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Inhalt

E ssays........................................................................... 8
Abschied von der Behindertenrampe...........................................10 Plädoyer für eine Selbstverständlichkeit im barrierefreien Planen und Bauen Philipp Meuser Barrierefreiheit als Herausforderung............................................24 Die Verantwortung der Wohnungswirtschaft Lothar Marx Barrierefreier Tourismus............................................................... 36
Welchen Beitrag die Architektur leisten kann

Christine Degenhart Piktogramme und bauliche Barrieren..........................................48
Grundlagen für einen internationalen Standard

Meinhard Eriacher

P ro jekte......................................................................... 6o
AbenteuerHallenKALK in Köln....................................................... 62 Altenwohn- und Pflegeheim in Steinfeld.......................................68 Alterswohnungen in Domat/Ems...................................................78 ARoS Kunstmuseum in Ä rhus....................................................... 84 Basiliskenhaus in W ien...................................................................92 Blindeninstitutsstiftung in Regensburg........................................ 98 Bode-Museum in Berlin................................................................. 106 Interview mit Hella Rolfes (Architektin)........................................ 108 Einfamilienhaus in Gstadt.............................................................120 Interview mit Roman Schnellbach (Bauherr)...............................122 Interview mit Florian Höfer (Architekt)......................................... 126 Fußgängerbrücke in Esslingen.................................................... 138 Generationenhaus West in Stuttgart........................................... 144 Haus der Architektur in München........... , ..................................154 Horstmann-Haus Ruhrort in D uisburg........................................ 160 Ideal Kitchen an der Universität Duisburg-Essen..................... 166 Leonhardspark in Nürnberg.........................................................172 Lern- und Ausbildungszentrum in Ingolstadt............................178 Maison in Bordeaux...................................................................... 188 Mercedes-Benz Museum in Stuttgart..........................................198 Musikerheim und Ortsplatz in Gampern/Chiemsee.................. 206 Pfarrzentrum St. Nikolaus in Wipperfürth 212 Fertighaus in Oberstetten 220 Wohnung in Frankfurt am Main 230 Seniorenanlage in Manching 238 Seniorenresidenz Multengut in M uri...........................................244 Verwaltungs- und Produktionsgebäude in München................252 Interview mit Oliver Holy (Bauherr, Geschäftsführer von ClassiCon)................................................................................... 254 Villa Deys in Rhenen.....................................................................262 Vorplatz der Gedächtniskirche in Speyer...................................270 Wohnküche in Graz.......................................................................274

Planungsgrundlagen für barrierefreie W ohnungen...................................
Leitfaden für Architekten, Fachingenieure, Bauherren zur DIN 18025 Teil 1 und Teil 2

282

Behinderungen und ihre spezifischen Planungsanforderungen...............................................................284 Vergleichende Betrachtung......................................................... 287 Begriffsdefinitionen...................................................................... 288

Horizontale Erschließung............................................................ 290 Vertikale Erschließung................................................................. 300 Wohnung........................................................................................ 310 Haustechnik................................................................................... 326

Architekten und Bildnachweise

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Die B raille-B lin d en sc h rift w u rd e im Jah r 1825 von dem Franzosen Louis B raille en tw icke lt. Sie b as iert auf einem System von sechs m itein an d e r kom binierbaren Punkten. G eübte Leser sch affen bis zu 100 W ö rte r pro M inute.

hilfsbedürftige M itm enschen, die aufgrund ihres A lters eingeschränkt - ergo behindert - sind und fü r die Teil­ nahme am gesellschaftlichen Leben der U nterstüt­ zung bedürfen. Parallel zur A lterung der G esellschaft verzeichnen die B evölkerungsstatistiker eine kons­ tant niedrige G eburtenrate, die schon seit einiger Zeit nicht m ehr für die E rhaltung des Status quo ausreicht. Die Bevölkerung in den w estlichen Industrieländern schrum pft. D as M issverhältnis zw ischen vielen A lten und wenigen Jungen w ird in absehbarer Zeit zu Ver­ werfungen führen, die nicht nur die bislang verlässli­ che Renten- und G esundheitsversorgung destabilisieren werden. Um das m it der Ü beralterung einhergehende, ständig w achsende Pflege- und V ersorgungspensum innerhalb der G esellschaft zu bew ältigen, sind neue Wohn- und Lebensform en erforderlich, die A lt und Jung in gleicher W eise integrieren. Die B undesregierung hat darum eigens ein A ktionsprogram m fü r M ehrgenera­ tionenhäuser ins Leben gerufen. Lahme gehen, B linde sehen Von Seh- und G ehhilfen über Hörgeräte bis hin zu Roll­ stühlen - eine ganze Industrie sorgt bereits dafür, dass

Lahm e gehen und Blinde »sehen« können. Sie sind dank solcher Erfindungen w ie der B raille-B lindenschrift oder der Prothesentechnik w ieder in der Lage, am öffentli­ chen Leben teilzuhaben und ihren A lltag eigenverant­ w ortlich zu organisieren. Was hingegen noch aussteht, ist die entsprechende A npassung der H ardw are dieses A lltags - näm lich die A rchitektur. D ass die B edürf­ nisse und A nsprüche von B ehinderten dabei als R icht­ schnur dienen, versteht sich zunächst von selbst. Schon je tz t spiegelt das K om pendium gesetzlicher und nor­ m ativer Bestim m ungen, die den A lltag der Bauwelt heute prägen, diese Einsicht wider. W ährend »B arrie­ refreies Bauen« in den A chtzigerjahren m it dem wenig treffenden B egriff »Bauen für B ehinderte« gleichge­ setzt w urde, hat sich seit der N ovellierung der Normen D IN 18025 im Jahr 1992 sowie der DIN 18024-2 (1996) und DIN 18024-1 (1998) ein B ew usstseinsw andel voll­ zogen. DIN 18024-1 regelt die G estaltung der O rte des G em einw esens von Straßen, W egen, Plätzen bis hin zu V erkehrs- und G rünanlagen - k urzum alles, was die B ew egungsflächen im öffentlichen R aum betrifft. In DIN 18024-2 hingegen sind die R ichtlinien für die b ar­ rierefreie G estaltung öffentlicher Bauten zusam m en­ gefasst. W ährend sich also DIN 18024 auf die O rte des

P h ilip p M euser//Abschied von der Behindertenrampe - Plädoyer für eine Selbstverständlichkeit im barrierefreien Planen und Bauen

B o deneb ene D u sche m it zen tralem E inlauf (Hersteller: Bette).

T ü rg riff fü r S e h b eh in d erte m it B raille -S c h riftfe ld an der U n terka n te (H ersteller: Karcher).

G em einwesens bezieht, form uliert DIN 18025 in bei­ den Teilen die G estaltungsm aßgaben für W ohnun­ gen in allen Formen des W ohnungsbaus. D azu gehören Regelungen für die rollstuhlgerechte Planung, A usfüh­ rung und E inrichtung von W ohnungen in N eubauten sowie diesbezügliche A nforderungen an Umbauten und M odernisierungen. Neben Sicherheit und Energieeffizienz gehört B arriere­ freiheit zu den w ichtigsten Them en der neueren zeit­ genössischen A rchitektur. In unterschiedlichen B erei­ chen w erden daher Lösungen gesucht, die nicht nur »politisch korrekt« sind, sondern vor allem dem eigent­ lichen Zweck dienen: der ergonom ischen G estaltung von Bew egungsabläufen, die den A lltag der M enschen erleichtern. In die Bauordnungen der B undesländer hat diese Problem atik längst E inzug gehalten und ist m ittlerw eile zu einem bedeutenden A spekt b ei öffent­ lichen Bauvorhaben geworden. A ber auch im priva­ ten W ohnungsbau müssen sich im m er m ehr Bauherren und A rchitekten der H erausforderung stellen, q ualita­ tiv hochw ertigen W ohn- und Lebensraum zu schaffen, der heute schon den A nforderungen von morgen genügt. G efragt sind innovative Konzepte, die generationenübergreifend funktionieren.

»Eigentlich muss ein A rchitekt heute fast davon aus­ gehen, dass er für das >Unbekannte< entw irft, dass die W ohnung so flexibel sein muss, dass sie im m er auf die D ynam ik der G esellschaft reagieren kann und im m er w irtschaftlich interessant bleibt.«5 A rchitekten fordern darum eine B aukultur, die nicht nur an M indesttür­ breiten orientiert ist, sondern W ohnraum hervorbringt, der B ew ohnern in allen Lebenslagen und -phasen ent­ spricht. Diese A rt der W ohnbauplanung kom m t auch den M enschen entgegen, die tem porär in ihrer M obilität eingeschränkt sind. D azu gehören beispielsw eise Perso­ nen, die durch K rankheit über längere Zeit geschwächt oder b ettlägerig sind. Sie können durch die Konzeption barrierefreier W ohnbauten in den A lltag eingebunden w erden. Für den Planer bedeutet das, W ohnraum so zu konzipieren, dass die G rundrisse zu einem spä­ teren Z eitpunkt veränderbar sind und N achrüstungen ohne großen A ufw and durchgeführt w erden können. Auch bei Im m obilien w ie Altbauten, R eihenhäusern oder M aisonettew ohnungen, die zunächst nur schlecht nutzbar für eingeschränkt mobile M enschen erscheinen, ist durch intelligente Planung und großzügige Maße ein U mbau in barrierefreien W ohnraum möglich.

E rdgeschoss

Der Eingang zum M usikerheim befindet sich g eschützt u n ter dem auskragenden Dach des Pavillons. Trepp enstufen, die sich über die gesam te G eb äude breite e rs tre ­ cken, führen zur verglasten vorderen F a s ­ sade. Parallel zu d ieser Treppe, zw ischen dem B aukörper und seiner vo rg elagerten hölzernen D achkon struktion, befindet sich die ro llstuhlgerech t konzipierte Ram pe.

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