You are on page 1of 4

Essay

„Aufgabe als Tutor“ Meine Aufgaben als Tutor gestalten sich vielfältig. Der zentrale Kern ist die Vermittlung des Stoffes, der in der Übung behandelt werden muss. Und dies ist auch der Punkt, an dem schlussendlich meine Leistung als Tutor gemessen wird. Merken die Studenten, dass der Tutor selber nicht so genau Bescheid weiß, so hilft alle Freude und Motivation nichts. Ist die Kenntnis da, ist das meiste andere nebensächlich. In jedem Fall aber gehen die Aufgaben über das reine Darreichen von Information und Wissen hinaus. Die Art und Weise, wie dieses Wissen vermittelt wird, macht nämlich einen erheblichen Anteil des Lerneffekts bei den Studierenden aus. Somit ist es meine Aufgabe die Studenten beim Lernen des Stoffes unterstützen, indem ich dabei motiviere, sie unterstütze, sie an meiner Erfahrung Teil haben lasse und ihnen ein Feedback über ihre Leistungen gebe. Ich muss dabei die Art und Weise, wie ich den Inhalt vermittle, abwechslungsreich und interessant gestalten um ihre Lust und ihr Interesse an dem Thema zu steigern/zu erhalten. Dabei ist von ganz entscheidender Bedeutung, dass meine eigene Motivation und Freude am Thema durchscheint und im besten Fall ein wenig abfärbt. Des Weiteren ist es auch meine Aufgabe eine Ansprechperson für die Studenten zu sein. Fragen, die man sich nicht traut dem Professor selbst zu stellen, kann man mir stellen. Auch allgemeine Uni Angelegenheiten können gut einem schon erfahrenen Studenten gestellt werden. Dazu muss ich ein gewisses Vertrauensverhältnis etablieren. „Ich als Lehrender“ Eine meiner Stärken als Lehrender sehe ich darin, dass wenn mir ein Thema gefällt, ich das Interesse und die Faszination daran gut vermitteln kann. Durch meine offene Art und Weise und meinen Spaß an dem Thema kann ich die Studenten neugierig machen und davon überzeugen, dass an dem Thema etwas interessant sein muss. Diesen Funken muss ich dann durch ein abwechslungsreiches und gut gestaltetes Programm weiter anfachen. Darin dieses Programm zu planen sehe ich eine weitere Stärke von mir. Ich bin gut darin mich im Vorhinein hinzusetzten und einen Plan zu erstellen, der vom zeitlichen Ablauf her passt und dessen Kombination an Methoden passt. Diese Methoden jedoch kannte ich vor dem Lehrgang noch nicht und um Ansätze davon zu lernen bin ich da. Wie wechsle ich

Vortrag von mir und Arbeit der Studenten sinnvoll ab? Was mache ich am Anfang und am Ende? … Es fällt mir dann aber oft schwer, die gut geplanten Dinge dann wie vorgestellt zu verwirklichen. Wenn ich einmal begonnen habe, fange ich an, umzudisponieren und dann wird meine Arbeit/ werde ich oft chaotisch. Für mich ergibt dann noch alles einen Sinn, doch die Leute, die versuchen mir zu folgen verlieren den Faden, da ich zwischen einzelnen Themen hin und her springe. Ich muss es lernen, mich an meine Planung zu halten und den roten Faden nicht zu verlieren. Ich denke, dass ich eine kleine Gabe für die Versinnbildlichung von Wissen habe. Mir fällt es leicht, anschauliche Symbole oder Bilder zu finden. Dies kann ich gut nutzen, um Epitome zu schaffen. Ich möchte einen lockeren Umgang mit den Studenten pflegen. In Stresssituationen gut zu reagieren und freundlich zu sein kann ich. Doch fällt es mir manchmal schwer die richtige Balance / die richtige Distanz zwischen „Kumpel“ oder „Geschäftsbeziehung“ zu finden. Wie persönlich lasse ich die Gespräche im Tutorium werden? Du oder Sie? Mit Sanktionen drohen?

„Beschreibung einer Problemsituation“ Ich bin kurz vor der Endphase meiner Übung und meine Studenten haben in der letzten halben Stunde eine größere Aufgabe in kleinen Teams bearbeitet. Ich habe insgesamt eine große Gruppe Studenten und somit einige dieser kleinen Teams. Während die Studenten die Aufgaben versucht haben zu lösen bin ich durch die Reihen gegangen und habe geholfen wo Fragen waren. Nun gegen Ende dieser Phase und kurz vor der Ausleitung der Stunde (letzter Sprung des Dreisatzes) realisiere ich, dass die ganzen Teams auf völlig verschiedenen Levels stehen. Die einen haben die Aufgabe fast fertig gerechnet und die anderen stehen immer noch am Anfang der Aufgabe da sie entweder schlechter sind als die anderen oder beispielsweise einen längeren Beweis nachvollzogen haben den die anderen sich nicht angesehen haben. Wie schaffe ich es nun ein für alle zufriedenstellendes Ende zu finden? Die langsameren wollen die Ergebnisse der restlichen Teilaufgaben noch erklärt haben, die schnelleren wollen am liebsten möglichst schnell gehen. Wie führe ich nach einer Gruppenarbeit alle Gruppen wieder auf einem Level zusammen?

Wenn mir dies nun gelungen ist kommt bereits das nächste Problem. Ich habe die Arbeitsphase meines Dreisatzes abgeschlossen und möchte die letzten 5 Minuten nutzen, um die Stunde noch einmal zusammenzufassen und einen Ausblick zu geben. Doch sowie ich etwas sage, das in die Richtung geht „Ich fasse nochmal zusammen“ oder „heute haben wir gelernt“ schalten die Studenten sofort aus und fangen an ihren Rucksack zu packen um möglichst schnell zu gehen. Dabei finde ich diese Zusammenfassung am Ende fast am wichtigsten für die Studenten, da sie in komprimierter Form nochmal das gelernte wiedergibt. Wie schaffe ich es, die Konzentration der Studenten auch in der Ausleitung noch zu erhalten?

„Thema Feedback“ Ich gebe Feedback, wenn eine Aufgabe gelöst worden ist und sie mir präsentiert/abgegeben/gezeigt worden ist. Nun kann ich sagen, wie dies geschehen ist. War das Ergebnis richtig, war der Lösungsweg sinnvoll oder gibt es einen besseren/schnelleren/leichteren? War die Notation ordentlich und gut gewählt? Meist würde ich dieses Feedback ungefragt geben. Gelernt habe ich jedoch, dass der FeedbackNehmer dieses Feedback überhaupt erst mal haben möchten sollte. Es wäre also gut vorher nachzufragen, ob die betroffene Person meine Meinung zu der Sache hören möchte. Dies ist auch insofern sinnvoll, als dass es die empfundene Autonomie der Person steigert. Aufschluss über die Qualität meines Feedbacks kann ich durch die Reaktion der Person darauf bekommen. Ich denke, dass wenn Feedback wortlos hingenommen wird, es nicht so angekommen ist, dass es akzeptiert wurde. Kommentiert der Feedback Nehmer meine Kommentare jedoch und stellt vielleicht sogar Fragen darüber wie es zum Beispiel besser gemacht werden könnte, so weiß ich dass ich ernst genommen werde und dass man einen gewissen Respekt meiner Meinung gegenüber hat. Wird vom Gegenüber jedoch versucht sich zu rechtfertigen und gekontert, so wurde das Feedback wohl falsch dargestellt. Schafft man es, seine Ansicht zu formulieren, dass sie rein die eigene Meinung darstellt und nicht als Tatsachen oder Fakten auf den Tisch geknallt wird, dann wird auch keine Abwehrreaktion ausgelöst. Diese macht sich auch in Mimik und Gestik bemerkbar. Bleibt der Feedback-Nehmer locker und aufgeschlossen für Kritik, so ist das Feedback gut. Fängt er jedoch an eine

Abwehrhaltung einzunehmen und die Arme zu verschränken ist es nicht gut. Wirkt er fragend oder unverständlich so muss das ganze besser erklärt und erörtert werden. Zu guter Letzt ist ein gutes Kriterium für die Qualität von Feedback die Tatsache ob bei einer vergleichbaren Situation von der gleichen Person wieder um Feedback gebeten wird. So merkt man, ob das Gegenüber Wert auf die eigene Meinung legt. Dabei muss nicht konkret um Feedback gebeten werden sondern bereits eine beiläufige Frage „Wie wars diesmal“ deutet bereits auf ein weitergehendes Interesse an Rückmeldung hin.