diesem Grunde wurde sie in der Sibirisch-Zentralasiatischen Mythologie als weibliche Schöpferin dargestellt und gilt als göttliche Ehegattin des Himmels305. Unweit des Klosters Erdene Zuu findet sich auf einer runden Steinplatte ein etwas über einen Meter langer und vierzig Zentimeter dicker Steinphallus. 223-224. Der Himmel/Tengri ist höchste Gottheit. dessen Kopf in Richtung eines Bergeinschnittes zeigt. Potapov 1973. 306 P. 265-286. 45-53. Jettmar 2003. der in den Schoß des Gebirges (mon. Die Gottheit Yer-Su (b) repräsentiert eine chtonische Gottheit der unteren Hälfte (Erde) der Makrokosmos. Forkert / B. Gajar-Usu) und Umai („Mutterschoß“ – mon.h. d. Poucha 1960.-17.

310 Derlekü – bedeutet den Kopf auf ein Kissen legen oder etwas als Kopfkissen benutzen. dass die meisten Gräber. weil ich mich sonst an dir. Töte ich dich nicht. nach hinten blickend. Perlee 1956a. sich gewöhnlich immer auf sonnenbeschienenen südlichen Berghängen in Flusstälern oder Talhängen befinden. Die ältesten Nachweise finden sich in der Geheimen Geschichte. und würden mich töten. Der Fels oder Berg als Kissen: Die Vorstellung vom Felsen oder Berg als letztem Ruhekissen ist im Mongolischen geradezu sprichwörtlich: So bedeutet die mongolische Wendung qad derlekü 310. so doch zumindest an Talhängen oder den Berghängen der Vorgebirge. um dich zurückzuholen.Begräbnisplatzes308.h. Dabei werden der Berg oder der Felsen als ein „Kissen“ gedacht. der nicht aufstehen konnte. ob real oder nur in der Vorstellung. auf dem das Haupt des Verstorbenen ruht. 308 136 . 75-76 (§ 149). werden sie trotzdem sagen. obwohl Klassifizierungsvorschläge in der archäologischen Literatur zur altmongolischen Gräberkunde vorliegen. dass „sie einen schönen breiten Fluss überqueren und hinaufgehen zu schönen hohen Berghängen“ und danach wählte man an den Talhängen / im Vorgebirge einen Platz aus und machte dort ein Denkmal und bewahrt es309“. Diese altmongolische Sitte ist in der oralen Tradition der mongolischen Folklore bis in die Moderne überliefert. So berichtet in den Jahren 1922-1923 ein Epenerzähler: „Vor langer Zeit als noch kein Lama und sein Schüler waren [d. die „normalen“ Bestattungen. Taube 1989. zog ein Messer heraus und sagte: "Da kommen deine Söhne und jüngeren Brüder. vor der Zeit des Buddhismus]. werde ich ebenso getötet. Čima-ji qan-(i)-jan γardaba kegen ese teki alaγasu qan-(i)-jan γardaba kegen Die soziale Differenzierung der Gräber und Friedhöfe ist in der Mongolei noch sehr ungenügend erforscht. wenn man die Toten bestattete. 3. 311 Geheime Geschichte / M. wünschte man . sind Berge oder Felsen die bevorzugten Begräbnisplätze der Mongolen im Mittelalter. an meinem Qan vergreifen würde. 309 Ch. ich hätte Hand an meinen Qan gelegt. In jedem Fall. Und wenn ich dich töte. rittlings auf Tarqutai. und so will ich dabei (wenigstens dich) als Kopfkissen mitnehmen!311 (“Kögün degü-ner činu čima-ji buližu abura irebe. In §149 der Geheimen Geschichten der Mongolen heißt es: „Als seine Söhne und jüngeren Brüder angejagt kamen. im allgemeinen Sprachgebrauch bis heute „sich zur letzten Ruhe betten“. Ich werde in jedem Fall sterben. „einen Fels als Kissen nehmen“. stieg Širgü’etü der Alte in den Karren und setzte sich. Alle Beobachtungen zur Topographie der mongolischen Begräbnisplatze stimmen darin überein. Liegen die „normalen“ Gräber nicht wie bei den hochgestellten Würdenträgern hoch oben auf den Bergen.

Für die Mongolen des 13. 314 Geheime Geschichte / M. 332 (§ 154). 317 Carpini /F. Mostaert 1950. und ist ein Großer im Lager und unter den Verwandten des Toten317”. Mostaert315 und Š. bestattete ihn Mendü Örlüg gemeinsam mit seinen zusammen mit ihm getöteten zwei jüngeren Brüdern. ist er frei und macht. 81-82 (§ 154).alaqu-kü. Auch diese Bedeutungen liegen wohl der Sitte zugrunde. seinen Geist auszuhauchen. die auf jeden Fall sterben oder umgebracht werden sollten. Die Bedeutung des Ausdrucks “vor dem Tod ein Kissen oder eine Kopfstütze mitzunehmen” in der Geheimen Geschichte haben A.h. 351-354. “Sterben mit einem Kissen” ist auch überliefert in der Bedeutung “bevor jemand mich umbringt. 316 Š. bringe ich jemanden um”. Risch 1930. 129-172. bis er nahe daran ist. wenn er dann glücklich mit dem Leben davon kommt. 84 137 . ein „Kissen“ unter die Leiche ihrer Verstorbenen zu legen. sprachen die Tatar untereinander: “Wir wollen sterben. Dort heißt es: „Als Taisun Khan ermordet worden war. 295-296 (§ 149). Dann ziehen sie ihn heraus und lassen ihn ein wenig Atem holen. Sumyabaatar 1990. und er legte einen Bruder unter 312 313 Geheime Geschichte / B. und nachdem sie dort an einer Stelle alles Gras mitsamt der Würzel (d. dem “Altan Tobči” des Lobsangdanjin aus der Mitte des 17. Taube 1989. Eine Entsprechung ist in §154 der Geheimen Geschichte belegt: “Als sie sie am Achsstift messen und niedermachen wollten. Rasenstücke) entfernt haben.“sterben mit einem Kissen” verweist auf ein Tun an oder von Menschen. Jhs. Das wiederholen sie dreimal. machen sie eine große Grube und graben an der Seite dieser Grube unter der Erde noch eine Höhle (einen Gang) aus. Der Ausdruck . sei besser das Kissen eines Verstorbenen”. Es gibt heute noch bei den Mongolen das Sprichwort – “Sei nicht der Zeuge eines lebendigen Menschen. 315 A. was ihm gefällt. Sumyabaatar 1990. Darauf legen sie den Lieblingssklaven des Verstorbenen unter den Leichnam und lassen ihn so lang darunter liegen. alaγasu teki mün-kü alaγdaqu-kü bi. Gaadamba 1976. indem jeder ein Messer in seinem Ärmel steckt und (einen Feind) als Kopfkissen mitnimmt! [kügün tutum qančun-dur(i)-jan kituγai qančulažu dere abun üküje313] und wieder hatten wir große Verluste314”. mün ele üküküi-dür(i)-jen dere abun üküsü312)“. berichtet Plano Carpini gar von lebenden Menschen als Totenkissen: “Einige ihrer Würdenträger beerdigen sie auch auf eine andere Weise: Sie begeben sich nämlich heimlich in die Steppe.B. Jh. Gaadamba316 näher erörtert. Geheime Geschichte / B. Erinnerungen an diesen Bestattungsbrauch finden sich auch in späteren mongolischen Chroniken wie z.

Beide voneinander wohl unabhängige Angaben.den Kopf. den anderen Bruder unter die Füße des toten Khans als Kissen (kürküi-yin urida qaγan-i qoyar degüü-tei-i qoruγuba. wie die Mongolen im Mittelalter ihre Verstorbenen auf Kissen oder Substitute von Kissen gebettet haben. ein kissenartiges Bündel aus der Kleidung des Verstorbenen (z. Zu den Angaben der schriftlichen Quellen über Kissen in mongolischen Gräbern lassen sich einige Übereinstimmungen im archäologischen Befund feststellen. köl-dür nigen degüü-ben dere kin ongγolba)318”. andererseits von mongolischen Chronisten. zeigen. 76-77. Im altmongolischen Grabbrauchtum sind archäologisch nachgewiesen das Kissen als flacher Stein320. dass es im mittelalterlichen Grabbrauchtum der Mongolen auch Kollektiv. die auf die Vorstellung des Kissens verweisen und Hinweise darauf geben. Činggis qaγan-u čidig 1925. Es sind dies die einzigen Angaben zu altmongolischen Kollektivund Gefolgschaftsbestattungen. die bisher in der Mongolei archäologisch noch nicht nachgewiesen werden konnten. um ihn als Kissen unter sein Haupt zu betten oder man legte im Falle.B.: ein Stoffmantel aus Textilien) oder ein Sattelbaum aus Holz als Kopfstütze: Altan Tobči / Ch. 319 318 138 . Bawden 1955. die mit den Sitten und Gebräuchen sowie mit den Überlieferungen ihres Volkes gut vertraut waren. 77. In einigen Gräbern haben sich Spuren der Totenbettung erhalten. einerseits berichtet von einem scharfäugig beobachtenden europäischen Gesandten. im Pamir und in Tuwa.und/oder Gefolgschaftsbestattungen gegeben hat: Entweder nahm man einen Sklaven des Verstorbenen. Ähnlich berichtet die Geschichte von “Činggis qaγan-u čidig319”. diesen unter den Kopf oder die Füße seines toten Herrn.B. 320 Steinkissen unter den Häuptern Verstorbener sind bereits im Grabbrauchtum der frühen Nomaden belegt z. dass einer seiner Gefährten mit ihm getötet oder gestorben war. mendü örlig qaγan-i terigün-dür nigen degüü-ben derlegülbe.

Die Tatsache. Dies bestätigt sich in der allgemeinen Beobachtung. Nach dem offensichtlich üblichen und allgemeinen Sprachgebrauch wie er sich in der Formel qad derlekü ausdrückt. alle Verstorbenen haben einen Berg als Kopfkissen genommen! Darum umschreiben die Mongolen bis heute „sich zur letzten Ruhne betten“ mit qad derlekü .Tabelle 33: Liste der nachgewiesenen Kissenbettungen: als Kissen aus 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Textilien (Kleidung?) Textilien (Kleidung?) Stein Stein Stein Stein Textilien (Kleidung?) Textilien (Kleidung?) Textilien (Kleidung?) Textilien (Kleidung?) Sattelbaum Sattelbaum Lage Unter dem Kopf Unter dem Kopf Unter dem Kopf Unter dem Kopf Unter dem Kopf Unter dem Kopf Unter dem Kopf Unter dem Kopf Unter dem Kopf Unter dem Kopf Unter dem Kopf Unter dem Kopf Grab. Diese Beobachtung relativiert sich jedoch. ob auf einem Hochplateau oder auf dem Gipfel. war dann abhängig von individuellen oder gruppenspezifischen Faktoren wie z. Kat. „einen Felsen oder einen Berg als Kissen nehmen“. Nr. 139 . Die Heimlichkeit der Bestattung: Damit niemand den Ort des Begräbnisses wisse. dass alle Gräber ohne Kopfkissen auf der sonnenexponierten Hangseite eines Berges lagen. Ahnensitz. hätte man einen weit höheren Prozentsatz an archäologischen Nachweisen für Kissen erwarten können. haben die Mongolen ihre Toten heimlich begraben. Dies galt in altmongolischer Zeit allgemein.B. Herkunft und sozialem Status sowie auch naturräumlichen Gegebenheiten und Möglichkeiten (s. wenn wir das Grab an sich als Kissen denken. Das heißt. Dann kann qad derlekü auch in einem weiteren Sinne verstanden werden als Bestattung auf einem Felsen oder Berg. Auf welchem Berg jemand bestattet wurde. ob auf dem Hang eines Berges. so berichtet Plano Carpini.o). 103 104 107 121 125 126 131 139 199 204 206 214 Die archäologischen Zeugnisse für Grabkissen sind eindeutig aber überraschend spärlich.

und Dokumentationsstandes ist es schwierig zu entscheiden. zum Einebnen der Gräber lasse man die Erde von zahllosen („10 000“) Pferden feststampfen. Hyer 1979. Pinks 1980. Jagchid / P.und eisenzeitlicher Gräber und den zahlreichen Gräbern der Xiongnu und Türken nur verhältnismäßig wenig mongolische Gräber entdeckt worden sind. the prohibition will be raised [which forbids anyone from entering the area]. werden durch andere Berichte bestätigt und ergänzt. sondern die Begräbnisplätze völlig einzuebnen. Nach den Schriftquellen zu urteilen scheint die Heimlichkeit der Bestattungsplätze auf Gräber der Führungselite begrenzt gewesen zu sein. So berichtet Yeh Tze-k’i 1378 in seinen Aufzeichnungen Ts’ao-mu-tze. Ob die heimliche Bestattung allgemeiner Brauch war oder nur eine Besonderheit bei Begräbnissen hoher Würdenträger und Khane ist archäologisch beim gegenwärtigen Forschungstand nicht zu entscheiden. Was jedoch das Grab Temujin’s anbetrifft.dass im Gegensatz zu der Vielzahl bronze. könnte mit der Heimlichkeit der mongolischen Bestattungen und Begräbnisplätze zusammenhängen. die 321 322 P’eng Ta-Ya / Sü T’ing /P. ob sich Gräber zu Gruppen ohne erkennbare Ordnung oder in Reihen zu einem Grabbezirk zusammenschließen. ob einzelne Gräber je für sich liegen. Diese Kapitel der altmongolische Gräberkunde bleibt vorläufig dunkel. Die Aussage P’eng Ta-ya’s über die Sitte der Mongolen. Aufgrund des schlechten Forschungs. After new green grass arises in this area. the area will be level and all traces of the grave will be gone making it impossible to discover the site of the burial”322. Olbricht /E. Bis heute ist kein einziger mongolischer Friedhof archäologisch komplett untersucht worden. die bisher registriert worden sind. von denen jeweils nur 1-2 Gräber ausgegraben worden sind. 104. Zu diesen offenen Fragen gehört seitens der Archäologie auch das Merkmal „Heimlichkeit“. Er schreibt: „The burial custom of the Yuan is to dig a very deep grave. man lässt Pferde darüber traben und macht sie so der ebenen Erde gleich. 224. Die größten mongolischen Gräbergruppen. bury the body and cause ten thousand horses to pass over the grave to make it level. 140 . Chinesische Gesandter P’eng Ta-ya berichtet 1237: „Ihre Gräber haben keine Hügel. keine Grabhügel zu errichten. Carpini bezieht den „verborgenen Platz“ des Grabes ausdrücklich auf die „Höhergestellten“. mithin müssen aufgrund der archäologischen Quellenlage auch viele Fragen zur Wahl des Begräbnisortes und der Anlage und Struktur von Friedhöfen offen bleiben. so hat man dort Pfeile (in die Erde) gesteckt als Umfriedung [im Umkreis von 30 li] und Reiterpatrouillen eingesetzt zur Bewachung“321. S. bestehen aus max. Damit stimmt Beschreibung von Carpini um 1246 überein. 20 Gräbern.

Und die Wenigen. Risch 1934. persische.I. Rašid-ad-din /O. Amar (1886-1941) über die Bestattung mongolischer Herrscher (Khan) und über die Frage. Rubruk / F. Nach Auswertung der historischen Quellen schrieb der mongolische Historiker A. gaben es nur wenigen Auserwählten von Generation zu Generation weiter. Danach wird der Sarg verdeckelt und Carpini / F. dass der Begräbnisplatz unkenntlich gemacht worden ist.“ Dazu zitiert Amar aus einer chinesischen Quelle (“Ts’ao-mu-tze” [1378] von Yeh Tze-k’i): “Die Mongolen bestatteten ihre verstorbene Kaiser so: man sucht ein aromatisches Holz aus. Risch 1930.. Carpini / F. 84-85. „damit niemand den Platz mehr wiederfinden kann“.Mongolen hätten an der Begräbnisstätte zunächst das Gras abgetragen. beide ausgehöhlt in Menschengestalt. P’eng Ta-Ya / Sü T’ing /P. chinesische und mongolische Quellen stimmen darin überein.. Risch 1930. Deshalb wurden auch die Totengräber sowie Menschen. wo denn der Friedhof der mongolischen Großkhane liege: “. Die Gräber ihrer Herrscher hielten die Mongolen geheim. 132. dass Činggis Khan ebenso wie die Leichname der anderen mongolischen Khane und großen Fürsten heimlich begraben worden sind. Hüttel 2001. getötet. 84. Olbricht /E. Schalen. Nasunbaljir 1960. wo ihre Kaiser beigesetzt wurden. Unter den zahlreichen Angaben über mongolische Bestattungsbräuche und mongolische Friedhöfe in Schriftquellen sind die Nachrichten über das Begräbnis Činggis Khans sowie die Hinweise auf den Ort seines Grabes sowie die Gräber seiner Nachfolger besonders aufschlussreich324. Beraubungen und Grabzerstörungen zu unterbinden325. Smirnova 1952. 73-76. Saγan Sečen / Č. Socken und Gürteln aus weißem Leder.h. Pinks 1980. dazu Beigaben wie goldene Kannen. Die Toten werden in den Sarg gelegt bekleidet mit Zobelpelzmänteln und Kopfbedeckungen aus Pelz sowie mit Stiefeln. „und niemand mehr den Platz später finden kann“323.14-16 zeigen. so dass keine Spuren zurückblieben. das etwa menschengroß ist und fertigt einen Sarg aus zwei gleichen Hälften. die das Geheimnis kannten.-G. Darüber hinaus wurde ein weites Terrain um das Grab tabuisiert. vor allem der Gräber ihrer Herrscher die Identität eines Volkes oder Stammes ausgelöscht wurde. um Leichenschändungen. Alle Quellen aber. um das Geheimnis zu wahren. 224-225. sehr geheimgehalten. auch in der Lokalisierung des Begräbnisortes. zum verbotenen Ort erklärt. Becher. 325 Für etliche früh.Die Mongolen haben in früheren Zeiten den Ort. 324 323 141 . 152. d. Teller sowie Löffel. Die einzelnen Quellen unterscheiden sich in Einzelheiten. dass mit der Zerstörung ihrer Gräber. europäische.und spätnomadische Völker in Zentralasien konnte H. die dem Leichenzuge eines Herrschers ungewollt begegneten.

Während der Bestattung tötete man vor den Augen seinen Mutter ein Kameljunges und begrub es an der Stelle des Begräbnisses. At the same time. wo ihr Kameljunges getötet und begraben wurde. können nomadisierende Völker wie die Mongolen ihre Gräber und Friedhöfe nicht in gleicher Weise wirksam gegen Beraubung und Zerstörung Es gibt auch mongolische Erzählungen. Eine tiefe Grabgrube wird gegraben und nachdem der Sarg vergraben worden ist. bezüglich des Begräbnisses in China beherrschten mongolischen Khans aufgezeichnet: “When an emperor or empress is ill and death seems inevitable. 313-314. the body is placedin a coffin within the yurt. In the funeral procession. The body is dressed in a sable gown and hat. Drei mal am Tag wird für den Toten ein Schaf als Opfer dargebracht. 61-68. denn wenn dort im nächsten Frühling Gras gewachsen ist.. A logs is split in half an hollowed out in the form of the body. Wenn man dann im nächsten Jahr zusammen kam. Hyer 1979. brachte man diese Kamelstute mit und ließ sie dort frei. The chariot on which the coffin is transported are covered with white felt and draped with bluish-green na-shih-shih [Persian. golden-embroidered silk]. A sacrifice of a sheep is made three times each day during the journey to the burial. a pair of chopsticks and a spoon are also placed in the coffin. Amar 1934. stockings. Dann läuft und brüllt die Kamelstute und findet genau die Stelle. Remaining earth will be transported to a distant place. Bese 1982. Then the yurt [in which the body had been placed] may be bestowed upon a favourite vassal. Im Gegensatz zu sesshaften Völkern. die an einem Brokatzügel ein Pferd mit einem goldgeschmückten Sattel mit sich führt. den Begräbnisort von Cinggis Khan und den anderen drei Großkhanen zu finden. Three special officials who accompany the coffin to the grave will reside five li away from the grave and burnt offering will be made once each day for three years after which they return” (S. das dort ein Grab liegt.verschlossen und mit vier goldenen Reifen326 umwunden. der vollständige mongolische Text und englische Übersetzung siehe in: L. wird so nichts mehr darauf deuten. Following this. When the deveased emperor is prepared for burial a coffin is made of the fragrant nan wood. and amulets hanging from the belt are specially prepared of finely tanned. After interring the coffin. The length and the circumference will be only large enough to accommodate the body. Aber auf jeden Fall lag sein Grab (von Činggis Khan) in der äußeren Mongolei und auch der in China gestorbene Möngke Khan wurde in den Norden gebracht und dort beigesetzt”327. um das Grab geheimzuhalten. a dish. two golden water vessels.. um dem Toten zur Einjahresfeier der Bestattung ein Opfer zu bringen. they are removed from the palace to a yurt and should they die. a Mongol female shaman seated on a horse wearing a new coat leads a horse. Jagchid / P. Teppichen und mit Brokat. Eine Suche nach Činggis Khans Grab ist deswegen eine sinnlose Angelegenheit. a burnt offering or sacrifice (shao-fan) will be made of sheep for forty-nine days after the death. Die Leiche (oder der Sarg) wird auf einem Wagen transportiert. der bedeckt ist mit weißem Filz. die den dreifachen Sarg betraf. 105). Vor dem Sarg reitet eine neu eingekleidete Schamanin. called “golden spirit horse”. the dirt is replaced in the grave in the sequence in which it was removed. Each shovelful of dirt taken from the grave will be placed in a border at the side of the grave. Das geschieht. a bowl. Auf diese Weise konnte man den Begräbnisort des Verstorbenen wiedererkennen. 327 A. Drei Tage nach Eintritt des Todes fährt man den Leichnam zum Begräbnisort. white bleached hide. covered with na-shih-shih and equipped with a gold saddle and reins. 326 142 . läßt man zum Einebnen der Gräber die Erde von zahllosen (tausenden) Pferden festtrampeln. After this. Darum ist es auch nicht möglich. the boots. Ähnlich berichtet über traditionelle mongolische Bestattungsritualen im Kapital für Verehrung und Opferung (Chi-ssu chih) im Yüan shih. the coffin is sealed and bound with four golden bands.

Auch lebt die weniger zahlreiche Nomadenbevölkerung weit verstreut über das Weideland verteilt. 86. finden sich auch obertägig keine auffälligen Hinweise auf ihre Grabstätten. „auf dem begraben sie die Kaiser.gab es einen besonderen Begräbnisplatz. Vergleichen wir die Bestattungssitten anderer zentralasiatischer Nomadenvölker. Carpini berichtet allerdings. Chinesen oder Perser die „Tabuisierung“ eines Ortes und seine Kennzeichnung als „verbotener Platz“ als Verheimlichung missdeutet haben. Um all diese Orte sind Wachleute gesetzt worden. Auch von dieser Überlegung her ist es zweifelhaft. die in Ungarn gefallen sind“ Wächter zur Bewachung aufgestellt waren328. Und da man den mongolischen Kaisern keine monumentalen Grabhügel oder Mausoleen errichtete. D. 329 328 143 . Bajar 1999. Risch 1930. Tatsache ist. immer unterwegs auf der Suche nach Wasser und Gras für die Herden.schützen. ob das Prinzip der Verheimlichung allgemeine mongolische Sitte war oder wie es auch die Schriftquellen nahe legen. darin stimmen alle Quellen überein. der Begräbnisplatz „Yeke Qoriq“. Im Laufe der Zeit wurden die Orte vergessen und nur einige Gerüchte und Legenden überdauerten die Zeit. 147. Diese Tatsache mag ein Grund gewesen sein. 85). die Begräbnisstätten geheim zu halten. ohne die Grabstätten ihrer Ahnen geheim zu halten. verbotener Platz. Darum konnte bisher kein einziges mongolisches Herrschergrab entdeckt oder sicher identifiziert und untersucht werden329. 331 B. ausschließlich für die Grabstätten der Khane und „Höhergestellten“ galt. zuverlässige Männer aus der Region oder aus der Gefolgschaft des Verstorbenen.. Risch 1930. herrenlose Orte in einem weiten Land. Der Ort hieß „Burqan Qaldun“. so wird deutlich. wo angeblich die verstorbenen Herrscher und Fürsten beerdigt worden sind. Andere Nomadenvölker Zentralasiens lebten in der gleichen Weise. Spuler 1985. 330 Nach Carpini . So liegen ihre Grabstätten und Friedhöfe über lange Zeit unbewacht. Auch stellt sich die Frage. dass die Verheimlichung der Begräbnisstätten nicht allein durch die nomadische Lebensform erklärt werden kann. 6-7. Anführer und alle Adeligen“ (Carpini / F. die Lage des Ortes war und ist nicht genau bekannt. falsche Gerüchte ausgestreut worden sind und so in der Folge verschiedene „verbotene“ Orte aufkamen. dass an besonderen Friedhöfen wie dem „auf dem diejenigen liegen. Für die Herrscherfamilie gab es einen eigenen Friedhof330. Carpini / F.. wo auch Činggis Khan bestattet wurde – angeblich der mongolischen Sitte entsprechend an seinem Lieblingsplatz331. dass um die Leute in die Irre zu führen. dass die Begräbnisplätze der Herrscher geheim gehalten worden sind. inwieweit fremde Berichterstatter wie Europäer.

335 Zitat nach der englischen Übersetzung von Charles Bawden (Altan tobči / Ch. 335. Die Überlieferung besagt. Die Stätte wurde zum „Yeke Qoriγ“. did you go like the wing of a soaring hawk? My Lord. Pinks 1980. Es befindet sich seitlich vom Lu-kou-Fluss. 234-235. Kerulen und Tula entspringen. In einem Bericht des chinesischen Gesandten Sü T’ing von 1237 heißt es zehn Jahre nach Činggis Khans Tod: „Ich. Bawden 1955. sagte er: Hier will ich begraben sein. als er einst in der Gebirgskette jagte. While the great massed people were in sorrow.-G. wo die Flüsse Onon. zum „großen verbotenen Gebiet“ erklärt und es wurde eine Wache aus dem Stamm der Uriyangqat zum Schutz des Gebietes eingesetzt332. wie die mongolische Überlieferung wissen will. er unter dem Schatten eines mächtigen alleinstehenden Baumes ausruhte. P’eng Ta-Ya/ Sü-T’ing/ P. Smirnova 1952 – I/2. Kilüketei Baγatur of the Sünid bowed down and said: 144 . have you become a load for a rolling wagon? My Lord. have you become a load for a creaking wagon? My Lord. Berge und Wasser umgeben es. they raised the golden corpse of the Lord the Qan on to the wagon and bore it back in imperial progress. Hüttel schreibt dazu zusammenfassend: „Natürlich wird man den Bestattungsort nicht. 334 H. Auch in diesem Beispiel ist eindeutig die Beziehung zwischen Ursprung (Ort der Ahnen/Geburtsort) und Gemeinschaft (soziale Existenz) gegeben“334. H. als „Činggis zwar nicht am Ort seiner Geburt. 16. dass Činggis Khan. and Kilüketei Baγatur of the Sünid praised the Lord: “My Lord. 332 333 Rašid-ad-din / O. Hüttel 2001. they reached the marshy ground of Muna. Nach dem Tod wurde der Leichnam des Weltherrschers auf einen Karren gesetzt und in die Heimat überführt. They harnessed strong horses of the Five Colours to it. Das wird bestätigt durch mongolische Chroniken wie dem „Altan tobči“335. did you go like the wing of hawk falling on its prey? My Lord. have you become a load for a groaning wagon? As they came praising him. wohl aber der Überlieferung soweit einen wahren Kern unterstellen.I. The wagon stuck up to the hub and they could not move it. an dem Ort. 224. Man hat Činggis Khan auf dem Berg Burqan Qaldun beigesetzt. Als er sich von seinen süßen Träumen erhob. Seinem Wunsche gemäß erhielt er darum hier seine letzte Ruhestätte. weil er hier geboren worden sei“333. wohl aber doch am Ort der Herkunft seiner Ahnen begraben wurde. Olbricht/ E. wo jener große Baum stand und wo später ein dichter Wald gewachsen ist. T’ing. 143-146): “Harnessing strong horses to a wagon. habe das Grab Temujin‘s gesehen.Der persische Historiker Rašid-ad-din berichtet in seinem Werk Sammler der Geschichten.-G. mit dem Geburtsort Činggis Khans identifizieren. dass Temujin nach seinem Tod hier begraben ist. did you go like the wing of a singing bird? My Lord. but could not get it out.

Your two dear companions. All your great rule and customs. born by destiny from the blue heaven. established in the past. There they are! Your many Mongol peoples. Your drums. 145 . Your lands. Your lands and waters at Deligün Boldaγ where you were born. Your lands and waters of Ködege Arulan on the Kerülen where you sat as Qan. established by tribute. There they are! Your queen Qulan. Your rule. Your queen and children. There they are! Your rule established in purity. who have been born. Your lutes. Your many peoples. All your whole great people. made by tressing the manes of your chestnut stallions. trumpets and songs. established by skill. Your well loved queen and children. There they are! Your rule. Your queens and children. whom you met through reincarnation. firmly established in your superior line. There they are! Your banner. established by your line. Your relatives. All your united people. Your golden palaces.“My strong Holy Lord. waters and pastures. There they are! Your queen Börte-keljin whom you met before you grew up. conches and whistles. Your people. Your royal lands and waters where you were born. met together. You have abandoned your great massed people. (the mountain) Burqatu Qan. Your people. Boγorji and Muquli.

were established) the universal. the Lord of Qan. Qosila Qutuγtu Qaγan. and one of his two stockings. His universal. and there were (i. the shirt he wore. eternal nailed eight white houses. ein Ort. den man nicht einfach eintreten oder berühren kann. my Lord. it is said. berichtet jedoch Rašid-ad-din. the wagon had just then stuck up to the hub. taking your jade-like precious corpse. When the Holy Lord was going thence. Obwohl das Yüan-shih nicht verzeichnet. old Mongol people? When your well-loved golden life goes out. some say they buried it at Burqan Qaldun. Ayurbarwada Buyantu Qaγan. d. We will return. Qayisan Kölög Qaγan. 146 . 336 337 Yekemingγadai Irinčin 1992/1993. dass „Qoriq” ein altes türkischmongolisches Wort ist mit einer Bedeutung . Von daher ist als wahrscheinlich anzunehmen.V. Togtemür Jayaγatu Qaγan und Irinčinbal Qaγan am gleichen Ort beigesetzt worden. The brought it to the great place of the Qan. wo man die Ahnen bestattet hatte. dass man den Leichnam von Möngke Qaγan neben Činggis Qaγan und Toloi begraben habe. dass auch Möngke Qaγan dort beigesetzt worden ist. Giving out a false report to the great peoples. and the prop of the whole people. (the mountain) Qutuγ-tu Qan. Verbotene Plätze (auf lange Zeit) waren Begräbnisorte als Orte. Temür Öljeyitü Qaγan. eternal great tomb. We will show it to your queen Börte-keljin.e. hatten Öljeyi und Gön Im-nu seinen Leichnam nach Norden gebracht und dort beigesetzt336. wo man den zwischen Güyüg und Qublilai regierenden Möngke Qaγan begraben hat. Bartol’d 1966. pityingly. There they are! Saying that (Mount) Qaraγuna Qan is warm: Saying that the queen Körbeljin is beautiful. Yesüntemür Qaγan. his tent. Sidibala Gegegen Qaγan. gave permission. We will bring it to your whole people. Qubilai Sečen Qaγan. and his wagon moved groaning. 67-75. The whole people rejoiced. Auf diesen Zusammenhang geht wohl die Your lands and waters. 377-396.verbotenes Platz337. starting thence. V.h. became the support of the great royal ministers. some say they buried it at a place called Yeke Ötög to the north of Altai Qan and to the south of Kentei Qan”. by reason of his having been pleased and given an order. So heisst es im Yüan-shih: Nachdem Toqontemür Uqaγantu Qaγan im Jahre 1370 am Ort Ying-ch’ang im heutigen Kesigten-Banner gestorben war. As to his real corpse. Have you. Vermutlich gilt dies auch für den letzten Kaiser der Yuan-Dynaste. abandoned your well-loved. All diese Tatsachen machen sehr wahrscheinlich. Güyüg Qaγan. Ögedei Qaγan. Saying that the foreign Tangγud are many. they buried there.Nach dem Zeugnis des Yüanshi sind Činggis Qaγan. When he spoke thus.

Ongon Sum. lat.Entstehung solcher Wörter zurück wie qoriq. Amartüvšin / U. Ein Beweis für die Richtigkeit dieser Annahme wurde noch nicht erbracht. Ongon Sum. bedeutet mon. P. Qoriqt340 (Ein Ort mit Qoriq. Süchbaatar Ajmag). 339 V.-P. Das Wort “Burqan” bedeutet im Mongolischen heute “Gottheit/Buddha”. Törbat / Č. (Laub)Bäume vollziehen im Jahreslauf einen Lebenszyklus. Ongon (Heilige Ort oder Tabu. wie der mongolische Gelehrte Rintschen nachgewiesen hat.. Der moderne Holzsarg ist ein Rudiment dieser Sitte. bilden im Wechsel ihrer Blätter den Lauf des Lebens ab. Den „kosmischen Baum“ und den „Lebensbaum“ kennt man aus den Glaubenvorstellungen vieler Völker. 342 J. Kazakevič 1930. 9-12. 19. 341 C. 204. Man kann auch vermuten in dem Fall. Bulgan Aimak) usw. Dariganga Sum. Doch damit hat der Ausdruck Burqan Qaldun nichts zu tun! Der Ortsname geht. Schubert 1963. auf Bäumen oder in ausgehöhlten Baumstämmen zu bestatten. 114-124 und J. 340 D. 275-280) interpretiert. Es ist wohl kein Zufall. Bayar 2002. in einem Wald. 343 Es ist natürlich fraglich. Süchbaatar Ajmag). die ja durchweg mit Bestattungen oder Gräbern verbunden sind. Erdenebat 2003. Anlässlich der periodischen Totenfeiern/Opfer lässt sich an den Farben der Blätter das Bestattungsdatum ablesen. das mit den türk-mongolische Wörter Qoriq (s) + ür oder + kegür bestehen. 338 147 . kereksur338. Chutag-Öndör Sum. so dass es bisweilen schwierig ist. zwischen Weltenbaum.A. J. Da sind zum anderen die Totenkultfeiern und Grabopfer unter Bäumen bzw. 98. So pflanzt man Bäume an Gräbern. auf ein “Burqan Qaldun” zurück. Genauso halten es die von ihnen weit entfernten Yöruk and Tahtadzy. dass zu diesem Zweck sogar eigens Bäume gepflanzt wurden343. Beobachtungen. Der Baum symbolisiert die immer wiederkehrende Erneuerung des Lebens. einen Toten unter oder neben einem Baum. Roux 1984.-P. Kosmosbaum und Lebensbaum genau zu unterscheiden oder scharfe Bedeutungsgrenzen zu ziehen. Süchbaatar Ajmag) oder Burqan Tolgoi341 (BurqanHügel. ob sich das auch auf die offene Steppe bezieht wie zum Beispiel auf die Grabstätten der osttürkischen Herrscher in der Mongolei. die man bei anderen Völkern gemacht hat. dass dieses Wort. dass es in der Mongolei bis heute viele Ort gibt mit Namen wie Qoriq-yin Qondiy339 (Tal des Qoriq. die den (Lebens)Baum mit dem jenseitigen Leben verbinden: Da ist zum einen die Sitte. Bei den türk-mongolischen Völkern hat die Wahl des Platzes für den Toten in der Nachbarschaft von Bäumen oder Baumgruppen eine lange Tradition. salix) in ihrer Eigenschaft als schamanistischen Götterbaum als heiligen Baum bezeichnet342. wörtlich „verbotene Wohnung“ oder „verbotene Leiche“. Ihre Bedeutungen durchdringen sich häufig. alles Orte mit Kultstätten oder Gräbern aus früheren Zeiten. Pelliot 1944. Roux sprach einige wesentliche Aspekte an. kurgan. um dem Verstorbenen eine Wiederauferstehung Kereksur ist in der Mongolei als große Grabsteinhaufen bekannt und wurde seit lange als Kirgiz+kegür – wörtlich „Kirgizische Leiche“ (vgl. das die Weide (mongolisch burgaas. zeigen.

Nach Ansicht der meisten Historiker liegt der Burqan Qaldun im Chentij Gebirge. Tryjarski 2001. Über die Bedeutung der heiligen Bäume in einem „verbotenen Gebiet“. wenn trotzdem jemand einen Zweig abhaut. Roux.den Berg mit den Begräbnissen ihrer großen Ahnen Burqan Qan oder Burqan Qaldun. ließ ein Gebüsch. passierte es. geschlagen und ganz jämmerlich misshandelt. berichtet Plano Carpini: „Occoday-chan. Das bedeutet. Damit verband sich die Vorstellung.in dieser oder in der jenseitigen Welt zu erleichtern. E. Roux 1963. Jh. Carpini / F. zum Heil seiner Seele wachsen und verordnete darum. Bei den Burjat-Mongolen bezeichnet man noch heute Burqan als Burqa und umschreibt “sterben” mit dem Wort burqalqa.h. einem mongolischen Friedhof. Deswegen nennten die Mongolen ihren heiligen Ort . Im 13. In mongolischen Epen wird der Burqan Qaldun als “övör naran 344 345 J. dass ihre verstorbene Ahnen sich zu den Burqa. wird er ergriffen. 86. welche die Gewohnheiten des Landes nicht kannten. 83. wurden dann auf Friedhöfen/verbotenen Gebieten eigens Bäume für die Toten gesetzt oder die Gebiete mit Bäumen umzäunt. wird er geschlagen. gaben sie uns frei und ließen uns gehen346“. „sich in einen Baum verwandeln“. 190. niemand dürfe etwas davon abhauen. die hierher zur Obhut über dieselben gesetzt sind. Wenn jemand sich unterstellen sollte. d. die wir nichts davon wussten. Risch 1930. da kamen die Wächter auf uns zu und wollten mit ihren Pfeilen auf uns schießen. wird man in einen Herrn der Bäume und Büsche verwandelt und so kann der Geist des Ahnen auch nach seinem Tode seinen Hinterbliebenen helfen und sie beschützen. Allein da wir Gesandte waren. 148 .oder Burqan. ausgeplündert. also im Kerngebiet der Mongolen und im Territorium der heutigen Mongolei. hüteten wir uns doch. Uns selbst. Als wir daher einst sehr notwendig eine Rute brauchten. d. wie wir selbst gesehen haben.-P. um unser Pferd damit zu peitschen. zu Herren der heiligen Bäumen verwandeln und als Schutzgeist/Beschützer seiner Nachkommen weiterwirken. ausgeplündert und elend misshandelt. einen Zweig davon abzuschneiden345“ und „Zu diesen Kirchhöfen hat niemand Zutritt außer den Wächtern.h. behauptet J. Bäume am Grab sind an der Grenze zwischen Sitte und Glauben angesiedelt344. der Vater des gegenwärtigen Kaisers (Güyüg). dass wir den Zaun des Kirchhofs der in Ungarn Gefallen überschritten.-P. hinein zu gehen. dass die Mongolen ihre Toten ursprünglich an Orten mit heiligen Bäume oder heiligen Wäldern beerdigt haben. 346 Carpini / F. 185. Risch 1930. Diese Angaben lassen vermuten. wie wir selbst des Zeugen waren. wenn man stirbt.

je sortirais sur la montagne. an dessen Südhang die Ahnen beigesetzt wurden.qui gouvernera le peuple tout entier?350”. als ein heiliger Ort. etant ancien. Erich Haenisch. Der mongolische Gelehrte C. In diesem Sinn werden die Worte Ong Khans (Geheime Geschichte §164) auch in der deutschen Übersetzung verstanden: „Wenn ich nun. 352 Geheime Geschichte / M. Damdinsüren 1976. 110 (§ 164). Haenisch 1962./14. Pelliot 1949. Dulam 1989. Die Bedeutung des Wortes “Qaldun” ist nicht nur für das Verständnis der Geheimen Geschichte sondern auch für das Verständnis des mongolischen Totenrituals von großer Bedeutung. Damdinsüren interpretierte “wenn ich auf die Felsenjurte hinaufgehe351”.biedee övgödijn altan ölgijtei347” gelobt. Sumyabaatar 1990. § 205) oder nur “Qaldun” genannt. E. 344 (§ 164). 351 Geheime Geschichte / C. So in der tibeto-mongolischen Inschrift. wenn ich. übersetzte in seinem “Wörterbuch zu Manghol-un niuca tobca’an Geheime Geschichte der Mongolen” das Wort “Qaldun” mit „Abhänge oder Felswände“348. 198. Auch in Quellen aus späterer buddhistischer Zeit wird der Burqan Qaldun als wichtiger Ort genannt und gewürdigt. an dem die verstorbenen Stammesherrscher/Khane bestattet wurden beschützten. 86 (§ 164). Der erste Übersetzer der Geheimen Geschichte. Ähnlich übersetzte P. die westlich von der Tula348 347 149 . zu den Höhen hinaufgehe. Diese Passage der Geheimen Geschichte könnte dahingehend verstanden werden. verbraucht. „Berg/Gebirge“. Die berühmten Worte des Kereit Ong Khan “Qaγučidču qaldud-ta γaruγasu qamus ulus ken medekü349” lauten in der französischen Übertragung Pelliots: “quand. 349 Geheime Geschichte / B. Taube 1989. die neben den 1636 errichteten Tempeln von Tsogtu-Taidži gefunden wurde353. In der “Geheimen Geschichte der Mongolen” wird der Berg manchmal nur “Burqan” (§ 101. 353 Nach den übereinstimmenden Angaben in der tibetischen und mongolischen Inschrift lag der ganze Gebäudekomplex in einer östlich von dem Gebirge Qaldun Jirüken gelegenen Ebene. zu den Felswänden hinaufgehe. dass im 13. wer wird dann das ganze Volk regieren?352“. alt geworden. Pelliot das Wort mit „montagne“. 15. Jahrhundert jeder mongolische Stamm seinen Berg Qaldun als ein zentrales Stammesheiligtum und (Stammes)Ahnensitz kannte und den sie als einen heiligen Ort. Die Name direkt nördlich an den S. 57. . 350 P.

Tempel anschließenden Berges „Burqant“ ist in der tibetischen Inschrift eigenartigerweise als „Purhan Kaltud“ (Anklang an Burqan Qaldun ?) bezeichnet worden. Huth 1894. scharten dann weiter Sich zusammen und gaben wohllautende Töne mannichfacher Art von sich. Tage des Kuckucks-Monats des Eisen-Rinder-Jahres an. Flogen. Enten und anderen Vögeln Ihr Geschnatter hören. vergnügten sich im Spiel. (einerseits begrentzt) von dem mit sechs sehr hohen Gipfeln geschmückten Bergfürsten Purhan Kaltud. umgeben von den acht (Bodhi)sattva’s. dessen lokale Beschaffenheit die Bedingungen reichlich erfüllte. die neben den von Tschoktu-Taidschi erbauten Ruinen von Tsagan-Baischin gefunden wurde: „In der beglückenden. mit dem Setgisi Ugei Cintamani-Tempel Ebene. In einer ausgezeichneten grossen Ebene. hin und her. östlich von dem Gebirge Khaldut-un Jirüken. 354 G. guten Zeit dieser beiden war sowohl des Kohosighoco Taiji Gattin Cin Bisireltü Sain Mati Taighal Khatun als auch ihr Sohn Tsoktu Taiji auf das Wohl der zahllosen Wesen bedacht. auf der dritten Seite von dem Tula-Fluss und auf der vierten Seite von dem Gebirge Burqan Qaldun begrenzt wird. aufgestellt354“. An diesem ausgezeichneten Orte. Daher (erbauten sie) im Westen der ausgezeichneten Ebene des TughulaFlusses. Westlich von einer ausgezeichneten. In der tibetischen Inschrift heißt es: „…Erbauten sie in der Mitte einen Klostertempel mit Namen bSam-yas Oestlich von dem Berge rGyab-ri Kaltun sNin-po. während der mongolische Text „Khaldut-un Jirüken“ schreibt. reichgesegneten Ebene. vom 15. Wurden im Innern des in der Mitte befindlichen grossen Klostertempels Die Buddha’s der drei Zeiten. beide Schwingen ausgestreckt. in Eksiyergü. (Andereseits) von dem Lauf des großen Flusses T’uula. stiessen Lachtöne aus. 21. 150 . In einem Laubwald und See vor dem Tempel Liessen aber viele Scharen von Gänsen. Die Bedeutung des Gebietes geht auch hervor aus einer mongolischen Inschrift.

wer wird dann das ganze Volk regieren?”. aus Weidenruten gemachten Götzenbilder oder (Ahnen)Figuren. 151 . Deswegen “Burqan qaldun -Burqatu Qan Berg – Ein Berg. Damals verwendet man statt des Wortes “sterben” als ein anderes gemildertes Wort “qaldud-ta γaruγasu” (geht zu den Qaldud-ta hinauf). Der Berg soll von “dem. Huth 1894.beginnend. Der Berg Burqan Qaldun wird in der “Geheimen Ceschichte der Mongolen” häufig erwähnt. Der Bau dauerte siebzehn Jahre und wurde zu Anfang des Sommers des Feuer-Schlangen-Jahres. der den Götzen austellte” (Burqan-Qaldun-(n)-u ežed BurqanBosqaγsan Šinči-Bajan Urjanqai356”) und von dem urjanchanischen Šinči Bayan beherrscht gewesen sein. Mit dem heiligen Ort verbunden sind auch die Ahnenopfer. sechs Tempel. und zwar errichten sie dort die Götzenbilder an dem Ort. 14 (§ 9). Die Urianqanaier sind ein uralter Stamm. Sumyabaatar 1990. dass die Wendung (“Qaγučidču qaldud-ta γaruγasu qamus ulus ken medekü) bedeutet. also ausführich besagt die gesamte Wendung “geht zu den Rühestätte ihrer Ahnen mit / zur Qaldun-Weide hinauf”. zu dem Ahnenort (mit Burqa-Weide) hinaufgeht. an dem sie ihre Ahnen bestattet haben. Burqan Qaldun hatte ursprünglich also die Bedeutung “Ahnenberg mit Burqa-Weide” und (möglicherweise noch früher) “Herr der Burqa ~Burqan”. dass alle diesen Orte gemeinsam ist. 44. im Kuckucks-Monat beendet355“ Aus den Inschriften ergibt sich. sehr wahrscheinlich als Qaldun Burqan. dass dort die heilige Qaldun-Weide wächst (oder gepflanzt worden ist). der Weide oder als Bezeichnung für den “Herrn 355 356 G. “wenn man alt geworden.) als Name der heiligen Bäume und Büsche. “Bura. wo die zu ihrem Ahnenort hinaufgegengenen Toten beerdigt wurden. der den Titel “allgemeiner Name der Waldgottheiten” trägt und der das Opfer für die Ahnen darbringen darf. Deshalb wandelte sich die Bedeutung von “Burqa” (Sg. Damals durfte nicht jeder am Begräbnisplatz der Ahnen solche Götzenbilder aus einem Qaldun-Baum schnitzen und errichten. Geheime Geschichte /B. sondern nur den heiligen Ort. wo Burqan hingestellt hat. Die Ausdruck “qaldun degere garula bi” sagt. Eben diese Bedeutungen tragen die verschiedenen Erwähnungen in der Geheimen Geschichte. Das Recht komt nur einem Šinči Bayan zu. Nach ihrem Bericht sollen hier einige Generationen von Činggis Khans Ahnen gelebt haben. sie haben ein besonderes Verhältnis zu den alten schamanistischen heiligen Stätten.) und “Burqan” (Pl. Burqan“ bezeichnete in der jüngeren mongolischen Mythologie nach und nach micht mehr den Herrn des heiligen Baumes oder Buchses.

um ihre Meinung hinsichtlich der letzten Ruhestätte zu erfahren. wenn ein falscher Platz ausgewählt wird. Im tuwinischen Grabbrauchtum haben sich bis in die buddhistische Zeit Rudimente des traditionellen vorbuddhistischen Totenrituals erhalten. die uns verstehen lassen. Gestrüpp oder in einem Hain nieder. Im Ersingebiet. der Burqan Qan Vater und Buram Qatun Mutter hat“ so bedeutet das nicht ”Ein Man. die uns helfen können auch Teile des altmongolischen Totenrituals zu rekonstruieren oder besser zu verstehen. Doloγan Burqan) oder “Sieben Alte” oder “Sieben Greise” (mon.P. alte Mann”.der heiliger Weide” im Laufe der Zeit zur Bedeutung “Ahnenfiguren oder Götzen aus QaldunHolz”. „leben“ die Nachkommen des Verstorbenen „schlecht“. 55-70). um das Wohlergehen der Töchter zu garantieren.B. so wird er den Lebenden Schaden zufügen. Dank der ausgezeichneten Forschungen russischer Gelehrter verfügen wir heute über die Informationen. um so den neuen Herrn. Und wenn es in einem mongolischen Epos heißt “Bum-Erdene Held. geopfert den Geistern der an diesen Ort beigesetzten Ahnen357. niedergelegt werden. der Auffassung. Dulam 1989. 102-103. in die der Verstorbene weggebracht werden soll. den Buddha zu benennen. insbesondere im Naryn-Tal. Man war z.In der mongolischen Tradition hat das Wort “Burqan” die Bedeutung “Greis. 152 . 57). wo man den Toten auf der Erdoberfläche liegen lässt. wo sich verschiedenste Hinweise über Geburtsdatum. und sucht zusammen mit den Verwandten den Ort aus. bezeichnet der Lama dann die Richtung. So nennt man Sternbilder wie den Großen Bär/Wagen “Sieben Burqan” (mon. .P. Gewöhnlich wendet sich in Tuwa der Lama zunächst an die Verwandten des Verstorbenen. sterben vorzeitig usw. Überreste. das heißt sie verarmen. der Buddha Khan oder Budhha Lehrer zum Vater hat” sondern einfach “Ein Held. so wurden verstorbene Verwandte aus der Familie des Toten an einen anderen „besseren“ Platz 357 Mit der völligen Buddhisierung der Mongolei wurde der Begriff “Burqan” als Analogbegriff/Name übernommen. der ihm nicht gefällt. Cerensodnom 1989. der einen alten Vater hat” (S. erwachsene Männer müssen in der Nähe einer Lärche. Ausführliche Informationen über die Auswahl geeigneter Stätten. warum der Wahl des rechten Ortes für das Begräbnis ein so großes Gewicht beigemessen wird: Man glaubte. Das geht auf alte lamaistische Vorstellungen zurück (wahrscheinlich noch auf Vorstellungen aus früherer vorbuddhistischer Zeit). Das sollte das Wohlergehen der Söhne des Verstorbenen begünstigen. Weibliche Leichen legte man in einem Gebüsch. damit in der Familie des Verstorbenen weiterhin Kinder zur Welt kommen. zur „Wahl des rechten Ortes“ für die letzte Ruhe bei den heutigen lamaistischen Tuwinern verdanken wir V. Im Ersingsgebiet brachte man den Toten zunächst in der unmittelbaren Umgebung unter. Wenn dann aber doch keine weiteren Kinder zur Welt gekommen sind. Figuren. Djakonova358. entscheidet dann jedoch selbst unter Berücksichtigung der Gebote aus den lamaistischen heiligen Büchern. Doloγan ebügen) (D. D‘jakonova 1975. Wenn man den Toten an einen Platz niederlegt. insbesondere einer jungen. 358 V. Tod. den Tag und die Stunde befinden.

welche Ausrichtung oder welcher Platz galten als besonders oder weniger ehrenvoll? Entscheidend für die Frage der Ausrichtung ist die Lage des Kopfes.verbracht und bestattet. 153 . Der ausgewählte Ort musste darüber hinaus vom Lama gut geheißen werden. Vor der Westseite war auch ein zumindest kleiner Gipfel erforderlich. An der Auswahl des Ortes nahmen die Ältesten des Auls teil. Auch nach altmongolischen traditionellen Glaubens. das die Grabstelle wenigstens an der Nordseite einen.2. die Frage nach der Blickrichtung des Toten. d. Als den besten Ort zum Niederlegen der Leiche eines alten Menschen. So stellen sich die Fragen: Wo und in welcher Richtung liegt andere Welt oder das Land des Verstorbenen? Zweitens. Nach dem vorliegenden archäologischen Befund müssen wir davon ausgehen. Totenlage: Die Wahl der Himmelsrichtungen Bisher fehlen in der Mongolei noch systematische Arbeiten zum Thema der Ausrichtung oder Niederlegung der Leichen. Lage und Ausrichtung des Bestatteten sind häufig begründet durch die jeweilgen Vorstellungen von der Lage einer Anderswelt oder des Jenseits. Es gibt dazu ein mongolisches Sprichwort: “Zugijn muu züün chojsoo züsnij muu zeerd chalzan“ “schlechteste der Orientierung ist Nord-Osten 359 E. Nach unserer Untersuchung kann als typisch gelten die Bestattung in gestreckter Rückenlage mit dem Kopf nach Norden liegend. von der Vorstellung auch wie der Tote in dieses Totenreich gelangt.h. wenn auch nur kleinen Berggipfel haben. und sich mit der Ostseite zur Steppe hin öffnen sollte. 3. mit dessen Bestattung man sich nicht besonders beeilte. dass Nordrichtung für die Mongolen die Jenseitsrichtung war. Ausschlaggebend für die Wahl des Bestattungsortes war. Die Leichen wurden in der Regel im Südteil der Schlucht zurück gelassen359.und Jenseitsvorstellungen soll die andere Welt oder das “Land der Dünkelheit” im Norden oder im Nord-Osten liegen. betrachtete man eine enge Schlucht. 189. Das bedeutet. eines Ahnenortes oder eines Totenreiches. dass die Blickrichtung des Toten nach Süden geht! Dies gilt für die meisten Gräber mit Steinaufschüttung (Typ 1) und besonders für Bestattungen mit „Kopfkissen“. Tryjarski 2001.

schlechteste der Tierfarbe [vom Pferd] ist Fuchsfarben mit weiper Stirn360”. grenzbildende am Unterschiede Während zwischen Elemente einzelnen des frühnomadischen und in „Grabsittenkreisen“ schärfsten. der Anspruch auf die universelle Weltherrschaft sowie Doppelteilung des Territoriums und der darin nomadisierenden Stämme eine grundlegende Rolle. Pritsak fest: „In der Verfassung der nomadischen Imperien spielten die Orientierung. Wenn man in Betracht zieht. dass das Reich der Mitte und die nomadischen Imperien (also z. Tryjarski 2001. die auch von den Chinesen als gleichwertig anerkannt wurden. 363 E. bei den Hsiung-nu. In den früh. Dašdorž / G. so z. dass sich bei diesen Nomaden auf Grund ihrer geographischen Lage und politischen Situation sowie ihrer Feindschaft gegenüber den Chinesen eine nördliche Orientierung entwickeln konnte“362.oder spätnomadischen Kulturen Eurasiens bilden diese Grabbrauchtümer die offensichtlich am stärksten verpflichtenden Regelmuster aus. 193. bei Opferhandlungen oder bei der Ausübung des Herrscheramtes. 154 . 37. Grabbaues 360 361 Ž. Im Nord-Osten lebten ungeheuere Mangas oder es kommt aus Nord-Ost der Hexenkönig. Rinčensambuu 1964. haben die Chinesen eine Süd-Orientierung. Wie man weiß. das der Hsiung-nu). So stellt O. ist die Lage des Körpers und seine Position äußerst bedeutsam und wurde stets als unmittelbare und lebendige Widerspiegelung des Glaubens des jeweiligen Volkes an die Verbindung des Toten mit den Kultstätten. 362 O.B. eine Auferstehung. Die Wahl der Himmelsrichtung zeigt desungeachtet oft die Bevorzugung der Nordausrichtung. die bei den Zentralasiatischen Nomaden eine offenbar sehr lange Tradition hat. das Wirken des Toten nach dem Tode und so weiter verstanden363. Pritsak 1954. In vielen mongolischen Epen wie im Epos “Žangar”. Bei dem ältesten. so lässt sich wohl denken. “Gösöö čuluun zürcht chüvej Bujdar chüü” oder “Bum Erdene” stellt die nord-östliche Richtung immer eine schlechte Orientierung dar. so ist die im Rang höhere Seite (Himmelsrichtung) zu seiner Linken. 69-70. Katuu 1997. einigermaßen bekannten nomadischen Imperium. 376-377. Die Orientierung ist eine rituelle Zuwendung nach einer bestimmten Himmelsrichtung. und sein Gesicht ist dem Norden zugewendet“. haben wir die nördliche Orientierung bezeugt. Wie bekannt. um Menschen und Tier Schaden zuzufügen361. B. zwei polare Hälften von deren Welt bildeten. denn gerade im Prinzip der Totenausrichtung zeigen sich bei großräumiger Betrachtung grundsätzliche.B. So heißt es im Shi-chi: „Wenn er (der Shan-yü der Hsiung-nu) sich niedersetzt.

Klima etc. was die Menschen während ihres Lebens in dieser Welt zu treiben pflegen365“ und „Er wird aber mit seiner Jurte begraben.eingeschränktem Maße auch solche der Aufbahrung und Totenbehandlung von außerreligiösen Faktoren abhängen können wie Bodenbeschaffenheit. als ger oder Jurte vorgestellt wurde. Aus den angeführten Belegstellen über die mongolische Bestattungssitte geht hervor. Hüttel. Über die altmongolische Bestattungssitte und ihre Jenseitsvorstellungen berichtet Plano Carpini: „Sie glauben jedoch. Risch 1930. Ein anderes Pferd dagegen wird bei der Leichenfeier verzehrt. eine Stute. dass sie dort Herden züchten. 367 Ger – ist der richtige Name der Jurte auf Mongolisch. und endlich hat er dort auch Pferde zum Reiten366“. 96. 81-82.-G. trinken und alles andere dort gerade so treiben werden. In der mongolischen mündlichen Überlieferung sagt man auch noch heute statt „sterben“ und „heimgehen“ oder „in den letzten Zügen liegen“: „Chanat ger choldož chadan ger ojrtoch Chanan gerees garč qadan gertee očich Chanyn joroold törž chadny joroold üchdeg” „sich von der scherengitterwandige Jurte weggehen / entfernen sich in die steinerne Jurte begeben /oder nähern368“. in der Mitte derselben sitzend. Die übliche Behausung der mongolischen und türkischen Völker. 75. sein Fell mit Stroh ausgestopft und dann (an einer langen Stange aufgespießt und) über zwei oder vier Pfählen etwas erhaben über dem Grabe aufgehängt. werden Totenhaltung und Totenausrichtung davon nicht erkennbar beeinflusst364. 368 Ž. eine Stute mit ihrem Füllen wird zugleich mit ihm begraben sowie ein Pferd mit Sattel und Zaum. Auf diese Weise hat dann der Verstorbene in der anderen Welt eine Jurte zum wohnen. sondern auch bei vielen anderen Völkern ihre jeweilige Idee vom Haus wider. 364 365 H. und vor ihm steht ein Tisch mit einer Schüssel voll Fleisch und einem Krug voll Pferdemilch (Kumys). 366 Carpini / F. Vegetation. ist seit sehr langer Zeit die Jurte367. wo die Verstorbenen nach dem Tode in einer anderen Welt leben werden. essen. Carpini / F. dass sie nach dem Tode in einer anderen Welt leben werden. die ihm Milch gibt und ihm als Grundstock für eine zukünftige Rossherde dient. Das Grab spiegelt nicht nur bei den Mongolen. Issyk-Kurgan ff. dass das Grab als Haus. Risch 1930.. nomadisierendes Leben führen. die ein bewegliches. Rinčensambuu 1964. 155 . Dašdorž / G.

Sie müssen nach dem Range sitzen. 374 Zeitgenössische Berichte u. welche Himmelsrichtung bei den Mongolen geehrt oder nicht geehrt worden ist. erhält sich die Tradition auch bei den Mongolen bis in das 17. 369 370 S. Rudenko 1962. 70. Im Winter allerdings weht in Nordund im östlichen Zentralasien der Wind meist von Westen. Nr. meistens stilisierten Tier-Pflanzen und Scherengittermustern verziert sind372. deren Außenseiten in der Regel mit eingeritzten Ornamenten. der östliche Teil für die Frauen und der westliche Teil für die Männer und Gäste vorgesehen. Der vornehmste Sitz in der mongolischen Jurte weist nach Süden. Taf. also z. 104. Bei den Xiongnu dekorierte man die Wände des Sarges im Grab mit Filzteppichen (Noin-Ula)369 oder mit Blattgoldstreifen (Gol Mod)370 in einem so genannten Rautenmuster als Abblid eines Jurtenschrengitters. dass auch die Strukturierung des Grabraums sich an der Raumordnung der Jurte orientiert. zu einem Rechteck zusammengefügte Steinplatten (Sarkophage)371. hinten und Norden sowie vorn und Süden identisch. wonach man das Grab quasi als „ein Ger des Verstorbenen in der anderen Welt zum wohnen“ begriffen hat.Die Vorstellungen der Mongolen. Der älteste oder im Rang Höchste muss immer an der oberen. Im Inneren der Jurte ist eine strenge Ordnung vorgegeben: der nördliche Teil ist dem Hausherrn vorbehalten. Tryjarski 2001. 283-286. in: P’eng Ta-ya/ Sü T’ing/ P. Die mongolische Jurte ist mit der Tür in der Regel nach Süden gerichtet374. So war anzunehmen. Von diesem Grundgedanken aus ließe sich auch rekonstruieren. Der eigentliche Grund dafür liegt mutmaßlich in den kalten Nordwinden. baruun für “rechts” und “Westen” zugleich. In der “südorientierten” mongolischen Alltagsprache gibt es für diese Begriffspaare darum nur je ein wort. Olbricht/ E. 51-54. Desroches 2003. Ein zentrales Element der alttürkischen Gedenkstätten sind am Boden liegende vier große.: In diesem Grab war der Tote zwischen einer Jurtengitterwand bestattet373. um festzustellen. Diese Angaben mögen genügen.B. 371 D. Jh. Bayar 2005. 373 G. Pinks 1980. 220) zeigt. 372 E.-P.I. Wie eine Felsspaltenbestattung im Chentij Gebiet (Kat. 173. 156 . 24-25.a. das heißt das Gesicht des Betrachters ist zur Tür gerichtet. Im südlichen Teil sitzen zu beiden Seiten der Tür die niedrigen Leute oder Sklaven. Menes 1988b. sprich auf der Nordseite (in der Zentralachse) sitzen. Abb. J. dass ein altmongolisches Grab die ihre übliche Behausung widerspiegelt. links und Osten. geht auf uralte Traditionen zurück. Auf diese Weise sind rechts und Westen. V.

zur Linken des Herrn der Jurte. auf seinem Bette sitzt. die nach Rubruk bei den Mongolen des 13. sitzt seine Frau an ihrem üblichen Platz neben Kochherd. Das die Orientierung der Wohnbauten mit religiösen Vorstellungen verknüpft ist. 127-128. bis heute streng eingehalten: „Die angestammten Plätze der Familienmitglieder in der Jurte folgen im ganzen Land dem gleichen Muster. das Gesicht nach Süden gerichtet. Wo immer eine mongolische Jurte steht. Babyloniern. Der Platz der Frauen ist immer auf der östlichen Seite. Am strengsten wird die Sitzordnung während Familienmahlzeiten eingehalten. zur Rechten375”. Ordnung und Einteilung der Jurte ist bei den Nomaden mit dem Wirtschaftsleben eng verbunden. der Vater auf seinem üblichen Platz am weitesten von der Tür entfernt. Szynkiewicz treffend schreibt. Den bedeutendsten Beitrag zur Raumordnung der (zentralasiatischen) Jurte verdanken wir R. Während bei den Mongolen und Tungusen die Tür nach Süden gerichtet ist und Süden als Vorderseite gilt. Jahrhunderts nach den vier Weltgegenden gespendet wurden. Blau für den Osten. wenn er. Falls auch Großeltern in der Familie leben. aufgestellt haben. wird diese Regel. Alle sitzen rechts von der Jurtenachse. in Richtung zum Eingang hin. schlagen sie das Bett des Herren auf der Nordseite auf. Neben ihr sitzt die älteste Tochter und dann kommen die anderen Kinder. Weiß für den Westen und Schwarz für den Norden. Diese hatten auch bestimmte Farben und zwar Rot für den Süden. wohl mit der Erde. So berichtet Rubruk: “Nachdem sie die Jurten. den man als Stätte der Toten ansah. Neben ihm. Bleichsteiner: „Es ergibt sich zunächst ein Unterschied in der Himmelsrichtung.h. die auch von den alten Ägyptern.Diese Sitzordnung gilt auch in altmongolischer Zeit.h. d. sahen die Alttürken die östliche Himmelsgegend als bevorzugte Richtung und Vorderseite an. S. ist aus den Trankopfern ersichtlich. die vom Eingang bis zum Familienaltar verläuft. Szynkiewicz 1989a. Stelle bei Rubruk hervorgeht. d. Trotz allem prunk und höfischem Zeremoniell ist bei den Banketten und Empfängen der Steppenfürsten der Ursprung aus den einfachen 375 376 Rubruk/ F. Iraniern wie auch von den Ostseefinnen bekannt ist. der Westen mit dem Wasser und der Norden. nach der Türöffnung orientiert ist. eine Ordnung. Risch 1934. wie der polnische Mongolist S. zu den Himmelsgegenden in Beziehung gesetzt: Der Süden mit dem Feuer. Nur der erwachsene Sohn sitzt weit weg auf der männlichen Seite. 157 . sitzen sie direkt rechts und links neben dem Familienoberhaupt376“. dementsprechend die der Tür gegenüberliegende Hinterseite nach Norden liegt. der Osten mit der Luft. der Platz für die Männer aber ist auf der westlichen Seite. die Tür nach Süden gerichtet. 40-41.

158 . Das mag mit der Vorstellung zusammenhängen. der Tür gegenüber. des Totenreiches im Norden. gleich wie an den Höfen der Thron. Kleidung. der Verstorbene sitzt in der anderen Welt wie auf dem Ehrenplatz seiner Jurte. 377 R. der Platz rechts von ihm gehört dem am meisten geehrten Gast. dass der Zugang zur „Jurte des Toten“ entsprechend der nomadischen Raumordnung an der Südwand gedacht wurde. Die nahezu regelhafte Totenlage/Ausrichtung in den altmongolischen Gräbern orientiert sich offensichtlich an der Sitz/Raumordnung der Jurte: Der Kopf liegt nach Norden in Richtung des “Landes der Dunkelheit”. denn die hintere Seite der Jurte ist die vornehmste. steht noch heute bei den Mongolen das Bett des Hausherrn. Der Blick indes geht nach Süden. Junge Leute und weniger geehrte Personen halten sich in der Nähe der Tür auf“377. An der nördlichen Wand. Bleichsteiner 1952. die rechte den Männern. So ist in altmongolischen Gräbern der südliche Bereich zu Füßen des Toten oft völlig fundleer. das ist rechts von der Tür) gehört den Frauen. Waffen und Hausrat in der Regel in der nördlichen Hälfte des Gers gelagert. Auch in den Jurten der Lebenden sind Ritualgerät. die Ehrenseite. Links vom Hausherrn sitzt die Hausfrau. Das heißt. dieser Raumteil also der am wenigsten ehrenvolle war. Zwischen Bett und Türe liegt die Feuerstelle. Die linke Seite des Raumes (links vom Sitz des Hausherrn gerechnet. Auch die Lage der Beigaben scheint von der Raumordnung der Jurten beeinflusst. 197-198.Nomadenbräuchen deutlich zu erkennen.

die für sein jenseitiges Leben ebenso erforderlich sind. es an Fleisch und Kumys (vergorene Stutenmilch) nicht fehlen zu lassen. Am Grab wurde im Zuge oder nach der Bestattung ein Festessen mit Pferdefleisch 159 . Wertet man die Ergebnisse der archäologischen Ausgrabungen von Gräbern aus. Dazu gehört in erster Linie die Beigabe oder das Opfer von Fleischstücken. die durch Stricke zu einem Rechteck verbunden waren. Nahrungsmittel. Neben dem Grab eines Vornehmen ließ man eine Jurte stehen. die als spezifisch mongolisch erwiesen werden können. Totenzubehör – Beigabe-Opfer In den Gräbern der mittelalterlichen Mongolen findet man die für Nomaden typischen Gegenstände beigegeben. Schmuck. In jedem Fall aber war man wie uns Carpini berichtet offensichtlich immer bemüht. Jahrhunderts setzten die Mongolen ihre verstorbenen Anführer mit Gefolge und Pferden bei. Menge und Wert der Grabbeigaben hing naturgemäß von den materiellen Möglichkeiten der Hinterbliebenen ab. Zwischen Beigabe oder Opfer oder den Überresten eines Totenmahls kann in diesem Zusammenhang nicht immer scharf unterschieden werden.3. Die Grabstelle wurde mit vier Holzpflöcken markiert.oder Opferkomplexe im Grab gibt. und Exkurs: Der Tibia-Komplex in der altmongolischen Kultur ) eine gewisse Regelhaftigkeit erweisen wie auch rituell bestimmte Weisen der Deponierung. des Unterschenkelknochens von Schafen. Allgemein kann man sagen. so stellt sich heraus. Dem hohen Status entsprechend waren die Gräber der Vornehmen auch mit prunkvollen Beigaben und reichen Opfergaben versehen. wie sie es für sein diesseitiges Leben waren: Tracht. die in den letzten 50 Jahren in der heutigen Mongolei sowie ihren Nachbargebieten durchgeführt wurden. der Tote wurde mit den Gegenständen ausgestattet. an die man 16 Pferdefelle oder Pferdebälge hängte. Waffen. Nach Angaben von Reisenden aus dem 13. wohl zur Nutzung für die Totenseele.3. Mitunter stellte man auch ein ausgestopftes Ross auf das Grab. Zumindest lässt sich wie etwa für die tibia-Deponierungen (s. die wohl eher für ein Totenopfer sprechen. Arbeitsgeräte. Von zentraler Bedeutung für das altmongolische Grabbrauchtum ist die Deponierung der tibia. die sich je nach Geschlecht und Alter der bestatteten Person unterscheiden.u. damit diese ihrem Herrn in der anderen Welt dienen konnten. Pferdegeschirr. Nach den vier Himmelsrichtungen richtete man je vier Stangen auf. bis 14. Gefäße. dass es neben dieser allgemeinen und weniger spezifischen Beigabensitte bestimmte Beigaben.

154. Sie können Beigabe sein im Sinne eines Totengeleits: ein getötetes Pferd z. Knochenreste als die Überreste einer Totenmahlzeit angesehen werden. 380 S. Schulterblätter sowie kleinere Teile von der Wirbelsäule380. soll den Verstorbenen in das Reich der Toten begleiten und ihm dort als sein Reitpferd dienen. mithin im weiteren Sinn als Opfer klassifiziert werden. Neben den mongolischen Bestattungen von (geopferten?) Individuen in der gleichen Grabgrube zusammen mit dem Verstorbenen (siehe unten: Zur Frage der Menschenopfer) finden sich außer den üblichen Objekten der Sachkultur nachweisbar sind. Fast in jedem Grab kann man Überreste von Fleischnahrung finden. dass die Überreste tierischer Knochen auf Blutopfer für den Toten hinweisen. hier ist vor allem an Schafe zu denken. wie Totenmahlzeiten oder Totenopfer auch bei den Mongolen des Mittelalters stark mit der Viehzucht als ihrer wichtigsten Wirtschaftsgrundlage und Basis ihres Reichtums verbunden waren. Danilov 1982. Risch 1930. die zum einen als Beigabe/Mitgabe oder als Opfer betrachtet werden können. Nach Carpinis Bericht ist davon auszugehen. Fleischund Deponierungen von Fleischstücken. deutet auf einen rituellen und regelhaften Hintergrund 378 379 Carpini / F. die viel Vieh besaßen.gehalten. wie auch bei allen anderen Nomadenvölkern der eurasischen Steppen. Es handelt sich fast ausschließlich um Hinterbeinknochen/Unterschenkel mit Knöcheln. die geopferten Tiere dann anschließend um oder auf dem Opferplatz begraben wurden. Es wird angenommen. Die Tatsache. Bei den mongolischen Nomaden. 160 . 107-112.B. dass dem Toten Nahrung mit auf dem Weg in das Totenreich. Überreste von Tierknochen in auch eine große Anzahl von den Gräbern. Ders. Nahrung auch für das Jenseits mitgegeben wird. dass auch schon damals die mongolische Wirtschaftstruktur auf einer extensiven. Als Beigabe anzusprechen wäre die Fleischdeponierung.V. V.1983. Fleisch und Milch die Grundlage der Nahrungshaltung. bildeten in Familien.bzw. 81-82. 229-233. dessen Knochen am Ende verbrannt wurdengehalten378“. Seit dem ersten eindeutigen Erscheinen der Mongolen als Stammeseinheit in den chinesischen Quellen des frühen 12. Andererseits können etliche Fleisch. Die Tierknochen in den mongolischen Gräber stammen überwiegend Schafen. Produkte der Tierzucht. nomadisierenden Viehhaltung mit naturalwirtschaftlichem Charakter beruhte379. Jahrhunderts dürfen wir annehmen. dass etliche Grabbrauchtümer wie Totengeleit. Veit 1989. die archäologisch in der Regel nur noch als Tierknochen knochendeponierungen sind streuende Funktionen. aber auch in dem Sinne. dass offensichtlich nur eine bestimmte Auswahl an Fleischstücken beigegeben worden ist.

die zur Herde der Mongolen gehörten. Heute wird es erheblich seltener als Hammelfleisch gegessen381.der Fleisch-/ Knochenbeigabe.A. Als bevorzugtes Fleischstück galt offensichtlich der Unterschenkel (tibia) vom Schaf. dass schon zu Anfang des 13. Nach den Tierknochenfunden der 1948-1949 in der altmongolischen Hauptstadt Karakorum durchgeführten Russisch-Mongolischen Ausgrabungen wird deutlich. nur in Ausnahmefällen in einem Gefäß. Ziegen. Dabei ist davon auszugehen. wurde unterschiedlich bewertet und demgemäß war seine Rolle. Das Schaf ist noch heute das bedeutendste Nutztier in der Mongolei. 67. Calkin 1968. 16-23. dass die Nomaden Pferdefleisch liebten.I. urteilt man nach den Funden von hinteren Beinknochen vom Schaf in den mongolischen Gräbern.). Innerhalb der ersten Gruppe wird wiederum das Hammeldem Pferdefleisch vorgezogen.u. 161 . die ihm in der Ernährung zugewiesen wurde. Shukowskaja 1995. Das Fleisch von verschiedenen Vieharten. Das Fleisch der ersten Gruppe sahen die Menschen als nützlicher an und es war stärker mit Prestige belegt. Die Fleischstücke fanden sich gewöhnlich im Kopfbereich deponiert. Rindvieh wie Kühe. Yaks und Bastarde aus Yaks und Kühen. weniger von Rindern und Pferden verwendet wurde382 (Tabelle 34). So ist anzunehmen. dass abgesehen von der Schmackhaftigkeit des Hammelfleisches auch symbolische Bezüge zu berücksichtigen sind in Verbindung mit Fruchtbarkeits. weshalb es bevorzugt auch bei Festmahlzeiten angeboten wurde. V. Vieh mit kaltem Atem– Kamele. wenn auch die mittelalterlichen Quellen häufig erwähnen. 381 382 N. dass schon die Mongolen im Mittelalter das Fleisch gerade dieses Körperteils schätzten.und Wiedergeburtsvorstellungen (s. Jahrhunderts in der Nahrung der Mongolen überwiegend das Fleisch von Schafen und Ziegen. Die Mongolen unterteilten das Vieh in zwei Gruppen: Vieh mit heißem Atmen – Schafe und Pferde.

müssen jedoch für bestimmte Zwecke ganz bleiben. Die anderen chöl können in kleinere Portionen zerteilt werden. chöl. Von diesen sieben kann nur das Bruststück nicht weiter zerteilt werden. guja – die beiden Hinterbeine (jeweils einzeln gezählt). wobei der Kopf auf dem uuc liegt. entsprechend der Wertschätzung die der Hausherr den Gästen entgegenbrachte. die in gleichen Ehren gehalten werden. Die Kunst der Zubereitung ausgeweideter Tiere war bei den Mongolen.Tabelle 34: Gliederung der verschiedenen Tierarten nach Knochenüberresten von der altmongolischen Hauptstadt Karakorum aus der Russisch-Mongolischen Grabung 1948/1949 (Nach V. es ist unerlässlich am Neujahrstag und wird serviert. Bruststück und chüzüü – Hals. övčüü – Brust. wie allen Nomaden Zentralasiens hoch geschätzt.I. Darin ist er dem Kopf vergleichbar. der symbolisch für alle anderen stehen kann. 16. der wichtigste Teil. mit dem zusammen er auch serviert wird. bei denen Gäste anwesend sind. Seine herausragende Stellung unter chöl kann mit seiner Rolle als Hauptopfergabe an die Herdgottheit in einem der wichtigsten Riten der Mongolen erklärt werden. der die restlichen Teile symbolisch verkörpert. Die sieben Teile. bestehend aus Rücken. wenn man förmliche Besuche macht. Das uuc spielt bei allen Zeremonien in der Familie eine Rolle. Unter diesen ist uuc. Das Zerlegen der Tiere bei den Mongolen hat so S. sind: chaa – die beiden Vorderbeine. Dem Kopf. wann immer man etwas feiern will. jedes immer mit Fleisch und den dazugehörigen Knochen oder Wirbeln. 162 . Sie geht in ihren Wurzeln bis ins tiefe Altertum zurück. uuc – Rücken. Szynkiewicz einen deutlich zeremoniellen Charakter : „Der Körper des Schafes wird in Kopf und sieben Teile. Tabelle 1) Tierarten Rind Schaf und Ziege Pferd Kamel Hund Kulan (Wild-Esel) Anzahl der Knochenüberresten 873 13383 484 17 38 10 Minimale Anzahl für das Einzelwesen 84 1254 66 5 12 4 Das gekochte Hammelfleisch wurde unter den Gästen nach dem Alter verteilt bzw. indem er an vorgeschriebener Stelle ein Stück abschneidet. zerlegt. kommt eine zeremonielle Sonderstellung zu. Der angesehene Gast beginnt die Runde des Zerteilens. Schlegel und Schwanz (beim Schaf). und er wird getrennt den Familien-Schutzgottheiten oder geachteten Gästen vorgelegt. Man bringt es mit. Calkin 1968.

damit bewirtet zu werden. der Hauptstadt des mongolischen Reiches. wie der damalige Herrscher der Mongolen. muss man wissen. und alle sind von kultureller sowie magischer Bedeutung. Jemand. den Teilen der Gliedmaßen. Mit ihm sind Vorstellungen von Lebenskontinuität. wenn Verwandte der männlichen Linie anwesend sind. dal. Ist alles Fleisch entfernt. Jahrhundert. hat einen anderen Geschmack. von denen zwei vorgestellt werden sollen. hat uns eine genaue Beschreibung hinterlassen. der bei feierlichen Anlässen immer eingehalten wird. Hinter – und Vorderbeine haben unterschiedliche Knochen. jeder. Jedes Glied besteht aus drei Knochen mit dem dazugehörigen Fleisch. 163 . der sie für einige Zeit hielt und dabei nachdachte. šaant čömög. der das Fleisch des Schulterblattes alleine aufisst. der 1253 zu seiner Reise nach Karakorum. stellt man aus dem hinteren Schienbein her. und wenn sie dann zu ihm zurückgebracht 383 384 S. und es gilt ungeachtet seines eher faden Geschmacks als ehrenvoll.Zum Schluss bekommt er den an der Wirbelsäule verblebenden Rest. 144-145. ein Brauch. Frauen in Gegenwart von Männern. gilt als schäbig und unzivilisiert. Man beschaut dann die Sprünge und Risse darin und entscheidet (danach sogar) die wichtigsten Staatsangelegenheiten384“. Der chinesische Beamte Chao Hung beschreibt die Knochenschau in „Meng-Ta Pei-Lu“: „Beim Wahrsagen über Glück und Unglück. wer in wessen Anwesenheit nicht essen darf: Jüngere in Gegenwart von Älteren. Möngke Khan. Jedes der sechs Gerichte. aufbrach. Dann sandte er sie zurück. Ein weiteres Gericht. Chao Hung/P. 77. was er tun wolle. Als nächstes kommen wir zu den chugas. das sie mit einer glühenden und Eisenstange bearbeiteten. Die früheste Nachricht über die Verwendung vom Schulterblatt in der mongolischen Wahrsagerei stammt aus dem 13. so dass man sechs verschiedene Gerichte aus zwölf chugas herstellen kann. Fruchtbarkeit und Beziehungen zu den Ahnen verbunden. Der Franziskaner Wilhelm von Rubruk. Pinks 1980. Töten und Angreifen bedienen sie sich immer des Schulterblattes eines Schafes. Besonders schmackhaft ist das Fleisch am Schulterblatt oder Scapula. die angebrannten Schulterblätter von Schafen zu befragen pflegte. Knochen und Fleisch werden oft als Opfer dargebracht. kann das Schulterblatt für das Orakel verwendet werden. Die noch nicht angebrannten Knochen wurden zu ihm gebracht. Der Knochen selbst kann die Abstammungslinie versinnbildlichen383“. Olbricht/E. Szynkiewicz 1989b. Vorgehen und zurückweichen. Um davon essen zu können. ehe er irgendein Unternehmen begann. auf dass sie in einem besonderen Gebäude angesengt wurden.

Dieser Brauch ist durch viele archäologische Befunde in der Mongolei. Imenochoev 1992. Dieser Tibia-Knochen ist oft im Kopfbereich der Toten deponiert. in Oirat (West-Mongolei) Dialekten šagaj čömög. Schletzer / R. Burjätien und der Inneren Mongolei. Wenn sie der Länge nach aufgesprungen waren. Kirgisien. Szynkiewicz bedeutend vorangekommen (S. 387 L. 379-385). Seine Rolle in mongolischem Ritual wurde schon als "Tibia Komplex in der mongolischen Kultur“ von einigen Autoren angesprochen. untersuchte er die Sprünge.oder Übergangsphasen im Leben eines Menschen markieren wie Geburt. 386 385 164 . war dies ein klares Zeichen für ihn zu handeln. Zur symbolischen Bedeutung der tibia lassen sich etliche Aspekte erschließen aus dem bis heute noch einigermaßen gelebten traditionellen mongolischen Brauchtum.worden waren. ihm zustehenden Anteil des geopferten Hammels (ulus) erhielt386. Zumeist wurde der Tibia-Knochen mit dem Knöchelteil nach unten senkrecht auf den Boden gestellt. Zeremonien die vor allem verschiedene Lebens. Aufschlußreich sind hier vor allem die Bräuche und Übergangsriten.L. dass jeder Stamm sein eigenes. 388 Was den „Tibia Komplex in der mongolischen Kultur“ angeht. jedoch in seinen Eigenheiten und der Vielfalt seiner Bedeutung auch über das Grabbrauchtum hinaus noch nicht zusammenfassend ausgewertet388. Exkurs: Der Tibia-Komplex in der altmongolischen Kultur In den turkmongolischen Epen ist überliefert. Den Tibia-Knochen von einem Schaf nennt man in Khalkha-Mongolisch šaant čömög (Zentral-Mongolei). Risch 1934. so sind die Untersuchungen vor allem dank der Bemühungen von S. Tuwa. 15. 213. die das Ansengen in ihnen hervorgerufen hatte. geheiligtes Totem (ongon) und Brand-. Szynkiewicz 1989e. dann ließ er die geplante Aktion bleiben385. 27-35. aber wenn sie von einer Seite zur anderen Seite gerissen waren oder wenn kleine Stücke davon abgesprengt waren. Unter den Tierknochenopferungen in den mongolischen Gräbern muß der großen Zahl wie auch der Eigenart der Deponierung zufolge besonders der Unterschenkel (tibia) mit Knöcheln vom Schaf eine außergewöhnlich große Rolle gespielt haben.Schletzer 1983.V. Rubruk/ F. D. Besitzzeichen (tamga) hatte und dass bei gemeinsamen Trinkgelagen jeder Stamm einen bestimmten. Jakutien nachgewiesen und kann heute als ein wichtiges charakteristisches Merkmal altmongolischen Bestattungsbrauchtums gelten387. Viktorova 1980. in den mongolischen Kerngebieten also ebenso wie in mongolischen Bestattungen in Kazachstan. Hochzeit und Beerdigung. 29. N.

Bei dieser Zeremonie bekam das Kind dann auch seinen Namen. Der Ohren und Nase geleistete Schutz muß darum mit magischen Kräften aufgeladen sein. Unterstützung. den Namen des Kindes auf diesen Tibia-Knochen zu schreiben. besonders gegen Krankheiten der Ohren. geben sie die Plazenta den Hunden389. Szynkiewicz 1989d. 380-381. in die man oft den Unterschenkelknochen eines Schafes legte. dann wird die die tulga auf den Familienaltar gestellt und ein zirkulierender dallaga-Anruf durchgeführt. Falls die Eltern keine weiteren Kinder mehr haben wollen. Von dem Knochen wird erwartet. Szynkiewicz 1989e. 389 390 S. 90. In einigen mongolischen Gebieten ist sogar die Sitte bekannt. die als wesentlichen Bestandteil ein Bein des Schafes enthält. Der Unterschenkelknochen wird danach für eine kurze Zeit entweder auf dem Familienaltar abgestellt oder mit der Wiege verbunden. Sampildendev 1985.Geburt: Bei der Geburt wird die Nabelschnur mit einem Messer durchtrennt. ein Ritual aus zirkulierenden Bewegungen. innerhalb der Jurte begraben. Ethnologen sehen dahinter aber auch die Vorstellung. S. Ch. 165 . dass er das Kind schützt. In beiden Fällen werden noch einige Getreidekörner und Fußknochen eines Schafes als Zeichen für Überfluss und Fruchtbarkeit mit eingerollt. wo dies einer Frau erlaubt war. 170. Am demselben Tage fand dann die festliche Waschung des Neugeborenen statt und zwar in einer mit dem warmen Wasser verdünnten Salzbrühe. um dann als Abzeichen des Kindes in der Familientruhe aufbewahrt zu werden. Die Plazenta wird ganz besonders sorgfältig behandelt. Tangad 1979. Der gesäuberte Tibia-Knochen wird dann als Mittel für das dallaga verwendet . Brühe und Fleisch werden dann von der Mutter im Wochenbett gegessen und es war dies früher praktisch die einzige Situation. Sie wird sorgsam in eine Filztasche eingerollt und an einem Ort außerhalb der Jurte begraben oder. um Glück hereinzubringen. der Nase und anderen hoch gefährlichen Erkrankungen sonderlich der Atemwege. Basis. dass die Seele den Körper durch natürliche Körperöffnungen verlässt. Nach der Geburt eines Kindes wird ein Schaf geschlachtet und eine Brühe gekocht. das danach in einem Kästchen aufbewahrt und niemals für andere Zwecke als diesen benutzt wird. 196-197. wenn in der Familie schon mehrere Kinder gestorben sind und sie auf weitere glücklichere Geburten hofft. D. d. Wird das Kind krank oder verletzt es sich. Auschlussreich ist der Name für den so verwendeten Knochen: Er wird tulga genannt.h. Hauptstütze oder Grundlage390.

Wir verbeugen uns unten vor dem Unterschenkelknochen. stieg die Braut vom Pferd herunter auf einen weißen Filzteppich. erhalten sie beide zusammen einen Fußknochen vom Schaf und vortrug: Sar narand mörgöm üü! Sagaj cömögönd mörgöm üü! Eež aavyn zaja sachiusand mörgöm üü! 394 Wir verbeugen uns unten vor der Sonne und dem Mond. U. ihn opfert). vor dem ein glückverheißendes Muster aus Körnern ausgelegt war: vor dem Bräutigam eine Sonne und vor Braut ein Mond.h. sie den Knochen auf einen ovoo stellt (d. Der Knochen verbleibt nicht für immer in der Familientruhe.S. in deren Verlauf dem Bräutigam das Schienbein eines Schafes mit Sprungbeinknöchelchen angeboten wird. 394 Ähnlich berichtet P. Hochzeit: Am Hochzeitstag fand in der Jurte der Braut eine besondere Zeremonie statt.Danach führt die Mutter des Kindes den Knochen um die Jurte herum. den der Bräutigam zu diesem Zweck mitgebracht hat. es gibt aber vereinzelt Informationen. setzte sich dann neben ihren Verlobten auf einen ebenfalls weißen Filzteppich. Pallas 1801 (2. Nach Ankunft in der Jurte des verheirateten Paars wird der Knochen dann durch den Rauchring geworfen. Erdenebat 1998. 379: “We bow down before the sun and the moon/We bow down before the tibial bone/We bow down before the parents’ guardian spirits”. Szynkiewicz 1989e. 393 . wenn das Kind über sieben Jahre alt ist oder wenn die Mutter meint. 393 392 166 . wonach. 201-202. Wir verbeugen uns unten vor den Schutzgeistern der Eltern395. Normalerweise wird behauptet. Auf dem Weg zum Lager der Familie des Bräutigams veranstalteten die jungen Leute aus dem Hochzeitszug ein Pferderennen. wohin die Knochen später gebracht worden sind. S. Dabei soll der Schienbeinknochen eines Schafes.S. in der die tulga eine Rolle als an die Schere gebundener Knochen im Haarschnittritual spielt. Manchmal wird ein Tropfen vom Fett des erhitzten Knochens auf eine schmerzende Stelle gelegt391. Teil). dass man nicht so genau weiß. ergattert werden392. Pallas: „Verehre die Sonne! Verehre die Schaggai Keule! Verehre die Butter“! (P. dass die gefährlichste Periode im Leben ihres Kindes vorbei ist. Szynkiewicz 1989d. Wenn der Hochzeitszug im Lager des Bräutigams angekommen war. 149-150. Er trennt die beiden Knochen dann als Symbol für die Trennung der Braut von ihrer Familie. 238-239. ist auch eine Zeremonie aufgezeichnet. 395 S. Dann 391 Obwohl nicht allgemein verbreitet.

Bestattung: Den Glauben an die Wiedergeburt gab es in Sibirien und Zentralasien lange vor der Einführung des Buddhismus. Wenn die Hochzeit vorbei ist. der ins Jenseits führt) fallen. Die Mongolen haben diese Sitte bis auf unsere Tage befolgt398. 399 S. 382. Szynkiewicz 1989e. 398 D. Erdenebaatar 1994. Ist ein Kind noch vor dem ersten Haarschnitt gestorben. die dem verstorbenen Kind mitgegeben worden ist. 203. 90-99. Dann wird er hinter eine Dachstange der neuen Jurte gestellt. Dabei wird aber davon ausgegangen. Knochen sind auch in der mongolischen Verwandtschaftsterminologie von Bedeutung: So wird bei den Mongolen die Verwandtschaft von väterlicher Seite als jasan töröl (vom 396 397 S. das in der Verwandtschaft geboren wird. sehen zu können. Szynkiewicz 1989c. S. Man bringt heute noch ein Zeichen am Körper des toten Kindes an. dass die Fremden den Knochen nicht völlig abgenagen. Dazu gehört die Rolle des Schienbeins vom Schaf bei Fleischgerichten. vor allem wenn ein Kind stirbt. ob es das zuvor gestorbene ist. denn er soll möglichst unberührt vor dem Familienaltar aufgestellt werden. Ein Unterschenkelknochen wird nach einer Mahlzeit niemals gebrochen399. wird aber von den anderen unterschieden. bleibt aber im Allgemeinen für die Männer reserviert. um den Übertritt der Seele ins Jenseits zu beschleunigen. 382. Er wird normalerweise im Familienkreis gegessen. Es gibt auch noch eine Reihe weiterer Bräuche über Tibia-Knochen im mongolischen Alltagsleben. Szynkiewicz 1989e. Das Schienbein wird mit anderen Fleischspeisen den Gästen der Familie gereicht. halten sie beide die Enden des Knochens. wird der Knochen im Kissen des Paars deponiert396. dass es allein nicht der Feuergottheit geopfert wird. so ritt der Vater mit dem Leichnam davon und ließ ihn irgendwo am Weg oder an einer Kreuzung (eine Metonymie für den Weg. Der Glaube an die Wiedergeburt des Kindes zeigt sich in der Art seiner noch bis zur Mitte unseres Jahrhunderts vollzogenen Bestattung. Während sie sich verbeugen. um beim nächsten Kind. 167 . Ein Unterschenkelknochen vom Schaf war in solchem Fall in der Regel die einzige Beigabe.Dann verbeugte sich die Braut vor den Schwiegereltern und vor dem Herd und brachte der Schutzgottheit des Feuers ein Opfer dar. Das Schienbein ist eine der sechs ehrenvollen Fleischspeisen. Man achtet bei Neugeborenen auch ganz besonders auf mögliche Ähnlichkeiten mit früher verstorbenen Verwandten in der Familie397. Bei den Mongolen ist er noch in manchen alten Bräuchen erkennbar.

sondern auch bei anderen Nomaden. dazu gehören viele Menschen. Reichtum. manchmal sogar wie Würfel mit Augen. da vier Seiten jedes Knochen bestimmten domestizierten Tieren zugewiesen werden bzw. sind lokal variierend. Beim „Ringen“ z. 168 . 120.und Pferdeknochen gefunden. Ziege und Kamel bzw. Abb.28. G. langes Leben und ähnliches. meist Pferd. E. Schaf. Wegen ihres häufigen Vorkommens sind Knochen ein ausgezeichnetes. die sich in ihrer Form deutlich unterscheiden. das heißt deutlich ausgeprägte Liege. sondern als Symbol der väterlichen Abstammung galten und sich damit Vorstellungen von Lebenskontinuität. das nicht nur bei den Mongolen. Antilopen und Hirsche. natürliches Material für die Erfindung neuer Spiele. Möntell 1939.Knochen her). Taube 1983. Dieser kleine Knochen hat die Form eines allseits abgerundeten Quaders. ähnlich wie Getreidekörner in Agrargesellschaften Fruchtbarkeit ist hier in einem umfassenden Sinn gemeint. nach vier Tierarten benannt. Fruchtbarkeit und Beziehungen zu den Ahnen verbunden haben. Wir können davon ausgehen. Schubert 1971. es zu spielen. einen bestimmten Wert zugeschrieben bekommen. und ist daher – dem Würfel vergleichbar – zum Spiel gut geeignet. Die vier Liegeflächen. Zur symbolischen Bedeutung vom Knöcheln (Astragale) sei nur auf das bis heute beliebteste mongolische Spiel mit Knöcheln hingewiesen.). Die Knöchelwürfel heißen šagaj und werden in allen Familien in großen Mengen gesammelt und sehr geschätzt. die von mütterlicher Seite als cusan töröl (vom Blut her) bezeichnet400.B.und Standflächen. Taube/ M.und Hirtenvölkern beliebt war. Deshalb gilt das Spiel mit den Fußknochen als gutes Omen und man ermuntert die Kinder dazu. Bei der Untersuchung in den altmongolischen Gräber wurden außer den Knochen vom Schaf im gleichen Zusammenhang mit den Schafsknochen und Fußknöchelchen in weitaus geringer Anzahl auch Rinder. werfen die zwei Teilnehmer je ein 400 401 J. Rind401. 92. Kinder spielten früher mehr mit dem Knöcheln der Dseren-Antilope (Antilopa gutturosa L. weil er zierlicher und handlicher ist. einschließlich wilder Ziegen. denn sie sind ein Symbol für Fruchtbarkeit. Fußknochen (Sprungbein) von Schafen und anderen Tieren. dass Tibia-Knochen in der mongolischen Kultur nicht nur als ein magisches Instrument dienten. Bei den zu diesem Spiel verwendeten Knöcheln handelt es sich um den Talus aus dem Fersengelenk des Schafes. entsprechend dem relativen Wert der Tiere. sind dafür besonders gut geeignet. In mongolischen Spielen werden Fußknöchelchen als Würfel benutzt. Vor allem während der Neujahrszeit kommt dieser unterbewusste Einfluss seiner magischen Funktion zum Tragen.

Mogil’nikov 2002. 28-52.A. drängt drei verschiedene Interpretationen auf. E. 213-214. wie ähnlich oder verschieden sie auch in Bestattungssitten sein mögen404. L. oder aber für eine spätere Fortbewegung im Totenreich oder als Anfang für eine neue Zucht.Fußknöchelchen. 406 E. Szynkiewicz 1989d. P. Das Pferdeopfer ist für alle Nomadenvölker von zentraler kultischer Bedeutung. Es ist ein S. V. Auch findet man hier das uralte “Stangenopfer”. 122-136. 145-150. 60-67. dass die Differenzierung nach Opferformen und Kontexten wichtige Kriterien ergibt. um ins Totenreich zu gelangen. 134-143. 31-39. bei dem die Würfelseite „Pferd“ nach oben zeigt. 149-154. A. und derjenige. 403 402 169 . Boyle 1965. hat die Runde gewonnen402. hingegen bisher archäologisch noch nicht untersucht worden405. andererseits ihre vielfältigen Verbindungen untereinander und Kulturkontakte zu verfolgen. A. V. 76.A. Tryjarski: „Die uralte Sitte. Belomestnov 1983. 405 J. Gorbunova 2003.I. Nesterov 1990. S. Zahlreiche Studien über Pferdebegräbnisse vor allem bei den verschiedenen zentralasiatischen Steppenvölkern türkischen Ursprungs403 haben gezeigt. Entweder benötigte der Verstorbene das Pferd.D. Zur Tötung des Pferdes anlässlich einer Bestattung bemerkt E. Ziegen. Pferdeopfer/Pferdebestattungen: Der Gebrauch des Pferdes als Opfertier ist für alle Nomadenvölker bis weit zurück in die prähistorische Vergangenheit belegt. 404 N.A. Die wohl lange Tradition des mongolischen Spiels mit Fußknöchelchen weist darauf hin. dass der Verstorbene in der anderen Welt symbolisch in den Besitz einer großen Herde aus Pferden.I. 142-155. Tryjarski 2001. 205-227. Trifonov 1973. um die einzelnen Ethnien einerseits zu unterscheiden. Vielleicht aber auch für alle drei Zwecke“406.G. Kamelen und Rindern gelangen möge. Atavin 1984. Pferde des Verstorbenen zu töten. 351-374. Kuz’mina 1977. Schafen. Kovyčev / G.E. Evtjuchova 1957. Tomka 1969. In der “Geheimen Geschichte der Mongolen” wird von der Darbringung blutiger (Pferde)Opfer gesprochen.V. bei dem der Schädel und die Haut eines Pferdes auf einer in den Boden gerammten Stange aufgehängt wurden.G. So wurden zum Beispiel bei Vertragsabschlüssen ein Hengst und eine Stute geschlachtet. E. dass mit der Gabe von Unterschenkeln und Fußknöchelchen ins Grab bewirkt werden soll.M. 84-95. Ju. Kubarev 1981.P. Beleneckij 1978. Pferdeopfer und Pferdebestattungen im mongolischen Grabbrauchtum sind in etlichen Schriftquellen überliefert. Als Opfer kommen in der „Geheimen Geschichte“ die Stangenopfer (jüqeli) vor.

An jenen Orten. Perlee 1956a. Geheime Geschichte/ M. So ist es auch beim Opfer für die Ahnen (yekes) – das Stangenopfer gehört dazu -. Taube 1989. 410 Ch. So starb dann dieses Pferd an Hunger. von Örbei und Soqatai. Nach der Wiederbekehrung der Mongolen zum Buddhismus der Gelupa im ausgehenden 16. Gegenstände welche dem Verstorbenen lieb gewesen sind. Veit 1989 b. setzten einen Steinkrieger (Čuluun cereg) darauf und banden daran das Pferd des Toten westlich von diesem. 409 V. Nur anerkannte Familienmitglieder können daran teilnehmen. Blutige Pferdeopfer wurden anlässlich von Begräbnissen. Bevor es die Lamas gab. Die Familie hat also Interesse daran. Zum Pferd im Bestattungsbrauchtum bemerkt 1860 der burjatische Lama Galsan-Gombojew: „Die Sitte. 168. sollen noch bis heute weiße Stellen zu sehen sein. 170 . Deshalb wird Jewüredei vom Opferplatz vertrieben. sein Sattelpferd und seinen Hund getötet und diese dann zusammen mit seinen Waffen im Boden vergraben. dargebracht wird. 12 (§ 70-71). dass an dem von ihr veranstalteten Opfer ausschließlich Mitglieder der Familie teilnehmen. das im Frühjahr von den beiden Gattinnen des Ambaqai-Qahan. ist heute in der Mongolei nur noch als Hundename gebräuchlich411. 3-4. wobei das Fell auf einer Stange aufgehängt wird. so lautet eine Verwünschung: choilgalachu morin ugäi bul. 411 D. von ihnen zurückgelassen. er sei nicht Bodončars. setzten sie ihre Toten in/auf Hügeln bei. da man ihm nachgesagt. Taube 1989. 13 (§43-44). mit ihm zu begraben. Jh. Perlee: “Die Mongolen haben. sondern eines anderen Mannes Sohn407. chonochu gär ügäi bul (sei ohne Pferd zum Opfern und ohne Haus zum Wohnen)! 407 408 Geheime Geschichte / M. Tangad 1985. ist erst unlängst durch Einwirkung des Buddhismus verschwunden.Rossopfer für den Himmel. dessen wirkliche Bedeutung heute nicht mehr verständlich ist. Aus Schriftquellen wie auch aus mündlichen Überlieferungen kennen wir etliche Angaben über altmongolische Begräbnisse mit Pferden. zu spät kommt und deswegen beim Opfermahl als Nachzügler behandelt (ausgegrenzt) wird408. wo das Pferd in seiner Qual den Boden mit der Hufe berührte. aber die Erinnerung daran erhält sich in gewissen Redensarten. Über das Pferd im vorbuddhistischen Grabbrauchtum schreibt Ch. zu dem aber Frau Hö’elün Üjin. feierlichen Bündnisschwüren (hier stets ein weißes Pferd) und für die Schamanen –und Ahnengeister dargebracht. 27-33. Das Wort chojlgo. Diese Sitte wurde chojlgo oder chamnigan chojlgoloch genannt“410. wurden die blutigen Pferdeopfer – wie überhaupt alle blutigen Opfer – verboten409. wenn ein Jäger starb.

415 Diese Brauch war schon im 7. B. Es handelt sich um leicht gewölbte Aufschüttungen von geringer Höhe (durch. max. der griechische Geschichtsschreiber Herodot: „Ein Jahr später tun sie wiederum folgendes: Sie nehmen die besten übrigen Diener des Königs. Die von einem Pferd mit den Hufen aufgescharrten weißen Stellen dienen offensichtlich als beliebte Erklärung für auffällige Geländeeigenheiten und Bodenmarken eines Terrains. Borovka 1927. Aseev / I. die allgemein als Beschützer des Grabhügels angesehen werden und sich in einem Verbreitungsgebiet von Sibirien bis in die Mongolei beobachten lassen414. ChantiMansinen und Ungarn von Nordostasien bis Mitteleuropa verbreitet415. In Zentralasien wurde seit den 20ger Jahren durch G. 106. an die Pferde gebunden sind). 1. die hinteren halten den Bauch an den Hinterbeinen hoch.V. 104. 186. 60. Ch. Jahrhunderts v. Einige archäologische Befunde könnten diesem von Perlee beschriebenen Brauch entsprechen. Beziehungen Galsan-Gombojew 1860. Im nördlichen Teil der Steinaufschüttung eines Grabes fanden sich manchmal ein oder zwei senkrecht stehende Stelen aus einem unbearbeiteten Stein (Kat. sie nehmen die Eingeweide heraus. 163. Tuwinern. ebenso auch fünfzig schönsten Pferde. 161. G. 290-298. Unter anderem ist die große Anzahl von unbearbeiteten Steinstelen bemerkenswert.B. nachdem durch seinen Leib der Länge nach bis zum Hals eine dicke Stange getrieben wurde. reinigen die Bauchhöhle. 4. Ein Königskurgan der Skythen wurde von einer Wache aus toten Reitern umstellt. Kovyčev 1984. 414 C. 164. Ch. Jahrhundert. 66. 118. Jahrhunderts v.I.Chr. Holzstangen auf Grabhügeln waren seit mehr als zweitausend Jahren unter vielen Steppenvölkern wie Skythen. dass es in zahlreichen Steppengräbern solche senkrecht stehenden Steinstelen vorkommen413.Chr.I.-4. Dasibalov 1995. Türken. bei den Skythen bekannt. Kirillov / E. und die andere Hälfte des Rades an zwei anderen Stangen. die man mithilfe von Stangen auf ihren Pferden sitzend aufgestellt hatte. Lchagvasüren 1989. Für die Aufschüttung der mongolischen Gräber wurden nachweislich fast ausschließlich Bruchsteine der umliegenden Felsen verwendet. füllen sie mit Spreu und nähen sie wieder zu. Perlee interpetiert ihn als ein „uya“ (Pferdegestänge. Ch. Törbat 2000.V. Sie legen den 413 412 171 . dessen Fleisch gegessen und dessen ausgestopfte Haut über dem Grabe aufgestellt wurde“412. 157.20 m hoch). Darüber berichtet in der Mitte des 5. Jakuten. die noch leben…Von diesen Dienern erdrosseln sie fünfzig. Chakassen. mit der Rundung nach unten. Borovka und viele andere Archäologen beobachtet.I. 1. 24. Nr. 50. So tragen die vorderen Räder die Schultern der Pferde. Perlee 1977. I. Auf diese Weise errichten sie eine ganze Anzahl von Gestellen. -14. 189). Vorder-und Hinterschenkel schweben in der Luft. Zeugnis sein für die Verwendung von Steinkrieger und „uya“im 12. 99. 20-30 cm. Auf je zwei davon wird nun ein Pferd gehoben. 140. Burjaten. Dann wird die Hälfte eines Radreifens an zwei Stangen befestigt. 158.Choilgalachu morin (oder choilgan morin) nannte man nämlich das bei Beerdigungen geschlachtete Pferd. Dies macht auch die Erscheinung des so genannten Steinkriegers verdächtig.

und zwar setzen sie sie so darauf: Wenn sie die Leichen senkrecht längs des Rückgrads mit einer Stange bis zum Nacken durchbohrt haben. Charakteristisch für den Grabbau dieser Gruppe war eine ovale Steinaufschüttung sowie eine im nördlichen Teil der Aufschüttung senkrecht stehende Stele aus einem unbearbeiteten. Die älteste Stele der hier angesprochenen Art in Nordostasien wurde in Süd-Baikalien bei Grabungen und Untersuchungen von N. Nerlich 1997. 172 . 559. arga (türk. Es kann indes aufgrund des heutigen Forschungsstandes im Fall der mongolischen Gräber ein solcher Zusammenhang nicht begründet behauptet werden.N. porge (selk. Auch bei den Mongolen wurden solche Stelen mit einem ähnlichen Namen . sege (burjat.-16.). I.V. Sokolova 1986. dass solche Stelen aus unbearbeiteten Stein am/auf dem Grab wie sie in Küren. Tabaldiev / A. Aseev. 238-241).). Daraus erschloss I. das sie in einem Bohrloch an jener Stange befestigen. Die fünfzig erwürgten jungen Männer aber verteilen sie dann auf die Pferde. Novoselich und Zaigraevsk in Südbaikalien registriert worden sind. 416 417 Z.). datiert werden können.I. und dann ziehen sie wieder ab“ (Herodot IV. sargon (chakas.). šorge (tuwin.V.zwischen diesem Holzpfahl auf dem Grab und dem so genannten „kosmischen (oder Welten) Baum“ kennt man aus den Glaubensvorstellungen vieler Völker. 71-72: Siehe A.). Kovyčev 1984.) und sirjele (ungar. was “Stange zum Anbinden der Pferde“ bedeutet. Sie bedeuten übereinstimmend entweder „Pferdestange“ oder ein „Zeichen des Grabes“416. Dikov in einer bronzezeitlichen Fundstätte entdeckt. Aseev / I. Soltobaev /K. 60. die durch das Pferd geht. Ivantchik 2007. Kirillov / E.). sar-aηkət (chant. dann ragt unten ein Stück von diesem Holz hervor.“serge” oder „jarge“ bezeichnet. 143. dokumentiert. Solche Reiter stellen sie im Kreis um das Grab.P.V. möglicherweise solche“serge“ – oder Pferdestangen gewesen sein könnten417. Er hat diese Stele als „Wachposten-Stein“ bezeichnet und da in der Nähe von als Opferplattformen interpretierten Steinaufhäufungen figürliche Darstellungen entdeckt Pferden auch Zügel und Zaumzeug an. 418 B. Jh. Anke/ M. können sie archäologisch in der Regel nicht mehr nachgewiesen werden. Eindeutige Indizien fehlen. Moskalev / O. die aufgrund des Grabritus sowie Besonderheiten ihres Inventares ins 13. zerge. Da Pferdestangen am oder auf dem Grab meistens aus dem Holz gearbeitet worden sind und darum im Laufe der Zeit vergehen. Aufschlußreich ist die Ähnlichkeit der Bezeichnungen für die Pferdestange in den verschiedenen ural-altaischen: serge (jakut. andersfarbigen Stein418.). ziehen den Zaum nach vorn und binden ihn an einen Pflock. Solche Steinstelen wurden auch in den typisch mongolischen Gräbern im Gräberfeld Süttü Bulak (Kyrgyzstan).

Taube 1989. 422 Geheime Geschichte /M. Tryjarski 2001. V. indem er ihn mit seinem Schwerte bedroht (GG § 149): „Ich werde in jedem Falle sterben. 76 (§149). 63. Veit 1989 b.wurden. In GG § 241 ist gar eine Massentötung überliefert: Činggis Qahan opfert hundert Tumat-Leute für die Leiche Boroquls425. 426 Herodot IV 173 . 423 Geheime Geschichte /M. sondern begrenzt gewesen sein auf die Bestattungen herausragender Stammesführer und Khane421. dass das Pferd nicht etwa stellvertretend für den Menschen geopfert wird – Menschenopfer kannten die Mongolen auch. Und ähnlich drücken sich die zum Abschlachten bestimmten Tataren aus (GG §154): „Wir wollen sterben. noch §154. Taube 1989. Hier muss festgehalten werden. und so will ich dabei (wenigstens dich) als Kopfkissen (dere) nehmen422“.N. 424 Geheime Geschichte/ M. 81 (§154). Allerdings dürfte es kaum allgemein geübte Sitte gewesen sein. als ob man das Ableben des Herrschers wie auch seine Grabstätte der Welt verheimlichen wollte. 82 (§154). Taube 1989. bei Fürstenbegräbnissen in vorbuddhistischer Zeit und bis in unser Jahrhundert als Opfer für den Sülde Tengri im Kriege. 205. 425 Geheime Geschichte /M. Auf Opfer von Menschen am Grab eines verstorbenen Würdenträgers deuten verschiedene Stellen in der „Geheimen Geschichte der Mongolen“ . das seinen Ursprung bereits in der Antike hat. 421 E. 169 (§241). Širgü’etü der Alte sagt zu Tarqutai Kiriltuq. wo gleiches schon von der Leichenumfahrt skythischer Könige berichtet wird426. einem Befehlshaber der Tayiči‘ut. Dikov 1958. 168. indem jeder ein Messer in seinen Ärmel steckt und (einen Feind) als Kopfkissen mitnimmt!423 Man vgl. 419 420 N. Menschenopfer/ Blutopfer am/im Grab: Menschenopfer am Grab oder die Tötung von Gefolgsleuten anlässlich der Bestattung ihres Herrn ist bei den Mongolen wohl ebenso praktiziert worden wie bei den anderen Reiternomaden auch. dass solche Stelen dem Ahnenkult dienten419. es ist selbst das Opfer420. vermutete er hier den Anfang der Steinstatuen mit Menschendarstellung bzw. wo die besiegten Tataren an dem Achsenstift gemessen und “Zur Rache und Vergeltung für die (von ihnen vormals getöteten) Ahnen und Väter“ geopfert werden424. Hier wird aber ein Motiv assoziiert. Die Niedermetzelung der dem Leichenzuge Činggis Khans Begegnenden wird von Rasid-adDin so motiviert. Taube 1989.

vermutlich bis zum 16. den Hof des Altan Khan (1508-1582) von den Tümed-Mongolen. Nach Plano Carpinis Aussage wurden verstorbenen mongolischen Würdenträgern Sklaven lebendig mit in das Grab gegeben. für das Jahres-. Boyle 1958. 149.Jh. das Töten von Frauen. 235. in Bezug auf mongolisches Geheimbegräbnis. verfassten Chronik des Saγan Sečen erfahren wir: 1576 besuchte das Oberhaupt der tibetischen dge-lugs-pa Sekte bSod nams rgya mc’o. eines Nachkommen Činggis Khans.und Zeitopfer Menschen oder Tiere als Opfergaben zu schlachten. Vol. ein besonderes Vorrecht des Herrschers und seiner Familie. dass es sich um Opfer am Grabe des Herrschers handelt427. Schmidt 1829. 430 Außer Pferdebegräbnisse. Bei dieser Gelegenheit wurden verschiedene neue Gesetze erlassen: So wurde u. und erhielt hier von diesem den mongolischen Titel Dalai-Lama. Ein archäologisches Beweis für die Richtigkeit dieser Angabe wurde jedoch bis heute noch nicht erbracht 428 427 174 .a. Aus der im 17. Juwaini /J. Es wurde weiterhin untersagt. wie “Ts’ao-mu-tze”. wenn sie dabei nicht qualvoll erstickten. sondern periodisch oder zu besonderen Anlässen auch im postfuneralen Totenkult dargebracht worden sind. dass nach dem Tode eines Menschen nach Beschaffenheit seiner Vermögensumstände eine Anzahl Kamele430 und Pferde geschlachtet. dass Menschenopfer nicht nur im Zusammenhang der Bestattung selbst. den Fürsten und Oberhäuptern und dem Volke mit einstimmigen Beifall angenommen: „Bei den Monghol herrschte bisher die Sitte. Von nun an soll dieser Gebrauch aufhören. bemerkte in einiger historischen Quellen. überhaupt wurde jedes blutige Fleisch-Opfer bzw.J.Wahrscheinlich ist und nach den Analogien aus der Geheimen Geschichte wirklichkeitsnäher. und von der Geistlichkeit. Menschenopfer blieben bis zur späteren Zeit. 429 Ssanang Ssetsen / I. jedes Blut- P. Monats. dass ein junges Kamel über dem Grab geschlachtet ist.A. Als Ögödei den Thron bestieg. und (das zum Tödten bestimmt gewesene Vieh) nach demselben Verhältnisse der Geistlichkeit dargebracht werden“.Jh. Sklaven und auch Vieh als Grabopfer untersagt So heißt es im „Erdeni-yin Tobči“429: „Hierauf wurden vom allwissenden Bogda und dem Chaghan folgende Gesetze vorgeschlagen. und unter der Benennung Choilgha mit ihm zugleich begraben wurde. wurden vierzig „mondgleiche Jungfrauen. Sie konnten allerdings durch ein dreimaliges Scheinbegräbnis ihr Leben retten. Juvainis Zeugnis deutet darauf. wonnig anzusehen und von fleckenlosem Charakter“ aus dem Geschlecht der Fürsten und Emire mit Edelsteinen und reichem Schmuck und ausgesuchten Gewändern ausgestattet zusammen mit ausgewählten Pferden dem Geist Činggis-Khans geopfert428. 180. der dritte Nachfolger Tsong-kha-pas. I. Poucha 1956.

Nachrichten über die mongolischen Bestattungsitten im späteren Mittelalter. bestimmenden Elemente deutlich: einmal die Traditionen und Glaubenvorstellungen seiner mongolischen Heimat. Jhs. Ebenso verboten wurde der Besitz von Ongghot. Kollmar-Paulenz 2001. den er in ihm erkannte. dass in früheren Zeiten die mongolischen Edlen und Khane auf eine einfache Art in einem hölzernen Sarg in einer entfernten Wildnis begraben wurden und dass ihre Rüstung und ausgewählte Sachen der Kleidung mit ihnen vergraben wurden. Über die lamaistische Unterdrückung des Schamanismus sieh: W. Taube 1983. berichtet 1594 in seinem Werk „Pei-lu feng-su“ (Die Bräuche und Sitte der nördlichen Barbaren). Ziel der neuen Gesetze war es. nämlich 1587. zum anderen die fremdkulturellen tibetisch-buddhistischen Vorstellungen. Jhs. An ihrer Stelle sollten Figuren des siebenarmigen Mahakala. bestatten zu dürfen. wurden die sterblichen Überreste des Altan Khan verbrannt und seine Asche in einer Urne aufbewahrt. einerseits die Verbreitung des Lamaismus unter den Mongolen sicherzustellen und zugleich der weiteren Ausübung des Schamanismus Hindernisse in den Weg zu legen432.Opfer verboten. Konkubinen und spätere Gemahlinnen. Tag im letzten Drittel des Monats des Jahres 1581. von schamanistischen Idolen. sondern als einen buddhistischen Heiligen. Danach errichteten nepalesische Kunsthandwerker über den Reliquien des Khans im Westen des Erdene joo-Tempels einen großen Stupa434. die in seiner zweiten Lebenshälfte bis zu seinem Tod sein Leben und Denken zu beherrschen begannen. das zweite Mal als buddhistischer Heiliger. mit dem Namen Hsiao Ta-heng. nach europäischer Zeitrechnung zu Beginn des Jahres 1582. Er starb an einem frühen Abend am 3. Als er ihre Zustimmung erhielt. Die zweite Bestattung der Gebeine des Altan Khan erfolgte erst Jahre später. 338-348. In dieser Schilderung der zweifachen Bestattung des Altan Khan werden noch einmal die das Leben eines mongolischen Herrschers aus dem 16. des Schutzherrn des Lamaismus. 175 . Altan Khan nicht wie einen „gewöhnlichen Khan“. Nach mongolischen. Heissig 1970. Heissig 1970. 434 Erdeni tunumal /K. Taube / M. und es wurde der Befehl erlassen. Dalai Lama bat Namudai secen qaγan. Jönggin qatun und die mongolischen Fürsten. das erste Mal nach mongolischem Brauch. Neben den Bericht über Altan Khans Zweifach-Bestattung stellten einige chinesische Quellen aus des 16. 327-328. 433 Neben dem Grab eines Fürsten errichtete man traditionell eine Jurte. siehe in E. tibetischen und chinesischen Quellenangaben fand Altan Khan selbst zweimal seine letzte Ruhe. Diener und ein 431 432 W. 84-86. diese zu brennen. Darauf errichtete man am Südhang des Berges Qaruγun-a qan eine Palastjurte433 und bestattete den Leichnam des Khans dort. in jeder Jurte verehrt werden431. Ein chinesischer Gesandter. Der 3. 126.

Schmidt 1829. befahl die Chatun. ihn zu tödten. als Kja Taidschi sich widersetzte mit den Worten: <<Statt zuzugeben. Hyer 1979.bevorzugtes Rosspferd würden mit ihnen begraben. da sie keine Furcht vor dieser Sünde hatte. Namens Molon Chatun. Š. und mit ihm zugleich beigesetzt werden sollten. Alle als Geschenke (ursprünglich Beigaben) dem Verstorbenen dargebrachten Sachen wurden auch dem Tempel gegeben435. Es waren bereits über vierzig Kinder getötet. und dass es blutige Opfer(bei)gaben. Bira 1970. nicht länger gebe. würden wenigstens sieben Tage einen Lama für ihr verstorbenes Familienmitglied beten lassen. da die Mongolen sich nach und nach zum Buddhismus bekehren. Stattdessen verbreite sich jetzt nach lamaistischer Sitte die Leichenverbrennung. mich zu tödten und zur >> Begleitung zu senden!>> Da aber keine Möglichkeit vorhanden war. Allerdings überlagerten noch bis in die Neuzeit zahlreiche alte traditionelle Rituale die buddhistische Bestattungspraxis. das Pferd oder die persönliche Habe der verstorbenen Person dem Tempel als Belohnung gegeben wurde. 103. >>wollt ich mich ihnen selbst entgegenstellen. Der Standort des Begräbnisses wurde sehr geheim gehalten. 176 . getödtet werden. In der mongolischen Chronik „Erdeni-yin tobči“ heißt es: „Altan Chaghan hatte. Namens Tübet Taidschi gezeugt. wo sie dann in Gebetszeremonien für neunundvierzig Tage dem Tod folgend geehrt worden ist. zu sich genommen.oder Menschenopfer. die Rüstung. Als dieser Knabe starb. 249-251. dass während seiner Zeit. 14-21. dass als Begleitung für ihren Sohn hundert Kinder und hundert Kamelfüllen geschlachtet.J. die dann vergoldet oder mit anderen wertvollen Metallen bedeckt in einem lamaistischen Tempel aufbewahrt wird. Gewöhnliche Leute. Er fügte hinzu. Die Gegenüberstellung der Informationen aus dem späten Mittelalter mit dem folgenden Augenzeugenbericht aus dem Jahre 1938 beweist die 435 436 S. namens Tolai. Das strenge Verbot von Blutopfern bestätigen auch weitere zeitgenössische mongolische und tibetische Schriftquellen436. Mit der Verbreitung des Lamaismus veränderte sich das altmongolische Grabbrauchtum radikal. dessen Mutter. dass Fremde die Kinder dieses Landes erwürgen. Tier. Es sollte nämlich auch der Sohn des Schinekei Orlök der Mongholtschin. nachdem sein Vater Alak Dschinong Tegri geworden war. 463. Jagchid / P. um den verstorbenen Khan zu begleiten. dass die Kleidung. so Hsiao. sich diese Sitte ändere. Er fügte auch hinzu. Jambadorji 1984. und mit ihr einen einzigen Sohn. 437 Ssanang Ssetsen / I. Versucht es. von dessen drei Gemahlinnen die dritte. als ein Aufruhr unter dem Volke auszubrechen im Begriff war. Die Asche der Verbrannten wird zusammengesammelt und zu einer Form mit kleinen Abbildungen (tsha tsha ?) präpariert. liess man ab und tödtete weiter keine Kinder mehr“437.

die auf ausdrücklichen Wunsch des Verstorbenen nach schamanistischen Brauch stattfand: „Nicht weit vom Walde in der Steppe war eine flache Grube ausgehoben worden. dass das Aufkommen leerer Nischen im Grab neue religiöse Einflüsse widerspiegelt oder wie später im 16. – In den letzten fünf Jahren (2004-2008) sind etliche mongolische Gräber des 13. 51-55.Ungebrochenheit der vorlamaistischen Traditionen noch bis in das 20. 14. Tumen/ D. Dann entzündete man in einiger Entfernung ein Feuer. mit Pferdeopfer/Pferdebestattungen durch Grabungen im im Gebiet des Ongon Sum des Süchbaatar Ajmag archäologisch nachgewiesen worden: D. schlachtete ein Pferd und begann. dass in einigen Gräbern schon zu Beginn des 13. vergoss Tee und warf Fleischstücke und Milchprodukte in verschiedene Richtungen.Jh. bei den Tsaidam-Mongolen die Familie des Toten dem Lama. Aus Tuva ist die Sitte überliefert.Jh. Grabnischen als Indikatoren für Pferdebestattungen: Es ist festgestellt worden. die mit dem Brauch den Pferdebalg in oder auf das Grab zu stellen dann allmählich ganz verschwunden ist439. Jh. Vor dem Totenmahl spritzte man Branntwein. dafür erhielt er gewöhnlich als Belohnung eine Kuh mit Kalb. Erdene 2006. Nach diesem Opfer an die Geister des Ortes trat man zum Tisch für das Gedächtnismahl. Fleisch und Tee kochen. Tomka 1969. Die genauere Betrachtung der späteren Bestattungssitten bei den Mongolen ermöglicht einige Rückschlüsse zum ursprünglichen Grabgut älterer Zeit: So wird in buddhistischer Zeit das Eigentum des Toten nicht mit ihm in das Grab gegeben. in die man den Sargkasten mit Deckel stellte. ja können sogar zusammen vorkommen. 149-154. Taube /M. auf neue Gesetze zurückgeht. den Lama allein für die Auswahl der Grabstätte zu bezahlen. leere Nischen entstanden.B. zu dessen Krönung man einer Stange bei dem Grabhügel das Fell eines Pferdes und dazu Chadaks aufhängte und den Pferdekopf hinlegte438“. Navaan/ M. 177 . 439 Allerdings schon bei den Frühen Nomaden ist ein Nebeneinander der Bräuche feststellbar: die Ausstellung von Pferdebälgen und die Bestattung ganzer Pferde schließen einander nicht aus. ein Pferd zusammen mit dem Geschirr440. ohne jede Spur eines Pferdegeleits für den Verstorbenen. Taube 1983. Beschrieben wird eine Bestattung im Bulgan-Aimak.Jh. – Die Funde und Befunde konnten allerdings für diese Arbeit noch nicht ausgewertet werden. eine Stute mit 438 E. Es ist auf der Grundlage des aktuellen Forschungsstands zur altmongolischen Gräberkunde nicht ausgeschlossen. auf den man Steine häufte. Diese leeren Nischen könnten als Brauchtumsrudiment noch an die hergebrachte Sitte der Pferdebestattung erinnern. sondern einem Lama oder einem Kloster übereignet: So spendet z. der die Bestattungszeremonie durchgeführt hatte. 440 P. 126.

und ist sie möglicherweise das Merkmal. Man findet sie auch in den mittelalterlichen Kurganen der Steppen Osteuropas. ein Schaf mit Lamm oder auch eine Ziege mit Zicklein sowie Hausgerät. so müsste man bei den Polowzern sowohl vor der Eroberung durch die Goldene Horde als auch danach solche Nischen finden. Ist daraus vielleicht der Schluss zu ziehen. G. von Boγtaγs also. dass die Mongolen diese Sitte mitgebracht haben. dem sehr spezifischen ethnischen Attribut mongolischer Frauen gefunden wurden. bis 14. dass die Nischengräber in den Fällen. der als erster von den Gräbernischen berichtet merkt G. Zum Bericht von Plano Carpini. 103-104. in denen sie sich datieren lassen. dass es möglich sein muss aus der Unzahl mittelalterlicher Nomadengräber diejenigen herauszufinden.A. stets dem 13.A Fedorow-Dawydow 1973. Er weist ausdrücklich darauf hin. die durch spezifische Beigaben wie eigentümliche Grabsitten als Bestattungen der Mongolen kenntlich sind. Fedorow-Davydow an: „Nischen in Gräbern wurden von sehr verschiedenen Stämmen angelegt. sogleich nach Ankunft der Tataren. D’jakonova 1975. Auch diese Tatsache macht wahrscheinlich.Fohlen. Jahrhundert angehören. dazu manchmal auch Schmuckstücke441. aus dem sich auf die Anwesenheit der mongolischen Eroberer in den südrussischen Steppen schließen lässt? Er erweist sich. aufgekommen sind“ 442.P. die auf die eine oder andere Weise mit den mongolischen Eroberern verknüpft sind. dass die Bestattungen in Nischen u. 441 442 V. Würde es sich um eine Grabsitte der Polowzer handeln. 178 . so dürfen wir annehmen.a. dass die Aufkunft der Grabnischen mit der Invasion der Mongolen in Zusammenhang steht. zusammen mit Resten von Mützen aus Birkenrinde. Wenn die Nischengräber eine Besonderheit waren. 97. während sie in der Zeit der Goldenen Horde. In der vormongolischen Zeit gab es aber keine Nischen.

S.3. nach dem Tode kehrt die Seele an den Ort zurück. 70. Taube /M.4. qada tüsikü „am Felsen leben“. das „große Haus“ der Ort. Besonders bemerkenswert ist davon noch eine Reihe von Ausdrücken. Es handelt sich um ein Leben.und Jenseitsvorstellungen Die Mongolen glaubten in der Vergangenheit ähnlich wie viele andere Völker an die Existenz der Seele und ihr Dasein im Jenseits. von welchem sie gekommen ist. Wie im Bestattungsbrauchtum schamanistische neben lamaistischen Riten weiter praktiziert wurden. Aus ethnographischen Materialen wissen wir von sprachlichen Tabus. „zu seinen Vertrauten gehen“ (weil man an die Wiedervereinigung mit seinen Angehörigen im Jenseits glaubte) usw. Hyer 1979. und die kleinen Unterschiede ergeben sich nur durch die neue Daseinsform des Menschen443. eine Welt. die der Volksreligion und dem Schamanismus zuzuordnen sind: naran bolqu „Sonne werden“. ünenkin-ü-ben γajar-tu yabaqu „zum Ort der Wahrheit gehen“ (da Erlik Chan die Taten abwägt). E. taγalal düri bariqu „die Wunschgestalt annehmen“. Erlig qaγan-u-dur očiqu „im Reich des Erlik Chan gehen“. Taube 1983. Solche Ausdrücke sind eindeutig verbunden mit schamanistischen Glaubensvorstellungen. sind bei den Mongolen aber in ungewöhnlich großer Zahl vertreten. das mit dem Tode beginnt. um in dieser Form dort weiter zu 443 444 E. so enthält auch diese kleine Auswahl aus bisher etwa 160 ermittelten Ausdrücken deutliche Hinweise auf religiöse Vorstellungen und Bestattungsriten. Seelen. in der das Erdendasein fortgeführt wird. 101. an welchem sich der Tote während seines Lebens aufgehalten hat und wohin er nun als Seele zurückkehrt. Tngri bolqu oder Burqan bolqu „Himmel oder Buddha werden“. Sagaster meint: „Was darunter zu verstehen ist. Solche Tabuisierungen sind in allen Sprachen üblich. an eine jenseitige Welt. 156. Tryjarski 2001. Um hier nur einige der (euphemistischen) Umschreibungen/Formeln zu nennen: amisqa-yin toγa güičekü „Die Zahl der Atemzüge erfüllt sich“. tngri bolqu „Himmel werden“ . Das soll eine Welt sein. egeg tüsikü „an der Sonnenseite leben“ (Anspielung auf die Bestattungen in den Felsen oder an Südhängen der Berge). die sowohl dem vorlamaistischen als auch dem lamaistischen Bereich entstammen444. töröl araljiqu „Existenz wechseln“. K. 179 . die zu etlichen Umschreibungen des Wortes „sterben“ führen. tngri-dür ögedelebei „er erhob sich zum Himmel“. die nach ähnlichen Grundschätzen strukturiert ist. Jagchid /P. vielleicht ist die „alte Heimat“. qaγučin nutuγ-taγan bučaqu „in seine alte Heimat zurückkehren“ oder yeke ger-tegen qariqu „in seine große Jurte zurückkehren“ usw.

250. sülde. oder man hat darunter den Ort zu verstehen. Die Mutter gibt dem Kind das Fleisch. denn die Knochenseele ist rachsüchtig und kann böse Träume senden. lebt noch drei Jahre weiter und stirbt erst. d. die knochenverwandten des Kindes. bis auch dieser verwest ist. und alle übrigen Verwandten väterlicherseits sind die Verwandten den Knochen nach. 446 445 180 . miqan törül. von dem die Seele ausgegangen ist. deren Wohnung der Körper des Lebewesens ist. dass alle Lebewesen mit “heißem Leben und warmem Blut“ – qalaγun amitan. 135-136). Die Mongolen glauben. und auch wenn sich die unsterbliche Seele verflüchtigt. seine Fleischverwandten. yasun-u sünesün. ihn so zu töten. bis von der Leiche nichts mehr übrig ist. Die Seelen des Fleisches und der Knochen hüten die Wohnung der unsterblichen Seele (sülde). dem eines Besiegten und Freund von Činggis Khan äußert. In den Gespenstergeschichten der Mongolen werden die bösen Geister. sondern gut beisetzen (Geheime Geschichte / M. wohnt noch weiter im Beckenknochen. dass kein Blut auf die Erde fließt. wenn die Leiche vollständig verwest ist. yasun törul. Rintschen schreibt über die Seelennamen im Mongolischen: „Nach schamanistischer Weltanschauung glauben die Mongolen. 447 Darüber hinaus existierte auch die Vorstellung vom Blut als Seelenträger. Sagaster 1964. wo immer dieser Ort auch liegen mag“445. Der Vater gibt dem Kind die Knochen. U. B. Činggis Khan lässt ihn nach seinem Wunsch „ohne Blutgießen“ töten und seine Leiche nicht offen hinwerfen. wenn der Mensch stirbt.h. Die Knochenseele. bei der sie das Fleisch von diesem Knochen gegessen haben. der amin sei im ganzen Körper enthalten und ginge mit dem Organismus zu Grunde446. die in Menschengestalt in der Nachtfinsternis vagabundieren und K. um auch die Knochenseele zu töten. Taube 1989. haben mit den Mongolen verwandte Völker amin genannt. yasun. die sich zum Beispiel im Paragraph §201 der Geheimen Geschichte der Mongolen erwähnten Wunsch von Jamuqa. Die Fleischseele. büliyen čisutan drei Seelen haben: Miqan-u sünesün die Seele des Fleisches447‚ Yasun-u sünesün die Seele der Knochen‚und eine unsterbliche Seele. Harva 1938. Nach diesem uralten Volksglauben zerbrechen auch jetzt noch die Mongolen die Beckenknochen getöteter Schafe nach der Mahlzeit.bleiben. 99-119. was atmet. miqan-u sünesün. bleiben sie im Fleisch und in den Knochen. und alle anderen Verwandten der Mutter sind die Verwandten des Kindes dem Fleische nach. Die Erscheinungsform des Lebens sowohl beim Menschen wie auch beim Tier oder überhaupt bei allem.

bis auch der Beckenknochen zerfallen ist. und dann. 129.verspäte Reisende angreifen. die von der Vaterseite gebildet wird. Fleisch-und Knochenseele sind eine Art Hüter der Behausung dieses Lebensgeistes. 258). Sie wird sich in der Lebensdauer durch das Gehirn und durch die ganze Rückenmark sowie Nervenadere bewegen. Solange der Lebensgeist nicht angetastet wird. Darunter: Die Seele vom Fleisch und Blut. 81. bekommt man sie von der Mutterseite.E. ist der Lebensgeist unsterblich. Nach dem Tode eines Lebewesens hielt sie im Herz auf. O. Anders als der Mensch. in dem er lebt. Wenn der Beckenknochen nichts mehr übrig ist. Rintschen 1974. Er ist Herr über Leben und Alter des Menschen. der sich um den Zahnfortsatz der Axis dreht. zu dieser Stunde verwundet wird oder bricht.] durch alle Knochenteile eines Menschen oder Lebewesens. in dem die Seele sich zufällig aufhält. Dadurch kann der Kopf „nein sagen“. Das ist eine weiterlebende Seele451“. wird sie verschwinden. auch wenn der Schlag nur die große Zehe trifft (U. aber auch außerhalb ihres Körpers an einem nur ihnen bekannten Ort auf. Taube 1983. getötet. Stirbt der Mensch. wird gleich verschwunden. wenn der Bedrohte zufällig den Beckenknochen des Angreifers im Zweikampf zerbricht“448. Pürev hatte in den 1950-60ger Jahren in der Mongolei Schamanen bzw. bewegte sich auf die gleiche Dauer [wie Fleischseele U. Nach dem Tode hielt sie im Rückenmark zwischen den ersten (aman chüzüü) und zweiten (chatan chüzüü) Halswirbelknochen450 auf und nach dieser beiden Knochen getrennt haben. 497-498. 450 Die ersten beiden Halswirbel heißen Atlas und Axis. die um größerer Klarheit willen als „Lebensgeist“ bezeichnen werden soll. so ist der Mensch ein Kind des Todes. Pürev 2002. Harva 1938. Sie sind durch Zapfengelenk mit einander verbunden. Taube /M. Die geistliche Seele oder so genannte Lebensseele (amin sünesün) bekommt man seit dem im Mutterleib gebildet war. Der Atlas hat die Form eines Ringes. 449 448 181 . und zwar geht sie in die menschliche Körper durch den Ringfinger des linken Armes ein. Sie erzählten ihm: „Jeder Mensch hat drei Seelen. Die dritte Seele. wenn das gänzlich verwest ist. Die Knochenseele. bald in jenem Körperteil von Muskeln und Organismus überwechselnd bewege449. Wenn das Glied. Das ist auch eine kurzlebige Seele. braucht den vollständigen Körper als Behausung. ist auch sein Herr unsterblich452. bleibt die Knochenseele noch so lange am Platze. steigt sie in den Himmel auf und bleibt dort ewig im Totenreich. 451 O. In der erzählenden Volksdichtung bewahren Ungeheuer ihren Lebensgeist in einem Kind oder einem Behältnis innerhalb. B. und zwar in der Lebenszeit bald in diesem. Das ist kurzlebige Seele. Nachkommen berühmter Schamanen zu diesem Thema befragen können. 452 E. Der Atlas ist an zwei Stellen mit dem Hinterhauptknochen des Schädels verbunden und bildet ein Eigelenk Dadurch kann der Kopf „ja sagen“ und ihn seitlich ablegen.

Rintschen 1974. Lebewesen haben also unsterbliche Seelen. wodurch andere Menschen erschreckt werden und in ihnen das Gefühl der ehrfrucht erweckt wird. Deshalb fertigt man etwa nach drei Jahren eine figürliche Darstellung aus Filz. wobei čid von čin in činor stammt und die Suffixe – kü. ohne eine feste Wohnung zu haben. su~sü oder činor genannt werden können. die edelmütige Persönlichkeit des Lebewesens. Die ewige. In sür ~ sül ~ sün deutet die Komponente r an. dass es sich in diesem Fall um die Leiche eines Ehrwürdigen handelt. unsterbliche Seele hat im Mongolischen ihren individuellen Eigenschaften nach verschiedene Namen. dass die Seele gezwungen wurde. je nachdem welche individuelle Besonderheiten die unsterbliche Seele hat. denn der Schamanismus ist der Kult um die Ahnen“454. ihre Wohnung zu verlassen453“. Und endlich haben wir im Mongolischen die Bezeichnung su~sü für die Seele majestätischer Menschen. Die allgemeine Name für die unsterbliche Seele ist sünesün. sür. Ongγon genannt. Rintschen 1974. die majestätische Seelen haben. sülde.Die weiterlebende Seele bleibt nach dem Tode des Menschen am Leben und hält sich noch etwa drei Jahre bei dem Leichnam auf. tinor genannt. wobei die Suffixe da und r anzeigen. je nach der sozialen Stellung des Verstorbenen in der Gesellschaft. die Leiche eines Schamanen oder anderer ehrwürdiger Leute čindar. die nach Rintschens Meinung – alle von einem Stamm mit Hilfe verschiedener Suffixe abgeleitet sind. In diesem Zustand wird sie ongon (altmongolisch: ongγan) genannt und ist der Schutzgeist der betreffenden Familie oder auch des ganzen Stammes. Er schreibt: „Die Seele eines großen Schamanen wird činor <alttürk. wobei der Stamm sül dem sün in sünesün entspricht. 182 . B. Nach dem Tod vagabundieren alle unsterblichen Seelen. die Bezeichnung für eine ehrwürdige Seele sülde hat den Stamm sül+Suffix-de. wobei sün <čin<tin abzuleiten wäre. damit die Seele. B. In dieser Periode nennt man sie čidkür. Der Familie des Verstorbenen ist sie wohlgesinnt und erweist ihr Gutes. 498. 453 454 B. dass eine solche Seele ihre Ehrwürdigkeit und grausame Majestät ausstrahlen kann. Stoff oder Holz an. ein Bild oder eine Statuette. die sünesün. Rintschen schreibt weiter: „Nach dem Tod vagabundieren alle unsterblichen Seelen.und –r anzeigen. Fell. eine neue Wohnung findet und zum Wohle der Familie in der Jurte bleibt. in der vagabundierende Seele ein Zuhause haben kann. 498. Drei Jahre nach dem Tod müssen die Angehörigen eine neue Wohnung für die Seele eines Verstorbenen schaffen. wenn sie mit dem endgültigen Verschwinden des Leichnams ihre Behausung verliert. Mit dieser Bezeichnung unterstreicht man die Männlichkeit. ohne eine feste Wohnung zu haben.

Erika und Manfred Taube vertreten die Auffassung: „Die Ahnengeister wurden zunächst von ihren Nachkommen als Schutzgottheiten angebetet. Geister dieser Art sind in großer Zahl sowohl einzelnen Gegenden als auch dem ganzen Mongolenvolk gemeinsam gewesen. dass der Mensch und alle anderen Wesen „mit heißem Atem und warmem Blut“ drei Seelen haben“455. 455 456 E. die Samojeden in besonderen Schlitten verwahren458. um ihnen Ehrenbezeugungen zu erweisen.B. Am Festen und am ersten Tage jedes Monats wurden diese Bildnisse herausgenommen und in die Wohnung/Jurte gelegt. wie die Mongolen Filzpuppen von ihren Verstorbenen machten. 279. Diese interessante Mitteilung. Die näherstehenden ongon sind natürlich die eigenen Schutzgeister jeder Familie gewesen456. So erwähnt der Franziskaner Wilhelm von Rubruk im 13. Von ihren ongons haben die Mongolen in der Vergangenheit auch Bildnisse verfertigt. 30. von dem man meinte. hatte der Schamane zu bestimmen. 371-372. die sich wahrscheinlich auf Personen hoher Abstammung bezieht. Jh. Wer von den Toten jeweils zu dieser Stellung gekommen war. dass er bei den Hinterbliebenen Nutzen oder Schaden anrichten könne. beweist. in den volksreligiösen Vorstellungen. weil sie dort zu konkreter Hilfeleistung herangezogen wurden. ebenso wie sie einige sibirische Völker wie z. 80-81. Ihr Kult gewann im Rahmen der schamanistischen Praktiken noch an Bedeutung. 458 U. dass die Mongolen wegen ihrer wandernden Lebensweise die Bildnisse ihrer Geister in Fahrzeugen aufbewahrt haben. aber auch die Schamanen verschiedener Orte und andere wichtige Würdenträger sind nach ihrem Tode zu ongon aufstiegen. Banzarov 1891. ohne deren Kenntnis vieles im Brauchtum. wo sich das Volk versammelte. Das diese Ahnengeister letztlich unsterbliche Totenseelen sind. wobei die Grenzen zu den Tengri und vor allem den Berggottheiten häufig nicht klar zu ziehen sind. als ein Wesen namens ongon verehrt wurde. Gegenstand besonderer Beachtung waren besonders die Ahnen der Fürsten. Kein Fremder wurde dabei in das Zelt gelassen457. die niemand anders berühren durfte als die als Priester waltenden Zauberer. dass dort der Geist eines Verstorbenen. D. ihnen prächtige Kleider anzogen und sie in Wagen legten. Taube 1983. Harva 1938. 183 . Risch 1934. Ausgangspunkt ist der Gedanke. Taube / M. beruht ihr Kult auf den alten Seelenvorstellungen. 457 Rubruk / F. aber auch in der Volksdichtung unverständlich bleibt. Der Burjate Banzarov erzählt in seiner Schilderung von den Glaubensvorstellungen der Mongolen.

Zwischen den beiden Bildnissen an der Wand hing ein wenig höher noch ein drittes. dessen Augenlöcher mit Wollhaar gepfropft werden 460. Risch 1934. Verbleibt also in der Jurte ein nicht zerbrochener Beckenknochen eines Tieres über Nacht so nächtigt die Seele vom Schaf oder Ziege zusammen mit jemandem in der Jurte. im Fall dass der Knochen über Nacht in der Jurte bleibt. dass abgenagte Beckenknochen getöteter Tieren unzerbrochen (vollständig) über Nacht in der Jurte bleiben. Deswegen muss man die Beckenknochen getöteter Schafe nach der Mahlzeit unbedingt zerbrechen oder im Loch des Hüftgelenkes mit einem Wollhaar einen Pfropfen machen. dass sich auch in den Wohnhütten Geisterbildnisse befanden und erwähnt. befand sich ferner am Fußende des Bettes der Hausfrau. Pürev 2002. um so auch die Knochenseele zu töten. Bei der Feier eines Trinkgelages goß die Familie zuerst einen Trunk auf das Bild über dem Bett des Hausherrn und dann auch über die anderen Bilder459.An einer anderen Stelle berichtet Wilhelm von Rubruk. dass im Hintergrunde des Zeltes oberhalb des Bettes des Hausherrn immer eine Art Filzpuppe gestanden habe. den Knochen entweder zu zerbrechen oder an einer Seite des Knochens vorbeizugehen. dass eine Seele nach dem Tode im Loch eines nicht zerbrochenen Beckenknochens wohnt. Andere Nachrichten zeigen wiederum. die „Bruder des Hausherrn“ genannt wurde. Daher muß nach der Mahlzeit entsprechend der abgenagte Schädel vom Schaf oder von der Ziege entweder zerbrochen oder. Sollte man unterwegs einen vollständigen Beckenknochen vom Menschen antreffen. so ist es Brauch bei den Mongolen. So dürfen vor allem abgenagte Beckenknochen vom Kleinvieh (Schafe und Ziegen) oder Wildtieren (wie Rehe und Rothirsche) in der Jurte nicht über Nacht verwahrt werden. Ein kleines Geisterbild. 130. und dass eine. 184 . Darüber hinaus ist bei den Mongolen tabuisiert. 41-42. ein schmales Bildnis von dem Schutzgeist der ganzen Familie. Die mongolische Volkserzählung – Epos wie Märchen – kennt das Motiv. so muß das Loch im Beckenknochen durch Wollhaar gestopft werden . O. und weder Fuchs noch Rind sie erschnüffeln können. über dem Bette jener gehangen habe. Sollte es dennoch unumgänglich sein. Ebenso wurde der Leichnam eines getöteten Feindes 459 460 Rubruk / F. Hatte man den Beckenknochen eines Tieres abgenagt. dass nach der Vorstellung die Seele eines Lebewesens ihren Sitz vorzugsweise im Schädel oder Kopf hat. das den Sklavinnen und anderen Frauen zugewandt war. die „Bruder der Hausfrau“ hieß. Ferner glaubte man. dass der vom Protagonisten im Kampf getötete Gegner und sein Pferd zu Asche verbrannt werden und diese so verstreut wird. dass jede Wiederherstellung völlig unmöglich ist. so sollte man den Knochen zuerst unbedingt zerbrechen und ihn dann wegwerfen.

Taube / M. dass immer wieder einige „wichtige“ Knochen gefehlt haben. wenn der im Zweikampf getötete Gegner zerstückelt und in alle Himmelsrichtungen verstreut wird462. um den fehlenden Knochen des Gerippes zu suchen und zu finden. E. ist die Knochenseele endgültig tot. Wenn man diese Motive in Zusammenhang mit der Vorstellung von der Seelenlösung bringt. wenn der Unhold seinen Lebensgeist irgendwo außerhalb des Körpers verbirgt und nur getötet werden kann. 185 . Hüttel 2001. an dem die Ahnen wohnen. Wurde einer Gottheit ein Tier geopfert. Denn verliert sie ihre Wohnung.-G. Dieser Ort ist der Anfang und das Ende ihres Daseins. Mit der Zerstörung dieses Ortes drohte die soziale Existenz der Gemeinschaft ausgelöscht zu werden“463. die keine besonders wertvollen Beigaben enthalten haben. Er schreibt: „Die Gräberbezirke sind der Ort. falls dieser Lebensgeist gefunden und vernichtet wird. 81-82. Für etliche früh-und spätnomadische Völker in Zentralasien hat H. 463 H. Taube 2004. so z. so ließen sich einige archäologische Befunde neu interpretieren. In vielen Motiven aus mongolischen Märchen und Epen spiegeln sich diese Seelenvorstellungen wider. so zum Beispiel. Aber auch das Fehlen eines kleinen Teiles des Gerippes genügt schon. um eine Wiederherstellung unmöglich zu machen – in einer Reihe von Märchen der Mongolen muss ein Fuchs. damit die Gottheit sich das Tier als Reittier wiederbeleben konnte.B. 15.zerstückelt. Gemeinschaft und legitime Herrschaft wurzeln. dem Ongijn 461 462 E. gestört und zerstört worden sind. Taube 1983.: im Märchen „Der Recke Rintschin Mergen.-G. Heissig 2007. Die Untersuchung der dokumentierten Grabfunde zeigt. 208. so ist ihre Wiederbelebung nicht möglich461. die nicht nur in den Gräbern der Mongolen.B. dabei stellte sich heraus. sind der Ort. der beste der Männer“) die Knochen des getöteten Helden sorgfältig zusammengelegt – denn wenn auch nur einer fehlt. W. Der größte Teil der alt gestörten Gräber zeigte sich fast ausschließlich im Kopfbereich beraubt. das Tier mit einer besonders guten Nase. Die älteste schriftliche Überlieferung in der Mongolei zum Ausdruck für das Sterben des Menschen kennen wir aus alttürkischen Inschriften vom Orchon. auch die in altmongolischen Gräbern weit verbreitete Grabplünderei und Zerstörung. Aus dem gleichen Grund werden in Märchen und Epen (z. der Selenge. so durften die Knochen nicht beschädigt werde. dass auch einfach ausgestattete Gräber. sondern auch inGräbern vielen anderer Nomadenvölker überall ähnliche Spuren hinterlassen haben. ausgesandt werden. Hüttel gezeigt. in dem Ursprung. dass mit der Zerstörung ihrer Gräber. 97. vor allem ihrer Herrscher die Identität eines Volkes oder Stammes ausgelöscht wurde.

Bawden 1955. wie spätere mongolische Chroniken überliefern von einem seiner Gefolgsleute namens Kilügedei baγatur in ergreifenden Worten besungen: „qaliqu qarčiγai jegür bolun odbau či. 546. gingen die Zweifel zurück464. dass man von der Vorstellung eines Seelenvogels sprechen könnte. jirgekü sibaγun-u jigür bolun odbau či ejen min-u jirkiraqu tergen-ü tegesi bolbau či ejen min-u“465 “My Lord. Altan tobči /Ch. die Ahnen. dass es im Mongolischen ein semantisches Äquivalent qali.-Kämpfe 1983. did you go like the wing of hawk falling on its prey? My Lord. das ebenfalls beide Bedeutungsnuancen in sich vereint. did you go like the wing of a singing bird? My Lord. Im Himmel siedeln die Abgestorbenen. Doch ist der Ausdruck „fliegen oder davonfliegen“ für den Begriff „sterben“ derart vorherrschend. have you become a load for a groaning wagon?”466 A. 78. Tryjarski 2001. have you become a load for a rolling wagon? My Lord. von Gabain darauf hinwies. Bei den Orchon-Türken war dafür der gebräuchliche Ausdruck uč hauptsächlich in der Bedeutung „fliegen / davonfliegen“. 143-144. ejen min-u. In der Vergangenheit glaubten auch die Mongolen. – Deutsche Übersetzung siehe Byamba/H. have you become a load for a creaking wagon? My Lord. qangginaqu tergen-ü tegesi bolbau či ejen min-u. es handle sich hier nicht um zwei Bedeutungen desselben Ausdrucks. Als insbesondere A. 466 Altan tobči /Ch. dass die menschliche Seele als Vogel nach dem Tode vom Körper davonfliegt. Bawden 1955. – Siehe auch Byamba / Ch. 38. Perenglej 1960. E. Činggis Khans Tod wird. von Gabain 1953. Die Ähnlichkeit war so überzeugend. toγoliqu qarčiγai jigür bolon odbau či ejen minu toγuriqu tergen-i tegesi bolbau či ejen min-u. 465 464 186 . did you go like the wing of a soaring hawk? My Lord. dass einige Interpreten annahmen.R. 60. sondern um zwei selbständige Ausdrücke.und der Tuul.(das Wort bedeutet „sich in die Luft erheben“ als auch „sterben“) gibt.

zugedeckt. essen. All diese Quellen belegen. die Seelen der Verstorbenen in einer anderen Welt dauerhaft weiterleben und dass sie dort ihr eigenes Leben führen mit Familien und Herden. in das man den Teb gelegt hatte. Je nach seinen Vermögensverhältnissen wandere der Tote in der anderen Welt zu Fuß. Ferner glaubt man. dass sich jeder im Totenreich auf dem Gebiet betätige. liess er von Tross ein graues Zelt holen und über Teb Tenggeri aufrichten. wurde sein Lebensgeist mitsamt seinem Leib entfernt“467. vergisst auch ein burjatischer Handwerker seine Fertigkeit nicht: der Schreiber gebraucht nach seinem Weggang in das Totenreich die Feder gleich geschickt wie die Näherin ihre Nadel. weil der Fürst der Unterwelt ihre Hilfe brauche468. dass sie essen und trinken. Dann sprach er: „Spannt an! Wir wollen aufbrechen!“ Und so zogen sie von dort fort. Sie glauben jedoch. wissen sie nichts. 467 468 Geheime Geschichte /M. reite er auf einem Pferd oder fahre in einem Wagen. 344.Jh. wurde er vom Himmel nicht geliebt. dass man Teb Tenggeri das Rückgrat gebrochen und ihn ans Ende der Karren geworfen hatte. Harva 1938. U. Man hatte die Rauchöffnung des Zeltes.So steigt der Verstorbene bzw. Und wie U. So setzt der gestorbene Schamane. stellte man fest. Da. seine Seele in den Himmel auf. Von dort bietet ihr Geist den Erdenbewohnern Schutz und Segen. Kleidung u. dass hervorragende Menschen deshalb früher als andere stürben. seine wichtige Tätigkeit imJenseits fort. dass tatsächlich (der Körper) des Teb dort (über der Rauchöffnung) war. haben. Man sagt auch. dass sie nach dem Tode in einer anderen Welt leben werden. der die ganze Ausrüstung eines Zauberers in sein Grab mitbekommt. öffnete er die Rauchöffnung der Jurte und fuhr mit seinem Körper heraus.: „Von einem ewigen Leben und einer Verdammnis. Harva berichtet. als der Tag gelb wurde. 187 . In der “Geheimen Geschichte der Mongolen“ heißt es: „Als Činggis Qahan sah.a. Dazu berichtet Carpini im 13. Činggis Qahan sprach: „Weil Teb Tenggeri meinen jüngeren Brüdern Hand-und Fußstöße versetzt hat. dass sie dort Herden züchten. die kein Ende hat. Die Verstorbenen werden Essen. in der dritten Nacht. das ihn während seines Lebens beschäftigt habe. dass nach den Glaubensvorstellung der Mongolen. 175-176 (§245-246). so wie es ihnen von den Hinterbliebenen bereitet worden ist. dass sie die gleichen Gegenstände wie im Erdendasein benutzen. Taube 1989. die Tür verschlossen und Leute als Wache aufgestellt. weil er zwischen meinen jüngeren Brüdern ohne Grund Verleumdungen ausgestreut hat. Als man es untersuchte.m.

dass im Rauch diese Dinge zu ihren Kindern in der anderen Welt hinübergehen und diese Mann und Frau im Sinne des Gesetzes werden. so ist es üblich. Daher glauben sie auch von einer Witwe. 68-70.-P. Dem jüngsten Sohn nämlich fällt immer der Zeltbesitz des Vaters und der Mutter zu. Kleidungsstücke. der in schönster Form aufgesetzt wird. 113. dass er etwa in seinem Rechte beeinträchtigt sei. denn sie glauben. den Flammen. Knust 1983. Dies alles übergeben sie zusammen mit dem Ehevertrag. dass sie nach ihrem Tod immer zu ihrem ersten Mann zurückkehren werde. Geld und Hausgeräte darstellen. 471 Rubruk / F. wenn sie (die Frauen) nach ihrem Tode zu seinem Vater zurückkehen (um im anderen Leben diesem zu dienen)“471. eine Ehe zwischen ihnen zu schließen und das verstorbene Mädchen so mit dem verstorbenen Knaben zu vermählen. welche Diener mit Pferden und anderen Tieren. dass alle. dass wenn ein Mann einen Sohn gehabt hat und ein anderer eine Tochter und beide Kinder seit einigen Jahren tot sind. was die Menschen während ihres Lebens in dieser Welt zu treiben pflegen“469. Risch 1934. Roux aufmerksam gemacht: „Es wird dort auch keinen Sklaven oder kein Reitpferd geben. Hat man aber einige Tiere ins Jenseits 469 470 Carpini / F. von Rubruk gschildert wird: „Keine Witwe heiratet bei ihnen wieder. auch im zukünftigen ihnen zu Dienst stehen werden. Der Grund ist. wenn er will. dass der Sohn bisweilen alle Frauen seines Vaters heimführt.A. Auf einen anderen Aspekt der altmongolischer Seelen-und Jenseitsvorstellungen hat J. Noch deutlicher tritt diese Vorstellung in den Beschreibungen über die mongolische Ehe hervor. Daher muss er für den Unterhalt aller Frauen seines Vaters sorgen. wie sie im 13.trinken und alles andere dort gerade so treiben werden. Daher ist bei ihnen die schändliche Sitte eingerissen. die ihm zugleich mit dem väterlichen Besitz zufallen. Risch 1930. Jh. ausgenommen seine leibliche Mutter. Marco Polo erzählt von den Mongolen. genauso. Nach altmongolischer Glaubenvorstellung feiern die Verstorbenen im Jenseits auch Hochzeiten und andere fröhliche Feste. sofern man dieses auf Erden nicht besaß. als wenn wirklich eine Verbindung zwischen ihren Kindern stattgefunden hätte“470. 188 . und dann nimmt er sie. Nach dieser Feierlichkeit betrachten sich Väter und Mütter als Verwandte. die ihnen in diesem Leben dienen. 75. zu Ehefrauen. dass die Männer glauben. Marco Polo/ T. Dann malen sie menschliche Figuren auf Papierstücke. denn er hält nicht dafür.

40-41. die sie real auch im Erdendasein benutzt haben. ja. dass nicht lebende Gegenstände eine Seele haben? So wird der schamanismusgläubige Mongole antworten. alle Sachen haben eine Seele. Daher muss man die Beigaben zerbrochen mitbestatten. Wenn ein Familienoberhaupt stirbt. weiterhin noch Jäger im Jenseits und tötet dort die Seelen seiner Jagdtiere. 50-51. Sodann mussten die den Toten mitgegebenen Gegenstände auch zerbrochen werden. so können sie sich vermehren. so müssen in seinem Grab Säbel und Lanze zerbrochen niedergelegt werden. 2) in Ulaanbaatar veröffentlicht worden sind. Wenn also eine Hausherrin stirbt. der im Leben ein Jägersmann war. je nach sozialer Reihenfolge. I Nach Rintschen glaubten die Mongolen. 48.mitgenommen. kann der Tote sogar zum zweiten Mal sterben“ 472. mit zerbrochener Schere und Nadel. 13. 70-73 (Bd. Wenn ein Stammesführer oder Fürst stirbt. dass es in der anderen Welt verschiedene Seelen gibt. 10-15. J. sogar selbst von Menschenhand gemachte Gebrauchsgeräte. 1) und 1966 (Bd. sondern auch natürliche Gegenstände. bleibt seine Seele im Jenseits. 107. dass sich bei dem Zerbrechen von Gegenständen ebenso wie vom Menschen bei seinem Tode die Seele löst. Darum tötete man ein Pferd. dass dass eine unbedachte Sache ist.-P. Da dort außerdem auch Kämpfe stattfinden.-P. einen Hund und sogar Menschen und begruben sie mit dem Khan im Grab473. Damit werden die Gegenstände für lebende Menschen unbrauchbar. Die Mongolen setzten ihre Verstorbenen mit den je eigenen Gebrauchsgegenständen bei. so wird die Verstorbene begraben mit einem Ohrring (von einem Paar).1) und S. Hierdarf man nicht einfach sehen. bleibt seine Seele noch in der Gegend seines eigenen Stammesgebiets und führen sie dort dauerhaft die Seelen ihrer verstorbenen Angehörigen.2). bleibt er immer noch ein Familienoberhaupt wie im Erdendasein. 68. sondern die Seele seiner Tasse gebrauchen. mit seinem Hund zur Jagd reiten und seine besten Untertanen als Diener um sich haben. So bleibt zum Beispiel ein Verstorbener. Rintschen sagt: Wenn jemanden mich fragt. Rintschen zu seinem zweibändigen urgeschichtlichen Roman mit dem Titels „Zaan Zaluudaj“ angeregt. 12-15. 473 472 189 . Lentin 1965. Daher haben nicht nur lebende Wesen eine Seele. Nach dem Tode wird der Verstorbene keine Tasse benutzen. 128-129 (Bd. die 1964 (Bd. Siehe über seine Schilderung schamanistischer Gebräuche zu altmongolischer Bestattung: S. Roux 1963. wollen Sie sagen. P. Nach dem Tode soll ein Großkhan auf seinem eigenen Ross reiten. Noirot / A. Die Bedeutung dieser Tatsache ist. wenn ein Krieger stirbt. die Seelen also der Sachen. Über vorgeschichtliche Bestattungssitte bei den Mongolen haben den mongolischen zeitgenössischen Dichter und Gelehrte B.

Als Beispiel kann man hier einige altmongolische Grabfunde zu nennen. 179.A. 70. zerbrochene Spiegel (Kat. 106. 127. 90. Alle Gegenstände wurden.A. 220) sowie unvollständige Reflexbogen (Kat. 184. eine zusammengeknickte Kelle (Kat. 175. Dieses aus mehreren Holzstangen gefertigte Gestell wurde offensichtlich 474 475 U. 229). Nr. 97. oder der Juwelier eine Art von Löffel zum Schmelzen von Kupfer und Silber und so weiter. 107. 108. 75. 6. 142. 82. 186. 15. 180) und anderes mehr. 95. 182. 153. beschädigt. 35. damit sich die Verstorbenen im Jenseits ihrer Schatten bedienen könnten. zerrochene Nadeln (Kat. Alekseev 1980. 107. Nr. 154. 78. 138. die einem Lasttiergestell (Schleife) gleicht. 204) Säbel (Kat. 8. um Löcher zu bohren. 61. 143. dass sie auch in der Zukunft noch zu benutzen waren. aber nur so. Alekseev: „Allgemein kann man sagen. 164. 150) oder nur ein Ohrring von einem Paar(Kat. 31. Jahrhunderts beobachtet: So heißt es . 202. 175. 6. Nr. 80. Es wurde z. 139. Nr. 71. N. 123. 108. 40. 184. damit die erwähnten Gegenstände ebenfalls ins Jenseits gelangen können. 212. 191. Nr. 198. 256. ein Jäger den Spieß. 77. Einer Frau gab man Gegenstände. 163. 86. dass sie die ihren Toten mitgegebenen Gegenstände zerbrechen müssten. 59) Trensen und Steigbügel (Kat. 15. Wie man weiß. 188). 106. Ausnahmen wurden in dieser Hinsicht anscheinend nur bei der Kleidung und beim Schmuck gemacht“475. die im Haushalt gebräuchlich sind. Nr. dass der Tote auf eine Tragbahre gelegt worden ist. 166. die sehr wahrscheinlich absichtlich zerschlagen oder beschädigt dem Toten im Grab beigegeben worden sind wie gebrochene Kämme (Kat. 42. 94. Kinder erhielten Spielsachen aus Birke. 20. zerbrochene Gefäße oder gesplitterte Schalen (Kat. Nr. Zur beschädigung von Grabbeigaben bei den verschiedenen sibirischen Turkvölkern bemerkt N. 207). zerbrochene Scheren (Kat. 150.Die in der Religionswissenschaft als Bildseele bezeichnete Glaubensvorstellung wurde bei den Burjaten noch in den achtziger Jahren des 19. 127. Deutliche Spuren der oben erwähnten Sitten zur Seelentrennung oder Seelenlösung sind auch an archäologischen Funden nachweisbar. 155. 125. Harva 1938. 106. 146. 221). 108. der Schmied einen Hammer und Geräte. 67. 151).B. Darüber hinaus wurde besonders in den mongolischen Felsspaltengräbern beobachtet. 131. 119. 157) beschädigte Köcher (10. schmale Ritzen eingekerbt. 36. 156. 94. bevor man sie dem Verstorbenen opferte. 151. 93). 11. 55. 1. Alter und Beruf gemacht werden. 59. 137. Nr. 48. der Rand leicht angeschnitten. Nr. mit. 97. 102. 190 . 1. Nr. 130. gebrochene oder schartige Messer (Kat. gleichweise sie die Schatten der auf den Gräbern getöteten Schlachttiere für ihren Dienst nutzen474. Gefäße erhielten eine Scharte usw. Nr. 159. 114. 74. 63. 121. dass Unterschiede nach Geschlecht. 120. waren dies notwendige Maßnahmen. 178. 15. 123. 75. 79. 172. 3.

Širokogorov 1935. die Stangen ins Grab geworfen und beim Toten belassen wurde (Kat.(Kat. in dessen physischer Gesamtheit und Bedeutung.M. die auf jakutischen Berichten beruht.M. dass dieses Volk in dem Glauben lebt. wenn der Leib. 207. als sitze er rittlings auf dem Sattel (Kat. 47. 214). aus dem physischen Leibe ein gewisses geistiges Wesen befreien zu wollen. 63) oder „Schlitten“ähnliche Totenbahren aus Holzbrettern (Kat. Širokogorov zutreffend charakterisiert und interpretiert: „Das Zerbrechen von Gegenständen. Eine Ausnahme stellt wohl eine Bestattung im Chentij Gebiet dar. 228. Nr. Und in der Tat. Nach einer anderen Theorie. Tryjarski gibt es zwei generelle Varianten von Jenseitsvorstellungen bei den nordund zentralasiatischen Völkern. Nr. Eine Konzeption. die Welt der Verstorbenen sei eine Miniaturwelt. eingeschlossen liegt. die man bei den Beltiren beobachtet hat und die wohl auch vielen anderen 476 S. wenn man sich den Sattel als Ersatz für das Pferd. dass bei den Mongolen ähnlich wie bei den im Sajan-Altai und Südsibirien beheimateten schamanistischen Völkern vorgestellt werden kann. Auf diese Weise trennte sich die unsterbliche Lebensseele los. kann als Ausdruck des Wunsches erklärt werden. das in der physischen Substanz des Leibes. so lägen nach der Verwesung die Halswirbelknochen (Atlas und Axis) des Toten. Das intentionale Zerstören der Beigaben hat S. um auf dem „Sattel-Pferd“ in das Totenreich zu reiten. 64). 215). besagt. Die archäologischen Befunde zeigen wiederholt. Nr. 214. 206. Nr. Nr. 191 . 206. dass dort den Jakuten ähnliche. vermutlich ein Schamanengrab : Hier war der Tote die Tote in gehockter Lage beigesetzt und so positioniert. Nach E. Das heißt. sehr kleinwüchsige Menschen in entsprechend kleinen Jurten und mit entsprechend kleinen Tieren und sogar Bäumen leben. als quasi symbolisches Pferd für die Jenseitsreise des Verstorbenen vorstellte. so wird damit dieser frühere Inhaltz – sein geistiges Wesen – zugleich mit dem Verlust der früheren physischen Gestaltung und Bestimmung gewissermaßen frei und kann somit der Seele des dahingeschiedenen Menschen folgen“476. die mit dem Toten in das Grab gelegt werden. Wenn die Mongolen einen Toten in einer Höhle oder Felsspalten beigesetzt. 229). legen sie manchmal dem Verstorbenen einen Sattelbaum als Kopfkissen unter (Kat. 62. 210. nachdem er zerbrechen. Auch in Gräbern mit Steinaufschüttung finden sich ähnliche Befunde: Dokumentiert sind „Leiter“. seine frühere Bedeutung im physischen Sinne verloren hat und in der ehemaligen Gestalt nicht weiter existieren kann. nach schamanischer Anschauung sein „Seelensitz“. 222. dass im Grab zerbrochen deponierten Gegenstände in der jenseitigen Welt unversehrt seien.im Zuge der Bestattung zerbrochen.

sich aber doch von ihr unterscheidet. Bergen. den Sattel. Flüssen und Seen Punkt für Punkt die oberirdische wiedergespiegelt.Völkern in grauer Vorzeit bekannt war. im Jenseits nehmen alle Gegenstände und menschlichen Dinge. Im Jenseits wird die linke Hand zur Rechten. aber auch die hölzernen Spaten. Diese Vorstellung hat dazu geführt. die auf Erden verkehrt erschienen. so ist klar. und auf die linke Seite des Sarges noch ein Gefäß mit Essen deponiert hat. damit der Tote mit diesen Gegenständen nicht 477 478 E. Im Jenseits wird alles wieder ganz sein. Tryjarski 2001. die Fußstricke des Pferdes. In meiner Studien habe ich aufgezeigt. wie auch der Boden des Kochtopfes durchlöchert wird. Die Beltiren glauben z. Das Zerstören dieser Gegenstände erklären sie damit.a. dass man bei dem Festmahl für den Verstorbenen. also ein Spiegelbild dieser477. sie täten dies. Boote oder Lastwagen. das richtige Aussehen an. 73. den Kochtopf u. dass der Erde ähnlich ist. Die Völker Sibiriens fürchten ferner alle beim Begräbnis gebrauchten Gegenstände wie Schlitten. Alle dem Toten mitgegebenen Gegenstände zerbricht oder zerschneidet man. Das Zerbrechen der dem Toten mitgegebenen Waffen und Geräte wird auch als Vorsichtsmaßregel erklärt. Die Vorstellung einer solchen Konstruktion des Jenseits ist durch die Wahrnehmung von sich im Wasser spiegelnden. schillernden Bildern entstanden. Desgleichen stellen sie zur linken Hand des Toten eine Flasche mit Branntwein. den man am Grabe zum Kochen gebraucht hat. mit denen das Grab geschaufelt wurde oder der Topf. Tryjarski 2001. dass sich die genannten Eigentümlichkeiten der Unterwelt ursprünglich auf die Erfahrungen mit dem Spiegelbild im Wasser zu gründen scheinen. als Ausdruck der Totenfúrcht. dass das Totenreich „unten“ und hinter dem Wasser liege478“. U. die Satteldecke. der vorher der Hals abgeschlagen worden ist.m. 479 E. das Messer dem Verstorbenen auf der rechten Seite hinter den Gürtel gesteckt und so weiter479. mit denen der Tote befördert. dass die andere Welt dabei ein Spiegelbild der irdischen ist. U. soll das Jenseits der irdischen Welt gegenüber umgekehrt sein.B. dass die unterirdische Landschaft mit ihren Wäldern. diesem die Schale und den Löffel des Verstorbenen zerbrochen in den Sarg mitgegeben hat. Harva schreibt: „Wenn man ferner glaubt. 74. 349. Wahrscheinlich beruht darauf auch die Vorstellung. 192 . Zu Füssen des Toten wirft man in das Grab das Zaumzeug. die den Gedanken vom Jenseits haben aufkommen lassen. Harva 1938. Aus diesem Grunde haben zum Beispiel die Tschuwaschen Verstorbene anders als Lebende gekleidet: so wurde die Kleidung der Verstorbenen nach links geknöpft.

war ein Kind gestorben. legte man nach 480 481 U. 286. Außerdem sprengen zwei Frauen. und manchmal hängte man blanke Schwerter rings um sein Lager auf. seinen Grund in der Vorstellung. die andere auf jener Seite steht. 80. Risch 1930. dass alles. Ohne Zweifel hat dieser Akt. Harva 1938. die Seele aus ihrer Hülle endgültig befreit. dass sich bei dem Zerbrechen von den Gegenständen ebenso wie vom Menschen bei seinem Tode die Seele löst. um sie mit dem Geschrei wenigstens aus der Jurte zu jagen. deren obere Enden sie noch durch einen Strick verbinden. Starb ein Mensch. 86-87. Risch 1934. so umkreisten Reiter mit Lanzen den Lagerplatz oder die Jurte. Plano Carpini schreibt. Ähnlich wie bei der Geburt wurde das Lager/die Jurte des Sterbenden durch aufgesteckte Zeichen als unbetretbar kenntlich gemacht. Harva 1938. 482 Carpini / F. Durch das so gebildete Tor müssen die Menschen und auch die Tiere gehen. 193 . 483 Carpini / F. die der Verstorbene im Jenseits zu seinem Wohle gebrauchen kann481“. 73. was der Verstorbene bekommt. In den modernen Bestattungssitten der Mongolen wird das Feuer heute noch als Reinigungsmittel gebraucht. wurde unrein wie der Tode selbst und durfte zum Beispiel ein Jahr lang die Jurte des Khans nicht betreten. Zugleich mit der „Seelentrennung“ gingen nach der religiösen Überlieferung auch Vorsichtsaufnahme einher. So wie der Tod die Seele vom menschlichen Körper trennt bzw. von denen die eine auf dieser. indem man die Gegenstände zerstört. Harva schreibt dazu: „Diese aus dem Volksmunde erhaltene Erklärung passt jedoch nicht zu der allgemeinen Regel.den Lebenden schaden könne480. den man für ganz unerlässlich hält. ja sogar sein Anzug zerrissen wird. 286. in der der Sterbende lag. Wasser auf die Betreffenden483. U. wenn es den Schamanen nicht gelungen war. befreit man auch die „Seele“ der Dinge aus ihrem Behälter. dass ein Klageschrei erhoben wurde. der beim Tode eines Menschen zugegen war. Risch 1930. Es wird berichtet. Nach persischen Angaben. betrug diese Frist einen Monat482. denn jeder. die bösen Geister zu vertreiben. und der Mensch tot war – vielleicht. Zur Reinigung nach einer Beerdigung musste man dann zwischen zwei Feuern hindurchgehen oder Gegenstände aus der Umgebung des Toten hindurch tragen – ein solches Reinigungszeremoniell (oder Purifikationsritual) musste auch von Gästen am Hofe beachtet werden. dass sie sich dadurch reinigen. U. Rubruk /F. dass sie zwei Feuer nebeneinander anzünden und neben beide je einen Speer aufstellen. zerschlagen.

258. So hat Sorqaγtani-Beki 1248 Oγul Gaimiš. Samojeden und Nordwogulen. 487 E. etwa in Gestalt eines geflügelten Tieres. 86.A. Die Seele entkommt dem Körper durch den Ringfinger der rechten Hand. 262-263. so. Man kann wohl annehmen. mindestens die Hinterbliebenen von Herrschern. Sürenchorloo 2002c. Taube 1983. Neben dem Weinen und Klagen zeigen die Mongolen ihre Trauer. Während sie sich außerhalb des Körpers befindet. Ein Mann wurde von seinen Frauen vier Wochen lang betrauert. Harva 1938. 290-291). Darum wird auch an diesem Finger ein Ring getragen. Sürenchorloo 2002c. Taube / M. Wie zur Zeit des Schlafes kann die auch auf andere Art vom Körper losgelöste Seele außer in Gestalt des betreffenden Menschen auch in Form eines Insekts. spiegelt sich ferner in den Glaubensvorstellungen und Erzählungen über Träume wieder488. Vogels u. der durch den Finger entkommenden Seele) ein Milchschnaps.dem Tode von Ghazan Khan zum Ausdruck der Trauer besondere Gewänder an484. die die Abenteuer des Geser-Khan schildert. dass das Öffnen der Zöpfe wie auch das Lösen der Bänder überhaupt bei dem Totenkult die Befreiung der Seele des Verstorbenen von den Bindungen des Lebens bezweckte (U. in einer mongolischen Sage. dass sie sich durch den Mund oder Nasenlöcher auf ihre Wanderfahrten begebe und auf dem gleichen Weg wieder in ihre Wohnung zurückkehre.P. darum mit diesen Finger (bzw. 488 U. Boyle 1958. Juvaini /J. sie kann sich aber zeitweise von ihm lösen. Harva 1938. der Witwe Güyuks eine Kopfbedeckung (Boγtaγ) geschenkt486. Wenn so einen Lebendigen seine Seele verlässt wird das von Schamanen. Diese Vorstellung. bekamen Beileidgeschenke. Pürev glauben die Mongolen auch. Als Insekt erscheint die Seele des Menschen z. 486 Rašid-ad-din / Ju. wenn der Mensch schläft oder erkrankt und kehrt dann stets wieder zurück.a.oder Rašid-ad-din / C. indem die Frauen ihren hohen Kopfschmuck. das Bewusstsein verlor489. 81. 274. Vol. dass sich die geistige Seele eines Erschrockenen vom Körper trennt. 485 484 194 . den sogenannten Boγtaγ ablegen und die Männer den Federschmück (Örbölge) von ihrer Mütze abtrennen und die Haarzopfe auflösen485. Mit aufgelöstem Haar erscheinen nach dem Tode des Angehörigen auch viele andere sibirische Völker wie die Tungusen. 224-225. Rašid-ad-din / C.I. Den Tod eines Menschen beweinen die Verwandten unter lauten Klagerufen. erscheinen. weshalb 487 in Gebeten an die Feuergottheit für sie eine kräftige Gestalt erfleht wird . sünesün zailach – „Seele entkommen“ genannt. Verchovskij 1960. dass sich die Seele im Körperinnern befinde. ist sie der Gefährdung durch böse Geister ausgesetzt – sie kann gefressen oder verführt werden. wobei erzählt wird. 489 U. jedesmal wenn der Geser-Khan das Insekt zu fassen bekam und es drückte.B. Nach O. Harva 1938. Die Witwen. 121-122. seine Seele in Gestalt einer Wespe schickte und wie der Lama. wie irgendein Lama in der Absicht den Khan zu töten. Die Seele ist nach mongolischer (schamanistischer) Vorstellung zwar an den Körper gebunden.

dass er dem Menschen von Kindheit an helfe und ihn sein ganzes Leben hindurch beschütze. dem man täglich kleine Opfer bringt. Verstorbene Führer und Älteste flößen den lebenden Sippenmitgliedern auch nach ihrem Tod das Gefühl der Angst und Unterwürfigkeit ein. die das Leben und das Wohlergehen ihrer Nachfahren beeinflussen können. Ob dies wohl der gleiche Geist wie der von Banzarov erwähnte dzajagaci ist. Potanin schreibt. den die Mongolen als „Füger des Glücks“. Vor der Geburt des Menschen wohnt sein jajuci im dritten Himmel und dorthin kehrt er wahrscheinlich auch nach dem Tode des Menschen zurück. Wenn der Mensch in seinem Leben reich ist. ein solches Bild. befindet sich in jeder Jurte. Harva 1938. dzol-dzajagaci bezeichnet haben? Von diesem Geist. der nicht nur für die betreffende Person. dass jeder Mensch von Geburt an einen besonderen Schutzgeist habe. wenn aber der Mensch zufällig arm ist. 490 491 O. schlecht angezogen. Die Geister der verstorbenen Vorfahren verlangen ständige Aufmerksamkeit und Fürsorge von den Lebenden. 276-277. geht zu Fuss und beklagt das Los seines Schützlings. um so eine Seelenentfernung zu verhindern und seine Seele zu beschützen490. Bekanntlich liegen dem Ahnenkult animistische Vorstellungen zu Grunde. Wenn der Mensch stirbt. Ein solcher ist der jajuci der Altai-tataren. ist auch zajaci gut gekleidet. dass zajaci in Sachen seines Schützlings auch bei den Göttern Zutritt haben könne. vom dem Radloff erzählt. reitet auf einem Ross und ist fröhlich. Pürev 2002. die mit der Idee der realen Existenz von Geistern der Vorfahren zusammenhängen. Zum Zusammenhang verschiedener Schutzgeister und Jenseitsvorstellungen bemerkt U. dass dzajaci zu Lebzeiten seines Schützlings genau so handele. Die oben angeführte Materialen erlauben die Schlussfolgerung. U. ihn aber zugleich schütze. dass in altmongolischer Zeit Seelenvorstellung und Bestattungssitte der Mongolen besonders mit animistischen Ideen und Vorstellungen über den Ahnenkult verbunden waren. Harva: „Manche türkstämmigen Völker glauben ferner. die Mongolen glauben. Man glaubt sogar noch. sondern auch um deren Vieh und Gut Sorge trägt. sollen die Mongolen auch Bilder gemacht haben. ist auch dessen Schutzgeist arm. 133. Der zajaci der Burjaten wird mit der Geburt des betreffenden Menschen geboren und wacht über sein Wohlbefinden bis zu seinem Tode. 195 . entfernt sich jajaci in den Himmel und lebt dort in Gesellschaft der Götter491“. der seinem Schützling beständig folge und zu ihm in naher Beziehung stehe. wie der Mensch selbst.Wein-Opfer (Libation) für den Himmel sowie den Geistern und Naturherren dargebracht.

An einem Ort geht es einer Frau. Die unterirdische Welt erscheint erst auf einer späteren Stufe der gesellschaftlichen Entwicklung. Die Männer wiederum. Es ist aber dennoch sehr schwierig.die die Vorfahren darum tief verehren und glauben. muss er zuerst geradeaus nach Norden gehen. Sazykin 1989. L. dass der Name des Helden der Erzählung in allen mongolischen Versionen als Molon (im diesen Fall. Um dorthin zu kommen. die die Dornenbüsche umarmen. Die Wahrscheinlichkeit. Lörincz 1973. deren Hände und 492 493 T. In einem großen Kessel mit kochendem Teer winden sich Beamte und Schamanen. 494 Dieses Motiv sei auf zwei Wegen in die mongolische Literatur gelangt. Sieh in: A. auch dann nur als ein fremdes Element. während eine mit wohlhabendem Aussehen Hunger zu leiden scheint. die stechende Dornensträucher umarmen. Auf einem nachten Felsen sind fette Pferde. dass ihn der Reisende an Schwanze fasse. An einem anderen Orte trifft er Weiber. Die arme Frau hat während ihres Lebens den anderen geholfen. dass es eine Übersetzung aus dem Chinesischen gegeben hat. hebt ihn von seinem Platz und sagt: „Komm hierher!“ Sodann erscheint aus einer Öffnung in der Erde ein Fuchs. dass ihr Wohlergehen vollständig von der Beziehung zu ihren Geistern abhängt492. Die Frauen. durch Übernahme493. der bittet. Beim Weitergehen sieht der Held Männer. 44. in der Unterweltvisionen beschrieben werden: Ein Held namens Mu-monto494 begibt sich in Sachen seines Vaters in die Unterwelt. Auf seiner Reise trifft er auf einen großen schwarzen Stein. burjatischer Version als Mu-monto) wiedergegeben wird. Vor der Buddhisierung besaßen die Mongolen angeblich überhaupt keine Erzählungen über das Paradies oder die Hölle. jene reiche Frau aber ist während ihres Lebens geizig und hartherzig gewesen. Die bis auf unsere Tage überlieferten Angaben über Höllenvorstellungen sind widersprüchlich. aus den nur rudimentär überlieferten vorbuddhistischen Glaubensvorstellungen der Mongolen ihre genauere Vorstellung vom Totenreich zu rekonstruieren. und entsprechend verhielt man sich gegenüber der Darstellung des Totenreiches wohl auch unterschiedlich. 245-249. wird auch dadurch bestätigt. 119. sind in ihrem Leben leichtsinnig und ihren Ehemännern untreu gewesen. 196 . Als Beispiel sei eine burjatische Erzählung über das Totenreich angeführt . Nachdem er das getan. deshalb geht es ihr jetzt gut. die arm zu sein scheint. wandert Mu-monto hinter dem Fuchs immer tiefer ins Land der Unterwelt hinein und sieht unterwegs viele merkwürdige Dinge. gut. Bajalijewa 2002. was eine mongolische Variante des chinesischen Mulian darstellt. deren Mund zugenäht ist. In der uralten Glaubenswelt der Steppenvölker spielt die Unterwelt keine ersichtlich bedeutende Rolle. Mu-monto erfährt zugleich ihr Schicksal.D.G. sodass sie jetzt Hunger leiden muss. deren Hände und Füße zusammengebunden sind sowie nackte Frauen. während sich auf einer üppigen Wiese sehr mageres Vieh befindet.

reichen Mongolen geschildert. Harva 1938. 119. eisige Höllen. Yamantaka496. hier wird das Leben am Hofe eines sesshaften. 354-355. die einer fremden Kultur/ Religion entliehen sind. die die lamaistische buddhistische Kirche besonders als Zeichen des 495 496 U. Holz und Fell. Diese Qualen schildert ein Titel der vorliegenden Höllenfahrtgeschichte. indo-tibetischem Ursprungs. dass sie nicht fett werden können. So entspricht der mongolische Herr der Unterwelt Erlik-Khan dem indischen Herrn der Toten. dass sie die duldenden Sünder nicht aus Grausamkeit quälten. während die Pferde auf dem kahlen Felsen nur deshalb feist bleiben. wie wir es in mongolischen Erzählungen wie „Wie der heilige. sehr bald aber überwog dieselbe naive Freude an der gegenständigen Schilderung. ganz vollkommene Molon Toyin seiner Mutter die erwiesenen Wohltaten zurückgab“. der sogenannten “Onghot“. Unter den Vergehen. darunter auch die Hölle aufsuchte. Die mageren Pferde auf der üppigen Wiese sind solche. die uns sonst auch in den mongolischen Erzählungen und Heldengeschichten begegnet… Die Maudgalyayana-Legende ist hier in eine rein mongolische Umgebung verpflanzt. sondern weil es ihnen selbst so bestimmt sei durch frühere Taten. Die in den siedenden Teerkessel Geworfenen haben bei ihren Geschäften betrügerisch gehandelt. jener Figürchen aus Leder. die sich die sündige Mütter zuschulden kommen lässt. Erzählungen jener Art geben Vorstellung aus späterer Zeit wider. feurige und acht kalte. Die Frauen mit zugenähtem Mund haben in ihrem Leben falsche Gerüchte ersonnen und verbreitet. die von ihren früheren Herren so schlecht gepflegt worden sind. Bezeichnend für buddhistische Vorstellung von der Bestimmung des Schicksals in einem kommenden Leben durch die Taten im gegenwärtigen ist die Haltung der Höhlenwächter. L.Füße in Banden sind. wird besonders die Verehrung der Ahnengeister. sind frühere Diebe. In den mongolischen Erzählungen über Unterwelt und Höllengeschichten verschmelzen Motive aus tibetischen und Sanskrit-Erzählungen mit örtlichen Motiven zu einer neuen Geschichte: „Der buddhistischen Vorstellung zufolge gliedert sich die Hölle in acht heiße. Das Sujet der Höllenfahrt oder Höllenschau. 197 . der bei der Suche nach seiner verstorbenen Mutter verschiedene Gebiete der buddhistischen Welt. Die genaue Schilderung der Höhlenqualen sollte abschreckend wirken. Die Beschreibung der Hölle ist in der mongolischen Glaubenswelt eindeutig buddhistischem bzw. in welchen die Seelen der Sünder Qualen erdulden. weil sie früher gut gepflegt worden sind495. „Erzählung von Naranu-Gerel“ sowie in einer Version des Geser-Epos finden geht wohl zurück auf die indische Legende von Maudgalyayana. „Erzählung von Čoyijid-dakini“. die immer beteuern. Lörincz 1973.

: Bären oder Eber) werden bei den Mongolen besonders behandelt. 497 W. Darum werden sie quasi auf einem hohen Platz „beigesetzt“. um diesen dann so zu bestatten. Pferdeschädel wie auch Schädel bestimmter Jagdtiere (wie z. So ist es Brauch. d.h. Im Brauchtum der Mongolen gibt es viele Spuren alter Traditionen.o. In gleicher Weise wurden nach der buddhistischen Bekehrung beschädigte lamaistische Tangkas oder Buddha-Figuren und Sutras behandelt: Beschädigte oder veraltetete Kultgeräte/figuren sind nach schamanistischer Weise auf einem Ovoo oder auf einem Berg bzw. in einem Felsen niedergelegt worden. Die Tabuisierung einer Tasse mit Sprung für Gäste ist also keineswegs eine Sache der Ästhetik oder der Gastfreundschaft. sie geht vielmehr auf alte. traditionelle Seelenvorstellungen zurück. Die beschädigten oder zerbrochenen Figuren auf einem Ovoo haben dagegen ihre Seele verloren. sie sind tot. schneidet man ihm den Schwanz ab und legt ihn dann als Kissen unter den Schädel des toten Hundes. 198 . Jahrhundert besonders bekämpfte497“. Heissig 1962. Solche relikthaften Gebräuche sind verwurzelt im uralten schamanistischen Seelenglauben. deren Bedeutungen allerdings nicht mehr verständlich sind.vorbuddhistischen Schamanismus bei den Mongolen seit dem 17. Es ist zum Beispiel auch ein Tabu bei den Mongolen.B. Gästen in einer Tasse/Schüssel mit Sprung Tee oder Essen zu servieren. ein Relikt von der Seelenvorstellung der Gebrauchsgegenstände (s. Ein solcher Schädel wird auf einem Ovoo oder auf einen hohen sauberen Platz gelegt. Es ist also anzunehmen dass ein auf einer hohen exponierten Stelle verehrter Schädel sich mit der Vorstellung vom Schädel als „Seelensitz“ verbindet. 307-308. dass wenn ein guter Wachhund stirbt.).

Abkürzungverzeichnis AA ActaArchHung ActaOrientHung AChGBS AF AfV AM AN Mon AN SSSR AO ArchIz AntroSbor ArchSbor ArchVesti ArsOrient ArtsAsiat APC AVA-Materialien AW BAVA BaessArch BNMAU Bull IAMS CAJ DonArch EH EM EP Artibus Asiae Acta archaeologica Academiae Scientiarum Hungaricae Acta orientalia Academiae Scientarium Hungaricae Mongol Ulsyn Šinžlech Uchaany Akademijn Archeologijn chüreelengijn gar bičmelijn san chömrög Asiatische Forschungen Archiv für Völkerkunde Asia major Akademii nauk Mongolii Akademii nauk Sovetskogo Sojuza Socialističeskogo Respublika Acta orientalia Archeologičeskaja izyskanija Antropologičeskij sbornik Аrcheologičeskij sbornik Аrcheologičeskie vesti Ars orientalis Arts Asiatiques Asian Pacific culture Materialien zur Allgemeinen und Vergleichenden Archäologie Antike Welt. Zeitschrift für Archäologie und Kulturgeschichte Beitrage zur allgemeinen und vergleichende Archäologie Baessler-Archiv Bügd Najramdach Mongol Ard Uls Bulletin of the International Association Mongolian Studies Central asiatic journal Donskaja archeologija Ephemeris historiae Etudes Mongoles El palacio 199 .

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