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Sprechen Sie

wie die Deutschen!
Das
wirkliche
Deutsch
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Deutschland wählt
Wer wird Kanzler? Auf den jungen Seiten:
Wie originell manche
ihre Freizeit verbringen
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LEARN GERMAN | ESTUDI AR ALEMÁN | APPRENDRE L’ALLEMAND | I MPARARE I L TEDESCO |
NAUKA NI EMI ECKI EGO | УЧИМ НЕМЕЦКИЙ | ALMANCA Ö  GRENMEK
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Wasserlabyrinth
Spreewald
Das grüne Gold
von Brandenburg
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© 2010 Grubbe Media GmbH
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FRAGEN
Auf dem Flohmarkt hast du sehr billig
einen schönen Bildband über Berlin
gekauft. Du erzählst einem Freund:
„Schau mal, dieses Buch hat nur …
Euro gekostet.“
a) ein
b) einen
c) einer
Wie ist die Telefonvorwahl von Berlin?
a) 010
b) 040
c) 030
FRAGEN
Auf dem Flohmarkt hast du sehr billig einen schönen Bildband über Berlin gekauft. Du erzählst einem Freund: „Schau mal, dieses Buch hat nur … Euro gekostet.“
a) ein
b) einen
c) einer
Wie ist die Telefonvorwahl von Berlin?
a) 010
b) 040
c) 030
FRAGEN
Bei den Internationalen Filmfestspielen
Berlin entscheidet eine internationale
Jury, … den ersten Preis – den Golde-
nen Bären – bekommt.
a) wer
b) wessen
c) was
Wie heißt das bekannteste Drama von
Gotthold Ephraim Lessing, der in den
1750er-Jahren als Publizist in Berlin
lebte?
a) „Faust“
b) „Maria Stuart“
c) „Nathan der Weise“
der Weise, -n Person, die sehr gute Kenntnisse
auf vielen Gebieten und viel Erfahrung hat
ANTWORTEN a) wer
„Wessen“ ist ein Fragewort im Genitiv.
Das Fragepronomen „was“ fragt nach
einer Sache.
c) „Nathan der Weise“
Lessing war einer der wichtigsten
Dichter der deutschen Aufklärung.
Die Ringparabel zum Verhältnis der
drei monotheistischen Religionen
aus „Nathan der Weise“ ist einer
der wichtigsten Texte dieser Epoche.
die AufkIärung hier: Epoche zwischen 1600 und
1800 in Europa, in der rationales Denken und Tun
zum Ideal wurde die R|ngparabeI, -n kurze, symbolische
Geschichte von einem Ring, die dem Leser eine
Moral zeigt
Berlin_Fragekarten 2
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44 | Tiergarten
Der vom Barock und der italie-
nischen Renaissance inspirierte
Dom ist eine der wichtigsten
protestantischen Kirchen in
Deutschland. Er wurde 1905
eingeweiht. Auch vorher gab
es auf dem Areal am Lustgarten
schon eine Kirche. In der Gruft
des Doms liegen viele Mitglieder
der Monarchenfamilie der
Hohenzollern. Heute finden im
Berliner Dom oft auch kulturelle
Veranstaltungen statt.
einweihen hier: in einer neuen Kirche zum ersten
Mal einen Gottesdienst feiern
(der 6çttesdienst, -e religiöse Feier, vor allem in
der christlichen Kirche) die 6rµft, -en Ort, meistens unter einer Kirche,
wo die Toten liegen
3 | Berliner
Dom
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2011 12
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Editorial
Deutsch – ganz
authentisch
Am Anfang stand ein Schock: Als der Jordanier Haitham Abbadi nach Deutsch-
land kam, hatte er mit seinem Wissen aus dem Deutschkurs wenig Glück.
Die meisten Deutschen, die der Programmierer an seinem neuen Wohnort traf,
sprachen nämlich ein ziemlich komisches Deutsch: „Ich habe kaum Wörter
wiedererkannt“, erinnert sich der 36-Jährige.
So geht es Deutschlernern immer wieder. Im Alltag sprechen viele Deutsche,
Österreicher und Schweizer nämlich ganz anders, als es in Büchern steht und im
Deutschunterricht oft gelernt wird. Deutschlerner
„sollten mehr über die Alltagssprache wissen!“,
sagt deshalb auch der Linguist Stephan Elspaß, den
Yvonne Pöppelbaum für das zehnseitige Spezial
Alltagssprache (ab Seite 22) interviewt hat.
Im Osten Brandenburgs, wo Barbara Kerbel für
uns unterwegs war, sind die sprachlichen Unter-
schiede noch größer als anderswo. Als unsere
Korrespondentin im Spreewald aus dem Zug stieg,
las sie auf einem Schild im Bahnhof: „Lübbenau
(Spreewald)“ – und darunter „Lubnjow (Blota)“. Das müssen Sie nun wirklich
nicht verstehen: Die zweite Variante ist nämlich auf Sorbisch, einer westslawi-
schen Sprache. Seit rund 1500 Jahren leben die Sorben in der Region. Heute sind
sie eine von offiziell vier nationalen Minderheiten.
Der Spreewald ist eine romantische Naturlandschaft – den Wald durchzieht
ein Labyrinth aus Wasser, wie es in Deutschland kein zweites gibt. Dort hat
Kerbel die einzige deutsche Briefträgerin begleitet, die die Post im Kahn übers
Wasser bringt. Fast wäre das Projekt gescheitert. Kurz vor dem Besuch der
Reporterin durften nämlich keine Kähne mehr durch den Wald fahren: Hoch-
wasser. Am Ende reiste Kerbel aber doch noch mit dem nötigen Stoff für eine
sehr unterhaltsame Reportage zurück nach Berlin (ab Seite 14).
Auf die Hauptstadt blickt am 22. September das ganze Land: In dieser
Nacht wird sehr wahrscheinlich klar, wer Deutschland in den nächsten Jah-
ren regieren wird. Die Deutschen wählen ein neues Parlament und damit
indirekt auch einen neuen Kanzler.
Bleibt Angela Merkel Regierungschefin?
Oder zieht Peer Steinbrück ins Kanzler-
amt ein? Marcel Burkhardt stellt die
Kandidaten ab Seite 48 vor.
wiedererkennen hier: etwas erkennen, was man
früher schon einmal gehört hat
„nderswo an anderen Orten
die M“nderheit, -en kleine Gruppe in einem Staat, die
sich von anderen z. B. durch
Kultur, Sprache und Religion
unterscheidet
durchziehen hier: ≈ überall in einer Region sein
begleiten mitfahren; dabei sein
der Kahn, ¿e ≈ kleines, offenes Schiff
wäre … gescheitert Konjunktiv II von: scheitern =
hier: nicht stattfinden; nicht
machen können
der St¶ff, -e hier: Inhalt; Thema
unterh„ltsam ↔langweilig
der Ch¡fredakteur, -e Chef von allen Journalisten bei
franz. einer Zeitung oder Zeitschrift
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Jörg Walser
Chefredakteur
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Die Themen des Monats September 2013
LEICHT
LEICHT
LEICHT
LEICHT
LEICHT
SCHWER
SCHWER
SCHWER
SCHWER
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6 Mein Deutschland-Bild
Wolfgang Kumm über neugierige Touristen
8 Panorama
Neues, Namen und Zahlen
21 Reisetipps
Burghausen • Klettersteige • Helgoland
53 Weltliteratur
Franz Kafka und seine eigene Realität
54 Mein erster Monat
Kate Board in Kressbronn
56 Ja oder Nein?
Streit-Thema: Bringt das Internet Freiheit?
58 Nachrichten
Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
61 Auf den zweiten Blick
Sprachspiele aus der Presse
62 Ein Bild und seine Geschichte
Vor 30 Jahren: Intellektuelle blockieren
die amerikanische Armee
64 Der Blick von außen
Ralph Martin über die deutsche Polizei
66 Kulturtipps
Kino • Lesung • Konzert • Theater • CD • Buch
68 Kolumne
Alia Begisheva über das Sommerloch
69 Nächsten Monat
… in Deutsch perfekt
70 D-A-CH-Menschen
Eine von 98 Millionen: Was denkt Anne Kathrin Greiner?
Die originellen Hobbys von jungen
Deutschen • Skateboard XXL •
Modeblog mit Stil • Denkmäler
Die jungen Seiten
von Deutsch perfekt
Das wirkliche
Deutsch
Im Deutschkurs lernt man
korrektes Deutsch. Trifft man
Deutsche dann im Alltag,
sprechen viele ganz anders.
Was genau sagen sie? Antworten
auf zehn Spezialseiten zum
authentischen Deutsch.
Mehr Wasser als Land: Das ist der Spreewald. Im
Osten Brandenburgs ist die Natur so romantisch
wie in kaum einem anderen Wald. Auch Briefe
und Pakete kommen mit dem Boot – mit der
einzigen deutschen Briefträgerin, die die Post so
über das Wasser bringt.
14
Ein Labyrinth aus Wasser
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SCHWER
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LEICHT
In diesem Heft: 22 Seiten Sprache & Service
22 Spezial Alltagssprache
So sprechen die Deutschen wirklich
34 Wörter lernen
Auf der Modenschau
36 Übungen zu den Themen des Monats
Mehr Sicherheit mit Wörtern und Texten
37 Schreiben • Sprechen • Verstehen
Einen guten Text schreiben • Auf Vorschläge reagieren •
Gesten Sammelkarten
39 Raten Sie mal! • Comic
Rätsel zu einem Thema des Monats • Haiopeis
40 Grammatik
Negation
42 Deutsch im Beruf
In der Kantine
44 Lösungen • Kundenservice • Impressum
Lösungen der Übungen • Wer macht was bei
Deutsch perfekt?
45 Starthilfe
Extra-Service Übersetzungen in Englisch, Spanisch,
Französisch, Italienisch, Polnisch, Russisch, Türkisch
Mehr als 800 Erklärungen von schwierigen Wörtern

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¢
, ¿er
lockere Umgangssprache
negativ
Vorsicht, vulgär!
ungefähr, etwa
Gegenteil von ...
langer, betonter Vokal
kurzer, betonter Vokal
Plural-Formen
Auf www.deutsch-perfekt.com können Sie Texte
mit diesem Symbol hören. Diesmal:
Deutsch perfekt Audio: der Trainer für
Hörverstehen und Aussprache, auf CD oder
als Download (siehe Seite 20).
Achten Sie im Heft auf dieses Symbol! Zu
diesen Artikeln können Sie Texte und Übungen
auf Deutsch perfekt Audio hören.
Deutsch perfekt Plus: 24 Seiten Übungen
und Tests zu Grammatik, Vokabeln und mehr
(siehe Seite 35).
Achten Sie im Heft auf dieses
Symbol! Zu diesen Artikeln finden Sie
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PLUS
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LEICHT
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MITTEL
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SCHWER
LEICHT
MITTEL
SCHWER
LEICHT
MITTEL
Deutschland wählt
Bleibt Angela Merkel Bundeskanzlerin – oder wird Peer Stein-
brück Regierungschef? Die Deutschen entscheiden am 22. Sep-
tember, wie es mit der Regierung weitergeht. Sicher kann dies-
mal keine Partei sein.
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PLUS
PLUS
PLUS
Lernen mit -Produkten
Texte auf Stufe A2 des GER Texte auf den Stufen B2 bis C2 des GER
GER Gemeinsamer europäischer
Referenzrahmen
Texte auf Stufe B1 des GER
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deins! Kreative Freizeit
Was machen junge Deutsche in ihrer Freizeit? Ziemlich viel, und
oft ist es originell! So zum Beispiel das Hobby eines jungen
Norddeutschen: Er produziert Filme – mit Legofiguren als
Schauspieler.
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SCHWER
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16 Die Sorben
Eigene Sprache, eigene Tradition
58 Nachrichten
Die Sorgen der Deutschen
4 Kreative Freizeit
Der Brickfilmer Markus Engel
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berall sind Menschen neugierig. So
auch in Berlin. Wie die Touristen, die
ihre Hände und Kameras durch den Zaun
des Bundeskanzleramts stecken. Dort
kommt nämlich gerade ein Staatsgast an.
So wollen die Menschen sehen, was
passiert. Normalerweise passiert vor dem
Bundeskanzleramt aber nicht viel. Der
Ehrenhof, auf dem die Gäste ankommen, ist
meistens leer. Dann ist dort kein Mensch zu
sehen – nur die große Skulptur Berlin des
Spaniers Eduardo Chillida steht immer da.
Wir Fotografen durften wegen des
Staatsgasts im Ehrenhof sein. Ich sollte
Bilder von seinem Besuch machen. Spon-
tan habe ich aber die Idee gehabt, auch die
Menschen hinter dem Zaun zu fotografie-
ren. Für diese interessante Perspektive bin
ich sehr weit auf die Seite gegangen. Die
Touristen haben nicht gemerkt, dass ich sie
fotografiere. Das war sehr lustig!
Berliner wissen sofort, dass mein Bild
den Zaun des Bundeskanzleramts zeigt.
Nicht-Berliner kennen den Ort meistens
nicht so genau. Ihnen muss man erklären,
was genau auf dem Foto zu sehen ist. Inte-
ressant finden das Motiv aber alle.
der Zaun, ¿e Konstruktion aus Holz oder
Metall: Sie zeigt, wo die Gren -
ze von einem Stück Land ist.
das B¢ndeskanz- Haus: Dort arbeitet die
leramt Bundeskanzlerin.
(die B¢ndeskanz- Chefin der Regierung)
lerin, -nen
der Staatsgast, ¿e Regierungsmitglied einer
anderen Nation zu Besuch
(das Regierungs- hier: Person: Sie ist im
mitglied, -er Parlament.)
normalerweise ≈ meistens: Das ist normal.
der Ehrenhof sehr großer Platz vor dem
Bundeskanzleramt
Fotograf:
Wolfgang Kumm
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Mein Deutschland-Bild
LEICHT
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Bremerhaven
Prima Klima
Diese Reise ist sehr speziell: Immer entlang des achten Längengrades Ost kommen Besucher im Klimahaus Bremerhaven (Bremen)
durch verschiedene Klimazonen. Erste Station ist das Hochgebirge rund um Isenthal im Zentrum der Schweiz. Dann geht es nach
Sardinien, das Besucher aus der Perspektive eines Insekts sehen. Über Niger und Kamerun reisen sie weiter in die Antarktis. Dort
ist es natürlich sehr kalt. Also besser schnell zur Polarstation oder einen Polaranzug anziehen! Über Samoa und Alaska geht die
Reise zurück nach Deutschland: zuerst auf die Hallig Langeneß und dann nach Bremerhaven. Auf dem Weg gibt es viel zu lernen
über Wetterphänomene, das Klima, Chancen und Perspektiven der Erde. Vielleicht zu viel für einen Tag. Deshalb bietet das
Museum Familien am 14. September und am 9. Oktober eine spezielle Aktion an: Sie dürfen exklusiv durch das Klimahaus und die
interaktiven Exponate gehen, wenn alle anderen Besucher schon weg sind. Außerdem gibt es eine besondere Tour – und am Ende
dürfen Eltern und Kinder in der Ausstellung übernachten.
PRIMA KLIMA
entl„ng ≈ neben
der Længengrad, -e geografische Länge: Der
Nullmeridian geht durch
Greenwich (London).
das Hochgebirge, - Gruppe von Bergen: Sie
sind über 2000 Meter
hoch.
das Ins¡kt, -en Exemplar einer Gruppe
von Tieren: Sie sind
meistens klein, und
manche können fliegen.
die H„llig, -en ≈ Insel: Sie liegt manch-
mal unter Wasser.
(die |nsel, -n hier: Stück Land im Meer)
das Exponat, -e Objekt: Es wird in einem
Museum oder einer
Ausstellung gezeigt.
bes¶ndere (-r/-s) spezielle (-r/-s)
ÜBERSETZUNGEN IN SIEBEN SPRACHEN AUF SEITE 45/46
Aus der Perspektive
einer Termite So
sehen Klimahaus-
Besucher Sardinien
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LECKERES HOBBY
die Brotsorte, -n Brotvariante
der Brotlehrgang, ¿e Kurs zum Brotbacken
die Videoanleitung, -en Film: Er zeigt, wie man
etwas macht.
WER HAT ES GESAGT?
s¶lche (-r/-s) ≈ von dieser Kategorie;
so
die Schauspielerin, Frau: Sie spielt im Film
-nen oder im Theater mit.
aufgeregt ≈ nervös
der Freiwurf, ¿e hier: Werfen des Balls
in den Korb: Kein
anderer Spieler darf
den Werfer stoppen
oder stören.
(w¡rfen hier: durch die Luft
fliegen lassen)
(der K¶rb, ¿e hier: Kreis aus Metall
mit einem Netz)
(das N¡tz, -e hier: ≈ Material aus vie-
len langen dünnen
Teilen, z. B. aus Nylon)
DEUTSCHER HUMOR
der Komiker, - Mann: Er spielt eine
lustige Rolle und moti-
viert damit Menschen
zum Lachen.
s¡lten hier: so, dass es nicht
oft passiert
„nspruchsvoll hier: ≈ so, dass man
spezielle Wünsche hat,
welchen Humor ein
Komiker zeigen soll
die Bühne, -n hier: Ort im Theater:
Dort wird Theater
gespielt.
ÜBERSETZUNGEN IN SIEBEN SPRACHEN AUF SEITE 45/46
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Panorama
LEICHT
a) Die Schauspielerin Franka Potente
zu Matt Damon, als sie ihn vor der
Kamera küssen sollte. Der amerikanische
Kollege war nämlich sehr aufgeregt.
b) Der Basketballstar Dirk Nowitzki in
einem Interview mit der Wochenzeitung
Die Zeit. Ein Lied zu singen war seine
Methode, um bei wichtigen Freiwürfen
am Ende eines Spiels ruhig zu bleiben.
c) Wolfgang Amadeus Mozart. Wenn
das Musikgenie als junger Mann nach
einer neuen Komposition gesucht hat,
haben ihm Lieder geholfen. Später war
dies nicht mehr nötig.
Lösung auf Seite 44
„Früher habe ich in
solchen Momenten ein
Lied gesungen.“
Franka Potente Dirk Nowitzki Wolfgang Amadeus Mozart
Brot-Blog
Leckeres Hobby
In keinem anderen Land gibt es so viele ver-
schiedene Brotsorten, wie in Deutschland
(siehe Deutsch perfekt 10/2012). Natürlich gibt
es auch Blogs zum Thema. Zum Beispiel
www.ploetzblog.de. Das ist der „beste
deutschsprachige Brotlehrgang“, schreibt die
Zeitung Der Tagesspiegel. Der Geologe Lutz
Geißler aus Sehmatal-Neudorf (Sachsen)
schreibt dort. Sein Blog ist so gut, dass auch
viele Bäcker bei ihm nach Rezepten und Tipps
suchen. Aber auch jemand, der nichts über
Brote weiß, kann schnell starten: Es gibt nicht
nur mehr als 500 Rezepte mit Fotos, sondern
auch eine Videoanleitung. Lecker!
Großbritannien
Deutscher Humor
Ein deutscher Komiker in London? Das ist selten. Denn die Briten sind ein
anspruchsvolles Publikum. Sie sind bekannt für ihren sehr speziellen
Humor – so ist ihr Land die Heimat von Monty Python und Mr. Bean. Micha-
el Mittermeier, ein bayerischer Komiker, steht trotzdem in London auf der
Bühne. Es ist ein Experiment. Aber eines, das funktioniert: Mittermeier ist
der erste deutsche Stand-Up-Comedian, den auch die Briten lustig finden.
Natürlich spielt er noch vor weniger Publikum als in Deutschland – aber
vielleicht wird er bald auch in London bekannt sein.
Wer hat es gesagt?
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10 9/13
Wein
Spezielles Aroma
Jetzt geht es wieder los in den Weinbergen: Die
wichtigste Phase der Weinlese beginnt. Die 13
deutschen Weinbaugebiete liegen vor allem im Süd-
westen des Landes. In Österreich gibt es drei im Osten
des Landes. In der Schweiz entsprechen sie den
Sprach- und Kulturregionen: die Ostschweiz (Deutsch
und Rätoromanisch), die französischsprachige West-
schweiz und der Kanton Tessin (Italienisch).
Auch an exotischen Orten reift Wein. So haben Win-
zer dieses Jahr zum ersten Mal auf Deutschlands
höchstem Berg, der Zugspitze, Wein reifen lassen.
Das Experiment hat funktioniert, heißt es: Der Zug-
spitzwein schmeckt gut – und er hat ein anderes
Aroma als Wein aus dem Tal.
Auch in Norddeutschland gibt es Weinberge, zum
Beispiel in Hamburg. Kaufen kann man diesen Wein
nicht – nur spezielle Gäste der Stadt bekommen den
Hanse primeur. Der nördlichste Weinberg Deutsch-
lands liegt auf der Nordseeinsel Sylt.
Weil Deutschland ein sehr nördliches Weinland ist,
gibt es besonders viel Weißwein. Die populärsten
Sorten sind Riesling und Müller-Thurgau. Eine typi-
sche Weißweinflasche ist seit rund 250 Jahren der
fränkische Bocksbeutel. Er hat eine besonders brei-
te Form. Auch Rotwein wird immer populärer. Insge-
samt trinken die Deutschen nach Informationen des
Deutschen Weininstituts rund 24 Liter Wein und Sekt
pro Person und Jahr.
Probleme haben deutsche Winzer oft mit Wild-
schweinen. Die Tiere lieben süße Trauben und wüh-
len gern in einem Weinberg. Für den Winzer kann
das sehr teuer werden.
SPEZIELLES AROMA
die Weinlese, -n Sammeln von Trauben
für Wein
(die Traube, -n grüne, rote oder blaue
Frucht: Man isst sie als
Obst oder macht Wein
daraus.)
das Weinbaugebiet, -e ≈ Areal: Dort hat man
Weintrauben für die
Weinproduktion
gepflanzt.
entspr¡chen fast gleich sein mit
der Kanton, -e Teil von einer föderalis-
tischen Republik
reifen ≈ groß werden
der W“nzer, - ≈ Person: Sie stellt Wein
her.
das Tal, ¿er ≈ Landschaft: Sie liegt
tief zwischen Bergen.
die N¶rdseeinsel, -n Stück Land in der
Nordsee
die S¶rte, -n ≈ Variante
frænkisch von: Franken = Region
in Bayern, Baden-
Württemberg und
Thüringen
insges„mt/“nsgesamt im Ganzen
nach Informationen hier: wie Informationen
zeigen
der S¡kt ≈ alkoholisches
Getränk, fast wie
Prosecco
das W“ldschwein, -e Schwein: Es lebt in frei-
er Natur.
wühlen hier: mit der Schnauze
tiefe Stellen in die Erde
machen
(die Schnauze, -n ≈ Mund (und Nase)
beim Tier)
(die Erde braune oder schwarze
Substanz: Pflanzen
brauchen sie zum
Leben.)
PAKETE ZU EINEM
TERMIN LIEFERN LASSEN
der Paketdienst, -e Firma: Sie liefert
Pakete.
die SMS, - kurz für: Short Message
Service ≈ kurzer Brief:
Man schickt ihn mit
dem Handy.
ähnlich fast gleich
verl„ngen haben wollen
mehrere (-r/-s) mehr als zwei
h“ntereinander/ direkt einer nach dem
hinterein„nder anderen
„nnehmen hier: ≈ nehmen
ÜBERSETZUNGEN IN SIEBEN SPRACHEN AUF SEITE 45/46
Tipp des Monats
Pakete zu einem
Termin liefern lassen
Man bestellt im Internet – und
dann kommt das Paket zu einer
Uhrzeit, zu der man nicht zu Hause
ist. Das soll jetzt anders werden. Der
Paketdienst DHL schickt einen Tag
vorher eine E-Mail oder eine SMS, in
der der Termin steht. Passt er nicht,
kann man ihn verschieben - um bis
zu vier Tage. Vorher muss man sich
bei paket.de registrieren. DPD bie-
tet schon seit 2011 einen ähnlichen
Service („Flexzustellung“) an, der
Paketdienst Hermes plant ihn für
nächstes Jahr. Bei vielen Firmen
kann man schon länger einen zwei-
ten Lieferversuch verlangen, wenn
man nicht da war. Die Firma Hermes
kommt automatisch mehrere Tage
hintereinander. Aber vielleicht
haben Sie nette Nachbarn? Diese
können für Sie nämlich auch Pake-
te annehmen.
!
Kommen Pakete bald
nur noch, wenn der
Empfänger auch zu
Hause ist?
Deutscher Weißwein
Seit rund 250 Jahren
gibt es ihn auch im
Bocksbeutel (dritte
Flasche von links)
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3 Fragen
Machen statt träumen
Heinz Schönewolf (77) aus Dudweiler (Saarland) baut seit
mehr als 35 Jahren eine Burg in seinem Garten. Er plant,
dass sie in drei Jahren fertig ist.
Im Garten eine Burg zu bauen – woher haben Sie denn
diese Idee?
Meine Frau und ich haben uns 1975 ein Haus gekauft. Wir
wollten auch eine Garage bauen. Deshalb haben wir in
unserem Garten Erde weggebaggert. Dadurch hatten wir
erst einmal einen großen Berg Erde im Garten. Den
mussten wir stabilisieren. Aber wie? Eine
einfache Mauer ist ziemlich langweilig.
Außerdem hatten wir wenig Geld.
Ich habe zum Glück kostenlos
Granitsteine bekommen. Das
war der Anfang des Projekts.
Kann denn jeder Mensch
eine Burg konstruieren?
Ich habe zwar 30 Jahre lang
bei der Stadtverwaltung
gearbeitet, aber ich habe Maurer gelernt. Für mich ist das
deshalb kein Problem. Jetzt fehlt nur noch ein Turm. In
ungefähr drei Jahren ist die Burg fertig. Ich kann aber
nicht nur neue Dinge bauen, ich muss auch alte Teile
schon wieder sanieren.
Und was sagen die Leute zu Ihrem Projekt?
Die Menschen kommen von überall her, um meine Burg zu
sehen. Die Besichtigung ist kostenlos, sie müssen mir nur
vorher Bescheid sagen. Kinder finden die Burg besonders
toll. Das Turmzimmer heißt jetzt Rapunzelzimmer. Unsere
kleinen Besucher haben nämlich sofort an die schöne
junge Dame aus dem Märchen gedacht, die
dort ihr Haar nach unten lassen kann.
Eine gute Idee! Nur für meine
Frau ist das Hobby oft schwer
zu akzeptieren. Ich arbeite
nämlich jeden Tag an
meiner Burg, auch am
Sonntag! Aber wissen
Sie was: Sie mischt mir
immer den Mörtel an –
und das kann sie wirk-
lich sehr gut.
Berlin
Ein gigantisches Bild
Plötzlich sieht die Fassade des Plattenbaus komplett anders aus: Kein Grau ist mehr zu sehen, sondern klei-
ne Häuser, Bäume, exotische Vögel und andere Tiere. Wandbilder wie diese gibt es viele in Berlin. Aber
Steve Rolle hat am Tierpark im Stadtteil Friedrichsfelde auf 22 000 Quadratmetern das größte bewohnte
Wandbild der Welt gemalt. Die meisten Mieter finden das Projekt toll. Sie durften nämlich sagen, welche
Motive auf den Plattenbau kommen. So ist zum Beispiel auch der Hund einer Mieterin zu sehen. Der Ver-
mieter hofft, dass wegen des Wandbildes bald auch jüngere Leute in den Plattenbau einziehen wollen.
EIN GIGANTISCHES BILD
der Pl„ttenbau, -ten (meistens) hohes Haus
aus Betonplatten
(die Betonplatte, -n ≈ dünnes Stück aus sehr
hartem Material)
das W„ndbild, -er hier: Bild auf der Außen-
seite eines Hauses
bewohnt so, dass Menschen in
einem Haus oder einer
Wohnung wohnen
MACHEN STATT TRÄUMEN
bauen hier: eine Burg machen
(die B¢rg, -en ≈ großes, massives
Schloss)
die Erde braune oder schwarze
Substanz: Pflanzen brau-
chen sie zum Leben.
w¡gbaggern hier: mit einer großen
Maschine herausholen
die Mauer, -n hier: Sache aus harter
Substanz: Sie formt eine
Grenze.
der Granitstein, -e sehr harte Substanz aus
Granit
die St„dtverwaltung, Administration von
-en einer Stadt
der Maurer, - Person: Sie macht beruf-
lich die Mauern von
einem Haus.
sanieren hier: ≈ reparieren
das Märchen, - ≈ fantastische Erzählung,
z. B. „Hänsel und Gretel“
„nmischen hier: aus Wasser und
einer Substanz eine wei-
che Masse machen
der Mœrtel ≈ Masse aus Sand, Zement
und Wasser für den
Hausbau
(der S„nd gelbbraune, trockene
Substanz, z. B. am Strand)
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2
)
Viel Fassadenfarbe
Früher haben alle
diese Häuser so grau
ausgesehen wie das
ganz oben links
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ÄRGER IM SPIEGEL
der Schulhof, ¿e Platz beim Schulhaus:
Dort sind die Schüler in
der Pause.
schreien sehr laut rufen
ber“chten informieren
der Hausmeister, - Mann: Er kümmert sich
in einem Haus um
Reparaturen und
Ordnung.
der Pfau, -e großer Vogel (Foto): Er
kann nicht weit fliegen,
und das männliche Tier
hat sehr schöne lange
Federn.
(die Feder, -n eines von vielen leich-
ten Teilen auf dem
Körper von Vögeln)
die F¡nsterscheibe, -n ≈ Fensterglas
der Rivale, -n hier: anderer männli-
cher Vogel
verschw“nden hier: nicht mehr zu
sehen sein
GEFÄHRLICHE STRASSEN
das W“ldtier, -e ÷Zootier; ÷Haustier
kollidieren eine Kollision haben mit
das Reh, -e braunrotes Tier: Es lebt
meistens in Gruppen im
Wald (Foto unten).
der D¢ftzaun, ¿e Zaun: Er riecht speziell.
(der Zaun, ¿e Konstruktion aus Holz
oder Metall: Sie zeigt,
wo die Grenze von
einem Stück Land ist.)
der F¶rscher, - Person: Sie untersucht
eine Sache systematisch.
liefern hier: ≈ geben
Unfallrisiko Reh
200000-mal im Jahr
gibt es Kollisionen
mit Wildtieren
ÜBERSETZUNGEN IN SIEBEN SPRACHEN AUF SEITE 45/46
Ein Vogel schreit wegen
eines Spiegelbilds – die
Nachbarn rufen die Polizei.
Wildtiere
Gefährliche Straßen
Es ist dunkel – und plötzlich stehen Wildtiere auf der Straße. Für
einen Autofahrer ist es fast unmöglich, nicht mit ihnen zu kol-
lidieren. Rund 200 000 Unfälle mit Wildtieren hat es 2012 gege-
ben. Besonders oft laufen Rehe auf die Straße. Damit das nicht
passiert, gibt es schon seit Jahren Reflektoren. An verschiede-
nen Straßen reflektieren sie das Licht von Autos. Das soll Tieren
Angst machen und sie stoppen. Eine andere Idee sind Duftzäu-
ne, die nach Mensch und Tieren riechen. Auch davor haben Rehe
Angst. Aber funktioniert das wirklich? Forscher wollen das jetzt
genau wissen: Rehe mit GPS-Sendern sollen ihnen bis 2014 Ant-
worten liefern.
Tiere
Ärger im Spiegel
Wer ist da auf dem Schulhof so laut? Diese Frage haben sich viele Einwohner von
Ober-Ramstadt (Hessen) gestellt. Manche haben die Polizei gerufen und von
„Schreien eines Tieres“ berichtet. Die Polizei hat den Hausmeister der Schule
gefragt. Er konnte das Phänomen sofort erklären: Ein Pfau kommt immer wieder
vom Nachbarn auf den Schulhof. Der Vogel geht jedes Mal zu einer Fensterscheibe
und schreit dort. Im Fenster sieht er nämlich sein Spiegelbild. Für ihn ist es ein
Rivale. Wenn es dunkel wird, verschwindet das Spiegelbild. Der Pfau kann wieder
zurück zum Nachbarn gehen. Er hat ja gewonnen.
Pfau in ganzer Größe
In Hessen hatte ein
Tier wie dieses ein
großes Problem
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3
)
KURIOSES DEUTSCH
die Studie, -n systematische
Untersuchung
der F¶rscher, - Person: Sie arbeitet für
mehr Wissen.
erm“tteln eine Sache systematisch
untersuchen
die S„tzstellung, -en ≈ Position von Subjekt,
Verb und Objekt in
einem Satz
(der S„tz, ¿e Aussage mit Subjekt,
Verb, Objekt)
die Aussprache, -n von: aussprechen =
richtig sagen
das Sprachmuster, - hier: Kombination von
Sätzen
„bgewichen hier: Part. II von:
abweichen = anders
sein
EINKAUFEN
der Onlinehandel Kauf und Verkauf im
Internet
¢msetzen hier: Waren verkaufen
zum Preis von
die Dienstleistung, -en hier: Serviceangebot
der [nteil, -e hier: Menge
der }msatz, ¿e Summe aller Verkäufe in
einer speziellen Zeit
s¡lten ÷oft
die Fußgängerzone, -n Zone: Nur Fußgänger
dürfen sie benutzen.
(der Fußgänger, - Person: Sie geht zu
Fuß.)
d¢rchschnittlich ≈ meistens
eine hohe Kaufkraft ≈ genug/viel Geld zum
haben Kaufen haben
pro K¶pf pro Person
BEI REGEN GELD ZURÜCK
die N¶rdseeinsel, -n Stück Land in der
Nordsee
Wie viele Tüten noch?
Besonders viel kaufen
Menschen in München
ÜBERSETZUNGEN IN SIEBEN SPRACHEN AUF SEITE 45/46
Panorama
LEICHT
Urlaub
Bei Regen Geld zurück
In den Ferien wollen die meisten Menschen
die Sonne sehen. Zum Ärger vieler Touris-
ten regnet es manchmal aber auch an
Urlaubsorten. Gäste auf den Nordseeinseln
Norderney und Borkum können sich gegen
schlechtes Wetter versichern: Wenn die
Sonne an einem Tag weniger als drei Stun-
den scheint, bekommen Versicherte 40
Prozent der Kosten für die nächste Über-
nachtung zurück. Die können sich dann
über Regen freuen – und mit dem Geld in
das nächste Schwimmbad gehen.
Zahlenspiel
Einkaufen
45 Milliarden Euro – so viel Geld wurde 2012 in Deutschland im Onlinehan-
del umgesetzt. Rund 42,3 Millionen Menschen haben Dinge oder auch
Dienstleistungen im Internet bestellt, also mehr als die Hälfte aller Deut-
schen. Am höchsten ist der Anteil der Onlinekäufer unter den 25- bis 44-Jäh-
rigen (89 Prozent). Am populärsten war im letzten Jahr Kleidung (5,96 Mil-
liarden Euro Umsatz) und Elektronik (3,54 Milliarden Euro Umsatz). Gehen
die Menschen selbst in ein Geschäft, dann sind sie im Zentrum von München
besonders selten allein. Denn dort laufen pro Stunde rund 15 000 Menschen
durch die Kaufingerstraße (Platz eins in Deutschland). Auf Platz zwei mit rund
13 000 Menschen pro Stunde steht die Neuhauser Straße – der andere Teil
der wichtigsten Münchener Fußgängerzone. In die süddeutsche Metropole
kommen viele Touristen, von denen die rund 100000 Araber mit durch-
schnittlich 274 Euro pro Tag besonders viel ausgeben. Aber auch die 1,4 Mil-
lionen Einwohner der Stadt haben eine hohe Kaufkraft: circa 26218 Euro pro
Kopf. Genug Geld brauchen die Münchener besonders im September: Dann
beginnt nämlich das Oktoberfest – und das Bier ist wieder teurer geworden.
Ein Liter kostet dort jetzt zwischen 9,40 und 9,85 Euro.
Sprache
Kurioses Deutsch
Deutsch ist eine der komischsten
Sprachen der Welt. Das sagt eine
Studie von idibon.com. Die For-
scher der Internetplattform
haben zuerst verschiedene
Basisinformationen von 239
Sprachen ermittelt, zum Beispiel
Satzstellung und Aussprache. Die
Evaluation hat 192 verschiedene
Sprachmuster gezeigt. Geprüft
haben die Forscher dann 21
Basisinformationen, die sie in
jeder Sprache gefunden haben.
Je mehr eine Sprache von diesen
Mustern abgewichen ist, desto
komischer war sie für die
Forscher. Auf den ersten Plätzen
sind viele Dialekte. Aber auch
Deutsch ist vorn dabei:
Die zehn komischsten Sprachen
1. Chalcatongo Mixtekisch
2. Nenzisch
3. Choctaw
4. Diegueño
5. Oromo
6. Kutenai
7. Iraqw
8. Kikongo
9. Ostarmenisch
10. Deutsch
Eine Übung zu
diesen Texten
finden Sie auf
Seite 36.
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die Briefträgerin, -nen Frau, die Briefe bringt
der Kahn, ¿e kleines, offenes, flaches
Boot ohne Motor
das M•ckenspray, -s Spray für die Haut gegen
Stechmücken
(die St¡chmücke, -n kleines Insekt, das Blut
trinkt)
aushelfen hier: jemandem etwas
geben oder leihen, das
er dringend braucht
reichen ≈ geben
der Aufdruck, -e hier: Worte, die auf eine
Flasche gedruckt sind
s“ch gut einsprühen ≈ ein Spray auf fast alle
Stellen des Körpers tun
gehören zu ≈ ein Teil sein von
beliefern hier: Post und Pakete
bringen
„nschließen hier: ≈ eine Verbindung
machen zu
bieten hier: geben; zeigen
W
er Andrea Bunar an ihrem Arbeits-
platz besucht, der sollte einen wich-
tigen Gegenstand nicht vergessen. „Na,
Mückenspray dabei?“, begrüßt sie ihren
Gast. Wenn der kein eigenes hat, hilft sie
gerne aus. „Hier, nehmen Sie“, sagt sie
und reicht ein Fläschchen mit italieni-
schem Aufdruck. „Habe ich im Internet
bestellt. Sprühen Sie sich gut ein, auch am
Hals und an den Ohren.“
Bunar weiß, wie aggressiv die Stech-
mücken auf dem Wasser sein können – sie
gehören zu ihrem Arbeitsplatz: Die 42-
Jährige ist die einzige Kahn-Briefträgerin
Deutschlands. Ihren 65 Kunden im kleinen
Spreewalddorf Lehde bringt sie die Post
übers Wasser. 600 Briefe und Karten und
bis zu 40 Pakete transportiert sie jede
Woche in ihrem Kahn. Seit mehr als 100
Jahren kommt die Post in Lehde auf die-
sem Weg. Auch der Müll wird per Kahn
wegtransportiert. Bis 1929 war der ganze
Ort nur vom Wasser aus zu erreichen. Noch
heute ist das so bei dreien der Häuser, die
Andrea Bunar beliefert. Die anderen sind
inzwischen an Straßen angeschlossen.
Aber der kürzeste Weg ist noch heute der
über das Wasser.
Mehr Wasser als Land: Dieses Bild bie-
tet der Spreewald dem Besucher an vielen
Spreewald-Klassiker Eine Fahrt im Kahn mit
Fährfrau in traditioneller Sorbenkleidung
Ein Labyrinth aus
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Spreewald
MITTEL
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„Ganz egal, wie viel
Stress ich vorher in
der Stadt hatte: Hier
draußen ist alles weg.“
Briefträgerin Andrea Bunar über
ihren Arbeitsplatz auf dem Wasser
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Stellen. 100 Kilometer südöstlich von Ber-
lin liegt die idyllische Wasserlandschaft,
die seit vielen Jahren die populärste tou-
ristische Region Brandenburgs ist. Die
Spree verzweigt sich dort in viele kleine
Flüsse: natürliche Seitenarme, Kanäle und
sogenannte Fließe – kleine Flüsse, die
über viele Jahre von Menschen angelegt
worden sind. Das Wasser ersetzt im Spree-
wald an vielen Stellen die Straßen. 1575
Kilometer umfasst das Gesamtgewässer-
netz nach Informationen des Brandenbur-
gischen Umweltministeriums; auf knapp
300 Kilometern davon können Kähne und
Boote fahren. Auf rund 400 Kilometern
kann man mit Sportbooten gut wasser-
wandern.
Andrea Bunar stößt den vier Meter lan-
gen Holzstab, das Rudel, ins Wasser und
drückt sich ab. Der Kahn gleitet, sie stößt
ins Wasser, drückt ab, gleitet – immer im
gleichen Rhythmus, ruhig und regelmäßig.
„Staken“ nennt man diese Art der Fortbe-
wegung. Was so leicht aussieht, ist eine
sehr anstrengende Arbeit – nicht nur für
die Arme. 1,5 Meter sind die Fließe im
Durchschnitt tief. Unter der glatten Was-
seroberfläche muss die Briefträgerin gegen
die Strömung andrücken. „Das geht auf
den ganzen Körper“, sagt sie. „Manchmal
spanne ich den Bauch an, das gibt ein
gutes Extratraining.“ Acht Kilometer legt
sie jeden Tag im Kahn zurück, sechs Tage
s“ch verzweigen sich trennen
der Seitenarm, -e kleiner Fluss, der von
einem größeren Fluss
weggeht
„nlegen hier: bauen
ers¡tzen hier: an der Stelle einer
Sache sein
umf„ssen hier: ≈ haben
das Ges„mtgewäs- hier: ≈ komplettes System
sernetz von Flüssen verschiedener
Größe
kn„pp nicht ganz
der H¶lzstab, ¿e langer, dünner
Holzgegenstand
s“ch „bdrücken hier: sich mit der Kraft
der Arme oder Beine weg-
drücken
gleiten sich leise bewegen
regelmäßig hier: in gleichen
Intervallen
die W„sser- hier: Außenseite des
oberfläche, -n Wassers
die Strömung, -en schnelle Bewegung des
Wassers in eine Richtung
Das geht auf … hier: Das fühlt man
im …
„nspannen hier: ≈ den Bauch flach
machen und kurze Zeit so
halten
zur•cklegen hier: fahren
Mehr Wasser als Land: typisch Spree-
wald. Im Osten Brandenburgs ist die
Natur so romantisch wie in kaum einem
anderen deutschen Wald. Dort war
Barbara Kerbel unterwegs – mit der einzi-
gen deutschen Brief trägerin, die die Post
auf einem Kahn über das Wasser bringt.
Wasser
PLUS
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pro Woche ist sie draußen – das macht
insgesamt rund 1100 Kilometer in der
Saison von April bis Oktober.
Die Post zelebriert ihre außergewöhnli-
che Briefträgerin. Zum Saisonstart im April
gibt es einen Sonderstempel, mit Kahn
und Frau in Spreewaldtracht darauf. Für
Bunar war der Start in diesem Jahr trotz
aller Feierlichkeiten sehr ungemütlich:
Anfang April war es so kalt, dass an man-
chen Stellen noch Eis auf den Fließen war.
„Alles war nass, und es war so kalt“,
erzählt sie. „Ich hatte so viel Kleidung
übereinander an, dass ich mich gerade
noch bewegen konnte. Aber am schlimms-
ten waren die kalten Hände.“
Immer draußen, immer in Bewegung –
und fast immer unter Beobachtung: Das ist
Bunars Job. Sie ist nicht nur Briefträgerin,
sondern auch Touristenattraktion. Und sie
wusste, worauf sie sich einlässt; ihre Vor-
gängerin Jutta Pudenz wurde sogar im
Werbeprospekt von Lübbenau vorgestellt.
„Man muss auch für die Leute offen sein“,
sagt Bunar. Sie zeigt Wassertouristen den
Weg, scherzt mit den Fährmännern, lässt
sich geduldig fotografieren und filmen,
hat ein freundliches Wort für jeden – und
ist auch nicht genervt, wenn sie immer
wieder im Scherz sagen muss: „Nein, für
Sie hab’ ich heute leider nichts!“
Eine typische Unterhaltung auf dem
Wasser beginnt nämlich so: „Da kommt
die Post!“, ruft der Fährmann. Alle drehen
sich um, Fotoapparate klicken. „Jaha,
hallo, schönen guten Tag!“, antwortet
Bunar und lacht und winkt. „Ist denn auch
was für mich dabei?“, fragt immer min-
destens einer. „Nein, heute leider nicht!“
Sie antwortet immer. „Was machen Sie
Die Sorben
Eigene Sprache, eigene Tradition
Ein Teil des Spreewalds gehört zur Region Niederlausitz. Deshalb sind dort viele Schilder zwei-
sprachig. Am Bahnhof in Lübbenau zum Beispiel steht oben „Lübbenau (Spreewald)“ und darun-
ter „Lubnjow (Blota)“ – der Ortsname auf Sorbisch. Die Region ist nämlich die Heimat der
Sorben.
Die Sorben sind ein westslawisches Volk, das seit rund 1500 Jahren in der Lausitz lebt. Nach
Informationen des Brandenburgischen Wissen schaftsministeriums leben dort heute rund 60 000
Sorben, 20 000 davon in Brandenburg, 40 000 in Sachsen. Sie haben den Status einer nationa-
len Minderheit – mit eigener Sprache und einer offiziellen Flagge. Es gibt sorbische Schulen, in
denen Sorbisch die Unterrichtssprache ist. Viele sorbische Traditionen gibt es noch heute, und
sie werden auch im Spreewald gelebt: Frauen tragen traditionelle Kleidung, zu Ostern werden
Eier kunstvoll bemalt, Feste wie die Fastnacht werden traditionell gefeiert.
Seit 2008 gibt es zum ersten Mal einen sorbischen Ministerpräsidenten: Stanislaw Tillich
wurde zum Regierungschef Sachsens gewählt.
gehören zu ≈ ein Teil sein von
nach hier: auf der Basis von ...
das W“ssenschafts- Ministerium, das sich um Universitäten und Institute
ministerium, -ministerien kümmert, die spezielles Wissen sammeln, z. B. im
Bereich Chemie
die M“nderheit, -en hier: kleine Gruppe in einem Staat, die sich von
anderen z. B. durch Kultur und Sprache unterschei-
det
die Fl„gge, -n großes Stück Stoff in speziellen Farben als Symbol
für eine Nation
k¢nstvoll mit großem künstlerischen Talent und Können
bemalen mit Farbe malen auf
die F„stnacht Karneval
der Min“sterpräsident, -en Regierungschef eines deutschen Bundeslandes
(das B¢ndesland, ¿er Teil von einer föderalistischen Republik)
Eine grüne Welt aus
Wasser und Wald
Der Spreewald ist seit
1991 ein UNESCO-
Biosphärenreservat
Diesen Text können Sie hören: www.deutsch-perfekt.com ) Audio ) Lesen & Hören
die Saison, -s franz. hier: Zeit im Jahr, um
mit dem Boot Post zu
bringen
zelebrieren ≈ feiern; hier: mit Stolz
zeigen
außergewöhnlich hier: speziell; ↔ durch-
schnittlich
der S¶nderstempel, - spezieller Stempel für
Sammler
die Spreewaldtracht traditionelle Kleidung,
die man im Spreewald
trägt
übereinander/ eines über dem anderen
überein„nder
die Beobachtung, -en von: beobachten =
genau sehen, was ande-
re machen
die Touristenat- Sehenswürdigkeit für
traktion, -en Touristen
s“ch einlassen auf mitmachen bei
die Vorgängerin, Frau, die vorher die
-nen Position hatte
sogar ≈ auch
der W¡rbeprospekt,-e Prospekt mit Werbung
¶ffen hier: so, dass neue
Menschen willkommen
sind
sch¡rzen einen Spaß machen
der Fährmann, ¿er hier: Fahrer von Kähnen
und Booten
ged¢ldig hier: ruhig
gen¡rvt ≈ ärgerlich
s“ch ¢mdrehen hier: die Position von
Kopf und Oberkörper
ändern und in die
Richtung blicken von
w“nken mit einer Handbewegung
grüßen
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MITTEL
Die Schönheit der Landschaft hat schon
den Schriftsteller Theodor Fontane faszi-
niert, der 1858 einer der ersten Touristen
im Spreewald war. Im vierten Band seiner
Wanderungen durch die Mark Branden-
burg berichtete er von der Idylle. Eine
„Lagunenstadt im Taschenformat“ nannte
der Dichter Lehde, und weiter: „Man kann
nichts Lieblicheres sehen als Lehde, das
aus ebenso vielen Inseln besteht, als es
Häuser hat.“ Was Fontane gefiel, entdeck-
ten bald darauf auch viele andere Reisen-
de: Seit 1882 gibt es in Lehde organisierten
Fremdenverkehr, und die eineinhalb- bis
zweistündige Kahnfahrt vom Lübbenauer
Hafen in das Dorf ist schon lange ein Tou-
risten-Klassiker.
Bis zu drei Millionen Besucher kommen
jedes Jahr in den Osten Brandenburgs.
900 000 Passagiere schippern nach Anga-
ben des Tourismusverbandes Spreewald
jedes Jahr auf einem der Kähne durch die
Region; rund 400 000 von ihnen starten
am größten Hafen im Spreewald, in Lüb-
benau. Mehr als 300 Fährmänner und -
frauen verdienen dort mit den Gästen ihr
denn bei einem Expressbrief?“ „Na, dann
fahre ich eben schneller!“
Alle Sprüche schon Hunderte Male
gehört – aber die Briefträgerin bleibt
geduldig, sie lächelt. „Was glauben Sie,
was erst los ist, wenn ich Pakete von
Zalando auf dem Kahn habe?“ Der Inter-
net-Modehändler wirbt in TV-Spots mit
dem Slogan „Schrei vor Glück!“. Was also
passiert, wenn die Touristen die Zalando-
Kartons auf dem Postkahn liegen sehen?
Richtig: Sie schreien und lachen. Und was
macht Bunar? Sie lacht mit.
In den Momenten, wenn kein Kahn mit
Touristen an ihr vorbeischippert, ist es
fantastisch ruhig. Das Wasser ist zu hören
und ein paar Vögel – das ist alles. Kein
lautes Geräusch, nur Natur. Ruhig gleitet
ihr Kahn durchs Wasser, vorbei an hüb-
schen Gärten, geschmückten Briefkästen
und tief übers Wasser hängenden Bäu-
men. Was für einen schönen Arbeitsplatz
sie hat! „Ich freue mich jeden Tag“, sagt
die 42-Jährige. „Ganz egal, wie viel Stress
ich vorher in der Stadt hatte: Hier draußen
ist alles weg.“
%
Typisch Spreewald
Das Wasserlabyrinth kulinarisch
• Gurke: Gurken wachsen wegen des vielen
Wassers in den Böden im Spreewald besonders
gut. Die Spreewaldgurke hat eine lange Tradition –
und ist inzwischen für das Marketing der Region
sehr wichtig geworden. Es gibt auch einen
Radweg, der ihren Namen trägt: den 260 Kilometer
langen Gurkenradweg rund um den Spreewald.
Wer nur Appetit hat, dem kann das egal sein – und
kann sich an den berühmten Gurken sattessen. Es
gibt sie eingelegt als Senf-, Gewürz- oder saure
Gurken und auch warm zum Fisch.
• Leinöl: Die Herstellung von Leinöl hat in der
Lausitz eine genauso lange Tradition wie die
Spreewaldgurke. Man isst das gesunde Öl traditio-
nell mit Quark zu Kartoffeln, Gurkensalat oder
saurem Hering in Sahnesoße.
• Meerrettich: Die scharfe Wurzel wächst gerne
an feuchten Wiesen und Flüssen. Der Spreewald
ist eines der wichtigsten Anbaugebiete.
Meerrettich wird zum Beispiel als Soße zu
Rindfleisch gegessen und als Sahnemeerrettich
zu Fisch.
• Hefeplins: Dafür sollte man beim Essen auf
jeden Fall noch Platz lassen. Hefeplinse sind dicke
Eierkuchen, die mit Butter und Zucker serviert
werden. Nicht nur wer mit dem eigenen Boot oder
Fahrrad unterwegs ist, wird sie lieben!
die G¢rke, -n kleine, grüne Gemüsepflanze, die
man roh essen kann, z. B. als Salat
eingelegt von: einlegen = ein Lebensmittel
konservieren: Man legt es in
gewürztes, meistens saures Wasser.
das Leinöl Öl aus den Samen des Flachses
(der Samen, - harte, kleine Frucht von einer
Pflanze)
(der Fl„chs, -e Pflanze, aus deren Teilen man
Textilien herstellen kann)
der Qu„rk weiches Nahrungsmittel aus saurer
Milch
der Hering, -e silberfarbener Meeresfisch
die W¢rzel, -n hier: Teil einer Pflanze, der unter
der Erde wächst und den man essen
kann
die Wiese, -n Gebiet, wo Gras wächst
das [nbaugebiet, -e Gebiet, in dem man Pflanzen in die
Erde setzt, deren Früchte man spä-
ter sammeln will
die Hefe helle Substanz, die man beim
Backen verwendet, damit z. B. die
Kuchenmasse größer wird
der Eierkuchen, - in der Pfanne gebackene Mehlspeise
aus Eiern, Mehl und Milch
eben hier: ≈ also; wenn es sein
muss
der Spr¢ch, ¿e kurzer Satz, den man sich
gut merken kann; hier:
Spaß
læcheln hier: freundlich lachen
der Modehändler, - Verkäufer von Mode
schreien laut rufen
vorbeischippern mit einem Schiff vorbeifah-
ren
das Geräusch, -e Laut
faszinieren hier: sehr gut gefallen
der B„nd, ¿e hier: eines von mehreren
Büchern, die inhaltlich ein
Thema haben
die M„rk, -en hist. ≈ Region
lieblich ≈ angenehm; schön
„ls heute korrekt: wie
der Verb„nd, ¿e hier: Organisation
„Die Lagunenstadt
im Taschenformat“
Der Dichter Theodor Fontane
1882 über die Ähnlichkeit
zwischen dem Dorf Lehde
und Venedig
Spreewald
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Geld. Die Naturlandschaft des Spreewalds
mit rund 18 000 Tier- und Pflanzenarten ist
seit 1991 ein Biosphärenreservat der UNESCO.
Wer mit Kahn, Boot oder auch auf dem
Fahrrad durch den Spreewald reist, sieht
Gräser hoch wie Menschen, Fischotter,
Störche – mehr Natur geht kaum.
Besucher, die zum ersten Mal auf den
Wasserwegen im Spreewald unterwegs sind,
können schnell die Orientierung verlieren.
Manche der vielen Fließe sind so eng, dass
zwei Kähne nur knapp aneinander vorbei
passen. „Und von der Landseite aus sieht es
wieder ganz anders aus“, sagt Andrea
Bunar. Sechs Jahre lang hat die Kahn-Brief-
trägerin ihre Vorgängerin in deren Urlaub
vertreten. Ein Jahr lang hat es gedauert, bis
sie sichwirklich gut ausgekannt hat auf dem
Wasser, erzählt sie. Auch das Kahnfahren hat
die 42-Jährige erst für ihren Job gelernt.
Inzwischen verliert sie nur noch ganz sel-
ten das Gleichgewicht – und kennt die
Schleichwege durch das Wasserlabyrinth.
Seit einem Jahr ist die Tour Nummer zehn ihr
Gebiet. Vormittags bringt sie in Lübbenau
die Post, kommt dabei am Schloss vorbei,
am Hafen – „und vieeelen Touristen“, sagt
Bunar und lacht. Dann stellt sie ihr Post-
auto am Bootshaus ab, lädt Briefe und
Pakete in ihren schwarz-gelben Kahn und
stakt los. Auf dem Wasser ist sie in ihrem
Element. „Was ich hier in einer Saison erlebt
habe, das hätte ich in keinem anderen Job
haben können“, sagt sie strahlend.
Entlang ihrer Tour trifft sie Menschen, die
viel davon erzählen können, wie sich die
Region verändert hat. So wie Karl-Georg
Koal, der im Zentrum von Lehde eine kleine
Meerrettichfabrik hat. Es riecht nach Meer-
rettich, das frische Aroma macht sofort
Appetit. Koal legt den Korbmit Wurzelnweg,
die er gerade putzt, und erzählt. Sein Vater
hat die Firma 1947 gegründet, „er hat sich
was aufgebaut nach dem Krieg.“ Anfang der
70er-Jahre wurde die Fabrik vom damaligen
Staat, der Deutschen Demokratischen Repu-
blik (DDR), enteignet und bald darauf
geschlossen. In das Gebäude kam ein Erho-
lungsheim für Studenten. Karl-Georg Koal
lernte Tischler und wurde Kahnbauer – einer
von vier traditionellen Kahnbauern, die es
damals noch gab in Lübbenau.
20 Jahre später hatte sich plötzlich
wieder alles geändert. Holzkähne kamen
immer mehr aus der Mode. Dafür fuhren im
Spreewald immer mehr Aluminiumkähne.
Sie haben ein niedrigeres Gewicht und sind
leichter zu pflegen. Außerdem bekam die
Familie Koal 1992, nach dem Ende der DDR,
ihren Besitz zurück. „Also stieg ich hier mit
ein“, sagt Koal. Sein Bruder produziert
nebenan Senf, er selbst, wie früher der
Vater, Meerrettich. „Wir sind ein ganz klei-
ner Familienbetrieb“, sagt Koal. Das meis-
te wird noch immer von Hand gemacht.
100000 Gläser Meerrettich stellt Koal mit
seiner Frau und seiner Tochter pro Jahr her.
„Die großen Hersteller produzieren diese
Menge in zwei Schichten.“
Auch Holzkähne baut Koal heute noch.
Zum Leben verdient er damit aber nicht
mehr genug. Denn inzwischen sind fast
alle modernen Kähne aus Aluminium –
auch die Ausflugskähne für die Touristen
und der Postkahn von Andrea Bunar. Seit
2004 ist er der einzige Holzkahnbauer in
der Region, sagt Koal. Die Werkstatt, in der
sein Urgroßvater einmal angefangen hat,
hat der 52-Jährige dem Spreewaldmu-
seum in Lehde geschenkt. Touristen kön-
nen nun dort eine Tradition kennenler-
nen, die fast schon verloren ist in der
Region. „Der Holzkahn passt einfach nicht
mehr in die heutige Zeit“, sagt Koal. 2
Kahnbauer Karl-Georg Koal in seiner Werkstatt
Als Letzter in der Region baut er die Boote aus Holz
der F“schotter, - ≈ Tier mit langem Schwanz,
das im Wasser lebt und
Fische isst
(der Schw„nz, ¿e langes, meistens schmales
Teil am Ende des Rückens
oder des Körpers von
Tieren)
der St¶rch, ¿e großer, schwarz-weißer
Vogel mit langen Beinen
kn„pp hier: mit sehr wenig
Distanz
anein„nder ≈ einer am anderen
vertreten für kurze Zeit die Aufgaben
eines anderen machen
s“ch auskennen hier: die Wege kennen
das Gleichgewicht ≈ Balance
der Schleichweg, -e nur wenigen Leuten
bekannter Weg
erleben hier: als Erfahrung machen
strahlend hier: fröhlich
s“ch verændern anders werden
die Meerrettich- Fabrik, in der man aus
fabrik, -en Meerrettich eine weiche
Masse herstellt und in
Gläser füllt
(der Meerrettich, -e Pflanze, von der man den
Teil essen kann, der unter
der Erde wächst: Man ver-
wendet ihn als sehr schar-
fes Gewürz.)
der K¶rb, ¿e ≈ stabile Tasche, meistens
aus dem Material eines
Baumes
die W¢rzel, -n Teil von Pflanzen, der unter
der Erde wächst
gr•nden starten
s“ch ¡twas aufbauen hier: eine Firma gründen;
eine berufliche Karriere
beginnen
enteignen hier: persönlichen Besitz
wegnehmen und zu staat-
lichem Besitz machen
der T“schler, - Person, die Möbel aus Holz
herstellt
einsteigen hier: mitmachen
der Familien- hier: Firma, die einer
betrieb, -e Familie gehört und in
der fast nur Familien-
mitglieder arbeiten
die Sch“cht, -en hier: Arbeitszeit in einer
Institution, wo 24 Stunden
am Tag gearbeitet wird
der Urgroßvater, ¿ Vater des Großvaters oder
der Großmutter
einfach hier: wirklich
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DIE LÄNGSTE BURG DER WELT
die B¢rg, -en ≈ großes, massives Schloss
Die B¢rg “st der … finden die Burg ganz toll.
g„nze St¶lz …
die [nlage, -n hier: ≈ alle Häuser und
Gärten von einer Burg
das M“ttelalter historische Zeit von unge-
fähr 500 bis 1500 nach
Christus
vergrößern größer machen
die Aussichtsplatt- Plattform: Von dort kann
form, -en man weit über eine Stadt
oder Landschaft sehen.
AUF DEM EISENWEG
der Kl¡ttersteig, -e ≈ Weg am Berg: Dort gibt es
spezielle Geräte: Damit
kann man über schwere
Stellen gehen.
(kl¡ttern ≈ mit Händen und Füßen
auf einen Berg gehen)
das Eisen schweres Metall
der G¢rt, -e langes, elastisches Ding:
Man legt es z. B. um die
Beine oder den Oberkörper.
das Seil, -e dünnes, langes Ding, z. B.
aus Metall: Man kann sich
daran halten.
der Karabiner, - Ding aus Metall: Damit kann
man sich z. B. an ein Seil
hängen.
der Haken, - Ding aus Metall: Daran
hängt man etwas auf.
bef¡stigen ≈ stabil machen
WEIT DRAUSSEN IM MEER
die |nsel, -n Stück Land in einem Meer,
See oder Fluss
die K•ste, -n Stück Land, direkt am Meer
der S„ndstrand, ¿e Strand mit einer gelbbrau-
nen, trockenen Substanz
die Hochsaison hier: ≈ wichtigste Zeit im
Jahr für Tourismus
s“ch verst¡cken hier: an einen Ort gehen,
wo man nicht leicht zu
finden ist
der Schr“ftsteller, - Autor
Helgoland-Touristik
Tel. +49(0)4725/206799
www.helgoland.de
Burg Burghausen
Tel. +49(0)871/9241144
www.burg-burghausen.de
Burghausen
Die längste Burg der Welt
Die Burg ist der ganze Stolz der Burghausener. Die 1051 Meter lange bayeri-
sche Anlage steht als längste Burg der Welt im Guinness-Buch der Rekorde.
Sie ist aus dem Mittelalter. Aber erst 1480 vergrößerte Georg der Reiche von
Bayern-Landshut die Burganlage auf ihre heutige Größe. Viele Jahre hat seine
Ehefrau Hedwig auf der Burg gelebt. Die beiden haben ihre Hochzeit noch
sehr groß gefeiert. Aber weil Hedwig ihrem Mann keinen Sohn schenken
konnte, hat er sie auf die Burg zu Burghausen geschickt, wo sie bis zum Ende
ihres Lebens bleiben musste. Das sagt die Legende – Historiker sehen die
Geschichte heute aber positiver. Besucher können in der Burganlage zum Bei-
spiel eines der Museen oder die Aussichtsplattform auf dem Dach besuchen.
Reisetipps
LEICHT
Helgoland
Weit draußen im Meer
Die Insel war einmal eine britische Kolonie,
heute ist sie deutsch. Helgoland liegt rund 70
Kilometer vor der Küste, so weit draußen wie
keine andere deutsche Insel. Besucher fühlen
sich dort noch viel weiter weg. Auf der Nordsee-
Insel gibt es nämlich fast keine Autos und im
Sommer nicht einmal Fahrräder. Aber es gibt
einen Aufzug, um von ihrem unteren auf den
oberen Teil zu kommen. Dazu noch lange Sand-
strände und Holzhäuser in verschiedenen Far-
ben, viele Vögel und zur Hochsaison auch viele
menschliche Besucher. Menschen besuchen
Helgoland nicht erst, seit man dort einkaufen
kann, ohne Zoll zu zahlen. Auf der Insel haben
sich schon Piraten versteckt, Hoffmann von
Fallersleben hat dort die deutsche Nationalhym-
ne geschrieben, und der Schriftsteller Heinrich
Heine machte dort Urlaub.
Klettersteige
Auf dem Eisenweg
Wandern wird bei jungen Menschen immer populärer.
Aber viele möchten mehr Adrenalin. Das gibt es auf
Klettersteigen. Auf diesen riskanteren Wegen sichert
man sich mit einem Gurt und zwei kurzen Seilen mit
Karabiner. Die Karabiner werden dabei immer an einem
Metallseil oder -haken befestigt – daher auch der Name
Eisenweg. Mindestens 170 Jahre alt ist der Randkluft-
steig am österreichischen Berg Dachsteig. Damit ist er
der älteste Klettersteig der Welt. Schwer zu gehen ist er
nicht. Der Isidorsteig auf den Grünstein ganz in der
Nähe ist schwerer. Wer den Steig mit Blick auf Königs-
see und Watzmann (siehe Deutsch perfekt 5/2013)
gehen möchte, muss Gurt und Karabiner korrekt be-
nutzen können. Ein Klettersteigkurs hilft.
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22 9/13
A
m Goethe-Institut in Amman hat Hait-
ham Abbadi seine ersten Deutschkurse
besucht. In der jordanischen Vertretung
des Kulturinstituts hat er gelernt, wie man
sich begrüßt und verabschiedet, wie man
Kaffee in einem Café bestellt und wie man
nach dem Weg fragt. Der erste Tag in
Deutschland war dann allerdings ein
Schock. „Niemand hat so gesprochen wie
im Lehrbuch“, sagt der 36-Jährige. „Ich
habe kaum Wörter wiedererkannt.“
Wie Abbadi geht es vielen, die nach
Deutschland kommen und im Unterricht
die Standardsprache gelernt haben. Schon
bei der Begrüßung fängt die Verwirrung an:
Wer im Norden oder Süden Deutschlands
mit einem freundlichen „Guten Tag“ ein
Geschäft betritt, der wird gleich als „nicht
von hier“ erkannt. Während man sich im
Süden oft mit „Grüß Gott“ begrüßt, sagt
man im Norden einfach „Moin“. In Bayern
und in Österreich ist auch das informelle
„Servus“ üblich, in der Schweiz „Grües-
sech“, „Grüezi“ und informell „Hoi“.
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die Vertretung, -en hier: ≈ zweites Institut des
großen Kulturinstituts an
einem anderen Ort
s“ch ver„bschieden Auf Wiedersehen sagen
„llerd“ngs ≈ aber
das Lehrbuch, ¿er Buch für den Unterricht
wiedererkennen hier: etwas erkennen, was
man früher schon einmal
gehört hat
die Verw“rrung, -en ≈ Unklarheit; Unordnung;
Chaos
betreten in einen Raum hinein-
gehen
während hier: ≈ im Kontrast dazu,
dass
einfach hier: nur
üblich normal
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„Deutschlerner sollten viel mehr über die
Alltagssprache wissen“, sagt Stephan
Elspaß von der Universität Salzburg. „Eben
weil es die Sprache ist, mit der sie tatsäch-
lich konfrontiert werden, wenn sie nach
Deutschland kommen.“ Mit seinem Kolle-
gen Robert Möller von der Universität Lüt-
tich hat der Linguist den Atlas der deut-
schen Alltagssprache entwickelt. Der Atlas
besteht aus Karten, die die Verteilung und
Verwendung der verschiedenen Begriffe
zeigen (siehe Interview auf Seite 26).
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Spezial Alltagsdeutsch
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Guten Tag
Hallo
Grüß Gott
Moin
Gruezi
Grüß Euch/Sie/Ihnen
Servus
Hoi
Guten Nachmittag/Abend
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Aber was versteht man genau unter
dem Begriff Alltagssprache? „Wir verstehen
darunter die Sprache, die man im privaten
Alltag benutzt“, sagt Elspaß. „Bei sponta-
nen Gesprächen unter Freunden, Ver-
wandten und Bekannten oder auch beim
informellen Austausch im Supermarkt.“
Die Alltagssprache ist also die gespro-
chene Sprache, die sich von der deutschen
Schriftsprache, der Standardsprache, in
vielen Bereichen deutlich unterscheidet.
In manchen Regionen ist sie dabei dem
Dialekt näher, in anderen der Standard-
sprache. Unter Dialekt versteht man die
regionale Variante einer Sprache (siehe
Deutsch perfekt 1/2011).
eben hier: ≈ genau; speziell
tatsächlich/ ≈ wirklich
tatsæchlich
entw“ckeln hier: eine Idee haben und
diese dann auch realisieren
die Verteilung von: sich verteilen = hier: in
verschiedenen Gebieten sein
der Begr“ff, -e Wort
der Austausch hier: Unterhaltung; Gespräch
deutlich hier: stark; sehr
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24 9/13
Regionale Unterschiede
In den letzten acht Jahren hat Informati-
ker Abbadi die deutsche Sprache immer
wieder neu entdeckt. Erst im Ruhrgebiet,
dann in Köln, München und Hamburg. „Als
ich neu in Hamburg war, wollten die Kol-
legen immer alles im Meeting beschna-
cken. Das sagen sie hier im Norden statt
‚besprechen’.“ Außerdem entdeckte er in
Hamburg einen achten Wochentag: den
Sonnabend. Auch wenn er schnell merkte:
„Hier sagt man nicht Samstag, sondern
Sonnabend. Das habe ich auch vorher in
keinem Lehrbuch gesehen.“
das Ruhrgebiet Region mit vielen Industrie-
städten in Nordrhein-
Westfalen
bespr¡chen hier: in einer Sitzung mit
anderen über ein Thema
sprechen, um etwas zu ver-
einbaren
weitere (-r/-s) mehr; andere (-r/-s)
einige (-r/-s) mehr als eine (-r/-s)
variieren sich ändern
vereinzelt so, dass es etwas nur selten
gibt
die M¡ldung, -en hier: Information; Nachricht
der Urwald, ¿er ≈ tropischer Wald; hier:
sehr kompliziertes System
das F•llwort, ¿er Wort ohne wirkliche
Bedeutung
verschl¢cken hier: undeutlich ausspre-
chen; nicht aussprechen
fehlerhaft mit Fehler(n)
s“ch stören „n komisch finden;
Probleme haben mit
str¡ng hier: genau
24
Perf ekt statt Präteri tum
Um etwas zu erzählen, was in der Vergangenheit passiert ist, benutzen die
Deutschen meistens das Perfekt: „Markus ist umgezogen.“ statt „Markus zog um.“
Das Präteritum wird – im Gegensatz zur Schriftsprache – nur bei „haben“ und
„sein“ und bei den Modalverben verwendet: „Susanne musste am Wochenende
arbeiten.“ Im nördlichen Teil Deutschlands wird auch das Plusquamperfekt statt
des Perfekts verwendet: „Es war schön gewesen.“ statt „Es ist schön gewesen.“
I n der gesprochenen Alltagssprache
wird oft das Perfekt benutzt.
Markus zog um. – Markus ist umgezogen.
Bilden Sie den Satz im Perfekt!
1. Susanne ging nach dem Kino nach Hause.
___________________________________________________________
2. Hendrik trank noch ein Bier.
___________________________________________________________
3. Timo und Annika suchten nach einer neuen Wohnung.
___________________________________________________________
4. Sarah fuhr mit dem Auto nach Erfurt.
___________________________________________________________
1
die E-Mail
das E-Mail
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Der, die oder das? Eine weitere regiona-
le Besonderheit ist die unterschiedliche
Verwendung des Genus. Das grammatika-
lische Geschlecht einiger Begriffe variiert
von Region zu Region. Das Wort „Joghurt“
ist zum Beispiel in Deutschland meistens
männlich („der Joghurt“), während man
in der Schweiz und in Österreich von „das
Joghurt“ spricht.
Gestritten wird auch immer wieder über
den Begriff „E-Mail“. Auch hier gibt es
eine ziemlich klare Grenze zwischen Nord
und Süd. In Deutschland wird fast nur „die
E-Mail“ benutzt, während in der Schweiz
„das E-Mail“ üblich ist. Vereinzelte Mel-
dungen über die Verwendung von „das E-
Mail“ gab es in Deutschland auch in der
Region um Würzburg. In Österreich und
Südtirol werden beide Varianten benutzt.
Für Kurt Tucholsky war die Alltagsspra-
che ein Urwald aus Füllwörtern und ver-
schluckten Lauten. Oft unhöflich und mit
ganz „eigener“ Grammatik. Das schrieb
der bekannte Schriftsteller 1927 – und es
gilt bis heute. Die Grammatik wird in der
Alltagssprache oft fehlerhaft benutzt, ohne
dass sich jemand daran stören würde. Ein
Beispiel: Wo im Lehrbuch für die Schrift-
sprache streng nach Dativ und Genitiv
unterschieden wird, hat sich der Dativ im
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Spezial Alltagsdeutsch
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Der oder das
Joghurt? Deutsche,
Österreicher und
Schweizer sind in
der Frage verschie-
dener Meinung.
Dati v oder Geni ti v?
In der gesprochenen Alltagssprache wird oft
der Dativ statt des Genitivs benutzt. Ergänzen Sie die Tabelle!
DATIV GENITIV
1. die Tochter von meinem Chef ________________________
2. ________________________ das Geld seines Bruders
3. Wegen dem Unfall war die Straße gesperrt. ________________________.
4. ________________________. Er ist mit Toms Auto gefahren.
5. Wegen dem Wetter bleibe ich zu Hause. ________________________.
2
ich
ech
i
isch
esch
ik
ek
der Sprachgebrauch ≈ Sprachbenutzung
længst schon lange
s“ch d¢rchsetzen hier: von der Mehrheit
benutzt werden
der Stau, -s lange Reihe von Autos,
die auf der Straße stehen
und nicht weiterfahren
können
stattd¡ssen hier: ≈ im Gegenteil dazu
der W“ssenschaftler, - Person, die ein Thema
systematisch untersucht
eher hier: ≈ meistens
verraten etwas sagen, was geheim
ist; hier: deutlich zeigen
der F¶rscher, - Person, die systematische
Untersuchungen macht
verk•rzen kürzer machen
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Lösungen auf Seite 44
die Tochter meines Chefs
mündlichen Sprachgebrauch längst durch-
gesetzt. Auf die Frage: „Warum kommt ihr
so spät?“ antwortet kaum jemand „wegen
des Staus“ – wie es grammatikalisch
korrekt wäre. Stattdessen sagen fast alle
Deutschen „wegen dem Stau“. „Der Dativ
nach ‚wegen’ ist eigentlich in ganz
Deutschland die normale alltagssprach-
liche Variante“, bestätigt der Wissen-
schaftler Stephan Elspaß. Auch wenn man
eine Person vorstellen möchte, hört man
eher nicht „das ist die Freundin meines
Bruders“, sondern meistens „das ist die
Freundin von meinem Bruder“. Diese For-
mulierung ist inzwischen längst Standard
in der gesprochenen Sprache.
Die Aussprache verrät oft, aus welcher
Region ein Mensch kommt. Beispiel Wolf-
gang Schäuble: Der Finanzminister spricht
„ist“ eher wie „isch“. Muttersprachler
hören deshalb sofort: Er kommt aus dem
Südwesten Deutschlands. So ist Schäuble
wirklich in Freiburg im Breisgau (Baden-
Württemberg) aufgewachsen. Für den
Begriff „ich“ haben die Forscher Elspaß
und Möller gleich sieben verschiedene
Aussprachevarianten gemeldet bekom-
men. Im Süden wird verkürzt auf „i“, im
Norden bleibt es beim „ich“, in Berlin und
Umgebung wird aus dem „ich“ ein „ik“,
und in den beiden Regionen um Dresden
und Mainz wurde besonders oft ein „isch“
gemeldet.
22-33-Alltagssprache_V2_0913.1.qxd 07.08.13 13:50 Seite 25
26 9/13
„Sie sollten mehr über die
Alltagssprache wissen!“
Brötchen oder Schrippe, Metzger oder Fleischer – die
deutsche Alltagssprache unterscheidet sich von Region
zu Region. Der Atlas zur deutschen Alltagssprache macht
die Unterschiede auf Karten sichtbar. Der Linguist
Stephan Elspaß von der Universität Salzburg über das
Projekt und einige Ergebnisse.
Trifft ein Bayer auf einen Berliner. Verstehen sich die
beiden?
Das kommt darauf an, aus welcher Region, manchmal
auch aus welchem Stadtteil die beiden kommen. Den Ber-
liner könnte der Bayer vermutlich noch gut verstehen.
Aber wenn die Alltagssprache des Bayern noch einen sehr
dialektalen Einschlag hat, dann wird es schwierig.
Auch bei der Terminabsprache könnte es Schwierig-
keiten geben …
Stimmt. Bei der Uhrzeit verstehen sich die Ober- und Nie-
derbayern besser mit den Hamburgern. Für 10.15 Uhr
sagt man dort Viertel nach zehn. In Berlin würde man eher
Viertel elf sagen.
Was unterscheidet die Alltagssprache in den Regionen
noch?
Schwierigkeiten treten vor allem dann auf, wenn jemand
im Dialekt spricht. Dann benutzt er einen eigenen Wort-
schatz und zum Teil eine eigene Grammatik. Und vor allem
gibt es viele Ausspracheeigenheiten. Das ist in anderen
Regionen dann oft sehr schwierig zu verstehen, weil für
den Hörer schon die Einteilung in Wörter und Satzglieder
nicht klappt.
Alltagssprache, Standardsprache, Umgangssprache,
Dialekt – wie unterscheiden sich die Begriffe?
Der Dialekt war über Jahrhunderte die Grundalltags -
sprache. Dann kam ab dem 19. Jahrhundert der Standard.
Mit dem Aufkommen der Schriftsprache hat sich dann
noch so etwas wie eine dritte Varietät dazwischen ausge-
bildet, die man oft „Umgangssprache“ nennt. Der Begriff
Alltagssprache geht zu dieser Einteilung ein bisschen
quer. Die Alltagssprache kann in bestimmten Regionen
mit dem Dialekt zusammenfallen, wie zum Beispiel in der
Schweiz. Bei vielen Norddeutschen müsste man dagegen
inzwischen sagen, dass die Alltagssprache sehr nah an
der Standardsprache dran ist. In Hamburg gibt es kaum
noch Menschen, die Platt sprechen können. Und dann
gibt es Regionen, etwa in Sachsen, im Saarland oder in
Süddeutschland, wo als Alltagssprache von den meisten
irgendetwas zwischen Standardsprache und Dialekt
gesprochen wird.
Wie erheben Sie die Daten?
Per Online-Umfrage. Wir fragen wirklich ganz pragma-
tisch, welche Ausdrücke man benutzen oder hören würde,
wenn man im Alltag irgendwo im Ort unterwegs ist. Beim
Bäcker oder im Supermarkt zum Beispiel. Auch ein Zuge-
zogener kann etwas über die Alltagssprache an einem
bestimmten Ort sagen, wenn er eine Zeit lang zugehört
hat. Bis zu 10000 Menschen haben bisher pro Frage-
runde mitgemacht. Und weil das so einen Anklang gefun-
den hat, machen wir das einmal pro Jahr.
Krüsch, mäkelig oder heikel – zum Thema „wählerisch
beim Essen sein“ finden sich in Ihrem Atlas 19 ver-
schiedene Ausdrücke. Wie kommt es, dass sich in man-
chen Themenbereichen so viele verschiedene Begriffe
entwickeln?
SCHWER
Stephan Elspaß Vor
zehn Jahren hat der
Linguist mit seinem
Projekt zur Alltags-
sprache angefangen
s“chtbar hier: gut zu erkennen
Das k¶mmt Es hängt damit zusammen
darauf „n … …
der dialektale ≈ kleine Menge, die den
Einschlag Dialekt zeigt; ≈ leichter
Dialekt
die Terminab- Vereinbarung eines Termins
sprache, -n
eher hier: ≈ mehr
auftreten hier: entstehen; sich entwi-
ckeln
der W¶rtschatz hier: Menge von Vokabeln
z¢m Teil hier: manchmal
die Aussprache- ≈ spezielle Aussprache
eigenheit, -en
das S„tzglied, -er Wort oder Teil eines Satzes,
z. B. Subjekt, Prädikat,
Objekt
die }mgangs- gesprochene Sprache
sprache, -n
der Begr“ff, -e Wort
aufkommen entstehen
die Varietät, -en hier: sprachliche Variante
quergehen hier: ≈ zu allen Definitionen
ein bisschen passen
zus„mmenfallen hier: genau gleich sein
erheben hier: sammeln
der/die Zugezo- Person, die nicht in der
gene, -n Gegend aufgewachsen ist,
in der sie wohnt
die Fragerunde, -n Phase, in der Fragen gestellt
werden
[nklang f“nden ≈ positive Reaktionen
bekommen
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Spezial Alltagsdeutsch
MITTEL
Das kann damit zusammenhängen, dass es kein klar defi-
nierter Gegenstand ist. Wenn ich eine Uhrzeit angebe,
dann habe ich drei oder vier Möglichkeiten. Bei konkreten
Gegenständen wie zum Beispiel dem Brathähnchen habe
ich auch vielleicht fünf oder sechs unterschiedliche
Begriffe. Je abstrakter das wird, wie zum Beispiel bei dem
„wählerisch beim Essen“, umso diffuser können auch die
Begriffe sein. Am auffälligsten ist es meistens bei Adjek-
tiven und abstrakten Ausdrücken.
Es hat schon früher Erhebungen über die deutsche All-
tagssprache gegeben. Was hat sich in der Zwischenzeit
verändert?
Ja, es gibt ein Vorreiterprojekt, nämlich den Wortatlas der
deutschen Umgangssprachen von Jürgen Eichhoff. Der
hat das in den 70er-Jahren schon gemacht, nur eben
damals mit Papierfragebögen. Wir können also seine
Ergebnisse mit unseren vergleichen. Kleinräumige
Varianten gehen immer weiter zurück. Nehmen Sie zum
Beispiel die Wörter für „Brötchen“. Auf den alten Karten
von Eichhoff ist quer über Schleswig-Holstein noch der
Ausdruck „Rundstück“ kartiert. Heute sagen das zwar
noch manche Leute, oder es steht vielleicht noch so als
Bezeichnung an der Auslage. Aber bei unserer aktuellen
Befragung haben wir kaum noch Rückmeldungen für
diese Variante bekommen. Ähnlich ist es mit der „Schrip-
pe“ für den Großraum Berlin, das ist auch sehr stark
zurückgegangen. In manchen bayerischen Regionen
sagte man auch „Laabla“ oder „Kipf“. Auch diese Wörter
findet man kaum noch. Stattdessen sagt man dort öfter
„Semmel“ und fast überall im Norden „Brötchen“.
Überhaupt ist ein Nord-Süd-Gegensatz auf vielen
Karten sehr präsent. Dann aber gibt’s auch wieder Kar-
ten, die erstaunlicherweise zeigen, dass sich süddeut-
sche Wörter im Norden ausgebreitet haben. Das betrifft
zum Beispiel die Partikel „halt“ statt „eben“: „Das ist
halt so.“ Oder „eh“ statt „sowieso“: „Jetzt ist es eh zu
spät.“ Aber auch Bezeichnungen für Gegenstände wie
„Orange“ statt „Apfelsine“. Das zeigen die Karten sehr
schön, wie sich das innerhalb von 25 bis 30 Jahren sehr
stark verändert hat.
Gibt es umgekehrt auch Einflüsse aus dem Norden im
Süden?
Zum Beispiel die Abschiedsformel „tschüss“. Das hört
man inzwischen sogar in Österreich. Auch politische
Grenzen haben Einfluss auf die Verbreitung von bestimm-
ten Varianten. Im Norden hat man früher „Schlachter“
oder „Schlächter“ gesagt. Das kann man auch noch auf
den Karten von Eichhoff sehen. Dann hat sich in der Deut-
schen Demokratischen Republik „Fleischer“ als Berufsbe-
zeichnung durchgesetzt. Die Umrisse der alten Grenze
kann man auf den Karten gut erkennen.
Die Alltagssprache verändert sich ständig. Was bedeu-
tet das für Deutschlerner?
Sie sollten mehr über die Alltagssprache wissen! Es ist
eben die Sprache, mit der sie konfrontiert werden, wenn
sie tatsächlich ins Land kommen oder mit Menschen ihres
Alters kommunizieren. Was wir normalerweise in einem
gesteuerten Unterricht lernen, ist die Standardsprache. In
Lehrbüchern gibt es zwar oft alltagssprachliche Dialoge,
aber die sind mehr oder weniger realistisch. Wer lebendi-
ges Deutsch sprechen möchte, der muss sich mit der All-
tagssprache beschäftigen. Dazu kann unser Atlas gut
beitragen. Und es reicht ja schon, wenn man sich mit den
verschiedenen Varianten vertraut macht und sie in den
passiven Sprachschatz aufnimmt.
www.atlas-alltagssprache.de
klar definiert so, dass es ganz genaue
gültige Kriterien gibt
„ngeben hier: nennen
diffus ≈ ungenau
auffällig hier: besonders gut zu
erkennen
das Vorreiterprojekt, erstes Projekt, das für alle
-e späteren ein Beispiel ist
kleinräumig hier: so, dass man ein
Wort nur in einem ziem-
lich kleinen regionalen
Gebiet benutzt
zur•ckgehen hier: weniger werden
kartieren hier: auf einer Karte für
ein bestimmtes Gebiet
notieren
die Bezeichnung, -en Name; Wort
die Auslage, -n hier: Platz, wo die Waren
ausgestellt sind
die R•ckmeldung, hier: Bestätigung
-en
stattd¡ssen hier: für diese Sache
präs¡nt hier: deutlich zu erkennen
erstaunlicherweise so, dass man es über-
raschend findet
s“ch ausbreiten hier: immer populärer
werden
betr¡ffen wichtig/relevant sein für
¢mgekehrt genau das Gegenteil
der Schl„chter, - von: schlachten = ein Tier
wegen seines Fleisches
töten
s“ch d¢rchsetzen hier: von der Mehrheit
benutzt werden
der }mriss, -e hier: Form ohne Details
stændig dauernd; immer
gesteuert hier: ≈ mit Lehrer nach
einem bestimmten
Lehrplan
beitragen zu hier: einen unterstützen-
den Effekt haben auf
reichen hier: ausreichen; genug
sein
s“ch vertraut m„chen hier: kennenlernen
der p„ssive hier: Menge an Vokabeln,
Sprachschatz die man erkennt, wenn
man sie hört, aber nicht
selbst benutzen kann
aufnehmen hier: sich merken
Viertel nach sechs
Viertel sieben
Viertel ab sechs
Viertel über sechs
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Viertel was? Bei der Uhr-
zeit gibt es Unterschiede
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SPRECHEN - SCHREIBEN - MITREDEN
In 30 Kapiteln werden die Themen in-
haltlich und sprachlich sehr detailliert er-
arbeitet. Den Lernern werden wichtiges
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Wieso wohnt das Glück in Osnabrück?
Weshalb ist der kleine Prinz bei Diktato-
ren beliebt? Und warum sind die Türen
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versammelten meisterhaften Reporta-
gen und Betrachtungen schreibt Harald
Martenstein die Biographie eines Landes,
das sich so radikal und komisch gewan-
delt hat wie seine eigene Generation.
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28-29_DP_Shop_09-13.indd 29 02.08.2013 10:36:53 Uhr
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3
Im Café Im Büro
Nina: Du, ich hab nächsten Mittwoch einen Termin
und brauch ein Auto. Weißt du, wer mir vielleicht eins
leihen könnte?
Thomas: Hm, ich könnt mal meinen Bruder fragen,
der fährt meistens mit dem Rad zur Arbeit. Wart, ich
schick ihm mal ’ne SMS.
Nina: Super, danke. Das wär toll.
Herr Müller: Herr Reuter, wir brauchen für den Ter-
min am nächsten Mittwoch einen Leihwagen für Frau
Schmidt. Könnten Sie sich bitte darum kümmern?
Herr Reuter: Natürlich. Ich rufe gleich bei der Auto-
vermietung an.
Herr Müller: Danke.
je nach hier: passend zu
der Grad der Zustand, wie formell eine
Formalität Situation ist
“n der Regel ≈ meistens
„blaufen ≈ passieren; stattfinden
verz“chten auf hier: nicht benutzen
der Ausdruck hier: ≈ die Sprache
die W¶rtwahl Art, welche Worte jemand
wählt
Samstag
Sonnabend
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Andere Situation, andere Sprache
Der Gebrauch der Alltagssprache variiert je nach Situation. Wenn sich der Grad der For-
malität ändert, ändert sich auch die Sprache. Zum gleichaltrigen Nachbarn, den man
zufällig auf der Straße trifft, würde man vielleicht sagen „Moin/Servus/Hallo Thomas! Wie
geht’s? Du, wir grillen nachher. Kommst(e) auch rüber?“ Typisch für den mündlichen
Sprachgebrauch im Alltag ist das Verkürzen von Sätzen. Statt „Wie geht es dir?“ sagt man
kurz „Wie geht’s?“. Und aus einer Frage wie: „Kommst du auch zu uns herüber?“ wird
ein verkürztes „Kommst(e) auch rüber?“. Ein Gespräch bei einem Kundenbesuch würde
in der Regel aber formeller ablaufen. „Guten Tag, Herr Schmidt! Schön, Sie zu sehen. Darf
ich Ihnen etwas anbieten? Kaffee, Tee, Wasser? Die Kollegen werden auch jeden Moment
hier sein.“ Hier wird auf Verkürzungen verzichtet, der Ausdruck ist näher an der Stan-
dardsprache, die Wortwahl formeller.
Sätze ganz kurz
In der mündlichen Alltagssprache werden Sätze und Aus-
drücke oft verkürzt. % Wann soll ich dir die DVD zurückgeben?
& Je früher du mir die DVD zurückgibst, desto besser ist es.
)
Je früher, desto besser.
Wie heißen die Sätze in der Schriftsprache? Ergänzen Sie!
gesprochene Alltagssprache Schriftsprache
1. Ich musst gestern arbeiten. ___________________________
2. Wie geht’s? ___________________________
3. Was jetzt? ___________________________
4. Jemand zu Hause? ___________________________
5. Sonst noch was? ___________________________
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Spezial Alltagsdeutsch
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Kurze Wörter, die groß wirken
Klein, aber oho: Modalpartikeln wie denn,
halt, mal oder doch bereiten Deutschler-
nern oft Kopfschmerzen. So ein Wort kann
eine Menge Emotionen transportieren und
– manchmal auch durch die Aussprache
variiert – den Sinn eines Satzes völlig ver-
ändern. Beispiel: „Kommst du mit in den
Supermarkt?“ ist eine einfache Frage.
„Kommst du doch mit in den Supermarkt?“
heißt, die gefragte Person hat vorher
eigentlich abgesagt. Und in die Frage
„Kommst du eben mit in den Super-
markt?“, kann man hineininterpretieren:
Hilf mir doch kurz mit dem Einkauf, es
dauert ja nicht lange.
Manche Modalpartikeln haben auch
eine relativierende Wirkung: Sie lassen Kri-
tik weniger scharf klingen oder bringen
Aufforderungen in einem netteren, weni-
ger dominanten Ton rüber. Beispiel: Die
Aufforderung „Komm mit!“ kann ziemlich
scharf wirken. Fügt man ein „mal“ in den
Satz ein, wirkt er freundlicher („Komm mal
mit!“). Modalpartikeln sind schwierig zu
lernen. Sie haben oft verschiedene Bedeu-
tungen und werden je nach Kontext und
Aussprache unterschiedlich benutzt. Zu
den oft gebrauchten Ausdrücken gehören
zum Beispiel auch „hör mal“ oder „sag
mal“. Es kommt auch durchaus vor, dass in
einem Satz mehrere Modalpartikeln vor-
kommen. „Meld dich doch mal wieder“,
kann eine nette Aufforderung sein. „Geh
doch endlich mal zum Arzt“, ist eher eine
verärgerte, ungeduldige Aufforderung.
Mehr Emoti onen!
Modalpartikeln sind kurze Wörter, mit denen man
Emotionen in einen Satz bringen kann. Allerdings ist die
Bedeutung immer vom Kontext abhängig, da viele Partikeln
mehrere Bedeutungen haben können.
Ergänzen Sie den Dialog!
(aber

doch

mal

sag mal)
1. Vater: _____________, wie oft soll ich dir das denn noch sagen?
Räum doch endlich _____________ dein Zimmer auf!
2. Sohn: _____________ was soll ich denn noch alles machen?
Ich hab _____________ schon den Müll weggebracht.
4
Kompliziert: Die
kurzen Wörter
haben oft mehrere
Bedeutungen.
Emotionale Sprache
Wörter wie „mal“ helfen da
klein, aber oho hier: kurz, aber
wichtig
K¶pfschmerzen Probleme machen;
bereiten schwierig sein für
eine M¡nge viel
der S“nn Bedeutung
vœllig ganz; komplett
verændern anders machen
„bsagen hier: sagen, dass man
nicht kommen kann
relativieren hier: ≈ helfen, eine
Aussage freundlicher zu
machen
die W“rkung, -en Effekt
sch„rf hier: böse; intensiv
kl“ngen hier: wirken; einen Effekt
haben
rüberbringen hier: versuchen, …
zu machen
die Aufforderung, von: auffordern = offiziell
-en sagen, dass jemand etwas
tun soll
der Ton hier: Art, wie jemand
spricht
einfügen hier: ≈ hineintun in
gehören zu ≈ ein Teil sein von
vorkommen hier: passieren
d¢rchaus/durchaus auf jeden Fall
vorkommen hier: benutzt werden
s“ch m¡lden hier: anrufen oder eine
Nachricht schicken
verærgert ≈ ärgerlich
¢ngeduldig so, dass man nicht ruhig
warten kann
%
Lösungen auf Seite 44
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32 9/13
Grammatik ganz anders
In der Alltagssprache wird oft der Satzbau ver-
ändert. Speziell das Verb steht oft an einer
anderen Stelle. In der Schriftsprache korrekt
wäre zum Beispiel der Satz: „Ich war gestern im
Kino.“ Im Gespräch unter Freunden hört man
sehr oft die Variante: „War gestern im Kino.“ Das
Subjekt wird einfach weggelassen. Das Verb
rutscht so von der zweiten auf die erste Positi-
on im Satz. Andere Floskeln, die schon längst in
die Alltagssprache übergegangen sind: „Kann
sein“, „Stimmt genau“, „Macht nichts“ und
„Weiß ich nicht.“
Als im Juli die 26. Auflage des Standardwörter-
buchs Der Duden auf den Markt kam, war für
viele die interessanteste Frage: Welche neuen
Wörter stehen drin? 5000 Wörter sind in die aktu-
elle Auflage neu aufgenommen worden. Darun-
ter viele Neologismen, also neue Wörter, die in
den allgemeinen Sprachgebrauch übergegan-
gen sind. Die Duden-Neulinge zeigen gesell-
schaftliche Veränderungen auf: „An den Wörtern
lässt sich erkennen, dass sich in einigen Berei-
chen gerade viel bewegt“, sagt Werner Scholze-
Stubenrecht, Leiter der Dudenredaktion.
„Umwelt, Politik – besonders Finanzpolitik, und
unterhaltende Informationstechnik.“ Neu sind
zum Beispiel die Begriffe Energiewende und
Schuldenbremse. Beide prägen seit einiger Zeit
die Berichterstattung in den Medien über die
Umwelt- und Finanzpolitik. Neu aufgenommen
wurde auch der Begriff Leserreporter. Damit sind
die Leser einer Zeitung gemeint, die selbst Fotos
und Texte für die Zeitung liefern, ohne eine jour-
nalistische Ausbildung zu haben. Das Wort
Shitstorm ist mit der weltumspannenden
Nutzung sozialer Netzwerke im Internet aufge-
kommen. Der Begriff steht für einen Sturm der
Entrüstung in sozialen Netzwerken.
Aber welche Wörter schaffen es überhaupt in
den Duden? „Es werden Wörter aufgenommen,
wenn sie gebräuchlich sind“, sagt Scholze-
Stubenrecht. Konkret müssen die Wörter in der
elektronischen Sammlung von Texten, dem
Dudenkorpus, häufig vorkommen. Also in unter-
schiedlichen Quellen wie Zeitungen und
Büchern nachweisbar sein und über einen
gewissen Zeitraum auftreten. „Es dürfen keine
Eintagsfliegen sein“, sagt Scholze-Stubenrecht.
„Wenn diese Kriterien erfüllt sind, entscheidet
die Dudenredaktion aus ihrer Erfahrung heraus
und nach ihrem Fach- und Weltwissen über die
Aufnahme ins Wörterbuch.“
SCHWER
Manchmal macht ein Wort
einen großen Unterschied.
Deutsch-Lerner
Haitham Abbadi
Warum lachen andere
über den Satz „Mittwoch
ist mir schlecht“?
r¢tschen hier: sich bewegen
die Fl¶skel, -n Standardkombination von
Wörtern
übergehen wechseln; integriert werden
die Auflage, -n ≈ Zahl der gedruckten Exemplare
aufnehmen hier: im Duden erscheinen
der Sprachgebrauch ≈ Sprachbenutzung
aufzeigen deutlich zeigen
die Dudenredaktion ≈ Team aller Autoren des Duden
der Begr“ff, -e Wort
die Energiewende Änderung der Energiepolitik hin zu
erneuerbaren Energien
(die erneuerbaren Energien, die immer wieder neu
Energien Pl. entstehen, z. B. Wasserkraft, Wind
und Solarenergie)
prägen hier: dominieren
die Ber“chterstattung, Report; Bericht
-en
w¡ltumspannend hier: so, dass es auf der ganzen
Welt benutzt wird
die N¢tzung ≈ Benutzung
aufkommen hier: populär werden
die Entr•stung von: sich entrüsten ≈ seinen Ärger
laut aussprechen/ zeigen
gebräuchlich allgemein üblich
die Qu¡lle, -n hier: Medium, von dem man seine
Informationen bekommt
nachweisbar hier: so, dass man mit diesen
Medien beweisen kann, dass die
Begriffe häufig vorkommen
gew“sse (-r/-s) hier: länger
der Zeitraum, ¿e Zeitintervall
auftreten hier: benutzt werden; vorkommen
die Eintagsfliege, -n hier: Sache, die nur kurze
Zeit in den Medien ist
Viele neue Wörter
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Manchmal ist es nur ein Wort, das
einem Ausdruck aus der Alltagssprache
eine völlig neue Bedeutung geben und zu
Missverständnissen führen kann. Auch
davon hat Informatiker Abbadi einige
erlebt. Einmal wollte er sich zum Kino ver-
abreden und konnte an dem vorgeschla-
genen Tag nicht. „Ich habe gesagt ‚Mitt-
woch ist mir schlecht’, und alle haben
angefangen, zu lachen. Ich wusste gar
nicht, was daran so lustig war.“ Dann hat
man ihm erklärt, dass „Mittwoch ist mir
schlecht“ so viel heißt wie „am Mittwoch
ist mir übel, da geht es mir nicht gut, am
Mittwoch fühle ich mich schlecht“. Um zu
sagen, „am Mittwoch passt es mir nicht
gut, da habe ich etwas anderes vor“, sagt
man „Mittwoch ist (es) schlecht“. 2
Warum sich Menschen
durchs Fernsehen besser
verstehen
Ein Faktor, der den Wandel der deut-
schen Alltagssprache stark beein-
flusst, ist das Fernsehen. Es findet
eine Angleichung der Standard-
sprache statt, da sich die Hauptfern-
sehprogramme sprachlich ähneln
und normalerweise in Standardspra-
che oder sehr standardnah gesendet
werden. Auch das ist ein Grund
dafür, dass sich Menschen aus
unterschiedlichen Regionen heute
besser verstehen als früher. Auf der
anderen Seite finden sich in man-
chen Talkshows diverse Soziolekte.
Damit meint man eine Art Gruppen-
sprache, die zum Beispiel durch das
Alter und den sozialen Status der
Sprecher beeinflusst wird. Wer nicht
zu dieser Gruppe gehört, hat Schwie-
rigkeiten, den Sprecher zu verstehen.
der F„ktor, Komponente; ≈ objektive
Faktoren Sache
der W„ndel Änderung
beeinflussen ≈ einen Effekt haben auf
die [ngleichung, von: angleichen = hier:
-en sich so ändern, dass sie
der Standardsprache
ähnlich wird
s“ch ähneln ähnlich sein
st„ndardnah ähnlich dem Standard;
fast wie der Standard
gehören zu hier: ≈ ein Mitglied sein
von
Ei n Wort weni ger
Das Verb steht im deutschen Hauptsatz normalerweise
hinter dem Subjekt. In der Alltagssprache wird das Subjekt
allerdings manchmal „verschluckt“: Das macht nichts.
)
Macht nichts. Wie sagt man es kurz?
Vervollständigen Sie den Satz!
1. Ich melde mich später. __________________________
2. Ja, das kann sein. ______________________________
3. Das stimmt genau. ______________________________
4. Das ist nicht schlimm. __________________________
5
Hat Konsequenzen für die deutsche Sprache Durch das
Fernsehen verstehen sich Menschen aus verschiedenen
Regionen heute besser als früher
das M“ssver- falsche Interpretation
ständnis, -se einer Aussage, Geste oder
Aktion
führen zu hier: der Grund sein für
erleben hier: ≈ als Erfahrung
machen
In der Alltags -
sprache wird das
Subjekt oft einfach
weggelassen.
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22-33-Alltagssprache_V2_0913.1.qxd 07.08.13 13:51 Seite 33
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tragen 2 aussehen 2 passen 2 stehen 2 finden 2
anhaben 2 anziehen
der Laufsteg, -e
die M•tze, -n
das Publikum (auch:
die Zuschauer Pl.)
die H„ndtasche, -n
1. % Dieser Minirock könnte dir auch gut
_____________! Du hast doch so lange Beine.
2. & Aber der _____________ doch nur mit diesen
Schuhen so gut _____________. Ich
_____________ aber so hochhackige
Schuhe nicht gern. Ich glaube auch, Blau
_____________ nicht zu mir.
3. % Ach was! Egal, was du _____________, du
siehst immer toll aus.
4. & _____________ du wirklich? Na ja, vielleicht
hast du ja recht. Übrigens, du solltest ein bisschen
mehr auf dein Aussehen achten. Du könntest dich
auch mal etwas besser _____________.
LEICHT PLUS
Carola ist ein junges Model. Heute ist sie
zum ersten Mal bei einer Modenschau dabei.
Was passt? Setzen Sie ein!
Auf dem Lauf steg
1
LEICHT
1. Sie trägt einen blauen _________________ und weiße
_________________.
2. Sie setzt sich eine _________________ auf und nimmt die
_________________ in die Hand.
3. Dann geht sie hinaus auf den _________________.
4. Im _________________ sitzen viele Journalisten und auch
ihr Freund Adrian.
5. Jemand spricht in ein _________________ und sagt den
Leuten, was Carola trägt.
6. Die _________________ sehen sich alles ganz genau an,
und Carola freut sich, dass sie ein _________________ ist.
Zwei Frauen unterhalten sich im Publikum.
Was passt? Ergänzen Sie in der richtigen Form!
Gespräch i m Publ i kum
2
Auf der Modenschau
Publikum 2 Zuschauer 2 Handtasche 2 Minirock 2
Mikrofon 2 Model 2 Sonnenbrille 2 Laufsteg 2 Stilettos
der Scheinwerfer, -
der Lautsprecher, -
(auch: die B¶x, -en)
der Stil¡tto, -s (auch: der Pumps, -
engl., der hochhackige Schuh, -e)
der Designer, - engl.
das Mikrofon, -e
MITTEL
die S¶nnenbrille, -n die Kraw„tte, -n (auch:
der Schl“ps, -e)
anziehen
der M“nirock, ¿e
die Str¢mpfhose, -n
der G•rtel, -
der Hut, ¿e
das Model, -s engl.
(auch: das Manne -
quin, -s franz.)
die Bühne, -n
34-Wortschatz_0913 01.08.13 10:39 Seite 34
Perfektion lässt sich leicht üben.
Mit dem Übungsheft Deutsch perfekt Plus passend zur aktuellen Zeitschrift.
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Übungen zu den Themen des Monats
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Brot-Blog
1. In keinem anderen Land gibt es _____ viele verschiedene
Brotsorten wie in Deutschland.
2. Es gibt Leute, die denken, dass die Deutschen _____ viel Brot
essen.
3. Lutz Geißlers Brot-Blog ist _____ gut, dass ihn auch viele Bäcker
lesen.
Zahlenspiel
4. 45 Milliarden Euro – _____ viel Geld wurde letztes Jahr in
Deutschland für Käufe im Internet ausgegeben.
Tiere
5. Wer schreit da immer _____ laut auf dem Schulhof? Ein großer
Vogel, ein Pfau!
6. Die Nachbarn haben die Polizei angerufen, weil ihnen der Vogel
_____ laut war.
Seite 8 - 13 Panorama
„So“ oder „zu“ ?
Was passt?
1
1. Ralph Martin hatte nicht die ______________________ Vorstellung,
was passieren würde, wenn er über eine rote Ampel fährt.
2. Er wusste es einfach nicht. Er hatte nicht die ______________________
Ahnung.
3. Am Anfang hatte er ______________________ Zweifel, ob der Polizist
ihn einfach gehen lassen würde.
4. Denn er hatte nicht die ______________________ Idee, dass es in Berlin
vielleicht anders als in New York sein könnte.
5. Er kannte die deutsche Polizei nicht im ______________________.
6. Nachdem er ein bisschen mit dem Polizisten gesprochen hatte, hatte er die
______________________ Hoffnung, dass nicht viel passieren würde.
Seite 64 - 65 Blick von außen
Ganz l ei se
Leise ist das Gegenteil von „laut“. Aber Achtung:
a) Es kann auch gering/wenig, überhaupt nicht
oder ein kleines bisschen bedeuten.
b) In der Wendung nicht die/den/das
leiseste/leisesten/leiseste … haben muss der
Superlativ leisest- dekliniert werden.
c) Im Ausdruck nicht im Leisesten steht das
Adjektiv als Nomen.
Lesen Sie die Sätze, und setzen Sie die
passende Form von leise ein!
3
1. Vor genau 74 Jahren …
a) haben ungefähr 1000
Menschen gegen
Atomwaffen protestiert.
b) begann der Ost-West-
Konflikt.
c) begann der Zweite
Weltkrieg.
2. Mutlangen ist …
a) eine Stadt in der
Deutschen Demo-
kratischen Republik.
b) ein Dorf im Südwesten
der Bundesrepublik
Deutschland.
c) eine Großstadt in
Norddeutschland.
3. Der Protest in
Mutlangen …
a) ist friedlich.
b) interessiert niemanden.
c) ist nach einem Tag
vorbei.
4. Die Bundesregierung
ist ...
a) auch gegen die Pläne
der USA.
b) mit den Plänen der
Amerikaner einverstan-
den.
c) auf der Seite der
Sowjetunion.
5. Die meisten Demons-
tranten kommen …
a) aus Mutlangen selbst.
b) aus anderen Städten.
c) aus dem Ausland.
6. In Mutlangen …
a) stehen auch heute
noch die Atomraketen.
b) protestieren die Bürger
immer noch jeden
Montag.
c) gibt es heute ein
Seminarzentrum mit
Museum zum Thema.
Seite 62 - 63 Ein Symbol für den Frieden
Haben Si e
al l es verstanden?
In der Prüfung Zertifikat Deutsch B1 (ZD),
Leseverstehen Teil 2, sollen Sie fünf Aufgaben
lösen. Üben Sie hier! Was passt: a, b oder c?
Kreuzen Sie an!
2
MITTEL
%P$
LEICHT
leiseste
SCHWER
Lösungen auf Seite 44
Mehr Übungen finden Sie im aktuellen Übungsheft Deutsch perfekt Plus (siehe Seite 35) und auf www.deutsch-perfekt.com/deutsch-lernen.
36-Uebungen_0913 07.08.13 11:37 Seite 36
Gesten
So schrei ben Si e
ei nen guten Text
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Auf Vorschl äge und Angebote reagi eren
„Haben Sie Lust? Haben Sie Zeit?“ Jeden Tag werden Ihnen Vorschläge oder Angebote gemacht. Wie nehmen Sie sie an,
wie lehnen Sie sie ab? Wie zeigen Sie, dass Sie noch nicht entschieden haben? Lesen Sie hier, wie Sie reagieren können.
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Lecker! Gut!
Wenn etwas sehr gut ist oder
lecker schmeckt, dann formen
die Deutschen mit ihrem
Daumen und Zeigefinger diese
Ring-Geste.
Super!
In Deutschland streckt man den
Daumen nach oben, wenn man
etwas ganz toll findet – wie
beim „Gefällt-mir“-Zeichen auf
Facebook.
Damit ein Text gut zu lesen ist, verbindet man die einzelnen Sätze miteinander.
Es gibt verschiedene Verbindungswörter (= Textkonnektoren), die man verwen-
den kann, um den Text logischer zu strukturieren und den Satzbau zu variieren.
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Konnektoren zwischen Hauptsätzen
Diese Konnektoren sind: und, denn, aber, sondern,
oder
Sie stehen auf Position 0, zwischen den Hauptsätzen.
Das konjugierte Verb bleibt also auf Position 2:
Leider können wir die Ware heute nicht mehr liefern,
aber sie geht morgen um 7 Uhr mit dem ersten Lkw
raus, und sie sollte dann ungefähr um 13 Uhr bei
Ihnen sein.
Tipp: Merken Sie sich diese Verbindungswörter mit
ihren Anfangsbuchstaben: UDASO
Konnektoren zwischen Haupt- und Nebensätzen
Es gibt viele verschiedene Verbindungswörter, die zwischen Hauptsätzen und
Nebensätzen stehen können:
2 temporal: als, bevor, bis, nachdem, solange, während, wenn …
2 kausal: da, weil 2 konditional: falls, wenn
2 final: damit, um … zu 2 konzessiv: obwohl
2 konsekutiv: sodass 2 modal: indem
Wir müssen selbst noch auf die nächste Lieferung warten, bevor wir Ihnen die
Ware schicken können.
Falls Ihnen der neue Liefertermin nicht passt, geben Sie uns bitte bis heute, 16
Uhr, Bescheid.
Nicht vergessen: In Nebensätzen steht das Verb immer am Satzende!
Unter Freunden – informell
Hier finden Sie zuerst einen Vorschlag oder
ein Angebot und dann drei Antworten: Ja,
nein und vielleicht.
% Hast du am Freitag Zeit? Da möchte ich
meinen Geburtstag feiern.
& Klasse, da kann ich! Ich komme gern!
& Danke für die Einladung, aber da kann
ich leider nicht.
& Ich würde total gerne kommen; aber ich
weiß noch nicht, ob ich da Zeit habe.
Kann ich dir morgen Bescheid geben?
% Möchtest du mit uns am Samstag
einen Ausflug in die Berge machen?
& Das ist ja eine tolle Idee! Natürlich will
ich mit! Könnte auch mein Freund mit-
kommen?
& Sehr gerne, aber ich habe da leider keine
Zeit. Das ist ja schade!
& Eigentlich gehe ich nicht so gerne wan-
dern. Aber vielleicht sollte ich es noch
einmal versuchen?
% Wollen wir in der Mittagspause einen
kleinen Spaziergang machen?
& Klar! Ich bin dabei.
& Lust hätte ich schon, aber ich habe so
viel zu tun, das geht leider nicht.
& Ich weiß nicht. Meinst du, das Wetter
hält? Sieht ein bisschen nach Regen aus.
% Wie wäre es mit Kino heute Abend?
& Super! Wann/Wo trefft ihr euch? /
Wann/Wo treffen wir uns?
& Schöne Idee, aber ich habe heute schon
etwas vor / eine Verabredung.
& Das kann ich dir jetzt noch nicht sagen.
Kommt darauf an, wie lange ich heute
arbeiten muss. Kann ich das spontan
entscheiden?
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Ja!
Wenn die Deutschen mit dem
Kopf nicken – ihren Kopf also
vertikal von oben nach unten
und wieder nach oben zurück
bewegen – dann meinen sie: Ja!
Nein!
Bewegen die Deutschen ihren
Kopf energisch von links nach
rechts und wieder zurück nach
links, dann meinen sie: Nein!
Gesten gibt es in allen Kulturen. Oft gibt es auch die gleichen Gesten in verschiedenen Kulturen – aber manchmal
haben sie eine andere Bedeutung. Was sagen die Deutschen mit ihrem Körper? Kennen Sie diese Gesten? Hier
finden Sie eine kleine Hilfe für den Alltag in Deutschland!
PLUS
37-38_SSV_Sprachkarten_0913 07.08.13 13:52 Seite 37
Konnektoren auf Position 1 oder 3
im Hauptsatz
Diese Verbindungswörter sind zum Beispiel:
allerdings, also, außerdem, daher, dennoch, deshalb,
infolgedessen, schließlich, sonst, trotzdem …
Allerdings werden wir Ihren Auftrag bevorzugt behan-
deln, die Ware wird daher wie geplant abgefertigt werden
können. Sonst melde ich mich noch einmal telefonisch
bei Ihnen.
Zweigliedrige Konnektoren
Diese Konnektoren sind:
entweder …, oder …; je …, desto …; nicht nur …, sondern
auch …; sowohl … als auch …
Entweder melde ich mich noch einmal telefonisch bei
Ihnen, oder ich schreibe Ihnen eine Mail. Je früher die
Lieferung an Sie geht, desto besser.
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Wiederholungen vermeiden
2 Beginnen Sie die Sätze nicht immer mit dem Subjekt!
Achten Sie vor allem darauf, dass nicht jeder Satz mit „Ich“ beginnt!
2 Stellen Sie stattdessen Zeit- und Ortsangaben oder andere
Informationen auf Position 1 im Satz!
2 Wiederholen Sie nicht immer nur das Subjekt, sondern verwenden
Sie Pronomen (dieser, der, er …)!
2 Um nicht ganze Sätze oder Absätze wiederholen zu müssen, verwenden
Sie zum Beispiel: Wie oben schon gesagt/geschrieben/genannt, …;
siehe unten/oben; siehe Seite …
Ein Beispiel
Vergleichen Sie diese beiden kurzen Texte:
Ich heiße Abigail Winter. Ich möchte in Deutschland arbeiten. Ich lerne
Deutsch. Ich besuche eine Sprachschule in Wiesbaden.
) Mein Name ist Abigail Winter. Da ich in Deutschland arbeiten möchte,
lerne ich seit einem Monat Deutsch in einer Sprachschule in Wiesbaden.
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Unter Kollegen – formell
Am Arbeitsplatz ist die Situation oft ein biss-
chen formeller als unter Freunden, wenn man
seine Kollegen (noch) nicht so gut kennt.
Deshalb benutzt man meistens eine etwas
distanziertere Sprache.
% Könnten Sie die Urlaubsvertretung von
Frau Gerbel übernehmen?
& Ja, das kann ich gern machen. Wann ist
das denn genau?
& Das geht leider nicht. In dieser Woche bin
ich oft außer Haus.
& Das kann ich Ihnen aus dem Stegreif (=
ohne nachzusehen) nicht sagen. Da muss
ich erst kurz in meinen Kalender schauen.
% Wäre es für
Sie möglich, nächste Woche am
Donnerstag statt am Dienstag ins
Büro zu kommen?
& Das kann ich gern machen, wenn
Ihnen das hilft.
& Es tut mir leid, aber am Donnerstag
habe ich schon einen Termin.
& Das weiß ich erst nächsten Montag.
Kann ich das so kurzfristig (= erst
kurz vorher) entscheiden?
% Könnten Sie das Protokoll schreiben?
& Klar, das ist gar kein Problem.
& Nein, tut mir leid, heute geht es leider
nicht. Denn ich kann nicht die ganze
Sitzung anwesend sein. Ich habe um
15.30 Uhr ein Kundengespräch.
& Wenn es möglich wäre, würde ich es
lieber nicht machen. Ich habe wirklich
sehr viel zu tun im Moment.
Tipp: Möchten Sie Nein
sagen, ist es immer gut,
wenn Sie einen Grund
für das Nein nennen.
Das ist höflicher – und
das Nein wird dann
auch eher akzeptiert.
Wenn die Deutschen
selbst nicht genau
wissen, was sie
wollen – also ob sie
Ja oder Nein sagen
sollen – sagen sie
manchmal Jein.
Ich habe genug!
Zieht ein Deutscher mit seiner flachen
Hand einen horizontalen Strich zwischen
Kinn und Nase, dann zeigt er seinen Ärger.
Er hat definitiv genug von einer Sache und
will, dass sie aufhört. Man sagt: „Mir
steht’s bis hier!“ Oder auch: „Ich habe die
Nase voll!“
Mit dem Essen hat das aber nichts zu tun.
Ist ein Deutscher satt, dann sagt er: „Ich
bin voll!“ und
bewegt seine
Hand über sei-
nen vollen
Bauch.
Den Vogel zeigen
Fasst man sich immer wieder kurz mit
dem Zeigefinger an die obere Vorderseite
des Kopfes – die Stirn – dann zeigt man
einem anderen Menschen den Vogel. Das
heißt dann: „Sie sind verrückt! Sie sind
dumm!“ In Deutschland sieht man diese
Geste oft im Straßenverkehr. Aber
Vorsicht, denn sie ist sehr
unhöflich und kann sehr
negative Konsequenzen
haben! Man macht diese
Geste auch, wenn man mit
anderen Leuten über eine
Person spricht, die nicht
da ist. So kann man die
Aussage stärker machen.
Zählen
Fängt man in Deutschland an zu zählen,
dann beginnt man meistens mit dem
Daumen. Das ist die Eins (wie auf dem
Bild). Danach kommt der Zeigefinger, die
Zwei. Will man die Sechs zeigen, streckt
man von einer Hand alle Finger aus und
von der anderen Hand nur den Daumen.
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der Daumen
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Raten Sie mal! | Comic
Lösungen auf Seite 44
Geburtstag 2 Regel 2 Kind 2 Party 2 Karte 2 Schule 2 Spiel
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_________________
_________________
_________________
_________________
_________________
_________________
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Sommerloch
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Alia Begisheva schreibt in ihrer Kolumne ironisch über ein Phänomen, unter dem vor allem Journalisten
leiden: das Sommerloch. Im Deutschen gibt es viele Komposita wie diese.
Welche Komposita sind hier gesucht? Bilden Sie mit den Wörtern aus dem Kasten Wortketten.
Anfangs- und Endpunkt ist „Sommerloch“.
Ni cht s l os i n den Fer i en – das Sommer l och!
Seite 68 Kolumne
SCHWER
Was kann tragen hier alles bedeuten?
Kreuzen Sie an!
ein Kleidungsstück anziehen
gut aussehen
Dinge in die Hand nehmen und
transportieren
l¡tztens ≈ neulich
gewagt hier: (zu) sexy
liebäugeln m“t hier: … haben/kaufen wollen
Sch„tz, …! hier: Meine geliebte Frau, …!
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Grammatik MITTEL
1. Sophie kann gut Tennis spielen.
2. Jürgen geht gern ins Theater.
3. Manfred muss morgen arbeiten.
(2 Lösungen!)
4. Jana interessiert sich für
fremde Sprachen.
5. Heike hat der Film besonders gut
gefallen.
6. Florian kommt mit dem Zug.
I n ei nem kl ei nen Ort Antworten Sie wie im Beispiel negativ auf die Fragen.
1. % Ist hier irgendwo eine Wäscherei?
& ________________________________________________________.
2. % Wissen Sie, wo der Bahnhof ist?
& ________________________________________________________.
3. % Gibt es hier einen Getränkemarkt?
& ________________________________________________________.
4. % Das Brötchen aus dieser Bäckerei ist sehr lecker. Magst du auch eins?
& ________________________________________________________.
5. % Waren Sie schon einmal im neuen Kaufhaus?
& ________________________________________________________.
6. % Gehen Sie auch immer sonntags in die Kirche?
& ________________________________________________________.
2
Nein, hier ist nirgendwo eine Wäscherei
LEICHT
PLUS
nicht
Funktion
Bei der Verneinung wird zwischen Satznegation und der Negation eines
einzelnen Wortes (Artikel, Adverb oder Pronomen) unterschieden.
Satznegation
2 Mit nicht werden ganze Sätze oder einzelne Satzteile negiert. In der
Negation ganzer Sätze steht nicht möglichst weit am Ende des Satzes:
Lothar kommt heute nicht.
Ich möchte das nicht.
2 An diesen Positionen kann nicht außerdem stehen:
– vor dem zweiten Teil des Verbs
Lothar kann heute leider nicht kommen.
– vor Akkusativergänzungen, die zum Verb gehören:
Lothar kann nicht Auto fahren.
– vor präpositionalen Ergänzungen:
Lothar interessiert sich auch nicht für Autos.
– vor lokalen Angaben:
Lothar fährt nicht in andere Länder.
– vor qualitativen Ergänzungen:
Lothar ist auch nicht sehr reich.
2 In der Teilnegation steht nicht vor dem Satzteil, der negiert wird:
Lothar ruft nicht seine Oma an, sondern seine Mutter.
Negieren Sie die Sätze, und
entscheiden Sie, an welche
Stelle nicht gehört!
Was di e
Menschen so tun
1
MITTEL
„Das macht doch nichts!“ –
Negation
Mehr Übungen finden Sie im aktuellen Übungsheft Deutsch perfekt Plus (siehe Seite 35) und im Internet auf www.deutsch-perfekt.com/deutsch-lernen.
40-41-GrammatikV2-0913.qxd 31.07.13 15:55 Seite 40
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(
2
)
Karl a und Lui se Setzen Sie das passende Negationswort ein!
1. Luise ist verheiratet, Karla ____________________.
2. Luise hat also einen Ehemann, Karla hat ____________________.
3. Aber Karla denkt manchmal daran, in ein anderes Land zu ziehen.
Luise denkt ____________________ an so etwas.
4. Luise macht alles für ihren Mann, aber sie macht ____________________
für andere Menschen.
5. Luise war auch früher schon mal verliebt. Karla war ____________________ verliebt.
6. Karla denkt, überall gibt es Männer. Aber sie kann trotzdem ____________________ einen
Mann fürs Leben finden.
3
I m Arbei tsl eben Geben Sie Empfehlungen wie im Beispiel!
1. schlecht über Kollegen sprechen
________________________________________________________________________________!
2. zu spät kommen
________________________________________________________________________________!
3. im Büro rauchen
________________________________________________________________________________!
4. unvorbereitet in eine Besprechung gehen
________________________________________________________________________________!
5. Kunden warten lassen
________________________________________________________________________________!
6. den Chef sofort duzen
________________________________________________________________________________!
4
Sprechen Sie nicht schlecht über Kollegen
Negation von Artikeln, Pronomen, Adverbien
Diese Wörter werden durch bestimmte Negationswörter negiert:
ein/eine/ein ↔ kein/keine/kein Ich habe keine Arbeit.
einer/eine/ein(e)s ↔ keiner/keine/kein(e)s Hast du ein Blatt Papier? Ich habe nämlich keins.
alles, etwas ↔ nichts Ich sehe nichts ohne meine Brille.
jemand, alle ↔ niemand/keiner Niemand ist zu spät gekommen.
immer, manchmal, oft ↔ nie/niemals/selten Das werde ich nie vergessen.
schon (einmal) ↔ noch nie/nicht Julian war noch nie in Asien.
überall, irgendwo ↔ nirgends/nirgendwo Typisch: Wenn man Hunger hat, ist nirgendwo eine Bäckerei!
MITTEL
SCHWER
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Die Negation für
noch ist nicht mehr.
Die Negation für
sowohl … als auch
ist weder … noch.
Lösungen auf Seite 44
40-41-GrammatikV2-0913.qxd 31.07.13 15:55 Seite 41
42 9/13
die Kantine, -n ≈ Restaurant in einer Firma, in dem Angestellte
günstig essen können
aufbauen hier: beginnen
d¢rcharbeiten ohne Pause arbeiten
die Gewohnheit, -en ≈ Tradition; Praxis
die Gelegenheit, -en hier: Möglichkeit; ≈ passende Situation
austauschen hier: Informationen geben und bekommen
laufen hier: aktuell passieren
der M“tarbeiter, - hier: Kollege
“ns Gespräch k¶mmen ein Gespräch beginnen
der Einstieg, -e Anfang; Beginn
zum“ndest wenigstens
einhalten hier: ≈ tun, was eine Regel sagt
¢nausgesprochen nicht gesagt; nicht genannt
Themen wie Geld, Religion, Politik oder
Ärger mit anderen Kollegen. Zumindest
nicht, wenn Sie Ihren Gesprächspartner
noch nicht gut kennen.
Mit dem Small Talk
beginnen
Ach, hallo! Schön, Sie wieder einmal
zu sehen!
Wie geht es (Ihnen) denn?
Das Wetter ist wirklich schön/schreck-
lich/schlecht heute. Finden Sie nicht
auch?
Wie war Ihr Urlaub? Haben Sie sich
gut erholt?
Und was sind Ihre Pläne fürs
Wochenende?
Den Small Talk beenden
Schön, dass wir uns wieder einmal
gesehen haben!
Na dann, frohes Schaffen!
Dann wünsche ich Ihnen noch einen
schönen (Arbeits-)Tag.
Schönes Wochenende!
Viel Spaß im Urlaub!
Es freut mich, dass ich Sie kennenge-
lernt habe!
Distanzzonen
Gehen Sie nach der Mittagspause noch
kurz mit Ihren Kollegen spazieren? Oder
holen Sie sich noch einen Kaffee? In
jedem Land gibt es verschiedene Distanz-
zonen, die bei Gesprächen eingehalten
werden sollten. In Deutschland gelten
diese unausgesprochenen Regeln:
Die Mittagspause ist nicht nur wichtig, um sich kurz auszuruhen, ein wenig zu essen und um danach wieder
konzentrierter an die Arbeit zu gehen. Sie ist auch eine Möglichkeit, soziale Kontakte aufzubauen und zu verbessern.
Deutsch im Beruf MITTEL
In der Kantine
D
er typische deutsche Büroarbeitstag beginnt zwischen 8 und 9 Uhr und endet ungefähr um
18 Uhr. In dieser Zeit klingeln die Telefone, man geht zu Meetings, schreibt E-Mails und arbei-
tet an seinen Projekten und Aufgaben. Dazwischen: die Mittagspause.
In der Zeit der Mittagspause – circa zwischen 12 und 13 Uhr – grüßen sich viele Kollegen mit
„Mahlzeit!“. Das bedeutet so viel wie: „Haben Sie eine schöne Mittagspause und guten Appetit!“
Sie sind nicht der Mittagspausen-Typ? Und arbeiten jeden Tag durch? Vielleicht sollten Sie Ihre
Gewohnheit ändern. Denn es ist nicht nur gesünder, eine Mittagspause zu machen. Sie gibt einem
auch die Gelegenheit, mit Kollegen Informationen auszutauschen: Dann weiß man, was läuft.
Suchen Sie sich also in der Mittagspause Gesellschaft! Auch, wenn Sie vielleicht gar nichts essen
möchten. So können Sie Ihre Kollegen besser kennenlernen oder mit neuen Mitarbeitern ins
Gespräch kommen.
Small Talk
Oft ist Small Talk ein guter Einstieg in interessantere Gespräche oder um jemanden ein bisschen
besser kennenzulernen. Gute Themen sind in den deutschsprachigen Ländern das Wetter, der
Urlaub, das Essen, die Wochenendplanung und ähnliche Dinge. Sprechen Sie besser nicht über
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Intimzone (60 cm): So nah dürfen Sie Ihrem Gesprächspartner nur bei der
Begrüßung kommen.
Dialogzone (100 cm): Dieser Abstand ist optimal für Gespräche, so fühlen
sich deutsche Gesprächspartner wohl.
Gesellschaftliche Distanz (100 - 200 cm): So nahe stehen Sie bei Ihren
Kollegen, wenn Sie zum Beispiel an der Kasse in der Kantine anstehen – also
dann, wenn keine aktive Kommunikation stattfindet.
Wichtige Kontakte
Die Mittagspause nicht alleine zu verbringen, hat Vorteile. Nicht nur, dass Sie
mehr oder weniger interessante Informationen darüber bekommen können,
was gerade so in Ihrer Firma und bei deren Mitarbeitern passiert: Flurfunk
nennt man diesen Austausch von Informationen. Sie können auch Ihr sozia-
les Netzwerk vergrößern und schon bestehende Beziehungen stärken. Im
Laufe der Zeit können Sie bestimmt davon profitieren.
Aber Vorsicht! Haben Sie nicht nur den potenziellen Nutzen des Gesprächs
im Auge, wenn Sie sich in der Mittagspause mit Kollegen unterhalten. Zeigen
Sie Ihre Aufmerksamkeit durch Blickkontakt, fragen Sie nach und zeigen Sie
ehrliches Interesse an Ihrem Gesprächspartner. Sprechen Sie aber
erst über konkrete Pläne, Themen oder Vorstellungen, wenn Sie
Ihren Kollegen schon besser kennen und sich schon eine stabile
Beziehung etabliert hat.
Nach einem Gespräch mit potenziell wichtigen Kollegen oder
Vorgesetzten kann es helfen, wenn Sie danach die Gesprächs-
themen kurz aufschreiben. So ein Gedankenprotokoll ist gut,
um sich die Interessen des Gesprächspartners und auch die
eigenen Interessen noch einmal bewusst zu machen.
So wird die Netzwerkarbeit in der Mittagspause zu einer
entspannenden und auch produktiven Zeit.
nah hier: ≈ in die Nähe
der [bstand, ¿e Distanz
s“ch wohlfühlen zufrieden sein; sich gut fühlen
„nstehen in einer Reihe mit anderen Personen stehen
das soziale N¡tzwerk, -e hier: ≈ System von Freunden und Bekannten
vergrößern größer machen
bestehend so, dass es etwas schon gibt
stærken hier: verbessern
“m Laufe der Zeit nach ein paar Wochen, Monaten oder Jahren
profitieren Vorteile haben
… “m Auge haben an … als das Wichtigste denken
der N¢tzen ≈ Vorteil
die Aufmerksamkeit ≈ Interesse
nachfragen hier: Fragen stellen
die Vorstellung, -en hier: Idee; Meinung
s“ch etablieren hier: da sein
der/die Vorgesetzte, -n Chef/Chefin
s“ch bew¢sst m„chen ≈ nachdenken über
entsp„nnend ≈ so, dass man sich ausruht
Bringen Sie den Dialog in die richtige Reihenfolge!
1. ___________________________________
2. ___________________________________
3. ___________________________________
4. ___________________________________
5. ___________________________________
6. ___________________________________
7. ___________________________________
8. ___________________________________
Smal l Tal k
1
43
Lösungen auf Seite 44
LEICHT
a) % Wie geht’s Ihnen denn so?
b) % Ich habe bald Urlaub, da freue ich mich schon sehr.
c) & Guten Tag, schön, Sie mal wieder zu sehen.
d) % Ach, guten Tag, Herr Sauer!
e) & Wo geht’s denn hin?
f) & Danke, gut. Und Ihnen?
g) & Gute Idee, gern!
h) % Nach Portugal. Wollen wir einen Kaffee zusammen trinken?
Was passt? Setzen Sie ein!
1. An welchen _______________ arbeiten Sie gerade?
2. Sind Sie denn oft auf _______________?
3. Seit wann leiten Sie eigentlich schon die
Marketing_______________?
4. Sie haben wohl schon viel _______________ auf
diesem Gebiet.
5. Bearbeiten Sie die _______________ immer alleine?
6. Werden Sie Ihre Ergebnisse auf der nächsten
_______________ vorstellen?
I nf ormati onen erf ragen
2
Erfahrung 2 Konferenz 2 Projekten 2 abteilung 2
Aufträge 2 Geschäftsreise
d) Ach, guten Tag, Herr Sauer!
MITTEL
42-43-Deutsch_im_Beruf_0913 07.08.13 11:38 Seite 43
Lösungen
Seite 9
b) Dirk Nowitzki
Seite 22 - 33
1. Susanne ist nach dem Kino nach
Hause gegangen. 2. Hendrik hat noch
ein Bier getrunken. 3. Timo und
Annika haben nach einer neuen
Wohnung gesucht. 4. Sarah ist mit
dem Auto nach München gefahren.
2. das Geld von seinem Bruder;
3. Wegen des Unfalls war die Straße
gesperrt. 4. Er ist mit dem Auto von
Tom gefahren. 5. Wegen des Wetters
bleibe ich zu Hause.
Modellantworten: 1. Ich musste
gestern arbeiten. 2. Wie geht es
dir/Ihnen? 3. Was ist/passiert jetzt? /
Was machen wir jetzt? 4. Ist jemand
zu Hause? 5. Möchtest du /
Möchten Sie sonst noch etwas?
1. Sag mal, mal; 2. Aber, doch
Modellantworten: 1. Melde mich
später. 2. Ja, kann sein. 3. Stimmt
genau. 4. Ist nicht schlimm.
Seite 34
1. Minirock, Stilettos; 2. Sonnenbrille,
Handtasche; 3. Laufsteg; 4. Publi -
kum; 5. Mikrofon; 6. Zuschauer,
Model
1. stehen; 2. sieht … aus, trage, passt;
3. anhast; 4. Findest
Seite 36
1. so; 2. zu; 3. so; 4. so; 5. so; 6. zu
1. c; 2. b; 3. a; 4. b; 5. b; 6. c
2. leiseste; 3. leise; 4. leiseste;
5. Leisesten; 6. leise
Seite 39
Rätsel: Lochkarte, Kartenspiel, Spielregel,
Regelschule, Schulkind, Kindergeburtstag,
Geburtstagsparty, Partysommer
Comic: richtig: ein Kleidungsstück
anziehen; Dinge in die Hand nehmen und
transportieren
falsch: gut aussehen
Seite 40 - 41
2. Jürgen geht nicht gern ins
Theater. 3. Manfred muss nicht
morgen / morgen nicht arbeiten.
4. Jana interessiert sich nicht für
fremde Sprachen. 5. Heike hat der
Film nicht besonders gut gefallen.
6. Florian kommt nicht mit dem
Zug.
2. Nein, ich weiß nicht, wo der Bahn-
hof ist. 3. Nein, hier gibt es keinen
Getränkemarkt. 4. Nein, ich mag
keins. 5. Nein, ich war noch nie /
noch nicht im neuen Kaufhaus.
6. Nein, ich gehe nie/niemals/selten
sonntags in die Kirche. / Nein, ich
gehe sonntags nie/niemals/selten in
die Kirche.
1. nicht; 2. keinen; 3. nie/niemals/
selten; 4. nichts; 5. noch nie/nicht;
6. nirgends/nirgendwo
2. Kommen Sie nicht zu spät!
3. Rauchen Sie nicht im Büro!
4. Gehen Sie nicht unvorbereitet /
unvorbereitet nicht in eine
Besprechung! 5. Lassen Sie Kunden
nicht warten! 6. Duzen Sie den Chef
nicht sofort!
Seite 42 - 43
2. c; 3. a; 4. f; 5. b; 6. e; 7. h; 8. g
1. Projekten; 2. Geschäftsreise;
3. Marketingabteilung; 4. Erfahrung;
5. Aufträge; 6. Konferenz
1
2
3
4
5
1
2
1
2
3
1
2
3
4
1
2
Kundenservi ce
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ABON NEN TEN- UND KUNDENSERVICE
CUSTOMER SERVICE, SUBSCRIPTIONS
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44 9/13
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HERAUSGEBER UND VERLAGSLEITER Dr. Wolfgang Stock
CHEFREDAKTEUR Jörg Walser
REDAKTION Petra Daniell, Barbara Duckstein, Katharina Heydenreich, Sonja Krell,
Claudia May, Barbara Schiele, Janina Schneider-Eicke
BILDREDAKTION Judith Rothenbusch
REDAKTIONELLE MITARBEIT Elsa Blume, Cristiana Cornelio, Tanja Haas, Imke
Hofberger, Ewa Lobozek, Giancarlo Sánchez-Aizcorbe, Ulrich Sauer, Yulia Strigo,
Andrea Uysal, Anne Wichmann
AUTOREN Tim Oland, Katja Riedel, Anne Wichmann
KORRESPONDENTEN Marcel Burkhardt (Mainz), Joseph Gepp (Wien), Barbara
Kerbel (Berlin), Astrid Labbert (Bremen), Andrea Lacher (Hannover), Yvonne
Pöppelbaum(Hamburg)
GESTALTUNG BfGuK, 80469 München, Georg Lechner (Art Director)
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LESERSERVICE Birgit Hess
44_Loesungen_0913 07.08.13 12:10 Seite 44
DEUTSCH ENGLISCH SPANISCH FRANZÖSISCH ITALIENISCH TÜRKISCH POLNISCH RUSSISCH
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Starthilfe
entlang
der Längengrad
das Hochgebirge
das Insekt
die Hallig
die Insel
das Exponat
besondere (-r/-s)
die Brotsorte
der Brotlehrgang
die Videoanleitung
solche (-r/-s)
die Schauspielerin
aufgeregt
der Freiwurf
werfen
der Korb
das Netz
der Komiker
selten
anspruchsvoll
die Bühne
die Weinlese
die Traube
das Weinbaugebiet
entsprechen
der Kanton
reifen
der Winzer
das Tal
die Nordseeinsel
die Sorte
fränkisch
insgesamt
nach Informationen
der Sekt
das Wildschwein
wühlen
die Schnauze
die Erde
der Paketdienst
die SMS
ähnlich
verlangen
mehrere (-r/-s)
hintereinander
annehmen
der Plattenbau
along
(degree) longitude
high mountains
insect
small, low island in the
North Sea
island
exhibit
special
variety of bread
bread-baking course
video tutorial
such
actress
here: nervous
free throw
to throw
basket
net
comedian
rare
demanding
stage
grape harvest
grape
wine-growing area
to correspond to
canton
to ripen, here: to grow
wine-grower
valley
island in the North Sea
variety
Franconian
in total
according to
sparkling wine
wild boar
to root around
snout
soil
parcel service
text message
similar
to demand
several
in a row
to accept
building made of prefab-
ricated concrete slabs
le long de
le degré de longitude
la haute montagne
l’insecte
l’île Hallig
l’île
l’objet exposé
spécial,e
la sorte de pain
le cours de panification
les instructions vidéo
tel,le
l’actrice
nerveux,se
le coup franc
lancer
le panier
le filet
le comique
rare
exigeant,e
la scène
les vendanges
le raisin
le vignoble
correspondre
le canton
mûrir
le vigneron
la vallée
l’île de la mer du Nord
la sorte
franconien,ne
en tout
selon les informations
le mousseux
le sanglier
creuser
le museau
la terre
le service d’expédition
le sms, le texto
similaire
exiger
plusieurs
de suite
accepter
le bâtiment en béton
lungo, vicino
il grado di longitudine
l’alta montagna
l’insetto
l’isola alluvionale del
mare del Nord
l’isola
il pezzo d’esposizione
particolare
il tipo di pane
il corso di panificazione
il video manuale
tale, simile
l’attrice
nervoso
il tiro libero
tirare
il canestro
la rete
il comico
raramente
esigente
il palcoscenico
la vendemmia
l’uva
la regione vinicola
corrispondere
il cantone
maturare
il viticoltore
la valle
l’isola del mare del Nord
il tipo
della Franconia
in totale
secondo le informazioni
il prosecco
il cinghiale
grufolare
il muso
la terra
il servizio di spedizione
l’sms
simile
richiedere
numerosi
di seguito
accettare
edificio costruito con
pannelli prefabbricati
boyunca
boylam
yüksek dağlar
böcek
Hallig (bir ada)
ada
sergilenen parça
özel
ekmek çeşidi
ekmek yapma kursu
video kılavuzu
öyle
oyuncu (kadın)
heyecanlı
serbest atışı
atmak
pota
file
komedyen
nadir
iddiali
sahne
bağ bozumu
üzüm
bağcılık bölge
uymak
kanton
olgunlaşmak
bağcı
vadi
Kuzey Denizi ada
çeşit
Frenk
toplam
haberlere göre
şampanya
yaban domuzu
eşelemek
hayvanın ağzı burnu
toprak
paket servisi
SMS (kısa mesaj)
benzer
istemek
birkaç
arka arkaya
kabul etmek
beton bloklardan oluşan
bir ev
wzdłuż
stopień długości
geograficznej
góry wysokie
owad
wysepka Hallig
wyspa
eksponat
specjalna (-y/-e)
rodzaj chleba
kurs pieczenia chleba
instrukcja video
taka (-i, -ie)
aktorka
zdenerwowany
rzut wolny
rzucać
kosz
sieć
komik
rzadki
wymagający
scena
winobranie
grono
teren uprawy winorośli
odpowiadać
kanton
dojrzewać
właściciel winnicy
dolina
wyspa Morza Północnego
rodzaj
frankoński
ogólnie
według informacji
wino musujące
dzik
grzebać
pysk
ziemia
firma przesyłkowa
sms
podobny
wymagać
wiele
jeden za drugim
przyjmować
budynek z płyty
betonowej
вдоль
меридиан
высокогорье
насекомое
острова Халлиген
остров
экспонат
особая (-ый/-ое)
хлебобулочное изделие
курс по выпечке хлеба
видеокурс
такая (-ой/-ое)
актриса
взволнованный
штрафной бросок
бросать
здесь: кольцо
(баскетбол)
сеть
комик
редкий
требовательный
сцена
сбор винограда
виноград
винодельческий
регион
соответствовать
кантон
дозревать
винодел
долина
остров в Северном
море
сорт
франкский
всего
по сведениям
игристое вино
дикий кабан
рыть
морда
земля
служба доставки
посылок
смс
похожий
требовать
несколько
подряд
принимать
панельное здание
PRIMA KLIMA SEITE 8
a lo largo
el grado de longitud
la alta montaña
el insecto
las islas Hallig
la isla
el objeto expuesto
especial
el tipo de pan
el curso de panadería
el vídeo instructivo
tal
la actriz
nervioso
el tiro libre
lanzar
el aro
la red
el cómico
inusual
exigente
el escenario
la vendimia
la uva
la zona vinícola
corresponder
el cantón
madurar
el vinicultor
el valle
las isla del Mar del Norte
la variedad
franco
en total
según informaciones
el cava
el jabalí
hurgar
el hocico
la tierra
el servicio de paquetes
el SMS
parecido
querer
varios
seguido
recibir
el bloque de pisos
LECKERES HOBBY SEITE 9
WER HAT ES GESAGT? SEITE 9
DEUTSCHER HUMOR SEITE 9
PAKETE ZU EINEM TERMIN LIEFERN LASSEN SEITE 10
SPEZIELLES AROMA SEITE 10
9/13 45
F
O
T
O
:
Z
E
F
A
EIN GIGANTISCHES BILD SEITE 11
45-46_Starthilfe_0913 07.08.13 11:38 Seite 45
la placa de cemento
la pintura mural
habitado
construir
el castillo
la tierra
excavar
el muro
el granito
la administración
municipal
el albañil
sanear
la fábula
mezclar
la argamasa
la arena
el patio de la escuela
gritar
informar
el portero
el pavo real
la pluma
el cristal
el rival
desaparecer
el animal salvaje
colisionar
el venado
el cerco oloroso
el cerco
el investigador
proveer
el estudio
el investigador
investigar
la sintaxis
la frase
la pronunciación
la muestra lingüística
apartado
el comercio online
generar beneficios
el servicio
el porcentaje
el volumen de ventas
rara vez
la zona peatonal
el peatón
por término medio
tener un alto poder
adquisitivo
por cabeza
la isla del Mar del Norte
il pannello di cemento
qui: l’immagine sulla
parete esterna di un
edificio
abitato
costruire
il borgo
la terra
scavare con la scavatrice
il muro
il granito
l’amministrazione
comunale
il muratore
risanare
la favola
mescolare
la malta
la sabbia
il cortile di una scuola
urlare
riferire
il portinaio
il pavone
la piuma
il vetro di una finestra
il rivale
scomparire
l’animale selvatico
scontrarsi
il capriolo
la recinzione odorosa
il recinto
il ricercatore
fornire
lo studio
il ricercatore
indagare
la sintassi
la frase
la pronuncia
il modello di comporta-
mento linguistico
deviato
il commercio online
realizzare
il servizio
la quota
il fatturato
raramente
la zona pedonale
il pedone
in media
avere un grande potere
d’acquisto
pro capite
l’isola del mare del Nord
beton bloğu
duvar resmi
oturumlu
inşa etmek
kale
toprak
baggerle kürümek
duvar
granit taşı
belediye
duvarcı
onarmak
masal
karıştırmak
alçı
kum
okul bahçesi
bağırmak
haber vermek
kapıcı
tavus kuşu
tüy
pencere camı
rakip
kaybolmak
yaban hayvanı
çarpışmak
geyik
kokulu çit
çit
araştırıcı
teslim etmek
araştırma
araştırıcı
araştırma yapmak
cümle yapısı
cümle
telaffuz
dil örneği
dışına çıkmış
internet ticareti
satmak
hizmet
pay
satış miktarı
nadir
yaya bölgesi
yaya
ortalama olarak
yüksek alım gücüde
olmak
adam başına
Kuzey Denizi ada
płyta betonowa
obraz na fasadzie
budynku
zamieszkały
budować
zamek
ziemia
wykopywać
mur
granit
zarząd miejski
murarz
remontować
bajka
zamieszać
zaprawa murarska
piasek
podwórko szkolne
krzyczeć
relacjonować
dozorca
paw
piórko
szyba
rywal
znikać
dzikie zwierzę
zderzyć się
sarna
pachnący płot
płot
naukowiec
dostarczać
badanie
naukowiec
ustalić
szyk zdania
zdanie
wymowa
system językowy
odbiegający
sprzedaż w internecie
tutaj: sprzedawać
usługa
udział
obrót
rzadko
deptak
przechodzień
przeciętnie
mieć wysoką siłę
nabywczą
na głowę
wyspa Morza Północnego
бетонная плита
панно
населённый
строить
крепость
земля
вычерпывать (землю)
стена
гранитный камень
городская
администрация
каменщик
санировать
сказка
замешать
цементный раствор
песок
школьный двор
кричать
сообщать
управляющий домом
павлин
перо
оконное стекло
соперник
исчезать
дикое животное
сталкиваться
косуля
пахнущий забор
забор
исследователь
здесь: давать
исследование
исследователь
выявлять
порядок слов в
предложении
предложение
произношение
языковая модель
отличающийся
купля-продажа в
интернете
реализовывать
услуга
доля
товарооборот
редкий
пешеходная зона
пешеход
в среднем
иметь высокую покупа-
тельную способность
на душу (населения)
остров в Северном море
la dalle de béton
la peinture murale
habité,e
construire
le château
la terre
creuser
le mur
le granit
l’administration
municipale
ici : le métier de maçon
assainir
le conte
mélanger
le mortier
le sable
la cour d’école
crier
ici : parler
le concierge
le paon
la plume
la vitre
le rival
disparaître
l’animal sauvage
entrer en collision
le chevreuil
la clôture parfumée
la clôture
le chercheur
fournir
l’étude
le chercheur
ici : examiner
la syntaxe
la phrase
la prononciation
le schéma linguistique
divergé
le commerce en ligne
réaliser
le service
la part
le chiffre d’affaires
rarement
la zone piétonne
le piéton
en moyenne
avoir un pouvoir d’achat
élevé
par personne
l’île de la mer du Nord
DEUTSCH ENGLISCH SPANISCH FRANZÖSISCH ITALIENISCH TÜRKISCH POLNISCH RUSSISCH
EIN GIGANTISCHES BILD (FORTSETZUNG) SEITE 11
die Betonplatte
das Wandbild
bewohnt
bauen
die Burg
die Erde
wegbaggern
die Mauer
der Granitstein
die Stadtverwaltung
der Maurer
sanieren
das Märchen
anmischen
der Mörtel
der Sand
der Schulhof
schreien
berichten
der Hausmeister
der Pfau
die Feder
die Fensterscheibe
der Rivale
verschwinden
das Wildtier
kollidieren
das Reh
der Duftzaun
der Zaun
der Forscher
liefern
die Studie
der Forscher
ermitteln
die Satzstellung
der Satz
die Aussprache
das Sprachmuster
abgewichen
der Onlinehandel
umsetzen
die Dienstleistung
der Anteil
der Umsatz
selten
die Fußgängerzone
der Fußgänger
durchschnittlich
eine hohe Kaufkraft
haben
pro Kopf
die Nordseeinsel
concrete slab
mural
inhabited
to build
castle
soil
to dig up
wall
granite
town council
brick-layer
to renovate
fairy tale
to mix
mortar
sand
schoolyard
to scream
to report
caretaker, janitor
peacock
feather
window-pane
rival
to disappear
wild animal
to collide
deer
scented fence
fence
researcher
here: to provide
study
researcher
to investigate
syntax
sentence
pronunciation
language pattern
deviated
online shopping
here: to turn over
service
percentage
turnover
rarely
pedestrian zone
pedestrian
on average
to have high spending
power
per capita
island in the North Sea
MACHEN STATT TRÄUMEN SEITE 11
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Wer wird
Kanzler?
W
ürden die Deutschen den Regierungs-
chef am 22. September direkt wählen,
wäre die Sache wohl schon jetzt entschie-
den. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage
würden 54 Prozent der Bürger Angela Mer-
kel von den Christdemokraten (CDU) gern
vier weitere Jahre als Kanzlerin sehen. Ihren
Herausforderer Peer Steinbrück von den
Sozialdemokraten (SPD) würden aktuell nur
20 Prozent zum Kanzler wählen. Am 22. September wählen die Deutschen ein neues Parlament
und damit indirekt einen neuen Kanzler. Wer regiert Deutschland in
den nächsten vier Jahren? Und welche politischen Ziele hat welche
Partei? Ein aktueller Überblick von Marcel Burkhardt.
der Überblick ≈ Orientierungshilfe; zusammenfassen-
des Bild
wohl hier: ≈ vermutlich
die F¶rsa-}mfrage, -n Umfrage des Meinungsforschungs -
instituts Forsa
der Herausforderer, - hier: Politiker, der dieselbe Position
erreichen möchte
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der W¡ttkampf, ¿e sportlicher Kampf, bei
dem man feststellt, wer
der/die Beste ist; hier:
Kampf um Wählerstimmen
die Konkurr¡nz hier: alle anderen Parteien
die ARD kurz für: Arbeitsgemein -
schaft der öffentlich-
rechtlichen Rundfunk -
anstalten der Bundes -
republik Deutschland =
Gruppe von Radio- und
Fernsehsendern
die CSU kurz für: Christlich-Soziale
Union
die FDP kurz für: Freie
Demokratische Partei
der K„nzlerinnen- Vorteil, den eine Kanzlerin
bonus wegen ihres Amtes hat
profitieren Vorteile haben
Die Deutschen wählen ihren Kanzler
aber nicht direkt. Sie wählen ihre Volks-
vertreter, die politischen Parteien angehö-
ren. Und im Wettkampf der Parteien ist die
Konkurrenz näher beieinander: Laut ARD-
Deutschlandtrend würden 42 Prozent der
Bundesbürger ihre Stimme der CDU/CSU-
Fraktion geben. Rund 26 Prozent würden
die SPD wählen, 13 Prozent die Grünen,
sieben Prozent Die Linke und fünf Prozent
die FDP. Mindestens fünf Prozent der Stim-
men braucht eine Partei, um ins Parla-
ment zu kommen.
Gemeinsam mit den Liberalen kämen
die Unionsparteien also auf 47 Prozent.
SPD, Grüne und Linke kämen auf 46 Pro-
zent. Die FDP hat allerdings stark an
Popularität verloren. Schafft sie es nicht
ins Parlament, müssen sich CDU/CSU einen
anderen Partner suchen. Das dürfte
schwer werden. Denn weder SPD noch
Grüne wollen mit der Union koalieren.
Nicht sicher ist außerdem, ob es den Uni-
onsparteien auch gelingt, „vom Kanzle-
rinnenbonus zu profitieren“, sagt die
Politikprofessorin Manuela Glaab (siehe
Interview nächste Seite). Es bleibt also
spannend bis zum Tag der Wahl.
Parlamentswahlen 2013
Wer gewinnt?
Kandidat Peer Stein-
brück oder Kanzlerin
Angela Merkel?
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„Ich kann Kanzler“
Peer Steinbrück und Angela Merkel, heißt
es, verstehen sich eigentlich gut. Sie haben
auch schon gut zusammengearbeitet in
einer gemeinsamen Regierung. Nun aber
will Steinbrück selbst Chef werden. „Ich
kann Kanzler“, sagt der 66-Jährige. Zu
Beginn seines Wahlkampfs fiel er aber vor
allem als „Pannen-Peer“ auf. Zum Beispiel
als bekannt wurde, dass er für Vorträge hohe
Honorare von Firmen nahm. Illegal war das
nicht – aber auch nicht gerade positiv für ein
Image als „Rächer der Armen“.
Die Debatte um gesellschaftliche Gerech-
tigkeit wird allerdings gerade auch nicht
intensiv geführt: 75 Prozent der Deutschen
zeigen sich mit ihren ökonomischen Per-
spektiven zufrieden. Deshalb wählt Stein-
brück nun die direkte Konfrontation mit der
Kanzlerin und macht das große Ausmaß der
US-Spionage in Deutschland zum Thema
(siehe Deutsch perfekt 8/2013). Merkel will
davon nur wenig gewusst haben. Das glaubt
Steinbrück nicht. Die Kanzlerin habe zuge-
lassen, dass die Grundrechte der Deutschen
„millionenfach verletzt“ worden seien.
Ob Steinbrücks Strategie zum Erfolg führt,
ist nicht sicher. Denn eine Mehrheit der
Deutschen will den Spionage-Skandal nicht
als Wahlkampfthema haben. Steinbrück
versucht, die aktuelle Regierung deshalb
auch in anderen wichtigen Themenbe-
reichen anzugreifen, zum Beispiel bei den
hohen Mieten und Staatsschulden. Vor
allem aber wirft Steinbrück Merkel vor, dass
sie die Reformen ihres sozialdemokratischen
Amtsvorgängers Schröder nur verwalte und
die Früchte dafür ernte. Er dagegen wolle
Deutschland weiter gestalten.
„Für Peer Steinbrück wird es schwer“
Manuela Glaab ist Politikprofessorin an der rheinland-pfälzischen Universität Koblenz/Landau.
Im direkten Kanzlerkandidatenvergleich ist Angela Merkel bei den Wählern deutlich belieb-
ter als Peer Steinbrück. Was könnte den Wahlkampf noch einmal spannend machen?
Für Peer Steinbrück wird es sehr schwer, in der Gunst der Wähler gegenüber Angela Merkel noch
einmal aufzuholen. Aus der Forschung wissen wir: Wer einmal ein Negativimage hat, kann es
nur mühsam wieder korrigieren. Damit sich das Meinungsbild in kurzer Zeit noch verbessert,
müsste es schon zu überraschenden, kritischen Ereignissen kommen, die die Wähler an Merkels
Kompetenz stark zweifeln lassen.
Wähler und Medien sprechen vom Duell Merkel gegen Steinbrück. Der Kanzler wird aber gar
nicht direkt gewählt. Welchen Grund hat das, und wie kommt es dann zur Kanzlerwahl?
In der Bundesrepublik Deutschland wurde 1949 ganz bewusst ein parlamentarisches Regie-
rungssystem eingeführt, in dem nur der Deutsche Bundestag eine direkte Legitimation durch
Volkswahl besitzt. Dadurch sollte das Parlament gestärkt werden und das wichtigste Bundes-
organ sein. Der Bundeskanzler wird also durch den Bundestag auf Vorschlag des Bundespräsi-
denten gewählt. Dieses Vorschlagrecht des Bundespräsidenten ist formaler Natur: Er orientiert
sich an den zuvor geführten Koalitionsverhandlungen der Parteien. So schlägt er die Person zur
Kanzlerwahl vor, die eine Parlamentsmehrheit hinter sich hat. In der Regel kommt der Kanzler
aus den Reihen der stärksten Parlamentsfraktion.
Welche Parteien haben die besten Chancen auf eine Regierungsbeteiligung?
Es wird nach der Bundestagswahl auf jeden Fall eine Koalitionsregierung geben. Weil die bei-
den großen Parteien, CDU/CSU und SPD, bestimmte Koalitionskonstellationen ausgeschlossen
haben, kann es wieder zu einer Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD kommen. Eine spannen-
de Frage ist, ob die FDP wieder in den Bundestag kommt und zusammen mit CDU/CSU eine Mehr-
heit bilden kann. Das ist zurzeit aber noch nicht sicher. Für die Grünen stehen zwar die eigenen
Wahlchancen gut. Wegen der Schwäche der SPD haben sie aber schlechte Aussichten, an die
Regierung zu gelangen.
In den Bundestag kommen nur Parteien, die mindestens fünf Prozent der Stimmen bekom-
men. Vor allem kleine Parteien wünschen sich ein Ende dieser sogenannten Fünf-Prozent-
Hürde. Wäre das in einer modernen Demokratie sinnvoll?
Es kommt ganz darauf an, welches Repräsentationsprinzip einem lieber ist. Soll eine genaue
Spiegelung des Wählerwillens erreicht werden, dann erscheint der Ausschluss kleinerer Partei-
en nicht gerechtfertigt. Ein Ende der Fünf-Prozent-Hürde hätte allerdings eine stärkere Zersplit-
terung des Parteiensystems zur Folge, was die Mehrheitsbildung im Parlament komplizierter
machen würde. Es wird damit auch schwieriger, stabile Koalitionsregierungen zu bilden. Die
Fünf-Prozent-Hürde wurde in das Wahlsystem integriert, um dessen Funktionalität zu garantie-
ren. Das halte ich immer noch für richtig, zumal auch kleinere Parteien eine realistische
Chance haben, in den Bundestag einzuziehen.
die G¢nst hier: ≈ Sympathie
aufholen hier: schaffen, dass er posi-
tiver gesehen und mehr
gemocht wird
das Meinungsbild hier: Image
die Kompet¡nz Können und Wissen
bew¢sst gut überlegt
einführen etwas Neues bekannt
machen
die Legitimation, -en ≈ Erlaubnis; Recht
das B¢ndesorgan, -e ≈ Institution des Staates
zuvor hier: davor; vorher
die Koalitionsver- Diskussion von Koalitions-
handlung, -en parteien, um gemeinsame
politische Ziele zu verein-
baren
die Regierungs- Teilnahme an der Regierung
beteiligung
ausschließen hier: entscheiden, mit wel-
cher Partei es keine Koali-
tion geben wird
b“lden hier: bekommen; formen
die H•rde, -n hier: Klausel; Regel
das Repräsentations- hier: ≈ Prinzip, welche und
prinzip, -prinzipien wie viele Parteien im
Parlament vertreten sein
sollen
erscheinen hier: wirken
n“cht ger¡chtfertigt ohne guten Grund
zur F¶lge haben als Ergebnis haben
die Zerspl“tterung von: zersplittern ≈ in viele
kleine Teile kaputtgehen;
hier: viele kleine Parteien
werden
zumal vor allem; weil
|ch k„nn K„nzler. Titel einer Fernsehsendung, bei der die Zuschauer einen
Teilnehmer wählen konnten; gemeint ist: Ich weiß genau,
was man als Kanzler tun muss.
auffallen hier: bemerkt werden; gesehen werden
das Honorar, -e Bezahlung für die Arbeit von Selbstständigen
der Ræcher, - hier: Person, die den Reichen Geld nehmen und es den
Armen geben will
das Ausmaß, -e Maß; Intensität
zulassen hier: möglich machen; erlauben
„ngreifen attackieren
der [mtsvorgänger, - Person, die vorher die Position und die Aufgaben hatte
die Fr•chte ¡rnten hier: ≈ Positives bekommen
gest„lten hier: organisieren; aktiv sein; die Kontrolle haben
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Parlamentswahlen 2013
Die Wahl in Zahlen Fast 62 Millionen Bürger dürfen
am 22. September bis 18 Uhr je zwei Stimmen für
einen Kandidaten und eine von 30 Parteien abgeben
und so mitentscheiden, wer einen der mindestens
598 Sitze im neuen Bundestag bekommen wird
%
Die Krisengewinnerin
Angela Merkel inszeniert sich perfekt so,
wie sich die meisten Deutschen auch
selbst gern sehen: als fleißig, bodenstän-
dig, vernünftig. Kritiker sahen in ihr aber
auch eine „Zauderkünstlerin“, die sich
nicht klar positioniert und lieber wartet,
wie sich die Lage entwickelt, um dann
den stärkeren Kräften beizustehen.
Bewunderer loben dagegen die Stärke der
59-Jährigen, „Probleme aussitzen“ zu
können.
In der schweren Euro-Krise hat diese
Eigenschaft der Bundeskanzlerin geholfen.
Inzwischen gilt sie als „Europas starke
Frau“, die einem ganzen Kontinent vor-
schreibt, wie er seine Krise zu lösen habe.
Vor allem in Südeuropa hat die deutsche
Regierungschefin deshalb nicht nur
Freunde. Aber so, wie die Dinge stehen,
erscheint Merkel den meisten Deutschen
als kluge Krisenmanagerin.
Seit acht Jahren ist die Ostdeutsche
Bundeskanzlerin. Inzwischen wird Merkel
oft schon als „Präsidentenkanzlerin“
beschrieben. Das bezieht sich zum einen
auf ihre hohen Popularitätswerte weit
über die Grenzen ihrer Partei hinweg. So
beliebt wie die Kanzlerin ist, sind es sonst
nämlich nur Bundespräsidenten. Die Ana-
logie zur Präsidentenrolle bezieht sich zum
anderen aber auch auf Merkels Innenpo-
litik, mit der sie niemandem wehtun
möchte. Der Bundespräsident ist politisch
nämlich traditionell ziemlich neutral.
Anders als ihr sozialdemokratischer Amts-
vorgänger Gerhard Schröder wagt sie keine
Reformen, die ihre Popularität bei den
Wählern verringern könnten.
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Viele sehen die
Christdemokraten mit
Kanzlerin Angela Merkel
in der Favoritenrolle.
s“ch inszenieren ≈ eine Show machen,
bei der man selbst im
Zentrum steht
bodenständig mit der Heimat verbun-
den; hier auch: durch-
schnittlich; pragmatisch
die Zauderkünstlerin, Wortspiel mit: Zauber-
-nen künstlerin = Künstlerin,
die Magie vor Publikum
zeigt
(zaudern lange überlegen, bevor
man sich entscheidet)
beistehen helfen; unterstützen
der Bew¢nderer, - Person, die jemanden/
etwas toll findet
Probleme aussitzen nichts tun, warten
und hoffen, dass sich
ein Problem von selbst
löst oder von anderen
erledigt wird
die Eigenschaft, -en Charakteristikum
vorschreiben sagen, was zu tun ist
wie die D“nge stehen wie die aktuelle Lage ist
erscheinen hier: wirken
die |nnenpolitik hier: Ziele einer Partei
zu Themen, die im
Inland relevant sind
wagen den Mut haben, etwas
zu tun
verr“ngern reduzieren; weniger
machen
„ntreten hier: teilnehmen
b“lden hier: formen
das Unternehmen, - Firma
das Engagement franz. hier: aktive Teilnahme
am sozialen Leben;
Lernen der deutschen
Sprache
k¶sten hier: ≈ der Grund sein,
dass jemand etwas ver-
liert
sch„ffen hier: machen, dass es
etwas gibt
Die wichtigsten Parteien
CDU/CSU
Die CDU (Christlich Demokratische Union)
und ihre bayerische Schwesterpartei CSU
(Christlich-Soziale Union) treten bei der
Bundestagswahl gemeinsam an. Im Parla-
ment bilden die Parteien eine Fraktion.
CDU/CSU gelten als konservativ. Sie wollen
die Position der Unternehmen stärken. Die
CDU sieht sich traditionell als wichtigste
deutsche Europapartei. Von Migranten
erwartet sie ein starkes Engagement für
ihre Integration.
SPD
Die SPD (Sozialdemokratische Partei
Deutschlands) gilt noch immer als Arbei-
terpartei. Mit Kanzler Gerhard Schröder
war die SPD aber einen Weg gegangen, der
vor allem den Interessen der Wirtschaft
diente. Das hat die Partei viele Stimmen
ihrer Wähler gekostet. Inzwischen spricht
die SPD wieder mehr davon, „soziale
Gerechtigkeit“ schaffen zu wollen. Sie will
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möglich in die Freiheit der Bürger und
Unternehmen eingreifen. Die Partei setzt
sich für geringe Steuern und wenig Büro-
kratie ein. Dadurch soll vor allem die Wirt-
schaft gestärkt werden. Zu den traditionel-
len Wählern der FDP zählen deshalb vor
allem gut verdienende Angestellte und
Selbstständige.
Die Linke
Die Partei Die Linke kritisiert das „kapita-
listische Wirtschaftssystem“ und möchte
ein viel stärkeres Umverteilen des Reich-
tums zugunsten von schwächeren Mitglie-
dern der Gesellschaft. Menschen mit
hohem Einkommen und Unternehmen
sollen dafür viel höhere Steuern zahlen.
Das Ziel der Partei ist es, in ganz Deutsch-
land eine starke Alternative zur SPD zu
sein. Die Partei hat aber vor allem in Ost-
deutschland viele Wähler. 2
zum Beispiel Mindestlöhne in Deutsch-
land, um die Position der Arbeiter zu
stärken.
Bündnis 90/Die Grünen
Auch die Grünen wollen schwächere Mit-
glieder der Gesellschaft mehr unterstüt-
zen. Dafür sollen gut Verdienende und
Unternehmen höhere Steuern zahlen. Die
Grünen sind außerdem für eine offenere
Asylpolitik und eine bessere Integration
von Flüchtlingen in die deutsche Gesell-
schaft. Traditionell setzt sich die Partei für
den Umweltschutz ein. Sie war als erste für
ein Ende der Atomenergie und den Ausbau
von Sonnen-, Wind- und Wasserenergie in
Deutschland.
FDP
Nach dem Willen der FDP (Freie Demokra-
tische Partei) soll der Staat so wenig wie
Katrin Göring-Eckardt Die Theo-
login kandidiert für die Grünen
FDP-Chef Philipp Rösler Kommt
seine Partei wieder ins Parlament?
Katja Kipping Unterwegs für
Die Linke
Auch Österreich wählt
Auch in Österreich wählen die Bürger Ende September ein neues Parlament, den Nationalrat.
Anders als in Deutschland dürfen am 29. September schon die 16-Jährigen ihre Stimme abge-
ben. Die besten Chancen auf einen Wahlerfolg hat die Sozialdemokratische Partei Österreichs
(SPÖ) mit ihrem Chef Werner Faymann. Ähnlich wie in Deutschland die CDU mit Kanzlerin Mer-
kel hofft die SPÖ auf den Kanzlerbonus. Sie macht dabei aber rote Kernthemen wie Arbeit,
Soziales und Bildung zum zentralen Thema. Außerdem sehen Beobachter im SPÖ-Wahlkampf
eine Portion „Klassenkampfrhetorik“ gegen „die Herrschaft der Milliardäre“.
Kräftige Konkurrenz macht der SPÖ der aktuelle Koalitionspartner, die Österreichische
Volkspartei (ÖVP) mit Vizekanzler Michael Spindelegger, der in Zukunft selbst Kanzler sein
möchte. Die Partei will zu den Themen Wirtschaft, Familie, Wohnen und Sicherheit bessere Pro-
gramme als die SPÖ bieten.
Die Grünen setzen neben ihren klassischen Umweltschutzthemen in einer Zeit, in der in
Österreich viele Korruptionsskandale öffentlich geworden sind, auf den Kampf gegen Kor-
ruption.
Für Überraschungen will die rechtspopulistische Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) sor-
gen. Beobachter befürchten, dass die FPÖ wiederholt einen Wahlkampf zum Nachteil von Mig-
ranten und Asylbewerbern macht.
Konkurrenz bekommen die etablierten Parteien vom „Team Stronach“, das der österrei-
chisch-kanadische Milliardär Frank Stronach führt. Er will, wie die Liberalen in Deutschland,
vor allem eine unternehmerfreundliche Politik und einen Abbau von Bürokratie.
der K„nzlerbonus Vorteil, den ein Kanzler
wegen seines Amtes hat
rot hier: links; sozialdemokra-
tisch
das K¡rnthema, ≈ zentrales Thema
-themen
die B“ldung hier: Lernen in Schule und
Ausbildung
Konkurr¡nz m„chen hier: Wähler wegnehmen
der Vizekanzler, - ≈ zweiter Kanzler
für Überr„schungen der Grund für Überraschun-
s¶rgen gen sein
etabliert hier: mit langer Tradition
unternehmer- gut für Unternehmer
freundlich
(der Unternehmer, - Besitzer und oft auch Leiter
einer Firma)
der [bbau von: abbauen = reduzieren;
weniger werden lassen
der M“ndestlohn, ¿e Lohn, den jemand min-
destens bekommen muss
¶ffen hier: frei; ohne viele büro-
kratische Regeln
der Fl•chtling, -e Person, die aus religiösen,
politischen oder ethischen
Gründen ihre Heimat ver-
lassen hat/musste
s“ch einsetzen für viel für eine Person oder
Sache tun
die Atomenergie Nuklearenergie
der Ausbau von: ausbauen = hier:
mehr bauen
eingreifen hier: kontrollieren
¢mverteilen anders oder neu verteilen
der Reichtum großer Besitz
zug¢nsten von zum Vorteil von
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at er geträumt? Oder träumt er noch? Wer
weiß. Vielleicht passiert ja wirklich alles ge-
nau so, wie es Franz Kafka (1883 - 1924) in seiner
Erzählung Die Verwandlung schreibt: Gregor
Samsa wacht eines Morgens nach einer unruhigen
Nacht in seinem Bett auf. Da merkt er: Er hat sich
in ein großes Insekt verwandelt.
„Es war kein Traum“, schreibt Kafka. „Sein
Zimmer, ein richtiges, nur etwas zu kleines Men-
schenzimmer, lag ruhig zwischen den vier wohl-
bekannten Wänden.“ Gregor Samsa ist ein Käfer.
Er denkt wie ein Mensch. Aber er kann sich seiner
Familie nicht mehr mitteilen: Statt seiner Worte
hören die anderen nur eine Tierstimme. Monate-
lang lebt Gregor Samsa als Käfer, eingesperrt in sei-
nem Zimmer. Bald beginnt die Familie, das Insekt
zu hassen. „Weg muss es“, sagt die Schwester
Grete schließlich zum Vater. Zu Beginn brachte sie
dem Bruder noch mit viel Liebe das Essen. Nun ist
ihr Hass am größten. „Du musst bloß den Gedan-
ken loszuwerden versuchen, dass es Gregor ist“,
sagt sie. Kurze Zeit nachdem er diese Worte mitge-
hört hat, stirbt Gregor.
Ist Die Verwandlung eine Traumgeschichte?
Eine Metapher? Und wenn ja: wofür? Kaum ein
Text Kafkas wurde so intensiv analysiert und inter-
pretiert wie seine berühmteste Erzählung. Zu allen
Ansätzen gibt es Interpretationen. Zum Beispiel
autobiografisch: Kafka lebte wie Gregor Samsa
noch als Erwachsener bei seiner Familie, was zu
vielen Konflikten führte. Expressionistisch: Kafka
galt trotz seiner klaren Sprache als expressionis-
tischer Schriftsteller. Genauso psychoanalytisch:
Sigmund Freuds Theorien des Unbewusstenwaren
damals sehr populär.
Aber egal, aus welcher Perspektive man die
Geschichte untersucht: Das Wichtigste ist der Text.
Die einfache Sprache, mit der Kafka seine unheim-
liche Geschichte erzählt, fasziniert – und gibt ihr
eine eigene Realität. Die Journalistin Milena Jesens-
ká, mit der Kafka eine kurze Liebesbeziehung
hatte, schreibt in ihrem Nachruf für den Schriftstel-
ler über dessen Texte: „Sie besitzen eine wahrhaf-
tige Nacktheit, die sie auch dort noch naturalistisch
erscheinen lässt, wo sie in Symbolen sprechen.“
Die Verwandlung ist einer der wenigen Texte,
die Kafka zu seinen Lebzeiten publiziert hat. Nur
seine Erzählungen und ein paar andere Artikel,
zum Beispiel Buchkritiken, wurden vor seinem Tod
in Zeitschriften oder als Bücher gedruckt. Zwar
war Kafka als Autor bekannt, aber leben konnte er
davon nicht. Er arbeitete als Jurist bei einer Prager
Versicherung.
Kafka war Perfektionist: Er wollte nur das Fer-
tige, Perfekte publizieren. Seine Romane konnte er
alle nicht mehr zu Ende schreiben, bevor er mit nur
40 Jahren an Tuberkulose starb. In sein Testament
schrieb er: Alle Fragmente und Texte aus dem
Nachlass sollen weggeworfen werden.
Es ist ein großes Glück, dass Kafkas Freund und
Nachlassverwalter Max Brod diesen Wunsch igno-
rierte und die Schriften publizierte. So legte er die
Basis für Kafkas Welterfolg. Seine Texte gelten
heute als Klassiker der europäischen Moderne und
auf der ganzen Welt als Meisterwerke.
Kafka spielt in seiner Literatur mit dem Uner-
klärlichen. Immer ist ein Mensch plötzlich in einer
Situation ohne Hoffnung, in die er ohne eigene
Schuld gekommen ist. Daher kommt auch das
Wort „kafkaesk“, das heute im wirklichen Leben
für Situationen dieser Art benutzt wird. Situatio-
nen, wie die von Gregor Samsa und auch von Josef
K., der Hauptfigur von Kafkas berühmtestem
Roman, Der Prozess: Er wird eines Morgens plötz-
lich verhaftet.
Eine Lösung gibt es für Kafkas Figuren sel-
ten. Am Ende steht fast immer der Tod.
2 Barbara Kerbel
In seiner berühmtesten Erzählung, Die Verwandlung, macht
Franz Kafka seine Figur zum Insekt. Als Lösung bleibt am Ende nur der Tod.
Weltliteratur Bücher, die um die Welt gingen
Teil 3: Kafkas Die Verwandlung
Ohne
Hoffnung
die Verw„ndlung, -en von: sich verwandeln =
hier: im Aussehen ganz
anders werden
der Tod, -e Ende des Lebens
wohlbekannt gut bekannt; genau bekannt
der Käfer, - sehr kleines Tier mit sechs
Beinen
s“ch m“tteilen sagen, was man denkt und
fühlt
eingesperrt unfrei; in ein Zimmer oder
Haus geschlossen
h„ssen ÷lieben
bloß hier: ≈ nur
loswerden hier: ≈ frei werden von
die Traumgeschichte, Geschichte, die man träumt
-n
der [nsatz, ¿e hier: Richtung der Interpre-
tation, z. B. psychologisch
führen zu der Grund sein für
g¡lten „ls … nach Meinung vieler … sein
das }nbewusste Bereich der menschlichen
Psyche (z. B. Intuition,
Instinkt)
¢nheimlich so, dass es Angst macht
faszinieren hier: ≈ sehr gut gefallen
der Nachruf, -e ≈ Worte, mit denen man
etwas über das Leben einer
vor Kurzem gestorbenen
Person erzählt und sie lobt
wahrh„ftig ehrlich; wirklich
die N„cktheit von: nackt = ohne Kleidung;
hier: ≈ Zustand, der einen
Menschen und seine
Gefühle ohne Tabu zeigt
natural“stisch er- hier: ≈ machen, dass man
scheinen l„ssen denkt, dass sie naturalis-
tisch sind
zu seinen Lebzeiten während seines Lebens
der Artikel, - hier: Text in einer Zeitung
das Testam¡nt, -e schriftliche Erklärung einer
Person, wer nach ihrem Tod
ihren Besitz bekommen soll
der Nachlass, ¿e alle Dinge, die bleiben,
nachdem eine Person
gestorben ist (z. B. Geld,
Haus …; hier besonders:
Geschriebenes)
der Nachlass- Person, die sich um den
verwalter, - Nachlass einer gestorbenen
Person kümmert
das Meisterwerk, -e hier: besonders guter Text
unerklärlich/ so, dass man etwas nicht
¢nerklärlich erklären kann
verh„ften fangen und ins Gefängnis
bringen
(das Gefængnis, -se Gebäude, in das Kriminelle
geschlossen werden)
Franz Kafka Perfektionist aus Prag
PLUS
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54 9/13
Mein erster Monat
in Kressbronn
Kate Board
V
or meinem Umzug nach Deutschland hatte
ich ganz schön Angst. Ich konnte nämlich
fast gar kein Deutsch. Aber ich wollte unbedingt
umziehen. In Deutschland wurde mir nämlich
eine Stelle als Zeppelinpilotin angeboten.
Seit meinem 19. Geburtstag weiß ich: Ich
will fliegen. Also habe ich einen Flugschein
gemacht. Zuerst bin ich Flugzeug geflogen, spä-
ter auch Zeppelin – wie jetzt hier am Bodensee.
Meine Kollegen sprechen alle sehr gut Eng-
lisch. Trotzdem helfen sie mir, Deutsch zu ler-
nen. Die Sprache brauche ich nämlich beruflich.
Zum Beispiel, wenn ich im Zeppelin Durchsagen
mache. Am Anfang hat mich das sehr nervös
gemacht. Jetzt ist es normal für mich.
Am meisten überrascht hat mich in Deutsch-
land, wie direkt die Menschen sind. Ein Bei-
spiel: „Lass uns bald mal einen Kaffee trinken
gehen.“ In England ist das eine wenig konkrete
Idee für die Zukunft. Ein Deutscher sagt das?
Dann kann man schon einmal ein schönes Café
suchen.
Genauso ist es auch bei anderen Angeboten.
Mir haben zum Beispiel viele Menschen Hilfe
angeboten. Für den Anruf bei der Bank genauso
wie für den Besuch im Rathaus – da ist es nicht
beim Angebot geblieben. Das gefällt mir.
Sehr überrascht war ich auch bei meinem ers-
ten Besuch am Strand von Kressbronn. Der Ort
liegt ja direkt am Bodensee. Meine Freunde sind
einfach zum Wasser gelaufen. Ihre Handys,
Geldbörsen und Taschen haben sie auf dem
Handtuch liegen lassen. „Seid ihr verrückt?“,
habe ich sie gefragt. Aber sie hatten keine Angst
– und die Sachen waren am Ende wirklich noch
alle da.
Die Deutschen sind nicht nur am Strand ehr-
lich. Mein Freund hat nach einem Besuch im
Restaurant gemerkt, dass seine Geldbörse fehlt.
Er wollte sofort seine Kreditkarten sperren. Ich
habe erst einmal in dem Restaurant angerufen.
Sie hatten die Börse, in der viel Geld war. Weil
sie dachten, dass wir Touristen sind, haben sie
alle Hotels im Ort angerufen.
Zum ersten Mal seit 1998 fühle ich mich jetzt
an einem Ort zu Hause. Nicht nur, weil die
Bodenseeregion so schön ist. Sondern auch, weil
ich jetzt längere Zeit an einem Ort lebe. In den
letzten Jahren habe ich sehr viel im Hotel gelebt.
Aus Deutschland möchte ich nie wieder weg-
ziehen.
2 Interview und Text: Tanja Haas
kl¡ttern ≈ mit Händen und Füßen auf
einen Berg gehen
der }mzug, ¿e Wechseln der Wohnung oder des
Wohnortes
g„nz schön ziemlich
¢nbedingt/unbed“ngt absolut
w¢rde … „ngeboten ≈ hat man … angeboten
der Flugschein, -e Dokument: Es zeigt, dass man
ein Flugzeug fliegen kann.
die Zukunft die nächste Zeit
Da “st ¡s n“cht beim hier: Man hat nicht nur Hilfe
[ngebot geblieben. angeboten, sondern auch aktiv
geholfen.
einfach hier: ≈ ohne Angst; ohne Sorge
ehrlich hier: ≈ korrekt; so, dass man
einem anderen nichts wegnimmt
sp¡rren hier: machen, dass man etwas
nicht (mehr) benutzen kann
Kressbronn
Wo es liegt: Baden-Württemberg
Wie viele dort wohnen: 8250 Einwohner
Was interessant ist: Lage am Bodensee, dem größten deutschen See, an der Oberschwäbischen
Barockstraße und der Württembergischen Weinstraße
HEIMAT: England
ALTER: 38 Jahre
BERUF: Zeppelinpilotin
ERSTER MONAT: Februar 2012
HOBBYS: Klettern,
Spazierengehen
Mein Tipp
Zum Lernen sehe ich gern Aufzeichnungen von
Fernsehsendungen an, die ich schon auf Englisch
kenne. Unbekannte Wörter schlage ich mit
meinem Smartphone nach. Dazu diktiere ich sie
meinem Telefon, das das Wort dann schreibt.
„nsehen hier: ≈ als Publikum sehen
die Aufzeichnung, -en hier: Fernsehsendung: Sie wird
gespeichert und zu einem
späteren Termin im Fernsehen
gezeigt.
nachschlagen hier: die Bedeutung von einem
Wort suchen
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LEICHT
die Lage ≈ Stelle: Dort liegt ein Ort.
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Jeden Monat im Heft!
Die jungen Seiten von
55 9/13
55_Deins_0913 01.08.13 10:41 Seite 55
56 9/13
Spionage, Kommunikation und Revolution: Das alles passiert
im Internet. Ohne das World Wide Web funktioniert heute fast
nichts mehr. Viele lieben die Möglichkeiten, die sie online haben.
Andere warnen vor Gefahren. Wir fragten:
Das Internet revolutioniert die technische Kommunika-
tion zwischen Menschen, wie bestimmt keine andere
Erfindung vorher. Die mit dem Internet entstandene glo-
bale Vernetzungsstruktur baut wesentlich auf der schnel-
len Entwicklung der Computertechnik sowie der damit
zusammenhängenden Digitalisierung auf, den sogenann-
ten „Neuen Medien“. Sie geht aber in ihrer gesellschaft-
lichen Wirkung über diese oft als „digitale Revolution“
bezeichneten Grundlagen weit hinaus. Durch die prak-
tisch grenzenlose globale Vernetzung aller Teilnehmer
des Internets ist ein virtueller öffentlicher Raum entstan-
den, der nicht nur in seiner Größe, sondern auch in sei-
ner Qualität ganz neue Maßstäbe setzt.
In der geschichtlichen Entwicklung gibt es einige ent-
scheidende und wichtige Ereignisse der Kommunikati-
onsentwicklung, die zu gesellschaftlichen Veränderungen
geführt haben: zum Beispiel die Entwicklung des Telegra-
fen, die Erfindung des Buchdrucks und – neueren Datums
– der Ausbau des Rundfunks, also Radio und Fernsehen.
Diese haben fast immer auch zu mehr Freiheit, mehr
Demokratie und sogar mehr Frieden geführt. Das soge-
nannte Westfernsehen und seine Rolle in der Geschichte
der Deutschen Demokratischen Republik ist das jüngste
Beispiel für solche grenzüberschreitenden Effekte.
Also bringt auch das Internet nicht nur neue Freihei-
ten für seine Nutzer, sondern auch mehr Freiheit für die
Menschen insgesamt. Es bringt, ganz im Bild eines globa-
len Dorfes, die Menschen weltweit näher zusammen und
erlaubt selbstbestimmte Gemeinschaft. Diese Freiheit
muss nun aber auch gestaltet, gefestigt und verteidigt wer-
den. Man kann die neue Technologie nämlich auch zur
Überwachung missbrauchen. Ob die Informationsgesell-
schaft für uns eher negativ oder positiv sein wird, entschei-
den wir am Ende gemeinsam selbst.
sch„ffen hier: entstehen lassen
begehen hier: ≈ machen; tun
JA
der B¢ndestags- Kandidat, der Mitglied im
kandidat, -en Parlament werden will
die Vern¡tzungs- Struktur der Verbindung von
struktur, -en Computern und dem Internet
aufbauen hier: als Grundlage haben
sowie und
die Digitalisierung von: digitalisieren = Musik,
Filme, Bilder … in ein Format
bringen, in dem man sie für das
Internet speichern kann
bezeichnen nennen
pr„ktisch hier: wirklich; tatsächlich
einen Maßstab s¡tzen ≈ ein Kriterium / eine Norm als
ideales Beispiel geben
entscheidend hier: wesentlich; sehr wichtig
neueren Datums erst vor ein paar Jahren
der Ausbau von: ausbauen = hier: mehr und
besser machen
gr¡nzüberschreitend hier: so, dass es über die
Landesgrenze hinaus wirkt
gest„lten hier: ≈ organisieren; planen
f¡stigen sicher machen
verteidigen hier: vor Kriminalität schützen
die Überw„chung ≈ Kontrolle
missbrauchen hier: für eine falsche Sache
benutzen
eher hier: ≈ mehr
NEIN
scheinbar nicht wirklich
auffliegen hier: entdeckt werden
bel„ngen erreichen, dass es zu einem
Gerichtsprozess kommt
der Kavaliersdelikt, gesetzlich verbotene Handlung,
-e die aber von der Gesellschaft
toleriert wird
længst schon lange
s“ch eindecken m“t hier: sich (illegal) besorgen
hochauflösend hier: in sehr guter Qualität
her¢nterladen aus dem Internet holen und auf
dem Computer speichern
der Urheber, - hier: z. B. Autor, Komponist,
Künstler, Fotograf ...
zustehen das Recht haben auf
der Schadenersatz finanzielle Kompensation für
einen Schaden
einfordern energisch fordern
s“ch r“chten gegen als Ziel haben
die [bzocke, -n von: abzocken =
zu viel Geld nehmen
eintreten für viel für eine Person oder Sache
tun
hingegen hier: aber
der Verbraucher, - Person, die Waren kauft und
benutzt
vielmehr ≈ im Gegenteil
stændig immer; dauernd
w„ndeln ohne Ziel herumgehen; hier: im
Internet surfen
die Zielscheibe, -n rundes, flaches Teil mit farbigen
Kreisen, das man beim Schießen
treffen soll; hier: Opfer
bl“nd hier: ohne Tabu
g„nz zu schweigen hier: ≈ Die … haben noch viel
v¶n … größeren Schaden.
Bringt das
Internet Freiheit?
„Das Internet bringt die
Menschen weltweit näher
zusammen und erlaubt selbst-
bestimmte Gemeinschaft.“
Ja
Jens Seipenbusch ist
Bundestagskandidat der
Piratenpartei Deutschland.
Ja oder Nein?
SCHWER
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Ludwig Rentzsch ist Rechtsanwalt für
Künstler-, Medien- und Internetrecht.
Nein
Freiheit schafft das Internet vor allem für Kriminelle, die
weltweit und im Schutze der Anonymität Straftaten bege-
hen können. Wertgegenstände wie teure Markenuhren,
Schmuck und Fotokameras, die der Verkäufer gar nicht
hat, werden über Plattformen wie Ebay gleich mehrfach
und zu scheinbar günstigen Preisen zum Verkauf angebo-
ten. Natürlich sieht der Käufer nie die Ware. Sein Geld aber
ist weg. Bis der Betrug auffliegt, ist der Täter jedoch meis-
tens weg. Man schafft es nur sehr selten, ihn zu belangen.
Taten, die in der realen Welt auf keinen Fall als Kava-
liersdelikte gelten, sind im Internet längst gesellschaftlich
akzeptiert. So ist es allgemein üblich, sich kostenlos mit
ganzen Musikalben populärer Künstler einzudecken. Auch
hochauflösende Filme, die aktuell sogar noch im Kino zu
sehen sind, werden gern heruntergeladen und weitergege-
ben. Fotos findet man plötzlich auf fremden Internetseiten
wieder, wo sie kommerziell genutzt und sogar zum Ver-
kauf angeboten werden. Der Fotograf wurde vorher natür-
lich nicht gefragt. Und nun soll er akzeptieren, dass frem-
de Leute mit seinen Bildern Geld verdienen.
Wenn deshalb Post vom Anwalt kommt und der
Urheber den ihm zustehenden Schadenersatz einfor-
dert, richtet sich die Wut nicht selten gegen diese Art
von „Abzocke“ der für die Rechte der Künstler eintre-
tenden Anwälte.
Der Normalbürger hingegen ist nicht wirklich frei,
auch wenn er das oft denkt. Er bewegt sich im Internet
– ob auf Facebook oder Twitter, als Verbraucher im
E-Commerce oder als bloße IP-Adresse – vielmehr als
gläserner Mensch. Er wird ständig beobachtet und ist
wandelnde Zielscheibe blinder Gewalt, wie ganz aktu-
ell zum Beispiel der NSA-Skandal zeigt. Von den Opfern
schwerer Verbrechen ganz zu schweigen. Die Medaille
„Internet“ hat eben auch eine negative Seite.
„Freiheit schafft das Internet
vor allem für Kriminelle, die im
Schutze der Anonymität
Straftaten begehen können.“
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58 9/13
platzes, aber das sind so wenige wie seit 1990
nicht mehr. Vor sieben Jahren sah das noch ganz
anders aus: Damals sahen 80 Prozent der Deut-
schen in Arbeitslosigkeit das größte Problem.
Wachsende Sorge haben die Deutschen auch
um den Verlust ihres Geldwertes. Rund 29 Pro-
zent der Befragten haben demnach Angst vor
Inflation. Zum Vergleich: In Österreich, das in
einer ähnlichen Lage wie Deutschland ist, halten
nur 13 Prozent der Befragten die Inflation für ein
großes Problem.
Besonders stark wächst bei den Deutschen
aktuell auch die Sorge vor Armut. Diese schien
in der Wahrnehmung der Bürger lange gar nicht
zu existieren. Das änderte sich 2005 mit den
neuen Sozialgesetzen. Damals nannten zum ers-
ten Mal zwei Prozent der Befragten Armut als
ihre Sorge. Inzwischen sorgen sich 13 Prozent
der Bundesbürger um Armut.
Anders ist es bei Zuwanderung und Integra-
tion. Als zu Beginn der 90er-Jahre jedes Jahr
Hunderttausende Menschen in Deutschland Asyl
beantragten, sahen darin bis zu 68 Prozent der
Befragten ein großes Problem. Heute fällt das
Integrationsthema nur noch acht Prozent der
Deutschen als Problem ein.
In Deutschland leben immer mehr Menschen allein. Laut Statistischem Bundesamt war es im letzten Jahr
schon jeder Fünfte. Insgesamt stieg die Zahl der allein lebenden Menschen auf 15,9 Millionen. Vor 20 Jahren gab es in Deutschland erst 11,4
Millionen allein Lebende. In 75 Prozent der Haushalte wohnen außerdem nicht mehr als zwei Menschen. Der Anteil der Drei-Personen-Haushalte
ging zuletzt von 17 auf zwölf Prozent zurück. Bei Haushalten mit vier und mehr Menschen gab es einen Rückgang von 18 Prozent auf rund zwölf
Prozent. „Die typische Familie ist in Deutschland ein Auslaufmodell“, kommentiert Spiegel Online die Entwicklung. Nach aktuellen Berechnungen
der Statistiker werden bis 2030 insgesamt mehr als 80 Prozent der Haushalte aus einer Person oder zwei Personen bestehen.
DIE SORGEN DER DEUTSCHEN
die B“ldungspolitik Politik, die sich vor allem
um die berufliche Ausbil-
dung, die Weiterbildung
und die Forschung kümmert
das gefühlte ≈ Problem, das existiert,
Problem, -e das man aber selbst aktuell
nicht hat
demnach hier: laut dieser Umfrage
die [rmut Situation, dass man arm ist
die Wahrnehmung hier: ≈ Meinung
die Zuwanderung ≈ Immigration
DEUTSCHLAND ALLEIN ZU HAUS
der Haushalt, -e hier: alle Personen, die
zusammen in einer Woh-
nung oder einem Haus
leben
der [nteil, -e hier: Menge
zur•ckgehen hier: sinken; weniger
werden
das Auslauf- hier: Modell, das es in
modell, -e dieser Form bald nicht
mehr geben wird
Die Sorgen
der Deutschen
Deutschland
allein zu Haus
Es ist eine seltsame Situation:
Die deutsche Wirtschaft ist aktuell
so stark wie in keinem anderen
europäischen Land, die Arbeits-
losigkeit ist niedrig, die Löhne stei-
gen – und trotzdem fallen den Deut-
schen spontan mehr Probleme ein,
als allen anderen Europäern. Das ist
das Ergebnis einer europaweiten Umfrage der
Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).
Die größte Sorge haben die Deutschen noch
immer um ihren Arbeitsplatz. Danach folgen
Ängste vor Inflation, wirtschaftlicher Instabilität,
schlechter Bildungspolitik und einer unsicheren
Rente. Europaweit am wenigsten Sorgen machen
sich dagegen die Iren, obwohl sich dort die
Arbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren
verdreifacht hat. Die GfK-Forscher haben aber
auch eine gute Nachricht für die Deutschen:
Denn obwohl sie „Europas Sorgenmeister“ sind,
hat sie die wirtschaftlich gute Lage verglichen mit
früheren Jahren insgesamt sorgenfreier werden
lassen.
Auch beim Blick auf die gefühlten Probleme
sind die Deutschen realistisch: So hat aktuell zwar
jeder dritte Angst vor dem Verlust des Arbeits-
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Nachrichten
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Was heißt …?
Platzhirsch
Manche Firmen dominieren mit ihren Pro-
dukten und Angeboten einen Markt. Bei-
spiel Mobilfunkmarkt: Da fällt vielen sofort
die Telekom ein (37 Millionen Verträge).
Auch Vodafone ist in Deutschland stark
(32,4 Millionen Verträge). Beide Firmen
werden deshalb auch Platzhirsche ge-
nannt. Der Ausdruck kommt eigentlich aus
dem Tierreich: Besonders zur Brunftzeit
kämpfen männliche Hirsche gegeneinan-
der. Nur der Gewinner darf an einem
bestimmten Platz bleiben – das andere Tier
muss gehen.
Trotzdem versuchen Konkurrenten
natürlich immer wieder, Platzhirsche zu
attackieren – im Tierreich genauso wie in
der Wirtschaft. So will die Nummer vier auf
dem deutschen Mobilfunkmarkt (O
2
, 13,9
Millionen Verträge), die Nummer drei kau-
fen (E-Plus, 24,4 Millionen Verträge). Das
ist möglich, weil hinter O
2
die spanische
Telefónica steht, eine der größten Telekom-
munikationsfirmen der Welt.
Durch den Kauf steht die Telekom nicht
mehr auf Platz eins. Die neue Reihenfolge:
O
2
und E-Plus, Telekom, Vodafone. Die
Platzhirsche auf dem deutschen Mobil-
funkmarkt müssen sich neu orientieren.
Gehen muss aber noch keiner.
der Mobilfunkmarkt, ¿e ≈ Markt der Telekom -
munikation mit dem
Handy
das Tierreich, -e Tierwelt; Fauna
die Br¢nftzeit, -en Zeit im Jahr, wenn
männliche und weib-
liche Tiere zusammen-
kommen, um Nach-
wuchs zu haben
(der Nachwuchs hier: Tierbabys)
der H“rsch, -e großes Tier (mit einem
Skelettteil auf dem
Kopf), das im Wald
lebt
gegeneinander/ einer gegen den
gegenein„nder anderen
best“mmte (-r/-s) hier: vorher gewählt
der Konkurr¡nt, -en hier: anderer Hirsch;
und auch: andere
Firma
stehen h“nter hier: ≈ ein Teil sein
von
Arme Kommunen, reiche Kommunen
Die Unterschiede zwischen armen und reichen Kommunen in
Deutschland werden immer größer. Im Durchschnitt nahmen Gemeinden laut
Statistischem Bundesamt zuletzt pro Quartal rund 120 Euro pro Bürger ein. In Hessen waren
es aber fast 260 Euro, in Brandenburg nur 43 Euro. Reiche Kommunen stehen so aktuell
weniger unter Druck, die Steuern zu erhöhen. Umgekehrt ist es bei Städten, die wenig ein-
nehmen und steigende Ausgaben, zum Beispiel für Soziales oder Kinderbetreuung, haben.
„Die jeweiligen Wirtschaftsstandorte werden dadurch unattraktiver und geraten im inner-
deutschen Standortwettbewerb ins Hintertreffen“, warnte Steuerexperte Rainer Kambeck
vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag in der Süddeutschen Zeitung. Viele arme
Kommunen bräuchten deshalb mehr Hilfen vom Land, so Kambeck.
Eine der größten Baumarktketten
Deutschlands hat zu viele Schulden und
kann ihre Rechnungen nicht mehr bezah-
len. Praktiker ist deshalb seit Juli im Insolvenzverfahren.
Nach Firmenangaben besitzt Praktiker fast 430 Bau- und
Heimwerkermärkte in neun Ländern, davon mehr als
300 in Deutschland. Inzwischen machen die Insolvenz-
verwalter den rund 18000 Angestellten Hoffnung auf
eine schnelle Lösung. Es gebe mehr als zehn Interessen-
ten. Die Firma könne zwar nicht „eins zu eins“ an einen
Investor weitergereicht werden, aber als lebensfähige
Einheit, sagte Verwalter Christopher Seagon in Ham-
burg. Im September soll es erste Verhandlungsgespräche
mit den Interessenten geben.
SCHWER
die Baumarktkette, -n Firma mit vielen Baumärkten an ver-
schiedenen Orten
(der Baumarkt, ¿e Geschäft, in dem man Material zum
Bauen kaufen kann)
das Insolv¡nzverfahren, - ≈ Untersuchung bei einem Gericht, ob
und wie ein Schuldner seine Schulden
zahlen kann
(der Sch¢ldner, - Person, die Schulden hat)
die F“rmenangabe, -n Information, die eine Firma an die
Öffentlichkeit gibt
der Insolv¡nzverwalter, - ≈ Person, die sich mit einem offiziellen
Auftrag um eine Firma kümmert, die fast
bankrott ist
weiterreichen ≈ weitergeben
lebensfähig hier: so, dass man weiter wirtschaftlich
aktiv sein kann
die Einheit hier: die Kette als Ganzes
das Verh„ndlungsge- Gespräch, mit dem Ziel, ein bestimmtes
spräch, -e Ergebnis zu erreichen
MITTEL
59 9/13
einnehmen hier: Geld bekommen
die Gemeinde, -n Kommune
das Quartal, -e eines der vier Viertel des Kalender-
jahres (z. B. April bis Juni)
¢nter Dr¢ck stehen hier: gezwungen sein, etwas zu tun
¢mgekehrt genau das Gegenteil
jeweilige (-r/-s) hier: ≈ diese (-r/-s)
¢nattraktiv hier: ≈ uninteressant
“ns H“ntertreffen ≈ in eine ungünstige Situation kommen
geraten
der St„ndort- ≈ Kampf der Kommunen um Firmen,
wettbewerb, -e die in die Kommunen ziehen sollen
(der St„ndort, -e Ort, an dem eine Firma ist)
der Deutsche Organisation für ganz Deutschland für
Industrie- ¢nd die wirtschaftlichen Interessen von
H„ndelskammertag Firmen
das L„nd hier: der Staat
Praktiker in der Krise
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60 9/13
Beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit
Ein abgeschlossenes Studium ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Zu
diesem Ergebnis kommt eine Studie des HIS-Instituts für Hochschulforschung. Das Institut hat in regel-
mäßigen Abständen fast 5000 Absolventen des Jahres 2001 befragt. Das Ergebnis: Nur ein Prozent
der Studienteilnehmer hat heute keine Arbeit. 41 Prozent der Befragten sind in einer Leitungsposi-
tion. Allerdings: Nur etwa ein Drittel hat direkt nach der Universität eine unbefristete Vollzeitstelle
erhalten. Im ersten Monat nach dem Examen waren zwölf Prozent der Befragten arbeitslos. Schon
zum Ende des ersten Jahres sank der Anteil aber auf zwei Prozent. Viele Absolventen sind mit den
Arbeitsinhalten (85 Prozent) und ihrer Position (73 Prozent) zufrieden. Drei Viertel der Befragten mit
Arbeit sind inzwischen unbefristet beschäftigt, 15 Prozent selbstständig. Im Durchschnitt verdienen
die Vollzeitkräfte 63 000 Euro brutto pro Jahr.
Der Staat als Erbe
Immer öfter kommt es in Österreich zu Situationen, in denen kein Erbe
gefunden werden kann. Dann greift der Staat zu. Allein im Jahr 2011 habe es 75 Fälle gege-
ben, die dem Staat mehr als 7,5 Millionen Euro in die Kasse brachten. Zwischen 2003 und 2011 waren
es aus 936 Fällen insgesamt 57 Millionen Euro, erklärte Österreichs Finanzministerin Maria Fekter in
ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage. Nach Abrechnung aller Kosten seien dem Staat am
Ende von den 57 Millionen 23 Millionen geblieben. Sogenannte Ahnenforscher machen dem Staat
inzwischen immer größere Konkurrenz: Sie suchen nach Erben und erhalten im Erfolgsfall eine Pro-
vision, laut der Zeitung Der Standard bis zu 35 Prozent der Erbsumme. Wie groß das Geschäft mit
dem Erbe ist, zeigen Zahlen des Wiener Wirtschaftsforschungsinstituts. Es schätzt den Wert der in
Österreich vererbten Vermögenswerte auf 27 Milliarden Euro pro Jahr.
BESTE VERSICHERUNG
GEGEN ARBEITSLOSIGKEIT
die Studie, -n wissenschaftliche
Untersuchung
der [bstand, ¿e hier: Zeitintervall
der Absolv¡nt, -en Person, die eine Schule
oder einen Kurs abge-
schlossen hat
der [nteil hier: Menge
DER STAAT ALS ERBE
der ]rbe, -n Person, die nach dem Tod
eines Verwandten etwas
bekommt
zugreifen sich nehmen
die [nfrage, -n hier: Bitte um
Information/Aufklärung
der Ahnenforscher, - ≈ Person, die alle Ver-
wandten einer Familie
sucht
(der Ahn, -en z. B. Großeltern, Eltern
der Großeltern …)
Konkurr¡nz m„chen hier: auch nach
Angehörigen suchen
das Geschæft hier: Profit; Gewinn
das ]rbe ≈ Gegenstände oder Geld,
das man nach dem Tod
einer Person bekommt
schætzen hier: ungefähr kalkulie-
ren, wie viel Geld etwas
wert ist
der Vermögens- Besitz einer Person oder
wert, -e Institution insgesamt
(z. B. Geld, Häuser, Autos)
Sichere Zukunft
Studieren schützt vor
Arbeitslosigkeit
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61 9/13
Die Deutschen
werden immer reicher
Die Stimmung unter den Konsu-
menten in Deutschland steigt von
Monat zu Monat. Inzwischen ist sie laut
der Gesellschaft für Konsumforschung so gut wie
seit rund sechs Jahren nicht mehr. Den Deut-
schen scheint es dabei so gut zu gehen, dass
ihnen trotz des vielen Einkaufens auch noch
Geld zum Sparen bleibt. Denn nach Angaben der
Deutschen Bundesbank steigt das Geldvermögen
der privaten Haushalte in Deutschland auf neue
Rekordhöhen.
Demnach hatten die Bundesbürger zum Ende
des ersten Quartals 2013 ein Vermögen in Höhe
von fast 4992 Milliarden Euro. Das ist ein Plus
von 52 Milliarden Euro oder 1,1 Prozent im Ver-
gleich zum Vorquartal. Allerdings ist der Reich-
tumin Deutschland nicht gleich verteilt. Die obe-
ren zehn Prozent der Haushalte besitzen mehr
als die Hälfte des gesamten Nettovermögens.
Zu diesem Vermögen zählen Bargeld, Wert-
papiere, Bankeinlagen und Ansprüche gegenüber
Versicherungen. Häuser, Autos und Kunst sind
nicht darin enthalten. Insgesamt hatten die Deut-
schen in den letzten 20 Jahren großes Glück mit
ihrem Vermögenswachstum. So lag der Wert zu
Beginn der 90er-Jahre noch bei 2002 Milliarden
Euro. Anfang 2003 waren es schon 3595 Milli-
arden Euro. Nur in ein paar Krisen wie der
Finanzkrise 2008/2009 sank das Vermögen über
einige Zeit. Diese Verluste sind aber schon lange
wieder aufgeholt worden.
Auf den zweiten Blick
Süddeutsche Zeitung
Katzenjammer
Im Spätsommer und Herbst gibt es an
vielen Orten Weinfeste. Viele Besucher
dieser Feste haben am nächsten Tag
einen Katzenjammer. So nennt man die
traurige Stimmung, die man am Tag
nach einem Rausch hat. Einen Katzenjammer kann es auch ganz
ohne Alkohol geben: Die Katerstimmung nach einem großen Miss-
erfolg heißt nämlich auch Katzenjammer. Das Thema des Artikels
ist der Misserfolg des Autors, der auf mehreren Tigersafaris in Indien
keinen einzigen Tiger gesehen hat. Das Wort Katzenjammer ist hier
aber vor allem wörtlich gemeint. Zwar jammern nicht die Groß-
katzen selbst. Aber es ist ein Jammer, dass es nur noch so wenige
Tiger gibt. Alle Projekte, um sie zu schützen, waren bis jetzt ein Miss-
erfolg. Das Ergebnis ist Katzenjammer bei Tierschützern und Katzen.
Der Tagesspiegel
Jacke wie Dose
Was haben Jacken und Dosen gemeinsam, sodass die Überschrift
sie miteinander vergleicht? Eigentlich sehr wenig. Warum heißt es
hier also Jacke wie Dose? Wenn es ganz egal ist, wie man etwas
macht, sagt man in der Umgangssprache: Das ist Jacke wie Hose.
Das Thema des Artikels ist das Dosenpfand. Seit zehn Jahren
muss man es in Deutschland zahlen, wenn man Dosen (oder ande-
re Getränkeverpackungen) kauft. So sollen die Men-
schen zu einem bewussten und damit umwelt-
freundlichen Umgang mit Dosen und Plastikfla-
schen gebracht werden. Bis heute wird darüber
gestritten, ob das Dosenpfand wirklich gut für die
Umwelt ist. Wahrscheinlich ist es Jacke wie Dose.
Gesund durch Homöopathie
Blick ins Gläschen
Jetzt gibt es wieder jungen Wein. Wer ihn gern trinkt, muss auf-
passen, dass er nicht zu tief ins Glas blickt. Denn wer zu tief ins
Glas schaut, der trinkt zu viel Alkohol. Hier geht es aber nicht um
Gläser mit Getränken, sondern um Gläschen – und die sind
sicher ohne Alkohol. Es geht um einen Hersteller von Gläschen
mit Babynahrung. Der lässt in einem Interview in seine Gläschen
blicken: gefüllt mit Nahrung,
die er sehr genau nach ökolo-
gischen Prinzipien herstellt,
wie er sagt.
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MITTEL DIE DEUTSCHEN WERDEN
IMMER REICHER
der Konsum¡nt, -en Person, die Produkte
kauft
die [ngabe, -n hier: Information
das G¡ldvermögen, - Geldbesitz
der Haushalt, -e hier: alle Personen, die
zusammen in einer
Wohnung oder einem
Haus leben
demnach hier: laut Angaben
das Quartal, -e eines der vier Viertel des
Kalenderjahres (z. B.
April bis Juni)
der Reichtum Situation, dass man reich
ist
das Wertpapier, - ≈ Dokument, das einen
vereinbarten Betrag wert
ist
die B„nkeinlage, -n Geld, das man bei einer
Bank eingezahlt hat, um
zu sparen
der [nspruch, ¿e hier: finanzieller Gewinn
aus einer
Kapitalinvestition
aufholen hier: kleiner machen;
geringer machen
KATZENJAMMER
die St“mmung, -en hier: Laune
der Rausch, ¿e Zustand, wenn man
betrunken ist
die Katerstimmung körperlich und psychisch
schlechter Zustand, weil
man (zu) viel Alkohol
getrunken hat
(der Kater, - männliche Katze)
der M“sserfolg, -e ↔Erfolg
j„mmern ≈ sich beschweren
]s “st ein J„mmer … Es ist sehr schade
… / Es ist sehr traurig …
JACKE WIE DOSE
gemeinsam haben hier: gleiche
Charakteristika haben
mitein„nder/ einer mit dem anderen
m“teinander
die }mgangssprache gesprochene Sprache im
Alltag
der Artikel, - hier: Text in einer
Zeitung
bew¢sst hier: so, dass man über-
legt, ob es moralisch gut
ist, was man tut
¢mweltfreundlich gut für die Umwelt
der }mgang hier: Art, etwas zu
benutzen
br“ngen zu einen Grund / ein Motiv
geben für
BLICK INS GLÄSCHEN
]s geht ¢m ... Das Thema / Der Inhalt
ist ...
die Babynahrung spezielles Essen für
Babys
Nachrichten
SCHWER
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utlangen, ein 4500-Einwohner-Dorf im
Südwesten Deutschlands. Es ist der
1. September 1983, 5.45 Uhr am Morgen. Genau
44 Jahre ist es her, dass die Deutschen Polen
überfallen haben und der Zweite Weltkrieg
begann. Ungefähr 1000 Menschen sind an die-
sem Tag nach Mutlangen gekommen, weil sie
den Frieden wollen. Um diesen haben sie näm-
lich Angst, im Ost-West-Konflikt zwischen den
USA und der Sowjetunion. Besonders, weil die
Amerikaner in Mutlangen mehr als 100 Atomra-
keten aufstellen wollen.
So weit soll es nicht kommen. 150 bekannte
Menschen machen mit, deshalb heißen die
kommenden Tage „Prominentenblockade“. Der
Mann mit der Baskenmütze zum Beispiel ist der
Schriftsteller Heinrich Böll (siehe Deutsch
perfekt 8/2013). Er hat den Literaturnobelpreis
bekommen. Grünen-Politikerin Petra Kelly hat
einen Plastikhelm mit Blumen aufgesetzt. Auch
der Philosoph Walter Jens mit seiner Frau Inge
ist dabei, Schriftsteller Günther Grass, der
Schauspieler Dietmar Schönherr, der General
Gert Bastian von den Grünen und der Sänger
Wolf Biermann. Sie alle sind gekommen, weil
sie nicht noch mehr Atomwaffen wollen.
In sieben Minuten können die 108 Pershing-
2-Raketen, die die U.S. Army in dem Dorf auf-
stellen will, Moskau erreichen. Auch die
Sowjetunion hat Atomraketen aufgestellt. Sie
stehen auf der anderen Seite der Konfliktlinie, in
der Deutschen Demokratischen Republik. Der
sogenannte Nato-Doppelbeschluss erlaubt dies
den beiden Seiten.
Dagegen protestieren die deutschen Intellek-
tuellen. Ganz friedlich: Sie setzen sich einfach vor
das Tor, durch das die Raketen kommen sollen.
Ihr Vorbild ist Mahatma Gandhi. Ihr Motto:
„Das weiche Wasser bricht den Stein.“ Bis zum
3. September bleiben sie da, erst einmal. Mut -
langen wird ein Symbol für den Frieden. Denn der
Protest geht in den nächsten Jahren weiter.
her sein vor … gewesen sein
überf„llen hier: ≈ ohne Erlaubnis
plötzlich mit einer Armee in
ein Land kommen
die Atomrakete, -n ≈ nukleare Waffe, die auf
weit entfernte Ziele schie-
ßen kann
(die W„ffe, -n Gerät zum Schießen, z. B.
Pistole)
aufstellen an einen speziellen Platz
stellen
So weit s¶ll ¡s ≈ Man will nicht, dass
n“cht k¶mmen. dieser Moment erreicht
wird.
der/die Promi- sehr bekannte Person
n¡nte, -n
die B„sken- ≈ weicher Hut
mütze, -n
der Literaturnob¡l- Geld für den besten Autor
preis, -e oder die beste Autorin
der Pl„stikhelm, -e ≈ spezieller Hut aus Plastik,
um den Kopf zu schützen
der D¶ppelbe- ≈ Entscheidung und
schluss, ¿e Vereinbarung, die zwei Teile
zum Inhalt hat
einfach hier: nur
das Tor, -e breiter Eingang
das Vorbild, -er hier: Mensch, der ein posi-
tives Beispiel ist
weitergehen hier: ↔ aufhören
Vor 30 Jahren schaut die Welt auf ein Dorf in Baden-Württemberg.
Mitten im Ost-West-Konflikt blockieren berühmte deutsche Intellektuelle
die amerikanische Armee. Ihr Motiv: der Wunsch nach Frieden.
Ein Symbol für den Frieden
Berühmte
Aktivisten für
den Frieden
Schriftsteller
Heinrich Böll
(links oben),
General
Gert Bastian
(links unten)
und Politikerin
Petra Kelly
(rechts)
Eine Übung zu
diesem Text
finden Sie auf
Seite 36.
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Ein Bild und seine Geschichte
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Die Welt blickt auf das kleine baden-
württembergische Dorf – auch, wenn fast kei-
ner der Demonstranten aus Mutlangen kommt.
Für die Menschen, die dort leben, ist das
schwierig, erinnert sich später der Bürger -
meister. Der muss immer wieder in das
Innenministerium nach Stuttgart fahren. „Ich
musste auch den Kopf hinhalten für die große
Politik“, sagt Heinz Hartmann 20 Jahre danach.
Denn die Bundesregierung und eine
Parlamentsmehrheit sind mit den Plänen der
Amerikaner einverstanden. In der Nacht zum
26. November 1983 werden die ersten Raketen -
teile geliefert. Sieben Jahre lang bleiben die
Raketen auf dem Areal.
Die Friedenskämpfer machen trotzdem
weiter: Sie setzen sich hin, immer wieder. Fast
3000 Menschen werden weggetragen, 400
müssen vor Gericht. Viele bekommen Geld-
strafen. Und 200 müssen ins Gefängnis. Erst
1995 entscheidet das höchste deutsche Gericht,
das Bundesverfassungsgericht: Wer nur durch
Sitzen etwas verhindern will, darf das. Sitz-
blockaden sind kein Verbrechen.
Die Pershing-2-Raketen sind zu diesem Zeit-
punkt schon lange nicht mehr da. Die USA haben
sie zerstört, sie haben sich 1987 mit der
Sowjetunion geeinigt. Ist das ein Erfolg der
Demonstranten? Lotte Rodi ist sich da nicht ganz
sicher. Sie hat für die Kirche im nahen
Schwäbisch Gmünd gegen die Raketen gekämpft.
Und sie hat vermittelt zwischen den fremden
Demonstranten und denen, die auf der Schwä-
bischen Alb leben. Später hat sie gesagt: „Der
Erfolg hat viele Väter – einer davon sind wir.“
Von den Protesten ist vieles geblieben: vor
allem die Kultur, dass Bürger Nein sagen. Wenn
es um Proteste von Bürgern geht, wird bis heute
immer wieder der Name des Dorfes genannt. Es
gibt in Mutlangen ein Seminarzentrum mit
Museum. Dort, wo die Raketen waren, wohnen
jetzt Familien, in Ein- und Zweifamilienhäusern.
Aber auf einem Bunker steht in bunter Farbe bis
heute: „Frieden schaffen“. 2 Katja Riedel
Was im September
noch passiert ist
AM 30. SEPTEMBER 1938
In München schließen Großbritannien, Frankreich,
Italien und Deutschland einen Vertrag. Es ist das
Münchener Abkommen, das schwere Folgen haben
wird. Auch, weil die Tschechoslowakische Republik
nicht eingeladen ist. Um ihr Territorium geht es
aber: Hitlerdeutschland darf das Sudetenland, in
dem viele Deutsch sprechende Menschen wohnen,
annektieren. Die Tschechen müssen einen Vertrag
mit Deutschland schließen. Danach tritt ihr
Präsident zurück und geht ins Exil. Auch Polen und
Ungarn holen sich Teile des Staates. Die Deutschen
okkupieren 1939 den Rest der Tschechoslowakei
und nennen sie „Protektorat Böhmen-Mähren“.
Nach 1945 wird das Sudetenland wieder tsche-
chisch, die deutschen Bewohner müssen ihre
Heimat verlassen.
AM 18. SEPTEMBER 1973
Vor dem Hochhaus der Vereinten Nationen (UN) in
New York bewegen sich jetzt zwei schwarz-rot-
goldene Flaggen im Wind: Die beiden deutschen
Staaten, die Bundesrepublik Deutschland und die
Deutsche Demokratische Republik (DDR), sind
UN-Vollmitglieder geworden. Vorher haben beide
einen Grundlagenvertrag geschlossen, der das
möglich macht. Mit dem Ende der DDR am
3. Oktober 1990 wird aus zwei deutschen ein
gesamtdeutsches Mitglied.
schließen hier: machen; unterschreiben
die F¶lge, -n hier: Konsequenz
zur•cktreten hier: aufhören, in einer offiziellen
Position zu arbeiten
das Exil hier: Leben in einem fremden Land,
weil man in seiner Heimat nicht mehr
leben kann
der Bewohner, - hier: Einwohner
verl„ssen weggehen und nicht mehr zurückkom-
men
die Fl„gge, -n großes Stück Stoff in speziellen Farben
als Symbol für eine Nation
der Gr¢ndlagenvertrag, Vertrag über die Basis der Beziehung
¿e der früheren zwei deutschen Staaten
schließen hier: machen; unterschreiben
ges„mtdeutsch hier: West- und Ostdeutschland
zusammen
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Vor
der Demonstr„nt, -en Person, die gegen etwas
protestiert oder für
etwas kämpft
das |nnenministerium, Ministerium, das sich
-ministerien um die öffentliche
Ordnung und z. B. um
die Polizei kümmert
den K¶pf h“nhalten hier: verantwort-
lich sein; sich um
Konsequenzen und
Probleme kümmern
müssen
das Ger“cht, -e hier: öffentliche
Institution: Dort wird
entschieden, ob sich
jemand nicht an den
Regeln des Staates ori-
entiert hat.
das Gefængnis, -se Gebäude, in das
Kriminelle geschlossen
werden
verh“ndern hier: ≈ erreichen, dass
etwas nicht passiert
das Verbr¡chen, - kriminelles Tun
der Zeitpunkt, -e hier: ≈ Datum
zerstören kaputt machen
nah in der Nähe
verm“tteln hier: versuchen, den
Konflikt zwischen zwei
Personen oder Gruppen
zu lösen
die Schwäbische [lb Bergregion in Südwest-
deutschland
]s geht ¢m ... Das Thema ist ...
sch„ffen hier: machen
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ein erster Zusammenstoß mit der Polizei
ereignete sich an einem warmen, klaren
Nachmittag im Herbst 2006. Ich fuhr mit mei-
nem Fahrrad bei Rot über die leere Kreuzung der
Leipziger und der Friedrichstraße. Einen Augen-
blick später holte mich ein Polizist auf einem
Motorrad ein und winkte mich an den Straßen-
rand. Der Helm verdeckte den Großteil seines
Gesichts, doch sein Mund bewegte sich hektisch.
Ich sah etwas Haut, die nach hohem Blutdruck
aussah. Auf dem Bürgersteig erklärte er mir,
soweit ich das mit meinem schlechten Deutsch
verstand, dass er mir ein schweres Vergehen vor-
warf. Ich machte mich aufs Schlimmste gefasst.
In New York kann die harmlose Begegnung mit
der Polizei ganz schnell eskalieren: Man springt
über das Drehkreuz der U-Bahn und teilt sich im
Anschluss eine Woche lang mit einem Typen
namens Vinny die Zelle. Man pinkelt auf die
Straße, und plötzlich wird der Begriff „Hoch-
sicherheitsgefängnis“ zu etwas sehr Realem.
„Haben Sie die rote Ampel nicht gesehen?“
Ich sagte, doch, das hätte ich. Ich hätte nur
nicht nachgedacht.
„Nicht über was nachgedacht?“
„Dass ich, äh, anhalten sollte.“
Warum, fragte er mich, hatte ich nicht ans
Anhalten gedacht? Hatte ich die leiseste Vorstel-
lung, was passiert, wenn das alle machen würden?
Erleichtert, dass die Unterhaltung eine philo-
sophische Wendung nahm, versuchte ich ihm
das Höchstmaß an Respekt zu zollen, so wie man
es bei der New Yorker Polizei tut.
„Natürlich, Sie haben vollkommen recht,
dann hätten wir Anarchie“, sagte ich. „Es war ein
Fehler, Sir.“
„Es war nicht nur ein Fehler. Es war mehr als
das! Ein Fehler kann ein Versehen sein. Das hier
war kein Versehen. Sie haben sich bewusst ent-
schieden, bei Rot über die Ampel zu fahren. Was
meinen Sie, wie der Verkehr funktionieren
würde, wenn alle …“
Langsam wurde mir klar, dass er mir nicht
einmal einen Strafzettel geben wollte. Er wollte
nur den Augenblick auskosten, seine Macht
demonstrieren und mir einen langatmigen Vor-
trag halten. Ich entspannte mich; das Spektakel
fing an, mir Spaß zu machen. Die Szene auf dem
Bürgersteig gab mir endlich wieder das Gefühl,
ein Gesetzloser zu sein.
Dies war ein notwendiges Korrektiv: In den
letzten Monaten war ich immer mehr zu einem
schweren Fall von Spießigkeit mutiert, und ich
wusste es. Ich verließ mich bei meinen finanziel-
len Überlegungen nicht darauf, dass das Geld auf
der Straße lag; ich hatte seit drei Jahren keine
auch nur im Entferntesten illegale Substanz mehr
konsumiert; ich war Mitglied eines Fitnessklubs,
und zur Krönung planten wir Sommerferien in
der Provence. Daher war die Tatsache, an einer
von Berlins verkehrsreichsten Kreuzungen von
der Polizei angehalten zu werden, ein glückliches
Ereignis, umso mehr, da die Chance bestand, von
jemandem gesehen zu werden, der mich kannte.
Bernd würde mich nie wieder von oben herab
behandeln.
der Zus„mmenstoß, ¿e hier: unfreundliche Begeg -
nung; ≈ Streit
einholen jemanden erreichen, der vor
einem geht oder fährt
„n den Straßenrand mit einer Handbewegung
w“nken auffordern, am Straßenrand
zu halten
(der Straßenrand, ¿er äußerer Teil einer Straße)
der H¡lm, -e ≈ spezieller Hut aus hartem
Kunststoff, um den Kopf bei
einem Unfall zu schützen
verd¡cken ≈ über einer Sache sein,
sodass man das Darunter-
liegende nicht sehen kann
h¡ktisch schnell; eilig; wild
der Blutdruck ≈ Kraft des Blutes in den
Arterien und Venen
der B•rgersteig, -e Weg für Fußgänger neben der
Straße
soweit nach dem, was
das Vergehen, - kriminelle Handlung
vorwerfen hier: sagen, dass der andere
mit Absicht etwas Illegales
gemacht hat
s“ch gef„sst m„chen auf ... erwarten und sich darauf
vorbereiten
h„rmlos nicht gefährlich; hier:
≈ unkompliziert
eskalieren hier: so schlimm werden,
dass man wie ein Verbrecher
behandelt wird
das Drehkreuz, -e Konstruktion aus zwei Teilen,
die sich dreht: Ein Teil ist
horizontal, das andere liegt in
der Mitte vertikal darüber.
“m [nschluss direkt danach
die Z¡lle, -n hier: kleiner Raum in einem
Gefängnis
(das Gefængnis, -se Gebäude, in das Kriminelle
geschlossen werden)
p“nkeln Wasser aus dem Körper
lassen
der Begr“ff, -e Wort
das Hochsicherheits- extrem sicheres Gefängnis
gefängnis, -se
die leiseste Vorstellung sich vorstellen können;
haben sich denken können
erleichtert ≈ froh
eine … W¡ndung sich in eine … Richtung
nehmen ändern; … werden
das Höchstmaß, -e sehr hohes Maß; Maximum
Resp¡kt z¶llen deutlich zeigen, wie sehr man
die offizielle Position einer
Person ehrt
das Versehen, - Fehler, den man ohne Absicht
gemacht hat
bew¢sst mit Absicht
L„ngsam w¢rde mir ≈ Langsam verstand ich …
klar …
auskosten hier: ≈ Freude über seine
Macht zeigen
l„ngatmig zu lang; zu genau; mit zu
vielen Details
s“ch entsp„nnen hier: ruhig werden
der F„ll, ¿e hier: Beispiel
die Spießigkeit konservatives Denken
und Leben
mutieren sich genetisch verändern
(hier ironisch)
keine auch nur “m absolut keine; gar keine
Entf¡rntesten
zur Krönung hier: ≈ um (meine Bürger -
lichkeit) perfekt zu machen
v¶n oben her„b so, dass man sich für
besser als andere hält
Auch ein Fahrradfahrer muss sich an die Verkehrsregeln halten,
sonst gibt es Probleme mit der Polizei. Aber diese sind ganz
anders, als der Autor dachte. Vielleicht sollte der Amerikaner
deshalb eine Karriere als Krimineller starten?
Polizei
Ralph Martin über die
Eine Übung zu
diesem Text
finden Sie auf
Seite 36.
64-65-Bva_0913 02.08.13 10:59 Seite 64
Leider entließ mich der Bulle kurz darauf. Ich
war frei. Niemand hatte mich gesehen.
Ich sah auf die Uhr. Ich kam zu spät zum
Finanzamt, was mir eine weitere Predigt ein-
bringen würde. Anscheinend war heute mein
gesetzloser Tag. Deutschland war ein Paradies
für Leichtverbrecher wie mich. Ich fragte mich,
was sie mit verurteilten Terroristen machen –
gab es Benimmkurse bei alten Damen? Mussten
sie eine deutsche Version von Clockwork Oran-
ge über sich ergehen lassen, sich endlosen
Standpauken unterziehen und mit durch irgend-
eine schreckliche Vorrichtung weit aufgesperr-
ten Augen Lehrfilme anschauen? Abu Ghuraib
war nichts dagegen.
Aufgeregt rief ich FvD an, um ihr alles zu
erzählen. „Eure Polizisten sind die besten“, sagte
ich. „Sie wollen einfach nur reden. Ich habe das
Gefühl, dass sie nur einsam sind.“
Sie seufzte nur.
„Ich habe beschlossen, dass ich doch eine kri-
minelle Laufbahn einschlagen will“, erklärte ich
hoffnungsvoll. „Hier wird man sowieso nicht
richtig bestraft.“
„Schön für dich, wenn du unsere Polizei so
nett findest. Aber ich darf dich daran erinnern,
dass ich deinetwegen die nächsten fünf Jahre ein
Fahrtenbuch führen muss? Also sag mir nicht,
wie toll es ist, ein deutscher Verbrecher zu sein.
Irgendwer zahlt immer und in deinem Fall bin
ich das.“
„Tut mir leid, ich kann dich nicht hören, die
Verbindung ist weg“, sagte ich und klappte das
Telefon zu. Die aufkeimenden Schuldgefühle
unterdrückte ich. Ja, es stimmte: Immer wenn
einer von uns ins Auto stieg, mussten alle Einzel-
heiten der Fahrt in ein Büchlein eingetragen wer-
den. Die Polizei hatte schon um sechs Uhr mor-
gens bei uns vor der Tür gestanden, um das Fahr-
tenbuch zu kontrollieren. Der Wagen war auf
Verdachtsmomente hin abgeschleppt worden.
Und alles nur, weil FvD sich weigerte, mich aus-
zuliefern, nachdem der Polizeipräsident ihr ein
Foto von mir geschickt hatte, wie ich ungebremst
über eine rote Ampel raste.
Doch hier ging es um etwas, das wichtiger
war als FvDs Bequemlichkeit. Hier ging es
darum, meine Seele von der Spießigkeit freizu-
kaufen! 2
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Ralph Martin
Der Autor, geboren 1970 in den USA, zog 2003 zu
seiner Freundin nach Berlin. Er schreibt für
verschiedene Zeitungen, unter anderem die New
York Times. Dieser Text ist aus seinem Buch Ein
Amerikaner in Berlin, in dem er mit viel Humor
über seinen Alltag in der deutschen Hauptstadt
schreibt. Martin weiß: Er muss sich an die bizar-
ren Regeln in Deutschland halten – sonst wird er
ganz schnell verrückt.
biz„rr ≈ seltsam
„Eure Polizisten sind
die besten. Sie wollen
einfach nur reden.“
Blick von außen
SCHWER
entl„ssen hier: erlauben, zu gehen
der B¢lle, -n Polizist
die Predigt, -en religiöse Rede; hier:
Aufforderung, sich an
Vorschriften zu halten
einbringen hier: als Konsequenz haben
das Paradies, -e hier: besonders schöner und
angenehmer Ort
der Ben“mmkurs, -e Kurs, in dem man lernt, wie
man sich gut benimmt
(s“ch benehmen sich an gesellschaftliche Regeln
halten; zu anderen höflich/
unhöflich sein)
über s“ch ergehen etwas Unangenehmes ruhig
l„ssen akzeptieren
die St„ndpauke, -n Strafrede, bei der man
jemandem laut und deutlich
sagt, was er falsch gemacht
hat
s“ch unterziehen hier: zuhören, ohne zu protes-
tieren
die Vorrichtung, -en Konstruktion
aufgesperrt geöffnet; offen
… “st n“chts dagegen. … ist im Vergleich dazu gar
nicht schlimm.
FvD kurz für: Frau vom Dienst (hier
ironisch); gemeint ist: Ehefrau
seufzen Luft mit einem Laut abgeben
(z. B. weil man traurig ist)
eine … Laufbahn eine … als Berufsweg wählen
einschlagen
deinetwegen wegen dir
führen hier: haben und schreiben in
zuklappen hier: ≈ beide Teile des Handys
aufeinanderlegen
aufkeimen hier: beginnen zu entstehen
unterdr•cken hier: nicht entstehen lassen
eintragen schreiben
auf Verd„chts- weil es Indizien gibt
momente h“n
(das Indiz, -ien Hinweis, der helfen soll, die
Schuld eines Verbrechers zu
beweisen)
ausliefern hier: an Polizei und Justiz
geben
rasen hier: schnell fahren
die Seele, -n ≈ das Fühlen und Denken
eines Menschen; Psyche
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Kino
König von Deutschland
Eine Komödie: Thomas Müller (Olli Dittrich) ist
der durchschnittlichste Durchschnittsdeutsche.
Ein Meinungsforschungsinstitut will mit ihm Geld
machen und überwacht Müller. Wer nämlich
weiß, wie der Mann denkt und reagiert, der hat
die Märkte in der Hand. Um den Meinungsfor-
schern zu entkommen, versucht Müller, seine
Durchschnittlichkeit zu verlieren.
Filmstart: 5.9.
Konzert
Dritte Wahl
Es ist Traditions-Punk aus Rostock. Ihre ersten Erfahrungen auf den Büh-
nen hatten sie noch in den letzten Jahren der Deutschen Demokratischen
Republik. Heute kritisieren sie den Kapitalismus.
Auf den bekannten Spießer-Vorwurf, immer nur
gegen alles zu sein, antworten sie mit ihrem Song
„Ich bin dafür“: „Ich bin für richtigen, für absolu-
ten Gegenwind / Ich bin dafür, dass wir jetzt end-
lich mal dagegen sind.“ Cool!
Lesung
Terézia Mora
Die Autorin mag ihre Hauptfigur Darius Kopp, aber sie macht es ihm
schwer. Er ist auch in Moras neuem Roman Das Ungeheuer wieder dabei.
Kopp kennt nur Arbeit und Schlaf. Mit der Arbeit ist auch der Schlaf weg.
Dann tötet sich seine Frau. Kopps einziger Ausweg ist eine lange Reise, weg
von seinem alten Leben, hin zu sich selbst. Das Ungeheuer im Romantitel
ist das Leben, das seine Basis verliert.
Theater
Die bitteren Tränen der Petra von Kant
Kontrolle, Abhängigkeit und Vorteilsstreben. Zwischen
diesen Extremen bewegt sich die Beziehung der Frauen
in dem Drama von Rainer Werner Fassbinder, aus dem
1972 auch ein Film gemacht wurde. Die erfolgreiche,
aber einsame Modedesignerin Petra sieht ihre Assistentin
als Sklavin. Dann verliebt sich Petra in das junge Model
Karin. Aber die sieht Petra nur als Chance, Karriere zu
machen und im Luxus zu leben.
Premiere: 7.9. Berlin, Schaubühne
b“tter hier: traurig
die Träne, -n kleine Menge Wasser, die aus den Augen kommt,
wenn man weint
die [bhängigkeit, -en von: abhängig = hier: so, dass man einen anderen
Menschen braucht
das Vorteilsstreben ≈ Ziel, nur Vorteile zu erreichen
erf¶lgreich mit viel Erfolg
die Sklavin, -nen Frau, die nicht frei ist, sondern einer anderen
Person gehört und für sie arbeiten muss
s“ch verlieben “n beginnen, zu lieben
das Meinungsforschungsinstitut, -e Institut, das untersucht, was die Leute denken
überw„chen aufpassen; kontrollieren
entk¶mmen weglaufen vor
28.8. Rostock
30.8. Niedergörsdorf
6.9. Reutlingen
7.9. Bad Nauheim
19.9. München
20.9. CH-Bern
21.9. Freiburg
27.9. Weinheim
28.9. Bochum
3.9. Berlin
4.9. Hamburg
16.9. Frankfurt
17.9. Friedberg
die Lesung, -en hier: Veranstaltung, bei der ein Autor Teile
aus seinem Buch liest
das }ngeheuer, - große, böse Fantasiefigur
s“ch töten Suizid machen
der Ausweg, -e Möglichkeit, aus einer schwierigen Situation
herauszukommen
die dr“tte Wahl keine sehr gute, aber auch keine schlechte Qualität
der Spießer, - Person, die sehr konservativ denkt und lebt
der Vorwurf, ¿e Kritik
der Gegenwind ≈ Wind, der einem ins Gesicht kommt; hier: ≈ Protest
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Kulturtipps
Konzert
Christian Muthspiel
Der Mann ist so etwas wie das Schweizer Taschen-
messer unter den Jazzmusikern. Er spielt Piano und
Posaune, schreibt Musik und leitet Orchester. Und
wenn er einmal keine Musik machen will, dann malt
er. Als Musiker wandert er gerne über Grenzen, kom-
biniert Jazz mit alter Musik
und mit alpinen Musiktra-
ditionen wie dem Jodeln.
Kino
Hans Dampf – Better than daheim
Die Regisseure Jukka Schmidt und Christian Mrasek
erzählen das Märchen von Hans im Glück in der heu-
tigen Zeit: Hans kündigt seinen Job, wirft sein Handy
weg und fährt nach Italien. Wie die Märchenfigur
tauscht Hans mehr gegen weniger. VW-Bus gegen
Motorrad, Motorrad gegen kleines Boot. Je leerer die
Taschen, desto größer das Glück. Nur sieht es manch-
mal ganz anders aus als erwartet.
Filmstart: 29.8.
SCHWEIZ – SAGEN & LEGENDEN
die Sage, -n ≈ alte Erzählung
der Rütlischwur ≈ feierliches Versprechen auf der Rütliwiese
(die Rütliwiese Gebiet mit dem Namen Rütli, wo Gras wächst)
der Kanton, -e hier: Teil von einem föderalistischen Staat
der Verlag, -e Firma, die Zeitungen, Zeitschriften oder Bücher herstellt
ACH DU DICKES B
[ch du d“ckes B! gemeint ist hier: ≈ Oje, Berlin! Wortspiel mit: Ach du
dickes Ei! = Oje, das ist ja eine unangenehme Überraschung!
„n Größenwahn leiden glauben, alles zu können und alle Möglichkeiten zu haben
der Verlag, -e Firma, die Zeitungen, Zeitschriften oder Bücher herstellt
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MITTEL
12.9. A-Hallein
13.9. CH-Chur
14.9. A-Dornbirn
15.9. Feldafing
18.9. Fürstenfeldbruck
19.9. CH-Schaffhausen
20.9. Heilbronn
21.9. A-St. Florian
die Posaune, -n ≈ langes Musikinstrument
aus Metall, in das man
mit dem Mund Luft stößt
H„ns D„mpf ≈ sehr aktiver Mensch
daheim südd. hier: in der Heimat
der Regisseur, -e franz. Leiter, der Schauspielern Instruktionen gibt
tauschen etwas geben und etwas anderes dafür
bekommen
erw„rten hier: hoffen; sich wünschen
CD
Schweiz – Sagen & Legenden
Eine Hörbuchreise in die Schweiz: Uve Teschner erzählt die
bekanntesten Geschichten des Landes, wie die von
Wilhelm Tell und dem Rütlischwur. Insgesamt sind 20
Sagen und Legenden auf der CD. In einem kleinen Extra-
heft werden außerdem Sehenswürdigkeiten vorgestellt.
Was typisch für die Alpenrepublik ist, hört man auch. Das
Matterhorn und die Schweizer Schokolade sind nur zwei
Beispiele. Auch die Heimat der Sagen, die verschiedenen Kantone,
wird vorgestellt. Im Kanton Uri war zum Beispiel Wilhelm Tell zu
Hause. Dort soll auch das berühmte Apfelschießen stattgefunden
haben. Bei den beiden CDs findet man außerdem eine Landkarte,
mit der man sich perfekt orientieren kann.
In einem Satz: tolle Hörbuchreise durch die Schweiz
John Verlag, 19,90 Euro
Buch
Ach du dickes B
Wenn ganz Deutschland über eine seiner Städte lacht, dann
meistens über Berlin. Auf dem neuen Flughafen gibt es so
viele Probleme, dass immer noch kein Flugzeug fliegt – und
für den Hauptbahnhof muss immer mehr Geld ausgegeben
werden. Manche meinen, die Hauptstadt leidet oft an Grö-
ßenwahn. Immer wieder hat sie deshalb mit ihren großen
Plänen keinen Erfolg. Aber darum kümmern sich die Berli-
ner wenig. Sie beginnen jedes Projekt immer wieder mit
neuer Kraft. Cornelia Tomerius schreibt mit viel Humor über
die schönsten Pannen der letzten 100 Jahre.
In einem Satz: gar nicht langweilige Pannen-Chronik
Berlin Verlag, 12,99 Euro
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Sommerloch
Kolumne
Alia Begisheva über das
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lückwunsch! Sie haben es geschafft – es
ist vorbei! Was ich meine? Natürlich das
Sommerloch. Dieses Wort haben deutsche Jour-
nalisten erfunden, die auch im Sommer arbeiten
müssen. In einer Zeit, in der die Politiker Ferien
machen, keine wichtigen Sportveranstaltungen
stattfinden und die Theater geschlossen sind.
Also muss das Sommerloch „gestopft“ werden –
auch in einem Jahr wie diesem, in dem der Wahl-
kampf die Sommerpause verkürzt.
Die Rettung kommt von den Politikern aus
der zweiten Reihe, die die Abwesenheit der Pro-
minenz nutzen, um berühmt zu werden. So
schlug einer von ihnen im Sommer 1993 vor, die
Lieblingsurlaubsinsel der Deutschen, Mallorca,
zum 17. Bundesland zu machen. Die Hauptstadt
Palma sollte den Namen Palmenhausen bekom-
men. Mallorca sollte mit „k“ geschrieben wer-
den: Mallorka. Damals war die Wiedervereini-
gung erst drei Jahre her – der Mann war wahr-
scheinlich noch im Kolonisierungsfieber.
Jedes Jahr gibt es mindestens einen politi-
schen Sommerlochvorschlag: Mal will einer
Nummernschilder für Fahrräder einführen oder
die Überraschungseier verbieten. 2010 forderte
sogar jemand eine Deopflicht für alle Arbeitneh-
mer. Im Jahr danach war es der Intelligenztest
für Migranten. Ein ganz kluger Vorschlag kam
2004: Da wollte ein Jungpolitiker die Gebühren,
die man in Deutschland für das Fernsehen zahlt,
im Sommer senken. Weil es wegen des Sommer-
lochs im Fernsehen „nur Schrott“ gebe.
Damit meinte der Mann vermutlich die Som-
merlochtiere. „Süße“, „flauschige“ und „putzi-
ge“ Tiere lassen Journalistenherzen im Sommer
höher schlagen. Als ich im Sommerloch 2001 ein
Praktikum bei einer Berliner Zeitung machte,
titelte sie groß zur Geburt eines Zoo-Elefanten:
„Willkommen, süßes kleines Elefantenbaby!“
Im Sommerloch 2012 war es ein Krokodil –
ein imaginäres sogar. Damals wollten gleich zwei
Zeugen – ein Spaziergänger und eine Frau auf
einer Luftmatratze – in einem See ein Krokodil
gesehen haben. Gefunden wurde es zwar nie,
aber die Medien konnten tagelang berichten.
2011 war es eine echte Kuh. Kurz bevor sie
geschlachtet werden sollte, lief Yvonne weg –
und war drei Monate lang auf der Flucht. Als sie
dann gefunden und zu einem Gnadenhof
gebracht wurde, war sie schon lange ein Star. Im
nächsten Jahr bekam Yvonne sogar einen Som-
merjob bei einem Radiosender – als Orakel muss-
te sie Spielergebnisse bei der Fußballeuropa-
meisterschaft vorhersagen. Im selben Jahr wurde
auch über die Liebe eines Schwans zu einem
Traktor berichtet, 2009 über ein Verhältnis zwi-
schen einer Pinguindame und ihrem Zoopfleger
Peter. 2006 gab es den „Problembären“ Bruno,
der Menschen in Wäldern Angst machte.
Wenn übrigens doch etwas Wichtigeres in
dieser Zeit passiert, dann erklären die Journalis-
ten das Sommerloch schnell zum Sündenbock:
Mal ist es schuld an der Arbeitslosigkeit („Schwä-
chere Konjunktur: Sommerloch setzt Arbeits-
markt zu“), mal an niedrigen Aktienkursen
(„Sommerloch sorgt weiter für flauen Handel“).
Übrigens: Etwa 430 Menschen in Deutsch-
land leben immer im Sommerloch. In Rheinland-
Pfalz, mitten in den Weinbergen, gibt es tatsäch-
lich den Ort Sommerloch. Für die Sommerlocher
ist das Sommerloch noch lange nicht vorbei: Sie
sitzen auch jetzt noch mittendrin. 2
st¶pfen hier: (ein Loch) zumachen
die Promin¡nz alle bekannten Personen und
Stars
die Wiedervereinigung, von: wiedervereinigen =
-en wieder ein Land werden
das Kolonisierungsfieber ≈ historische Phase, in der
europäische Staaten intensiv
Länder auf anderen
Kontinenten kolonisierten
einführen hier: etwas Neues beschließen
das Überr„schungsei, -er Name für ein Schokoladenei,
das eine kleine Figur oder ein
Spiel enthält
das Deo, -s kurz für: Deodorant
s¡nken niedriger machen
der Schr¶tt Altmetall; Metallabfälle; hier:
Sache, die schlecht ist
flauschig weich; mit viel Haar
p¢tzig nett
Journal“stenherzen bei Journalisten große Freude
höher schlagen l„ssen verursachen
der Elef„nt, -en großes, graues Tier mit sehr
langer Nase: Es lebt in Afrika
und Asien.
imaginär nicht real
der Zeuge, -n Person, die eine (kriminelle)
Sache gesehen hat
die L¢ftmatratze, -n ≈ langes Kissen aus Plastik, das
man mit Luft füllt und worauf
man sich legen kann
schl„chten ein Tier wegen seines Fleisches
töten
der Gnadenhof, ¿e Bauernhof, auf dem alte Tiere
bis zu ihrem Tod leben dürfen
vorhersagen eine Prognose machen
der Schwan, ¿e großer, weißer Wasservogel mit
langem Hals
erklären zu … (offiziell) sagen, dass
jemand/etwas … ist
der S•ndenbock, ¿e Person/Sache, von der
man sagt, dass sie schuld ist
die Konjunktur, -en wirtschaftliche Situation und
Entwicklung
zusetzen hier: einen negativen Effekt
haben auf
der [ktienkurs, -e Marktpreis einer Aktie
(die [ktie, -n Dokument über den Besitz
eines bestimmten Teils des
Kapitals und des Gewinns einer
Firma)
flau hier: schlecht
Im Sommer 1993 wollte ein
Politiker Mallorca zum
17. Bundesland machen.
Im Sommer haben es Journalisten
nicht leicht, weiß unsere Autorin.
Aber nicht nur sie, das ganze Land
leidet: unter den merkwürdigen
Ideen unbekannter Politiker und
unter Krokodilen in Badeseen.
Eine Übung zu
diesem Text
finden Sie auf
Seite 39.
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Nächsten Monat in Deutsch perfekt
Das Oktober-Heft gibt es ab 25. September
Mission Mars
In zehn Jahren will ein Fluglehrer zum
Mars fliegen. Seine Frau und drei Kinder
würden für immer ohne ihn zurück-
bleiben – ein Rückflug ist nämlich nicht
geplant. Wie denkt so ein Mann?
Das Quiz
Wie gut kennst du Deutschland und die
Deutschen schon? Teste dein Wissen!
Zu gewinnen gibt es auch etwas: die Teil-
nahme an einem Jugendsprachkurs in
Heidelberg!
IN DEN NÄCHSTEN MONATEN
Zürich
Trendstadt am See
In Deutschland studieren
Hilfen und Tipps
Weihnachtsmärkte
Gemütlich und romantisch
Heidelberg
Ein Gefühl von Lebensfreude – das ist typisch für die
Stadt mit der berühmtesten deutschen Schlossruine.
Wer dort als junger Mensch an der ältesten Universi-
tät Deutschlands studiert hat, der trägt wahrschein-
lich ein ganzes Leben lang ein Glücksgefühl in sich.
Studenten, Touristen, amerikanische Soldaten und
ganz normale Heidelberger mischen sich in dieser
Stadt, in der es an manchen Stellen aussieht wie in
einem Hollywood-Film. Einem alten Hollywood-Film.
Gratis: Grammatik kompakt
Das kostenlose Extra zum Herausnehmen: Präsens, Perfekt, Prä-
teritum, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II auf einen Blick!
Der Welterfolg der deutschen Designer
1946 schickte die britische Regierung wegen des Problems
Agenten in deutsche Fabriken. Aktuell will Präsident
Barack Obama es genau wissen. Und chinesische Stu-
denten studieren auch ein zweites Mal Design,
wenn sie es in Deutschland tun können. Woher
kommt der Welterfolg von deutschen Designern
wie Peter Schreyer? Warum sahen die ersten iPods
von Apple einem deutschen Radio aus dem Jahr
1958 so ähnlich? Und: Ist weniger mehr?
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Anne Kathrin
Greiner?
D-A-CH-Menschen
Eine von 98 Millionen:
Wie denken Sie über das Leben,
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MITTEL
Was macht Sie glücklich?
Zu reisen und immer wieder neue Orte,
Kulturen und Menschen kennenzulernen.
Mein Beruf bringt mich auch in solche
Situationen.
Was fehlt Ihnen zum Glück?
Nicht viel, nur ein bisschen mehr Zeit.
Welche drei Dinge würden Sie auf eine
einsame Insel mitnehmen?
Meinen Mann. Eine Kamera. Ein Buch.
Welche drei würden Sie zu Hause lassen?
Meinen Computer. Mein Mobiltelefon. Alles,
was einen heutzutage unter Druck setzt.
Worauf sind Sie stolz?
Ich habe immer wieder die Möglichkeit
genutzt, an unterschiedlichen Orten zu woh-
nen und Neues zu erfahren. Darüber bin ich
sehr glücklich. So konnte ich mich persönlich
weiterentwickeln.
Was können die Deutschen von anderen
lernen?
Den Humor. Die Deutschen sind nicht humor-
los. Aber sie nehmen viele Dinge schwerer als
zum Beispiel die Briten oder die Skandinavier.
Mehr Humor würde den Leuten das Leben
leichter machen.
Was hoffen Sie, bleibt einmal von Ihnen?
Dass ich andere Leute positiv beeinflussen
konnte.
Hoffen Sie auf ein Leben nach dem Tod?
Ich habe mehr Angst vor einem Leben nach
dem Tod als Hoffnung darauf: Eine meiner
Urängste ist nämlich, dass ich lebendig begra-
ben werde. Ich bin doch eher Agnostikerin,
von daher lasse ich mich überraschen.
Was war die größte Überraschung
Ihres Lebens?
Während meines Studiums hatte ich ein drei-
monatiges Stipendium für Japan. Das zu
bekommen war schon eine große Überra-
schung. Aber dass mich mein Mann, der
damals noch mein Freund war, dort besucht –
das hätte ich nicht für möglich gehalten, weil
er selbst Student war.
Wovon würden Sie gern öfters träumen?
Träume sind wichtig für mich, sie beeinflussen
meine künstlerische Arbeit. Nachts sind schon
Bilder in meinem Kopf entstanden, die ich dann
umgesetzt habe. Viel wichtiger als positive
Träume sind deshalb starke Bilder, die mich in
meiner Arbeit weiterbringen. Ich würde mir nur
wünschen, dass ich sie nicht so oft vergesse.
Was ist Heimat für Sie?
Heimat ist für mich der Ort, wo man gute
Freunde hat und sich gut aufgehoben fühlt.
Mit Berlin habe ich mich sehr schnell ange-
freundet – außer mit dem langen Winter.
2 Interview: Jörg Walser
der Tod, -e Ende des Lebens
s¶lche (-r/-s) von der genannten Art
heutzutage in der Zeit, in der wir leben
¢nter Dr¢ck s¡tzen der Grund für Stress sein
n¢tzen hier: ≈ benutzen, um das Beste
von einer Sache zu bekommen
s“ch weiterentwickeln mehr und neue Kenntnisse
bekommen
schwer nehmen sich Sorgen machen
beeinflussen hier: einen Effekt auf das Denken
und Tun haben
die Urangst, ¿e hier: große Angst
begraben ein Loch in die Erde machen und
einen Toten hineinlegen
eher hier: ≈ mehr
v¶n daher ≈ deshalb; aus diesem Grund
das Stip¡ndium, hier: Geld, das Studenten von
Stip¡ndien Universitäten oder Organisationen
bekommen, damit sie ohne
finanzielle Probleme studieren
können
hætte gehalten für … Konj. I der Vergangenheit von:
halten für = meinen, dass …
entstehen hier: sich formen; das erste Mal
gedacht werden
¢msetzen hier: wirklich machen; realisieren
s“ch gut aufgehoben sich sicher und geschützt fühlen
fühlen
s“ch „nfreunden m“t hier: gut finden; mögen
„Ich habe mehr
Angst vor einem
Leben nach dem
Tod als Hoffnung
darauf.“
Museen in vielen Ländern
haben ihre Fotos ausge-
stellt. Das passt gut zu
Anne Kathrin Greiner (38):
Die Berliner Fotografin
liebt es, andere Kulturen
kennenzulernen.
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Die jungen Seiten von
Junge Deutsche – und ihre originellen Hobbys
SEPTEMBER 2013
Alle Texte auf Stufe A2
Ganz klein
ganz groß
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LEICHT
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KALEIDOSKOP
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Ein Konzert, ein Sänger – aber zwei verschiedene Sounds und zwei verschiede-
ne Namen. Marten Laciny aus Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) macht Hip-
Hop. Zuerst steht er als Marteria auf der Bühne: Er trägt normale Kleidung, singt
„Du willst streiten“, „Louis“ und andere Hits seines Albums. Dann ist er plötz-
lich weg. Zurück kommt ein komplett anderer Mann: Er trägt grüne Kleidung
und eine Maske. Das Publikum bekommt Flaschen mit grüner Farbe. Alles soll
jetzt grün sein. Marten Laciny ist nicht mehr Marteria, sondern Marsimoto. Aber
warum hat er zwei Namen und zwei Hip-Hop-Stile? Zuerst war Laciny nur
Marteria. Dann aber probierte er bei Aufnahmen andere Effekte aus – und die
Resonanz war positiv. Er hat also als Marsimoto ein Album produziert. Jetzt hat
der Sänger zusammen mit dem Publikum doppelten Spaß.
der Sænger, - Mann: Er singt.
die Bühne, -n hier: Ort in einem sehr großen,
hohen Raum: Dort steht ein
Sänger mit seinen Musikern und
macht Musik.
ausprobieren etwas Neues versuchen
die Aufnahme, -n von: aufnehmen = hier: Musik auf
CD oder DVD speichern
die Reson„nz hier: Reaktionen
d¶ppelt ≈ zweimal
nun
jetzt
die R¢nde, -n
hier: eine von zwei Phasen beim Wählen
neuer Spieler
sch„ffen
hier: erreichen
bieten
hier: ≈ möglich machen
die Nationalmannschaft, -en
Nationalteam
die Europameisterschaft, -en
Treffen von vielen Nationalteams: Sie spielen
um den ersten Platz in Europa.
Er ist erst 19 Jahre alt. Aber der deutsche Basketballspieler Dennis Schröder darf
nun
in den USA spielen. Nicht in einem
kleinen Verein, sondern bei den Atlanta
Hawks in der besten Liga der W
elt, der NBA. Er ist der erste Deutsche seit Dirk
Nowitzki, der das gleich in der ersten Runde geschafft hat. Jedes Jahr gibt es
näm
lich den NBA Draft. Dort können sich die Vereine in zwei Runden Spieler
sichern, die noch nicht in der Liga sind. Schröder ist natürlich sehr froh: „Die
Atlanta Hawks sind ein super Team
für m
ich und bieten m
ir eine gute Situa-
tion.“ Aber auch die deutsche Nationalm
annschaft kann sich weiter über ihn
freuen: Im
Septem
ber ist er bei der Europam
eisterschaft in Slowenien dabei.
Zwei Gesichter
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Ein Erwachsener auf einem Skateboard? Das
sieht man nur selten. Auch Titus Ditmann
(64), der „Vater der deutschen Skateboard-
szene“, sagt, dass Skateboarden für die
meisten Erwachsenen zu schwierig ist. Aber
nun sieht man immer mehr ältere Leute, die
auf einer XXL-Version unterwegs sind: Die
Longboards sind länger und breiter als ein
normales Skateboard. Es ist viel einfacher,
darauf zu fahren. Deshalb nutzen sie auch
Erwachsene. Viele junge Skateboarder fin-
den das natürlich nicht so toll. Sie wollen ihre
Kultur für sich alleine haben. Es gibt aber
einen wichtigen Unterschied: Schöne Tricks
kann man mit dem Longboard nicht machen.
Dieses Privileg bleibt den jungen Skatern.
(eine) B¶mbe sein
(Redewendung)
Im Krieg werden mit Bomben Häuser und
ganze Städte kaputt gemacht. Eigentlich ist
eine Bombe also etwas sehr Schlimmes.
Bombe hat aber noch andere Bedeutungen:
Wenn man das Wort ohne Artikel verwendet,
kann etwas Bombe sein, was man ganz toll
findet: Deine Jacke ist ja Bombe! Wo hast du
die denn her? Mit Artikel verwendet, kann
eine Bombe etwas sehr Fettes und Schweres
zu essen sein. Es ist also ein großer Unter-
schied, ob man sagt Der Kuchen ist ja eine
Bombe! oder Der Kuchen ist ja Bombe!
DEIN WORT
s¡lten
÷
oft
der Vater, ¿ hier: Mann: Er macht als Erster einen Sport.
die Skateboardszene ≈ alle Skateboarder
schwierig
÷
leicht
nun jetzt
unterwegs sein hier: fahren
n¢tzen ≈ benutzen
der Tr“ck, -s hier: ≈ Akrobatik
Schon in der Schule hat es angefangen: Jana Stroh-
brücker und Vanessa Schümmelfelder lieben Mode.
Die beiden Berlinerinnen haben nur eine Kamera und
ein paar Ideen. Aber mehr brauchen sie auch nicht:
Sie starten ihren Blog www.midnightcouture.de. Dort
zeigen sich die beiden Freundinnen auf Fotos in krea-
tiven Outfits. Dann bekommen sie eine Einladung zur
Berliner Fashion Week, auch bei einer Show in Paris
sollen sie dabei sein. Der Blog der Schülerinnen war
plötzlich wichtig. Heute ist er international bekannt.
Jana und Vanessa, heute 19 und 20 Jahre alt, inves -
tieren deshalb viel Zeit in ihr Projekt. Das ist nicht
immer einfach, denn sie studieren jetzt. Mit dem Blog
aufhören wollen sie trotzdem nicht.
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9/13 4
DER BRICKFILMER
Markus Engel (16)
E
igentlich ist Markus Engel aus Bie-
lefeld zu alt, um noch mit Lego-
steinen zu spielen. Trotzdem baut
er Häuser und Straßen aus den bunten
Steinchen. Sie sind nämlich die Kulisse
für seine Filme, Brickfilme genannt. Die
Hauptpersonen darin sind natürlich
Legofiguren. „Es ist schon komisch, dass
ich jetzt so viel Zeit mit Lego ver-
bringe“, sagt der 16-Jährige. Am liebs-
ten würde er Spielfilme drehen, an ech-
ten Drehorten und mit Schauspielern.
Aber das ist teuer und sehr schwierig.
Wie macht man als Teenager bitte einen
Film in einer Bank? Mit Legosteinen ist
das einfach. Markus baut sich eine.
Vor vier Jahren hat der Norddeutsche
auf YouTube zum ersten Mal Brickfilme
gesehen. Sofort hat er versucht, selbst
der Legostein, -e kleines Ding aus Plastik: Kinder
spielen damit.
bauen
z. B. Häuser, Straßen, Brücken
machen
b¢nt
in vielen Farben
die Kul“sse, -n
hier: ≈ Dekoration für einen Film
gen„nnt (werden) hier: heißen
die Hauptperson, -en wichtigste Person
Zeit verbr“ngen m“t hier: ≈ Zeit brauchen für
der Spielfilm, -e
Film: Sein Inhalt ist fiktiv.
drehen
einen Film machen
¡cht
hier: real; wirklich
der Schauspieler, - Mann: Er spielt im Film oder
im Theater mit.
schwierig
÷leicht
Was machen junge Deutsche in ihrer Freizeit?
Sehr viel – und oft ist es ziemlich originell! Wie bei
Markus, Mila, David und Nina, die Katja Hanke von
ihren großen Hobbys erzählt haben.
Diesen Text kannst du hören:
www.deutsch-perfekt.com
) Audio ) Lesen & Hören
Markus Engel
Fünf Filme hat er
schon ins Internet
gestellt
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einen zu produzieren. Die kurzen Animationsfilme sind
aus vielen einzelnen Fotos gemacht. Markus fotografiert
eine Szene, bewegt die Figur weiter. Er macht wieder ein
Foto, stellt sie wieder um. Wieder ein Foto. Im Compu-
ter spielt er die Fotos dann so schnell ab, dass ein Film
daraus wird. 15 Fotos braucht er für eine Sekunde Film.
Das ist viel Arbeit. „Alles Handarbeit“, sagt er stolz. „In
meinen Filmen ist nichts vom Computer animiert.“
Fünf kurze Filme hat Markus schon auf YouTube publi-
ziert. LegoBrick77 ist dort sein Pseudonym. Jeder der
Filme ist fünf Minuten lang. Sie handeln von Hausauf-
gaben, der Finanzkrise oder von fair hergestellten Pro-
dukten. Seinen Film „Eiskalt“ haben 6,5 Millionen Men-
schen angeklickt. Mit „Gewissenskauf“ hat er außerdem
letztes Jahr den Multimediapreis für Kinder und Jugend-
liche gewonnen.
Ungefähr drei Monate arbeitet Markus an einem Film. „Ich
mache das nur an Wochenenden“, sagt er. Und wenn er
für die Schule nicht so viel zu tun hat. Aber er spielt auch
oft Badminton. Das ist sein zweites Hobby.
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der Roman, -e lange, fiktive Erzählung
der D“chterwett- ≈ Suche nach der besten Dichterin/ dem besten Dichter
bewerb, -e
(die D“chterin, -nen Lyrikerin; Poetin)
der Zuschauer, - Publikum
kl„tschen applaudieren
die Bühne, -n Ort im Theater: Dort wird Theater gespielt.
¡rnsthaft ÷lustig
das Ged“cht, -e Poesie; Verse
gemeinsam hier: zusammen mit anderen
die Fahrt, -en von: fahren
der Auftritt, -e von: auftreten = sich vor Publikum zeigen
¢nter der W¶che hier: von Montag bis Donnerstag
die German“stik ≈ systematisches Studieren der deutschen Sprache und Literatur
einzelne (-r/-s)
hier: ≈ nur eins
bewegen
hier: die Position der Figur ändern
¢mstellen
hier: die Position der Figur ändern
„bspielen
hier: ≈ zeigen
st¶lz
hier: ≈ glücklich; froh
h„ndeln v¶n
zum Inhalt haben
eisk„lt
extrem kalt; sehr kalt
„nklicken
≈ klicken auf
der Gew“ssenskauf gemeint ist: ≈ Bezahlung dafür, dass ein
Mensch sein schlechtes Gewissen vergisst
(das schl¡chte
≈ Instinkt: Man weiß, dass man etwas
Gew“ssen
Falsches oder Kriminelles tut.)
der Multimedia-
Ding oder Geld für eine sehr gute
preis, -e
Präsentation im Sektor Multimedia
¢ngefähr/ungefähr mehr oder weniger genau; circa
DIE POETRY-SLAMMERIN
Mila Müller (17)
S
chon mit sieben Jahren wollte Mila Müller aus Kiel
einen Roman schreiben. Das hat sie auch getan. Er
war aber nur zwei Seiten lang. „Ich hatte viele
Romanideen, habe sie aber nie zu Ende gebracht“, sagt sie.
Vor zwei Jahren ist die Norddeutsche zum ersten Mal zu
einem Poetry-Slam gegangen. Bei diesen Dichterwett -
bewerben darf jeder mitmachen, der einen selbst geschrie-
benen Text vor einem Publikum lesen will. Dafür hat er fünf
Minuten Zeit. Die Zuschauer wählen durch Klatschen die
besten Texte.
„Das war genau der richtige Ort für mich“, sagt Mila. Schon
bei ihrem zweiten Besuch ist sie selbst auf die Bühne
gegangen. Angst hatte sie nicht, sagt sie: „Ich spiele auch
Theater und habe schon oft auf der Bühne gestanden.“ Am
Anfang hat sie Texte über ihren Alltag geschrieben: die
Schule, das Erwachsenwerden. Es waren lustige Texte, denn
die mag das Publikum. Heute schreibt sie ernsthafte
Gedichte. Mila mag es, ihre Texte auf der Bühne zu lesen
und sofort Feedback zu bekommen.
Auch der Kontakt zu anderen Poetry-Slammern gefällt ihr
sehr. „Jeder kennt jeden“, sagt die 17-Jährige und erzählt
von gemeinsamen Fahrten zu Auftritten in anderen
Städten. „Das ist wie eine Familie.“ Sehr weit weg war sie
aber noch nicht. Die meisten Slams finden nämlich unter
der Woche statt. Sie muss dann am nächsten Morgen zur
Schule.
Mila will einmal Germanistik studieren. Als Studentin kann
sie auch zu Auftritten nach Köln oder Berlin mitfahren.
Darauf freut sie sich schon. Und vielleicht schreibt sie
irgendwann dann auch noch einen Roman, der länger ist als
zwei Seiten.
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st¡cken
hier: sein
s“ch „nschauen
hier: genau sehen und so lernen
entstehen
hier: gemacht werden
die Schummelei, -en
(illegale,) nicht korrekte Methode
spr“ngen
hier: ≈ schnell durch die Luft über etwas laufen
damals
hier: dieser Zeit
die Ged¢ld
hier: ≈ Konzentration für eine komplizierte Arbeit
ein großes Fragezei -
nichts verstehen
chen “m K¶pf haben
(das Fragezeichen, - Symbol in der geschriebenen Sprache am Ende einer Frage)
die Datenbank, -en System zur elektronischen Administration von Daten
¶ffen
hier: interessiert an vielen Dingen
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DER PROGRAMMIERER
David Scharrer (17)
B
eim Programmieren kann man seiner Kreativität
freien Lauf lassen“, sagt David Scharrer. Das gefällt
ihm. „Wenn ich Lust auf ein Spiel habe, in dem ein
Pferd fliegen kann und in einer gewissen Zeit so viele
Bienen wie möglich aufessen muss, dann kann ich das ein-
fach umsetzen“, sagt der Berliner. Trotzdem, sagt er, ist er
kein typischer Programmierer: „Ich verbringe mein Leben
nicht vor dem Computer. Ich bin auch viel draußen und gehe
viermal pro Woche zum Sport.“
Zurzeit programmiert er vor allem Webseiten, einfache
Spiele für Smartphones und Programme für Windows.
Angefangen hat sein Interesse für das Programmieren mit
Computerspielen in der Kindheit. „Mich hat immer begeis-
tert, wie viel Arbeit und Liebe in so einem Spiel steckt“,
sagt er. Die Idee, selbst ein Spiel zu ändern und zu ver-
bessern, hatte er zum ersten Mal, als er „Super-Mario“
spielte. Er hat sich angeschaut, wie Spiele entstehen und
dann ein paar Schummeleien programmiert. Sein Mario
konnte so schneller laufen und höher springen. Da war
David 13 Jahre alt. Seit damals hat er viel gelernt. „Dafür
braucht man Zeit und Geduld“, sagt er. „Am Anfang hat
man nur ein großes Fragezeichen im Kopf.“
Heute kann der 17-Jährige in acht verschiedenen
Sprachen programmieren. Sie haben Namen wie C++, PHP
und SQL, damit schreibt man Programme für Windows,
Webseiten oder Datenbanken.
David möchte sein Hobby zum Beruf machen. Ab Oktober
besucht er zwei Jahre lang die School for Games in Berlin,
die Spiele-Programmierer ausbildet. Ob er danach wirklich
Spiele oder andere Software programmiert, das weiß er
noch nicht. „Ich bin da ziemlich offen“, sagt er.
... freien Lauf
hier: ohne Norm/ ohne Tabu arbeiten können; l„ssen
arbeiten können, wie man will
das Pferd, -e
Tier: Man kann auf ihm sitzen und sich tragen
lassen. Kleines Pferd = Pony
gew“sse (-r/-s)
hier: so, dass man sagt, wie lange es dauern soll
die Biene, -n
kleines Tier: Es kann fliegen und stellt Honig her. (der Honig, -e
gelbe oder braune süße Masse)
aufessen
alles essen, sodass nichts bleibt
einfach
hier: ohne Probleme
¢msetzen
wirklich machen; realisieren
sein Leben vor … nur vor … sitzen
verbr“ngen
die K“ndheit
Zeit: Man ist ein Kind.
M“ch h„t …
Mir hat … gefallen.
begeistert.
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DIE FINGERBOARDERIN
Nina Pischke (19)
S
chon mal von Fingerboarding ge-
hört? Nein? Das haben die meisten
nicht. Sie blicken erstaunt, wenn
Nina Pischke von ihrem Hobby erzählt.
Beim Fingerboarding bewegt man ein
Mini-Skateboard mit den Fingern und
vollführt dabei die gleichen kunstvollen
Tricks wie mit einem echten: Es geht
Holzrampen hoch und hinunter, an klei-
nen Geländern entlang, das Board wird
mit den Fingern in der Luft gedreht.
Das Verrückteste ist: Es gibt sehr viele
Fingerboarder in Deutschland. Dort fin-
det auch jedes Jahr eine Weltmeister-
schaft statt.
Nina hat letztes Jahr daran teilgenommen. Wie
gut sie genau war, weiß sie nicht mehr. Das ist
auch egal. „Die Wettbewerbe sind eher locker“,
sagt die Studentin. „Dabei sein ist alles.“ Dort
trifft sie viele andere Fingerboarder. Vor fünf
Jahren hat es die Frankfurterin mal mit dem
Skateboardfahren probiert. „Das hat nicht so gut
geklappt“, sagt sie. „Ich hätte viel üben müs-
sen.“ Die Zeit hatte sie nicht. Also ist sie beim
Fingerboard geblieben. „Vielleicht ist das ja auch
etwas für Leute, die Angst vorm großen Board
haben“, sagt sie und lacht. Ihr macht es auf je-
den Fall Spaß, die Tricks der Skateboarder mit
den Fingern zu imitieren. Und: „Man kann einfach
zwischendurch am Schreibtisch mal einen Trick
machen.“
Ihr erstes Fingerboard hat Nina als Kind in einem
Spielzeugladen gekauft. Dann hat sie im Internet
kurze Filme von Fingerboardern gesehen und die
Tricks imitiert. Das war vor sieben Jahren. Heute
hat sie auch ein Fingerboard aus Holz: Die un-
gefähr acht Zentimeter langen Modelle sehen
aus wie kleine Kopien der echten. „Manche ha-
ben sogar sehr teure Achsen und Kugellager“,
sagt Nina. Die kosten fast so viel wie die großen.
erstaunt
überrascht
bewegen
hier: die Position ändern von
vollführen
≈ machen
k¢nstvoll
mit großem Talent und
Können
der Tr“ck, -s
hier: ≈ Akrobatik
¡cht
hier: groß; original
die H¶lzrampe, -n hier: ≈ kleiner Berg aus Holz
das Gelænder, - ≈ Konstruktion, z. B. an
Treppen oder Balkonen: Sie
soll helfen, dass niemand
hinunterfällt. Hier:
Konstruktion im Miniformat
entl„ng
hier: auf
drehen
≈ im Kreis fahren
die W¡ltmeister- hier: Treffen von vielen
schaft, -en
Fingerboardern aus aller
Welt: Ein Fingerboarder
gewinnt den ersten Platz.
der W¡ttbewerb, hier: ≈ Suche nach der
-e
besten Fingerboarderin/
dem besten Fingerboarder
eher
hier: ≈ mehr
l¶cker
hier: ohne genaue Evaluation;
frei
kl„ppen
hier: gehen; funktionieren
hætte üben
Konj. II der Vergangenheit von:
m•ssen
üben müssen
auf jeden F„ll absolut
einfach
hier: ohne Probleme
zwischend¢rch hier: in der Zeit, wenn man am
Schreibtisch sitzt
der Spielzeug- ≈ Laden: Dort kann man Dinge
laden, ¿
zum Spielen kaufen.
¢ngefähr /
mehr oder weniger genau; circa
ungefähr
sogar
≈ auch
die [chse, -n
hier: Teil unten am Finger-
board: Dort sind die Reifen
stabil angemacht.
das Kugellager, - hier: ≈ Teil mit kleinen
Metallbällen: Es soll helfen,
dass Reifen nicht zu stark
bremsen.
Nina Pischke
Mit Fingerboards macht
sie das Gleiche wie an -
de re mit Skateboards
04-07_Hobbys_0913.qxd 31.07.13 15:23 Seite 7

o
¢
, ¿er
Gegenteil von ...
langer, betonter Vokal
kurzer, betonter Vokal
Plural-Formen
8
9/13
RÄTSEL
lockere Umgangssprache
negativ
Vorsicht, vulgär!
ungefähr, etwa ≈
Die Lösung
findest du im
nächsten Heft –
und schon jetzt
im Internet:
www.deins.de/
loesung
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Lösung vom Rätsel 8/2013
Waagerecht: 1. aufschreiben; 2. duenn; 3. Aerztin;
4. gleich; 5. Ermaessigung
Senkrecht: 1. diese; 2. außer; 3. Egal; 4. August;
5. fit; 6. eng
Das musst du wissen über Denkmäler
FÜNFPUNKTE
n Die Pflege der Denkmäler heißt Denk-
malschutz. Alte Häuser werden geschützt
und Skulpturen restauriert. Kulturell
wichtige Objekte sollen auch nicht ver-
kauft werden.
n Manche Menschen freuen sich gar nicht
darüber: Weil ihr Haus geschützt ist,
müssen sie es besonders gut pflegen.
Das ist teuer und macht Veränderungen
am Haus kompliziert.
n Fast sagt dieses Wort: „Denk mal!“ Denn
ein Denk mal erinnert an etwas und
bringt Menschen zum Nachdenken.
n Statuen erinnern zum Beispiel an his-
torisch wichtige Menschen, Mahnmale
an negative Ereignisse.
n Am 8. September ist Tag des offenen
Denkmals. Dann öffnen Monumente,
die man sonst nicht so einfach besuchen
kann. Dieses Jahr stehen historisch
schwierige Denkmäler im Zentrum des
Interesses. Zum Beispiel alte Wachtürme
an der früheren deutsch-deutschen Gren-
ze. Auf denen hat die Armee aufgepasst,
dass niemand über die Grenze kommt.
An dem Aktionstag wird diskutiert, wel-
che Denkmäler man pflegen möchte.
CARTOON
z¢m Nachdenken br“ngen ≈ machen, dass jemand intensiv wegen einer
Sache denkt
das Ereignis, -se hier: wichtige Sache: Sie ist früher passiert.
schwierig ↔leicht; hier: ≈ mit Problemen
der W„chturm, ¿e hier: Turm an der Grenze: Von dort kontrolliert
man die Grenzregion.
pflegen ≈ sich kümmern um
sch•tzen hier: aufpassen, dass etwas nicht kaputtgeht
die Verænderung, -en von: verändern = neu oder anders machen
vieeel gemeint ist: sehr
viel; korrekt: viel
ä = ae
ü = ue
ß = ss
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F
Waagerecht (= horizontal)
1. „Komm bitte erst um 8 Uhr, 7 Uhr ist mir zu …“
2. „Hast du Schnupfen?“ – „Ja, ich bin etwas …“
3. „Im Urlaub habe ich Leute aus der ganzen Welt kennen-
gelernt: Das war eine tolle …“
4. Zeit, in der man etwas abgeben/liefern muss: die …
5. Synonym von „aus diesem Grund“
6. Straße durch einen Berg: der …
7. Gegenteil von „drinnen“
Senkrecht (= vertikal)
1. „Weißt du, wie spät es ist?“ – „Nein, ich habe keine …“
2. Zahl zwischen acht und zehn
3. Nach dem Sommer kommt der …
4. „Diese Frau sieht elegant aus, wie eine echte …!“
5. Büro, zum Beispiel im Rathaus: Dorthin bringen Leute
Sachen, die sie gefunden haben.
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