Vom Wissen zur Weisheit Fichtes Wissenschaftslehre 1811

Fichte-Studien-Supplementa
Band 20

im Auftrage der Internationalen Johann-Gottlieb-Fichte-Gesellschaft

herausgegeben von Helmut Girndt (Duisburg) Wolfgang Janke (Wuppertal) Wolfgang H. Schrader (†) (Siegen) Hartmut Traub (Mülheim a. d. Ruhr)

Matteo Vincenzo d’Alfonso

Vom Wissen zur Weisheit Fichtes Wissenschaftslehre 1811

Fichte-Studien-Supplementa Die Supplementa zu den Fichte-Studien präsentieren Forschungen zur Geschichte und Systematik der Transzendentalphilosophie. Es werden in diesem Rahmen umfangreichere Untersuchungen veröffentlicht, z.B. Monographien, Dissertationen und Habilitationsschriften, die dem Verständnis der Transzendentalphilosophie dienen oder ihre Erneuerung und Weiterentwicklung voranbringen können.

Typographie und Satz: Holger Ostwald (Duisburg) The paper on which this book is printed meets the requirements of »ISO 9706:1994, Information and documentation – Paper for documents – Requirements for permanence«. ISBN: 90-420-1847-X ©Editions Rodopi B.V., Amsterdam-New York, NY 2005 Printed in the Netherlands

Danksagung und Widmung

Mit der Veröffentlichung dieser Arbeit, die ich als Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades bei der Ludwig Maximilian-Universität im Juli 2003 vorgelegt habe, vollendet sich eine neunjährige Beschäftigung mit der Philosophie Fichtes. Bei solch’ einem Forschungsunternehmen lernt man, wie wenig ein Mensch alleine bewerkstelligen kann und wie viel der Erfolg von Anderen abhängt, von vielen anderen. Das gilt zumindest für mich. Im Jahre 1996 begann ich in Mailand unter der Leitung meines unvergesslichen Magistervaters Francesco Moiso an der »Wissenschaftslehre 1804, zweiter Vortrag« zu arbeiten und erwarb somit meine Laurea. Zweieinhalb Jahre später durfte ich in München, dank seiner Empfehlung, bei Wilhelm G. Jacobs meine Bildung fortsetzen und vertiefen. Vier Jahre lang stand er mir als anspruchsvoller Doktorvater stets hilfsbereit zur Seite, und ich promovierte unter seiner Leitung über die »Wissenschaftslehre 1811«. Was ich diesen beiden Menschen schulde, ist nicht abzuschätzen. Ihnen kann ich nur meine tiefste Dankbarkeit aussprechen, was ich jetzt aus ganzem Herzen tue.

Danksagung und Widmung

Ebenso bei Erich Fuchs und Marco Ivaldo möchte ich mich zutiefst bedanken. Auf unterschiedliche Art und Weise haben mich beide immer wieder unterstützt und ermutigt. Erich half mir insbesondere, und neben vielem anderen, großzügig mit der Textkorrektur, einer harten Arbeit, die er immer mit einem Lächeln vornahm. Günter Zöller und seinen Seminaren über die Spätphilosophie Fichtes sowie den Oberseminaren von Wilhelm G. Jacobs in den Jahren 1999-2002 verdanke ich die Verfeinerung meiner Interpretation der Philosophie Fichtes und des Deutschen Idealismus überhaupt. Unter den Teilnehmern, mit denen ich weiter wachsen konnte, möchte ich hier insbesondere an Marco Rampazzo Bazzan, Jan Seide, Alessandro Bertinetto und Karsten Thiel – der übrigens auch eine erste sprachliche Revision meiner Dissertation übernahm – erinnern. Für die allerletzte Textkorrektur und -bearbeitung bedanke ich mich herzlich bei Christiane Henkes. Hans-Georg von Manz, Ives Raddrizzani und vor allem Peter K. Schneider verdanke ich mehrere fruchtbare, philosophische Auseinandersetzungen während der unzähligen lebhaften Mittagessen beim Stammtisch der Fichte-Kommission in der Opernkantine. Zusammen mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst DAAD, der mir ein zehnmonatiges Stipendium bewilligte, soll hier auch der Bayerische Staat für ein sechsmonatiges Stipendium am Ende der Promotionszeit erwähnt werden. Aber nicht nur in München wurde ich unterstützt und gefördert, auch in Mailand spielten mir liebe und wertvolle Menschen eine äußerst wichtige Rolle bei der Anfertigung dieser Arbeit: an meinen Eltern Ernesto und Marzia d’Alfonso geht hier mein herzlichster Dank an Luigi Ferrari und hier insbesondere an Nella Guidi für ihren unermüdlichen Ansporn. Dem Instituto Italiano per gli Studi Filosofici von Neapel verdanke ich einen großzügigen Druckkostenzuschuß. Francesco Moiso, der 2001 unerwartet starb, ist dieses Buch gewidmet: Ich hoffe, dass diese Arbeit seine didaktischen Bemühungen nachträglich ehren kann. München 28.07.2005

dem unvergesslichen Meister .Francesco Moiso.

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........................ 20 1............ 28 1....................................................................5..1 Die Schwierigkeiten der Wissenschaftslehre ............... 17 1............3............................................... 22 1....... 24 1........ Die Zirkularität als die einzig mögliche wissenschaftliche Form der Wissenschaftslehre .. Reflexion....5.......................................................................... Die Selbstbewahrheitung des Wissens ............6.3............................ Aufgabe und Definition der Wissenschaftslehre ...........5..................1 Die Abneigung gegen das historische Wissen und jede Autorität überhaupt ...........3........................................... 10 Die thematische Erschließung des Vorlesungstextes zur Wissenschaftslehre ............... 47 1......2...............3. 43 1.. 35 1....... Der Standpunkt der Transzendentalphilosophie: Wissenschaftslehre versus Dinglehren .......3.. Der Gegentrieb .....4............................... 2 Zur Periodisierung der theoretischen Philosophie Fichtes .............2..........4........ 5 Zur Notwendigkeit und Problematik einer Beschäftigung mit dem handschriftlichen Nachlaß beim Studium der Wissenschaftslehre ........ Zweifel .6.........3........................................ Voraussetzungen. Das Wissen ist ein unentbehrliches Faktum .....................................................................................................3...1..............................2......................... 37 1......2....................3............................ 26 1.... Anschauung und Denken ... 65 ...... 45 1............... Denken.........Inhalt Einleitung .......... Die Wissenschaftslehre als natürliches Produkt ..........................5............................................................3..... 17 1.................................... 22 1................................ Der demonstrative Gang der Wissenschaftslehre ... 56 1............... Die Schwierigkeit des Gedankengangs .............................. 1 Entwurf einer allgemeinen Organisation der Vorlesungen des Jahres 1811 .....5.............................1............................. 13 1.... 51 1..................... Der Hang des natürlichen Bewußtseins ..... Der Inhalt der Wissenschaftslehre .......3.............................1............. 45 1.............................. Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode ..5..................... Der Hypothesencharakter des Ausgangspunkts und die Frage nach der Evidenz der Wissenschaftslehre .........

.......................1......3. 118 4... 80 4................2........................Inhalt 2.....................2. Die Frage nach dem Erscheinen des Absoluten im Schema 2 .......................1.......................................2............. Das Bewußtsein ................................ 143 5................... Der Reflex ...... 89 4............... 5.... 69 2...2................................... Vom Begriff des Absoluten zum lebendigen Durch der Erscheinung (Schluß vorwärts) ............. 73 3...........1.... 107 4......................................................1..5.......... Gesetz und Evidenz ...1........2. 5..... Erscheinung ................................................ Genesis des Erscheinungsbegriffs ............ Der Inhalt des Vermögens: Schema 2 ..........1. 5.......................................2............ Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein .......... 5..........2.......................2. 134 5....1............................................ Die Erscheinung des Vermögens als solchem .............................. 5.........................2.....1............................... Die synthetische Periode ......3.............................................................................................................. 117 4.................3.............. Die Analyse des Bewußtseins ist vollendet ... 109 4......... 89 4. Die Kritik an Locke und den Kantianern .........3...................... Das Als des Schemas und das Prinzip des Soll .. 5....................... Schema und Sein des Vermögens ................. 128 4.......... Die Genesis der transzendentalen Apperzeption ... 104 4.......... 102 4... 5..............................................1.........1.....3............................. Dritter Widerspruch: das Durch der Erscheinung . Erster Widerspruch: das Sein und sein Begriff ...2... Der Inhalt von Schema 2 .........................1............. Sicherscheinung .. Das Vermögen ......... Die Freiheit der Erscheinung .......... 5.................................................................. Ein Beispiel zur Erklärung ............2.... 126 4........3................ 112 4............4................4.................................................3...................................... 77 3. 147 152 155 157 160 161 164 166 171 175 ................... 78 3................ 121 4....................1........1.............................................................................. Zum Als des Vermögens: die Attention ............................ Das Sehen . Einleitung durch Spinoza: das Sein .... Protestatio facto contraria . Zweiter Widerspruch: die Erscheinung und ihre Sicherscheinung .3.................................................................. 95 4.............. 5............. Vierter Widerspruch: das Erscheinen des Absoluten im Schema 2 ..1................1.......6....................1..... Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins .......... 118 4.4..........2..3.................. 100 4. Die Frage nach dem Prinzip des Mannigfaltigen ...........................3...........2..................1................ 123 4.........2............................................3..........1....... Fortsetzung mit Kant: die Erscheinung ........................................3. Der Inhalt des Reflexes ..................................................................5.....

............................... Das Erscheinen der Erscheinung als solcher ...........5.................... 305 Primärliteratur ..... 279 6....2.... Vom Bild des Soll zum Soll des Soll .....................3......3................3...............4.........2...... Raum und Stoff .......... Die Entstehung der Unendlichkeit ...... 211 5.............................. Der Grund für den Übergang von der absoluten zur sichtbaren Erscheinung . Die Ichform .........0...................... 247 6......................................................... 284 6. Die ›ewige Jagd‹ des Kann nach dem Soll .......3.... 268 6.......... Das Bewußtsein des Bewußtseins ............ 206 5............3........0.................. Die Bedingung der Möglichkeit des faktischen Ich .................................... Die Folge der Prinzipien: Soll................. 306 Literatur über die erste Berliner Phase der Philosophie Fichtes (1800-1805) .................. Das Bild des Bildes der Erscheinung: das Schema 3 .............................. 227 6.......... 274 6................... Die Schranke und das Bild des Vermögens .2...................2............ Der Freiheitsakt: ideale und faktische Welt .......................6...............6.7............... 221 6.. Analyse des Soll ........... 255 6..................1...............3. 233 6.............1............6.... 264 6.8..........0...............1.................2..Inhalt 5............... Der Inhalt der Reflexibilität des Prinzips .......0..... 196 5...................................................................... 291 6................................. 305 Allgemeine Literatur zur Philosophie Fichtes ............................................1................3......................3.................. Gedächtnis.. 209 5.................... Reproduktive Einbildungskraft..3.............. 287 6........2.... Soll.......5.............................................................. Die Deduktion des Faktums der Wissenschaftslehre ..... 189 5.... 299 Literaturverzeichnis ... 225 6........... Die Möglichkeit der Genesis: das Gesetz des Soll ....... Reflexibilität und Reflexion: Schema 4 und Schema 5 ......... Die Bedingung der Wirkung des Soll: das Bild des Soll .........4... Der Reflex des Reflexes ...5.........................................2.3.................................. Sittlichkeit und Genie .2..................................................................................1..0........... 228 6....................... Das Faktum des Sichanhaltens ..........................2..........1...............................................................................1............ Die Materie der Welt ............................ 204 5....................... 242 6.... 179 5...1......................... 309 Literatur über die zweite Berliner Phase der theoretischen Philosophie Fichtes (1807-1814) ................... Die Disjunktion im Bewußtsein ...................3..................................... 216 5............. Als ................................................. 294 6........2........3.0....2................ 310 ................3.......... Wille und Weisheit .......................... Die Welt der vielen Ichs und die Natur .......... 267 6............................... Der Grund der Disjunktion: das Soll und das Kann ....... 278 6...........................4.........

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Die . die auf die Freiheit des absoluten Seins oder – wie Fichte auch zu sagen pflegt – Gottes zurückzuführen ist. sed sapientiam seu sapidam scientiam habendum. Vorstellungen nicht als letzter Grund des Realen.Sollicitamur appetitu naturae nostrae indito ad non solum scientiam. daß mit den 38 Vorlesungen eine besonders gut artikulierte Darstellung der systematischen Begründung von Fichtes philosophischer Position in der letzten Berliner Phase seines Philosophierens vorliegt. De Venatione Sapientiae) In der ersten Aera des höheren Menschenthums gilt die Tapferkeit als die vornehmste Tugend. (Nikolaus Cusanus. in der zweiten die Gerechtigkeit. in der dritten die Mässigung. Trotz der reinen Bildhaftigkeit der Welt und seiner Auflösung ins Kaleidoskop des menschlichen Bewußtseins nämlich gelten das Bewußtsein und seine Struktur der SichVergegenwärtigung von Bildern bzw. in der vierten die Weisheit. In welcher Aera leben wir? In welcher lebst Du? (Friedrich Nietzsche. Fichte nimmt hier gegen beide Formen des Nihilismus Stellung. Der Wanderer und sein Schatten) Einleitung Das Interesse an der Wissenschaftslehre von 1811 gründet sich darauf. Denn das Bewußtsein ist nichts anderes als eine Form des Wissens und das Wissen ist wiederum der Ausdruck einer ursprünglicheren synthetischen Tätigkeit. den theoretischen sowie den mit diesem zusammenhängenden praktischen.

bzw. wie man das Bewußtsein beschreiben kann. Um seine Position vertreten zu können. die sich in der Frage nach dem Seinsollen (s)eines Zustands zeigt. die grundlegende synthetische Tätigkeit des Bewußtseins nur noch als ein Faktum des Bewußtseins angenommen. die ihr zukommende Achtung. in dem sich die menschliche Freiheit nur als solche äußern kann. wenn die Gegenstände. Der Beweis ihrer Möglichkeit war letztlich nur zu führen. muß Fichte sich also vor allem mit Kant auseinandersetzen. daß das die faktische Welt konstituierende Bewußtsein eine Erscheinung des Absoluten ist. um aus dem Wissen in die Weisheit überzugehen. Denn nachdem man die reine Bildhaftigkeit der Welt anerkannt und sich dadurch vor seiner blinden Verehrung als eines absoluten Dings abgesichert hat. Diesen Beweisgang versteht Fichte als die Vervollständigung des transzendentalphilosophischen Programms und zugleich als Mittel. an denen sie sich manifestiert. wenn man sich nicht aus dem Zirkel des Bewußtseins bewegen kann. Das sind sie aber mit Gewißheit. Entwurf einer allgemeinen Organisation der Vorlesungen des Jahres 1811 In den Jahren 1810 bis 1814 präsentierte Johann Gottlieb Fichte insgesamt drei vollständige Darstellungen seines Systems. auf die sie Einfluß hat. nachdem bewiesen wurde. Im Februar und März . wie man die in dieser Beschreibung faktisch entdeckte Ursprünglichkeit der Synthesis rechtfertigen kann. verdient sie als die eine Form. die Zustände. daß Fichte nach dem Seinsollen der transzendentalen Apperzeption fragt und dabei deren Genesis durchführt. in der die Äußerung des Absoluten gesetzmäßig wahrgenommen werden kann. Die andere Form ist dann das sittliche Handeln. indem man sie auf eine Erscheinungsform der Freiheit als Inbegriff Gottes zurückführte. ohne daß man sie aber dabei schlechthin entwerten dürfe. und zweitens. allerdings besteht die Bedingung der Möglichkeit der in ihr vollzogenen Analyse von Bewußtsein und Selbstbewußtsein darin. Der ersten Frage kann die Wissenschaftslehre nur in ihrer Ganzheit antworten. Für Fichte hatte der Begründer der Transzendentalphilosophie. Zwei Probleme stellen ihm Kant und seine Transzendentalphilosophie: erstens. daß innerhalb des Bewußtseins eine Spaltung stattfinden kann. Die zweite Frage wird darüber hinaus gerade dadurch beantwortet.2 Einleitung weltliche Bildlichkeit ist folglich – mittels des Bewußtseins – als Bild des Seins zu verstehen und deshalb die Erfahrungswelt als eine Erscheinung anzuerkennen. auch eine Erscheinung der Freiheit sind. Kant.

G. [Seite]. vom gewöhnlichen zum transzendentalen Standpunkt als dem einzigen Standpunkt überzugehen. sich der Aufgabe der Wissenschaftslehre überhaupt stellen zu können. H. die es ermöglichen. [Zeile]‹ benutzt. von Manz et al.Einleitung 3 1810 hatte er in den Räumen des Prinz-Heinrich-Palais. Schon nach einer ersten Lektüre der Vorlesungen zur Wissenschaftslehre im Jahre 1811 zeigt sich. April 1811 hielt Fichte dann die hier betrachteten 38 Vorlesungen zur Wissenschaftslehre. Bereits diese einleitenden Vorlesungen sind allerdings sehr komplex. die Fichte in den Jahren 1804 und 1807 hielt. J. sie fordern den Hörer (bzw. Immanuel Hermann.1 In der Zeit vom 30. Hg. bilden diese Vorlesungen eine Einleitung. [Seite]. Januar bis 6. Fichte: Nachgelassene Schriften 1810-1812. 12). vermutlich wegen der schweren Krankheit. unter der der Philosoph in den Monaten von Mitte 1808 bis Herbst 1809 litt. von dem aus die Wissenschaftslehre nachvollziehbar bzw. [Zeile]‹ belegt. die denen der ersten Vorlesungen über die Wissenschaftslehre. Bd. Dazu muß Fichte vorläufig den Begriff und das Ziel der Wissenschaftslehre 1 Gleichwohl hat Fichte den Schluß der Wissenschaftslehre 1810 im März 1810 bei Hitzig in Berlin veröffentlicht: J. Fichte: Die Wissenschaftslehre in ihrem allgemeinen Umrisse. Längere Zitate aus dieser Ausgabe werden im folgenden im Text mit der Angabe von Seite und Zeile.G. kürzere Zitate in Fußnoten mit dem Kürzel ›GA II 12. Von Fichtes Sohn und erstem Herausgeber seines Nachlasses. Berlin bei J. zum ersten Mal im Rahmen der Universitarischen Programme seine Wissenschaftslehre ausgeführt. im Rahmen der Gesamtausgabe der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zur Verfügung. R. ähneln und die er damals ausdrücklich so bezeichnete. 177-196. Vgl. Obwohl Fichte jetzt den Terminus Prolegomena nicht verwendet.E. daß die ersten vier als eine Art Vorrede vom Rest der Vorlesungen getrennt werden können. v. das ab Herbst 1810 als Universitätsgebäude dienen sollte. 1809-1811. dem er kurz darauf erlag. Leser) auf. wurden diese Vorlesungen nicht nur nicht veröffentlicht. 2 Der Text der Wissenschaftslehre von 1811 (WL 1811) steht erst seit 1999. 137-299. Lauth et al. einen teilweise fragmentarischen Charakter. v. Stuttgart-Bad Cannstatt 2000 (frommann-holzboog Studientexte 1. sondern merkwürdigerweise nicht einmal erwähnt. Hitzig. von jedem Einzelnen selbst vollziehbar ist. .2 während eine dritte vollständige Präsentation der Wissenschaftslehre von Januar bis März 1812 folgte. 1810. Für andere Belege aus der Gesamtausgabe wird das Kürzel ›GA [Reihe] [Band]. auch: J.G. 1814 erkrankte er nach fünf Vorlesungen an Typhus. Diese Wissenschaftslehre 1810 hat jedoch.2000).G. Die Vorlesungsreihen der Jahre 1813 und 1814 hingegen blieben unvollständig: Im Februar 1813 brach Fichte wegen des gerade ausgebrochenen Krieges nach 18 Vorlesungen die Reihe ab. Hg. dem Jahre seiner Publikation. Vgl. Auch hier werden nämlich allein die Prämissen formuliert. Fichte: Die späten wissenschaftlichen Vorlesungen I. Stuttgart-Bad Cannstadt 1999 (Fichte-Gesamtausgabe der Bayerischen Akademie der Wissenschaften Reihe II.

diese Frage zu beantworten. Dabei treten das Als. das die Deduktion der Mannigfaltigkeit ermöglicht und an das sich die weitere Entwicklung der Wissenschaftslehre anknüpft. als Wissen vom Wissen überhaupt. das die Erscheinung des Seins dazu führt. was sie sich durch den ganzen Gedankengang der Wissenschaftslehre hindurch vergegenwärtigen müssen. – ein. zwingen Fichte in der elften Vorlesung dazu. das lineare Ableitungsverfahren zu unterbrechen und eine sog. nicht auf die Erklärung dieser einzigen Form beschränken darf. denn das Soll fordert das explizite Erscheinen des Absoluten als solchem in den Erscheinungen. Anschließend wird der Zusammenhang zwischen dem absoluten Sein. Dabei erweist sich das Bewußtsein als Einheit der Einheit als solcher und der Mannigfaltigkeit als solcher. seinem ersten Schema im Seinsbegriff und seiner weiteren freien Selbstschematisierung in einem zweiten Schema erläutert. das Zeichen der im Bewußtsein stattfindenden Disjunktion zwischen Bewußtsein und Selbstbewußtsein. Die ›Zwischenarbeit‹ besteht zunächst aus der Erörterung der Struktur des Bewußtseins und seiner zum Sehen führenden synthetischen Tätigkeit. Diese Zwischenarbeit steht zwar im Zentrum dieser Darstellung der Wissenschaftslehre und nimmt ohnehin den erheblichen Raum von zehn Vorlesungen – von der elften bis zur 21. Die übrigen 34 Vorlesungen kann man dann in drei Abschnitte gliedern: Der erste Teil geht aus von der Formulierung des Begriffs vom absoluten Sein und schreitet durch die Untersuchung des damit verbundenen Erscheinungsbegriffs bis zur Deduktion eines Vermögens fort. Es ist aber wiederum auch nichts anderes als eine besondere Form des Wissens. und das Soll als Prinzip dieser Disjunktion auf. das Fichte hier Bewußtsein des Bewußtseins nennt. Das Bewußtsein ist also der Ort. Sodann aber führt diese Erörterung auch zur Hinterfragung ihrer eigenen Bedingungen der Möglichkeit und zu ihrer Entdeckung im Selbstbewußtsein. sich selbst zu erscheinen. in dem das Prinzip gesucht wird. Diese leistet der zweite Teil der Wissenschaftslehre. Die sich hier stellende Frage nach der Rechtfertigung der faktischen Mannigfaltigkeit angesichts der Einheitlichkeit der Seinserscheinung und deren notwendigerweise ebenso einheitlicher Erscheinung im Schema 2 sowie die Feststellung der Unmöglichkeit. den Zuhörern ein allgemeines Bild dessen zu vermitteln.4 Einleitung mitteilen. innerhalb der ganzen Systematik aber macht sie ausdrücklich nur einen begrenzten Teil aus. wofür aber das Schematische an ihnen zuvor isoliert sein muß. denn es gilt. Von nun an sollen nämlich die Bedingungen der Möglich- . ›Zwischenarbeit‹ einzuschieben. so daß sich die Wissenschaftslehre. an dem das Wissen sich als solches und dadurch als Bild des Seins manifestiert.

auf den problematischen Charakter dieser Bezeichnung auch schon hingewiesen.3 da sie kaum haltbare Annahmen suggeriert: Erstens entsteht durch 3 Gaetano Rametta hat in seinem Aufsatz L’idea di filosofia nel tardo Fichte (In: Johann Gottlieb Fichte alla luce della recente storiografia. wo er sie am Ende des ersten Teils unterbrochen hatte. zum Ausdruck kommt – und Kant – dank seiner Formulierung des Erscheinungsbegriffs. M.Einleitung 5 keit weiter erklärt werden.V. unter welchen Bedingungen das Mannigfaltige als Bewußtseinsinhalt zustande kommt. die von Kant nicht geleistet wurde. Am Ende der Zwischenarbeit beginnt der dritte Teil. der allein es erlaubt. Fichte knüpft seine Rede dort wieder an. In: Rivista di Storia della Filosofia 3 [2002]. d’Alfonso. Dazu gehören auch die abschließenden Überlegungen zur Bedeutung der Wissenschaftslehre als Weisheitslehre. nehmen hier eine zentrale Stellung ein und sollen die transzendentale Bewußtseinslehre zu ihrer Vollendung bringen. Denn die nähere Analyse der synthetischen Funktion des Bewußtseins und die Deduktion der transzendentalen Apperzeption. Als die gedankliche Entwicklung des ersten Teils inspirierende Denker erscheinen zunächst Spinoza – wegen seines zu Beginn der Ethica formulierten Gottesbegriffs. was im Bewußtsein gewöhnlich als unabhängiges Dasein erscheint. die eine besonnene und dabei achtungsvolle Haltung angesichts einer aus reinen Bildern bestehenden Welt fordert und erlauben sollte. 461-468). der Transzendentalphilosophie selbst besteht. Eine Analyse der in den letzten Jahren veröffentlichten Materialien aus dem Nachlaß des Philosophen nämlich läßt diese Bezeichnung als unpräzise und teilweise sogar irreführend erscheinen. Er erklärt zunächst. Zur Periodisierung der theoretischen Philosophie Fichtes Fichtes philosophische Tätigkeit in Berlin in den Jahren von 1800 bis 1814 wird in der Fichte-Forschung oft allzu pauschal mit dem Terminus Spätphilosophie bezeichnet. die absolute Alleinheit des Seins zu postulieren. Im zweiten Teil der Wissenschaftslehre bleibt allerdings Kant der alleinige Ansprechpartner. . v. die Existenz einer mannigfaltigen Welt neben dem absoluten Sein zu rechtfertigen. durch die alles. während seine weitere Gedankenführung aus der Deduktion der Möglichkeit der Wissenschaftslehre bzw. in dem exemplarisch die Unentbehrlichkeit. eigentlich als Form des Wissens eine vermittelte Erscheinung des Absoluten ist. Hg.

ohne daß es irgendwo einen Hinweis auf eine erwartete Unterbrechung seiner Tätigkeit gäbe. Rametta. zeigen deutlich.5 Da aber alle historisch-systematischen Forschungen nur innerhalb eines allgemeinen paradigmatischen Rahmens wissenschaftliche Relevanz erhalten können. die in seinen Tagebüchern der Jahre 1813 und 1814 zu finden sind.G. Gegen diese Interpretation aber hatte sich schon Fichte vehement ausgesprochen und bis zuletzt immer wieder die Kontinuität seiner philosophischen Einsicht betont. von Manz. deutsche Fassung in: J. Hg. sondern immer auch von Anfang an neu gedacht hat. 5 Die Skizze einer allgemeinen Rekonstruktion des systematischen Zusammenhangs der Berliner Darstellungen der Wissenschaftslehre von 1810 bis 1814 bietet Reinhard Lauth in seinem Aufsatz: Il sistema di Fichte nelle sue tarde lezioni berlinesi (In: J. die der Zeit vor 4 Die philosophischen Materialien. sondern es wird stets im Kontext der gesamten theoretischen Philosophie Fichtes gedacht. die hier leider nicht mehr berücksichtigt werden konnte. Dies ist ein umso schwerwiegenderer Einwand. Kurz vor Drucklegung der vorliegenden Arbeit ist die vielversprechende Untersuchung von Simone Furlani (L’ultimo Fichte. Il sistema della Dottrina della scienza negli anni 1810-1814. in ihr realisiere sich eine – in den letzten Lebensjahren erfolgte – allgemeine und radikale Wandlung Fichtes gegenüber seiner früheren Philosophie. v. Fichte: Dottrina della scienza: esposizione del 1811. der plötzlich und unerwartet mit nicht ganz 52 Jahren verstarb.der Eindruck. daß die Wissenschaftslehre auch in den Jahren 1800 bis 1814 mehrere spezifische Veränderungen erfuhr und daher jede neue Darstellung besondere Charakteristika aufweist. es handele sich um die Gedanken eines Gelehrten. wird auch in der vorliegenden Arbeit ein Vorschlag zur Periodisierung von Fichtes systematischen Untersuchungen gemacht. Kontinuität und Neuheit können also bei der Interpretation von Fichtes Philosophie nur anhand einer genauen vergleichenden Analyse der jeweiligen Darstellungen der Wissenschaftslehre festgestellt werden. Fichte: Die späten wissenschaftlichen Vorlesungen II Hg. nicht anzunehmen ist. ohne sich dabei der vorherigen Darstellungen zu bedienen.G.G. .6 Einleitung das Präfix Spät. Stuttgart-Bad Cannstatt 2003 [frommann-holzboog Studientexte 2.4 zweitens schwingt im Terminus Spätphilosophie die Aussage mit. als Fichte sein System jedesmal nicht nur anders dargestellt. v. G. Mailand 1999 [Fichtiana 11]. 11-50. die jedoch noch nicht umfassend geleistet wurde. Darüber hinaus vernachlässigt der plakative Ausdruck Spätphilosophie. der in seinen letzten Vorlesungen ganz bewußt gewissermaßen ein ›philosophisches Testament‹ verfaßt habe – was aber im Falle Fichtes. Dabei werden allerdings nicht nur die Produkte seiner Tätigkeit in den Berliner Jahren berücksichtigt. Mailand 2004 [Fichtiana 24]) erschienen.2003]. H. XV-LX). daß Fichte sehr intensiv mit der Vorbereitung der Vorlesungen des laufenden Semesters beschäftigt war. Nach der hier vorgelegten Rekonstruktion der Entwicklung der Fichteschen Systematik gibt es eine vor-jenaische Phase.

W. bietet Claudio Cesa in seiner Prefazione zu: J. 7 Eine Nachschrift dieser Vorlesungen wurde erst 1994 von Erich Fuchs in der Zentralbibliothek in Zürich gefunden und 1996 veröffentlicht: J. 1-177. Neuried 1996. 184-269. daß auch von der späteren philosophischen Tradition die Grundlage meistens als die einzige Darstellung der Wissenschaftslehre rezipiert wurde. Cesa. Es handelt sich dabei um die einzige von Fichte veröffentlichte Darstellung der Wissenschaftslehre.7 Darauf folgt die erste Jenaer Phase seiner systematischen Philosophie. den Fichte in Zürich einem engen Kreis von Freunden vorstellte. 173-463.G.G. Hg. GA II 3. aber nie veröffentlichte. v. 8 Vgl. GA I 4. C. .G.G. Eine präzise Rekonstruktion der Ereignisse. beginnt die 14 Jahre dauernde Berliner Phase. Hg. Die bedeutendsten Resultate dieser Untersuchungen befinden sich in der Handschrift Eigne Meditationen über ElementarPhilosophie6 und in seinem ersten öffentlich vorgetragenen systematischen Versuch. Nachschrift Lavater. 9 Die enorme Resonanz. Hamburg 41988 (Philosophische Bibliothek 246). die den Rücktritt vom Jenaer Lehrstuhl und den Umzug des Philosophen nach Berlin zur Folge hatten. Fichte: Züricher Vorlesungen über den Begriff der Wissenschaftslehre Februar 1794. Die Publikationen dieser Zeit sind die 1797 im Philosophischen Journal einer Gesellschaft Teutscher Gelehrter erschienene Erste und Zweite Einleitung in die Wissenschaftslehre. die bogenweise während der Vorlesungen unter dem Titel Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre und mit dem bedeutsamen Zusatz als Handschrift für die Zuhörer8 erschien. nur äußerlich bedingt zu sein. Rom 1999 (Biblioteca universale Laterza 505). v. Fichte: Prima e seconda introduzione alla dottrina della scienza.Einleitung 7 der Berufung an die Universität Jena entspricht. seine Zuhörer 1794. doch ist zu berücksichtigen. E.9 Zu einer zweiten Jenaer Phase gehören die unmittelbar folgenden Versuche einer zweiten Darstellungsform seines Systems. Zwar erweckt die Einordnung der geistigen Produktion Fichtes nach seinem jeweiligen Wohnsitz den Eindruck. führte dazu. die diese Vorlesungen bei Fichtes Zeitgenossen fanden. Fichte: Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre als Handschrift f. die zu diesen Publikationen führten. sowie J. daß die örtliche Veränderung von Jena nach Berlin mit so gewichtigen und seine Philosophie tief beeinflussenden Fak- 6 Vgl. In ihr beschäftigte Fichte sich vor allem mit den Problemen der Elementarphilosophie Karl Leonhard Reinholds. Hg. die Fichte als Wissenschaftslehre ›nova methodo‹ in den Jahren 1796 bis 1798 vortrug. als Fichte in der Universität zu Jena 1794/95 seine erste allgemeine und vollständige Darstellung der Wissenschaftslehre las.10 Nach den dramatischen Ereignissen des Jahres 1799 – dem Atheismusstreit und den damit zusammenhängenden Vorfällen –. VII-XXVII. GA I 2. v. 10 Vgl. Fuchs. Jacobs.

statt die Begründung seines Systems auf die Beziehung zwischen dem absoluten Ich und dem Bewußtsein zu beschränken. mit dem man traditionell Fichtes Berliner Phase beginnen läßt. daß das Wissen Erscheinung oder Bild des Absoluten sei. daß das Wissen als Erscheinung oder Phänomen des Absoluten zu verstehen sei. diejenige der Jahre 1801/02 zu nennen ist. 12 Vgl. geht bei der Erklärung der Beziehung zwischen Wissen und Absolutem vom faktischen Dasein des Wissens aus und steigt zur Intuition des absoluten Wissens als unmittelbarem Phänomen des Absoluten – oder des Lebens in actu – auf. seine Wissenschaftslehre gegenüber Jacobis Nihilismusvorwurf zu verteidigen und dabei auch den Atheismusverdacht auszuräumen. ist die 1800 erschienene populäre Schrift Bestimmung der Menschen. in der der faktisch daseienden Welt eine genetische Wurzel im Absoluten zugeschrieben wird.13 Im Zentrum von Fichtes Überlegungen steht von nun an hauptsächlich das von Jacobi erstmals formulierte Problem der möglichen nihilistischen Folgen der Wissenschaftslehre:14 Fichte strukturiert in Berlin sein System um und erweitert es mit der Absicht. GA II 6. 13 Vgl. und zwar 1805 in Erlangen und 1807 in Königsberg. in der das Verhältnis zwischen absolutem Wissen und Absolutem als grundlegend für das Bewußtsein und die mit ihm zusammenhängende Erfahrungswelt zu erweisen ist.12 während als Darstellung der Wissenschaftslehre. bes. die den Übergang aus der zweiten Jenaer Phase bezeichnet. GA I 6.8 Einleitung toren einherging. anhand von zwei deutlich zu unterscheidenden und sich nacheinander entwickelnden Darstellungsarten artikulierte. Da Fichte aber die Idee. März 1799. 14 Vgl. die Fichte in seiner zweiten Vorlesung der Wissenschaftslehre im Jahre 1804 (Wissenschaftslehre 1804-II) als das klarste und vollkommenste Beispiel realisierte. 245. kann man entsprechend der äußeren systematischen Form der Wissenschaftslehre die Berliner Phase in zwei Unterphasen gliedern: eine erste von 1801 bis 1805 und eine zweite von 1807 bis 1814. 184-269. bis 21. Die Methode dieser Forschung besteht in einer erweiterten Anwendung des Begriffs von Genesis. ihr Leitgedanke ist. Jacobi an Fichte vom 3. Die Wissenschaftslehre wird somit zu einer Phänomenologie des Absoluten. 224-281.11 Das Werk. . Von dieser 11 Es ist dabei auch daran zu erinnern. Die erste Darstellungsart. 145-311. Mit dieser Absicht wird sich Fichte von 1800 an. daß sich die beiden Städtenamen gut zur Bezeichnung seiner jeweiligen philosophischen Grundeinstellung eignen. einer breiteren Untersuchung widmen. daß Fichte in diesen Jahren zweimal außerhalb von Berlin unterrichtete. GA III 3.

Die Resultate seiner in den Jahren 1810 bis 181417 durchgeführten Spekulation fallen also in die zweite Berliner Phase – eine Phase. 1813). 168. und zwar am Ende der Vernunft. absolutes Sein voraus. da ihre 15 GA II 11.und Wahrheitslehre bezeichnet. bis 6. Und 1811 – wie im Detail zu zeigen sein wird – spricht Fichte schon nach wenigen einleitenden Vorlesungen den Satz aus: »Das Seyn ist schlechthin Eins. von sich. Diese Formulierung war die Hauptdefinition des Absoluten in der Wissenschaftslehre 1804. Okt. die allerdings. Wintersemester 1811/12: Tatsachen des Bewußtseins (21. bis 12. Tatsachen des Bewußtseins (4. März 1812). Wissenschaftslehre (8. nicht erst 1810 beginnt. wie bereits gesagt. Jan. Hier wird das Wissen von Anfang an als Erscheinung des Absoluten bezeichnet. Sommersemester 1811: Tatsachen des Bewußtseins (22. Die Erscheinung desselben ist […] das Seyn. wodurch die Wissenschaftslehre im ganzen zu einer reinen Phänomenologie wird. 16 GA II 11. Dez. Jan. bis 18. aus sich«. ausser dem Seyn«. 1811 bis 20. Vorlesung. Wintersemester 1810/11: Tatsachen des Bewußtseins (29. die Reihe der Bedingungen der Möglichkeit vom faktischen Sichsehen der Erscheinung zu untersuchen.und Scheinlehre oder auch Phänomenologie. 1812). 1810 bis 14. ist diese doppelte Reihe nicht mehr vorhanden. Okt. Fichte setzt nämlich jetzt ein sich in einer Erscheinung äußerndes Leben bzw. Sein System besteht infolgedessen darin. die Fichte vom WS 1809/10 bis zum WS 1813/14 hielt. Doch ab der Darstellung.16 Durch diese Einheitlichkeit der Darlegung unterscheidet sich die zweite Berliner Phase von der ersten. 1814). Okt. gediegen. bis März 1810). Wintersemester 1812/13: Transzendentale Logik II (22. die absteigende als Erscheinungs. Ähnlich führt Fichte in der 1810 vorgetragenen Wissenschaftslehre von Anfang an die Erscheinung als Erscheinung des Absoluten (oder als Sein außer dem Sein) ein. 1811). bis 14. durch sich. 1813). 163.20f. . wo sie in der XV. inwiefern das errungene absolute Wissen ein Bild des Absoluten sein könne und deshalb die Entfaltung des Wissens in allen seinen Formen eine Erscheinung des Absoluten sei. bis 4. Diese aufeinanderfolgenden spekulativen Bewegungen werden in der Wissenschaftslehre 1804-II mit signifikanten Benennungen versehen: Die aufsteigende Gedankenreihe wird als Vernunft. bis 20. Jan. Apr.15 um am Ende dieser Vorlesung zu schließen: »Das Seyn der Form nach geständig in sich selbst: ganz. Wintersemester 1813/14: Wissenschaftslehre (10. Jul. Wissenschaftslehre (6. Febr. und gehalten.6-9. bis 14. 1812). 17 Hier die Vorlesungsreihen. die im Wissen in der Form unterschiedlicher Seinsschemata vorkommen.und Wahrheitslehre begegnet. Apr. 1811). bis Ende Dez. Aug. Wintersemester 1809/10: Wissenschaftslehre (Febr. Sommersemester 1812: Transzendentale Logik I (20. Jan. die Fichte 1807 in Königsberg vortrug. Apr. 1811). Febr.Einleitung 9 Erkenntnis aus erläutert die Wissenschaftslehre 1804-II. 1811). Wissenschaftslehre (30. Feb.

1805. Anfang November 1800. Januar 1800. 1807. Als Anlage zu diesem Brief übersendet er sogar die öffentliche Ankündigung. 1802 genehmigte er zwar eine zweite Auflage dieser ursprünglich nur als Handschrift für die Zuhörer gedachten Publikation. 19 Schon 1800 schreibt Fichte an Cotta. daß das »Manuscript seit Jahren fertig [ist] und [er] darnach gelesen [hat]« (13. 1811. Im Februar 1801 teilt Cotta Fichte mit. GA III 4. 1803 (Privatissimum). daß . 1810.A.F. ist nur noch in einer Abschrift vorhanden.19 Daß 18 Nur in zwei Fällen sind keine Handschriften Fichtes vorhanden: Die Wissenschaftslehre ›nova methodo‹ ist nur durch zwei von Hörern verfaßte Kollegnachschriften (eines Anonymus und K. daß einer seiner Entwürfe. Wir zählen dagegen dreizehn Handschriften Fichtes. daß sie – im Gegensatz zu den Ergebnissen seines moralischen und politischen Denkens – zum größten Teil nur in Manuskripten aus seinem Nachlaß überliefert ist. selbst veröffentlicht. GA III 4. die Immanuel Hermann Fichte für seine Ausgabe verwendet hatte. daß die neu verfaßte Wissenschaftslehre für die Jubilatemesse im folgenden Jahr fertig sein werde. 347.10 Einleitung Merkmale schon in der 1807 in Königsberg vorgelesenen Wissenschaftslehre zu erkennen sind. er verstand sie aber keineswegs als definitive Darstellung seines Systems. 187f.C. abhängig bleiben muss« eine »neue (weit klarer und geschmeidigere) Darstellung der Wissenschaftslehre« ist. daß er »wiederum ganz in der Wissenschaftslehre darin« ist. ohne sich aber jemals dafür entscheiden zu können. 1813 und 1814 niederschrieb. die Handschrift zur zweiten Vorlesung der Wissenschaftslehre im Jahre 1804. vgl. auch GA I 7. 1801/1802. Geschik usw. Reimer den Sonnenklaren Bericht an das größere Publikum über das eigentliche Wesen der neuesten Philosophie veröffentlicht hat.). schreibt er wieder an Cotta. Zur Notwendigkeit und Problematik einer Beschäftigung mit dem handschriftlichen Nachlaß beim Studium der Wissenschaftslehre Eine besondere Schwierigkeit bei der Rekonstruktion der theoretischen Philosophie Fichtes liegt darin. Krauses) überliefert. die während seiner ersten Vorlesungsreihe in Jena 1794/95 verfaßte Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre.18 Bekanntlich hat Fichte nur die erste Darstellung der Wissenschaftslehre. in denen er seine Vorbereitungen auf die Vorlesungen über die Wissenschaftslehre der Jahre 1800. November 1800. und erklärt dazu. Lust. nachdem bei Cotta Der geschlossene Handelsstaat erschienen ist und Fichte bei dem jungen Berliner Verleger G. die von Fichte nur teilweise bearbeitet (neue Einleitung und Bearbeitung des ersten Bogens) und ohne seine ausdrückliche Genehmigung veröffentlicht wurde. 1804 (drei unterschiedliche Vorlesungsreihen). Nach kurzer Zeit erscheint bei Gabler eine zweite Auflage der Grundlage mit dem Zusatz zweite verbesserte Auflage. daß Fichte mindestens bis zum Jahre 1803 an einer neuen Version der Wissenschaftslehre arbeitete. Ganz im Gegenteil zeigt der Briefwechsel mit dem Verleger Cotta. Es handelt sich offensichtlich um den Text seiner unter dem Titel Wissenschaftslehre ›nova methodo‹ in den Jahren 1796-1799 gehaltenen Vorlesungen. diese tatsächlich drucken zu lassen. um sie durch Cotta in der Allgemeinen Zeitung abdrucken zu lassen (4. 153-164). 1812. »deren Endigung aber von [s]einer Laune.

wie viele Subskribenten er für die neue Darstellung der WL habe (GA III 5. zeigt Cotta aber nach zweieinhalb Monaten eine weitere Verzögerung bis nach den Osterfeiertagen an. GA III 4. eine zweite Auflage der Grundlage vor. GA III 5. Dies bestätigt ein Brief an Schelling von Ende Mai (der aber erst am 7. Februar 1801. »um diese Arbeit für die Ewigkeit sogar in ihrer ganzen Vollkommenheit erscheinen zu lassen«. GA III 5. kann man der Lektüre der Darstellungen der Wissenschaftslehre aus den Jahren 1796-1802 leicht entnehmen. Er wiederholt dabei. 173).Einleitung 11 der Zustand der Überlegungen Fichtes zur Wissenschaftslehre 1802 nicht mehr demjenigen der Grundlage entsprach. in dem Fichte erklärt. Juni 1802. »doch sie diesen Sommer sicher erscheinen [soll]« (3. Mai/7. die sich grundlegend von dem erst kurz zuvor erschienenen Nachdruck der Grundlage unterscheide. GA III 5. Fraglich bleibt. Noch einmal aber werden diese Hoffnungen enttäuscht. GA III 5. daß »keiner. 14). Juli 1803. er »auch ferner keine Zeit schonen« wolle. August abgeschickt wird. im Juli 1803. April 1802. die neue Wissenschaftslehre wird nie erscheinen. 32). die er zusammen mit dem Grundriß. Die Frist für die Anfertigung wird aber bis zur Michaelismesse verschoben (4. verspricht aber gleichzeitig. der sich über das Schicksal der neuen Wissenschaftslehre in einem Postskriptum zu einem Beiblatt einer Rechnung erkundigt: »Haben wir nicht bald Hofnung zur neuen Wissenschaftslehre[?]« (3. um das Erscheinen ungenehmigter Auflagen seines vergriffenen Werks zu vermeiden. nicht vor der Veröffentlichung dieser neuen Darstellung der Wissenschaftslehre öffentlich gegen ihn zu polemisieren. Februar 1801. Bogen stark werden« (Januar 1802. diese erste Darstellung. denn er habe »Vorlesungen darüber gehalten« und sei »dadurch verhindert worden. diese aber teilweise zitiere und sich mit ihr auseinandersetze. jedoch ohne den Untertitel Als Handschrift für die Zuhörer und mit der Hinzufügung Zweite unveränderte Auflage veröffentlichen solle. Schließlich ist es ein weiteres Jahr später Cotta. füglich wird entbehren können« und fragt den Verleger. August 1801. August eine weitere Verzögerung an.] bis nach Ostern zu warten« (3. »nachdem [er] 2. 134). daß sich die Veröffentlichung der Wissenschaftslehre zwar verzögere. daß. daß die neue Darstellung »gegen Ende des Jahrs gewiß erscheinen [wird]«. die bei allen Unterschieden eines gemein haben: sie differieren deutlich von der 1802 nachgedruckten Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre. Eine Antwort hierauf erhält Cotta nicht. der die Wissenschaftslehre aus der neuen Darstellung wirklich studiren wollen wird. in dem Fichte Schelling bittet. Dies wird auch in einem Brief an Niethammer erwähnt. als Fichte an Cotta im August schreibt. »daß [bis Michaelis] die neue Wissenschaftslehre geendet seyn wird« (1. 1802 schreibt er dann zwar: »Der Druk der neuen Darstellung der Wissenschaftslehre wird im März angehoben. Im Mai 1801 kündigt Fichte Cotta eine völlig neue Version der Wissenschaftslehre an. Fichte an Schelling. 59). 126). . und daß er trotzdem noch hoffe. 114). die auch allenthalben citirt werden wird. Mai 1801. »daß es zur Michaelis Messe erscheinen soll« (17. Allerdings kündigt Fichte Cotta am 8. August 1802. Jahre dieser wissenschaftlichen Angelegenheit aufgeopfert« habe. 11). 51). GA III 5. GA III 5. August 1804. bittet Fichte Cotta dann um einen Kredit von 300 Talern und erklärt dabei. 259). GA III 5. und das Buch nicht über 8-12. 31. Ende November 1801 kündigt Fichte eine weitere Verzögerung an. November 1801. 1800 erwähnte er gegenüber Cotta ein er »wegen der Wissenschaftslehre es für rätlicher [hält. »festerer Hofnung. 95). die Handschrift für den Druck zu redigiren« (2. 139). Im selben Brief schlägt er Cotta. GA III 5. als je« zu sein. Fast ein Jahr später. GA III 5. Diese Nachricht wird von Fichte mit Wohlwollen aufgenommen (14. jetzt solle »die neue Bearbeitung der Wissenschaftslehre bis zur OsterMesse ohnfehlbar abgedruckt seyn« (28. GA III 5. bei welchen der zahlreichen zur mündlichen Darstellung der Wissenschaftslehre verfaßten Texten Fichte ihre Publikation ins Auge faßte.

März 1803. daß er jegliche Veröffentlichung der nun »auch in der äußeren Form vollendet[en]« Wissenschaftslehre vollkommen ausschloß.24 Hingegen ist das Manuskript der 1807 in Königsberg vorgelesenen Wissenschaftslehre. Johann Gottlieb Fichte’s nachgelassene Werke.21 Und tatsächlich ist dieser Text. 165-274) sind die beiden einzigen systematischen Schriften. zu veröffentlichen. und sie ist damit ein letzter Beweis dafür. knapp zehn Seiten lange Publikation Die Wissenschaftslehre in ihrem allgemeinen Umrisse25 einen Sonderfall dar. 25 Diese Publikation und der 1800 veröffentlichte Sonnenklare Bericht über die Wissenschaftslehre (GA I 7. 31. Hg.12 Einleitung schon seit längerem angefertigtes Manuskript. 22 Fichte an Jacobi. (GA I 8. 13. Als Fichtes Sohn Immanuel Hermann 1834 die Handschrift der zweiten 1804 gehaltenen Vorlesung der Wissenschaftslehre veröffentlichte. GA III 4. sehr einheitlich und vollständig. I. nur quasi stichwortartig verfaßt. Bd. II. die seine systematische Position erklären könnten. 23 In der Berliner Zeitung vom 3. erklärte er in der Einleitung.H. VI. 24 Fichte an das Königliche Kabinett in Berlin am 3. da sie allein den Inhalt der letzten Vorlesung der 1810 gelesenen Wissenschaftslehre wiedergibt. Materialien. und ist auch das Manuskript der Berliner Vorlesungen des Winters 1810 nur teilweise ausformuliert. Bonn 1834. GA III 5. in dem Fichte sich über seine soeben vollendete Wissenschaftslehre äußert. daß er das Manuskript »wörtlich abdrucken lassen« konnte. ebenso wie die 1805 in Erlangen vorgelesene Wissenschaftslehre. die Fichte nach der Jenaer Zeit publizierte. Dennoch wissen wir aus einem im März 1804 an Jacobi gerichteten Brief. Fichte. Januar 1804. und 10. . da er es »in vollständiger Ausarbeitung vorgefunden« habe./5. GA III 5. daß »er das Resultat seiner neuen vieljährigen Untersuchungen nicht durch den Druck bekannt zu machen gedenkt«./12. stellt die 1810 erschienene. Die Fichte-Forschung muß also einerseits alle diese nachgelassenen Versionen der Wissenschaftslehre als authentische Darstellungen des 20 Vgl. Januar 1800. 222. daß Fichte Veröffentlichungen zur Wissenschaftslehre nur als Beilage zu ihrer vorherigen mündlichen Darstellung einen Wert beimaß. 235. Januar 1804 erklärte Fichte. 21 Vgl. Fichte an Cotta. Vor dem Hintergrund der entschiedenen Weigerung Fichtes. 17). Aber auch diese Schrift ist wieder nichts anderes als eine ›Handschrift für die Zuhörer‹.22 Gleiches hatte er übrigens in der Ankündigung seiner Vorlesungen23 sowie in dem an das königliche Kabinett geschickte Promemoria zum Ausdruck gebracht. v.20 das uns aber nicht überliefert ist – es handelt sich dabei vermutlich um die Hefte der schon erwähnten Wissenschaftslehre ›nova methodo‹. 187f. das inhaltlich für das Verständnis der systematischen Entwicklung seiner Philosophie sehr wichtig ist.

Eine besondere Schwierigkeit beim Studium dieser Texte aus dem Nachlaß gründet darin.27 Gerade von der Wissenschaftslehre 1811 ist jedenfalls keine Kollegnachschrift überliefert.Einleitung 13 Systems annehmen.28 Die thematische Erschließung des Vorlesungstextes zur Wissenschaftslehre 1811 Das Verständnis der jeweils auf uns gekommenen Darstellungen der Wissenschaftslehre und der Versuch einer möglichst getreuen Wiedergabe ihres systematischen Inhalts setzen eine hermeneutische Leistung voraus. GA IV 4. 28 Die vor dem Zweiten Weltkrieg in der Berliner Staatsbibliothek aufbewahrte. VI. Zwar kann man in einigen Fällen aus dem Vergleich der fichteschen Manuskripte mit den Kollegnachschriften folgern. nicht eine Philosophie mitzuteilen.26 doch finden sich in den Kollegnachschriften auch mehrere Stellen. ohne die begleitenden mündlichen Vorlesungen schwerlich einen Zugang zu seinem System eröffnen können. handelt es sich um Materialien. der sich mit den überlieferten Vorlesungen über die Wissenschaftslehre beschäftigen möchte. . daß in ihnen nur selten eine thematische Gliede- 26 Dies gilt beispielsweise für die Wissenschaftslehre von 1812. daß er auch frei zu reden und zu argumentieren verstand. die gemäß der Intention ihres Autors für sich genommen. von August Twesten geschriebene Nachschrift ist seit Kriegsende verschollen. ob sie während der Vorlesung oder später allein aus der Erinnerung ihrer jeweiligen Verfasser geschrieben wurden. so daß sich vermuten läßt. Hierzu will schon Fichte – gemäß seinem Anspruch. die ein persönliches Nachvollziehen und eine tiefe Verinnerlichung des Systems sowohl in seiner Allgemeinheit als auch in seinen einzelnen Schritten erfordert. vgl. die in Fichtes Manuskript fehlen. d. sondern überhaupt das Philosophieren lehren zu wollen – seine Zuhörer animieren. Denn obwohl diese Handschriften für ein Verständnis der Entwicklung der theoretischen Gedanken Fichtes absolut unentbehrlich und unersetzbar sind. Es ist im übrigen nicht bekannt. daß er teilweise sehr nah am vorbereiteten Wortlaut blieb. und bis heute muß sich – aufgrund des Fehlens einer kanonischen Formulierung des fichteschen Systems – jeder dieser Aufgabe stellen. ob Fichte seine teilweise sehr ausführlichen Notizen wörtlich vorlas oder sie nur als Stütze für den freien Vortrag benutzte. sie also eher für sich selbst als für seine Zuhörer verfaßte. andererseits aber mit ihnen dennoch besonders sorgfältig umgehen.h. 27 Bei den Kollegnachschriften weiß man freilich nicht genau.

Reflex) oder durch die Verwendung von komplexeren technischen Formulierungen (wie z. Im Falle der Wissenschaftslehre 1811 fehlt dagegen eine Gliederung. Und endlich finden sich in seinem Text häufig Umformu- . die nach dessen philologischen Erschließung unentbehrlich ist. die freilich den Kommentatoren. Dies ist eine Aufgabe. die sich als Etappen der systematischen Entwicklung erweisen. Fichte entwickelt sein System bekanntermaßen sehr rigoros durch aufeinanderfolgende genetische Schritte. Als. Außerdem stellt Fichte einer Argumentation häufig deren Ziel in einer skizzenhaften Zusammenstellung voran und gibt listenförmige Zusammenfassungen der bereits errungenen Resultate. deren Manuskript von Fichte in Abschnitte gegliedert wurde. die aber angesichts der komplexen Artikulierung des fichteschen Gedankengangs für die Durchdringung des ihn wiedergebenden Textes keine Hilfe sein kann. Diese Erschließung läßt sich aber nur anhand der Analyse des Inhalts und der Struktur der Wissenschaftslehre vornehmen und greift zunächst zurück auf die Kenntnis der Art und Weise. die zwar gelegentlich sehr nützlich ist – denn Fichte beachtete bei der Organisation der vorzutragenden Materialien die Wochen. Diese Termini fungieren als Marksteine des Gedankengangs. Um dagegen den Gedankengang nachvollziehen zu können. denn um sie wird sich die Darstellung des Systems artikulieren. Zwar konnten die Herausgeber der kritischen Edition diese lückenhafte Datierung Fichtes ergänzen und alle Anfangsstellen der Vorlesungsstunden rekonstruieren. Ein positives Beispiel ist die im Sommersemester 1812 vorgetragene Wissenschaftslehre.und Tageseinteilung meist genau –.B. doch bleibt dies eine rein äußerliche Einteilung. Erscheinung. Die erste Aufgabe der vorliegenden Arbeit wird also die Bestimmung einer Gliederung. wie Fichte bei der Formulierung der Wissenschaftslehre gewöhnlich vorging und wie er ihre Präsentation zu organisieren pflegte. Gerne weist er auch während der Darstellung auf seine Absichten hin oder hebt die Vollendung eines besonders wichtigen Gedankens hervor. die eine Erschließung des Textes nach den in ihm behandelten Themen ermöglichen sollte. muß ein Orientierungsgerüst aus der Folge der eingeführten Begriffe gewonnen werden. um eine Exegese der Wissenschaftslehre 1811 überhaupt unternehmen zu können. nicht den Editoren. die in der Regel durch einen neuen Terminus (wie z. zuzuweisen ist und die mit einer Textgliederung zusammenfällt. Erscheinung der Erscheinung oder Soll des Als) eingeführt werden. es finden sich nur einige Angaben zum Datum der entsprechenden Vorlesung.B.14 Einleitung rung vorkommt. eine thematische Erschließung des Textes sein.

in denen er vermutlich auf Reaktionen seiner Zuhörer einging. während es doch tatsächlich schon das Resultat einer starken Interpretation des Textes ist. die der Philosoph immer ablehnte. Eine solche Gliederung entspricht deshalb einer Art Inhaltsverzeichnis a posteriori. Diese nachträglich formulierte Gliederung des Textes stimmt dabei notwendigerweise mit dem Inhaltsverzeichnis zur Textexegese überein. die an die kategorialen Termini und an die expliziten Hinweise Fichtes anknüpft.Einleitung 15 lierungen der gerade eingeführten Begriffe sowie kurze historische Erläuterungen und Umwege. wird hierunter eine tabellarische Übersicht der von den Herausgebern rekonstruierten Gliederung der Vorlesungen angeboten: . Dabei muß sehr behutsam und gründlich vorgegangen werden. denn das Ergebnis dieser Arbeit dient später stillschweigend als ›neutrale‹ Voraussetzung für die Texthermeneutik. wie jeder respektable Reiseführer. Diese Erschließung in Form eines Inhaltverzeichnisses dient allerdings einem doppelten Zweck: Sie hat einerseits eine quasi editorische Funktion. Die thematische Erschließung ist also in erster Linie eine Rekonstruktion und Explikation der inneren Artikulierung des Systems in seinen Hauptschritten und seiner Untergliederung. die Fichte selbst im Laufe der Vorlesungen seinen Hörern geben mußte. um die Mühe der unternommenen Reise zu rechtfertigen. Da im folgenden Text auf die jeweilige Vorlesungszahl hingewiesen wird. Außerdem stellt diese Arbeit eine Schematisierung des fichteschen Systems dar. die Gegend um sie herum beschreiben. der Fichte folgt. daß man die jeweiligen Glieder der Kette anzeigt und näher beschreibt. also den Text präziser gliedert. Endlich muß sie. da einem 150 Seiten umfassenden Manuskript ohne die Hilfe eines Orientierungsapparates sehr schwer beizukommen ist und ein solches Verzeichnis auch die Hinweise und Erläuterungen aufnehmen kann. andererseits fordert die systematische Nachvollziehung des Textes als Erklärung und Entfaltung der genetischen Deduktionskette. die man als eine Art Reiseführer durch dem Leser bislang unbekanntes Gebiet verstehen kann: Sie muß die verschiedenen Etappen benennen. auf schwierige Passagen hinweisen und vor möglichen irreführenden Umwegen warnen. ein paar wertvolle Ausblicke geben.

Vorlesung 36. Februar.18∗ 285. Mittwoch 1.273.26∗ 235.231. Vorlesung 29. März.25∗ 186. März.17 231. April. Freitag 25.22 .269.18 . April. Vorlesung 31. Februar. Mittwoch 1.10 . Sonnabend 1.285.234.12∗ 157.30 .228.196. Dienstag 20.25 . Vorlesung 19.13∗ 290. 2 143. Vorlesung 18. März. Dienstag 3. Mittwoch 15.33 224.14 .35∗ 247. Freitag 18.9∗ 168.294.220. Februar. Mittwoch 22. Vorlesung 26. März.10∗ 242. Dienstag 13. Februar.23∗ 238.23 150. März. Vorlesung 4.13 .163.199.24 .17∗ 273.5 . März. März.24 Datum und Tag 30. Vorlesung 12.21 .168.6 .18 . Februar.281.186. Mittwoch 8.7∗ 183.23∗ 294.10 . Vorlesung 6. Februar.12∗ 259. Montag 2. Februar. März.24 254. Montag 26. Vorlesung 17. März.19 . Vorlesung 15. Montag 12. Februar.13 .277.290. Vorlesung 11.159. Januar.254. April. Freitag 6.4∗ 214. Dienstag 13. Vorlesung 21.238.26 . Februar.26 .179.29 269. Februar.246. Vorlesung 22. Vorlesung 25.183.11∗ 266.24 .34 . Vorlesung 37. Vorlesung 23. Freitag 11. Vorlesung 9. Vorlesung 34.10∗ 159.8 . Mittwoch 22.12∗ 179.1 .7 277.17∗ 176. Vorlesung 16.242.214.18 . Vorlesung ∗ Bei den mit Sternchen gekennzeichneten Stellenangaben kann eine eindeutige Zuordnung zu einem Vorlesungstag nur unsicher erfolgen. Montag 5. März.150. März.9∗ 205. März.20 . März. Freitag 1.25∗ 171.209. Vorlesung 2. Vorlesung 5. Dienstag 6.216.17 . Vorlesung 27. Montag 19. Vorlesung 8. Februar. Dienstag 20.18 .205. Vorlesung 3. Vorlesung 7.24∗ 216. Mittwoch 15. Dienstag 29.20∗ 250.176.250. Vorlesung 28.13∗ 228. Montag 12.8 . Dienstag 6.1 . Dienstag 27. Freitag 11. Montag 5. Mittwoch 5. Februar. April. Vorlesung 14. Freitag 18.190.7 .24 .11 .262. Montag 19.1 .171. Vorlesung 30.16 Einleitung Stelle in GA 12.11 .259. Vorlesung 20. Freitag 4.266. Vorlesung 24. März. Vorlesung 32.1 .36∗ 263.12 . Vorlesung 13. Vorlesung 33. .10 196. April.16∗ 163. Vorlesung 10.157. Montag 26.21∗ 220. März.19 190. Februar. Februar. Freitag 25.224. Vorlesung 35. März.5∗ 209.13 .25 . Freitag 4.14 . Vorlesung 38.6∗ 199.299.17 281. Februar.11 . Mittwoch 8. Februar.

Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode 1. Oktober 1810 gehalten und sind uns dank einer Kollegnachschrift von August Twesten überliefert. bis 26.1. Fichte (2000). in denen er seine Vorlesungsreihen über die Tatsachen des Bewußtseins und die Wissenschaftslehre30 ankündigte. . um sich als Wissenschaft der Wissenschaften zu etablieren. begründete er die Auswahl dieses neuen Terminus: Eine reif gewordene Philosophie solle endlich auf ihren Namen als einer Beschäftigung für Liebhaber verzichten. 30 Die des ersten Berliner Semesters beispielsweise wurden vom 22. 195-226. dennoch widmete er den Beginn der eigentlichen Vorlesung zur Wissenschaftslehre 29 Vgl. In der Schrift Ueber den Begriff der Wissenschaftslehre. GA I 2.1. die Fichte vor seiner ersten Systemdarstellung in Jena im Jahr 1794 veröffentlichte. Den Terminus Wissenschaftslehre führte er zwar hier bereits ein. vgl. 117f. Der Standpunkt der Transzendentalphilosophie: Wissenschaftslehre versus Dinglehren Fichte nannte seine Philosophie von Anfang an Wissenschaftslehre.29 In der Universität zu Berlin hielt Fichte dann zu Beginn des Semesters stets einige Vorträge vor Studenten. Ueber den Begriff der Wissenschaftslehre.

Das allererste Ziel dieser einleitenden Vorlesungen ist nämlich. die noch keinen Begriff der Wissenschaftslehre besitzen.31 Dieser Satz wird erst dank der Ergänzung »im Gegensatze zur gewöhnlichen Denkart« vollkommen verständlich. also auch seinen Zuhörern. man dürfe nicht erwarten. dennoch kann dieser Begriff nicht über einen rein definitorischen Prozeß entstehen. die Vorurteile der gewöhnlichen Denkart und die damit zusammenhängenden Fehler der philosophischen Tradition zu beseitigen. um diesen Begriff in sich entstehen zu lassen. Der Name redet. muß man diese Hindernisse überwinden. aufgrund derer die Zuhörer sich einen solchen Begriff schaffen können. was über die Wissenschaftslehre schon bekannt ist. Von Anfang an ist dagegen eine aktive Teilnahme des Zuhörers notwendig. ist eine Änderung der eigenen Denkart. die noch nicht in die Wissenschaftslehre eingedrungen sind.5f. sich zunächst die Eigenschaften der Denkart der Wissenschaftslehre zu vergegenwärtigen. denn alle diejenigen – so Fichte –. Um in den Bereich der Wissenschaftslehre einzutreten. wie diese abzulehnende Denkart beschaffen ist.2-4) An diese knapp formulierte Erinnerung an die früheren Darstellungen der Wissenschaftslehre schließt sich aber gleich die Warnung an. Hier nun kurz einen festen leitenden Begriff der nun bleibe. ist zwar eine Beschreibung. Sodann in den frühern [Darstellungen]: – . und nun festhalten. die die Verwirklichung. zuschreibt. daß sich der Begriff der Wissenschaftslehre in einer Formel zusammenfassen lasse. im Gegensatze«. indem er sie all denen. Dazu ist es notwendig. – Keine Formel: sondern Sie sollen sich nach meiner gegenwärtigen Beschreibung in sich bilden. Fichte notiert: »Die Denkart. . 143. ja sogar das Verständnis des Begriffs der Wissenschaftslehre behindern. Dabei kann Fichte zunächst daran anknüpfen. Und entsprechend erklärt Fichte. was erforderlich ist. denken auf folgende Weise: 31 GA II 12. in der und von welcher aus allein eine W[issenschafts]L[ehre] möglich ist.18 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode einer eingehenden Definition und der Erläuterung der Methode. Was nun folgt. Die neue gesuchte Denkart definiert sich also per negationem. W[issenschafts]L[ehre] – . (143. die dieser besonderen Wissenschaft zugrunde liegt. denn das erste.

s. welche die richtige Einstellung zur Wissenschaftslehre sei. sie hat aber gleichwohl eine methodische Voraussetzung. wie sie an sich ist. Wir* [* dies durchaus aus Kants Erfindung] geben uns von forn herein die beliebige problematische Aufgabe das Wissen als etwas selbstständiges. Letzteres aber ist gerade das Ziel der Wissenschaftslehre. und lassen nun das Wissen von denselben abhängen. sondern. was in diesem ist. dadurch gebildet werden. als ob er einen imaginären Dialog mit einem Gegner führte. damit diese Vorlesungen keine »Lehre von nichts«33 werden. denn der Begriff der Wissenschaftslehre läßt sich nur über das Ziel dieser Lehre erfassen. die in der vollkommenen Veränderung der gewöhnlichen Ansicht vom Wissen und seinem Verhältnis zu den Dingen überhaupt besteht. (143.10f. 143. – . . Diese Einstellung leitet sich ab aus der Formulierung der allgemeinen Aufgabe der Wissenschaftslehre.Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode Sie denken die Dinge als das erste. nicht aber wie sie im Wissen vorkommt. Ihnen ist das Wissen nichts selbstständiges. daß man mit einer gewöhnlichen Weltsicht den Vorlesungen über Wissenschaftslehre überhaupt nicht folgen kann.10f. sondern er legt es den Vertretern anderer philosophischer Positionen in den Mund. geschweige denn eine Beschreibung des Wissens als selbst etwas Unabhängiges. zu denken […]. Der Anfang der ersten einleitenden Vorlesung vermittelt entsprechend in erster Linie nicht eine Definition von Wissenschaftslehre. 143. nicht wie jene. Vom Standpunkt seines imaginären Ansprechpartners aus aber kann man laut Fichte »keine Wissenschaftslehre haben […] sondern Dingelehren. durch etwas ausser ihm. – Fragst du mich was im Wissen ist. Daran schließt Fichte sogleich die Erklärung an. 33 GA II 12.6-10) 19 Das »mich« bezieht Fichte hier offensichtlich nicht auf sich selbst.w. und unmittelbar zu erkennendes und durch sich zu bestimmendes. Ontologie.«32 Die zum philosophischen Standpunkt erhobene gewöhnliche Denkart erlaubt also höchstens eine vermeintliche Beschreibung der Welt. Cosmologie u. sondern durchaus von sich selbst bestimmtes. Die Wissenschaftslehre setzt also keine philosophischen Kenntnisse voraus. Wir erhalten 32 GA II 12. so verweise ich dich auf das Seyn: es ist in ihm.

eine Lehre. die die inhärente Notwendigkeit des Wissens.12-17) Wie dem Zusatz »dies durchaus aus Kants Erfindung« zu entnehmen ist. 1. eine Lehre von einem als selbständig und selbst bestimmend konzipierten Wissen aufstellen zu wollen. der sich auf den Standpunkt der Transzendentalphilosophie stellen will. muß man zunächst die Denkart preisgeben. Um sich also in die Lage zu versetzen.] das Wissen als etwas selbstständiges […] durchaus von sich selbst bestimmtes. besondere Begriffe. ihren gewöhnlichen und natürlichen Blick auf die Dinge preiszugeben. basiert die Wissenschaftslehre auf einer Umformulierung der sog. frei übernommene Aufgabe. sondern in einer Form erscheinen.6. um den transzendentalen Standpunkt einzunehmen. d. V[ernun]ftErkenntniß zu Stande bringen: Eine 34 GA II 12. Die Zuhörer werden also im Rückgriff auf die Prinzipien der Transzendentalphilosophie Kants dazu aufgefordert. Theorie. kopernikanischen Wende Kants. hervorhebt. Voraussetzungen. Das bedeutet. sich auf diese oder jene Weise zu bestimmen. nach unsrer Voraussetzung. Es handelt sich um eine »beliebige«. ein allgemeines Konzept der Wissenschaftslehre in sich bilden zu können. Bestimmungen des Wissens. indem er erklärt. damit diese Bestimmungen nicht wie die Aufgabe als beliebig. die »die Dinge als das erste« annimmt und »das Wissen von denselben anhängen«34 läßt. Gerade dafür aber muß man »die beliebige problematische Aufgabe [annehmen. Aufgabe und Definition der Wissenschaftslehre Fichte präzisiert nun die oben formulierte Aufgabe der Wissenschaftslehre. 143. So nämlich Fichte: Nun wollen wir über dieses Wissen. muß man die Reihe seiner Selbstbestimmungen vernunftgemäß ableiten. zu denken«. in der Voraussetzung. (143.20 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode sonach statt den Bildern der Dinge.h. Um aber eine solche Kenntnis des Wissens zu erlangen. weil sie durch nichts und niemanden reglementiert wird als durch denjenigen.2. . daß die Wissenschaftslehre samt den Inhalten aller Wissensbestimmungen auch die Gesetzmäßigkeit ihrer Beschaffenheit darstellen muß. denn die Ordnung der Aufeinanderfolge dieser Bestimmungen muß als Gesetz dargestellt werden.

36 GA II 12. (143.Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode Einsicht. 1) selbständiges Daseyn des Wissens.35 Der Erfolg dieser Gedankenreihe hängt also davon ab. wie. Voraussetzung. – (144. daß eine »vollständige Ableitung« ihrerseits als Wissenschaft gelten soll. Neue 5. V[ernun]ftEinsicht: also nach Gesetzen. die Fichte nun in den folgenden vier Punkten aufstellt. d.11.L. gleichwohl aber fundamentale Voraussetzung. sich gar nicht geben«. kohärentes Ganzes wahrzunehmen ist. als ein in sich vollkommenes. nach nothwendigen Gesetzen.15-18) 35 GA II 12. 144. […] sondern nach festen Gesetzen. 144. aus erkannten Gesetzen desselben«36 anbieten.3) 21 Die so formulierte Erklärung der Aufgabe beinhaltet aber stillschweigend drei weitere Voraussetzungen. . fortzusetzen. Bestimmung dieser Gestaltung durch sich selbst . 3. Voraussetzung: daß die Bestimmungen des Wissens eine endliche durch die Wissenschaft zu erschöpfende Summe ausmachen. die Fichte auch gleich zum Ausdruck bringt und die mit der oben dargestellten eine Reihe von vier Grundvoraussetzungen der Wissenschaftslehre bilden. das Wissen sich bestimme. – (144.). als auch sie. Ohne sich ständig diese Voraussetzungen zu vergegenwärtigen. mannigfaltige Gestaltungen desselben in diesem seinem selbständigem Daseyn.). zu was. sowohl die sich in der Wissenschaftslehre verwirklichende Gedankenreihe zu beginnen. einmal angefangen. daß es in dieser Bestimmung nicht gesezlos […] verfahre. die die obigen vier ergänzt und die Fichte folgendermaßen formuliert: Eine vollständige Ableitung. denn: »Wer diese Voraussetzungen nicht macht.4-8) Erst nach der eindeutigen Formulierung dieser Voraussetzungen kann Fichte auch eine erste Definition der Wissenschaftslehre als der »vollständige[n] Ableitung der mannigfaltigen Bestimmungen des Wissens. kann die Aufgabe einer W. 4.h. 2). Voraussetzungen in der blossen Aufgabe. indem die Gesetzgebung des Wissens gleichfals ein geschloßnes zu erschöpfendes Ganzes sey. sei es unmöglich.18-144.8f. wie ernst diese Voraussetzungen genommen werden. Aus dieser Definition folgt aber auch. Die »vollständige Ableitung« ergibt also eine fünfte und letzte.

Die erste Bemerkung bezieht sich auf die Frage nach der Definition des Wissens und seiner Existenz. Beide Fragen können allerdings keine Antwort in der Wissenschaftslehre finden. der ja auch schon im Terminus Wissenschaftslehre vorkommt. Auf die erste nämlich antwortet sie in ihrer Ganzheit. stellen muß. Nach der Feststellung der Voraussetzungen und der daraus sich ergebenden Definition der Wissenschaftslehre folgt gleich eine Reihe von Bemerkungen. die Inhalt und Form der angekündigten Wissenschaft zum Gegenstand haben. ob das Wissen existiert.1. ohne über die Tatsache seiner Existenz Rechenschaft ablegen zu können. Es erweist sich also nun als Problem der Definition zu zeigen. der man sich durch das Vorhaben. Fichte ist allein von der Suche nach einem Begriff der Wissenschaftslehre ausgegangen und hat dafür die Aufgabe formuliert. die zweite dagegen auf die Garantie. eine solche Wissenschaft überhaupt erst zu schaffen. daß die Wissenschaftslehre außer der formalen Kohärenz auch eine reale Gültigkeit hat. daß die potentiell unendlichen Bestimmungen des Wissens auf eine endliche Zahl von Gesetzen zurückzuführen sind. kann die Wissenschaftslehre nicht beantworten. 1. Daß Wissen da ist. so daß es in ihr keinen privilegierten Ort für die Definition des Wissens geben kann – und selbst wenn ein solcher Ort existieren würde. Die Formulierung dieser Aufgabe beinhaltet den Terminus Wissen. ob etwas wie Wissen existiert oder nicht. die einerseits das Wissen vollkommen bestimmen und die andererseits erschöpfend dargestellt und wissenschaftlich eingeordnet werden können. ist für den Wissenden ein unmittelbares. daß etwas wie Wissen da ist. Das Wissen ist ein unentbehrliches Faktum Die Wissenschaftslehre will und kann nicht die Frage beantworten.3. Der Hypothesencharakter des Ausgangspunkts und die Frage nach der Evidenz der Wissenschaftslehre 1. Die zweite Frage dagegen. denn sie untersucht lediglich die Bedingungen der Möglichkeit. das diesem Terminus entspricht. a) was dieses Wissen ist und b) ob es tatsächlich etwas gibt. könnte er nicht an ihrem Beginn liegen.22 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode Das vollzogene Wissen des Wissens muß also zeigen. nicht .3.

– Offenbar nicht in der W. [Z. Falls nun die Frage entstände: ist denn nun W[issen?] […] wo und wodurch soll denn diese Frage beantwortet werden. das es ohnehin gibt und sich unmittelbar in die Erfahrung jedes Menschen drängt. wenn er die Frage. in der Problematicität und verweist aus sich heraus auf die unmittelbare Wahrnehmung.L.B. und als solcher. (145.1-4) Das Wissen wird demnach als ein reines Faktum angenommen und daher als unmittelbarer Ausgangspunkt der Wissenschaftslehre als etwas.L. sondern als Wissenschaft. Das Faktum ist nicht hinterfragbar und ist der Grund aller Evidenz. auf seine besondere Bestimmung […] Ihr Vordersatz ist problematisch – . In Beziehung auf das Faktum bleibt die W. allein. ob es ein Wissen tatsächlich gebe. Allerdings befürchtet Fichte. ist denn nun das und das? Siehe hin. sondern nur dargestellt werden.B.9f. und ein anderer nach dem Beweis fragt. 37 GA II 12. ist ein Faktum. dieser dem Zweiten nur antworten kann: ›Berühre ihn selbst!‹ Ähnlich verfährt auch Fichte hier. sondern schlechthin ostentativ beantwortet: »Siehe hin!« Folgendermaßen argumentiert er weiter: Dies. So daß.Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode 23 hinterfragbares Faktum. als auf die Berührung des Ofens selbst. wie es zur Existenz kommt und wie es sich dabei gestaltet. folgert aus dem Seyn des Wissens überhaupt.L.20-30) Eines Faktums ist man sich nämlich entweder unmittelbar bewußt oder es ist als Faktum überhaupt nicht da: denn als Faktum kann es nicht abgeleitet. wenn jemand sagt: ›Der Ofen ist heiß!‹. Diese unmittelbare Faktizität des Wissens erklärt Fichte wie folgt: Die W. dessen Feststellung auf nichts anderes zurückzuführen ist. wenn man einen heißen Ofen berührt. und so aller W[issenschaften] – . kann untersucht werden. Daß man z. daß im Zimmer wirklich ein heißer Ofen steht. mit keinem deduktiven Argument. 145. allein. daß auch in seinem Publikum »durchaus verkehrte Begriffe über wissenschaftliche Evidenz«37 herrschen könnten.L. so ist B[ewegung] – . daß sie [die Wissenschaftslehre] die faktische Wirklichkeit ihres Subjekts nicht zu realisiren vermöge. Schmerz empfindet. ist nicht Eigenschaft der W.] Theorie der Bewegung: Wenn das und das. (144. . Siehe hin! Durchaus durch unmittelbare Anschauung.

sondern vielmehr. Anschauung und Denken Wie schon angedeutet. kann nur faktisch.2. als etwas aus einem gewissen Material Bestehendem.2f. 146. 1. »[s]ie ist nur in dem Fakto: und der absolute Grund alles Wissens ist ein Faktum«. So ähnlich verfährt auch die Wissenschaftslehre. .1. die dafür nicht die Realität des Faktums. und schliessen«39 hervorgebracht werden könne.24 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode gemäß denen die »anschauliche Realität«38 erwiesen werden solle oder könne. durchaus erklären. zusammenhängt. erklärt Fichte. auch wenn sie nicht abzuleiten sind. 39 GA II 12. was man durch das Denken herausgefunden hat. die die Verwirklichung dieser Bedingungen erlauben. 145. notwendigerweise auf etwas vor dem Denken 38 GA II 12. Sie. Darüber hinaus kann man aber fragen. sondern vielmehr seine Möglichkeit untersucht und damit die in ihm realisierten Bedingungen enthüllt. Das heißt für Fichte Hypothetizität des Ausgangspunkts: Nicht. verweist die Prüfung dessen. Ganz im Gegenteil. Man kann nämlich die ganze Konstellation der Bedingungen ihrer Möglichkeit sowie die Reihe der Gesetze. um Ausgangspunkt einer wissenschaftlichen Untersuchung zu sein. wie ein Mensch mit seinen je spezifisch ausgeprägten Sinnesorganen die Wärme wahrnehmen kann und wie diese mit der Berührung des Ofens. nur unter der Perspektive seiner Möglichkeit zu betrachten und demnach als hypothetisch anzunehmen sei. daß an der Wirklichkeit des Wissens zu zweifeln sei. 40 GA II 12. Kehren wir zu dem Beispiel des Ofens zurück: Daß ein heißer Ofen da ist. und das möchte Fichte in Bezug auf das faktische Wissen tun.11. 146. Wenn das Daß des Faktums nicht hinterfragbar ist. daß »die Realität […] durch denken. durch eine Wahrnehmung festgestellt werden. Aus diesen Fragen kann eine Wissenschaft entstehen.40 Nun aber lassen sich die Fakten. Die Frage bleibt aber: Wie kann ein solches von einer unmittelbaren Anschauung dargestelltes Faktum wie das Wissen da sein? Gerade auf diese Frage will die Wissenschaftslehre antworten. kann man über sein Wie recherchieren. daß das Faktum des Wissens. Es gibt keinen Zweifel. gehen aber von der falschen Voraussetzung aus. untersuchen und darstellen. daß das Wissen da ist und daß jeder eine unmittelbare Anschauung davon hat.3.

Gerade in diesem zweiten Sinne wird in den einleitenden Vorlesungen von Anschauung und Denken geredet. Sie geht aus von der Wahrnehmung des Wissens durch den innern Sinn.« (Fichte [2000]. andererseits sind sie aber zwei jedem unmittelbar bekannte Begriffe. Fichte behauptet aber. Anschauung bedeutet jene Wissensform. falls dieses einen wirklichen Inhalt verlangt. das mit dem blossen Inhalte. und steigt auf zu dem Grunde desselben. die 41 GA II 12. daß von irgend einem sinnlich wahrgenommenen. während die Wissenschaft »Denken [ist]. 229). d. wie etwa eine sinnliche Wahrnehmung. die Fichte hier nicht ausreichend thematisieren kann. daß »[a]lle Wirklichkeit. 145. und zwar auf die Anschauung. Eben also verhält es sich mit der Philosophie. in der Anschauung«42 liegt. in der puren Evidenz des angeschauten Bewußtseinsinhalts.3. zum übersinnlichen Grunde desselben aufgestiegen werde. will man seine Wirklichkeit feststellen. Denn auch in diesem zweiten Fall liegt der angeschaute Inhalt des Denkens. durch Denken. 145. Einerseits sind nämlich Anschauung und Denken zwei Formen des Wissens und als dessen Bestimmung in der Wissenschaftslehre abzuleiten. muß man die Differenz zwischen Anschauung und Denken näher untersuchen. Ein evidenter und gesicherter Erkenntnisinhalt des Bewußtseins kann insofern nur entweder eine unmittelbare Gegebenheit. das die Entstehung der Anschauung nur ermöglicht hat. oder das angeschaute Produkt eines Denkprozesses sein. 43 GA II 12. Herausgehen aus der Anschauung. 42 GA II 12. Den gleichen Gedanken hatte Fichte auch zu Beginn der Vorlesungen über die Tatsachen des Bewußtseins im Wintersemester 1810/11 formuliert: »Das Wesen aller Wissenschaft besteht darin. denn allein diese kann dem Bewußtsein wahren Inhalt verschaffen. keinesweges aber der faktischen Form sich beschäftigt«.5f. die erst durch den Denkprozeß der Wissenschaftslehre hergestellt werden wird? Dafür benötigt man eine weitere Voraussetzung.4. denn das »Denken kommt nach. .41 Fichte selbst hat schon erklärt. das reale Wissen und alle seine Bestimmungen anhand des Denkens zu rekonstruieren: Wie aber kann man die Realität einer Wissensanschauung verifizieren. und verknüpft nur zur Einheit«. die sich dem Bewußtsein durch die Wahrnehmung unmittelbar darbietet. also jenseits des Denkens selbst.43 Um diese Erklärung eindeutig verstehen zu können. die im üblichen Sprachgebrauch unterschieden werden.Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode 25 liegendes. 146. wiederum in der Form einer Anschauung oder einer Intuition sich darstellen muß. daß auch das Ergebnis des Denkens. In der Wissenschaftslehre geht es gemäß ihrer Definition darum.i. Denken ist dagegen die Form eines durch Vernunftschlüsse vermittelten Wissens.

– .L. wirklich und in der That seyn sollte. in die Reihe des abzuleitenden […]. daß dies nicht so wäre. ausser ihr selbst.3. 1. Hier ist die Voraussetzung. was am Ende der Ableitung als Wissen verstanden werden wird: Es gilt das gesezte A. daß das Wissen unmittelbar erkennbar sey. Faktische Wahrheit erhält die für sich als ein blosses Denken rein problematische W. daß demnach sein Begriff selbst mit aufgenommen werden müßte. was man abgeleitet haben wird. nur durch die wirkl[iche] Anschauung. (146.Der demonstrative Gang der Wissenschaftslehre Die oben von Fichte wiedergegebene Stelle leitet die Betrachtung des Demonstrationsverfahrens der Wissenschaftslehre ein. wirklich das Wissen sein wird? Auch hier verweist Fichte jenseits der Wissenschaftslehre auf die Evidenz der Anschauung dessen. daß das. daß dieses samt seiner Bestimmungen aus einem Grundsatz abgeleitet und in seiner Realität rekonstruiert wird. Das Problem ist nämlich.17-22) Darüber hinaus ist aber auch die Spiegelbildlichkeit zwischen dem gewöhnlichen Verständnis von Wissen. und das übrige[?] Siehe hin. in den Blick zu nehmen. was dieser Argumentation zufolge. und aus ihm gefolgert werden könne. Wie kann man aber behaupten. der in ihm schon stillschweigend wirkenden Regeln und Gesetze und zuletzt dem Bild vom Wissen. – Es könnte seyn. welche Garantie man im Voraus dafür geben kann. ist es so und so. und so alles das gefolgerte gilt nur problematisch! Ist denn nun dies. – . und demnach auch das. A. was diesem voraus gesezt wird.26 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode das Verhältnis zwischen der unmittelbaren.3. (146. – also nach ihrer Vollendung. und anders kann es nicht seyn. anfänglichen Anschauung des Wissens und seinem durch das Denken erworbenen Begriff thematisiert: Voraussetzung: Wenn das Wissen ist. daß das Sy- . Dies leisten die folgenden Bemerkungen über die Methode der Wissenschaftslehre.4-7) Am Anfang der Wissenschaftslehre wird also einerseits das Wissen als unmittelbar bekannt angenommen. andererseits wird aber gefordert. das man durch die Wissenschaftslehre bekommen wird.

9f. in Absicht seines Inhalts als wohl eben möglich. so und so«. reale Übereinstimmung mit dem zu erklärenden Faktum Wissen hat. Mittels dieser Schlußformel kann man also. die aber. Hierbei ist durchaus nichts zu bedenken. Prädikat.25f. die das Wissen im allgemein betreffen. 146. von einem Grundbegriff. Kopula«. 146. sondern auch wirkliche Gültigkeit.45 Es ist dies der kritisierte »herrschende Begriff«. müssen wir wohl ausgehen. Also steht nicht eine aus Subjekt. (147. Kopula und Prädikat zusammengesetzte Einheit an der Spitze der Wissenschaftslehre. Andererseits aber ist dieser Begriff zweifellos möglich. Satz: Subjekt. da sie durch Vernunftschlüsse erzeugt wird. daß sein Inhalt A keine Anschauung. denn der Begriff A wird tatsächlich gedacht. das erstellt wird.46 eine Reihe von Folgerungen ziehen. Demzufolge entsteht eine artikulierte Ganzheit. (und weiter bedarf es nichts) durch sich selbst als Begriff bestimmt ist. der. den puren Denkgesetzen folgend. da ja die Realität dieses Begriffs auf einem ganz andern Wege ausgemacht werden soll. hier geht es nur um die wissenschaftliche Form der Wissenschaftslehre. sondern eine einzige Denkleistung. denn tatsächlich geht die Wissenschaftslehre nicht von einem Grundsatz aus. sondern ein pures Gedankenprodukt ist und daher in erster Linie keiner Wirklichkeit entspricht. sondern.4-8) Was der Inhalt dieses Grundbegriffs ist. . an die Spitze: aus diesem nun nach den Gesetzen der Logik abgeleitet. in Absicht seines wirkl[ichen] Seyns völlig problematisch bleibt.h. wird Fichte erst in der fünften Vorlesung in Anlehnung an Spinoza erklären.26f. der als Begriff notwendig wiederum auch Wissen ist. Demnach kann man aus dem Begriff A. etwa wäre. d. so würde seyn nothwendigerweise […] Wissen. 46 GA II 12. wie gleich zu zeigen sein wird. Die Problematik des Grundbegriffs besteht darin. 45 GA II 12. nicht nur innere Kohärenz. eine Reihe hypothetischer Bestimmungen des Wissens herausarbeiten. 147.Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode 27 stem. aufgrund des Vernunftschlusses: »Wenn A. dem Denken vollkommen innewohnt: es handelt sich um »Denk- 44 GA II 12. So fährt Fichte fort: Von irgend einem Grundbegriff = A. Dafür müssen gewisse »über den demonstrativen Gang im wissenschaftl[ichen] Publikum [herrschende] sonderbare Begriffe«44 abgewiesen werden: »Einen Grundsatz. ein Grundbegriff A.

wie Fichte das Problem einführt: Es scheint drum die W. wenn man den allerersten.«47 Man muß im voraus nur noch sicher sein. muß Fichte aber gleich auch klären. sondern eine reale. inwiefern. 1.8-10) Die geforderte Rechtfertigung des Verfahrens kann aber nur dann richtig durchgeführt werden. daß diese Ganzheit nicht ein reines »Denkspiel«48 ist. daß ihr Gedankenweg kreisförmig ist. Um dafür die Reihe der Voraussetzungen der Wissenschaftslehre zu entwickeln. ehe sie einen Schritt vorwärts thun könne.3. Denkfolge.4.27. d. d. daß diese darin besteht. in der wirkl[ichen] Anschauung faktisch sich bestätigen werde. – . Die Zirkularität als die einzig mögliche wissenschaftliche Form der Wissenschaftslehre Man betrachte zunächst. methodischen Anspruch.18f. und. unter welcher Bedingung die Wissenschaftslehre eine solche Voraussetzung annehmen darf.27-148.5) Damit diese Aussage keine schlichte petitio principii ist. (Hervorhebung durch Verf. 48 GA II 12.h. (147. dem System der Anschauung beimessen. wie sie es allein als entstanden sich denken kann: so ihrem Denken Gültigkeit auf etwas ausserhalb alles Denkens liegende. Denknothwendigkeit. so will sie weiter schliessen. müsse. obwohl dies wenigstens durch die Anschauung selbst bewährt zu seyn scheine. was sie als nothwendige Anschauung im Denken abgeleitet haben werde. folgert Fichte weiter: Sie [die Wissenschaftslehre] sezt voraus. in der That und Wahrheit entstanden sey. den transzendentalen Standpunkt festzuhalten. (148. . usw. durch ihre eignen Grundsätze verdächtig gewordnen und angefochtenen Verfahrens beweisen.). das Wissen als absolut 47 GA II 12. Wir werden sehen.28 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode zwang. zuförderst die Richtigkeit dieses ihres.L. ja der Notwendigkeit dieses problematisch formulierten Anfangs gefunden werden. objektive Gültigkeit hat. Am Ende der Wissenschaftslehre muß also die Darstellung der Berechtigung. daß dasjenige. 147.h. daß dieses aus den selben Prämissen A. 147.

Und auch die Tatsache. daß das Ergebnis der Wissenschaftslehre durch das Prinzip der Angemessenheit gewährleistet werden kann. die seinem eigenen Wissen vorausgeht. daß das Wissen unmittelbar erkennbar ist. sondern durch ihre Gedankenkette den wirklichen.«49 Es handelt sich also nicht mehr darum zu fragen.Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode 29 selbständig zu verstehen. jede Bestimmung des Wissens abzuleiten. daß sie gültig sind. die nach dem gewöhnlichen Bewußtsein dem objektiven Wissen entspricht. Auch für das Wissen selbst – wie für jedes andere Ding – ist keine objektive Gültigkeit. daß es schon immer in einer Anschauung als der ihr innewohnenden Form des Daseins gegenwärtig sei. Das betrifft aber nur einen Aspekt des Verfahrens der Wissenschaftslehre. alle Bestimmungen des Wissens abzuleiten. . drückt eben nur eine erste. die Gültigkeit der Gedankeninhalte. Darüber hinaus fragt hier aber Fichte etwas allgemeiner. wenn der Anspruch der Wissenschaftslehre derjenige ist. nicht preisgibt. undeutliche Form des Wissens von Wissen aus. realen Inhalt des Wissens auszudrücken. nämlich die Art und Weise.h. d. Nur diese zweite Frage kann innerhalb der Wissenschaftslehre beantwortet werden. wird sie. falls sie ihr Vor- 49 GA II 12. einen objektiven Inhalt haben kann. Dafür hat er die Bedingungen herauszufinden. wie diese Objektivität. wie sie ihren Ausgangspunkt rechtfertigt. Wenn nun die Wissenschaftslehre in der Lage sein will. abzuleiten. d. sondern. die adaequatio als mögliches Mittel ihrer Antwort vollkommen beseitigt. 148. Diese Frage nach ihrer objektiven Gültigkeit muß man aber in einer Form darstellen. Da es nun die Aufgabe der Wissenschaftslehre ist.h. diese ursprüngliche Form des Wissens von Wissen. Die Frage muß also in dieser Form beseitigt und eine andere formuliert werden: »Lassen wir die Frage liegen. die die Angemessenheit. nicht nur so etwas wie eine kohärente Erdichtung herzustellen. zu beweisen wäre – und zwar unter der Annahme. die den Produkten der Wissenschaftslehre reale Gültigkeit verschaffen. das sich als Wissenschaft darstellt. wie ein Ganzes an Gedanken. anzunehmen. nämlich die Anschauung des Wissens.11f. und substituiren ihr vorläufig die andere: Wie könnte denn ein solcher Beweis geführt werden? daß dieses Denken objektiv sei. d.h. Diese Annahme schließt offensichtlich aus. denn sie ist ein Produkt des Denkens und das Denken ist auch eine Wissensform. nämlich wie das ganze Verfahren überhaupt zu rechtfertigen sei. muß sie sich auch in die Lage versetzen.

Siemek: Die Idee des Transzendentalismus bei Fichte und Kant. falls es mit dem Anspruche des Denkens auf objektive Gültigkeit. und dies unter die nothwendigen und ursprünglichen Bestimmungen desselben gehört. (148.50 Dies ist der Charakter der Wissenschaftslehre als Wissenschaft. nämlich der Entdeckung und Anwendung der Mittel zur Erfüllung ihres Wahrheitsanspruchs. und so gewiß Vollständigkeit ist. die Zirkularität sei eine fruchtbare Charakteristik der Wissenschaftslehre und eigentlich die einzige Bedingung. was die W. M. Fichte geht folgendermaßen weiter: Da nun im Umkreise dieser Ableitung das Wissen vorkommt in seinen ursprünglichen und nothwendigen Bestimmungen. Mit den Worten Fichtes: Denken ist doch wohl eine besondre Bestimmung des Wissens.J. . Da nun in der W.h. um die Richtigkeit ihres Anspruchs. fällt insofern restlos mit ihrer epistemologischen Gültigkeit. um zu sich selbst zu kommen. eine besondere Bestimmung des Wissens ist und die Wissenschaftslehre jede Bestimmung des Wissens ableiten will.30 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode haben erfüllt. Da überdies ihr Denkweg ein besonderes Denken. abgeleitet werden. um ihre Gültigkeit beweisen zu können. so muß.13-17) Die Wissenschaftslehre muß also sich selbst als eine besondere Bestimmung des Wissens ableiten. auch das Denken deduzieren müssen. und insbesondre auch dasjenige Denken. seine Richtigkeit hat. Hamburg 1984 (Schriften zur Transzendentalphilosophie 4). es soll die Ableitung der Form des Wissens. die sie selbst ist. so muß in ihr das Denken selbst. die sie angetrieben hat. von selbst in den Umkreis der Folgen fallen. Die Wissenschaft des Wissens soll in sich selbst ihre eigene Ableitung vollziehen und dabei ihren Denkweg rechtfertigen. der sie sich unterwerfen muß. als Gewährleistung ihrer Wissenschaftlichkeit selbst. und damit sich selbst vor der Anschuldigung der Leerheit zu schützen. ableiten müssen. zusammen. wird sie auch die besondere Bestimmung. treibt. d. Fichte behauptet hier wieder.L. stattfinden. und zwar ihr Wahrheitsinhalt. Der epistemische Wert der Wissenschaftslehre. das ganze Feld der Bestimmungen des Wissens zu deduzieren. dasselbe mit 50 Zur Verwendung des Terminus Epistemologie in der Transzendentalphilosophie Fichtes vgl. alle Bestimmungen des Wissens abgeleitet werden sollen.L.

was man dadurch zustande gebracht hat. und nun 6) hat man den Beweis. das vom Wissenschaftslehrer betrieben wird.L.22-149. Fichte kann demnach erklären: Und so wird denn die W. ob der Zirkel. dann wird 4) in ihr auch jene besondere Bestimmung des Wissens abgeleitet. Hier kann zunächst nur die Möglichkeit eines solchen Beweises geschildert werden. Den Beweis der am Anfang erst noch problematischen Realität der Wissenschaftslehre kann man also in die folgenden sechs Schritte gliedern: Da 1) das Denken eine Bestimmung des Wissens ist. muß man sie erst vollziehen und kann dann prüfen. die einen realen Bezug haben. daß die Wissenschaftslehre wirklich eine in sich selbst abzuleitende Bestimmung des Wissens ist. […] um ihrer eigenen Vollständigkeit willen erwiesen müssen. – […] Die W. und derselbe in der Ableitung selbst begründet werden. eine besondere Bestimmung des Wissens. Da der Erweiß nach kommt. falls sie nur überhaupt möglich ist.2) 51 Zusatz Fichtes am Rande.L.Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode diesem Anspruche vorkommen. aus dem sie besteht. Es handelt sich aber 5) um ein Denken. Man kann nämlich erst am Ende feststellen. den die Wissenschaftslehre fordert. Dieser Beweis bleibt an dieser Stelle offensichtlich noch problematisch. (148. denn es wird in erster Person vom Wissenschaftslehrer selbst realisiert und dadurch unmittelbar in seiner vollkommenen Realität erfahren. deduziert haben. Um zu zeigen. läuft in sich selbst zurük. und zwar das des eben beschrittenen Gedankenwegs.17-22) 31 Diese Zirkularität sichert nun. durch welches sie zu Stande gekommen ist. daß sich die Wissenschaftslehre zweifellos auch auf etwas Reales bezieht. auch wirklich abgeleitet worden ist. ist 2) auch das besondere Denken. reales Faktum. in ihrem eignen Kontexte [dieser Punkt muß sich ja ohnedies finden]51 die Richtigkeit des Verfahrens. ob dasjenige. sich tatsächlich geschlossen hat. daß die Wissenschaftslehre Bestimmungen des Wissens ableitet. . (148. hat man nicht nöthig ihn vorauszuschiken. das zweifelsohne real ist. Denn an ihrem Ende wird sie ein besonderes. die eben das Denken der Wissenschaftslehre ist. Ihr Beschluß ist der Beweiß ihres Anfangs. Wenn aber 3) in der Wissenschaftslehre jede Bestimmung des Wissens abgeleitet wird. daß sie nämlich reale Bestimmungen des Wissens ableitet.

Nr.L. Denn indem sie ihre eigene Denktätigkeit ableitet. die Form des ursprüngl[ichen] Bewußtseyns zu bestimmen) sich erhärtet: also ganz und gerade dasjenige bewiesen wird. ableiten. Schließlich. welches das Charakteristikum der Wissenschaftslehre gegenüber allen anderen Wissenschaften ist: Sie ist die einzige Wissenschaft. als habend dieselbige objektive Gültigkeit. August 1799. die in ihrer formalen Strenge die Gültigkeit und dabei auch die Realität ihres Inhalts darstellt. die mit ihrem Ende und in sich selbst bleibend zugleich über sich selbst als reines Denkprodukt hinausweist. Dadurch hebt Fichte stillschweigend hervor. daß es zwischen dem Moment des aktiven Denkens – wenn die Wissenschaftslehre im Denken betrieben wird – und dem Sichbewußt-Werden dieses Wissens als einem Moment der Wissenschaftslehre. 876. Das bedeutet schließlich. das sie selbst ist. 109 vom 28. damit zusammen. könnte man bemerken.3-6) Das heißt aber. diesem Denkweg zu folgen. (149. hängt Kants Anklage gegen die Wissenschaftslehre. denn sie ist als Wissenschaft erst dann formal gelungen. die ihm zugeschrieben worden (die. Auch diese Ableitung ist eine Form des Wissens und daher Inhalt der Wissenschaftslehre. Kants Erklärung im Intelligenzblatt der Allgemeinen Literatur-Zeitung. sondern eher als Methode. . die nicht von einem äußeren Blick. sie sei nichts »mehr oder weniger als bloße Logik«52 und somit ganz leer. und das fällt mit der Ableitung des einzigen Faktums. weswegen sie – rein äußerlich betrachtet – den Eindruck bloßer Formalität erwecken konnte. wenn sie sich als Faktum abgeleitet hat.32 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode Die Wissenschaftslehre muß also an ihrem Ende jenes besondere Faktum. sondern allein von der individuellen Anstrengung. Nun behauptet Fichte: Es ist zu bemerken. hervorgerufen werden können. daß er sie nur äußerlich betrachtete und deshalb nur 52 Vgl. das die W. Das ist genau der Aspekt der Wissenschaftslehre. formaliter angewendet hat. bleibt sie immer noch in sich selbst. Die Wissenschaftslehre ist insofern eine Gedankenreihe. daß gerade dasjenige Denken. das sie ableiten kann. Denn die Herstellung ihres Inhalts ist nur ein Ergebnis der Denkakte. was bewiesen werden sollte. daß sich die Wissenschaftslehre während ihrer Entwicklung nicht als Wissenschaft begreifen kann und auch an ihrem Ende streng genommen nicht als Wissenschaft wahrgenommen werden kann. eine zeitliche Verzögerung gibt. zusammen.

Man kann also nicht wirklich verstehen. Hier kann. – . Um wirklich zu verstehen. kann nur derjenige wahrnehmen. das Eine ist durch beides bestimmt: beides ist drum durch einander bestimmt. folgt die Wissenschaftslehre aufgrund ihrer Reflexion auf ihr Denken einer zu sich selbst zurückbiegenden Linie – eine Zirkularität. wie es in der W. Die geometrische. hier für das reale. – gründlich beantwortet. die Biegung. Offenbar kommt aber dadurch der wesentliche Aspekt der Kurve nicht zum Tragen. nämlich die Änderung der Richtung und damit des Geschwindigkeitsvektors. das sich denkt. die dem System selbst innewohnen. und vermag sich so zu denken. der Wissenschaftslehre zugrunde liegende Aufeinanderverweisen eines sich des Sichdenkens bewußt werdenden Wissens und der daher sich ergebenden Anschauung des Wissens. und als reales Wissen. sondern nur in der ersten Person erfahren werden kann. die nicht von außen betrachtet. Erst dann nämlich kann der Wissenschaftslehrer erfahren. daß das System der Zusammensetzung der Ergebnisse seiner Denkakte wirklich aus einer Reihe von Gedanken besteht. (150.Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode 33 aufgrund ihrer logischen Struktur beurteilen konnte. was Veränderung eines Geschwindigkeitsvektors bedeutet. eine kreisförmige Bewegung nicht aufgrund einer bloß äußerlichen Beschreibung verstanden werden. weil es in der W. daß in dieser äußerlichen Betrachtung der Kurve ihre wesentliche Eigenschaft. in der That vorhandne Wissen. die jeweils mit konstanter Geschwindigkeit zurückgelegt werden. was eine Kurve ist. Es denkt sich so.h.L. der dem gesamten Denkweg wirklich gefolgt ist und die ihn konstituierenden Denkakte selbst durchgeführt hat. sei eine Parallele aus der Dynamik angeführt. messen. Wenn aber die Logik notwendig linear verfährt.8-15) Dieses gegenseitige. nothwendig und ursprünglich sich denkt. zirkuläre. – Beides ist nur in Einem. sich so denken muß.L. äußerliche Beschreibung einer Kurve ist eine Annäherung über infinitesimal kurze. Das bedeutet. . Fichte schließt entsprechend: [S]o ist denn die Frage über die reale Gültigkeit des Denkens ausser ihm selbst. sich denkt. kann man nur ›persönlich‹ auf einem Vektor einsteigen und die Zentrifugalkraft wahrnehmen bzw. d. Um dies zu erläutern. weil es in der Anschauung so ist: und es ist so in der Anschauung. Eben dieses reale Wissen selbst ist es. wenn man eine Kurve lediglich von außen betrachtet oder ihre Länge mißt. gerade Strecken. ebenso wie in der Wissenschaftslehre. ignoriert wird.

die immer nur geradeaus schließen. kann nur von demjenigen bemerkt werden. daß sie für sich beanspruchen kann. Ihre Schlußfolgerungen überschreiten nicht die allgemeine Logik und führen dementsprechend ganz linear von gewissen Prämissen auf ihre Resultate.34 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode Dasselbe gilt für die Wissenschaftslehre. um ihr zu folgen. daß der individuelle Vollzug der Gedanken.B. die es nur von außen betrachten und es nie erfahren haben. Zwar muß man. diese Beziehung darzulegen. der in den Einzelwissenschaften zwar stattfindet. der ihre Wirklichkeit erfahren hat. Nehmen wir eine Demonstration aus der Geometrie. Wenn wir nun diesen Parallelismus der wissenschaftlichen Tätigkeit verallgemeinern. Sie kann demnach als vollendete Wissenschaft nur dann beurteilt werden. Der Drehund Angelpunkt der Wissenschaftslehre. der diesen Denkweg selbst zurückgelegt hat und dann eine Art ›intellektuellen Schwindel‹ fühlt. Und jeder einzelne Wissenschaftslehrer kann diesen Beweis nur von sich selbst und in sich selbst erzeugen. wie z. sogar die Realitätsansprüche aller anderen Wissenschaften zu begründen. Die Wissenschaftslehre fordert dagegen. können wir auch die Beziehung zwischen der Wissenschaftslehre und den anderen Wissenschaften definieren. daß daraufhin der Denkweg der Wissenschaftslehre wirklich abgeleitet wird. ganz unverständlich. aus denen ihr Inhalt besteht. In beiden Fällen bleibt dieses Phänomen denjenigen. eben die Deduktion ihrer Möglichkeit mit einschließt. sie zu betrachten ist aber dennoch wichtig. wenn diese Möglichkeit ihres individuellen Vollzugs von demjenigen. Gerade diesem Aspekt verdankt es die Wissenschaftslehre. und das ist ihre Besonderheit im Vergleich zu den anderen Wissenschaften. formell deduziert worden ist. die Karussell fahren. die des Lehrsatzes des Pythagoras. infolgedessen sie sich auf sich selbst zurückbiegen und ihr Denken selbst ableiten kann. ganz ähnlich dem ›sinnlichen Schwindel‹ der Kinder. um in ihrem Ganzen als bedeutungsvoll angenommen werden zu können. besteht ohnehin aus Schlußfolgerungen. Denn in ihr wird eben der notwendige gegenseitige Verweis von Theorie und Praxis thematisiert. Die Tatsache. aber nicht zum Ausdruck kommen kann. Deswegen wurzeln die Wissenschaften hinsichtlich ihrer Beziehung . um den Sinn seiner Philosophie zu verstehen. persönlich ein Lineal und einen Zirkel benutzen. man wird aber diese Übung am Ende der Demonstration ganz vergessen und für die Gültigkeit der demonstrierten Wahrheit selbst für ganz unwesentlich halten. Fichte verzichtet in seiner Darstellung von 1811 eigentlich darauf. Sie müssen allerdings in der ersten Person erfahren und durchgeführt werden.

die Wissenschaften zu begründen und sie gegen die Angriffe des Skeptizismus zu schützen. der die Aufgabe der Wissenschaftslehre auf sich nimmt. Die Wissenschaftslehre als natürliches Produkt In dieser Zirkularität der Wissenschaftslehre könnte sich aber auch ein zweiter problematischer Aspekt verstecken. tritt ganz im Gegenteil in einen Zirkel ein. die notwendig und universell. Die Antwort auf diese kritische Betrachtung lautet. daß sie.5. daß er sie sich ableiten könne. oder – noch schlimmer – sich nur ausdenkt. folgt es Gesetzen. sondern sie ist sogar die einzige Gewährleistung der inhaltlichen Erfülltheit jeder möglichen Wissenschaft. kann sie also zu einem unvermeidbaren solipsistischen Ergebnis führen. mit der Fichte auf dem persönlichen Vollzug der Denkakte des Wissenschaftslehrers beharrt. zwischen Bewußtsein und Welt. Es gibt also niemanden. d. genauso wie dies beim Kunstwerk der Fall ist. der innerhalb der Wissenschaftslehre ganz zufällig die Wissenschaftslehre als einen Teil seiner selbst findet. Die Radikalität.h. falls sie ihren Zweck erreicht. wirkliche Phänomene zu beschreiben und vorherzusagen. die jeden skeptischen Zweifel gegenüber den Naturwissenschaften überhaupt aufheben kann. die auch jede Einzelwissenschaft – jeweils unter einem besonderen Aspekt und mit Abstraktion von der Denktätigkeit des Wissenschaftlers – beschreibt. ja er begründet ihre Fähigkeit. diejenige Wissenschaft. daß sich die Wissenschaftslehre zwar stets im Verlaufe eines individuellen Denkakts vollzieht. nur von seinem Schöpfer vollkommen durchdrungen werden kann. Auch wenn das Denken in der ersten Person durchgeführt werden muß. sondern sie ist. Damit kehrt sich aber die ganze Rede über die Wissenschaftslehre um. bringt die Gefahr mit sich. das Denken aber dennoch nur universellen Gesetzen folgt.Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode 35 zur Realität in diesem Verweis. kurzum a priori und somit für alle identisch sind. Denn derjenige. Auch in diesem Sinn übernimmt die Wissenschaftslehre das kantsche Vorhaben der Transzendentalphilosophie. Da es sich in ihr bloß um ein Produkt seiner Tätigkeit und seines Denkens handelt. denn sie deduziert in sich unbezweifelbar die Zirkularität zwischen dem Akt des Denkens und der Gegebenheit der Erfahrung. der ihr positives Ergebnis zunichte machen könnte. 1.3. Sie ist nicht nur kein bloßes Denkspiel. Die Wissenschaftslehre ist deshalb nicht nur kein leeres Wissen. in dem das .

erinnern kann. daß die wahre Freiheit mit der Teilnahme an der selbständigen Bewegung der Denkgesetze zusammenfalle. dem er ein falsches Konzept von Freiheit. was anscheinend von dem einzelnen Subjekt abhängt. sich als Wissen ableitet. der das Bild der authentische Freiheit wiedergibt. selbständige Grund dieser Notwendigkeit ist. Vielmehr wird jedes wissende 53 GA II 12. als reiner Willkür verstanden.5-8) Offenbar bezieht sich Fichte hier auf einen Naturbegriff. wird sich als ein notwendiger Teil eines Verfahrens offenbaren. und darstellt: wir sind Natur. sondern das Eine und nothwendige Wissen selbst ist es. künstliches sind. sich begreifend sich ausspricht. d. entgegensetzt. das dem Denken und demnach dem Wissen innewohnt. Darüber hinaus wird deutlich.h. daß man erst dann die Freiheit verstehen könne. die aber in der Tat der freie. seinen reinen Gesetzen zufolge. Das. nicht Dichten der Freiheit. Am Ende wird also die Wissenschaftslehre auch die anfängliche Willkürlichkeit ihrer Aufgabe deduzieren. 150.«53 Das Wissen ist also keineswegs vom Wissenden abhängig und von seinem Denkakte produziert. daß der Begriff der Natur eigentlich von der Hypostasierung der Gesetze unseres Bewußtseins abhängt. Dem Wissenschaftslehrer wird also die echte Freiheitswelt erscheinen. Wir werden nämlich sehen. Er meint also. das eben. die. Natur ist also das. um zur Erscheinung zu kommen. (150. was vollkommen selbständig fortschreitet und sich nur aufgrund seiner eigenen Gesetze umgestaltet. daß sie ein reines Erdichten sei. und sich dagegen zu der Erkenntnis erhebe. wir drum nicht ein freies. das eine fundamentale Rolle in der Wissenschaftslehre spielt.L. wie man sie gewöhnlich betrachtet. die zwar an die mechanische Notwendigkeit der Natur. Mit Fichtes Worten: Wenn wir die W. daß der Schlüssel zur Umwandlung der Freiheit in gesetzmäßige Notwendigkeit die Annahme des Soll ist. sind. wenn man die Illusion preisgebe. eine Form annimmt.36 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode Wissen selbst. .26f. Dieser Begriff von Natur und der Begriff von Freiheit als absoluter Selbständigkeit fallen somit zusammen. erdichtetes. sondern wir sind das nothwendige Wissen selbst. Die wahre Naturwelt und das Apriori des Denkens sind identisch. das dieses denken denkt. Fichte kann also schließen – und damit zugleich auf die Interpretation seiner Philosophie als eine idealistische reagieren: »Kein freies Subjekt.

das zur Wissenschaftslehre führt. keineswegs vom Denken. Dieser folgen einige ›Anwendungen‹. daß es selbst schon immer in den Gesetzen des Wissens miteinbezogen war und von ihnen abhing. die von diesem Denken zwar ermöglicht. daß er jetzt erklärt. abgeleitet hat. feststellen.2-13) Im dritten Punkt kehrt Fichte wieder zum Thema des Verhältnisses zwischen Freiheit bzw. 148.L. 2. d[es] Fichte. treibt«. aber nicht produziert wird. daß es das Denken sei. Es scheint zunächst widersprüchlich.L. sondern ein Naturprodukt des Wissens.15f. die sein Wissen und Denken konstituieren. so dichten und komplexen Vorlesung am Beginn der zweiten eine Zusammenfassung des Dargestellten in vier Punkten.B. Die W. Willkürlichkeit und Notwendigkeit in der Wissenschaftslehre zurück. Hiermit endet die erste Vorlesung zur Wissenschaftslehre. Das Individuum als solches ist eigentlich nicht einmal denkend. »was die W.L. Denken. 3). um zu sich selbst zu kommen.54 Das freie und individuelle Denken gilt aber nur als ein Mittel. nachdem er in der ersten Vorlesung konstatiert hat. z. nachdem es die Reihe der Akte. . Genau genommen vom individuellen Standpunkte d[ie] W. und artikulirten vollständigen System. ist drum nicht der Begriff irgend eines Individuum. ist lediglich ein System von Anschauungen.4.L. sondern vielmehr in der Anschauungsreihe. vom Wissen. Sie ist kein KunstProdukt der Freiheit. Zweifel Fichte bietet nach dieser ersten.) Ein Theil dieses Systems ist sein Begriff von sich selbst […] und dieser ist eben die W. 1. die ihre äußere Struktur ausmachen. – . Das Wissen gestaltet sich selbst durch sich selbst zu einem organisirten. (151. die Wissenschaftslehre sei kein Produkt des Denkens. die die Beziehung zwischen Denken und Reflexion betreffen und damit die Frage nach der Objektivität der Wissenschaftslehre vertiefen: 1). denn ihr Sinn besteht nicht in den Reflexionen und den Ableitungen. Anders gesagt: Das Entstehen der Wissenschaftslehre hängt von einem freien 54 GA II 12. Reflexion. denkend ist das Eine ursprüngliche Wissen: es [das Individuum] ist nur anschauend dieses Denken. sondern es ist der Begriff des Wissens selbst von sich selbst […].Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode 37 und denkende Ich.

dem man gefolgt ist. um die Eigenschaften des Raums. die die Gültigkeit dieses hypothetisch als wahr angenommenen Gedankens ermöglichen. Die Demonstration ist aber nur eine praktische Hilfe bei dem Bestreben. Das heißt. anschaulich zu machen. Nur ihre Unwiderlegbarkeit ist dabei individuell gesichert. ab. wird eine Reihe von Anschauungen mit sich bringen – Fichte kehrt hier zum Terminus Anschauung zurück. Der Inhalt dieser letzten Anschauung hängt freilich nicht von dem vorgelegten Beweis. mit unwiderlegbarer Evidenz auszustatten. kohärent nachzudenken. was einem Individuum die Wahrheit des Inhalts des pythagoreischen Lehrsatzes gewährleistet – daß nämlich bei einem rechtwinkligen Dreieck das Hypotenusenquadrat der Summe der Kathetenquadrate entspricht –.38 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode Akt ab. Der Hauptpunkt hierbei ist. die zu ihrer Anerkennung führt. in dem das Dreieck vorgestellt wird. das Wissen als etwas Selbständiges zu denken. wenn ein Theorem als wahr . künstlich konstruiert wird. Es wird in der Wissenschaftslehre also ein Verfahren vertreten. über die Eigenschaften des Raums. die von der bestimmten Reihe von Denkhandlungen. daß die oben erwähnten Handlungen nur so lange benötigt werden. und diese sind Anschauungen. sondern aus der Gesamtheit ihrer Theoreme. ist eine Intuition. Die Entfaltung der gesamten Bedingungen. Es handelt sich also nicht um eine Wahrheit. die man in ihr findet. dank derer der Lehrsatz formuliert und bewiesen wird. in dem eine bestimmte Fläche liegt. bis der anfangs dargestellte Lehrsatz auch als Inhalt einer Anschauung einleuchtet. Das. das man in gewisser Weise als more geometrico bezeichnen kann und das nochmals am Beispiel des pythagoreischen Lehrsatzes erklärt werden soll. ganz im Gegenteil wird die Gültigkeit des Beweises von der unmittelbaren und unbezweifelbaren Gewißheit gesichert. denn sie wurde evident. Die Wahrheit eines Lehrsatzes ist bekanntlich unabhängig von der individuellen Denkleistung. und diese Eigenschaften hängen ihrerseits mit gewissen Postulaten und Axiomen zusammen. die man mit Zirkel und Lineal unternimmt und deren Resultat das Denken in einer schlüssigen Demonstration ordnet. nachdem er in den Jahren 1804 und 1807 Einsicht bevorzugt hatte. die nach seiner Durchführung den Inhalt des Lehrsatzes begleitet. Die Demonstrationen dienen nämlich nur dazu. die einer ganzen Reihe von Handlungen folgt. daß die euklidische Geometrie nicht aus der Sammlung der Beweise besteht. in denen diese Anschauungen zum Ausdruck kommen. hypothetisch angenommene Sätze. der die Aufgabe übernimmt. Erst dann.

daß nämlich im Raum des selbstbestimmenden Denkens eine seiner Bestimmungen sich die Fähigkeit zuschreibt. und nun wird sie kategorisch.h. Ihr wissenschaftlicher Inhalt aber. Mit ihrem. Das gleiche gilt für die Wissenschaftslehre. den sie beschreibt. mit dem ganzen Raum des Wissens zusammen. Es handelt sich dabei offensichtlich um das den- . daß es in sich selbst alle seine Umgestaltungen bestimmen kann. der eine Reihe von Eigenschaften hat. in den vom Denken völlig verschiedenen Standpunkt der Anschauung hinüber zum gesehnen. und ist ihre Voraussetzung. die sich am Ende eines sich notwendig entwickelnden Gedankengangs. Anschauungen. und der Zweifel bleibt. Daher fügt Fichte seiner Zusammenfassung den folgenden vierten Punkt hinzu: 4. es wird vielmehr ohne vorherige Demonstration angewendet. nur fällt der Raum. die nicht mehr in Frage gestellt wird. Also besteht der wissenschaftliche Inhalt der Wissenschaftslehre in den Einsichten bzw. d. das in der Geometrie nicht existiert. In der Wissenschaftslehre entsteht aber ein Problem. (151. Einen Beweis für das Theorem wird man nun nicht mehr führen. die in ihr geführt werden. besteht in der Gesamtheit ihrer Einsichten bzw. d. Wie gesagt geht die Wissenschaftslehre so ähnlich vor. daß dieses Raum-Wissen vollkommen selbständig ist. und bedeutet. der Form nach.Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode 39 begriffen wird. Erst am Ende geht ihr darüber Licht auf. der Demonstration. in Beziehung auf ihre eigne innere Form. Doch findet sie ihre Gewißheit in sich selber. vom Denken ab. die von Postulaten und Axiomen bestimmt werden. nachdem durch ein kohärentes Denken alle ihre Folgen abgeleitet wurden. die Bestimmungen eines Raums darzustellen. nur durch Herausweisen aus sich selbst. Ihr Endpunkt ist demnach die Beschreibung aller Bestimmungen dieses Raums in Theoremen. und als frei erscheinenden Denken hebt sie an: und fährt fort. während sie in Wirklichkeit nur die Fähigkeit hat. ihn zu rekonstruieren.h. die aus dieser frei angenommenen Voraussetzung hergeleitet werden können. ihre Bedeutung. Anschauungen. kann sie nicht wissen.13-20) Nun ist der willkürliche Ausgangspunkt jeder Geometrie die Aufforderung. den ganzen Raum konstruieren zu können. Sie versuchts. Was dieses ist. verwandelt es sich von einem hypothetischen Satz in eine feste Anschauung. d. freien. Eben so – problematisch. Nur die Gewißheit der Geometrie hängt also von den Beweisen.) Problematisch [ist die Wissenschaftslehre] in Absicht der faktischen Realität. als unmittelbar evident erweisen.h.

Es wird also zuerst nicht bemerkt.26-29) Das Reflektieren könnte man also als einen freien Akt interpretieren. wenn auf das Denken. infolge derer sich das Wissen allgemein gestaltet. daß es ein erdenken seyn möchte […] 2). als ein Denken. was das Ich aber tatsächlich kann.21-26) Man könnte nun glauben. sie von bestimmten Prämissen abzuleiten und demzufolge als unbezweifelbar wahr anzunehmen. wird es von dieser Betrachtung verleitet anzunehmen. ein Faktum des Denkens reflektirt wird. Alles. daß bei einem solchen Denken gewöhnl[ich] nicht reflektirt wird welches für die objektive Gewohnheit nicht nöthig ist. (151. nicht nur entdecken. Wenn aber das Ich auf die Tatsache reflektiert. prinzipiell negiert. d. daß gerade dieses gewöhnliche. nicht reflektierende Denken in der Erforschung gewisser Themen oft nicht . daß man auf das Reflektieren verzichtet. [B]ei dem wirkl[ichen] realen Denken hat der blosse V[ernun]ftInstinkt gegen diesen Zweifel das Gegenmittel angeordnet. Fichte äußerst sich darüber folgendermaßen: 1. Es könnte demzufolge empfehlenswert scheinen. daß diese Selbsttäuschung des Ich nur aus seiner Fähigkeit resultiert. Denn tatsächlich reflektiert man nicht ständig auf Inhalt und Form der im Bewußtsein vorkommenden Ansichten und kommen Reflexionen gewöhnlich nur als objektive Betrachtungen vor. auf sich selbst reflektieren zu können und sich dabei tätig zu fühlen – was ja tatsächlich die fundamentale Charakteristik des Ich ist.) Das Denken wird verdächtig nur durch die Muthmaaßung. daß es etwas wie ein ›denkendes Ich‹ überhaupt gibt. (151. daß eben das Gegenteil auch wahr sein kann. daß das Denken auch etwas Reales liefert. sondern sogar erfinden zu können. als das Princip dieses Faktum erscheint. daß jede Bestimmung des Denkens von dieser Tätigkeit abhängt. Nur hat die Geschichte der Philosophie aber auch ausreichend gezeigt. besteht darin. daß das Denken faktisch immer nur von einem Ich selbst geleistet wird. die Lehrsätze und die Gesetze.40 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode kende Ich. das sich einbilden kann.h. sich diese Lehrsätze anzueignen. Nun wird aber infolge dieses Versehens des Ich die Möglichkeit. ohne daß man sich ständig die Frage nach ihrer Herkunft und ihren Konstitutionsgesetzen stellt. der für eine gesunde Vernunft schädlich ist. nämlich daß gerade die Eigenschaften des Denkens erlauben. Dieser Verdacht entsteht allemal. weil sodann allemal das individuelle Ich. diese Gefahr ganz einfach dadurch zu vermeiden.

55 Das Denken überwachen heißt aber. auch wenn man dabei den Zweifel erwecken kann. auf dem Gebiet der Metaphysik mehrere Theorien. den Ausweg an. aufgehoben wird«. bloß von dem dabei notwendig mitanwesenden denkenden Ich erdichtet sei und insofern keinen Bezug zur Realität habe. dem innewohnenden Gesetz des Wissens zugehört. und freien Denkens stets zu reflektiren. das zweifellos aktiv denkt und über diese Tätigkeit und ihre Ergebnisse reflektieren kann. sich selbst als Bestimmung des Wissens verstehen kann. auf es zu reflektieren. daß das Ich. und mit ihr der Zweifel. was Fichte hier Vernunftinstinkt nennt. nur eine illusorische Vorstellung weckt. daß alles. wenn man nicht Gefahr laufen will. Das erste oben erwähnte Ergebnis des Reflektie- 55 GA II 12. hier noch in einer dogmatischen Art und Weise. Der bloße Vernunftinstinkt muß also beim Denken permanent überwacht werden. untersucht und seinen unreflektierten Gebrauch kritisiert. In seiner Untersuchung konnte er zeigen. daß ein Wissender eben nur Wissen sey.Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode 41 vertrauenswürdig ist. (152. sondern ein bloßes Hirngespinst sei. die für den sensus communis alle gleichermaßen greifen. daß seine korrekte Anwendung nur ein bestimmtes Gebiet betrifft und daß der Vernunftinstinkt. da sie eine Denkform ist. wenn er seine Kategorien außerhalb dieses Gebiets anzuwenden versucht. Nun aber lehrt Fichte. was sie that.L. hat Kant in seiner Kritik der reinen Vernunft gerade das. weshalb sie nicht zu verbieten sei. daß sichs nicht läugnen läßt. aber einander widersprechen und deshalb nicht alle zugleich gültig sein können.B.5-9) Fichte deutet nun. so entsteht Zweifel. Um diese Unbeholfenheit des gewöhnlichen Denkens zu umgehen. Es gibt z. und kein Ding.2f. so klar dargelegt. Seit dieser Zeit hat es die W. sondern auch unentbehrlich und wird deshalb zum Inhalt einer Maxime des klaren Denkens: Es ist drum Maxime des klaren. ohne zu wissen. 152. Die mit ihr zusammenhängende Täuschung kann wiederum nur durch das Reflektieren selbst überwunden werden. denen die nur ein wenig Notiz von ihr genommen. – . Die Reflexion ist also nicht nur unvermeidbar. Wird aber reflektirt. und damit gut. . daß die Reflexion. daß »Aller Unterschied zwischen Wahrheit und Irrthum in Rüksicht des denkens. Was nun dabei thun? Wie diesem abhelfen? Die alte Zeit reflektirte eben nicht. Also die Reflexion dringt sich auf. was gedacht wird.

sondern sie hat sie erst recht fest und klar hingestellt.2 (1801). denn man verweile noch in der Spaltung zwischen dem denkenden Subjekt und dem gedachten Objekt. daß das Ich sich in einer zweiten Reflexion im Gegenteil als eine Bestimmung des Wissens versteht. Denn. Die Vernunft könne dagegen unmittelbar zu sich selbst kommen und sich dabei als reinen Indifferenzpunkt verstehen. die er aber. kann insofern dadurch übersteigert werden. zeige. die hinter diesen Projektionen wirkt. als ob das Ich. Genau dem widerspricht Fichte. verdrängt. so hat die Reflexion der Realität nicht geschadet. es ist das Eine nothwendige Wissen. v.20-24) Im Zusammenhang mit diesem Thema nennt Fichte zum ersten Mal Schelling und stellt das Grundkonzept seiner Kritik an dessen Identitätsphilosophie vor. 56 F. In Wahrheit ist – so Fichte – diese vermeintlich ursprüngliche Quelle nichts anderes als eine Hypostasierung der projizierenden Tätigkeit des Subjekts. nämlich die notwendige Tätigkeit des Ich. ursprüngliche Quelle des Realen anknüpfe. die das Zentrum der ganzen Operation. sondern darin.J.56 Im Standpunkt der Reflexion. daß die Reflexion vorspiegelt. das da denkt. In Zeitschrift für spekulative Physik 2.42 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode rens. bleibe man noch lange diesseits der inneren selbst erschaffenden Tätigkeit der Natur. so Fichte. der er die vierte Vorlesung widmen wird. wie Fichte erklärt: Nicht im Reflektiren liegt der Zweifel. . habe die Wissenschaftslehre dafür kritisiert. womit sie an die wahre. Schelling. als Individuum denke. Schelling: Darstellung meines Systems der Philosophie. sondern nur zu einer systematischen Beschreibung der Produkte der Wissensakte des Ich.W. gerade aus seinem erklärten Verzicht auf die Reflexion heraus nicht als solche anerkennen kann. wogegen er sich »auf den Standpunct der Production gestellt hätte«. daß sie auf der Ebene der bloßen Reflexion bliebe. Dieser zweiten Reflexion zufolge gehört das Denken dem Ich als Bestimmung eines Wissens an. (152. das ganz unabhängig vom faktischen Vollzug des eigenen Denkens ist. so meint Schelling. Hebe diesen Zweifel. wonach das Ich selbst das Denken bestimmt. Schelling gelangt also nach Fichte mit seinem System zu keiner Natur. denn vom Standpunkt der Reflexion aus könne man weder zu einem möglichen Standpunkt der Produktion aufsteigen noch das Herausquellen der Realität anschauen und beschreiben.

Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode

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Diese Auseinandersetzung erhellt, warum Fichte den Begriff Natur verwendet, um die Form der Wissenschaftslehre zu beschreiben. Das produktive, d.h. natürliche Moment liege nämlich nur auf der Ebene des sich selbst denkenden Denkens, zu dem man nur dank der Reflexion kommen könne. Die Identitätsphilosophie Schellings sei im Gegenteil nichts anderes als ein willkürliches Produkt, das Schelling wegen seiner Reflexionsblindheit nicht als solches erkenne, während die Wissenschaftslehre im Gegenteil das authentische Naturprodukt des Wissens sei und sich auch als solches verstehen und darstellen könne.

1.5. Der Inhalt der Wissenschaftslehre Mit diesen Bemerkungen meint Fichte, die Form seiner Wissenschaft ausreichend behandelt zu haben, so daß er sich nun der Beschreibung des Inhalts widmen kann. Da die Behandlung der Form mit der Reflexion über das Denken zusammengefallen ist – denn eben die Gesetze des Denkens geben der Wissenschaftslehre ihre Form –, wird sich die Bearbeitung ihres Inhalts mit der Anschauung beschäftigen. Denn Anschauungen sind genau das, was man durch die Wissenschaftslehre erhalten soll. Fichte beginnt wieder mit dem Grundvernunftschluß der Wissenschaftslehre, um jetzt seine notwendigen Folgen zu analysieren:
Wenn A. ist, so folgt das und das. – Von welcher Art? A. soll nach seinem Inhalte nicht ein blosser Gedanke, sondern eine Realität seyn, es soll einen Inhalt haben, ohnerachtet die faktische Realität nicht nachgewiesen werden kann, und uns nichts angeht. Um somehr wird b. als offenbar eine weitre Bestimmung des A. einen Inhalt haben (der in Absicht seiner faktischen Existenz freilich ebenso problematisch hingestellt wird). Also der Inhalt von b. ist eine bestimmte Anschauung, und er ist nur in der Anschauung, und nur wer durch Anschauung ihn faßt, für den ist er, und außerdem nicht. – (152,26-153,5)

Es wird also zunächst wiederholt, daß die Wissenschaftslehre nicht aus leeren Gedanken, sondern aus Anschauungen besteht. Die Frage nach ihrer faktischen Existenz bleibt dennoch weiterhin unbeantwortet, solange A selbst nur als hypothetisch gesetzt gilt. Gedacht wird A aber wirklich, dem Gedanken muß insofern irgendein Inhalt entsprechen, so daß man aus ihm weitere Anschauungen ableiten darf, die ihrerseits einen Inhalt haben

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Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode

werden. Beim Sichverlassen auf das dem Denken innewohnende Gesetz wird also aus der Setzung einer Prämisse A notwendigerweise eine Anschauung b entstehen – ein Buchstabe, der das erste Element der ganzen Anschauungsreihe bildet, die allgemein das Ergebnis der Wissenschaftslehre darstellen wird. Es ist in der Herstellung dieser Anschauungsreihe keine frei schöpferische Tätigkeit des Subjekts impliziert, sondern nur die kohärente Entwicklung der hypothetisch angenommenen Prämisse A. Fichte erklärt:
Wie komt man zu dieser Anschauung: ist leicht: die Voraussetzung ist: wenn A. gedacht werde, so müsse b. gedacht werden: es ergebe sich von selbst. – . Der W[issenschafts]L[ehrer] hat nach diesem durch seine Freiheit nichts zu thun, oder zu machen: es macht alles in ihm sich von selbst: Das Denken des A. gestaltet ohne sein Zuthun durch sich selbst sich 1.) zu der Anschauung b. 2). zu dem Gedanken, daß das wirkl[iche] faktische Seyn dieses b. nothwendig gesezt sey, durch das faktische Seyn von A. falls nemlich etwa dieses gesezt werde. – Und so ins unendl[iche] fort. Nichts leichter denn die W.L. (153,6-13)

Der Inhalt der Wissenschaftslehre wird also als eine sich automatisch entwickelnde Kette von Anschauungen präsentiert, die sich in strenger Folge aus dem Denken eines ersten Grundbegriffs A ergeben, wenn dieser ernsthaft gedacht wird.
So ist es freilich: alles komt sonach darauf an, daß A. wirklich, und in der That gedacht sey. Einmal in der Reihe der Anschauung darin, hat es keine Schwierigkeit. (153,14f.)

Allerdings, obwohl gleich negiert, beunruhigt das Wort »Schwierigkeit« den Leser. Denn tatsächlich ist das Verschwinden jeder Schwierigkeit der Bedingung unterworfen, daß man sich schon in der Reihe der Anschauungen befindet. Die Schwierigkeiten werden also nur bis zum Moment des Eintritts erwogen, denn in diese Reihe einzutreten führt Schwierigkeiten mit sich, die nicht mit dem reinen Verfahren des Denkens, das an sich ganz mechanisch fortgeht, sondern mit anderen Aspekten des Denkens zusammenhängen.

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1.5.1. Die Schwierigkeiten der Wissenschaftslehre 1.5.2.1. Der Gegentrieb Nach dem oben wiedergegebenen Satz geht Fichte mit dem folgenden weiter: »Die Schwierigkeit ist nur die, erst hinein zu kommen. – ich setze hinzu, da ein natürl[icher] Gegentrieb gegen diese Reihe ist, sich in derselben zu erhalten«57 Hier ist also von zwei Schwierigkeiten die Rede: erstens in die Reihe der Anschauungen einzutreten, zweitens die Fähigkeit zu haben, in ihr zu bleiben. Die Ursachen für diese Schwierigkeiten bezeichnet Fichte mit dem unklaren Begriff Gegentrieb, den es zunächst zu erläutern gilt. Der Trieb ist etwas im Individuum tief Verwurzeltes, das zur Grundstruktur des Menschen zählt. Da Fichte den Gegentrieb als natürlich charakterisiert, kann man schließen, daß er ihn als jedem Menschen angeboren denkt. Er weist nun darauf hin, daß sich derjenige, der sich mit der Wissenschaftslehre beschäftigen will, auf einen inneren Kampf zwischen der Anschauungsreihe, die der Denkweg der Wissenschaftslehre in ihm entstehen lassen wird, und dem natürlichen Trieb gegen das Vollziehen dieses Denkens einlassen wird. Bevor dieser Kampf in ihm auftritt, muß der Zuhörer sich schon gegen diesen Gegentrieb entschieden haben. Dabei wird der Lehrer ihm mit seiner Kunst helfen »durch Gleichnisse und Bilder hierzu aus dem Zustande, in dem er ist, und den er kennt, sich zu erheben, zu dem beabsichtigten«.58 Er muß sich aber auch selbst anstrengen, um von seinem gegenwärtigen zum neuen Zustand überzugehen, in den er erst dann gelangt, wenn er seinen Gegentrieb überwunden hat. Beim Vollzug dieses Übergangs sowie bei der Einschätzung seines Erfolgs kann ihm aber niemand helfen, denn beides kann man nur aufgrund einer realen Wahrnehmung der Anschauungen, die nur er vollzieht, beurteilen. Fichte erklärt dazu:
Ob es gelungen ist, oder nicht, aber kann der Lehrer niemals wissen: bis etwa der Lehrling ihm durch gelungne Anwendung der Anschauung, durch das Machen eines andern ausser ihr, beweiset, daß er in Besiz derselben gekommen [ist]. (153,21-24)

57 GA II 12, 153,16f. 58 GA II 12, 153,19f.

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Anschließend bietet Fichte eine einzige Maxime an, um diese Anfangsschwierigkeit der Wissenschaftslehre zu überwinden und in die Reihe der Anschauungen einzutreten. Diese liegt im Imperativ: ›Sei, wie du sollst, und nun siehe hin!‹ Der Gegentrieb kann also nur von einer ihm praktisch höher entgegenwirkenden Macht aufgehoben werden; die Wirkung des sich spontan erhebenden Gegentriebs wird durch das sich Unterwerfen unter ein Sollen besiegt. ›Zu sein, wie man sein soll‹ heißt, sich bemühen, etwas anderes zu werden. Diese Änderung der Wesensart muß wiederum einem Gesetz folgen, das man sich autonom auferlegt. Darin besteht eben ein moralisches Sollen. Wenn man sich diesem Sollen ernsthaft unterworfen hat, braucht man nur den dadurch erworbenen neuen inneren Zustand anzuschauen und die geforderte Anschauung des Wissens, der einzige Inhalt der Wissenschaftslehre, ergibt sich von selbst. Zwei Haltungen aber, die tief im gegenwärtigen philosophischen Verständnis verwurzelt sind, schwächen die Argumentation Fichtes und erschweren ein Annehmen des neuen Wissensbegriffs: der herrschende Historizismus und eine falsche Konzeption von Sprache. Zum ersten Punkt: Offenbar ist Fichtes Konzept der Aneignung des Wissens ein ganz anderes als dasjenige, das die Wissenschaft als eine reine Sammlung von äußeren Betrachtungen und ihre Mitteilung nur als deren historische Auflistung versteht. In der Wissenschaftslehre zählt nur, daß man aufgrund des oben erwähnten Sollens handelt, um sodann die Anschauungen, die aus diesem Handeln entstehen, zu betrachten. Dies ist das einzige, was die Wissenschaftslehre interessiert, während bei dem philosophischen Publikum ein ganz anderer Begriff der Philosophie herrscht. Fichte sagt entsprechend:
Das grosse Publikum freilich allein muß gegen den Misverstand 1.) daß allenthalben nur Historie, Fakten vorgetragen würden, und alles sich faktisch müsse nachweisen lassen, verwahrt werden. Dadurch wird ja alle Wissenschaft durchaus abgeläugnet, und das Bewußtseyn auf blosse Wahrnehmung eingeschränkt. (153,31-154,4)

Der zweite Punkt bezieht sich darauf, daß im gegenwärtigen philosophischen Verständnis eine Konzeption von Sprache verankert ist, derzufolge Worte nur in einem allgemein verstandenen Sinn zu verwenden seien und ihre Bedeutung nicht in einer metaphorischen Weise erweitert werden dürfe. Ganz im Gegensatz dazu merkt Fichte an, daß gemäß dieser falschen Annahme sogar ein alltäglicher Gebrauch von Sprache unmöglich

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sei. Denn auch hier werden die Worte sinnbildlich verwendet, sobald man sich auf etwas anderes als auf die puren sinnlichen Gegebenheiten beziehen will. Jedes Wort hat zwar immer eine sinnliche Wurzel, da aber die menschliche Erfahrung die Grenze der reinen Sinnlichkeit ständig überschreitet, muß man notwendigerweise die Bedeutung der Worte durch Analogien erweitern.59
Alle Sprache ist ursprünglich sinnlich; im niedrigsten Sinne für die Erfahrung des äussern Sinns. Wie der höhere dem Menschen aufgeht, erwächst keine neue Sprache; die alte muß sinnbildlich gebraucht werden, d.i. durch ein Bild aus dem äussern Sinne, wird ein nach der Analogie hervorgehendes Bild des innern bezeichnet. Dieser sinnbildliche Gebrauch hat keine Grenzen, als die welche das Denken hat. (154,6-11)

Damit ist Fichte noch nicht zum Kern der Schwierigkeiten der Wissenschaftslehre vorgedrungen, sondern hat nur so etwas wie zwei falsche Auffassungen geschildert, die zwar einerseits die Zuhörer am Lernprozeß hindern können, anderseits aber auch leicht zu beseitigen sind. Der Grund für den Gegentrieb ist aber noch nicht erfaßt, es konnte bislang lediglich festgestellt werden, was den Gegentrieb rechtfertigt und wodurch er verstärkt wird. Worin aber liegt der Grund für einen sich gegen die Wissenschaftslehre richtenden Trieb?

1.5.3.2. Der Hang des natürlichen Bewußtseins Da es sich in der Wissenschaftslehre darum handelt, etwas zu tun und dann das Ergebnis dieser Tat zu betrachten, kann das Problem nur darin bestehen, was in der Wissenschaftslehre zu tun ist. Es wurde schon deutlich, daß das Sollen das von Fichte vorgeschriebene Mittel ist, um den Gegentrieb gegen die Wissenschaftslehre aufzuheben. Ein Gegentrieb ist aber, wie das Wort selbst erklärt, nicht etwas Selbständiges, sondern etwas, das im Gegensatz zu einer ihm vorangehenden Tätigkeit entsteht und von ihr unmittelbar hervorgebracht wird. Erst von einer näheren Beschrei59 Schon Kant hatte in §. 59 der Kritik der Urteilskraft auf die sinnliche Herkunft der philosophischen Sprache am Beispiel der Kategorien hingewiesen. Fichte hatte bei anderen Gelegenheiten seine Überlegungen über das Sinnbild als Fundament der übersinnlichen Sprache bekannt gemacht, wie etwa in der fünften Rede an die deutsche Nation (1808).

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bung der Aufgabe der Wissenschaftslehre aus kann man also den Grund des von ihr erweckten Gegentriebs untersuchen. Fichte beschreibt nun das Objekt der Wissenschaftslehre wie folgt:
3) Nun hat sie [scil: die Wissenschaftslehre] doch überhaupt das Bewußtseyn, das ursprüngl[ich] Eine allen gemeinsame Bewußtseyn zum Gegenstande. Was sie darum aufstellt, haben, und besitzen nothwendig alle. – Nur unbewußt, als Prämisse, und bestimmendes, dessen was in ihnen wirklich zum Bewußtseyn kommt. Die W.L. aber erhebt auch dieses zum Bewußtseyn. (154,19-23)

Die Schwierigkeit besteht demnach darin, das, was jeder unbewußt besitzt, nämlich das Bewußtsein selbst, zum Bewußtsein zu erheben. Nun erscheint diese Erklärung wahrhaft paradox, denn ist es nicht absurd zu denken, daß wir uns gerade des Bewußtseins nicht bewußt sind? Genau hierin aber, also im Glauben, daß die Aufgabe der Wissenschaftslehre paradox sei, verbirgt sich der Grund für den Gegentrieb zur Wissenschaftslehre. Diesem Glauben aber liegt ihrerseits die falsche Prämisse zugrunde, daß das Bewußtsein, nur weil es faktisch sich selbst immer präsent ist, wenn man sich etwas bewußt ist, auch nicht weiter hinterfragbar sei. Dagegen meint Fichte, daß man, obwohl man sich immer des Bewußt-Seins unmittelbar bewußt ist, trotzdem die Frage stellen könne: Welche Form hat das Sich-des-Bewußtseins-bewußt-Sein? Nach Fichte nimmt man nämlich das Bewußtsein gewöhnlich nur als ein verschmolzenes Mannigfaltiges wahr, da das Bewußtsein immer nur als die Begleitung von Etwas vorkomme, dessen man sich bewußt sei. Gerade diese gewöhnliche Wahrnehmung des Bewußtseins muß aber in der Wissenschaftslehre beseitigt und durch eine neue ersetzt werden, denn: »Dort ist […] ein Mannigfaltiges verschmolzen, zu Einem conkreten Bewußtseyn, welches in der W.L. unterschieden wird«.60 Daraus ergibt sich die zweite Definition von Wissenschaftslehre als »Analyse des Bewußtseyns«.61 Diese Definition aber verschärft zunächst die Schwierigkeiten der Wissenschaftslehre, da sie das gewöhnliche Verständnis von Analyse problematisch macht, wonach eine Analyse nur auf die Beschreibung von etwas angewendet werden kann, das außerhalb des Analysierenden liegt. Gerade dies aber ist beim Bewußtsein nicht der Fall. Wenn die Bewußt-

60 GA II 12, 154,24f. 61 GA II 12, 154,25.

3) .). was das natürl[iche] Bewußtseyn nicht sondert. und bekannt hingelegt. weder chemisch zerlegen noch rein intellektuell wie ein Begriff analysieren. Dafür müssen alle seine Bestandteile anerkannt werden. und daher entsteht das Problem. daß das Zusammengesetzte ein vollkommen neuer Inhalt des Bewußtseins ist und die Analyse somit etwas auseinandernimmt. Sondern. Das Objekt gegeben.).h. darin nun unterschieden – Thatsachen. Und in der Tat läßt sich das Bewußtsein weder wie eine Uhr auseinandernehmen noch wie ein Leichnam sezieren. fallen nämlich auch der Analysierende und das Analysierte zusammen. sondern auf das Ziel der Untersuchung. was gewöhnlich verschmolzen vorkommt. Also eigentl[ich] Synthese. konzentriert sich Fichte nicht auf das Verfahren. (154. ist es kein Objekt. Es handelt sich also nicht darum. d. a. – . dadurch. Fichte kann somit den folgenden problematischen Schritt einleiten: Dies giebt nun der Aufgabe ihre Schwierigkeit. welches nicht zu sondern der Mensch von Natur einen Hang hat. daß diese Methode in der Lage sein muß. als es analytisch zu zergliedern.Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode 49 seinsanalyse mit der Erhebung seiner selbst zum Bewußtsein zusammenfällt. sondern darum. Es besteht nun eine besondere Schwierigkeit darin. daß von uns und unter unseren Augen das Bewußtsein und seine Wirkung rekonstruiert werden. Doch nicht in einem gewissen formalen Sinne. So ein widerstreben. Im Falle des Bewußtseins erhält man dieses Ergebnis dank eines synthetischen Verfahrens. Wenn die Anschauung des Ergebnisses dieser Zusammensetzung auch dem gewöhnlichen Begriff von Bewußtsein entspricht. (154. Wie aber läßt sich Bewußtsein dennoch analysieren? Fichte fährt fort: – W. dasjenige zu unterscheiden und zu sondern. – .L. und zwar eher mit der Absicht. werden wir auch seine konstituierenden Bestandteile kennen. Um eine Antwort auf diese Frage zu finden. Analyse des Bewußtseins. In Hinsicht auf das Bewußtsein fallen demzufolge Analyse und Synthese zusammen. was normalerweise nicht auseinandergenommen wird. sondern es aus seinen Gesetzen entstehen lassen. b. sich los reissen: und in der That eine neue Kreatur. wie es zu analysieren sei.25-28) Obwohl sich das Bewußtsein immer faktisch präsent ist. das Bewußtsein synthetisch zusammenzusetzen. Hier nicht. welcher Verfahrensmethode zu folgen ist.28-155.

ist wider den natürl[iche] Hang.50 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode Wenn es sich auf sich selbst wendet. gegen die neue Tätigkeit des Bewußtseins zu wirken. und wer es nicht kann. zeigt sich. denn es scheint eine überflüssige Verkomplizierung einer einfachen Sache zu sein: Jeder meint zu wissen. was es heißt. d. und die Anschauungsfähigkeit des Lehrlings. Bewußt-Sein ist ganz eigentlich kein Ding.8-13) Eine Sonderung. Allein die Formulierung der Aufgabe der Wissenschaftslehre bringt diesen Hang ans Licht. keiner. über das Verwirren des Einfachsten. sondern ein Zustand. also eine Unterscheidung im Bewußtsein. Darum befindet sich im natürlichen Bewußtsein ein Hang dagegen. dessen es sich bewußt ist. warum wohl einige Resultate pp [scil. Dies der Grund. die dann als ein ›Haarspalten‹ oder ein ›Verwirren des Einfachsten‹ beschrieben wird. kann sich das Bewußtsein nicht unmittelbar zum Objekt machen. Gerade diese Schwierigkeit. [scil. im gewöhnlichen Bewußtseinsgebrauch zu verharren. Man muß also einen natürlichen Habitus beseitigen. die eigene Trägheit überwinden. Hier findet sich nun endlich der Grund für den Gegentrieb.L. Das ist neu.] Doch kann dies alles nichts helfen. Das geschieht. drum ists schwer. muß man aber den eigenen Hang.h. in dieser Festigkeit zu verharren. u. als der Keim einer Tätigkeit. kennt. Das ist nun eigentl[ich] die Schwierigkeit der W. das einfache Sich-etwas-bewußt-Sein. und macht sich dabei eine zu einfache und schwer zu ändernde Vorstellung vom Bewußtsein. der allgemeinste und undifferenzierteste Zustand des Wissens. kann man dagegen nur durch einen ganz neuen Gebrauch des Bewußtseins erreichen. Das. sich etwas bewußt zu sein.] (155. meint Fichte. über die so bitter geklagt wird. was im gewöhnlichen Gebrauch des Bewußtseins fest und unbemerkt ist. der überdies auch dadurch verstärkt wird. der nun in der Form eines Gegentriebs sich manifestiert und die spezifische Schwierigkeit der Wissenschaftslehre ausmacht. daß das Bewußtsein sich gewöhnlich nur mit Dingen beschäftigt. der muß sie lassen.L. pp. Um diesen neuen Gebrauch des Bewußtseins zu entwickeln. über das Haarspalten. dies ist das Wesen der Sache.f. Das Bewußtsein bietet sich selbst nicht als ein objektiver Inhalt dar.* [*Hier gilt die Kunst des Lehrers. weil sie sich nicht den Standpunkt der Wissenschafts- .s. sich selbst zum Bewußtsein zu erheben. anerkannt werden] aber den eigentl[ichen] Gang und die Kunst der W. sobald man das Bewußtsein anders verwenden will als als Neigung. wird von den Verleumdern der Wissenschaftslehre nicht in ihrer Tiefe wahrgenommen und im Gegenteil einfach ihrer Methode zugeschrieben.

sorgfältigen Gedankengang. Dieses Eine Wissen ist sie denn auch. die als Bedingung des Wirkens des Bewußtseins gelten. dem kann Fichte nichts vermitteln.s f. Wer aber davon nicht von Anfang an überzeugt ist. In dem Aufbauen aber wird diese Einheit erst aus ihren Bestandtheilen zusammengesezt. und das setzt eben voraus. Die Bestandteile des Bewußtseins werden insofern nicht als solche in ihm entdeckt. wodurch es sich dann als eine synthetische Einheit von Mannigfaltigem zu erkennen gibt. weil sie auch Eins ist. eine neue Definition als »ursprüngl[iche] Genesis des Einen Wissens«.Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode 51 lehre aneignen können. daß es überhaupt nicht als einfach. dadurch erst wird der Prozeß der Entstehung des Bewußtseins selbst dargestellt. nach ihrer Vollendung.14. ist nicht eine historische Rekonstruktion der vermutlichen Entstehung des Bewußtseins.17-21) 1. Jeder Gedanke. Aus A. (155. oder Anschauung hat sei- 62 GA II 12. als Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein durch ein analytisch–synthetisches Verfahren. sondern im Laufe der Suche nach der Erklärung aller Bedingungen der Möglichkeit. ist sie doch. was nun Fichte Genesis nennt. Das. denn das Bewußtsein. Folgendermaßen erklärt Fichte den strengen. . dieser Reihe. Inwiefern sie nun hier ein mannigfaltiges. denn die ganze Wissenschaftslehre besteht nur darin. b. 155. der diese Genesis ermöglicht und leitet: Sie [die Wissenschaftslehre] ist eine Genesis nach Gesetzen.3. Nun kommen aber diese Bestandteile erstmals durch diesen Erkenntnisprozeß vor.5. das »Eine Wissen« wird wie gesagt durch den Gedankengang der Wissenschaftslehre aus seinen Teilen zusammengesetzt.3. u. schrittweise gefunden. ein organisches. demzufolge das Bewußtsein eben nur scheinbar das Einfachste.62 Sie ist eine Genesis. Die Schwierigkeit des Gedankengangs Die Wissenschaftslehre bekommt also. und artikulirtes Mannigfaltiges. sich von Etwas bewußt zu sein. tatsächlich aber etwas Zusammengesetztes ist. sondern als ein Mannigfaltiges verstanden wird. und in dieser Weise des Schliessens. sondern die Aufzählung aller notwendigen Funktionen. und durchaus nichts anderes. eine Analyse dieses Einfachsten durchzuführen.

denn es handelt sich nicht nur um einen zirkulären Selbstbeweis der Wissenschaftslehre. oder ein einziges. und evident. bei anderm leichteren den Unterricht anzuknüpfen. daß er hie und da das streng deduktive Verfahren unterbrechen werde. deswegen. die mit der Anschauung der Einheitlichkeit des Wissens zusammenfällt. denn viele seiner Teile leuchten nicht auf den ersten Blick ein. hat nun seine Schwierigkeiten.21-25) Die Wissenschaftslehre. (155. Hiermit wiederholt Fichte aber nicht nur das schon Gesagte. und dem natürl[ichen] Hange sosehr widerstreiten.16f. um durch einen Umweg ein allgemeines Bild des Ziels der Ableitung zu entwerfen. der aber wiederum lang und teilweise sehr verwickelt ist. – . Das hängt unter anderem auch mit der oben erwähnten Spannung zwischen dem üblichen und dem philosophischen Gebrauch der Sprache zusammen. denn die Sprache ist als solche nur ein Mittel. von ihrem Standpunkt zu seinem überzugehen. und von diesem aus erst das in ihnen erzeugte Licht auf das schwerere fallen zu lassen. die an sich »eine einzige Anschauung und ein einziger Gedanke. .52 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode ne bestimmte Stelle im Ganzen. und ausserdem nirgends. den von Fichte und den der Zuhörer. kann als solche nur am Ende begriffen werden. überwunden werden. und das lezte die erste stillschweigende Voraussetzung beweist. Er erklärt: Diesen strengen organischen Gang im wirkl[ichen] Vortrage zu gehen. aus Anschauung und Denken […] bestehendes Wissen«63 ist. an welcher allein er auf diese Wiese wahr ist. weil manche einzelne Punkte von der gewöhnl[ichen] Ansicht so entfernt liegen. daß es keine Wissenschaftslehre geben könne ohne ihre einheitliche Anschauung. Diese Anschauung erhält man aber erst am Ende des ganzen Gedankengangs. 155. Um nämlich den Zuhörern dabei zu helfen. (155. – bis der Umkreis sich schließt. Der philosophische Gebrauch der Worte stellt sich dem alltäglichen dadurch entgegen. daß es eine besondere Schwierigkeit ist. sie unmittelbar sinnbildlich in der gewöhnl[ichen] Sprache auszudrüken.26-156. Allerdings ist diese Spannung nicht allein auf sprachlicher Ebene zu lösen. daß er den Worten per Analogie eine andere Bedeutung zuschreibt. kündigt Fichte an.5) 63 GA II 12. Sie kann allein durch eine Reflexion über die zwei Standpunkte. dagegen es gerathen ist. Vielmehr drückt er die Ansicht aus.

Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode 53 Nachdem er so verfahren ist und das Ganze noch einmal abgeleitet haben wird. daß jedes Glied aus jedem andern Gliede eingesehen wird. daß von jeden beliebigen Element aus alle anderen leicht erreichbar sind: Es hat nemlich – und darauf eben gründet sich diese Vergünstigung in der Methode – dieser organische Zusammenhang das erleichternde. – Der natürliche Weg freilich A – B. daß allein von der Methode her ganz gleichgültig ist. dem Dasein des Wissens bzw. denn erst vom Bedingten aus kann man zur Kenntnis der Bedingung aufsteigen und sie eindeutig feststellen. aus dem sie genetisch resultiert. fokussiert. Faktisch ist sich nämlich das Bewußtsein immer nur eines Etwas bewußt. Worin verwirklicht sich nun diese Analyse? Die Wissenschaftslehre geht. das vom Denken in der Kette der Bedingungen zusammengefaßt wird. – Die vollkommne Klarheit ist nur im Ganzen […]. die dann in einer Kette von Bedingung und Bedingtem stehen. andererseits aber auch Bedingung für das Anschauen des Gliedes. des Bewußtseins. in der er auf die Aufgabe der Wissenschaftslehre. wie bereits gesehen. Der Vorteil einer solchen Bestimmung ihrer organischen Verfaßtheit besteht darin. aber aus C auch hinwiderum A und B.14-20) Die Erklärung des Wissens fällt in der Wissenschaftslehre mit der Darstellung aller seiner Bedingungen der Möglichkeit zusammen. wenn er bemerkt. will Fichte einen allgemeinen Überblick anbieten. von einem Faktum aus. den es genetisch bestimmt. nicht aber das Sich-bewußtSein dieses Faktums selbst. der den organischen Charakter der Wissenschaftslehre wiedergeben soll. daß das Bewußt-Sein zwar das faktische Sichbewußt-Sein des Bewußtseins einschließt. ohne sich aber seiner selbst als solchem . und so bis zu Ende aus der Bedingung das Bedingte: aus dem Bedingten aber auch die Bedingung. (156. Fichte betrachtet jetzt dieses Faktum selbst als problematisch. ist einerseits Bedingung der Entstehung des Zustands. vom gnoseologischen Standpunkt aus aber – dem principium cognoscendi – wird sie in der umgekehrten Richtung benutzt. von welchem Teil der Kette ihrer Bestandteile aus man beginnt: Man gehe die ganze Kette durch und werde bemerken. Jedes angeschaute Glied also. eine Analyse des Bewußtseins zu bieten. Die zweite dieser einleitenden Vorlesungen schließt Fichte nun mit einer Übersicht über das Gesagte. C. Vom genetischen Standpunkt – dem principium essendi – aus ist die Beziehung der Glieder vom Bedingenden zum Bedingten zu sehen.

27-30) Gemäß der Beschreibung »A. daß diese Mannigfaltigkeit für Fichte nur dazu dient.21-23. wenn es sich findet. erklärt Fichte durch eine nähere Beschreibung dieses Konzepts: »2) Dasselbe Bewußtseyn erkennt sich: d. × β. während das Erkennen für Fichte vom Faktum zu seiner Genesis aufsteigt. daß SichErkennen gleich Sich-entstehen-Sehen sei. . geht auf in diesem Bewußtseyn seyn. denn sie kann immer durch neue Daten ergänzt werden. und hat darin seinen focus. und in diesem Seyn erkent es sich nicht. Das Eine einfache. 156. = α. die ganze Struktur seines Wirkens. sondern es ist eben. (156. Fichte sagt dazu: Faktum ist. Eine Geschichte des Bewußtseins würde nur eine Reihe von Fakten mit einer anderen Reihe vertauschen.h. × γ. einen Prozeß zur Anerkennung des Wissens zu ermöglichen.«64 Aufgabe der Wissenschaftslehre ist es also. ist eben schlechtweg die Form des Erkennens – entstehen aus Mannigfaltigen Theilen. Ganz im Gegensatz dazu kann die Geschichte nie Vollkommenheit fordern. 156. da die Ganzheit behauptet wird. vollkommen zu beschreiben.65 und erklärt damit. und die Trennung der Glieder dann 64 GA II 12. Was aber genau sich erkennen bedeutet.h. es findet sich immer. d. wodurch es sich als solches erkennen wird.24-26. 156. nicht ohne in einer Randnote hinzuzufügen: »NB. wie bei einer historischen Rekonstruktion. mit seiner Wissenschaft das Bewußtsein. daß es ist. im Seyn. = α. und als Faktum. Und dabei wird man die vollständige Beschreibung des Bewußtseins zur Hand haben.54 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode bewußt zu sein. Nun muß man zugeben.s w.) Das Bewußtseyn ist – faktisch.s w. × γ. A. Man findet aber seine Bestandteile nicht schon vor. es sieht sich entstehen«. das Bewußtsein wieder auf sich einzustellen. × β. keinesweges.« scheint das Bewußtsein durch diesen Prozeß der Anerkennung in seiner Sukzession von Bestandteilen vollkommen verlorenzugehen.24. × δ u. 65 GA II 12. Von einem faktischen Standpunkt aus hat das Bewußtsein seinen Fokus außer sich. 66 GA II 12. × δ u.«66 Fichte meint. sondern man muß sie nach Gesetzen a priori in ihrer Entstehung betrachten. als ob eine wirkl[iche] faktische Geschichte eines solchen Entstehens erzählt würde: ein ganzes Misverständniß wäre ja ein Stück. die der Konstruktion a priori. wie Fichte es stichwörtlich betrachtet: »1. sondern die genetische Form.

sich am Ende. in der Wissenschaftslehre geht es aber um ein Sich-Erkennen. zum Einen Wissen: α daher begreiflich. nur mit β. sondern auch im Zusammensetzen.30-157. . um die Wissenschaftslehre anfangen zu können. hat ein selbständiges Dasein außerhalb des organischen Ganzen. Die Wissenschaftslehre als Wissen des 67 GA II 12. dieses Schema der organischen Vereinigung und gegenseitigen Durchdringung gleich von forn herein gut zu begreifen. Fichte wiederholt: »Erkennt sich: – keineswegs ein andrer. die von der vollkommenen gegenseitigen Abhängigkeit der Elemente des Gedankengangs gewährleistet wird. daß am Ende des Gangs eben dasselbe Wissen mittelbar zu finden ist. die ihrerseits a priori begründet sind. sondern als ein wahr eingesehenes. Gegensatz. […] Der ursprüngl[iche] Begriff des Wissens von sich selbst. – Alle Theile sind nichts ausser ihrer Vereinigung.5-7. 157. die in der Reihe der Selbsterklärung des Bewußtseins vorgekommen sind. Dieses Wissen soll durch seinen Begriff nur erklärt. als bloß hypothetisch gesetzt wurde. Es ist nicht unbedeutend. dank des ganzen Denkwegs als wahr erweisen wird. zu dessen Genesis er beiträgt. Das Erkennen besteht nun aber nicht nur im Trennen. Wo ist nun die Mannigfaltigkeit. und das Zusammensetzen wird auf Grund von Gesetzen geschehen. – . wiederum begreiflich durch α. β. und eben diese Einheit kündigt sich in der gewöhnlichen Idee der Einfachheit des Bewußtseins an. wie das Wissen (ohne Begriff) schlechtweg ist. die Trennung und die Zusammensetzung? Offenbar im Erkennen begründet durch die Erkennbarkeit des Wissens. das am Beginn als unmittelbar angenommenes Faktum wahrgenommen wird und das.«67 Es hat sich nur folgendes geändert. […] alles zusammen steht doch in Wechselwirkung. nur nicht mehr als ein naiv angenommenes. das schon am Beginn unmittelbar wahrgenommen wurde. der schlechtweg ist. Das Ziel der Wissenschaftslehre wird dann eine einheitliche Anschauung der Wissenschaftslehre sein.Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode 55 nur von dem notwendig trennenden Charakter des Erkennens abhängt. – . Diese organische Verfaßtheit spiegelt ihrerseits die Einzigartigkeit des Wissens und damit auch die Einheit des Bewußtseins wider. Es wird sich zwar wieder als ein Faktum zeigen.3) Damit wird der Begriff des Erkennens eindeutig erklärt. nicht aber irgendwie geändert werden. nämlich daß jenes Wissen. Das bedeutet. (156. Wechsel – . Keiner der mannigfaltigen Bestandteile.

Es könnte auch nichts anderes sein.6. und spricht sich aus: dies ist der Grund aller Evidenz. darauf kommt alles an. der seine Wahrheit selbst sichert. Das Rätsel des Wissens besteht eben in der Fähigkeit. Die Selbstbewahrheitung des Wissens Die dritte Vorlesung fängt mit den folgenden Worten an: »Ist die Hebung des scheinbaren Zirkels. Dies grade einzusehen. Bild. die gewöhnliche. – Erscheinung in Grund und Boden ohne alles Seyn. ausser dem Wissen etwas wissen über das Wissen. – .Lehre. auf sich selbst reflektieren zu können und durch diese Reflexion seine Wahrheit zu begründen. denn es begründet seine eigene Evidenz. die das Wissen selbst ist. sondern dies bleibt rein.). denn sonst würde man nicht verstehen können. 69 GA II 12.15f.13f. Das Wissen ist eßentialiter in Grund und Boden. besteht die unmittelbare Wahr- 68 GA II 12. Wahrseyn auf seinen eignen Kredit. ohne sich also auf ein Sein zu stützen. und lauter in Gott.«68 In einem ersten Punkt wird das unmittelbare Selbstverständnis des Wissens als etwas vom Sein vollkommen Getrenntes präsentiert: »1. ohne aus sich selbst herauszukommen. also Bewahrheitung durch das Faktum. was es selbst ist. Dies W. Es sezt etwas: und sezt. unmittelbare Wahrnehmung des Wissens darzustellen. nicht selbst seyn. Wie konnte man denn. – . 157.7-12) In der Wissenschaftslehre wird das Wissen sich als wahr erweisen.«69 Hier geht Fichte natürlich viel weiter als bloß dahin. Zum Schluß der zweiten Vorlesung kann Fichte diesen Gedanken folgendermaßen zusammenfassen: Das Wissen stellt sich selbst dar. – (157. das jenseits der Erscheinung. Die folgende dritte und schwierigste der einleitenden Vorlesungen wird von Fichte dazu bestimmt. Erscheinung.56 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode Wissens ist jener Teil des Wissens. Schema: das Seyn komt in demselben nicht vor. liegen soll. wie das Wissen aus sich selbst herausgehen könnte. ohne dabei aus sich selbst herauszugehen. 1. Wie er schon in der ersten Vorlesung behauptet. . 157. diese selbstbegründende Bewegung des Wissens vorläufig zu klären.

nicht in dem Sinne. bleibt nun als möglicher Ort des der Erscheinung entgegengesetzten Seins nur das. die das Wissen ist. u. 143. Die Selbständigkeit des Wissens betont Fichte im zweiten Punkt. und Falschheit. ist Spielraum im Bilden. notwendigerweise in eine andere umwandeln. welches auf ewig abgeschnitten ist. daß ein Wissen ist. auch für etwas Reales. daß das Wissen in der Wissenschaftslehre als etwas Selbständiges anzunehmen sei. Ontologie. der dem Wissen angemessen ist?‹ Nur wenn diese Frage positiv beantwortet wird. das zweite Nichtigkeit.s. (157.w. und das Bild ist nur dann nicht trügerisch.70 Da er aber schon dort eindeutig äußerte. […] – Fragst du mich was im Wissen ist. dadurch gebildet werden. das Wissen] ist überdies ein frei sich bildendes Erscheinen!« Nun kommt die wichtige Frage: ›Inwiefern sind wir berechtigt zu behaupten. Sie können durchaus keine Wissenschaftslehre haben (das wäre die Lehre von nichts). und lassen nun das Wissen von denselben abhängen. . so verweise ich dich auf das Seyn: es ist in ihm. die es zustande gebracht hat.Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode 57 nehmung des Wissens darin zu glauben. nämlich: ›Gibt es einen zweiten Sinn des Wortes Sein. und wahrhaft genannt werden? und was. oder auch nicht so bilden: das erste ist Realität. sondern in einem relativen Sinne etwas in der Erscheinung real. – .h. daß das Wissen zwar eine Erscheinung ist. sondern gesetzmäßig. d. und das ist Gott. die Freiheit kann bilden. wie Gott allein ist. sondern Dingelehren.17-20) Und gleich fügt er die folgende positive Antwort hinzu: Auf folgende Weise: Da Freiheit ist. Diese Frage muß sich.20-23) Die Realität der Erscheinung ist also gleich der Wahrheit des Bildes. da das authentische Sein nur von Gott behauptet werden kann. (nicht Seyn an sich sondern) Wahrheit des Bildes. was jenseits allen möglichen Wissens liegt. Da 70 Siehe oben: «Sie denken die Dinge als das erste.?. wie sie bilden soll. Fichte fragt entsprechend: Kann dem zufolge. für wahr und nicht nur für einen trügerischen Schein angenommen werden. (157. wenn die Freiheit. Cosmologie. daß es sey. nicht willkürlich vorgegangen ist. was in diesem ist. kann die Erscheinung. aber eine Erscheinung von Dingen. in dem die Freiheit des Sichbildens des Wissens seiner Selbständigkeit entspricht: »2) es [scil.« (GA II 12.6-11). daß also das Wissen ein Sein hat?‹ auf. die außer ihm sind.

im blossen Denken. einem Sein Freiheit hinzuzufügen. »weggedacht«. gedachten Sein gelangt – um die Sache als etwas Wirkliches anschauen zu können. Um diese Überlegung zu vertiefen und weiter zu erklären. Was bedeutet hier das Wort ist – und wie redet der ganze Satz? Antw[ort]. und gar kein wirkl[iches] sondern nur ein ideales Seyn ausspricht. Es ist in demselben von der Freiheit ganz und durchaus abstrahirt. bedient sich Fichte des folgenden Beispiels.B. Will man nun aber die Sache genauer betrachten. kann demzufolge zwei Formen haben: die der Erscheinung. so muß man zuerst erkennen. sondern. sie aber dennoch nie wirklich »weg« ist. Die Freiheit ist im Ist gar nicht miteinbezogen. In der Wirklichkeit ist sie aber absolut nie weg. daß die Freiheit zwar »weggedacht« sein kann. Welche Form die Freiheit annimmt. Das relative Sein. denkt man dabei für gewöhnlich nicht auch an den Prozeß der freien Entstehung des beschriebenen Zustands. muß das Erzeugen ihrer Produkte einem selbstgegebenen Gesetz. in dieser Synthesis Vermögen. (157. welches Verfahren indessen an seinen Ort gestellt bleibe. sie ist weggedacht. die reale oder die scheinbare. daß man dadurch den ganzen freien Prozeß der Entstehung tatsächlich zunächst beseitigt und dann vergessen hat. Drum ist dies ein Satz. d. folgen. Das Wissen ist Erscheinung Gottes. Nur scheinbar handelt es sich dabei um zwei Seinsformen. die eine gewisse Realität hat. hängt nur von ihr ab. und die des Scheins. Das führt aber dazu. während die zweite eigentlich dem puren Nichtsein entspricht. d. davon. Das Ist ist das Zeichen einer schon geschehenen Abstraktion von der Freiheit. das aus dem Sichbilden der Freiheit entsteht. Z. – Also: ideales Seyn in der .58 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode es sich um ein Gesetz für die Freiheit handelt. der über die absolute Wirklichkeit hinausgeht.h. Durch diese Abstraktion ist man also nur zu einem idealen. was unter dem Wort ist zu verstehen sei. weil man allein der ersten Form ein Sein zuschreiben kann.) In der Wirklichkeit muß ich jenem Seyn die Freiheit hinzuthun: – . muß diesem starren Sein die Freiheit wieder zugeschrieben werden. Die Möglichkeit. wie derselbe ist schlechthin in sich selbst. bezeichnet Fichte mit dem Begriff Vermögen: 3.h. die eigentlich keine Wahrheit hat. dem des Sollens.24-30) Wenn man nämlich das Wort ist verwendet. ob sie sich im Prozeß ihres Werdens von einem Sollen leiten läßt oder nicht. wie Fichte sagt.

Eine Tatsache wird nämlich mit einem Urteil beschrieben. Fichte: Die Wissenschaftslehre. hat sie bezeugt. stellt Elemente hin α. Zweiter Vortrag im Jahre 1804 vom 16.8-15. zu deutsch.. – (157. ans Licht bringt. die in seinem gewöhnlichen. γ. Die W. Jede Tatsache soll insofern auf eine Tathandlung zurückgeführt werden. Ihre Genesis besteht dann eben darin. von dem ersten Augenblicke ihrer Entstehung an. läßt sich anhand eines knappen historischen Exkurses besser verständlich machen.3032) 59 Damit aber erläutert er gleichzeitig. usw.=L. April bis 8. von Tatsachen auszugehen. J. daß man die freien Handlungen. β. Gereinigte Fassung. . unsichtbar und unentwikelt die Vermögen α. Fiat applicatio.71 Diese Genesis fällt also mit der Darstellung der Bedingungen der Möglichkeit einer gewissen Tatsache zusammen. mit realem Anspruch: wies Vermögen: – In dem gewöhnl[ichen] Bewußtseyn liegen. v.G. β.3) Die hier dargestellte Position der Wissenschaftslehre. Hg. die entwikelt werden sollen.Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode Wirklichkeit: Vermögen. Vermögen Bild Gottes zu seyn. γ. 136. daß es das proton qeudoV der bisherigen Systeme sei. Juni. R. Wenn das Bewußtsein sich eine Vorstellung von sich selbst macht. die Genesis des Bewußtseins nachzuvollziehen: 4. alltäglichen Gebrauch nicht vorkommen. derzufolge das Bewußtsein aus einer Reihe ›unentwickelter Vermögen‹ besteht. dazu die Gleichung zwischen Genesis und Tathandlung. der unmittelbaren Wahrnehmung des eigenen Daseins. da sie der Annahme folgt. Hamburg 1975 (Philosophische Bibliothek 284). und in diese das Absolute zu setzen: sie lege zu Grunde.32-158. besteht diese in einem Substanzbegriff. daß eine Tatsache ein Produkt und nicht etwas Ursprüngliches ist. was ich in diesen Vorträgen mit dem griechischen Worte […] Genesis benannt habe«. Lauth et al. diese feste Formulierung dadurch aufzulösen.L. (157. was er in der vorangegangenen Vorlesung mit dem Begriff Genesis meinte. das auf der kopulativen Konjugation ist basiert. erklärt. eine Tathandlung. Nun wird im nächsten Punkt das Gesagte weiter auf die Aufgabe der Wissenschaftslehre angewendet. die notwendig im Entstehungsprozeß der Tatsache vorkommen. geht man zum Satz ›Ich bin mir meiner bewußt‹ über und daraus wird geschlossen: ›Es gibt 71 Vgl. die Fichte schon in der Wissenschaftslehre 1804-II aufstellte: „Nun hat die W. Das Verfahren der Entstehung eines solchen Begriffs kann man folgendermaßen beschreiben: Vom ›Ich bin‹.

Und wenig vermochte dagegen der Versuch einer Korrektur durch Leibniz. ein Bewußtsein ist da‹.h. d. dadurch den Grundstein einer Genesis des Bewußtseins. daß man nicht auf die Tätigkeit des Bewußt-Seins achtet. Der folgende und letzte Schritt besteht in der Cartesischen Formulierung: ›Eine denkende (bzw. giebt es in der That . zwar in kategorialer Form. denn. zu entnehmen ist. sei aber nicht dazu in der Lage gewesen. aber notwendig vorauszusetzenden Teil. trotz seiner entschiedenen Kritik am Substanzbegriff. Außerdem – so Fichte weiter – verbleibe seine Lehre von Dingen an sich als irreführender dogmatischer Rest stehen. das Problem eher verschärft als gelöst.‹ Diese Reihe von Vernunftschlüssen führt also dazu. so Fichte. der alle Vorstellungen frei begleiten solle. Angesichts dieser Ausgangslage habe Reinholds Elementarphilosophie. das Bewußtsein weiter unter seinem bloß substantiellen Aspekt betrachtet. die Idee eines festen Substrats als des Wesentlichen im Bewußtsein blieb dadurch unberührt. Demnach bleibe die Reflexion Kants allein durch das. Nun setzt sich Fichte gerade mit diesen Autoren auseinander. Locke hat. er selbst habe die Fähigkeit jener Selbstanalyse des Bewußtseins nur schildern können. wie seiner Metapher des Schirms. daß er es zu einem Zentrum synthetischer Aktivität. Erst Kant setzte. wenn er sich bezüglich der Genesis des Bewußtseins die folgende Frage stellt: »5. sie zu deduzieren. in dem eben diese Vorstellungen. und einen für sich selbst ganz unsichtbaren. dank seines Konzepts der transzendentalen Apperzeption und der ihr unterworfenen Kategorienstruktur. was er in seiner kritischen Philosophie dargestellt hat. denn durch diese Schlußfolgerung tritt seine Substantialisierung in den Vordergrund. woraus sich als Resultat das Bewußtsein selbst als gespalten ergebe – nämlich in einen für sich selbst ganz durchsichtigen Teil. bewußt-seiende) Substanz ist da.) hat denn nun die W. unverständlich. dennoch als von den äußerlichen Objekten bedingt vorkommen sollten. indem er den Begriff des Dings an sich unberührt ließ. objektive Realität. auf dem Bilder in Form von Projektionen aus der Außenwelt zum Vorschein kommen.L. einem synthetisierenden Vermögen machte.60 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode ein Bewußtsein. Somit erkannte er dem Bewußtsein als idealem Sein eine gewisse Freiheit zu und konnte es insofern in seine bis dahin ›unentwickelte Vermögen‹ auflösen. Aber sein Verfahren konnte er nicht vollkommen rechtfertigen. der diesem Schirm angeborene Falten zuschrieb.

Wenn aber das Vermögen selbst vorkommt. d. Hierin besteht vielmehr die Vollziehung des Vermögens in seiner niedrigen Potenz.73 spricht er auch jetzt: »Man könnte sagen: probire es. nicht aber in einer sinnlichen. Darauf antwortet Fichte zuerst mit dem Hinweis auf das faktische Ergebnis der gestellten Aufgabe. selbst? Ich sage. das dann in einer sinnlichen Anschauung wahrzunehmen ist. Dieses Schema wird auch angeschaut.6-11) Man braucht also keine Anschauung als Beweis für die Tatsache. da es sich in seinem Produkt ganz erschöpft.h. 153.29. denn es ist die unmittelbare Aeusserung und Vollziehung desselben. wo aber das Vermögen nicht zum Vorschein kommen kann. β. 73 GA II 12. γ. damit ihr scheinbarer Zirkel aufgehoben wird. daß das Vermögen durch seine besondere Realisierung nicht nur in einem seiner ganz normalen Produkte vorkommt. im blossen Schema: Also das Faktum des Denkens selbst ist der faktische Beweiß des Seyns eines solchen Vermögens. es ist die Vollziehung des Vermögens selbst. 74 GA II 12.3f. Fichte formuliert seine Lösung wie folgt: Was ist denn das Denken eines Vermögens α. also das. und nun siehe hin«. Es sind vielmehr Eigenschaften des Wissens.Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode 61 und Wahrheit solche Vermögen?«72 Diese Frage formuliert erneut das von Kant ungelöste Problem einer Rechtfertigung des Verfahrens seiner Transzendentalphilosophie. denn selbst der Gedanke dieses Vermögens ist eine Leistung eben dieses Vermögens und weist demnach unmittelbar seine Realität nach. das Verfahren der Wissenschaftslehre eindeutig zu erklären. mit Ueberspringung der Sphäre der Anschauung. sondern in einer intellektuellen Anschauung. Es handelt sich dabei nämlich nicht um Qualitäten der äußeren Dinge oder um Akzidentien einer Substanz. wie du sollst. die auch die Regeln für die Bildung aller seiner möglichen Produkte miteinbezieht. daß es ein Vermögen gibt. jener. in einer begrifflichen Beschreibung.4f. und zwar. sogar in einer höhern Potenz. 158. Was heißt nun Vollziehung in einer höheren Potenz? Es heißt. so wird sichs finden«. Ähnlich wie vorher mit seinem »Sey. 158.74 Dabei geht es hier aber darum. ursprünglichen 72 GA II 12. dann notwendigerweise in einem Schema. . was dem Wissenschaftler am nächsten ist. sondern um Vermögen des Bewußtseins. (158. laut Fichte.

d. die die ganze sichtbare Welt bestimmen. Dennoch muß man vom Faktum des Sehens ausgehen.11-14) Nachdem Fichte so deutlich jeden Zweifel über die Möglichkeit. Ein Schema vom Sehvermögen zu haben bedeutet. ein solches projicirend. also habe ich ein Vermögen zu sehen. d. Im zweiten Fall verhält es sich anders. daß das Denken selbst eine Vollziehung des entdeckten Vermögens ist und nicht umgekehrt das Vermögen eine Erfindung des Denkens. Da ich mir des Inhalts meiner Gedanken bewußt bin. ob nicht das Denken. daß ich bin. Hier sehen wir. bewußt zu sein. also habe ich ein Vermögen zu denken. oder: ›Ich sehe. denn der Beweis der Existenz des Vermögens erfolgt unmittelbar durch die Vollendung des Vermögens selbst. der .62 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode Tätigkeit des Menschen. durch die die Welt überhaupt erst zum Vorschein kommen kann. habe oder. mit mindestens einer faktischen persönlichen Erfahrung des Sehens anfangen. wendet er sich der Frage nach der Möglichkeit des Entstehens dieses Verdachts selbst zu: »Wo liegt denn nun da das schwierige. – Wo sizt eigentl[ich] der Nebel. bin ich mir auch bewußt.h. ohne hierdurch die faktische Form oder Farbe irgendeines Objekts deduziert oder irgendetwas mit dem Sehvermögen wahrgenommen zu haben. die Erscheinung zu begründen. Ein anderes ist es demnach zu sagen: ›Ein Körper ist ausgedehnt. daß selbst diese prädizierte Ausdehnung des Körpers vom Wahrnehmenden und nicht vom Körper an sich abhängt. Darüber argumentiert Fichte folgendermaßen: Der Verdacht. (158. daß ich ein Vermögen. und in demselben sich ausspricht: sich unmittelbar darstellt: und so ist denn der eigentl[iche] Grund des Zweifels gehoben. es machte. ein wahres Schema des Wissens aufzustellen. denn das Urteil steht unter den Verdacht – wie etwa schon bei Kant –. daß ganz umgekehrt die Sache selbst das Denken macht. Im Falle der Wissenschaftslehre geht es um die Erfahrung des Denkens und seine Fähigkeit. war der Grund der Befürchtung eines Zirkels.h.‹ Durch das Denken kann man also auf die Darstellung des Vermögens schließen und dabei sicher sein. also hat er das Vermögen. alle Bedingungen der Möglichkeit des Wirkens dieses Sehvermögens zu kennen. um seine Bestimmungen als Wissen: ›Ich denke. sich auszudehnen‹. und den Verdacht einer vitiösen Zirkularität im Verfahren der Wissenschaftslehre ausgeräumt hat. aus sich heraus.‹ Im ersten Fall nämlich kann man sich auch täuschen.

Das Wissen erklärt sich für Bild Gottes. und objektiv gültig. unmittelbar durch sein Seyn: sein Seyn ist nemlich nur unter dieser Voraussetzung begreiflich. Diese Sicherung hängt. daß das Wissen sich für dieses und jenes erklären würde‹. Das bleibt bis jetzt aber eben als eine Voraussetzung stehen. ohne es zu seyn? (158. . Hängt davon ab: konnte es sich so begreifen. Es fragt sich.Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode 63 sich bei etwas so unmittelbar klarem vor das Auge legt[?]«75 Mit dieser Frage kehrt er zur Behandlung der Schwierigkeiten der Wissenschaftslehre zurück. Dadurch wird der Inhalt vieler künftiger Einsichten der Wissenschaftslehre im voraus offenbar: An einem Beispiele: – . Eine Antwort gibt er anhand eines Beispiels. Das Wissen muß insofern so sein. ist im Grunde genommen der allgemeine Inhalt der Wissenschaftslehre. sondern es ist. sondern um die Sicherung des künftigen Beweisgangs. sondern in der Form einer reinen Behauptung vor. daß es sich nicht anders verstehen läßt. ist dieses Denken wahr.16-22) Was in diesen wenigen Zeilen vorgestellt wird. Demnach kommt er notwendigerweise hier noch nicht mit seiner Begründung. Fichte hätte auch sagen können: ›Nehmen wir an. die aber im Grunde die einzig mögliche Sicherung des Beweises der Wissenschaftslehre überhaupt ist. abgesehen davon. 158. da es nur darin und nirgendwo anders von sich wissen kann. und begreift sich: in der Anschauung begreift es sich nicht. so Fichte. deren Notwendigkeit noch nicht zu beweisen ist. sich gerade darin wirklich nur für ein bestimmtes Etwas und nicht für etwas anderes erkläre. 75 GA II 12. Im Denken seiner selbst also u lediglich in diesem erklärt es sich dafür. weil es wirklich »nur unter dieser Voraussetzung begreiflich« ist. damit zusammen. – . daß es hier nicht um den Inhalt dessen. was er erklärt.15f. in der Freiheit aber wird das Seyn Vermögen: Vermögen sich so auszusprechen: dieses Vermögen zeigt sich nun und thut sich dar im wirkl[ichen] Aussprechen. daß das Wissen. der aber erst in den nächsten Vorlesungen erörtert und hier allein als Beispiel dargestellt wird. denn nur in diesem erklärt es überhaupt sich. das die Sache selbst ist. geht. wie es sich im Denken erklärt. Das heißt. denn man wird erst später erfahren. wie es sich im Denken begreift. denn das denken ist ein Akt der Freiheit. muß es nur eben so und überhaupt nicht anders sein.

Nein. (158. denn der Gedanke von dem vermuteten Ding an sich könne nur dadurch als solcher und nicht für das Ding an sich erkannt werden. Dieses letzte Sein solle nämlich notwendigerweise mit dem des Vermögens zusammenfallen.i. Fichte behauptet nämlich und beendet damit die dritte Vorlesung: So dies nun jemand nicht einleuchtet.1. . einem Gedanken vergleichen. des Seyns. das sollen wir ihm schenken: die Reflexion: absolute Maxime. was eine leichte Operation seyn wird. d[ie] W. Das würde jedoch bedeuten.64 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode Seyn = Vermögen. sondern als ein wirkliches Sein. und die Uebereinstimmung beider bewiesen haben? Wie will er denn nun diese Vergleichung angestellt. Dann aber solle dieses Sein an sich wieder mit dem gedachten Sein verglichen werden. laut Fichte.L. – (158. d. Die Abneigung gegen das historische Wissen und jede Autorität überhaupt Die vierte und gemäß der hier vorgelegten Rekonstruktion letzte einleitende Vorlesung der Wissenschaftslehre ist größtenteils der Kritik an der Identitätsphilosophie Schellings gewidmet. was nur im Denken geschehen könne. nicht Seyn des Wissens sey (ein todtes kaltes starres). nur diejenigen Schwierigkeiten haben. der ein punktueller Kommentar der ersten zehn Paragraphen der Darstellung meines Systems (1801) vorangeht. wobei das erste vom Wissen absolut unabhängig sein solle.5) 1. so ist denn die Vollziehung des Vermögens der einzige unmittelbare und apodiktische Beweiß des Vermögens. und so eben. – . sondern für ein Ding an sich. und nicht hinreicht.22-26) Mit dieser Argumentation können. Mag er sich so etwas denken.27-159. eben im Denken eine Reflexion zu vollziehen. und den Beweiß vollzogen haben: – Ich denke doch. wie sie [sc. was muß ein solcher wollen? Ein Seyn will er. – Nun will er weiter dieses Seyn mit einem Wissen. Dies ist der alte bekannte Scherz. eben da ist. so nicht Vermögen.6. die sich das Sein von Anfang an falsch vorgestellt haben: nicht nämlich als ein Sein der Freiheit. da das Wissen in der Freiheit besteht. Mit diesem Kommentar möchte Fichte »zeigen. im denken: Er wird drum das Seyn an sich eben im Denken erfassen und da beide Gedanken vergleichen. das nicht Seyn der Freiheit. daß irgendein Denken nicht für Denken. gelten solle. welchen sich zu verbitten.

[Seite]. 77 GA II 12. Dies mag. (163. in einem Brief vom 10. GA II 12. sondern könne nur als lebendiger Denkweg vollzogen werden. die – so Fichte – die Philosophie mit der Geschichte der philosophischen Systeme verwechsle. Fichte im Gespräch.Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode 65 Schellings Darstellung meines Systems] voller Widersprüche und Unsinn wäre«. v. Februar 1811 referiert. denn man beschäftige sich nicht mit dem Problem selbst. sowie J. alle diejenigen. 159. ohne es zu bemerken. Stuttgart-Bad Cannstadt 1987 (Specula 1. und zwar aus folgendem Grunde: »Der Irrthum läßt sich classificiren. [Zeile]). Sie ist vielmehr als Reaktion auf die philosophische Schule Schellings gedacht und will zeigen.13-16) Da diese Kritik den systematischen Aufbau der Wissenschaftslehre nicht betrifft und nur von historischem Interesse ist. wie im Falle der Anhänger Schellings. Anm. die grossen Meister wissen auch nicht mehr. Bd. daß Fichte in den ersten zwei Punkten der vierten Vorlesung jede historisch klassifizierende Denkart in der Philosophie verwirft. und suchen Sie selbst sich eigne Einsichten ruhig zu verschaffen.76 Diese kurze Auseinandersetzung mit dem schellingschen System ist aber nicht hauptsächlich von einem inhaltlichen Interesse begründet. sei unphilosophisch und allein ein Spiel mit Worten und Begriffen. glauben Sie. . sondern begnüge 76 Vgl. und Fichte wollte nachweisen. Berichte der Zeitgenossen. Wie wenig Sie sich zutrauen mögen. Sie bringe also keine Erkenntnis. Hg. 160. notwendigerweise den Irrtümern des Meisters folgen würden.G. die Wahrheit ist Eine: Irrthum – eigne Erdichtung. daß.«77 Die Denkart. 4 1806-1812. Das würde selbstverständlich auch für vermeintliche Fichte-Anhänger gelten. und alles Glaubens.4). Interessant ist dennoch. 300 (im folgenden zitiert als FiG [Band].25-27. daß Sie eben nichts haben. 21. wird sie hier nicht weiter berücksichtigt. ein Hörer der Wissenschaftslehre. Wahrheit – . denn die Wissenschaftslehre lasse sich nicht einfach buchstäblich wiederholen. Selbstsichaussprechen. ja der geringste und bescheidenste unter Ihnen pp. wie Twesten. Demzufolge lautet das Ergebnis der Kritik: Entledigen Sie sich drum in Gottes Namen aller Autorität. E. Schelling war nämlich inzwischen zur Hauptfigur einer philosophischen Schule avanciert – was er übrigens selbst immer zurückwies –. Fuchs. die sich unkritisch auf eine Autorität beziehen. wie gefährlich der Rekurs auf Autoritäten in der Philosophie ist.

und Scharfsinn aufzuwenden habe. . und daran zu setzen. sondern nur eigne Einsicht. Wenn man nämlich nicht durch eigene und selbständige Forschung nach der Wahrheit strebt. si sapere audetis. [Diese] Ist aber nicht möglich. sich an eine Autorität anzulehnen.66 Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode sich mit leeren Formeln. dadurch. [scil. daß Schelling es »vielleicht seitdem besser und anders gegründet hat«. wenn Sie nur sich daran setzen wollen. 163. Das haben nun auch berühmte. weil sie falsch ansetzt. ohne dialektische und logische Kunst.1-7) Dies sind die Worte. sodann pp. im Fache der Philosophie sind. Durch diese Ihre eigne Einsicht nun. daß Schelling. vermeintlichen Wahrheit vertrauen und diese dogmatisch als die eigene behaupten. daß er sein eigenes 78 GA II 12. – kurz in philosophischer Rüksicht in jeder Betrachtung ein armer Sünder«78 sei. das höchste erste. Damit nämlich räumt Fichte ein. da Fichte am Ende dieser Auseinandersetzung notiert. und was überhaupt unser wissenschaftliches Zeitalter an philosophischem Talent. trotz seines »durchaus schlechten Kopf[es]« und obwohl er »ohne Wahrheitsgefühl. die den Weg zur Auseinandersetzung mit der Identitätsphilosophie Schellings bahnen. = könnte es für die Geschichte] fort ein Interesse geben. – Ich selbst stelle gar keine Autorität gegenüber. kann man nur der von einem anderen geäußerten. Dagegen spricht Fichte sich aus und schließt in Erinnerung an den von Kant zitierten Spruch sapere aude mit den Worten: Doch hier kämpfen wir mit der Autorität. (159.18-21) Diese falsche Denkart hängt mit der zu Beginn des Paragraphen verurteilten Neigung zusammen. ohne [jene Lösung].4-6. was alle berühmte und angesehne Männer in der Welt ohne Ausnahme eines Einzigen. statt mit ihrer Position und Annahme und der darauffolgenden intellektuellen Anstrengung. Darüber äußert sich Fichte wie folgt: Welche radikale Verkehrtheit und Verflossenheit: Die Frage selbst hat Interesse. nämlich von den unterschiedlichen Lösungen der Frage her. (160. angesehne Männer gesagt. ohne Besinnung. Wäre sie erst gelöst. Die Denkart sei falsch. Vielleicht sind diese Worte und die folgende Kritik des schellingschen Systems sogar mehr gegen die Anhänger und Wiederholer seiner Philosophie gerichtet als gegen Schelling selbst. will ich Ihnen nun im kurzen zeigen. eine eigene Lösung zu finden.

sondern sogar jede authentische Liebe zur Wahrheit. FiG 3. Schelling habe es tatsächlich »[z]urückgenommen gegen mich unter 4. Note l 80 Darüber berichtete Jean Paul Richter in einem Brief an Jacobi.Der Begriff der Wissenschaftslehre und ihre Methode 67 System in der ersten Person aufbaute. es wieder in Frage zu stellen oder zu korrigieren. die sich nur durch eine persönliche lebendige Suche zeigt. daß die zwei „zornig aus einander« gegangen seien. die sich auf eine Autorität stützen.79 wobei er möglicherweise auf das letzte Treffen hinweist. denn ihnen fehlt eben nicht nur das Wahrheitsgefühl. In einer durchgestrichenen Fortsetzung dieses Satzes erklärt Fichte nämlich. die Möglichkeit hatte. 79 GA II 12. Vgl. in dem er erwähnt. 163. .80 Eine philosophische Position können aber diejenigen nicht zurücknehmen. das im Mai 1802 zwischen ihm und Schelling stattfand. Augen«. Philol. 134.

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Jetzt fungiert der niederländische Philosoph nicht mehr in polemischer Absicht als Platzhalter Schellings. wie die vierte Vorlesung zeigt.17. wurde in den Berliner Jahren immer intensiver und ausführlicher. Einleitung durch Spinoza: das Sein Nach der Auseinandersetzung mit dem System Schellings beginnt Fichte seine fünfte Vorlesung mit den Worten: »W. so wie später Kant 81 GA II 12. selbst. durch Abschnitt und Gegensatz. wie es vor allem in den Jahren 1800 bis 1802 so oft der Fall war. 163. Als Einleitung zu seinem eigenen System wählt Fichte Spinozas Ethik. 163. Charakteristik. sodann ein wesentlicher Gegensatz«82 Die Auseinandersetzung mit Spinoza. denn: »Es giebt keine bessere als das System des Spinoza: damit ein gemeinschaftl[icher] Standpunkt. und so Einführung. – . vielmehr fühlt sich Fichte nun frei und in der Lage. sich mit seinem ehemaligen Freund auseinanderzusetzen. .2. 82 GA II 12.«81 Mit der vierten Vorlesung sind die methodischen Prämissen und der allgemeine Begriff der Wissenschaftslehre vollkommen dargestellt worden und Fichte kann die eigentliche Darstellung der Wissenschaftslehre beginnen.L. ja der fiktive philosophische Dialog mit ihm. der die authentische Aufgabe der Philosophie formulierte. Spinoza wird für sich betrachtet als derjenige.18f.

. Es ist nur. wie es ist. die aus dem formulierten Grundbegriff entstehen können. durch Abschnitt und Gegensatz fortzugehen: Abschnitte. Demzufolge werden alle Einsichten abgelehnt.20-164. wie ein absolutes Sein und die Welt nebeneinanderstehen können. mittels derer das der Einsicht scheinbar Widersprechende anhand der Voraussetzung gerechtfertigt und korrigiert wird. Die Aufforderung. aus sich selbst.h. die absolute Einheit und Unveränderlichkeit des Seins in ihrer tiefsten Bedeutung zu fassen. die bei der Aufgabe auftreten. […] So er [scil. Spinoza].3) Dieser Satz wird die ganze Wissenschaftslehre hindurch als Prüfstein gelten. die ihrerseits mit der ersten Voraussetzung unvereinbar scheinen können. so wir. was entweder unmittelbar mit dieser ersten Voraussetzung vereinbar ist oder ihr nur scheinbar widerspricht. daß nur das wahr ist und deshalb zum System gehören kann. und kann durchaus nicht werden. die nun erreichte Perspektive zu korrigieren usw. die die Zuhörer zur Aneignung einer bestimmten Einsicht führen. Fichte meint damit die Schwierigkeiten lösen zu können. besteht darin. (163. die faktische Mannigfaltigkeit der Erfahrung auf die Einheit des Prinzips zurückzuführen. durch sich. an ihr festzuhalten. Darin besteht die Absolutheit der Anfangsvoraussetzung. durch die das widersprüchliche Glied mit der ersten Voraussetzung vereinbar wird. d. und ausser ihm ist kein Seyn. was erneut dazu zwingt. – In ihm ist das Seyn alles. Was es ist ist es. Aus diesen Einsichten werden sich neue Einsichten entwickeln. die Charakteristik der Wissenschaftslehre sei es. Fichte übernimmt aus dem ersten Buch der Ethik den Begriff der Substantia als jenen Grundbegriff. durch sich selbst. Alle Wandelbarkeit und Veränderung ist von ihm ausgeschlossen. In diesem letzten Falle soll die Perspektive gefunden werden. von sich. Die Erfahrung rechtfertigen heißt . sie zu erfüllen. die Frage zu beantworten.70 Einleitung durch Spinoza: das Sein die begrifflichen Mittel dafür anbot. die die Annahme dieser Voraussetzung verhindern. denn kein anderer darf ihm widersprechen und jeder soll mit ihm in irgendeiner Weise harmonieren können. den die Wissenschaftslehre an ihrer Spitze braucht und formuliert ihn zu folgendem Satz um: Satz: in welchem wir übereinstimmen. Es kann drum in ihm kein Zuwachs der Realität entstehen. Daher kommt die Erklärung. und Gegensätze. die es erlauben. bis alle möglichen Einsichten erschöpft sind. und alle anderen angenommen. Das Seyn ist schlechthin Eins. die man mit dem Grundbegriff der Ethica Spinozas übernimmt.

Was ist jener Satz? Offenbar ein Gedanke. Durch Spinozas Begriff der Substantia – oder des fichteschen Von-. was man gerade getan hat. Drum Reflexion. ganz in Gegenteil heißt es. Durch-. deutet er den fundamentalen Unterschied zu ihm an: er besteht nicht im Inhalt dieser anfänglichen Einsicht. denn es wird als ein methodisch vorauszuset- 83 Zur Reflexion als Methode der Wissenschaftslehre vgl.Einleitung durch Spinoza: das Sein 71 nicht.4-6) Wenn man nämlich einen Gedanken wie den vom absoluten Sein vollzogen hat und diesen vollständig verinnerlicht hat. Es handelt sich dabei nur um einen Gedanken. Aber nur wenn man diese Reflexion vollzieht. noch wird irgendwie über es berichtet: es wird lediglich ein Begriff hergestellt. es handelt sich insofern um eine systematische reductio ad unum. ja die gedankliche Kehre. daß der Gedanke der absoluten Einheit des Seins seinem Inhalt vollkommen konform ist. muß man der Methode der Wissenschaftslehre entsprechend sofort darüber reflektieren. Reflexion. der zwar der höchsten Auffassung des Seins entspricht. Durch diese Reflexion wird jedoch das spinozische vorausgesetzte Sein ganz anders erscheinen. über die Realität der absoluten Geschlossenheit des Seins mittelbar oder unmittelbar zu berichten. ohne über die Bedingungen dieses Gedankens selbst zu reflektieren. Wir aber sind gewohnt. Aussich-Seins Gottes – ist weder dieses absolute Sein selbst da.83 Fichte nimmt ja die spinozische Idee einer All-Einheit des Seins an. allenthalben zu reflektiren auf das was wir treiben. . aber in keinem Fall in der Lage ist. die allein in die Wissenschaftslehre einführt. nicht aber als transzendente. sie insgesamt auf den Standpunkt. denn er hat dagegen angenommen. vollzieht man zugleich auch die transzendentale Gedankenbewegung. sondern stellt nur das faktische Dasein seines Begriffs fest. der das Sein als einheitlich betrachtet. der Begriff des Seyns in welchem es selbst sich ausspricht. Er postuliert nämlich nicht das reale Dasein des absoluten Seins. die Einheit des Standpunkts zu verwerfen. Zweifel dieser Arbeit. wie es in Spinozas Begriff der Substantia vorkommt. sondern als eine transzendentale Voraussetzung. Kapitel Denken. Gleich nachdem Fichte die volle Übereinstimmung mit Spinoza mit den Worten »so er so wir« ausgesprochen hat. zurückzuführen. sie zu begreifen. (164. wohl aber in der Art und Weise. Diese Reflexion hat allerdings Spinoza nicht vollzogen.

scheint notwendigerweise alles andere und wir selbst verloren zu gehen: Wo nämlich bleibt Platz für die Welt der Mannigfaltigkeit und demnach für das Denken selbst. sich mit diesem ›gründlichen‹ Gedanken auseinanderzusetzen. oder Gott. Denn wo sich dieses absolute Sein in den Vordergrund drängt.) 85 GA II 12. dem hierüber das Licht aufging. und muste es bleiben. wir uns derselben unterziehen müssen. Ein Gedanke. den man aber in seiner ganzen Ernsthaftigkeit genommen sogar ›abgründlich‹ nennen könnte.72 Einleitung durch Spinoza: das Sein zender Begriff anerkannt. von welcher Bedeutung der Anspruch auf Genesis für 84 Ähnlich verfährt Fichte schon in der Wissenschaftslehre 1804: »Dieß war eben die Schwierigkeit aller Philosophie. wenn die Vernichtung einmahl vollzogen werden sollte. Wir wollten nicht. 2).« (GA II 7. merkt Fichte nur noch an. Man darf sich aber nie mit faktischen Kenntnissen begnügen. Um die Frage und seine spätere Lösung einzuleiten. und so für seine Wahrheit zeugt.1. denn die reine Evidenz. jedoch keine hinreichende Voraussetzung für richtiges Philosophieren sei. bleibt aus folgenden Gründen grundlegend: 1) Nicht jeder denkt diesen Gedanken [sondern] viele bleiben stehen bei dem denken eines relativen. 76. (164. der sich unmittelbar mit absoluter Evidenz ankündigt. Man müsse vielmehr über den Begriff hinausgehen und über den hervorgebrachten Gedanken reflektieren. Dies war Spinozas Fall. mußte nun wohl begreifen. […] man kann [aber] und soll in vollendeter Philosophie hinaus gehen über dieses Faktum zur Genesis derselben«. und einmal vergehenden Seyns […]. daß dieser Gedanke zwar eine notwendige. sondern mit dem Suchen nach der Einheit Ernst machte. wo [aber] es sich zu Ende denkt. die nicht Dualismus sein wollte. daß. die zu Spinozas Begriff der Substantia führt. dieser Denker war Spinoza […]. […] Bei diesen ist das Denken selbst noch im Werden. Schließlich deutet er noch an. um in die Philosophie eintreten zu können. daß entweder wir zu Grunde gehen mußten. 164. Gerade aber die Denkleistung. biete nur noch eine faktische Kenntnis an. Gott sollte nicht! Der erste kühne Denker. und es hat sich nicht aus – und bis zu Ende gedacht. ohne auf die Bedingungen ihrer Möglichkeit zu reflektieren: »Beruhen auf dem Faktum der Evidenz. entsteht dieser Begriff des Seyns.16-165.85 Erst mit diesem Anspruch auf Genesis tritt man nach Fichte in den wahren Kreis der Philosophie ein. mit der der erste Satz »für seine Wahrheit zeugt«. weil durch ihn unser Dasein in Frage gestellt wird. einmal gewordnen. .5-16. wenn allein die Alleinheit des absoluten Seins ist?84 Der Lösung dieser Frage widmet Fichte die unmittelbar folgende Vorlesung.6-14) Es ist also allererst notwendig.

Die Wissenschaftslehre besteht eben im weiteren Vollziehen aller Schritte. das durch sich selbst sich ausspricht in diesem Denken« steckt eigentlich schon der ganze Inhalt der Wissenschaftslehre.) und so denn das gesagte finden. Erster Widerspruch: das Sein und sein Begriff. Dem Inhalt des Begriffs zufolge kann nämlich nur Eins sein. In der ersten Aussage dieses Zitats: »Das absolute Seyn selbst ist es. die Begriffe – eine Erscheinung bzw. aber sie muß – so Fichte – die Deduktion der Bedingungen der Möglichkeit dieses Gedankens ableiten. nämlich die Existenz dieses Begriffs selbst. – . eine Selbstoffenbarung des einen in sich geschlossenen Seins ist.B. nämlich das Sein. (165. So werden wir dieses denken selbst in seiner Reihe ableiten als das lezte (dies gehört zum Zurükkehren der W. Dadurch wird am Ende die Evidenz vermittelt. daß man gerade mit diesem Begriff anfangen mußte. der im Begriff selbst steckt. Ewas außer dem abso- . das durch sich selbst sich ausspricht in diesem Denken. wie Sp[inoza] jedem anmuthen die unmittelbare Evidenz […]. denn in ihr wird eben nichts anderes als das Grundkonzept entfaltet. Entsprechend führt auch die Reflexion über den spinozischen Begriff Gottes als absolutes Sein direkt zu einem anscheinend unlösbaren Widerspruch.Einleitung durch Spinoza: das Sein 73 die Wissenschaftslehre ist und zu welchem Ergebnis die Genesis führen wird: Das absolute Seyn selbst ist es. in sich selbst. und nichts anderes außer ihm. wodurch sich diese Lösung als notwendig erweist. – So zu Ende: am Anfange. 2. um ihre Aufgabe vollständig zu erfüllen.1. wonach das Denken – und daher seine Bestimmungen wie z. Wie schon in den einleitenden Vorlesungen hinreichend erklärt wurde.L. führt das Reflektieren notwendig zum Zweifeln. Dagegen rückt aber die Reflexion auf den Begriff auch ein zweites Dasein in den Vordergrund. Jedoch ist dieses Sein bislang nur programmatisch dargestellt worden. Denn der Begriff der absoluten All-Einheit des Seins führt die Existenz eines einzigen Seins mit sich und schreibt nur diesem Sein eine reale Existenz zu.1-5) Die Wissenschaftslehre fängt also mit der unmittelbaren Evidenz des spinozischen Begriffs vom absoluten Sein an.

sollte der Begriff mit dem Sein vollkommen zusammenfallen. Um nämlich auch den Inhalt des Seins wiedergeben zu können. ein Schema hingegen eine mehr formale und mentale Bedeutung. die Darstellung seiner Gestalt verstehen. wenn etwas . wie es hier der Fall ist. (165. Ein Bild hat eine eher inhaltliche und sinnliche. wohl aber eingestehen. erscheint als unwahr. daß der Begriff des Seins den Inhalt des Seins enthalten könne. wobei man ihn aber dann nicht als einen vom Sein unterschiedenen Seinsbegriff verstehen würde. und als Begriff erkannte. sein Bild und Schema. um so die Beziehung von Seinsbegriff und Sein zu charakterisieren. und ausser ihm ist keines: Der Satz. wohl aber seine Form vermitteln können: Offenbar ist dieser Begriff ausser ihm. wie der Seinsbegriff das Sein wiedergibt. Begriff. Diese Begriffe beschreiben aber keine Synonyme. das in ihm behauptet. und in einer Sphäre einschliessend jenes Seyn. So kann man auch in der heutigen Sprache mit dem Bild von Etwas nur das Abbild seiner äußeren Form. – (165. daß dieser allein die Form enthalte. Ein Schema kann selbst ein Bild sein.B. wie z. umfassend. Fichte argumentiert folgendermaßen: Ohnerachtet nun gesagt ist: dieses ist alles Seyn. Wenn er aber. dann ist er ja auch innerlich nicht das Seyn selbst in seinem lebendigen Daseyn. sondern deuten die beiden Arten an. eine zweite mittels der Reflexion entstandene Evidenz.7-10) Es entstehen also aus einem einzigen Gedanken zwei entgegengesetzte Evidenzen: eine erste vorreflexive unmittelbare Evidenz. die auf dem Inhalt des Gedankens beharrt. eben als Begriff anerkannt werden kann. sondern er enthält nur seine leere Form. denn es findet sich offenbar etwas ausser jenem Seyn. indem er zwischen Form und Inhalt des Seins differenziert. die jene erste für unwahr erklärt. muß er sich außer dem Sein befinden und daher zwar nicht seinen Inhalt. Damit kann er verneinen. Dagegen verwendet man das Wort Schema eher für die abstrakte Beschreibung und Wiedergabe seiner logischen Struktur. Z.B offenbar der soeben von uns selbst vollzogne. Einen ersten Schritt zur Lösung dieses Gegensatzes macht Fichte.11-14) Zur näheren Erklärung dieses Gedankens führt Fichte die Termini Bild und Schema ein. eben sein Begriff.74 Einleitung durch Spinoza: das Sein luten Sein muß infolgedessen zweifellos existieren. bei aller seiner Evidenz.

was vom Sein in seinem Begriff ans Licht gebracht wird. daß gerade diese Hypostasierung nur dank einer an sich unzulässigen Verdoppelung der Substanz möglich war. sondern mit einem nur mentalen Charakter. die Struktur eines Mechanismus oder der hinter seiner äußeren Gestalt sich abspielende Prozeß eines Organismus. wie Fichte in den folgenden drei. Dabei verlor er aber eben den wesentlichen Charakter der Substanz. Bei der Lösung der Frage müsse man laut Fichte der . denn alles.) Gerade diese faktische Existenz wird aber von dem Sein.20) So finden wir.B. ›aus sich‹ zu sein. (165. Trotz dieser Erklärung wird aber der anfängliche Widerspruch noch nicht eliminiert. die notwendig außerhalb der in sich geschlossenen Alleinheit des absoluten Seins besteht.) Ausser dem Seyn findet drum fürs erste sich sein Begriff (165. daß er die Substanz nur in einem Begriff auffassen und ausdrücken konnte.14f. wie z. Dieser Begriff hat aber wiederum nur eine schematische Bedeutung. d[ie] W[issenschafs]L[ehrer] zu allererst und unmittelbar ein faktisches Seyn am Begriffe des absoluten Seyns. Es handelt sich also um eine Art Bild. wie es in dem eingeführten Begriff vorkommt. Dieser Begriff wurde von ihm hypostasiert. aber ohne visuellen. hintereinander stehenden Stellen formuliert: Also ist ausser dem Seyn.Einleitung durch Spinoza: das Sein 75 Unsichtbares sinnlich wahrnehmbar gemacht wird. ›durch sich‹. Zwar nimmt auch Spinozas Philosophie das Faktum des Denkens als problematisch an – er bringt dies in seiner Lehre von den Attributen der Substanz (Denken und Ausdehnung) zum Ausdruck – doch hält Fichte seine Lösung für inkohärent. Daß also der Seinsbegriff ein Bild des Seins ist. Spinoza – so Fichte – konnte zu dieser Frage nicht gelangen. da durch sie die Einzigartigkeit des ersten Begriffs in einer bloßen Vervielfältigung desselben verlorengehe. daß er allein seine äußere Form darstellt. ohne zu bemerken. bedeutet. Alleinheit zu sein. überhaupt nicht zugelassen. denn sie wurde zu zwei Substanzen: zum absoluten Sein und zur absoluten Hypostasierung seines Begriffs. ist die rein begriffliche Relation zwischen den drei Aspekten. wenigstens und zu allererst der Begriff des Seyns. der durchaus nicht das Seyn selbst ist.29f. weil er nicht auf die Tatsache reflektierte. ›von sich‹. sondern seine Lösung nur verschoben. (165. Denn Bild und Schema muß jetzt irgendeine Form von Dasein zugesprochen werden.

denn erst mit der präzisen Auffassung dieses Widerspruchs könne die Suche nach seiner Lösung beginnen. wie beides wahr seyn. sich ankündigt. Also – es findet sich.5-9) . findet sich denn doch in der That ein zweites Seyn vor.76 Einleitung durch Spinoza: das Sein anfänglichen Voraussetzung treu bleiben und den daraus sich ergebenden Widerspruch anerkennen. Dieses zweite Faktum widerspricht geradezu dem Begriffe. Anschließend kann Fichte den folgenden Hauptsatz formulieren: Hauptsatz. (166. das durchaus als das Eine Seyn ausser welchem kein anderes möglich ist. Dieser Widerspruch muß gelöst werden: gezeigt werden. – . ausser dem Seyn. und beides neben einander bestehen könne.

– Nicht wie Gott.3. daß der Begriff ausgesprochen wird. d. Die erste Aufgabe der Wissenschaftslehre besteht also darin. unentbehrliches Faktum nicht nicht sein kann und der zweite wegen seiner Evidenz sein muß. 166. dieser [ist] schlechthin pp aber wie sodann die Welt?«86 Für diese Fragestellung läßt Fichte Spinoza als denjenigen Philosophen gelten. In einer Fußnote zum Text der fünften Vorlesung formuliert Fichte die folgende eindrucksvolle Frage: »Wie so Gott und Welt (das faktische Seyn) bei einander möglich. Das Sein des Begriffs stellt sich allein dadurch.29f. auch das Sein des Begriffs. Da der erste als ein unmittelbares. . eine Lösung des Rätsels zu finden. 86 GA II 12. das von ihm angedeutete Sein im Begriff aber negiert jedes Sein außer dem des absoluten Seins. müssen beide zugleich sein können – allerdings können sie nicht auf dieselbe Weise sein. wie Sein und Dasein nebeneinanderstehen können. als ein faktisches Dasein dar.h. Hierdurch ergibt sich ein Widerspruch zwischen dem Sein im Begriff und dem Sein des Begriffs. Fortsetzung mit Kant: die Erscheinung Der Widerspruch zwischen dem Sein und seinem Begriff erweist sich bei näherer Betrachtung als abhängig vom unscharfen Begriff des Wortes Sein. obwohl sie sich notwendigerweise gegenseitig ausschließen.

durch Kants Bemerkung erleichtert. durchaus und gänzlich ab. 167. und zwar dank seiner Idee von Erscheinung. sondern die vollkommen andere: ›Wie die Welt. weil er erstmals eindeutig das Problem formuliert habe. die nicht die leibnizsche: ›Warum die Welt und nicht eher das Nichts?‹ ist. das allein die Errichtung einer Philosophie aus einem Stück erlaubt. (167. mit der er der auf den ersten Blick auftretenden Unmöglichkeit ent- 87 GA II 12.) entweder man gesteht dem einzelnen faktischen Seyn das Seyn der Form nach zu.) oder man spricht ihm das Seyn der Form nach. sondern eben durchaus kein Seyn. der Fichte das gedankliche Instrumentarium zur Beantwortung dieser Frage zur Verfügung stellt. Den ersten Weg hat Sp[inoza] eingeschlagen. durch Mitteilung dem faktischen Sein dieselbe Form wie dem ursprünglichen Sein zuzusprechen. den zweiten die W. durchaus weder ursprüngliches noch mitgetheiltes und abgeleitetes Seyn sey. Die einzige Möglichkeit. eine Erscheinung des Seins. wie es vom absoluten ausgesagt wird.78 Fortsetzung mit Kant: die Erscheinung der einen zentralen Platz in der Geschichte des philosophischen Denkens einnehme. da er sich nicht intensiv genug mit dem Anspruch beschäftigt hatte. führt ganz eindeutig zu einer Verdoppelung des Seins. genauso wichtig.«87 Dabei ist Kant. so daß »in dem Faktischen Seyn. . 3.L.27-29. 1. die Einheit des Seins zu retten.1-6) Die erste Lösung. sie würde also den Widerspruch nicht nur nicht lösen. quod non). Gottes sei. wonach der Begriff vom absoluten Sein. wo man denn freilich eine andere SeynsForm substituiren muß. dem Begriff eine ganz andere Seinsform zuzusprechen. Erscheinung In Kants Grundgedanken der Erscheinung findet Fichte eine Formulierung. Kant selbst hatte sich die korrekte Frage nicht gestellt. wenn schon Gott?‹ Fichte rekapituliert nun mögliche Lösungen: Nun scheint es. das Dasein. sondern noch verschärfen. besteht also darin. eine einheitliche Philosophie zu formulieren. daß die Lösung auf eine doppelte Weise möglich sey (wird sich bald zeigen. denn diese Verdoppelung ist offenbar der ersten Annahme entgegengesetzt. Eine Frage. 2.1.

wenn das erste per definitionem nicht das ist. In der Erscheinung. in sich selbst zu beruhen. in der ein Faktum. Er hat seine Zuhörer in die Wissenschaftslehre als Transzendentalphilosophie eingeführt. daß sie notwendigerweise in 88 GA II 12.h. so Fichte. eine Denkweise zu finden. und gehalten. Fichte behauptet. Es ist durchaus nicht: sondern es erscheint mir in ihm so: als Bild Schema. seiner Erscheinung. – . hier könne man keinen ausführlicheren Beweis anführen. obwohl es mit diesem auf irgendeine Weise verwandt sein muß. die das Abgebildete in Bezug auf das Bild erklärt und in der dann die Erscheinung ein Bild und Schema des abgebildeten Seins ist. gediegen. Die Beziehung zwischen Sein und Erscheinung ist also diejenige. sondern in einer. Absoluter Gegensatz. Fichte behauptet: Das Seyn der Form nach geständig in sich selbst: ganz. die Kopräsenz des Seins und seines Begriffs zu rechtfertigen. nicht aber in derselben Form. außer sich selbst zu sein. Wenn nämlich die Form des Seins die war. Erst dann können ein Sein und ein Sein außer dem Sein nebeneinander bzw. und der Inhalt dieses faktischen Gedankens nebeneinander stehen können. Die Lösung besteht darin. Erscheinung«88 Dies kann Fichte aber nur behaupten. wird die Form des Seins zwar wiederholt.6-9) Hiermit schließt Fichte seine vermutlich fünfte Vorlesung. was das zweite ist. obwohl dieser selbst ausdrücklich die Möglichkeit des Faktums negiert. das faktische Denken des Begriffs des Seins. . (168. weil er den kantschen Begriff Erscheinung als mit dem Sein außer dem Sein übereinstimmend definiert. Die Erscheinung desselben ist dies durchaus nicht.Fortsetzung mit Kant: die Erscheinung 79 geht. denn der einzige Beweis bestehe schon in der bereits ausgeführten Reflexion. u s f. Für Fichte stellte sich das Problem. »Was nun ist es [das Sein außer dem Sein?]« fragt Fichte und antwortet gleich darauf: »Substituire eine andere Form. daß zwar kein echtes Sein außer dem Sein. indem er sich ausgehend von Spinozas Annahme einer Alleinheit des Seins durch die faktische Bemerkung. sondern es ist das Seyn. ausser dem Seyn. ist die Form des Bildes des Seins bzw. d. 168. die zu der ersten in einem absoluten Gegensatz steht. sondern nur eine Erscheinung da ist und diese Erscheinung eben eine Erscheinung des Seins und endlich dieses Sein außer dem Sein nur in der Form des Bildes und Schemas des Seins zu verstehen ist. zugleich gedacht werden.2f.

Da es aber keinen Grund gab. und umfaßt. die eine Evidenz der anderen vorzuziehen. d. Sicherscheinung Zu Beginn der sechsten Vorlesung wird der Inhalt der fünften Vorlesung zusammengefaßt und damit der im mir angedeutete Schritt weitergeführt: 1). Im ersten Gedanken ist alles Seyn als Eins gesezt.h. mußte Fichte eine Lösung finden. in seinem Anspruche. eines kantschen Auswegs bedient. Der ausführlichen Behandlung dieses Themas werden die folgenden Vorlesungen gewidmet. alles Seyn erfaßt zu haben. widerspricht. d. Ein zweites nicht. auch seinen Begriff selbst und damit jedes ihn denkende Ich. denn nun hat man es nicht nur mit einem Sein. etwas andres und neues. in ihm gesezt werden. nämlich des Begriffs der Erscheinung. Dadurch gelingt es ihm.80 Fortsetzung mit Kant: die Erscheinung einem Begriff vorkomme. Diese Annahme aber muß gerettet werden. ein Werden eben. und eines Werdens durchaus unfähig. und durch dasselbe nicht gesezt. Anderseits wird auch die Evidenz des Faktums unmittelbar sichtbar. die Wahrheit der ersten Annahme trotz ihrer Widersprüchlichkeit zu retten. Das ursprünglich angeschaute Sein ist ganz in sich geschlossen und schließt alles außer ihm aus. sondern auch mit seiner Erscheinung zu tun. eines Wandels. welches dem ersten Gedanken.h.2. 3. Damit wurden die Grundbestandteile der Wissenschaftslehre vervielfacht.11-18) Es wird nun eindeutig erklärt. weil sie zuvor als absolut evident erkannt wurde.) Durch den zweiten Gedanken wird ein zweites gesezt. also ein in jenem nicht umfaßtes.) nun soll dieses zweite Seyn durch das erste begründet seyn: es müste drum ausserhalb jenes ersten Denkens. was ein klarer Widerspruch ist. – 3. – (168. Nun tritt mit der Erscheinung gerade das Ich in den Vordergrund und dies führt wiederum zu einer notwendigen Verdoppelung der Erscheinung. 2. wenn man sich nur mit der ersten Grundsetzung des Seins beschäftigt. daß das Problem der Nebeneinanderreihung des Seins und des Begriffs des Seins mit der Rechtfertigung des Werdens . noch eine besondere Bestimmung. die beide Evidenzen ermöglicht und rechtfertigt. Im obigen Zitat ist aber auch das Wort mir bemerkenswert.

– . Mit der Behandlung des Werdens kommt auch die Erklärung der ihm immanenten Duplizität ins Spiel.19-27) Jetzt.24 und 167. es ist einfach in der Form. Da aber das Seyn durchaus nicht ausserhalb seiner selbst ist. Ganz im Gegenteil: Man kann den Gedanken eines Werdens erst dadurch denken. und noch anschauen können. der zu ihrer notwendigen Kopräsenz führte. 163. so ist sie eben nicht das Seyn. bereitet Fichte den nächsten Schritt mit den Worten vor: »Das ausser dem absoluten Seyn faktisch wahrgenommene ist Erscheinung.Fortsetzung mit Kant: die Erscheinung 81 zusammenfällt. zweifach. 90 GA II 12. – . – . 169. GA II 12. ein erfassen und umfassen desselben von aussen her.21f. an sich selbst gebunden. . Ganz im Gegentheil ist die Erscheinung. nichts anderes als eine Erscheinung sein und wird aus diesem Grund der Erscheinung gleichgesetzt. da das Werden notwendig mindestens zwei unterschiedliche Zustände verbindet. außer ihm steht.24f. denn das Werden.«90 Mit dieser 89 Das Werden kam in der fünften Vorlesung nur negiert und als vom Sein ganz ausgeschlossen vor. Daher wird die Duplizität der innerste Charakter der Erscheinung sein. wie Sie es an dem vollzognen Begriffe des absoluten gesehen haben. (168. also doppelt sein. während sie diesem entgegengesetzt ist. – Die Erscheinung ist ein Seyn des Seyns ausserhalb dem Seyn desselben. und in sich aufgehend. vgl. da das Sein einfach ist. sondern die Erscheinung desselben. Seyn ist in sich selbst. wiederholt worden ist. giebt es für dasselbe nicht. und etwas wie Duplicität ist in ihm nicht. da es notwendig vom Sein selbst ausgeschlossen sein muß.89 Man darf das Werden aber nicht als etwas von Fichte rein faktisch Angenommenes betrachten. Ein ausser sich seyn. ganz abgesehen davon. ob es wirklich da ist und was es tatsächlich ist. und los seyn von sich selbst. welches der gerade Gegensatz von dem in sich selbst an sich gebunden seyn des Seyns ist. Sie muß. und ein los seyn von demselben. kann. Wir haben ersehen das Was. daß Fichte zunächst den Begriff Erscheinung definiert und diesen dann dem Werden gleichsetzt. da der Unterschied zwischen dem Sein und seiner Erscheinung eindeutig dargestellt und der Gedankengang. das er unberechtigt durch diese Argumentation im Sein begründen würde – sonst würde der Gedanke des Werdens vor dem des Seins kommen und hätte Fichte fälschlicherweise mit dem Sein statt mit dem Werden begonnen.

nicht neutrum.23-28) Was Fichte an dieser Stelle mit »so etwas« meint. daß es ist. was es sey. ein verbum aktivum. Weiter hat sich bereits erschlossen. aktive und virtualiter: und das ist ist eben als Leben zu denken. der Anstoß. – Das leben ist. die aber zugleich eine Zweiheit ist. ging von dem Satze: daß so etwas ist. sondern die Erscheinung ist. Die Erscheinung ist insofern eine produktive und bildende Einheit zur Zweiheit und gibt sich so als Werden zu erkennen. daß er bzw. damit sie sich erscheint: Erscheinung ist gleich Sicherscheinung. sprich von der Erscheinung sagen.82 Fortsetzung mit Kant: die Erscheinung Feststellung wird nämlich die nächste Frage eingeleitet. ist eben der Begriff des Seins. nicht aber das Sein selbst dargestellt. denn wenn man sagt: ›das Sein ist‹. Das Sein beruht also vollkommen in sich. 119. Also läßt sich nur vom Begriff. esse. eher vom Leben als vom Sein.4-6). sie ist. Vita. so daß mit dem Terminus Erscheinung eine Einheit benannt wird. vivere.« (GA II 10. und daß sie in dieser Sicherscheinung innerlich eben an diese Sich-Erscheinung gebunden ist. wenn ihrer Seinsform nicht dieselbe Form des Seins zuzuschreiben ist? Die Erscheinung ist nur. von dem wir sagten. die Erscheinung allein lassen sich dem Ist-Sagen unterwerfen. um ganz eindeutig die Seinsform des Seins von der der Erscheinung zu unterscheiden. – Man kann das Leben eben nur leben. weset. (169. insofern sie sich erscheint. daß dieses »etwas« eine Erscheinung ist. ohne daß dadurch ausgemacht war. Ganz im Gegenteil besteht die Erscheinung aus der ihr immanenten Bewegung des Sicherscheinens. und weiterhin: sie erscheint nur. »Grammatische Bestimmung. insofern sie erscheint. Bei der Erscheinung handelt es sich also um eine formale Einheit. so wie das absolute Seyn in sich selbst an sich gebunden ist. Das »etwas«. die nach dem Wie des Seins der Erscheinung. In Bezug auf die Seinsform des Lebens bedient er sich dann des Ausdrucks weset statt ist. erfordert eine eingehendere Erklärung. daß die Erscheinung sich selbst unmittelbar erscheint. Also die Erscheinung erscheint sich und ist nur. daß eine Erscheinung ist? Wie ist die Erscheinung. denn alles außer dem Sein ist Er- 91 In der Wissenschaftslehre 1807 spricht Fichte. welches wir erst durch Nachdenken gefunden haben. Worauf gründet sich denn nun dieses ist? Offenbar darauf. . eben schlechtweg. Fichte erklärt: Unsere ganze Aufgabe. essentia. hat man eigentlich nur seinen Begriff. in ihm ist keine Zweiheit.91 Was heißt aber. Die Reflexion auf den Gedanken des Seins stellt nur das Ist seiner Erscheinung fest: nicht also das Sein.

nur dasselbe wie: ›Eine Erscheinung ist da‹. Mit dem Begriff Sicherscheinung faßt Fichte also zugleich die Einheit der Bewegung des Erscheinens und die in ihr miteinbezogene Zweiheit. eher dem Werden als dem Sein. (169. so wie schon bei Erscheinung.Fortsetzung mit Kant: die Erscheinung 83 scheinung und somit unter diesen einzigen Begriff subsumierbar. Seine Absicht war es also auch. Fichte hierzu: Das Wort ist. das Werden. unabhängig von aller Erscheinung. denn SichselbstErscheinung. das aktive Sichdarstellen legen. denn die Seinsform der Erscheinung ergibt sich nur in ihrer Sicherscheinung.h. Ihr Seyn in Grund und Boden. Dieses Wort. Die Erscheinung ist also nur dadurch.h. Das heißt. wobei sie nur sich erscheinen kann. unterstreicht Fichte da- . Demzufolge aber gilt jedesmal. bedeutet durchaus nichts mehr. muß man nur den Akzent auf die Tätigkeit. und aufgehend im blossen Seyn. das gewöhnliche Verständnis des Wortes ist zu kritisieren. – . Die Erscheinung kann nichts anderes als erscheinen. Anhand dieser Entfaltung wird die Struktur der Erscheinung als Sicherscheinung mit der des Bewußtseins zusammenfallen. wenn man sagt: ›Etwas ist‹. Keinesweges aber bedeutet dies Wort. Dennoch kann sie nur durch eine unmittelbare und immanente Verdoppelung ihrer selbst da sein. d. das Fundament aller Urteile. so daß es ein und dasselbe ist zu sagen: ›Die Erscheinung ist‹ und ›Die Erscheinung erscheint sich‹. fällt nach Fichte mit der Selbstdarstellung der Erscheinung zusammen und gründet insofern auf der Sicherscheinung. und die Gründe einer ausführlichen Entfaltung der inneren Struktur der Erscheinung: Eine Seinsform. selbst Objekt einer Wahrnehmung werden kann. liegen hierin die Möglichkeiten.31-170. so ist sie nicht. oder außer ihm. daß sie sich erscheint: Erscheinung und Sicherscheinung können nicht gesondert werden. und seiner Wurzel ist nichts anderes. was es heißt vom absoluten gebraucht: es ist schlechthin in sich selbst. Wie in der Folge der Wissenschaftslehre zu sehen sein wird. daß die Erscheinung nur in der Sicherscheinung ist. die Mannigfaltigkeit zu rechtfertigen. In diesem Terminus. die sowohl auf sich selbst reflektieren und dabei sich wahrnehmen als auch sich darstellen. Diese Überlegung über die Sicherscheinung hatte Fichte mit der Frage nach dem Sinn des Ist-Sagens eingeleitet. und erscheint sie sich nicht. die Erscheinung] erscheint sich. von ihr gebraucht.5) Die Wichtigkeit dieser Sichtweise vom ist als allein der Erscheinung angemessen. als sie [scil. d. und insofern ›Eine Erscheinung erscheint sich‹. in sich selbst.

und verborgen in Gott. d. gewöhnlichen Ansatz wird das ist angewendet. philologische Fußnote f ) zu »solche. ›der Erscheinung‹. die eben erst durch die W. und so die Augen gegen die Wahrheit verschließt. dieser92 Erscheinung wird ausgespro- 92 Ich weise die von den Herausgebern der Gesamtausgabe vorgeschlagene Korrektur der Handschrift zurück. automatischen Ansatz eines ist zu befreien. dieser« (vgl. . daß er sie zum Charakteristikum der Transzendentalphilosophie macht: Dies ist nun der höchstwichtige Satz. denn die Erscheinung: dies spricht sie aus durch ist. die das handschriftliche »solche. Um nun dies im wirkl[ichen] Faktum zu erkennen. aufheben.84 Fortsetzung mit Kant: die Erscheinung durch. Diese Ansicht steht allerdings nicht jedem zur Verfügung. Der Erscheinung erscheint nie etwas anderes. wenn das Verbum sein in der Form des ist vorkommt. gegen den sich der natürl[iche] Hang sträubt. sich von jenem spontanen. indem er weiter erläutert: In unserm [faktischen] Standpunkte erscheint also eben die Erscheinung nicht als solche. also ein Seyn für die Erscheinung ist nur Erscheinung. nicht auf das Sein. der aus der irreführenden Knappheit der Sprache und ihrem unreflektierten gewöhnlichen Gebrauch resultiert. setzt demnach die Fähigkeit voraus.L.h. Erst dann kann man wirklich mit dem wissenschaftlichen Inhalt anfangen. echten Sinns des Ist-Sagens führt. die Erscheinung als Erscheinung zu erkennen. d. sondern auf die Erscheinung bezieht.6-13) Die Wissenschaftslehre wird dabei als jener Gedankengang beschrieben. Die Betrachtung der Welt als eine Erscheinung. Ich ziehe die ursprüngliche Formulierung vor und verstehe »dieser« als pronominale Form im Genitiv. Fichte möchte nun jeden Zweifel. Die Wissenschaftslehre ist in ihrem Anfang nichts Anderes als die Übung dieses Abstraktionsvermögens. auf welchem alle transscendentale Einsicht beruht. Man muß sich also vollkommen im klaren darüber sein. daß man sich jedes Mal. (170. aber nicht zwangsläufig auch verwenden kann. gerade um die Wahrnehmungsinhalte als etwas absolut geltendes zu erklären. müste man die Erscheinung als Erscheinung fassen. denn beim ersten. erhalten wird. Dazu gehört eine gewisse Erhebung durch Freiheit. denn jedes wissenschaftliche Urteil basiert auf der Kopula. der zu allererst zum Verständnis des wahren. Dieser« konjiziert. also im Sinne von ›deren‹. das jeder Mensch besitzt. die sich erst im Prozeß des Sicherscheinens konstituiert. Das Seyn ist abgesondert. die Möglichkeit.h.

der Tatsache. außerhalb des Seins als dessen Begriff da. Es fehlt aber noch das Wie. nämlich eine Erscheinung. als daß es in sich geschlossen und insofern vollkommen undurchsichtig ist. Deshalb konnte man schließen. wurde ein Was gedacht. Gottes und der Welt. der es erlaubt.Fortsetzung mit Kant: die Erscheinung chen durch ist. (170. den vorher kontradiktorischen Begriff des absoluten Seins korrekt zu interpretieren. nämlich wenigstens der Begriff dieses Seins da ist. daß das Sein sich in seinem Begriff und damit in einer Erscheinung geäußert hat. nach dem Wort Erscheinung noch das Wort »[Erscheinen]« hinzuzufügen. daß das Sein genötigt ist. denn es zeigt sich schon bei der bloßen Wahrnehmung der faktischen Existenz des Seins-Begriffs.h. beruht in sich selbst. Über den reinen Inhalt des Begriffs des absoluten Seins oder Gottes kann man aber nichts anderes sagen. daß diese eine Erscheinung des Seins ist und schließlich. das dieses Sein außer dem Sein sein könnte.13-17) 85 Mit dieser Erklärung ist das anfangs dargestellte Problem endgültig gelöst. Erst durch die Erklärung des Wie wird Fichte die Beziehung zwischen den Termini Sein und Erscheinung ganz erläutern können. er ist. einen Standpunkt anzunehmen. Fichte schlägt nämlich vor. dieses unmöglich ist. ist man nach Fichte genötigt zu schließen. Über sein Sichäußern dagegen kann eine Aussage gemacht werden. und darin besteht sein Sein. Gott. Da ein Sein vorausgesetzt wird und das Dasein seines Begriffs betrachtet wird. läßt sich dadurch nichts behaupten. Das bedeutet selbstverständlich nicht. Hier sehen wir daß. Dieser Begriff selbst ist aber faktisch da. nach der Bedingung der Möglichkeit ihres Sicherscheinens läßt Fichte zunächst auf das Sein selbst zurückschließen. wie es in sich ist. unbekannt mit dem wahren Seyn. zu denken: Der Eine. . Kann man nun dank dieses faktischen Daseins etwas über das absolute Sein selbst sagen? Über das Sein selbst. Diesem Standpunkt zufolge ist es nun möglich. also wie etwas geschieht. die Zweite. was dank meiner Interpretation des handschriftlichen Textes vermeidbar ist. daß eine Erscheinung des Seins da ist. Das wurde aber bis jetzt nur faktisch gesehen. Die Suche nach dem Wie der Erscheinung bzw. erscheint sich und ist dadurch. und so glaubt man denn auf diesem Standpunkte. d. sich Übrigens wurden die Herausgeber durch ihren Eingriff dazu gezwungen. ein Seyn zu erbliken. daß außer dem Sein auch etwas anderes. die Erscheinung. daß er eine Erscheinung ist. das Nebeneinandersein des Seins und des Seinsbegriffs. – . Ausgehend von dem Daß. was auch das faktische Bewußtseyn sagen möge.

Erscheint er? Allerdings. daß. d. da man ihr Ergebnis faktisch wahrnimmt. Sie ist. Die Erscheinung ist insofern nach Fichte Manifestation und Äußerung des Seins. was ist. Da sie [die Erscheinung] ist. und zufolge seines absoluten Seyns überhaupt. das. folgt die Nothwendigkeit. daß das Sein in seiner absoluten Selbständigkeit zur Erscheinung kommt. in seinem Begriff. kann man schließen. Das absolute Sein wurde ursprünglich gedacht. man könne mit Kant antworten. Fichte bemerkt: Muß Gott erscheinen. daß es sich unzweifelbar geäußert haben muß. eine Selbstbestimmung zum Uebergange vom Nichterscheinen zum Erscheinen angenommen werden müssen. ist sie denn also? ja sie nimmt sich wahr. das anfangs in dem Begriff gedacht wurde. wenn er sagt: Freilich und da dies faktisch gefunden ist. Eben darum. welches dem Grundbegriffe widerspricht. in ihrem Sicherscheinen.** Also gar nicht unmittelbar aus dem Begriffe. der notwendigerweise anders als der des als einzig vorausgesetzten Seins ist und zu diesem in einem Gegensatz steht. ein Wandel. Daher hat Fichte gefragt. in seiner Erscheinung erscheinen. und erscheint er nothwendig[?] – . es sei Erscheinung. so würde in Gott ein Seyn. daß dieses Denken unmittelbar einen Begriff mit sich führt. was es sein könne.29-32) Folgen wir nochmals der im vorstehenden Zitat implizierten Schlußreihe. sondern aus der Vereinigung des Faktums mit dem Begriffe. weil wir von dieser Wahrnehmung überhaupt nicht abstrahieren können und sie sich in unseren Gedanken offenbar als Erscheinung des Seins manifestiert hat. Nun kann man aber über den Grund dieser Manifestation Gottes in der Erscheinung. der von dem blossen innern Seyn redet. (170. d. also die Offenbarung Gottes. keinesweges etwa zufolge dieser oder jener Eigenschaft erscheinen müsse. da man sich dafür an die Stelle Gottes setzen müßte. Daß aber diese Äußerung stattgefunden haben muß. und nimmt sich wahr. nichts aussagen. Hierüber ist in seinem Begriffe. so folgt. was jenseits der Grenzen unserer möglichen Standpunkte liegt. da er erscheine. denn wenn man das Gegentheil annähme. und auch nicht Seyn. durchaus nichts gesagt. kann man nicht leugnen. muß in seinem Begriff. Dann aber ist anzuerkennen. denn die Erscheinung findet unmittelbar selbst sich vor.86 Fortsetzung mit Kant: die Erscheinung zu äußern. das Sein außer dem Sein – das Sein also. und behauptet.h. Fichte geht nun noch einen Schritt weiter. muß sie noth- .h. er erscheinen müsse. gleichwohl aber.

seine Offenbarung. d. daß das Erscheinen eben das Wesen des Seins sei. die Selbständigkeit und Absolutheit des Seins keiner möglichen Bedingung zu unterwerfen ist. was sie freilich nur thun würde. Diese beruht auf der Wahrnehmung. um nur erst ihren Eingang zu gewinnen. Dieser letzte Schluß erhellt auch die folgende.1-9) 87 Fichte meint hier nämlich. also ist Gott uns faktisch in ihm erschienen und nicht anders. Nicht die erschienene Erscheinung also. sondern das reine Erscheinen des Seins. das nämlich kein Übergang vom Nichterscheinen zum Erscheinen sein kann.15-25) 93 GA II 12. Also problematisch: wird nun die Erscheinung nothwendig seyn: hier ist wieder ihr Feld. denn dieses zwingt anzunehmen. Dies liegen gelassen: Könnte sie nur aus diesem Begriffe die Nothwendigkeit der Erscheinung darthun. Nun abstrahirt sie als Wissenschaft mit Recht davon.«93 Nun soll man in einen durch das Faktum der Erscheinung geleiteten Lernprozeß eintreten. Demzufolge schließt Fichte diese sechste Vorlesung mit einer Bemerkung. (171. Zur Unbedingtheit des Seins gehört auch sein Erscheinen. daß die Erscheinung nicht ohne Bedingung. . so ginge ihr Weg eben fort. so scheint sie im reinen Denken Fuß gefaßt zu haben […].30-32. sondern nur ein ewiges wesensgleiches Erscheinen. die eine kurze und prägnante Zusammenfassung des Verfahrens der Wissenschaftslehre bietet und sie nochmals als Erscheinungsphilosophie oder Phänomenologie präsentiert: Die W. Diesen Charakter kann man nicht ursprünglich dem Inhalt des Begriffs des Seins entnehmen. weil das Insich-geschlossen-Sein. keineswegs sie ist unbedingt nothwendig. Will sie sich mit der faktischen Evidenz dieses Begriffes begnügen. Das aber kann sie schlechthin nicht. dem des absoluten Seyns. 171. auch nicht der einer Selbstbestimmung. sondern vom Sein und als seine Erscheinung bedingt sei. wenn sie überhaupt nicht reflektirte. ist unbedingt und deswegen unbedingt. wie etwa Spinoza. so geht der Schluß.L. – Drum bleibt ihr nichts übrig. (171. sondern nur nach der Reflexion auf das faktische Dasein dieses Begriffs anerkennen.h. dieses Dasein ist Erscheinung. geht. von Fichte mit zwei Sternchen eingefügte Fußnote: »Der absolute Grund aller Wahrheit ist hier ein absolutes Faktum: Das absolute erscheint: wer mehr denken will.Fortsetzung mit Kant: die Erscheinung wendig seyn. Ein Begriff Gottes ist da. aus von einem reinen Begriffe. muß herein ins Faktum: das dermalen lehrts ihn nur verstehen.

.88 Fortsetzung mit Kant: die Erscheinung Daher erhellt. daß Fichte nun an dem Dasein der Erscheinung als notwendig anzunehmendem festhält und aus dessen Behandlung den Rest seines Systems ableiten wird.

daß nicht nur gesagt wurde: ›Etwas ist außer dem Sein 94 GA II 12. ist Erscheinung jenes Seyns. 171. Zweiter Widerspruch: die Erscheinung und ihre Sicherscheinung Mit der sechsten Vorlesung hat Fichte seine Zuhörer in jenen Standpunkt einführen wollen. – . Dieses Faktum gilt demzufolge als allgemeines Konzept dessen.26f. nämlich in den transzendentalen. was außer dem Sein existiert. Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins 4. wiederholen und zusammenfassen und dadurch zum nächsten Schritt überleiten. von dem allein aus die Wissenschaftslehre möglich ist. Fichte drückt dies so aus: »Was ausser dem absoluten Seyn. was außer dem Sein da ist. d.h. Ein solches ist: als Faktum und schlechthin nur als Faktum«. die dazu geführt haben. daß die Erscheinung des Seins nirgends sonst als in einer unmittelbaren Anschauung erblickt wurde und sie sich darin mit aller Evidenz als ein Faktum dargestellt haben muß.4. von all dem. noch sich vorfindet. Der erste Schritt bestand also darin. . Die Erscheinung wurde zunächst als allgemeine Form des Daseins verstanden. kann er am Beginn der siebten Vorlesung noch einmal sein Ergebnis und die zwei Schritte. Da man die Annahme dieses Standpunkts durch zwei Schritte erreicht.94 Nun bestand der darauf folgende zweite Schritt darin.1.

Jezt spricht er [scil: derjenige. also in einer Anschauung. wie Fichte eindeutig erklärt. diese Selbstdarstellung der Erscheinung in einer unmittelbaren Anschauung zu fassen.h. Woher? offenbar aus einer faktischen Anschauung jenes ausser Gott selbst: Die Erscheinung muß ihm drum unmittelbar als Erscheinung erschienen seyn: schlechthin in Einem unmittelbaren Blike: und da war die Ueberzeugung fertig. Er hat das allgemeine Bild. d. Das Denken kann nämlich nur den Widerspruch zwischen dem absoluten Sein und dem Dasein seines Begriffs darstellen. sondern auch: ›Eine Erscheinung ist da‹. Diese Anschauung ist also. Erscheinung? Es scheint. unter welches er nun subsumirt. zur Anschauung der Erscheinung schlechthin. die sich nur dank einer unmittelbaren Intuition – der von Erscheinung – ergibt. d. d. Daß er dann als Erscheinung anerkannt wird. Das Denken ist nämlich nur für die Herstellung des Begriffs des Seins zuständig. weiß das schon. Sie ist ja nur faktisch. der aus dem Begriff des Seins auf die Gleichsetzung dieses Begriffs mit der Erscheinung und letztendlich auf die faktische Anerkennung ihres Sicherscheinens in der Form der Erscheinung schlechthin schloß. wird unmittelbar deutlich. (172. Fichte beschreibt diesen Schluß wie folgt: Was ist das nun. nicht aber seine Lösung. von jedem möglichen Inhalt losgelöste Anschauung. Fichte fordert dazu auf. Das Faktum der Erscheinung wird damit notwendig als Äußerung des Seins angenommen. Damit wurde zugleich die Annahme formuliert. daß diese Erscheinung. und zwar nur infolge ihres faktischen Daseins selbst als Begriff des Seins. [Und damit formuliert er die folgende] Voraussetzung: eine sich Darstellung der Erscheinung schlechthin als solcher in einem Faktum. eine absolute. In dieser Intuition zeigt sich der .L. Es wurde dadurch kein besonderes Dasein wahrgenommen und es ist in dieser Anschauung kein Inhalt wahrzunehmen: Die Erscheinung selbst hat sich als solche im Denken dargestellt.h. ist sie auch von diesem Denken selbst unabhängig.h. dem die Erscheinung als solche einleuchtet] sie nur in Worten und in der Form eines Satzes aus. vorausgesezt.90 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins da‹. und ohne dies ist jener Satz nicht möglich. ist man im Grunde zur höchsten Anschauung aufgestiegen. eine Erscheinung dieses Seins sein muß. es zeigt sich selbst in einer unmittelbaren Anschauung. wer da sagt: das ist Erscheinung. Nicht nur das: Obwohl sie sich nur dank des Denkens manifestiert hat. da sie mit dem Begriff des Seins überhaupt zusammenfällt. wird für die Möglichkeit der W. nicht Begriff.1-9) Durch den oben vollzogenen Gedankengang. Nur Anschauung.

Denn das Angeschaute. unter welchem diese Anschauung zu subsumieren wäre. sondern schließlich der Anschauung der Erscheinung. ohne daß man auf irgendeinen wahrnehmbaren Inhalt zugreifen könnte: Bei der Auffassung des Erscheinungscharakters der Erscheinung handelt es sich also um eine intellektuelle Anschauung. das in der Evidenz der Anschauung der Erscheinung schlechthin durchbricht. denn zur Anschauung gehört. Hier erscheint die Erscheinung selbst schlechthin als solche. daß die Erscheinung sich erscheine. – . Also ist dies die absolute Anschauung. dennoch blinde Anschauung. wo die Grenzen des Wissens liegen. Aber nicht allein die Wahrnehmung fehlt hier. Fichte erklärt das folgendermaßen: Was ist das für eine Anschauung. Das Wissen kann sich nämlich höchstens zum Wissen von der Erscheinung des Seins. ist in seinem absoluten Glanz für uns vollkommen blendend. Der Seinsbegriff war .10-17) Dabei wird – und zwar schon in der siebten Vorlesung dieser Darstellung der Wissenschaftslehre – ganz eindeutig erklärt. in ihrer formalen Einheit. Darum kann dieses absolute Wissen auch nur leer sein. Die besondere Anschauung die Erscheinung einer besondern Erscheinung. erheben. denn es ist ein reines Produkt des Intelligierens. läßt sie sich näher charakterisiren? Alle Anschauung ist sich Erscheinen der Erscheinung. und nichts mehr. handelt es sich hier um eine zwar intellektuelle. das absolute Wissen eben als Erscheinung des absoluten Seins aufgefaßt. sondern auch der Begriff. eines Theils der Erscheinung. unter den alles Dasein – dieser aber wiederum unter keinen anderen Begriff – subsumierbar ist. Da aber gemäß Kant nur der Begriff eine Anschauung sichtbar macht. Der am Anfang formulierte Begriff des absoluten Seins dient also keineswegs der Kenntnis des Seins. in einer Anschauung davon. (172. Die höchste Einsicht fällt insofern mit der unmittelbaren Feststellung unserer ursprünglichen Blindheit zusammen: Das absolute Licht. und auf ihren höchsten Gipfel gesteigert. Mit unserer Blindheit verweist Fichte aber keineswegs auf unser Nicht-sehen-können des Seins oder Gottes selbst. da ist die Anschauung in sich zu Ende gekommen. Wo sie ist. als blosse Erscheinung. sprich die Erscheinung. denn dieses bleibt in sich geschlossen jenseits seiner Erscheinung. zur Anschauung des Seins selbst. ist selbst der allgemeinste Begriff. keineswegs aber zum Wissen bzw.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins 91 Charakter der Erscheinung in ihrer absoluten Reinheit. Darüber hinaus liegt keine Anschauung mehr. Diese reine Anschauung der Erscheinung schlechthin ist nun der Höhepunkt des Wissens.

d. in seiner Einheitsform. wendet sich Fichte diesem Problem zu: Es zeigt sich ein neuer Widerspruch. scheint auch der Erscheinungs-Begriff. Nach einem Exkurs über Verfahren und Ziel der Wissenschaftslehre.92 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins nämlich wiederum kein Begreifen des Seins. von der Intuition des Lichts des Seins zum Sehen des Daseienden möglich sei. Ein Satz aus dem obigen Zitat deutet schon auf dieses Thema hin und leitet damit zum nächsten Punkt über. also des Übergangs von der Anschauung der Erscheinung zu einem Begriff der Erscheinung. wenn er von der Möglichkeit »besonderer Erscheinungen«. die als »Teile der Erscheinung« zu verstehen seien. Es handelt sich also vielmehr um das Nichtsehen des puren Lichts Gottes. rein gedanklich erstellten Anschauung – der der Erscheinung schlechthin – faßbar ist. auch den faktisch mannigfaltigen Wahrnehmungen angemessen sein. spricht. ist. Fichte weist hier nämlich schon auf eine vermutete Teilbarkeit der Erscheinung hin. Dagegen aber soll der Begriff von Erscheinung. so ist alles gut. sondern nur vom blinden Denken einzusehen ist. der im folgenden unberücksichtigt bleiben soll. Dieser Begriff von Erscheinung soll nun konstruiert werden.22-26) Nun. Das ausser Gott ist angeschaut. eben schlechtweg. unter dem alles. das aber eben wegen seiner intellektuellen Herkunft nicht von einem sehenden Auge. als Erscheinung. und darin besteht die nächste Aufgabe. unter den man die Wahrnehmungen und dadurch die ganze Erfahrung subsumieren kann. und dieser Anschauung zufolge begriffen. was außer dem Sein da ist. das zwar als Inhalt einer intellektuellen. von der absoluten Anschauung zu den Wahrnehmungen. subsumiert wird. . Bleibe ich in diesem Gedanken stehen. Das Problem. sondern die Anschauung seiner Erscheinung als dessen Offenbarung. Das hängt mit der Erklärung der Bedingungen der Möglichkeit der Sicherscheinung zusammen. ganz ähnlich dem obigen. Als solcher ist die in der Anschauung sich ergebende Erscheinung notwendig einheitlich. weil sie nur als mittels des Begriffs des Einen Seins vorhanden faktisch angeschaut wurde. das sich nun dem Wissenschaftslehrer stellt. ohne daß hierin das mindeste zu unterscheiden ist. (174.h. wie schon vorher der Seins-Begriff. Werfe ich mich aber etwa in die Wahrnehmung. so finde ich vor ein sehr mannigfaltiges. Der Erscheinung selbst entspricht also laut Fichte auch ein gewisser Grad von Unberührbarkeit. wie ein Übergang von der Erscheinung zur Erscheinung der Erscheinung. in sich widersprüchlich zu sein.

Die Erscheinung kann aber. freilich selbst auf ein Faktum gegründet. das sich in einer Anschauung ergab. daß sich der Ort der Vermannigfaltigung nur in der Erscheinung selbst und nirgendwo anders befinden muß. hat Fichte als Erscheinung begriffen. daß der jetzige Bestimmungszustand der Erscheinung es nicht erlaubt. denn sie ist nur der vermittelte Ausdruck eines ganz einheitlichen Seins. Einerseits ist also klar. besteht. Was ist nun dies? Entweder Erscheinung. Die Erscheinung ist gemäß ihrem Begriff Erscheinung. andererseits ist aber auch evident. woraus sich ein Widerspruch zwischen der faktisch angeschauten Einheit der Erscheinung als Bild des Einen Seins und ihrer ebenso faktisch angeschauten Mannigfaltigkeit in den vielen wahrgenommenen Bildern ergibt. wie wird die Einheit ein Mannigfaltiges?* (Widerspruch: das Faktum.. sprich das außer Gott stehende Dasein. so ist Widerspruch: also ja: aber jenes ist Eins. Nicht. aber auch die mannigfaltigen Wahrnehmungen sind notwendigerweise Erscheinungen: Kann man also in der Erscheinung eine Beziehung zwischen Einheit und Mannigfaltigkeit finden? Hier rückt gerade das oben angedeutete Problem der Teilbarkeit von Erscheinung in den Vordergrund. Der Ort der Spaltung muß also zwar innerhalb der Erscheinung liegen. nämlich. So. und wenn man bedenkt. und die DenkEinheit. müssen auch die Wahrnehmungen Erscheinungen sein.26-175. Diese zeigen sich aber als mannigfaltig. (174. daß jede faktische Wahrnehmung als Anschauung bezeichnet werden kann. kann man keineswegs eine Spaltung in ihr zeigen. als Sein außer dem Sein angenommen. außer seiner selbst zu sein. sie ist drum eben so . wie das innere Seyn und das absolute schlechtweg ist. Nun muß Fichte aber eindeutig ausschließen.5) Wenn also die Erscheinung Anschauung ist und umgekehrt die Anschauung Erscheinung. eingesehen.) So muß auch die Erscheinung sich in sich selbst spalten. und modificiren lassen. dort aber erst genauer bestimmt werden: Sie [scil die Erscheinung] ist schlechtweg der Form nach. wie sie bisher gedacht wurde. daß bezüglich der Erscheinung das akzeptierbar sei. was man im Hinblick auf das Sein schon ablehnen mußte. oder nicht.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins 93 Den Begriff des absoluten Seins. [ist es] ausser Gott. daß sie sich vervielfältige. wie Sp[inozas] Gott. Das wurde unmittelbar als Faktum. nur völlig einheitlich wie das Sein selbst erscheinen. Fichte geht weiter: – allerdings. da es [scil das Mannigfaltige] in der Wahrnehmung ist. diesen Trennungspunkt in ihr festzustellen. worin die Art und Weise des Seins.

die in einer Anschauung ebenso absolut aufgefaßt wird. wird faktisch einfach dadurch erfahren. nur als Schatten. daß auch Schatten oder Farben wahrzunehmen seien. und sind die Farben. unmittelbar wie sie ist.9-17) Die Annahme. um ihn als möglichen Ort der Ableitung der Mannigfaltigkeit begreifen zu können. vielmehr würde er das ausschließen. es ist drum auch innerhalb ihrer selbst kein Werden. die sich hier stellt. Nun betrachtet man das Licht als die Erscheinung des absoluten Seins schlechthin. ist seine Unterbrechung dann denkbar? Der Begriff des Lichts allein genommen sagt noch nichts darüber aus. – Sie ist schlechthin durch ihr blosses Seyn ganz und vollendet. – In diesem Sinne also ist die Erscheinung kein Ort und Anknüpfungspunkt für eine mögliche Deduktion der W.L. so daß es eigentlich in unserem Sehen dieses Jenseits des Lichts ist. Dies stünde aber in einem Widerspruch zu den faktischen Wahrnehmungen des Mannigfaltigen. daß das Licht die ursprüngliche Erscheinung des Seins ist. (176. ist demnach: Wenn das Licht nur in dieser ursprünglichen Erscheinungsform da ist. ebenso wie im Sein selbst. daß und wie dieses Licht teilbar sein könnte. Wenn aber kein Werden da ist. keine Spur finden. das Werden sei unmittelbar mit der Erscheinung zu identifizieren. das zur Erscheinung kommt.h. die ihrerseits nur Erscheinungen sein können. Von einem Werden aber kann man in der Erscheinung. als eine Erscheinung.h. also als eine Form der Dunkelheit zu verstehen. ist in ihr keine Möglichkeit eines Werdens zu finden. Denn vom Begriff des puren Lichts her ist es unmöglich. Die Frage. erscheint in ihr. denn als reines Bild des Seins muß sie denselben Charakter wie das Sein haben. ohne irgendeinen Grund – aber für uns. so daß man das Sehen ohne eine Unterbrechung der Kontinuität des Lichts durch die Dunkelheit . stellt sich also als ein Irrtum heraus. Nach dem Modell Fichtes ist aber für das faktische Sehen notwendig weiter vorauszusetzen. so wie im Seyn unmittelbar durch das formale Seyn es ist. Was das absolute innerlich ist. notwendig – als das Erscheinende in der Erscheinung. Es wird also eine tiefere Erörterung des Begriffs der Erscheinung verlangt. als das absolute geworden ist. Um dieses Konzept zu verdeutlichen.94 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins wenig geworden. d. Besser gesagt: So wie bisher die Erscheinung gedacht wurde. kein Zuwachs der Erscheinung. d. sei nochmals die Metapher des Lichts bemüht. und negiert so die Vorstellung. dann ist auch keine Mannigfaltigkeit durch diesen Begriff der Erscheinung greifbar. jeder Inhalt des faktischen Sehens. die faktisch etwas sehen. so wie im Seyn kein Zuwachs des Seyns ist. Dunkelheit zu begreifen. nämlich nur als Erscheinung des Seins. daß man sieht. Dies nennen wir Sein und es äußert sich absolut frei. Daß Licht da ist.

für eine Philosophie.1. worin der Grund für die früheren Mißverständnisse lag: Die Erscheinung sei nämlich als leerer Schein und nicht als ein im absoluten Sein begründetes Dasein interpretiert worden. Dieser jezt aufgestellte Begriff derselben. Protestatio facto contraria Fichte eröffnet die achte Vorlesung. nicht den Einheitspunkt aller. indem er an die Begründung der Erscheinung als Seinsbegriff im absoluten Sein erinnert. indem er sich auf den Begriff der Erscheinung und seine korrekte Betrachtungsweise konzentriert. wie sie durchaus kein eignes. und er gibt dann eine mit dieser Annahme kompatible Erläuterung der Struktur des Bewußtseins: Wir haben die Erscheinung in diesem Sinne. d. Auf das Problem der Mißverständnisse der Wissenschaftslehre hatte Fichte bereits in der vorangegangenen Vorlesung angespielt.h.1. und eben daß man diesen Begriff nicht . daß es als Spitzfindigkeit erscheinen sollte. Giebt es einen solchen? / Ist bedeutend. und selbstständiges Daseyn hat.7-11) Er beginnt mit der Erläuterung dieser »Spitzfindigkeit« jedoch nicht. Ähnlich wird auch die Erscheinung nicht nur gedacht. 4. deutlich aufgestellt […]. drum empfiehlt es sich Ihnen. (175. So habe beispielsweise Jacobi die Wissenschaftslehre für nihilistisch erklärt. die das Dasein und daher die ganze Welt der Erfahrung auf ein inhaltsloses Produkt der Einbildungskraft zurückführe. Jezt soll [dies geschehen]. sondern lediglich ist eine andere Form des göttl[ichen] Seyns.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins 95 nicht erklären kann. und in der That versinken. Auch hat dieser in mehrern meiner frühren Darstellungen nicht so recht herausgestellt werden können. selbst auf die Gefahr hin. ohne vorher zu erklären. Mit der Darstellung dieses Problems endet die siebte Vorlesung. ausserdem würden wir in den Nihilismus wirklich. Gerade auf einem falschen Verständnis von der Erscheinung nämlich beruhen laut Fichte alle Mißverständnisse der Wissenschaftslehre. da der Begriff der Erscheinung für ihn als Hauptbegriff der Transzendentalphilosophie und die Wissenschaftslehre als deren vollkommene systematische Darstellung gälten. Gegen diese Interpretation wehrt sich Fichte zunächst. sondern tatsächlich wahrgenommen. muß uns in der Zukunft nie verschwinden. als er fragte: Wo ein Ableitungspunkt. Sie begreifen einzelne Ableitungen.

(177. GA II 7. nicht nur als die unmittelbare Erscheinung des Seins selbst zu verstehen. die Erscheinung. verursacht. sprich Wahrnehmungen spaltet. daß die Zweiheit im Begriff der Sicherscheinung nur faktisch anerkannt. Der Wis- 95 Ich bediene mich hier einer Redewendung aus der Wissenschaftslehre 1804. denn der Ort kann überhaupt nicht in diesem ersten. Jetzt wird diese Erklärung zwar nicht zurückgenommen. durch ihr blosses formales Seyn vollendet. gleichwohl muß unsere wirkliche Beziehung zu ihm tiefer als bisher verstanden werden. Der Begriff der Erscheinung soll als solcher bewahrt werden. Spaltungspunkt Gefahr laufen. 106. sondern sie ist. Aus dem vorherigen Zitat hätte man nämlich schließen können. hat diese falsche Ansicht.L. der Punkt.4-7) Auch wenn dieser Begriff der reinen Erscheinung des Seins. so Fichte. an dem die Einheit der Erscheinung sich in die Mannigfaltigkeit der jeweiligen Erscheinungen. Dagegen könnte eine übereilte Lösung der Untersuchung nach diesem Ableitungs.1. d.bzw. sondern eventuell nur in einem zweiten und vertieften Begriff der Erscheinung liegen: Das Seyn wird nicht. wie er bisher angeschaut wurde. Dies ist der Fehler. und geschlossen. vgl. irgendwo im Erscheinungsbegriff verborgen liegen muß. und Aufnahme der W. die Mannigfaltigkeit zu verstehen. Auch die Erscheinung des Seyns wird nicht.96 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins fest hält. in Absicht der Realität in ihr. und in ihm wird nichts. und in ihr wird nichts. den Schelling. Die Erscheinung wurde ja bereits bei ihrem Eintritt in die Wissenschaftslehre als Ort des Werdens und als Übergang von der Einheit zur Zweiheit als Gegenpol zur absoluten in sich geschlossenen Einheit des Seins betrachtet. . daß der Einheitspunkt aller Ableitung.h. sondern zugleich und in derselben Form auch gerade als Ort der Spaltung zu begreifen. es ist allerdings inzwischen deutlich geworden. nicht dazu beiträgt. nicht aber genau angeschaut wurde. (176. da der exakte Ort dieser »lebendigen Einheit zur Zweiheit«95 und die Struktur dieses Übergehens noch nicht erkennbar sind. wie sie in der intellektuellen Anschauung sich anbietet.18-25) Nun geht er zur Behandlung der Frage nach der Möglichkeit einer Spaltung innerhalb der Erscheinung über. in seiner Identitätsphilosophie begangen hat. muß man sich dennoch an das bislang Festgestellte halten.

sie ist uns. Was wir dachten. muß die Antwort lauten. sie gedacht. Einen solchen Begriff gewinnen wir von der Erscheinung. denn sie wurde nur als Erscheinung des Seins in Form seines Begriffs aufgefaßt. dem diese Erscheinung eben erscheint.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins 97 senschaftslehrer muß demnach über seinen Begriff von Erscheinung wieder reflektieren. sogar auszuschließen. durchaus nicht darin. d. daß diese Erscheinung ihm erschienen ist. Wenn jemand nämlich behauptet: ›das Sein erscheint‹ oder ›ein Sein außer dem Sein ist da‹. Was wir waren war doppelt: SichErscheinung der Erscheinung als Er- . Wir können also nicht bei der reinen Voraussetzung verharren. protestatio facto contraria. Die Erscheinung kann insofern nie von ihrer eigenen Darstellung als Erscheinung.B. daß das Sein erscheint. denn offenbar setzt die Formulierung des Erscheinungsbegriffs nicht nur voraus. Der Inhalt unseres ursprünglichen Gedankens der Erscheinung zeigt also einen Widerspruch in sich. wiederum einer Erscheinung erscheint. also nicht von ihrer Erscheinung der Erscheinung getrennt werden. In der ursprünglichen Anschauung der Erscheinung ist aber all dies nicht zu finden und. aus denen sich der Begriff von Erscheinung herauskristallisiert hat. sich selbst. wenn wir in der blossen Voraussetzung: das Seyn erscheint: stehen bleiben. Nun ist dies in dem soeben vollzognen Geschäfte unser Fall gewesen: wir haben herabgesehen auf sie.h. Entsprechend müßte er auch gleich feststellen. Es liegt z. Können wir denn nun in dieser Voraussetzung stehen bleiben. deutet diese Aussage schon jenseits des reinen Außer-sich-Seins des Seins darauf hin. und bleiben wir in der That darin stehen[?] (177. sie ist sich erschienen. war einfach: die Erscheinung schlechtweg. einer anderen Erscheinung erscheinen mußte. da ausser ihr nichts ist.10-12) ›Selbstverständlich nicht‹. daß diese Erscheinung jemandem bzw. natürlich. streng genommen. sondern auch. sondern auch er selbst da sein muß. daß diese Erscheinung des Seyns selbst wiederum erscheine. daß diese Seinserscheinung uns. um die unbemerkten und implizierten Bedingungen der Möglichkeit gerade der Anschauung des Seinsbegriffs als Erscheinung verstehen zu können. daß das Sein erscheint. dem Fichte jetzt die Bezeichnung protestatio facto contraria gibt: Jene Form des göttlichen Seyns ist mit dem Erscheinen desselben – des Seyns eben – geschlossen. ohne dabei auch unmittelbar festzustellen. daß außer dem Sein nicht nur der Begriff des Seins. und es liegt in ihr durchaus nichts weiter.

98 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins scheinung schlechtweg. So war es in dem eben vollzognen Fakto. was in der Erscheinung ist und erscheint. Das kann aber Fichte nicht akzeptieren. die sich schon als eine Wirklichkeit faktisch darstellt. der erklärt. der ihn denkt. Nun läßt sich an beiden Begriffen von Sein und Erscheinung allein durch die Annahme festhalten. Die Erscheinung ist zwar Erscheinung Gottes und Sein außerhalb des Seins. Also: die Erscheinung erscheint sich selbst.14-22) Wenn vorher die Formulierung des Begriffs des absoluten Seins zu der Antinomie führte. Es ist das erscheinende: aber nicht das erschienene. Der Begriff der Erscheinung führt also ähnliche Probleme mit sich wie der Begriff des absoluten Seins. – . das Faktum stellt dagegen dar. manifestiert und offenbart sich das Sein in der Erscheinung. daß nicht eine einfache Erscheinung da ist. was aber in der Erscheinung. Derjenige. daß der Wissenschaftslehrer durch seinen Begriff der Erscheinung. Aus ihm selbst läßt sich aber diese Möglichkeit. durch die Erscheinung und eben als Erscheinung erscheint. daß in der Erscheinung das Sein eigentlich nicht erscheint. Er kann nicht allein da sein. daß eine Erscheinung da sei. stellt sich nämlich als eine lebendige Darstellung des Widerspruchs dar. nicht denken. als Erscheinung der Erscheinung. denn das. d. Denn der Begriff. ist nichts anderes als die Erscheinung selbst in der Form ihrer Erscheinung. denn. da Fichte ihn als eine Erscheinung vorstellte. und abge- . in dem sich der als Erscheinung anerkannte Seinsbegriff als notwendig einheitliches Sein außerhalb des Seins darstellt. sozusagen in Fleisch und Blut. Die Protestatio sagt: ›Eine Erscheinung ist da‹. Mit den Worten Fichtes: Das Seyn erscheint denn in der That nicht. kann nicht das Sein sein.h. sondern vielmehr eine Erscheinung der Erscheinung als Erscheinung. dargestellt wird. Der Widerspruch besteht nämlich darin. nicht das von der Erscheinung abgesonderte. Ist doppelsinnig. (177. schließt zugleich die Existenz desjenigen aus. weil dieses zweite Faktum in der Tat da ist und von ihm selbst. rein als Erscheinung des absoluten Seins betrachtet. doch kommt das Sein in der Erscheinung nie zu seinem wirklichen Erscheinen. sich selbst als sich existierend denkende Erscheinung negiert. so verwickelt jetzt die protestatio facto contraria den Wissenschaftslehrer selbst in einen lebendigen Widerspruch. daß sein Inhalt seinem faktischen Dasein und umgekehrt das faktische Dasein des Begriffs der Wahrheit seines Inhalts widersprach. gilt er selbst faktisch schon als seine Verdoppelung. und gleichsam abgestoßne. sondern nur seine Erscheinung selbst. Zwar äußert.

leerer.2-6) 99 Kehren wir zurück zum Verständnis des Worts Erscheinung. Erscheinung heißt also so viel wie: erscheinendes Erschienenes. Erscheinung ist also kein einfacher oder zweifacher. Erscheinung und Seyn treten nicht aus einander sondern verschmelz[en]. In dieser eignen und selbstständigen Form der Ort der Deduktion[. und auch der Trennungspunkt zwischen dem erscheinenden Sein und der erschienenen Erscheinung kann noch nicht gezeigt werden. seinsloser Schein genommen werden.. In ihrem Erscheinen trägt sie immer das sich offenbarende Sein weiter. Die Erscheinung braucht einerseits ein Resultat des Erscheinens. andererseits aber ist dieses Resultat selbst auch weiter von allein erscheinend.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins sezte: kurz was. als wesentlichen Charakter dieser Erscheinung nur die Erscheinung selbst und nicht das Sein erhalten. um wirklich zu erscheinen. Demzufolge kann man zu Recht sagen. wenn eine Erscheinung wahrgenommen wird und diese Wahrnehmung im Urteil ›eine Erscheinung ist da‹ wirklich zum Ausdruck gekommen ist. inwiefern der Erscheinungsbegriff nicht nihilistisch ist: Die Erscheinung kann nämlich aufgrund ihrer ursprünglichen Verschmolzenheit mit dem in ihr erscheinenden Sein keinesfalls als ein reiner. (178. nicht als das Erschienene der Erscheinung. Im ersten Beweise wird wieder vorausgesezt: es soll das Seyn als erschienenes abgesezt werden: im zweiten: es sollen eben beide gesondert werden: also ein Zirkel – und so bleibt es eben faktisch. Es deutet nämlich auf die Tätigkeit des Verbums erscheinen hin. sprich auf das Erschienensein. das Erschienensein (der Erscheinung) und ihr synthetisches/trennendes Glied gesetzt. Eben als erscheinendes Sein aber ist die Erscheinung mit dem Sein verschmolzen und insofern . Dieses Mittelglied aber ist im Erscheinungsbegriff nicht unmittelbar zu finden. nebeneinander und ineinander das Erscheinen (des Seins). so daß die Erscheinung ein erschienenes Erscheinendes und zugleich ein erscheinendes Erschienenes ist. denn in ihr erscheint das Sein tatsächlich. dessen Erscheinung sie eben ist. denn mit ihm sind gleichzeitig.*] [* Wird in der Zukunft gebraucht werden. das wie jede Nominalisierung eines Verbums zweideutig ist.6-9) Also wird man. Auf diese Weise macht Fichte auch deutlich. sondern ein dreifacher Terminus. insofern es sich als Sein selbst äußert: nur aber als das Erscheinende in der Erscheinung und durch sie. verweist aber zugleich auch auf das Resultat dieser Tätigkeit. Kurz Faktum. daß die Erscheinung ist. in beiden Beweißformen eben der Hauptgrund ist.] (178.

sondern das Erscheinen ist das erscheinende. die aus der kohärenten Reflexion über das Faktum des Sicherscheinens bzw. die das Sein der Welt vor allen entwertenden Interpretationen sichert. zu reflektieren. – Die Form des Absoluten geht bis zum erscheinen.100 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins gegen jede nihilistische Interpretation ihres Begriffs gesichert. Nur unter dieser Voraussetzung. In dem Erscheinungsbegriff ist nämlich das Sicherscheinen der Erscheinung nicht unmittelbar miteinbezogen. wie wir uns auf dieses Faktum beziehen. sich nicht in der reinen Anschauung der Erscheinung zu verlieren. Allein das Beruhen der Erscheinung auf sich selbst als Erscheinung des Seins genügt nämlich nicht. Die Genesis ihres Begriffs wird dementsprechend ihrer schematischen Existenz ein selbständiges schematisierendes Leben zuweisen. Zwischen der Erscheinung als erscheinendem Sein und als erschienener Erscheinung besteht also eine Zusammengehörigkeit. sondern auch von einem Begriff der Erscheinung zu reden und daher ebenfalls von besonderen Erscheinungen. des Uns-Erscheinens hervorgeht. um auch ihre Tätigkeit zu erklären. In jenem ersten ist das absolute das Erscheinende. Genesis des Erscheinungsbegriffs Die oben erwähnte Rechtfertigung der Erscheinung vollzieht sich folgendermaßen: Fichte fordert dazu auf. nicht bis zum sich erscheinen. ein Zustand. denn in dieser Beschreibung fehlt noch der Grund ihres Erscheinens. die sich in ihrem Erscheinen verwirklicht und äußert. Was enthält dieses Faktum. ist es möglich.2. um die ganze Komplexität der Erscheinungsstruktur zu erklären. über das Faktum der Erscheinung und darüber. 4. von besonderen Anschauungen und Wahrnehmungen. Daß die Erscheinung eine zweite Form des Seins ist.1. In diesem ihrem . wodurch sie tatsächlich zur Erscheinung kommt. Das Leben der Erscheinung muß einerseits auf dem Sein gegründet sein. andererseits aber über diesen bloßen Seinszustand hinausgehen. und bringt es neues mit.h. d. die durch die Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit des Faktums rekonstruiert wird. seine genetische Struktur. In der Wissenschaftslehre soll aber jedes Faktum auf seine Genesis zurückgeführt werden.h. im leztern nicht mehr dieses. Die Erscheinung muß dagegen ein eigenes Leben haben. Eben das bedeutet Faktum. nicht zeigt. d. genügt aber nicht. Die Erscheinung erhält ein selbstständiges Seyn. der die Bedingung seiner Möglichkeit und damit sein Zustandekommen.

ohne auf den Prozeß verweisen zu können. heraus gegangen über das Faktum. kommt Fichte also zum Konzept vom schöpferischen Leben.25-179. durchaus aus Nichts. (178. muß zunächst seinen reinen Seinscharakter als möglichen Grund ausschließen und wird dann dazu geführt. über dieses Faktum hinausgehend. In demselben liegt die Erscheinung der Erscheinung schon wirklich vor. das nach der Genesis des Faktums der Sicherscheinung fragt. – (178. […] Also – zufolge des Faktum ist die Erscheinung in sich selbst absolut reale Schöpferkraft eines neuen. keinesweges aber bis zum Erscheinen der Erscheinung selbst geht.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins selbstständigen. daß sich das Sein zu einer Erscheinung und sich diese Erscheinung wiederum zu einer Erscheinung der Erscheinung bestimmen mußte. was sich im Faktum nicht unmittelbar zeigt. daß es dies nicht durch das absolute ist. so Fichte. Durch dieses reflektierende Verfahren. Der nächste Schritt besteht darin. gefragt: wie kommt es nun zu diesem. welches ist sein Grund? und haben darauf antworten müssen: die absolute Kraft der Erscheinung sich selbst ihr selbst vorzulegen: wir sind drum durch Denken. Um zu entdecken. nach dem Gesetze des Grundes. was der Grund für das Faktum der Erscheinung sei. das er ausschließlich der Erscheinung zuschreibt. die sie zu ihrem Sicherscheinen führt und daher als genetische Struktur einer Erscheinung der Erscheinung gilt. indem dieses nur bis zum Erscheinen dieses. sich gleich eine weitere reflektierende Frage über das eigene Verfahren zu stellen: Wie wurde diese Genesis nachvollzogen? Man sei. ein eigenes schöpferisches Leben. durch den vorhergehenden Begriff durchaus nicht erklärten Vorliegen. und ist ihr faktisch gegeben. Fichte schließt: Diese oben behauptete Schöpferkraft nemlich liegt keinesweges in dem Faktum selbst […]. Die einzige mögliche Voraussetzung. Diese zweite Bestimmung. dank derer das Faktum der Sicherscheinung erklärbar ist.10-24) 101 Demzufolge muß man schließen. Der Beweiß beruht darauf. die der Erscheinung innewohnt. eine schöpferische Kraft anzunehmen. kann man aber nicht dem Faktum als solchem entnehmen. denn dieses stellt den Prozeß als schon vollzogen dar. allein den Gesetzen des Denkens gefolgt. ist eine der Erscheinung innewohnende Kraft. […] Wir aber haben. und eigenthümlichen Seyn laßt uns sie nun ergreifen.1) . wendet er nur rückschließend das Gesetz des Grundes an: Er fragt sich nämlich. die wir erst nach der Feststellung des faktischen Sicherscheinens der Erscheinung in uns selbst ableiten können.

dem des absoluten Seins. Die Gewißheit des Schlusses hängt nun aber nicht damit zusammen. daß es selbst ist. sondern sie resultiert daraus. unabhängig von unserm jezt vollzognen denken. Die Freiheit der Erscheinung In Übereinstimmung mit seiner anfänglicher Erklärung. wir nehmen nemlich an. Mit dieser grundlegenden Feststellung beendet er die achte Vorlesung. Diese hat Fichte aufgrund der Feststellung seiner Vollziehung als notwendige Äußerung Gottes betrachtet. Das Prinzip seiner Ableitung wird erst jetzt innerhalb der Erscheinung ersichtlich. reflektiert er über dieses Verfahren. daß er eine Folge der Gesetzmäßigkeit des Denkens ist. (179. ein System dürfe nicht mit einem Prinzip begonnen werden. 1) Die Erscheinung ist das Ergebnis der freien Selbstbestimmung des Seins. Resultat: In der Erscheinung. Nicht also das Sein ist das Prinzip. und innerhalb ihres ursprünglichen Seyns Princip schlechtweg.3.1. nicht Gott. sondern vielmehr seine Erscheinung. Das gesetzmäßige Denken erhebt uns also über die Faktizität und führt uns mit Sicherheit zur Genesis. ist noch über dies ein eigenthümliches absolutes Leben. daß eine solche absolute innere Schöpferkraft der Erscheinung in der That ausser Gott da sey. freien Bestimmungen dargestellt. Im Falle des Faktums des Sicherscheinens der Erscheinung besteht diese Bedingung in einer selbständigen schöpferischen Kraft der Erscheinung. Diesem unserm Denken schreiben wir nun eine reale Gültigkeit zu.1-12) 4. Sie ist in sich selbst. Dies sollen wir wissen. die sich als Ergebnis der folgenden beiden.102 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins Erst nachdem Fichte diese Gedankenkette zusammengesetzt und sich aus ihr unmittelbar und intuitiv ein Schluß ergeben hat. die da ist das absolute Erscheinen des Seyn. zufolge des sie sich selbst erscheint. daß er faktisch gedacht wurde. Man könnte diesem Gedanken auch folgendermaßen folgen: Auf- . Fichte kann also schließen. stellt Fichte an den Anfang seines Systems nicht ein Prinzip. schlechtweg dadurch. und wenn wir es auch nie gedacht hätten […]. sie ist aber andererseits anzusehen als Ergebnis der absoluten Freiheit Gottes. indem es die Bedingungen der Möglichkeit eines Faktums enthüllt. das die Unentbehrlichkeit der Schöpferkraft feststellen ließ. daß die Erscheinung wirklich auch Prinzip ihrer Sicherscheinung sein muß. sondern die Formulierung eines Grundbegriffs. und wie es selbst ist in sich selbst.

zeigen sich am Ende dieser Deduktion als gegenseitig aneinander gebunden. – . nach der Faktizität der Erscheinung zu fragen. beginnt. erlaubt es. sodann aber selbst diese Freiheit dem Gedankengesetz unterwerfen. Die Freiheit der Wissenschaftslehrer gegenüber der Erscheinung (die eigentlich selbst die Freiheit der Erscheinung ist. die es ihm erlaubte. also den möglichen Ort der Ableitung der Wissenschaftslehre anbieten. fürs erste genau kennen zu lernen. da uns aber ein Phänomen zweifellos tatsächlich erschienen ist.h. weil sie die Bedingung der Möglichkeit seiner beiden Formen. hat dann dahin geführt anzuerkennen. […] Dies […] wird schon jeder . Die absolute Freiheit Gottes hingegen ist die genetische Bedingung der Möglichkeit für die Existenz der Erscheinung und damit die Wurzel der freien Bestimmung zum Denken nach Gesetzen. Demzufolge erklärt Fichte: Es ist nöthig.L. in der Erscheinung ein Prinzip für die ganze Kette der Ableitungen anzuerkennen. In beiden Fällen zeigt sich also dieselbe Freiheit zur autonomen Selbstbestimmung. die Erscheinung als Prinzip zu fassen. den Begriff Gottes zu formulieren und dadurch die absolute Freiheit Gottes zu postulieren. Diesen beiden Formen der Freiheit und ihrer gegenseitigen Beziehung widmet Fichte seine neunte Vorlesung. in welchem die Ableitung der W. sich in ihm geäußert haben. daß das Faktum Erscheinung eine Selbstbestimmung der göttlichen Freiheit ist. diesen hier sich anfügenden neuen Begriff der selbstständigen Freiheit der Erscheinung in sich selbst. die Selbstbestimmung. sich zu vermannigfaltigen. daß die Freiheit. den Gedankengesetzen zu folgen. 2) Nun aber.h. nach dem Grund zu fragen. die Selbständigkeit der Erscheinung. d. muß Gott diese Möglichkeit verwirklicht haben.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins grund seiner absoluten Freiheit kann Gott auch zu einer solchen Selbstbestimmung kommen. die Bedingung der Möglichkeit des Wissens überhaupt ist. d. da er ohne Zweifel der Ort ist. d. die zur Entfaltung der Wissenschaftslehre führen. sich selbst zu bestimmen. ist. sowohl der Anschauung als auch des Denkens. Das Gedankengesetz. Dafür muß er sich zunächst für frei gegenüber der Erscheinung halten. Er erklärt zunächst. sich in einem Phänomen zu äußern. im Bemühen. Gerade die Freiheit.h. 103 Beide Freiheiten. weil sie selbst nichts anderes als Erscheinung sind) ist die faktische Bedingung der Möglichkeit. Diese Freiheit muß dann auch die Möglichkeit der Erscheinung. bieten. muß festgestellt werden: Es ist das Ergebnis der freien Selbstbestimmung des Wissenschaftslehrers. diejenige Gottes und die des Wissenschaftslehrers.

meint Fichte.4.1.104 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins vermuthen. aus dem Erscheinen des Absoluten. durch rükwärts schliessen. als das Bedingende derselben? Ist sie etwa durch sich selbst? Offenbar nicht. (179. diese Freiheit [der Erscheinung]. denn sie hat in der absoluten Freiheit des Seins – man würde sogar sagen in der absoluten Freiheit. die das Sein selbst ist – ihre Bedingung und ihren Grund. Entsprechend erklärt Fichte weiter: – Aber es ist eine andere Frage: wodurch ist sie denn selbst. so müssen wir sie vollziehen. während die der Erscheinung in dieser begründet ist. das Denken. sondern gerade vom Begriff des absoluten Seins das Leben der Erscheinung ableitet. wenn wir uns. Nur so. das nicht vom Faktum auf die Bedingung seiner Möglichkeit schließt. sondern durch das Erscheinen des absoluten. denn die Erscheinung selbst. in dem sie ist vor aller SichErscheinung. Unvoll- . außerdem wäre unsre Darstellung der WL. will Fichte noch den gezogenen Schluß durch einen zweiten Gedankenweg rechtfertigen. in ihrem einfachen. (179. und so das Wissen überhaupt zu Stande kommen werde. Ist eine solche Ableitung möglich. durch das Schliessen vorwärts. Sie selbst müßte drum seyn durch das absolute.13-20) Sodann aber betont er.20-27) 4. und die wirkliche Vollziehung derselben die SichErscheinung. Darin unterscheiden sich beide Freiheiten: die Freiheit Gottes ist absolut grundlos und bedingungslos. und voraussehen. die ja nach der Voraussetzung ist. daß man kein Mittelglied zwischen dem Sein und der Erscheinung vergessen habe: Bestätigt sich dies etwa auch noch auf einem anderen Weg: Können wir sie [scil: die Freiheit der Erscheinung] etwa auch ableiten. so wie wir sie jezt gefunden haben. und vor allen ihren Produkten voraus ist. und absoluten Seyn ist nicht durch sich selbst. daß allein durch diese Freiheit. nicht bedingungslos ist. aus dem Faktum. schlechtweg ist. Vom Begriff des Absoluten zum lebendigen Durch der Erscheinung (Schluß vorwärts) Bevor er zur erwähnten Ableitung der Mannigfaltigkeit übergeht. daß daher. die Ableitung ihren ruhigen Gang fortgehen wird. Er bedient sich dazu eines demonstrativen Verfahrens. sei es möglich zu beweisen. als Grund derselben. daß die Freiheit der Erscheinung. die Anschauung. obwohl selbständig. nur ihrer recht versichert haben werden. diese Freiheit selbst gehört aber zu ihrem absoluten Seyn.

179. demzufolge das Sein zunächst als Prinzip und sodann als Prinzipiat zu betrachten und diese zwei Zustände dann in Einheit zu denken wären: Entweder bildet man sich vor. eben durch sich selbst.«96 Was wird nun aber mit diesem Durch zum Ausdruck gebracht? In den Berliner Jahren hat Fichte in einer sehr originellen Weise seine philosophische Sprache dank der Substantialisierung von Präpositionen erweitert. die einen ersten Zustand von einem zweiten abhängig macht. . Nun hat aber eine ständig unreflektierte Benutzung der Sprache und somit der Präpositionen zur Folge. wobei das erste Princip und das zweite Principiat genannt wird. oder bestimmter.33f. die für sich genommen nur einen starren Zustand wiedergeben können. sagt er und fügt gleich hinzu: »Auf dieses durch kommt es mir an. als Principiat. wieder über ihre Funktion zu reflektieren.2832) 105 Der Ausgangspunkt dieser Deduktion ist der Charakter des Seins. die lebendige Komplexität der Welt in Gedanken zu fassen. und es würde ein Glied übersprungen. gegeben: und denkt hinterher sich dieses gegebne als geworden. anderseits wird aber auch auf ihre ursprüngliche. daß es sey schlechtweg durch sich selbst«. durch sich zu sein. sie sollen zu Einer gemacht werden. (179. Die fichtesche Substantialisierung der Präpositionen soll nun dazu führen. die in der gewöhnlichen Sprache erfolgt. zusammen. (180. Durch ist nämlich die Präposition. vollendet. Fichte findet den Ausdruck durch sich als Charakteristik des Seins vor und versucht. daß man nicht mehr weiß. Durch diese künstliche Hypostasierung tritt eben einerseits die vergessene Hypostasierung hervor. ihm einen tieferen als den banalen Sinn zu geben. die man hinterher zu einer macht. welche Tätigkeit sie zum Ausdruck bringen. durch sie setzt man Worte und Konzepte. so daß das erste in das zweite übergeht. Versuchen. und als Princip. sagt. dank dieser Kombinationen. Man nimt es in zwei Ansichten.1-5) 96 GA II 12. um.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins ständig. Präpositionen sind die Verbindungselemente der Sprache. Das Durch-sich-Sein wird von Fichte in der kürzeren und damit ausdrucksvolleren Substantialisierung der Präposition durch zusammengefaßt: »Wir heben an von dem Begriffe des Absoluten. und sezt ab ausser sich das Seyn. aktive Bedeutung fokussiert.

daß man sich in das durch selbst hinein stellt. so denken wir ihn [scil.97 denn das Denken spielt hier nur die Rolle. erlaubt es jetzt. und anschauliche Denken. (180. und als Leben. denn sodann erschiene garnicht es. worin denn das Bild eines unmittelbaren lebendigen Fortflusses. Also auch die Erscheinung muß. heißt keinesweges. und seine Realität. so gewiß sie Erscheinung des Lebens ist. über seinen Gedankeninhalt weiter zu reflektieren: Denken wir ihn also. der als Sein außer dem Sein anerkannt wurde. die nicht in ihm. Allein aus ihrem Charakter also.11-14) Das Durch nun. Einen tieferen Sinn kann man aber dem Durch dank eines anderen Gedankenverfahrens geben. es erscheint und bildet sich ab als ein Tod. ein lebendig im Denken aufgefaßter Fortfluß. und sich in seiner Anschauung zu einem durch macht. das Durch] als eitel Leben. da es sonst keine reale Erscheinung des lebendigen Durch-Sich des Seins gebe. Zunächst fordert er. 180. schließt Fichte. in ihr selbst ein selbständiges. und im Leben. in dieser Form aufgefaßt. nur in der Form des Lebens. und durchaus nicht anders […].5-8) Diese Gedankenübung. werde das Durch als ein innerliches und lebendiges Fließen verstanden. nennt er das »ertödtende und verblassende Denken«. Damit. .106 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins Die erste Möglichkeit. ist dem Leben gleichzusetzen.5. sondern in unserm ertödtenden Denken abgesezt ist. nur nicht. Dieses absolute Leben nun erscheint. Dies ist das lebendige. als ein ruhendes Seyn. daß die Erscheinung ein eigenes Leben haben müsse. (180. und absolutes Leben seyn: ein durch. so Fichte. wie in dem absoluten selbst.16-21) 97 GA II 12. des Urseyns. eine eigene Lebendigkeit besitzen. sondern sein absolutes Gegentheil: sondern es muß heissen: es erscheint als Leben. Zu dieser Art von Denken führt Fichte seine Zuhörer auf die folgende Weise. das Durch zu denken. (180. Dementsprechend darf es als Kern des Begriffs des Absoluten. sondern der Erscheinung und des Bildes. Erscheinung des lebendigen Seins zu sein. beide Zustände starr zu erfassen und als solche wieder zu kombinieren. das Fichte ein » lebendige[s]« und »anschauliche[s]« nennt. eben eines Lebens entsteht.

und nichts anderes.2. wie es uns eben durch unser objektives Denken so ausfiel. Dritter Widerspruch: das Durch der Erscheinung In dieser Beschreibung der Erscheinung bleibt aber noch etwas ungeklärt. tod. und dieses Bildseyn ist ihr innerliches Seyn. muß man den Gedanken der Lebendigkeit des Bildes vom Absoluten näher analysieren und sich fragen. diese Erscheinung ist ferner nicht ein todtes. das vollständige Bild des Seyns. sondern nur von dem des absoluten Seins abgeleitet werden. als man die Erscheinung dadurch. durchaus durch das göttliche Erscheinen. durchaus schlechthin vollendet und. in Einem Schlage. Vereinigen wir.h. ist noch unklar. sondern ein lebendiges Bild. sie ist ein lebendiges Bild Gottes. als selbständiges Leben. wie sich das Leben der Erscheinung als innerer Charakter des Bildes und Schemas des absoluten Lebens entfaltet. – . im objektiven Seyn. auch ausgehend von dem Begriff des absoluten Seins. und sie ist nie geworden. als Erscheinung des Lebens des Absoluten. sondern sie ist es als Leben: also. Um das Charakterisieren der Erscheinung zu vertiefen.11-15) . die innere Struktur des Sicherscheinens der Erscheinung zu erklären. Wie nun aber diese Lebendigkeit sich zu einer Sicherscheinung weiterbestimmen kann. Das Leben der Erscheinung wurde bis jetzt durch das Leben des Absoluten begriffen – dann aber kann dieses Leben gar nicht selbständig sein. Das Leben des Bildes Leben des göttlichen Erscheinens. Durch was ist sie dies alles? Wir haben gesehen. so wie das Urbildseyn Gottes innerliches Seyn ist. (181. und abgesezt. auf welche Weise die Erscheinung einen echten Charakter der Lebendigkeit. (180. Der jetzt vollzogene Schritt ist insofern wichtig. Die Erscheinung ist. so wie Gott ist schlechtweg. so wie sie nur ist. das Leben der Erscheinung zu erörtern. Oben: Die Erscheinung ist schlechtweg. Die nächste Aufgabe besteht insofern darin. in sich tragen kann. Das gesezte ist drum durchaus das Durch dieses Erscheinens. […] Dies ist sie nun nicht. als ein unabhängiges Werdensprinzip verstehen kann.25-32) 4. Es wird also die Art und Weise dargestellt werden. d.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins 107 Somit wird die Erscheinung als notwendig lebendig gesehen. die die Verwirklichung ihrer eigenen Selbstbestimmung ermöglicht – es gilt. daß sie als Bild des lebendigen Seins anerkannt wird.

Erscheinung des Absoluten zu sein. auch noch ein durch sich selbst habe. wenn dieses noch vollkommen vom absoluten Leben des Seins abhängt. Hier tritt also ein dritter Widerspruch ein. die Selbständigkeit des Lebens seiner Erscheinung abgeleitet. d. die ein eignes selbstständiges Leben habe. ist sie durch Gott und sein Erscheinen. daß sie ausser jenem. denn nur so kann die Erscheinung den wahren Charakter des Seins wiedergeben und damit das Sein außer dem Sein. muß das Durch eine gewisse Selbständigkeit haben. Um aber eine Erscheinung des Lebens zu sein. Aus dem absoluten lebendigen Sein wird also unter der Voraussetzung. Was sie in unsrer obigen Beschreibung ist.108 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins Ist aber somit die Erscheinung in der Lage. kann es dem Charakter der Erscheinung. . was sie ist durch Gott. Gemäß der bisherigen Beschreibung des Durch ist dieses nämlich ganz im Leben des absoluten Seins begründet. Fichte erläutert diesen Widerspruch wie folgt: Und so haben wir denn durch den aufgestellten Begriff das Wesen der Erscheinung nicht vollständig erschöpft woraus Widerspruch: denn das absolute könne erscheinen nur in einer solchen Erscheinung. daß dies seine wahre Erscheinung sei. wenn es der Kern der Erscheinung des Absoluten sein soll. ein wahres Bild des Absoluten zu sein? Freilich nicht.h. Das Durch der Erscheinung muß also auch teilweise auf sich selbst gegründet sein. ein durch in ihm selber.16-22) Diese neue Reflexion auf das Durch wird also zum nächsten genetischen Schritt führen. Wir müssen drum der Beschreibung hinzusetzen. die schlechthin durch sich etwas seyn könne. Daher werden die lebendige Sicherscheinung der Erscheinung und die entsprechenden Produkte dieser Tätigkeit des Sicherscheinens als allein von der Erscheinung abhängig betrachtet und können insofern nicht unmittelbar aus dem Absoluten abgeleitet werden. entsprechen. eine wahrhaftige Erscheinung und keine bloß schattenhafte Existenz besitzen. Allerdings muß es auch ein gewisses selbständiges Leben der Erscheinung gewährleisten. damit sie ein wahres Bild des Seins sein kann. (181. Freilich bleibt das lebendige Durch-sich-Sein der Erscheinung im Leben des Absoluten begründet. Allein das Leben genügt der Erscheinung nicht. die ihm laut seiner bisherigen Beschreibung noch nicht zuzuschreiben ist. sondern auch ein selbständiges Leben muß der Erscheinung zugewiesen werden. Erst also wenn das Durch der Erscheinung auch durch sich ist.

was er dagegen Erschienenes nannte. Um aber die Erscheinung als Vermögen zu verstehen. und hier ist seine Grenze. Das absolute Können Gottes.2. Die Erscheinung. Wenn nun die Erscheinung weiterhin etwas würde. womit ein Sein außerhalb seines Seins entstand. was Fichte vorher das Erscheinende nannte ist das absolute Leben. Das. und nichts weiter. denn gerade diese Lebendigkeit und ihre Selbständigkeit ist der fundamentale Charakter des Seins. Die Erscheinung wiederholt sich demnach in einer Erscheinung von sich. in ihrer Selbständigkeit betrachtet. – Also – jenes durch sich der Erscheinung.27-34) 109 4. und wo geht seine Grenze? Wir sehen es: sie geht bis zu einem absoluten Durch sich der Erscheinung. von seiner reinen Möglichkeit zur Verwirklichung seines Erscheinens gelangen. erscheint also in der relativen Möglichkeit des Vermögens der Erscheinung. und bis zu diesem reinen Vermögen geht das Erscheinen Gottes.h.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins Nach dieser Erzeugung des Begriffs – wie weit ganz genau geht das absolute durch des Erscheinens. (181. daß das absolute eben erscheine.1. welches aus der Voraussetzung. Was dießeit des Vermö- . das absolut ist durch das Erscheinen Gottes. ist das unmittelbare Produkt dieses Vermögens. ist das Vermögen. Außer der reinen Möglichkeit drückt nämlich das Vermögen auch die Kraft aus. das. ist ein blosses reines Vermögen der Erscheinung. vom reinen Denken deducirbar. d. So scharf gedacht. – zufolge ihres durch sich überhaupt. das Vermögen. sondern sie wäre es durch sich. führt Fichte einen neuen bedeutenden Terminus. sprich die Erscheinung der Erscheinung. die oben erwähnte Schöpferkraft der Erscheinung. muß Fichte über den tieferen Sinn von Erscheinung reflektieren und sie als Möglichkeit begreifen. und deducirt werden muß. das sich bis zum Erscheinen in der Erscheinung als Grund ihres freien Vermögens äußert. ein. des Seyns der Erscheinung an Gott. Das Vermögen Um die Selbständigkeit der Erscheinung zu charakterisieren. muß auch sein Bild zu einer selbständigen Äußerung kommen. des puren Lebens. die wiederum nur mittelbar Erscheinung des Lebens oder Gottes ist. So wie das Sein seine pure Insich-Geschlossenheit in einer Erscheinung geäußert haben muß. die Lebendigkeit des Seins darzustellen. der Form des göttlichen Seyns. die sich nach der Vollziehung dieses Sicherscheinens als Vermögen erscheint. sich zu erscheinen. wäre sie dieses Etwas auch durch das Erscheinen des Seyns? Offenbar nicht. welches sie allerdings ist durch das Erscheinen.

des Vermögens und legt dadurch den Akzent auf den Gegensatz von Erscheinung und Sein. Nun konzentriert er sich auf die selbständigen weiteren Bestimmungen der Erscheinung. sich als ein Bild Gottes zu gestalten oder nicht. ist sie durch Gott. um eine hinreichende Erörterung der Sicherscheinung – eine Phänomenologie – zu entwickeln. In ihm ist aber auch die Sonderung der zwei Sphären des absoluten und des erscheinenden Lebens. ohne dieses Dasein selbst von ihm abhängig zu machen.h. Fichte erklärt: Hier also liegt der […] Punkt der Ausscheidung. und . er selbst sezt sie frei. sondern durch sich selbst. Das. sondern durch die Erscheinung selbst. ist seine entsprechende Erscheinung das Vermögen. Das Vermögen verbindet. zufolge der Vollziehung desselben ist. Wenn Fichte also mit dem absoluten Sein. und was sie diesseit dieses Vermögens ist. d. weil nur bis zu ihm das Sein Gottes erscheinen kann und in ihm tatsächlich erscheint. und. Die Äußerung des Seins kommt zu einem Erscheinen. Die Erscheinung ist ein reines absolutes Vermögen realer Schöpfung. Unmittelbar sage ich: denn mittelbar. obwohl es im Leben des Seins begründet ist. und absoluten Gegensatzes. in der Erscheinung selbst: der Punkt des höchsten. die die Erscheinung als Erscheinung des lebendigen absoluten Seins annimmt und somit das Dasein der Welt auf das absolute Sein gründet. Das bedeutet. ist unmittelbar nicht durch Gott. um so weniger noch seine Produkte. jeden möglichen Schluß ziehen. daß der Begriff des Seins ausreichend tief gedacht wurde.7) In diesem neuen Verständnis von der Erscheinung als ein Vermögen kündigt sich schließlich der Ort der Verbindung und der Sonderung zwischen Gott und der Welt an. er manifestiere sich durch eine Selbstbestimmung.110 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins gens liegt. was Gott und seine Erscheinung verbindet und trennt ist die Freiheit: durch ihren Vermögenscharakter ist sie ein Verbindungsfaktor. Dieses reine absolute Vermögen selbst aber durch sich etwas zu seyn. Von jetzt an kann Fichte aus dem Begriff des Seins und aus der Voraussetzung.34-182. Dieser Gegensatz ist nämlich notwendig. oder Gott. eigentlich die absolute Freiheit bezeichnet. weil das Vermögen. in Absicht des Vermögens überhaupt etwas zu vollziehen.h. in dem dann die Möglichkeit einer Selbstbestimmung zu einem authentischen Bild von ihm zu finden ist. ein Trennungsfaktor aber in ihrer Vollziehung. und Absonderung Gottes und der Erscheinung. ist sie nicht durch Gott. ein Bild dieser Freiheit zu verkörpern. d. ist es durch Gott. (181. beim Sichvollziehen eine ganz selbständige Tätigkeit ausübt. Denn gerade seine Vollziehung kann man vom absoluten Sein nicht ableiten.

als selbst lauter Leben. also auf die Wahrnehmung. dessen Dasein sich nur als a posteriori herausstellt: Hier verweist sie aus sich heraus auf das Faktum. Wie soll man nun auf jene Frage Auskunft erhalten? Offenbar nur. daß wir diesseits des Vermögens. kein Mittel. sondern nur in dem in sich selbst lebendigen. nicht aber der Grund für seine reale Vollziehung. Im Begriff des Vermögens liegt nur die Möglichkeit seiner Vollziehung und die Kraft dafür. Es könnte auch nicht anders sein. .Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins selbstständig ab: und dies […] zufolge der Nothwendigkeit seines formalen Wesens. vielmehr liegt es in seinem Wesen. und wird wohl nun weiter keinen Anstoß erregen. und nicht erschienen seyn würde. und die W.2-7) Mit diesem Hinweis auf die faktische Wirklichkeit wird die neunte Vorlesung beendet. daß er alle Antwort darauf sich verbittet. Wie nun von dem Vermögen an? Vollzieht es sich. denn er redet von einem reinen Vermögen. nicht erscheinen kann. sich zu vollziehen oder nicht. über ein Gebiet zu urteilen. und so ist es denn klar. (182. (182. denn eine solche Ableitung würde der Selbständigkeit des Vermögens widersprechen. als ein reines Denken. und in Beziehung auf seine Produkte lediglich an die faktische Wahrnehmung verwiesen werden. und gebundenen. in dem todten. etwas zu vollziehen oder auch nicht. Vermögen heißt praktische Möglichkeit.8-19) 111 Wie schon gesagt sind wir jetzt hinsichtlich der begrifflichen Deduktion an einem Endpunkt angekommen und werden folglich auf die faktische Ebene zurückgeworfen.22-25) Die Wissenschaftslehre hat also. und es ist weder vom Begriff des Seins noch von dem der Erscheinung noch von dem des Vermögens ableitbar. inwiefern das Faktum sich selbst darstellt: also faktisch. insofern sie bloßes Denken ist und daher nur a priori schließt. oder vollzieht es sich nicht? Davon sagt der Begriff nichts. in diesem Gebiete problematisch bleibt. welches. ob sich das Vermögen tatsächlich vollzieht oder nicht. (183.L.

das wird. gehört zu diesem Seyn. sondern umgekehrt als etwas.99 muß seine ihm entgegengesetzte Äußerung nicht nur sein. Ein Vermögen wozu?« Die schlichte Antwort darauf lautet: »Das Vermögen ein Vermögen zu werden«. eine absolute Genesis derselben.112 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins 4. das vor seiner Vollziehung nicht existiert. 183. 99 GA II 12. Nun hat Fichte dieses Vermögen zu werden als Form der freien Schöpferkraft der Erscheinung beschrieben.11-16) Und weiter: 98 GA II 12. existiert. – .2. die das Vermögen ausüben kann. Die Selbständigkeit der Schöpferkraft. etwas hervorzubringen. durch den die Erscheinung sich von dem Sein ab.2.und ihm entgegensetzt. nach dem in der fünften Vorlesung formulierten Begriff. Fichte drückt diesen Gedanken in den folgenden zwei Punkten aus: Zuförderst: offenbar ist durch dieses Vermögen ausgesprochen ein Vermögen zu werden. Denn nach dem vorigen.h. der nicht bloß mit ihrem Seinscharakter. Die Einheit. die das Vermögen als Drehpunkt der Erscheinung Gottes ausdrückt. die Erscheinung ist. (183. was dem ganzen System in seinen sukzessiven Ableitungen Einheit mitteilt. was sie nicht ist.98 Selbstverständlich stellt der Begriff Vermögen denjenigen Aspekt der Erscheinung dar. Der Inhalt des Vermögens: Schema 2 Die Einsicht. . nicht vorhandenen Sphäre. und dieses ihr Seyn ist durchaus und ganz bestimmt: und selbst das Vermögen. sondern auch werden und daher sein Vermögen eben ein Vermögen zu werden sein. sondern vielmehr mit demjenigen Charakter zusammenfällt. »alle Wandelbarkeit und Veränderung von ihm ausgeschlossen ist« und er »nur ist und durchaus nicht werden kann«.10-12. 183.22f. ist das. durch den sie nicht als etwas. Schöpferkraft einer durchaus neuen. rein als solches gedacht. nämlich Sein außer dem Sein zu sein. Wenn also das Sein bloß in sich beruht und. durch das Erscheinen Gottes in ihr. das ist. der Erscheinung. Die zehnte Vorlesung fängt dementsprechend mit der Frage nach dem Inhalt des Vermögens an: »Ein Vermögen. wird dagegen die Wurzel der Mannigfaltigkeit sein. ist der Eintritt in einen tieferen Kern dieser Darstellung der Wissenschaftslehre. d. als die Fähigkeit. daß die Erscheinung ein Vermögen ist. Dank des Vermögens faßt man also den Aspekt der Erscheinung.

183. falls es sich vollziehen sollte: Welche Art von Umwandlung der Erscheinung erlaubt das Vermögen. sondern es ist schlechtweg.100 denn dieses kann überhaupt nicht werden. es ist etwas geworden. so wie Gott schlechtweg ist: eben so wenig kann sie es auch nicht vernichten. wenn also das Vermögen eine Kraft ist. denn das Vermögen kann sich vollziehen.h. denn auch dies liegt im Seyn – . was unabhängig von dessen Vollziehung nicht war: es ist drum etwas aus dem Nichtseyn in das Seyn übergetreten. wie es jetzt gedacht wurde? Die Frage lautet dann: »Was nun kann sie [scil die Erscheinung] werden.24. Vielmehr gilt es herauszufinden. was das Vermögen nicht schaffen kann. durch das Erscheinen Gottes«. oder es vernichten.16-20) 113 Wenn man aber annimmt. – nicht einmal das absolute Vermögen zu werden kann sie werden. Gerade im Außer-dem-Sein-Sein bestand der ursprüngliche Charakter der Erscheinung. etwas anderes zu werden als das. so ist. kann seyn. Die Erscheinung wurde von Anfang an der Form nach als Bild des Seins beschrieben.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins Ueber dieses Seyn hinaus nun geht die Vollziehung des Vermögens. Also ein ganz neues.23-28) Wenn also das Vermögen die Möglichkeit der Erscheinung. die tatsächlich nur durch ihre bloße Bildform gekennzeichnet wurde und insofern nur diese 100 GA II 12. was sie wird. Dieses Bildsein entsprach eben der Form des Seins außer dem Sein und Bild heißt insofern Form des Außersichseins. was auch nicht seyn konnte. nämlich »das was sie ist. (183. etwas zu schaffen. Was durch das Vermögen seyn kann. aus dem Nichtsein in das Sein übertreten zu lassen. . innerhalb jener Sphäre des Seyns garnicht liegendes. denn auch dies wäre ein Werden des Nichtseyns dessen was ist. muß die Erscheinung imstande sein. oder auch nicht. oder auch nicht seyn. Wenn es sich vollzieht. welches ist die Sphäre ihrer Schöpfung. was sie ist. und ihrer Autonomie entsprechend muß sie allein aus sich selbst das hervorbringen. erhebt sich die Frage: Was kann das Vermögen überhaupt schaffen? Der Anspruch. durch das Vermögen. widerspricht nicht dem obigen Verweis auf die Faktizität. d. (183. einen Grund für die Vollziehung zu finden oder ihr faktisches Produkt abzuleiten. sich selbst zu bestimmen ist. daß die Form des Vermögens freie Schöpferkraft ist.« Fichte schließt zunächst aus. diese Frage zu beantworten. was das Produkt des Vermögens sein kann. denn es geht hier nicht darum.

das aber nicht nur Form ist. das nur ist durch die Vollziehung des Vermögens. und zu werden.3-9) »Der Form nach« hebt Fichte an dieser Stelle hervor. aber sie kann durchaus der Form nach (von dieser rede ich hier zuförderst) aus sich nichts hervorbringen. (184.h. Die Erscheinung kann nichts anderes als Bilder aus sich hervorbringen. In dieser absoluten Formalität konnte die Erscheinung als Erscheinung begriffen werden. was die Erscheinung als formelles Schöpfungsvermögen aus sich selbst hervorbringen kann. d. Die Erscheinung ist zunächst nur in einer absoluten Anschauung vorgekommen. und unabhängig von ihr nicht ist? Die Erscheinung hat ein Vermögen. kann man die ursprüngliche Erscheinung Schema 1 und die aus ihr entstandene Erscheinung der Erscheinung Schema 2 nennen. Nun entwickelt sich aber durch die Vollziehung des Vermögens. Das Vermögen ist also für den Übergang von der Singularität der Erscheinung zu ihrer Verdoppelung in der Erscheinung der Erscheinung. und ohne diese. 165.h. .13f. denn auch nur Erscheinung. oder Bild. Demzufolge tritt hier wieder der Terminus Schema auf. 101 Vgl. der aber nur auf eine leere Form.101 Wenn also die Erscheinung ein Bild und Schema des Seins ist und aus der möglichen Vollziehung ihrer selbständigen Schöpferkraft ein Bild dieses Bildes entsteht. Bilder. kann man nur antworten: Formen. die Erscheinung zu einem Bild. Dadurch aber wird dieses Formbild zum Inhalt und ist der Inhalt des Vermögens ein Bild des Bildes des Seins oder Gottes: Was ist nun diese Sphäre des durchaus neuen. GA II 12. die sodann mit dem Begriff Erscheinung benannt wurde.114 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins Form und nichts anderes war. anders zu werden. durch sich selbst etwas zu seyn. was sie nicht in sich selbst ist. Sie hat’s. Sie aber ist Erscheinung: so kann denn das Produkt ihres Vermögens nichts andres seyn. den Fichte schon in der fünften Vorlesung vorläufig dem der leeren Form und des Bildes nebenordnete. das offenbar der Form nach eine Erscheinung und damit mit seiner schöpferischen Kraft identisch ist. so daß die selbständige Vollziehung ihres Vermögens nur wiederum ein Bild ihres Bildseins sein kann. d. Auf die Frage also. ihre Wesensbestimmung als Bild war insofern vollkommen formell und inhaltslos. auf die Form des Erscheinens des Seins ohne irgendeinen Inhalt deutet. sondern die Bildform als seinen Inhalt hat und sich von der ursprünglich leeren formellen Erscheinung wesentlich unterscheidet. sich zu einem neuen schlechthin zu erschaffen.

ist das Produkt ein Schema selbst des ersten Schema.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins 115 also vom Einen zum Mannigfaltigen. daß Fichte jetzt nicht einfach den schematischen als den bildlichen Charakter betont. Um dies jedoch deutlich zu machen. die der Form nach der Erscheinung. Ein Bild entspricht nur einer Einzelheit. wie bereis gesagt. schlechtweg durch das Erscheinen Gottes in ihr. Wenn man sich daran erinnert. weil es Bilder aus sich selbst erzeugt. verantwortlich. wird auf die Faktizität hingewiesen – es wird sich freilich wiederum um Bilder handeln. ist abstrakter als Bild. nämlich als Mittelglied zwischen den beiden sonst unvereinbaren Ebenen der Begriffe und der sinnlichen Wahrnehmungen. muß noch die ganze Reihe der Mittelglieder eruiert werden. ein Schema dagegen einer Mehrheit von Bildern: Ein Bild stellt also in sich einen zum Ende gekommenen Prozeß dar. wie das . ist ihre schematische Form. in der aber nicht nur von der Ableitung des genetischen Verhältnisses zwischen Schema 1 und Schema 2 die Rede ist. Das Vermögen der Erscheinung. sondern auch etwas Wichtiges darüber ausgesagt wird. ein Schema 2 von sich selbst hervorzubringen. die aber außer dieser Form noch etwas anderes in sich enthalten müssen. während ein Schema die Struktur des Prozesses wiedergibt. sie wird Bild. das die Lösung des dritten Widerspruchs ermöglicht und damit auch endgültig sowohl den ersten Widerspruch – zwischen dem Faktum des Seinsbegriffs und dem darin ausgedrückten Inhalt – als auch den zweiten – zwischen der Einheit der Erscheinung und der Mannigfaltigkeit der Wahrnehmungen – löst. haben wir gesagt. Schema. Nun meint Fichte. heißt hier. alles. Das Vermögen ist insofern das genetische Mittelglied. (184. also ein Schema 2. Sie ist Bild.10-14) Man muß allerdings beachten. sich selbst in diese Bilder verwandelt und so selbst Bild wird. was durch die Entfaltung ihrer weiteren Bestimmungen erklärt wird. kann sie es nicht werden: von diesem Bildseyn ist drum im Produkte der Freiheit nicht die Rede. insofern sie es aber ist. erhellt sich die fichtesche Anwendung des Unterschieds zwischen Schema und Bild unmittelbar. Weiter unten findet sich die von Fichte gegebene Zusammenfassung des ganzen Verfahrens. / Dieses Schema 1. daß die Produkte des Vermögens zur Klasse Schema 2 gehören. kann nämlich schon als Bedingung der Möglichkeit sowohl der Begriffe als auch der Wahrnehmungen gedacht werden. Bild also eher sinnlich. was aber die Wissenschaftslehre bis jetzt ableiten konnte. wie Kant das Wort Schema benutzt. also dem Schema 1 ähnlich sind. Also – sie wird Bild. von diesem ersten Bildseyn. Was den Inhalt dieser Produkte betrifft. genannt.

und erblaßtes Seyn«. dieses Vermögen werde thätig. und Wurzel seyn. also jenes Urschema: und giebt drum ein Schema 2. Dieses ist immer ein Leben. in dem diese Erscheinung sich darbietet – also gerade der Begriff des absoluten Seins vom Anfang. also im erwähnten Schema 2. sie erscheint dann aber nicht unmittelbar selbst. und in gar keinem Resultate erscheint. warum die Erscheinung des Seins nicht gleich als Leben erschienen ist. daß es schematisirt wird in einem Schema 2. Dieses wird nun zu einem ruhenden. – Nun setzet. Durch diese nähere Darstellung der Beziehung von Schema 1 und Schema 2 erklärt er schließlich. welches in die Vollziehung des Vermögens sich geworfen hat. Leben seines Bildes. und erblaßtes Seyn hat das Schema 1. erst dadurch erhalten. ruhendes. Dieses Bild ist nämlich nur ein »stehendes. . nicht mehr das Bild des ursprünglichen Seins. sondern das Ergebnis der bildlichen bzw. substanti[ellen] Kern. Ein durchgehender Satz. das Schema 1. ist die Erscheinung eben bloß jenes lebendige unmittelbare Bild Gottes. es fügt sich an ein Vermögen. die spinozische Substantia – ein schematisiertes Produkt jenes Schematisierens sein und damit notwendig als totes Sein erscheinen. schematischen Sichdarstellung seiner Erscheinung. ruhendes. sondern in ihrem zweiten Schema. etwas durch sich selbst zu seyn: inwiefern aber dieses Vermögen ruht. muß das Bild. ohne Leben. der hier seinen Ursprung hat. oder dieses neue an die Stelle des ersten getretene Leben bildet. Während also das ursprüngliche Bild des Seins. Diese Vollziehung nun. (184. also in einer Erscheinung von sich. Ein stehendes aber. Im Schematisiren verblaßt das eigentl[iche] Schematisirte. und nichts weiteres. denn die Erscheinung erhält man in erster Instanz wieder nur in einem Schema ihrer selbst. und ist nicht mehr im Urbilde. sondern in diesem erstorben. notwendig lebendig und produktiv sein mußte und ein Schematisieren in seiner Tätigkeit ganz unbegreiflich war. Nach der obigen Darstellung ist die Erscheinung schlechtweg durch ihr Seyn an Gott sein Lebendiges Bild.17-30) Die Erscheinung zeigt sich als Erscheinung des Lebens erst durch die Vollziehung des Vermögens. und zwar bildet es ab sein eignes Seyn. so wirft sich das Leben der Erscheinung eben in diese Thätigkeit. sondern als sich selbst. in einem Bild von sich selbst.116 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins Schema 2 auf das Schema 1 zurückwirkt. sondern zunächst nur als ein totes Dasein in seinem Begriff: Es ergab sich zwangsläufig. die sie aber nicht in sich selbst zeigt.

Von der Freiheit bloß das Faktum – daß ist. hat Fichte nämlich schließen können. denn aus dem Faktum selbst war es nicht zu ersehen. denn dieser Begriff zeigt sich als bloßer Begriff vollkommen leblos. ein Vermögen zu sein. sondern als »stehendes […] Seyn«102 darstellt. . 184. Die Form des Schemas 2 ist. sich selbst als Schema zu schematisieren. Wie aber läßt sich sein Inhalt beschreiben? Da die Erscheinung ein schematisierendes Leben ist. so haben wir gesagt. wie das Leben des Seins. kann der Inhalt des Produkts des Vermögens nur das Abbild dieses Lebens sein. so daß diese Tätigkeit nicht auf sich selbst beruht. / Dieser Satz wird späterhin höchst bedeutend werden.22-26) 117 Das Leben der Erscheinung muß also erst rekonstruiert werden. keineswegs aber was ist. eines Bildes aber.27f.] (185. ein eigentli- 102 GA II 12. Dafür benötigte er aber das genetische Verfahren der Wissenschaftslehre. während seine Form die war. sondern der Nothwendigkeit. die des Bildes. und als eignes Leben der Erscheinung. [* Das Bilden ist unmittelbar Abdruk des Seyns des bildenden im Bilden. Das Leben der Erscheinung besteht insofern darin. Nur unter der Voraussetzung. (also nach der Form eines Ich.3. sondern seine Produkte benötigt. um dann dem anfänglichen Seinsbegriff zugeschrieben werden zu können. Der Inhalt des Vermögens ist also das Produkt einer freien Schöpferkraft und muß seinerseits eine eigene Form und einen eigenen Inhalt haben. Also auch dies nicht Sache der Freiheit. wie gerade gesehen. Sie muß drum schematisirt werden eben als Leben.* und so eben hängt das Seyn und sein Bild schlechthin zusammen. daß der Seinsbegriff ein Bild des Lebens und demnach eine Erscheinung des Lebens ist.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins Das Bilden ist eben nothwendiger Abdruk des Seyns des Bildenden im Bilden. Der Inhalt von Schema 2 Mit dem Terminus Schema 2 hat Fichte den Inhalt des Vermögens oder sein Produkt benannt.2. daß auch dieses Bild lebendig sein müsse. eine freie Schöpferkraft zu sein. Was nun: Die Erscheinung ist Leben!. 4. das sich nicht als solches. um sich zu verwirklichen.

als Schema 1 betrachten. als ihr Produkt. Die Frage nach dem Prinzip des Mannigfaltigen Zu Beginn der elften Vorlesung bietet Fichte eine allgemeine Rekapitulation des Gesagten. Gott«. durch sich etwas zu sein« an- . Da sie aber nur eine depotenzierte Wiederholung Gottes außerhalb seiner selbst ist. Wie gesehen meint Fichte. in dem sich die Erscheinung eben als natura naturans. das absolute. als Vermögen zeigt.5-12) Es kann hier hilfreich sein. die dann ein Durchsich sein soll. sondern sie ist Leben des Bildes. deren wichtigste Aspekte im folgenden zusammengefaßt werden. aus sich selbst etwas zu erzeugen. kann dieses lebendige Durchsich nur die Form eines »absoluten Vermögens.3. »kann Gott als lauteres Leben nicht erscheinen. (186. Schema 2. als da durch sein Leben.1. welches Faktum sich nur als Faktum ankündigt«: das ist »sein Sein in einer anderen Form. Sie müste drum in demselben Einen Schlage gesezt werden. als bildend. der des Erscheinens«. der Einheit dieses Begriffs aber nicht treu geblieben sei und die Einheit Gottes durch Attributi und Modi beschädigt habe.3. nicht als reines Leben. einen Vergleich mit der Lehre Spinozas und insbesondere mit seinen Begriffen von natura naturans und natura naturata anzustellen.h. sondern nur als Erscheinung Gottes. und Gott »ist das Erscheinende darin«. 4. Darüber hinaus sei es ein anderes Problem der Lehre Spinozas. und leztes Leben. daß Spinoza den Begriff Gottes zwar richtig faßte. »aber er erscheint schlechtweg. sondern als Leben sich erweisend an einem Produkte. Vierter Widerspruch: das Erscheinen des Absoluten im Schema 2 4. und dieses Produkt nur. als hervorbringend etwas. und die natura naturata. Was erzeugt aber die Erscheinung? Sie bringt ständig nur sich selbst als Schema und Bild hervor und zeigt und bildet sich gerade in diesem Bilden als Erscheinung Gottes. fügt Fichte gleich hinzu. daß er Gott zunächst mit dem Begriff natura gleichsetzte und sodann diesen Begriff wieder in natura naturans und natura naturata unterschied. »Nur Eins ist. – . eben aus sich von sich durch sich.) Als absolutes.118 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins ches ausgedrüktes Ich kommt hier noch nicht vor. Fichte dagegen trennt die zwei Ebenen Gottes und der Erscheinung vollkommen: Die spinozische natura naturans dürfe man also nicht Gott gleichsetzen. Die Erscheinung ist aber nicht Leben schlechtweg. als in einer gleichfals in sich lebendigen Erscheinung«. d. Nur.

– und schlechthin nichts anderes. denn immerhin war das in ihm reproduzierte Schema 1 noch einheitlich. »eine völlig neue Welt außer Gott« da ist. damit ist aber noch nicht geklärt. dieses Produkt. sondern nur mittelbar. Erscheinung der absoluten Erscheinung Gottes. – Wir haben gewonnen. Er will hingegen weiter deduktiv vorgehen und in den folgenden Vorlesungen dazu übergehen. Liegt diese Mannigfaltigkeit in unsrer Ableitung? Nein. Nun fragt er: »Was kann es sein. 187. den Übergang von der Einheit des Schemas 1 zur Mannigfaltigkeit des Schemas 2 näher zu betrachten.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins 119 nehmen. in dem bisherigen durchaus nicht liegendes Princip für diese Spaltung! (188.3-27. Die faktische Mannigfaltigkeit kann man mit dem Begriff von Schema 2 verstehen. ja unendliches vor. was ist ausser Gott. – Wir bedürfen drum ein neues. durchaus und schlechthin aus nichts hervorgegangene Sphäre des Seins«. hat sich offenbar vollziehen müssen. d. denn das Vermögen vollzieht sich frei. (187. denn »im ersten Falle ist noch immer kein Sein außer Gott«. Alles. und Bild wiederum dieses Erscheinens. sein Prinzip ist aber noch unbekannt. das sich als solches entweder nicht vollzieht oder vollzieht. rechtlich fortgefahren liegt in ihr die Einfachheit. sich verhaltend zu diesem. Dabei wird es nun unverrükt bleiben. Es ist nun dabei äußerst wichtig. nicht wieder auf die Faktizität zurückgehen zu wollen. Es gilt demnach. z. die gleichwohl – der Möglichkeit nach – in ihm gründet.28-31) Mit der Ableitung des Schemas 2 wird also der Ort der Mannigfaltigkeit gezeigt. während es im zweiten Falle »eben das Produkt der Vollziehung dieses Vermögens« ist.12-16) Fichte erklärt nun. daß dieses Produkt »nicht unmittelbar durch das Erscheinen Gottes ist«.L. . Dieses Vermögen. und durch diese Frage entstand eben die W.B. die Elemente abzulei- 103 Zusammenfassung von: GA II 12. daß »eine neue. diese neue Sphäre?« Und antwortet: »Erscheinung.h. Sie ist gelöst. wie sie wirklich entstehen konnte. um dieses Prinzip zu finden.103 Demzufolge kann Fichte schließen: Dies nun erst ein Seyn ausser Gott. – . Nach diesem fragten wir. Fichte folgert also. und was da ist für uns – ist dies – . Erscheinung der Erscheinung Schema 2. »es ist dadurch möglich« aber nicht verursacht. aber alles? das worauf wir ausgingen? Es kommt faktisch ein vielfach mannigfaltiges. wie jenes zu Gottes innerlichem Sein: Schema 2 wie jenes Schema 1«. wir selbst.

was in alle Ewigkeit fort in ihm vorkommen wird. und auf Eins zurükzuführen«. aus dem diese Mannigfaltigkeit sich von selbst entwikelt. die wichtigsten.22-32) Nun. scheinbar ausser der strengen Reihe. denn 104 GA II 12. bleiben auch ihre jeweiligen Disjunktionsformen in dieser Beziehung.8-12) Nun formuliert Fichte die kommende Aufgabe wie folgt: »alles. daß es nämlich genau den Punkt bezeichne. was er mit diesem Prinzip meint. welche sich ihrerseits jeweils aufspalten in Fünffachheit und Unendlichkeit. wenigstens ohne die strenge Reihenfolge zu beweisen. und besonders erkläre. 189. den wir suchen. bleibend dasselbe Eine Wissen. (189. Gleichzeitig kündigt er an. spaltet sich in zwei GrundFormen. daß ich. als Eins zu begreifen. zufolge deren einer es sich spaltet ins Unendliche. auf den alles zurückzuführen ist. und damit schließt Fichte die elfte Vorlesung. Historisch angegeben: Die Erscheinung der Erscheinung = das Wissen. und seinen innern Zusammenhang nie verlierend. er besitze die W. was jemals von aller Zeit her im Bewußtseyn vorgekommen. bestehe die Wissenschaftslehre nicht nur aus einer Darstellung der Spaltung der Mannigfaltigkeit aus einem Einheitspunkt. Der Einheitspunkt also. Er wird dafür außerhalb der strengen Methode voranschreiten – wie er schon in den einleitenden Vorlesungen ankündigte und nun folgendermaßen wiederholt: Ich werde aber damit anheben. wenn er sich rühmen will. (189. an dem sich das Wissen in seine Grundformen aufteilt. jedoch ohne alle diesbezüglichen Beweise anzuführen. fällt nun mit diesem Trennungspunkt in Fünffachheit und Unendlichkeit zusammen.16-18. sondern auch aus einer »synthetischen Anschauung« dieser Mannigfaltigkeit selbst als Einheit des Wissens. ja der er seyn muß.104 Hierin besteht das Ganze der abzuleitenden Mannigfaltigkeit und in ihrer Zurückführung auf Eins die Darstellung ihres Prinzips. aus denen das gesuchte Prinzip zusammengesetzt werden kann. so daß Unendlichkeit und Fünffachheit sich gegenseitig aufeinander beziehen. […] Nur der Einheitspunkt. Da jedoch die beiden Grundformen immer in einer Wechselbeziehung bleiben. in fester Anschauung gefaßt. . zufolge der andern in ein fünffaches.L.120 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins ten. und den jeder besitzen. und unbekanntesten Bestandtheile der durch die Deduktion zu liefernden Synthesis heraushebe. ist der.

190. Nicht der Mensch ist also der Brennpunkt der Erschaffung der Welt.2-10.14f.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins 121 »[d]as Wissen selbst.108 Man 105 GA II 12. und gleichsam abgestoßne. in seiner absoluten Form. und sieht dieser Erzeugung in sich selbst zu«. hatte sich die Frage gestellt. der seinen Ursprung in der Frage hat. Zuvor. bei der Entkräftung des vorigen Widerspruchs. nämlich.h. oder das Ich. 4. erzeugt sich selbst. und abgesezte: kurz was. ob das Absolute in der Erscheinung erscheint. ob das absolute Sein im Schema 2 nun erscheine oder nicht. d. weil sie die Wurzel seines bisherigen Seins angreift und auflös’t«. Diese Frage wird sich als die wahre. 178.2. in beiden Beweißformen eben . 106 GA II 12. so hatte Fichte angekündigt. daß das Wissen ein Produkt.105 Es ist jedoch nicht leicht. nicht aber das Erschienene. daß das Wissen sich selbständig bildet und sich der Mensch eben erst dank dieser Selbstbildung als Mensch und als wissender Mensch betrachten kann. – .106 Was wird nämlich durch sie wirklich angegriffen? Offenbar der Glaube daran.3. denn das Erschienene ist im eigentlichen Sinne nur die Erscheinung und diese erscheint nur in einer Erscheinung der Erscheinung. Ist doppelsinnig. denn sie ist »dem natürlichen Menschen das allerunnatürlichste. 108 Vgl. 190. tritt also nur am Ort des reflektierenden Sichsehens des Wissens auf. Die Antwort lautete. sondern das Wissen selbst.13f. daß es das Erscheinende war. 190. Die Frage nach dem Erscheinen des Absoluten im Schema 2 Auf der Suche nach dem Prinzip der Disjunktion geht die Analyse des Schemas 2 erneut von einem Widerspruch aus.2-9: »Das Seyn erscheint denn in der That nicht. In dieser Unterscheidung. 107 GA II 12. Es ist das erscheinende: aber nicht das erschienene. während sich ganz im Gegenteil in dieser Anschauung ein dieser Konzeption entgegengesetzter Prozeß konzentriert.107 Der Mensch. in seiner reinen Form. nicht das von der Erscheinung abgesonderte. wie wir es immer sind und leben […] wird durch diese Synthesis decomponirt […] und aus der Decomposition wieder componirt durch synthesirende Anschauung«. GA II 12. dringende herausstellen. sich in diese Anschauung hineinzuversetzen. ja ein Vorkommnis am Menschen sei. denn durch ihre Beantwortung sollte sich der Übergang von der Einheit des Schemas 1 zur Mannigfaltigkeit des Schemas 2 vollkommen erhellen. denn »das Wissen. liege der Ort der Ableitung der Wissenschaftslehre. der Erscheinung Gottes.

aus seinem Produkt nicht unmittelbar hervor. In dieser eignen und selbstständigen Form der Ort der Deduktion[. Wird nun das Absolute in diesem Produkt von neuem reproduziert oder nicht? Fichte antwortet: »[E]s ist ein ähnlicher Doppelsinn in dem Worte erscheint. Das Bild Gottes. Im ersten Beweise wird wieder vorausgesezt: es soll das Seyn als erschienenes abgesezt werden: im zweiten: es sollen eben beide gesondert werden: also ein Zirkel – und so bleibt es eben faktisch. und befangen. Andererseits kann man aber genauso behaupten. Wie steht es wiederum nun in dieser Rüksicht mit dem beschriebnen Schema 2. d. nur im doppelten Sinne. das sich selbst von alleine abbildet. – . Kurz Faktum. doch geht. auch das Absolute – wenigstens mittelbar – erscheinen. aber wo und wie dieses Faktum im Inneren des Bildes selbst zum Ausdruck kommen kann. ist aus der bisherigen Ableitung noch nicht hervorgegangen.19-21. weder als Bild.h. an dem dieselbe Frage wiederkehrt. Die Vollziehung des Vermögens ist ja notwendigerweise ein Bild Gottes. Erscheint in ihm das absolute oder erscheint es nicht in ihm? (191. – Halten Sie diesen Zustand fest: und nun der Gegensatz: Die Erscheinung sollte doch seyn Erscheinung des absoluten […]. das das Produkt des Vermögens sein muß. erscheint nicht wirklich als solches. Erscheinung und Seyn treten nicht aus einander sondern verschmelzen. 191. daß es ein Bild Gottes ist. wie wir denselben schon oben gehabt haben. beides richtig. denn im Schema 2 muß. Schema 2. In diesem Bilde vom Bilde geht nun das Vermögen auf. daß es dort tatsächlich nicht erscheint.*] [*] Wird in der Zukunft gebraucht werden« 109 GA II 12. so daß ihre Lösung auch die Ableitung der Spaltung innerhalb der Erscheinung weiterbringen wird: Ich sage: wir sind durch das bis jezt gesagte in einen neuen Widerspruch gerathen. Denn man hat zwar eindeutig festgestellt. der Erscheinung eben: wie sie ist. – . Bild des Absoluten zu sein – die Vollziehung ist ein Bild der Erscheinung des Absoluten. und daher noch weniger. daß es ein Bild ist.«109 Diese Frage kann man nämlich einerseits bejahen. . so entsteht ein Bild. und Sie können Ja sagen. Ueberlegen Sie: wie das nun sattsam beschriebne absolute Vermögen der Erscheinung sich vollzieht.9-17) Durch die Vollziehung des Vermögens bringt die Erscheinung ihren Charakter zum Ausdruck. noch als Bild der Hauptgrund ist. und ist darin völlig erschöpft. wenn man die Beschreibung des Vermögens und seine Beziehung zum Absoluten zu Grunde legt. daß das Schema 2 die Vollziehung des Vermögens ist.122 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins findet sich jetzt also an dem Punkt. oder Nein. wenn sich das Vermögen einmal vollzogen hat.

«110 4. denn erst mit ihm wird die Erscheinung eine eigene Existenz gewinnen können und diese eben als Erscheinung. als solche erscheinen kann. d. Im Erscheinen der Erscheinung als solcher wird also auch die Möglichkeit vorgewiesen. eine Trennung in der Verschmolzenheit von Absolutem und Erscheinung herzustellen. weil es eine Erscheinung der absoluten Freiheit. daß die Erscheinung als solche öffentlich erscheint. Wie man sehen wird. die ihrer Möglichkeit nach im Sein begründet ist. Das Als des Schemas und das Prinzip des Soll Nun ist gerade die Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit der Entstehung dieses Als dringlich geworden. während sie ihrer Wirklichkeit nach selbständig ist. das durch sein Wirken die Freiheit des Vermögens nicht aufhebt. zufolge dessen das und das nothwendig erfolgt«. als unsichtbarer Faktor des Schemas 2: aber es erscheint nicht explicite.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins 123 Gottes. die ihrerseits schon als eine absolut freie Vollziehung des Vermögens verstanden wurde. die beiden zu trennen. Wenn man nämlich erklärt. 192.h. dem das Vermögen unterworfen ist.3. Das Vermögen ist insofern frei.h. Fichte charakterisiert nun diese Doppelung der Erscheinung des Absoluten durch die Adverbien implizit und explizit: »[Das Absolute] erscheint allerdings. daß das Absolute im Schema 2 implizit erscheint. d. Daher wird nun das Prinzip gesucht. daß es erscheine: es erscheint nicht als solches. 192. denn gerade die Aussage der Implikation Gottes in der Erscheinung hängt von der Möglichkeit ab. daß das Absolute als solches erscheinen soll. Demzufolge muß das Gesetz. fallen die Bedingungen der Möglichkeit der Erscheinung des Absoluten als solchem mit denjenigen der Erscheinung der Erscheinung als solcher zusammen. Gottes ist.3. und ausdrücklich: es erscheint nicht. hängt diese Erklärung davon ab. implicite. Dieses Gesetz darf 110 111 GA II 12.111 Es wird hier allerdings ein Gesetz für den Bereich der Erscheinung gesucht. notwendig ein solches sein.10-12. .27. Da Fichte aber in der Reihe der Voraussetzungen von der Erscheinung des Absoluten ausgegangen ist. kann die Frage nach der Erscheinung der Erscheinung nur als Folge des Anspruchs hergeleitet werden. GA II 12. das die Grundlage für diese Trennung bildet. Fichte definiert nun zuerst den Terminus Prinzip als den »Begriff eines Gesetzes.

112 Im Soll bestehe also das Prinzip. Das kann man aber nur dadurch tun. wie wir es abgeleitet haben. sich zu vollziehen oder nicht. Das Als. und als unsichtbarer factor allerdings drin lag.124 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins also nicht durch ein Müssen ausgedrückt werden. d. – Dieser Konkrescenz also müste abgeholfen werden: Das Schema müste 112 113 GA II 12. Fichte schließt entsprechend: »Ein solches Soll allein könnten wir in dieser Sphäre als Princip denken«. Hervorhebung des Verfassers.h. Das ist genau die Art und Weise.h. sondern ihrer Möglichkeit nach. Antw[ort]. die dadurch herbeigeführt wird. wie das Soll als Prinzip fungiert: das Soll ist Prinzip des Als. GA II 12. hängt also von der Setzung eines Soll ab: ohne Soll kein Als. erweist sich dabei das Soll als Bedingung der Möglichkeit der Disjunktion. abzuschaffen. daß man zunächst einen bestimmten Zustand problematisch unter ein Soll setzt. nicht bloß anzuerkennen. um in der Ableitung fortzuschreiten: »Gesezt. Weil es als absolutes mit dem Schema zu Einem verschmolzen war. genetisch oder wie sie zustande gekommen sind. Erst dadurch gelingt es. obwohl es implicite. . ohne die Freiheit des Vermögens.h. das absolute sollte erscheinen als solches ([…] es versteht sich innerhalb der Erscheinung der Erscheinung. conkrescirt damit aufgehend. also durch das absolute freie Vermögen […]) was würde daraus folgen[?] […] So hätten wir einen Anhalt für eine weitere Deduktion.33f. von dem aus die Reihe der aufeinander folgenden Deduktionen im Rahmen der Erscheinung abgeleitet werden kann. die Bedingungen der Möglichkeit dieser Tatsache ans Licht zu bringen. das ein notwendig und nicht frei wirkendes Gesetz zum Ausdruck bringt. d. 192. 193. das absolute nicht als solches. Das eben so formulierte Prinzip des Soll wird auch von Fichte gleich angewandt.1-5. d. sondern kann nur mit dem Vorschreiben des Sollens zusammenfallen. in seinem besondern Seyn durch das Schema verdekt.«113 Wie gesagt erscheint das Absolute in der Erscheinung faktisch nicht als solches. – Warum erschien […] im Schema 2.. daß sie tatsächlich so und so vorkommen. Das absolute soll erscheinen als solches = Ueberhaupt ist durch das soll postulirt ein Als. und dies ist eigentl[ich] die neue Grundform. die Dinge ihrer Faktizität nach zu beschreiben. Da aber das Als das Zeichen der Disjunktion zwischen einer Tatsache und derselben als solcher ist. In der Wissenschaftslehre geht es aber eben nicht darum. ohne irgendeinen notwendigen Vollziehung des Vermögens zu postulieren. ohne Unterscheidung. worum es nun geht.

die von einem Soll gefordert und durch die Entstehung eines Als ermöglicht wird. daß hier Absolutes und Schema nicht zu unterscheiden bzw. Man kann aber nicht unmittelbar Gott vom Schema sondern. diese erste ursprüngliche Erscheinung Gottes von der formalen Hülle des Schemas so tief durchdrungen wird..13-21) 125 Der Grund für das Nichterscheinen des Absoluten als solchem in der Erscheinung wird also von Fichte einer so genannten Konkreszenz zugeschrieben. daß eigentlich allein das Schema dasjenige ist. daß in der Entstehung des Schemas 2. nicht aber unmittelbar auch die Erscheinung des darin erscheinenden Gottes als solchem. Unter der Setzung des Soll gewinnt das Als daher die grundlegende Rolle. daß im Inneren der Erscheinung der Erscheinung des Absoluten (Schema 2) das Absolute als solches erscheinen soll. wie zu Beginn höchstens im Begriff Gottes gestaltet. führt der Anspruch. dazu. wenn das Schema als solches erscheint. (195. sprich im Schema 2. Unter der Annahme also. Somit erhält man im Schema 2 nur eine Erscheinung der Erscheinung. daß die Erscheinung Erscheinung des Absoluten sei. anderseits aber verdeckt es durch eine schematische Hülle den erscheinenden Gott selbst. daß das Absolute in der Erscheinung der Erscheinung. nie explizit erscheine.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins drum zuförderst besonders. Dieser Prozeß des Zusammenwachsens ist der Grund für die faktisch unzertrennbare Verschmolzenheit des Absoluten mit der Erscheinung im Schema 2.h. was als solches erscheinen soll. im Corpus des Schemas 2 als Element der Unterscheidung zu fungieren. d. Die Enthüllung des ursprünglichen Erscheinens Gottes kann nun nur einer Sonderung im Zusammengewachsenen folgen. Entsprechend muß man negativ vorgehen und zunächst das Schema selbst im Zusammengewachsenen erkennen. daß in ihrem Produkt Inhalt und Form nicht mehr unterscheidbar sind: Sie sind zusammen zustande gekommen und bilden ein einziges Produkt des Vermögens. d. Konkreszenz bedeutet demnach die Folge des Zusammenwachsens. wie Fichte sagt. muß man schließen. verschmolzen sind. Nach der Voraussetzung. denn Gott wird eben nur in einem Schema. das wiederum ein vom Vermögen frei hergestelltes Schema des Schemas 1 ist. und mit seinem Charakter der Absonderung. kann das Absolute vom schematischen Aspekt seines Erscheinens erst dann unterschieden werden. und der faktischen Evidenz. Damit kann die Erschei- . Das Schema 2 bringt also einerseits das Erscheinen Gottes zur wirklichen Erscheinung. daß das Absolute als solches erscheine. Fichte meint damit. Konkreszieren ist das lateinische Wort für Zusammenwachsen.h. als Schema erscheinen. ein Schema des Schemas. Da wir aber vom Absoluten nie etwas prädizieren können.

es seinerseits einem Etwas entgegengesetzt werden können muß. und so müste denn schlechthin eine Erscheinung des Seyns als solchen. nämlich als eine Verfeinerung des Vermögens zu verstehen ist: Das Vermögen ist. Dabei fordert Fichte aber gleich dazu auf. daß das Vermögen nichts anderes als Schemata herstellen kann. welches diesem Schema entgegenzusetzen ist. über seine bloße Fähigkeit hinaus.h. Die Frage nach der Erscheinung des Absoluten als solchem verwandelt sich also in die Frage nach der Erscheinung des Schemas als solchem – die Antwort auf diese zweite Frage wird auch die Lösung für die erste bringen. sich in einem unmittelbaren Resultat zu vollziehen. Man beachte nämlich. war die Erklärung seines Vollziehens noch nicht vollständig. daß alles. das dem .126 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins nung des Absoluten als der Rest betrachtet werden. erscheint. Die synthetische Periode Es ist unmittelbar einsichtig. der nach einer idealen Subtraktion des Schematischen als solchem aus dem Schema 2 übrig bleibt. indem man anerkennt. das Schema] als solches. das Als in Funktion getreten ist. Indem also das Vermögen allein als Vermögen zum Schema 2 dargestellt wurde. innerhalb des Gemachten anhand des Soll durch ein Als weiter zu unterscheiden. auch in der Lage dazu. Das bereits entdeckte Sein. d. damit das Schema als solches. auch nur eine Folge der Vollziehung des Vermögens ist.3. hinter der Voraussetzung des Soll. Fichte bringt diesen Gedanken folgendermaßen zum Schluß: Nun kann es [scil. sondern mit zwei doppelten Schemata zugleich. nämlich dem Schema als Schema und einem Sein. Das einfache Produkt des Vermögens. Nun geht man hier noch einen Schritt weiter.4. das Schema 2. im Gegensatze mit dem Schema als solchen ihm entgegen treten. und in seinem schematischen Charakter nur erscheinen.22-25) Dies erfordert eine weitere Analyse des Schemas 2. Wenn also einmal. 4. haben wir nicht mehr allein mit dem Schema 2 für sich genommen zu tun. daß. was nun innerhalb des Schemas 2 unterschieden wurde. das eben als Nicht-Schema erscheint. zu bemerken. daß das Als als eine weitere Bestimmung. als Schema. im Gegensatze mit einem NichtSchema: also mit einem Seyn. vermannigfaltigt sich dabei zu einem Paar von Schemata. (195.

sondern daß zwei Schemate vorkommen. wie vorher ein Schema. als ob das Vermögen etwas völlig Neues schaffen würde oder das Als von einem neuen besonderen Akt der Freiheit in Funktion gesetzt würde. als das und das. das ihm entgegengesetzte Sein sowie das Schema als Schema und das Schema als Sein. der die freie Vollziehung des Vermögens unterliegt und die aus fünf Gliedern besteht. wie die fünf Elemente – das Schema 2 mit den zwei Schemata des Schemas und des Seins und ihren Spiegelungen durch das Als – aufeinander wirken. das Eine als das Schema. beide auch in sich selbst nicht einfach. Quintuplicität. ist. das dieses am Ende seiner unmittelbaren Vollziehung auch selbst unmittelbar als solches erfaßt. zwei Schemata und vier Glieder zu unterscheiden: das Schema. zusammen mit dem Kennzeichen. sondern mit einer Duplicität. (195. daß nicht. Fichte faßt zusammen: Kurz: das Resultat dieses Als. eine Fünffachheit (Quintuplicität) aus. der sich von demjenigen unterscheidet. dem Soll zufolge und mittels des Als. bezeichnet er als synthetische Periode. daß es da ist.3) Man darf dies jedoch nicht so verstehen. Die . Diese machen. Tatsächlich ist das dem Schema-als-Sein entgegengesetzte Schema-als-Schema nichts anderes als Schema 2 oder das Produkt der freien Vollziehung des Vermögens. Die Art und Weise. als etwas da zu sein. denn jedes der zwei Elemente stellt sich nicht mehr einfach dar – wie das Schema 2 anfangs gesehen wurde –. da das Vermögen singulär ist. Dieses Paar Schemata ist wiederum doppelt. Wir erkennen daher im einheitlichen Sichvollziehen des Vermögens – das. sondern infolge des nun zustande gekommenen Als. denen ein einziger Freiheitsakt des Vermögens zugrunde liegt. das zu erfassen. was als sein Produkt bereits vorhanden ist. sondern seyend noch überdies mit einem bestimmten Charakter. daß das Vermögen nur in der Lage ist. zu weiterer Bestimmung. und entsprechend als Schema und als Sein. dem Schema 2. erschien.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins 127 Schema als Schema entgegenzusetzen wäre. Und wiederum ist das Schema als Sein auch nur das Schema 2. in einem einzelnen Schema 2 zusammenzufassen ist – eine Mannigfaltigkeit von Elementen. das andere als das Seyn zu diesem Schema. Fichte nennt nun die Form dieser Struktur. sondern vielmehr nur ein schematisches Sein. nicht eben bloß seyend. der bereits zur Bildung von Schema 2 führte. zusammen mit ihrem synthetischen Glied. Es ist dagegen festzuhalten. ist also kein Sein strictu sensu. denn es ist bloß ein Produkt des Vermögens. wie das früher abgeleitete Schema 2. allerdings unter dem Aspekt betrachet.31-196. Im Schema 2 sind also.

3. als wessen Folge tritt sie ein? Unmittelbar. die wir beschrieben haben? Weil das Vermögen schlechthin also ist.5. daß seine Vollziehung nicht anders ausfallen kann? Und warum ist das Vermögen so? Weil in ihm erscheint Gott. In dieser Analyse hat sich jedoch das Schemas 2 angereichert und nun zeigt es sich statt als einfache Vollziehung des Vermögens als ein Mannigfaltiges. und dieser erscheinen soll. und zwar als fünffache Synthesis unterschiedlicher Elemente. die die ganze Deduktionsreihe zusammenfassen: Wenn nun diese Quintuplicität […] in der Erscheinung wirklich eintritt. d.128 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins zwölfte Vorlesung wird nun mit den folgenden Worten geschlossen. (196. als Vollziehung des Vermögens. in der sich die ganze Erscheinungswelt bildet.h. Durch diese fünffache Synthesis. als er sagte: »Ich werde […] damit anheben […]. daß die Synthesis.114 Dabei zeigt sich. läßt die Erscheinung – die sich nun in Vermögen. Schema als Schema und Schema als Sein im Inneren der Erscheinung der Erscheinung die Entfaltung der synthetischen Periode abgeschlossen. die der weiteren Entwicklung der Deduktion vorausgeht. als solcher: und weil dieses alles nicht anders denn also erscheinen kann. die er in der elften Vorlesung ankündigte. als diese Quintuplicität aus.8-15. die synthetische Periode fünffach ist. Vorlesung findet sich eine Bemerkung. 4. [daß ich] die wichtigsten und unbekanntesten Bestandtheile der durch die Deduktion zu liefernden Synthesis heraushebe und besonders erkläre«. denn gerade die Frage nach der Erscheinung des Absoluten als solchem hat diese Struktur als solche erscheinen lassen. Die Kritik an Locke und den Kantianern Am Beginn der 13. Mit synthetischer Periode bezeichnet Fichte also die ganze Artikulation des Schemas 2: Ausgehend vom Schema 2 als Vollziehung des Vermögens wird es als zwar vom Sein verschiedenes aber auf dieses bezogene Schema wiedergefunden. Soll und Als weiter artikuliert hat – auch das Absolute ausdrücklich erscheinen.4-10) Fichte hat mit der Unterscheidung zwischen Schema 2. sehr verwickelter synthetischer Periode«. und noch hinzufügte: »Eine Synthesis […] und zwar ein sehr reicher. Warum fällt nun diese Vollziehung so aus. 189. . wie es scheinen möchte. Fichte fragt nämlich: »Das 114 GA II 12. und.

und dabei übt Fichte einerseits harte Kritik am Empirismus der angelsächsischen Tradition. ist diese Unterscheidung. so ist er. kann man sagen. die ihrerseits einer Erscheinung erscheint: Fichte greift nun vor. wird im Schema 2 das Schema als Schema (Begriff) von einem Sein als Sein (Anschauung) unterschieden.23-25) 115 GA II 12. andererseits möchte er aber auch eine wichtige Erklärung der Art und Weise. einen Begriff des Seyns. ein Ich ist. einleiten. ein Schema vom Dinge selbst [zu] unterscheiden?«115 Freilich lautet die Antwort auf diese rhetorische Frage ›nein‹. Er fährt fort: Wie die Erscheinung ist.15-22) Hier wird die Beziehung zwischen Begriffenem und Begriff beschrieben. Sie [die Erscheinung] macht nicht das Seyn. womit dann der entsprechende Begriff privilegiert wird. denn gerade damit Gott als solcher zur Erscheinung kommen kann. (196. Das Schema 2 ist eine Erscheinung der Erscheinung. wie er die Erscheinung im Unterschied zu den Kantianern und auch zu Kant betrachtet.12f. insbesondere an der Philosophie Lockes. (196. die mit der Entstehung des Begriffs als Anschauung anzuerkennen ist. Sobald eine Erscheinung (Schema 2) wirklich wahrgenommen wird. Fichte sagt dazu: [D]as Erfassen des Schema in der Form als (als was es sey. der das Schema 2 erscheint. sondern die Erscheinung des Seyns macht sich selbst in ihr […] – . denn sie ist zufolge ihres ursprünglichen Seyns in Gott. daß diejenige Erscheinung.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins 129 Schema erscheint als solches: lernt etwa die Erscheinung oder das Ich nach und nach durch Versuche. indem er sagt. oder Seyn. als Grundlage des Als Anschauung. Beide erscheinen also gleichzeitig »zufolge ihres ursprünglichen Seyns in Gott«. eine Wissensform. Mit dem ersten hat man den Begriff. . ob als Schema. wird sie unmittelbar als Schema und als Sein zu diesem Schema zugleich betrachtet. Dieses Ich kann nämlich das Schema 2 auf zweierlei Weise denken: entweder in der schematischen Form seines reinen Daseins – daraus resultiert eine Anschauung – oder fokussierend auf das Schematische an dieser Daseinsform. das Seyn des blossen Schema. denn er ist zufolge des ursprüngl[ichen] Seyns der Erscheinung. thut hier nichts zur Sache) heißt mit Recht Denken. mit dem zweiten das entsprechende Begriffene bzw. […] [W]ie die Erscheinung ist. 196. 2) Im Gegensatze mit dem Schema erscheint das Seyn als solches: es giebt.

Es tritt ihr entgegen die Behauptung. über dessen verborgnen Grund wir keine Auskunft erhalten […]. den Empirismus durch ein Argument zu beseitigen. (197. die nicht bemerkt haben. und einübe. Etwa durch den Beweiß aus Induktion. das sich wiederum auf die Induktion stützte. (196. wie man eigentlich diesen Schluß beweisen könne. wie die Erscheinung ist. und vieles andre über- . – Jene […] Ansicht. daß das wissende seine Grundbegriffe nach. auf eine empirisch begründete Methode.2-7) Es wäre nämlich widersprüchlich. nach einer sehr mildernden. indem er weiter fragt. richtet. die sich nach dem Denken.25197. sondern] Es ist schlechthin. und nach lerne. das zur Intuition des Als führt. Fichte erklärt: »So bei Kant. wobei er auf Leibniz und Kant verweist: Beim Denken stehen bleibend. Fichte übt damit Kritik an denjenigen Kantianern. Sie beruhe nämlich auf einem lediglich empirisch aufgefaßten Faktum des Bewußtseins. die den Engländer Locke zum Hauptvertheidiger hat.h. wird nun das [daß dank des Denkens ein Sein und ein Begriff auftauchen] etwa erlernt. d. Es gibt demnach weder einen zeitlichen noch einen logischen Vorrang des einen vor dem anderen. nach und nach erzeugt? [Nein.130 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins Nach Fichte gibt es also keine andere Beziehung zwischen der Seinsanschauung und ihrem Begreifen als Schema in einem Begriff als diejenige der unmittelbaren gegenseitigen Bestimmung. [und] Kants a priorische Begriffe. Daran knüpft Fichte die Erklärung seines Konzepts vom Apriori an.2) Nun schreitet Fichte darüber hinaus. – . daß ohne diese Voraussetzung sich das wirkl[iche] Wissen durchaus nicht erklären läßt? Sodann ist jene Apriorität der Grundbegriffe lediglich ein Faktum des Bewußtseyns. diese Grundbegriffe liegen im Wissenden selbst schlechtweg. Die Konzepte der Anschauung und des darauf bezogenen Begriffs geben sich also gleichzeitig als fundamentale Bestandteile der wirkenden Struktur des Wissens zu erkennen. daß die transzendentale Wende in der Formulierung Kants noch unvollkommen war. ob wiederum nur induktiv oder a priori: Aber wie will man denn diese Behauptung erhärten. in seinem Wesen: [wie] Leibnitzens angebohrne Begriffe. wird mit Recht verächtlich weggeworfen. zufolge des Seyns derselben in Gott. und sich angewohne.

7f.). 3) Was ist denn nun aber dieses Vermögen selbst? Etwa. und die Wurzel alles anderen Seyns. das in der Erscheinung seyn kann: das unmittelbarste Erscheinen Gottes selbst. Wie sich nun diese Freiheit bestimmt. Bewußtseyn überhaupt da ist. sondern in seinem freien Vollziehen selbst.116 Eben gegen die Annahme. ist Resultat der absoluten Freiheit der Erscheinung.h. […] ein blosser Gedanke – eben ein Nichtseyn. sich zu erscheinen. oder. 197.8-10. (197. Die Freiheit des Vermögens liegt ihrerseits nur darin. . d. freilich innerhalb der Erscheinungswelt. sondern dieses Vermögen ist das allerrealste Seyn. Nun ist aber dieses Vermögen als »das allerrealste Seyn«. dieses nakte Faktum. Begriffe und Anschauungen zustande bringen. im Gemüthe? Wollen wir etwa da auf die kindischen Vorstellungen der Kantianer uns einlassen?«117 Die Interpretation der Kantianer widerlegt er in drei. fragt Fichte nun: »Und wie sind denn nun jene a priorischen Begriffe. wenn es sich äußert. Daß Erkenntnisse. Aeussern kann sich die Freiheit des Wissens. hängt nur vom Vermögen und von der Art und Weise ab. wie sie sich äussert.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins 131 sehenden Ansicht«. wie Fichte sagt. sprich das Wissen und Wissende gibt. zu betrachten. wie das Vermögen sich vollzieht. Wenn es sich aber vollzieht. der Erscheinung] Vermögens. daß ein Faktum die Voraussetzung für die apriorische Spaltung der Erscheinung in Sein und Schema liefert. Begriffe. daß es überhaupt ein Bewußtsein. denn es ist das Mittel. die Stellungnahme der Wissenschaftslehre zusammenfassenden Punkten: 1. 197. – . denn also. ist schlechthin bestimmt durch die Beschaffenheit ihres [scil. und Begriffe sind. Wie diese Erkenntnisse. kann es nur die oben erwähnte fünffache Gliederung in ihrer synthetischen Einheit und dabei Erkenntnisse.11-198. sich vollziehen oder nicht vollziehen zu können. denn dieses Vollziehen ist eine freie Selbstbestimmung des Vermögens und stellt sich damit als lebendiges Bild und Schema der absoluten Freiheit 116 117 GA II 12. GA II 12. – […] Keinesweges. Dies resultiert allein aus der Freiheit der Erscheinung.2) Das einzige Faktum des Bewußtseins ist also buchstäblich jenes. so daß das Sein Gottes die einzige wahre Wurzel des Daseins der Erscheinung ist. 2). wodurch die Freiheit Gottes zur Erscheinung kommt. oder nicht: wenn sie sich aber äussert. kann sie sich nicht anders äussern. Das Sein Gottes erscheint aber nicht als solches im Produkt des Vollziehens des Vermögens.

Das durch die absolute Freiheit entstandene Schema (2) ist es.2-5) Da aber das Sein außer dem Sein als freies Vollziehen des Vermögens das Wissen in seiner fünffachen Synthesis ist. sondern dank des Beweises. dessen wahre Erscheinung als Produkt der Vollziehung eines freien Vermögens die mannigfaltige Welt ist. das sich in seiner freien. Die absolute Freiheit erscheint also nur in einem freien Vermögen oder. Ein Realismus.132 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins Gottes dar. und über dieses ihr Vermögen hinaus nichts könne. so Fichte. anhebend von folgender Bemerkung. des Seins Gottes. Deshalb schließt er: Daß sie [die Freiheit] gegen dieses ihr Vermögen. daß die Welt eine Erscheinung ist. das sich darin als Bild und Schema Gottes erweist. nicht aber allein dank des Glaubens an einen Gott. unabtrennbar von ihr. dieses apriorische in der Erscheinung.B mit der Kantischen der Fall ist. wobei der Entstehungsgrund dieser Erscheinungen die freie Selbstbestimmung des Vermögens ist. indem er die am Ende der vorigen Vorlesung unterbrochene Deduktion weiterführt: Wieder zurük in den Weg der Deduktion! Setzen wir das gesagte noch weiter aus einander. Die Welt ist demzufolge vor dem Nihilismus gesichert. Fichte vertieft nun diesen höchst wichtigen Gedanken. ist wohl klar. schöpferischen Bildungskraft als Schema Gottes darstellt. Demzufolge kann man also sagen. ist es. im »bestimmte[n] Vermögen der Freiheit«: Gott kann erscheinen nur in der Freiheit: in dieser nun erscheint er allerdings. Die Phänomenologie der Wissenschaftslehre 1811 ist also eine Betrachtung der Welt der Erscheinungen als Erscheinungen Gottes. (198. denn er ist ihr Träger: Dieses sein unmittelbares Erscheinen in der Freiheit nun ist das durchaus bestimmte Vermögen der Freiheit. daß das Bewußtsein unbezweifelbar auf das Sein Gottes gegründet ist. daß die Erscheinung Produkt der freien bildenden Tätigkeit eines Vermögens ist. und auf diese Weise. wie dies z. sondern in der absoluten Realität des Absoluten bzw. und nicht auszutilgen. Dies also ist das a priorische in der Erscheinung. – . ist laut Fichte erwiesen. Ohne auf Gott zu fussen hat eine sonst scharfsinige Theorie des Bewußtseyns keinen Grund und Boden. nemlich als Gottes Erscheinen selbst. der freilich nicht in der unmittelbaren Realität der vielfältigen Wahrnehmungen gründet. was zufolge der weitern Bestimmung der Frei- . (198.5-10) Das also ist die spätere Formulierung des höheren Realismus der Wissenschaftslehre.

Als Form der Sicherscheinung der Erscheinung bestimmt sie sich aber zugleich weiter zu einem Begriff (Schema als Schema) sowie zu einer Anschauung (Schema als Sein). Man kann also sagen. sondern durch das Denken und die vom Soll eingeleitete Frage nach der Erscheinung des Absoluten als solchem noch darüber hinauszugehen. Nun ist.h. denn ein anderes Schema ist nicht möglich. dieses Schema nur im unmittelbaren Sichvollziehen der Freiheit. (198. Sie verwirklicht sich erst durch ein Vermögen zur Selbstbestimmung. . ist wiederum im Freiheitsakt des Vermögens verwurzelt. daß sie sich selbst und für sich selbst erscheint und sich dadurch anschaut und denkt. denn da versänke es wieder in sein voriges Nichtseyn. durchaus nicht ohne unmittelbare Vereinigung mit der Vollziehung der Freiheit überhaupt statt. Die freie Selbstbestimmung der Erscheinung besteht also darin. schlechthin in Einem Schlage. da es um Selbstbestimmungen geht. Es handelt sich also um eine Selbstbestimmung der Erscheinung. erscheint. autonome. die nur als Bild der Freiheit Gottes selbst zu denken ist. zu einer ersten unbestimmten Anschauung (das Sein des Schemas 2). Es handelt sich also beim Denken um eine weitere Bestimmung der Freiheit des Vermögens selbst und keiner anderen. keineswegs etwa nachdem sie sich vollzogen hat. in der sich die absolute In-sich-Geschlossenheit Gottes zeigt. wie wir schon oben bemerkt haben. Die relative Freiheit der Erscheinung aber ist wiederum nur als Erscheinung der absoluten Freiheit zu begreifen. Überdies ist sie dieselbe Freiheit. denn es gibt keine andere Freiheit. wobei sie sich gleichzeitig als Erscheinung versteht und als Anschauung und Begriff auffaßt. daß die Erscheinung Gottes eben diese zweifache Selbstbestimmung der Freiheit ist. sich mit der bloßen Wahrnehmung des Schemas 2 nicht zu begnügen. freilich nicht der absoluten. – . als Schema. wiederum nur unter der Annahme der Freiheit zu verstehen. Diese zugleich zu erfassende Reihe von Momenten ist aber. d. obwohl sie sich jetzt in der Erscheinung darstellt und sich demnach nur als absolute. selbständig zeigt. und was daraus folgt.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins heit. sondern der relativen Freiheit der Erscheinung.14-24) 133 Die der Erscheinung oder dem Ich des Wissenschaftslehrers – der eben nichts als eine Erscheinung ist – innewohnende Freiheit. und diese Selbstbestimmung führt unmittelbar zu einer Erscheinung der Erscheinung. und ist mit derselben zugleich. Und so findet denn wenigstens die Vollziehung der weitern Bestimmung der Freiheit. im Gegensatze eines Seyns.h. d. den Akt zurüknimmt.

sobald es er118 GA II 12. schlechthin bestimmt.6. Fichte leitet die angekündigte Betrachtung durch eine Wiederholung der Einheitlichkeit der Vollziehung der Freiheit dadurch ein. (198. fragt niemand. und bildet nach und nach ein Bild derselben. daß das Sein des Schemas 2. die Beziehung der Erscheinung zur Freiheit näher zu erklären. . Gesetz und Evidenz Die 14. wie auch das Vermögen als solches erscheinen kann und nicht nur die von ihm hergestellten Schemata. Fichte bedient sich zur Erklärung des Verbums projizieren: Man soll sich vorstellen. wie eine solche seyn kann in der Form der Freiheit.7f.30-199. die da ist eben also. und eben seyn muß. (Ohne Gott ist alle Theorie des Bewußtseyns bodenlos. abermals auf eine völlig unverständliche Weise. Zu dieser Welt der Dinge tritt nun die Vorstellung hinzu. daß die Erscheinung für sich in einem Schema 2 erscheint und infolgedessen als Schema und als Sein. Diese anscheinend aufeinanderfolgenden Bestimmungen der Freiheit des Vermögens sind eigentlich nur »in Einem Schlage« zu verstehen. zu betrachten«. Evidenz. andererseits der Begriff Reflex eingeführt.2) Dieser auf den ersten Blick rein idealistische Standpunkt wird sogleich durch das sich auf Gott stützende realistische Prinzip der Freiheit ergänzt: Diese Welt nun oder dieses Bewußtseyn ist Anschauung Gottes. über die Einheit der synthetischen Periode näher zu reflektieren. indem er zunächst ausdrücklich den Standpunkt der Wissenschaftslehre vom ›gewöhnlichen‹ Standpunkt unterscheidet: Nach der gewöhnlichen Ansicht ist eine Welt von Dingen: diese ist nun eben schlechtweg und woher sie ist. mit diesem verbunden. woraus die entscheidende Frage entsteht. Vorlesung.3-6) 4. oder man weist uns ab mit der völlig unverständl[ichen] Antw[ort] sie ist geschaffen.3. und dies ist die wahre und einzige Welt und ausser ihm ist keine. weil Gott überhaupt nur in der Freiheit angeschaut werden kann. Dazu werden einerseits die Begriffe Gesetz und. 199. so wie es ist.118 Es gilt also zunächst.) (199. Vorlesung beginnt mit der Aufforderung.134 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins Fichte schließt seine 13. So ist es bei uns nicht – sondern das Bewußtseyn ist. oder wie Fichte sagt »dieses wichtige Verhältniß des Mannigfaltigen in dieser synthetischen Einheit.

Fichte faßt diesen Gedanken folgendermaßen zusammen: 1. muß man das Denken anders als ein freies Handeln verstehen.) die Freiheit vollzieht sich schlechthin. und es entsteht dadurch ein Schema. sondern es stellt sich a priori als Inhalt der Erscheinung der Erscheinung dar. Sein/Schema mit ihrer unmittelbaren Verdoppelung durch das Als hervorbringt. die der Anschauung gleichgesetzt wurde. wiederum kein Produkt des Denkens. wie das Schema. Das scheint aber im Widerspruch zur vorherigen Erklärung zu stehen. in der Form des Als.) unter Voraussetzung der Vereinigung der weitern Bestimmung des Vermögens mit diesem ersten Akte. dem Denken gleichgesetzt werden sollte – ganz im Gegensatz zu seiner ursprünglichen Betrachtung in der Form des Seins. daß auch dies. indem ausserdem das Schema als solches nicht erschiene. genauso wie die Projektion der Schatten keine weitere Bedingung als das Hereintreten des Objekts ins Licht fordert. sondern Seyn. in seinem Daseyn überhaupt und mit seinem Charakter als . das nicht Schema sey. tritt auch heraus das Seyn als Seyn. […] [B]eides ist ja schlechthin in Einem Schlage […]: Also das Schema leuchtet durch sich selbst.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins 135 scheint. (199. jeden zweiten Freiheitsakt ausschließt. und ist ein solcher Akt möglich? Wird dieses Seyn fabricirt. stellt dieses Schema. als Schema. – Meine Frage ist: bedarf es zur Formung dieses zweiten Schema. […] 2. in demselben ungetheilten Akte. derzufolge die Betrachtung des Schemas 2. 3. das nun als die Kategorie der Substanz zu verstehen ist – auch wenn Fichte den Terminus hier nicht verwendet –. in der Erscheinung der Erscheinung auf. Fichte sagt nämlich: – Drum zuförderst. sondern es taucht. als Schema erscheint.8-19) Nun erklärt er weiter. Um diesen Widerspruch zu vermeiden. in der Anschauung schlechthin sich hin als Schema. und gebildet durch irgend eine Freiheit des Denkens? Wir sehen ja. daß diese Vollziehung »in Einem Schlage«.) ich sagte ferner: es kann nicht erscheinen als solches. auch eine doppelte Schattengestalt. Es projicirt sich selbst durch sein Seyn. nämlich die beiden Schemata. genauso wie die Anschauung und unmittelbar mit dieser vereinigt. Denken ist nämlich eben kein besonderer freier Akt der Erscheinung. woraus die fünf Bestandteile der synthetischen Periode entstehen. ohne den Gegensatz mit einem andern. Anderseits ist das Schema als Sein. und zur Ansicht desselben als Seyn eines besondern Aktes. und durch sein blosses Seyn also ein.

daß die Freiheit nicht den Begriff des Seyns mache. Dieses Sich-selbst-Machen ist aber zweifach: einerseits bietet die Erscheinung sich selbst dar. kommt im Grunde ganz automatisch mit dem Erscheinen der Erscheinung selbst zustande. durch sich selbst in ihr. Fichte vertieft nun diesen Gedanken.3-7) Hier war gerade von einem automatischen Zustandekommen die Rede. wie in der freien Vollzie- . in der das Denken als freie Tätigkeit auftaucht. noch seinem Charakter nach. indem er dieses Sichmachen als von einem Gesetz abgeleitet versteht und sein Ergebnis der Evidenz gleichsetzt. weil es sich dabei selbst als Bild Gottes erscheint. – . daß das Denken mit nichts anderem als mit Begriffen zu tun hat. daß Fichte mit dem Schema als Sein die Kategorie der Substanz meint. des Hin. um einen Bezug herzustellen zur fichteschen Idee des Sichmachens der Erscheinung. Fichte hat diese Wissenschaftslehre eben mit dem Begriff des Seins begonnen. sondern daß er selbst sich in ihr mache. was hier in Klammern steht. dieser nichts anderes als der Begriff der Substanz ist. Es ist klar.136 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins Seyn sich schlechthin anschließt in absolut synthetischer Vereinigung an den ersten Akt.und Herdenkens. sondern sie macht sich schlechtweg. des Schema’s und des Seyns auf einander. Mit und in der synthetischen Periode nämlich macht sich die Erscheinung selbst. weder seinem Daseyn. denn die synthetische Periode. (und so halte ich denn das gestern gegebne Versprechen. Dies wird hier als Ergebnis der freien Selbstbestimmung des Vermögens aufgefaßt. Es läßt sich aber auch zeigen. mit dem Sein Gottes außer dem Sein. (199. wenn man von einem allgemeinen Begriff des Seins redet.) (199. eigentlich also mit der spinozischen Substantia. Auch diese wird nicht gemacht durch einen besondern Akt der Ueberlegung. Mit dem Ausschließen eines zweiten selbständigen Freiheitsakts will Fichte also seine realistische Position verschärfen. stützt sich die Aussage.26200.19-26) Und kurz danach fügt er als bessere Erklärung hinzu: Also ein Seyn wird nicht gemacht durch die Freiheit. daß ich bald auf einem andern Wege zu sonnenklarer Anschauung erheben wolle. sondern es macht sich selbst. und ist. Fichte erklärt: So ist es endlich mit dem Gegensatze und der Beziehung der beiden Glieder. (200. inwiefern dieser ganze synthetische Periode ist. daß. Fichte redet hier nämlich vom »Begriff des Seyns«.3) Eben auf das.

andererseits ist diese Wahrnehmung nur faßbar als Paar von Elementen der Synthese. was gemäß der Selbstbestimmung. d.15-31) Sodann erklärt er. Fichte erklärt dies wie folgt. schlechthin aus dem Nichtseyn in eine neue Sphäre des Seyns hineinschaft. und durch das blosse Seyn stellte sich das Schema als pp. das Erscheinen des Absoluten innerhalb seiner Erscheinung zu sehen. Das Schema 2 ist eine direkte Hervorbringung der Freiheit des Vermögens. Es . daß er ist: nachdem er aber war. das den Anspruch zum Ausdruck bringt. was ohne diesen Akt. Das wechselseitige Paar Schema/Sein hingegen geht automatisch aus dem ersten Moment hervor. (200. vom Vermögen unmittelbar zum Ergebnis der Vollziehung führt. durch einen SchöpferAkt. durch ein bringen ins Seyn. in einer Wahrnehmung des Schemas 2. Das. So war in unserm Falle der ganze synthetische Periode allerdings ein Produkt der Freiheit. (200.32-201. diese Sichvollziehung der Freiheit schlechthin nicht war. [. der nur zu einem bestimmten Ergebnis und zu keinem anderen führen kann.] Ein sich machen der Erscheinung durch ihr Seyn.) nachdem sie überhaupt ist durch diese Freiheit.sw. wie oben gezeigt wurde. mit absoluter Freiheit. macht sie sich noch durch ihr blosses Seyn. = als Schema] diesem: – u.] Nemlich die Erscheinung macht sich selbst 1. Beide Aspekte haben. daß das freie Vollziehen des Vermögens einen Prozeß auslöst. beschreibt dabei aber nochmals den Entstehungsprozeß der synthetischen Periode: Die Erscheinung macht schlechthin sich selbst.).. / hat Kausalität durch blosses Seyn […]. das sattsam bekannte Schema 2. eine unterschiedliche Beziehung zur Freiheit und damit zum schöpferischen Moment. das in dieser Tätigkeit die absolute Freiheit des absoluten Seins zum Ausdruck bringt. Die Zweideutigkeit liegt im Worte selbst. nachdem sie nur erst durch die absolute Freiheit gekommen war in dieses Seyn. in der Beziehung Sein/Schema. […] 2.h.1) Der Zusatz »[= alles folgt vollkommen notwendig]« meint. wird von Fichte Gesetz genannt. indem sie dadurch überhaupt ein Schema ihrer selbst. ist selbst von einer Zweideutigkeit […].Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins 137 hung des Vermögens bzw. – So vollzieht in unserm Falle sich die Freiheit schlechtweg. – . [= alles folgt vollkommen notwendig. wie uns als Wissenschaftslehrern die synthetische Periode erschienen ist: – . die im Schema 2 gleichzeitig anwesend sind.. sobald das Produkt des Vermögens dem Gesetz des Soll unterstellt wird. sich zu vollziehen. [scil.

[scil. Die Folge dieses Gesetzes ist das Als in seiner doppelten Funktion: die Wiederherstellung des Aspekts des Schemas als Schema und die Wiederherstellung des darauf bezogenen Seins. das synthetische Gesez ist Gesez eines Schema. und sich vollzieht. so wird es ergriffen durch das innere Gesez des Lebens der Freiheit und durch dieses. Ist es aber einmal. die durch das Denken differenziert und daher ausdrücklich als Anschauung und als Begriff anerkannt werden können. als Schema. oder das. Er entwickelt das Konzept des Gesetzes so: – Dieses Gesez konnte durch sich unmittelbar nichts hervorbringen. Dieses Gesetz gilt nun als das Gesetz des freien Sichmachens der Erscheinung.1-7) Aufgrund dieses Gesetzes zeigt sich das Vermögen. In unserm Falle. so giebt sie dem Gesetze eine Sphäre. Fichte kann nun schlußfolgern. dank welchem das Vermögen durch seine freie Bestimmung zur Sichvollziehung notwendigerweise und unmittelbar zu einer einzigen möglichen letzten Vollziehung kommt. nachdem es sich zur Sichvollziehung in einem Schema bestimmt hat. Sie macht sich selbst innerhalb des Seyns durchaus ohne Freiheit! Was ist denn also das machende in diesem machen. (freilich erst durch Freiheit zu Stande gekommene) seyende. im Gegensatze u. denn dazu ist das freie und selbständige Sichvollziehen des Vermögens unentbehrlich.7-16) Da die Erscheinung Gottes als solchem mit dem Wirken des Gesetzes zusammenhängt. Wie diese nun wirklich ist. sondern nur die Freiheit.138 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins wirkt also ein Gesetz. da alles zum Sichmachen der Erscheinung gehört. = zu einem Sein] welche Ingredienzien alle unmittelbar aus dem nun begonnenen Leben der Erscheinung sich entwikeln. das Gesez. endgültig als Anschauung und Begriff. und diese Bedeutungen muß man wohl unterscheiden. und sezt diese voraus. (201. Offenbar das Gesez. und sezt dieses voraus. gründet sie nicht auf dem Sein Gottes allein. Damit ist die Sphäre der Freiheit der Welt vor einer direkten Einwir- . denn es ist gerichtet an die Freiheit. Somit beendet Fichte seine Überlegungen: – – Lösung – – Die Erscheinung macht sich selbst: dieses selbst aber kann bedeuten das freie. daß das Wirken dieses Gesetzes die wahre Manifestation Gottes innerhalb der Erscheinung ist. und in ihm bilden. und dieses Schema vermag nicht hervorzubringen das Gesez. und wird unwiderstehlich erfaßt von ihm. (201.sw. das eigentliche Princip in diesem Principiat. ohne alles weitere Zuthun der Freiheit dargestellt.

das nun von der Erscheinung des Schematischen am Schema zu unterscheiden ist.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins 139 kung Gottes abgesichert. Gott wurde also vom Schema zur Erscheinung gebracht. . nach dem Erscheinen des Schemas als solchem fragen. daß dieses Gesetz. wirkt als Bedingung der Möglichkeit der vollkommenen Vollziehung des Vermögens zu einem Schema Gottes und stellt die Genesis von Schema 2 dar. von welchem Gedanken diese Entdekkung des Gesetzes geleitet wurde: Fichte fragte ursprünglich nach der Erscheinung des Absoluten als solchem und sah sich genötigt. Kein freies Subjekt denkt. sondern eine Folge des Gesetzes der freien Sichvollziehung des Vermögens. weil zu allererst eben nur die Erscheinung faktisch erscheint. seine Erscheinung war aber unmittelbar als Erscheinung Gottes unsichtbar.«119 119 GA II 12. Das lebendige Vermögen ist in seinem Vollziehen von einem Gesetz geleitet. Fichte betont: »Dieses Gesez selbst ist nun das unmittelbare Erscheinen Gottes. d. 201. wie es mit der ursprünglichen Erzeugung des Wissens zugeht. das Fichte jetzt vollkommen deduziert und ans Licht gebracht hat. in der Erscheinung der Erscheinung ist. das nicht nur zum Zustandekommen von Schema 2.18-20. Fichte geht nun konsequent weiter: Das zur Anschauung hinzutretende Charakterisiren. sondern auch unmittelbar zu seiner entsprechenden Auffassung in einem Sein und in einem Schema – und darüber hinaus zu ihrer entsprechenden Auffassung als Anschauung und als Begriff – führt. da in ihr Gott und Schema verschmolzen waren. das Erscheinen Gottes in der Vollziehung des Vermögens.16-18) Dabei muß man sich aber erinnern. ist ein Denken. oder legt sich in die Form des Denkens. sondern das eben begonnene Leben der Erscheinung selbst denkt. Daraus kann er schließen. Das Denken ist also offenbar kein frei hinzutretendes Handeln des Vermögens. Hier kann man dagegen klar erkennen. was vom Schema in erster Linie verdeckt wurde: das Gesetz seiner Entstehung.h. Und nun denke ich. um eben dadurch die Sphäre der Erscheinung Gottes per subtraktionem abgrenzen zu können. Dennoch liegt es gerade in dieser Freiheit und in ihrer gesetzmäßigen Vollziehung. haben Sie im allgemeinen eingesehen. (201. das ursprünglich nicht zur Erscheinung hätte kommen können. Diese Betrachtungsweise wird nun von Fichte Denken genannt. Dieses Gesetz. das als. daß Gott in der Erscheinung tatsächlich zum Erscheinen kommen kann.

eine faktische Bedingung für ihre Manifestation: – Allerdings. das die Erscheinung Gottes ist. Wenn etwas evident vorkommt.«120 Die Menschen können die Wahrheit also nicht erschaffen. Streng genommen wird die Wahrheit nicht einmal erfaßt. die uns unmittelbar ergreift. dieses Gesetz mit absoluter Evidenz für eine produktive Vollziehung des Vermögens erscheint. In diesem Gesetz steckt die wahre Erscheinung Gottes. d. sich auf den richtigen Standpunkt zu stellen. der Wahrheit: Die Wahrheit wird also vom oben angedeuteten göttlichen Gesetz gestaltet. welches Gesetz ist das ursprüng- 120 GA II 12. . ja sie muß ihn machen. daß.140 Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins Wie gesehen ist die Folge dieses Gesetzes die Einsicht. daß sein schematisches Sein nichts anderes als ein diesem Schema entgegengesetztes Sein ist. Das göttliche Gesetz seinerseits verwirklicht sich in einem Produkt. die zu Stande kommt nach dem Gesetze. vielmehr wird man von ihrer Evidenz gefaßt: Nichtsdestoweniger ist der Anspruch.25-28. Fichte schreibt entsprechend: »Der Mensch kann nicht etwa die Wahrheit sich machen. sich in die Lage zu versetzen. von dem aus sie sich unbezweifelbar von selber zeigt. in der man von der Wahrheit erleuchtet wird. dieses sich machen der Wahrheit ist zwar durchaus nicht bestimmt. sondern sich allein zum Standpunkt erheben. und durch Denken sie erzeugen. Das Zeichen des Göttlichen an dem Gesetz ist nun. und wiederum. sobald man den richtigen Standpunkt erreicht hat.h. die Wahrheit muß in ihm sich machen. Nun sollte nach Fichte jeder Mensch diese Einsicht unmittelbar erlangen können. weil das Ergriffenwerden durch das Gesez durch die Vollziehung der Freiheit bedingt ist. (201.21-24) Gesetz und Evidenz gehen also zusammen. Dieses sich selbst im Seyn der Erscheinung nach dem (dem gewöhnl[ichen] Auge verborgen bleibenden) Gesetze machende ist nun die Evidenz. Er muß sich nur in die Lage setzen: dann ergreift ihn ohne sein eignes weitres Zuthun die Evidenz. Die Evidenz folgt also aus dem Gesetz und erweist sich dabei als das göttliche Zeichen an ihm: – . wenn wir uns nur durch Freiheit in den rechten Standpunkt setzen. aber es ist bedingt durch ein Faktum seiner [des Menschen] Freiheit. das sich selbst unmittelbar evident erscheint. sobald es ihm gelingt. Evidenz ist aber für die Menschen das Zeichen des Unbezweifelbaren. 201. darf es nur vom göttlichen Gesetz zustande gebracht worden sein. daß das Schema eben nur ein Schema ist.

2) 141 Selbst der Übergang vom gewöhnlichen Standpunkt zum Standpunkt der Wissenschaftslehre ist nämlich von einem Soll geführt.Grundlage für die Ableitung des Bewußtseins l[iche] Erscheinen der Gottheit. – Wegen des a priori – a priori der ganze Inhalt: a posteriori bloß das Faktum. . ist ein Beweis seiner Freiheit und die faktische Bedingung der Möglichkeit für das Sichversetzen in den transzendentalen Standpunkt.30-202. und daß der Mensch anhand des Gesetzes des Soll sein Handeln führen kann. (201. da ist. daß dieser Inhalt ist.

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Fichte . nachdem sie als Produkt eines freien schematisierenden Vermögens identifiziert werden konnte. Erst durch das Vollziehen des Vermögens kann ein Schema da sein. (202. da gerade sein schematischer Aspekt unsichtbar bleibt. und wie haben wir denn bisher den Beweiß geführt für die ganze Sphäre? Antw[ort]. daß das Schema eben ein Schema ist. daß das Schema als solches erscheine. und nichts weiter. denn schematisiren. wenn es sich als Produkt eines Vermögens des Schematisierens darstellt.5. Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein Die Untersuchung der synthetischen Periode. die von der Forderung.L. führt zur Auseinandersetzung mit einem neuen Problem: Wie kann das für ihr Zustandekommen verantwortliche Vermögen als solches erscheinen? Die Erklärung der synthetischen Periode hängt von der Möglichkeit ab. Das Schema erscheint dabei allerdings nicht unmittelbar als solches. Weil es ein Produkt ist des Vermögens. das Vermögen aber durchaus nichts mehr kann. geleitet wurde. Die Erscheinung der Erscheinung wird also als Schema erfaßt. Wie also wurde das Schema als Schema erkannt? Woher wissen denn wir. die W.21-25) In der Tat wird das Schema 2 nur dann als Schema erkannt. sondern in einer Anschauung seines bloßen Seins. das Schema als solches betrachten zu können.

das Vermögen selbst. worauf es uns zunächst allein ankommt. zufolge des blossen Seyns der Erscheinung. so müste es erscheinen als Produkt des Vermögens. 202. muß auch das Vermögen als solches erscheinen können. sondern ist verborgen.32f. – . Somit setzt Fichte die nächste Aufgabe folgendermaßen fest: Soll drum ursprüngl[ich] im wirkl[ichen] Bewußtseyn.144 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein geht also jetzt von der Frage nach der Erscheinung des Schemas als Schema über zur Frage nach den Bedingungen ihrer Möglichkeit. und daher des Absoluten als solchem. fehlt noch dieses wesentliche Element. in einem besonderen Schema. und unabhängig von der WL. erscheinen.2528) Das Vermögen aber erscheint zwar im Schema. und so müste denn. Hierzu formuliert Fichte seinen schon üblich gewordenen methodischen Vorschlag: »Soll es [scil. . d. als Bedingung der Möglichkeit der Erscheinung des Schemas als Schema. Die Frage nach der Erscheinung des Schemas als Schema impliziert somit diejenige nach der Erscheinung des Vermögens als Vermögen.).15) Der lebendige Akt des Erscheinens des Vermögens hat sich bisher nicht als solcher gezeigt. das Schema als solches. Das kann aber wiederum nur nach der Setzung eines Soll geschehen. Erscheint das Vermögen. Wenn aber dieses Produkt als solches erscheinen soll. erscheinen. (202. sondern nur insoweit. und ist nur der unsichtbare und nicht erscheinende Faktor seiner Bestimmung. Also das Vermögen erscheint nicht als solches. das Vermögen] doch [als 121 GA II 12. als sich seine Tätigkeit in seinem schematischen Produkt vollzogen hat. Wenn das Vermögen nur als Bedingung der Möglichkeit des Schemas erschienen ist. nach der bisherigen Darstellung?«. aber dieses sich fällt zusammen mit dem Schema.h. wie das Vermögen als solches erscheinen könne.121 und antwortet gleich: Wohl schematisirt im wirkl[ichen] entstehenden Schema das Vermögen sich. jedoch nicht als solches. sondern nur vermischt mit seinem Produkt.. wie wir dies bewiesen haben. Fichte fragt also: »1. als solches. muß es auch ausdrücklich als solches erscheinen. als solches. also danach. In der bisherigen Zusammenstellung der Bedingungen der Erscheinung des Schemas. (203.

sondern sie ist eine absolute Lebendigkeit. synthetische Einheit. sondern vereinigt sind. Mannigfaltigkeit] fortgetrieben. so muß es erscheinen eben zufolge des absoluten Soll eines als überhaupt. und daher haben wir soeben auch seine Erscheinung mittelbar abgeleitet. und Beweglichkeit. wie schon oben.5-7. Die Einheit ist drum keines weges eine ruhende. 203. und sie kann nicht seyn Eins. als unmittelbare Manifestation des Wirkens des Vermögens dar: Schema 2. welche Art von Einheit das Zusammenhängen der Bestandteile der synthetischen Periode bedingt: Was ist das für eine Einheit. das aber eine Mannigfaltigkeit von Elementen mit sich bringt. (203. in der Einheit und Mannigfaltigkeit eben nicht auseinandertreten.«122 Fichte rekapituliert nun die ganze Struktur der synthetischen Periode und stellt sie. die in einer synthetischen Periode zusammengesetzt werden. Man könnte also sagen. sondern die Mannigfaltigkeit eben selbst. Schema als Schema und Schema als Sein sind damit gleichzeitig vom Vermögen hergeleitet und geben ihre wechselseitigen synthetischen Beziehungen preis. in welchem kein einziges Ingrediens ist ohne alle die übrigen. die sich allerdings gleich als falsch herausstellen werden: 1) Könnte 122 GA II 12. Tatsächlich ist das Schema 2 etwas Einheitliches. (203. die sie als Einheit erweist.29-35) Nun schlägt Fichte zunächst zwei mögliche Interpretationen dieser Einheit vor.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 145 solches] erscheinen. dieser beiden. diese Mannigfaltigkeit ist Einheit: und die Einheit ist eben nichts andres als diese Mannigfaltigkeit. und die Mannigfaltigkeit wieder ein besonderes? Nein. die vollkommen verschieden ist von der auf sich beruhenden Einheit des Seins. ohne zu seyn alle. und was sagt hier das Wort Einheit? Ist etwa die Einheit nun ein besonderes. schlechthin genöthigt zu dieser Lebendigkeit dadurch daß sie Einheit ist eines Mannigfaltigen. Dabei fragt Fichte.25-29) Es wird hier über die synthetische Einheit berichtet. Wie läßt sich dies denken: von jedem Punkt wird die Einheit zur p [scil. weil das Seyn des Einen ohne das Seyn der andern garnicht möglich ist. daß die Vollziehung des lebendigen Vermögens die Einheit gewährleistet: Um was für eine Art von Einheit handelt es sich aber? Offenbar um eine tätige. .

Wenn man nämlich genau hinschaut. die hier noch nicht verständlich ist. während das Vermögen als deren genetische Bedingung der Möglichkeit gelten muß. Ich sage weiter: Das soeben aufgestellte ist auf diese Weise nicht möglich. 2) Könnte dann vielleicht diese Einheit das Wissen sein? Die Vertiefung der Bedeutung des Begriffs Wissen durch einen Diskurs des wirklichen Prinzips des Schlußfolgerns führt dazu.28-205. aber später von großer Bedeutung sein wird: 123 GA II 12. Über die durch das Durch dargestellte Einheit äußert sich Fichte wie folgt: Die Bestandtheile. . (204. mit sich selbst übereinstimmendes. die es zusammenfaßt.2f.h. daß die Einheit selbst. daß es ungeeignet ist.und Hergehen zwischen den Elementen. geht die Mannigfaltigkeit als solche selbst aus der Erscheinung verlohren: Die Einheit kann drum auch nicht das Durch desselben seyn. während beide im Produkt des Vermögens gleichzeitig anwesend sein müssen. mit der Vollziehung desselben ist drum unmittelbar ein solches Wissen wirklich geworden. denn. muß sich das Vermögen in seiner Erscheinung als solches als Bedingung der Möglichkeit dieser gemeinsamen Anwesenheit von Einheit und Mannigfaltigkeit erweisen.123 ganz im Gegensatz zum oben erklärten Konzept einer synthetischen Einheit des Mannigfaltigen. Wo liegt der Grund des Widerspruchs: weil die Einheit selbst in der Mannigfaltigkeit verlohren geht in ihr endet. auf sich beruhendes«. macht allerdings deutlich. im lebendigen Hin. Dies wäre zu heben nur dadurch. die gesuchte Einheit darzubringen. – . als solche im Schema heraus träte. da die Einheit nur das durch des Mannigfaltigen ist. Hiermit schließt Fichte die 14. denn das Sein ist eben »in sich selbst ein einfaches. so wie die Einheit folgen aus der Vollziehung des Vermögens. d. zu erkennen. verlieren sich im Durch sowohl die Einheit als auch die Mannigfaltigkeit. nicht aber ohne eine positive Spur zur Identifikation dieser Einheit des Mannigfaltigen hinzuzufügen. – .1) Da nun diese Einheit vom Vermögen hergestellt wird. Vorlesung. 204. sein Wesen im Durch. Daß das Wissen im wesentlichen mit dem Durch gleichbedeutend ist.146 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein diese Einheit wiederum ein Sein sein? Natürlich nicht. Das Wissen ist sozusagen der Ort der tatsächlichen Kopräsenz von Einheit und Mannigfaltigkeit.

daß ein Prinzip der Spaltung gesucht werden muß.124 schließt Fichte.. GA II 12. 219.126 Zwischen den beiden Hauptteilen der Vorlesung und als Übergangspunkt vom einen zum anderen liegt die Definition der gesuchten Einheit ihrem Charakter nach: als »Einheit der Einheit als solcher und Mannigfaltigkeit als solcher«. also als Freiheit vor der Vollziehung. sich frei zu 124 125 126 127 GA II 12. und das.1. die sich in der Gewalt hätte. 209.7-9.3-6) 147 Mit der kurzen abschließenden Bemerkung: »Soviel im Ganzen. Darin wird untersucht. GA II 12. Vorlesung beginnt mit einer langen Rekapitulation des oben Gesagten.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein Was ist nun eigentlich die Einheit: Die Vollziehung des Vermögens ist sie: – . nachdem bislang ja nur das Vermögen. Vorlesung.3. wie das Vermögen als solches erscheint. Die Erscheinung des Vermögens als solchem Die 15.1. angab. vollzogen. 5. 205.« liegt. erklärt: »Wir haben den Einen Haupttheil unsres Versprechens erfüllt.125 Es handelt sich um den Kern der Ausführung der Wissenschaftslehre. Die hier angekündigte Untersuchung wird erst nach fünf weiteren Vorlesungen beendet. das Bewußtseyn selbst zum Bewußtseyn erhoben: Die Durchsichtigkeit durchsichtig gemacht«. (205.5-7. die die ganze Struktur des Bewußtseins rekonstruieren und damit erhellen wird und uns darüber hinaus dazu bringen wird. leitet Fichte also eine lange und in sich gegliederte gedankliche Bewegung ein. wie er. was ich selbst als den schwersten Punkt der WL.127 Es wird nun zunächst daran erinnert. worin »das eigentl[iche] Wesen der W. das Bewußtsein als Einheit von Einheit und Mannigfaltigkeit aufzufassen. und grossen über diesen lezten Punkt: und um mit etwas verständl[ichem] zu schliessen: Uebrigens wird in diesem Punkte eben unsre HauptUntersuchung beginnen«.L. In diesem Zusammenhange: ein freies Vollziehen der Vorstellung: darin aber ein Hingeben an dieselbe. 207. Diese im Schema abgesondert. Mit der Frage. . etwa am Ende der 18. GA II 12. setzt mit einer ausführlichen Auseinandersetzung mit dem kantschen Konzept der transzendentalen Apperzeption fort und endet mit der Einleitung zu einem nächsten genetischen Schritt.

und ist dadurch weiter bestimmt«. 205.19-21. in erster Linie in einem von ihm hergestellten Produkt. über sein schematisches Produkt zu reflektieren. eitel Nichts. seine Vollziehung. wie dies gleich anfangs war. . bleibt die folgende Frage noch unbeantwortet: »Das Vermögen erscheint. so liegen die Einzelnen Ingredienzien aus einander. Das Vermögen erscheint nämlich in einem Schema und somit erschöpft sich seine pure Erscheinung.17-25) 128 129 GA II 12. und was wir gesagt haben. so geht es selbst verloren.148 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein schematisieren. Es ist eigentlich nur ein Schein= und Blendgedanke. ist die Selbstschematisierung als Vermögen zu durchschauen. 206. Die bisherige Untersuchung konnte aber im Vermögen schon mehr als das bloße Schema seiner selbst identifizieren – sie wies auch das Als nach. das in einer doppelten Unterscheidung.h. wenn das Vermögen sich dem Gesetz des Soll unterworfen hat. Es ist dies eine Reflexion. d. nun aber soll es ja durchaus nicht als eine besondere Einheit gedacht werden. wogegen wir oben gar sehr protestirt haben. die Art und Weise der Erscheinung des Vermögens festzustellen. Wird nemlich das aufgestellte als Einheit gedacht. abgeleitet worden ist. GA II 12. Wird es aber als Mannigfaltigkeit gedacht. sondern die seiner Erscheinung als solcher.5. wie das Vermögen als solches erscheint. das dem Soll folgt: »Das Vermögen ist drum nicht bloß ein Vermögen des Schemas seiner selbst überhaupt. Nach der Ablehnung des Durch als derjenigen Form. wie nun und auf welche Weise[?]«129 Dabei geht es nicht mehr darum. sondern als Einheit der Mannigfaltigkeit: Geht nun diese verloren. die erst durchgeführt werden kann. ist. Wenn es dagegen darum geht zu klären.128 Dadurch wurde also stillschweigend dem Vermögen die Möglichkeit zugeschrieben. in der das Vermögen als solches erscheinen kann. so wie es dasteht. und die Einheit geht verloren. und zerfällt in nichts. also im Schema als Schema und als Sein zu diesem Schema weiter bestimmt ist. Die Argumentation für die Ablehnung des Wissens bzw. des Durch als die dem Wissen unterliegende Struktur wiederholt Fichte wie folgt: [E]ine solche Einheit ist aufgestellterweise ganz und gar nicht möglich. aber gar kein wirklicher. sondern zugleich eines Als. Über die faktische Bedingung der Möglichkeit dieser Reflexion wird allerdings von Fichte noch nicht hier. so geht die Mannigfaltigkeit verloren. (206. sondern erst in späteren Vorlesungen ausreichend berichtet.

denn mit der Hinzufügung als solcher bekommen beide Elemente ihre Charakterisierung innerhalb der synthetischen Einheit. und dies spricht unsre Aufgabe aus: Einheit und Mannigfaltigkeit muß vereinigt werden. GA II 12. wie Fichte nun ausdrücklich formuliert. in der das Vermögen als solches erscheint.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 149 Bezüglich dieser Zurückweisung einer Einheit des Wissens fährt er fort: »Wo lag der Fehler? Darin. Nicht unmittelbar.32f. (206. Die einfache – auf der faktischen Ebene vorgefundene – Einheit der Mannigfaltigkeit reicht auf der genetischen Ebene nicht aus. daß auf diese Weise entweder die Einheit oder die Mannigfaltigkeit verlohrengeht. Beide sollen bleiben. sich über die Kopräsenz von Einheit und Mannigfaltigkeit im Produkt des Vermögens Klarheit zu verschaffen. sondern vielmehr eine Einheit. muß das gesuchte Schema des Vermögens Klarheit über die Möglichkeit einer Synthese der beiden Schemata 130 131 GA II 12. zufolge dieser höhern Einheit ist jene andere Einheit der Mannigfaltigkeit möglich. und [der] Mannigfaltigkeit als solcher. Wir sezten die synthetische Einheit als Einheit des Mannigfaltigen: des [Mannigfaltigen] der Synthesis – Nein – . die über die vereinigende Funktion des Vermögens als solchem und dessen komplementäre Fähigkeit. sondern nur mittelbar. . ohne daß eines dem jeweils anderen geopfert wird.32-207. Dadurch kann ihre Zusammensetzung wieder getrennt und jedes Element. wie die Einheit. der Fehler]. weil es nun darum geht. 206.3. Es handelt sich also. Einheit der Einheit als solcher.«130 Dabei erklärt er.5) Die unmittelbare synthetische Einheit der Mannigfaltigkeit ist also nur ein Element einer höheren synthetischen Einheit. sowohl die Einheit als auch die Mannigfaltigkeit. Dies ist er [scil. jeweils als solche Rechenschaft ablegt und sie in sich vereinigt. um eine Einheit der Einheit als solcher und der Mannigfaltigkeit als solcher. und [der] Mannigfaltigkeit als solcher?«131 Soweit das Als auf ein Schema hinausläuft (sowohl der Einheit wie der Mannigfaltigkeit). 207. einzeln isoliert werden. Also – die Aufgabe ist bestimmt. die einzelnen Elemente der Mannigfaltigkeit zu unterscheiden. Das Prinzip des Vermögens muß daher nicht allein eine Einheit der Mannigfaltigkeit darstellen. in der Einheit und Mannigfaltigkeit synthetisch verbunden sind. Was bedeutet aber nun »Einheit der Einheit als solcher. Hervorhebungen durch Verfasser. richtig zu denken sei.

Die Auseinandersetzung mit Kant führt er nun in drei Punkten. was zwar nicht die Ich-Vorstellung. Die transzendentale Apperzeption ist also das einheitstiftende Prinzip des Vermögens. Einheit und Mannigfaltigkeit. denn daß das entgegengesezte im Seyn nicht Eins werden könne. was es bedeutet. daß das Wissen in seiner Form keinesweges ein einfaches sey. sondern eine Synthese einer Mannigfaltigkeit ist: Es wird hiebei voraus gesezt 1.8) Trotz seiner treffenden Intuition hat Kant sie aber nicht genetisch bewiesen.h. behandelt man hier die Genesis der kantschen Apperzeption. da sind. . Auf diese Weise meint Fichte aber die Genesis dessen zu liefern. d. das Bewußtsein keine Einfachheit. sondern nur an den faktischen Beispielen der synthetischen Formen a priori. als die Auffassung der Einheit. also sowohl des unbestimmten Mannigfaltigen. wohl aber die Bedingung oder die »Grundlage seiner Möglichkeit«132 ist: das Ich denke. die Genesis dessen. sondern nur an einzelnen Exempeln nachgewiesen. wiedergegeben ist. Fichte versteht die transzendentale Apperzeption. das zur Anschau- 132 GA II 12. nämlich der Einheit aus und untersucht. was Kant als höchste synthetische Instanz nur faktisch faßte.8-13) Da also zwei Elemente.). […] Kant wuste es. das in einem Schema.150 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein von Einheit und Mannigfaltigkeit schaffen. oder im ganzen rechten Ernste: daß die synthetische Einheit ein Schema beider sey? Wohl offenbar das leztere. geht Fichte ohne besonderen Anlaß von einem der beiden. 208. wie es sich denn auch einem festen und tiefen Blike in sich selbst schon faktisch nicht verbergen kann. daß sie als solche erscheint. (207. deren höhere Einheit ein gültiges Schema für beide liefern muß. Im ersten Punkt stimmt Fichte mit Kant darin überein. synthetische Einheit. Offenbar. er hat es aber keinesweges an der Einheitsform. Es geht also darum. daß das Wissen bzw. so bemerkt Fichte. warum unser erster Versuch der Synthesis misglükte. also das Ich denke.15. das Als im Ausdruck als solcher zu erklären: Wie habe ich hier das Wort als gebraucht: bloß um energisch zu reden. – (207.24-208. versteht sich wohl: und das war auch der eigentliche Grund. das heißt als solches. die das Vermögen in seiner Vollziehung bewirkt. […] sondern eine zusammengesezte.

der sich hier noch der in der post-kantschen Debatte üblichen Kritik an Kant bedient. Es handelte sich dabei bei Kant um den letzten Grund der synthetischen Einheit des Bewußtseins. Gerade dieses Wissen von sich selbst bezeichnet Fichte mit dem kantschen Wort Apperception. sich appercipire. nämlich neben dem Wissen überhaupt ein besonderes Wissen. und unabtrennlichen Bestandtheil des Wissens ausmache. damit aber noch nicht zu Ende. und daß dies schlechthhin so seyn müsse. und kann nicht wissen.8-18) Angenommen also. der Kategorien. […] Doch nur gefühlt. der wiederum nicht mehr im Bewußtsein. worin die . sondern auch für sich selbst sey. (208. geleistet werden kann. den Kant nicht hatte. so daß es ihm nicht gelungen ist. Diese wurden nach Fichte. daß diese synthetische Einheit Wissen sei. da er ihn.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 151 ung kommt. Zeit und Raum. seine ganze Ph[ilosophie] ist faktisch. d. daß diese Ableitung nur dank einer transzendentalen Auffassung des Begriffs des Absoluten. Vorlesung.h. sie von einem einzigen Prinzip abzuleiten.) eben drum weiß Kant auch nicht. laut Fichte. gezeigt. Vorlesung aber wird deutlich. sondern im Vermögen selbst. zu sein. so daß Fichte über Kant schließt: »3. wurden die Formen der Synthesis a priori von Kant nicht weiter untersucht. dasjenige von sich selbst. muß alle meine Vorstellungen begleiten können – . weil er sich nicht zum Denken des absoluten erhob. – Das leztere fühlte Kant. […] sondern daß […] noch ein andrer Bestandtheil hinzukommen müsse. nicht spekulativ: was sie auch nicht seyn konnte. ist damit noch nicht ihr wesentlicher Charakter beschrieben. In der 15. Um dahin gelangen zu können. d. in einem sehr klaren Gefühl: das: ich denke. den er insofern dem Bewußtsein selbst zuschrieb. auf Selbstbeobachtung gegründet. Dagegen wird hier von Fichte dieses Gefühl der synthetischen Tätigkeit des Wissens als Schema eines höher liegenden Grunds erklärt. faktisch dank eines Gefühls im Bewußtsein selbst fand. nicht a priori eingesehen. daß diese synthetische Einheit nicht bloß sey. fehlte Kant – so Fichtes zweiter Kritikpunkt – eine transzendentale Auseinandersetzung mit dem Begriff des Absoluten: [Es wird hiebei vorausgesetzt. – diese Apperception einen integrirenden. …] 2. Der Ableitung der Apperception widmet Fichte die folgende 16. in der Erscheinung des Absoluten.) daß nun dies zwar Wissen sey. als auch ihrer mannigfaltigen Zusammensetzung. Obwohl sie der Form nach einer allgemeinen und insofern höheren synthetischen Einheit entsprechen müssen. beruht.h. von Kant durch eine bloß faktische Betrachtung entdeckt.

20-209. was diese sey. daß das Wissen in seiner absoluten Form synthetisch sey. worauf allein es ankommt. möchte Fichte nun zunächst beweisen. besonderer schon fertiger Bestimmungen des Wissens: so haben sie Kant verstanden. und stellt nun fest.152 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein synthetische Einheit der Apperception bestehe. die historisch in der Ableitung der transzendentalen Apperzeption ihren Ausgangspunkt gefunden hat: Die W. ist ihnen das innere Auge verriegelt.11-15) 5. In dieser Untersuchung darum.18-20. 208. (208. entstanden. Vorlesung endet mit einer kurzen aber scharfen Polemik gegen die Kantianer: Ihnen fehle der – von Fichte ja vollzogene – Blick in den letzten Grund des kantschen Begriffs der Synthesis. Jenes zu sehen. Er fordert seine Zuhörer auf. aber das ist seicht. und führt zu nichts. sich daran zu erinnern. sondern die Einheit als solche zeigen müsse.)«133 Anschließend faßt Fichte die Stellung der Wissenschaftslehre als jene Wissenschaft zusammen.L.L. so meinen sie nur die Verbindung einzelner. Damit die Lösung der zweiten Frage auch die erste löst und die Ableitung der Apperzeption schließlich mit dem Vorweisen des Schemas des Vermögens zusammenfällt. Wenn sie von Synthesis geläufig schwazen. daß die ursprünglich gestellte Frage die nach der Erscheinung des Vermögens als solchem war. ist von der Untersuchung über diese Apperception ausgegangen. die wir jezt beginnen. (209. ([Er weiß] daß [sie ist]. . Vorlesung jedoch braucht Fichte für seine Argumentation noch eine einleitende Bemerkung. liegt das eigentl[iche] Wesen der W. daß er erst durch eine Verkettung von Gedanken zu der Forderung gekommen sei.1 Der Reflex Zu Beginn der 16.1. So urteilt Fichte: Keiner unter ihnen [scil: den Kantianern] weiß auch nur den ersten Punkt. daß sich nicht mehr das Vermögen. und warum sie nothwendig sey. nicht was sie sey.1) Diese 15. und durch die Lösung der Frage. sie seien blind geblieben für die Unvollkommenheit der kantschen Philosophie und könnten sie demnach auch nicht vollkommen verstehen. daß 133 GA II 12.

wie wir erst uns die Sache dachten. eine lebendige Einheit wiedergeben muß. d. die wiederum aus der Kopräsenz des Mannigfaltigen und eines einheitlichen synthetisierenden Prinzips besteht – eine Entdeckung. und gründet sich nur von diesem Punkte an: soll.4f. So war Fichte nämlich ursprünglich zum Begriff des Vermögens gekommen. sie hängen von derselben Bedingung der Möglichkeit ab. – .8-12) Diese Mannigfaltigkeit ist die der synthetischen Periode. Zu diesem Zweck rekurriert er darauf. sofern in dieser Einheit das Leben Gottes erscheinen sollte. Die Antwort auf diese Frage lautete: ›als ein Vermögen. Fichte schließt also seine letzte einleitende Bemerkung: Die Begriffe sagen dasselbe: Die zwei Sätze. ein blosses einfaches 134 GA II 12.i. Daher gilt jetzt wie vorher. in einem Schema erscheint. daß das gesuchte Bild der Einheit notwendig mit dem Begriff des Vermögens einhergeht. indem er die Frage gestellt hatte. die sich in der synthetischen Periode faktisch darstellt und nun zwingend als solche bzw. die gerade aus der Forderung resultiert. und dies gilt umso mehr für die lebendige Einheit. denn ein schematisches Vermögen. (210. daß das Vermögen eben die begriffliche Form der lebendigen Einheit der Erscheinung ist. Der zweite sagt: die synthetische Einheit muß als solche erscheinen. wie das Schema des selbständigen Lebens der Erscheinung zu verstehen sei. kommen soll. sich selbst zu schematisieren‹. Deshalb schließt Fichte. daß auch die Einheit als solche erst dank dieser Forderung erscheinen kann: Die Mannigfaltigkeit gründet sich aber darauf. die gebraucht worden. sagen dasselbe: das Vermögen muß erscheinen. und zwar in der Deduktion des Vermögens im Laufe der neunten Vorlesung.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 153 beide Sätze gleichbedeutend sind. und beide Worte sagen dasselbe«. wenn es zur Erscheinung des Schema als solchen. . Es wurde aber schon gezeigt. daß das Schema als solches erscheinen sollte. weil die synthetische Einheit der Mannigfaltigkeit. die jetzt in Frage kommt: »Im Schema erscheint die Einheit drum nothwendig als Vermögen. als zu einem Produkte des Vermögens.134 Einheit als solche und Vermögen als solches haben daher dieselbe Bedeutung. daß das Vermögen das Schema des Lebendigen ist. 210. das nichts andres ist. daß das Schema erscheinen soll als solches. wenn die Mannigfaltigkeit nicht verlohren gehen soll […].

Daher kann man das Als als Ergebnis der Erscheinung Gottes im Schema 2.136 und dies geschieht infolge des Als des Soll. tatsächlich verwirklicht und die Erscheinung ein Bild ihrer selbst als Produkt dieser Vollziehung hervorbringt. sondern durch alle übrigen. Die »Einheit […] erscheint schlechtweg«. das das Erscheinen Gottes garantierte. erklärt Fichte am Ende dieser langen Einleitung. auf die das Soll verweist. [scil. Keins ist ja was es ist. da ja seine Funktion innerhalb der Vollziehung des Vermögens garantiert. Es gibt aber außer der Unterwerfung unter dieses Gesetz noch eine andere Bedingung für die Manifestation der Einheit.h. wie wir es eben ausgesprochen haben? […] Wie wäre das möglich. des Ergebnisses des Gesetzes der Freiheit. Also ist das Auftreten der Einheit als Einheit ein Ergebnis einerseits der gemeinsamen Tätigkeit der freien Vollziehung des Vermö- 135 GA II 12. aber das als fügt das Seyn. und mit allen übrigen. Erst dann kann nämlich das Soll mit seiner Forderung eintreten. daß sich ferner dafür das Schema als solches samt der notwendig folgenden synthetischen Periode darstelle und sich endlich auch ein Schema des Vermögens bzw. nachdem sie nur ist. GA II 12. usw.154 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein Schema seyn. daß Gott in ihm als solcher erscheine. und stellt sich absolute hin. daß dieses Produkt wirklich Bild Gottes.« . ein Schema.17-25: »In dem uns nun wohl bekannten synthetischen Perioden erscheint schlechthin. das sich dem Schema als solche entgegensetzt. und damit auch die Mannigfaltigkeit] an. und Wechselwirkung der selbstständigen Erscheinung und des absoluten Erscheinens Gottes in ihr: jene giebt sich selbst her. Vorlesung gesehen hat. (210. d. und auf einander bezogen. eben das bekannte Schema 2. wie Fichte sagt: Diese Erscheinung der Einheit ist drum zu fassen als Produkt einer Zusammenwirkung.21. stellen sie sich denn so getrennt hin. 136 Vgl.12-16) »Jetzt zur Sache«.h. 203. daß sich nämlich die Freiheit des Vermögens. eben eine lebendige schematische Einheit und kein totes Schema ist.135 wie man schon in der 14. das seinerseits in der Vollziehung des Vermögens dasjenige Element war. und diese giebt ihr. und dieses zwar als Schema: ihm gegenüber ein andres. durch sich. und geschieden. verstehen. der lebendigen Einheit manifestiere. dieses als Seyn: beide entgegengesezt.32-35) Das Soll muß sogar unbedingt eintreten. ausserdem können sie überhaupt sich nicht hinstellen. […] also diese Ingredienzien müßten sich hinstellen als Einheit. Denn. 210. so ist keine Mannigfaltigkeit. sich zu verwirklichen oder nicht. d. Ich bitte. (210. die weitere Bestimmung.

Dies ist denn in der Schärfe die Deduktion der Apperception pp. so muß sie sich so vollziehn.35-211.] Nur aus Gott ist sie möglich. mit der sich ein Bild des Vermögens zusammen mit seiner Vollziehung ergibt. Sie bildet sich frei. Also. ist genau die transzendentale Apperzeption. was die Einheit schafft. das Ich denke. daß sie sich in einer doppelten Weise generiert: einerseits frei. der Reflex. 5. die bei Kant noch fehlte.5) Fichte nennt nun die Folge dieses Gesetzes Reflex. wie die Freiheit sich vollzieht. sondern allein ein apperzipiertes Bild des einen schematisierenden Vermögens. um damit die Unmittelbarkeit zu bezeichnen. was sie auch nicht konnte. sich in einer Erscheinung der Erscheinung zu schematisieren – und andererseits des Gesetzes des Als des Soll in ihm: Das Gesez ist hier ein Muß. damit es zu einem Als des absoluten komme. Dieses unmittelbar erscheinende Bild.2. insofern das Vermögen von sich aus zur Tätigkeit übergeht. Durch sein Sein . und die synthetische Einheit ist. die Einheit als solche. [scil.6-9) Hinsichtlich der Erscheinung wird in erschöpfender Weise gezeigt. […] Die Freiheit soll sich vollziehen. andererseits durch ihr Sein. also indem es sich selbst schematisiert. – . keinesweges etwa die Reflexion. Der Reflex.1. erscheint sie sich schlechtweg. der Vollziehung der Freiheit der Erscheinung. Dies der Reflex der Einheit. und nothwendig ist. das alle Vorstellungen begleiten können muß. jedoch ein bedingtes: wenn die Erscheinung sich vollzieht. mit anderen Worten. das innerhalb des von ihm synthetisch zustande gebrachten Produkts für seinen notwendig synthetischen Zustand zeugt und immer weiter zeugen können muß. Dieses Bild ist aber als Reflex der synthetischen Einheit auch unmittelbar zu fassen. Das Vermögen bringt also mit seiner synthetischen Vollziehung über die Einheitlichkeit seines Produkts hinaus auch unmittelbar ein Bild seiner einheitstiftenden Tätigkeit hervor.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 155 gens – oder. (211. der nach dem gesagten schlechtweg ist. Die Genesis der transzendentalen Apperzeption Das Ich denke ist also nicht das. zufolge ihres Seyns aus Gott. (210.

muß meine 137 GA II 12. was er meinte. ein wahres Ich.9-12) Erst dann also. ist nun durch den sich unmittelbar darstellenden Reflex bedingt. das das Vermögen zustande bringt.8f. In der Schlußbemerkung dieser Stelle erklärt Fichte nämlich. . Kant nicht: Das Ich denke. 211. Wer den [Reflex] nicht kennt. was durch das Sichmachen der Erscheinung zustande kommt: – [1. wenn seine Selbstschematisierung einmal vollzogen ist – dank des notwendig eintretenden Gesetzes des Soll als fünffache Synthesis in der synthetischen Periode zeigt. wenn der Reflex eingetreten und in der Form des Ich denke erschienen ist. Daß in einem andern Sinne mit Freiheit reflektirt werde. Vielmehr ist es seine weitere Hypostasierung in einem Bild des Reflexes.137 Denn die Reflexion ist eben das Ergebnis der Möglichkeit der Erscheinung. Hier das lezte. keinesweges etwa die Reflexion«. (211. inwiefern die transzendentale Apperzeption eben nicht einem besonderen Akt folgt.] Oben: die Erscheinung macht sich selbst: ein Doppelsinn: sie macht sich mit Freiheit. sie macht sich durch ihr blosses Seyn. kann sich ein zweiter Akt der Freiheit vollziehen. Ein reflektierendes Ich. ist durch den ursprüngl[ichen] Reflex bedingt. sondern gerade ein Element dessen ist. der nun die Reflexion vollbringt. Diese wird nun unmittelbar vom Bild ihrer Einheit bzw. – . da sich ja das schematische Produkt – das Dasein des Schemas 2.156 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein oder besser gesagt sein Da-Sein hingegen entsteht sie. mit dem er nochmals das Ergebnis seiner Überlegung an den kantschen Begriff der Apperzeption als Bedingung der Möglichkeit des reflektierenden Ich anknüpft. fällt aber nicht einfach mit diesem zusammen. der sich im Ich denke zeigt. derjenige. vom Reflex des einheitstiftenden Vermögens selbst oder von seiner Erscheinung als solcher begleitet. daß die Erscheinung sich in der einheitlichen Form eines Ich unmittelbar wahrnimmt. Zur näheren Erklärung schließt Fichte den folgenden Kommentar an. Das resultiert aus der vom Reflex abhängigen Bedingung. auf sich selbst zu reflektieren. als er oben präzisierte: »Der Reflex. steht eben in der Oberflächlichkeit von der wir oben redeten. Der Reflex. In einem ersten Punkt erklärt Fichte. stellt insofern erst die Möglichkeit eines Ich dar. Die Möglichkeit einer Reflexion über den Reflex wurde aber noch nicht abgeleitet.

bzw. denn sie ist nur Reflex der bei seinem Vollziehen einheitstiftenden Tätigkeit des Vermögens. Der Reflex erscheint angesichts der Forderung. sondern das denken macht sich selbst. bedeutet also.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein Vorstellungen begleiten können. das im Ausdruck ich denke vorkommt. wird hiermit bewiesen. Dies die Form. automatisch als Zeichen des Erscheinens des Vermögens. »Das Ich denke. daß es mit dem Als zusammen auftritt. sondern als seine Folge. das als Sein erscheint. auf den sich die Apperzeption stützt. Das Denken ist für die Betrachtung von Schema 2 unter der Perspektive des Als zuständig. Das gilt für Fichte als ein weiterer Beweis und ist sogar die Wurzel seiner Idee. Er wußte die Stelle gut. Die Einheit hat schlechthin. ihren Reflex. ohne damit als Einheit verloren zu gehen. das eigentlich denkt.12-15) 157 In einem folgenden zweiten Punkt wiederholt Fichte seine Stellungnahme zum Denken. Demzufolge kann er schließen: – [2. sondern es ist das sich beim Als ergebende Denken. unterschieden werden können.] Oben: wir denken nicht. eben als solchem. Möglichkeit eines Ich. Jezt zum Inhalte dieses Reflexes. zufolge des Seyns der Erscheinung aus Gott. daß Gott als solcher erscheinen soll. Hier haben wir dieselbe Einsicht in ihrer Wurzel.15-18) Da das Ich denke erst als ein Reflex der fünffachen Vollziehung des Vermögens erscheint. ist nun deduziert. (211. das sich zeigt und dabei nur in der Form der ersten Person im Reflex aufgefaßt werden kann. – . Auch im Schema 2 also muß das Schema immer als Schema von einem entsprechenden schematischen Sein. nicht aber als sein Grund.3. Der Inhalt des Reflexes Der Grund. Sie wird nicht als letzte Instanz der Synthesis verstanden. sondern es sich allein dank der Erscheinung des absoluten Seins Gottes manifestiere. seiner Einheitsstiftung.1. muß meine Vorstellungen begleiten können«. 5. So faktisch in den Thatsachen. daß das Denken nicht als eine Tätigkeit des Ich vorkomme. Was sich allerdings in diesem Bild des Vermögens darstellt und also . Der Ausdruck. Im apperzipierten Ich denke ist es also nicht das Ich. daß die Einheit des Schemas 2 immer von der Kenntnis ihrer fünffachen synthetischen Struktur begleitet werden können muß. Das eben ists. (211.

und wie wir zu diesem Bilde kamen. Ganz gleich. Mit den Worten Fichtes: Es sind doch wohl nur zwei Fälle: entweder das Vermögen vollzieht sich nicht: so ist es doch wohl höchstens nur zu denken als ein ruhendes Accidens der Erscheinung.30-212. und so ein Bild des Vermögens. ohne daß dabei vom Vermögen selbst eine Spur übrig bliebe. muß noch erhellt werden.). – . nicht gekümmert. welches sich jedoch vollständig im schöpferischen Akt und in dem darauf folgenden Produkt erschöpft. mit Recht nach dem einmal nothwendigen Gange unsrer Wissenschaft. d. Oder es vollzieht sich: so ist es nicht blosses Vermögen. Zunächst ist jedoch der Inhalt der faktischen Apperzeption des Vermögens zu vertiefen. (211. oder ein besondrer materieller. Fichte erklärt: 1. irgendetwas zu schaffen. frei eine Schematisierung ihrer selbst hervorzubringen.4) Dennoch behauptet Fichte. steht man vor einer leeren Eigenschaft der Erscheinung. sondern irgend eine That. hat man ein Produkt. wie man sich der Freiheit oder des göttlichen Lebens in der Erscheinung bewußt werden könne. und daß mit diesem ihr ursprüngl[ichen] Seyn an Gott sich erst schliesse: wir hatten da ohne Zweifel einen Gedanken.22-30) Die Einführung des Vermögens wurde ursprünglich durch die Frage motiviert. Worum aber handelt es sich und wie wird man sich dieses Gedankens bewußt? Offenbar ist es ein . dem aber jeglicher wahrer Inhalt fehlt. einen realen Gedanken des Vermögens formuliert und damit ein Bild davon besessen zu haben. in beiden Fällen ist offensichtlich. Jedoch erweist sich bei genauerer Erforschung der Gedanke des Vermögens als leer. daß der Begriff des Vermögens keinen eigentlichen Inhalt besitzen kann.h. und das blosse Vermögen ist durch die That vernichtet. (211. Sehen wir doch jezt auf den realen Gehalt dieses Denkens. und substantieller Bestandtheil an der Erscheinung. auch eingesehen. Wenn das Vermögen sich nämlich nicht vollzieht. hoffentlich aber nicht als eine besondre Substanz. ob diese Freiheit sich nun vollzieht oder nicht. einen Inhalt des Vermögens. daß die Erscheinung schlechtweg ein solches selbstständiges Vermögen seyn müsse. […] Wir haben bisher von Vermögen gesprochen. ja die Macht und die Kraft der Erscheinung bezeichnet.158 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein der Inhalt eines solchen Bildes ist. Mit dem Ausdruck Vermögen hat Fichte die Möglichkeit und die dynamische Fähigkeit. darüber haben wir uns. Wenn es sich hingegen vollzieht.

wird das Element seyn. und nichts weiter.4-9) Dies ist allerdings eine »wichtige Entdekung«. die absolut ist. (212. den Charakter reiner Bildlichkeit der Erscheinung zu isolieren. . Im Gedanken des Vermögens erscheint die Erscheinung als solche. wiewohl es selbst. woraus alle andere Anschauung gemacht wird. Auch die Erscheinung wurde also als eine Form des Seins gedacht.1115) Das Bild des Vermögens ist also die Erscheinung. nachdem sich die Erscheinung ausführlich in einer Erscheinung der Erscheinung gezeigt hat und sich somit erschienen ist. pure lautere Erscheinung an etwas construirt: an dem Vermögen nämlich. – . – . ohne alles Urbild irgend einer Realität. als Bild. sondern allein ein Produkt des Formens. dennoch selbst gegen das Denken nicht Stand. denn es geht nicht mehr um ein mögliches Abbild. Der Ausgangspunkt der Wissenschaftslehre war nämlich der Gedanke der Erscheinung oder des Seins außerhalb des Seins. ohnerachtet es bisher gedacht worden. (212. es ist durch und durch Bild. Also – ein blosses Vermögen ist in der That ganz und gar nichts.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 159 bloßes Bild ohne entsprechendes Vorbild. das keine Nachbildung von etwas ist. wie gut für sich dieses Bild gerade der Terminus Reflex eignet. denn es ist ihm damit gelungen. ihrem reinen Erscheinungscharakter nach gefaßt. und hält. Dabei wird deutlich. Die Erscheinung ist durchaus nicht das Seyn. wie Fichte weiter unten ausführt. eben ist. sondern um die Spiegelung seines reinen Erscheinens innerhalb seiner Erscheinung – d. haben wir gesagt: sondern sein eignes besondres seyn.h. Nun soll doch schlechtweg ein solches Bild eines blossen Vermögens seyn. Diese Erscheinung nun. als reine Erscheinung ohne irgendein Sein. Was denn nun? Jezt haben wir die reine. hat in keinem Sinne Realität. Ein solches ist drum eine reine und absolute Schöpfung des Bildens. Die Erscheinung soll sich erscheinen als solche: da ist gar kein Seyn. Nun hebt man unwiderruflich die eigentliche Seinsform der Erscheinung als bloßes Bild hervor und hat im Bild des Vermögens ein klares Beispiel dafür. Wir haben eine sehr wichtige Entdekung gemacht. d.h. ein Bild.

die sich als Versinnlichung des fichteschen Begriffs von Reflex verstehen lassen. Das Spiegelbild zeigt nämlich das Königspaar. des Erscheinens einer Erscheinung innerhalb dieser eingerahmten Oberfläche. In ihnen wird nichts abgebildet. wird kein bildlicher Inhalt transportiert. Interessant ist nun. das der Maler porträtiert und das er eigentlich gerade in diesem Augenblick anschaut. dieses Bild im Spiegel von den anderen Bildern abzuheben? Er erreicht dies durch zwei Details. Isabel. Neben ihm befindet sich eine Gruppe von Menschen. Gerade in diesem abgebildeten und nicht abbildenden Bild aber äußert sich die Bedingung der Möglichkeit des Spiegelns. der das Spiegelbild vom Rahmen des Spiegels abhebt. Ein Beispiel zur Erklärung Diese Ausführungen möchte ich anhand eines Beispiels aus der bildenden Kunst näher erläutern. von der aus ein Mann ins Zimmer blickt.h. darunter die Tochter des Königs von Spanien. Es sind dies zwei Reflexe. Man denke an das berühmte Bild Las Meniñas von Velàsquez.160 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 5. I. in dem ein Maler mit Pinsel und Palette in den Händen vor einer großen Leinwand steht.1. Paris 1966. Kap. . Bilder in sich zusammenzustellen. daß es nicht nur die Fähigkeit hat.138 Das Bild zeigt einen Raum. der ein Bild zurückwirft. sondern auch die Bedingung der Möglichkeit der in ihm zusammengestellten Bilder selbst zu betrachten und sich sogar von dieser Bedingung ein Bild zu machen: 138 Für eine bemerkenswerte philosophische Interpretation dieses Bildes vgl. daß sich das Spiegelbild deutlich von den anderen an der Wand angebrachten Bildern unterscheidet. Wie aber ist es Velàsquez gelungen.: M. Nun kann man das Bewußtsein mit diesem gemalten Spiegel vergleichen und dabei den fundamentalen Unterschied erkennen. denn obwohl der Fleck und die Umrandung das Licht reflektieren und dadurch das Bild als Spiegelbild zu erkennen geben. Von der Leinwand ist nur die Rückseite zu erkennen.4. die gleichsam im Zentrum des Bildes steht. das sich besonders gut zur Erläuterung von Fichtes Reflex eignet. Foucault: Les môts et le choses. d. Im Hintergrund ist eine Wand mit einer offenen Tür zu erkennen. rechts von ihr blickt der Maler hervor. Es gibt sich nämlich zweifellos als Abbildung eines reflektierten Bildes zu erkennen. An der Wand hängen mehrere Bilder und ein eingerahmter Spiegel. nämlich einen Lichtfleck in der rechten unteren Ecke des Spiegelbildes und einen helleren Rand. der gerade innehält und sich den Betrachtern des Bildes zuzuwenden scheint. Une archéologie des sciences humaines.

Denn in der Beschreibung des Vermögens darf nichts von dem fehlen. Fichte fährt fort: Heben Sie damit an sich ein bestimmtes Vermögen zu denken. das er als äußerst wichtig deklariert: »Ich sage: ein höchstwichtiger Satz: im Vermögen ist. 212. daß es allein wegen seiner Charakteristik eben als Vermögen eines x und als nichts anderes gedacht wird.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 161 Dem Bewußtsein entsteht ein Bild des eigenen helleren inhaltslosen Randes. es ist allein das Schema der höchsten thetischen und dabei unmittelbar auch synthetischen Tätigkeit des Bildungsvermögens. Schema und Sein des Vermögens Fichte fährt fort. damit wir uns dessen bewußt sein können. zu dem und dem x. der an sich selbstverständlich erscheint. also es wird in seinem blossen Schema gefaßt. ob es sey oder nicht: und also gefaßt wird es zufolge des Gedankens eines blossen Vermögens. indem er den letzten Satz des vorangehenden Zitats wieder aufnimmt – »wiewohl es selbst. Nicht dies ist aber das Synthetisierende am Bilden.139 In der Beschreibung des Vermögens sind Schema und Sein folglich dasselbe.1. Da aber das Beschriebene wiederum nur ein Vermögen zur Herstellung von Schemata ist.20f. 139 GA II 12. (212. das alle Vorstellungen begleiten können muß. sein Charakter wird gedacht. daß wir dort. Es handelt sich also um das Bild des Ich denke.5. was das Vermögen als Vermögen betrifft. ohne alle Rüksicht darauf. muß im Schema des Vermögens auch sein schematisches Produkt anwesend sein.21-29) Das »Vermögen eines x« geht dadurch. in dieser Beschreibung nur ein Schema haben. z. . was daraus resultiert. falls man das Vermögen beschreibt. wenn es die Erscheinung zum Selbsterscheinen bringt. und durch die Beschreibung desselben. wo das Vermögen beschrieben wird. 5. aber leer ist und damit die Bedingung der Möglichkeit sowohl des gegenwärtig gespiegelten Bildes als auch eines weiteren Zusammenstellens von Bildern wiedergibt. als Bild. als Vermögen eines x. […] sein als. denn alle Bilder im Spiegel des Bewußtseins müssen immer von diesem helleren Rand eingerahmt werden können. y. Dies ist nun der Reflex. eben ist« – und ihn in einem Prinzip bestätigt. Schema und Seyn schlechthin Eins«.

Diese wenn sie wäre. als eben eines selbst. erweist es sich als reines Bild. Denn sie soll nach dem obigen durchaus sich reflektieren. was blind.33-213. die mit der Macht ausgestattet ist. die aber.h. Dadurch entsteht nach Fichte die Form des Ich. (213. Im Akt löst es sich auf und verschwindet. Was ist also in dieser Beschreibung eigentlich zu finden? Mit dem puren Ausdruck Vermögen wird eine Fähigkeit. einem Bild von sich Gestalt zu geben. wie es selbst ist. diese Form des ruhens auf sich selbst. wäre nun eben in sich verschlossen. (212. sondern nur das bleibt. ohne aus sich herausgehen zu können. und es folgte daraus nichts […]. und zu seyn vermöchte. praktische Fähigkeit. mit ihm zusammengewachsen ist. ein Schema seiner Geschlossenheit in sich selbst. Denn das Vermögen ist selbst nichts anderes als die Erscheinung. eines auf sich ruhens: Kurz ein Schema ad legem eines Ich. und Verschlossenheit der Kraft in sich ist die reine Form des Vermögens in absoluter Einheit. eine Kraft angezeigt. welches das Vermögen von sich gibt. blickt man allein auf ihre tätige. Dies. als reines Vermögen gedacht.h. d. sich zu vollziehen. verschwindet das Vermögen nämlich: Jezt das Vermögen selbst. Wenn man also den Inhalt des Bildes analysiert.4) Das Vermögen wird demzufolge als Motor der Erscheinung gedacht. so daß außerhalb seiner Beschreibung das Vermögen nicht mehr existiert. diese Duplicität. denn seine Tätigkeit fließt kontinuierlich in sich selbst zurück ohne irgendeine wirkliche Folge außerhalb seiner selbst. in Einem Schema: also es entstände ein absolutes Schema ihrer selbst. Offenbar: eine auf sich selbst ruhende sich selbst haltende Kraft. unbewußt. als solches. sich selbst zu schematisieren. durchaus und schlechtweg ohne alle Aeusserung.162 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein vollkommen in seiner Beschreibung und daher in seinem Schema auf. gerade als reines Bild ist es dennoch aber zweifellos da. indem es in sich selbst verbleibt und damit sich selbst in einem Schema von sich selbst reflektiert. Das leistet das Vermögen. Dieses reine BildSein des Vermögens ist nun gerade die charakteristische Seinsform des Seins außerhalb des Seins. Rükkehr.4-7) . d. und muß daher ein Schema dafür liefern. bei sich bleiben muß. Wenn die Kraft in die Tat übergeht. Es ist aber ein Vermögen. in seiner reinen Form.

weil die Kraft nur in ihrem Schema als solche erscheint. so daß es nur einschließlich dieser synthetisierenden Tätigkeit als deren Reflex entsteht. wie wir gesehen haben. und deren Reflex ist das Bild eines Vermögens: Da nun ein Bild nothwendig als Bild sich schematisirt. denn ein faktisches Ich ist noch nicht da. (213. kann also vom Vermögen erst als Schema anerkannt werden. Dann kann das Vermögen auch unmittelbar als solches erscheinen. und so sehen wir auch klarer. Nun aber kann – darauf kommt alles an. die ihm die Form gibt. Diese Schematisierung im Reflex kann aber vom Vermögen hergestellt werden. als Reflex einer wirklichen synthetischen Einheit. im Ernste ist eine wirkl[iche] Vollziehung der Freiheit. in ihrem Kern der Form der Ichheit entspricht.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 163 Dieses Schema hat die Form des Ich nur dem Gesetz der Reflexion nach. wenn es sich von einem ihm entgegengesetzten Sein des Vermögens unterscheidet. Das Schema von sich selbst.h. (213. Fichte hierzu: – Das Vermögen als solches ist ja. wie im Vermögen Seyn und Bild eins sey. und als von der Kraft bestimmtes Sein. wenn es sich nicht in einer tatsächlich synthetischen Einheit vollzogen hätte. Es ist dennoch nicht selbst ein vollkommenes Ich. weil in diesem Schema das spezifische Produkt ihrer schematisierenden Tätigkeit erfaßt wird. laut des Zusammenhanges. und dies nicht ohne einen Gegensatz des Seyns möglich ist so projicirt dieses Bild aus sich selbst ein Seyn des Vermögens. wie gesagt. ein solches Schema allein. aus der es hervorgeht. in einem Schema gleichzeitig als Dasein der Kraft und als von der Kraft bestimmtes Schema sich selbst erscheinen: als Dasein der Kraft. sondern es kann nur entstehen. nachdem es sich tatsächlich vollzogen und somit selbst ein Schema 2 und die damit verbundene synthetische Periode projiziert hat. indem ja das Seyn das Bild selbst ist.20-26) . der Reflex. nur nicht als solches. sich nicht für sich selbst machen. sondern. d. weil die Reflexivität. Es handelt sich insofern um eine Ichheit de iure. die Bedingung seiner Möglichkeit. Darüber hinaus hätte dieses Schema vom Vermögen nie produziert werden können. in der jezt beschriebnen Einheit. nicht entstehen. aber nicht de facto.7-10) Der Reflex ist also das Schema des Vermögens als Vermögen und selbst sein Produkt als unmittelbares Ergebnis der Schematisierung seiner synthetisierenden Tätigkeit. überhaupt nicht.

also gesehen wird. und das. was in einer Erscheinung erfaßt. Im Sehen tritt also das Wesentliche der Erscheinung ans Licht. der Reflex. was erscheint. des Seins außerhalb des Seins selbst erfassen kann. ihr Identitätspunkt ist seine Ichform. Fichte bestimmt das Sehen als den Zusammenfall von Schema und Sein und da beide gerade in der Beschreibung des Vermögens zusammenfallen. Dabei zeigt sich die Fähigkeit. an dem in der Erscheinung und von der Erscheinung her der Reflex auftritt. das Sehen.2630) Auf diese Weise also kommt das Vermögen dahin. Nun beginnt man die Struktur zu verstehen. Das Sehen Mit dem Reflex hält aber auch ein neuer Begriff Einzug. wodurch in der Erscheinung die Spaltung zwischen dem absoluten Sein und dem Dasein. Gott und seiner Erscheinung. Nun entspricht aber diese . und erfaßt ihr wesentliches Moment im Hervorgehen aus dem Reflex. Im Vermögen fallen die Bedingung der Möglichkeit des Sehens – die Erscheinung – und das Sehen selber – die Erscheinung der Erscheinung – zusammen. Es ist die aus dem Vermögen entstehende synthetische Periode der Ort.2. sich als die wesentliche Bestimmung der Erscheinung zu definieren. indem er ihre Eigenschaft erfaßte. in dem das Vermögen erscheint und das Sehen hervortritt. so ist das Vermögen schlechthin und unmittelbar sich sichtbar: – sich. ist es das Schema des Vermögens. Hier erhält man zugleich das Sehen und das Sichsehen oder. – Wo daher Vermögen ist. Das Vermögen wurde ursprünglich als das vorgestellt. hervortritt. ein Etwas und zugleich sich selbst zu sehen. und das Zusammenfallen des Seyns und des Schema’s sehen.164 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 5. dem es wiederum zu verdanken ist. durch die sich die Spaltung verwirklicht. das zugleich das ist. (213. ein leeres Schema zu sein. daß sich die Erscheinung Gottes gerade in der Form der Erscheinung bzw. in der Erweiterung. das Sehende und das Gesehene. weil es die Form des Ich hat. Der Reflex ist also der Kernpunkt der Bewegung der sich selbst erscheinenden Erscheinung: In ihm erfaßt sich das Vermögen unmittelbar als solches. worin wir wohl recht haben dürften. Fichte hat in der Folge auf dem Vermögen selbst die pure Erscheinung konstruiert. Nennen wir etwa die absolute Identität. und zwar als schematisierende und synthetisierende Tätigkeit. das als weitere Bestimmung des Vermögens eingeführt wird. da ist absolute Sich Sichtbarkeit und umgekehrt.

Allenthalben ist es Vermögen x. Im Akt des Sehens kann man allerdings das Auge gerade als Schema des einfachen Sehvermögens verstehen. Sie beginnt mit einer klaren. in der Schema und Sein immer zusammen auftreten.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 165 Tätigkeit. giebt bloß die Sichtbarkeit her für die andere. wie man das empirisch bekannte Sehen in diesem Sinne verstehen kann. Also.142 dann entsteht gleich die Frage. Der näheren Erklärung des Sehens wird er die 17. und seiner. zwei Aspekte in sich zu 140 141 142 GA II 12. Der Reflex ist daher die Bedingung der Möglichkeit des Sehens überhaupt und des Sichsehens des Vermögens im besonderen. GA II 12. und tief erfassen: eben als solches«.13f. Vorlesung widmen. und ist bloß der Reflex dieses andern. als ein objektives Dasein angenommen wird. synthetische Einheit. daß beide.30-32. 214. und einfachen. als solchen?«. zum anderen aber dadurch. nicht reinen. Vorlesung. Wenn Fichte seinen Zuhörern nun erklärt: »Sie sollen Ihnen empirisch bekanntes Sehen ansehen. oder eine Anschauung des reinen Vermögens. wobei es aber zugleich auch als etwas Reales.32-214. Fichte schließt: [D]ieses [Bild] ist nur in einem synthetischen Zusammenhange mit einem andern Gliede.13-16.140 Dieses abgesonderte Bild gibt es ebenfalls und zwar im Begriff des Auges. z. so wie es kein Sehen ohne Sichsehen und Gesehenes gibt. d. die absolute Identität des Vermögens. Dies wird zum einen dadurch geleistet. Wenn man also an die Eigenschaft des Sehens denkt. wenn es nur ein abgesondertes Bild desselben gäbe«. das eingesezt ist. Fichte fragt: »Gibt es nun etwa ein absolutes Sichsehen. was eine reine und einfache. langen Zusammenfassung der bereits erklärten Struktur des Sehens. GA II 12. und schaut drum in sich als Vermögen an x. (213. sondern synthetischen Einheit. das Bild und das in im abgebildete Dasein.h. Dies ist das Auge. dem Sehen. 213. daß im Sehen das Gesehene offenbar eine bildliche Struktur hat. keinesweges eine synthetische Einheit ist. . und antwortet darauf: »Ja. y. da sie ganz im Gegenteil im faktischen Sehen eine Einheit bilden und erst nachträglich unterschieden werden. wonach eben das »empirisch bekannte« Sehen als »ein Zusammenfallen. z. 214.4) Mit der Deduktion des Auges beendet Fichte die 16. y. im reinen Sehakt selbst nicht zu unterscheiden sind. [ein] völliges gegenseitiges sich Durchdringen des Schema und des Seyns«141 dargestellt wird. Es gibt eigentlich kein Auge ohne Sehen.

nur insofern man es betrachtet) und aus einer Passivität (man schafft streng genommen nichts im Sehen selbst. Tatsächlich hat man es im Reflex nicht direkt mit der Tätigkeit des Vermögens zu tun. 214. wobei das einfache Sehen nur aus einem Zusammenfallen von Schema und Sein. und faktisch. 143 GA II 12. . Ich behaupte Sie werden finden: es sey ein Zusammenfallen. daß er in Wirklichkeit nicht der Reflex des Vermögens. indem er die Wechselseitigkeit aufzeigt. einerseits eine Beseitigung des Vermögens. Folgendermaßen argumentiert Fichte und zeigt dabei vermutlich auf den Ofen im Vorlesungsraum: Was ist Sehen? […] Sie sollen Ihnen empirisch bekanntes Sehen ansehen. Dieses Zusammenfallen eben als ein geschloßnes und in sich aufgehendes Seyn: (denn dermalen sehen Sie nicht den Ofen. Eine solche Tatsache ist. kann man die oben angeführten Glieder der Definition von Sehen als Zusammenfallen von Schema und Sein in folgender Weise verstehen: das Schema als das Produkt des Hinsehens und das Sein als das Gesehene. sondern eher der Reflex des Vollzogenseins des Vermögens ist. d. so neigt man zu dem Schluß. da sie der Vollziehung des Vermögens folgt. sondern höchstens mit der Projektion eines Schemas desselben auf der Grundlage seines Ergebnisses. sondern Ihr Sehen des Ofens. völliges gegenseitiges sich Durchdringen des Schema und des Seyns: (Sie sehen diesen Ofen: in beiden). und tief erfassen: eben als solches. auch dies dermalen empirisch.). Diese zwei Aspekte. seines Produkts und insofern einer Tatsache. Schema und Sein. d. sie kommen erst in einem Sehen des Sehens vor.1. die sich zwischen dem genetischen und dem faktischen Moment vollzogen hat. Vertieft man sich in den Inhalt der Anschauung des Reflexes.h. »als ein geschloßnes und in sich aufgehendes Seyn«143 besteht. (214.11-18) 5. sondern läßt nur ein Bild als gesehen entstehen).h.2. andererseits aber stellt sie die faktische Bedingung der Möglichkeit seiner Erscheinung als solcher dar. existieren aber nur in der und für die Reflexion auf das Sehen. insofern es vom Sehenden als völlig unabhängig verstanden wird. Das Bewußtsein Nun präzisiert Fichte.166 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein haben – denn es besteht zugleich aus einer Aktivität (man sieht etwas.16f.

wobei es sich in der Form eines Als erfassen kann. daß. das Vermögen aufhebendes Faktum. Es ist drum um so klärer. die ihm als Schema zukommt. daß da das Vermögen durchaus nur Schema ist. und das wovon es der Reflex ist. mithin des Sehens ist. Das Schema des Vermögens kann nämlich erst vom Sehen und daher vom Gesehenen aus gedacht werden. das Vermögen seinen Reflex bei sich führe. ist in seinem Schema und v[ice] v[ersa]. welcher ursprünglich als Schema des Vermögens vorgestellt wurde. (das was im Ver- . Nun soll man dies nicht einmal annehmen. das Vermögen ist. denn das Vermögen kann nicht auf frischer Tat ertappt.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 167 das nur nach der Unterbrechung seines Wirkens zustande kommt. sondern es ist rein und lauter Schema in Grund und Boden. Wenn nämlich das Vermögen seine eigene schematisierende Tätigkeit erfaßt. jede weitere Bestimmung des Vermögens. jede weitere Bestimmung desselben drum ihren Reflex. als blosses reines Vermögen. (214. nicht ein Vermögen ist. sondern ein. ist der Punkt des Zusammenfallens [vom Seyn und Schema]. in Wirklichkeit nicht so sehr ein Reflex des Vermögens als vielmehr ein Reflex von dessen Realisierung.25-27) Dieses Zusammenfallen wurde aber bereits von Fichte als Sehen definiert. kann es tatsächlich nicht in seinem üblichen schematisierenden Wirken am Werk sein. das Vermögen ist in der That nicht. sondern es muß zuerst diesen unterbrochen haben und anhand des Gesetzes des Soll auf sich reflektiert haben. Aber wir wissen aus dem obigen. und auf diese Weise findet man seine Eigenart. schlechtweg als solches. vollzieht es sich in einer ständigen Synthese von Schema und Sein in actu und dann ist kein Reflex von ihr vorhanden. So nämlich Fichte: 1.27-34) An dieser Stelle dürfte man also nicht mehr vom Vermögen als solchem sprechen. zufolge des absoluten Als. sondern nur nachträglich ermittelt werden. Ist ein Vermögen. so daß tatsächlich der Reflex.) Das Vermögen. so folgt daraus unmittelbar kein Schema. Denn wenn dagegen das Vermögen direkt am Werk ist. sondern nur von seinem Schema. und v[ice] v[ersa] und was im Seyn d[es] V[ermögens] ist. so ist sein Schema. Folgendermaßen erklärt Fichte. (214. inwieweit der Reflex eher der eines Faktums als der des Vermögens ist: Nimmt man zuförderst an.

und vorkommt in diesem Schema. ist ein bestimmtes. das nun restlos mit seinem Schema zusammenfällt – und dabei tatsächlich das Schema Gottes bzw. ein Schema.3) Von diesem Gesichtspunkt aus überdenkt Fichte nun die gesamte vorher dargelegte Struktur der synthetischen Periode. und so entsteht ihm denn im Gegensatze ein Seyn. das zufolge des Zusammenhangs. und das darauf gebaute Zusammenfallen des Seyns. Nun wurde gerade dieses Zusammenfallen und gegenseitige sich Durchdringen des Schemas und des Seins schon als Sehen anerkannt. was im Schema als solchen liegt. wobei aber in ihm offenbar wegen der absoluten Durchdringung seiner Bestandteile weder Schema noch Sein unmittelbar als solche erscheinen können. als die ganz eigenständige Form wiedererkannt. was ja gerade dasselbe ist. Seyn eben des Schema […].168 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein mögen ist) unmittelbar eben eine weitere Bestimmung des Schema ist (schlechthin nothwendig ist. die sich in Schema als Schema und auf dieses bezogenes schematisches Sein spaltet. gilt natürlich. die das faktische Sehen bietet. daß synthetische Periode und Reflex. und qualitative in zwei Hälften. denn erst zufolge der Erscheinung des Schemas als solchem kann man auch nach der Erschei- . Urganzes. so wie es ist. Da ja tatsächlich die Grundbedingung des Erscheinens der Erscheinung die Reflexion ist. wie der folgende Abschnitt zeigen wird. formaliter. und also auch Sehen und Sichsehen.4-13) Da außerdem das Vermögen nie von seinem Reflex getrennt auftreten kann.34-215. das immer von seinem Sichsehen begleitet wird. als Reflex eines Faktum. wird. vom Reflex der Einheit aus gesehen.und Angelpunkt der Reflexion fungiert und ihre weitere Bestimmung in Richtung auf das Bewußtsein und das eigentliche Ich bereits ankündigt. (214. Fichte folgert also weiter: 2. an dem ein Sehen begegnet.) Den Unterschied. Das Vermögen. und des Schema im Vermögen […] denken Sie nun so: […] Das absolute Schema sezt sich eben in sich als Schema. Dies gibt Fichte. die Begriffe für die Synthesis des Bewußtseins an die Hand.). Dieses Schema spaltet sich in sich selbst. (215. Schema als Schema. des Seins außerhalb des Seins ist –. Somit kann auch das Vermögen als solches nicht unmittelbar erscheinen. zeigt sich hier eine ichförmige Struktur. die als Dreh. immer verbunden sind. Das Vermögen ist insofern der Ort.

) Der Satz: Das Faktum führt den Reflex eines Vermögens bei sich. also ausdrücklich als Erkenntnisvermögen Aufgrund der notwendigerweise schematischen Form seines Sichvollziehens geht jedoch die wahre Natur der erscheinenden Welt als Erscheinung Gottes in ihrem Produkte auf. und dies ist das einzige Faktum was hier vorkommt. . (215.22-31) Von hier an wird Fichte das Vermögen als Vermögen zu sehen behandeln. sondern an seiner Statt.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 169 nung des Vermögens als solchem fragen. heißt eben: es wird gesehen: Dieser Reflex ist zufolge des Erscheinens Gottes. […] Das Vermögen ists.h. Sehen – in der Form – schlechthin Sichtbarkeit Gottes. und als Zusammenfallen. und ist dieses Erscheinen. und dasjenige. weil dieser als solcher erscheinen soll. einfache. an dem das Sehen sich entzündet. Nach der Ableitung des Sehens und seiner inneren Reflexivität interessiert also Fichte am Vermögen nur noch sein schematischer Charakter. Dabei kann die Erscheinung 144 Vgl. das in sich aufgehende. damit geschloßene Zusammenfallen. Dadurch wird das Vermögen in seinem Reflex das Auge. in seiner Duplicität. als das wahre ursprüngliche Faktum dar. das Sehen. das dieses Erscheinen selbst zum vollständigen Faktum vollendet. oben Kapitel Die Erscheinung des Vermögens als solchem. 4. ein Auge zu sein. und das der näher beschriebnen finstern synthetischen Einheit das Auge einsezt. nämlich: ein Sehvermögen. Dazu ist es da.17-22) Im Vermögen wird also das Prinzip der Sichtbarkeit und des Sehens gefunden. Es kommt drum in dieser Concretion keinesweges das Vermögen. (215. in dieser Concretion ist das Sehen. obwohl es erst jetzt abgeleitet wird. das das Zustandekommen der Erscheinungswelt kontinuierlich begleitet und daran teil hat. heißt: das Sehen ist zufolge dieses Erscheinens. im Zusammenfallen. des faktischen Sehens als Produkts seiner ursprünglich blind zustande gekommenen Schematisierung.144 Das Sehen stellt sich also. d. Selbst das Vermögen erscheint als solches erst durch den Reflex des Faktums. und Beziehung auf sich selbst vor. das aber erst danach als Zusammenwachsen (oder »Concretion«) von zwei Bestandteilen verstanden werden kann: Das beschriebne Zusammenfallen. das nun sich – und sich selbst – als Erscheinung Gottes offenbart.

ist nothwendig auch in seinem Schema. uns in einem Schema und in dessen weiteren Bestimmungen erscheint.170 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein Gottes eben nur als Vorstellung erfaßt werden.6-11) Die Wissenschaftslehre stellt sich also dar als Übergang von der faktischen Formulierung des Seinsbegriffs. und nur unter Bedingung dieser Fortbegleitung. ist das mannigfaltige sichtbar. was es ist. nennen wir nun die Synthesis Bewußtseyn. Vorlesung fragt Fichte nach der Mannigfaltigkeit und antwortet: Die weitere Bestimmung die im Seyn des Vermögens ist. und das mannigfaltige nur durch dieses Vermögen hindurch sichtbar wird. was Fichte . und würde sichtbar. (216. und aufgenommen in die Sichtbarkeit: indem unmittelbar nur jenes Vermögen. von der bleibenden Sichtbarkeit des Einen Vermögens.32-34) Hier ist mit »weitere Bestimmung […] des Vermögens« sowohl seine Sichvollziehung zum Schema 2 als auch die damit zugleich sich ergebende – offenbar mannigfaltige – synthetische Periode zu verstehen. immerfort begleitet. als solchen. Gottes sei. indem er mit dieser synthetisierten Mannigfaltigkeit das bereits abgeleitete Sichsehen des Vermögens im Reflex anknüpft: [U]nd so träte denn durch das unmittelbare sich sehen des Vermögens auch die Mannigfaltigkeit ein in das Sehen. und sichtbar als solches. als Vermögen sich sähe in jedem Gliede des mannigfaltigen. Die Ableitung des Reflexes stellt daher einen Wendepunkt innerhalb dieser Darstellung der Wissenschaftslehre dar. wie wir gesehen haben: Diese weitere Bestimmung ist aber nicht das blosse einfache Vermögen. sondern ein weiteres. seiner Anerkennung als Sein außer dem Sein und dem darauf folgenden Postulat. daß es die Erscheinung des Seins bzw. drum ein mannigfaltiges […]. zu ihrem Sichzeigen bzw. Nun schreitet Fichte fort. (215. Sicherscheinen als Sehvermögen und anschließend zur Erklärung des Bewußtseins als der Form der Beziehung von Sehendem und Gesehenem.3) Aus dieser Prämisse kann Fichte endlich zur Darstellung der Struktur des Bewußtseins als Ort der Synthesis des faktischen Sehens kommen: [S]o würde denn das Verknüpfen des Mannigfaltigen. (215. Dies ist es. Im letzten Punkt dieser 17. daß das Vermögen.35-216. Aber wie und unter welcher Bedingung? Offenbar nur unter der. sondern wie es sich bzw. insofern nach dieser Ableitung am Vermögen nicht mehr interessiert.

Die zu synthesirende Einheit ist das Vermögen. Die 17.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 171 vom Vermögen ausgehend erlaubt. wie mehrmals erinnert worden. Als was soll nun das Vermögen erscheinen? (216. Fichte beginnt mit der folgenden sehr wichtigen Bemerkung. oder Sehen des Vermögens selbst im Verknüpfen der Mannigfaltigkeit in sich dem Einen. und die 18. es sieht sich eben: die synthetische Einheit ist das Bewußtseyn. die.2. Das Vermögen in Beziehung auf das mannigfaltige kann drum nicht erscheinen als erschaffend dasselbe. und so ist die Mannigfaltigkeit Eins. (216. als mannifaltiges Schema zusammen anwesend. 5. das drum voraus gesezt wird. Daher ist das Bewußtsein die gesuchte »synthetische Einheit« der »Einheit als solcher. vereinigt und jedoch unterscheidbar.2. und der Mannigfaltigkeit als solcher. und der Mannigfaltigkeit als solcher. einführt: 6. Vorlesung bauen also deutlich aufeinander auf. wie dieses Vermögen tatsächlich erscheint. Vorlesung folgt der Vorigen ohne Zäsur. das Schema des Vermögens als die Einheit. als sie auch nicht verknüpfen könnend. Einheit der Einheit als solcher. Fichte kann also schließen: Und so ist denn. nachdem die Erscheinung des Vermögens als solchem abgeleitet wurde. Nun ist. denn es ist dieses schon zufolge des Faktum. und die synthetische Periode. ist sie ein Mannigfaltiges als solches. indem das Vermögen sich ansieht.« Mit der Deduktion des Bewußtseins aus dem Sehen schließt Fichte die 17. dieses Als nur Reflex eines Faktum. die Frage nach der Art und Weise.). und dies erscheint sich schlechthin als solches. ausser der Verknüpfung aber. was schon an der fortlaufenden Absatzzählung sichtbar wird. den Begriff des Bewußtseins einzuführen und damit die Untersuchung des Prinzips der Einheit als solcher und der Mannigfaltigkeit als solcher abzuschließen. Vorlesung. das von ihm ständig begleitete Produkt des Vermögens. mit der er in der elften Vorlesung mit der Suche nach einem Ort der Spaltung die Ableitungsbewegung begonnen hatte.25-28) .15-22) Im Bewußtsein als synthetischer Ort des faktischen Sehens sind nun der Reflex. Zum Als des Vermögens: die Attention Die 18. daß ich zur aufgestellten Formel zurükkehre: die aufgegebne synthetische Einheit gefunden – .

kann sich das Vermögen. um den Akt des Vermögens. in der das Als des Vermögens gegeben ist. welche Tätigkeit des Vermögens wird von ihm selbst als seine eigene anerkannt. Aber sie kann nur zur Erscheinung kommen. in der es sich in der Synthesis des Bewußtseins manifestiert? Was die Art und Weise betrifft. nicht unmittelbar auch als Ursprung dieser Mannigfaltigkeit erscheinen: »Als was soll nun das Vermögen erscheinen?«.h. zur Rezeptivität ausdrückt. damit es sich auf das Mannigfaltige richten kann. das. Fichte gebraucht nun zwei Termini. wirken wir so auf uns ein. schaffen nicht: aber sich hingeben. Was thut nun das Vermögen. sich dem Mannigfaltigen hinzugeben. dem sich selbst machen. daß etwas Äußeres auf uns wirken kann. Gegenüber dem Mannigfaltigen bestimmt sich das Vermögen aktiv zur Passivität. wiederum: kein sich selbstmachendes Bild. keine Attention. denn faktisch folgt das Als des Vermögens auf ihre Schöpfung. daß dieses in ihm Gestalt annimmt. um zuzulassen. doppelte Tätigkeit der Erscheinung. ist sogleich ausgeschlossen. als Vermögen. . Ohne Attention. als Reflex des Faktums nämlich. das eine aktive Selbstbestimmung zur Passivität bzw.145 d. Attentire. Hier zeigt sich dieses Zusammenfallen des Machens durch Freiheit. Attentieren heißt achtgeben. In der Tat kommt die Erscheinung erst dadurch zur Erscheinung. das es demzufolge in sich aufnehmen kann. auf etwas achten. und des Machens durch Seyn.14-18) Darin findet man die bereits erwähnte logisch gleichrangige.28. (217. 216. weil sie sich zugleich im Vermögen konstituiert. wenn es sich im Reflex wahrnimmt. ein Verbum. so ergiebt sich in dir das richtige Bild selbst. Das Vermögen gibt sich also frei einer 145 GA II 12. zu definieren: sich hingeben und attentieren. kein Bild. denn indem wir achtgeben. wie er allein erscheinen kann.172 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein Das hier erwähnte Faktum ist offenbar die Vollziehung des Vermögens selbst. erst nach seiner Vollziehung erscheinen kann. daß das Vermögen darin als Schöpfer der Mannigfaltigkeit erscheinen kann. Da diese Vollziehung aber eine synthetische Mannigfaltigkeit ist und außerdem die Mannigfaltigkeit der synthetischen Periode schon erzeugt worden ist. sich frei und durch ihr Sein zu vollziehen. daß sich ihr das Vermögen hingibt – dies ist der freie Aspekt in der Vollziehung der Erscheinung. Das Vermögen erscheint nun als die Fähigkeit.

als auch diejenige.B. Überdies ist das komplexere Bild. so ist man sich recht gut bewußt seines Vermögens die Auffassung schliessen zu können. d. die im Rahmen der kubistischen Malerei anschaulich werden. durch die die Erscheinung sich frei herstellt. und nur durch diese Totalität. gerade das des Ofens (und nicht z. dem es zugewandt ist. wenn man seine Stellung fixiert und einen Blick auf den Ofen wirft. indem es ihr Erscheinen zuläßt. aus der die Erscheinung hervorgeht.8-14) Es wird gemeint. sie drum. Beide Reihen der Konstituierung des Bildes. die das Vermögen bei der freien Steuerung seiner Aufmerksamkeit zustande gebracht hat. alles bei einander seyn.B. Fichte erläutert dies anhand eines Beispiels. indem man um ihn herumgeht und ihn zuerst von vorn. soweit man sie fortsezt. daß die Vorstellung von einem Ofen – die entsprechend der Regel der synthetischen Periode zugleich perzeptiv und begrifflich ist – auf der Grundlage der Verknüpfung sukzessiver Wahrnehmungen zusammengesetzt wird. und stellt durch diese Haltung das Moment der Freiheit vor. Jedesmal aber. fortzusetzen mit absoluter Freiheit. sowohl die. das sich zusammen mit dem entsprechenden Begriff formt. denn er kann die jeweiligen Elemente – Farbe. und das wiederum ganz automatisch. (217. Dabei kommt er Erklärungsweisen nahe. sind also im .h. Form. ändern könnte. ohne daß das Vermögen irgendwie die Konstitution der Form des Bildes. Stük für Stük. wo man will. eventuelle perspektivische Aberrationen – beim Wahrnehmungsprozeß nicht beliebig ändern. eines Tisches).Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 173 Erscheinung hin. dann von hinten und von der Seite betrachtet. und dieses Beieinanderseyn des Mannigfaltigen der Ofen selbst constituirt werden. Man kann folglich am Ofen völlig frei verschiedene Einzelmerkmale oder mehrere Gesamtansichten aus unterschiedlichen Entfernungen oder auch verschiedenen Perspektiven sehen. Aber im selben Zusammenhang konstituiert sich die Erscheinung von sich aus in dem Sein. der im Wohnzimmer Fichtes steht). Wenn eine Vorstellung z. also das Bewußtseyn des Vermögens: Doch soll in ihr selbst alles beisammen seyn. konstituiert sich das Bild von allein. vollkommen unabhängig von der freien Ordnung. die des Ofens aufgefaßt wird. durch die sie sich auf der Grundlage des eigenen Seins konstituiert. und zwar des besonderen Ofens im Vorlesungsraum (und nicht etwa desjenigen. ohne weiteres Zutun des Betrachters weiter. in der man die Wahrnehmungen auffaßt. mit dem er demonstriert. das sie vom Vermögen erhalten hat. wie durch aufeinanderfolgende Vorstellungen das Bild einer Sache entsteht.

verknüpfen ein Mannigfaltiges. Die Konstituierung dieses Phänomens hängt also nicht von der Freiheit des Betrachters ab. die es uns erlauben. ohne sichtbar zu seyn. ist. Daher kann man die Blickwinkel beliebig variieren. und wie du gesagt hast. die aber schon hier zur Kenntnis gebracht werden sollen: 1. thun.). Fichte synthetisiert die Funktionsweise des Vermögens und dessen Zusammenhangs mit dem Sehen in vier Punkten. vollziehen. In ihm werden nämlich Freiheit und Mannigfaltigkeit der Gesichtspunkte deutlich dargestellt. so hast du das gesagt: Das Vermögen also muß etwas seyn.11-21) . die als mögliches Element der weiteren Inanspruchnahme der eigenen Aufmerksamkeit zu denken ist. wobei das Sein des Objekts immer eine Seite offenbart und eine andere verbirgt. Im Vermögen fallen beide durchaus zusammen. sondern allein von Gesetzen. weil es ausserdem nicht sichtbar wäre. (220. Nicht seyn. in gewöhnlicher empirischer Anschauung zu erfassen: 2). indem mehrere Gesichtspunkte zugleich auf der Leinwand festgehalten werden. auch wenn die Möglichkeit. denn das Vermögen ist nichts mehr denn ein Schema. 3. aus denen die synthetische Vorstellung des Objekts entsteht. Die kubistische Malerei gibt uns eine Vorstellung dieser Synthese von Freiheit und Notwendigkeit bei der Konstitution des jeweils betrachteten Phänomens.. und durch das Sehen selbst: Dem Schema muß etwas nicht schematisches correspondiren. Das Vermögen ist drum schlechthin sichtbar: es kann nicht seyn. sage ich: es ist also? Ja nothwendig: im Sehen eben.174 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein Prinzip unbegrenzt. was nun dadurch. daß ihm ein Objekt erscheint. Vorlesung vorlegt. sie als Violine zu erkennen. beispielsweise eine Violine. die dem Sein angehören und der Art und Weise. daß an ihm allein das Vermögen gesehen wird.) ist ein hingeben an die Verknüpfung. selbst mit aufgenommen wird ins Sehen. als reines und absolutes Vermögen jedoch. – .) Sehen = Zusammenfallen des Schema und Seyn. Es sind ihre eigenen Gesetze einer schematischen Konstitution. Diese Gesetze sind von der Freiheit des Betrachters unabhängig. notwendig von der Aufmerksamkeit des Betrachters abhängt. wie dieses seine Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. die er als Vorbereitung des Conversatoriums zwar erst im Anschluß an die 18. das dargestellte Bild aber unbestreitbar ein einziges und deutliches Objekt. es sey ein Schema. 4.

daß das erste Faktum die Vollziehung des Vermögens in der synthetischen Periode ist und der Reflex von dieser ausgeht. d. welches beides. Auch wenn aus der genetischen Ordnung rekonstruiert werden konnte. (217. als durchaus nicht für sich bestehend. daß in der Reihenfolge der faktischen Bedingungen der Möglichkeit hingegen das näherliegende und somit erste Faktum gerade die Synthese des Bewußtseins. daß zufolge der absoluten Sichvollziehung der ursprünglichen Freiheit ein Faktum sey. und eine zweite. des Reflexes und des Faktums des Vollziehens des Vermögens (oder der synthetischen Periode) verstehen können. was zur Rekonstruktion seiner synthetischen Einheit diente.h.3. eben der früher beschriebne synthetische Periode = Wissen: und daß dieses Faktum schlechtweg. die auch allein in sich Selbstständigkeit hat. was entspricht der zulezt beschriebnen synthetischen Einheit des Sehens. In diesem Verfahren mußten sogar zwei Synthesen künstlich getrennt werden: eine Synthesis. gilt es zu erkennen.). die synthetische Periode. als die wahre und höchste synthetische Einheit. zufolge des Soll eines Als seinen Reflex bei sich führe. Beide ergeben sich . wodurch die in der Einleitungsvorlesung angekündigte Analyse des Bewußtseins geleistet ist. Nur durch das durchgeführte Verfahren hat man das Bewußtsein als Zusammensetzung zweier konstituierender Teile. Wir haben bisher stets vorausgesezt. das Bewußtseyn selbst: nur in ihm und dessen Einheit sind ja die Theile. soll man nun – so Fichte – über den durchschrittenen deduktiven Weg nachdenken und von dort aus die Beziehung zwischen Faktizität und Genesis einer veränderten Bewertung unterziehen. die als Einheit der Einheit als solcher und des Mannigfaltigen als solchem das Bewußtsein ist. […] Jezt aber haben wir ja ihren Einigungspunkt. Die Analyse des Bewußtseins ist vollendet Nachdem das Bewußtsein aus seinen konstitutiven Bestandteilen zusammengesetzt werden konnte. da die Theile sich gezeigt haben. in dieser absoluten Vereinigung giebt das Bewußtseyn. sondern als reine Einheit. unser faktisches Sehen ist.18-32) Aus dieser erneuten Reflexion über die Beziehung zwischen der Synthesis des Bewußtseins und ihren konstituierenden Bestandteilen geht auch hervor.2. erweist sich nun als Bestandteil des Bewußtseins: 8.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 175 5. als das erste. daß sich die Synthesis – im Gegensatz zum Vorgehen der Wissenschaftslehre – auf den ersten Blick nicht als Synthesis darbietet. Alles.

und in diese Zusammensetzung als ihr Grundelement die Erscheinung Gottes eintritt. und durchaus keines andern. zufolge des Als.146 Andererseits gründet aber gerade auf dieser Undurchsichtigkeit des Bewußtseins für sich selber die Möglichkeit. 198. sondern ein Bewußtsein zweiter Potenz geworden.8-10. als Schema eines Vermögens: beides durchaus nur im Bewußtseyn. sich etwas bewußt zu sein. als sich machend in ihrem Seyn. da man sich zum Bewußtsein des Bewußtseins hat erheben müssen. was Fichte selbst in der 13. Vorlesung erklärte: »Ohne auf Gott zu fussen hat eine sonst scharfsinige Theorie des Bewußtseyns keinen Grund und Boden«. Fichte erklärt: 146 GA II 12. und zwar ist es in diesem seinem Daseyn Resultat einer Zusammenwirkung des Erscheinens Gottes. und nicht ausser dem selben. daß das Wissen nicht ein reines. (217. Im Prozeß der Erhebung des Bewußtseins zu sich selbst. die Erscheinung. den nur der Wissenschaftslehrer durchführt. sondern etwas Zusammengesetztes ist. und des selbstständigen Seyns der Erscheinung.32-218. ohne daß die dahinter wirkende synthetische Struktur offenbar wird. Dieses Bewußtseyn theilt sich nun schlechthin durch sich selbst in zwei Grundtheile. Fichte möchte auf diese Weise also wiederum beweisen. sich allein im empirischen Bewußtsein abspielendes Ich-Produkt ist. . und dieselbe als sich machend mit absoluter Freiheit In das Faktum. hindert es an der Erfassung seines fundamentalen Charakters. ist man daher nicht nur einfaches Bewußtsein geblieben. ist die Evidenz. und den Reflex desselben. Man erinnere sich daran. und als unmittelbar Produkt desselben. sondern daß es in der realen Seinswurzel der Erscheinung verankert ist. Dieser allein aber garantiert nach Fichte. dies allein ist vollendetes und selbstständiges und erstes Faktum. daß das Bewußtsein nicht irgendetwas Einfaches.5) Was man nach Fichte durch dieses Verfahren gewinnt. Gerade die Unfähigkeit des gewöhnlichen Bewußtseins sich seiner eigenen Konstitution bewußt zu werden. daß die Wissenschaftslehre gegen den Vorwurf des Nihilismus gefeit und sie im Gegenteil die einzige Lehre ist. die einen ursprünglichen Zusammenhang zwischen Wirklichkeit und Wissen herstellt. Fichte äußert sich darüber wie folgt: Wir müssen drum die Sache so ansehen: Das Bewußtseyn ist.176 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein gleichzeitig der gewöhnlichen Bewußtseinserfahrung.

wie aber dieses Vermögen wirklich dazu kommt. sich mit unterschiedlichen Gehalten erfüllt zu finden. was aber ein ganz anderes wäre. Das Bewußtseyn ist die Einheit der Einheit als solcher und der Mannigfaltigkeit als solcher. Also. diese in sich aufgehende Einheit ist: die drum weder sich erscheint. ebensowenig wie das Bewußtseyn selbst erscheint. von der bisher die Rede war.1623) 177 Da das Objekt der bisherigen Untersuchung die Struktur des Bewußtseins als solchem war.23-33) Fichte schließt also den ersten Teil der Wissenschaftslehre mit der Erklärung. Es bleibt also noch zu klären. denn sie selbst sind das Bewußtseyn: aber sie erscheinen nicht. haben wir gesagt. war nur die der synthetischen Periode als genetischer Bedingung der Möglichkeit für die Konstitution des Bewußtseins.h. das wenn es ist eben ist. und spiegelt. indem ja sodann nicht Bewußtseyn. was geschieht. denn die Mannigfaltigkeit. Achtung. d. aber noch nicht sein wirkliches Funktionieren in Bezug auf seinen Inhalt. sind zwar diese Bestandtheile. Die Bedingung der Möglichkeit der Intentionalität wurde bereits in der Abhandlung über das Vermögen als Hingabe und Attention. was wohl auch seyn mag. wie das ursprüngl[iche] Bewußtseyn ist.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein Dieses mannigfaltige und die synthetische Einheit desselben nun ist selbst das Bewußtseyn. und dies giebt dem Bewußtseyn seinen Gehalt. Es ist in ihm die absolute Sichtbarkeit des Vermögens. daß die erste Aufgabe gelöst sei. das als außerhalb seiner selbst wahrge- . (218. Es wurde zwar die Form des Bewußtseins erhellt. welche Beziehung das Bewußtsein zu den mannigfaltigen in ihm vorkommenden Vorstellungen herstellt. im absoluten Aufgehen in sich selbst […]. als die Einheit. an welchem das Vermögen sich bricht. Dafür benötigt Fichte das Prinzip des tatsächlichen Mannigfaltigen. noch eben darum die mannigfaltigen Bestandtheile in ihr erscheinen können. von dem wir hier nicht reden. wenn das Bewußtsein ein Bewußtsein von etwas wird. wie also das Bewußtsein in seiner Blindheit für die eigene vielfältige Konstitution das Sehen eines Mannigfaltigen bewirken kann. hat Fichte damit aber noch nicht gezeigt. Dabei eröffnet er aber auch eine weitere Untersuchung nach dem Prinzip der Möglichkeit der – um es modern auszudrücken – verschiedenen intentionalen Zustände des Bewußtseins. (218. angedeutet. sondern Bewußtseyn des Bewußtseyns wäre. und dies verbreitet Licht. und Sehen im Bewußtseyn: es ist in ihm ein Mannigfaltiges.

haba man schließen können. Eine Deduktion der Apperzeption. im Gegensatze eines andern Etwas. was ist sie? worin be- . Und zwar ist das abgeleitete die blosse reine Form des Bewußtseyns. wobei die Wissenschaftslehre als das einzige System dargestellt wird. sondern explicite ausdrükl[ich] als solches erscheint. Fichte erläutert also den gegenwärtigen Standpunkt und führt den nächsten Schritt ein. 2. kein Bewußtseyn von einem Etwas. vollzogen. Die Apperception der synthetischen Einheit ist eben das Bewußtseyn in seiner absoluten Form selbst. Denn erst nach der Annahme eines Soll. Wo sind wir denn eigentlich – wir suchen ein Princip. das fordert. welches kategorische sich hier verwandelt in ein soll. daß zunächst das mit dem Absoluten in der Erscheinung zusammengewachsene Schema als solches. Nun setzt sich Fichte nochmals mit Kant auseinander: Zurük zu der Kantischen Formel. das Bewußtseyn selbst zum Bewußtseyn erhoben: Die Durchsichtigkeit durchsichtig gemacht. und das.). was ich selbst als den schwersten Punkt der WL. sodann aber dafür auch das das Schema erzeugende Vermögen als solches erscheinen müsse. – . und zwar soll dies ein Princip der Gegensetzung und Spaltung seyn. bestehe die Apperzeption. so Fichte. 1. sprich die in ihm als solche synthetisierten Elemente – synthetische Periode und Reflex – überhaupt gezeigt.5-12) Die 18. angab. der das Synthetisieren der synthetischen Periode ständig begleite und daher auch immer zum Bewußtsein erhoben werden könne. Dabei präzisiert Fichte auch seine Beziehung zur kantschen Philosophie und seine eigene Auffassung der transzendentalen Apperzeption. entstehe nur aus der Frage nach der Erscheinung des absoluten Seins bzw.) Deduktion: Weil das absolute nicht bloß implicite. ohnerachtet der Grund aller Etwasheit sich wohl an dem Mannigfaltigen gefunden hat. (219. Denn eben in der Erscheinung des Vermögens als solchem in einem Reflex. durchaus noch kein bestimmtes. Eine faktische haben wir noch nicht. Vorlesung endet mit einem kurzen Vergleich der Wissenschaftslehre mit den dogmatischen Philosophien. sondern auch explicite zur Erscheinung kommen soll.178 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein nommen wird. Erst von daher hätten sich die Bestandteile des Bewußtseins. Gottes als solchem. daß das Absolute nicht nur implicite. ist noch nicht deutlich geworden. das das Bewußtsein als ein Zusammengesetztes versteht. indem er erklärt: Wir haben den Einen Haupttheil unsres Versprechens erfüllt.

Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein steht sie? Die Apperception ist die absolute Sichtbarkeit des Vermögens, als einer Einheit, die immer und ewig Eins bleibt und dieselbe, hier in der Mannigfaltigkeit der Synthesis, späterhin in allem unendlichem Wechsel. (219,24-30)

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Erneut ist hier die »Mannigfaltigkeit der Synthesis« vom Mannigfaltigen, d.h. von dem mannigfaltigen Inhalt des Bewußtseins zu unterscheiden: Jene ist die unbewußte Synthesis der Glieder der synthetischen Periode mit dem Einheitsprinzip innerhalb des Bewußtseins, das Wissen, dieses hingegen die bewußte Vielheit des gesehenen, das Gewußte. Nun sind aber diese beiden Elemente eng miteinander verbunden, denn das Sehen eines Etwas kann nur dank der oben beschriebenen mannigfaltigen Konstitution des Bewußtseins erfolgen. Daher wird dieses Etwas in seinem mannigfaltigen Wechsel auch weiterhin von der synthetischen Einheit des Vermögensreflexes, d.h. der transzendentalen Apperzeption, begleitet werden können müssen.
Die synthetische Einheit ist die Verknüpfung der Mannigfaltigkeit durch dasselbe Eine Vermögen, das in diesem Verknüpfen schlechthin sichtbar ist, und so auch an ihm das mannigfaltige sichtbar wird. Dadurch wird zunächst die synthetische Einheit, und vermittelst ihrer die Mannigfaltigkeit aufgenommen in die reine und absolute Einheit der Sichtbarkeit des Vermögens. Daran nun, an diesem Mittelpunkte, fehlte es Kant, weil er bloß faktisch ahndete. (219,30-220,2)

Hiermit schließt Fichte seine 18. Vorlesung.

5.3. Die Möglichkeit der Genesis: das Gesetz des Soll Dem Text der 18. Vorlesung folgt nach einem langen Querstrich eine halbe Seite, die möglicherweise als Vorbereitung des Konversatoriums vom Samstag, den 2. März 1811 diente.147 Es handelt sich hierbei um einen interessanten Sonderfall, da wir normalerweise keine Hinweise auf den Inhalt der sogenannten Konversatorien haben. Diese waren, wie das lateinische Wort schon andeutet, Stunden freien Gesprächs mit den Zuhö-

147 Einen Teil seines Inhaltes, nämlich die Bemerkungen über das Sehen, wurden bereits in der Analyse der 18. Vorlesung betrachtet.

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Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein

rern, in denen diese die Gelegenheit hatten, den Inhalt des Vorgetragenen mit Fichte zu debattieren. Neben der schon oben wiedergegebenen Zusammenfassung in vier Punkten unterstreicht Fichte, vermutlich am Anfang dieses Gesprächs, die Schwierigkeit der eben vorgetragenen Gedankenreihe, »eigentlich das schwerste«, »das einzig Schwere in der Wissenschaftslehre«.148 Der Grund für diese Schwierigkeit liegt darin, daß die Intuition dessen, was eben von Fichte erarbeitet wurde, eigener Anschauung bedarf und allein von außen betrachtet nicht zu verstehen ist. Über diese Schwierigkeit hat Fichte schon in den einleitenden Vorlesungen berichtet, erst jetzt aber erfährt man sie im Vollzug des eigenen Denkens. Das Ergebnis der Deduktion des Bewußtseins und der transzendentalen Apperzeption als dessen höchster Punkt kann in nichts anderem als in eigener Anschauung bestehen. Deswegen darf man die Gedankenreihe in erster Person vollziehen, da nur so die Evidenz dessen, was durch sie zustande kommt, unwiderlegbar einleuchtet. Der Akzent, den Fichte bei dieser Gelegenheit auf dieses Ergebnis legt, ist noch ein weiteres klares Zeichen dafür, daß in diesen achtzehn Vorlesungen ein wichtiges Resultat erreicht wurde. Was noch aussteht, ist das, wodurch sich die Wissenschaftslehre als echte Transzendentalphilosophie erweisen kann, nämlich der Beweis der Möglichkeit dessen, was bisher geleistet wurde. Es soll also den Bedingungen nachgegangen werden, welche diejenige Reflexion erst ermöglichen, die zur Darstellung des Sehens des Sehens geführt hat. Dieser Aufgabe ist der zweite Teil der Wissenschaftslehre gewidmet und dabei wird zunächst die intentionale Struktur des Bewußtseins erwiesen. Jetzt stellt sich Fichte der Aufgabe, das Prinzip des wirklichen Mannigfaltigen und dabei der »Spaltung in Fünffachheit, und Unendlichkeit«149 zu finden und zu erklären. Davor erinnert er jedoch noch daran, daß er diese Aufgabe erstmals in der elften Vorlesung artikuliert hatte:
Erscheinung der Erscheinung Schema 2. – Wir haben gewonnen; aber alles? Das worauf wir ausgingen? Es kommt faktisch ein vielfach mannigfaltiges, ja unendliches vor. – . Liegt diese Mannigfaltigkeit in unsrer Ableitung? Nein; rechtlich fortgefahren liegt in ihr die Einfachheit. – Wir bedürfen drum ein neues, in dem bisherigen durchaus nicht liegendes Princip für diese Spaltung! (188,12-16)

148 149

GA II 12, 220,4f. GA II 12, 221,4.

Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein

181

An dieser Stelle meinte Fichte, er könne sein Ziel nicht gleich deduktiv verfolgen, sondern müsse »scheinbar ausser der strengsten Reihe, wenigstens ohne die strenge Reihenfolge zu beweisen, die wichtigsten, und unbekanntesten Bestandtheile der durch die Deduktion zu liefernden Synthesis«150 herausheben. Dieses Verfahren hat zuerst zur Deduktion der synthetischen Periode als der Form geführt, die die Erscheinung in ihrem Erscheinen haben muß, damit in ihr das Sein auch explizit zum Erscheinen kommen kann. Die faktische Erscheinung der Erscheinung fällt dementsprechend mit dem Faktum der synthetischen Periode zusammen, worin die innere Struktur des Wissens zum Ausdruck kommt. Sie wird überdies auch unmittelbar vom Reflex des Vermögens begleitet, das das faktische synthetische Wissen zustande gebracht hat. Im Reflex kommt demnach das schöpferische Vermögen unmittelbar in einem Schema vor. Die sich dabei ergebende Synthesis der synthetischen Periode mit dem Reflex bzw. des Faktums mit dem Schema des Vermögens konnte Fichte dem Sehen gleichsetzen. Darüber hinaus hat er das Bewußtsein als die Einheit dieser synthetischen Einheit als solcher – wie sie nämlich gerade im Vermögensschema vorkommt – und der sich im Sehen faktisch anbietenden Mannigfaltigkeit als solcher dargestellt. Bei der Frage nach einem Prinzip der Mannigfaltigkeit aber mußte Fichte das rein deduktive Ableitungsverfahren der Wissenschaftslehre unterbrechen, wie er nun noch einmal resümiert:
1.). In dem Zusammenhange bleiben werden Sie gewiß, wenn Sie nie vergessen, daß wir auf dem geraden Wege der Deduktion herabgegangen sind bis zu einer selbstständigen Freiheit der Erscheinung sich zu erscheinen. An dieses Glied unmittelbar hätten wir nun anfügen sollen ein Princip = x. [… das Prinzip] einer Spaltung in Fünffachheit, und Unendlichkeit. Dieses Princip konnten wir nun [scil. damals] unmittelbar nicht verständlich machen. Wir suchen es, und dies ist unser jetziges Geschäft. – . Also eigentlich eine Zwischenarbeit, seitwärts des Weges, um wieder auf ihn zu kommen. (220,23-221,7)

Allerdings wurde schon mit dem Prinzip der Spaltung gearbeitet, es also schon faktisch eingeführt: Es handelt sich um das sich im Schema 2 auftretende Als, durch das das Schema eben als Schema unter der Bedingung erscheinen konnte, daß der in ihm erscheinende Gott in ihm als solcher
150 GA II 12, 189,9-11.

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Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein

erscheinen konnte. Die im ersten Teil der sog. ›Zwischenarbeit‹ angewandte Methode soll jetzt mit der Absicht vertieft werden, das dabei unreflektiert gebrauchte Prinzip der Spaltung näher zu untersuchen und vielleicht sogar als Prinzip der faktischen Disjunktion, durch die die Eine Erscheinung mannigfaltig wird, anerkennen zu können. Fichte erklärt:
Im Ganzen ist dieses Princip auch wirklich schon angegeben; das Als des in dem Schema verborgnen, und unsichtbaren. Mit diesem Princip haben wir bis jezt gearbeitet, und aus ihm gefolgert. Als Princip der Disjunktion eines eigentl[ich] faktischen ist es aber noch nicht erschienen. Wir sind drum noch nicht auf den Weg zurük; und in den Punkt hinein, den wir suchen; sondern haben die [Zwischen]Arbeit noch fortzusetzen. (221,8-12)

Dabei fordert er dazu auf, »sich an die festen Resultate, die wir gefunden haben, wie z.B. in dem vorigen die Zusammensetzung des Bewußtseyns« zu halten.151 Aus der Untersuchung des Bewußtseins resultierte ja bereits, daß es aus zwei Schemata, einem der Einheit und einem der Mannigfaltigkeit, besteht. Im Bewußtsein selbst aber, wie seiner Beschreibung zu entnehmen ist, wird eines dieser zwei Schemata, das der Mannigfaltigkeit, nicht als Schema, sondern als vollkommen unabhängiges Sein wahrgenommen, dem sich nur das im Reflex vorkommende Vermögen hingeben kann. Das Bewußtsein, und darin besteht der Fehler der dogmatischen Philosophien, erscheint sich zunächst als ein Einfaches, das dem Mannigfaltigen gegenübersteht, und nur die Transzendentalphilosophie vermag seine – wohlgemerkt unbewußte – ursprüngliche synthetische Tätigkeit zu durchschauen. Kant hat sie in seiner Theorie der reinen Anschauungen und Begriffe und der transzendentalen Apperzeption nur faktisch wahrgenommen, Fichte aber konnte sie in der Wissenschaftslehre, die die Apperzeption zu deduzieren vermag, auch in ihrer Genesis fassen. Das allein reicht aber noch nicht, wenn das Mannigfaltige dem Vermögen noch vollkommen fremd erscheint. Unter diesen Bedingungen bleibt nämlich gerade die synthetische Fähigkeit des im Bewußtsein schematisch vorkommenden Vermögens noch gänzlich ungeklärt. Fichte erklärt:

151 GA II 12, 221,13-15. Er fährt fort (GA II 12, 16-20): »Weniger an die Mitglieder durch sie wir herauf gekommen sind. Die Glieder unsers Ganges schliessen ja noch nicht fest an einander; das kann erst sodann erfolgen, wenn das Princip gefunden ist. Es müssen drum in den Zwischenräumen eben zwischen der absoluten Freiheit der Erscheinung, und dem Bewußtsein noch Lüken liegen, und Unbestimmtheiten.«

Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein Nur inwiefern diese [Mannigfaltigkeit] durch das Vermögen als Vermögen, sodaß dasselbe erscheint als auch nicht könnend, verknüpft wird, ist sie aufgenommen in das Sehen, also in das Schema als solches, inwiefern sie aber ist, soll sie eben seyn unabhängig vom Vermögen, und so ein wahres gegebnes, und vorgefundnes Seyn seyn. (222,10-14)

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Es gilt also nun nachzuweisen, daß das Vermögen »als auch nicht könnend« erscheinen kann. Denn gerade aus der Spannung zwischen der allgemeinen Möglichkeit des Vermögens, sich gemäß der Aufforderung des Soll als Ort der Erscheinung Gottes zu sehen und dem wirklichen Können des Vermögens (Fichte wird es das Kann nennen) wird die faktische Mannigfaltigkeit entstehen. Bis jetzt ist das Nicht-Können des Vermögens nur so zu verstehen, daß das Vermögen vom Bewußtsein nicht als erschaffend, sondern lediglich als sich hingebend betrachtet werden kann. Allein als sich hingebend wiederum gilt es als sich an ein Sein richtend, das abgesehen von der Vollziehung des Vermögens als schon immer anwesend anerkannt wird. Wenn wir aber erkannt haben, daß das Vermögen allein zuständig für die Erscheinung der Erscheinung ist, muß in ihm das Prinzip gefunden werden können, infolgedessen alles, was für die Erscheinung konstitutiv ist, auch als durch das Vermögen erschaffen verstanden werden kann. Hier tritt der Anspruch des Wissenschaftslehrers auf ein einheitliches Verständnis der Erscheinung in den Vordergrund und bahnt ihm den Weg zu den folgenden genetischen Schritten:
Wir haben […] einen Begriff […] der Einheit, der absoluten Einheit des Vermögens mit der synthetischen Einheit der Verknüpfung des Mannigfaltigen […]. Diesen Begriff muß man nun sich nicht tod lassen sondern ihn lebendig und anschaulich machen, indem man einsieht, und von der Überzeugung ergriffen wird, daß unser gewöhnliches Sehen, was wir Zeitlebens getrieben haben, wirklich und in der That nichts anders ist, denn eine solche Einheit. (221,2333)

Es wurde bisher gesehen, daß dem Vermögen ein Bild von sich selbst erst in der Form des Reflexes eines Daseins erscheint. Dieses Dasein entsteht seinerseits aber erst, wenn das Schema 2 als Schema angeschaut wird, d.h. wenn das Schema unmittelbar einem Dasein, von dem es eben nur Schema ist, entgegengesetzt wird. Am Ende dieses Prozesses der Projektion erscheint aber das Schema als Vorstellung eines von ihm unabhängigen

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Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein

Daseins. Daraus entspringen zwei Begriffe: zum einen der der Vorstellung als formale Einheit der Erscheinung, zum anderen der des Seins, das in der Vorstellung als ihr Inhalt in Form eines Reflexes erscheint. Die reale Einheit beider im Schema 1 und ihre einheitliche Erscheinung im Schema 2 gehen aber vollkommen verloren.
Darum tritt auch in derselben Reflexion heraus die Vorstellung, die ganz und gar übereinstimmen soll mit dem Seyn, und ein Seyn, das ganz und gar übereinstimmen soll mit der Vorstellung. Das leztere ist das Produkt der absoluten Freiheit besonders, und die erste das Produkt des Reflexes besonders. (222,18-22)

In dieser Beschreibung verbleibt ein konstituierender Aspekt des Bewußtseins – der mannigfaltige Inhalt bzw. dasjenige, dessen sich das Bewußtsein in der Vorstellung bewußt ist – noch nicht als Schema erklärt, da er als ein rein unabhängiges Sein vorkommt. Dies widerspricht aber der Idee einer schöpferischen Tätigkeit, die der Erscheinung unter der Annahme, daß sie eine wahrhafte Erscheinung des Seins sei, zuerkannt wurde und durch die das Vermögen als Möglichkeit der Erscheinung, sich zu erscheinen, in den Blick geriet. Man könnte auch behaupten, daß Fichte die Beschreibung des Bewußtseins als Einheit von zwei Schemata faktisch schon dargestellt hat, daß also das, was jetzt diesem so beschriebenen Bewußtsein nicht als Schema vorkommt, Fichte bzw. dem Wissenschaftslehrer zuvor sehr wohl als Schema erschienen ist. Allerdings mag sich Fichte nicht dieser faktischen Kenntnis bedienen, um die Ableitung des Als als Prinzip der Spaltung zu leisten – obwohl das, der Methode nach, auch vollkommen gerechtfertigt wäre –, sondern er bevorzugt es, die Reihe der Schemata rein deduktiv fortzusetzen. Die Anwendung des Als und die daraus entstandene Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein wird also als ein Faktum betrachtet, von dem nun die Bedingungen der Möglichkeit, die Genesis, gezeigt werden müssen. Die aktuelle genetische Frage lautet also: Wie ist es möglich, sich von dem bereits beschriebenen gewöhnlichen Bewußtsein zum Bewußtsein des Bewußtseins zu erheben, in dem der im gewöhnlichen Bewußtsein undurchschaubare Schematismus durchschaubar wird? Eine Frage, die auch verspricht, die Mittel zu liefern, dank derer das, was uns in der Struktur des zustande gebrachten Bewußtseins des Bewußtseins noch nicht als Schema erschien – nämlich die in ihm zusammengefaßte Man-

da er ja ein solches ist. es müßte drum alles Schema. ohne Zweifel unterschiedene. herausgehoben werde. und unsichtbar. Nun müssen also die Bedingungen der Möglichkeit des transzendentalen Bewußtseins untersucht werden. Durch diese Sichvollziehung aber wird im Schema nothwendig etwas verdekt.) Der […] Gegensatz steht so: Ohne Sichvollziehung der absoluten Freiheit der Erscheinung ist überhaupt kein Schema.22-28) Die Bedingung der Möglichkeit der synthetischen Struktur des gewöhnlichen Bewußtseins wurde anhand der Erklärung der ihm innewohnenden intentionalen Polarität zwischen Sehen und Gesehenem dargestellt. eines Bewußtseins. schlechthin als solches erscheinen. in dem es nur dunkel und verdekt ist. der Inhalt. in dem Bewußtseyn aber nicht also. und aus allem Schematismus.h. 2. als das allein erscheinende in allen diesen Schematen ersehen. nicht verdekt durch irgend ein Schema.). damit eben das absolute. daß Gott als solcher erscheinen solle. auch dieses Schema als solches. in der Sphäre der Fakticität […]. Nur in diesem philosophischen Bewußtsein trat nämlich das Schema des Vermögens als solchem auf. Dieser Theil also. Denn wie gesehen kann sich die Erscheinung Gottes als solchem nur dadurch manifestieren. nicht die Form des Bewußtseyns ist es. Dennoch muß. das – wie das des Wissenschaftslehrers – die Erklärung seiner eigenen Struktur und Funktionen leisten konnte. eine neue Aufgabe. Gegensatz: nun soll aber das absolute.6) . Fichte wiederholt dieses Konzept noch einmal und erklärt dadurch die gegenwärtige Aufgabe in einer allgemeineren Art: 1. und besondere Bewußtseyn zu beschreiben. in welchem dieses in Frage gezogne Schema nicht als solches erscheint. in irgend einem Bewußtseyn erscheinen.31-223. d.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 185 nigfaltigkeit – als ein vom Vermögen erschaffenes Schema zu verstehen ist. ohne Ausnahme als Schema erscheinen können. durch die Aufgabe charakterisirte. Es ist die Aufgabe dieses. (222. daß jedes Schema als Schema gesehen und daher von ihm abstrahiert werden kann. von dem jezt beschriebnen Bewußtseyn. (222. allerdings ohne daß dabei auch der ganze Schematismus des Bewußtseins erklärt wurde. nur unter der schon formulierten allgemeineren Forderung stehen. der uns als Schema einleuchtet. zufolge des allgemeinen Als. daß alle Schemata als solche erscheinen sollen. Nun kann aber die Forderung.

– . fällt also mit der Suche nach der Rechtfertigung des Verfahrens und der Ergebnisse der Wissenschaftslehre zusammen. da das durch das Soll eingeführte Als vom Wissenschaftslehrer benutzt wurde. (223. und daher ein Mittel der Verbreitung des Lichts und der Sichtbarkeit ist. in der dasjenige. wodurch Gott zur Erscheinung kommt. weil es gemäß der angebotenen Erklärung noch nicht dazu in der Lage ist. keinesweges ein nothwendig wirkliches. kein Muß. Deshalb kann das Schema nur dann als solches erscheinen. muß als Schema ersehen werden können. Das Schema selbst kommt im Sehen nicht als Schema vor. ist der aufgestellte allgemeine Satz. es ist also nicht unmittelbar als solches sichtbar und geht vollkommen in dem Gesehenen auf. daß die Erscheinung nicht unmittelbar als Erscheinung Gottes wahrgenommen werden kann. Wenn nun das schematische mannigfaltige Sein auch tatsächlich als ein Schema zu verstehen ist. andererseits aber das unmittelbare Erscheinen Gottes verhüllt und daher verantwortlich für die Undurchschaubarkeit des Erscheinungsgrundes ist. das einerseits das ist. ohne daß er . unter welchen Bedingungen das Bewußtsein sich zur Einsicht der Wissenschaftslehre erheben kann. auf welche Weise die Wissenschaftslehre selbst das Bewußtsein zum Bewußtsein erhoben hat. daß Gott eindeutig in allen Schemata erscheinen soll. wenn gefordert wird. sich aller vom Vermögen hergestellten Schemata als solchen bewußt zu werden. so nur infolge der Annahme eines Soll.6-9) Es bleibt also zu verstehen. also für das Faktum. Die Untersuchung des Als. sondern sich selbst nur als ein von außen bedingtes Vorstellungsvermögen wahrnimmt. Die Lösung dieser Frage fällt mit der Erklärung der Möglichkeit zusammen. Es zeigt sich hieran der doppelte Charakter des Schemas. um es als Prinzip der faktischen Disjunktion in Fünffachheit und Mannigfaltigkeit zu verstehen. was gewöhnlich nur als Sein gilt. daß das absolute Sein als das wirklich Erscheinende in der Erscheinung anerkannt werden soll: Kurz: schlechthin alles Schema ohne Ausnahme. auch als Schema betrachtet werden kann. Es wurde allerdings schon angenommen – und hierin besteht der Sinn des Gegensatzes –. wobei aber eine gewisse Undurchsichtigkeit des Bewußtseins festgestellt wurde. Können habe ich gesagt: denn das als selbst gründet sich auf ein blosses Soll. das dieses Als einführt. ohne dabei dieses Faktum in der Deduktion benutzt zu haben. ist ein bloß mögliches. Was daher aus diesem Satze folgt.186 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein Es konnte also die Struktur des Bewußtseins erläutert werden.

die Frage zu beantworten: Wie ist es möglich daß schlechthin alles Schema als solches ersehen werde: Die WL. und es ist drum ein schematisches das nicht als solches erscheint. ursprünglich nicht als Schema ist. (223. recht klar. aller Schematismus. und so wird denn alles oben gesagte.27-30) Diese Erklärung genügt jetzt aber nicht mehr. und als Schema schematisirt werden. ist der Begriff von Vermögen derjenige. kann das Schema dieser Vollziehung wiederum nur in Form eines Vermögens erscheinen. der hinter ihm wirkte und ihn zustande gebracht hat. mit dem ein Zustand auf den Vollziehungsprozeß.3) 152 GA II 12. unsichtbar. Fichte argumentiert: – Sollte nun […] diese Vollziehung selbst schematisirt. Wenn nunmehr das Als und somit das Schema als solches gesehen wird. und daß eben auf dem Schematismus des Vermögens schlechthin als solchen. i. und so haben Sie denn hier den schon oben in der allgemeinen Einleitung aufgestellten Satz näher nach seiner faktischen Möglichkeit. – . so könnte sie es nur als Vermögen: es folgt drum aus dem als nothwendig ein Schema des Vermögens. (223.24f. und durchaus nichts anderes. erklärt drum in ihr selbst ihre Möglichkeit d. zurückgeführt und damit verstanden werden kann. Da es um ein lebendiges Werden geht. und alles Bewußtseyn sich gründe. sie führt den Beweiß ihrer selbst. Wir haben jezt in der W. 223. (223. denn Fichte möchte auch die Schematisierung des Vollziehungsprozesses zeigen.L. ist das Schema: und so ist ganz gewiß wenigstens die Vollziehung verdekt. so daß er nun den Prozeß nur mit einer knappen Beschreibung zu wiederholen braucht: Wie die Freiheit sich vollzieht. und mit dem Schema concrescirt.18-23) Nun formuliert Fichte noch einmal »die Aufgabe im Allgemeinen: wie vermag ein Schema das da ist. Wie schon gesehen.L. daß das Vermögen absolut nur Schema sey. . als Schema zu erscheinen?«152 Bekanntlich hat Fichte die Entstehung des Schemas 2 schon vorher erklärt.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 187 über diese Verfahrensmethode ausdrücklich reflektierte. und daß ein absolutes Schema nur Vermögen seyn könne. wird die Methode der Wissenschaftslehre selbst erklärt.30-224. selbst ist ein solches ersehen: die W.

224. Diese auf dem Als basierende Disjunktion muß jetzt durch die Antwort auf die folgende. daß er sogar von zwei Bewußtseinen sprechen kann: Zuförderst die Aufgabe ihrer Form nach näher angesehen. Um sich auf den Standpunkt des Als erheben zu können. Vorlesung ein Bewußtseinsmodell vor. . Inwiefern ein Schema ist. und schließt sich aus. als Schema zu betrachten] wird drum eine absolute Disjunktion im Bewußtseyn selbst. (224. es werden zwei verschiedene. und ist ganz ein anderes. 225. GA II 12. derzufolge der gewöhnliche und der transzendentalphilosophische Standpunkt entgegengesetzt werden. so geht das Sehen in diesem Vermögen schlechthin auf. das in Einem Bewußtseyn erscheint als Seyn: in einem andern B[ewußtseyn] als Schema zu erscheinen«?153 Eine Frage die von der Voraussetzung abhängt. wie es im beschriebnen Falle war. Fichte schlägt am Ende seiner 19. und gegenseitig sich ausschliessende Bewußtseyn gefordert […]. Vorlesung formulierte Frage gerechtfertigt werden: »Wie vermag ein Schema. diese Vollziehung zu schematisieren. demzufolge die beiden sich ausschließenden Bewußtseinsstandpunkte zu einer so radikalen Teilung innerhalb des Bewußtseins führen. ist es eben nicht als solches.1-3.188 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein Nun besteht die Bedingung der Möglichkeit. Diese Disjunktion kommt jetzt zur Sprache. und das Bewußtseyn ist geschlossen. das Vermögen verknüpfend ist ein Mannigfaltiges. Durch die vorausgesezte Möglichkeit ein Schema pp [scil. zu Beginn der 20. die dem gewöhnlichen Bewußtsein noch verborgen bleibt.4-12) Eine Disjunktion im Bewußtsein macht es also möglich. Soll nun das Mannigfaltige selbst wieder als Produkt des Vermögens erscheinen. die Bewußtseinsstruktur zum Bewußtsein zu erheben. nicht als Schema. die Be- 153 154 GA II 12. daß: »Das Schema […] schlechthin als solches ersehen werden«154 soll. Wenn. Beides ist contradiktorisch entgegengesezt. muß sich das Bewußtsein vom Gesehenen befreien und den reflektierenden Blick auf das schematisierende Vermögen richten. Im gewöhnlichen Bewußtsein ist das Sehen durch das in ihm synthetisierte Mannigfaltige gefesselt. so geht dieses Bewußtseyn über das erstere hinaus. Dabei ist die Aufmerksamkeit vornehmlich darauf gerichtet. in einer Disjunktion im Bewußtsein.34f.

Die Disjunktion im Bewußtsein Wie bereits gesehen.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 189 dingungen der Möglichkeit für den Freiheitsakt zu finden. wenn er die Aufgabe für gelöst hält. Vgl. . von Formen des Bewußtseins reden. In dem jetzt zu untersuchenden Bewusst-Sein soll darüber hinaus das Vermögen expliziert werden. die aus der unterschiedlichen Perspektive resultiert.3. sondern sich auch seines Bewußt-Seins des Etwas selbst wieder bewußt zu werden. zu verstehen. den Begriff von Bewußtsein zu hypostasieren und es mit einer Substanz zu identifizieren. das von nun an deduziert wird. in dem aber eine Disjunktion stattfindet.155 weil die beiden Standpunkte einander vollkommen ausschließen.27f. Es werden also zwei Bewußtseine dargestellt: Dem einen. spricht er hier von zwei Bewußtseinen. 229. dem gewöhnlichen. Da das 155 Fichte selbst wird jedenfalls. Dieser zweite Aspekt fällt mit dem Sehen des Sehens zusammen und ist jetzt näher zu beschreiben. während es sich dem zweiten. Nichtsdestoweniger darf man nicht vergessen. Die Frage lautet also: Unter welcher Voraussetzung kann das Sich-bewußt-Werden der Vollziehung des Vermögens möglich sein? Die Komplexität dieser Aufgabe besteht darin. daß alles. daß das Bewußtsein in Wahrheit nur eine weitere Bestimmung des Vermögens ist und daß es als solches auch bereits abgeleitet wurde. wodurch dem Bewußtsein das Schema als Schema erscheinen kann. Deutlicher als sonst zeigt Fichte hier mit der Rede von zwei Bewußtseinen. nämlich als Bewußt-zu-Sein. mit der eben schon abgeleiteten Struktur des Bewußtseins übereinstimmen soll und somit selbst als Glied des Bewußtseins anzuerkennen ist. wie stark der Hang ist. Wie Fichte aber schon erklärt hat und wie man weiter unten deutlicher sehen wird. 5. gründet Fichte sein Verfahren auf eine künstliche Verdoppelung des Bewußtseins. dem philosophischen. erscheint das Mannigfaltige als Sein. Selbstverständlich sollte man streng genommen besser von unterschiedlichen Bewußtseinsstandpunkten oder Bewußtseinsebenen als von zwei Bewußtseinen sprechen. GA II 12. sich nicht nur eines Etwas bewußt zu sein. statt es in seinem aktiven Sinn. denn das Bewußtsein kann nur eins sein. Nur innerhalb des Bewußtseins selbst ist das Sehen des Sehens zu erklären. von der aus es auf seine eigene Tätigkeit schaut. als Schema darstellt.1.

unter diejenige Form. Fichte erklärt dies folgendermaßen: 156 Vgl. sondern dieses alles in seiner Concretion ist das formale Sehen selbst. durch die in der Erscheinung selbst die Erscheinung Gottes als solchem möglich ist.156 muß jetzt nach den beiden Grundteilen gefragt werden. wissen wir.h. 217. noch Schema. soll das im ersten Bewußtsein verborgene Schema für das zweite Bewußtsein zu einem Etwas werden. taucht mit der Erscheinung des Soll als solches auch das Gesetz des Schematisierens überhaupt auf. . die Qualität liefere wissen wir gleichfals. daß das »Bewußtseyn […] sich nun schlechthin durch sich selbst in zwei Grundtheile. dasjenige. die Erscheinung. Das kann nach Fichte nur vermöge einer weiteren Bestimmung der Erscheinung mittels ihrer Unterwerfung unter das Gesetz des Soll erfolgen.5. d.190 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein zweite Bewußtsein ein Sehen ist. – gemäß der Definition des Sehens – ein Zusammenfallen von Sein und Schema sein kann. wie sich die Erscheinung in ihrem Seyn als Schema generiert. so daß in ihm das Schema als ein etwas vorkommen kann. Daß dieses Schema als Schema den nothwendig durchdrungnen und durchsichtigen Charakter.35-218. von dem sie getragen wird. Anders ausgedrückt soll das Schema als ein objektiver Pol dargestellt werden können und damit in eine Vorstellung als ein Sein mit dem Charakter eines Schemas eintreten: In diesem [zweiten Bewusstsein] ist das Schema als Schema durchdrungen – . und Sehen wiederum nichts anderes als Etwas-Sehen. aus denen das sogenannte zweite Bewußtsein besteht.h. als sich machend in ihrem Seyn. (225. woran die Durchsichtigkeit sich gleichsam bricht. GA II 12. im Bewußtseyn selbst aber ist weder Vermögen. Es soll also zunächst erklärt werden. Dafür muß zunächst das Soll als solches erscheinen.15-24) Da am Ende der Deduktion der allgemeinen Bewußtseinsstruktur festgestellt wurde. daß dies nun ein Vermögen sey. noch Schema als Schema sichtbar. und da jedes Als nur in Folge eines Soll eintreten kann und das Als die Form des Schemas ist. Nun muß ferner in derselben synthetischen Einheit des Bewußtseyns dem Schema als solchen entgegentreten ein Seyn mit demselben Charakter: dies giebt nun dem Bewußtseyn das Etwas. und Schema dieses Vermögens als Schema. d. und von dem sie reflektirt. und dieselbe als sich machend mit absoluter Freiheit« teilt.

Das Sehen des Schemas kann deshalb nur als Ergebnis einer angesichts des Soll geleisteten Reflexion über das erste Faktum entstehen. als das in der Erscheinung wirklich Erscheinende. Es ist die Bestimmung der Erscheinung durch das absolute Erscheinen Gottes selbst. denn diesem bleibt die Sicht des Schemas als solchem verborgen. Im ersten Bewußtsein fiel diese Tätigkeit mit dem freien Sichhingeben des Vermögens an ein gegebenes Sein zusammen. W[as] D[as] E[rste] W[äre] und die Eine Seite dieses neuen Bewußtseyns. Dafür soll das göttliche Gesetz des Soll nun auch als solches erscheinen – nur unter dieser Voraussetzung kann es überhaupt übernommen werden. das daraus hervorging. demzufolge sich die Freiheit der Erscheinung dem Gesetz des Soll hingeben kann. als ein Schema erscheinen. Nun darf aber das Sehen des Schemas nicht das nur faktische Sehen sein. Nun gilt es. worin das Absolute bzw. durch den das Vermögen das Schema als Schema betrachten kann. Gott erscheint. Gerade diese Anerkennung aber ist eine Bestimmung der Erscheinung. wodurch sie das Schema als Schema darstellt. (225. die objektive. daß dieses Gesetz als solches erscheint. muß diesem Entzug die Anerkennung des Schemas als solchem vorangehen. Es ist dies der Freiheitsakt. Dafür bedarf es eines neuen Freiheitsakts. war somit das faktische. den anderen Pol dieses zweiten Bewußtseins abzuleiten. Die erste zu beantwor- .3) 191 Die Erscheinung in ihrem Sein geht zum Schema über. Deshalb fällt die objektive Seite des Bewußtseins zweiter Potenz mit der Erscheinung des Gesetzes des Soll als solchem zusammen. dessen Schematicität sich erst verbarg. drum das Schema. Das Sehen.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein Was nun dies durch das Sehen bloß reflektirte innere sich machen der Erscheinung sey und woher dasselbe komme läßt sich sogleich sagen: es ist die Bestimmung der Erscheinung durch das absolute Erscheinen Gottes in ihr in der Form eines soll: Das absolute soll schlechthin als solches erscheinen.31-226. Anders gesagt: Da das Sehen des Absoluten in der Erscheinung unmittelbar nicht vollziehbar ist und das Absolute nur durch Entzug des Schemas. Das Gesetz des Soll gilt demnach als wirkende Erscheinung des Absoluten und verwirklicht sich gerade im Erscheinen des Schemas als solchem. die im ersten Bewußtsein auftrat. Demzufolge erscheint das Schema als Schema kraft einer weiteren Bestimmung der Erscheinung unter der Voraussetzung. Das zweite Bewußtsein soll einer anderen Tätigkeit als derjenigen folgen. als solches betrachtet werden kann. so daß in ihm Sein und Schema zum Faktum zusammenfielen. indem sie sich dem Gesetz des Soll unterwirft.

denn daraus erfolgt bloß der erst beschriebne Reflex. daß er damit eine Erklärung für genetische Untersuchungen anbietet. und hat gesezgebende Kraft. Das erste Bewußtsein wäre nämlich ein solches. heraustritt als ein Schema. wird ein Muß. die Fichte ausdrücklich für die »allerbedeutendste« der Wissenschaftslehre hält. sondern ein anderer neuer. 226. Diese zweite Frage. . was jezt als Schema heraustreten soll. Fichte formuliert die Aufgabe nochmals eindeutiger: »Der FreiheitsAkt.8-17) Dieser Freiheitsakt ist offenbar von anderer Art als die ursprüngliche freie Vollziehung des Vermögens. das in einem andern Bewußtseyn sich für ein Seyn giebt. formuliert er wie folgt: Jenes sich machen in der Erscheinung soll nemlich das Resultat des Erscheinens Gottes. Der jetzt gesuchte Freiheitsakt hingegen ist derjenige. das sich als Reflex eines reinen Faktums und seinen Inhalt als Vorstellung eines ihm gegenüberstehenden Seins wahrnimmt. dem ersten durchaus entgegengesezter. Denn das Ergebnis der Vollziehung ist zunächst allein die Entstehung eines Bewußtseins.192 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein tende Frage lautet also. die zweite. Fichte beschäftigt sich hier offenbar mit der Form des genetischen Fragens selbst. aufgrund dessen sich das gewöhnliche (faktische) Bewußtsein zum transzendentalen (genetischen) Bewußtsein erhebt. und wie ich glaube. das sich mit dem reinen Faktum zufrieden gibt. Man könnte auch sagen. als eines Soll. Und zwar wohlgemerkt. dem zweiten hingegen reicht die Faktizität nicht aus. [ist nun] zu beschreiben. für die W.«157 Auf der Suche nach einer Antwort beschreibt Fichte nun zunächst noch einmal das faktisch sehende Bewußtsein als ein Zusammenfallen von 157 GA II 12. als Seyn erscheint. sich überhaupt zu vollziehen – für ein neuer Freiheitsakt ist. ist dazu keinesweges hinlänglich die Vollziehung der Freiheit überhaupt.22f. nur in wiefern sich die Freiheit ihm hingiebt. es will darüber hinaus zur Genesis gehen. in welchem das. ein solches aber wird Gesez. allerbedeutendste Frage! (226. Es muß daher für die Bedingung der Möglichkeit eines solchen Seyns der Erscheinung ein gewisser FreiheitsAkt schon vollzogen seyn. aus sich ein Bild zu erzeugen. was das – nach dem ersten grundlegenden Freiheitsakt des Vermögens. welche Bedingung diesen Freiheitsakt ermöglicht.L. eines Gesetzes für die Freiheit seyn. zufolge dessen ein Schema. Was für einer? Dies ist die neue.

soweit und nicht weiter: In diesem absoluten Beruhen in der Fakticität liegts.19-22) Die Befreiung des Bewußtseins von seinem unmittelbaren faktischen Zustand fällt also mit der Frage nach der dafür unentbehrlichen Bedingung. (227.9-16) Und endlich fügt er zur Erklärung der Möglichkeit dieser Einsicht folgendes hinzu: – So allein. würde die begehrte Einsicht möglich: wir schliessen zurük. Wenn ein Faktum nicht rein als solches angenommen. Gäbe es nun etwa eine solche absolute Anschauung der einzigen Möglichkeit. nicht anders erscheinen kann denn als ein Seyn. (226. das die bloße Möglichkeit eines Faktum als solchen anschaute und voraussezte.h. unter welchen Bedingungen eine Genesis betrachtet werden kann und welcher Akt des Bewußtseins dazu nötig ist. so wäre aus dieser als Princip sehr leicht möglich die begehrte Einsicht […].) Das was in einem Bewußtseyn als Seyn gesehen wird […] und das wir zur Erleichterung x. und in dem. dies ist in ihm reflektirt. um sodann im Gegensatz dazu das genetische Bewußtsein beschreiben zu können: 1. das durchaus nicht faktisch ist. zufolge des Gesetzes dieses Bewußtseyns selbst. Woher diese Unmöglichkeit[?]: Antw[ort]. wird denn doch in der That als ein Seyn gesehen. (227. Die Frage. nennen wollen. erscheinen könnte: in einem solchen Sehen nemlich. d. Die Erscheinung geht auf in ihre absolute SichVollziehung und in den Reflex derselben: also in das Faktum. daß x. und vollendet ist. Nun aber soll sie schlechthin möglich werden: es muß drum eine absolute Anschauung der alleinigen Möglichkeit eines Faktum geben. Seyn nemlich bedeutet hier factum. der Reflex sieht dieses Faktum. . demnach in einem genetischen: in einem solchen.24-33) Nun ist aber bekanntermaßen das Gegenteil eines Faktums seine Genesis. […] die im Fakto sich verbergende Sichvollziehung. und dieser Lage die Erscheinung selbst durchaus aufgeht: und es kann in dieser Lage durchaus nicht anders gesehen werden. beantwortet Fichte wie folgt: Der Gegensatz zeigt uns in welchem neuen Akt des Sehens allein das Schema als Schema.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 193 Faktum und Reflex. das in sich aufgeht. nach der einzigen und alleinigen Möglichkeit seines faktischen Zustands zusammen. sage ich.

sondern das genetische Verfahren selbst genetisch zu analysieren und es damit grundsätzlich zu erklären. Eine faktische Genesis des Bewußtseins wurde übrigens schon angeboten und stimmte mit der Ableitung des Bewußtseins als Bestimmung der Erscheinung überein. . Um Fichtes gegenwärtige Zielsetzung besser zu erklären. sich die Frage nach der Bedingung seiner Möglichkeit zu stellen. die Fichte am Ende der achtzehnten Vorlesung bot. Die Möglichkeit. durch das es seine eigene Freiheit vollzieht. wird es unmittelbar in seinem schematischen Aspekt erscheinen. nicht nur eine Genesis zu leisten. nach der Möglichkeit und damit nach den unterschiedlichen Modalitäten zu fragen. daß die allererste Bedingung für die Genesis eines Faktums gerade darin besteht. von denen nur eine der Tathandlung entspricht. 43 dieser Arbeit. sich zu vollziehen oder nicht. dem Faktum. Andererseits aber ist das Bewußtsein durch diese freie Vollziehung des Vermögens tatsächlich mit der ganzen synthetischen Periode da. Diese Genesis endete mit der Beschreibung des Bewußtseins. nach der Möglichkeit zu fragen. Dabei konnte Fichte in der zweiten Darstellung der Wissenschaftslehre 1804 an seine ursprüngliche schon in der Aenesidemusrezension geäußerte Idee anknüpfen. der zu einer Tatsache führt und auf den insofern ein Faktum zurückzuführen ist. Diese erste Bedeutung stimmt mit der der Tathandlung überein. die selbst durch die ursprüngliche Freiheit des Vermögens entsteht. An dieser Stelle ist es aber Fichtes Anspruch. dessen Grund wir noch immer mit dem Wort Tathandlung benennen können. Denn das Bewußtsein ist einerseits Ergebnis einer zweifachen Bestimmung der Erscheinung. ist demzufolge die Art und Weise des intentionalen Bewußtseins. soll an dieser Stelle kurz auf die Behandlung des Themas in der zweiten Darstellung der Wissenschaftslehre aus dem Jahre 1804 zurückgegriffen werden. Die Frage gilt hier also der Möglichkeit der Genesis selbst oder der Möglichkeit. Einerseits bedeutet Genesis zwar genetischer Grund.194 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein sondern unter dem Aspekt der es bedingenden Möglichkeit betrachtet wird. eben der Tat. Anm. daß die Vorstellung. da 158 Vgl. als dessen reiner Reflex das schaffende Vermögen erscheint. wobei sich die Handlung in einem fixierten Resultat niederschlägt. Daher kann man schließen.158 Der Terminus Genesis hat aber in der Tat zwei Bedeutungen. und darin die Handlung offenbart. in der Fichte den Begriff der Genesis mit dem der Tathandlung ausdrücklich gleichsetzt.

. und sie macht. indem er nach der Möglichkeit des genetischen Verfahrens selbst fragt. Diese Bedingung nun. die er am Ende der 20. […] Diese Anschauung liegt ihrer eignen Möglichkeit nach schlechthin in der Erscheinung. d. Vorlesung in Richtung einer höheren Genesis einen gedanklichen Schritt weiter. und durch das jezt gesagte haben wir diese Beschreibung nur möglich machen wollen.h. Genesis heißt also einerseits Bedingung der Möglichkeit einer Tatsache. die ganze Untersuchung nach dem genetischen Grund und demzufolge die Methode und die Gedankenschritte. nach dem in der Erscheinung Gott explizit. Vorlesung formuliert. nach dem Gedankengang. 227. und 20. (227. daß in ihr das absolute als solches erscheinen soll. (228. zufolge dieses Gesezes. Vorlesung abschließt.h. irgend einen FreiheitsAkt. Die Erklärung des genetischen Prozesses. 4). Nun geht aber Fichte in der 19.21f.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 195 sie eine reine Tatsache des Bewußtseins ist. andererseits aber auch die Suche nach dieser Bedingung. zufolge des Gesetzes. und demselben eine Sphäre verschaft. Die Antwort. Andererseits meint Fichte aber mit Genesis auch das genetische Verfahren überhaupt. durch den die Erscheinung sich dem Gesetze nur hingiebt. der zur Darstellung der Bedingung der Möglichkeit einer Tatsache führt. d. die die Möglichkeit einer vom gewöhnlichen Standpunkt grundverschiedenen Ansicht eröffnet? Wieder verweist die Antwort auf das der Erscheinung innewohnende Gesetz des Soll. lautet folglich: »es muß drum eine absolute Anschauung der alleinigen Möglichkeit eines Faktum geben.h. mit dem er die Zuhörer in die nächste Aufgabe einführt und die 20. wo nur die Bedingung dieses sich machens gegeben ist. als solcher zu erscheinen hat: 3. sollten wir eben beschreiben.5) Anschließend fügt Ficht noch einen vierten Punkt hinzu. d.«159 Worauf gründet sich nun diese absolute Anschauung selbst.). wirklich und in der That sich ganz von selbst.29-228.6-9) 159 GA II 12. wäre nur ein besonderer Fall davon. der zur Ableitung des Bewußtseins und demnach zum Sehen des Sehens geführt hat. die den genetischen Konstitutionsprozeß eines faktischen Zustands zeigen. keineswegs auch der Grund des Bewußtseins sein kann.

Vorlesung bietet Fichte eine klare Zusammenfassung der beiden Arten. als in dieser Sphäre befindlich. im faktischen Sein erscheint die Erscheinung selbst und übt so ihre Freiheit aus: Die Erscheinung hat nemlich nach unsrer ganzen bisherigen Darstellung zwei Weisen zu seyn: ihr Seyn als Erscheinen Gottes selbst.18-26) Hier wird die Differenzierung wieder aufgenommen. Das erste. daß darin nur die Erscheinung. gehe drum drin auf. wie zuvor auch das erscheinende Sein oder Gott.2. Es ist das erscheinende: aber nicht das erschienene. nicht das von der Erscheinung abgesonderte. während das Erschienene nur eine weitere Selbstbestimmung dieser Erscheinung war. Ist doppelsinnig. welches geht bis zu ihrer eignen Selbstständigkeit. – .« . und ihr Seyn durch sich selbst und die Vollziehung ihrer Freiheit. Fichte bemerkte in diesem Zusammenhang. nicht aber das Sein selbst zur Erscheinung kommen könne. dessen Ergebnis die weitere Bestimmung der Erscheinung in Form der Anschauung der alleinigen Möglichkeit ist: Der Freiheitsakt selbst wurde aber bisher noch nicht beschrieben.196 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein Denn das Gesetz des Soll gilt wieder nur als Bedingung dafür. Dort war das Erscheinende dem absoluten Sein in der Erscheinung gleichgesetzt. die Fichte in der achten Vorlesung zwischen dem Erscheinenden und dem Erschienenen in der Erscheinung machte. und gleichsam abgestoßne.160 Nun werden diese beiden Aspekte der Erscheinung entsprechend ideales und reales Sein genannt. ihr Seyn an Gott: = ihrem immanenten Seyn. 5. in der durchaus erschaffenen Sphäre ausser Gott.3. […] In dieser sey nichts denn das Sehen des Faktum. und abgesezte. ihr faktisches Seyn. wie das Erscheinen an der Erscheinung zu verstehen ist. und die Erscheinung. 178.2-4: »Das Seyn erscheint denn in der That nicht. das durchaus nicht erscheint. 160 Vgl. GA II 12. Der Freiheitsakt: ideale und faktische Welt Eingangs der 21. Dabei ergeben sich die so wichtigen Definitionen des idealen und des faktischen Seins der Erscheinung: Das ideale Sein ist das. in dem Gott erscheint und dadurch der Erscheinung ihr selbständiges Sein gewährleistet. daß ein zweiter Freiheitsakt sich vollziehen kann. erscheint eigentlich nicht. idealem Seyn. (228.

29-229. sondern ihr faktisches Seyn schlechthin durch eigne Freiheit.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 197 denn es kommt in der Erscheinung nicht zum Vorschein. Der Freiheitsakt ist insofern kein willkürlicher. bei der Deduktion des absoluten Freiheitsakts die Beziehung des faktischen Seins der Erscheinung zum idealen Sein vermittels des Soll zu zeigen. die in der freien. die im oben erwähnten dritten Punkt vom Ende der 20. weiteren .6) Es gilt nun. Nun ist aber die Möglichkeit der Anschauung der alleinigen Möglichkeit. über diesen Umkreis erheben. sondern freie Unterwerfung unter ein Gesetz. derzufolge ein zwingendes Muß entsteht. Die Selbstbestimmung der Erscheinung fällt mit ihrer freien Aneignung des Gesetzes des Soll zusammen. Dadurch wird das faktische So-oder-so-Sein vermöge des idealen Seins und der sich in ihm zeigenden Anerkennung der alleinigen Möglichkeit erweitert. im faktischen zufolge dieses Akts ein Muß wird. indem er die Rede der vorigen Vorlesung aufgreift und den Freiheitsakt. dies müßte sie: aber auch absolut nichts weiter: Wie er sich nur losgerissen hätte aus jener Gefangenheit. daß das Absolute oder Gott als solcher erscheinen soll. das in der Wissenschaftslehre bis zur Enthüllung des schematischen Charakters des Seins fortgesetzt wird. Dies wäre der gesuchte absolute Freiheitsakt. hinterfragt: Sollte drum das gesuchte andere Sehen entstehen. und erzeugte schlechthin die gesuchte Anschauung der alleinigen Möglichkeit des Faktum. (228. das im idealen Seyn nur ein Soll war. im Sehen des Faktums] aufgehen. befreit sich tatsächlich die Erscheinung von der ersten nur scheinbar freien Betrachtung des Faktums als eines Sooder-so-Seienden und tritt die zweite notwendige Einsicht der alleinigen Möglichkeit des Faktums ein. so müßte die Erscheinung nicht darin [scil. andererseits wird aber durch die Vollziehung des Vermögens. ist von der göttlichen Sphäre ganz getrennt und macht die von Gott ganz unabhängige faktische Welt aus. Indem also das Gesetz des Soll wirksam wird und dadurch daß dieses Gesetz frei angenommen wird. Vorlesung als Bedingung der Möglichkeit der Genesis dargestellt wurde. Fichte geht nun weiter. der sich zum Sehen des idealen Seins erhebt. Faktische und ideale Welt klaffen hier also einerseits eindeutig auseinander. das einmal angenommen sich in eine Notwendigkeit verwandelt. eine Brücke zwischen ihnen geschlagen – eine Brücke. nirgendwo anders zu suchen als in der Erscheinung selbst und in dem ihr innewohnenden Gesetz. das zweite dagegen erscheint faktisch. so träte unmittelbar die Wirksamkeit des Gesetzes ein.

durch das er den Apfel als Ursache bestimmen konnte. dank der Übernahme des Gesetzes des Soll die ideale Welt in der faktischen Welt zu realisieren. Dieser Sachverhalt läßt sich anhand der berühmten Anekdote über die Art und Weise. nicht ein so oder so seyn. das vom Fallen des Apfels geweckt wird. Er erhielt einen Anstoß und konnte bald den Apfel als Ursache für diesen Anstoß identifizieren. wäre der gesuchte absolute FreiheitsAkt. ein Apfel auf den Kopf. also entweder an Bäumen hängend oder von diesen fallend. Daß X. wie Newton zum universellen Gravitationsgesetz kam. (229. […] Es ist lediglich ein Bestimmen des faktischen Seyns der Erscheinung. Das zweite Bewußtsein erlaubte Newton nun. durch ihre absolute innere Freiheit. entstand ihm ein zweites Bewußtsein. sondern eben nur ein Apfel.198 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein Selbstbestimmung des Vermögens besteht.7-20) Damit ist die Entstehung des Schemas als Schema als Erweiterung des faktischen Seins dargestellt. so muß die Erscheinung eben nicht mehr allein darin ihr faktisches Seyn haben. besonders schön veranschaulichen. durch die Reflexion auf seine Empfindung. es ist ein neues. war Resultat des Aufgehens der Erscheinung in diesem faktischen Sehen. denn dieser ist an sich betrachtet keine Ursache von irgend etwas. Das ist offenbar eine Erweiterung des faktischen Daseins des Apfels. denn das Aufgehen im faktischen Sehen. aber auch lediglich ihr formales. als Faktum erschien. während er einmal gedankenversunken unter einem Apfelbaum saß. soll ein anderes Sehen an dessen Stelle eintreten. und reines Seyn. Ihr faktisches Seyn. die aber nur von der Annahme ausgehen konnte. d.h. daß Äpfel ›so oder so‹ wahrgenommen werden können. sagte ich. Eine Frage. Dies. Man könnte jetzt das fichtesche Modell der zwei Bewußtseine auf diese Geschichte anwenden: Das erste Bewußtsein Newtons ist dasjenige. Der Legende nach fiel Newton. sondern sie muß dasselbe mit Freiheit erweitern. Allein durch das reine Fragen nach dem Grund für die Störung. denn dies tritt ohne alle Freiheit durch das Gesez hinzu. daß . Dieses neue faktische Seyn läßt sich auch nur relativ bestimmen. ein andres. Er blieb aber nicht bei der Feststellung der Tatsache. und kam er dadurch zum allgemeinen Gesetz der Gravitation. ein gegen das erste erweitertes. die Bedingung der Möglichkeit des Aufpralls des Apfels auf seinem Kopf unter dem allgemeinen Gesetz zu subsumieren: ›Äpfel fallen von Bäumen auf die Erde‹. sondern fragte nach der Möglichkeit dieses faktischen So-oder-soseins.

Wie aber ist diese Operation überhaupt möglich gewesen? Fichte antwortet. und dies hänge wiederum von der Annahme ab. ist unter unsrer Voraussetzung des absoluten Soll bewiesen. wobei G einer Konstante. sondern alle Objekte betrifft und darüber hinaus nicht nur die Objekte auf der Erde. Nun soll es aber auch darin erscheinen und sich als dessen Bedingung der Möglichkeit enthüllen. daß alles Schematische an der Erfahrung entdeckt werden könne. r der Distanz zwischen den Zentren der beiden Objekte und m1 und m2 den Massen der beiden Objekte entsprechen. Denn nur unter Bedingung einer solchen Freiheit erscheint das Schema als solches. wodurch das Absolute am Ende der Enthüllung aller Schemata als solche erscheinen kann. welche den Apfel in Bewegung setzen konnte. Es ist also das Soll. ihr formales Seyn zu erweitern […] geben müsse. eine allgemeine Regel zur Beschreibung des Schemas Kraft in der berühmten Formel: Gm1m2/r2 zu formulieren. wie ein Schema. Damit hat Newton das Faktum eines ›fallenden Apfels‹ unter seinem schematischen Aspekt betrachtet. ohne aber darin als solches zum Vorschein zu kommen. dann muß er einer bestimmten Kraft unterworfen sein. dieses Gesetz oder Schema gelte nur unter der Annahme. Dieses Soll ist aber laut Fichte gerade das göttliche Gesetz. und so das absolute als solches. sondern alle Objekte des Universums in eine wechselseitige Beziehung setzt. Es ist gezeigt. Demzufolge mußte Newton eine Kraft annehmen. Somit kann Fichte schließen: »Unsere Aufgabe ist gelös’t. die aber dann auch notwendigerweise nicht nur Äpfel.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 199 Äpfel an Bäumen hängen und von diesen fallen können sollen: Worin besteht aber die alleinige Möglichkeit dafür? Das faktische Fallen des Apfels wird als Erscheinung eines allgemeineren Phänomens gesehen. Nun soll schlechthin pp [scil. dank der Schemata Ursache und Kraft betrachten können. das das Erscheinen des Schemas als Schema ermöglicht. damit Gott als solcher erscheinen kann] also [kann die Erweiterung des formalen Seins stattfinden]. – . das Schema als solches erscheinen. Das hat ihm erlaubt. (229. Und dies erlaubte ihm sogar. das Phänomen in seiner Allgemeinheit zu betrachten: Soll der Apfel fallen. Das heißt – mit den Worte Fichtes: Daß es nun eine solche absolute Freiheit der Erscheinung. das in .2125) Newton hat die offene Frage nach der Möglichkeit des Fallens eines Apfels unter das Soll gesetzt. wodurch auch das Phänomen erscheint. Er hat also etwas. daß das Absolute als solches erscheine. das anfangs von der Empfindung der Störung überhaupt nicht zu unterscheiden war.

daß die unmittelbare Sich Vollziehung dieser Freiheit ein Schema geben würde. GA II 12.31-230.29f.200 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein einer Form des Bewusstseyn nicht als solches erscheine. 162 GA II 12. 163 Vgl. Als Princip der Disjunktion eines eigentl[ich] faktischen ist es aber noch nicht erschienen. 229.sw. Wir sind drum noch nicht auf den Weg zurük. daß wir auf dem geraden Wege der Deduktion herabgegangen sind bis zu einer selbstständigen Freiheit der Erscheinung sich zu erscheinen. in einer andern.«162 Daran. wenn dieses als unmittelbarer Freiheitsvollzug zu gelten hätte. u. Die Suche nach diesem Prinzip hat die ganze Zwischenarbeit 161 GA II 12. denn nun kann er den Weg der strengen Deduktion wieder aufnehmen. keine Spur eines möglichen Ableitungsprinzips.163 Nun ist dieser zweite Teil zum Ende gekommen und kann dank des von ihm entdeckten Prinzips X der Übergang von Schema 1 zu Schema 2 näher erklärt werden: Bis zur Ableitung einer selbstständigen Freiheit in der Erscheinung ging unsre Deduktion. den wir suchen. hat Fichte mehrmals erinnert. seyn würde.26-28. von uns II. – . und aus ihm gefolgert. genannt.2) Vormals war nämlich das Ergebnis der Deduktion auch allein deswegen unbefriedigend. weder der faktischen Mannigfaltigkeit noch des Bewußtseins. Von da an war unsre Voraussetzung. gefunden. die Fichte nochmals unterstreicht. als solches erscheinen könne«161 Dies ist offenbar eine sehr wichtige Erklärung. mit dessen Vollziehung aber auch der ganze Proceß der Erscheinung zu Ende seyn: auch es niemals zu solchen Phänomenen. Vorlesung. (229. […] einer Spaltung in Fünffachheit. und wir sind auf den Weg der strengen Deduktion zurükgekommen.12: »In dem Zusammenhange bleiben werden Sie gewiß. einem Bewußtseyn. vor allem in der Rekapitulation eingangs der 19. als wir sie faktisch vorfinden. An dieses Glied unmittelbar hätten wir nun anfügen sollen ein Princip = x. kommen würde. gleich nach der Deduktion des Bewußtseins. sondern haben die Arbeit noch fortzusetzen. daß er in den letzen elf Vorlesungen auf der Suche nach diesem Prinzip war.) […] [D]urch diese Lösung ist denn zugleich das bis jezt gesuchte Princip = X. Dieses Princip konnten wir nun unmittelbar nicht verständlich machen. als er den zweiten Teil der Zwischenarbeit – die Rechtfertigung des Bewußtseins des Bewußtseins nach der Erklärung der Bewußtseinsstruktur – einleitete. Wir suchen es. wenn Sie nie vergessen. weil im Schema 2. den er in der elften Vorlesung verlassen mußte: »4.« . und in den Punkt hinein. welches das das ganze Wesen der Erscheinung ausdrükende Schema. 220. und dies ist unser jetziges Geschäft. und Unendlichkeit.23-221. 229. […] Mit diesem Princip haben wir bis jezt gearbeitet. zu finden war.

Die Projektion des Schemas 2 durch das Vermögen ist also nicht die unmittelbare Folge der Freiheit des Vermögens. der es erlaubt. in der Verwirklichung seiner Möglichkeit. nicht durch Freiheit. leuchtet ein.h. seyn würde] darin. sich einem Gesetz zu unterwerfen. d. Der Fehler lag also darin. das Abbilden von Schema 1 in Schema 2 als einen lebendigen Prozeß zu zeigen. das nicht ein unmittelbares Ergebnis des Vermögens ist. – Es schiebt sich uns ein andres Mittelglied ein: Die unmittelbare Sich Vollziehung der Freiheit der Erscheinung ist durchaus nicht irgend ein Schema: sondern sie ist eine Selbstbestimmung ihres eignen formalen Seyns. daß dies unmittelbar die Vollziehung der Freiheit gebe. sich zu verwirklichen oder nicht. Jetzt. sondern die Folge eines vollkommen neuen Freiheitsakts. Dennoch bleibt das Schema 2 ein Ergebnis des Vermögens. genannt. daß die Vollziehung der Freiheit als unmittelbar produktiv betrachtet wurde. da ein Disjunktionsprinzip in der Disjunktion des Bewußtseins entdeckt ist. daß die damalige Vorstellung von der Beziehung zwischen Schema 1 und Schema 2 unzureichend war. sondern erst infolge seiner Selbstbeschränkung entsteht. Die freie Vollziehung des Vermögens kann nämlich nicht unmittelbar in einem schematischen Produkt aufgehen. seine eigene Freiheit freiwillig zu beschränken. wodurch aber der Prozeß der Erscheinung der Erscheinung ein unwiderrufliches Ende finden würde. daß diese Voraussetzung [scil. das sich in ein Muß verwandelt. zufolge welches Seyns nun erst. wie Fichte erklärt: – Jezt sehen wir. Worin aber besteht die Tätigkeit des Mittelglieds? Sie besteht gerade in der Selbstbeschränkung des Vermögens. Erst dadurch kann ein Schema 2 entstehen. gänzlich unrecht habe. weshalb das Vermögen nie nach außen tätig ist.2-8) Die Freiheit des Vermögens wirkt also nur bis zur unmittelbaren Selbstbestimmung des Vermögens selbst. daß die unmittelbare Sich Vollziehung dieser Freiheit ein Schema geben würde. Das Prinzip und das Mittelglied versprechen dagegen. sondern nach dem Gesetze ein gewisser schematischer Zustand entsteht. Darüber hinaus wird seine Vollziehung ganz automatisch dem produktiven Gesetz des Soll zufolge verfahren. sondern sie kann nur dessen weitere Selbstbestimmung ausüben. von uns II. – (230. welches das das ganze Wesen der Erscheinung ausdrükende Schema. denn damit würde es in einem einzigen Produkt .Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 201 geleitet. Es ist somit erklärt. sich dem Gesetz des Soll frei zu unterwerfen. sich mittels seiner Selbstbeschränkung – und deshalb autonom – ein Gesetz zu geben.

in ein Gesetz der Notwendigkeit verwandelt. gilt demnach als notwendige Voraussetzung der Wirklichkeit. Dann aber beruht die Möglichkeit der faktischen Welt auf der idealen Welt. Es erscheint deshalb ein faktisches Sein. nach einem Gesetze. wird das Schema als Schema anerkannt und damit schließlich ein Akt der absoluten Freiheit in Gang gesetzt. Beschränkung der absoluten Freiheit. Hierin manifestiert sich das Gesetz des Soll und dadurch wiederum das Vermögen.h. wodurch sich dieses Gesetz der Freiheit in ein Muß. die also auf dem absoluten Sein bzw. Das Seyn ist in der Wurzel eben nichts anderes. weil es ganz automatisch allein dem Gesetz zufolge entstanden ist. Gott beruht. nur eben nicht durch ein Erschaffen des Vermögens eines Etwas. sondern vielmehr durch das selbständige Sichbeschränken seiner Freiheit.h. d. Der Grund für diese Verwirklichung ist die Forderung nach der Erscheinung Gottes. wirken und die Selbstbestimmung des eigenen formalen Seins vornehmen. und im Gegensatze mit der ungebundenen Freiheit ist es Seyn. und nur insofern. auf sich selbst. denn das was wir aussprachen. in dem sich das Sicherscheinen der Erscheinung auch tatsächlich abspielt. wodurch endlich das Schema 2 als schematisches Urganzes entsteht.8-13) Die weitere Bestimmung der Erscheinung ist es also. als Beschränktheit der ungebundenen Freiheit auf die und die Form der Beschränktheit. denn nur unter der Voraussetzung. dem Gesetze des Vermögens. das schon als Erscheinung Gottes verstanden wurde. die Bestimmung. sie zu beschränken. denn durch diese Selbstbeschränkung wird die ideale Welt der absoluten Freiheit durch einen Freiheitsakt in der faktischen Welt verwirklicht. d. daß Gott in der Erscheinung erscheinen soll.202 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein vollkommen zu Ende kommen. Die Selbstbeschränkung des Vermögens geschieht also erst durch die Annahme des Gesetzes des Soll. der idealen und der faktischen. (230. die Freiheit des Vermögens zu beschränken: Erst durch die freie Gefolgschaft des Gesetzes des Soll entsteht ein Muß. in der sich-erscheinenden Erscheinung als fremd empfunden wird. das sich nun dem Vermögen entgegensetzt und das. Das Sein ist also tatsächlich als vom Vermögen selbst erzeugt zu verstehen. Tatsächlich aber kann es immer nur nach innen. Dieses formale Seyn scharf zu denken: Es ist überhaupt nichts. Hierin besteht aber auch die Beziehung der beiden Welten. Das Soll. Fichte kann nun behaupten: .

gegründet. ein Vermögen sich zu bestimmen. sondern in sich selbst zurük. theils bestimmt. ist aber keineswegs von der Erscheinung als solcher abzuleiten. An diesem Punkt wird deutlich.24-31) 203 Und daran kann er die folgende nähere Erklärung der Freiheit anknüpfen: Die Freiheit ist drum theils bestimmend. Dieses praktische Moment. denn die Bedingung der Möglichkeit beider beruht auf ein und demselben Grund. Damit werden die theoretischen und die praktischen Aspekte des Bewußtseins. und wenn sie sich vollzieht. wußten wir bis jezt noch nicht.2) Hier verfährt Fichte sehr ähnlich wie in der Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre. es ist ein Selbstbestimmen. so ist dadurch ein faktisches. also die ideale. d. des Sehens eines unabhängigen Seins. Diesem Gesetz entspricht die ideale Welt. und so greifen diese beiden Welten ein in einander. in der er die Möglichkeit der Entstehung der Vorstellung im Bewußtsein. nämlich dem Gesetz des Soll. d. daß das praktische Moment nicht mehr allein die Möglichkeit der Vorstellung bestimmt.31-231. ist sie ein faktisches. sind hier genau geschieden. gewordnes Seyn. und so ideal. und liegt in der idealen Welt. Der Mittelpunkt beider ist die absolute Freiheit der Erscheinung. die theoretische und die praktische Bestimmung der Erscheinung. (230. und der Grund des Zusammenhangs ist ein entstehen eines seyns schlechthin aus nichts durch die erstere.h. und liegt in der faktischen. Die absolute Vollziehung der Freiheit geht nicht nach aussen. und faktische Welt. in der Beschränkung der Tätigkeit des Ich erkannte und sie mit der Übertragung eines Teils seiner Tätigkeit auf das Nicht-Ich begründete.h. Gerade aus der Dialektik zwischen der Annahme des Soll und der eigentlichen Möglichkeit seiner Verwirkli- . ist sie begrenzt. haben es aber jezt erfahren. Inwiefern sie durch die Vollziehung dieses Vermögens bestimmt ist. Nur wird diese Beschränkung in der Wissenschaftslehre gleich auf das praktische Moment. diese ist schlechtweg zufolge des Erscheinens Gottes. (230. das Gesetz des Soll. sondern in und von der Erscheinung selbst als Gesetz des unmittelbaren Erscheinens Gottes anzuerkennen. Inwiefern sie überhaupt bestimmend ist. als Eins dargestellt. Wie nun dieses leztere mit der Freiheit im idealen Sinne gränze.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein Das ideale und das faktische Seyn der Erscheinung. auf das der Erscheinung innewohnende Soll. die von der Erscheinung in der realen Welt verwirklicht wird. sondern schon als Möglichkeit der Konstitution der Erscheinung als genuiner Erscheinung Gottes gilt.

das in der idealen Welt auf einmal erscheint. Der Grund der Disjunktion: das Soll und das Kann Die 22. Nun ist die Erscheinung in Beziehung auf ihr eignes faktisches Seyn durchaus frei: in dieser Vereinigung mit der Freiheit verwandelt sich nun das. denn nur dadurch. die man unter der Annahme eines Soll betrachtet. ist in der Erscheinung. Hiermit endet die 21. Vorlesung. denen zwei verschiedene Resultate folgen. Vorlesung eröffnet Fichte mit einer Zusammenfassung der vorherigen: Soviel ist wohl eben schon eingesehen: Das Erscheinen Gottes ist. der Inhalt des verwirklichten Gesetzes aber ändert sich. was faktisch als Muß erscheint. Denn die Erscheinung des absoluten Seins. Trotz der Einheit des Soll sind etwa die Gesetze. um sich selbst als Schema zu betrachten. Hier findet sich wieder die gleiche Struktur.3. die in der Beschreibung der Beziehung zwischen Erscheinung und Erscheinung der Erscheinung zur Anwendung kam.21-26) Dabei fügt er die Beziehung zwischen idealer und realer Welt hinzu.3. das. denn die Form bleibt eine. Es verwirklicht sich jedoch im Bewußtsein in zwei unterschiedlichen faktischen Gesetzen. die einer näheren Erläuterung bedarf. in Gesez für die Freiheit. erscheint in der faktischen Welt im Grunde nur stückweise und deshalb in einer Mannigfaltigkeit. (231. was in der idealen Welt allerdings Seyn ist. sich von seinem nur faktisch betrachteten Inhalt loszureißen. Dazu erklärt Fichte: . nämlich des Soll. eins ist. 5. daß die Erscheinung des göttlichen Gesetzes. kann sich die Erscheinung vollziehen und damit Erscheinung Gottes sein. mehrere. seine Verwirklichung aber doppelt. Die einheitliche Erscheinung des göttlichen Gesetzes führt demnach zu seiner Verdoppelung in der Erscheinung dieser Erscheinung. Das Grundgesetz des Soll ist in beiden Fällen das gleiche. Das Soll ist nämlich einerseits als Bedingung dafür beschrieben worden. zu begründen. und das wahre und lezte Seyn der Erscheinung selbst. Man könnte also sagen. es handelt sich um ein Soll. Andererseits aber ist das Soll auch die Bedingung der Möglichkeit des Bewußtseins. daß die faktische Bestimmung des Vermögens als Schema 2 anerkannt wird.204 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein chung wird die gesuchte Spaltung sich ergeben und werden Grund und Form der Disjunktion hervortreten.

indem sie nothwendig aufgeht in einem bestimmten Zustande der Anschauung. und es kommt uns drauf an.4) 205 In der bisherigen Entwicklung der Wissenschaftslehre war das Als für die Disjunktion verantwortlich.23-30) Die hier erwähnten »verschiedenen Arten des faktischen Seyns der Erscheinung« sind die beiden faktisch verschiedenen Ergebnisse der Unter- . diesen Grund in seinem eigentl[ichen] Mittelpunkte zu erfassen. ist noch nicht klar. das Soll gleichzeitig in allen seinen Formen anzunehmen: Woher nun diese faktische Trennung des an sich und in der Idealität Einen Soll? Daher. zufolge des ihr die Anschauung der alleinigen Möglichkeit eines Faktum entsteht. nicht an sich. denn allein als ein Ideales kann es keine faktische Spaltung innerhalb der Realität bewirken. indem ja wohl dieses der eigentl[iche] Disjunktionspunkt seyn dürfte den wir suchen. Nun aber wird deutlich.31-232. sondern vielmehr nur ein negativer Grund der Spaltung. sondern als in sich geschieden. daß unter dieser Bedingung eine gewisse Anschauung entstehe. Wie aber das Soll als Disjunktionsprinzip überhaupt wirken kann. (232. Nicht das soll drum. demzufolge diese aus der relativen Unfähigkeit der Erscheinung entstehe. denn dadurch. Dafür bietet Fichte die folgende Lösung an: Das Soll sei kein positiver.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein Wenn sonach das Gesez erscheint. sondern in seiner Anwendung im Fakto. nicht als Eins. Anders. zufolge des ihr die Anschauung eines Faktum.12-18) Die so gefundene Form des Prinzips der Disjunktion wird folgendermaßen weiter erläutert: Hier hat sich nun vor der Hand eine Duplicität der mögl[ichen] Bestimmung des faktischen Seyns der Erscheinung gefunden. (232. was die Disjunktion verursacht: Der Grund für die Disjunktion ist dagegen im Soll zu finden. so muß dieses einen andern Grund haben. […] ein solches Seyn der Erscheinung. der den entgegengesezten ausschließt. – (231. und mehrere Gesetze. Das Als ist also das Zeichen einer schon geschehenen Disjunktion und nicht dasjenige. in ein mehrfaches. sondern die Unangemessenheit des faktischen kann zu dem Soll ist der Grund der Disjunktion. lassen sich die verschiedenen Arten des faktischen Seyns der Erscheinung nicht bestimmen. darum verwandelt sich das Soll. und ein solches. weil die Freiheit dem Soll nicht mit Einem Schlage genügen kann. daß das Als nur eine Folge des Soll ist.

die für die Entstehung der Disjunktion zuständig ist. Auch das genetische Moment zieht nämlich ein Faktum nach sich. das Kann hingegen die faktische Ursache.4. ist das Kann nicht nur Ursache der Disjunktion der beiden Ansichten – der genetischen und der faktischen –. dem unphilosophischen Bewußtsein allerdings unbekannt. .20-22. denn die menschliche Freiheit kann dem Soll nicht in beide Richtungen gleichzeitig folgen.164 und löst damit einen Widerspruch. dass sie ausser jenem. Das Soll ist demnach der genetische Grund für die Disjunktion.206 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein werfung unter das ideale Gesetz des Soll. der darin bestand. Den jetzigen Widerspruch formuliert Fichte dagegen so: 164 GA II 12. das Soll als sein genetischer Grund zugrunde. Beide Verwirklichungen des einen Gesetzes des Soll sind also alternativ. und zwar dasjenige. Dies ist auch schon dadurch evident. 181. würde die Unabhängigkeit der Erscheinung ganz in diesem Gesetz aufgehen und damit vollkommen verloren gehen. das Schema als solches in einer Anschauung zu betrachten. zu denken. Und entsprechend liegt dem faktischen Moment auch. sich selbständig zu bilden. daß das Bewußtsein nur jeweils einem Akt seine Aufmerksamkeit zu schenken vermag und von diesem und jedem einzelnen seiner Akte immer voll und ganz erfüllt wird. damit sie eine wahre Erscheinung des absoluten Seins sein kann.3. Wie aber gleich zu zeigen sein wird. daß die Erscheinung eine gewisse Selbständigkeit haben muß. sondern auch zugleich der Grund für die Entstehung der Mannigfaltigkeit. was sie ist durch Gott. Da das Schema als solches erschienen ist und somit die Erscheinung mittels des Gesetzes des Soll als Erscheinung Gottes anerkannt werden konnte. daß die Genesis dem Faktum im Bewußtsein notwendigerweise nachfolgt und beide Momente einander ausschließen. In der neunten Vorlesung erklärte Fichte: »Wir müssen drum der Beschreibung hinzusetzen. 5. auch noch ein durch sich selbst habe«. die Erscheinung als ein Vermögen. Man könnte nämlich sagen – und das wird auch in den nächsten Vorlesungen von Fichte näher erklärt –. Die Entstehung der Unendlichkeit Die bisherige Charakterisierung der Erscheinung und ihrer Beziehungen zum absoluten Sein erweist sich nämlich als problematisch. Dagegen wurde aber von Anfang an postuliert.

noch machbar […]. auch selbst Erscheinung Gottes sein muß. die in ihrer Schematisierung das Schema 2 nie ganz vollbringen kann. daß dasselbe Soll durchaus nie vollzogen werden kann. die wir vorher nur nicht überlegt haben. und so sein Ende und seine Vergänglichkeit in sich. Mit Schema 2 darf demnach der allgemeine Inhalt der Erscheinung der Erscheinung benannt werden. war Resultat eines machen. es müste in der Freiheit das Gesez seyn. Es stellt sich also wieder das Problem vom Anfang: Wie können Gott und die Welt nebeneinander stehen. und ein sich selbst machen eines vollendeten Sehens zufolge des ersten geben […]. die. daß das Kann des Machens mit jenem soll in absolutem Gegensatze stehe.h. da das Ergebnis die Erscheinung Gottes in sich trägt. da sich sonst das Bild Gottes im vollendeten Erzeugen des Vermögens erschöpfen würde. Fichte behauptet: Das Seyn verwandelt in der Freiheit sich in ein Soll: Also. ohne daß eines von beiden dem jeweils anderen preisgegeben wird? Hier zeigt sich aber die Kehrseite des Problems. d. gewiß nicht gemacht.31234. und drum bedingtes Seyn […]. Diesmal kann also die Lösung des Widerspruchs nur darin bestehen. als eine unendliche Tätigkeit verstanden wird. – Nun soll es doch ein sich machen der Erscheinung in sich selber. wie es allerdings seyn muß. denn nun gilt es. als eben eine Vollziehung der Freiheit trägt seine Vollendung und Ganzheit. weil nur so die Erscheinung eine wahre Erscheinung Gottes sein kann. ohne daß die absolute Jenseitigkeit Gottes auf diesen Vollzug reduziert wird. daß die Erscheinung. Ist drum ein solches soll. das Vermögen. . Damit wird die Vollziehung des Vermögens nie vollständig und bleibt der Erscheinung immer weiterer Spielraum für die Aktualisierung seiner selbständigen Tätigkeit. Hier ist ein absoluter Widerspruch: Das unbedingte Seyn kann nie gemacht werden. […] [Es] leuchtet denn ein. das machen giebt nothwendig ein zu vollendendes. wegen dieser Eigenschaft des Machens.8) Der Widerspruch besteht also einerseits zwischen der Vergänglichkeit der Produkte der Freiheit des Vermögens und der Folge des Sichbildens der Erscheinung.) ist auch drum. Selbständigkeit und Unbedingtheit der Erscheinung schlechthin zu retten. Das absolute Schema (Schema II. (233. jenes Schema zu machen. so kann es die Freiheit treiben nur zu unendlichem Machen. alles Machen aber. Dies kann aber nie vollendet sein.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 207 Das Schema X.

das Schema zu realisieren. zum anderen im freien Vermögen als dem Streben. sich weiter ins Unendliche fortzuschematisieren.208 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein und dafür ein Muß werden. Denn sie zwingt sich immerfort. (234. Das Soll wirkt also als Gesetz der Erscheinung Gottes für die Freiheit des Vermögens in der Form eines unstillbaren teleologischen Triebs. sondern die nach aller Unendlichkeit eben so unendlich bleibt. Andererseits aber gilt das Schema 2 auch als ideelles Ziel des Sichbildens der Erscheinung und ist damit ein ideelles Bild. nicht aber in den jeweiligen einzelnen Bildern selbst. das sich nur in einem ewigen Sicherzeugen zeigt. Die Erscheinung verwandelt das Soll dadurch. ein vollendetes Schema Gottes zu vollziehen.19-24) Das Schema 2 ist also einerseits der reale Vollzug des Sichbildens der Erscheinung. also als Anstoß für die Fortsetzung des Bildens gelten. sondern ist vielmehr als ein ewiges schematisches Fortbilden zu verstehen. ohne sich mit den Ergebnissen ihrer Produktion je zufrieden geben zu können. in ein automatisch wirkendes Müssen. Gerade seiner reinen Idealität wegen kann von keiner Annäherung an das Bild die Rede sein. Die Zielsetzung wirkt demnach als selbständiger teleologischer Motor der Erscheinung. Schemata aus sich selbst zu erzeugen. da diese für sich genommen nur tote Schemata sind und lediglich als Verschiebung der Vollziehung der Aufgabe des Soll. resultieren gerade aus . das sich selbständig vorgeschriebene Soll zu vollziehen.10-19) Die Unendlichkeit in der Tätigkeit des Vermögens zeigt sich zum einen in der Rolle des Soll als Forderung nach der immerwährenden Aufgabe. annähern kann. (234. der sie sich noch nicht einmal. Das Schema 2 stellt also keine unendliche Annäherung dar. Dies begründet die Autonomie des Lebens des Vermögens und gewährleistet. sondern das Schematisiren der Freiheit ist dem zu Folge ein unendliches. Da es aber dieses Schema nie ganz hervorbringen kann. in Absicht seines eigentlichen Inhalts aber bleibt es in alle Unendlichkeit fort ein Soll. nie zu erreichende Aufgabe. wie manche sich ausgesprochen haben. daß die Erscheinung in ihrem Erscheinen wahres Bild und Schema Gottes ist. weil dieses an sich schon immer als unerreichbar gedacht wird. daß sie in und von der Aufgabe lebt. eine unendliche Aufgabe zu realisieren. als sie im Beginn war. Demzufolge kann Fichte schließen: Jenes Schema ist drum für die Freiheit eine unendliche. – Drum nicht etwa jenes Schema ist ein unendliches […] oder das soll […].

Es ist erstens absolut. denn es hat sich faktisch erst dank des Kann verwirklicht und erscheint demzufolge mit diesem vereinigt. Demzufolge kann man das Soll zweitens als Gesetz der Freiheit betrachten. so muß…‹ bestimmt hat. denn hier drückt das Soll das Gesetz des Vermögens aus. GA II 12. . ja der Unendlichkeit der Sphäre der Erscheinung. dem absoluten Gesetz des Soll folgt also eine unendliche Reihe des Müssens. 235.3. nachdem es sich gemäß der Formel ›soll es…. der von nichts und niemandem bedingt. Wie Fichte einleitend erklärt.5. sind im Soll drei Aspekte. 235. denn in ihm finde die Brücke zwischen dem einheitlichen Freiheitsgesetz und seiner faktischen mehrfachen Realisierung statt: Ein Gedanke. [zu unterscheiden:] 1.3. Das Vermögen aber verwandelt sich.1-3. es drückt einen Befehl aus. die mit dem kann zusammenfällt«. dem es sich aus sich selbst heraus frei unterwirft. 5. Hier ist das Soll offenbar mit dem synthetisiert. muß einer Unendlichkeit.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 209 der Spannung zwischen Soll und Kann ein unendliches Schematisieren und unendliche Schemata. daß »der zweite Punkt als der vereinigende der bedeutendste«166 sei. Vorlesung. Mit dieser Deduktion der Mannigfaltigkeit. Vorlesung leistet eine für das weitere Verständnis notwendige Analyse des Soll in seinen bislang vorgekommenen Formen.) absolut: 2) in der Freiheit überhaupt. Aus dieser Perspektive drückt das Soll das Gesetz der Freiheit des Vermögens überhaupt aus. 3) in der Einheit: soll einer Mannigfaltigkeit.h. sondern von jedem äußerlichen Zwang frei ist. was vom Vermögen realistisch zustande gebracht werden kann. eine »[d]reifache Ansicht des soll. der im 165 166 GA II 12. wenn man seine Absolutheit als Möglichkeit der selbständigen Bestimmung des Vermögens versteht. in ein zwingendes Muß. Analyse des Soll Die 23. schließt Fichte seine 22. Nun erklärt Fichte. sondern mehrdeutig. Drittens drückt sich das Soll in jedem einzelnen Produkt seiner Gesetzlichkeit und deshalb in der Realisierung der unendlichen Reihe durch das Kann aus.165 Das Soll hat sich in seinen Anwendungen nicht mehr einheitlich gezeigt. d.

kausal zu wirken. Anderseits muß aber das Soll mindestens eine Kausalität haben können.h. (235. nie zu erschöpfendes Vermögen. Die Unendlichkeit entsteht .] Dies kann sie nun schlechthin. kann es aus dieser Perspektive nicht als kausal betrachtet werden. (235. Demzufolge erklärt Fichte. Denn das Vermögen kann. ein Soll anzunehmen und zu realisieren. Aus dem Soll folgt wirklich und in der That in der Freiheit ein unendliches Schematisiren. in ein soll. Und da aus dem Soll keine vollständig befriedigende Folge hervorgeht. daß es die Freiheit.] Drum hat das Soll in dieser seiner wahren Bedeutung absolut nicht Kausalität. die Freiheit soll jenes absolute Schema machen. [2.] Das Seyn des absoluten Schema verwandelt sich in der Freiheit in ein Gesez für sie [die Freiheit].17-23) Dadurch hat Fichte das faktisch Unendliche als unendliche Tätigkeit des Vermögens auf seine Genesis zurückgeführt. [3. und nicht kann. da es unbedingt ist. dennoch aber von dem absoluten Schema ideal angeleitet ist und zu einem unendlichen Schematisieren führt: Nun muß dieses Gesez. und absolut nicht. die zwar nicht dem Schema in seiner Absolutheit entspricht.210 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein folgenden weiterentwickelt wird. daß diese schlechthin unausführbar sei. entsprechte. in einer Annäherung. die reale Ursache zur Verwirklichung des absoluten Schemas zu sein. d. dessen was sie kann. oder dergl[eichen] ein in die Sphäre der Freiheit. ist nicht zu machen. und jenes absolut seyende Schema tritt als solches niemals. das niemals ein Muß wird. Zunächst stellt Fichte den oben angeführten Widerspruch nochmals dar: [1.10-17) Daraus folgt die Unmöglichkeit für das Soll. die es kann: Dies aber ist diejenige. heißt nämlich nicht. daß das Soll mindestens eine gewisse begrenzte Kausalität ausübt. die das Schema schlechthin vollziehen soll. obwohl das absolute Schema sich als ein freies Gesetz des Realisierungsvermögens darstellt. die der Möglichkeit des Vermögens. dieses soll in der Freiheit dennoch die Kausalität haben. des machens eines Schema. Daß die Aufforderung des Soll nicht vollkommen erfüllbar ist. es bleibt ein Soll. Durch die Bestimmung durch das absolut unerreichbare Soll ist die Freiheit ein unendliches. auch nicht in einem gewissen Grade. denn jenes Schema. nie zu einem ihn erschöpfenden Realisierungsprodukt gelangen. in dieser unerreichbaren Aufgabe treibe zum unendlichen fortvollziehen. gerade weil das Schema absolut ist.

auch vollkommen. ist es vorbei.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 211 also aus der inneren Dialektik des Vermögens zwischen seinem freien Verlangen. in ihrer idealen Ganzheit betrachtet. das eben auch sein Ende erreichen wird. denn das Gesetz fordert ständig eine weitere Produktion. so daß die Beziehung zwischen ihr und ihren Elementen derjenigen zwischen einer Linie und der unendlichen Zahl an Punkten. das faktische Princip aber soll unendlich seyn: d. nach seiner Realisierung unmittelbar verlassen werden. andererseits aber ist die Reihe ins Unendliche fortzusetzen und dadurch die endliche Vollziehung des Vermögens negiert. aus denen sie besteht. Im ersten Punkt erklärt er.) Der Begriff der Unendlichkeit ist deducirt: Es ist dieser die Synthesis der Bejahung der absoluten Endlichkeit mit der Verneinung derselben. da das Vermögen durch seine Hervorbringung offenbar das Gesetz des Soll noch nicht ganz erfüllt hat. es soll nach jedem geendigten Faktum ein andres Faktum vollziehen. und man schüzt sie vor der wirkl[ichen] Endung nur dadurch. In ihren einzelnen Schritten ist also die Erscheinung der Erscheinung endlich.3. und mit diesem Geschäfte nicht aufhört. Wiederum ist die Reihe. wodurch sie die Realität . (235. das absolute Schema ganz zu realisieren – hierfür nimmt das Vermögen das Soll an – und seiner faktischen Unfähigkeit. gleicht. Die ›ewige Jagd‹ des Kann nach dem Soll Den oben formulierten Schluß entwickelt Fichte in fünf Punkten weiter. und so ins unendliche fort: Und so ist denn jedes Glied in der Reihe endlich.h. es auf einmal ganz hervorzubringen.23-31) Das einzig annehmbare Konzept einer aktuellen Unendlichkeit in der Form einer Verwirklichung der ideellen Unendlichkeit des absoluten Seins ist dasjenige einer unendlichen Sukzession von Endlichem. Jedes Glied muß also. Jedes Faktum ist in sich und durch sein Wesen endlich: wie es vollzogen ist. 5. inwieweit dadurch der Begriff der Unendlichkeit dialektisch deduziert wurde: 1. denn einerseits ist jedes Element der Reihe notwendig endlich und stellt damit für sich genommen eine zu Ende gekommene Vollziehung des Vermögens dar. daß man immer mehr endliches hinzusezt.6. Diese ist eine »Synthesis der Bejahung der absoluten Endlichkeit mit der Verneinung derselben«. sie ist durch und durch endlich.

daß die unendlichen Welterscheinungen. die gemäß dem Gesetz des Soll fortschreitet. In ihrer Allgemeinheit ist sie dagegen unendlich. was das Vermögen tatsächlich hervorbringt. sich selbst zu schematisieren. Das garantiert auch. um seinen Realitätscharakter zu betonen und dabei das Können als Ort der Ableitung anerkennen zu können: 2. in der einzigen Form. Jedes Glied in dieser unendlichen Reihe ist ein faktisch vollzognes Schema. sondern als einer wahren Realität entsprechend abgeleitet. während es da ist. Der Begriff der Unendlichkeit ist nicht als ein leeres. Im zweiten Punkt vertieft Fichte diesen Begriff der Unendlichkeit. zum wirkl[ichen] Können. Nun tut das Vermögen das. Was das Vermögen nicht kann. und es wird . was es doch in aller Unendlichkeit soll. Damit aber ist es auch zu Ende. die es kann. das ganze Seyn der Erscheinung aus. was er in der achten Vorlesung schon erklärte: das Vermögen ist ein Vermögen. = a. Die Erscheinung als faktisches Princip ist unendlich. Dieses füllt. was es soll. notwendigerweise eine Reihe von unterschiedlichen. Welches ist der Punkt der Ableitung[?]: das Verhältniß des nicht Könnens. obwohl sie an sich nur tote Reste der lebendigen. und die Synthesis dieser beiden. Jetzt sieht man aber auch. (236. etwa die Wahrnehmungen und die Vorstellungen.9-16) Der eben abgeleitete Begriff der Unendlichkeit ist demnach als eine Synthesis von Nicht-Können und Können des Vermögens angesichts des Sollens zu sehen. eine authentische Wurzel im absoluten Sein haben. ist eine Vollziehung des absoluten Schemas in einem Schlag. und das Kann jagt dem soll ewig nach. Gleichwohl kann es unendlich viele endliche Glieder hervorbringen. Das Soll ist das Eine. dehnt sich sein Vermögen aus zu einer Unendlichkeit. wodurch sie sich als authentische Erscheinung Gottes vermöge des Gesetzes des Soll zeigt. Das bislang nur faktisch dargestellte Produzieren des Vermögens ist demnach auf sein genetisches Gesetz zurückgeführt: 3. Weil das faktische Princip schlechthin in aller Unendlichkeit nicht kann. Im dritten Punkt beweist Fichte. Es wird damit das abgeleitet. und doch sollens.212 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein des Resultats angesichts der Idealität der Aufgabe verkörpert. voneinander isolierten Schemata ist. schematisierenden Tätigkeit des Vermögens sind. daß das.). daß dieses Sichschematisieren eine ins Unendliche fortgehende Tätigkeit ist. und dadurch bestimmt es sich zum wirklichen Vermögen.).

und somit mit dem Untergang des jeweils vorherigen Schemas zusammen. b. als ein Seyn. (236. gänzlich.w. so daß. nach dem früher aufgestellten Princip die Erscheinung sich erheben können zur Anschauung der alleinigen Möglichkeit eines Faktum. und zwar in die Reihe der faktisch Daseienden und in die ihren entsprechenden Schemata.sw. und so wird denn in diesem neuen Sehen a. als der wahre Grund für die Spaltung. Eine Betrachtung. denn ein unter seiner Bedingung der Möglichkeit betrachtetes faktisches Dasein erscheint eben nur unter seinem schematischen Aspekt. 4. Dieses Gesetz erweist sich.) Jedes dieser Glieder a. b. Dieser liegt nämlich nicht im Soll. es sich nicht gleichzeitig eines zweiten bewußt sein kann. Der Übergang vom einen zum anderen Schema fällt unter die weitere Forderung. indem die Erscheinung bloß in der Fakticität aufgeht erscheinen. und so fort durch die ganze unendliche Reihe. nämlich als ein Sein oder besser als ein Dasein. / in welchem die Erscheinung sodann wieder aufgehen wird. u. Im vierten Punkt erklärt Fichte. wie die unterschiedlichen Schemata unmittelbar zur Erscheinung kommen. wenn dieses sich eines ersten Schemas bewußt ist. d. und wenn das Eine ist. Dabei zeigt sich aber die unendliche Reihe der Schemata in zwei unendliche Reihen verdoppelt.h. ist das andere nicht.16-24) 213 Das Soll bewirkt demnach. Jedes Schema erfüllt das Vermögen. Nach dem. wie sich die Erscheinung auf die jeweiligen Schemata bezieht. das Bewußtsein. daß das Vermögen aus einem einzigen Urschema heraus unendliche. jedes faktische Dasein unter seinem schematischen Aspekt zu betrachten. u. einander sich ausschließende Schemata darstellt. als die Erscheinung ausfüllend einander aus. Es ist und drum eine wahre Disjunktion und Spaltung in den Fakten.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein zufolge des treibenden Soll vollzogen werden ein zweites Schema b. ist es wohl auch möglich.s. erscheinen als Schema. das Gesetz des Soll zu erfüllen. gleichwohl aber in der Art und Weise. u. wird. (236.sw. bei jedem aber wird. wie bereits gesagt. die er als die »Anschauung der alleinigen Möglichkeit des Faktums« definierte.24-28) . und zwar eine unendliche: und so ist denn das absolute Soll Princip einer Spaltung des faktischen Wissens ins unendliche. sondern der ihr folgenden absoluten Trennung in die unterschiedlichen Schemata und deren Auseinanderschließen. was aber Fichte schon vorher ausführte. Beide schliessen sonach. Nun begründet Fichte gleich den Grund nicht der Disjunktion.

weil das Prinzip der Entstehung der Unendlichkeit und der Zwei.214 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein Das Soll ist demzufolge sowohl Grund für die unendliche Reihe dessen. erkennt Fichte das Soll eigentlich als dreifaches Prinzip der Spaltung an.bzw. Wie er schon angedeutet hat. erstreckt sich diese Dreifachkeit (die er zu einer Fünffachheit erweitern möchte) offenbar über die Unendlichkeit und umgekehrt. Sodann kann das Vermögen weiter entweder eine zweite faktische Wahrnehmung b hervorbringen oder sich in die Betrachtung von a als Schema versetzen. wodurch die Erscheinung sich . wie wir sie bis jezt kennen. wird angewendet werden können. und diese mit der Unendlichkeit zusammen. das in erster Linie auch nur in einer Wahrnehmung erfaßt werden kann. die faktische und die genetische. und sich ausschliessende Zustände im Bewußtseyn bildet. das sowohl zur unendlichen Reihe der Fakten führt. denn man kann nicht etwas wahrnehmen und zugleich das Schema dazu durchschauen.h. nämlich das des Soll ist.28-34) Nun schließen sich diese beiden Reihen. Dreifachheit ein und dasselbe Gesetz. welche auch eine wahrhaftige Spaltung ist. (236. Dadurch ergibt sich die zweite. Das kann eben darum so sein. Es verursacht somit eine doppelte Disjunktion. doch jetzt erst zur vollkommenen genetischen Darstellung bringen kann. einander vollkommen aus. die Betrachtung des schematischen Faktums in Hinblick auf seine alleinige Möglichkeit. Letzteres ist dann im Grunde die Genesis der ersten Wahrnehmung a. als auch die Sichterweiterung zur Anschauung der alleinigen Möglichkeit ermöglicht. die einander spiegeln. als auch Bedingung für das Sicherheben zur Anschauung der alleinigen Möglichkeit dieser Daseienden und daher darüber hinaus noch der Grund für die unendliche Reihe der Schemata. Fichte beendet diesen vierten Punkt mit der folgenden Bemerkung: Diese neue Veränderung der Ansicht der Schematen. was faktisch als Sein vorkommt. d. eine unendliche Reihe von Elementen. Da aber zwischen den beiden Reihen (der faktischen und der genetischen) auch eine – freilich noch nicht geklärte – Beziehung bestehen muß. auf dem Soll gründende aber vom Kann bewirkte absolute Spaltung. die jeweils aus zwei Perspektiven zu betrachten ist. und beide SpaltungsPrincipe greifen ein in einander. Es ist das Soll. Die Freiheit der Erscheinung besteht nun in der Möglichkeit. ins unendliche fort: und so fällt denn das unendliche wieder in die Zwei oder Dreifachheit. und sind eigentlich nur Eins. sich zunächst frei in einem gewissen faktischen Schema a zu verwirklichen.

und hier Kausalität haben kann. und zwar als Freiheit des Vermögens. Dreiheit). das aber nur negativ zu betrachten ist. sodann kann aber das Soll. sobald es mit dem Kann synthetisiert wird und sich in ein Muß verwandelt. oder auch nicht kann.34-237. die unterschiedlichen Beziehungen zu rekapitulieren. weil das reine Schema des absoluten Seins.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 215 aus einer Reihe von Fakten zur genetischen Reihe ihrer Schemata erhebt. Im ersten Fall ist das Kann dem Soll entgegengesetzt. worin die von ihm wirklich geforderte Aufgabe liegt. (236. falls der bedingende FreiheitsAkt ausbleibt – . in Wechselwirkung mit der Freiheit. 3) Kausalität haben und damit das faktische Sein zu seiner Genesis zurückführen. führt diese Freiheit zu keiner weiteren Bestimmung der Anschauung. Im vierten Fall ist allerdings auch von einem freien Können die Rede. theils als absolutes. wobei es sich als Grund für die faktisch unendliche Reihe der Schemata erweist (erste Spaltung in der Unendlichkeit). Im zweiten und dritten Fall gilt das Kann dagegen als faktisches Prinzip der Spaltung. falls es nicht von der Freiheit der Erscheinung angenommen wird. indem es durchaus in dem eigentlichen Sinne seiner Forderung keine Kausalität hat. dennoch hat es 2) auch eine gewisse Kausalität. woraus notwendigerweise zwei unendliche Reihen folgen: die Reihe der Anschauungen des Seins und die Reihe der höheren Anschauungen der Schemata. schließlich kann es dennoch aber 4) auch keine Kausalität haben. unter der Bedingung.) Das Princip von beiden ist das soll in seiner doppelten Bedeutung. Dies erklärt Fichte eindeutig in dem folgenden fünften und letzten Punkt: 5. Diese drei Möglichkeiten der Verwirklichung des Soll fallen wegen der Begrenztheit des Kann absolut auseinander.5) Nach dieser von Fichte in fünf Punkten geleisteten Erläuterung der im Soll begründeten Disjunktionen ist es möglich.bzw. daß es wieder von der Freiheit der Erscheinung angenommen wird oder nicht. . nie erfüllt werden kann. die das Soll dank seiner Synthesis zuerst mit dem wirklichen Können des Vermögens und danach mit einem zweiten absoluten Freiheitsakt zur Kausalität hat. sich zur Anschauung der alleinigen Möglichkeit des Faktums nicht zu erheben. wobei sich wieder ein Muß – die genetische Reihe der Schemata als solche – ergibt (zweite Spaltung in der Zwei. Da aber das Prinzip des Soll hier nicht eintreten kann. Zunächst hat das Soll: 1) als absolut angenommen keine Kausalität. die der ersten Reihe entspricht. theils dasselbe inwiefern es Princip ist in einer schon vollzognen Freiheit des wirklichen Sehens. in einem andern nicht gefoderten Sinne aber sie hat: Princip der Unendlichkeit: – .

vermag dieses Gesetz nur in Form eines Bildes des absoluten Soll angeschaut zu werden. Nun ist dieses Gesez hier das absolute soll: und so ist denn das von ihr zu vollziehende Schema. nicht für die reale Welt. durch ihr unmittelbares Seyn. Da aber die vom Soll gebotene Wiederholung des Urschemas sich wegen seiner Absolutheit faktisch nie zu realisieren vermag. und dies zwar nicht mit unmittelbarer Freiheit. denn es gilt nur für die ideale. Das kann das Vermögen aber nur dank des höheren Prinzips vollbringen. sondern. denn diese ist bloß eine Selbstbestimmung. daß der Grund aller Realität das Soll ist. Wenn sich nun das Vermögen tatsächlich einem Gesetz unterwerfen kann. 237. Vorlesung sind der Beziehung zwischen dem absoluten und dem wirklichen Soll sowie der Thematisierung der Begründung des Sollgesetzes im absoluten Sein gewidmet. Die Ableitung der beiden unendlichen Reihen hat zur Erkenntnis und Anerkenntnis geführt. ein absolutes Schema zu realisieren – eine Aufgabe.17-22) Die Erscheinung. (237. als ein reines Vermögen betrachtet. damit es als solches erkannt und angenommen werden kann. nach dem Gesetze. Die Bedingung der Wirkung des Soll: das Bild des Soll Der Rest der 23. wodurch die Erscheinung jeweils seine eigene Freiheit beschränken kann. Da das. dessen Realisation wiederum nur anhand eines Bildes möglich ist. Absolut genommen kann aber das Soll nie als ein Gesetz für das freie Handeln der Erscheinung faktisch eintreten. kann dies allein ein Schema des Soll sein. fragt Fichte.i. das sie auch wirklich vollziehen kann. daß sich auch das Soll in einem Bild darstellen muß. was nun tatsächlich in der Reihe jeweils zur Realisation gebracht werde: »[W]as [vermag] denn nun in der faktischen SichVollziehung der Erscheinung an die Stelle des durch das soll absolut gebotnen. was die Erscheinung in ihrer Weiterbestimmung vollbringen kann.7.216 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 5. und die ganze 24. ein Schema des Soll. nicht das absolute Schema sein kann. die vom absoluten Soll vorgeschrieben wird. Das Gesetz des Soll ist jenes. d. vollbringt ein Schema und gilt demnach als sein Prinzip.12-15 . Es wird festgestellt. 167 GA II 12.3. aber schlechterdings nicht zu vollziehenden absoluten Schema treten?«167 Darauf antwortet er wie folgt: Die Erscheinung ist doch überhaupt […] Princip eines Schema. sobald diese nur da ist.

also die Anschauung eines absoluten soll […]. Nur sein Schema: Dies wäre sonach Bild oder Anschauung eines Gesetzes: und zwar eines absoluten und unbedingten. daß das Soll in einem praktischen Gesetz anschaulich wird.h. sondern eines ohne allen Grund. wie z. das nicht wieder ausser sich Gründe hätte. wäre sie die Anschauung eines solchen reinen Soll«169 Diese Praxis ist also als 168 169 GA II 12. . was anstatt des absoluten Soll in der Faktizität zunächst angeschaut und angenommen. Die faktische Realität ist demzufolge die Verwirklichung dieses Schemas. Es handelt sich dabei also um: Ein Schema des soll […] nicht etwa das soll selbst: Das soll in seinem wirkl[ichen] faktischen Seyn […] ist ein ein Faktum bestimmendes Gesez. nämlich im Bilden eines Schemas des absoluten Soll oder in der Entstehung des Bildes eines Gesetzes.(237. weil in ihm gerade das Soll auftritt. sondern sein Schema. 240. 237.23-30) Alles. denn: »Wie die Erscheinung sich vollzöge. was sich also unter der Annahme des Gesetzes des absoluten Soll verwirklichen kann. ist nicht das Soll selbst.11f. ergibt sich notwendigerweise ein Bild des Soll. d.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 217 das in einer Anschauung des Gesetzes vergegenwärtigt wird. Es fällt aber noch nicht in die Sphäre der Sittlichkeit als solcher – auch wenn Fichte es später das »sittliches Princip«168 nennen wird – weil dieses Bild des Soll jeder möglichen Vollziehung des Vermögens und daher jeder möglichen Trennung zwischen einer praktischen und einer theoretischen Sphäre zuvorkommt. um das Handeln des Vermögens zu orientieren.33f.B. GA II 12. Es handelt sich dabei um ein praktisches Moment. eines Gesetzes. das oben beschriebne Soll der Anschauung der alleinigen Möglichkeit unter Bedingung des Freiheitsfaktum war: Das absolute Soll ist in diesem Sinne in der Fakticität nie Gesez. und ein Schema ist wiederum das. in dem das Soll angeschaut werden kann. vollzieht. sich zu bilden. das in einer Anschauung der absoluten Gesetzgebung aufgefaßt wird. sodann verwirklicht wird. und tritt nie ein in dasselbe. Die Bedingung der Möglichkeit für die Entstehung der faktisch unendlichen Wirklichkeit besteht also in einem urpraktischen Moment. denn die Sichbeschränkung der Erscheinungsfreiheit unter der Annahme des absoluten Soll führt zunächst dazu. die Freiheit der Erscheinung. Sobald sich das Vermögen.

ist bedeutend. (238. Das Gesez. d. – Jenes soll war das absolute Schema selbst.h. ist an sich einheitlich. das Gesez tritt drum in ihr heraus in die Unendlichkeit. ohne erfüllt werden zu können. und Unendlichkeit zuerst vereinigt. denn als ein absolutes Gesez. Also – das Bild Gottes tritt in der Fakticität nicht anders heraus. Die Fakticität ist eine unendliche.voranzustellen. woraus eine unendliche Reihe von faktisch nacheinander entstehenden Realisationen des Gesetzes resultiert.18-23) . auch jener. die zum theoretischen bzw. Mit der folgenden Aussage schließt Fichte die 23. daß die beiden Momente der Veranschaulichung des absoluten Soll in einem Bild – das mit der Formulierung eines faktischen Gesetzes zusammenfällt – und die Anschauung des Schemas als unmittelbare Folge dieses Gesetzes zusammenfallen. ohne allen materialen Gehalt. Fichte äußert sich darüber wie folgt: Also: Das absolute Soll selbst verwandelt in der faktischen Form sich in die Anschauung eines absoluten. aufgrund seiner Inhaltslosigkeit aber auch unendlich wiederholbar. als reines Gesez ist eine durchaus formale Einheit. jenes absolute Schema aber war Ausdruk Gottes. und reinen Soll. d. Es kann drum in den ins unendliche fort zu wiederholenden endlichen Schematen nur wiederholt werden in seiner Einheit. Das bedeutet.12-17) Nun wirft man laut Fichte mit der Auffassung eines solchen Gesetzes in seiner Reinheit einen Blick in das synthetische Moment der Einheit und der Unendlichkeit und demzufolge in das genetische Moment der Entstehung der Unendlichkeit aus der Einheit. und diese Vereinigung. wissenschaftlichen Erkennen führt. (238. Denn das reine Soll. weil ihre faktische Veranschaulichung in einer Reihe von Bildern geleistet wird. Vorlesung. denn das Bild des Soll ist nicht allein als Gesetz des moralischen Handelns zu betrachten. die aufgrund der Gesetzmäßigkeit verwandt sind.218 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein etwas Ursprüngliches zu charakterisieren und demzufolge ist dem Wort praktisch das Präfix ur. das Soll in seiner Absolutheit betrachtet. Hier sind Einheit. so wie er ist in ihm selbst. und indessen als ein reines.h. die an mehrern Stellen unseres Systems vorkommen wird. Der Einheit des Soll entspricht somit eine Unendlichkeit von Realisationen. sondern als Gesetz der Praxis schlechthin. nur in der Verbindung mit der Freiheit.

239. daß die freie Vollziehung notwendig zu nichts anderem führen kann als zur Entstehung eines Schemas seiner selbst.171 Es gibt aber. wie es ja kann.3f. der Inhalt des Bewußtseins beruhen möge«.173 Es wurde schon abgeleitet. dem absoluten Soll dieses Gesicht zu verschaffen. ist. da sich das Vermögen nur aufgrund des Soll vollziehen könne. GA II 12.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 219 Zur näheren Analyse des bereits dargestellten Begriffs vom Bild des Soll und der Bedingungen seiner Entstehung unterscheidet Fichte zu Beginn der 24. – deutlich gedacht: sein Vermögen ist bestimmt durch ein Gesez. was das Vermögen eigentlich vermag. diese Vollziehung nichts anderes als eine Folge der aktiven Umwandlung des absoluten Soll in ein Gesetz sei. Die erste Folge des Soll ist. Setzen Sie nun. so Fichte. daß das absolute Gesetz für und durch das Vermögen ein Gesicht bekommt und alles. Ein – nicht das – Soll zu sein heißt also. Jetzt erklärt Fichte. daß »das Vermögen […] ein unendliches Vermögen zu schematisieren« wird.172 Sie ist das eben erwähnte »Bild […] eines absoluten Soll«. . GA II 12. GA II 12. das absolute Vermögen der Erscheinung vollzieht sich. Inwiefern kann man aber rechtmäßig behaupten. die unerfüllbare Aufgabe des Soll als eine dauernde Aufgabe für sich selbst zu übernehmen. daß das Vermögen ein Soll ist? Nur dann. aufgrund dessen das Vermögen seine Vollziehung frei bestimmt.5f.9-16) Die Abhängigkeit der Vollziehung des Vermögens vom absoluten Soll führt Fichte an dieser Stelle sogar zur Gleichsetzung von Vermögens und Soll. Das Vermögen wird demzufolge ein ge170 171 172 173 GA II 12. 239. sondern es erhält ein Gesetz als seinen Inhalt. 239. wenn man den Charakter des Vermögens als die Kraft der Erscheinung definiert. das in einem Bild des Soll zu seiner Anschauung kommt. Bild eines soll. das es schlechthin nicht vollziehen kann: sein Seyn ist eben das stehen dieses Gesetzes: dies sonach müste schematisirt werden. Die Veranschaulichung dieser immerwährenden Aufgabe ist nun aber notwendigerweise ein Bild des Soll. eine zweite wichtige Folge. Vorlesung »zur Bestimmung des Vermögens«170 noch einmal zwei Folgen des Soll. 238. und zwar.20f. (239. Das Vermögen wird also jetzt nicht mehr als vollkommen leer betrachtet. was wird erfolgen? […] Ein Schema seiner selbst: […] Was aber ist es: es ist ein soll.30f. daß. »daß auf dieser nun eben das ganze materiale.

h. und reinen Soll. ist die ganze Welt von dem Gesetz des freien Soll geprägt und bleibt kein wahrer Raum für die absolute Notwendigkeit. nur als Produkt des schematisierenden Vermögens entsteht und dies notwendig der Entstehung eines Bildes des Soll folgt. bekommt dadurch sein bestimmtes stehendes Seyn. d. d. anhand seines selbständigen. Das ist der absolute Inhalt schlechthin alles Bildwesens. seinen Charakter. daß. Sein Schematisieren heißt so viel wie Sichweiter-Bilden aufgrund der ständigen Anschauungen von Bildern des absoluten Soll. gesetzmäßigen Aufnehmens und Erfüllens von Aufgaben. dessen Schematisieren dem Soll in der Form eines Bildes desselben folgt. ist durchaus kein unbedingtes Muß. die unmittelbare SichVollziehung der Erscheinung giebt das Bild eines absoluten. das allererste Schema des Vermögens eben das die Richtung vorgebende Bild des Soll sein muß. sein so seyn. für ein absolutes.h. Dieses Seyn tritt im Schema heraus.16-21) Damit kann Fichte aber endlich schließen. und deren Gesez ein soll. und auch nicht einmal schematisirt werden könnte. kein Naturgesez. an sich nichts. und so auch keine absolute Natur. Nach diesen richtet das Vermögen seine Tätigkeit aus. Daraus folgt nun auch: Da alles. Vor jedem anderen Schema muß also ein Schema und ein Bild des absoluten Soll für das Vermögen da sein. also es tritt heraus das Bild (ich kann noch nicht sagen. keines- . was jemals eintreten kann im Bild des absoluten Gesetzes. Dieses Bild ist demnach die unmittelbare Folge der Selbstbeschränkung des Vermögens unter Maßgabe des absoluten Soll und stellt die Bedingung der Möglichkeit seiner authentischen Selbstbestimmung. (239. der Begriff) eines absoluten Soll. So nämlich Fichte: 1. ohne den es eben kein Seyn hat. d.220 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein setzgebendes Vermögen. seines Selbstbildens.h. das Bild wird somit Inhalt des Vermögens. zum Sichschematisieren. was in der Erscheinungswelt vorkommt. da die freie Vollziehung des Vermögens sein Selbstschematisieren ist und sich das Vermögen nur einem Bilde des Soll gemäß vollziehen kann. ([…] In der W. das allein die effektive Möglichkeit des Vermögens zur Sichvollziehung. dar. und soll noch nicht sagen. wie oben gezeigt worden. nicht vom Soll bedingtes Muß. ausdrückt. Die absolute Grundlage alles Seyns ist für sie Freiheit. Fichte erklärt: Ein Vermögen.L.

(240.7-19) 221 Die Notwendigkeit. 239. entsprechend dem üblichen fichteschen Verfahren. abzielt.) 2. als das Faktum. daß das oben nur angenommene Faktum der Entstehung des Bildes des Soll näher zu untersuchen ist und also diese Frage. die ihrerseits einen allgemeinen Grundinhalt. Die Welt ist Verwirklichung der Freiheit des Vermögens.h. solange sie dem Bild des Soll folgend gebildet wird.3. weiter gestalten. falls es zu demselben kommt. daß das Vermögen in seiner vom absoluten Soll vorgeschriebenen Aufgabe und daher im dadurch geschaffenen Bild des Soll vollkommen aufgeht. Daß eben das Bild eines Soll entsteht.). die Freiheit in sich vernichtet gedacht. Dies also müste das erste Schema seyn seinem Inhalte nach: ein Bild eines absolut reinen Soll.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein weges ein Muß. auf die Begründung dieses Faktums.21-24) Daß die Erscheinung ein Soll ist. auf die Bedingung seiner Möglichkeit. bedeutet.5f. hat Fichte damit realisiert. was er anfangs der Vorlesung erklärte.i. nämlich daß auf dem Bild des Soll »das ganze materiale. die das Müssen ausspricht.174 5. vollzogen[?]« Das bedeutet. Falls sich nun das Ver174 GA II 12. wird das Soll zum Muß: also unter Bedingung. und so seyn der Erscheinung selbst: sie ist ein soll. ergibt sich demnach nur als Folge des freien Sichbestimmens des Vermögens. . Sie erfolgt also nur als Selbstbeschränkung der Freiheit und besitzt insofern keine Ursprünglichkeit. der Inhalt des Bewußtseyns […] beruhe«. sich dem Gesetz des Soll zu unterwerfen. d. Hier hat die Freiheit nichts zu thun. Da aber die Welt vom transzendentalen Standpunkt aus betrachtet nirgends anders als im Bewußtsein vorkommt. Die Freiheit als vollzogen. Vom Bild des Soll zum Soll des Soll Nun stellt Fichte eine weitere genetische Frage: »Wie wird nun ein solches Schema. nämlich das Bild des Soll.8. und zufolge dieses Seyns wird ein Bild des Soll: schlechthin und durchaus zu Folge dieses Seyns. d. Demzufolge ist die Welt ein Komplex von Bildwesen. worin ist dies begründet? Offenbar im Seyn. (240.

denkbar ist. wobei ihr Zusammenfallen das Sehen ist. Durch dieses Bild ist es als solches: in der lezten Rüksicht kann man sagen: es ist ein soll des Soll.222 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein mögen. doch nur der bedingte. ganz automatisch erfolgt. daß 1) nur als Vermögen der Sicherscheinung die Erscheinung als eine wahrhaftige Erscheinung Gottes denkbar ist und 2) nur .] es stellt sich dar: es ist der Grund dieses seines Schema. kann es als Schema seiner selbst nur ein Schema des Soll erzeugen. um sich die Rolle des Soll zu vergegenwärtigen. daß Gott als solcher erscheinen soll. Aufgrund des Sehens kann nun die Erscheinung sich selbst erscheinen. bestimmt es sich unmittelbar in zwei Reihen zugleich weiter: in der Reihe der Anschauungen und in derjenigen der darauf bezogenen Schemata oder des Denkens. in dem es aufgegangen ist. das sich aber wiederum in der einzigen Annahme ausdrückt. sich selbst zu erscheinen. denn sie besitzt keine Macht über den Inhalt der Bilder. daß in der oben dargestellten Auflistung der Kausalitätsarten des Soll ein Punkt noch fehlt. Die zweifache Wirkung der Annahme dieses Gesetzes besteht darin. sich zu vollziehen oder nicht. sondern sie tritt allein im Übergang des Vermögens ein. tatsächlich vollzieht. Diese Sicherscheinung hängt in doppelter Weise vom Gesetz des Soll ab. ein soll seiner selbst. daß das absolute Soll samt der Vollziehung des Vermögens auch ein Bild von sich verursacht.9-15) Eine kurze Rekapitulation der Ableitungsstruktur ist nun notwendig geworden.] sich: es tritt heraus: [2. daß er zwei Aspekte seines Sichdarstellens unterscheidet und hervorhebt: Das Soll hat also […] eine doppelte Kausalität in demselben Einen Schlage: es stellt sich selbst dar: [1. während das. Das Vermögen kann nun entweder sich frei vollziehen oder auch nicht. Daraus folgt. Die Freiheit spielt aber bei der Entstehung dieses Bildes keine Rolle. nämlich. was aus dieser Vollziehung resultiert. (241. der zur Entstehung eines Bildes seiner selbst führt. Falls es sich aber vollzieht. sich zu schematisieren. die in ihrem ursprünglichen In-sichgeschlossen-Sein nur als ein Vermögen. wählt Fichte den Ausdruck Soll des Soll und erklärt entsprechend die doppelte Kausalität des Soll dadurch. Die Einheit Gottes äußert sich in der Erscheinung. wobei die Struktur dieses Sicherscheinens aus der oben erklärten Synthesis des Bewußtseins als Einheit der Mannigfaltigkeit als solcher (der sich im Durch der synthetischen Periode zeigenden Vorstellungen) und der Einheit als solcher (des Reflexes des Ich denke) besteht. Um den Aspekt des Soll zu bezeichnen.

in deren Folge das Vermögen ein Bild des Soll vollbringen kann und damit das absolute Soll mit dem Kann zur Synthesis bringt. sodann ein Bild seiner selbst aufgrund des vom Bild des Soll ausgedrückten Gesetzes hervorzubringen. sondern eben mittelbar. gewonnen ein Soll des soll. Die unterschiedlichen Bedeutungen des Soll werden am Ende der 24. Da also das authentische Sein des Vermögens als mit dem Soll zusammenfallend anerkannt wird. und zwar. das Vermögen sich frei vollziehen kann.h. Vorlesung. so daß Gott nur mittels des Gesetzes des Soll tatsächlich erscheinen kann. der zur Formulierung des Soll des Soll führt: Das Vermögen kann sich vollziehen oder auch nicht: – doch soll es sich vollziehen. zur Betrachtung der alleinigen Möglichkeit des Faktums in der Form des Schemas als Schema und. übereinstimmend mit dem Kann. Erst aufgrund des Soll des Soll ist das Vermögen in der Lage. ein absolutes soll eines Als des soll. Daher ist jede Bestimmung der Erscheinung als ein Bild Gottes zu verstehen. daß Gott als solcher erscheint. zunächst ein Bild des Soll. / Soll: theils absolut. vermöge dessen es das absolute Soll in ein Gesetz für seine eigene Weiterbestimmung verwandelt. Damit Gott erscheint. zum Vermögen als solchem erheben kann. d. Wenn es nun zufolge dieses ersten soll sich vollzöge: wozu würde es kommen. denn es soll zu einer Erscheinung Gottes als solcher kommen: auch kann es sich vollziehen: Das soll ist sonach in dieser Rüksicht faktisch. die eine Wiederholung des Vorgetragenen aus dem . ist das Bild des Vermögens selbst ein Bild des Soll. (241. zu einem Bilde des Soll: und so ist denn das erste soll füglich zerronnen. theils – Soll des Soll. Die Bestimmung der Erscheinung ist aber nicht unmittelbar Bild Gottes. zu diesem Zweck. soll nämlich zunächst das Soll erscheinen und in einem Bild hervorgebracht werden. Nun geht Fichte den Schritt weiter. wobei es sich nun a) entweder der faktischen Reihe frei hingeben oder b) zur genetischen Reihe. dank dessen die ganze von ihm erzeugte Unendlichkeit der endlichen Produkte als Bild des Bildes des Absoluten zu verstehen ist.Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein 223 unter der Annahme der Voraussetzung. jenes unentbehrliche Bild des Soll hervorzubringen. Das Soll ist also jenes Prinzip der Vollziehung des Vermögens.16-22) Das Soll des Soll gilt also als jene spezifische und – nachdem das Vermögen sich tatsächlich vollzogen hat – notwendig anzunehmende Bedingung der Möglichkeit. dank des Vermögens. dem absoluten Soll zufolge.

224 Die Erhebung des Bewußtseins zum Bewußtsein Verdacht seiner Unklarheit175 heraus ist. den folgenden Hinweis. im absoluten Widerspruche mit ihm. zufolge der formalen Freiheit. (241. seiner Form nach. Hier liegt der Widerspruch in der Synthesis: Faktum. rein. und wird gelöst nur durch das unendliche Princip der endlichen Thaten. Es kann ins unendliche fort. zufolge des Wesen jedes Faktum das allemal endlich ist. Das soll ist ferner faktisches Princip. nochmals deutlich zusammengefaßt: Und so wird denn hier klar eine Doppeltheit des Soll selbst: Das Soll ist theils absolut. Vorlesung bringt: »Ist nicht ganz deutlich geworden. und so durchaus zusammenfallend mit dem Kann. den Fichte eingangs der 24. […] Wir können gleich hinzusetzen […] daß es noch eine dritte gemischte Beziehung des Soll auf die Freiheit giebt: diese in Absicht der Unendlichkeit.8) .2) 175 Vgl. aber es kann nie die Unendlichkeit selbst vollziehen. 239. darum auf eine andere Weise wiederholen. seinem Inhalte nach. und Unendlichkeit. bestimmend das Faktum.« (GA II 12. ohne alle Zusammenstimmung mit dem kann.23-242.

6. Das Erscheinen der Erscheinung als solcher

Die folgende 25. Vorlesung ist dem Erscheinen der Erscheinung als solcher gewidmet. Fichte wird der Frage nachgehen, wie die Erscheinung mit ihrem Charakter, Erscheinung zu sein, vorkommen kann. Daß sie nicht schlechthin erscheint, sondern auch als Erscheinung, hängt wiederum allein von der Annahme ab, daß Gott in der Erscheinung nicht nur erscheint, sondern in ihr als erscheinend vorkommt. Dafür muß innerhalb der Erscheinung ihr Erscheinen als Erscheinung isoliert werden. Fichte bezeichnet diese Bedingung als Als der Erscheinung, um es dem angenommenen Erscheinen Gottes entgegensetzen zu können:
Zufolge des früher zum Theil abgehandelten Grundsatzes soll die Erscheinung schlechtweg als solche, eben als Erscheinung, ausdrüklich mit diesem Prädikate, nicht etwa in einer andern Gestalt verstekt, so wie sie jezt in dem absoluten Soll verstekt ist, erscheinen; denn Gott als solcher und als erscheinend in der Erscheinung soll schlechtweg erscheinen. Dieses aber ist bedingt durch jenes. (242,23-27)

Das Erscheinen Gottes als solchem wird nun gerade durch das Erscheinen der Erscheinung als solcher bedingt. Während also die Erscheinung Gottes absolut bedingungslos ist, hängt die Tatsache, daß seine Erscheinung

226

Das Erscheinen der Erscheinung als solcher

nun auch als Erscheinung, d.h. als solche erscheine, mit der Aufgabe zusammen, daß die Erscheinung als solche zur Erscheinung gebracht werde. Umgekehrt ist aber das Erscheinen des Als der Erscheinung nur unter der Annahme möglich, daß Gott als solcher erscheint, denn von der Erscheinung zur Erscheinung der Erscheinung kann man nur mittels eines Soll gelangen, demzufolge nämlich Gott als solcher erscheinen solle. Fichte erklärt gleich anschließend, inwiefern die Forderung, daß die Erscheinung als solche erscheine, selbst von dem Erscheinen Gottes als solchem abzuleiten sei:
– Dieses Soll eines als der Erscheinung ist absolut, hervorgehend aus dem unmittelbaren Erscheinen Gottes; und so absolut bestimmend das Seyn, oder die Freiheit der Erscheinung. Wenn daher die Freiheit überhaupt vollzogen wird muß das Soll in dieser Rüksicht, als fodernd das als der Erscheinung, schlechthin Kausalität haben. – . (242,27-31)

Durch die Unterwerfung unter das Gesetz des Soll vervielfältigt sich die Vollziehung der Freiheit und das Soll erhält eine zusätzliche Kausalität. Einerseits kommt – wie gesehen – durch die Vollziehung der Freiheit des Vermögens unmittelbar ein Bild des Soll zu Stande, andererseits muß dieses Bild aber zugleich ausdrücklich mit dem Charakter der Bildlichkeit erscheinen, wenn das Erscheinende in der Erscheinung gerade mit der Erscheinung Gottes zusammenfallen soll. Die bildliche Folge der freien Selbstbeschränkung des Soll muß nämlich zugleich mit dem Bild des Soll erscheinen:
Wir haben erst ersehen: wie die Freiheit überhaupt sich vollzieht, hat das Soll Kausalität zur Erscheinung eines Bildes seiner selbst, des Soll: Dies ist erwiesen, und bleibt drum wahr. Hier sehen wir, zufolge desselben absoluten soll muß auch die Erscheinung als solche erscheinen, sobald die Freiheit sich vollzieht. Durch unmittelbare Kausalität der Freiheit sind beide Kausalitäten bedingt: also sie fallen im Falle daß ihre Bedingung gegeben sey, schlechthin zusammen, und sind Eins. auf Einen Schlag. – . (242,31-243,3)

Fichte faßt nun diesen neuen genetischen Schritt folgendermaßen zusammen:
Dies aber ist klar: Gott erscheint schlechthin, und eben so schlechthin erscheint er als solcher. Aus dem ersten folgt das Bild des Soll,

Das Erscheinen der Erscheinung als solcher aus dem zweiten das Bild der Erscheinung selbst; beides unmittelbar, sowie nur die Erscheinung sich vollzieht. – . (243,10-13)

227

Daraus ergeben sich nun mehrere wichtige Bemerkungen, die im folgenden näher analysiert werden. Zunächst bietet Fichte eine Korrektur der bisher dargestellten Reihenfolge der Prinzipien, sodann untersucht er den Inhalt des Bildes der Erscheinung, d.h. das Was des Als der Erscheinung.

6.0.1. Die Folge der Prinzipien: Soll, Soll, Als Wegen des vorherigen Schlusses kann jetzt anerkannt werden, daß das Soll der wahre Motor jeder Tätigkeit des Vermögens und damit jeder weiteren Bestimmung der Erscheinung ist. Dadurch zeigt sich aber auch, daß das Als, das als Prinzip der Mannigfaltigkeit anerkannt wurde, in der Tat dem Soll vollkommen untergeordnet ist. Das Als ist ohnehin das Zeichen einer Spaltung. Dennoch hat Fichte gezeigt, daß der Grund dieser Spaltung nicht im Als selbst liegt, sondern in der Vollziehung der Freiheit nach dem Gesetz des absoluten Soll. Diese ursprüngliche Spaltung durch das Soll führt wiederum einerseits zum Bild des Soll, andererseits zum Bild der Erscheinung selbst. Nur dann kann das Als als differenzierendes Prinzip eintreten, um die Charakterisierung beider zu ermöglichen und sie dabei zu unterscheiden. Ohne Soll wäre darum kein Als möglich, denn das Soll bewirkt die Spaltung, während das Als sie lediglich nach ihrer Vollziehung ans Licht bringt. Fichte spricht sich darüber wie folgt aus:
Nun hat sich schon oben, da wir das Als einseitig, und abgesondert betrachteten, dasselbe gezeigt, als ein DisjunktionsPrincip; dies wird sich hier bestätigen, und wie wir hoffen, die Zwei=, oder Dreiheit zur Fünffachheit werden.. Das materiale Soll aber ist, wie es von uns beschrieben worden, schlechthin einfach, und einer wietern Bestimmung, und Disjunktion durchaus unfähig. Das Als als Princip eines Mannigfaltigen wird drum in Beziehung darauf ein subordinirtes Princip: Was in den verschiednen Formen des als durch die Erscheinung hindurch erscheint, ist immer das Soll, das Eine. Dieses nur ists, was, falls unsere Voraussetzung von der Fünffachheit sich bestätigt, in einer fünffachen Gestalt erscheint, oder durch SichErscheinung als solche auf eine fünffache Weise gebrochen wird. Die Principe stehen in ihrer herabgehenden Reihe also: Seyn, Soll, Als. (243,23-244,5)

228

Das Erscheinen der Erscheinung als solcher

Das Soll wird also in der Wissenschaftslehre als Bedingung der Möglichkeit des Als und daher als einheitliches Prinzip der Mannigfaltigkeit gefunden. Gemäß der faktischen Ableitungsreihe der Prinzipien kam es erst nach dem Als vor. Allein nach der näheren Analyse des Soll kann nun Fichte die Prinzipien in der korrekten, d.h. genetischen Reihe darstellen. Das absolute Sein, Gott, äußert sich unmittelbar im Gesetz des Soll, wonach in der Erscheinung die Wurzel ihrer eigenen Freiheit liegt und sie daher vom Vermögen, falls es sich tatsächlich vollzieht, angenommen werden kann. Dafür muß sich das Soll zu allererst in einem Bild des Soll verkörpern. Als solches aber wird die Erscheinung Gottes nur dann anerkannt, wenn sich das Vermögen vermittels seiner Freiheit vom faktischen Sein losreißt, um das Dasein der Erscheinung in seiner Schemenhaftigkeit zu betrachten. Dies kann wiederum erst unter der Bedingung geschehen, daß das Vermögen sich dem Gesetz des Soll unterwirft, das fordert, daß Gott als solcher erscheint. Hiermit tritt das Als als Disjunktionsprinzip auf, um den Unterschied zwischen dem Sein und seinem Schema festzustellen. Denn mit dem Als erscheint im Gesetz des Soll das Bild Gottes als solchem, denn es fordert, daß Gott als solcher und dafür die Erscheinung als solche erscheint. Wenn nämlich die Erscheinung als solche erscheint, kann sie vom Absoluten eindeutig getrennt und, da sie sich aus dem Soll ableitet, im Absoluten selbst als dessen Erscheinung begründet werden: Das Bild des Soll und das Bild der Erscheinung kommen unter der Annahme des absoluten Soll also gleichzeitig vor.

6.0.2. Das Bewußtsein des Bewußtseins Nach der oben wiedergegebenen systematischen Bemerkung kehrt Fichte zur Deduktion zurück und widmet sich der Untersuchung des oben eingeführten Begriffs des Als der Erscheinung sowohl seiner Form als auch seinem Inhalt nach. Seine Form ist nun offensichtlich die eines Schemas. Das Als der Erscheinung ist die Folge der Vollziehung der Freiheit des Vermögens, sich zu schematisieren, wodurch die Erscheinung aus dem oben genannten relativ realen Sein in das schematische Sein übergeht. Da es um ein Vermögensprodukt geht, kann das Als der Erscheinung formell auch nur ein Schema sein. Andererseits ist der Inhalt dieses Schemas gemäß seiner eigenen Definition der der Erscheinung als solcher. Nun aber soll in diesem Erscheinungsschema gerade sein tätiger, erscheinender

Das Erscheinen der Erscheinung als solcher

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Charakter als solcher betrachtet und entsprechend schematisiert werden. Die Erscheinung wird in dieser Hinsicht als Vermögen zu erscheinen gefaßt, so daß der Inhalt der Erscheinung als solcher eben ein Bild des Vermögens ist. In einem dritten Punkt nach der Darstellung der Form und des Inhalts des Als der Erscheinung setzt Fichte nun dieses Als der Erscheinung dem vorher bereits behandelten Reflex des Bildes gleich. Dies wird deutlich, weil ohne die faktische Entstehung einer Erscheinung der Erscheinung, d.h. eines Bildes, das der Vollziehung des Vermögens folgt, dieses Produkt nie als Erscheinung anerkennbar wäre. Sobald sich aber das Vermögen überhaupt vollzieht, fallen das Bild der Erscheinung und die Anerkennung dieses Bildes als Erscheinung zusammen. Demnach kann das zweite als Reflex des ersten, d.h. als das, was unmittelbar seine Bildlichkeit widerspiegelt, anerkannt werden. Dieser Reflex entsteht nun allein aus der Vollziehung des Vermögens, und – wie schon einmal gesagt – es bedarf zu seiner Entstehung keines besonderen, neuen Freiheitsakts mehr, sondern er ergibt sich von selbst. Dies liegt eben im Konzept des Reflexes begründet. Dadurch kann Fichte das Bewußtsein unter einer neuen Ansicht fassen, nämlich als die Einheit des Vollziehung des Vermögens und seines Reflexes:
4.) Die auf diese Weise [...] abgeleitete synthetische Einheit des Bildes, und seines Reflexes ist nun das oben beschriebne formale Bewußtseyn, wie, wer es oben nicht klar eingesehen hätte, hier zum Ueberflusse einsehen kann. (245,3-6)

Man ist sich, so könnte man sagen, tatsächlich bewußt, daß jeder Bewußtseinsinhalt bzw. jede Vorstellung ein Bild ist und daß dieses Bild im Bewußtsein allein dank einer Tätigkeit entstehen kann. Der Reflex deutet auf diese Tätigkeit als solche, die in einem Schema in der Form eines Vermögens wirksam ist, Bilder entstehen zu lassen, die wiederum als Bilder anerkannt werden können. Demzufolge kann man einerseits den bildlichen Aspekt jedes Bewußtseinsinhalts von einer angeblichen objektiven Realität unterscheiden und der Vorstellung ein gewisses Nichtsein zuschreiben; andererseits aber kann man das Bewußtsein als über den Bildern schwebend wahrnehmen.
Das Bild allein wäre, wie wir oben sagten, in sich aufgegangen tod: – Doch der Reflex tritt ihm gegenüber, ein blosses Vermögen zu diesem Bilde, in welchem das Bild unmittelbar ist, und selbst abgebildet. Dadurch entsteht das das Objekt nicht seyn, nicht in demsel-

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Das Erscheinen der Erscheinung als solcher ben aufgehen, darüber schweben, welches in allem Bewußtseyn sich zeigt. (245,6-11)

Das Bewußtsein gilt also zum einen als Ort der Wirkung des Sehvermögens, das sich über den gegebenen Bildern bzw. Objekten schwebend sieht, zum anderen aber auch als Ort, an dem die Bilder, nachdem sie wahrgenommen wurden, gespeichert und wieder ans Licht gebracht werden können. Weiter unten wird Fichte entsprechend die reproduktive Einbildungskraft und das Gedächtnis als Bestimmungen des Bewußtseins darstellen. Nun erklärt er aber zunächst:
In dieser Erörterung ist, aus Gründen, die sich sogleich zeigen werden, besonders wichtig, die Objektivität, als ein durchaus nothwendiges Bestandtheil des formalen Bewußtseyns; und [besonders wichtig ist auch] der eigentliche Grund derselben Objektivität, das was sie macht. (245,20-22)

In dieser neuen Beschreibung des Bewußtseins gelten als seine zwei polaren Glieder das Bild, das sich als ein gegenüberstehendes Seinsobjekt darstellt, und das Schema eines Vermögens als ein vom Bild unabhängiges und über ihm schwebendes Sehvermögen, das sich im Sehen des Bildes bestimmt. Das Sehen wird nun als Schema eines Vermögens dargestellt, das sich an einem Objekt bestimmt, dieses aber keineswegs zu erschaffen vermag. Es ist ein sich vollkommen durchdringendes Schema, denn das Sehvermögen ist dem Sehen selbst ganz durchsichtig, inhaltslos und daher nicht wahrnehmbar. Darum kann dagegen ein Objekt, sofern es undurchsichtig ist, wahrgenommen, also gesehen werden und fällt die Entstehung des Objekts damit zusammen, daß das Sehvermögen sich selbst an einem bestimmten Punkt undurchsichtig wird. Ein Faktum, das Fichte mit dem Ausdruck Sichbrechen des Sehens bezeichnet und die Grenze des Vermögens zeigt.
Das Sehen ist ein sich durchdringendes Schema eines Vermögens zu einem durchaus bestimmten […]. [Es ist] Vermögen zu ihm, diesem gerade, das also ist, keinesweges etwa ein erschaffen desselben, daher seine Objektivität, sein beruhen auf sich, und das darüberschweben des Sehens. An dieser Bestimmtheit = Objektivität bricht sich das Sehen: d.h. endigt sich, es, oder das Vermögen, das ja ein Vermögen zu diesem bestimmten, also hier selbst ein bestimmtes ist, ist hierin zu Ende, und dadurch begränzt. (245,23-31)

nämlich als Erscheinung und nicht nur als daseiendes Objekt. um das eigene Sehen zu sehen. in einem Bild und als ein Bild erscheint. Daraus kann man aber noch nicht schließen. h. Dieses zweite Bewußtsein muß selbstverständlich die gleiche Form wie das erste haben. ohne daß dieses sein Wirken selbst sehen kann.33-246. und zwar die Erscheinung als solche. Gemäß der obigen Beschreibung kann man das Bewußtsein als eine Polarität sehen. mit diesem eigenthümlichen Charakter. vollkommen aufgeht. Wir stehen also – genauso wie am Anfang und selbst nach der Ableitung der Erscheinung – vor dem Problem. oben beschriebene Bewußtsein sich selbst nicht unmittelbar zum Objekt machen kann. weil es in den jeweiligen Bildern. (245. das nun im Bewußtsein allein dominiert. .h. erscheinen kann. daß ein solches neues Bewußtseyn. Denn es macht das erste Bewußtsein und das darin sich abspielende Sehen zu seinem Betrachtungsobjekt.h. bedarf es dazu eines zweiten Bewußtseins. Obwohl die Erscheinung im Bewußtsein faktisch als solche. erscheint dabei das Als der Erscheinung selbst noch nicht. d. das das erste zu seinem Objekt macht. Zwar konnten wir weitaus tiefer in die Beschreibung der Entfaltung der Erscheinung vordringen und ihr allgemeines Schematisierungsvermögen als Sichsehvermögen bestimmen. ihr Seyn als solches. Die Tätigkeit dieses zweiten Bewußtseins wird von Fichte in folgender Weise beschrieben: [S]o findet sich denn hier in der That. in ihrem objektiven Pol. d. daß wir keine Möglichkeit des Sicherscheinens der Erscheinung finden können. doch ist dieses Sehen sich selbst vollkommen durchsichtig und insofern unsichtbar und bricht es sich nur am Objekt. allerdings mit einem ganz anderen Inhalt.2) Wie. Das Resultat ist die Wirkung eines bestimmten Sehvermögens. d. wie wir fordern. falls es etwa durch Freiheit zu Stande käme.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 231 Durch diese Argumentation wurde nun die Struktur der Erscheinung als solche abgeleitet und beschrieben. wäre ein Uebergang derselben aus einem gewissen Seyn. wobei die Erscheinung selbst nichts anderes als dieses Beschriebene ist. So nämlich Fichte: In diesem durch den Reflex schlechtweg zu Stande gebrachten synthetischen Zustande ist. daß die Erscheinung sich auch als solche. die sich aber ihrer beiden Pole nicht bewußt ist. unter welcher Bedingung kann nun das Als der Erscheinung wahrgenommen werden? Wenn das gewöhnliche. Sie sieht aber sie wird nicht gesehen. aber sie erscheint nicht als seyend.

das in der Lage ist. sich seiner selbst bewußt zu werden? Da es hierbei um ein Als des Bewußtseins geht. dafür in Frage. welcher doppelten Umwandlung sich das Bewußtsein unterwerfen muß. daß in der Erscheinung Gott als solcher erscheinen sollte: Allein hinsichtlich dieser Aufgabe konnte die Erscheinung je als solche erscheinen.h. Vorlesung. Es ist dies ein Ergebnis. zugleich auch in einem andern Sinne aus einem gewissen schematischen Zustande. Übrigens hat man auch erst mit der Darstellung eines solchen Seins. und der Gewalt über dieses Sehen innerhalb des schon begonnenen Schematismus überhaupt. Fichte schließt also die 25. zu einem Seyn.18-25) Fichte erklärt hier. dem Sehen des Sehens. als seyend. die Möglichkeit des Bewußtseins. das Sehen des Bewußtseins zu betrachten. das Als der Erscheinung beobachten zu können.h. demselben Sehen. d. (246.232 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher dem Sehen. daß also in dieser Region der Uebergang auf eine doppelte Weise bestimmt ist. Das neue . kommt nur das Prinzip des Soll. da es eben als solches erscheinen muß. und das daher das Sehen in seiner ›Gewalt‹ hat. Der schematische Zustand drückt folglich das Dasein eines bestimmten Vermögens aus und zwar eines Vermögens. daß nemlich die Erscheinung erscheine. indem er die Entstehung des Bewußtseins des Bewußtseins aus dem Soll folgendermaßen erklärt: So müste das neue Bewußtseyn. um sich seiner selbst bewußt zu werden. d. soll schlechthin seyn. sagte ich. des Bewußtseins des Bewußtseins. das mit dem Sehen und dem Gesehenen zusammenfällt. dem Vermögen. da ja in dem Seyn derselben wiederum erscheinen soll Gott als erscheinend. das allein zum Als führen kann. Wenn nun selbst das eigene Sehen ihm bewußt wird. wobei sein eigenes Sehen selbst als ein Sein zu verstehen ist. den Anspruch erfüllt. die Erscheinung als solche bzw. Ich setze hinzu. Das Bewußtsein als Bewußt-Sein ist selbst ein Sein. nur so konnte das Charakteristische ihres Erscheinens als Erscheinung von der Erscheinung überhaupt abgezogen und als Rest das Göttliche sichtbar werden. Worauf gründet sich aber das Bewußtsein des Bewußtseins. Es muß drum ein solches Bewußtseyn seyn können wenigstens. denn das was dadurch allein möglich ist. Es ist sich nämlich zunächst des gesehenen Objekts bewußt. das ja schematisch ist. zu dem man nur unter der Annahme kommen konnte. wird das Bewußtsein in seinem schematischen Aspekt wahrgenommen und fällt es mit diesem Bewußtseinsschema zusammen. zu einem schematischen Zustande.

3. Die dadurch angesprochne Freiheit vollziehe sich nur. und es wird. (246.7-10) Es ist aber nun zunächst daran zu erinnern. das soll. Das jetzt zu beschreibende neue Sehen müßte seyn der Reflex des Reflexes. Vorlesung seiner näheren Beschreibung. und nur in Verbindung mit der Freiheit ein soll ist. die Bedingung der Möglichkeit zur Entstehung eines Bewußtseins des Bewußtseins entdeckt hat. ein Soll anzunehmen. zu einem solchen Bewußtseyn ohne weiteres kommen. und seine besondere Form. damit die Bewußtseinsform. 6. das dadurch zu einem faktischen Gesetze wird. durch das Soll.0. (247. Dieses sich im Reflex zeigende Vermögen wurde dann vollkommen zum Sehen des Bildes und entsprechend als Sehvermögen wahrgenommen. sichtbar wird. daß ein zweites Bewußtsein unentbehrlich ist. Dabei wurde die Struktur des Bewußtseins als synthetischer Ort der Vollziehung eines Vermögens erkannt. Ein nun näher zu erklärendes zwei- . sage ich. daß der Reflex des Bewußtseins als unmittelbares Bild eines Vermögens betrachtet wurde. daß im zweiten das Vermögen des ersten Bewußtseins zum Bild wird und entsprechend der Reflex ein unmittelbarer Reflex des ersten Reflexes sein muß: Das erste Sehen war der Reflex des unmittelbaren Bildes. und durch die absolut synthetische Vereinigung dieser beiden entstand auf die beschriebne Weise das erste Bewußtseyn. weil er gerade als Folge der Untersuchung nach dem Erscheinen des Vermögens als solchem entstand. das sich einem außer ihm daseienden Objekt hingibt.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher Bewußtseyn gründet sich auf das soll. in der wir es eben hier betrachten. Der einzige Unterschied zum ersten besteht darin. das Freiheit voraussezt. als Soll eines als. die aus den beiden soeben beschriebenen Polen des Bildes und des Reflexes besteht.27-35) 233 Nachdem Fichte im Soll und daher in der Freiheit. Der Reflex des Reflexes Es wurde bisher festgestellt. nämlich Bild und Reflex. Dieses zweite Bewußtsein muß selbstverständlich die gleiche Form wie das erste haben und demzufolge besitzt es notwendigerweise dieselben zwei Bestandteile. widmet er die nächste 26.

« . daß im Bewußtsein das Vermögen nicht als erschaffend. muß das Vermögen des Vermögens die Fähigkeit des Vermögens. sondern nur ihr Produkt.14-18 (Hervorhebung durch Verfasser): »Darum erscheint die Freiheit.177 Jetzt soll diese Form des Sicherscheinens des Bewußtseins gerechtfertigt werden.234 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher tes Bewußtsein muß sich auf dieses erste Bewußtsein richten. sich seiner bewußt zu sein.13-16) Diese Erklärung hilft nun. wie dieses im Bewußtsein des Bewußtseins und daher im Reflex des Reflexes vorkommen kann: Gerade hierin erscheint das Vermögen des Vermögens. Wie drückt sich aber das Vermögen im ersten Bewußtsein aus? In der 19. 222. indem nur der Reflex im Schema aufgeht. sondern vielmehr als sich hingebend erscheint. was für ein Vermögen im ersten Bewußtsein für die Entstehung des Gesehenen zuständig war: Der Inhalt des zweiten Bewußtseins muß die Bedingung der Möglichkeit der Tätigkeit des ersten Vermögens ans Licht bringen. also zu verstehen. um es zu analysieren. oben Kapitel: Die Beschreibung des Freiheitakts: ideale und faktische 177 Vgl. sein sonst fortlaufendes Pro- 176 Welt. GA II 12. (247. Vgl. keinesweges als ein Erschaffen. die Bedingung der Möglichkeit dafür wird gerade der Inhalt des Bewußtseins des Bewußtseins sein. wie oben erinnert. Vorlesung176 wurde schon festgestellt. Diesem zweiten Bewußtsein muß deshalb zunächst klar werden. Freiheit des Erschaffens durch die Vollziehung des Vermögens der Erscheinung überhaupt hier aber gar nicht erscheint. Ein produktives Vermögen kann aber nur dann zum Stillstand kommen. das Schema des Vermögens. Ganz ähnlich zum ersten Vermögen kann auch dieses nichts erschaffen. muß das Vermögen des Vermögens die Bedingung der Möglichkeit des Stillstehens des ersteren darstellen. Fichte argumentiert. es war bloß ein stillstehen als Vermögen dem geschaffenen Produkte gegenüber […]. Das Vermögen des Vermögens fällt insofern mit der Freiheit des ersten Vermögens. die ursprüngl. überhaupt zu diesem Stillstand gelangen zu können. und da das Resultat des Vermögens ein Stillstand war. daß die Voraussetzung für das Sichhingeben ein Stillstehen des Vermögens sein muß: Jenes erste Vermögen war keinesweges ein Vermögen zu schaffen (das Schaffen blieb eben verborgen im Produkte). in der etwanigen Reflexion auch nur als ein sich hingeben. wenn es innehält. Wenn also das Resultat des Vermögens das Still-Stehen war. und daher den Akt des Sich-still-Haltens ausdrücken. zu erklären.

sondern darüber hinaus auch als Freiheit.h.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 235 duzieren anzuhalten. vor dem Produkt seiner Vollziehung innezuhalten oder auch nicht. die das Vermögen über sich ausüben muß. der. muß auch in ihm das darin sich vollziehende Vermögen in einem Reflex erscheinen. worauf ohne dieses sich halten das Vermögen nicht gehen würde: Die Gewalt jenes stillestehenden Vermögen vor dem Objekte über sich selbst.16-24) Dem zweiten Bewußtsein erscheint also das im ersten Bewußtsein sich vollziehende Vermögen nicht mehr nur als Freiheit. oder auch nicht: ein sich stille halten jenem Objekte gegenüber. Dies wäre der neue Reflex. von selbst sich einstellte. nämlich in dem von Fichte genannten Reflex des Reflexes. wird diese Selbstbeschränkung des Vermögens im zweiten Bewußtsein zum Betrachtungsobjekt und erscheint entsprechend als eine gewisse Gewalt. ob denn diese Reflexion des Bewußtseins auf sich selbst nicht der Anfang eines unendlichen Regresses sei. womit das Sehen eines Bildes zusammen mit einer transzendentalen Apperzeption entstand. als eine gewisse auf sich selbst ausgeübte Macht des Vermögens. nimmt sich zu Recht als ein Schweben über dem Objekt wahr. Was nun ist es: offenbar Freiheit jenes stillestehens des ersten Vermögens dem ersten Objekte gegenüber. d.h. Diese Macht nun. die als Reflex eines weiteren Vermögens des Vermögens vorkommt. sich überhaupt zu vollziehen oder nicht. Genauso erschien das erste Vermögen seiner Vollziehung folgend sich selbst unmittelbar in einem Reflex. (247. zusammen. Während also im ersten Bewußtsein das Stillstehen des Vermögens unbewußt und demnach unbemerkt war – weil es mit dem Bild des Objekts verschmolzen war –. Man kann sich nun aber eine andere Frage stellen und zwar. damit ihm ein objektives Bild entstehen kann. wie der das ganze bedingende FreiheitsAkt vollzogen würde. Folgendermaßen erklärt Fichte dieses Konzept: So ist auch dieses zweite Vermögen des Vermögens keinesweges ein erschaffen des ersten […]. Was kann nun der Inhalt dieses Reflexes des Reflexes sein? Es ist eben ein Reflex des Sichanhaltens. d. bemerkt Fichte. Indem nun aber dieses zweite Bewußtsein tatsächlich etwas sieht. wie es vor dem Objekt stillsteht. ein Schema der Macht des Vermögens. Das zweite Bewußtsein schwebt also über dem ersten wie dieses über dem Objekt und sieht das Vermögen. – . Das erste Sehen. wird Reflex des Reflexes genannt. innezuhalten. Wenngleich das Bewußtsein des Bewußtseins aus nichts anderem besteht als aus einem .

einem Bewußtsein des Bewußtseins des Bewußtseins. Auf einer vermutlichen dritten Ebene. Offensichtlich kann man den Regreß in den unendlichen Metaebenen der Selbstbetrachtung des Bewußtseins nicht aufgrund eines logischen Schlusses unterbrechen. kann man vermuten. ohne daß je in diesem Regressus irgend ein Ende erreicht werde.236 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher weiteren schwebenden Sehvermögen. ohne sein Zuthun seyendes. . daß die Bedingung der Möglichkeit dieses zweiten Bewußtseins wiederum in einem dritten Bewußtsein zu finden ist und so weiter bis zur weiteren Aufdeckung von n Metaebenen des Bewußtseins als notwendige Bedingungen der Möglichkeit der jeweiligen n-1-Bewußtseinsebenen.21. worüber es schwebt? (247. allerdings genügt es zu bemerken. würde sein Reflex des Reflexes des Reflexes wie schon auf der zweiten Bewußtseinsebene nichts anderes als »[d]ie Gewalt jenes stillestehenden Vermögens vor dem Objekte über sich selbst«178 sein können. Fichte geht jetzt noch einen Schritt weiter. Es ist hier aber gleich anzumerken. oder Sehen. Ist dies wirklich für das Sehen ein objektives. das das erste Sehen zu seinem wahrgenommenen Objekt macht.24-27) Es handelt sich dabei um eine fundamentale Frage. denn nur durch eine positive Beantwortung kann der Gefahr vorgebeugt werden. Fichte antwortet also: 178 GA II 12. Und damit erweist sich dieses Hinterfragen zwar als theoretisch möglich. wenn er die Beziehung zwischen Reflex und Einsicht hinterfragt: Dieser ist ein Sehen. womit sein Sehen gar kein wahres Sehen und die ganze Erklärung der Bewußtseinsstruktur sich als beliebig erwiese. eben das erste Vermögen. sich selbst durchdringendes Schema: es hat sein gesehenes. sein Objekt an dem es sich bricht. daß jede weitere Reflexion kein neues Wissen über die Struktur des Bewußtseins mit sich bringen würde. Und mit Recht. denn eigentlich kommt schon im zweiten Bewußtsein die Ganzheit vor. ein in sich selbst aufgehendes. daß Fichte dieses Problem gar nicht thematisiert. daß das Ergebnis der Reflexion des Bewußtseins auf sich selbst eine reine Erdichtung sei. derer ein Bewußtsein sich überhaupt bewußt sein kann. gleichwohl aber sinnlos. 247.

Lediglich mich also machen. – Wodurch ist nun dem Sehen. Denn das gewöhnlich unbewußte Sichanhalten wird nun bewußt geübt. mache ich denn. sein sonst automatisches Funktionieren anzuhalten. indem es sich ansieht. sondern eine Bewußtseinstätigkeit. Und nach einer Bemerkung. macht. als dasselbe seyn könnend oder auch nicht. was er ja nicht müßte.2731) 237 Wichtig ist Fichte hier die Feststellung. – Sehen des Sehens = Sehen des Vermögens. und in derjenigen Lage. – . und behaupte ich zu machen? Keins. als sich haltend in der synthetischen Einheit. Alles. vor dem Sich-Stille-halten. Die ganz gewöhnl[iche] Reflexion. damit seine eigene Struktur ans Licht kommen kann. (247. keinesweges dadurch. um dabei das Wirken des Vermögens feststellen zu können. ja der Wissenschaftslehrer. welche die . Welches von den Bestandtheilen des Ganzen. Dies ist auch der Ausdruk des Bewußtseyns in wirklicher Reflexion. d. über sich selbst zu reflektieren und dafür sein gewöhnliches Verfahren zu suspendieren. was der Betrachter. die sich auf sich selbst nur mit der Absicht richtet. – . ist also. das Bewußtsein dazu zu führen. Dabei wird gerade das Vermögen sich anzuhalten eindeutig sichtbar. Die Entstehung der Einsicht in die Struktur des Bewußtsein hängt allein von der bewußten Übung ab.i. Schwebt es drüber[?]: allerdings. das zu einem Vor-dem-Objekt-Stillstehen führt. sondern nach sich selbst richtet. d. sich still zu halten. fügt Fichte die folgende Bemerkung hinzu.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher Offenbar. indem das Bewußtsein sich nicht nach einem Objekt. sich nach außen richtenden Tätigkeit des Wissenschaftslehrers abhängt.32-248. Ich sehe und thue es. das vorher selbst Sehen war. daß keiner der oben angezeigten Bewußtseinsinhalte von irgendeiner willkürlichen. oder etwa das Ganze. aber nicht sichtbar. Das ganze Bild macht sich ja selbst: was nun kann ich denn dabei thun. Da gewöhnlich das Reflektieren in den Verdacht gerät. da sich in mir das Bild machen könne.i. die Sichtbarkeit eingesezt[?]: durch die Freiheit. um jede Willkürlichkeit im Ergebnis des Reflexionsprozesses endgültig zu beseitigen. (247. mich stille halten.7) Reflektieren ist also für Fichte nicht ein erschaffendes Thun. daß er selbst wieder reflektirt wird. wo liegt denn nun das Thun: und wie sonderbar ist die ganze Behauptung. es sei eher ein seine Folgen erschaffender als ein diese bestätigender Zustand – worin auch der Grund der anfangs zusammengefaßten Polemik gegen Schelling lag –. und ist als dieser. denn es selbst ist der Reflex vom Bilde. als solchen.

und zur Unend- 179 GA II 12. sich anzuhalten: es versteht sich innerhalb der Sphäre der SichVollziehung.8. wodurch das Vermögen bestimmt wird. Fichte faßt nun die drei bekannten Weisen. bisher unbekannten Prinzip des Vermögens unterstellt sein soll. ob dieses abgeleitete Vermögen.9-13) Entscheidend ist also. theils zum Als. wie sich das leztere von selbst versteht. Daher schließt Fichte: [E]s wäre drum dies allerdings ein anderes Princip. wurde die Vollziehung des Vermögens nur als ein ins Unendliche führendes Vollbringen seiner selbst dargestellt. wendet sich Fichte der »höhern Frage«179 nach der Realität des eben Angeschauten zu: Dieses sich halten des Vermögens erscheint hier bloß als hingeschaut. – Hat denn nun diese Anschauung Realität. muß man sich hier zunächst daran erinnern. noch einmal zusammen: »teils zur Sichvollziehung. und eine weitere Bestimmung der Freiheit überhaupt als eines Vermögens. Das Sichanhalten ist dagegen das Zeichen einer Gegenbewegung. einer realen Macht entspricht und nicht eher ein bloß irreführendes Ergebnis der Reflexion ist. sich anzuhalten. und so ist es beschrieben worden. Das Ergebnis des Sich-selbst-Schematisierens wurde als ein bloßes Aus-sichHerausgehen verstanden. wie sich das Soll verwirklicht und kausal wirkt.238 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher Untersuchung des Inhalts des Bewußtseins des Bewußtseins beschließt. sich zu halten.15-19) Um dem geraden Weg der Deduktion zu folgen. zufolge dessen wir sagen könnten: die Freiheit hat nicht nur das Vermögen sich zu vollziehen. (248. Erst durch das Soll und vermöge einer Synthesis mit ihm wurde die sonst leere Freiheit der Erscheinung zu einem Vermögen bestimmt. damit Gott wirklich erscheint) nach welcher das Resultat ist ein Bild des absoluten Soll. Ist eine wahre Existenz dieses Vermögens jenseits seiner schematischen Wahrnehmung in dem Reflex des Reflexes nachweisbar? Bis jetzt. und giebt es etwas ihr correspondirendes. eben dem schematischen Zustande. . der Freiheit überhaupt (sie soll sich vollziehen. 248. durch absolute Freiheit. sondern auch das. Giebt es wirklich und in der That ein solches sich Halten der Erscheinung. so Fichte. durch den Reflex des Reflexes. die insofern einem anderen. (248.

namentlich die Entstehung einer unendlichen Reihe einerseits und ihre Betrachtung unter dem Prinzip des Als andererseits.2-4. noch dem des Als. näher untersucht werden.8-13) Fichte bemerkt hier.h. ganz unmöglich ist. Somit folgt sie aus der Feststellung der Unzulänglichkeit des Produkts des Kann aus dem Drang. sondern immerfort weiter. Wie kann man die einzelnen endlichen Elemente der Unendlichkeit als solche fixieren. welches das Schema 2 zugleich als Schema und als Sein dieses Schemas wahrnehmen läßt. Das Als ist nämlich das Prinzip. ohne Unterlaß. daß das oben beschriebene Resultat dieser beiden Bestimmungen des Soll. Anhand dieser Beschreibung entsteht aber die Frage. nach der Art und Weise. wobei sich freilich nicht begreift wie es je auch zu einem Bilde kommen könne. entstehen notwendigerweise erst nach der Entstehung eines Bildes der Erscheinung. wobei keines von beiden ohne die Voraussetzung dieses Bildes der Erscheinung wahrzunehmen wäre. das Fichte wie folgt beschreibt: Die beiden lezten setzen ein Bild und Bilden voraus: nach dem Gesetze der Unendlichkeit soll es beim ersten Bilde nicht bleiben. . Sie haben sich sonach in den Standpunkt der Voraussetzung zu stellen. wie die Vollziehung des Vermögens bisher gedacht wurde. Denn sowohl die Unendlichkeit der objektiven Bewußtseinsinhalte als auch das Als. daß nach dem soll in der ersten Bedeutung ein Bild sey. 249. darüber hinaus fortzugehen. Im Unterschied zur Kausalität des Soll – in Hinblick auf die Entstehung eines Bildes seiner selbst – hängen die Kausalitäten des Soll mit Rücksicht auf das Als und auf die Unendlichkeit mit der Vollziehung des Vermögens überhaupt zusammen. die ihre Wirkung bedingen.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 239 lichkeit«180 Nun muß aber der Unterschied zwischen diesen drei Kausalitäten und den Faktoren. (249. Die Unendlichkeit kann dagegen erst nach der Synthesis des Könnens und des Nichtkönnens im Anschluß an die Forderung zur Verwirklichung des absoluten Schemas des Soll vorkommen. wenn doch die Vollziehung des Vermögens mit Recht als ein unaufhaltbares Fortfließen ge- 180 GA II 12. des Schemas 2. d. um ein dem Bild des absoluten Soll angemessenes Produkt zu vollbringen. das diese unter ihrer alleinigen Möglichkeit betrachten läßt. soll dies als solches erscheinen. wie man aus dem unendlichen Fortfluß der Bilder zu ihrer Betrachtung in der Form des Als gelangen könne – ein Problem.

nicht nur einen Fortfluß zu produzieren. und anhalten. so käme es nie zu einem Als. wird sich nun auch in der Realität erweisen. sondern sich auch anzuhalten: [S]o wäre denn das Soll im zweiten Sinne überhaupt […]. (249.14-22) Fichte fährt also damit fort. so müste dieser Strom stehen. bestimmend das Vermögen schlechtweg. daß ein Vermögen »sich anzuhalten […] oder sich gehen zu lassen«. oder sich gehen zu lassen. Je nach- . sie müste ihn drum anhalten können. und so ein stehendes Vermögen: zuerst überhaupt zu vollziehen ein Schema des soll. sich entweder anzuhalten. und ein Vermögen dazu haben. in der Synthesis mit ihr zum Gesetze gewordne Seyn. und als Als. sodann unter dieser Bedingung (unter welcher nun jenes verborgne Vermögen erst frei wird. Denn nun tritt nach vollzognem er’sten soll das soll ein in seiner zweiten Bedeutung: als unendlich. Soll es drum als Als Kausalität haben. nicht einmal zu einer Einheit des Bildes.240 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher dacht wird? Und woher kommt die Möglichkeit eines Als. und so zu einem Bilde überhaupt. wo sodann der Fortschritt zur Unendlichkeit erfolgen würde. Das kann er nicht für sich: denn das Princip der Unendlichkeit ist auch da.23-33) Die Deduktion. ohne daß ein einzelnes schematisches Bild fixiert werden könnte? Fichte zeigt diesen Widerspruch in folgender Weise auf: Ich sage: es widerspricht sich. wo sodann das als erfolgen würde. das nun als notwendig erwiesene zweite Prinzip der Vollziehung des Vermögens abzuleiten. Vorlesung.) sich in diesem Zustande anzuhalten oder nicht. nachdem Fichte seine Möglichkeit schon aus einer theoretischen Betrachtung des Bewußtseins erschlossen hat. da sein muß. Hätte es nun als Unendlichkeit Kausalität. (249. und setzend in der Freiheit ein Vermögen schlechtweg der im schematischen Zustande befindlichen Erscheinung. Die Freiheit müste drum jenen Strom anhalten. damit es zu einem wirklichen Als käme. Damit beendet er die 26. und überhaupt hat kein Soll Kausalität unter Voraussetzung der Freiheit. nicht aber ohne eine Zusammenfassung des Inhalts des Schlusses der gesamten Vorlesung zu geben: Und so steht denn diesem Beweise zufolge die Sache so: Die absolute durch das blosse Seyn der Erscheinung aus Gott seyende Freiheit derselben ist bestimmt durch dieses. sondern nur zu einem unendlichen Strome von Bildwesen.

oder ein unendlicher Fortstrom von Bildwesen.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher dem Eins von beiden erfolgt. oder Sehen seyn soll. sondern nur bedingte Nothwendigkeit. thut sie es sicher: und so hat dieses Halten nicht unbedingte. muß sie es. Sich anhalten als schematisches Seyn.. und wo dies ist. daß in der oben dargestellten Folge der drei Prinzipien Sein.10) 241 Die faktische Entstehung des Bewußtseins und des mit ihm notwendig verbundenen Bewußtseins des Bewußtseins ist also bedingt durch die Existenz eines Prinzips des Vermögens. sondern sie thut es mit Freiheit: aber falls irgend ein Bild. sich anzuhalten. dennoch entgegengesetzt und demzufolge nicht von jenem ersten abzuleiten ist. zwar untergeordnet. zufolge eines neuen Vermögens. d. in welchem durchaus kein Anhalt und so auch keine Einheit ist. die sich nach weiteren Bestimmungen der Freiheit darstellen. Folge: Seyn. als: auch dieses Als. Dieses zweite Vermögen aber muß. ein Vermögen sich zu halten. (250. das erst nach einem Stillehalten des Bildes. in der das Als tatsächlich vorkommt.h. im Gegensatze mit dem Soll.14-16) . Dagegen ist das Als das Merkmal eines Prinzips. […] Aus dem ersten folgt Bewußtseyn. (249. Dabei sind aber die Gesetze der Reflexion des Bewußtseins über sich selbst noch in ihrer Vollständigkeit zu untersuchen. entsteht nach dem Gesetze entweder ein Als des ersten Bildes […]. daß sich das Vermögen dem Gesetz des Soll hingibt. das eben damit zusammenfällt. und Bewußtseyn des Bewußtseyns. auftauchen kann. gemäß dem faktischen Dasein des Bewußtseins und seiner schon angegebenen Darstellung in einer synthetischen Periode. Die Erscheinung muß sich nicht anhalten.29-250. das Sichhingeben anzuhalten. – . Soll. (neues Princip) Vermögen unter dem HauptVermögen: weiter bestimmtes. das dem einfachen Vermögen der Erscheinung. existieren. sich weiter zu schematisieren. in einer Verbindung wieder nach strengsten Gesetzen die wir nächstens prüfen wollen. (250. Das Als folgt insofern einem zweiten freien Vermögen. Denn dem Soll folgend ist das Bilden der Erscheinung ein unbegrenztes Fortfließen.10-13) Festgestellt wurde aber nun. Soll und Als die unendliche Forderung des Soll und die Erscheinung eines faktischen Bildes nach dem Als zwei einander entgegengesetzte Momente sind.

heißt nämlich. die sich wiederum nur in einer unendlichen Kausalität verwirklichen kann. (251. Das Faktum des Sichanhaltens zu Beginn der 27. Daß sich die Erscheinung in einem schematischen Zustand hält. und die Erscheinung kann. die überhaupt ein widersprüchliches Konzept zu sein scheint. Ueberlegen wir […] genauer.242 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 6. zu denken ist. daß ich mich so ausdrüke. Vorlesung erklärt Fichte wieder. auch nicht ein minimum vollziehen. .11-21) Nun kommt die Frage auf. denn das Gesez an das Faktum ist absolut ein unendliches. was in diesem Faktum des sich haltens im schematischen Zustande.7-11) Die Folge des Sichanhaltens. was es mit sich bringt und in welcher Form es sich überhaupt erscheint. wegen seiner Absolutheit. und in dem Reflexe desselben liegt. muß dieses Vermögen tatsächlich existieren und sich auch verwirklicht haben. das nicht in sich selbst unendlich sey. wie eine solche unendliche Begrenztheit. daß dieses Bild nur unendlich sein kann. Unter der Annahme eines Bewußtseins und damit der synthetischen Periode. Im schematischen Zustande.0. und dadurch dem Bilde eine äussere Grenze geben möge. sagen wir. Also […] wo sie sich anhalte. fordert. die das Als miteinbezieht. um festzustellen. kann nur ein Bild sein. wenn man ihm die oben beschriebene Entstehungsart zugrunde legt? Zunächst erklärt Fichte. muß es jedoch auf irgendeine Weise auch unendlich sein: Das Soll für das Faktum. eine unendliche Aufforderung darstellt. dieses Faktum näher zu erklären. das Fichte hier als »schematischen Zustande« bezeichnet. daß sie zum Bild wird und sozusagen als Bild verweilt. sich anzuhalten. so ist dasselbe denn doch in sich gewiß ein unendliches.4. und es ist ein Schema. Aufgrund der Existenz eines Bewußtseins muß man also auf das Faktum des Sichanhaltens des Vermögens der Erscheinung schließen. Der zusätzliche Schritt besteht nun darin. Wie ist dieses nun in Absicht der Form […]? (251. Wenn das Bild durch das Sichanhalten des Vermögens begrenzt sein muß. Welche Eigenschaften muß aber dieses Bild haben. welches die Existenz eines Vermögens der Erscheinung. die Kausalität desselben auf dies Faktum ist schlechthin unendlich. da es aufgrund eines Soll entsteht und das Soll. so haben wir den Beweiß geführt: die Freiheit überhaupt ist vollzogen. daß es das Soll des Als ist.

251. sich anzuhalten. vollkommen anders begriffen wird. d. dennoch ist es auch unendlich weiter bestimmbar. (251.h. und dem und dem anhalten. Auch das Vermögen. Hier spielt die Freiheit 181 GA II 12. ist anzunehmen. Das Bild ist nämlich »nach außen vollendet. Dieser kann aber nie das Sichanhalten des Vermögens wiedergeben. die in dem wirkl[ichen] producirten Bilde sind. Da es aber im Bewußtsein nicht als eine absolute Singularität. so würde es sagen: ich habe freilich dieses ganze vorliegende Bild vollzogen. Übrigens kann man ein Bild immer weiter bestimmen. nach innen aber unendlich«.31-252. sich anzuhalten. bringt wie jedes Vermögen durch seine Vollziehung notwendig auch einen Reflex mit sich.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 243 Unendliche Begrenztheit kann man Fichte zufolge verstehen. daß das Bildungsvermögen sich während des Bildungsprozesses bei allen unterschiedlichen Teilen dieser Mannigfaltigkeit beliebig anders hätte anhalten können. weswegen Fichte die Entstehung des einzelnen Bildes aus dem sich frei vollziehenden Vermögen genetisch erklären kann: Also – es bildet sich ab ein Vermögen allenthalben über den unendlichen Punkten. ist also nur ein Schema des Sichanhaltens. sich anzuhalten: wenn das Vermögen sprechen könnte […]. bei dem Theile desselben. welches das Sichtbarwerden eines Vermögens.181 Vollkommenheit heißt insofern zwar begrenzt sein. daß das Bild selbst. jedoch nicht in sich endlich: Das Bild muß begrenzt sein.h. was wiederum zu unendlich vielen möglichen Gestaltungen derselben Synthesis geführt hätte. sondern notwendig als Synthesis einer Mannigfaltigkeit erscheint. Was der Reflex wiedergeben kann.22f. indem man an den Unterschied zwischen der Innerlichkeit und der Äußerlichkeit des Bildes denkt. und so es auch nicht vollziehen können.2) Damit erläutert Fichte den oben dargestellten Unterschied zwischen der innerlichen Unendlichkeit und der äußerlichen Vollkommenheit des Bildes. d. Dabei kann es auch geschehen. . obwohl äußerlich noch unverändert. Andererseits wird aber der Reflex beim Bilden stets automatisch vorkommen. Einmal vollzogen ist das Bild in seinen äußerlichen Grenzen fixiert. ein anderes wird. näher anschauen oder auch präziser beschreiben. so Fichte weiter. ist. aber ich hätte ins unendliche fort. denn einmal vollzogen ist das Sichanhalten selbst nicht mehr als solches wahrzunehmen. ohne dadurch seine Grenze zu ändern.

mehr haben wir bis jezt nicht von ihr gesagt. (252. und der sich hingebenden Freiheit: Das erste gibt freilich das was. Damit erscheint ein Bild der Erscheinung nicht nur als Folge eines Gesetzes. und in dieser Begleitung eins bleibende synthetische Einheit: die da eben ist. in einem Schema erscheinen. indem dies bedingt ist. sich anzuhalten. welches das Bilden bestimmt. Fichte fragt demnach: 2. sich dem Gesetz der Konstruktion des Bildes hinzugeben oder auch nicht. wodurch das Bild ganz mechanisch allein dem Gesetz des Soll folgend sich bilden würde. wird sein Vollziehen ständig von dieser Möglichkeit begleitet. Denn offenbar erschöpft sich das Vermögen nicht ganz in der Entscheidung. hingegeben haben. Dieses Vermögen des Anhaltens. d.) Was ist nun das für ein Schema? Zuvörderst: offenbar verschließt durch das sich anhalten die Erscheinung sich gänzlich der unmittelbaren Kausalität des Soll. sondern es kann das Bild weiter und immer anders bestimmen.h. sich hinzugeben. Nun aber muß es. Mit den Worten Fichtes: Das Bild in dem ganzen Umfange seines Daseyns ist drum keinesweges Produkt des Gesetzes. In einem zweiten Moment muß sich dagegen das Vermögen vom Bildungsprozeß losgerissen haben und dabei das Bild als etwas Vollkommenes entstehen lassen haben. denn dazu braucht es auch das Mitwirken der Vermögensfreiheit. wozu die Freiheit nichts beiträgt: diese das daß. Nach der obigen Deduktion der Freiheit des Vermögens. wodurch das Vermögen endlich ausdrücklich als schöpferisch vorkommt. so wie es einen Reflex des Vermögens. und in unsrer Reihe der erste Reflex des Seyns des Bildes eben selbst ist. muß sich das Vermögen zunächst nicht angehalten haben. die demzufolge seine Freiheit ausdrückt. gab. sondern Produkt einer Zusammenwirkung des Gesetzes. und des sich hingeben ist nun allen Punkten der Unendlichkeit gegenüber ganz dasselbe Eine formelle: und so die das mannigfaltige begleitende. sondern sich dem Gesetz. In . und hebt dieselbe rein auf. sich bei der Vollziehung des Vermögens anzuhalten und somit die Bestimmungen des Bildes zu fixieren oder sich nicht anzuhalten und sich dem Gesetz des Bildens weiter hinzugeben. auch einen Reflex des Vermögens sich anzuhalten geben. sich zu vollziehen.11-20) Um zu einem Bild zu kommen. denn dieses Vermögen muß ebenfalls ausdrücklich als solches. durch ihr sich hingeben mit Unterdrükung des mögl[ichen] Aufhörens des anhaltens.244 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher tatsächlich auch in der Entstehung des Bildes eine Rolle.

die zwar kein Grund des Bildes ist. 1) daß die Kausalität des Soll und das Vermögen der Erscheinung. (253. Das Bild ist nicht gerade durch die Erscheinung.7-10) 245 Die Erscheinung muß sich also im Schema des sichanhaltenden Vermögens als gegen das Gesetz des Soll wirkend erscheinen. der die Freiheit sich bloß hingab: und es wäre ohne diese Kausalität zu keinem Bilde gekommen. Jezt ist diese Kausalität nicht. und wird gehalten durch die Erscheinung. und völlig unabhängig von derselben. (253. ohne ein sich hingeben an die Kausalität. Der Reflex des Sichanhaltens ist somit das Verbleiben des Bildes in der Erscheinung. sich dieser Kausalität hinzugeben. wird nun im Reflex des Sichanhaltens eine aktive Tätigkeit des Vermögens gezeigt. Er erklärt nämlich. in diesem bildlichen Zustande. ist es fort. So nämlich Fichte: Reflex des Reflexes: ein absolutes halten. und tragen des Bildes. haltende Bildungskraft. Demzufolge deckt Fichte eine erhellende Parallele zwischen dem vorigen Vermögen des Hingebens und dem gegenwärtigen Vermögen des Sichanhaltens auf. sich gegen diese Kausalität wenden zu können. vom Vermögen unabhängigen Seins –. Fassen Sie diesen scharfen Unterschied. Nach der ersten Ansicht wird der Inhalt des Bildes durch die unmittelbare Kausalität des Gesetzes. aber nachdem es einmal ist. es wird aber auch die Folge dieser Kausalität in einem fortdauernden Produkt fixiert und behalten.10-16) Wenn also das Vermögen der Erscheinung bei der oben beschriebenen ›Entstehung‹ des Bewußtseins nicht als das Bild erschaffend erschien – dies ergab das Dasein eines unschematisierten. durch das sich halten der Erscheinung. 2) daß aber erst dank einer weiteren Bestimmung der Freiheit der Erscheinung. durch die das Repräsentiren des Gegenstandes. ohne daß dabei das Gesetz des Bildens wirkte. tatsächlich ein Bild bestehen bleiben kann. Der erklärte Zustand der Verschlossenheit des äussern Sinnes. um hieran die Kooperation beider in der Entstehung eines wirklichen Bildes zu zeigen. auch ohne seine . die Bedingung der Möglichkeit der Entstehung eines Bildes überhaupt ist. jedoch die Möglichkeit seines Bestehens als Bild darstellt. und dennoch Bilder haben.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher diesem Zustande sonach müßte die Erscheinung in diesem neuen Schema erscheinen. Durch dieses Vermögen wird zwar die Wirkung des Soll aufgehoben. aber das durch sie hervorgebrachte Bild ist und bleibt.

gewinnt auch der Reflex des Bildes.16-20) Es wird natürlich nicht die Notwendigkeit bestritten. Der näheren Untersuchung dieses sich-hingebenden Vermögens ist nun die nächste Vorlesung gewidmet. wie ich es ausgesprochen habe. Nach der Erklärung der Struktur der Entstehung der einzelnen Bilder als Zusammenwirken zweier unterschiedlicher Vermögen. um zu einem Bilde nur zu kommen: hier an das nicht mehr fliessende. ohne allen Fluß.3-9) Nun richtet Fichte seinen Blick wieder auf das sich hingebende Vermögen. und wird angeschaut. ausdrüklich. sondern in seiner ganzen Bestimmtheit dastehende Bild. Attentieren.246 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher Anwesenheit möglich wird. (254. sagte Fichte zuvor. Hingeben können oder auch nicht. daß es mit diesem Hingeben zugleich notwendig auch zu einem Sichanhalten kommt und erst das Zusammenwirken beider ein Bild verursacht. Demzufolge besteht die dem Bewußtsein innewohnende Intentionalität vor der Spaltung in Subjekt und Objekt. wie sie sich dann im Bewußtsein zeigen wird. Es wird dadurch die Bedingung der Möglichkeit der intentionalen Bewußtseinsstruktur erklärt. wenn ein Bild tatsächlich entstehen muß. der man sich doch hingibt. an was: vorher an die Kausalität des Soll. Nachdem aber abgeleitet worden ist. sich dem Gesetz des Soll hinzugeben. Nur muß man dabei auch verstehen. in deren Verlauf Fichte die weitere Bestimmung des . (254. daß erst durch das Achtgeben ein Bild als vollkommen wahrzunehmen sei. kann die sich-selbst-machende Erscheinung erscheinen. Erst durch das Achtgeben bzw. die ihrerseits von zwei entgegengesetzten Prinzipien abhängen. daß dieses Vermögen auch nach dem ihm entgegengesetzten Sichanhalten weiter wirken kann. die vom sich-hingebenden Vermögen abhängt. einen völlig anderen Sinn. durch den sich das ursprünglich vollziehende Vermögen selbst erscheint. Nun erklärt er die Tätigkeit des Achtgebens dadurch näher. kann das Vermögen sich nun auch diesem Bild selbst hingeben. erfaßt man dasselbe just als das Sichdem-Bild-Hingeben selbst. sich dem Gesetz des Soll hinzugeben oder nicht. Das leztere Vermögen. Im Reflex hat man das Vermögen schon als Freiheit erfaßt. – Dort ein fortfliessen der Erscheinung mit dem mannigfaltigen: hier ein stehen desselben über ihm. das eben durch Verschlossenheit für die Kausalität. liegt in diesem Reflexe. Da aber das Soll durch das Sichanhalten aufgehoben wurde und das Ergebnis der Unterbrechung des ihm folgenden unendlichen Fortfließens ein festes Bild ist.

Raum und Stoff Fichte analysiert nun zunächst die Form und den Inhalt des Hingabevermögens. Nun hat dieselbe noch überdies ein Vermögen an diese sich hinzugeben. . daß das Vermögen sich nun dem Bild zuwendet. Es handelt sich um ein Vermögen der Erscheinung. wenn sie drum sich vollzieht. Denn es wurde ja bereits deutlich. und steht fest. so schaft sie diese sichVollziehung selbst.28-255. denn dieses steht. oder auch nicht. Da nun erst aufgrund der Vollziehung dieses Vermögens tatsächlich ein Bild erscheint und da schon gesehen wurde. daß das Mitwirken dieses Vermögens eine unumgängliche Bedingung für die Entstehung des Bildes ist. Der Inhalt eines Vermögens zeigt sich aber in seinem Reflex bei seiner Vollziehung. Sie kann sich auch nicht vollziehen. 255.5. Sie ist drum ein Princip in der Erscheinung: sich selbst. und durch sich selbst etwas andres schlechthin zu erschaffen.182 182 GA II 12. Gedächtnis. Darin befindet sich also auch der Grund für die Reflexion der Erscheinung. wodurch sie sich selbst hingeben kann.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 247 Attentierens und des Sichanhaltens als reproduktive Einbildungskraft und Gedächtnis charakterisiert. daß das Vermögen in seiner Vollziehung das Bild tatsächlich erschafft. denn die Form des analysierten Vermögens zeigt sich nun als schöpferisch. nicht etwa in Absicht des Haltens. das hier als Bedingung der Möglichkeit der Intentionalität beschrieben wurde. wohingegen das bloße Sichanhalten allein noch zu keinem Bild führte. Fichte fragt nun entsprechend: »Welches Vermögen [wird] in ihr reflektirt[?]«. wobei das Bild nirgendwo anders als in der Erscheinung liegt und in der Tat nichts anderes als die Erscheinung selbst ist. kann man annehmen.7. und bleibt. und in der Form. 6. durchaus aus nichts. (254. Reproduktive Einbildungskraft. In diesem Zusammenhang werden aber zuvor auch Raum und Stoff deduziert. Wie denn also. W[as] D[as] E[rste] W[äre].6) Damit ist endlich die schöpferische Kraft der Erscheinung ins Blickfeld getreten. und sie ist und hält sich im schematischen Zustande: dies ist. und alles was in ihr liegt.0. Bemerken Sie: die Erscheinung ist. Nach dieser Betrachtung des formalen Aspektes des Vermögens widmet sich Fichte dessen inhaltlicher Analyse.

als könnend folgendes an dem gehaltenen Bilde. daß das Vermögen eben der Grund dieser Synthesis ist und daß es deshalb um ein zusammensetzendes Vermögen geht. Das Gedächtnis wird demzufolge die Möglichkeit einschließen. d. wie in diesen zwei Bildern die Beziehung zwischen ihren Teilen wahrzunehmen ist. Dieses Vermögen stellt Fichte weiter als Grund für das Gedächtnis dar.h. die eigentlich jenes besondere Vermögen ist. diese Theile anders. Von der Möglichkeit des freien Zusammensetzens leitet Fichte dagegen die reproduktive Einbildungskraft ab. die sich im Vollziehen des Vermögens hat entfalten müssen. (255.12-21) Aus der Möglichkeit dieser unendlichen Teilung. also in der Art und Weise.). d. das Handeln der reproduktiven Einbildungskraft zu lenken. muß man annehmen. 1. Wenn nämlich beide immer zusammen . in einem Sehen oder auch in einem Durch. mit einem Vermögen.) theilen ins Unbedingte fort. sodann den Stoff ab. wahrgenommen. Nun ist aber laut Fichte keine Synthesis ohne die entsprechende Analyse möglich. Nun ergeben sich nach Fichte notwendig das teilende und zusammensetzende Reproduktionsvermögen auf der einen Seite und das Sichanhalten des Vermögens der Erscheinung auf der anderen Seite zusammen. Diese können somit in einem gedacht werden.248 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher und zielt damit auf die Wirkung ab. zusammenzusetzen. einen bestimmten Kompositionsprozeß zu wiederholen. und anders aneinandersetzen. Da das Bild als etwas Synthetisches erscheint. leitet Fichte nun zunächst den Raum als Bedingung für die Kontinuität der Handlung. das nicht ein reiner Bilderspeicher. besteht der einzige wichtige Unterschied zwischen dem Bild und seinem durch die reproduktive Einbildungskraft geschaffenen Abbild. was das Vermögen wirklich vermag: Also – das Vermögen erscheint. zusammenfallen muß. Darin. Im ersten Fall wird sie nämlich als notwendig. im zweiten als zufällig. zu teilen. wie sie sich im ursprünglichen Bild ergaben. so daß ein Vermögen. sondern vielmehr die Fähigkeit ist. als eine rein willkürlich gewählte Zusammensetzung der Bildteile unter unendlich vielen anderen gleichberechtigten Möglichkeiten ihrer Zusammensetzung. die aber nie tatsächlich bis ins Unendliche fortzusetzen ist.h. die Teile genau so wieder zusammenzusetzen. Folgendermaßen kann nun Fichte das zusammenfassen. […] 2. der der Teilung zur weiteren Verfügung steht und selbst noch nicht geteilt als ein undurchdrungenes Ganzes übrig bleibt.

wo es drum gewiß in allen seinen Bestandtheilen abgeleitet wird.h. das synthetische Band würde. wo das Bewußtseyn selbst in der Deduktion als nothwendig erscheint hier in einem Sehen. und zwar als dasselbe. (256. falls dieses sich bestätigt hier einen Punkt. Es reicht dazu hin die scharfe Analyse des soeben vorgetragenen. Fichte erkennt nun in dem neutralen Prinzip der Synthesis dieser beiden Vermögen das Selbstbewußtsein oder das Ich. weil die Synthesis dieser Mannigfaltigkeit in keinem einzelnen der beiden ineinandergehenden Elemente aufgeht. (256. Also das Ich: das Selbstbewußtseyn müste hier eintreten. sondern eben erst infolge der unaufhaltsamen Bewegung zwischen diesen beiden und ihren gegenseitigen Verweisen entsteht. d. (256. mehr nur nach äussern Bestandtheilen beschrieben. Darin besteht also das Sehen. Die formale Einheit dieser synthetischen Einheit könnte wieder nur seyn dasselbe Vermögen.h. als einer Synthesis von Mannigfaltigem. durch unser Denken uns helfend. diesen Punkt mit grösserer Schärfe: und in seiner absoluten Tiefe zu erfassen.7-11) Die Wichtigkeit dieses Schlusses unterstreicht Fichte gleich danach. nicht etwa im leeren Sehvermögen noch im reinen Sehen des Etwas. was Fichte als lebendiges synthetisches Band definiert: Diese beiden entgegengesezten Zustände können vereinigt werden nur in einem sehen. d. wenn er den nächsten Schritt einleitet: Wir hätten.14-20) . und einem durch: daß also dieses lebendige Durch. und frei von der einen zur andern Bestimmung übergehend. was unten objektiv in seinen zwei Bedeutungen. was sich auch in unsrer Darstellung schon gezeigt hatte. ist das eine durch das andere zu verstehen und umgekehrt. Das Ich ist dieses synthetische Prinzip als solches. sondern im Sehen von Etwas in einer bestimmten Art und Weise.h. etwas eben so und – wie hinzuzufügen ist – nicht anders zu sehen. d.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 249 auftreten. als das sehen. in einem bestimmten Schema aufgefaßt. Bisher haben wir es. abgebildet ist. und so sehende. als innerlich construirt.4-7) Lebendig ist es. in dieser einzigen synthetischen Art und Weise erscheinen kann. das notwendig in beiden Vermögen immer mit abgebildet ist und insofern nicht anders als so. Drum ist es nöthig.

kann. und dies giebt dem Sehen den formalen Theil. es ist drum ein sich als Schema durchdringendes Schema. wie schon gesagt. das im ersten Teil dieser Darstellung der Wissenschaftslehre im Zuge der Frage nach dem Erscheinen des Vermögens als solchem genetisch rekonstruiert wurde – wobei aber der Eindruck einer künstlichen Aneinanderreihung seiner Teile erweckt werden konnte und es in seinem wirklichen Wirken nicht unmittelbar erschien – kommt jetzt seinem gewöhnlichen Verständnis viel näher. Seyn eines unendlichen Vermögens und Sehen ist drum Eins. Nun ist eben dieses Vermögen des Vermögens das Sehen selbst. wobei sich ein Vermögen des Vermögens zeigt. beschreiben nemlich sein Vermögen. dann sein faktisches Unvermögen. weil es sich im Reflex der jeweiligen Vollzüge ergibt. charakterisiert Fichte nun als Unvermögen und kommt so zur folgenden neuen Definition des Sehens: Sehen ist wirkliches Vermögen und Unvermögen in absoluter Synthesis. niemals in der Wirklichkeit. nur das Vermögen zum unendlichen ist blosses Vermögen. sich an einem Objekt zu brechen. um zu einer Darstellung des Ich aus der Sicht des Sehvermögens zu kommen. der Sichtbarkeit. Es sind nun seine Funktionen deutlicher zu erklären. insofern es um ein Unterbrechen des unendlichen Vermögens bei dessen endlicher Verwirklichung geht.250 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher Das Bewußtsein. Soll dieses seyn. da es in seiner Realität nicht darstellbar ist. das doch idealiter Vermögen ist. Das Vermögen. das Licht. Das lezte . es ist nur in absoluter Sichtbarkeit. oder Sehen: – Resultat. des Lichts und des Objekts. Aus dem Verhältnis zwischen dem unendlichen Bild und dem unendlichen Vermögen entstehen nun die Definitionen des Sehens. Fichte erklärt nämlich: Dies kann offenbar nur im Schema seyn. weil es eben in der oben eingeführten Form des So-Sehens aus der Synthesis des leeren Sehvermögens und daraus. kann man das wirkliche Sehen nicht mehr als bloßes Vermögen betrachten. nie ganz vollzogen werden. ein Bild ins Unendliche weiter teilen zu können. das aber nur in einem Schema vorkommt.27-32) Nachdem Fichte »nur das Vermögen zum unendlichen« als »blosses Vermögen« charakterisiert hat. (256. Im jezt beschriebnen absoluten Sehen vermag das Vermögen und thut wirklich.i. keineswegs in der Wirklichkeit. Dieses Sichbrechen. entsteht. im Sehen. so kann es nur seyn in seinem Schema: d.

Das wirkliche Sehen des Objekts. Etwas ist zu sehen und wird damit überhaupt erst gesehen.4-9) 251 Damit kann Fichte das Objekt nicht mehr vom Sehen unabhängig betrachten. Daß es zu einer gewissen Undurchsichtbarkeit der Erscheinung kommt. das jeweils auch nur ein So-und-nicht-anders-Sehen sein kann. Bedenkt man aber. (257. Somit wird das Objekt im Sehen selbst aufgenommen. daß die Grenzen des Sehvermögens. Beispielsweise werden nun die mannigfaltigen Farben erst aus der Einzelheit des Lichts betrachtet. Die fruchtbare Singularität des an sich faktisch unsichtbaren Lichts erscheint ganz im Gegenteil als ein absolutes Wunder. sich selbst durchsichtig zu sein. vom Sehen selbst als solche betrachtet. daß man die New- . von sich selbst durchdrungen zu werden. ist als ein Zustand der relativen Selbstundurchsichtbarkeit der Erscheinung zu verstehen. Nur ist das Licht nicht etwas von der Erscheinung selbst Getrenntes. vermöge der Unmöglichkeit einer unendlichen Theilung: Hier hebt das Sehen an.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher giebt das. der Auffassung der Grenzen des Vermögens vor. und in ihm begrenzt ist. und rein (keines zu seinem Seyn bedürftig) und ist schlechthin nothwendig. und das verbleibende unendlich Teilbare wird als ein ganzes Undurchsichtiges wahrgenommen. so wie auch das weiße Licht nach seiner Zerlegung in den Regenbogen allein durch die Zusammensetzung der sieben dadurch entstandenen Farben nicht mehr wiederherzustellen ist. Auf das Einheitsprinzip kann man also nicht von der Mannigfaltigkeit durch Abstraktion und Induktion schließen. erreicht worden sind. sondern es kommt eben als Reflex seines Sehvermögens und insofern als Niederschlag von dessen Vollziehung in einem von ihm beleuchteten Objekt.h. (257. und ist absolut. ist das Zeichen dafür. sondern muß es als einen Teil des Sehens selbst anerkennen.9-12) Nun ist damit die Mannigfaltigkeit des Gesehenen nicht unabhängig von der Einheit des Sehens zu verstehen. an welchem das formale Sehen sich bricht. Also: das Objekt des absoluten Sehens ist – die Undurchdringlichkeit der Erscheinung für sich selbst. Das Sehvermögen vermag sich in seiner räumlichen Teilung nicht mehr fortzusetzen. d. mit dem die absolute Durchdringlichkeit des Sehens gemäß der Reflexion der Erscheinung auf sich selbst aufhört. als ein Moment. Das Objekt fällt insofern mit der Erfahrung der Grenzen des Sehens zusammen.

dessen Sehen im Experiment notwendig miteinbezogen ist. Es ist hier der umgekehrte Reflex. sondern die Einheit des Sehens reflektirt sich in der Unendlichkeit. was wir bisher als ausser dem Sehen befindlich angenom- . und zweitens ist das Licht der Sichtbarkeit dasselbe Licht. nämlich vom Licht selbst. ist eben die. daß das Teilen ins Unendliche fortgesetzt werden soll. die bildlich im Bewußtsein vorkommen.13-19) Aber worauf beruht nun der Eindruck. sondern daß umgekehrt diese der Reflex der Einheit des Ich sind: Noch dies. daß nicht das Selbstbewußtsein von den Inhalten des Bewußtseins und als deren Reflex induktiv erschlossen werden kann. Nun ist dieses unendliche Vermögen niemals in irgend einem Faktum gegeben. daß die Grenzen des Teilens des Sehvermögens sich notwendig innerhalb einer SelbstReflexion des Sehens erfahren werden und daher das Sehvermögen diese Erfahrung weiterhin begleitet. als dem absolut ersten geht alles aus. dann versteht man. welches schlechthin unmöglich ist. es würde auf etwas gesehen. und wird hingeschaut. Dies hat wiederum seinen Grund darin. daß alles von einem einzigen Prinzip. nicht die Unendlichkeit reflektirt sich in Einheit. abhängt. es entsteht also durch das Sehen selbst. Die Grenzen werden dann als unvollkommene Erledigung der Aufgabe und gleichzeitig als Anstoß zu weiterer Erfüllung dieser Aufgabe erfahren: Die Ganzheit der Aufgabe wird dagegen als Stoff verstanden. um den Beweiß schlagend zu machen: Die Erscheinung schaut an ihr unendliches Vermögen. Der Stoff also wird aus dem Sehen hingeschaut. und vom Sehen. Der absolute Stoff. mit den Farben gleichsetzen. das durch diese Erfahrung an die Grenze seiner eigenen freien Verbreitung kommt.252 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher tonsche Erfahrung der Lichtbrechung durch ein Glasprisma als eine Darstellung der Reflexion des Sehvermögens auf sich selbst interpretieren kann – denn das Faktum der Entstehung der Farben kann erstens nur wegen eines Beobachters möglich sein. weil sie nur unter dieser Bedingung ein Sehen ist. das sich innerhalb der Sichtbarkeit bricht und sich dadurch sichtbar wird –. Nun kann man der Metapher folgend das Ich oder das Selbstbewußtsein mit diesem Lichtprinzip und entsprechend die mannigfaltigen Objekte. daran das absolute Sehen sich bricht. Hinschauung. das außerhalb vom Sehvermögen selbst liegt? Darauf. Alles. Erst dann wird deutlich. dann nicht durch das Vermögen durchdrungne Unendlichkeit. so daß von ihr die Bewegung ausginge. (257.

W[as] D[as] Z[weite] W[äre]. das sich dem Vermögen verdankt. andererseits aber ist dieses Vermögen nie an sich. wäre nun die Anschauung des Vermögens zu theilen ins unbedingte. und unendliche selbst enthalten ist. Also. von dem unendlichen. im Bewußtsein vorkommen können. ist nur im Sehen selbst. das Sehen der Reflex dieser. Dies ist der Grund für das Vermögen der Erscheinung. [2). und das demnach als Reflex der Vollziehung des Vermögens erscheint. eigentlich selbst als eine Projektion innerhalb des absoluten Sehens zu verstehen ist. (257. wird ausgemittelt werden.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher men haben. d. wie vorher die Unendlichkeit. und diese wären sein Reflex. und das Vermögen der Theilung wäre nun selbst. Darüber hinaus wird deutlich.4-12) Damit ist aber auch die Grundlage für die Mannigfaltigkeit der Bilder angesichts der Einheit des Sehvermögens vollkommen dargestellt.h. worin nun das unbedingte. dasjenige. projicirt. mit dem Charakter der Bildlichkeit. ins Unendliche zu teilen.20-29) 253 Jetzt kann man laut Fichte die vorher abgeleiteten Vermögen des Haltens und des Teilens aus der Perspektive des bereits dargestellten sich reflektierenden absoluten Sehens betrachten. und hingeschaut durch das absolute Sehen. wenn es in demselben vorkommt ist es nicht der Reflex. ist wohl klar: auf welche Weise. sondern vielmehr sind die beiden Vermögen. keinesweges. wodurch dies faktisch geschieht. sprich ihrer Vorläufigkeit oder auch mit dem Charakter. und ihre Vollziehung erst im Licht des Sehens möglich. inwiefern die Bilder eben als Bilder. sich selbst zu erscheinen. Kurz das absolute Sehen mag selbst wohl der Reflex seyn von etwas. Daß es selbst ist. daß das Vermögen des Teilens notwendig mit seinem zu tei- . dieses aber ist das absolute Faktum. das dürfte eine höhere Untersuchung nöthig machen. das Halten. so daß das ganze Instrumentarium. und der Quellpunkt von welchem der ganze Zustand ausgeht. Überdies ist zu bemerken. sich dem Soll zu stellen und sich ihm hinzugeben. (258. was ununterbrochen wirkt. wovon. Denn einerseits ist das Vermögen. sich dem Soll zu stellen und sich ihm hinzugeben. nur zufolge des soll. sondern dieses ist unmittelbar der seinige. wie es vorher erschien. sondern nur an seinen Produkten anzuschauen. Es ist nicht das Sehen. reine Phantasiebilder zu sein.] Hier ist nur dies hinzuzusetzen: Dieses Sehen liefert in das erst beschriebene Sehen des unendlichen Stoffes erst die Lichtform: Das leztere ist drum nicht ohne dieses. alle sind synthetisch vereinigt.

als Einem vorkommen mehrere Theile. das woran dieses Eine Sehen sich bricht wäre drum gewiß das Vermögen der Erscheinung. Fichte folgert: [3). Das Sehvermögen ist insofern der Grund für die mannigfaltigen Bilder.] Das Vermögen soll gesehen werden. und ein anderes Sehen. ins unbedingte.9) . so oder so zu theilen ins unbedingte fort. was unten liegt. Wenn drum in diesem Sehen das Vermögen ausgesprochen wird. und das ist seine Grenze.254 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher lenden Ganzen wahrzunehmen ist. (258. das selbst wieder in sich enthält mehrere Sehen von mehrern Theilen. die unter anderm eben sichtbar Eine. wohlgemerkt. und dieselbe. – . wird es zwar gesehen durch das Eine Sehen hindurch. daß sich dieses Vermögen seiner unterschiedlichen Teilungsmöglichkeiten sozusagen im voraus bewußt sein muß und daß diese sich wiederum nur als Bilder zeigen können. andererseits ist es aber ein leeres Vermögen. Und angenommen.23-32) Im faktischen Sehen kommt daher das Vermögen zwar einerseits als Träger der Bilder vor. indem nur an dieser Mehrheit. ist dieses Sehen ja das Sehen des unten liegenden mannigfaltigen Sehens. auf sich selbst ruhend: blosses Vermögen und nicht mehr. Dabei wird seine absolute Freiheit gegenüber dem Objekt aufrecht erhalten: Nun. nicht zu diesem oder jenem. und dieses leztere ist sein Objekt: es selbst bricht sich in ihm. Die Erscheinung. es müssen drum in diesem Bewußtseyn. Also: ein Sehen des ganzen. aber als Vermögen überhaupt. das Vermögen als solches sich ausspricht. da es sich in keinem seiner Bilder ganz erschöpft. und in der Indifferenz der Freiheit des Theilens für sie. ist befaßt in Einem gemeinsamen Sehen. und hingeschaut. als ein freies Vermögen.32259. nicht durch dieses Eine Sehen projicirt. Was ist dies nun für ein Sehen? Alles Sehen ist Bild eines Vermögens. Erst aus deren Synthesis besteht das Bild eines Objekts als eines wahrgenommenen Objekts. Durch diese Synthesis den Charakter des sich haltens gegen das Mannigfaltige in ihr selbst: und des sich bestimmens. als sein Objekt. Sonach ist dieses Vermögen reines Vermögen. Nun soll die Erscheinung seyn. und wird angeschaut: eins. rein. – . rein aus sich projicirt. (258. der Gegenstand. soweit eben die Theilung. aber es wird nicht gesehen in ihm. daß das Vermögen dieses Ganze frei teilen kann. Vermögen zu nichts von alle dem. geht. der Träger. so muß man auch annehmen.

da das Objekt seines Sehens nur die Form des Sehens selbst ist.6. und reine Sehen ist eine unmittelbare sich selbst Anschauung des Sehens: es trägt schlechthin durch sich die Ichform.23-27) Die Selbstanschauung bringt wiederum notwendig ein Angeschautes mit sich. die Fichte als ein Insich-Aufgehen des Sehens beschreibt. d.19-22) Das Problem besteht nun darin. fügt aber noch hinzu. Dies der Punkt des Aufmerkens. daß nunmehr die Erscheinung des Ich als solches zu besprechen sei. die Erfahrungswelt. keineswegs der wirklichen Form seiner Sicherscheinung entsprechen kann. Gerade aufgrund des Bewußtseins dieser Unabhängigkeit erscheint jedoch seine absolute Freiheit nur . wie das absolute Sehen bis jetzt aufgefaßt wurde. d.h. (260. also im wirklichen unmittelbaren Sehen bricht es sich an sich selbst: also es sieht sich selbst wirklich und in der That. und in diesem Seyn bricht es sich an sich selbst. Das Eine. Denn in seinem Sicherscheinen. Die Ichform Die 29.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 255 Hiermit schließt Fichte seine 28. dargestellt. in denen sich diese Gegenüberstellung artikuliert. vermöge einer wirklichen Reflexion auf sich selbst. Nach einer einleitenden Wiederholung des Vorgetragenen macht Fichte die folgende. ein Faktum des Sehens. Vorlesung ist einer näheren Untersuchung des reinen Sehens und der Ursache für seine Spaltung in die Mannigfaltigkeit gewidmet. Vorlesung. 6.h. Dabei werden zunächst die Gegenüberstellung Ich – Objekt. (260. nämlich die Kategorien und ihr entsprechendes Anwendungsfeld. Das Sehen ist. kommt das absolute Sehen notwendigerweise in der Ichform vor. in sich aufgehend. sodann die Formen. womit die Manifestation der Ichform samt der Objektform notwendig wird. daß die Art und Weise. ist die Voraussetzung.0. die einen weiteren Fortschritt der Deduktion einleitet: Uns leuchtet dieses absolute Sehen ein. eindeutige Bemerkung. Freilich erscheint sich das absolute Sehen unabhängig von jedem gesehenen Objekt. als schlechthin durch sich selbst erzeugend seine objektive Gestalt: so möchte es in seiner in sich aufgehenden Wirklichkeit sich nicht erscheinen.

darin aufgefaßtes Objekt erhält dadurch nun den Charakter einer selbständigen Existenz. besteht das wesentliche Akzidens des Ich. Es [scil. es findet ein Faktum des Sehens. dem gesehenen Sehen. als das sehende Dies ist der Inhalt der Anschauung.256 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher negativ. wobei diese Ichform unmittelbar mit ihrer Grundspaltung in b. nicht überhaupt irgend ein seyendes.h. das Sehen] findet ein sehen. […] [E]s ist unabhängig von allem gesehenen Sehen. (161. es schaut also eben an. nur dies. Demnach wird dieses Seyn des Ich erblikt als schlechthin unabhängig von allem Sehen. nämlich daß es sieht. und stellen sich diese dem absoluten Sehen in einer unmittelbaren gegenseitigen Beziehung dar. Sehen des Seyns.i. und sich als das seyende in diesem Sehen. in demselben Schlage.21-26) Nun erklärt Fichte das Gesagte mit dem Buchstabenschema b a c . dem sehenden Sehen. Im Sichsehen sieht also das absolute Sehen sich als sehend. Mit a wird hier das sich reflektierende absolute Sehen bezeichnet. nicht erst durch das Faktum hindurch werdend: – dennoch vereint im facto. nicht mehr von allem schlechthin losgelöst. da es sich findet. […] Nun ist dieses Sehen das absolut Eine und reine Sehen. daß das absolute Sehen sich in seiner Auffassung als Ichform als ein sehendes Ich wahrnimmt. Nun kann man aber gleichzeitig b als Ichform des Sehens im Sinne der Subjektform und c als Objektform verstehen. und c. frei von jedem Gesehenen.i. Substanz: Accidenz. (261. Beides Eins: drum das seyende im Sehen. Vereinigung in Einem faktischen (hingesehenen) Sehen. d. sondern sich das sehen. als Faktum. die aber notwendig mit Akzidenzien zusammengeht. Das Sehen schaut an sich d. es ist wenn es auch nicht gesehen wird. Gerade darin.1-18) Das Dasein des Ich als Träger der oben dargestellten Reflexion und als formales. und folglich erscheint sich das absolute Sehen in seiner Selbstanschauung als eine Substanz. Unabhängiges Seyn. und der Grund alles Sehens. Das führt aber zur Entstehung der Kate- . zusammenfällt. Das Seyn ist unabhängig vom Sehen: also es konnte auch nicht sehen: dennoch in facto vereint: es sieht. d. Damit ist auch die Genesis der Kategorie der Substantialität dargestellt. und in der synthetischen Einheit desselben. welches das Resultat der Reflexion des absoluten Sehens abbildet.

d und e. Denn nur dann kann das Sehen nicht nur sich. Das e ist im Ge- . die zur Entstehung einer Mannigfaltigkeit führt. Nun nimmt Fichte eine wichtige Präzisierung hinsichtlich des Gesehenen im Sichsehen des Sehens vor. als sich brechend in einem. so findet sichs im Fakto b c.] sieht. d. sondern sie ist nur der Inhalt des absoluten Sehens. als Sehen eben seiner Form nach.h. Gerade in d erscheint demnach der Charakter des Prinzipseins des Ich. Hier erst tritt die Trennung klar heraus. es ist das sehende und das gesehene. stattfinden muß. weil sich das absolute Sehen als ein Ich faßt. Das absolute Sehen a versteht sich nach der Reflexion zu Recht als Ich. daß zusammen mit der ersten Reflexion. nämlich die Sichanschauung des Ich.. indem es sich als Prinzip der unendlichen Teilung erweist. Dieses hingestellte Sehen als ein Sehen. Dieser zweiten Reflexion zufolge tauchen zwei neue Glieder. als habend sein Objekt: Was denn für Eins: eben dies: es sieht sich selbst: es ist zugleich Subjekt und Objekt. Die ganze Synthesis ist nicht an sich. weil das absolute Sehen sich eben als sehend sieht. muß eben hingestellt werden.26-34) Es ist bemerkenswert. auf. welches das Sehen als sein eigenes Akzidens und sich selbst zum Objekt hat. Dieses vollständige Ineinanderaufgehen des sehenden Ich und des gesehenen Objekts ist aber erst unter der Voraussetzung einer Spaltung im absoluten Sehen zu verstehen. wobei das Sehende an ihm als sein Akzidens wahrgenommen wird. c. Duplicität: Princip. daß diese erst jetzt abgeleiteten Begriffe von Subjekt und Objekt bei Anwendung auf das Ergebnis der Reflexion selbst in der Reflexion als ein und dasselbe vorkommen. [.. d. a E s .h. zugleich als Subjekt und als Objekt seiner Selbstbetrachtung. da sich das Ich als schöpferisches Prinzip zeigt. Das heißt. Sobald a sich nämlich als Prinzip der Spaltung und der wechselseitigen Beziehung zwischen sehendem Sehen b und gesehenem Sehen c versteht – in der das Sehen in seiner doppelten Ansicht als Subjekt und Objekt vorkommt – muß dieses Prinzipsein auch als schöpferisch erscheinen. […] a. schaut das absolute Sehen an. wobei dieses Ich zugleich seine ursprüngliche schöpferische Tätigkeit darstellen muß. sondern auch sich als solches. Im Sichsehen bricht das absolute Sehen mit seiner Ichform und erscheint demzufolge in einer Verdoppelung. als Sehen in seiner Selbstanschauung sehen. die zum Sichanschauen des Sehens führt. (261.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 257 gorie der Substanz. Gebrochenheit: in dieser leztern nur ist b. unmittelbar auch eine zweite Reflexion.

wie wir wissen. (262.h. die jeweils zu den beiden Gliedpaaren führen. wobei d das Ich als Prinzip der unendlichen Teilung und e die undurchdrungene Welt. d. d. Es schaut sich: das stehende b. hier in ihrer Genesis dargestellte Fünffachheit in dieser Artikulation faktisch in einer äußeren Anschauung als von dem absoluten Sehen projiziert erkannt wurde. sondern es ist. als Glieder der Spaltung der absoluten Erscheinung ins Mannigfaltige. ergeben sich die fünf Elemente. die ganze Welt in ihrer reinen Nicht-Ichheit betrachtet. sodann die Bedingung der Möglichkeit einer Beziehung zwischen dem Einheitsprinzip und der mannigfaltigen Welt ableiten können.h.. als unbedingtes Princip pp [scil. Dies mag selbst Reflex seyn von etwas bis jezt unbekanntem. Mit d und e werden nun die Glieder der oben angeführten wechselseitigen Beziehung zwischen dem sehenden und dem gesehenen Sehen. Princip eines Mannigfaltigen innerhalb dem Einen. d. c. bricht es sich an sich selbst: und es entsteht schlechthin in Einem diese Fünffachheit: aus ihm projicirt: in der Anschauung gefunden. absolutes Princip: also ins unendliche. [der] Theilung. Nicht etwa Princip seines Seyns. b. die noch zu teilende Materie ist. d – e. Nun fügt Fichte hinzu. falls es nicht. drum an. d.1-11) Somit hat Fichte aus dem absoluten Sehen zunächst das Ich als schöpferisches Prinzip. zwischen b und c.h. die Fichte mit den Buchstaben a. e bezeichnet hat.1316) . (262. daß gerade diese.258 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher genteil das Gebiet der Entstehung der Mannigfaltigkeit. absolut schöpferisches Princip. gleichzeitig stattfinden. Die Ichform des absoluten Sehens artikuliert sich somit in einem Ich. in ihrem faktischen Sich-aufeinander-Beziehen betrachtet. Wir haben drum das absolut Eine reine Sehen. dem nun ausdrücklich ein Nicht-Ich gegenüberstellt wird. Da die beiden oben dargestellten Reflexionen. mehrere ansieht: was wieder bedingt ist durch die Anschauung eines stehenden festen. Dieses gesezt. des Mannigfaltigen] welches nicht geht. Ich habe gesagt: das absolute Sehen sieht sich: aber es ist ja nicht ein bloß faktisches Sehen. […] Es wird objektiv hingeschaut und gefunden als Princip. denn dies ist schon faktisch: sondern innerhalb seines Seyns. sich schematisch vollziehend. – Ist Einheit: also [Princip der] Mannigfaltigkeit. die durch die einheitliche kategoriale Grundstruktur d auf die Einheit des Ich zurückzuführen ist.

die sich darin zeigt. Das Sehen. das ganze: – Fakticität. Die so zusammengesezte Einheit der Anschauung. von welchem wir jezt gesprochen haben. das seinerseits seine Ordnung auch unter dem Begriff der unendlichen Teilbarkeit und somit der unerschöpften Unbestimmtheit entfaltet. Gemäß der oben geführten Ableitung konnte man den Eindruck gewinnen. die derart entstandene Unendlichkeit mittels der Kategorien. Dies kann wohl ohne Zweifel nicht wiederholt werden. unendlich ordnend schöpferischen Prinzips d vorkommt. auch aus einer Dreifachheit von Prinzipien zusammengesetzt werden könne. materiellen Welt – von Fichte mit dem Buchstaben e bezeichnet –. daß diese Selbstanschauung in einem gewissen Moment in der Zeit geschähe und daß das Prinzip zu eben diesem Zeitpunkt unendliche Gegebenheiten der Welt bildlich vorstellen würde. sondern nur als Pendant eines entsprechenden. Drei Principe: absolute Genesis. daß diese Fünffachheit. ist diese Auffassung des Prinzips vollkommen falsch: Zeitlich begrenzt ist demnach nur noch die Wirkung des Prinzips. – Principheit innerhalb der Fakticität wieder zwei Glieder. werden Sie sich drum am besten . nicht gesehenes. der dem Objekt entgegengesetzten Ichform und dem Ich als Prinzip der faktischen Mannigfaltigkeit. in welcher a. nämlich aus dem absoluten Sehen. die aber keine Unendlichkeit oder Unbestimmtheit an sich trägt. (262. die sich in der Art der Auffassung des Nicht-Ich durch das Ich zeigen. Sie haben bisher die gehaltne objektive Grundlage der Unendlichkeit ohne Zweifel für ein Bild irgend eines einzelnen ZeitMoments gehalten […]. Die gehaltne objektive Grundlage e. schlechthin unsichtbar. jeweils zu einer synthetisierten Mannigfaltigkeit zu vereinigen. Dies fällt jezt nun wohl klärlich weg. Erst dann entsteht das Bild einer wirklichen. worin die ganze genetische ›Entstehung‹ der Welt dargestellt werde. ist das absolut Eine und reine Sehen. noch in eine Zeit fallen.16-19) Mit einer zusammenfassenden Schlußbetrachtung korrigiert Fichte ausgangs der 29. aber dennoch falsche Auffassung der Selbstanschauung des absoluten Sehens in der Ichform in Hinblick auf die Zeit. zwei Glieder. In die Zeit dürfte wohl erst fallen das aus diesem Sehen hervorgehende Princip der Mannigfaltigkeit. Vorlesung die bis hierhin mögliche.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 259 Und schließlich merkt er an. Da aber das absolute Sehen keineswegs in der Zeit stattfindet und nur die Folge seiner schon immer geschehenen Spaltung in der Zeit liegt. – . sehen ist.

Es ist demnach nicht die Erscheinung. sondern es ist lediglich im Sehen. wie es ist. diese Einheit sey. die die Entstehung eines Bildes bewirkt. die vorher dargestellte Beschreibung der Entstehung des Bildes durch die oszillierende Bewegung der Erscheinung. GA II 12. sich dem Gesetz des Soll hinzugeben und zugleich auch wieder nicht. alles dieses ist nicht in der Erscheinung. die rein absolute Einheit des Sehens. hält sie den Fluß derselben an.«184 Daher geht Fichte nun daran. (262. (263. gründlich zu revidieren. erst. entsteht das Sehen a. genau zu unterscheiden. davon liegt der Grund im absoluten Gesetze. nemlich so. Das Problem besteht dabei darin.«183 Damit kann Fichte schließen: »Wir wollten die Einheit der beiden Teile d – e. Giebt sie [scil.29-264. . Es findet sich daß unser a. wie sie an sich ist. was Fichte zuvor unabhängig vom Sehen abgeleitet hat. 263. d. davon liegt der Grund in der Freiheit der Erscheinung. 263. durch ihr Seyn an Gott ist […].19-22.21-30) Die folgende 30. die materiale. und durch dieses allein werden hervorgebracht die aufgezeigten Bestandtheile ins gesamt.16f. Daß das Sehen überhaupt ist. entsteht also nur unter der Bedingung des Sehens und sogar im faktischen Sehen selbst. und als Faktum vorkommt. Vorlesung beginnt mit einer weiteren Ableitung und Erklärung der Kategorien aus der Einheit des Prinzips. sodann die Kausalität und schließlich die Wechselwirkung als Struktur der Beziehung zwischen den kategorischen Paaren Substanz-Akzidens einerseits und Ursache-Wirkung andererseits abgeleitet. Wie die Erscheinung schlechtweg sich hingiebt. und dergl[eichen]. in ihrer Absolutheit ist. nachdem es tatsächlich gesehen ist. O nein. was in einem solchermaßen entstehenden Bild tatsächlich dem Gesetz und was der Freiheit der Erscheinung zu verdanken ist. und sind nur in ihm.h. Diese vier sind nun die »Kategorien: deren synthetische Einheit das Ich [ausmacht]. wie sie an sich. weil ihr erst im Sehen und vom Sehen die Bewegung 183 184 GA II 12. die Erscheinung] sich hin unmittelbar an ein Princip der Unendlichkeit. Ähnlich wie in der Grundlage von 1794 wird zunächst die Substantialität.260 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher denken eben als die ganze vorliegende ins unendl[iche] theilbare Welt. d. Wies früher aussahe.5) Das. nebst den noch hinzugekommnen Gliedern b – c.i.

sich zu schematisieren. ohne Ich ist aber kein faktisches Sichtbarwerden des Sehens. ist nur vom Ich her möglich: Denn gerade die Ichform ist der Kern der Selbstauffassung des absoluten Sehens als Sehen. welches von irgendeinem Ich ganz unabhängig ist. mithin sind keine Bilder da. Anders gesagt: Ohne absolutes Sehen ist kein Ich. Hier erst an diesem Punkte geht alle Entwiklung der Erscheinung an. zusammen und resultiert die Art und Weise. wie das Sehen tatsächlich erscheint. aus dem absoluten Gesetz.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 261 des Sicherscheinens zugeschrieben wird. die Erscheinung gesehen und dadurch unendlich. so und so bestimmt. Darüber läßt Fichte nun nur noch die folgende letzte Bemerkung fallen: Das Beschriebne ist die absolute Sichtbarkeit. sondern innerhalb dessen nur noch d. daß sich die Erscheinung zu einem sehenden Ich bestimmt. also der freien Vollziehung seines Vermögens.h. usw. Daß was in ihm [scil. wie wir später sehen werden. alles mannigfaltige Sehen sich entwikelt. Aber die Erscheinung wiederum kann erst vermöge des Ich weiterbestimmt werden. daß diese sich im Sicherscheinen als sehend innerhalb der Sichtbarkeit und als eben diese Sichtbarkeit verbreitend auffaßt. daß es ein Ich ist. und keinen andern Grund innerhalb des Sehens für sein Seyn anzuführen vermögend. faktisch seyend erscheint (eben nur gesezt durch das Faktum des Sehens. d. Sie müssen sich drum e garnicht denken als eine Unendlichkeit und eine Zeit in ihr. das. Dieses Sehen bringt unter anderm e. Beide aber. durch eine unendlich freie Bilderproduktion weiterbestimmt. dem sich das Vermögen der Erscheinung frei hingibt. über welche hinaus kein Sehen geht.5-9) Das Faktum des Erscheinens der Erscheinung bringt also dadurch die Entstehung eines Ich mit sich. den Anstoß zur Verwirklichung dieses Freiheitsakts gibt. Das Ich taucht also nur als Form der Bestimmung der Erscheinung auf. Entsprechend wird nur im Ich die Sichtbarkeit als solche aufgefaßt. d. dem absoluten Gesetze] vorkommt. die gehaltne Unendlichkeit mit. wozu die erste . sowohl die Freiheit der Erscheinung als auch das absolute Gesetz. (264. sich entsprechend einem absoluten Gesetz zu schematisieren. also letztendlich von der Tatsache her. daß sein Grund nur im freien Vermögen der Erscheinung besteht.h. Die weitere Entwicklung der Erscheinung aber. sind wiederum nur vom Faktum des Sehens her zu betrachten. als daß es eben gesehen wird). Nun aber hängt das Faktum des Sehens mit der Sichvollziehung der Erscheinung. letztendlich sieht.

was in der Erscheinung tatsächlich erscheint und das in ihr als solche anzuerkennen sei. eines blossen Schema eines im Hintergrunde Liegenden. daß alles Als auf sie gehe: also die Erscheinung in ihrer Unsichtbarkeit«. mit ihrer Unendlichkeit zugleich. innerhalb der Reflexionsbewegung des absoluten Sehens. nicht extensiv. GA II 12. die Erscheinung in ihrer Unsichtbarkeit. die wie folgt zusammengefaßt werden können: Im Hintergrund des Gesetzes befindet sich.186 Jedes Als nämlich sei zuletzt auf die ursprüngliche Voraussetzung zurückzuführen.1-3. was in ihm ist. die nun vermöge des Gesetzes 185 186 GA II 12. (264. Wovon nun. 265. Durchsichtigkeit des Ich und Undurchsichtigkeit der Welt ergeben sich also nur innerhalb der Sichtbarkeit. Die Unendlichkeit der Welt wird aber in dieser Entgegensetzung intensiv. nach dem Gesagten. Um diese Antwort zu verdeutlichen. e ist also die durch das absolute Sehen in Einem Schlage gegebne Welt.262 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher jezt widerlegte Voraussetzung Sie wohl verleiten konnte. was wir oben so sagten: dieses ganze – das. wie denn auch oben gesagt wurde. 264.28-33) Darauf antwortet Fichte: »Offenbar die Erscheinung selbst.27f. verfolgt Fichte den Gedankengang in vier weiteren Punkten. welches durch das Gesez der Sichtbarkeit sich ausdrückt: dasselbe. dem faktischen Sehen undurchsichtiges Dasein und nicht als eine unendliche Reihe von Elementen betrachtet. Der nächste genetische Schritt besteht nun in der Suche nach der Herkunft des Gesetzes selbst: »So ists. ein Ich. Eine solche Mannigfaltigkeit in der ZeitReihe konnte nur möglich seyn nemlich d. daß das absolute Sein dasjenige sei. Dieses aber sezt wenigstens e als stehend voraus. d. die Frage heißt nun so: was ist dieses im Hintergrunde. ist selbst ein Reflex. in ihrem ursprünglichen Seyn aus Gott. also als ein ganzes. . wobei die absolute Durchsichtigkeit ganz auf die Seite des Ich fällt.10-18) Das d ist also Prinzip des faktischen Sehens. nach dem Gesetze? Die natürliche Frage ist: woher nun dieses Gesez selbst?«185 Und folgendermaßen fährt Fichte fort: Wir wissen: es ist das Gesez eines Als. was liegt diesem Reflexe zu Grunde. (264.h. das sich unmittelbar mit einer unendlichen Welt als ein Ganzes innerhalb der Sichtbarkeit ergibt. freilich aus ihm selbst reflektirt.

(nicht seiner absoluten Form nach. […] das erweiternde faktische Princip« nur »die Erscheinung selbst in absoluter Freiheit«188 sein und das »jezt beschriebne Sehen soll.18-20. GA II 12. das eben selbst ein unabhängiges Sein hat bzw. GA II 12. 265. was aber notwendig einer Erweiterung des Sehens bedarf. weil das Sichtbarwerden eines unsichtbaren Urbildes eben mit dem Erweitern des Sehens auf einen ihm zunächst unzugänglichen Bereich zusammenfällt.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 263 sichtbar werden soll. GA II 12. sondern vielmehr zum Sehensprinzip im Ich.189 Auf der Suche nach der Verwirklichung dieses Prinzips stellt Fichte in einem fünften Punkt die entscheidende Frage: »Liegt nun etwa in dem Schema dieser Erscheinung (in dem hier vorkommenden Ich) etwas. sondern zu einem Seyn Princip seyn können. b. der Welt wahr. GA II 12. sodann als mannigfaltiger Inhalt der Anschauung der Welt – ist. Somit kann Fichte schließen: »die Erscheinung müste realiter. 265. in welche die Sichtbarkeit zu erweitern wäre.«191 Das oben dargestellte b steht – wie gesehen – im Zusammenhang mit c.13f.6. wovon dieses ganze Sehen seinem Inhalte nach der Reflex ist. was unter anderem zur Formulierung der Kategorie der Substanz geführt hat. 265.20-22. nicht zu einem Sehen. Jedoch nimmt sich das Ich in seiner Selbstanschauung auch als ein unabhängiges Sein und als Grund für die Sichtbarkeit des Nicht-Ich bzw. Fichte antwortet entsprechend: »ja.23-25. sondern seinem Inhalte nach) seyn Reflex des wahren Seyns der Erscheinung im Hintergrunde«. das in diesem Sehen nicht realisirt ist[?]«190 Eine positive Antwort auf diese Frage würde nämlich den genauen Ort des erweiternden Prinzips innerhalb der Erscheinung und zugleich die Richtung anzeigen. Nun kann »[i]m Falle einer solchen Erweiterung. 265. Da aber 187 188 189 190 191 192 GA II 12. wenn die Erscheinung »eben als Urbild sichtbar«187 wird. ist und dessen Reflex nun das gesehene Sehen – zunächst als Objekt seiner Selbstanschauung des Ich.22f. . 265. GA II 12. Da die Grundform des Sehens aber schon vollkommen dargestellt wurde. nämlich als ich-förmiges sehendes Sehen. [das] Seyn schlechthin unabhängig vom Sehen: und als Princip.«192 Die Erscheinung wird also durch ihre Selbstbestimmung nicht einfach zum Sehen. Das ist aber nur möglich. das einem gesehenen Sehen gegenübergestellt ist. 265. dieses Sein] eben ists. das [scil. kann das Sehen nicht anders als in dieser Form erweitert werden.

Der absolute Grund ist die Veränderung des Grundseyns der absolut freien Erscheinung. (266. – .195 Da das wirkliche Sehen als Reflex des sich brechenden Sehvermögens vorkommt. und z. 265.28-30. »sondern eine neue Schöpfung in dasselbe hinein. wodurch das Ich als dessen weitere Bestimmung erscheint und insbesondere als »der absolute Reflex der Erscheinung« anerkannt wird. das tatsächlich zu einer Bestimmung des Sehens führt. ihn über193 194 195 GA II 12. Und so hätten wir denn hier eine Mannigfaltigkeit innerhalb der Einen Grundform der Sichtbarkeit. A.1. ändert sich dieser. obwohl es unsichtbar wird. nicht der allg[emeinen] Form nach (das Schema bleibt immer das Ich. wie dieses drum sich ändert. α β γ.B. sondern muß sich »als handelnd« ansehen. ist jetzt unsere Aufgabe«.). Vorlesung. Die Bedingung der Möglichkeit des faktischen Ich Nach der Deduktion des Ich aus der Reflexion des reinen Sehens. das nun außerdem in seiner Unendlichkeit begrenzt sein muß. – . der.28. GA II 12. 265. Denn im Gegenteil hat man im Ich nur noch einen Stellvertreter.1-7) Hiermit schließt Fichte die 30. 266.20f. soll sich das Ich nicht mit seinem bloß unabhängigen Dasein begnügen.«194 Das Ich schaut sich demnach als ein praktisches Prinzip an. muß es ein Prinzip dieser Begrenzung geben. GA II 12. wie den mehrfachen Mißverständnissen der Wissenschaftslehre zu entnehmen ist. die Gefahr mit sich bringt.193 Fichte fügt noch hinzu: »Es entsteht aus seiner Kausalität nicht mehr bloß eine Teilung im gegebenen e. Das ursprüngl[iche] Seyn der Erscheinung trägt nun bei sich seinen Reflex.264 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher ein Reflex immer die Folge einer Tätigkeit ist. 6. wie das Seyn. . und in den Hintergrund tritt. sollen nun Prinzip und Gesetz der Begrenzung des absoluten Sehens zum Ich erklärt werden: »Wie ist diese weitere Bestimmung des Sehens möglich. Die Mannigfaltigkeit des Gesehenen muß in der absoluten Erscheinung selbst begründet sein und die Erscheinung soll ausdrücklich als Erscheinung Gottes erscheinen. was bisher noch nicht geschehen ist. aber die Ansicht dieses Ich ändert sich.

denn was sie sollte. (267. weil das Vermögen an sich schlechthin unendlich ist. als dasjenige Princip. Denn das Ich ist der Ort des Sicherscheinens der Erscheinung und gerade dadurch. Er sagt nämlich: Dort sezten wir das Sehen als absolut voraus. Das Sehen macht sich selbst in der Erscheinung. daß sie sich selbst als solche erscheine. so Fichte. erzwingt also die Voraussetzung eines zweiten Prinzips. dem das Vermögen der Erscheinung.32267. Zusammensichtung der Unendlichkeit zur Einheit. Bis jetzt aber hat dieses Gesetz noch nie die Welt des Sichtbaren betroffen. Das Prinzip dieser Begrenzung kann aber nicht in ihm selbst liegen. notwendig folgen bzw. was reales Vermögen auflöset in Sehen. Das Faktum.2) Nun ist dieses gesuchte Prinzip selbst das Gesetz der Sichvollziehung der Erscheinung entsprechend der Forderung. sich begränzen. sondern nur die Erscheinung in ihrer absoluten Unsichtbarkeit und vor jeder möglichen Sicherscheinung. Es ist gesezlicher. das Schema 1 zum Schema 2 führt. als der eigentliche factor des Sehens. Jezt nicht also: jezt soll es selbst in seiner Möglichkeit erklärt werden: also die innre Begränztheit. sich zu vollziehen oder nicht. die Kausalität dieses Gesetzes nach der ursprünglichen Vollziehung des Vermögens als das Gesetz der weiteren Selbstbestimmung der Erscheinung. das kann sie nicht. das gleichwohl . daß es tatsächlich gesehen werde. erscheint die Erscheinung als solche. das diese Unendlichkeit beschränkt. daß dieselbe erscheine. selbst mit dem Gesetz zusammen. d. nothwendiger Reflex der Erscheinung: unter der Bedingung nemlich. womit Fichte die vorherige Annahme korrigiert. nach dem absoluten Gesetze. / . (266. Das Prinzip der Beschränkung des Sehens fällt nun. muß erklärt werden.6-10) Offenbar ist die Wandlung des Sehens zum Ich und dadurch zum Gesehenen durch eine Begrenzung des unendlichen Sehvermögens bedingt. daß das Sehen absolut sei. die Freiheit der Erscheinung thut dabei garnichts. sondern als absolut und selbständig zu verstehen.h. das die Erscheinung überhaupt zur Sicherscheinung bzw. falls es sich tatsächlich vollziehen würde. Es handelt sich nämlich um dasjenige Gesetz. daß das Ich sich ausdrücklich als Ich auffaßt.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 265 haupt nicht als Schema Gottes. Jetzt betrachtet Fichte die Wirkung. Ein und dasselbe Gesetz ist also das Prinzip. sich hingeben sollte.

womit sich seine Unendlichkeit in unendliches Gesehenes aufbricht. inwiefern sie sieht. Mit der folgenden Erklärung und einem kurzen polemischen Wink gegen Schellings Hypothese. Das Sehen kann man nicht anders als ein absolutes Faktum. das dank des Gesetzes zu einem unendlichen absoluten Sehen geworden ist. sich zu erscheinen. also unabhängig davon verstehen..8-21) Es gibt also keinen fundamentalen Unterschied zwischen der Bestimmung der Erscheinung in der unsichtbaren oder der sichtbaren Welt.L. und Sehen = . daß das Sichdem-Gesetz-Hingeben der Erscheinung nachvollziehbar ist. das] Gesez einer freien Reflexion seyn möge […]. daß dieser Reflex. Gotteserscheinung als solche zu sein. daß man das Werden im Werden betrachten könne. Es wird widersprochen 1. und Sichtbarkeit. ein zweites Mal in der sichtbaren Welt. wirkt dieses Vollziehungsgesetz notwendig weiter und führt das Sehen selbst zum Sehen seiner selbst. sondern nur ein Gesez gewisser Fakten beschrieben seyn möge. dem Schellingianismus. bei dem die Erscheinung gar nichts thun soll. theils inwiefern sie jenseit alles Sehens ist. schließt Fichte die 31. beide hängen vom selben Gesetz ab. Dagegen sind] Welt. Es handelt sich also um das Gesetz der Reflexion. faktischen Sehen wird: Also – das Gesez hat eine doppelte Kausalität auf die Erscheinung. 2). […] Und so wird es denn immer klärer. und die leztere vermittelst ihres Grundgesetzes durchdrungen. Der erste Übergang von der Erscheinung zur Sicherscheinung ist nicht notwendig.) der falschen Ansicht der W. wohl selbst nur Reflexibilität / [d. Es ist ein absolutes Faktum. Vorlesung: Das Sehen wird nicht gemacht. Absolutes: Die Erscheinung ist nothwendig: falls Gott ist: das Sehen? keinesweges. nun zu einem endlichen. und aus demselben konstruirt […]. tatsächlich vollzogen hat.. Nachdem sich aber das Vermögen der Erscheinung. der zweite hingegen kann nicht ausbleiben. theils. sobald sich jener erste einmal vollzogen hat. zwingend wiederholt und im Ich sichtbar wird. Unsichtbarkeit. das seinerseits Ausdruck der Erscheinung ist. in der das Vermögen der Erscheinung. falls es ist. falls es frei ins Unsichtbare vollzogen wurde. wird genau von einander geschieden. die sich.266 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher doppelt wirkt: einmal in der unsichtbaren Welt bei der anzunehmenden ursprünglichen Vollziehung der Erscheinung im Übergang von Schema 1 zu Schema 2. weil er demselben Gesetz gehorcht und dessen Wirkung ausdrücklich vermittelt. sondern es ist. (269. daß in dem beschriebnen Sehen wohl überhaupt gar kein Faktum. [das das] werdendes Seyn durchdringt[.h.

– . Bei den jeweiligen Etappen der Teilung und dem Festhalten des Gesehenen entstehen nun die mannigfaltigen Ansichten derselben einen Welt e: 196 197 GA II 12. Realismus und Idealismus zeigen sich dadurch als jeweils unvollkommene philosophische Ansichten. ohne daß sie aber tatsächlich jemals aufgelöst werden können. die der Teilung unendlich zur Verfügung bleibt. Vorlesung ist dem Begriff der Qualität gewidmet.197 weil durch eine theoretisch unendliche. seine eigene Zerspaltung angesichts der mannigfaltigen Qualitäten auszugleichen. Welt beschrieben. sondern weiter bestimmt. Die Qualität wird hier von Fichte als »absolute Einheit des unendlichen […] das eigentliche objektive. III. heißt also demnach. gleichwohl praktisch immer begrenzte Analyse der Qualitäten die Unterscheidungen zwischen den jeweiligen Qualitäten minimiert werden.22-27) 267 Daß die Wissenschaftslehre das Faktum des Sehens voraussetzt.1.17-19. Die Materie der Welt Eine lange Bemerkung der 31. Demzufolge ist die Geschichte der Entstehung des Bewußtseins als ein Teil der Welt überhaupt nicht zu rekonstruieren. Das Teilen oder die unendliche Analyse der Qualitäten seitens des Ich ist aber wiederum nur ein Ergebnis des Strebens. Die zwei Glieder d und e wurden schon als Ich und Nicht-Ich bzw. .22. 267. Welt und Intelligenz kann man nur als schon immer zugleich anwesend und aufeinander bezogen verstehen. also die Welt und das Bewußtsein.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher ein Schlag. voraus gesezte Faktum. In welcher Beziehung aber stehen sie zueinander? Das e kommt als die Ganzheit der Qualitäten vor. ohne daß die Sichtbarkeit von jener oder das Sichtbarwerden von dieser abzuleiten sei. II.L. Demzufolge ist das Teilen »Ausdruk der Gebrochenheit«. (269. daß Welt und Sehen. woran das Vermögen absolut sich bricht«196 definiert. GA II 12. Es [scil: das Sehen] ist nicht allein. 267. Dies ist das von der W. die als solche erst von der Wissenschaftslehre vollkommen enthüllt werden. das diese mit der Vollkommenheit seiner praktischen und theoretischen Fähigkeiten anschaut. gleichzeitig vorkommen. 6.1.

30-270. . daß nämlich der »Stoff eben die Konkretion der Unendlichkeit [ist]. und was aus ihr folgt. lediglich aus dem Sehen. A giebt a bc de (269. die stets und immer übrig bleibt«. ein bedingtes Muß des Sehens wird.10) 198 GA II 12. d. da dies das absolute Sehen ist. nicht etwa unbestimmte. Das der unbedingten Theilung von d aus festhaltende Eine Mannigfaltige. eben durch und durch bestimmte. […] Unendlichkeit des machens. – welches. das womit die ganze Synthesis sich schließt. Das Gesez eine doppelte Kausalität auf die Erscheinung I. gleichfals absolut bleibt: die Eine Welt. aber nie aufgehoben werden kann. Der Grund für den Übergang von der absoluten zur sichtbaren Erscheinung Wie üblich wiederholt Fichte die Konklusion des zuvor Gesagten am Anfang der darauf folgenden Vorlesung und leitet so den nächsten Schritt ein. was zuvor erklärt wurde. und woran sie selbst sich bricht ist e.h. das zwar erweitert. und zwar zufolge des Gesetzes. Vorlesung beginnt demzufolge mit einer zusammenfassenden Bemerkung über die oben betrachtete doppelte Kausalität des Gesetzes des Soll: Scharfe Unterscheidungen. theils in ihrem Seyn als blosses Vermögen. Qualität. (267. Die 32. Dabei zeigt sich die Kehrseite dessen. und leere Freiheit.198 Ist die Materie im Gegensatz zum unendlichen Raum abgeleitet worden. die Abstraktion aus dieser Betrachtung führt zum Begriff des äußerlich unendlichen Raums. in der Form des als: der gerade Gegensatz: absolute Begränztheit des unendl[ichen] Vermögens.24-28) Die Welt zeigt sich somit als ein innerlich unendliches Ganzes. 255.2. das hier eine faktische Kausalität wird. wird nun der Raum als Abstraktion von der unendlichen Materie dargestellt.268 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher Das lezte Resultat des Sehens. das Universum der Qualitäten an der Materie. 6.1. II theils im sich sehen desselben.20f. Grenze drum.

wodurch es sich in der Form eines Objekts.h. Das Prinzip genügt zur Entstehung des Prinzipiats eigentlich nicht.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 269 Aus der weiteren Bestimmung des Sehens ergibt sich nun die Qualität als faktische Sichtbarkeit der Welt. ist notwendig immer auch von einem Freiheitsakt der Erscheinung. das unmittelbare Schema des Vermögens eben. Ein Gesetz ist an sich tot. Es ist sozusagen die Bedingung der Möglichkeit der Bestimmung beider oder die ihres Wie. Es ist nämlich nicht die absolute Erscheinung selbst oder ihr Vermögen in seiner Unendlichkeit. Welcher dieses sey? Das Gesez giebt die Begrenzung. sodann das Sehen bestimmt wird. Wenn man nun – wie hier gesehen – dieses Gesetz mit der dem absoluten Sehen innewohnenden Struktur der Reflexion gleichsetzt. sondern sich nun als wirklich sehendes Sehen oder Ich in d wahrnimmt. Eben dieser Übergang vom reinen . wenn es nicht von einem Akt belebt wird. was es mit der oben dargestellten Spaltung in die fünf Elemente a. an denen sich dieses tatsächlich bricht und zugleich nicht mehr bloß als Sichtbarkeit b einem Undurchsichtigen c gegenübergestellt ist. Allerdings erinnert Fichte auch daran. wodurch letztendlich das Gesetz selbst zur Erscheinung kommen kann.h. d. d. Der Übergang von A als der Erscheinung in seiner Absolutheit zu e als dem Erscheinen der Welt in ihrer Mannigfaltigkeit fällt mit der Entstehung der Qualitäten zusammen. keine selbständige Ursache sein kann. also das. eines einzelnen Gesehenen sichtbar wird. Diese Bestimmung ist von dem Gesetz der Reflexion geleitet. Nun bestimmt Fichte näher. wodurch zunächst die absolute Erscheinung A. des A bedingt. aus geben. Das Gesetz ist ein Prinzip. Daß aber nun das Sehen zu einer solchen Bestimmung kommt. unter dessen Bedingung allein die Synthesis zu Stande kommt. also die Möglichkeit des Objekts an dem das Sehen sich breche: was giebt denn die Form des Sehens. Daher schließt Fichte: Es muß drum irgend einen FreiheitsAkt von A. sondern vielmehr ihr Schema. Diese stellen nun die verschiedenen faktischen Grenzen des absoluten Sehvermögens a dar. d. c. d und e auf sich hat. das an der Begrenzung seiner selbst sich bricht. d. (270. solange sich ihm keine schöpferische Tätigkeit unterwirft.17-22) Das Gesetz gibt also laut Fichte dem Sehen die Gelegenheit. ohne das Mitwirken eines ursprünglichen freien Akts. daß dieses Gesetz allein.h. kommt dadurch das Sehen in Freiheit zu einer Grenze.h. das Vermögen gemäß seiner Selbstschematisierung gemeint. überhaupt zu einem Inhalt zu gelangen. b. wodurch ihre Vollziehung zu einem wirklichen Ergebnis kommt.

Die absolute Erscheinung ist auch frei. nicht aber darin. . das unmittelbar einschließlich seiner weiteren fünffachen Bestimmung (a. d. die in seiner Potenz liegen. GA II 12. weil sich eben darin der Freiheitsakt des Vermögens selbst zeigt. A (270. 271. Diese Verdoppelung selbst. Das untere A stellt dagegen das Schema des Vermögens zufolge des Gesetzes dar. und wie beweisest du das?«199 Die positive Antwort folgt gleich danach: »Die Erscheinung soll sich ja erscheinen als solche. als ihr Vermögen in seiner Unendlichkeit und Unsichtbarkeit betrachtet.6-8. was das Daß.4) In der oben angebotenen Formel A/A gilt das obere A als die absolute Erscheinung bzw. b. in die schematische. denn das absolute Sein darf sich dabei keinem Gesetz unterwerfen. und der Uebergang in demselben aus der einen einfachen Form.) A. Die Beschreibung wendet sich nicht an diese einfache Form. sonst würde es sogleich seinen Charakter verlieren. der Übergang von der Erscheinung zur Erscheinung der Erscheinung einfach aufgrund des faktischen Daseins der Welt angenommen. kann 199 200 GA II 12. was das Wie ihrer Erscheinung betrifft. ein Schema ihrer selbst werden: sie kann es drum: diese Bestimmung gehört zur Bestimmung des Vermögens«200 Man erinnere sich nun an den Unterschied zwischen dem absoluten Sein und der absoluten Erscheinung: Das absolute Sein ist absolute Freiheit und kann in den unendlichen Möglichkeiten. und begränzt diese. auch erscheinen – und tatsächlich ist es auch erschienen. sondern sie wendet sich an das Schema derselben. 1.27-271. e) vorkommt. der FreiheitsAkt der Erscheinung A. wie rückschließend von der faktischen Wahrnehmung der Welt her anzunehmen ist. ohne alle Duplicität.h. an die Verdoppelung. d. Das geschieht aber vollkommen grundlos. c. ist aufgestellter Maassen unendliches Vermögen: in reiner einfacher Form des Seyns.5f. Jetzt fragt Fichte dagegen nach der Bedingung seiner Möglichkeit: »Ist ein solcher Übergang überhaupt möglich? Liegt er im Vermögen der Erscheinung. Bisher wurde diese Verdoppelung. 271. Sie kann sich also sowohl erscheinen als auch nicht. allerdings allein darin. absolute Freiheit zu sein. der schematische Zustand eben überhaupt wäre sonach die Bedingung des Einfalls des Gesetzes. wenn sie aber erscheint.270 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher Vermögen zu seiner Schematisierung ist jetzt von Interesse.

nachdem dieses in den schematischen Zustand eingetreten ist und das Schema wahrnimmt. wobei Fichte folgendes hinzufügt: »Doch ist das soll in dieser Hinsicht bestimmend lediglich das Vermögen: die Erscheinung kann. Die Selbstschematisierung des Vermögens ist also eine Bedingung der Möglichkeit des Erscheinens der Erscheinung als solcher. folgt: […] es folgt noch etwas weit höheres. daß dazu das unendliche Vermögen zunächst angehalten werden muß. sondern auch tatsächlich als reine Erscheinung erscheinen kann. entsteht nicht dieselbe fünffache Gliederung wie vorher. Es erscheint dagegen eine Gliederung im Vermögen. 271. das zunächst die wirkende Möglichkeit zu erscheinen ausdrückt. GA II 12. um zu können. Allein das Sollen genügt also. muß es auch ein Vermögen dazu geben. Und eben darin. damit das Schematische der Erscheinung der Erscheinung dem schematisierenden Vermögen selbst zugeschrieben werden kann und die Erscheinung endlich nicht nur als mit dem Vermögen verschmolzen. sondern die des praktischen Vermögens abzuleiten. 271. Sodann muß aber dieses Vermögen auch selbst schematisiert werden können.«201 Da aber das zu schematisierende Vermögen bekanntlich den Charakter der Unendlichkeit hat. das vom Sollen und vermöge seines Gesetzes geleitet wird. und zusammengeseztes: […] es kann drum allerdings das in A liegende Gesicht entstehen. die reine schematische Struktur des Erscheinens. Wel- 201 202 GA II 12. da es nicht mehr darum geht. daß eben das Gesetz die Begrenzung des Vermögens verursacht. sie muß nicht: das Sehen bleibt auch hier ein absolutes Faktum: durchaus getrennt von dem Seyn an Gott. da die Erscheinung als solche erscheinen soll. Fichte antwortet nun auf die oben gestellte Frage wie folgt: Auf den ersten Blik wird wohl jeder sagen: die Synthesis a.24. daß sie es auch kann. Jetzt konfrontiert Fichte aber seine Zuhörer mit der folgenden Frage: »Was folgt nun aus dieser Zusammenwirkung [des Vermögens und des Gesetzes]?«202 Nun. denn. Darin besteht also der Beweis. besteht der Grund dafür. wodurch das Soll zur faktischen Bedingung der Entstehung des Bildes wird.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 271 sie dies nur wegen eines festen Gesetzes. daß sie dies soll. . führt seine Schematisierung vorerst zu keinem Bild.11-13. weil schon vorher bewiesen wurde. das tatsächlich die Erscheinung zur Erscheinung der Erscheinung führt und Fichte selbst und seine Zuhörer als Wissenschaftslehrer faktisch dazu geführt hat. Ihr Können ist insofern ein solches.

und in einem Wissen. der es bedarf um der Form des Sehens willen muß nun selbst durch dieses Vermögen gesezt werden: eben durch ein nun erst mögliches Nachbild. In seinem Nachbild kommt dieses Gesicht nämlich nicht vor. die die fünffachen Züge der erscheinenden Erscheinung wiedergeben. wie sie nicht an sich. e. (ein erst mögliches. das die unendliche Tätigkeit des Vermögens zu einer Rückwirkung. in der Form des Als. Es handelt sich also um dieselben fünf Glieder a. zu einer Anschauung der fünffachen Struktur des Vermögens kommen können.h. γ. Indem nun die Glieder der Spaltung im Ich selbst erscheinen. d. Demzufolge entstehen dem Ich fünf Standpunkte.h. Es wurde nämlich schon festgestellt. sondern nur als solches. δ. Das Vermögen kann nämlich durch den Anstoß des Gesetzes nichts. c. derselben durch Eintreten überhaupt in den schematischen Zustand hingibt. d. ein . Jetzt gilt darüber hinaus. Fichte fährt fort: Die Begrenzung durch das Gesez ist nur möglich. als ihre Nachbilder. sondern gelten als seine Standpunkte. wie sie aber in einem Ich vorkommen. wenn die Urglieder einer fünffachen Spaltung nicht schon im Vermögen selbst enthalten wären. d. das Urbild ist gegeben.13) Die griechischen Buchstaben α.272 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher ches ist sein Inhalt: absolutes Vermögen schlechthin. wie es an sich ist. daß es dazu der Mitwirkung eines zweiten Prinzips bedarf. also nichts anderes als sein eigenes Gesicht nachbilden. als solches unbedingt: die Grenze. was nicht schon immer in der ursprünglichen Möglichkeit der Erscheinung angelegt war. β. werden sie aber nicht mehr nur äußerlich betrachtet. sondern im Schema und ausdrücklich mit dem Charakter. und Schema der wirklichen Begrenzung. (271.) Richtet im allgemeinen sich nach dem Gesetze der Synthesis also α βγ δ ε. die dem Eintreten des Vermögens in den schematischen Zustand entsprechen. und zwar zu einer Reflexion auf sich selbst drängt. Hinwiederum. daß das Bildungsvermögen der Erscheinung nur sich selbst bilden konnte. nämlich des Gesetzes des Soll. b. nachdem das Vermögen die Erscheinung zum Erscheinen gebracht hat. vorkommen.24-272. inwiefern sich die Freiheit der Erscheinung A. Schemata zu sein. das faktisch von einem Prinzip dieses Wissens abhängt. Es würde nicht zu einer äußerlichen Begrenzung. ε symbolisieren die fünf Grundglieder der weiteren Bestimmung der erscheinenden Erscheinung.

wäre die Spaltung in eine Struktur des Vermögens an sich auf der einen Seite und seine schematische Erscheinung auf der anderen absolut unvereinbar. b. Entsprechend erklärt Fichte: . eins ist nicht möglich ohne das andere. Denn die ersten fünf Elemente (a. die faktisch nur in einem wissenden Ich stattfinden kann und die Verdoppelung der Erscheinung zum Erscheinen bringt. β.2) 273 Faktisch könnte die absolute Erscheinung also ohne die Selbstbegrenzung seines freien Sehvermögens auf die fünf Standpunkte α. b. d. Ohne die Erklärung. nämlich α. δ. β. β. das aber erst nach seiner schematischen Äußerung und vermöge des Eintretens des Ich in die entsprechenden schematischen Standpunkte erkennbar ist. b. γ. Es handelt sich um eine notwendige Reflexion. Der Schematismus wäre also nichts anderes als die Verkörperung von a. δ und ε als der Struktur der Bestimmung und der folgenden Spaltung der Erscheinung kommen können. δ und ε das Schema des Vermögens nach seinem Eintreten in den schematischen Zustand gemäß seiner Selbstschematisierung im Ich darstellt. daß beide nur zugleich erscheinen und sich gegenseitig bedingen. Dabei ist diese Struktur selbst nur rückwirkend als im Vermögen notwendig anzunehmen und als immanentes Prinzip seines Schemas zu verstehen. δ und ε und die Bewegung des schematisierenden Vermögens nichts anderes als das schwebende Nachbilden der absoluten Erscheinung in deren wirkendem Bild im Ich vermöge seiner freien Unterwerfung unter das Gesetz des Soll. und man würde sich wie bei Kant einem unerklärbaren Hiat zwischen einer Welt an sich und einer Welt der faktischen Erscheinung gegenüber sehen. β.26-273. Beide Synthesen sind drum schlechthin synthetisch vereinigt. γ. wobei die zweite Reihe. γ. c. c.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher Schema des ursprünglichen Vermögens ist nur möglich inwiefern die Unendlichkeit desselben durch irgend ein aus der Begrenzung stammendes Schema gebrochen wird. weil dieses nichts anderes ist als Nachbild einer dem Vermögen innewohnenden unsichtbaren Struktur und nur als deren Projektion im Wissen zu betrachten ist. (272. ε nicht erscheinen. Umgekehrt hätte man aber nie zur Anerkennung von α. Der Hiat erklärt sich hier dagegen aus dem erscheinenden Schema der Erscheinung. γ. e als ihr Gesicht anerkannt hätte. wenn sich die Erscheinung nicht tatsächlich schematisiert und nicht a. c. d und e in α. e) stellen das Ergebnis der Selbstbestimmung des Vermögens dar. d.

Ein Bild des Vermögens entstehe somit aus der inneren Dialektik zwischen Vermögen und Gesetz. ausser wenn sie mit Freiheit sich derselben hingibt. 3-6) 6. als daß sie durch sich selbst ihr unendliches Vermögen in den schematischen Zustand überführe. und sie ist drum auch Eins und ewig sich gleich bleibend.h. (273. entsteht nämlich noch kein Bild. Daraus entsteht nun kein Bild.274 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher Diese Form geht aus auf ein Schema des absoluten Vermögens. als durchaus erhaben über die bestimmte Schranke. denn das Schema ist unendlich. sich weiterzugestalten. daß das Vermögen selbst.1. Vorlesung faßt Fichte das zuvor Gesagte zusammen und fügt auch ausdrücklich hinzu. die auch die Entstehung der jeweiligen Weltbilder bedinge: Das Soll. sich ins Unendliche fort zu produzieren. Dabei zeigt sich die absolute Erscheinung dank ihres Vermögens unmittelbar fähig. β. (273. als Gesez des Faktum eines Bildes. durch das Bild Gottes. δ und ε führt. in welchem ein seyendes Ich das erste Produkt war. kann die Erscheinung nicht ergreifen. und so im blossen Bilde die Anschauung hält. und zwar als eine immer weiter zu aktualisierende Möglichkeit. γ. wenn es sich nur dem Gesetz hingibt. die hier uns im Bilde vorschwebt. aber dem Faktischen Gesetze ist es nun hingegeben: Dies giebt die Schranke. das in ihr . als solches zur Erscheinung komme. d. wie sie dies schlechthin kann. derselben Dialektik. in ihrem absoluten Seyn an Gott nochmals schärfer angesehen. die selbstgesetzte Schranke zu überwinden. Die Erscheinung. zugleich ein Bild des Vermögens eben als solchen. ist bedingt durch ein aus der wirklichen Beschränkung durch das Gesez zu entnehmendes Bild. Daß es aber mit ihr zu einem Faktum komme. was zur Anerkennung ihrer unmittelbaren Weiterbestimmung unter den fünffachen Gliedern α. Es läßt kein anderes sich hingeben denken.19-28) Wenn sich die Erscheinung dem Gesetz hingibt. dies aber ist Eins. sondern geht nur die absolute Erscheinung in ihren schematischen Zustand über. Sie ist Freiheit. Die Schranke und das Bild des Vermögens Am Beginn der 33. wie es ist in ihm selber.3. indem es durch das Soll beschränkt werde. und zufolge dieser eintretenden Bedingung entsteht ausser dem unmittelbaren Bilde des Faktums.

Im Sehen und durch das Sehen. zweiteres als dessen Prinzipiat. das nun.1-6) Dieses Prinzip ist – ohne daß Fichte es schon ausdrücklich benennt – das Ich. Denn »die Unendlichkeit [schließt] durchaus das Sehen. a. Bei dieser Erklärung taucht aber zugleich ein neues Problem auf. ersteres als Prinzip des Bildens. als eines unendl[ichen] Bildens. (274. wird das unendl[iche] sich bilden zu dem ganz neuen Princip des unendlichen. (274. Diese Freiheit.20-23) Das absolute Leben Gottes erscheint also nur vermöge eines sehenden Prinzips. /.) jenseit fließt ja das Leben fort. als ein in sich geschloßnes« aus. sondern reine That. Nun wird durch diese Operation nichts erschaffen.15f. daß eben in dieser Form des unendlichen Bildens – wie sie jetzt erscheint – die Erscheinung sich als Bild Gottes zeigt. von sich durch sich selbst. Denn das Bildende und die Bilder tauchen gleichzeitig und unmittelbar aufeinander bezogen auf. 274.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher Gesez wird. ist ein faktisches sich-Bilden. und lediglich dadurch. aus sich. in Beziehung auf eine sichVollziehung gedacht. . das die unsichtbare.203 wohingegen das unendliche Produzieren der verkörperten Erscheinung Gottes in der Form eines sehenden Ich sehr wohl vorkommt: Die Frage ist also nach einem stetigen Uebergange ohne Sprung. das Sehen des Bildes Gottes dadurch ermöglicht. daß es sich in einer unmittelbaren Selbstanschauung selbst als Bild Gottes versteht. als faktische Bedingung. Nachdem die genetische Möglichkeit der 203 GA II 12. bestimmt. fortfließende und lebendige Tätigkeit anschaut und damit in einer sichtbaren Form fixiert und darstellt. und in Beziehung auf dieses Bilden ist das Gesez unendlich. von diesem unendlichen Bilden zum Sehen: und dieser Uebergang liefert die eigentl[iche] Deduktion des Sehens überhaupt. wohl aber etwas gestaltet und in einem Bild angeschaut. dergleichen bisher wir gemacht haben mögen. wie nämlich dieser unendliche Bildungsprozeß mit dem Sehen zu vereinigen sei. b) Princip ist nichts an sich. (275. sondern es ist die Form der Sichtbarkeit des Sehens: und das Princip entsteht im sich sehen der Erscheinung. woher denn nun dies: aus dem Sehen.6-10) 275 Nun erklärt Fichte. ohne Anhalt: es ist nicht Princip.

was faktisch in der Erscheinung vorgefunden wird. als Princip. Das absolute Sehen als das der Erscheinung innewohnende Prinzipsein. das zur Anerkennung der Unendlichkeit des absoluten Seins führt. Von einem Ich wird es nämlich nicht in seiner Form an sich (a). das absolute Sehen kann sich nicht unmittelbar und unbedingt a priori als Princip ersehen. inwiefern dies eben mit dem finden vereinbar ist. daß ›Gott als solcher in der Erscheinung erscheinen soll‹. sondern als a vorgefunden. muß selbst auch unendlich sein. wenn überhaupt in 204 GA II 12. Finden. er geschieht aber unter der Annahme. bleiben nämlich noch die faktischen Bedingungen seiner Möglichkeit zu klären.7-17) Nun ist aber ein Finden. ein vorfinden. jezt über die faktische Möglichkeit eines solchen Sehens die wir übergingen. der faktisch gefundene absolute Standpunkt. Es muß drum jenes erste Sehen α.19. 275. Dieser Übergang ist offenbar nicht notwendig.276 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher Entstehung des Ich und seines Sehens dargestellt wurde. Dazu werden nun die schon bekannten genetischen Etappen der Selbstbestimmung der absoluten Erscheinung in ihrer faktischen Reihe erfaßt. ein Sichsetzen des Prinzips zu denken. Die Erscheinung soll sich sehen. […] sondern es muß sich faktisch also finden. wodurch alles. als Erscheinung Gottes angesehen wird. das vorher mit a bezeichnet wurde. so daß Fichte sagen kann: »Durch das erstere [a] ist das lezte [a] schlechthin gesezt«. dem absoluten Sehen schlechthin werden: 3). Obwohl also in der genetischen Reihe notwendig zuerst a vorliegt. besteht eigentlich zunächst in einem faktisch daseienden Prinzip. eigentlich als nichts anderes als ein Setzen bzw. – in der höchsten Allgemeinheit – vorfinden ein wirkliches Principseyn a. da es erst durch das Gesetz eines Soll zustande kommt. als Princip eines bildens./. Als a kann es erst dann gesetzt werden. soll also zu a. . kommt in der faktischen Reihe zuerst a vor. Das Ich soll sich also. a.204 Das Prinzip aber. das sich im Finden mit dem Prinzip gleichsetzt. (275. wenn vom Ich der in sich vorgefundene Standpunkt des absoluten Sehens a hypostasiert worden ist. Nach dem oben geführten Beweise aber ist das absolute Sehen der Form nach durchaus ein faktisches Sehen. als sehend eben in einer gegebnen Anschauung: die rein und lediglich durch die faktische Grenze zu Stande gekommen seyn soll. / Kürzer. Das sehen aber ist faktisch: also es muß sich vorfinden. das nun wiederum durch die Hypostasierung dieses Standpunkts zur Setzung eines a führt.

und das zwar dadurch. nach demselben Grundsatze gebildete. und ins unbedingte fort auf unendliche. wäre das gesuchte.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 277 der Form des absoluten Sehens a betrachtet – das nun das unerschöpfte Vermögen der Erscheinung ausdrückt. also in der Stelle a. heraus: es ist gerade das. als ein unendliches Prinzip anschauen müssen.22-24. (276. sich zu vollziehen oder nicht. sondern des Daß überhaupt. wobei man aber bemerken muß. Denn das Ich kann nichts anderes als dessen Bild und in dieser Bildform sein. und bildlos: Als unbedingte Reihe geschloßner Anschauungen aber wird sie 205 GA II 12.4-10) Das bedeutet. wie verhält es sich denn in der Wahrheit. Ein Bild dieses Vermögens. Als Princip ihrer Selbstbestimmung ist sie [scil. schaut es sich an als Vermögen. und in der That Princip seines Seyns? Allerdings. daß das Prinzip zunächst in seinem Prinzipsein betrachtet werden soll. sondern als Princip ins unendliche. Damit stellt sich dieses Prinzip als Bild der ursprünglichen freien Sichbestimmung des Vermögens der absoluten Erscheinung. 275. Die concrete Unendlichkeit ist unsichtbar. Dies ist nun ein Bild des Vermögens. aus dem faktischen Gesetze stammt. Und so ist denn hier. daß sie sich hingiebt. oder nicht. . Das Prinzip soll sich entsprechend unendlich weiter in der Form des a vorfinden und fortsetzen: »Die Erscheinung soll sich sehen. einem a posteriorischen. so wie auch das Princip war. […] inwiefern es sich überhaupt sieht als Princip. nicht nur überhaupt als Princip. die Erscheinung dennoch wirklich.«205 Wie ist das überhaupt möglich? Fichte antwortet darauf: Besinnen wir uns. durch Synthesis innerhalb des Sehens ein Bild der Unendlichkeit möglich geworden. obwohl der ganze Inhalt des Gesichts a. das an sich durchaus unmöglich war. nicht des Was. als frei in Beziehung auf eine gegebne momentane Anschauung. um die Sichtbarkeit zu erweitern –. an diesem objektiven allein wird jenes Bild gebrochen. Nur sich anschauend. Durch A. die Erscheinung] unendliches Vermögen. also allerdings ein durchaus a priorisches. daß es eben ein Prinzip der eigenen Hingabe an das Gesetz des Soll und ausgerechnet das Daß dieses Sichhingebens ist. und zwar als unendlichen Vermögens sich hinzugeben. die jeweilige Schranke zu übergehen. Dieses aber ist möglich nur einer faktischen Begrenzung gegenüber. was a priori das Was des Prinzips setzt. ist denn.

diese Schemata darzustellen . denn dies ist Sehen des Einen Princips: sondern nur in der faktischen Bedingung dieses Sehens. Die Sichtbarkeit des Princips ist Princip der Disjunktion. Wobei alles. wie das Ich – als faktisches Prinzip des Sicherscheinens der Erscheinung – in seiner Selbstschematisierung fünffach in seinen schematischen Grundstandpunkten α. d. was zu irgendeinem Bild. Eben diese gediegnen Momente sind der Hintergrund. Mit dem folgenden Satz kann Fichte die 33. als Schema davon zu verstehen ist.2. Selbstverständlich können sie erst dann in einem schematischen Bild. daß Gott durch sich selbst zur Erscheinung kommt. Vorlesung beenden. γ. in ihrer faktischen Entstehung im Ich und für das Ich der Wissenschaftslehre überhaupt abgeleitet werden. dem Gesetz des Soll unterwirft und nach der Erscheinung Gottes als solchem fragt. Vorlesung ist offenbar ein Schritt in Richtung der Ableitung des Prinzips in seiner Wirkung. β. Satz: Das Princip erblikt sich nothwendig theils als mannigfaltiges (fünffaches) theils als unendliches Princip. Die Disjunktion ist keinesweges in der Sache. mächtigen Ich verkörpert. Beide schematischen Anschauungen ergeben sich dadurch. sondern nur im Sehen: und zwar nicht im reinen. – a a a in infinitum. nunmehr faktisch in einem tätigen. des Principseyn selbst. daß sich das Vermögen. Die Deduktion des Faktums der Wissenschaftslehre Das Ende der 33. an welcher das Bild derselben sich bricht. – . wenn sie im Ich in ihrer faktischen Bedingtheit noch einmal gefunden werden. Das Eine so alles geliefert durch die absolute a Sichtbarkeit der Erscheinung (276. die sich in der Entwicklung der Wissenschaftslehre bis zu diesem Punkt zeigten. ausdrücklich in der Form einer Projektion des Ich vorkommen. δ und ε sowie unendlich in der immerwährenden Möglichkeit der Setzung des absoluten Sehens a vorkommt. Entsprechend beschäftigen sich die Vorlesungen 34 bis 37 damit. (277. also einer Erscheinung führt.11-25) Dabei hat sich gezeigt. das sich in seiner Sichanschauung als ins Unendliche sich weiter setzend und sich dabei fünffach spaltend sieht. Nun sollen alle Glieder. Dieses Prinzip ist nun notwendig das faktische Ich.278 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher sichtbar.h.3-7) 6.

12f. daß dieses Nichthingeben. Wäre es nur ein einfaches (gäbe es nur den Gegensatz Unendlichkeit. Darin besteht die letzte Bewegung der Wissenschaftslehre. Vorlesung bietet Fichte eine nähere Analyse des Prinzips der Erscheinung und seiner Beziehung zur Unendlichkeit. 277. soll das Prinzip wiederum in einem eigenen Bild erscheinen können – einem Bild vom Bilde der Erscheinung. Das Bild des Bildes der Erscheinung: das Schema 3 Zu Beginn der 34. und bräche sich nicht: das nicht Hingeben an den Fluß der Unendlichkeit muß drum selbst ein Mannigfaltiges seyn: indem das Princip sich an sich bricht an 206 GA II 12. oder NichtUnendlichkeit. etwas Einfaches ist. mit dem sie zu ihrem Ende kommt. wogegen die Erfahrung spricht. das Sehen nur Sehen des Einen. Um zur Anerkennung dieses Schemas zu gelangen. . der Rückschluß. Rückblickend wird die Möglichkeit des ganzen Gedankenwegs der Wissenschaftslehre bis zu der faktischen Notwendigkeit der ursprünglichen Voraussetzung.i. nämlich des Urschemas als Urerscheinung Gottes und der Benennung ihrer faktischen Bedingungen der Möglichkeit in einem wirklichen Ich. Ansonsten gäbe es nur eine Entgegensetzung zwischen Unendlichkeit und Einheit und wäre. bemerkt Fichte zunächst. Das Vermögen – so Fichte – »sieht sich auch als Princip eines nicht Hingebens an die Unendlichkeit.«206 Durch eine dichte dialektische Argumentation schließt Fichte zunächst aus. in der das Ich sich immerfort in der Form des absoluten Sehens wiederfindet und setzt. sei dazu aber nicht gezwungen. daß das Vermögen.1. d. etwas an dem das Sehen sich bricht. denn es könne sich vollziehen. da es kein Sehen der Unendlichkeit gibt.2. das nun gesehen wird und demzufolge zu einem Objekt des Sehens wird. das Fichte Schema 3 nennt. 6. auch allein in sich ruhen könne. Einheit) so ginge in dieser Einheit das Sehen eben auf. ohne in einen unendlichen Produktionsprozeß überzugehen. Das Nichthingeben ist ein Objekt des Sehens. abgeleitet. Außerhalb der Erscheinung des Prinzips in einer faktischen unendlichen Reihe.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 279 und zugleich eine Erklärung für die faktischen Bedingungen ihrer Anerkennung anzubieten.

»der Erscheinung aus ihrem Seyn aus Gott«207 zu ihrem schematischen Zustand oder dem »Seyn«208 zu finden ist. daß es in diesem dritten Schema tatsächlich als Prinzip schematisiert wird. und derselben gebend diese Form des Princips denn die Erscheinung selbst ist ja wohl dieses Princip. und soll: und das. sich richtend an die Erscheinung. muß in ihm ein endliches Disjunktionsprinzip angelegt sein. GA II 12. Das unmittelbare Bild hat sie nur in ihrem Vermögen.19f. es ist ein freies Princip.280 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher einer Weise des nicht hingebens. daß die Erscheinung als solche erscheinen soll. sie bilden wird. daß die Erscheinung wegen ihrer Unendlichkeit nicht unmittelbar in ein Bild übergehen kann. und erwiesen. 278. das allerdings nur am Übergangspunkt von der absoluten Erscheinung.5. (277. daß sich die Erscheinung »in ein Princip« verwandelte. Bild vom Bilde der Erscheinung: und ist von diesem Bilde durchaus geschieden. Zwischen dem Erscheinen der Erscheinung als solcher und der Tatsache. 277. nicht wirklich sind. Fichtes nächste Aufgabe ist folglich. muß in ihrem Bild ihr Prinzipsein selbst abgebildet werden. da die Erscheinung ein Prinzip des Bildens ist.11-17) Die Deduktion der Schematisierung dieses Prinzips hängt also wieder damit zusammen. aber durch sein blosses Seyn ist es durchaus kein unmittelbares Bild von ihr.13-19) Um aber ein Mannigfaltiges zu sein.24. (278. welches die Erscheinung bilden kann. durchaus ohne alle faktische Realität: das Princip kann drum durch sein blosses Seyn nur etwa genannt werden Schema 3.209 Daher kann Fichte schließen: Ich habe gesagt. das allerdings nicht unendlich ist.24. . besteht nun ein aufzuhebender Widerspruch. (278. [E]s ist ein Produkt des absoluten Soll eines Faktum überhaupt. die dermalen nur möglich. GA II 12. der dadurch gelöst werden könnte. wenn es etwa sein Vermögen vollzieht. anerkannt. müssen noch andere in ihm liegen. und in 207 208 209 GA II 12.) Dabei zeigt sich in der Form des Ich die Erscheinung selbst als Prinzip. 277. dieses Prinzip zu suchen. wobei Fichte nun zunächst erklärt: »[D]ie Erscheinung ist wirklich. Andererseits wird das Principsein der Erscheinung erst dadurch.

das als Princip der faktischen Entstehung ihres eigenen Bildes anerkannt wird. sich anzuschauen«. Ein Princip. Das Bild der absoluten Erscheinung kann aber kein faktisches Bild sein. Resultat: die Erscheinung ist schlechthin Princip (richtig verstanden) zufolge ihres Seyns aus Gott […]. (279. macht Fichte nun endlich explizit. 278. ist drum ein reines Vermögen.. welches ihr Gesez wird. GA II 12.25-27.32-34. das als solches zum Objekt geworden ist. Nun soll es schlechtweg zu einem Faktum kommen. d. geht auf im Soll. das da schlechtweg ist. es ist das Mittelglied zwischen der faktischen. das die faktische Bedingung der Möglichkeit dieser Anerkennung ist. A. sage ich.L. ist der Übergangsschritt von der absoluten Erscheinung in die Faktizität oder von der idealen in die faktische Welt vollzogen. was allein Faktum ist. als ein weiteres Bild des Ich. sondern nur ein tätiges Prinzip des weiteren Sichbildens der Erscheinung. die Erscheinung in der Form des Princips.i.211 Das Schema 3 ist also die Hypostasierung des Prinzipseins der Erscheinung als faktisches Prinzip seines Sichbildens. Denn was bislang nur noch implizit galt. und realiter Princip eines Bildens ihrer selbst: eines sich wie sie ist. keinesweges: es soll nach dem absoluten Gesetze: Zu einem Bilde kann es nicht: aber zu einem Princip des Bildes: wie es nun ist. zufolge des Erscheinens Gottes in ihr. 278. zu einem Bilde.h. absoluter Schöpfer wird. und zwar. Die absolute Erscheinung A kommt also dem Soll zufolge zum Ich als Prinzip des Bildes. 210 211 GA II 12. wobei notwendig auch ein Bild dieses Bildseins des Ich – wie man unten sehen kann – als ein viertes Schema entstehen wird. Anschauens. daß nämlich das Prinzip gerade mit dem Ich zusammenfällt. und idealen Welt. nichts treibt es. und dem denken unsrer W. Es wird sich bald finden. nicht mehr: ein bloß ideales Seyn: komt da durchaus zu keinem Faktum.210 und dann schließt: »Wir haben etwas sehr bedeutendes gewonnen. ein wahres reales Objekt«. d. das Glied wodurch die leztre. Mit der Entstehung eines Bildes der Erscheinung. . unabhängig von unserm Sehen. daß das Ich als Bild des Bildes der Erscheinung des Absoluten gesehen wird.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 281 der That. das allein die Unendlichkeit der abgebildeten Erscheinung wiedergeben kann. Es soll. – .4-10) Die Entstehung dieses Bildes hängt nun damit zusammen.

so ist es doch nicht unbedingtes.215 was zu einem faktischen Bild davon und dadurch zu einem faktischen Bild der absoluten Erscheinung selbst führt. das auch nicht seyn könnte. muß dieses faktisch dem Soll unterworfene Ich frei sein: »dieses zweite soll richtet sich in ihm. dagegen A. und in der That. und träte ein in die Form des Princips.21f. Selbst die Wirkung des Ich-Prinzips wird vom Soll herbeigeführt. in der Form. indem es sich selbst abbildet. die sich vollziehen kann. muß auch tatsächlich zu einem faktischen Bild der Erscheinung gelangen. denn »[e]rst unter dieser Bedingung würde sie von dem Gesetze ergriffen. Es ist. (279. wie Fichte sagt. (279. erscheint. »theils [zur] Hervorbringung des Princip selbst. zu einem faktisch wirkenden Prinzip führt. das als Prinzip eines Bildes der absoluten Erscheinung zugleich ihr faktisches Abbild ist.11-14) Nun bemerkt Fichte. . dem Princip selbst. nicht nicht seyn kann. das Princip ist wirklich. schon in die schematische Form eingetreten sein. das zu einem Faktum. daß das Ich tatsächlich erst in dieser Form und vermöge dessen. 279. und rein ideales. 279. Es ist ein Soll.32-34. GA II 12.213 Da das Soll aber das Gesetz der Freiheit ist. würde ein wahres wirkliches reales Princip«. Das Ich. wie es auf diesen Fall eintritt. sondern es ist bedingtes.214 Man sieht sich dabei vor einer doppelten Kausalität des Soll. GA II 12. um sich einem faktischen Soll zu unterwerfen. was Fichte »soll eines Faktum«212 nennt. ein »Princip des Faktum: auch selbst Faktum«.10.282 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher daß dieses Princip das bekannte Ich ist. zugleich Grund aller andern Fakticität.35-280. Es ist zugleich Faktum.15. an eine in demselben immanente Freiheit. oder auch nicht«.216 Fichte kann also schließen: Also zuförderst: ob wir gleich gesagt haben. Dabei muß die absolute Erscheinung freilich. GA II 12.i.4) 212 213 214 215 216 GA II 12. ein solches.18-20. und des Gesetzes. 279. GA II 12. Also die Erscheinung ist schlechtweg Ich zufolge ihres Seyns aus Gott. 279. theils sich richtend an das schon seyende Princip in seinem seyn«. und bloß faktisches Seyn. 279. d. das absolute. Es ist Produkt einer Wechselwirkung der absoluten Freiheit jenseit aller Fakticität.

und umgekehrt. was das unendliche Sehvermögen faktisch begrenzt. (281. der Objektivierung des Prinzipseins im Schema 3. ist das Princip. Beide sind im absoluten Faktum vereinigt. (Schema 4) Dieses Schema aber ist auch nur ein Schema. und ist nicht ohne dieses Schema – . Das Verhältniß ist drum also.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 283 Der faktischen Entstehung eines Bildes des Prinzips ist aber noch die Bedingung vorauszuschicken.9-13) . – (nicht etwa ein erschautes Ding an sich): Idealismus. wiederum das absolutfaktische Seyn. ernster Realismus. Idealrealismus oder Realidealismus: Das absolute Sehen hat einen realen Gegenstand. und es ist nicht etwa blosser Schein. denn der Eintritt in die schematische Form fällt mit dem Eintreten in die Sichtbarkeit zusammen.15-22) Diesen Schluß charakterisiert er nun als Synthesis von Realismus und Idealismus. daß das Prinzip in seiner Sichanschauung tatsächlich als ein Objekt wahrzunehmen sei. der Eintritt der Erscheinung in A bedingt das Seyn des Princips […].22-25) Schließlich wird dieses Bild des Prinzips in einem Ich. nicht etwa die Sache selbst. Das Seyn macht die lebendige Kraft Ursache zu werden eines Bildes. nicht Nihilismus. wie das Princip ist wird es gesehen. Wir können drum sagen: wie gesehen wird. (280. denn nur dieses giebt ihm das begrenzende Objekt. (280.i. des Schemas 4. Fichte unterstreicht diese Wechselwirkung zwischen der faktisch objektiven Darstellung des Prinzips und dem reinen Sehen folgendermaßen: Das Sehen der Form nach d. d. sondern sie liegt im Seyn. Eben dieses entstandene Objekt ist seinerseits aber nun genau das. aus dem absoluten Sehen folgt ein faktisches Seyn. worin eben das Schematisierende am Prinzip vom Ergebnis seiner schematischen Selbstbetrachtung unterschieden und fixiert wird. das Seyn ist schlechthin begleitet von einem Schema. dergl[eichen] gar nicht möglich ist.h. als Faktum. ist schlechthin sichtbar. und nur beide in dieser ihrer absoluten Vereinigung sind ein Faktum. Wiederum das Seyn des Princips bedingt das Sehen. Diese liegt im Schema nicht selbst: das Schema ist durchaus und ganz leidender Reflex. tatsächlich selbst als Schema und in einem besonderen Bild angeschaut und führt diese Anerkennung unmittelbar zur Entstehung eines weiteren Schemas.

Nach der Erklärung ihrer Form ist nun »der Inhalt der Anschauung zu entwikeln«:219 Durch das Bilden des Princip soll die Erscheinung sich erscheinen. objektive in ein Princip zusammengedrängt: und mehr nichts«. daß »das Sehende in ihm die Erscheinung selbst«218 ist und das Prinzip nur die Möglichkeit der Bestimmung der Erscheinung durch das faktische Gesetz anbietet. sowohl die Anschauung des Schemas 3 als auch die Art und Weise. 282. wie sie an sich ist. daß das Prinzip eben nur ein Prinzip des Sehens ist. ist dieser der Reflex der freien Vollziehung des Vermögens.217 Nun bemerkt aber Fichte. und nicht als das Sehende selbst gilt.2. Der Form nach ist die Auffassung des Prinzips in einem Schema 3 ein faktisches Sehen. Vorlesung. d. und so das Princip in demselben sich verbergen.24. näher zu untersuchen. und als solches sieht sie sich nicht. GA II 12. Was den Inhalt dieses Sehens angeht.3-6. so wird unmittelbar ein Sehen entstehen der Erscheinung wie sie ist: Dieses sehen wird wie alles Sehen faktisch seyn. GA II 12. wodurch nun das Schema 3 als Bild des Bildes der Erscheinung entsteht. das Princip vollziehe seine Freiheit. . Und so sieht denn wenigstens der Form nach die Erscheinung sich nicht wie sie ist: denn sie ist in diesem Falle Princip. 282. sich zu schematisieren. der Form des Sehens: des allgemeinen Sehens. setzet.h. wie Fichte selbst sagt. (282.1) 217 218 219 GA II 12. Vorlesung nimmt sich Fichte vor. Oder auch. »es ist ein blosses Sehen des Sehens. da ein Ich nur in der sichtbaren Welt begegnet.284 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher Mit der Ableitung des notwendigen Sich-zusammen-Ergebens des Seins des Prinzips in einem Schema 3 und dessen Bildes in einem Schema 4 schließt Fichte die 34. wie das unmittelbare Sichergeben dieses Schemas mit seiner folgenden Schematisierung in einem Schema 4 vorkommt.8. Reflexibilität und Reflexion: Schema 4 und Schema 5 In der 35.2. 282. […] Aber ich bitte doch zu bedenken.27-283. der zu einem Schema 3. einem Bild des Bildes der absoluten Erscheinung führte. 6. Das Prinzip drückt also die Selbstbestimmung der absolut sehenden Erscheinung zu einer Reflexion aus.

denn das Prinzip. sieht es nicht unmittelbar. a). nicht bloß. ist es nicht schaffend das Sehen: also die beiden FreiheitsAkte fallen nothwendig aus einander. sieht es sich nicht […]. Denn. anschauen zu können. und indem es sich als Princip sieht. der dem Schema 3 sein Prinzipsein sichtbar macht. Beide Akte sind aber wiederum in ein und demselben Prinzip verwurzelt. in denen er das Sichtbarwerden des Prinzips erklärt. wie sie an sich ist. und die erste Anschauung verschwinden. im faktischen Sehen ein Bild der absoluten Erscheinung. das da kann. es zu einem Bild als Ergebnis der Reflexion kommt. und ausser einander liegenden Theilen zum Bilde des Ganzen: aber nicht zur Einheit des Bildes. anschauen kann. Damit es sich als Prinzip in einem Bild wahrnehmen bzw.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 285 Das Problem besteht darin. Die . wo es gesehen wird. die das Ich-Prinzip ermöglicht. (283. wie Fichte sagt: Eine SichAnschauung des Princips einer gegebnen Anschauung als solcher. heißt Reflexion. und so käme es zwar in discreten. auf diese Tätigkeit auch reflektiert werden kann und umgekehrt. […] indem es Princip ist.15-19) Dabei findet sich aber im Prinzip. wenn auf sie reflektiert wird. so daß. zufolge des faktischen Soll. Demnach soll die Erscheinung ganz dargestellt werden: das ermangelnde müste sonach etwa durch einen neuen FreiheitsAkt hinzugefügt werden: aber auch in diesem würde das Princip verschwinden. während ihr Prinzipsein – und daher das Prinzipsein ihres Bildes – im Schema 3 zu erscheinen hat. Princip einer Anschauung der Erscheinung: sondern zugleich Princip. sobald es wirkt.6-10) Dazu bedarf es eines Freiheitsakts im Sehen. muß vom Prinzip eine Reflexion vollzogen werden. (283.28-31) Durch die Einheit des Prinzips ergibt sich eine auseinanderfallende Zweiheit der beiden Tätigkeiten. wie wir es erst genommen haben. Eine Disjunktion muß nämlich entstehen. um in ihm das Bild der absoluten Erscheinung als solche erscheinen zu lassen. nämlich entweder zu sehen oder zu reflektieren. Also – das P[rincip] ist schlechtweg. (283. eine Disjunktion. die Fichte im ersten von drei Punkten beschreibt. und soll sich selbst reflektiren in solchen Anschauungen.

ist zugleich in dem ersten Sehen das Sehende: es bricht sich eben an sich selbst. 284. Das Prinzip. die wiederum zur Anerkennung der Reflexibilität am Prinzipsein selbst in einem Schema 4 führt. Das Princip ist Schema 3. wird aber zum Ich durch seine freie. – . in der Reflexion. Dasselbe in der Reflexibilität. darstellen und muß dafür zunächst die Reflexibilität ans Licht bringen. andererseits aber führt die Vollziehung der Reflexion. sondern es bestimmt sich zum Ich erst durch die Reflexion. kann dieselbe nicht anders anschauen. sich. oder die Reflexibilität desselben wäre drum Schema 4. Entsprechend kann Fichte erläutern. das gleich angeschaut wird. sondern auch selbst als Prinzip des Sicherscheinens. die von der Reflexibilität ermöglicht wird und deren Sehen sich an dieser Reflexibilität selbst bricht. Die Reflexibilität ist nicht unmittelbar das Princip selbst.4-9) Die allzu idealistische Färbung dieser letzten zusammenfassenden Formulierung.h. sondern nur sein Schema: und wird.«220 Das Prinzip ist also vor der Reflexion kein Ich. welche unter andern […] die Reflexibilität anschaut. (284. […] c. derzufolge das Prinzip selbst das Ich sei. . Denn das Prinzip soll in sich die absolute Erscheinung. sich nicht nur als Erscheinung.) Das Princip erblikt in der Reflexion sich als solches: dasselbe. Das Princip erscheint in der Reflexion offenbar nicht unmittelbar. als sein Schema. d.). was da sieht. so kann man folgern.286 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher Reflexion führt nämlich zu einem schematischen Produkt. Dabei schaut sich das Prinzip als Subjekt des Sehens dieses Schemas 4 in einem Schema 5 an.13. Die Anschauung des Princips. das sich nun mittels der Reflexibilität als ein Ich betrachtet. als wie sie 220 GA II 12. als Subjekte des Sehens: es ist drum Ich. falls sie angeschaut wird. sondern in einem Schema: Schema 4. zu einer Sichanschauung des Prinzips als solchem in einem fünften Schema und in der Form des Ich. wird aber gleich korrigiert: »Im Princip liegt nicht das Ich: sondern nur das Vermögen einer Anschauung Ich. dem Gesetz des Soll folgende Vollziehung. wie sie tatsächlich ist. Die Schematisierung der Reflexibilität des Prinzips gilt also einerseits als Bild der ursprünglichen Reflexibilität in der Erscheinung selbst (daher ergibt sich ein Schema 4). ist also an sich kein Ich. angeschaut. wie sich das Prinzip in seiner Sichanschauung als Ich erscheint: b.

ein Schema der Reflexibilität darzustellen (Schema 4). also Schema V. da zwischen beiden Termini ein wichtiger Unterschied besteht. eines faktischen Ich zusammenfällt. . und durch dasselbe bestimmt. und der erste Faktor des ganzen Gesichts. Nun gilt das Schema 3.3. und zwar die Bedingung der Möglichkeit der Reflexion. Vorlesung eröffnet Fichte mit der Darstellung der Grundaufgabe: »Was liegt in der Reflexibilität des Princips«?221 Da innerhalb der Reflexibilität das Prinzip gesehen wird. das nun mit der faktischen Anschauung des Prinzips der Reflexion.19. Anschauung desselben nur im Schema: sie muß drum das UrPrincip hinter sie. und in ihr schematisirt anschauen […]. wie es unsrer Einsicht nach war. (284. welche die Eigenschaft des Prinzips als solche ausdrückt und ihr eine Mannigfaltigkeit gegenüberstellt. 6. Anders gesagt ist die Reflexibilität die Bedingung der Möglichkeit der Entgegensetzung von Ich und Nicht-Ich. die den Grund des Sehens überhaupt darstellt.h. d. Fichte erklärt demzufolge: Das Princip bliebe eben nicht mehr Eins. bezeichnet das Wort Reflexibilität die logische Stufe davor. 285. zur Anerkennung des Vollzugs der Reflexion. Der Inhalt der Reflexibilität des Prinzips Die 36. Wenn nämlich Reflexivität nur die Möglichkeit zu reflektieren bedeutet. nur nicht unmittelbar. Kurz: in dieser Anschauung wird durch die Form der Reflexibilität hindurch. Die Reflexibilität war Schema IV. sondern ein unbedingt mannigfaltiges: und nur ein Theil davon wäre das unmittelbar angeschaute Princip: dagegen das übrige ebenso Princip bliebe. Nun ist eine Mannigfaltigkeit selbst aufgrund der Reflexibilität im Prinzip anzuerkennen und entsteht im Prinzip eine Einzelheit. Die Anschauung ist offenbar wieder ihr Schema. das Princip und alles andre gesehen: dies ist der Exponent.11) 287 Es sei eine Bemerkung zur Wahl des Wortes Reflexibilität statt Reflexivität ergänzt. Diese führte ihrerseits zum Schema 4 in einer Anschauung ihres Ergebnisses (Schema 5). sondern durch das 221 GA II 12. insoweit es das Prinzip der Bestimmung der Erscheinung ist.2. entsteht in der Reflexibilität und vermöge der Reflexion ein Mannigfaltiges als Ergebnis der Beschränkung der Unendlichkeit.32-285.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher ist: aber sie ist Reflexibilität desselben.

(285. so gewinnt er freilich wieder die allgemeine Freiheit.3) Damit hat man den gewöhnlichen individuellen Standpunkt erfaßt und von der Reflexibilität als Schema der absoluten Erscheinung abgeleitet: Das Princip wird gesehen. Auf der Ebene der individuellen Auffassungen des Prinzips. nur in einer andern Reihe. u. Wie er sich frei macht durch Reproduktion von jener ursprünglichen Auffassung. Schema. daß beide in ein und demselben Prinzip verwurzelt sind. Jeder andere würde dasselbe aufgefaßt haben. Individuum. (286. Es ist unmittelbar einsichtig. Ich: so auch der Reflexibilität: IchPrincip: dagegen alles andere Nicht=Ich. durch dieses Gesez der Reflexibilität auf faktisch gegebne Reihenfolge zerfällt.32-286. So ists: in absolut ursprünglicher Auffassung faßt jedes Individuum das mannigfaltige in der Grundanschauung des Raumes auf nach seinem Standpunkte im Raume: ausgehend von dem ihm nächsten. In der Reihenfolge drükt sich sonach ab die Beschränktheit des Individuum. ergibt sich nun eine Mehrheit von Standpunkten.11-19) Die Reflexion. als erfüllend und zusammensetzend das mannigfaltige mit absoluter Freiheit der Reihenfolge. also in einer Individuenwelt. Die Reflexibilität ist demzufolge die Bedingung . was tatsächlich die Existenz einer Mehrheit von Individuen erlaubt.f. ist der Grund für die Grundspaltung in ein Ich und ein ihm entgegengesetztes Nicht-Ich. jede mögliche Reihe faktisch einen anderen Standpunkt des allgemeinen Auffassungsvermögens oder Princips: was nun freilich allemal seinen besondren Standpunkt haben muß.288 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher erste hindurch. daß aber das Nicht-Ich vom Ich notwendig als ihm entgegengesetzt gesehen wird. auf sich selbst zu reflektieren. die zum Schema 5 führt und sich in diesem Bild des Prinzips erschöpft. Andere anders. und von ihm angeschaute Princip. die Reihen der Zusammensetzung des mannigfaltigen Nicht-Ich anders gestalten zu können. und dies eben führt ihn auf seine individuelle Beschränkung […]. ist also das. durch die Beschränkung innerhalb der Anschauung des Princips. (286. die darin besteht. – Form der Reflexion. kraft einer ebenso individuell geleisteten Reflexion.s. Durch die Beschränkung müste diese Freiheit beschränkt werden. aber er hat doch so aufgefaßt.4-11) Die Freiheit des Prinzips innerhalb der Reflexibilität.. denn das Ich entsteht erst nach einer faktischen Reflexion als Bild des Prinzips im 5.

und damit gut: sodann als sehend. Zur Beantwortung dieser beiden Fragen argumentiert Fichte: 1. Fichte faßt also im Schema 5 das Prinzip der Anschauung überhaupt auf. die am Beginn der Wissenschaftslehre faktisch getroffen wurde. [Es ist] Bekannt: zuförderst als seyend: Stoff: ein weiterhin unbegreifliches. können wir. ein theilen. d. Das Princip ist reales Princip. Dies ists nun drum nicht wirklich: 222 GA II 12. auf welche Art und Weise die Reflexibilität. indem es sich als »schlechtweg durch sich«222 versteht. Dies ist nun leicht. Das vermag das Ich zu tun. 288.25-34) Das Ich wird also tatsächlich als individuelles Prinzip gesehen.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 289 der Möglichkeit der Mannigfaltigkeit der Welt. eben die materielle qualitative Welt: sodann als freies Vermögen in diesem Sehen. […] 2. was wiederum zur Entstehung des Stoffes im allgemeinen führt. eines absoluten Sehens: Schöpfer eines solchen des Bildes von A. das sich erst vermöge des Sichanhaltens des unendlichen Sehvermögens ergibt. Der nächste Schritt ist die Erklärung. ein absolutes Sehen zu erreichen. tatsächlich aufgefaßt werden kann und wie ein empirisches Ich innerhalb dieser Reflexibilität tatsächlich gesehen wird.h. Nun kündigt Fichte an. wie das Ich überhaupt jene ursprüngliche Voraussetzung.. und bekannt. sich im folgenden mit der Möglichkeit des Ich zu befassen. kurz als Vermögen der Reproduktion. wie wird das Princip überhaupt gesehen. das übrigens vom Ich frei geteilt und zusammengesetzt wird. Als Stoff gilt es. die bis jetzt als Bedingung der Möglichkeit der Entstehung des Ich gesehen wurde. Denn jetzt sei von Interesse. Durch dieses Vermögen wird die materielle Welt aufgefaßt. Nachdem wir nun dies wissen. ihrer mannigfaltigen Ansichten. weil die Entstehung des Ich unmittelbar mit dem Sehen eines ihm entgegengesetzten Nicht-Ich zusammenfällt. (287. anders zusammensetzen. . wie es ist. das da eben ist. namentlich das Setzen von A. Als Vermögen gilt es hingegen. gleich damit anfangen: wie wird das Individuum Ich gesehen. weil wegen der Reflexion ein Ich tatsächlich als solches gesehen wird.) Das absolut faktische Sehen reflektirt nothwendig sich selbst. formulieren und damit diesen Begriff A in einem Bild auffassen könne.). statt zu sagen. um die Reflexibilität zu bilden. das aus Stoff und Vermögen besteht.13.

Die Welt entsteht nun in der Form der Bilder von diesem Prinzip selbst samt ihrer Sichtbarkeit. wie nur gesehen wird. und schlechthin. durch Hervorbringung eines Objekts.5) Der Unterschied zur vorherigen Auffassung des Ich in seiner unmittelbaren Sichanschauung besteht nun darin. in der alles nur in der Form des gesehenen Objekts vorkommen kann. wie Fichte ausdrücklich sagt. wodurch es ein Dasein erhält und zur Substanz wird. das nun als das Prinzip des Sehens überhaupt. sondern nur mittelbar. und in dem hier stattfindenden Schema: – . weil es hier ein unmittelbares Sehen überhaupt nicht giebt. in einer Region. kann es hier als Princip des Sehens erscheinen. weil es sich 223 GA II 12. Nicht unmittelbar. Jetzt wird dagegen das Ich als Prinzip des Sehens in einem Bild betrachtet. aber das hier stattfindende Sehen ist ein durchaus an einem Objekte gebrochenes Sehen. 288. (287.5-12) Wie verwirklicht sich nun diese Tätigkeit und was bringt sie eigentlich zustande. Wir befinden uns jetzt. – reale praktische Thätigkeit. als Licht. wie etwa oben. anders gefragt: »Worin kann nun das hervorgebrachte Objekt bestehen?«223 Zunächst erklärt Fichte. dabei wird das Sehen ausdrücklich dieser Substanz als ein Akzidens zugeschrieben. . zu ersehenden Objekts: als Princip des hineinbringens eines neuen in die objektive Welt eines allgemeinen Sehens. Das Ich wird demzufolge zu einem Objekt in einer Welt von Objekten.36-288. daß vorher das Ich nur in seiner eigenen Selbstanschauung angeschaut wurde. (288. Das Princip wird in diesem Zusammenhange des Schematismus gebildet als Princip eines Sehens heißt darum: es wird gebildet als Princip eines sichtbaren. mit der ihm eigenen Eigenschaft. die Objektivität dieser Welt selbständig und frei gestalten zu können. Dieser könne aber nicht die Entstehung der qualitativen Welt bewirken. der die Entstehung dieses Bildes verursacht. im Schema. daß der Begriff. ohne aber einen Begriff davon und ohne letztendlich ein Bild zu erhalten.290 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher sondern nur als Princip: aber es wird eben gesehen als Princip: es muß drum als solches gesehen werden.18. nur ein Zweckbegriff sein kann. Im Fall des A handelt es sich gerade um ein Bild des absoluten Prinzips oder um ein Bild Gottes. verstanden wird und sich vermöge des tätigen Ichprinzips ausbreitet. und es giebt in dieser Region kein anderes.

denn es bleibt die Reflexion unberücksichtigt. die vermöge ihres Zusammenstellens entsteht. vestigia hominum. Die Erscheinung ist durch und durch Bild: zuförderst Gottes. die zur Entstehung dieser Selbstanschauung führt. Fichte erklärt: Daß dieses [Ordnen] dennoch binde. sodann ein Bild Gottes als solchen zu seyn ihrer selbst«.4. wird ihm eben auch die subjektive verändert. fällt in der oben dargestellten Argumentation mit der Anschauung des Prinzips zusammen. Das Seyn ist in Gott. . 288. und die Anschauung des wirklichen Ich muß drum erscheinen. sondern auch rückwirkend auf das Subjekt.2. daß ein Zweckbegriff tatsächlich formuliert wird und als Anleitung für die praktische Tätigkeit bei der Entstehung einer gewissen Ordnung der angeschauten Welt wirkt. die individuelle Anschauung.25-28) Nun warnt Fichte nur noch davor.30-33. so Fichte weiter. daß dieses das Ich in der Form der Anschauung der Reflexibilität darstellt. Die Welt der Qualität ist unveränderlich. jedoch nur individuelle Gültigkeit hat. Nun hat die praktische Tätigkeit nur eine subjektive Gültigkeit. Dies trifft aber nur zum Teil zu. ist klar.224 6. (288. denn: »An sich ist ja durchaus kein Funke von Wahrheit in diesem Bilde. weil jedes seine bestimmte Reihe hat.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 291 dabei um ein Um-Ordnen handele und eben in der Herstellung dieser Ordnung und in nichts anderem die praktische Tätigkeit bestehe. Demzufolge ist die daraus entstandene Anschauung in Hinblick auf ihre Reihenfolge notwendig individuell und daher auch zeitlich begrenzt. Die Welt der vielen Ichs und die Natur Die Anschauung des Ich. Jetzt muß es als solches gesehen und dabei die Reflexion und ihr Produkt unterschieden werden. als Produkt einer Reflexion […] Der Re- 224 GA II 12. zwar eine objektive. Diese Tätigkeit wirkt nicht nur auf die objektive Welt. dieses Bild falsch zu interpretieren. derzufolge die Ordnung. die der Reihenfolge modifikabel. Schon bei der Einführung des Schemas 5 wurde betont. Das Ich ist ja die Reflexibilität. und wenn die objekt[ive] Reihenfolge ihm verändert wird. Denn diese Gültigkeit hängt davon ab.

(289.9-12) Eine Welt vieler Ichs deutet aber nicht nur eine Mehrheit von unterschiedlichen Individuen. wovon das Sehen der andern ausgeht: ** dies ist eben eines jeden sein Ich. sondern die Vermannigfaltigung des Prinzips nach dem Gesetz des Ich. zeigt sich eine Struktur. Das Ich nimmt sich eben tatsächlich nicht nur als einzeln – anhand der Hypostasierung der transzendentalen Apperzeption –. andererseits der Grund.5-9) Zunächst stellt sich also die Frage nach der Intuition und dabei wird nicht die Einheit eines Ich betrachtet. schlechthin zusammen. In dieser Intuition ist das Ich. aber nach dem Gesetze des Ich. eben die Welt. die jedes einzelne Ich in seinem praktischen Handeln und Wissen von sich selbst hat. So sei die folgende Erklärung Fichtes verstanden: Der Anfang der Reihe ist es selbst: das nicht mehr nur durch andere sichtbare und bestimmte Ich: sondern das unmittelbare. warum jedes Individuum dieselbe Freiheit auch jedem anderen individuellen Ich zuschreiben kann. und diese wieder ihre Grundlage. Was ist nun diese Intuition: offenbar die Anschauung des Princips selbst. also als eine Welt von Ichen: als sehend. und als disjungirt: – .292 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher flexion aber steht gegenüber eine Intuition. – /. und sich brechend an ihr. besteht die Bedingung der Möglichkeit der faktischen Anerkennung von anderen individuellen Ichs. zeigt sich in der Selbstwahrnehmung des Ich als eines mannigfaltigen einerseits seine Freiheit. Eben darin. die durch Projektion die Interpersonalität begründet. in der das Ich sich in seiner Selbstanschauung zugleich als Einzelnes und als Mannigfaltiges bestimmt. Allein also in der eigenen internen dialektischen Komplexität. als Subjekt des Sehens ver- . die zugleich mit der Entstehung einer Welt von vielen Ichs zusammenfällt. sondern auch als mannigfaltig – aufgrund der unterschiedlichen Auffassungen der von ihm zusammengesetzten Ordnungsreihen – wahr. daß jedes einzelne Ich– der mannigfaltigen von ihm wahrgenommenen und eingeordneten Anschauungsreihen zufolge – in sich selbst eine ganze Welt unterschiedlicher Ichs einschließt. Und da die Quelle der festen Aneinanderreihung von Anschauungen wiederum in der Annahme unterschiedlicher Zwecke liegt. Beides muß erscheinen in diesem Verhältnisse. Das Ich ordnet also auch das Prinzip in einer Anschauungsreihe. sondern auch die mannigfaltigen Anschauungen an. (289. sich unterschiedliche Zwecke vorzuschreiben.

GA II 12. indem er am Ende dieser Vorlesung den Naturtrieb und den daraus folgenden Begriff von Natur einführt.2) Anschließend fügt Fichte aber noch hinzu: »In einer gewissen andern Verwendung erscheint auch dieses Gesez: als Naturtrieb«226 Als Naturtrieb erscheint es. Der Anstoß. dasselbe alles nun schreibt es in der Intuition den andern zu. δ – ε.225 Das Sehen gilt demzufolge als Gesetz der Disjunktion innerhalb der Reflexibilität. und es wird sich sehen: und nun erst alles sehen können. (289. Die kantsche Intuition.25. demselben das Gesez der Folge der Auffassung gebend.i. d. der blossen Form des Faktum. was wir vorher sagten. Durch sich. die kein wahres Faktum ist. 290. Fichte warnt aber erneut vor der Täuschung dieser Darstellung der Sache. weil dadurch das Ich anders und wieder anders bestimmt wird und dann die unterschiedlichen Blicke. wenn die Gesetze der Entstehung von sichtbaren Formen als solche unabhängig vom Sehen hypostasiert und der Natur in Form eines Bildungstriebs. so wird es erscheinen als in sich selbst. während vom Prinzip nichts Wirkliches erzeugt wird. diese Begriffe aufzustellen. wie z. handelt. Wird nun die Reflexibilität als Reflexion erscheinen. Aeussere Anschauung. Es gibt eigentlich keine Natur als solche. . 289.B.2f.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher schmolzen: und geht auf im Sehen. innere Anschauung. des Blumenbachschen nisus formativus zugeschrieben werden. und zwar um das Bild des Ich und um dasjenige der Reflexion. einander ausschließen. wobei diese Finalität allein einem reflektierenden und kei- 225 226 GA II 12.32-290. und seine Freiheit hindurch: – . Nur Bilder solches Handelns solchen innren und äusserlichen Wandelns sind da: zu folge des faktischen Gesetzes der Sichtbarkeit überhaupt eines Faktum überhaupt. daß die Natur nur dank einer immanenten Finalität zu betrachten sei. wird vom Sehen gegeben.14-22) 293 Einen weiteren interessanten Schritt unternimmt Fichte. (289. die wiederum unterschiedliche Ichzustände bestimmen. das nun als Gesetz des Prinzips betrachtet wird. und das Gesez der Intuition zurükgehend. da es sich dabei nur um Bilder. »sich so oder so« zu bestimmen. die sich in absoluter Selbständigkeit weiter reproduziert und außerhalb der Gesetze der Sichtbarkeit weiterbildet und damit ihre vielen Gestalten generiert.

Also A steht ganz und gar und unbedingt unter dem Naturtriebe: und in ihm ist nicht Ich. 6. daß seine weiteren Bestimmungen in zwei von ihm abhängigen Schemata.3-12) Dennoch kann die Natur als ein Prinzip gesehen werden. die Fakten. Das Soll des Faktum. nicht aber als Grund für ihre vielfältigen faktischen Gestalten. nichts dem ähnliches. warum. theils zweifache. das sich aber selbst in der Sichtbarkeit und dem Gesetz seines faktischen Sehens und Wissens folgend. nicht Freiheit. ohne allen Gehalt. (290.2. sondern sie ist bloß das schlechthin Eine zeitlose Princip der Fakten. noch einen Schritt weitergehen zu müssen. Bilder. Nur das nicht faktische in ihnen. der Reflexibilität und dem Ergebnis des Vollzugs der Reflexion. Wo wird sie Trieb: in A. weil A eine nicht in einem Schlage zu erfüllende. Wenn also die Natur durch dieses praktische Gesetz entsteht.5. inwiefern sie faktisch sind durchaus leere Bilder.294 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher neswegs einem determinierenden Urteil zuzuschreiben sei. die als solche. in einer wechselseitigen Beziehung zur Welt auch als natürliche Welt befindet. Vorlesung. nicht aber an sich selbständig ist: Was ist nun die Natur. denn die Autonomie des Gesetzes des Soll stellt die absolute Freiheit Gottes in einem Bild dar. meint er in der 37. um dessen Willen sie da sind. und das durchaus in ihnen nicht erscheinende. was aber keineswegs dazu führt. Vorlesung Form und Inhalt der Anschauung des Prinzips als solchem dadurch unterschieden hat. Sittlichkeit und Genie Wenn Fichte in der 36. die Möglichkeit der Realität. aus denen die Natur besteht. Was aber sind ihre Principiate. die wiederum nicht von ihm selbst hergestellt sind. i s t . Die Natur an sich ist gar nicht faktisch. ihnen auch irgend einen Gehalt zu schaffen. anerkannt werden können. die als reine Bilder erst im Sein begründet werden können. wird sie tatsächlich im absoluten Sein selbst begründet. Das Ich selbst bewirkt also ebenfalls die Entstehung der Bilder.. der von der folgenden Frage eingeleitet wird: »Setzet das Princip vollziehe . Offenbar wirkt an der faktischen Darstellung des bildlichen Faktums der Natur auch ein Ich mit. übernimmt Fichte in seinem Begriff der faktischen Form des Soll. Dies geschieht aber allein in einer bildlichen Form. theils unendliche Aufgabe hat.

Das Erscheinen der Erscheinung als solcher

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seine Freiheit, ein Bild der Erscheinung zu seyn, wie sie an sich ist, was wird erfolgen?«227 Die Antwort auf diese Frage leitet er mit einer knappen Zusammenfassung der ganzen Bewegung der Wissenschaftslehre ein:
Die W.L. ist ausgegangen von der Voraussetzung einer Erscheinung Gottes, und aus dieser Voraussetzung haben wir bisher gefolgert. Nun hat die W.L. doch wohl selbst gesehen, hingedacht ein Objekt: also dieses ihr Sehen hat an sich selbst sich gebrochen, und ein Schema seiner selbst hingestellt: eben die Erscheinung. Diese ist also in dieser Form gar nichts wahres, und wirkl[iches] sondern eben ein bisher sich nur verbergender Schematismus. (290,19-24)

Die Urerscheinung ist also als ein absolutes Sehen zu verstehen, das vermöge einer freien, vom Prinzip geleiteten Reflexion, durch welche diese Erscheinung ihr Vermögen, sich zu schematisieren, vollzieht, schließlich zum faktischen Sehen der realen Welt wird. Fichte erklärt:
Durch die Freiheit erscheint die Erscheinung wie sie ist: sie ist reines absolutes Sehen, ohne alle Gebrochenheit, also Bild Gottes. Durch die Vollziehung der Freiheit müste drum dieses reine Sehen faktisch und wirklich werden. Eine, gegen das bisher beschriebne Sehen, das sich bricht an sich, als gediegnem und stoffmäßigem Princip, durchaus neue Lichtwelt. Dies wäre das eigentliche materiale [Prinzip] der Anschauung: reines Sehen, Bild Gottes. (290,33291,4)

Hier ist der Unterschied in der Art und Weise, wie die Erscheinung allein durch ihre Freiheit erscheint – nämlich als absolutes Sehen – und wie sie dagegen durch die Vollziehung ihrer Freiheit erscheint – nämlich als faktisches, wirkliches Sehen –, deutlich zu bemerken. Die Vollziehung der Freiheit ist dabei nicht der Erscheinung an sich zuzuschreiben, sondern einem faktischen Prinzip. Dieses faktische Prinzip unterwirft das Vermögen, sich frei zu schematisieren und sich dadurch weiterzubestimmen oder auch nicht, einem Gesetz. Das Gesetz ist nun bekanntlich das Gesetz des Soll als einziges Freiheitsgesetz. Um seine Freiheit zu vollziehen, muß sich also das Prinzip wiederum ausdrücklich dem Gesetz des Soll unterwerfen. Durch die Annahme des Gesetzes des Soll, so Fichte im obigen

227

GA II 12, 290,15-17.

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Das Erscheinen der Erscheinung als solcher

Zitat, wird es zum Bild Gottes und kann sich als solches, d.h. eben als »das eigentliche materiale [Prinzip] der Anschauung« wahrnehmen. Nun wäre aber die reine Annahme des Gesetzes des Soll und der Versuch, das Soll als solches erscheinen zu lassen, wegen der Unendlichkeit des absoluten Soll eine unendliche Aufgabe, die in keinem wirklichen Bild zu erfüllen wäre und demnach zu keinem realen Sehen führen könnte. Das absolute Soll muß also, damit es auf die Entstehung eines wirklichen Sehens hinwirken kann, zu einem endlichen Soll, »zu einem Was des soll werden«.228 Das absolute Gesetz der Reflexibilität und der Finalität muß demnach zum Prinzip der Reflexion und des Zweckbegriffs werden. Dazu ist aber das Soll vermöge des Prinzips am Können zu messen, was wiederum eine Beschränkung des Könnens des Vermögens durch ein Gesetz bedeutet. So nämlich Fichte:
Ein bestimmtes, und endliches Soll könnte es drum werden nur in der Vereinigung mit dem vorhandenen Sehen: welches bekanntermassen das Sehen eines Könnens ist. In der Synthesis mit diesem müste es Gesez werden für dieses. (291,10-13)

Dieses Gesetz ist aber nach Fichte nicht ein willkürlich formuliertes Gesetz, ein vom Ich »gedachtes Gesez«,229 sondern es ist ein dem nun faktisch gewordenen Sehen immanentes Gesetz, »ein Gesez im unmittelbaren Sehen, und durch das unmittelbare Sehen selbst«.230 Dadurch entsteht ein dem Ich immanentes göttliches Auge, dem nun alles, was in ihm in Form eines Bildes vorkommt, nicht mehr als eine mögliche Auffassung des Ich selbst und von seiner Freiheit abhängend, sondern als Ausdruck eines höheren Gesetzes erscheint. Das Gesehene ist demzufolge nichts anderes als das, was es sein soll, und es kann nur als Ausdruck dieses Sollens erscheinen:
Durch die Befreiung des Princips ist der ganze Zustand des Sehens anders geworden, ein anderer Lichtpunkt, und Auge eingetreten, statt des Sehens des Ich, das reine göttl[iche] Sehen. Das wird jezt Exponent und Faktor des ganzen Sehens: ihm das Gesez gebend: und so wird denn, was vorher, durch die Freiheit des Ich hindurch,

228 229 230

GA II 12, 291,7f. GA II 12, 291,13. GA II 12, 291,14f.

Das Erscheinen der Erscheinung als solcher als Können erblikt wurde, durch das Gesez hindurch erblikt, als das, was seyn soll. (291,15-20)

297

Die faktisch gesehene Welt wird dadurch zur Verwirklichung einer gewissen Möglichkeit innerhalb der Sphäre des Könnens, nämlich dessen, was es sein soll. Jetzt begegnet aber das Ich noch einmal als jenes individuelle Prinzip, das tatsächlich die Synthesis zwischen dem Soll und dem Kann leistet: »Ich soll: spricht das freigewordene Princip«.231 Fichte setzt diesen Gedanken wie folgt fort:
Ich bin unendliches Princip des Könnens; aber schlechthin alles Können drükt aus das Sollen und ist bloß der Stoff seiner Sichtbarkeit; alles können kann drum ins unendliche fort angesehen werden durch das reine Sehen hindurch, und so wird es zum Sollen. Nur in dieser Ansicht erhält das soll eine realisirte Unendlichkeit. (291,30-33)

Durch die faktische Anschauung und vor allem durch seine Sichanschauung in der Form des Ich wird also das Prinzip tatsächlich zum Prinzip eines faktischen Soll, das nun das göttliche, unendliche Gesetz des Soll in ein unendliches Bilden und dabei in ein entsprechendes Bild Gottes verwandelt:
Es ist also durch sein Seyn hinbildend das göttliche in das sinnliche: und dies ins unendliche; sein Seyn, als ein unendliches Fortbilden, ist drum in dieser Synthesis wirklich Bild, Schema: des Bildes Gottes, und im Sehen. (292,4-292,6)

Dabei wird das gewöhnliche Verständnis der Welt umgekehrt. Die Sittlichkeit geht gerade nicht aus der Faktizität als einer besonderen Art, sich mit der Welt auseinanderzusetzen, hervor, und die Welt ist kein Feld zur Anwendung der Sittlichkeit, aber auch nicht von dieser unabhängig. Ganz im Gegenteil besteht das Dasein einer Welt nur in der Erscheinung der Sittlichkeit, die wiederum der ideelle Gesichtkreis jedes möglichen faktischen Soll ist, welches das Können zum faktischen Sehen führt:
Das faktische soll, ist bloß, damit das reine Soll erscheine: Das reine soll aber ist bestimmt durch sich: es ist der wirkl[iche]. […]

231

GA II 12, 291,27.

298

Das Erscheinen der Erscheinung als solcher Es ist eine solche Sinnenwelt, und eine solche Gemeine vernünftiger Iche, weil ein solches Soll erscheinen und realisirt werden soll. Nicht die sinnl[iche] Weltordnung schaft die sittliche, sondern umgekehrt: Das faktische Urbild Gottes ist die Sittlichkeit: – und die Sinnenwelt ist bloß der durch seine eignen aufgezeigten Gesetze bestimmte Widerschein derselben. (292,8-22)

Nun soll das Ich-Prinzip nicht nur das absolute Sehen und hier die Darstellung des Bildes Gottes ermöglichen, sondern in ihr auch das Bild Gottes ausdrücklich als solches anerkennen. Das ist aber eben, was in der Wissenschaftslehre geleistet wird. Es wird also nun von Fichte die faktische Bedingung der Möglichkeit der Wissenschaftslehre selbst dargestellt:
Wie das absolute Sehen selbst erscheint, ist es nicht unmittelbar, sondern es ist nur in seinem Schema; sein unmittelbares Seyn aber und der Grund und Träger desselben ist das göttl[iche] Seyn: dieses verschwindet, und es bleibt in seiner leeren Form. […] Gerade das Denken der W.L. das wir oben in seiner Fakticität fanden, hier der Möglichkeit nach: wenigstens dasjenige Denken, was der W.L. zu Grunde liegt. (292,32-293,6)

Dazu rekapituliert Fichte die fünf möglichen Standpunkte, die er in der 32. Vorlesung mit den griechischen Buchstaben kennzeichnete. Das macht den Text leider sehr bruchstückhaft und behindert das Textverständnis. a wird als der Standpunkt des absoluten Sehens betrachtet, das nun in Gott als leerer Begriff hypostasiert wird: »leerer Begriff, ohne Religion«.232 b ist der Standpunkt der Wissenschaft, der bloß dank einer, man würde sagen zufälligen, d.h. nicht bewußten Abstraktion vom gewöhnlichen Wissen erscheint. Dabei, erklärt Fichte, »[heißt] der Naturtrieb […] Genie«,233 was hier die Unbesonnenheit der Erhebung zu diesem Standpunkt ausdrückt. Beide werden nämlich nicht vermöge der Freiheit des Prinzips angenommen, sondern nur dank des faktischen Soll in seiner niedrigen Form, des Naturtriebs nämlich, erreicht. Der Standpunkt aber, von dem aus die Freiheit zum Ausdruck kommt, ist γ, das »Grundglied alles Zusammenhanges«.234 Denn »[m]it diesem Auge gesehen« – geht Fichte fort – »gewinnt diese höhere Welt […] eine ganz andere Ansicht«:235
232 233 234 235 GA II 12, 293,29. GA II 12, 293,26. GA II 12, 293,32. GA II 12, 293,32-34.

Das Erscheinen der Erscheinung als solcher Gott ist das reine Sehen, oder Licht; und Gott ist wo er ist im Lichte aufgegangen nach seinem Wesen. Wir können dies auf keine Wiese realisiren. würden wir davon sprechen, sind wirs nicht, sondern stehen ausser ihm. Für uns in Beziehung auf Fakticität, absolute Sichtbarkeit Gottes. In ihm keine Freiheit, kein Werden, kein soll: sondern reines lauteres Seyn. Dieses Licht ist nicht in dieser ersten Form als solches, sondern es soll seyn als solches: es soll sich eben sehen, und so sich brechen an sich selbst. Auf diese Weise kommt ein nicht absolutes Seyn, und eine Vermittelung deßelben, ein soll in dasselbe. – . (294,1-9)

299

6.2.6. Wille und Weisheit Mit der folgenden 38. Vorlesung endet die Vorlesungsreihe. In ihr wird nochmals die Beziehung zwischen dem absoluten und dem faktischen Soll, also dem Sittengesetz, thematisiert, die zur Entstehung des Begriffs vom Willen führt. Es wird dabei näher geklärt, inwiefern ein sittlich handelndes Ich nur als Schema einer absoluten Erscheinung und vermöge eines vom Prinzip selbst zustande gebrachten Schematismus vorkommen kann. Das faktische Soll, wie Fichte in der vorangegangenen Vorlesung erklärt, »ist bloß, damit das reine Soll erscheine«.236 Es führt also einerseits zum Sehen, worin eben eine Erscheinung sich darbieten kann, gründet aber andererseits nur auf sich selbst und ist ähnlich wie das absolute Soll, dessen Erscheinung es darstellt, absolut:
1.). Das faktische Soll ist durch sich selbst Grund eines Sehens; wie es ist, so ist dieses Sehen. Nun ist es selbst absolut, also ist auch dieses Sehen absolut, und das erste absolute Faktum. (294,25-27)

Dieses erste absolute Faktum führt nun zu dem Standpunkt, von dem aus ein Ich als Teil einer materiellen Welt sich als sehend wahrnimmt. Nicht das Ich ist aber das Prinzip dieses Faktums des Sehens, sondern umgekehrt bringt das Gesetz des Soll ein faktisches Ich zustande, das »als sehend aus dem allgemeinen faktischen Sehen nur hingespiegelt« wird:
2.). Das ganze faktische soll, faktisch absolut, ist dennoch nicht absolut in Beziehung auf das ideale – des soll: es soll nicht seyn

236

GA II 12, 292,8.

300

Das Erscheinen der Erscheinung als solcher schlechtweg –, sondern es ist nur darum da, um Ausdruk zu werden des absoluten Soll, des unendlichen Bildes Gottes. Das Princip kann sich erheben zum seyn dieses Bildes. Das reine Soll ist drum in der Fakticität eines jeden Individuum, als einem Vermögen des faktischen Seyn seiner Selbst. (295,9-14)

Fichte beschreibt nun damit aber eine doppelte Bewegung, denn einerseits besteht jedes Individuum aus nichts anderem als aus dem faktisch gewordenen absoluten Soll, andererseits soll aber tatsächlich das Prinzip, das nun individuell in einem Ich unter anderen Ichs verkörpert ist, sich zur Betrachtung seiner selbst als Bild der Einheit erheben. Es soll also den Schematismus in seiner Allgemeinheit durchschauen und dabei jenseits seines eigenen schematischen Aspekts die Einheit des absoluten Seins betrachten. Erst vermöge der Vollziehung dieses individuellen Soll realisiert das Ich die Synthesis zwischen der Unendlichkeit des absoluten Soll und der Endlichkeit seiner faktischen Bestimmung und wird erst dann zu einem Bild Gottes. Fichte notiert:
3.). Das absolute Soll erhält falls es faktisch wird qualitativen Gehalt, sowie Unendlichkeit, lediglich aus seiner Synthesis mit dem faktischen Schematismus. An sich ist es schlechthin rein und Eins. Das Princip kann sich also erheben zur Einheit: und nur durch diese Erhebung des identischen Princips entsteht die erwähnte Synthesis mit der Fakticität. (295,15-19)

Nun muß man aber berücksichtigen, was das Prinzip tatsächlich kann, um sich als Bild Gottes zu sehen, also um sich überhaupt zu einem Bild Gottes zu erheben und in sich dieses Bild zu realisieren. Fichte zeigt nun zwei Möglichkeiten des Prinzips, seine Freiheit zu äußern:
4.). Das gesamte Kann des Princips, als solchen, – die Sphäre der Freiheit – besteht drum darin, daß es sich entweder hingeben kann an die Bestimmung durch das faktische Soll: (so entsteht in ihm ein absolut schematisches, drum freilich unsichtbares; dunkles, und verfinstertes Sehen) oder daß es sich hingeben kann, an das reine Sehen, so ist in diesem Zustande die Schematicität, und Undurchsichtigkeit aufgehoben. (295,20-25)

Angesichts des Soll gilt das Kann nochmals als disjungierend für das Prinzip, denn das Prinzip kann sich entweder mit seinem faktischen und unbetrachteten schematischen Zustande, den die Verwirklichung eines

Wie er selbst aber erscheint. 295. . erscheint er als ein sich halten. nicht ein reines Soll. gegen faktischen Hang. Nun erkärt Fichte: »Dieses sich hingeben an die Einheit durch die Kraft des Princips. geht er ganz in diesem Gesetz auf. – Das durchs faktische Princip unterdrükte faktische Princip. Die N a t u r über der Natur. das das Schematische an ihm nicht durchschauen kann –. und so erscheint ihm denn in dieser Reflexion. die Erscheinung eines von ihm unabhängigen und höheren Soll ist. indem es sich faktisch verkörpert.h. Der Wille ist selbst das faktische Princip und zwar das sich sehend durchdringende. und sich gleich in alle Unendlichkeit.237 Der Wille ist also der Standpunkt des Prinzips. wirklich gemacht werden soll. sondern ein praktisches Seinsollen vor: Das wollende [Prinzip] soll also reflektiren: oder vielmehr. Dafür erhält das Seinsollen den Anschein eines von 237 GA II 12. oder es kann sich auch von diesem faktischen Standpunkt zum Standpunkt des reinen Sehens erheben – auf dem es von jedem faktischen Sehen abstrahiert und sich eben als bloßes Mittel der Sichtbarkeit versteht. Da der Wille sich aber nur als Gesetz zufolge des Soll vollziehen kann. (296. d. (296. ohne Wandel. oder nicht. – . es reflektirt. das ihn leitet. sondern was eben überhaupt seyn soll.13-16) Dabei behält das wollende Prinzip immer noch die Freiheit.1-5) Der Wille ist also das einzige Prinzip. In sich ist er schlechthin Eins. Dieser Schluß verweist zugleich auf den zu Beginn der Wissenschaftslehre problematisierten Gegentrieb. dem darin faktisch ausgedrückten Gesetz des Soll zu folgen. der Fakticität sich nicht hinzugeben. da das Soll in seinem Seyn aufgeht. nicht was es soll. daß selbst das faktische Soll. Dies aber schreibt nun.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher 301 faktischen Soll darstellt. aus dem die Wissenschaftslehre tatsächlich entstehen kann. der auf einem natürlichen Hang des Bewußtseins beruht und den allein der Wille aufheben kann.35f. seinen Willen zu vollziehen. d. zufrieden geben – woraus ein »verfinstertes Sehen« entsteht. von dem aus es sich unmittelbar als faktisch handelnd und als faktisches Prinzip der Handlung betrachtet. ein solches. Demnach führt die Reflexion des Prinzips zu einem Willen zur Anerkennung des Sachverhalts. ist nun der Wille«.h.

7. daß das faktische Soll von ihm nur äußerlich betrachtet wird und sich eigentlich in ein Muß.14-17) Dabei unterscheidet sich der sinnliche von dem sittlichen Menschen. 297. den das Prinzip. Dem sinnlichen Menschen gilt dieses Gesetz nur als »Ausdruk der Form überhaupt«. Es sieht nichts 238 239 240 GA II 12.h.3f.18-21) Wollen und Handeln spiegeln sich demzufolge nach Fichte ineinander wie die innere und die äußere Anschauung ein und desselben Gesetzes des Soll. . der sittliche Mensch erkennt dagegen in seinen Handlungen den »Ausdruk des bestimmten qualitativen Soll«240 an: Was thut nun dabei das wollende Princip.238 denn – wie er weiter erklärt: Also die künftige zweite Erscheinung ist bedingt durch die Erscheinung des wirkl[ichen] Handelns. verwandelt.302 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher ihm formulierten Zweckbegriffs.6. Daher stellt Fichte folgendes Grundgesetz fest: »ein Handeln des Individuum wird nothwendig durch das faktische Soll gebildet. 297. 297. bis zur vollendeten Realisation dieses Begriffes würde erfolgen. (297. wenn damit das reine Soll ausgedrükt werden soll«. (296. drum muß dies durch das vorige Eine Soll bedingte faktische Princip diese Erscheinung des Handelns hervorbringen und bringt sie nothwendig hervor. Durchaus nichts weiter. als es giebt hin sein Sehen an das dasselbe ganz gewiß nach dem sittl[ichen] Gesetze machende faktische Princip. die seine Freiheit beschränkt. in eine äußere Notwendigkeit. GA II 12. Ein anderer Ausdruck dafür ist Reflexion und Intuition. zu realisieren vermag: Setzet das rein wollende Princip gäbe noch weiter sich hin: was wird erfolgen? Ich sage: Die Erscheinung eines wirklichen Handelns des Individuum nach dem. während der Zweckbegriff unmittelbar die Intuition eines durch eine zielorientierte Handlung zu erreichenden Zustands mit sich bringt. in jenem Bilde aufgestellten Zwekbegriffe. GA II 12.239 d. falls es sich beim Handeln dem faktischen Gesetz des Soll tatsächlich hingibt. denn das Wollen zeigt sich erst aufgrund einer Reflexion des Prinzips auf sich selbst.

und von ihm als solches erkannte Schema hindurch. und der Anschauung auf seinem Standpunkte sind die andern Standpunkte δ – ε schlechthin vereinigt: und faktisch begründet durch ein soll des hingebens. denn erst in ihr und durch sie bietet sich ihm die Erscheinung des absoluten Seins. gerade weil es ihn nicht täuscht.26-31) 303 Darin besteht die Möglichkeit einer gänzlich anderen Beziehung zur Erscheinungswelt. befreit den Menschen sogar von der Wissenschaft und läßt ihn frei in die Sphäre der Weisheit eintreten. daß es absolut gesezmässiges Schema des reinen Sehens. Der Freie sieht durch das ihm durchsichtige. die sich ohne alles sein Zuthun ganz richtig machen wird. oder glaubt es zu handeln? Es weiß ja. (298. aber er ehrt es. dagegen für den sinnl[ichen Menschen] nur ein faktisches Gefangenseyn. hat sie für ihn den höchsten Wert. daß. Demzufolge erklärt Fichte: Das Schema täuscht ihn nicht. (298. (297.7-12) Wie aber soll sich nun der Freie zum unentbehrlichen Schematismus verhalten? Obwohl er die Welt als bloßes Schema betrachtet. faktisch gesehen werden kann. das ihm wird. nur an ihm gebrochen. ja die Offenbarung Gottes selbst an. der nun sich versteht: und ruhig in diesem Ver- .12-15) Die Vollziehung der Aufklärung durch die Verklärung des eingenen geistigen Auges.Das Erscheinen der Erscheinung als solcher hin. die der Welt zugrunde liegt: Also im Wollen. stattfindet. Die Betrachtung des Willens als faktischen Ausdruck des absoluten Soll reicht zur Befreiung des Menschen von seinem eigenen schematisierenden Sehen und ermöglicht ihm einen Blick auf die Wahrheit. erstes für uns ist. Der leztere ist selbst Schema: innerlich finster: und von dieser Finsterniß aus sieht er. wird der Freie die Welt als Feld der Sittlichkeit und sich selbst als bewußtes und wohlwollendes Instrument ihrer Verbreitung interpretieren. Handelt es. weil er weiß. ohne daß er von dem bildlichen Aspekt der Welt getäuscht würde: Diese Einsicht vereinigt sich mit der reinen Anschauung im Standpunkte des Willens. daß es garnicht ist: Es giebt sich nur hin der Erscheinung. Sobald das Schematische an der Welt vollkommen durchsichtig geworden ist. und gibt sich ihm hin. ohne Freiheit. sondern es schaut nur an das Gesicht.

i. (299. Im Bilde unsrer Wissenschaft. denn der Wille steht unwandelbar. sondern ist die von der Vernunft geleitete Auflösung der Individualität im höheren Gesetz des Soll. indem man sich dem nun richtig aufgefaßten Gedanken Gottes preisgibt. fällt somit mit dem Programm des Humanismus zusammen. Das Programm der Aufklärung. Aus diesem Bilde herausgehend endet sie: nun gehe hin und werde das Urbild. im Willen. Dann wird aber der Mensch die Erscheinungswelt und die ganze in ihr erscheinende Menschheit ehren. sich selbst zum lebendigen Abbild Gottes zu machen. (299. vielmehr bedeutet Religion. und in dieser Verwendung wird denn die Wissenschaft Weißheit. und unveränderlich über dem ewigen Wandel. d. dem Menschen eine zentrale Rolle in der Welt zuzuweisen. denn alle sind dasselbe reine Sehen: die Unendlichkeit. aber diese Synthesis ist vollendet in Einem Blike: unendlich zwar ablaufend. Und der Gedanke Gottes Religion. aber auch kein bloßer Schein. Die Auflösung des Ich an Gott fällt aber nicht mit einem mystischen Sprung des Individuums ins Nichts zusammen. die Welt vom Aberglauben zu befreien. dessen ewiger Abbildung wir uns hingeben. Gottes ist. .12-20) Die Wissenschaftslehre endet somit mit dem Verweis auf das Leben als Weisheitspraxis.304 Das Erscheinen der Erscheinung als solcher stehen sich hingiebt. Das Sehen ist Eins: synthetisch zwar. Dieser Wille ist formaliter Eins: die Individualität aufgehoben. So endet sie. sich sich als Schema und Mittel aufgebend im Postulat eines Faktum. Durch ihren in erster Person gemachten Gedankengang wird man sich verinnerlichen. aber diese Unendlichkeit ist vorweggenommen. sondern gesetzmäßige Erscheinung des Seins bzw. ohne sich Götzen zu schaffen. das im gesetzmäßigen Wirken des Ich-Prinzips abgebildet ist. Wissenschaft hättest du: nun werde Weißheit. und aufgehen. und an ihr uns vernichten. das ganze.7-11) Religion heißt dabei aber offensichtlich nicht äußere Frömmigkeit. Ein von der Weisheit verklärtes Leben ist aber erst vermöge des Vollzugs einer vollkommenen Analyse des Wissens als Grundform der Beziehung des Menschen zum Leben möglich – hierfür ist die Wissenschaftslehre das unentbehrliche Medium. daß die Bildlichkeit der Welt kein uns bedingendes absolutes Sein. und in Eins gefaßt. das die wirkliche Abbildung Gottes darstellt und in den Willen eines Individuums aufgenommen wird: Das reine Sehen ist im Bilde unsrer Wissenschaft ganz eingetreten in das faktische.

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