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3ie Orunblagen

:
Stitt
3ie
lirfungsfreife ber folbatifden fr;ielung . . . . . . .
7
3ie
1tufgaben ber folbatifden fr;ielung in ilren Iir•
fun
gsfrdfcn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
J I
3ie �efonberleiten bcr folbatifden fr;ielung . . . . . . . Z3
3ie 1trt unb leife bes folbatifden fr;ielungs'er•
falren& . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
3ie fr;iclung be& �ruppen'erbanbe& . . . . . . . . . . . . . . . . 3
!
3er tbeoretifde 'eil ter folbatifden fr;iebung:
!er «fj;ier als fr;ieler unb lelrer . . . . . . . . . . . . . . . .
4!
3er Unterridt als ttittel ber folbatifden fr;ielung . ,.,
3er Unterridt über bie P�idten bes Solbaten . . . . . . .
74
3ie 2lufgaben ber Ielrmadt . . . .. .. .. . .. .. .. .. .. .
H
flre unb elrenlafte jüfrung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
34
ttut unb �apferfeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
97
<elorf am . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ! ! I
1amerabfdaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 Z#
�reue . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . !3&
!ie Sdafung 'On bienjliden Gemeinfdaftserlcbnifcn i 5Z
3ie 3if;iplinarjrafgewalt als fr;ielungsmittel . . . . . . 1 o 1
3ie praftifde lusbilbung als 'eil ter foltatifden
tr;iebtmg:
finfülrung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ! og
3as f�er;ieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17Z
3er Sdiejbienj . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . !78
jdbbienj unb Gefedtsausbilbung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 so
Iafenrüjung unb lajenausbilbung . . . . . . . . . . . . . . . zoo
3ie Xeitausbilbung . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . zoo
3ie fportlide 1tusbilbung .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ZJZ
lnbang:
3ie Pfidten bes beutfden Solbaten . . . . . . . . . . . . . . . . . ZZ3
Sdrifttums'erjeidnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . zz5






3i
e
Wirfungsfre
i
f e be
r f olbatif den lr3id)ung
3as
3
i e
I jeber folbatifden ir;iebung ii bie Sdaf­
fung eines
friegstüdtigen �eeres ;um Sdut ber ibre
u
nb
jreibeit bes 'aterlanbes fowie ber le&ens&ebürf­
nife bes 'olfes. !er .egrif ber lriegstüdtigfeit ent­
bält bie Summe ber 'atfaden
,
bie ben 'ert eines
�eeres be{immen, nämlid <ei\, 3if;iplin unb fampf•
tednifdes 1önnen. l!fe biefe 3inge {eien fie bei ben
Solbaten nidt plötlid unb "on ungefähr ein, fonbern
jnb bas !rge&nis eines felr eingebenben unb nad•
brücliden lilbungs"organges. 3a biefer auf bie l!uf•
gaben bes lrieges ausgeridtet i{, wirb er nidt nur "on
ber !r;ielung im Sinne "on l!nieitung unb .delrung,
fonbem aud "on ber praftifden folbatifden l!us&il·
bung be{immt. jai jeber l!usbilbungs;weig entbält eine
�n;all "on !r;iebungsdementen, woraus fie ergibt,
bap in ber 'ebrmadter;iebung tbeoretifde !r;iebung
unb lusbilbung ;ufammenjieten unb ein untrennbares
0an;es bilben.
3er Q e g e n i a n b ber folbatifden ir;iebung inb
ber ein;dne Solbat unb ber �ruppen"er&attb. 3ie figen•
tümlidfeit ber Qemeinfdaftsfede bes �eeres "erlangt,
bap ber ein;dne nidt nur bas 2ewu6tfein feiner fdbi
belält, fonbern fogar ein geieigedes perfön!idfcits­
bewu6tfein mit bem Qefüll erlöbter 'erantwortung
. gewinnt. !r mul ;um ü&er;eugten �räger
ber gro6en
:been, bie bas �eer "erförpert, er;ogen werben, bie
7

gegen bie bd�en
anberen nidt fdarf abgren�cn, f
e i
i
"ielmel)r ibre tragenbe <runbjäde unb gebt �urd} fie
binburd.
:n ibrem n ä d i e n 'irfungsfrdfe
bilbct
bie
eigentlide fo!batifde 2iibung ben
<egeniatb ber f
r
·
;iebung
.
Sie befelt in ber !infügung bes ein;dnen in
ben lalmen ber iruppengemeinfdaft unb ber <efete
ber folbatifden �if;iplin, beren lidtigfeit er inner•
Iid anerfennen unb btren jorbcrungen er babcr frei•
wilig erfülen muj. �arüber binaus fommt es aber
auf bie 2!ner;iebung eines relrbaften <cifes, auf eine
ldbifd gerid}tete Seelenbaltung an, beren Sinn im
2egrif bes liämpfcns unb ber perfönliden tinfat•
bercitfdaft liegt. �er 'cbrmadter;iebung erroädf
lier bie 2!ufgabe, bie "orbanbenen foibatifden 2!nlagen
bem ein;dnen ;um 2erouttfcin ;u bringen unb fe au�
;ubilben. �anb in �anb biermit gebt bie planmä6ige
Stärfung bes Wilens ;ur Unterbrücung aler ber•
jenigen iriebe unb Strebungen ber Seele, bie bem
Solbatentur entgegengeridtet finb.
3as mobere Solbatentur betebt nidt als 3ing an
fie, fonbern ii nur in :e;icl)ung ;u Staat unb 'olf ;u
begreifen. 'on ben politifden 'erbältnifen unb geifi·
gen Strömungen ber 3eit erhält es neben äuterer jorm
unb praftifden 2!ufgaben beiimmte feelifde 2!ntriebs·
fräfte, bie in 3eutfdlanb "on ber <ebanfenroclt bes
tationalfo;ialismus bejimmt werben. jür unfere fol•
batifde tr;iebung ergibt fie bamit in ilrem I e S t e n
Wirfungsfreifc bie boppclte Pfidt, ben Solbaten in
ben "on bem tationalfo;ialismus "ertrctencn politi·
fden 2!nfprüdcn ;u unterweifen unb ;u einem berouuten
:ämpfer ber grouen <runbgcbanfen ;u maden, tn
be
ten bas 3ritte Xcid getragen ii. 3ie tr;icbung�
9
�ufg�be i\ hier nidt fdwierig, weil ber junge 3eutfde
leute
bereits
"on feiner
:ugenb bis ;um 3ien{eintritt
burd bie weltanfdaulide Suiung ber �93'p. unb
�es 'rbeitsbien{es ;u einbeitlider 'uffafung unb in·
nerer 'usridtung gelangt i\. 3ie �ätigfeit ber 'ebt•
madt be{ebt lier aifo in ber frbaltung bes erworbenen
gei{igen <utes unb feiner 'ertiefung entfpredenb ber
fortfdreitenben iinfid)t bes Solbaten, bie burd bie
3unabme feines lebensaiters bebingt i{.
'us �em <ef�gten gebt ler"or, bag bie 'ebrmadt ..
er;iebung nur bann ben gewünfdten lrfolg laben wirb,
wenn fie erfennt, worin ibre Swerpunfte in ben ein•
;einen 'irfungsfreifen liegen, un� wenn fit biefe als
tnittel ;um 3wec ridtig ;u nu�en "er{ebt. :n bem
er{en 'irfungsfreis liegt ber Swerpunft in ber
Xenntnis ber tenfdenfetle unb tenfdenbebanblung
ober, anbers ausgebrüct, in ber Pfrdiogie �er fin;d·
perfönlidfeit. :m ;weiten {elt bie �erücfidtigung
�er arteigenen <emeinfamfeitsfetle bes �eeres unb ber
2e;iebungen bes ein;dnen Solb�ten ;u ihr im 'orber•
grunbe. is banbelt fe lier alfo um eine befonbere fr·
fdeinungsform ber tafenpfydologie. :m Ie�ten 'ir·
fungsfreife \ebt bie Solbatener;iebung im 3eiden ber
So;ioiogie.
'ngefidts biefer "ielfeitigen 'ufgaben ber 'ebr .
madter;iebung wirb es flar, bag fie ;war eine lerufs•
er;iebung i\, ihr aber tro�bem in grogem Umfange
'eile ber algemeinen unb {aatsbürgerliden fr;iebung
�nbaften. fs i\ ilre befonbere figentümlidfeit, bag
fie bie lilbung bes tnenfden ;u einer fittliden per•
fönlidfeit
umfdliegt unb Werte "ermittelt
, bie über
ben folbatifden �abmen binaus ben 'nfprud auf 'U·
gemeingültigfeit bef�en.
JO
l
ie
llufg
a
be
n ber
fol
batifd
en
rr;ie(ung
in
i(ren Wirf
u
n
g
sfreif
e
n
Wie
foe
be
n gefagt,
fpaltet
fe ber :nlalt
ber S( 
b
atener
;ieb
ung in brei
Wirfungsfreife auf, wn benen
btr er�
e
bie menfdenfo
rmung ;um <egen�anbe lat.
3ur genaueren 1Iar�elung für bie bier ;u Iei�enbe !r­
�iebungstätigfeit i� es notwenbig, biefen �egrif näber
�u umfdreiben. !s banbdt fie um bas er;ielerifd
überhaupt tor�eUbare bödfe 3id, nämlid bie 2 i (­
b u n g
b e s So l b a t e n ; u e i n e m f i t t l ide n
< l a r
a f t e r.
ler uat�ab für bie leurteilung btr �efdafenbeit
eines <barafters ergibt fie neben feiner !in�eUung ;u
menfden unb lingen tor alem aus feinen praftifden
�anblungen. Unter einem fttliden <barafter terfeben
wir einen folden, befen Wolen auf lin,ge ausgeridtet
i(, bie einen unbebingten Wert befi�en unb beren rr­
füUung aUgemeines <ebot bes uenfdentums i(, lon
bier aus gefeben entfpridt ein <barafter um fo mebr
ben 2nforberungen bes Sittliden, je mebr er bie
pjidten, bie fie au
l
Nedt, <efe� unb ben übrigen
<runbbebingungen für bas lefeben ber lolfsgemein­
fdaft ergeben, für fie als terbinblid anerfennt. lei
biefen pjidten lanbdt es fie um fittlide �ödfwerte,
btnn bas lafein bes lolfes mit feinen gefe�mätig be­
bingten Jebensformen unb feinen 2nfprüden auf jrei­
beit unb Siderbeit feUt ben le�tenWert auf bieferWelt
· bar. Solbatentur if nun ber 2usbruc für ben Sdbf .
&elauptungswinen eines lolfes. !s if berufen, bie
ibealen �ödfwerte ber tation ;u fdü�en unb ;u er•
balten. !s umfdUett bie
<efamtbeit aler
männliden
\ugenben bes lolfes unb fet
t ;u feinem
�efebcn eine
Sdbflofgfeit unb Neinbeit bes Wo(ens toraus wie
feine an�ere irbifde finrid)tung. �mit fdt es im
lidt ber bödjen Sittlid)feit
.
lus ber
:bee bes Solbatenturs if bie geifige �al·
tung
bes
tationalfojialismus geboren, ton ifr werben
bie
QIieberungen ber tS!lp. getragen unb 3Ufammen•
gehalte
n. !er politifde Solbat febt in gleider �eibe
wie ber
tafenträger. leibe fnb berufen, ben beutfden
t1enfden
;u formen unb innerlid ausjuridten. Partei
unb tebrmadt finb bafer bie Säulen,
auf benen
Siderbeit unb 3ufunft bes �ddes beruhen.
3er tafentr"ger muß-ebenfo wie ber politifd
Solbat-aus bem Sinn feiner lufgabe aud perfönlid
ton bem ernfen Streben nad fttlider \er-olfomm•
nung erfült fein. tur ton bicfem lIicpunft aus
fnbd bie folbatifde lerufsefre ibre !rfülung. !ie
!bre eines 2erufcs ergibt fie aus feiner Sinngebung.
3ementfpred)'nb if bas 1ennjeid)cn ber folbatifden
:erufscbre bie feelifde lnpafung an bie großen tater•
länbifdcn leitgebanfen, bie bie folbatifde <emcin•
fdaft ;ufammenbalten, bic unbebingte !rfülung ber
jorberungen ber 3if;iplin unb bie !infagbcrdtfdaft
bis 3um Iobe, als lusbruc födfer Pfidterfülung.
3ie Sorberungen nad ber fittlidn !r3iebung bes
Solbaten fnbet nod eine befonbere l egrünbung im
�inblic auf bas \erfältnis ton �eer 3U \olf. 3er
Solbat, als :nbegrif aler friegerifden Iugenben, muß
ton bem \ertrauen ber llgemeinbeit getragen fein.
3as if aber nur ber jaU, tvenn er aud als tnenfd
in feinem 3enfen unb �anbeln ton ben übrigen \olfs·
genotTen als \orbilb anerfannt wirb. !rfült er biefe
lufgabe nidt, bann finft bas �eer ton ber linie bes
öfentliden 'ertrauens rafd? ab.
tit biefem \ertrauensteriuj pfegt ein fdarfcr
lücgang bes 1ampfwiUens �anb in �anb ;u geben.
WelrriUe \trranbdt
fe in Webrfein�fd
aft. !amit
erradfen für btn l  e\anb ber nation aber riefengtofe
<efabren; benn bie (efdidte lehrt, baj bie )ölfer, bie
nidt mebr ben Wiren unb bie lraft �um lampf um
ibr !afein aufbringen, bem Untergang \erfalen finb.
nur wenn ber Solbat ben hoben fittlimen :nlalt
feines l  erufes mit alen l\
räften bes )er\anbes un
b
ber Seele erfaft unb bejaht, i\ ber friegerifde Wert
bes �eeres unb bamit bas l e\elen bes Staates fider.
ge\elt
. lufgabe ber Webrmadter�iebung i\ es
,
ale
biefe 3ufammenbänge ridtig �u erfennen. !ief
e
\elen
ilr bie lufgabe, bie fittlide fntriclung bes lbarafters
bes Solbaten in boppelter Weife an;u\reben, einmal in
lidtung auf bie befonbere folbatifd lerufsebre unb
bann im Sinne aUgemein menfdlid)er )ertolfomnt•
nung.
!ie rr�ielung �ur folbatifd)'n l erufsebre madt bie
'u s b i l b u n g e i n e r b e { i m m t en < r u p p e
\ o n f i t t l i d e n 1 r ä f t e n n o t w e n b i g. 3u ibr
gebört bi
e
Pfege \aterlänbifder <efinnung
,
aus ber
bie l  eredtigung unb <eredtigfeit ber finridtung ber
Webrmadt als fold ab;uleiten i\. !ie !ntroiclung
bes Sinnes für Unterorbnung, 1amerabfdaft, lorps.
unb 'atengei\ beroirfen bie fedifde !inortmung bes
ein;dnen in bie <emeinfdaft. )on befonberer l  ebeu.
tung if bie lqielung �u )erantrortungsgefübl,
Sdb\tertrauen unb bie 'usbiHng ton tnut, lampf·
roiUen unb Qpferbereitfdaft als ben fittliden !igen.
fdaften, bie bei ber überrointmng bes Selb{erbaltungs.
triebes in not unb lebensgefabr an bet: \0rragenbie
r
Stele {elen.
!en tittelpunft ber !r;iebun'g5tätigfeit ;ur au.
g
emeinen menfd>liden 'ertolfommnung bes Solbaten
b
ilben bie <r
,
unbtugenben ber Wabrbeitsliebe, 3uter.
Iäffigfeit,
bes perfönliden ilrgefübls unb ber treue,
aud in ben flein{en !ingen. :m weiteren Sinne muf
bie folbatifde ir�iebung ;ur 1räftigung ber mora­
lifden �altung bes Solbaten aud bie pßege bes reli·
giöfen <efübls unterfüfen.
!ie 'ebrmadter�ielung bat in biefem ibrem er{en
'irfungsfrdfe ibre 1ufgabe e r f ü I I t , w e n n b i e
!l e m e n t e , a u f b e n e n b e r f i t t l i d e (l a.
r a f t e r b e s So l b a t e n b e r u b t, m i t b e f f e n
e i g e n e m ! e n f e n u n b 'o l l e n ; u f a mme n•
f I i n g e n.
mit ber intwiclung ber fittliden iigenfdaften, bi
t
ibre 'ur�dn in ber folbatifden lerufsebre baben,
burdbringt bie 'elrmadter�ielung bereits ibren
;weiten 'irfungsfreis, b e r b i e e i g e n t I i d e f o I"
b a t i f d e r q i e b u n g �um 3iele bat. !ie lier ge.
felte 1ufgabe if ein�igartig unb befonbers fdwierig.
Sie ergibt fie aus ber boppelten jorberung bes Sol .
batentums, ben 3ögling auf ber einen Seite ;um 0bjeft
eines unbebingten <eborfams �u maden, auf ber an .
beren ibn aber wieberum im felbfänbigen !enfen unb
fdbftätigen �anbeln ;u fdulen. !ies bebeutet alfo
nidts tleniger, als ;wei entgegengefefte pole ridtig
aufeinanber ab;u{immen unb ;u einer iinleit �u
bringen. jie Sdwierigfeiten biefer ir�iebungsaufgabe
laben im Jaufe bes '9. unb �o. :abrbunberts ent .
fpredenb ber fortfdreitenben 1uflocerung ber Qe .
fedtsformen, bie an bie Selbfänbigfeit ber 1ämpfer
immer böbere 1nforberungen felen, {änbig �u .
genommen
. Sie erreiden in unferen tagen, in benen
ber
Sdwerpunft im a�efedt gerabe;u beim iin�el"
fämpfer
liegt, ilren �öbepunft.
ld ber ir�iebung bes tnannes �um Solbaten {elt
bie ,! o r b e r
u n g b e b i n g u n g s I o f e n < e b o r .
f
a
m s burdaus im
'orbergrunbe, benn ber 0
eoorfam
ii ·bie Qrunblage aler
folbatifden 3if:ip
lin,
bie für
ben friegerifden Wert eines �eeres wieberum wn ent .
fddbenber ,ebeutung i\. 3
aoer muf f
ie jeber
ein

tretenbe Solbat ;unäd\
einer {arfen finfdr
änfung
f
einer perfönlidfeit in
bem Sinne unterwe
rfen
,
baf
ane Strebungen feines :s, bie ber militärifden 3if;i.
plin entgegengeridtet fnb, ebenfo unterbrüct werben
müfen wie jebe innere 'ufleonung gegen bie 'nfidten,
Sitten unb Qebräude ber militärifden <emeinfdaft.
:eber alte Solbat weif aus irfa�rung, baf biefe ir.
;ieoung mit �ärten verfnüpft, ja bisweilen mit feeli.
fden Krifenerfdeinungen verbunben i{, beren l ebebung
jebod in ber �egd burd bie innere Wanblung nad
fur;er 3eit geiingt.
Sobalb ber Solbat bie <runbfäte ber 3if;ipltn in
fie aufgenommen bat, muf bie planmäfige intwic·
Iung feiner perfönlidfeit im Sinne bes folbatifd tot .
wenbigen einfeten. �ier;u gebören Sdulung in ber
<ei{esgegenwart unb intfdIugfä�igfeit, ir;ie�ung
;ur Sdbjtätigfdt unb ;u ridtigem �anbeln im Qe .
fedt, aud wenn ber iin�uf bes jübrers ausgefdaltet
i{. 3iefe perfönlidfeitsentwiclung i{ für bie Webr·
madter;ieoung befonbers fdwierig, weil bas gan;e fol·
batifde !eben mit ber totwenbigfeit bauernber Unter .
orbnung unb ber l efolgung ;ablreider 'orfdriften
eine unaufbörlide <e�orfamsfdulung unb bamit �em.
mung ber perfönlidfeit bar{eUt. 'ngefidts biefer �at ..
fade
muf bie Wieberbilbung b·er perfönlidfeit mit
&efonberem tadbruc betrieben werben. Würbe bies
verabfäumt, fo träte eine Wertminberung ber �ruppe
ein
, weil fie ben gei{igen unb feelifden 'lnforberungen
b
es
heutigen 1ampfes nidt gewadfen fein würbe. W<
bie 0ren;Iinien ;wifden ben beiben polen, bie bie ir .
3iebung 3
um <eborfam unb bie 2!usbilbung jUr Selb·
iänbigfeit
barielen, 3u 3ielen
ii, bafür gibt es feine
einleitlide �egelung. maggebenb bleibt bier immer
ber 2Iic bes jübrers für bie Unterfdiebe in ber fee.
Iifden 2efda1enleit unb �larafterteraniagung feiner
.eute.
tit ber frjiebung 3um bebingungslofen (eborfam
unb ber Wiebererwecung bes perföniidfeitsgefübis ii
jebod ber folbatifde liibungswrgang nod nidt ab•
gefdlofen. ?as nädie 3iel mug fein, ben Solbaten
aus einem <bjeft bes leborfams ;u einem bewutten
'räger unb lerfed)ter ber ?if;ipiin ;u wanbeln. fr
lat ben foibatifden leii nod nidt rid)tig erfagt, wenn
er fie) nur bem geiiigen unb fittiid)en lebait ber folba•
tifden lemeinfdaft unterorbnet, fonber eri bann,
wenn er fie für terpfidtet bäit, an ber \ertolfomm•
nung biefer lemeinfdaft unb feinem 'eil mit;ubelfen.
:j bies erreidt, bann ii aus bem mann ein wabr•
lafter iämpfer für bie folbatifd}e :bee geworben.
?a fid ber legrif bes folbatifden lämpfertums
aber nidt nur aus feelifden, fonbern aud aus förper•
Iiden fiementen ;ufammenfett, erfrect fid bie 'uf•
gabe ber Webrmadter;iebung bei ber folbatifden 2i!·
bung im eigentliden Sinne'nidt nur auf bie moralifden
unb vfrdologifden jaftoren, fonbern aud a u f b a s
p r a f t i f d e 1 ö n n e n. lewig ij bie torai ber
übergeorbnete Wert, benn fie fett bas lönnen erf in
bie 'at um. 'nbererfeits iebt aber bas :ewu1tfein bes
folbatifden lönnens wieber in enger Wedfelwirfung .
mit ben feelifden unb moralifden lräften. fs if baler
notwenbig, bie :ebeutung ber 'usbiibung für bie fo[ba·
tifd)e fr;ielUng im engeren
Sinne ;u unterfud)en unb
aus;uwer
ten. ?a es fie bei biefer jrage um ein eigenes
<e.iet banbdt, if fie in bem 'bfd)
nitt "?ie praftifde
lu
sbi
ltmn
g als 'eil �er fol�atifdn lrjiebung" ge•
fon
bert betradt
et
.

bren� bie '!ufgaben �er Webrmadterjiel
ung in
ib
ren
erfen bciben Wirfungsfreifenl ber 2ilbung
bes
90l�
attll jU einem fitt!iden \barafter Ulb ber eigent•
li
den
militärifd)en lrjiebung, algemeine Qültigfcit
bab
en1
if fie in il)rem leJten Wirfungsfreife1 ber natio·
nalp
olit
ifden Qrjiebung1 a I I e i n l o n b e m ' o I f s •
t u
m
1
b e m f i e 3 u g e b ö r t 1 a b b ä n g i g. jenn
jebe
s
nationale �eer fann nur lOn feinem "olfe ler
beg
rifen werben; lon ilm empfängt es �ie Ieitenben
<runbibeen, ben feelifden :nbait unb bie moralifden
1räfte. jie faatsbürgedide fr3iebung bes Solbaten
fann fie baler nur auf bie rafenmä�igen Qrunblagen
bejieben1 auf benen �ie Qemeinfdaftsbilbung bes \olfes
berubt. Sie mu� au�erbem bie befonberen lrfdeinungs.
formen bes 3eitgeifes bem manne beuten unb ibm eine
\or\eUung lon ber 2ebeutung unb ben 'nfprüden
feines \aterlanbes geben.
jie nationalpolitifde �er3iebung wurbe früber im
�eere lernadIäffigt1 weil man bas teutfdbenm�tfein
als natürlide 'nlage bes Solbaten für ausreidenb
lielt. ja� bier ein 'rugfdIu� lodag1 3eigte ber
mar,ismus1 ber troJ ber Sdule ber algemeinen "ebr·
pfidt tor �em Kriege in gera�e�u beängfig,enber
Weife im \orbringen war. jie Webrmadt befdränfte
fie 3U febr auf ilre rein militärifde lrjielungsauf•
ga&e.
'us ben fdäbliden .oigen biefer Xerfäumnife
bat bas jritte �eid entfdIofen bie jotgerungen ge.
�ogen. rs bat crfannt1 ba� eine planmä�ige welrpoli·
tif
de
Sduiung eine 3wingenbe totwenbigfeit für bie
frb
altung
ber Webr&ereitfdaft �er tation if
. 3iefe
wie
ber
um if &egrünbet in ber fntwiciungsridtun
g
b
es
m
obernen 1rieges, bcr bie Qefamtbcit ber geifigen1
2
�lttid
tet, @taie�ung
J7
förpedicen unb wirtfcaftliden Kräfte bes \olfes i
feinen lann ;wingt.
!r
mact bie refUofe
Xerwirflicung bes Xolfes in
Wafen nötig, wenn er mit 'us
fct auf
!rfolg burc 
gefämpft werben foU. 3as lägt fie aber nur erreiden,
wenn auc ber Iette mann bereit if, bie �ecte feines
Xaterlanbes mit ben Wafen ;u terteibigen. 3iefe :e�
reitwifigfeit burc webrpolitifde Sdulung ;u er;eu .
gen, if eine ter tornebmfen 'ufgaben ber <lieberun�
gen ber nationalfo;ialififden lewegung. �br if es ;u
terbanfen, bag bie �efruten leute nidt mehr mar.
,ififd \erfeudt ober im Sinne ber früberen volitifd
n
partden weltanfcaulid ;errifen ;ur 'elrmadt fom•
men, fonbern fid ;u benfelben Werten befennen wie
biefe felbf.
3en 'usgangspunft ber nationalpolitifden !r;ielung
bes Solbaten bilbet bie 1 e b r e " o n b e m W e f e n
e i n e r \ o If s g e m e i n f d a f t. �ierbei if befon­
bers auf bie iatface ber fo;ialen <lieberung unb ge­
feUfdaftliden Sdidtung ein;ugeben. 3er Solbat mut
lernen, bag es Unterfdiebe ;wifcen lod unb niebrig,.
arm unb reid immer geben wirb, baß biefe Spannun .
gen natürliden <efeten entfvreden unb baber not.
wenbig finb. Sie ergeben fie aus ber \erfdiebenbeit
ber menfdliden jäbigfeiten unb Wifensridtungen
unb bewirfen, tat tas Wünfcen, lingen unb Streben
ber tnenfden, unb bamit ber Strom tes .ebens über­
haupt, erbalten bleibt. 3ie !r;iebung bat bier ilrm
3wec erfüUt, wenn ber Soltat ton ber 'abrleit ber
nationalfo;ialififcen 'ufafung bes .eifungsgrunb·
fates im .eben über;eugt ill. �f bies ber .jaf, fo wirb
er auc mit einer befdeibenen 2
erufsfe
Hung ;ufrieben
fein, gan; befonbers, wenn er
wei
t,
baß
jebe 'rbeit
ilren Wert bat
unb baß es
weniger barauf
anfommt,
'8
w
e
1 c e
1r&eit man "errictet als barauf,
w i e man
fe
ausf
übrt. fine rictig geleitete nationalpo
litifd
e fr•
;id
)ung fann bier augerorbentlid "iel ;ur ü&erw
inbung
tes
lIafenfampfgebanfens beitragen unb batmrc im
aei(e ber nationalfo;iali\ifden fr;iebung ;ur 'olfs.
gem
einfdaft wirfen .
.ei bem näd(en 1bfdnitt ber nationaipolitifden
tr;id)ung banbelt es fe um bie lIar(eUung ber gei(i­
gen
Strömungen bes mar,ismus.
'lus
ber Unterweifung über bie 3iele bes mar,ismus
e
rgibt fie "on fdb\ bas lingeben auf ben unbeilp
wüen iinfuß, ben bas :ubentum auf unfer geifiges
unb wirtfdaftlides Jeben ausgeübt bat. :m 3ufammen•
lang bamit finb bem Solbaten bie .e(re&ungen bes
tationalfo;ialismus ;ur aefunberbaltung unb 'luf•
artung unferes 'olfes fo bewußt ;u maden, baß er
;u ibrer .erüdfidtigung auc in feinem perfönlicen
!eben bereit i\. �ier liegt eine gan; befonbers widtige
lr;ielungsaufgabe bes folbatifden jührers "or. man
fann nämlid immer wieber bie je((eUung maden, ba8
beiratsfälige junge männer "On be(er gei(iger unb
förperlider lefdafenheit bei 'luswaiI ihrer Jebens•
gefährtin un"erantwortlid Ieictfinnig \erfahren. �ät•
ten fie ein rictiges 'er\änbnis für bie 'ererbungs•
gefete unb ben Kampf bes 3ritten 1eides gegen bie
lnt(ebung erbfranfen tadwucfes, fo würbe bier ein
entfdeibenber 'anbel ;um .eferen eintreten. fs gibt
febr einbrucstoU
e
jilme über bie "erleerenben jolgen
ber lrbfranfbeiten, bie mit größtem tuten beim Unter•
tidt "erwenbet werben fönnen. 3ie jilme finb bei ben
<aupr
opaganbaleitungen ber tS3'lp. erbäitiid.
:n
ben
1abmen biefes rr;ielungsabfdnittes
gelört
au
d
ber
Unterrict über bie "aterlänbifce aefdidte,
unfe
re
lafeeigentümlidfeiten unb bie lrrungenfdaften
2*
J9
unfercr 1uitur. :ei oiejer fr;iebungsarbeit wäre
nid}ts tcrberblidcr als öoer jormalismus ober 'n·
bäufung ton Wifen, oas für oen mann feine :e beu­
tunrr
ia t. !s fommt tielmebr barauf an, �urd ridtige
UorjeUungen auf fein Qe mü tsleben ;u wirfett. 'a,
bi e f r ; i e b u n gs a rb e i t muf b i e r g e r a be·
; u r e l i g i ö f e n ( b a r a f t e r e r b a l t e n. � i e
iöd{e <ff e nb a ru n g Qo t t es in o c r ir•
b if d e n W ei t i 1 o a s c i g e n e ' o I f. r s g e •
n
üg t in u nf e r e r h e u ti g e
n 3e i t b es 'e r•
ni d tu n gs fri e g es ni d t me l, o af be r
S ol ba t nu r a us Pfli dt e rfü llu n g ; um
la mpf c fü r f e in 'ol f b e r e i t i\. :i e
foi o a tif de ' u f g a b e muf il)m wi e e in
rdi giöf es < e b o t n a b e g e br a dt w e r b e n ,
be r finf at fü r bi e !b r c u n b jr e ib e i t
fe in e s 'ol f cs ib m a ls l ödle r Qo t t es·
b i e n f b e r � a t e r f d e i n e n
.
fin mann, ber
ton folde m QIauben befc elt il, wirb je ber;eit ;um
<pfer bereit fein. �a mit il nun nidt gefa gt
,
ba� bei
ber �arleUung unferer raffifden ,efda fenbeit Sdbl·
t erbimmlung ge trieben werben mügte . !s il tid mebr
ridtig, au d auf bie Sdwä den unb tadteile unfere s
Uefens ein;u geb en, u m bann oie joroerung na d ilrer
überwinbung burd 'rbeit oes ein; clnen an fie felbf
;u erb eben.
Um bie finfi dt be smannes für bi
e Dotwenbigfeit
einer farfen Webr ;u erwecen, ij bie nä dfe 'ufga be,
ibn an �ano ber !anbfarte über bie ungüntigen mi•
litärge ograplifden 'erlältnife feine s beu tfden 'a ter•
Ian�es ;u unterridten. �iefe haben fid} ourc oie 1aum•
ge jaltung be s <rofbeu tfd)en
Xeides ; war grunble genb
gebe fert.
,e feb en bleibt aber bie ofene
<ren; e im
<jen. !s ij gu t, wenn ocr Solba t von ben fdt teren
10
na
dteile
n
bört, �ie !eutfdlan� im laufe
feiner <e·
f
d
idte
infolge feiner ofenen \ren�en erroad)f
en fi
n

.
Die
tr;ielu
ng if bier auf ridtigem Wege,
wenn �er
Sol
�at
lOn fid fdbf aus bereit if, an feinem
�ei
l mi
t

;ur
irfen, �af fie ein feinblid}tr finbrud) in �cutfd
es
Janb
niemals mebr wie�erbolt.
ld �iefer l etradtung if bie aufenpolitifde Jage
3eut
f
dIan�s ;u befpredn. 2us;ugeben if bierbei lOn
ber ttädtegroppierung lOr l  eginn bes jetigen lric�
ges. 3ie politifden 3iele ber ein;elnen t1ädte finb �em
Solbaten flar lOr 2ugen ;u fül)ren. 3ie überbeblid
�ltung polens getenüber ber lerföbnungspolitif bes
jübrers, �ie baßerfülten maflofen frcberungsplänc
bicfes lolfes müfen ebenfo flar lcrasgefeUt werben,
wie bie falte leridtungsabfdt fnglanbs leutfdlanb
gegenüber. !ann if auf bie grofe Ntil)e ber außen.
pclitifden frfolge bes jübrers ein;ugcben, burd bie
fd bie Steiung bes !eutfden Xddes mit einem
SdIagc in ber Welt gcroanbelt bat. 3ie tt arf\cine
biefer fntroiclung lOn einem obnmädtigen Staats.
mefen ;ur mädtiglen (rofmadt ber Welt finb: bie
Sdafung bcr 2dfe lerlin'Rom, leridtung pciens,
2bfdnürong fnglanbs lOm eurcpäifden jeflanb burd
lernidtung bcr militärifccn tadtmittcl ber wef•
europäifden tädt, 2usfda!tung bcs engHfdn fin .
ßufes aus bem Sübcfen turcpas burd l ercinigung
bcr ungarifd-rumänifden jrage fowie 0croinnung
lOn Rumänien un� lu[garien für bic Sit ber 2dfcn•
mädte
, innere \erbun�nbeit mit Spanien, 'nfdIuf
Japans an bie 'ld,fenmädte un� in terbin�ung
.
bami
t lerminberung bes englifden iinfufes
in 0(-
af
ien.
!as wdtbeberrfden
be f
nglanb
fiebt fid
,
aller
europäifden lunbesgenofcn beraubt, in eine ver;wei•
lJ
feite 'ertei�ig
ung ge�rängt. 3em Solbaten mul �as
�er; 'Or Stol; in �er l; ruf fdIagen, wenn ibm �iefe
grofartige politifde �ntwiclungsfur'e ;um �rle&nis
gemadt wir�.
Sol�aten�ienf if3ienf am 'olf, ein 3ieni, ben �er
Solbat in feiner gan;en Sinngebung erf erfafen unb
'ertreten fann, wenn er -wie in '  eil "3ie Wirfungs•
weife ber folbatifden �r;ielung" bereits augebeutet­
Uber;eugt if 'on ber lidtigfeit ber weltanfd)ulide
:been, 'On �enen �as Staatswefen geformt wir�. 3er
geifige :nbalt bes tationalfo;ialismus if mit ben
Qrunbgebanfen, bie bie Webrmadt 'erförpert, wefens.
gleid. Seine faatlide WiUensbilbung entfpridt ben•
felben <efe'en, auf benen �as Solbatentur berubt.
Staatsibee unb Welrmadtsibee hilben eine untrenn•
bare �inbeit. 3amit if ber Qleidflang ;wifden �en
l; egrifen Solbat, 'olf, 'aterlanb un� Staat für �en
'!ngebörigen ber Webrmadt bergefeUt. 'olfs&ewuft•
fein, �eimatliebe un� Staatsgefnnung hilben für i
einen ein;igen grofen <efüblswert, ber feinem Wiren
;um lampf un� <pfer mädtige 1lntriebe gibt.
3ie planmä6ige lr;iebung bes Solbaten im Sinne
nationalfojialififder Weltanfdauung if �aber nidt
nur Pfidt �er folbatifden �r;iebung, fonbern au�
ein innerlid begrünbetes l; ebürfnis für fe. 1lufer bem
:beengut bes tationalfo;ialismus mul ber Solbat eine
flare 'orfeUung 'On �en 1lufgaben erlalten, bie ber
Partei, ber H, ber S1!., �em 1lrbeitsbienf, �er 3eut•
fden 1lrbeitsfront unb ben anberen grofen <rgani·
fationen im labmen bes ?ritten leides ;ufaUen. �r
mut fie mit biefen 'erbänben innedid 'erbunben
füblen in ber Qrfenntnis, baß 'On ber gereinfamen
1lrbeit aler
�iefer lräfte bie beutfde 3ufunft getragen
wir�.
3ie lef onberldten ber f olbatif den ir;ielung
3ie 'hrmadtser;iefung wenbet fie wie jebe wirf•
lice lr;iehung an ben Solbaten als ternu

ftbegabtes
Wefen unb ij
bementfpredenb bejrebt, fetn Wollen,
3enfen unb <efühl bem lilbungstorgang ;u unter·
w
e
rfen. Sie erhält jebod ihr eigentümlides <epr.
ge
b
urd
eine 'n;ahl befonberer Umjänbe, bie in ben Ia·
fein
sbebingungen ber \efrmadt begrünbet finb. <egen•
(anb ber folbatifden ir;iehung ij nidt ber in ber int•
w
i
clung befntlid)e :ugenblide, f o n b e r n b e r i r •
w a d f e n e. �ier bejeht nun wieber ein Unterfdieb
in jriebens• unb 1riegs;eiten. :m jrieben befnbet fie
ber eintretenbe Solbat gewöhnlid in einem Iurd•
fdnittsalter ton J 9 bis zo :ahren, wäfrenb im Kriege
aud bie ungebienten 'ngehörigen älterer :ahrgänge
bis ;u etwa 4r :afren ;ur jahne einberufen werben.
3ie fd fieraus ergebenben Probleme für bie folba·
tifde jormung werben nur gelöj werben fönnen, wenn
bie lr;iehung nidt jarr auf nur eine tethobe ein·
g
ejelt ij, fonbern fie beweglid ben teränberten
p
f
r
dologifden <runbbebingunfen anpagt, bie aus
ber "erfdiebenartigfeit bes !ebensalters, ber bürger•
liden Stelung unb �es lebensberufes herrühren.
Iie :ugenb ij begeiierungsfäfig, abenteuerlujig,
tatenburjig unb alen <efühlswerten geöfnet. mit bem
fedifden 2ebürfnis nad jarfer jührung terbinbet fie
förperlide 'ftitität unb !eiiungsfähigfeit. Ias 'iter
ii bagegen in fie abgefdlofen, lat feinen Stanbpunft
;u ben Iingen ber Umwelt, bie es weniger gefübls•
&et
on
t als terianbesgemäß betrad)tet. Ias materiele
len
fen
bat ;ugenommen. teigungen unb 'nlagen haben
f
i
e
e
ntwicelt unb fo gefeiigt, ba6 ber menfd fie
g
eg
en
al
es ab;ufdIie�en pfegt, was ibm wiberfpridt.
3ie :nterefen ridten fie ""r alem auf &ruf unb
jamilie,
3inge alfo, bie i
lrem Sinn nad ben Pfidten
bes Solbatentums entgegengeridtet finb.
'us oiefet Unterfdieben erbelt, öaj ein fr;iebungs•
"erfahren, wie es jungen :efruten gegenüber .m Piat  e
it,
bei älteren !euten, """ benen bie meiten jamirien•
"-ter finb, ;u "'Uigem t1iferfoig fübrt • .ei biefen
muj bas 3eitmaf ber förpediden 'us&ilbung lang•
famer fein. 3ie er;ieberifde 'nfprad)e bat ales 1inb·
Iid·S)üierbafte ;u "ermeiben. Sie barf nidt """ bem
Uorlanbenfeit eines &Iinben 0eborfams unb QIau&ens
an bie 'lutorität bes foibatifden Srtems ausgeben,
fonbern muj fie "or alem an bie finfidt ber !eute
wenben unb ben gefamten foibatifden .ilbungsgang fo
banbba&en, baf jeber """ feiner Xidtigfeit unb 3wtc•
mäfigfeit ü&er;eugt it. 3amit gewinnt bie jäligfeit
bes !ehrers, aus ber Sinnge&ung ber �anblungen il)re
totwenbigfeit ;u &egrünben,
entfdeibenbe er;ieberifde
.ebeutung. 3er ältere mann &eanfprudt als menfd
unb perfönlidfeit anerfannt unb gewertet ;u werben.
fr &ringt nur einem Uorgefetten bie nötige innere 'd}
tung entgegen, ber, wie er fel&t, ben lrnf bes lebens
fennt unb """ bort ber bas redte Uerfänbnis für bie
feelifden unb förperiiden .ebürfnife feiner Unter•
gebenet bat. 3a biefe Uorausfetungen in ber :egel
an grofe lebenserfalrung ge&unben finb, wirb ein ;u
junger Uorgefetter faum imlanbe fein, hier bie Qr.
;iebungsaufgabe &efriebigenb ;u löfen.
nur bem folbatifden fr;iebungsfriem eigentümlid
ii bas Uorgef etten"erbältnis ;wifden lelrer unb
Sdüier. fs bat Uor. unb tadteile. 3ie Uorteile &e. _
ieben in ber einbeutigen 'utorität unb Überlegenheit
bes Uorgcfet;ten, Umj1änbe, bie 3weifel unb 1ritiffudt
ber Untergebenen ja
rf einjdränfen unb bamit bem
Wi
len
�ur
Unteror�nung unter �ie 'nfid
tcn unb �as
Wole
n
�es !elrer·Uor
gefe�ten förberlid
finb. ln•
Mrerfdts ii bas lrafe militärifd Untergebenenler.
l
ältnis nadteilig, weil es für
.
oen Uorgefe�ten f�wer
i
11, wirflid in bas :nnere fetner !eute et

�u�rmgen
unb
fej�ujeUen, ob er übcr�eugt bat unb rtdhg lCt

ia
nben worben ij.
iin jreiwiUigenbeer, oas in ocr !age i\, fie feinen
arfal nad befHmmten <runofäten aus�ufuden, bat
leidtere er3ieberifde '!rbeit als ein �eer ber alge.
meinen Welrpjid
t
. Je weiter oie Qren�e für bie :e·
fruteneinielung ge�ogen i\, um fo gröfer ii oie Uer.
fdiebenbeit ocr !eute nad �empcrament, �barafter,
politifder <cfinnung, fo�ialer Ueranlagung, folba·
tifden
jäbigfeitcn unb teigungen fowie oem arabe
ocr '!lgemeinbiloung. :n ein uno oerfelben Kompanie
i
elt
bcr '!biturient neben bem aelegenbeitsarbeiter,
ber faum feinen namen fdreiben fann, ocr fdwädlid
Sreiber ne&en bem baumiarfen !anbmann unb ber
geiäblte Sportsmann neben bcm ieifen Stubenbocer.
3ie Sdwierigfeiten, bie fe für Oie ir�iebung unb
'usbilbung aus bicfer 2untfdecigfeit ergeben, finb
grof unb nur �u überwinben, wenn fie bie ir�ielung
immer wieocr bcmüft, ben ein;elnen aus feinen geiiig.
fee!ifdn un� förper!iden 2!agen, feiner gefelfdaft•
liden unb bcruflidm 3ugcbörigfeit unb feinem perfön•
Iidcn Sdicfal ;u begreifen. �in�u fommen bei uns
3eutfdcn nod gewifc Stammesunterfdiebe.
'!II e o i e f c U m\ ä no e e r f o r b c r n \ r c n g
e
i n i n b ili b u e l l e s i r ; i e b u n g s fyie m,
b
a
s f r ü
b ; e i t i g b i e U n t e r fd i e b e b e r 3 ö g •
I
i n
g e
;u e r f e n n e n f u dt u no o u r d
le r •
f
di e o e
n i e
2e b a n b l u n g e i n i n n e r e s
<l e
i d g e r i d t e t f e i n a l l e r l)e r b e i f ü b r e n
m
u
f
. 3ie gleide Uniform, bie {rafen jormen ber

if;ipiin,
bie ben tann leidt ;ur tnasfe er{arren
lafen, finb alerbings bem inbitibuelen ir;iebungs.
f
ri
em nidt gün{ig, fonbern terfübren leidt ;u einem
fdematif
den 'erfabren. 3iefer <efalr entgegen;u.
roirfen, war im beutfden �eer ton jeber bas l e{re&en
ale
r einfidtigen 'orgefetten.
is i{ baber unridtig, wenn bem ir;iebungsfrjem
als foldem ber 'orwurf gemadt wirb, es lätte bie
iin;elperfönlidfeit - ;ugun{en bes l;egrifes
be
r
"iruppe" ;u gering geadtet. �ier muf getrennt wer•
ben ;wifden ber folbatifden ir;ielung unb 'us&ilbung
bes ein;elnen unb ber 'usbilbung im \erbanbe. nur
bei letterer tritt ber ein;elne Solbat tölig ;urüc, er
wirb notgebrungen ;ur "tummer", weil bie l ewegun.
gen unb bie 3ufammenarbeit ber iruppenförper ;ur
irreidung eines gerneinfamen 3ieles Sel&{;wec finb.
'on befonberer lebeutung für bie Webrmadt•
er3iebung i{ ber finjuf bes 3eitgei{es, ber fie in ber
inneren �altung ber einberufenen 1efruten wiber.
fpiegelt. �ier fönnen bie grögten Unterfdiebe &e{eben,
je nadbem in ber 2etölferung - infolge mar,i{ifder
propaganba - Welrfeinbfdaft ober aus anberen
<rünben algemeine lriegsmübigfeit berrfden, ober ob
bie tation burd einen {arfen <Iauben an fie befeelt,
freubig ;u jebem lampf bereit ij. :mmer wirb bie
folbatifde ir;ielung ;u prüfen baben, tuelde mittel
fie ;ur irreidung ibres 3weces anwenben muf. 3iefe
werben um fo milber fein fönnen, je bien{wiliger bie
tintretenben tnannfdaften finb.
fbenfo terlält es fie im �inblic auf bie fo;ialen
3eit
uerbältnife, bei benen ter 'rbeitslofigfeit eine be.
fonbere 2ebeutung ;ufommt. Sie fübrt ;u fr3iebungs.
fdwierigfeiten burd ben tnangei an pjidtgefübi, ben
f
it
i
nt
<efolge lat
, fowie burd bas lbfinfen
ber geifi
.
g
en
S
wungfraft, bas bie !egleiterfdein
ung eines
J
ebe
ns
olne finntoUen :nbalt �u fein pjeg
t. �
ier ii
b
a
s
redt
e "eriänbnis ber 'orgefeften befonbe
rs wid

tig,
un
t mit <üte unb
frni bie 0pfer ber wirtfdaft•
Ude
n
tot in bie folbatifd)e Welt bineinwadfen �u
l
a
f
en.
3er folbatifde jübrer i
n
t 3ritten 1eid ii
bie
fer
fr�iebungsforge anerbings für immer enthoben,
oen
n l
rbeitslofigfeit ii bei uns ettvas tönig Unbefann•
tes
gewo
rben.
:n
t
1a�men ber fo;ialen !Iicridtung liegt aud bie
tt-t..tAttoHI ! . a �,.f! . a !t . ltot>r lt, 'tttimtPitPnlp
"'U'' /"/•.••u ""v �v•�"'
l
" • . "_.. , v• .. r�•·r-J•••--••--
:nb
uirialifierung unb Ueriäbterung uor fid gebt.
"om webrmadter;ie�erifden Stanbpunft aus widtig
ii, baß biermit ;war eine iärfere geiiige lufgefdlofen•
beit,
gleid�eitig aber aud ge�eigerte fmpfnblidfeit,
teigung ;u unangebradter lritif fowie ein 1ücgang
bes '!utoritätsgefübls terbunben finb. !ei biefer fnt•
wiclung muß bie fr;ielung fie termebrt an bie !in·
f
idt be� !eute wenben unb ihnen nidt nur b
en :nhalt
ber "orfddften unb !eiimmungen \ermitteln, fonbern
;ugleid aud ihren Sinn, um baburd bie über;eugung
ton ihrer totwenbigfeit ;u wecen. 3ie 'anblung
bes Uolfes ttdangt auf ber einen Seite �ärf�e ln•
rufung bes !brgefübls als mittel �ur !rreidung bes
er�ie�erifden 3weces, auf ber anberen aber wieberum
ein
befonbers fdarfes 3urdgreifen bei torfäfliden
Uer�ößen gegen bie mannes�udt
.
!efonbers widtig für bie 'ebrmadter�iebung ii
bi
e jrage nad ber !änge ber 3ieni�eit. :i fie fur;,
m
u
g nad anberen Cefidtspunften gearbeitet
werben
�Is
etw
a bei einer pjä�rigen
3ienfterp�id)t
ung. 3ie
f
u
r;e
3
ienf;eit bat
für bie folbatifde !r;iebung tad•
teile, aber aud) Uorteile. �ie tad)teiie liegen auf ter
�ant.
So fdneU fie gewife
äu�ere folbatifd)e jormen
unt
1enntn
ife -ermitteln lafen, fo betarf bie innere
fo
l
ö
atifde
jormung, öas geifige �ineinwadfen in öie
P�id)ten unt tie feeiifde iinorbnung in bie Qemein•
fd)af
t bod �ets längere 3eit. �iefe jorberungen fönnen
bei 3U fur3 bemefener 3ien�3eit, als beren minbe�­
gren3e ein 'abr att3Ufet en il, nidt erfült werben.
fine fur3e 3ien�3eit fübrt 3t einem fdarfen 3ufammen•
trängen ber -ielfeitigen Stofgebiete, tie (eut3utage
ter Solbat beberrfd)en mut. 3as -edangt ein fe(r ge­
naues 3urdbenfen unb finteilen bes Stofes
fowie bie
Uermeitung jegliden Jeerlaufes bei ber 1usbiltung.
3ie Qefabr i� grot, tat ein
e 3erfplitterung eintritt
ober bie Qrünblid)feit leibet, fur;um ein 3u�anb ber
Unfid)erbeit unb lei�ungsmä�iger Un3ulänglid)feit ent•
�ebt.
1Inbererfeits bat bie fur3e 3ien�3eit wieberum ben
P
f
r
d)ologifden Uorteil, bat ber mann �ds "or neue
1Iufgaben ge�eUt wirb. 3aturd erbält er fie ten
nötigen Sd)mung unb bie innere 1Inteilna(me am �ien�.
3a feine intfeelung ber �ätigfeit burd) medani­
fierung eintritt, bleibt ber Sinn bes Solbatenturs in
bem manne lebenbig unb wirft nad leenbigung ber
3ien�3eit weiter fort. !as Qegenteii fann bei einer
überlangen !ien�;eit eintreten. !er Solbat �umpft
Ieidt ab uoo mirb g
l
eidgültig, weil fein gefamtes tien� .
lides �anbdn i(m nid)ts teues mebr bietet unb fd) 3u
e
i
nem rein med)anijden prin;ip mtwicelt. mitb,em \)er.
Iu� ber f ediflen Uerbunbenbeit "erfdwinoet aber auc
tie
Wertung ter öien�lid)en "ätigfeit. !amit wirb fi
e
für te
n m
ann inbaltlos. �in;u fommt, bat b' ei biefe
r
inneren finieU
ung bie
perfönlid)reitsrcifunf,
bie bas
;unelmenbe llter m
i
t fid
bringt, "on 'abr ;u 'ahr
fdwerer unter ben
irengen
llnforberungen ber 3if;
i

plin leibet. 3ie unausbleiblide joige bier"on finb Un�
lufgcfübie, bie ba;u fülren, bag bcr mann frob ij,
wenn er
feine �ien�erpfidtung herum bat, um fd
einem 3i"iiberuf, ber ilm finnbaft erfd)eint, ;u;uwenben.
3ie 'ebrmadtcr;iebung mug fid bewugt fein, bag
Solbatentur nidt ;u benfen if ol)ne eine befimmte
männHd.fämpferifde �aitung, bie in brängenbem
1raftgefüll fie nad) Cefabren febnt. Sie barf ferner
nidt "ergefen
,
bag es ilre llufgabe if, ben Solbaten
auf bie Wirflidfeit bes lirieges "or;ubereiten
.
leibes
"erlangt "on ibr eine jrengc unb unbebingt
e jorm
,
bie
aud) auf erofbdt unb �auleit nidt "er;idtct. Um
ben Solbaten bas entbebrungsreid)e unb barte ieben
im 1riege wenigfens etwas nabe;ubringen, mug fie be·
nmgt bie fintüfe ber Umwelt für ibren fr;iebungs.
;wec ausnuten. 3iefe frfenntnis fübrt ;u ber jorbe·
rung einfader Unterfünfte, ;ur !ntbehrung "on le.
quemlidfeiten unb ;u einer iebensform
,
in ber �ärtc
unb Cefalren nidt fellen Mrfen.
2CU biefe ber fr;iebung ;ur 1riegsfertigfeit bienen·
oen ta�nafnen lafen fid in einem �eer mit futjet
3ienl;eit ohne befonbere Sdwicrigfeiten burdfübren.
lnbers if es bei einer übermägig langen !ienf;dt.
2ei ibr werben fid aus ber tatur ber Sade fets
gewife bürgedide lequemlidfeits• unb terweid.
Iidungsbefrebungen in bie �ruppe einfdIeiden, bie
auf lofen bes Wilens ;ur �ärte unb !ntbehrung
geben unb bamit ber fr;ielung für ben Krieg abträg•
Iid fnb.
l9
�ie lrt unb 'eife bes folbatifden
tr; ielungsterfalrens
2lus ben "origen 2bfdnitten gebt ber"or, bau es fie
bei �er lil�ung �es tannes ;u einer fittliden perfön�
lidfeit ebenfo wie bei feiner eigentliden folbatifden
6dulung un� faatsbürgediden fr;iebung um �ie ter•
mittlung "on feelifden Werten ban�elt, bie fie nid)t
gewaltfam auf;wingen lafen, fonbern wn ibm, als
inneres le�ürfnis empfunben, ;um :  nbalt feines Wil­
lens gemadt wer�en müfen. :  n b e m b e l e r r f d t n •
b e n Uii t t eip u n f t b e s !qi e b u n g s " e r•
f a b r e n s f e b t a l f o b i e :i l b u n g b e s Wil·
I e n s , befen lefdafenbeit unb 6tärfe bie wefent•
lidjen tnerfmale �es menfcliden Qlarafters finb.
!ie Webrmadter;ielung fümmert nidt ber tleore•
tifde Streit um bie jrage, ob ber lbarafter er;iebbar
i( ober nidt. 2efanntlid leugnet 6dopenbauer bies
mit ber 2egrünbung, bau jeber tenfd feinen "inteni·
giblen", eingeborenen, unabänberliden lbarafter babe,
ber "on feiner <run�ridtung nidt abgelenft werben
fönne. :  n fdrofjem <egenfa� bier;u (elt bie 2luf•
fafung 1ants, ber ber fr;iebung eine fdledtlin an.
mädtige Wirfung ;ufdreibt, wenn er fagt, bau ber
tnenfd als tnenfd nur werben fann burr fr;iebung
un� er nidts fei
,
als was fr;iebung aus ilm made.
3ie Welrmadter;ielung als eine auf praftifdes �an•
beln geridtete Wifenfdaft gebt ba"on aus, ba6 in ber
tatur �es tenfden be(immte frbanlagen "orbanben
fnb, bie burd er;ieblide 2edn�ufung entwicelt ober
"erfüm
mert werben fönnen. 2U
erbings i
f
eine lnt­
wiclung über bie "on ber tatur gefe�ten tögUd�
feiten ausgefdlofen. fbenfo fann bem tenfden nidt
aner;ogen werben
, was
nidt als :eim in feinem Wefen
wrbanben if .
.ür bie
folbatifde
!r;iebung fommt · es
;un
<
d

barauf an, bem Wilen bes 3öglings bie für bas ;u er.
reidenbe 3id
gewünfdte
lidtung ;u geben, b. b. iln
gleid;uf
dalten mit bem bes torgefe1ten unb bem fitt.
Iiden Qebalt ber folbatifden Qemeinfdaft fowie mit
ten aUgemeinen <runbf äten ber f oltati f den !tbif.
�ierbei if bie !ntwiclung tes Wilens nad ;wei
lidtungen bin ;u forbern. rinmal nad ber Seite ber
inneren Strebungen bes :ds, um ben tann ;ur über•
W111?11ww MÞv w Þws++11w¬ow N+e +w +Wwv ¬w  .t MÞw
•-•··--"'! .....
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f
V . \ •u ••1111
t
"!"UWV"" V"J�
.orberungen bes Solbatenturs liegen, von fid aus
;u befäligen, unb bann nad ber Seite bes praftifden,
folbatifden �anbelns, bas fets unter bem Qefidtspunft
von �atfraft, tut unb �apferfeit fehen mu�
.
nun entfelt bie jrage nad bem I Wie" ber Wilens·
bilbung bes Solbaten. Sie if balin ;u beantworten,
ba� bies u n m i t t e i b a r unb m i t t e i b a r ;u ge�
fdeben bat. U n m i t t e I b a r wirft auf ben Wilen
bes Solbaten ein: bie formenbe Kraft bes tafcn•
wilens ber miiitärifden Qemeinfdaft, ber er angehört.
neben Mefen tritt bie menge von 2 efimmungen unb
torfdriften, bie bas gan;e Jeben bes Solbaten er•
fülen. 3urd bie <ewobnbeit ilrer 2efolgung geben
f
e
ibm in jleifd unb llut über, ba� er fie fdlietlid
für reinen 'usfu6 feines eigenen Wirens hält. is if
eine iigentümlid)feit ber Qewobnbeit, ba� fie aud
eine anfänglid unangenelme �ätigfeit aUmäblid er•
träglid mad) t ober
fogar in bas <egenteii verfelrt.
3a bas gan;e Solbatenleben auf lefell unb Qebor.
fam aufgebaut i{, tritt bie fdärffe unmittelbare '
i(.
Iensbilbung burd ben perfönliden 2efebl bes tor•
gefc1ten ein, weil ber Untergebene ge;wungen if, aud
bei anoerer eigener :nfidt ober innerer :uflebnung,
fofort
unb
unbebingt 3u
geborden. :urd) bie :n·
pafung
tritt
I)ier almäblid eine :ngleidung feines
'ilens
an ben bes \orgefetten
ein. f ine grote �ole
fpi
d
t
für bie unmittei
bare
'iUensbHbung bes Sol·
baten
aud)
bie baue
r
be
leauffidtigung burd 'or.
gefette ober ältere 1ameraben unb ber Umfanb, bat
er 'Ot morgens bis abenbs in �ätigfeit i{. Sidfelb\·
überlafenfein unb jweclofe Untätigfeit finb für Sol·
baten tets nadteilig
. :ie ieute fommen leidt "auf
bumme Qebanfen", b. b. ibre Wilenstätigfeit nimmt
eine anbere �idtung, als fie für ben folbatifden leruf
pafenb if.
3u ben unmittelbar auf bas aefüblsleben ber Sol·
baten wirfenben �ei3en gehört fd) Iietlid nod ales,
was für 2uge unb 0br eine befonbere :njiebungsfraft
ausübt. So bringen jarben unb 'b3eiden ber Uniform,
Uluff unb bas gan3e folbatifde Qepränge eine farfe
f.rregung bes aefülls mit fie, bie ber Stärfung bes
Wafen• unb 1orpsgeifes ebenfo förberlid i\ wie bem
Stol3 auf bas Solbatenfein überlaupt. :U biefe :inge
finb baber 'Om wel)rerjiehedfden Stanbpunft 'On
gröttem Wert.
:ie m i t t e 1 b a r e Wilensbilbung wenbct fie an
ben 'erftanb unb an bas Qefübl bes 3öglings, um burd
�er'orrufung be\immter \orfeUungen unb 'ert•
crlebnife bas f.rjiebungs3iel 3u erreiden. :m Solbaten"
beruf mut fowobl bie tleoretifde Unterweifung als
aud bie praftifde 2usbilbung in biefen <ebanfen gc.
felt werben.
Um
ben guten Wilen bes Solbaten 3U förbern, i\
bie ridtig
e terteilung 'On i ob u n b � a o e I widtig.
tur 3U loben wirft ebenfo ab\umpfenb wie bauernbcs
�abeln. :er
Solbat mut über
ein iob für gute ieijung
:efrie�igung un� Stoi;, einen gercdten -atcl als
2nfporn ;ur 2ef
erung
empjnben. 3as tlir� aner�ings
nur ber jan fein, wenn fie ber iabei 'On perfönlid)en
lreinfungen un� '
er
letungen fernbält. -ut er bies
nidt, fo ent\ebt
in bem
Solbaten Ieidt ein <efübl ber
terbitterung unb inneren 2uflebnung, bie ibn feinen
3ien\ nur med)anifd) obne innere 2nteilna(me "er.
fd)en läjt. 3er <eborfam i\ bann Ieid)t nur äujerlid,
er wirb aufgefünbigt, fobalb er fid)-wie es im Kriege
(äujg ber jan i\ -nid)t mebr er;wingen Iäjt. Sebr
gefäbrlid) i\ aud) ein iabel, ber fie) auf 3ufünftiges
er{rect, wie: "2us :(nen wirb nie ein guter Solbat11•
�urd fold)en \orwurf wirb ber tlann nid)t gebefert,
fonbern nur entmutigt.
Lin tittel, um bie Winensbetätigung bes Solbaten
in bem webrmad)ter;ieberifd gewünfd)ten Sinne an;u•
regen, be\ebt in b e m \ o r b a n b e n f e i n b e c
9 t r a f g e w a I t bes torgefetten. :br Sinn i\ ein
breifad)er. Sie foU gan; aUgemein bie jurd)t "or
Strafe auslöfen unb bierburd abfd)recenb wirfet.
<Ieid);eitig ent(ält fie ben <ebanfen ber \ergeltung
für eine \rafbare �anblung unb Me �Ibfid)t ber lefe•
rung besjenigen, ber be\raft wer�en mujte. 'e böber
bie toral einer iruppe \e(t, um fo geringere 2e�eu.
tung bat bie praftifde 2nwenbung "on Strafen für
bie rr;iebung. 2ber aud in bem be\en �eere wirb aur
bie tinrid)tung ber Strafgewalt niemals "er;id)tet
werben fönnen, weil bei ber 2rt ber menfdliden tatur
bit rr;ie(ung \ds irgenbwie ber !rwecung bes 2ngf.
triebes bebarf.
Ien Strafen \eben auf ber anberen Seite Me le
.
lo(nungen gegenüber, bie "on jeher eine groge loU
e in
ber folbatifd)en !r;iebung gefpielt baben. Sie "erfolgen
be
n 3n,ec, jreube unb Stol; auf eine Jei\un
g ober
2t•
waorung
eintreten jU lafen.
sierburd wirb bas Seibf�
bewugtf
ein
bes tnannes ge\(rft unb fein \erlangen
nad Wieberbolung einer guten Jei\ung geförbert. 2ei
�en 1amera�en \eit fie aber �urd �ie Wabrnelmung
b
er
2eiob
nung ber tadabmungstrieb ein mit bem
3iei, es
bem lusgejeidneten gieidnutun. <ft la&en bie
Ju\gefübie, bie fie an bie \or\elung ber 2eiobnung
für eine
Jeijung unb 2ew(lrung fnüpfen, infofern
eine rücwirfenbe 1raft, als fie er\ ben Wilen ;um
sanbeln beruorrufen. ler 'ert&e;ug ber fol�atifden
2elobnungen liegt nidt im materielen, fonbern im
:beelen. So gelören bierju bie \erieibung &efonberer
lb;eiden c;. 2. Sdiegaus;eidnungen), oie Übertragung
uon .übrer• unb \ertrauens\elungen, <ewaorung
uon Sonberurlaub unb beuorjugte 2eförberungen.
Wenn biefe aud mit einer materielen 2efer\elung
uerbunben ;u fein pfegen, fo liegt ilre eigentlide 2e*
beutung bod in ber 'atfade ber mit ber 2eförberung
uerbunbenen llus;eidnung. lie burd bie folbatifden
2elobnungen beruorgerufenen Wilensbe\rebungen
ba&en fomit ilre 'rie&fr(fte in ber fittliden 1efübls•
weit bes l  annes. lie er;ieberifde lnfprade ridtet
fie lier an bas !brgefübl, bas llnerfennungsbebürfnis,
ben !brgei; im guten Sinne fowie an bie �edtfdafen•
beit unb oas pjidtgefüll.
:m Kriege fpielen bie 1riegsorben als llnerfennung,
2elobnung unb llus;eidnung eine groge loUe. :bre
forgf(ltige uno geredte \erteilung i\ befonbers
wid
·
tig. len für oie !inreidung ber <roensuorfdl(ge ;u
.
\anoigen \orgefetten erwadj lier eine groge \erant.
wortung. <rbensuerleibungen,
oie uon ber 'ruppe als
ungeredt ober unuerbient empfunben werben, bewirfen
oas <egenteil bes mit ibnen erjrebten 3wecs: fie unter.
graben �as 'ertrauen ;u
�en 'orgefe�ten un� fdäbi·
gen �ie 3ienffreu�igfeit.
3ie bisber
genannten
'orfelungsgefUlIe
wen�en
fie im wefentliden an �as
Seelenleben �es Sol�aten.
nunmebr mUfen
wir uns �et 'orjelungsgefUblen jU•
wen�en, �ie ein Qrgebnis feiner 3enftätigfeit un� Qin·
fidt fin�. �ier if ton �er 'ebrmadter;iebung eine
bewu�te un� folgeridtige leeinjufung �er 'orfel·
Iungen �es tannes an;ufreben, um �a�urd feiner
'ifensbilbung bie gewUnfdte Qntwiclung un� lid
tung ;u geben.
3er Sdwerpunft �iefer Qr;ielungstätigfeit liegt
naturgemäß auf �em <ebiete �es fol�atifden Unter•
ridts. :n ibm mug �em Sol�aten eine f I a r e ' o r •
f ei I u n g t o n f e i n e n ' u f g a b e n u n � p fi i d •
t e n t e r m i t t ei t nH r � e n. �ier;u �ient �ie Unter.
weifung in �en "pjidten". :m Ralmen �iefes Unter•
ridts if auf �ie le�eutung unb �en Sinn aler 'ugen•
�en, tOn �enen �as Sol�atentum getragen wir�, ein;u.
geben. 3ie <efUble mUfen hier erregt werben �urd
bie <röge ber 'ufgabe un� �ie Qrlabenheit �es 3iels.
nur �ann wirb �er tnann tOn �er fol�atifden :�ee
innerlid gan; erfagt un� ;u ihrem Uber;eugten 'räger
wer�en. <Ieid;eitig mug �er gefamte geifige liJ.
�ungstorgang bes Solbaten fo gefaltet wer�en, bag er
.reube an feiner ;unelmen�en Qrfenntnis un� feinem
.ortfdreiten im 'ifen empfn�et, unb er ibm ba�urd
;um le�Urfnis wir�.
3ur <ruvve �er �urd �ie 'erfan�estätigfeit bes
tnannes bewirften 'orfelungsgefUhle gehört aud �as
' u t o d t ä t s g e f U b I , bas fid aus �er 'dtung unb
ber ' nerfennung �er perfon un� �en <eredtfamen ber
'o
rgefe(ten ergibt. 'n �em 'orgefe�ten liegt hier
felbf
bas meife, um biefes <efUlI in �em manne burd
s•
rid)tige lebanblung, lebensweife unt lönnen ;u \är·
fen
.
�as aus
ber finfidt
t0n feiner totwenbigfeit
gebor
ene
'utoritätsgefüll i\ eine ber tragenben Säu·
l
en b
cr tif;iplin
. tnit ibm
terbun�en i\ bie !brfurd
t
,
jU �er
bcr Sol�at ebenfals planmälig
er;ogen werben
mut
.
tnit !brfurdt i\ er nidt nur t0t �öber\elen•
ben ;u erfülen, fon�em aud tor ben tännern unb
'  aten ber gefdidtliden \ergangcnbeit fowie ben Sinn•
bil�ern, �ie bie <runbgebanfen t0n leid unb Welr·
madt "erförpern. 3u ihnen rednen �ie �obeitsab.
;eid)en, jabnen unb Stan�aden, aud gewife 3enf•
mäler, in benen bas \olf feine eigene Qröge, fein Wefen
o�er feine Sebnfüdte erlebt.
3ie Wirenstätigfeit bes Sol�aten ii aber nidt nur
burd unterridtsmäjige Unterweifung auf �ie ibeelen
Seiten feines .erufes ;u ridten, fon�ern aud auf bas
praftifde Können. 3ie �ruppe i\ nur friegsbrattd}bar,
wenn je�er ein;dne gewilt i\, feinen Körper für
bie
bien\Iiden lnforbcrungen ;u \äblen unb fie in �er
�an�labung �er Wafen un� bes Kriegsgerätes ;u ttr•
t0lfommnen. lIfo aud hier ii bas lusbiibungs;iel
t0n ber inneren finfidt bes Solbaten ablängig.
Um bies j
U
erreiden, i\ ein tebrfades notrenbig.
linmal m u 6 b e r g a n H 3 i e n f b e t d e b f o g e •
ba n b�a b t we r b e n , b a f b e r So l b a t m i t
I u f u n b I i c b e b a b c i i \
. 3amit erbebt fid bie
jrage ber 3ien\freu�igfeit ;u einer entfdeibenben er•
;ieberifden jorberung. 3u ihrer !rlaitung i\ es not.
wenbig, baf ber 3ien\ abwedflungsreid unb Iebrreid
ge\altet wir�. 3er Solbat muf iets �as Qefühl baben,
etwas teues bin;u;uiernen
ober
f
d
;u terbefem.
t
ölig feblerlaft i\ es, ;u glauben, baf man bie
3ien
\•
freubigfeit �urd eine
fdlafe �anbbabung ber '
us
.
bilbung leben fönne. :eber gefunbempfnben�e 9ol�at
wil fdarf, aber llOblwoUenb angefaßt wcr�en. �al)er
muß es fdarf unb fra
f im jienf ;ugeben
, aber bo
in
einer 'eife, bag ber Solbat nad feiner l ecnb
igung
mit innerlider l efriebigung
erfült if.
�er tnann muß fobann eine
g
a n ; f I a r e \ o r �
ie l l u n g �o n b c m Si n n u n b 3wcc jc b e s
' u s b i 1 b u n g s g e b i e t e s h a b c n. �er iel)rer,
ber bas weiß, wirb gan; anbere !rfolge haben als einer,
bcr fie nur auf bas tncdanifde bei bem 2ilbungsuor�
gang fü(t. 'us ber frfenntnis uon ben jortfdritten
in ben ted)nifd)en Seiten feines l  erufes wädf bie
jrcube bes Solbaten an ber Sad)e unb bas l;efreben,
es immer befer ;u maden. 3ie Wecung bes Selbf�
gefübls unb eines gefunben fbrgei;es foric 2hterfen�
nung unb l  elofmungen in <efalt uon f[einen bien("
liden \orteilen finb hier für bie 'ebrmadter;ielung
bie tittel, um burd lufbetonte \orfeUungen bem
fampftednifden 'olen bie böd)lcn 'lntriebe ;u geben.
3a ber folbatifdc lilbungsuorgang bcn gan;en
tenfden umfafen unb ale feine lträfte, bie für bie
folbatifde 'iUensbiibung in l  ctradt fommen, för·
bcrn mug, gebört aud) bie frregung aler <efülIs.
momcnte, bic mit bem förperliden l  efnben ;ufammcn•
fängen, in ben l ereid ber 'ebrmadter;iebung. 3er
Wile bes tenfden i( in !)obem Wafe """ feinem
förperliden 3ufanb abhängig. \on biefem 1efidts.
punft aus erbalten ale j ü r f o r g e m a 6 n a h m e n
für fräbrung, lefleibung unb Unterbringung eine
befonbere bi!bnerifde l ebeutung.
:n einem lriegc, ber uo1t bem gefamten \olfe ge�
fülrt wirb, biirfen fie bie .ürforgemaßnabme
n aber
nidt nur duf bic perfon bes Solbaten befdränfen,
fonbern müfen aud feine jamilie mit umfafe
n.
3e
r
Solbat an ber . iront tut um fo leidter unb lieber feine
P
f
idt, j
e gefiderter er feine 'ngehörigen in ber �ei·
m"t weig. las lritte 1eid b"t b"s fl"r erf"nnt. lurd
aefeg ij bie Unterjügung ber j"milien, beren rr�
n�frer ;um Webrbienj einberufen finb, in
grog;ügiger
Weife geregelt. lei ber 2emefung bes j"milienunter�
b
"Ites
werben bie bisherigen iebensverfäitnife unb
bas im jdeben be;ogene finfommen ber 2ngebörigen
ber
Wefrm"dt berücfidtigt. l"burd wirb bie jort•
fübrung
bes �"usb"Ites ermöglidt, wobei natürlid
gewife burd ben 1rieg gebotene finfdr�nfungen in
1"uf genommen werben müfen. fin weiterer 'orteii
für ben Webrm"dt"ngebörigen bejebt nod b"rin, b"6
er "n Steie ber j"milienunterjütung bie 1riegsbefol•
bung wäfIen b"rf, wenn fie böber ij "[s bie j"milicn•
unterjütung.
ler Solb"tener;iefer b"rf nidt ttrf�umen, "uf
biefe "us n"tion"Ifo;i"Hjifdem aeij geborene jür·
forge bes 1eides für feine Solb"ten unter frl�uterung
ber fin;dfeiten bes aefeges mit t"dbruc bin;u.
weifen.
:m �inbfic "uf bie frreidung ber 1riegsfertigfeit
beb"rf "ud nod bie 2bbärtung bes 1örpers gegen �ige
unb 1ärte, bas frtr"gen ton �unger unb lurj befon•
berer frwäbnung. 2ufg"be ber fr;iebung ij es hier
,
in bem So[b"ten burd 2dehrung, 2eifpid unb über•
;eugung bi
e
fttliden 1räfte ;ur überwinbung ber ton
feinen 3uf"nbsbebingungen "usgefcnben Uniufgefühie
frei ;u m"den.
lie Wefrm"dter;iebung mug fid
b"rüber fl"r fein,
b"g es nidt nur b"r"uf "nfommt, burd mittdb"re unb
unmittelb"re 2ednfufung bes aemüts[ebens eine ein•
maiige Wiiensfanblung bes Solbaten ;u er;eugen, fon.
bern, b"g es "ud notwenbig ij, feinem WoUen St�rfe,
l"uer unb Selbj�ntigfeit ;u verleihen. lie St�rfe if
38
abhängig ton ber Qrö�e bes innerlid erlebten Uert.
gefüfls, bas auc bie 3auer ma�gebenb beeinju�t.
'Uerbings mug hier nod bie Qewohnheit unb Wieber•
hoiung ergän3enb bin3utreten. 3ie 9dbjänbigfeit ber
UiUensbilbung bagegen ij eine jolgeerfdeinung ber
mitwirfenben \erjanbestätigfeit.
�ie lr;ielung bes \ruppenterbanbes
:m erjen lbfdnitt biefes 2uces ij bereits barauf
bingetviefen worben, bag \egenjanb ber folbatifcen
�r3iebung nict nur ber ein;dne 9oibat, fonbern aud
ber �ruppenterbanb ij. 3a bis je�t nur bie �r3iefung
bes ein3elnen bebanbelt worben ij, mUfen wir uns nun•
melr ber \erbanbser3iel)ung 3uwenben.
:bre \runblage bleibt jets bie �r3iebung bes ein·
3elnen lngeförigen ber �ruppengemeinfdaft. :j biefe
nad ridtigen Qrunbfä�en erfolgt, fo bebarf es 3ur jör·
berung unb \ertiefung bes Qemeinfcaftsbewugtfeins
nur nod einiger ergän3enber ma�nabmen, bie auf bie
befonberen 2ebürfnife ber militärifden \emeinfdafts.
fede abgejimmt fin· b. � s f o m m t b a r a u f a n
,
i n
b e r 'r u p p e e i n e 2e wu � t f e i n s l a g e 3 U e r·
3 e u g e n , b i e u n t e r bem tame n lo r p s g e i j
3 u " e r i e b e n i j. 3er lorpsgeii grünbet fie auf
ber flaren \orfeUung tOn bem 3wec unb ben luf•
gaben bes \erbanbes. fr ofenbart fie als bie über.
· 3eugung bes 9olbaten, ba� fein �ruppenteil ber beje
ber Uelt if. 'us bem Stol3, ibm angehören 3U bürfen,
ergibt fie bas Streben, fie fets mit gan3er Kraft für
b'ie frbaitung feines lnfebens unb feiner fbre ein;u.
fe�en. 1orpsgeif if nidt benfbar ohne ein ausgep
räg
·
tes
\efübl ber lamerabfcaft, bas bie lngebörigen
ber•
felben jormation miteinanber
terbinbet
unb fürein·

nber eintreten läß
t. Qr fenn;eidnet fid alfo als bas
t
in(el
)en ber Qefamtl
eit für
ben ein;dnen.
las in
bem lorpsgei( fie ausbrücenbe Qemein­
f
daftsbe
wu6tfein i( e i n e f i t t i i d e 1 r a f t , �ic
bie innere unb äugere �altung einer iruppe fowic
ihren friegerifden Wert ma6gebenb beeinjugt. !r
fda
ft in ber Seele bes ein;elnen bie gei(igen '!bwebr�
(ofe gegen 3erfeiungsbe(rebungen aler 1!rt unb
lemmt im Kampfe ben Selbterbaltungstrieb aus
jurdt, bem 1ruppenteil Sdanbe ;u maden.
:eber 1ruppenfübrer mug baber plan"oi ale er·
;ieberifden töglidfeiten ;ur lilöung bes Korps.
geifes in feinem 'erbanbe ausnuten. tr;ieberifd ge�
feben banbelt es fie um bie l; ilbung eines lafen·
wilens ;ur 'erwirflidung ber ibeelen Werte unb ber
praftifden '!ufgaben, benen bie iruppe bient. '!I·
gemeine 'orausfeiung für bie ifntwicfung bes lorps
gei(es i(, ba6 ber t1ann fid in feinem 'erbanbe robl·
fühlt, in ilm feine ;weite �eimat erblict. !rreidt
wirb bas burd eine wolIwolenbe unb geredte lelanb·
lung burd 'orgefeite unb 1ameraben.lUeinlide Sd)i�
fanen, ewiges �erumnörgdn, fnnlofes 0efdimpfe, un•
nötige lrfdwerung bes .ebens maden bas Solbatfein
;ur �uai unb lafen in bem tnanne bas Qefübl bes
Wiberwilens gegen feinen 1ruppenteil ent(eben.
Q
benfowenig wie burd biefes 'erfabren wirb burd
entgegengefeite magnalmen wahrer lorpsgei{ grog.
ge;ogen. Obertriebene unb unangebradte milbe, fdIafc
�anbbabung ber l
if;iplin unb geringe .ei(ungsforbe·
rung mad)elt ben Solbaten nur "erröbnt, empinbli
d
,
ungeborfam unb fdtlunglos. \ otwenbig finb immer
flare unb fe(e 3ügelfübrung unb ein fdarfes lurc
greifen bei 'er(ö6en gegen bie Unterorbnung ober bei
�utage tretenben mängeln bes guten Wilens.
40
"efent für ben 1orpsgei\ i\ b i e t r tv e c u n g
b e s
9 t o I ; e s a u f t i e e i g e n e I e i { u n g , tie
burc bas lewu�tfein bes lönnens entiebt. jreilid
barf man nidt tauernb �öd{leiiungen verlangen. �ine
fr;ielung, bie biefen ,jebler begelt, jumpft ab, über<
an{rengt tie !eute unt fdäbigt ben <ei{. Jie lunj
ber tr;ielung ii es,
;wifden �ö{lei{ungen unb
einem nadlafen ber lnforberungen bie ridtige t1ittc
;u balten.
"on gro�er �ebeutung für bie Wecung unb �rbal�
tung tcs lorpsgeifes if bie " er m i t t I u n g
fla r e r \o rfe l l u n g e n v o n b em Si n n u n b
b e n < r u n b 1 a g e n b e s 9 o I b a t e n t u m s. :e
mebr bie truppc wei�, was fie barfelt, tvdde 2fuf.
gaben fie ;u erfülen lat, unb was bas "olf von ilr
erwartet, um fo mebr fie�t bas Jenfen, Wolen unb
�antcln ber ein;dnen ;u einer grouen <emeinfamfeit
;ufammen. !s ent{ebt ein ausgefprodenes "Wir.
gefübl". Jamit erbält ber Unterridt über bie fo!ba·
tifden Ptidten benn aud für ben lorpsgeif eine be.
fonbere Widtigfeit.
Jas wirffamfe mittel für bie tntwiclung bet•
lorpsgei{es i{ b i e 9 d a f f u n g " o n < t m d n •
f d a f t s e r I e b n i f f e n , b. b. folden l egebenbeiten,
unter beren 2luswirfung bie truppe bie t1erfmalc
einer vfrdologifden tinleit annimmt. :m labmen
bes Jienfes gelört l)ier;u bereits bas tyer;ieren im
\erbanbe, bei bem bie truppe ein <efübl ibrer eigenen
'udt unb Stärfe in "erbinbung mit einer erbölten
\orfelung von ter lutorität bes jübrers erbält.
lbenfo verhält es fid bei fportliden Wettfämpfen, bie
i
nnerbalb ber �ruppe ausgefod
ten werben,
ober bei
\ergleidsf die�en. 3ufammengef dweilt wirb bie truppe
aud burd bas Oberfeben gereinfamer '!nfrengungen
4.1
unb <efabrcn. Jettere fommen im jrieben für eine
gefdlofene �ruppe faum in 2etradt, fonbern nur für
ein3elne Jeute bei gewifen fportliden 2etätigungen
,
rie
�odg
ebirgstouren, jliegen
,
1raftfabrfport unb
3
·
�.
beim Waferfport unb
leitfport. ler :rieg ba•
gege
n if
bas <ebiet, in bem
bie bauernbe Jcbensgefab�
bie 'Cngelödgen einer �ruppe 3U einem :örper ton
einleitlidem jüblen unb lenfen jufammenfügt. lie
gewaltigjen 'ntriebe erhält ber 1orpsgeij nad einer
geglücten grogen Wafentat. Sie wirb gleidbebeutenb
mit bem 1ubm unb ber flre bes �ruppenteiis unb übt
ibre erbebenbe unb :ufammenbaltenbe Wirfung aud
auf fpätere (efdledter aus.
'Cuger 3ienf fönnen im jrieben manderlei töglid•
-eiten für bie fntwiclung bes .orpsgeifes ausgenutt
werben*). �ier3u rednen fdon \orträge ober ber 2e•
fud ton jiimen ober �beatertorfeUungen, in benen bie
terbinbenbe folbatifde :bee 3um tnittelpunft bes (e•
meinfamfeitserlebnifes wirb. 'Cufgabe ber Welrmadt•
er3iebung ij es, nad geeigneten Werfen unb Stofen
jUr erjielerifden nutniegung Umfdau jU {alten.
Sebr förberlid für bas (emeinfdaftsbewuftfein
inb aud 2Cusjüge, befonbers folde ton melrtägiger
lauer, bei benen Pfeg
e
bes 1amerabfdaftsgebanfens
in ben \orbergrunb gefeUt wirb. jreilid müf en f oide
'Cusjüge ton bem eqiebenben \orgefetten nad 3eitein·
teilung unb Stofprogramm woblburdbadt fein. Wirb
burdJangcweile, falfde tnafnabmen ober unerwünfdte
'blenfungen bcr (emeinfdaftsgebanfe gefdwädt, fo
if
bamit ber 3wec bcs Unternehmens terfeblt.
lie fr3icbung 3um (emeinfdaftsfinn bat unter bem
namcn jreijeitgefaltung eine neue ,cbcutung g
e
.
*) Ober bie Sdafung \On bienjUiden �emeinfdaftterleb­
nifen f. bieren 1brdnitt Seite H·z u. f.
wonnen
. !er (eutige Weormadter;ieoer barf an biefem
probiem nidt
adtlo
s "orübergeoen ober bie
jrage
mit ber :emerfung abtun, früoer b"tte es aud feine
j
reijeitgeialtung gegeben, unb ber Solbat fei
fro
(
,
wenn er nad bem !ieni in lule ge!afen werbe.
!ie
jrei;eitgeialtung liegt in ben 2ebürfnifen unferes
3eitalters, bas burd bünbifden 3ufammenfdlut ber
m"nner, teilweife fogar aud ber jrauen, gefenn;eidnet
ii. Sie im 'ruppenleben ridtig ;u lanboaben, ii eine
1unj. tidts w"re fellerbafter, als ben tann in feiner
jrei;eit ungebüorlid ;u belajen. !r foU unb mut feine
lube oaben unb 3eit genug für feine perfönliden ln.
gclegenoeiten fnben.
jür bie jrei;eitgejaltung fommen abenblide, famc•
rabfdaftlide 3ufammenfünfte ber 1ompanie ufw. in
2etract, bie ein• Ober (ödjens jWeima( im tonat jU
"eranjalten finb. Sie müfen fo genalten fein, bat burc
Spiel, <efang unb Portr"ge aUgemeine �eiterfeit unb
jreube ausgclöj werben. 3u beactcn ij, bat bie gei.
{ige unb gefcmaclice !inie nict oerabfnft, fonbern
burc bie l(rt ber Porträge unb Porfübrungen "icl·
melr immer wieber ein oölerer <ebanfe ;um !urd·
brud fommt. !r barf aUerbings nidt aufbringlid an·
gepriefen werben, etwa als erbaulide taonung ober
Sittenprebigt, fonbern muf auf bas <emütsleben bes
Solbaten "on felb{ wirfen. !ein 3eiden bafür, ob bie
famcrabfdaftliden 3ufammenfünftc ilrcn 3wcc er.
fülen, ij es, wenn 1ompanicangclörige fie aus jrcubc
an ber Sade ol)ne bienj1Hccn 3wang bcmübcn, an iorer
'(usgcjaltung mit;uwirfcn. !as gefdieot nict nur
burd) Portr"ge ein;elner, fonbern aud burc <rünbung
tOU �ausfapeUen
,
<efang"erci
n
e
n
, �urnabteilun
gen
unb
bergleicen, bie fie burd) freiwiliges üben
auf bic
1amerabfdaftsabenbe "orbereiten.
itamerabfdaftlid
c
3ufammenfünfte an fie fnb im
�eer nidts teues. 'ud in früberen 3eiten bat es
Komp
aniefeie
unb 2ierabenbe,
;
. z. nad guten 2e�
fidtig
ungen
, gegeben . . ettere bradten
"or alem ln�
erfe
nnung
unb lelobnung ;um lUsbruc. <eänbert bat
fd) in ber :ett;eit ber er;ieberifde ae�anfe. !r ij
bewuuter geworben unb järfer auf bie fntwidlung bes
lorpsgeiies ausgeridtet.
lie jrei;eitgejaltung fat fd i m j e ( i g e n
1\ r i e g e ;u einem befonbers widtigen problem ent#
wieelt, tltii bie fur;en, heftigen lampfabfdnitte burd
fange �ube3eiten abgelö\ werben. 3ie frfafrung lebrt,
bag eine er;wungene längere Untätigfeit Ieid}t <e6
fahren für bie Stimmung unb moral ber 'ruppe mit
fd bringen fann, wenn ibr geijig nidt genug geboten,
unb bie jrei;eit nidt mit finn"olem :nfalt erfült
wirb. 3as baben bie mafgebenben lienjjelen bes
0berfommanbos bcr Webrmadt fowie ber 'ebrmad�
teile früb;eitig erfannt. :n einer wabrbaft umfafen6
ben 'eife werben bie jüfrer ber !finfeiten mit luf6
flärungs. unb Unterridtsmaterial für bie geijige le.
treuung ibrer männer "erfeben (;
. 2. burd "�orijer­
fdriften" bes 01".). lie <rganifation "Kraft burd
jreube" fat fie in grogjügiger Weife in ben lienj
ber Webrmadt gejelt. !urd lorträge, 'orjelungen
unb larbietungen aler l!rt bringt fie lbwedflung in
bas !eben bes Sol baten. lamit aber nidt genug 1 lus
ber !rfenntnis beraus, ba6 ber Solbat innerlid nur
befriebigt wirb, wenn er Qelcgenbeit fat, fid in feiner
bicnjfreien 3eit mit ben jragen feines 2erufes ;u
befdäftigen, bat baß 0berfom
manbo ber 'ebrmadt
.,Solbatenbriefe ;ur Jerufsförbe
rung" herausgegeben.
ts banbelt fid bierbei um jcrnlebrbriefe, bie fe in
4 <runMchrgänge gliebern, unb ;war in einen faufmä
n
·
44
nifden, einen lanbtlerfliden unb tednifd)en, einen
Ianbrirtfdaftliden unb einen
aUgemein bilbenben
Jebr·
g
ang. lie Solbatenbriefe foUen bem dn;einen nidt
nur
beruflides jadwifen termitteln, fonber ihn aud
über
bie jortfdritte unb fntwiclung ber 'lrbeitsterfalren
f
eines lerufes wäbrenb bes Krieges unterridten.
ler Kompaniefübrer if bafür terantrortlid, bau
ber gro6e Qebanfe, ber in biefen Solbatenbriefen liegt,
Iebenbige Wirflid)feit wirb. fr mu6 freiwilige 'lc·
beitsgemeinfdaften für bie ttrfd)iebenen 0runblebr·
gänge einridten unb tOr aUem bie ridtigen utänner
als leiter biefer 1lrbeitsgemeinfdaften befimmen. 3ur
lurdfübrung ber 'lrbeitsgemeinfdaften wirb oft eine
berufsmä6ige 3ufammenlegung ber ttannfdaften in
ben Unterfünften notwenbig fein.
3ur Wecung bes Korpsgeifes b i e n e n f d I i e 6•
1 i d ä u 6 e r e m i t t e I , wie tummern ober 2&
;eiden ber 'ruppenteile. :n ihnen terförpert fie bie
�rabition, fe finb \erpfidtung unb 1lufga&e. Sie
fpielen bie None tOn Sinnbilbern für gerneinfame
:been unb 'erantwortlidfeiten. larin liegt ibre tie•
fere lebeutung unb ;ugleid bie frflärung für ben tOn
jeler ;u beobad)tenben 3rang ber �ruppenteile nad
3uweifung tOn befonberen äu6eren 1lus;eidnungen, in
benen fie ibre fbre ttrförpert feben. lie Solbaten•
er;iebung mug fie bewu6t bleiben, baß bie folbatifce
Qemeinfamfeitsfeele, wie jebe anbere Uafenfeele aud,
nad fonfreten lingen, wie Symbolen, perfonen ober
finridtungen ttrlangt, um ibr 0laubensbebürfnis ;u
befriebigen. 'lus biefem 0runb erwädf bem fr;ieler
bie pfidt, feinen Jeuten ane berartigen perfonen unb
!inge burd 'ufflärung über ibre lebeutung,
ibren
Sinn unb ihre le;ielungen
;um 'ruppenterbanb ;u
einem
Werterlebnis ;u mad)tn.
4S

!er tleoretifde �eil
ber folbatifden fr;ielung
�er 0ff;ier als tr;iefer unb lefrer")
Wäbrenb im lriege bie �auptaufgabe bes <f�·
;iers in ber jübrung ber �ruppe liegt, be{elt fie im
jrieben i n b e r f r ; i e b u n g bes Solbaten. �ie
figentümlidfeit ber rr;iebertätigfeit bes <ff;iers
fenn3eidnet fid einmal batmrd, taß fit fid nidt aüf
ein;dne bien{lide tanblungen befdränft, fonbern fein
gan;es bien{lides unb außerbien{lides terbalten unter
bem <efet ber er;ieberifden lluswirfung {ebt. lluf
ber anberen Seite ridtd fid feine lr;ielungsaufgabe,
wie wir wifen, nidt nur an bas Solbatifde feiner
3öglinge, fonbern barüber binaus an ben gefamten men•
fden. �er fr;iebungs'organg umfaßt bamit bas 3u·
fammenwirfen ;weier (an;Ieitsanfprüde.
tieraus folgt, baß ber <ff;ier als !r;ieber auger·
orbentlide 'erpjidtungen übernehmen unb mag.
nalmen befonberer lrt trefen mu6. <leid;eitig wirb
aber aud beutlid, baß bie !infdaltung feiner gan;en
perfönlidfeit in feine lr;iebungsaufgabe unb bas Iobe
!r;iebungs;id an ibn llnforberungen an Wifen unb
lönnen, Selb{überwinbung, Sdb{;udt unb <pfer•
bereitfdaft {eUen, wie fie in äbnlider Weife faum mit
einem anberen !r;iebungsfr{em 'erbunben finb.
�ie torausfetung für jeben cr;ieberifden !rfolg i{
eine ausreidenbe päbagogifde teraniagung. Sie i{ ein
ange
borenes <ut unb fann bei v
ö
l
igem jelIen nidt
• . *) �as lier für ben 0f);ier \efagte gilt entfpredmb aud
rür ble anberen torgefetten.
·1 �Ittldter, Sqlelung
49
aus 2üdern gelernt werben. 'öiig falfd if es aber,
baraus
;u fdlie
j
en, ba� bie
2efdäftigung mit ben
jrage
n ber
fr;iebungslebre ;wecios fd. 3as <egen•
teil ij ridtig
.
2ud ber am befen er;ieberifd �er•
anlagte menfd fann burd fie lernen, inbem er feinen
naturgegebenen treffideren :njinft erfenntnismä�ig
unterbaut. jür ben nur mittelmäiig 'eranlagten tun
fie
gan; neue 3ufammenbänge unb finfidten auf, bie
ibm 2nlaltspunfte für fein er;ieberifdes �anbeln
geben unb iln "or �ielen jeblgrifen bewabren. jür
ben <fp;ier i\ baber bie 2efdäftigung mit ber fr•
;iebungslebre eine unabweisbare tottvenbigfeit. Wü
n•
fdenswert wäre es, wenn bier eine wifenfdaftlide
2nieitung bereits �or ber 2eförberung ;um <fp;ier
(attfänbe.
3ie fr;ielertätigfeit bes <fp;iers pnbet ibren
Scwerpunft i n b e r f i n w i r f u n g a u f � e r ;
u n b < e m ü t f e i n e r J e u t e. 3a ber Solbat bie
fittriden Pfidten unb 2ufgaben bes Solbatenturs nur
bann als �erbinblid für fie anerfennen wirb, wenn fie
ibm ;u einem gefülIsbebingten Werterlebnis geworben
finb, mu) ber <ff;ier mit ben <efet en bes Seelen­
lebens bes menfden �ertraut fein. �ier;u mui er in
ber Pfrdologie 2efdeib wifen. fs fann fie bei biefem
Qebiet natürlid nidt um bas Stubium aier fin;el·
beiten ober um wifenfdaftlide '!nalyfen banbeln,
fonbern nur um bie 2neignung "on jorfdungsergeb·
nifen, foweit fie für bie Welt bes Solbaten �on le.
beutung finb unb ben praftifden lebürfnifen ent•
fprecen. 2ud Jier i{ eine Unterweifung nac einbei
t

Iicen 1idtlinien notwenbig, um ben <fp;ier in ber
Seelenfenntnis unb Seelenbeeinfufung ;u fdulen.
man mui fie barüber fiar fein, ba) nur ein
lructeii
�on menfden ein fo ausgeprägtes feelifdes
jeingef
üb
l
bat,
um gan; auf eine wifenfdaftiid gegrünte
te
vfrdo

Iogifde '!nleitung 'er;idten ;u fönnen. lbenf
o i
f
;u
betenfen, ta6 ter tannfd)aftserfat mit be
r fo
rt

fdreitenten :ntujrialifierung, \erjäbterung
unt
gei
.
(igen <ewectleit immer anfprudsloUer binfidtlid
ter lebanblung unt tes \erfäntnifes für tas eigene
:d) wirb. �ie fie bieraus ergebenten ;unebmenten
vfrdologifden Sdwierigfeiten werben nod lermebrt
burd bie erlölten '!nforberungen, tie ber heutige 1deg
an bie terlenfraft bes Solbaten (eUt. �ie '!ufredt•
erbaltung tes 1ampfwinens i(, wie ber Weitfrieg ein·
beutig ;eigt, in böd)jem <rabe \On ber pfydologifd
ridtigen �altung ber jiibrer ablängig.
:n ben im 2!bfdnitt "�ie <runblagen" umfdriebenen
Wirfungsfreifen ter Webrmadter;iebung tritt uns bie
jüUe bes Wifensfotes entgegen, ben ber 0ff;ier be·
berrfden mu6. teben feinem eigentiiden jadgebiet, in
bem bie tednifd bebingte bauernbe Xeränberung ber
\erlältnife ein au6erorbentlides tna6 \On geijiger
Spannfraft unb 'ufnabmefäbigfeit \erlangt, foU ber
0ffier nod ein 1iinber ber fittliden Werte feines le.
rufes fein. �ier;u i( er nur befäbigt, wenn er fie mit
ben fdwierigen ab(raften problernen ber foltatifden
nP
f
idten" auseinanbergefett bat. �a;u tritt bie
/ebre von Staat; Wirtfdaft; Krieg unh politif. :n
laterlänbifder <efdidte foU er unterridten, bie
<runbfäte ber Staatsbürgerfunbe belerrfden unb bie
großen jragen ber <egenwart feinen Sdülern ;um
\er(änbnis bringen. '!uf aUe an iln berantretenben
jrage
n beruflider unb weltanfdaulider 2!rt muß er
lebe unb 2!ntwort (eben . fönnen. jürwalr eine
f
d
winbderregenbe tenge lon 2!ufgaben, beten nur ein
wif
enfdaftlid umfafenb gebilbeter tann
geredt
werben fann. päbagogifd ergibt fie baraus für ben
,.
0ff;ie
r bie
jorberung nad einer toHenbeten 1!Ugemein·
bilbung
. Jb
re 'lneignung i�
nur auf bem Wege ber
6elbjbilfe möglid.
3
a
fie bie mannfdaften aus anen .erufsfreifen
unb
2etölferungsfdidten
ergän;en, i� es erforberlid,
ba
f fie ber 0ff;ier e i n e w e i t g e b e n b e li e n n t •
n i s b e r le b e n s b e b i n g u n g e n t e r f d) a fj
t ,
unter benen feine 3öglinge gelebt baben. ir wirb t0t
lier aus ben SclütTd ;um 'erjänbnis für bie feelifde
lage ber ein;dnen \ruppen, ibre wirtfdaftliden 2e­
bürfnife unb ibre fo;ialen 'or�enungen fnben. 3er
0ff3ier muß bemnad feine leute ton ibrer l  erufs•
arbeit ber ter,1eben lernen. Um felb� einen :egrif
wn biefer ;u erlalten, barf er fid) nidt ton ber 'lu6en•
weit abfd)lieten, fonbern mu6 ane 0elegenbeiten au&
nuten, um bie 'rbeitsbebingungen in :nbujrie unb
lanbwirtfdaft, �anbei unb 2ergbau burd perfönliden
'lugenfdein fennen;ulernen. 3iefer praftifd)e 1n·
fdauungsunterrid)t i� bas be�e mittel, um bie fo;ialtn
'erlältnife beurteilen unb bei ber ir;ielungstätigfeit
auswerten ;u fönnen. 0bne tiefes 'er�änbnis für bie
fo;ialen jragen ber 3eit ij beut;utage ber 0ff;ier als
fr;ieber nid)t mebr tor�eßbar.
3as Solbatentur grünbet fid auf e i n v e r f ö n ,
lid}e s 'r e u t e r b ä l t n i s ;ndf d e n 0 f f i·
; i e r u n b tn a n n. 'Lufgabe ber ir;ielung ij es, bie
gefühlsmäßigen lebingungen hierfür ;u fd)afen. 3it•
fes perfönlid)e �reuterhältnis i� entfdeibenb für ben
gefamten ir;iehungserfoig,
e
s brüdt ber gan;en folba·
tifd)en ir;iebungs. unb jülrungstätigfeit ben eigen•
tümliden Stempel auf. �ier liegen bie gewaltigen
moralifden Kräfte bes
Qr;iehungsf
ri
ems,
aber ;u.
gleid) aud bie gro6en Sdwierigfeiten für benjenige
'orgefetten, ber es nid)t ter�elt, bie Seelenfräfte, bie
bie <efolgfcaft innerlid an ben jülrer binben, wirf?
�m jU maden. !ie feelifden �riebfräfte beife
n
\
er•
trauen, ldtung unb iiebe. lIe biefe <efübls
werte
fönnen weber befo�len nod erjwungen, fonbern nur
erworben werben.
'orausfefung bierfür i\ bas \orbanbenfein be,
\immter !igenfdaften unb <aben <es <ffjiers. Sinb
fe ibm 'On natur aus nur un'olfommen 'Crlieben,
fo bat er fein 2e\reben barauf jU ridtcn, fie bewuft
unb planmäfig jU entwiceln. !ies 'erlangt 'On ibm
ein lobes tat 'On Sdb\erfenntnis unb, 'On biefer
ausgebenb, eine unauflörlide Selb(er;ielung.
Unter ben tigenfdaften, bie ber <ff;icr 3ur ir•
werbung 'On ldtung, \ertrauen unb iiebe befifen
muf, i\ ;unäd\ bic �eitcrfeit bes Qemütes ;u nennen,
bie fie aus innerer lusgeglidenbeit unb �er;enswärme
ergibt. fin griesgrämigcr 'orgefefter wirft erfältenb
auf feine Umgebung, ein unbeberrfdt jäl;orniger
fdüdtert ein, ein launifder 'erbreitet Unfiderbeit
,
übertriebene �ärte \umpft ab. !ie �eiterfeit aber
ergieft fie wie ein warmer Strom in bie �er;en ber
Untergebenen unb öfnet ihre Seelen. !in 'On tatur
aus trübfinnig 'eranlagter \orgefetter bat fie bem•
nad aus er;ieberifden <rünben im :ahmen feines
bien\liden Wirfungsfreifes ;u ber notwenbigen �eiter•
feit 3u ;wingen.
�bnlid 'er�ält es fie mit ber algemeinen temve•
ramentsanlage. !er folbatifde !ien( 'erlangt jrifde,
lebenbigfeit, "2etrieb". fangeweile i\ <ift für ben
inneren Sdwung ber �rupve, fie tötet bie !ienf•
f
rubigfeit unb untergräbt bie 3uneigung ;um jülrer.
!er
<ff;ier barf fie baler feine ;u große 3urüc·
baltung auferlegen, fonbern muf temperament'oU aus
ft herausgeben. Steifheit unb langweilig rirfenbe
übergroge 2bgemefenbeit finb läupg nur bie .olge•
erfdeinungen einer grogen inneren Sdüdternbeit, eine
Sdw
äde,
bie burd Selbjer�iebung
unb enges 3u•
famme
nleben
mit ber
\ruppe überwunben werben mug.
\on gerabe�u entfdeibenber l ebeutung für bas
innere \erbältnis bes
Solbaten �u feinem .übrer i 1
b e f f e n 1 b a r a f t e r. frfennt er ilm als untabelig,
fo ij er �u innerer Qefolgjdaft gern bereit. 3er Solbat
pjegt einfad unb fur� �u fragen, ob fein torgefeJter
ein "feiner mann" ij ober nidt . .ält Me 2ntwort
bejabenb aus, fo ij bies bas (ödje !ob für tefen
ll)arafter. totwenoig für ben UorgefeJten ij eine
gro6e Seele, bie ales verjebt unb tas Qefübl ter
!brfurdt erwect. ler Untergebene mug fie neben
feinen \orgefeJten als menfd gan� flein vorfommen
unb von innerem 3rang erfült fein, ibm, wenn aud
wegen bes großen Unterfdieoes nidt gleid;ufommen,
fo ood renigjens ä(nfid �u werben. mit einer großen
Seele unvereinbar ij 1leiniidfeit, tadtragen ober
gar verwerflide Sdifane.
fine grofe Seele ficht. ale 3inge vom bödjen
Stanopunft an unb pnoet in alen .ragen jets oie vor•
nebmje !öfung. Sie äufert fie als eine natürlide
überlegenbeit ber perfönfidfeit in ben 3ingen bes
\afts unb bes Urteils. !in menfd mit einer grofen
Seele bat es nidt nötig, oen �errenjanbpunft (ervor•
;ufebren, weil er innerlid ein wirflider �err ij. fr
arbeitet niemals unfadIid nad egoijifden Qefidts.
punften, alfo etwa für torgefeJte uno l efidtigungen,
fonbern ij jets von bem (eiligen Qefübl bes 3ienjes
an ber Sade um i(rer felbj wiien erfült. fr fann
nidt anbers als ein guter menfd fein.
Se e l e n g r ö ß e i j b i e
Q r u n b l a g e für b ie
i n n e r e 2tu t o r i t ä t b e s to r g e f e
t
t e
n, a
u
f
b e r wa h r e s j ü h r e r t u m b e r u h t. iin
fo
be­
grün�etes jührertum rann Unerlörtes an lnjrengun•
gen, intbehrungen un� !ei�en forbern, es barf
gewit
fein, ba� ber Solbat bie aefamtheit feiner Kräfte
bis
;um !eJ ten hingeben wirb. !ine ton fedifder arö6e
getragene ir;iehun
g
wenbet fie an bi� guten Seiten
bes �larafters ber 3öglinge unb jimmt bas gan;e
Syjem auf einen hoben �on ab. Sie ij fie bewu�t,
bat bei ber menfdIiden natur :ücfdläge unb int·
täufdungen niemals ausbleiben. tator fdrect fie aber
nidt ;urüc unb madt nidt bie jurdt tor i'olden
:ücfdlagsmögridfeiten ;um tatfab ihrer ta6•
nal)men unb lnorbnungen. Wo es notwenbig wirb,
greift fie in jebem !in;dfale fdarf burd, ol)ne jebod
ben <efamt;ufdnitt bes Sriems leiben ;u lafen.
ter <ff;ier, ber feine ir;iebung unter folce !eit•
gebanfen jelt, wei�, ba� ale theoretifce �harafter•
biibung un;ureidenb ij, wenn bem 3ögiing nict <e•
legenl)eit gegeben ij, fie praftifd ;u bewähren. liefe
irfenntnis lehnt eine übertriebene .etormunbung unb
fleiniice überwacung bes Solbaten ab. Sie fcaft
bewuft tnöglidfeiten, man fann faf fagen, in ge.
wifer Weife fogar \erfucungen, �ie beweifen folen,
ob bem Solbaten bie Kraft ;ur .ewährung innewohnt
ober nidt. �ier;u rednet arot;ügigfeit in ber Ur·
laubserteiiung, jrei;ügigfeit in alen perfönliden ln•
gelegenheiten bes mannes, Übertragung ton \erant•
wortung un� ton tienjterridtung, Me fdbjänbig
unter :eibungen aler lrt ausgefülrt werben müfen.
Wenn ber Solbat wei6, bap ber <ff;ier auf feine 3U•
terläffigfeit unb pfidttreue fei baut, fo wirb er be·
müht fein, biefes tertrauen burd fein \erhalten ;u
rect
fertigen. !ie Kunj
ber ir;iehung if es, ben Sol•
baten balin ;u bringen, ba6 er bas innere .ebürfnis
emp1n�et,
�em '
orgefe
t
ten
,ewun�erung als tabd .
Iofer
menfd
un� frammer
9ol�at ab;unötigen.
3er <fp;ier als ir;ieber m u ß b e w u ß t � a n a d
f r e
b e n
, i n � e m U r t e i l fe i n e r U n t e r�
g e b e n e n f o b
o d w i e m ö g I i d) ; u 1 e b e n.
3iefe
totwen�igfeit if ein
wirffamcs mittel ;ur
tauernben Oberprüfung ber eigenen inneren un� äutercn
�artung. iinc Qlcidgültigfeit in bicfer jrage if "om
er;ieberifden 9tanbpunft aus fe�lerbaft. lin <f1;ier,
ber fagt, ibm fci es gleid, was feine !eute "on ibm
tenfen, gcfebt �amit unbewuft ein, �af er �ie �e·
beutung ber perfönliden �ingabe bes Solbaten an
feinen jü�rer für ben :ampfwert einer 'ruppc nidt
fennt.
3er Wile bes 0f1;iers, fid bie 'dtung unb bas
'ertrauen feiner Untergebenen ;u erwerben, fübrt
"on fel&( auf ben Weg r i d t i g e r m e n f d e n •
b e b a n b I u n g. Um ttenfden ridtig &elanbeln ;u
fönnen, muf man fie wirflid fennenlernen. 'us ben
perfonalpapieren unb ben fel&igefd)riebenen !e&ens•
Iäufen wir� fie ber <fp;ier ;unädi einen aUgemeinen
überblic über bie jamilien"erbältnife, ben �eruf, ben
lilbungsgrab unb bas 9dicfal bes ein;elnen �r·
fdafen.
9obann muf er jeben 3ögling als menfden perfönlid
näber fennenlernen. 3as gefdiebt in jorm ;wanglofer
'Cusfprade innerhalb ober aufer�al& bcs 3ienfes.
3urd 2eobadtung ber förperliden unb geiiigen
jäbigfeiten bes Solbaten
,
feiner 3äbigfeit unb Wilens.
färfe im 3ienf fowie feiner 3u"erläffigfeit un� feines
Jebenswan�els ergibt fie aUmäblid �as Urteil
über
feinen lbarafter. 3ie fo gewonnene :enntnis ber per.
fönlidfeit
&ilbet �ie arunblage für �ie 'rt �er :
e
?
lanMung bes mannes.
�auptgrunbfat i(, bal biefe feiner figenart an•
gepaft wirb. Unbeholfenen unb fdüdternen tenfden
gegenüber barf ber fr;ieber niemals bie Cebulb "er�
lieren. lefonbere l
eadtung
"erbienen bie ;urüc.
faltenben naturen. Sie werben bäu
f
g "erfannt. �er
Krieg bat ge;eigt, bag fie oft bie be(en Solbaten finb.
Ungefunbe Streberei, Unfamerabfdaftlidfeit unb iiebe.
bienerd (eben im Wiberfprud ;u ben <runbfäten ber
\barafterbilbung unb finb beslalb fdarf ;urüc;u•
weifen. is gibt fdwierige tenfden, bie ber Unter·
orbnung einen {arfen WiberwiUen entgegenbringen unt
besbllb tM gan;e militirifde Srfem innerlid ab•
Iebnen. �iefe \eranlagung entfpridt nidt feiten einem
befonbers ausgeprägten 9ei&(bewußtfein ober großer
Winens(ärfe. 9olde Solbaten müfen burd ben lppeß
an ibre !infidt unb bie !rwecung bes <laubens an
bie notwenbigfdt tes Solbatenturs gewonnen werben.
Wenn biefe !r;iebungsmittel "erfagen, i( ber Wiber•
(anb mit Strenge ober fdIie6Iid unter lnwenbung
ber gefetiiden 3wangsmittd ;u breden.
<üte unb milbe if bagegen benjenigen menfden
gegenüber am plate, bie ;war be(en Wilens finb, aber
unter ber ungewobnten ia( ber Solbatenturs feelifd)
befonbers leiben
.
�ier mug ber moralifd (ärfenbe
!inßu6 bes !r;iefers fo lange eingefett werben, bis
ber mann fein inneres Qleidgewidt wietergewonnen
bat. !ine überlegte !r;iebung wei6, ba6 ber 'räge
anbers ;u bebantein i( als ber jleißige unb ber !mp.
fnblide wieber anbers als ber Qleidgültige, ba6 in
bem einen jale melr mit Job unb im anberen mebr
mit 'abd ;u erreiden i(.
�ei ber 2ebanllung ber t1annfdaften muß fe
ber
<
f
f
;ier " o n e i n e r " o I I f o m m e n e n
Q e r e d •
t i ! f e i t leiten lafen. mangdnber Qeredtigfeitsfinn
�erlin�ert immer �ie
�erjelung eine� 1ertrauens•
�erbäitnifes jum jübrer. fs ij naturgegeben, �aü
;wifd
en
menfde
n
3uneigung un� 1lbneigung in ben
�erf
die�enjen 1lbjufungen (errfden. 1lud �er <ffjier
f
ann
fie bier�on nidt
frei maden. 3as intfdei�en�e
für
feine fr5iebertätigfeit ij je�od, �aü er �ie 3u·
neigung o�er 1lbneigung nidt auf �ie lebanblung
feiner Jeute überträgt. 1l I l e m ü f f e n � a s a e •
f ü l l ( a b e n , � e m � e r ; e n i b r et <f f i j i e r s
g I e i d n a ( q u j e b e n.
3er <ff5ier wir� am Ieidtejen bie jorberung nad
\eredtigfeit erfülen, wenn er feinen tajnalmen
möglidj wenig �en 1lnjrid perfönlider Wilensafte
gibt, fon�ern jets als 3iener eines böberen prin;ips
·erfdeint, �as feine �anblungen bejimmt. 3urd �iefes
1erfabren wir� �em 1orwurf, �er 1orgefet  te ban�ele
wiUfüriid, �on �ornberein �er 2oben ent;ogen.
<f
f•
;ier unb mann umfdIie6t �as aefübl gereinfamer
1erbunbenbeit am 3ienj einer (eiligen 1lufgabe. 2e·
fon�ere 1lufmerffamfeit muß �er <ff5ier �er 1lusübung
feines 2efellsredtes fdenfen. man �arf nur �as be·
febien, was nötig ij, überwadt un� erjwungen wer�en
fann. 1lles 2efeblen �arüber binaus er;ielt nur jUr
<e�anfenlofigfeit un� Unfelbjän�igfeit fowie ;um Un·
gelorfam.
3ie totwen�igfeit, �ie 3ifjiplin �er 'ruppe auf.
redtjuerfalten, ;wingt jU einer woblwolen�en, aber
jrengen 2ebanblung. 1erjö6e un� 1ergeben gegen
oie foloatifden 2erufsp�idten wiegen fdwer unb
mUfen besbalb ;um 1orteii bes Qan;en fdarf geabn�et
werben. Qan; abwegig ij es, wenn fie ber <ff;ier
burd unangebradt
e
"eidbeit ober gar Popularitäts•
bafde
rei �ie Jiebe feiner Untergebenen erwerben
wolt
e
.
ter
Solbat bat ein feines <efüll für bie l(arafter.
fdwäde, �ie fie �arin äugert. Jie jolgen
�a-on fin�
lblebnung unb <eringfdät ung eines folden Xorge•
fetten fowie �ie .ocerung �er tannesjudt. Str
enge
Jienjauffafung un� bobe �ienflide llnfor�erung
en
-erlangt �er or�entlide Solbat. :Im imponiert ber
fdarfe Xorgefet;
te mebr als ein
;u mil�er. 3er Solbat
w i I I feinen <fl;ier adten unb mit 3uneigung aner.
fennen, er f a n n es aber nur einer farfen lbarafter.
perfönlidfeit gegenüber, bie bie nötige �ärte auf3u•
bringen -ermag.
lci bem perfönliden -reu-erlältnis, bas ;wifden
0ff;ier unb tann lerrfden mug, wiro oas Xorbilb
unb ,eifpiel bes <fl;iers ;wangsläulg ;um wirffam•
fen lr;iebungsmittei. Jer <ff;ier mug besbalb be•
benfen, bag er fie f e t s im Jienj belnbet. llles, was
er fpridt unb tut, wir� -on feinen Untergebenen mit
fritifden llugen betradtet. Jiefe -atfad
e
erforbert
;unädf eine unanfedtbare .ebensweife. !in <fl;ier,
ber im niebrigen materielen <enug ben :nbalt bes
.ebens erbliet ober fie lusfdweifungen ergibt, jebt
bamit in einem unüberbrücbaren <egenfat  ;u bem
:bealismus, ben er in feiner perfon -erförpern unb
ben .euten aner;ieben fol. Jie jolge bier-on ij ein
iarfer Xerluf -on Xertrauen unb ldtung. llle fdönen
Worte eines !r;iebers, bie im Wiberfprud ;u feinem
�anbeln \eben, werben nur als leere pbrafen empfun•
ben unb baben feinerlei Wirrung.
!ine alte folbatifde Wal)rbeit lautet: "Wie ber
�auptmann, fo bie Kompanie." Jie !rflärung bierfür
bilbet ein 3ufammenfpiel -erfdiebener Urfaden. Xon
biefen
felt an erjer
Stele bie fuggeji-e Kraft,
bie
ton bem Uorgefet;ten als !igenart feiner perfönlid·
feit
auf bie Untergebenen
ausjrallt. Jurd fe gewinnt
er
tadt
über bie Seelen unb madt fie fie untertan.
Jer Sugg
efi-ität �es jübrers \ebt als ergän�en�e
ligenf
daf
t auf feiten �er
aefübrten �er tadabmungs.
trieb
gege
nüber. rr bewirft
, �au �ie Jeute �em jübrer
gleid
en
wolen un� �aber feinem Jenfen un� �an�eln
ä
lml
id
werten
. Jiefer feelifde "organg wir� nod uer•
tieft,
wenn fid �er \orgefet; te �urd WoblwoUen, jür•
fo
rge un� <eredtigfeit tie Jiebe un� tas "ertrauen
ber uon ibm geführten <emeinfdaft erringt.
?er <fp�ier muu feinen Jeuten e i n \ o r b i I � a n
�i e n f a u f f a f f u n
g u n � pf l i dt e r f ü l l u n g
fein. <ibt er hierin ein fdledtes l eifpiel, fo überträgt
fd �iefer mangel in ge\eigertem maue in fur�er 3eit
auf �ie Untergebenen. Jas uorbilblide "erlalten �es
<ff;iers äuuert fie nidt nur in ber ;uuerläffigen llus­
fülrung �es ibm aufgetragenen 3ienies, bie felbf·
uer\änMid i\, fon�ern in einer felbfgewäiIten fr·
weiterung bes P
t
idtenfreifes unt in einem ge\eigerten
\erantwortungsgefübl für feine llrbeit. lUes, tvas
er tut, aud bas 1[einie, muu er erf- uom böd\en
Stantpunft aus begreifen.
3er 0ff;ier als �räger ber �efeblsgewalt uerför·
pert \ets bas <efet; , �as �ie <runblage feiner lutorität
bilbet. fr muu fid bewuut fein, t a g i b n b i e s
pe r f ö n l i d � u e i n e r b e f o n � e r e n ll dt u n g
u o r a I I e n g e f e 1 I i d e n , e i i m m u n g e n -er•
P
t
idtet. <enau fo -erbält es fid in alen jragen �er
3if;iplin, bie ibn fdbf betrefen. 3ie
l
r�iebung �es
mannes ;ur Unterorbnung wirb am wirffam1en ge·
förbert, wenn er fid an feinem <f�ier lieran ein ,d.
fpiel nehmen fann. 3er <ff;ier barf ebenfowenig wie
�er
mann feinem miufaUen an l efeblen ober
\or
.
s
efe
ften burd abfälige
.
lritif ober <ebärben llusbruc
geben.
9ämtlid
e für �ie lUgemeinbeit gültigen
\er.
bote un�
<ebote bat er aud für fe als uerbinb
lid
60
an;uerfennen. �ier;u gebört ;. l. ba� �aud-erbot,
bas auf manden ü
bungsp
läten aus arün�en ber
lranbgefalr gegeb
en i\
. Würbe ber 1omp .• �lef -or
feiner Kompanie
trot bes
"er&
otes rauden, fo gäbe er
feinen leuten ein &e
o
auedides leifpiel für Ungelor.
fam. 3ie
jolge
bier-
on wäre
ein Nücgang bes ln·
febens bes
"orgefet
t
en unb eine Untergrabung ber
Utannes;udt.
Um als "or&ilb wirfen ;u fönnen, mu� ber <ff;ier
feine leute
a n "
i f f e n u n b l ö n n e n w e i t über•
trefen. �ierauf grünbet fie bie gei\ige ü&edegenbeit,
beren
2nerfennung fdtens ber Untergebenen "or•
&ebingung für bie innere 2utorWt bes "orgefetten i\.
lei 2n\rengungen unb fnt&ebrungen, wie fit gro�
Übungen mit fid &ringen, gewinnt bas perfönlide "cr*
balten bes �ff;iers eine bcfonberc er;iebcrifdc le•
beutung. :n bcr lrt, wie er ales mit feinen leuten
teilt, entlüUt fie am beutlid\cn fein �barafter. <rabe•
;u ber �b für jebe Udtung unb lic&e i\ es, wenn er
aus faltcm !goismus feine licn\\cUung ;u pcrfön·
Hden 9onbcr-orteilcn, un;uläffigen "ergün\igungen
ober fdeidterungen mi�&raudt. �ier \eUt bie fr·
;iebcraufga&c gerabe bic böd\en 2tnforberungen an bie
9elb\übcrwinbung. 3er �ff;ier mu� ein "orbilb an
2usbauer
,
3äbigfeit unb Unfprudslofigfeit in "er•
pfegung unb Unterbringung fein. !r fennt fein
"9dlappmadcn" auf bem tnarfd, er i�t ;ulett aus
ber jelbfüde unb fudt er\ bann fein <uartier auf,
wenn er fid ba-on ü&er;eugt bat, ba� mann unb pferb
untergefommen finb.
3u gro�artig\er "irfung \eigert fie ber "on bem
�ff
;
ier ausgelenbe finßu� auf bie mannfdft
en im
1riegc. 3 er jetigclricg
bat bic fdönen Worte bes alten
l,e
r;ie
rreglcmcnts bcr :nfanterie aufs neue
be\ätigt:
6J
"
3er

f
f;ier ij ba� torbilb feiner Jeute; fein lei�
fpiel reigt
fie mit torrärts."
3a
mit
bem Sinn bes Solbatenturs bie Juj am
:ampf unb bie Selfudt nad Qefabr terbunben ij,
teriangt
ber folbatifce
!r;ieberberuf aud bie lerüc·
fi
d)tigung
biefer feerifden lebürfnife im perfönlicen
leben bes <f;iers. lequemlidfeit, Weicbeit
,
be·
bäbige Qerubfamfeit unb 1egelmä6igfeit tertragen
fi
e nict mit bem folbatifcen lebensjil. 3er 0ff;ier
fennt feine gleidmätig babin plätfdernbe 'rbeits;eit
ton adt Stunben. Sein 2eruf terlangt ein bauernbes
'luf·bem.pofen.fein, bie !infa�bereitfdaft ;
u jeber
3eit, totroenbigfeiten, bie feinem leben einen 3ug ton
Unrube unb Spannung geben. 3iefes ij augerbem
gefenn;eidnet burd �ärte gegen fie felb\ unb Ms
Sucen nad geijigen unb förpediden 'lnjrengungen,
ton benen bie letteren nad möglicfeit mit geroifen
aefa�ren ;u terbinben finb. �ier;u gebören, um einige
2eifpiele ;u nennen, :agbreiten, jedten, Sdrimmen,
�odgebirgstouren, Sdneefcublaufen im Qebirge,
jliegen unb ale 'rten ton bartem 1ampffport. 3as
tie1fderort "lebe gefäbdid" �at für niemanb
grö6ere 2ebeutung als für ben Solbaten·!r;ieber. !in
<
N
f
;ier, ber berutt banad) banbelt, erbält 1d ben
nötigen geijigen Sdrung, bie !nergie unb bie förper•
Iide jrifde, bie nötig finb, um taterlanbsbegeijerte
unb wafengeübte Solbaten ton eiferner 3if;iplin
beran;ub ilben.
�er Unterridt als mittel ber folbatifden
lr;ie(ung
3
er
folbatifde Unterrict be;rcctc bic termittl
ung
tednifde
r jäbigfeitcn unb bcruflicer jadfenntnif
e
forie bie 'lneignung bes
fittlidcn :nbalts ber folba.
6t
tjfden pfidten. :ebes
biefer Unterridtsg
ebiete febt
unte
r ber �crrfdaft bes
rr�iebungsgebanf
ens. �ic
mit
bcr tcdnifd·förperlid
en Sduiung 'c
rbun
benen
rr3iebungseiemente finb
im
britten 'bfdnitt
biefes
ludes �ufammenlängenb bargefeUt. Sowobi ber fad

lie, '·
Unterridt wie ber über
bie "pjidten" wenbet fic
an bie \crfantestätigfeit unb bas Seelenleben bes
mannes, um burd rinwirfung auf bie \orfeUungen
unb <efüble bas
fr�ielungs�iei �u errciden. lefonbers
widtig if ties bei ben folbatifden "pjidten", beren
fittlide 'ufgaben ber Solbat nur bann 3U erfülen
bereit if, tvcnn fie ibm �u einem inneren Werterlebnis
werben. �er menfd feft fie feiner Batur nad frei·
wilig nur für bie �inge ein, bie er als Wert für fie
anerfennt. �a aber nur tas <efübi ben Wertbe�ug
fdaft, fommt es für ben !cbrer barauf an, bie <e·
fülIsfräfte bcs mannes an;uregen, tic für tic Icbcnbige
Wirflidfeit bes Solbatenturs uncriä�Iid finb. rine
fie 'On felbj einfcUenbe jolgecrfdeinung bcs Unter•
ridts if bie Steigerung ber geifigen 'uffafungsfäbig·
feit bes mannes unb bie Sdärfung feines Iogifden
�enfcns. �in�u tritt tie frlernung ber .. �äbigfcit, bie
eigenen <ebanfen in Worte 3U fafcn unb auf jragen
flar 3U antworten. rin befonbercr \ortei[ if bic
�ebung ber 'Ugemeinbilbung bes Solbaten.
�as 3 i e I bes folbatifdcn Unterridts umfaft ben
<efamt'organg ber folbatifdcn rr3icbung, nämlid bie
lilbung ber rinjelperfönlidfeit 3u einem fittlidett
<baraftcr, bie Sdatung einer folbatifden \or·
feUu
ngs. unb <efüblswclt, unt fdIicfIid bie rr.
3eugung einer tief erfaften faatsbürgcriiden <cfin·
mg. :n bem erjieberifden tun fpiegeln
fi
e aifo bie
eing
angs
erwä
hnten brei
Wirfungsfreife ber Welr•
mad
ter
3iebung wie in einem Prisma wiber. 'enn in
b
c
r rr
�iebungsleb
re
1b
ie eigene fittlid)e Uer"olfomm�
nung
unb
bie frembe
aIücfeligfeit burd bie jübrung
eines gemeinnütigen, patriotifden Jebens" als Sinn
un
b
3t�ec
bes er;iebenben
Unterridts
über�aupt bin·
gefe
lt
worben fnb, fo bilbet ber folbatifce Unterridt
bie
gerabe;u ibea{e
rrfülung biefer jorberungen.
3enn ber gefamte :nbalt bes 6oJatentums erfäl;rt
fein
e fittlide }egrünbung burd 0pferbereitfdaft für
bie frembe 0lücfeligfeit, b. b. es fdütt Nedt, <efet
unb rigenturn fowie 1ube unb 0rbnung ;ur rrmög .
Iid)ung bes inneren nat.ionalen 0emeinfd)aftslebens unb
fid)ert bas 3afein hes Staates nad) augen. 3as 3iel be
s
Unterrid)ts if erreid)t, wenn ber mann gegen ale rin·
f
üfe, bie feinem fittliden Streben llbbruc) tun wolen
ober fie gegen 'olf unb 'atedanb ridten
,
innerlid
gefeit if.
Wenben wir uns nunmebr bem U n t e r r i d t s •
" e r f a � r e n ;u. rbenfo groß wie bie Unterfdiebe
ber lngebörigen eines "ruppenteils an l�arafter,
.ilbung, fo;ialer Stelung unb früberer Umwelt i�
aud) bie 'erfdiebenbeit bes 'erfanbes unb ber lluf•
fa
f
ungsgabe
.
�ierburd erwadfen für ben Unterridt
nid)t unerbeblide Sd)wierigfeiten. 3er unterridtenbe
'orgefette barf feinen Unterrid)t weber auf bie .e.
gabtejen nod) auf bie letten geijigen tad;ügler ab..
fimmen. :m erferen jale t\Ürbe bie mafe ben lUS•
fübrungen nid)t genügenb folgen fönnen, im letten ben
meifen ;u t�enig geboten werben. 1id)tig if es, wenn
ber Unterrid)t bem geifigen ?urd)fdnitt ber Sdüler

gemeinfdaft angepaßt wirb.
3iefe fett fid) in i�rer Überwältigenben mebr;abf
in ber 1egel aus 'ngebörigen ber banbarbeitenben �e·
"öfferung ;ufammen. 3er Jebrer muß fie
baber bt·
wußt fein, baß ber einfade mann mit 'orliebe in
2iibern benft unb feine 'orj
c
l
ung
cn mapgebe
nb "on
ber 2nfdauung beeinfutt
werben.
:
nfolgebefcn barf
e
r nidt "om �cgriflidcn
ausgelen, fonbcr
n
mu
f
immer "erfuden, mit alen mitteln bas 2ebürfni
s nad
1nfd)auung ;u befricbigcn. �icr;u bicnen 9fi;;
en an
ber iafci, mobcle, 'afen, jilme unb praftifd tor#
fülrungen aler 'Crt. Qbenfo wie ber aefüblsfinn
mu�
�er Qerud unb bas <ebör für bcn Unterridts;tvec
ausgenutt werben. Qrinnert fci bier an 2ufentbalt im
lci;raum, an bas Xorgcbcn im füniHden tcbcl, an
bi
e
�iedproben ber 1ampffoje ober bie 2usnuttng
bes m.a .• jeuers ;um 'ngreifen. jerner ij es nötig,
ba� ibm bie ab{raften �egrife wie ireue, tut,
�apferfeit, Qbrc unb 1amerabfdaft in jorm praf·
tifder �cifpide ober in ber 'erförperung "on per­
fonen bargeboten werben.
torausfe�ung für ben Unterridtserfolg ij, baj es
gelingt, bas :nterefe bes tnannes als Qrunblage ber
'ufmerffamfeit ;u erwecen unb ;u erlalten. 'enn
ein 'orgefetter fie über mattgclnte 'ufmerffamfeit
ber <efamtbeit feiner 9düler ;u beflagen bat, fo fann
er gewit fein, baß er hieran fclbi fd)ulb i\, es fci
benn, bal eine algemeine förpcrlid)e Übermübung "or•
liegt. �ie Unaufmerffamfcit ij als jolge ber iange·
weile aud eine 2rt "on Qrmübungserfdcinung, bie ben
Wilen ober bie jäl)igfcit bes manncs ;u geijiger 2uf.
nafme unterbinbet.
lei ber 'Cufmerffamfeit ij, wie in jebem anberen
Unterridt
,
;u unterfdeiben, ob fie freiwiiig ober un.
freiwilig ij. !ie freiwilige
errcid)t ber !ebrer ta•
burd,
bal er fie an eine lujbetonte \orjelung
bes
Sdürers binbet. �ier;u gelört ;. 2. !ob für eine
g
ute
!cijung ober bienflide
Qdcidterung burd frü.
ber
es
U
egtrctenfafen ooer bie 2usfid)ten auf Sonber•
l �lttittn, Iraieung
tOrteile tvie Urlaub, 1ommanbos unb bergleid)en. 3ie
unfr
eiwili
ge 1ufmerffamfeit
er;wingt ber unterrid)•
tenbe
\org
efette burd bie
irregung innerer Spannung
unb
irwartung. 3ies
Iägt fie aud) bei einem "troce·
nen"
�bema, etwa bei ber
Unterweifung
über bie ae­
fed)t
sgrunbfäte, erreid)n. 3er Uorgefette bat foeben
gefd
ilbert, ba� ber 1ngrif wegen ber feinbliden jeuer•
wirfung nid)t weiter tOrwärtsfolmt. ir würbe falfd)
banbeln, wenn er bie tnöglid)feiten, um ben 1ngrif
weiter tor;utragen, lebiglid) fd)ilbern würbe. 1idtig
ij es, wenn er ben 3ujanb ber neugierigen irwartung
burd eine jrage etwa folgenherragen berjelt: "Uir
wolen jett feben, weld)e tittel gefdafen worten finb
,
um ben 1ngrif weiter torwärts ;u bringen."
3ie färffen tittel ;ur irreidung ber 1ufmerffam•
feit befelen in ber n u t b a r m a d) u n g b e s a e •
f üb I s. Um bies ;u erreid)en, mug ber Xorgefette es
terfeben, an geeigneter Stele feinem Unterritt eine
bramatifd)e tote jU geben
.
�ier3U wirb er aus feiner
militärifden lorreftbcit, 1nappleit unb 3urüclaltung
beraus3ugelen haben unb burd bie 1rt feines Xor•
trages fie an bie innere 1ufwüblbarfeit feiner ieute
wenben. 1ud bierfür ein 2eifpicl: 1n Stele tielcr
weitfdweifger frörterungen über bie �reue i\ tiel
einbrucstoler ein rid)tig torgetragenes aebid)t, etwa
"3ie brei arafen Spee" ober "3ie jabne ber 6J er".
Uirb ber Solbat, in feinem :nnerfen ergrifen, fo
nimmt er fie tOr, in tot unb <efabr ebenfo jU ban•
beln wie bie �elben, beren Sd)icfal er foeben ter•
nommen lat. Unb ber finbruc bes aebidtes, bas für
ibn ein inneres frlebnis war, wirb nod lange in ibm
fortflingen. 3enn ocr Soloat, ber unter bem
rin�u�
eines mertgefülls tOn einer :bee erfa�t wirb, lält
lange an ibr fef.
66
is erübrig
t fie, barauf
bin;uweifen
, baj bie
brama•
tifd
e 2!usbrucsmöglidfeit
bes ielrers nidt
mit fa
i
·
fdem
patbos terwedfdt
werben barf.
lin fol
des
tvürbe im <egenfat ;u ber er\rebten ergreifenben '
ir
·
fun
g nur �eiterfeit auslöfen. lie 2!rt ber Spredw
eife
bes
iebrers i\ in jebem jale tOn
g
rojer 2ebeutung
für
bie 2!ufmerffamfeit ber ieute. nicts wirft er·
m
übenber als eine eintönige unb unbeutlide Stimme.
ter Unterridtenbe mu� bie Stimme beben unb fenfen,
mandmal laut, bann wieber leife fpreden
.
tbenfo wie bas <efübl burd inneres irgrifenfein,
2egei\erung ober mitreiben erregt wirb, fann eine ge•
wolte <efüblsbewegung aud burd tie irwecung be
·
\immter < e g e n g e f ü b I e erreidt werben. So lä�t
fd ;. 2. burd bie Sdilberung gewifer <raufam•
feiten ober plünberungen ber �eimat burd ben jeinb
in ben lriegen ein �ajgefüll er;eugen, als beten er•
gän;enbes <egen\üc fid bann bie iiebe ;u ben ge•
marterten 'olfsgenofen ein\elt. liefes 'erfabren i\
befonbers im lriege bei alen �eeren tOn jeber felr
gebräudlid gewefen. Um ben lampfwilen ber �ruppe
;u erlalten, wirb ber jeinb al� terädtlid, minber•
wertig unb graufam binge\elt. lie englifde propa•
ganba bebiente fie befanntlid im Weltfriege biefes
v
f
r
dologifden tnittds mit fo!dem !rfolge, ba� bie
gan;e Welt an bie <reuel ber "�unnen", wie man bie
leutfden ;u be;eidnen p�egte, glaubte. 2!ud im beu•
tigen lriege arbeitet tie englifde propaganba nad
benfelben <runbfäten, bie <reueiiügen gelören ;u
ibrem eifernen 2e\anbe.
lbenfo wie bie 2!ufmerffamfeit burd bie tragifd
en
a
efü
ble in Spannung erbalten wirb, gefdiebt es aud
bu
rd
j
robfinn unb �eiterfeit. laber wirft ein
Sder;
u
nb
ein
befreienbes iaden ;ur redten 3eit tom
er;iebe·
6*
67
rifd;en Sumbpu
nft aus häufg Wunber. 3ie ,ridtige
"em
il)ema
angepafte
tnifd)ung ton frnf unb Sder;
führt ;u einer \arfen .rercegung tcs <efübls unt if
t
ab
er für bie '!ufmerffamfeit befonbers unentbelriid.
t
id
t umfonf laben bie großen �ragifer ihre iraucl
fp
icle immer wicber mit heiteren e;enen burd)fe�; t.
fin wcfentlides mittel ;ur frbaltung ber 'ufmcrf·
farfeit ij bi
e
� e r f {[ u n g b e r i n n e r e n ' e r •
b u n t e n b e i t bes 'orgefc� ten mit feinen Unter·
gebenen. Sie wirb am tvirffamien bergc\clt, wenn
ter lehrcr felb\ ton ber Wahrleit feiner 3arlegun•
gcn über;eugt unb inneriid mit fortgerifen, erloben
ober ergrifen ii. 3as \eleimnis ter Wirfung aler
lebner in grofen 'olfstcrfammlungen if es, baß ft
ben fanatijden QIauben an fid unb tas ton ihnen tcr·
tretene prin;ip, aifo ibre eigene Seclen\immung, auf
bic t1afe übertragen. 3er unterridtenbe 'orgefe� te
ntuf roifen, baf nur ber ;u ent;ünben Permag, in bem
felbf tcr;ebrenbes jeuer brennt.
3ie 'rufmcrffamfeit ii in lohem t1aje abhängig
t o n b e m f ö r p e r I i d e n 3 u i a n b eines men•
fden. :ele frmübung wirft fid nadteiiig auf bie
,�äbigfeit bcr gciiigen Sammlung aus. '!us tiefem
<runb ij es feblcrbaft, Unterrid)tsfunben nad grojen
'n\rengungen, gleid) nad) bem f!fcn ober im Sommer
in ben lci�cn UtittagsftunMn ab;uhalten. 3ur tOr•
;eitigen frmübung führen aud) überlilte näume ober
eine falfd)e 2eleud)tung, wenn bas lid)t ben Sd)üiern
tOtt torn in bie 1!ugm fält, unb bcr ld)rer fie) nur
als Umrif gegen ben heUen �intergrunb abbebt. 'm
günfigfen if es, wenn bas lid)t POl Iinfs in ben
laum einfält. Um eine unnö
tige
i!:
rmübung
;u Ptr•
meiben, if es nohcnbig, bie teute beim Unterrid)t
fi�;en ;u lafen. 2eim 1fntrvorten wirb aufgefanben.
68
!in
e
3wecmägigfeitsforterung i{ es, tat ter Unter•
ridtenbe bei einer jrage einen eüler nidt torber
aufruft un� nur
an ibn �ie Worte ridtet, fon�ern �at
er{ bie jrage gejeU
t unb bann
ber mann genannt wir�.
3urd �iefes \erfaf�
n
ridtet ber lebrer fid an ale,
je�er einjelne wirb ge3wungen, mitjubenfen, weil er
bamit rednen mut, gefragt ;u werben. Pfrdologifd
gefeben bantcit es fie bierbei um bie frregung einer
inneren Spannung un� tie 'usnut  ung ber über•
rafdung, bies Iet tere befonbers, wenn bie jrage plöt; •
lie an einen mann geridtet wirb, ber barauf nidt ge•
fegt war. 2eite Umlänte tragen 3ür frlölüng ter
'!ufmerffamfeit bei.
SdIieülid ii nod barauf hinjuweifen, baß bie ;eit·
lide 3auer bes Unterridtes nidt bie <ren;en ber '!uj­
nahmefähigfeit ber leute überfdreiten barf. 3ie :e·
rücfid)tigung biefer totwenbigfeit 3wingt ba3u, fpäte•
fens nad einer 6tunbe eine paufe ton J o bis H' ui·
nuten ein;ulegen.
tunmebr müfen wir uns ber jrage nad bem "Wie"
ber \ermittrung bes Unterridtsfofes ;urenben. �ier•
;u finb ;unädj einige
aUgemeine :emerfungen über
bie finfdaltung �er 3enftätigfeit bes Sdülers bei ber
frwerbung bes 2iibungsgutes '0raus;ufd)icen. tin
Unterridt wirft auf \er\anb unb <efüil unb bamit
auf bcn guten Wilen um fo nadbaitiger, je färfer er
bie aftite Seite bes 3enfens ;ur titarbeit ieran;ieht.
3er 2efit; gewinnt für ben menfden um fo mehr an
Wert, je mehr er ihn feiner eigenen '!rbeit, feiner '
üd
·
tigfeit unb feinem Streben 'Crbanft. 3asfelbe i( aud
ber jaU bei ben geifigen lefit tümern. 3iefe
figen.
tüml
idfeit ber menfdHden
tatur muß fie bie
ir·
;
iehu
ng ;unut e maden.
!s fommt barauf an, ben
Stof
nid
t -
on außen (er an ben Sdüler beranjutrage
n, fon•
bern ibn mit �ilfe ber afti"en Seite feines 3enfens,:
ber
Pban
tafie unb ber übedegung, gei\ig ;u erarbeiten.
'uf
ben folbatifden
Unterridt übertragen, beigt
b
M,
ben
: n b a 1 t
e i n e s St o f f g e b i e t e s n i d t
" o r t r a g e n , fonbern burd g
ereinfames tad•
benfen fnten ;u lafen. Um auf tas oben angefüfrte
2eifpiel bes Unterridts über bas Qefedt ;urüc·
;
ufommen, fönnte bie jrage nidt nur wie bort an•
gefüfrt, fonbern aud fo lauten: "Wer weil, welde
mittel es gibt, um ben 'ngrif weiter "or;utragen�"
3ann wirb ber eine Solbat bies, ter anbere jenes fagen,
fo bal ;um Sdlug ein einigermalen abgeruntetes
Qefamtbilb berausfommt. 'ud mande falfde 'nt•
wort wirb barunter fein. 3er 1orgefette barf barüber
nidt binweggefen, fonbern mu� fie banfbar als 'n·
regung benuten, um fehlerhafte 'nfidten ridtig;u.
\eUen. fbenfo müfen aud bi
e
fittliden 'ufgaben bes
Solbatenturs burd basfelbe \erfahren gefunben
werben. �ier i\ bie 1ätigfeit für ben Unterridtenben
befonbers fdwierig, weil er nidt ben jaben "edieren
barf unb burd gefdicte jrage{eUungen bie Jeute auf
ben ridtigen Weg bringen mul. :{ auf biefe Weife
burd gereinfame Überlegung unb pbantafie ben
Sdülern ter Sinn unb bcr 3wec einer malnabme,
finridtung ober :bee bewu�t geworben, bann ;ieit ber
Jebrer gieidfam ben gei{igen Sdlu�\rid, inbem er
entweber bie nötig
e
2egrifserflärung ober eine 3U•
fammenfafung nad Qefidtspudten gibt unb, foweit
notwenbig, auf ben 1eJt ber 1orfdrift eingebt.
3ie
2efanntgabe bes 1orfdrifteninbaltes barf alfo n
ie

mals ;u 2eginn bes Unterridts über ein 1bema er•
folgen, fonbern bilbet \ets ben 'bfdluß.
jreilid lafen fie nad
biefem 1erfa
l
ren
nidt ale
Unterridtstfemen bebanbeln.lei einer gewif en Qruppe,
70
wie Cefcictsunterrict o�er tecnifder Wafenaus•
bilbung, mir� man
mit �er
Stoffdil�erung b�m. !
r
d
flärung beginnen
müfen. 1ber auc lier mut �er
'orgefette als
1ünjler �er
.rage, foweit es �er Stof
irgen� ;uiägt, fie immer
wie�er an �as tac�enfen
un� Urteil feiner Sdüler wen�en.
jür �en !rfolg bes fol�atifden Unterricts ij öie
2erücfictigung gewifer pfrcologifcer ;e�ingungen
binfidtlic ber 2ebanMung ber mannfdaften uneriäg.
Iid. t1iemals barf ber gebrer feine geijige überlegend.
beit ober fein grögeres Wifen unter 'nwenbung tOn
:ronie ;um 'lus�ruc bringen. �er gerabe Sinn bes
einfaden mannes bat fein 'erjänbnis für fie. fr
empfnbet fie Iebiglid als �obn ober Spott, wirb be­
fangen unb terliert �as 3utrauen �u bem llarafter
�es torgefetten
.
3 er Unterridt ij bas t o r n e b m' j e m i t t e I
f ü r 'o r g e f e t t e u n b U n t e r g e b e n e , f ie
g e g e n f e i t i g f e n n e n ; u I e r n e n. �ier bat ber
'orgefette eine befonbers günjige Qelegenbeit, bas
'ertrauen feiner geute unmittelbar ;u erringen. Ue.
fentiid bierfür ij es, �ag er �ie 0ebulb nidt gleid
\ediert, wenn er fie nict rictig terjanben fielt. Un·
angebradte �eftigfeit fdüctert bie geute ein unb ter•
bin�ert, baf fie bei Unflarbeiten ton fir aus �ratln
• ,. ' ,
.. , - - -, · · - · -
V
.. ..- ·-
jeUen, �ie 0efalr ber Ungebulb wirb für �en gebrer
um fo geringer, je mebr er 'erjäntmis für �ie figen•
arten ber Untergebenen aufbringt un� je melr er über
bi
e jrage nacgebadt bat, wie er ben Unterrictsjof
am
einfacjen unb Ieictejen flar mact. �er 0ff;ier
muß feine Unterridtstbemen, auc biejenigen, bie fie
um
bie
"p�icten" gruppieren, wifenfdaftlid
beberr•
f
d
en.
frj wenn er bies tut,
wir� er in ber gage fein,
ilr
en
:nbalt populär ;u beban�eln. �ierbei mug er
71
fe
ber
Qebanfenwd
t feiner 3öglinge anpafen unb bie
l egr
ife
aus bem 2ereid ihrer Xorjelungen ent<
wi
eeln,
eine jorberung,
bie befonbers feines vfvdo'
I
ogi
fdes
jingerfpitengefübl �erlangt.
tiema!s barf ber Jelrer m i t e i n e m a u s g c a r •
be i t e tcn jr a�e· unb 'nhto r tpro g r amm
an ben Unterridt l)erangeben, weil biefer bann rein
medanifd•formal gebanl!abt, jebe Stimmung unb
allen ec,roung �edieren würbe. !er "orgefette mug
u
nter jefhalten an feinem programm ben Unterridt
fdöpferifd aufbauen, b. b. in freiem Spiel ber 0e>
banfen unter 'usnu!ung bcr jragen her !eute ben
Stof formen.
;efonbers widtig i\ bie e i g e n e f o r g f a m c
to r b e r e i t u n g b c s J e b r e r s auf jebe Unter,
ridtsjunbe. tur wenn er wirflid ben Stof bev
berrfdt, �ermag er ibn ;u gelalten unb ii in ber Jage,
auf geieUte jragen �ebe unb 'ntwort ;tl fehen. '!ud
muß er immer über mehr Jelrfof �erfügen, afs er
jeweils im Unterridt burdnimmt. tidts madt einen
fo flägliden !inbruc unb gebt auf Kojen ber 'utori·
tät, als wenn bie Jeute merfen, ber !ebrer ii mit
feiner 'ifenfdaft ;u inbe unb fann nidt me{r tveiter.
pünftlid)feit beim 2eginn unb bei ber 2een�igung bes
Unterridts i{ aus Qrünben ber 3ifjiplinfdulung fo
felbf�erjänbiid, baß barüber nidt weiter gefprodelt
3U werben braudt.
Q; abwegig fint fange unb umiänblid)e tbeore•
tifde !rörterungen über ?inge, bie burd 3eigen in ber
pra)is fofort �er· .mben werben.
"on grogem !.' .nßuß auf bie Unterridtsgejaltung
il bi
c
'! r t b e r : e f i d t i g u n
g
c n.
2efanntlid
wirb her 3ien( in bcr iruppe fo ge{anb{abt, wie er
bcfidtigt wirb. 3 er befidtigenbe
torgef e
t
t
e muß flar
7l
unterfdeiben ;wifden ben ibemen, tie Wifen unb
1\enntnife ber leute aufweifen foien, un· b benjen
igcn
,
beren :nhalt fd) um bie fittliden jragen bes 2erufes
brelt. ld ber er
\
en f
inb rafde jragen unb furje
rnappe lntworten angebract, weil ber befidtigenbe
torgefet  te bierburd am bejen ein 2i!b ton bem
Stanbe ber erworbenen lenntnife erhält.
1!Uerbings mu9 jets ber teigung entrcgengeroidt
werben, jt grofes <etlidt barauf ;u legen, bag jrage
unb 'ntwort "flappen". !ies würbe bie Übertragung
rein e)er;iermä�igec "orfeUungen auf ein gei\iges ae�
biet bebeuten unt bem Wefen bes Unterridts juwibtr•
laufen. Qan; befonberer Sdaben wirb aber angeridtd,
wenn biefes \erfahren auf bie �bemen angewenbet
wirb, bie fid mit ben fee!ifden arunblagen bes Solba·
tentums befdäftigen unb fie an bie 1�räfte bes ae·
mütes wenben. �er innere ael)ait würbe bann burd
bie äutere jorm, bae Sein burd ben Sdein erfet; t
werben.
fin Unterrict über bie fe aus ben folbatifden
P
f
icten ergebenben jragen fann nur ben rictigen tr•
folg haben, wenn er in jorm eines Qebanfenaustaufdes
iattjnbet, bei bem ber mann aus fid herausgebt unb
ber ld)rer burd bie :eweisfraft feiner '!usfübrungen
bie 3ulörer tOn beren Nictigfeit übeqeugt. �icr
fpridt er nict als torgefet;ter ;um Untergebenen, fon•
bern als U1enfc ;um tHenfden. !in föberer tor·
gefet;ter, ber fie nur tOn ben wirflicen l\enntnifen
feiner Untergebenen über;eugen wil, wirb aifo bei einer
Unterrictsbefidtigung, tvenn ein terartiges �bema
fnngemät bebanbelt wirb, nict auf feine :�toien fom•
men. irfdwerenb fommt nod
b
in
;u, ba
§ b
i
e
!eute
mti\
nidt in ber lage finb, ilren Qebanfen
über ab·
\rafte jragen in fadgemäßer Weife 'Cus�ruc ;u geben.
Sie erfdei
nen öaber, befonöers wenn nO bie l; e­
fangenf
eit
burd öie
'nwefenfeit böberer torgefeJ;•
ter
fin3u
fommt
,
unbebolfener, als fie es wirflid fnb.
Wii ber torgefe�;te fd bagegen 1Iarfeit über bie
Jefrbefäbigung oes unterridtenben <ffjiers ver•
f
c
a
fen, fo finb bie abfraften ifemen bierju burdaus
geeignet.
l;ei Unterridtsbefidtigungen fommt es vor, bat
bem <ffjier bas Unterridtstbema eri furj vor l; e.
ginn ber l; efidtigung befanntgegeben wirb. 3er Sinn
tiefer ta1nabme ii, bie <eifesgegenrart bes 0ff•
3iers jU prüfen unb von ibm jU verlangen, ba1 er feine
fämtliden ibemen im 1opfe bat. 3iefes junäcf be·
iebenbe terfafren fann einer tieferen tadprüfung
nict ianbbalten. tit ibm wirb unbewutt eingeräumt,
ba1 fic ber Jebrer eigentlid gar nidt auf jebe Unter•
rid)tsiunbe vorjubereiten braudt. !s füfrt notwen•
öigerweife jU einer Jaden unb äugerliden l; ebanblung
öes Stofes. 'ictiger als <ebädtnis unb gewanbtes
3uredtfnben ii für ben Jelrer völiges 3urdbenfen
bes ' bemas, bas nur burd grünbiide torbereitung
jU erreid)en ii. 3em <ebanfen ber geifigen )ertiefung
bes Unterridtenben unb ber irjielung ber Jeute bient
es baber, wenn bas Unterridtstbema bem Jebrer redt•
;eitig befanntgegeben wirb.
!er Unterddt über �ie Ptidten �es Sol�aten
3i e 1 u f g a b e n b e r We b r m a d t.
3ie 1ufgaben ber 'ebrmact wirb ber Solbat nur
bann ridtig verjelen unb für fein �anbdn als rie·
tungroeifenb anerfennen, wenn feine Seele für bie <e·
mütswerte, bie in ben l; egrifen
Staat unb
)aterlanb
entbalten finb, geöfnet ii. 3er Unterridt über bie
74
1ufgaben ber Uehrmadt umfdIie�t alfo gleid;eitig
bie frwecung ber "aterlan�sliebe un� �er Staats•
gefinnung. �ierbei fann es fie natürlid nidt um
phi

lofophifde :etradtun
gen
über Staat un� \ate
rlanb
fan�eln, fon�ern um folgen�e einfade Ce�anfengäng
e,
bie bem "erjän�nis bes tannes angepagt, auf bas
jidtewort*) abgejimmt fein müfen: "�er tenfd fann
nur basjenige wolen, was er liebt; feine tiebe ij �er
ein;ige, ;ugleid aud ber unfehlbare 1ntrieb feines
UiUens un� aler feiner !ebensregung un� ·bewegung."
�er l egrif bes \aterlan�es ij a u s b e m b e r
� e i m a t ;u entwicdn. �iermit if bie Stätte ber
:ugenb unb ir;iefung mit alen ihren feelifden iin•
brücen, lieben irinnerungsbilbern forie freunbfdaft•
liden ober terwanMfdaftiiden l;e;iefungen terfnüpft.
jas Uort "�eimat" Iägt in jebem tnenfden gan; be·
fonbere Cefühle aufflingen, mit ihr bleibt er innerlid
immer irgenbwie terbun�en. is bürfte faum einen
Solbaten geben, ber gefüblsmägig unberührt bem l .
grif ber �eimat gegenüberjeht.
�as \aterlanb ij bie �eimat ber "olfsgemeinfdaft.
�er l; egrif ij ;unidj geograpfifd ;u beuten. �as
"aterlanb ii aber nidt nur tom erbriumliden Stanb·
punft aus ;u betradten, fonbern aud a I s S d a u.
p l a t b e s Kä m p f e n s u n b 1i n g e n s b e r
" o r f a hr e n u m f e i n e i r h a l t u n g u n b 'e r •
g r ö g e r u n g. �a ber !ehrer bei feinen 3öglingen
erfahrungsgemäg auf gefdidtlidem Cebiet fo gut wie
feine "orfenntnife t0rausfeten barf, mug er unter
jortiafung ber nebenfädIiden �inge in gro�en 3ügen
bie gefdidtlide intwiclung bes 1eides ;eigen.
�ier•
bei ii bie 3eit to1 jriebrid bem Croßen ab genauer
;u befanbeln, am eingebenbjen bie Cegenwart
.
*) 'us ber jweiten 11ebe an bie beutfde tation".
l
er
'!n
fdIuj ojerreids, tie Sdafung bes protef·
torates
fowie
bie (ejaitun
g bes beutfden �aumes im
<jen uno mtfere <ebietsanf
prüd)e im Ueien bilten
ben UUttelpunft ber Utterwdfu
ng.
'Cud ber einfad)je
t11ann mu� begreifen, baf er oas unerhörte \!üc I)at,
�eugc we!tgefcidtiider Qntfdeitungen 'on einmaliger
Qköfe ;u fein. :as <rof�eutfde Xeid, bcr \raum bcr
2ejen ber wation, ij burd bie aenialitlt bcs jülrers
2!boif �itier g!eid)fam über tad)t ;ur 'irflid)fcit
geworben. ta6 aber bas frworbene cnbgültiger lefit 
bes beutfd)en )olfes wirb unb bleibt, bafür ij bie
lampf· unt 0pfer&creitfdaft aud bes Iet;ten Solbaten
notwenbig. fs fommt barauf an, benSolbaten ;u biefer
uncrfd)ütteriid)cn über;eugung ;u er;ieben.
ler gefamte Unterrid)t über bic 'atcdänbifde <e·
fdid)te ij auf bcn fr;iebungsjwec, bic fr;eugung
einer 'aterlänbifden unb jaatstreuen Qefinnung ;u;u•
fdnciben. !r muO fie besbalb -or alem an bas \c·
fühlsieben bes Solbaten rid)ten. tas -or;üglid)je t1it·
tel bier;u ij bie l\enntnis ber grofen jclb{erren unb
Staatsmänner ber \ergangenbeit unb Qegenwart. Sie
finb -on bem Jebrer in ben \orbergrunb ;u ielen unb
burd oie Sdilberung ibrer perfönlidfeit, ibres 1in"
gens unb 1ämpfens für bie ,erhabene Sad)e bes \ater•
lanbes bem Solbaten 31 Iebenbiger 'irflidfeit ;u
mad)en. 'n beutfd)er lluts-erbunben�cit muf er mit
�ödjcm Etol; auf fie erfüllt tlerben. Sehr empfelfens·
wert ij bie 2enufung -on 'bbilbungen ber grofe
n
jübrerperfönlid)feiten
, weil mit ihrer �ilfe bie Uor.
jelung bes tHannes -on i�nen edcidtert unb bie lr.
innerung an ibre \aten unter{üt;t tlirb. tie tarjei.
lung ber <roßtaten, aber atd) ber wieberunge
n unferer
\efd)id)t
c
müfen bas �er;, aud) bes <leidgültigjen,
in Sd)wingungen -erfet;en unb in il)m eine 'bnung
auföämmem Iajen uon �er ltraft, !dfungsfähigfeit
unb 2  ebeutung unferes "olfes, wenn es einig
i\, feine
nationalen lebensanfprüde erfennt unb uon
einem
fraftuolen Willen
weife geführt wirb.
�as 'atedanb als : n b e g r i f f b e s b e u t f d e n
t o I f s t u m s , b e r b e u t f d e n l u I t u r mit
ihren !ci\ungen auf bem <ebiete bes <ei\es, ber
lunf, ber iedniP, bes �anbwerfs, ber :nbu\rie unb
les �anbefs ber Seele bel tnannes nabe;ubringen, i\
bie weitere '!ufgabe ber uaterlänbifden fr;iehung.
�ier nm6 auf ben <runblagen, bie bie uormilitirifde
lr;id)ung her <l icberungen ter partei unt bes l!r·
l,eitsbien\es gefd>afen bat, weitergebaut werben.
iro( aller Sdulung uor bem jien\eintritt barf jebo
nidt ;uuicl an 1enntni1Ten uorausgefeft werben. !ine
immer erneute '!ufflirung ii baher nottvenbig. 3er
Unterridt fann befonbers roirfungsuol unb Ielrreid
ge\aitet werben burd) ,efude uon gefdidtliden
Stätten, :auwerfen unb lunlfdöpfungen ober :n·
bujrieanlagen. '!Ue biefe :efud}e müfen unter ben <e·
fidtspunft ber 'lnerfennung unb :ewunberung beut.
fden Könnens gejelt werben.
�at ber Solbat uon ben hoben 'erten eine 'or•
felung erhalten, bie ber 2egrif bes \atedanbes um•
fdIiejt, fo muj er barüber aufgefiirt werben, b a j
f e i n S d icf a l tv i e b a s j e b e s e i n ; e i n e n
\olf s g e n o f f e n m i t f e i n e m \a t e r l a n b
u n t r e n n b a r u e r b u n b e n i \. jür jeben jeut.
fden ij es ein <ebot ber ibre unb ber 8elbjerhaitung
,
nationaifo;ialifhfd ;u benfen, b. �. bie eigene 6ade ber
bes \aterlanbes unter;uorbnen unb ein;utreten für bas
'!nfehen bes �ddes, wo es aud immer fei. jühlt er
fie nidt mitterantwortlid für bie Sade bes \ater.
Ian
bes, fo \ebt fcigennuf über Qemeinnu(. !r ij ein
77
Ue_ rräter, für ben fein plal mebr in ber Uolfsgemein·
fdaft if.
3as Uated
an
ö if
feine Ware, bie gebanbelt
werbe
n fann
, es if aud
nidt enbgürtiges !igentum,
über
bas
bie jeweilige Iebenbe <eneration · nad Qut.
bünfen frei "erfügen fann, fonbern ein Uermädtnis
"ergangener <efdIedter an bie <egenwart für bie 3u•
funf
t. !s if ein {eiliges !rbe, bas gelütet werben muu
für
bie tadfommen bis in bie fernfen 3eiten. So be·
beutet Uaterlanb für jeben ein3elnen eine 'ufgabe, Uer•
antwortung unb fittlide Uerpjidtung, es "erlangt 'n·
frengung, Unterorbnung unb 0pfer auf ber einen Seite
unb madt auf ber anberen foi3, farf unb frei. -
3er Staat if bie organifierte jorm bes Qemein"
fdaftslebens bes Uolfes. !r "ertritt bie 'nfprüde ber
tation gegen bie anberen tnädte unb fdült im :nne•
ren ledt, <efel unb 0rbnung. 3a er ber irbaitung
bes nationalen lebens, leJten fittliden 'erten alfo,
bient, fann er feiner tatur nad nur fittlid fein.
3as "efen bes Staates wur3eit in ben Jegrifen:
ledt unb tadt. rr fdaft bie aUgemeine ledts .
grunblage burd Uerorbnungen unb <efeJe, ;u beren
3urdfül)rung er ber madt bebarf. 3ie madtmittel
bes Staates erbalten ibre ledtfertigung aber nidt nur
burd bie innerpolitifden, fonbern aud burd bie
au1enpolitifden notwenbigfeiten. tad augen bin
ofenbaren fie bie Staaten als reine madteinridtun•
gen. !aber finb für bie 'eltgeltung eines Staates
fets feine "orbanbene militärifde tadt ober feine
friegerifden intfaltungsmöglidfeiten ma1gebenb. 01ne
"ebrmadt if fomit bas ;efeben eines Staates un•
benfbar.
3ie Staatsgewalt giiebert fid in bie gefelgeb
en�e,
ridterlide unb bie "0U3iebenbe
Qewalt.
:
br
(barafter
if fets ausfdIie6Iid unb uneingefdränft,
fie fann
78
feine an�ere <ewalt neben fie �ul�en, wil fie nidt ab�
banfen.
jer Staat ij �er
�em ein;elnen übergeor�nete 2

grif. jer Staatsbür
ger jelt
;ur Staatsgewalt
im
terlältnis ber Unteror�nung. jas lenn3eiden jebes
jaatliden !ebens
ij �as
torban�enfdn 'On Regie·
rungen unb Regierten. jas \erlältnis bd�er ;uein·
an�er bejimmt �ie Staatsform, �ie als lulturerfdd·
nung eines \olfes im Xedaufe feiner <efdidte mit
ben fuitureUen 2e�ürfnifen ;u wedfeln pfegt.
jas blutbe�ingte Redtsbewu�tfdn feiner. lürger
unb �ie fittlide torm �es Xolfes fann �er Staat aber
nur 'erwirfliden, w e n n b e r e i n ; ei n e b e n
ji e n j a n i b m a l s f i t ti i d
e
' u f g a b e b e·
t r a d t e t. j i e b ö d j e � a t f ü r � e n S t a a t i {
b a s <pf e r b e s !e b e n s f ü r f e i n le j e b e n.
:m Sol�atentum fn�et fie ibre !rfüUung. jaber
wur;elt �ie Welrmad)t in ber fittliden :�ee bes Staa•
tes. Sie ij ;ugleid bas Sinnbil� ber tadt unb <rö�e
bes \aterlanbes. 'us ber fol�atifden :�ee beraus
mu� ber tann fein \atedanb mit fanatifder :n•
brunj lieben.
jie eigentlide 'ufgabe ber Webrmadt ij bie \er•
tdbigung �es tatedanbes, bie Xorbereitung auf ben
Krieg bafer ber Sinn btr gefamten itjiefüng üib
'usbii�ung im jrie�en. jer Sol�at mu� fid bewu�t
fein, �a� 'On bem frfolg biefer fr3iebung unb 'us.
bil�ung bie 3ufunft feines \offes ablängt unb ba� es
an ilm felber Hegt, ob er 3um Siege o�er ;ur tie�er•
Iage mit beiträgt.
jie großartige 'ufgabe �er !anbes'ertd�igung
wir
b ber Webrmadt aber
nur gelingen, wenn bejimm
te
<runbbebingungen erfült fi
nb. 'ufgabe
bes er;ielen"
19
ben Unterridtes ij es, tiefe bem Solbaten �ur fr,
fenntnis �u bringen.
!
ie
widtig{e aruntbctingung eines erfolgrciden
'usg
anges bes 1rieges, aud in ber 3ufunft, ij ber
finfat;
ber gefamten Uolfsfraft. 3as Ringen wäre
tedo
ren, wenn man es
nur mit bcfHmmten �eilen ber
2etölfermtg burdfübren wolte. 3iefe �atfade ttr•
langt, ba� bie Uebrmadt fid nidt ton irgenbwelden
Sdidten bes \olfcs abfdIieft, fonbcrn möglidj aie
Wafenfäbigen erfaft. 'usgefdIofen bleiben nur \er•
breder unb !lemente ton un;weifclbaft taterlanbs·
ober tolfsfeinblider <efinnung, bie alen fr;iebung
s
.
tcrfuden un;ugängiid finb.
3ie totroenbigfeit, mit ber <efamtlcit bes Uolfes
Krieg ;u fübren, tedangt ferner, ba� fid bas �ttr
nidt als Staat im Staate, fonbem als 'eil ber Uolfs 
gemcinfdaft füblt. fs muf bas 2ejreben baben, burd
Uorbilb unb Jcijung ton bem rücbaltlofen 'ertrauen
bcr'lgemeinbeit getragen ;u fein. :nnerlalb ber Welr•
mad
t
fdroeigen ale firdIiden aegenfät;e unb bie
Unterfdiebe ;roifden bod unb niebrig, arm unb reid.
t1ajgcbenb für ben cin3einen il nur fein 3ienfgrab,
ber bas "orgefeften. unb Untergebenenterlältnis re•
gelt. !ie Jiebe ;um Uatedanb ij bas bie ein;tlnen
�eeresangebörigen ;u einer feelifden aemeinfdaft �U·
fammenfdroeifenbe aefübl, lbarafter unb l\önncn be,
fimmen alein Wert unb 'nfeben bes ein;clnen Solba­
ten. �ierüber muf ber Jebrer mit feinen Jeutcn ein·
gclenb fpreden, um bei alen bie feelifden 1!ntdebe ;ur
perföniidfeitsberoäbrung unb folbatifder Jeijung
;u
erroecen.
Solbatenbien\ if fbrenbienf an ber nation.
3e
r
Solbat bient nidt materieler
aüter wegen. 3ie Werte
feines
2erufes liegen alein
im Sittliden. 'u� biefem
so
wrunoe bci}t es aud) in 3ifcr s �er pfid}te
n bes
Solbaten: "<röjten Jobn unb l)öd)ies \Iüc pnbct
ocr Solbat im 2enmjtfcin freuoig erfülter Pfid}t."
:ic 3ugel)örigfcit beB ttannes 31 bem fbrenianoe
ocs Solbaten foU in ibm einen Naufd von <Iüc uno
Stoi� l)eruorrufcn. tur wenn jebcr ein;elne feinen
Soloatenoien\ am Uaterlcmo als 'Cus;cidnung uno
f!bre cmpjnoet, ij oas ,eer von bem mitreijenben
nationalen 8d}wung getragen, ben es jUr !rfüUung
feiner boben Pfid)tcn braudt. Jür oie ir;ielung Ct<
geben fie} bier beoeutfame '!nfatpunftc.
?ie '!ufgaben bes ,ecres 'cdangen eine l ä n b i g e
� e r c i t f d a f t u n b 6 d I a g f e r t i g f e i t ocr
�ruppc. 3ie SdIagfcrtigreit crforocrt wicocrum eine
1cile ton pcrföntidcn 2efd)ränfungen ocs Soioaten,
oie in oem Ucbrgefct angcoronet fino. !ie ein;elncn
Uorfd)riftcn, oie im \egcnfat ;u oen fonfigen Staats•
bürgern oas 'Cufgebcn bel1immter Nedte terlangen,
fno von wcbrfcinblid)en :reifen mit \orliebe ;ur Qr.
regung von Un;ufrieoenbeit benutt woroen, um oie
3erfetung ocr �ruppe ;u erreiden.
ier Jelrer tvüroe er;icberifd falfd banocln, wenn
er oie betrejenoen 2ejimmungen oes 'elrgefetes
ibres einfd)ränfenoen llarafters entfieioete unb oen
2ewcis ;u erbringen terfudte,
als ob mit ihnen
gar
fein (pfer -erbunoen wäre. �rot befer 2!bfidt wiirbe
er biermit nur oas <cgenteil oes gewünfdten 3tveces
erreiden. 3enn ocr Solbat müroe inncrlid nid}t oie
:id)tigfcit oer 'lusfübrungen ocs Jebrers anerfennen
uno nur mijtrauifd) weroen. totwenoig ij es, oie
iinge beim rid}tigen tamen ;u nennen unb oie l 
e
.
f
dränfung oes Staatsbürgerredts ;u;ugeben, m
o
fie
tatfä
dIid) torliegt. Ias
er;ieberifd !ntfdeioeno
e ij
jeood), oen Soioaten ton ocr Botwenoigfeit biefer 2e·
Ii �!! t t i 1 t c r, lt0iclung
SJ
fdränfun
g für bie lrl)altung bes friegerifden 'ertes
bes �eeres ;u über;eugen.
3u be
n gefet1id feigelegten l; efdränfungen gehören
tOr alem:
, . 3ie Qenehmigung ;ur Uerheiratung C§ 27 'eh
r
·
gefet).
:  . 3as Uerbot politifder l; etätigung unb bie 3u·
gehörigfeit ;u politifden Uereinen C§ 26 "elr.
gefet).
J, �as lulen bes politifden "allredts C§ :6
Webrgefet).
4· !as \erbot ber 3ugehörigfeit ;u unpolitifden
Uereinen im Sinne bes § 26 Webrgefetes.
, . �as \erbot ber unbefugten linberufung tOn
Solbatenterfammlungen C§ JOJ Wehrmadtiraf•
gefetbud).
Uon biefen 2eiimmungen betrift bie erie praftifd
nur bie länger bienenben Solbaten in jührer• ober
Unterführerielen
.
Uon ilrer linfidt mug terlangt
werben, bag fie bie l; elaiung für ben Kampfwilen unb
bie 2eweglidfeit erfennen, bie bie Qrünbung einer
jamilie mit fie ;u bringen pfegt. !ie lufflärung
bürfte hier für ben Uorgefetten nidt fdwer fein.
3as \erbot politifd)er l;etätigung ber Solbaten mug
trot ber l;efeitigung ber partden aufredterbaiten
bleiben. llud nad ber �erieUung einer ein;igen poli.
tifden "iUensbilbung im !ritten leid mug bie �ruppe
aus ber lrörterung politifder �agesfragen heraus.
gehalten werben. :ebe l;efdäftigung mit Politif ;ielt
fe tOn ibrer l; erufsaufgabe ab unb terwifdt ilre
Stelung als ,ornelmfes un� unbe�ingtes madtmittel
ter Staatsgewalt. 'e reiner un� ungeförter fie ber
grogen ,aterlän�ifd)en :�ee
�ient, befo gefün�e
r un�
Ieifungsfäbiger if fie. lus tiefem arun�e fommt aud
tie 3ugebörigfeit ber Soltaten �u politifden 'ereinen
nidt in '1rage.
3as luben bcs politifden Wablredts lat augen•
bliclid feine praftifde l e�eutung, ba parteipolitifde
Wahlen nidt mehr fattfnben.
jür bie 3ugebörigfeit bes Solbaten �u nid)tpolitifden
tereinen finb bie l;e�ürfnife ber �rupp
e
maggebenb.
'ebermann wirb Ieidt einfeben, bag es für bie �ruppe
Selbfmorb wäre, wenn fie bie mitgliebfdaft "On
'ereinen tulbete, bie eine aefalr für bie mannes�udt
finb.
fbenfo if bie unbefugte finberufung "Oll Solbaten•
,erfammlungen 3ur leratung über bienflide 1n·
gelegenbeiten mit ber 3if;iplin un"ereinbar. :n ilnen
fpiegelt fie) fets Un�ufriebenbeit unb mangel an 'er•
trauen jU ben Uorgefet;ten miber. Sie ieUen immer
einen 1ft ber Selbifilfe bar
, eine felbfänbige Wilens·
bilbung ber tnafe, bie im \egenfat; �ur 1ommanbo·
gewalt ber Uorgefet;ten iebt unb biefe "On fie ab·
hängig jU mad)en "Crfudt. 3erartige Verfammlungen
finb fets bie 1!nfänge einer meuterei unb bamit ein
untrügiides 3eiden für ben tiebergang bes friegeri·
fd)en Wertes einer �ruppe. :n ber Solbatenrat�eit bat
bas beutfde �eer bie bittere lrfafrung maden müfen
,
w
obit eine fold)e fntwiclung fübrt.
3ie {aatsbürgerliden 2efdränfungen bes Solbaten
im "ehrgefet; finb fo einleudtenb, bag jeber aut•
gef
innte "01 ihrer notwenbigfeit über�eugt fein
mug.
6*
83
fc �' r e u n � c b r c
n b
a
f
t t . ü [ r u n g.
J. J; egrif unb .  ebeutung für ben Solbaten.
P e r f ö n I i d e r h r e u n b 9 o l b a t. tas (e.
fühl für bie !hre bilbct hen mittelpunft bes fittlicen
\larafters bcs tcnfdcn unb fomit hen tnaffab für
bcn Wert ber perföniidfeit. ter .  egrif ber !hre
if von 'erfd)iebenen Stanbpunften aus ;u betradten.
}ei bem erfen banbelt es fie um bas 3ufammenfiingen
bes !hrgefühls mit hem moralifd)en <efet, bas ber
menfd)Iiden Seele innewolnt. 1([s Solge hier'on felt
fid ein perfönlides Wertgefühl ein, fobalb fie leraus•
(elt, baf <efinnung unb �anbeln bcn jorberungen bes
Qeroifens entfpreden. tiefer �eil ber !hre ii bie
alerperföniid(e 1!ngelegenbeit eines jebcn. f! r i f b i e
f i t t l i d)e <r u n b l a g e b e r i n n e r e n Wü r b e
b e � Ul e n f d) e n ol)ne lücfidt auf befen Stanb,
Stellung ober }eruf unb unbeeinfuft 'On äuferen
'orteilen ober nadteilen. tiefe !hre fnbet ihre !r­
fülung in ber jorberung 1ants: "�afel
e fo, baf bie
tna,ime beines �anbelns ;ur Qrunblage eines aU·
gemeingültigen 0efetes erboben werben fann." tiefe
ibeale �öd(forberung fann in 'olem Umfange niemals
praUifd erfült werben. U'äre ber Ulenfd l)ier;u in
ber Jage, fo börte bas Streben nad fittlid)er Uer'ol·
fommnung auf. Qerabe biefes Streben aber ii es, bas
bem fbrgefiibl immer neue 'lntriebe gibt. �ie !hre i(
alfo nid)t eine paff"e !igenfd)aft, fonbern eine imme
r
aufs neue ;u erfüUcnbe 'Cufgabe burd) 2ewäbrung
unb Jeifung ber eigenen perfönlidfeit. jreilid
weif
bie Stärfe bes !frgefül)Is bei ben ein;elnen menfden,
ebenfo wie bic fonfigen
figcnf�
ften
b
es
(barafters,
bie grögtcn Gratunterfd)iebe auf.
84
�er Solbat, als ntenfd gefeben, i{ ebenfo w
ie ale
übrigen menfden �räger unb �eilbaber bes algemein
·
gültigen fl)rbegrifs unb fann hier für fie feiner
lei
Sonterredte beanfpruden.
n e r u f s e ( r
e u n b S o I b a t. 3 er nädje Stanb·
punft, 'On bem bie !hr
e
3u begreifen ij, bejielt fid
a u f b i e Um ro e I t. !ie !bre ij hier gleidgefeft
mit ber lerertung, bie tie Umwelt bem !injdmenfden
auf (runb feiner �anblungsreife als (harafter unb
in '!nfebung feiner ,eijungen im l  erufsieben juteil
werben Iä�t. :eber ehrenlafte tnann 1)at bas l;e.
ireben, 'Oit hier aus fic bie '!dtung feiner mit•
menfd)en jU erringen. 'Cus jurdt, ba� ibm bas nidt
gelingt, ober bie bereits erworbene '!dtung tvieber 31
'erlieren, entielen feelifde �emmungs'orgänge, bie
ibn auf bem geraben Wege ber !lrenbaftigfeit fei•
(alten. 3ie '!ntriebe fÜr biefe Seite bes !brgefübls
entfammen alfo !injüfen äußerer '!rt. 3a fie mit ber
berufliden �ätigfeit bes einjelnen unlösbar 'erbunben
finb, ergibt fid bie !ntwiclung einer befonberen
n e r u f s e h r e , bie 'On ben ,ebensbebingungen, '!uf•
gaben, 3wecen, 3iden unb pjidten bes lerufes be·
iimmt werben. Sie ij bemnad nid)t etwas tinleit•
lides unb (leidmägiges, fonbern ebenfo mannigfaltig
unb 'erfdieben, wie es bas beruflide Sdafen ber
menfden ii.
Wenn jeber l; eruf feine befonbere f[re bat, fo mup
bem Solbaten folgeridtig aud eine arteigen
e foltatifde
. l;erufsebre ;uerfannt werben.
3as tefen ber folbatifden 2erufsebre haben wir
bereits im ;weiten 'Cbfdnitt näher
umfd)rieben.
'Cu
f

gabe bes Unterridts ij es, bem Solbaten begreiflid jU
maden, um relde (oben !inge es in feinem l;
eruf
SS
eigentlid gd)
t. !r mu�
wifen, ba� er unb feine Uni·
form
bie
ibre bes taterlanbes tetförpern, ba�
bie
jreib
eit
bes tatedanbes unb ber Suf bes tolfes
fein
er
sanb antertraut finb. luf ibren Wafenträger
blic
t bie tation mit
tertrauen unb sofnung in not
unb cefabr. !urd bie erfabene :bee feines .erufes
mu� er mit unerhörtem Stoi3 erfült werben. !iefer
Sdulungstorgang ij immer wieber in gewifen 3eit.
abjänben 3u wieberfolen. a e f d i e b t b a s n i d t ,
f o fa n n b e i b e r j ü iie b e r p r a f t i f de n
b i e n j l i d e n llu f g a b e n u n b b e m g a nje n
f d a r f a n g e fpa n n t e n ä u �e r e n te d a n i s·
m u s b e s So l b a t e n t urns l e i dt e i n e te t•
f ü m m e r u n g b e r b o b e n f e e l i f d e n We r t e
b e s 2 e r u f e s e i n t r e t e n. :n biefem jale belebt
bie aefabr, ba� ber tnann ben Solbatenberuf nur
materiel auffa6t unb inneriid auf bie niebere !bene
bes 2rotfolbaten ober lanbsfnedts ferabfinft. ter•
blaft bie Kraft ber grofen leitgebanfen,
in beren
tamen bas �eer gegrünbet ij, fo würbe bem inneren
3erfal ber äufere balb folgen. !ie \ruppe würbe alen
fd'Miden 2eein�ufungs. ober 3erfefungsterfuden
tatedanbsfeinbiidcr 1reife erliegen
.
!ie ir;iefungsaufgabe ij bier befonbers fdwer, weil
es bem folbatifden ir3ieber nidt Ieidt fält, über bie
Werte ber 2erufsetbif grofe Worte 3u maden. Seiner
melr auf bas sanbeln abgrjimmten, fdIidten tatur
liegt es mebr, biefe Werte burd fein \un unb lafen
praftifd 3U terwirfliden. ir3ieberifd gefeben, ij bas
jebod nidt ausreidenb. tit silfe bes Wortes, unb
3war bes ridtigen, wirffamen Wortes, mug fie biet
ber !r3ieber an ben terjanb unb bas aefübl feiner
3öglinge wenben,
um ibnen ben :nfalt ber
folbatifden
lerufsefre ju einem Werterlebnis ;u maden. !ie llrt,
86
�ie er im ein;elnen an;uwentcn bat, muf ttm
fr;ieler
überlafen &leiben. 'ebes Sdema wäre nur lom übel.
fbenfo lerbält es fie mit ter jrage, bei wdder 1e·
Iegenbeit biefer Unterddt ab;ulalten i(.
'ad ter
lefruten;eit empfehlt es fid nidt, &efontere Unter.
ddts(unben bierfür an;ufeJen. Uirffamer i( es, an
'eriöfe unb \ergeben, bie immer einmal lOrfommen,
an;ufnüpfen unb mit fur;en, eintringliden Uorten
bas 'erwerflide ter �anMungswdfe unter tem l[ic.
punft ber lerufselre ben !euten lOr 'lugen ;u halten.
e t a n t e s e b r e u n t e 0 [ t a t. 3ie lerufs·
gruppen, tie unter gleiden :nterefen, lebingungen
unt p�idten arbeiten, entwiceln taraus beiimmte
\'oridlungen lOn ihrer 1emeinfamfeitsebre, t i e a I s
9 t a n b e s e 1 r e be;eidnct wirb. :n unmittelbarem
3ufammenlang mit ber fbrauffafung bes ein;dnen
ieUt fid bie Stanbesebre als bie fittHde fin(eUung
ber <emdnfdaft im �inbiic auf ilren 3wec unb ibre
'lufgabe bar. 'lls fdbfänbige 1raft trüct fie tem
gan;en Stant ibren Stempel auf. :bre Wirffamfdt
ii um fo gröfer, je mebr fie tie Gemeinfdaft ibrer
:teaie unb 3wecbefimmung bewuft ii unb je inniger
bie fin;elmitglieber menfdlid miteinanber lerbunten
fint.
3ie Stanteselre ii für tie foltatifde 1emeinfdaft
lOn entfddbenber lebeutung. Sie formt bie ' nfidten
unb 'luffafungen unt befimmt bie fittlide 'orm bes
Gan;en. 'eber ein;elne lerförpert bie fbre feines
iruppenteils unt ii für ibre leinerbaltung lerant•
wortlid. 3er Solbat muf balon über;eugt werben,
baf jebe 'erfel)Iung bes dn;elnen bas 'lnfeben ber
Gefamtleit fdäbigt, ba in ber <fentlidfeit fofort bie
ein;dne �anblung leraUgemeinert wirb. 3er ein;elne
muf ;um bewuften iräger ber f
bre feines
Stanbes
87
erjogen tverben. 'Cud bier wirb ber lorgefe�te an be·
fonbere
'orfommnife feine
Unterweifung anfnüpfen.
3arüb
er
linaus bieten bie bienjliden 'Cufgaben häufg
<eleg
enbeit, bas Qefübl ber Stanbesebre neu ;u be·
leben. 3as ij bcfonbers bei grofen 'Cnjrengungen ber
.al. �ierbei ij natürlid nid)t bas Wort "Stanbes­
el)re" 1 baS fein menfd terje{)en WÜrbe, 3U gebrauden,
fonbe
rn ber 2egrif ij in einfadjer jorm mit �ilfe
bcs <efübls in ben Wilen bes mannes um;ufe�en.
�ierfür folgenbes 2eifpiel: !ine Kompanie muß im
tnanöter nad einem befonbers beigen, äu�erj.anjren•
genben iage abenbs nod auf 'orpojen ;ieben. 3ic
Jeute fönnen tor Q  rfdöpfung faum nod. :n biefem
._ !ale wirb ber 1omp .• jülrer bas Jc�te ton ben Jeuten
lcrausbolen, wenn er etwa fagt: "Wir baben beute
einen beigen iag !inter uns! :e�t müfen wir auf
'orpofen! 3as legiment erwartet, ba� wir trot;
unferer milbigfeit unfere Ptidt tun. 3ie Kompanie
bat nod nie terfagt. :e�t wolen wir bie 3äbne ;u•
fammenbei�en
,
bamit uns feiner nadfagen fann, bie
Kompanie ij fdIapp gewefen. Wir wolen ;eigen, wa&
wir fönnen!"
2. 3er Unterridt über bie ibre.
a) f f c n f a f t e J ü f r u n g a ( s m e n i c u n b S o l b a t.
'tus obigen 'Cusfiibrungen ergibt fie als 'Cufgabe
ber ir;ielung, bas ibrbewu�tfein bes Solbaten nad
ber a I I g e m e i n e n m e n f d I i d e n unb ber b e •
f o n b e r e n f o I b a t i f d • b e r u fi i d e n Seite ;u
entwiceln. �ier;u muß bem manne f!argemadt
werben, baß fie bie ibre jets in ber <efinnung
unb
im
�anbeln ofenbart unb bas Qewifen bem tnenfde
n
als
lorreftit ber f.bre eingeboren if, !s malnt unb
88
warnt, wenn bie perföniide tbre in <efabr geraten
tliU unb peinigt nad) '0ljogener unebrenlafter
�anb

lung. 'us biefem Qrunbe barf ber Solb1t niemals fein
\ewifen einfdläf
crn ober aus falfd 'erianbencr
Uännlidfeit ;u
unterbrüccn
fuden,
fonbern mu6 be·
ire&t fein, es iets wad) ;u erlalten unb ;u immer
gröJerer jcinbeit ;u entwiceln. ;ei alen feinen �anh•
lungen, bie bie fbre &eriibren, muJ er fie
bie jrage
'orlegen, o& er fie 'or feinem <ewifen aud gan;
'erantworten fann.
'on bem Stanbpunft ter lhre mug er fein gefamtes
menfdHdes unt folbatifdes Wolen, Streben unb
�antdn auffafen lernen. tie jörberung feines menfd•
liden lbrgefübls madt bie frroecung unb 'usbilbung
folgenher tigenfdaften befonbers notwenbig: 'er·
fdwiegenleit, UnbeiedIidfeit, Wabrleitsliebe, <e·
wifenbaftigfeit, 1edtfdafenbeit unb orbentlide
lebensfübrung .
. 3ur ' e r f d w i e g e n 1 e i t ii ber Solbat auf
Qrunb bes § :; bes Webrgefetes 'erpfidtet. Sie foi
fie nidt nur auf bie geleim;ubaitenben tinge ber
.  anbes'erteibigung &efdränfen, fonbern aud auf ale
'orfommnife unb 3uiänbe innerhalb bes �ruppen•
teils, bie nidt für anbere 1reife beiimmt finb. �ier
erwädi bem . ebrer eine befonbers widtige fr·
;iebungsaufgabe
,
weil ber teutfde bei feinem ofenen
unb 'ertraucnsfeligen \barafter häufg tas ddtige
<efü1I für bie totwenbigfeit bcr 'erfdwiegenbeit
'ermifen läJt. Sehr oft plaubcrt er in aler <fentlid·
feit bie widtigfen �inge aus, ohne fie über bie �rag•
weite feines 'erbaitens f[ar ;u fein.
tie 2 e i e d I i d f e i t i( eines Solbaten
be·
fonbers unwürbig. 'or ibr mug er fie
)
hüten, weil ber
feinblide 2gentenbieni auf bem Wege ber 2eiedung
89
feine 3ie
ie ;u erreiden fudt. 'ber auc innerhalb ter
�rupp
e gibt es tiele 3ien\\elungen, teren :nbaber
erfabr
ungsge
m(� Ieidt
2e\edungsterfuden ausgefeft
fint.
frinnert fei nur an ben �üdenunteroff;ier, ben
�amme
runteroff;ier unb an bie übrigen junftions�
unte
roff3iere. mit alen biefen Stelungen i\ eine ge­
wife Selb\äntigfeit unb gro�e \erantwortung ter.
bunben, fie terlangen gefe\igte, tÖUig unbe\edIide
perf önl idfeiten.
3ie Wabrleitsliebe i\ ein befonberes �enn;eiden
foltatifder mannestugenb. 3er Solbat fol aus mora•
lifdem mut für ales einjeben, was er begangen lat.
So i\ es untereinbar mit ber fbre, etwa bes tadts
nad überfdreitung tes 3apfen\reides auf terbotenem
'ege in bie �aferne ;urüc;ufebren ober einen \or­
gefetten auf 2efragen in bien\liden 'ngelegenheiten
wifentlid ;u beiügen.
Qe w iff e n b a f t i g f e i t u n b 1 e d t f d a f·
f e n l e i t finb ein 'usbruc elrbarer <efinnung. 3er
gewitTenbafte menfd i\ ;utedäffig unt für \er•
trauens\elungen besbalb befonbers geeignet, er trägt
bie be\en \orausfefungen in fie, um im !eben etwas
�üdtiges ;u erreiden. :n ber 1edtfdafenbeit ofen•
bart fie bie jäbigfeit, bas Qute tOm 2öfen, bas
fdaubte tOm \erbotenen nidt nur ;u unterfdeiben,
fonbern aud ;u terwirfliden. 1edtfdafenbeit ter•
breitet eine 'tmofpläre bes \ertrauens um fie. 3er
-olbat mu� als t1enfd bie 'erförperung ber 1edt•
fdafenbeit fein. :\ Mes �er jal, bann fenn;eidnet
iln feine Uniform fdon als fbrenmann, obne ba� er
jebesmal ben 2eweis bierfür er\ erbringen mu�.
< r t e n t I i d e 1 e b e n s f ü b r u n g i\ bie Qrun�­
lage für bie Pfidterfülung.
Sie terlangt
fä�igfei
t
in alen 3ingen unb eine geregelte <elbwirtfdaft. Sie
90
meibet Ieidtfinnigen \erfebr unb fudt bem 3afein
einen finntolen �nfalt ;u geben.
�n ben 1Pfidten bes beutfden
Solbaten"
wirb ber
militärifde !frbegrif
mit
folgenben Worten um.
fdricben: 13ie !bre bes Solbaten
liegt im bebingungs.
lofen
!infat feiner Perfon für \olf unb \aterlanb bis
;ur <pferung feines Jebens." �ier banbelt es fie gleid·
fam um bie :rönung ber !bre, bie nur im :ampfe
mögiid if. 3er
Solbat mu� lernen, ba�
tOr biefer im
Jrieben nod) tielerlei Pfid)ten liegen, bie in unb au�er
tienf befimmte jorberungen an feine !bre jeUen.
'ufgabe bes Unterridts if es, bem manne eine \or.
feUung tOn biefen Pfid)ten ;u geben unb tOn ibnen
aus an praftifden ,eifpielen �u erläutern, wie ber
ebrenlafte Solbat banbelt, woburd er bie !bre ge•
fäfrbet ober gar terlett.
3 i e U n i f o r m if bes Solbaten !brenfleib. 3urd)
fe madt er feine 3ugebörigfeit ;u einer erlefenen (e.
meinfd)aft fenntlid. \or ber Würbe ber Uniform bat
bas eigene �d) ;urüc;utreten. 3as gefdiebt baburd),
ba� ber Solbat fie fets bie jrage tOrlegt, ob fein
perfönlides 'uftreten in ber dfentlid)feit fowie bie
Wafl feines Umganges unb \erfebrs bem 'nfeben
feiner Uniform unb ber !bre feines Stanbes entfpridt.
�ier if eine �ebung bes Selbjgefübls bes mannes
oft febr nötig. :er Solbat mu� fie fets bewu�t fein,
ba� er in Uniform fie) nid)t wie jeber unbefannte
3i'ilif ;wanglos unb ungebemmt bewegen barf, fonbern
ba� er fets 1im :ienf if", im :ienf ber �bee, bie
er "erförpert. :ies ;wingt ibn ;ur 3urücbaltun
g in
Wort unb Qebärbe, ;u Iaft gegen anbere unb ;u 'OC•
biibiider �altung, wo immer er in ber dfentlidfeit
auftritt
.
91
3ie
d)renvol
e '
uffa
f
ung feines 2erufes veranlagt
ben Sol�at
en baju, feinen
'ln�ug iets in beier unb
vorfd
riftsmäg
igem 3uianbe
3u laben un� burd bie
Str
ammheit feiner lhrenbe3eigungen aufjufalen.
i
i e
f o l b a t i f de l h r e i i b ic ' rieb·
ha f
t f ü r b e n Wi l l e n b e s dn 3dn cn ; u r
l r f üil u n g a l l e r pf l i dt e n , a u d b e r
fle i n i cn , n a d b e i cm Wi f f cn u n b 1ö n·
n e n. Sie fragt nidt nad loln unb 'nerfennung,
fonbern tut ales um ber Sadc wiren. Solbatenclte
bil�d mit Solbatentreue unb folbatifdem <ehorfam
ein unteilbares <anjes. Sie if baler mitbefimmen�
für �ie leiiungsfähigfeit, ben <ei\ un� bas 'nfehen
eines 'ruppenförpers. Sie verpjidtet ben ein;dncn,
fie für �ie lhre ber <efamtheit mitverantwortlic ;u
fühlen unb für bie Neinerhaltung bes llrenfdilb�s bes
"erbanbes mit alen 1räften von fe aus ;u forgen.
'irb bie llre eines 'ruppenförpers von ben 'n·
gehörigen nidt mehr als 'ufgabe un� "erpfidtung
anerfannt, fo laufen vidleidt nod bie äugeren jormen
weiter, innere 1ampffraft wohnt einer folden 'ruppe
nidt melr inne. "or bem jeinbe würbe fie fie einfad
auflöfen. 3ie 1riegsgefdidte fennt genügenb �eifpide
für terartige 3erf efungserf deinungen
.
3ie algemeine Unterweifung über bie llre ii3wec·
mäßigerweife mit einer 1larielung bes �egrifes
lhrgeh abjufdliefen. tit ihm werben nidt nur gute,
fonbern aud fdledte 'riebe bes menfdIiden �haraf·
ters gefenn;eidnet. 3as Wort lhrgei; ii baler
boppelfinnig. :n gutem Sinne ehrgei;ig muf jeber
orbentlide t1enfd fein, um im !eben etwas 3U leiien.
ier
lhrgei3 wirb bagegen 3u
einem �farafterfeh
ler,
fobalb er fid nidt auf lautere 3ieie erirect, auf
1oien
bcr 1amerabfdaft gebt ober fdlieflid ;u rücfidts•
lofcc
:d)fud,t fübrt. :eber Solbat muf bcn !lrgei;
baben, feine
militärifden
pjidten fo gut wie möglid
:u erfülen unb --
im
1
a
bmen ber aemeinfdaft -
nad bem lödjen fil
r i
h
n in
l;etradt fommenben 3iel
3u freben.
b) \ c r g d) c n g c g e n 1 i e l f) r c.
a) ü b e r m ä 6 i g e r ' I f o b o I g e n u
f.
Wer feinen 1örper burd übermäfigen 2Hfobol·
genu6 fdwädt, fett fie augerfanbe,
feinen l  ienj
tOU :u "erfeben. :n ber �runfenbeit fommen bie
meijen jäUe 'On WiberfetIidfeit ober tätiiden
'ngriten gegen lorgefette 'Or.
b) 9 p i e i e n u m < e l b.
!in menfd), ber um bes <elbcs wiren fpielt, unter•
gräbt bie 1amerabfdaft unb gerät Ieidt auf bie
fdiefe Qbene, auf ber es fein �alten mebr gibt unb
an beren Qnbe bas <efängnis ober 3udtbaus febt.
c) S d I e d t e r U m g a n g.
3er lerfelr mit Iieberliden Weibern wiberfpridt
ber �bre bes Solbaten. Qr if bäu�g mit Sdäbi·
gung ber <efunbbeit 'erbunben unb 'erfübrt ;u
Ieidtfinnigen <elbausgaben, beren Solge Sduiben
finb.
d) r l r " e r l q; u n g b e r m i t m e n f d e n.
l:ie fbre bes Solbaten ij nidt benfbar obne bic
1dtung tOr ber fbre anberer. �ieraus erwädj
jebem ein:elnen bie pjidt, fie 'Or 2eleibigungen
anberer menfden ober gar übler tadrebe ;u l)üten.
!benfo mug er aud für abroefenbe
1ameraben
ein•
treten, roenn beren �bre angegri
f
en
roirb. Qin;u•
gebett ij fierbei auf bie jrage ber totwebr, bie
au
d
)
gegen
über einem gegenwärtigen, redtswibrigen
llngrif
gegen bie eigene fbre ober bie eines anberen
gegebe
n ii. lrforberlidenfals barf 3ur lbwelr
biefes
llngrifes fogar
1on ber Wafe <ebraud ge.
mad
t werben.
e) I e i d t f i n n i g e s 9 d u I b e n m a d e n.
Unehrenhaf
t ii für ben Solbaten Ieidtfinniges
Sdulbenmaden. fs fe1t ben gefamten Solbaten•
ianb in ber cfentlidfeit herab. lufgabe ber lr·
3iehung ii es hier, bie leute ;u einer geregelten
<elbwirtfdaft an;uhalten. tas ii oft nidt einfad,
weil ein groter ' eil ber mannfdaften bei ber
fdledten Wirtfdaftslage ber fltern hier jegiider
fr;iehung ermangelt unb felbi aud feine rege(.
mätigen linfünfte gelabt hat. llngefidts biefer
Umjänbe gewinnt hier bie fr;ielung über ben
folbatifden Xahmen hinaus fo;iale lebeutung.
f) S p i o n a 9 e.
:Ire <runblagen bilben meiiens leidtfinn, le.
jedIidfeit unb �abgier. ter lebrer befpridt am
bejen tatfädIid 1orgefommene jäle 1on Spionage,
unter lngabe ber Strafe, bie fie gefunben baben. :n
biefen 3ufammenhang gelört bie Unterweifung über
bas Wefen ber feinbliden Spionage unb bie lluf•
flärung, wie fid ber Solbat gegenüber feinbliden
l!genten, bie er als folde erfannt bat, 1erbält. ter
Solbat mut wifen, bat \aterlanbs1errat mit ben
f
d)wcrien Strafen, bis ;uriobesirafe, bejraft wirb.
g) : ö r p e r " e r i e 1 u n g u n b � a u s f r i e o e n s •
b r u d.
94
leite Straftaten wiberfpreden ben <runbfä1en
eines orbentliden lebenswanbels
, fie werben
mei•
\ens unter ber finwirfung bes l!Ifohols begangen
.
h) ' i b e r f a n b g e g e n
b i e S t a a t s g e w a It.
3er Sol�at if
;u b
debren, ba� feine Uniform bie
bödfe Staatsge
walt "er
finnbilblidt. fine innere
totwenbigfeit
if es baler
, ale 'orfdriften ber
poli;ei unb fonfigen Staatsbe
l)Örben 'Orbilblid
;u befolgen.
:efonberer Unterw
eifung bebürfen
bierbei bie :efimmungen über poli;ei un� Webr•
madt.
3u ben frafbaren �anblungen gegen bie lbre im
Sinne bes 'StQ,. gelören bie Qruppen ber wiber,
red)tliden �anblungen gegen perfonen unb tigentum.
�ier;u rednen im ein;elnen:
a) \ o r f ä t 1 i d e u n b r e d t s w i b r i g e : e •
f d ä b i g u n g , 3erförung ober preisgabe eines
3ien{gegen{anbes in 'erbinbung mit einem tad•
teil ufw. § J 37 WStQ:.
b) 3 i e b f a b 1 b e i ' u s ü b u n g b e s 3 i e n f e s
g e g e n 'o r g e f ett·e o b e r Xa m e r a b e n.
§ )3$ '9t<:.
3ieb{abl i{ bas fdimpflidfe 'ergelen gegen bie
ebrenbafte jübrung. .efon�ers "erwerflid i{ �ie
jorm bes 1\amerabenbiebfabls. mit alen mitteln
if ben !euten bas terbrederifde bes 1\amera�en•
bieb{abls 'Or 'ugen ;u fübren unb babei auf bie
fdweren Strafen, mit benen er geabnbet wirb, lin•
;uweifen.
c) t i g e n m ä d t i g e s , e u t e m a d e n i m
j e l b e u n b p I ü n b e r u n g. §§ pS, JZ9, J3Z
'9t<4.
lie Wiber{anbsfraft gegen ben 3rang, .eute ;u
madcn, wirb um fo geringer, je "erwilberter bie
Sitten burd bie !änge ber l\riegsbauer werben
un� je mebc bic !ebenshaltung abfinft. 2cute•
made
n unb p!ünbern finb immer bie 1cnn;eidcn
i
dwinb
enbcr 3ifjipiin. lus bicfem <runbe muf
f

n bei ben erfcn 1ht;eid)cn mit aler Sdärfe
burdegrifen werben, um ben 3erfal ber 3if;ipiin
;
u
lerbinbern.
1lt eine prünberung ij es nid)t an3ufcl)en, wenn fie
bie 'tneignung nur auf !ebensmittel, �eilmittel,
2efleibungsgegenjänbe, jeuerungsmittel ober
�ransportmittci erjrect unb nid)t auger 'erhält·
nis 3u bem lOrlanbenen lebürfnis jebt.
d) S 1 c b b e r c i. WEt<2 
.
§ J 34.
Sie bcjebt im luspiünbern ton Jeiden OefaUener,
aber aud) im Wegnehmen ton Saden, bie ler­
nnbeten, 1ranfen ober Kriegsgefangenen gehören.
3ie jlebberei terrät eine befonbers feige unb ge.
meine <efinnung. 3esbalb wirb fie aud) äu}erj
jreng bejraft
.
Utit ben t1rafbaren �anblungen gegen bie ibre be­
fafen fie no einige weitereparagrapben bes'StO�
.
!s fanbelt fie um:
a) 3 i e " o r f .1 ( Ii d) e 1 u s j e l I u n g " o n f a l •
f d e n 3 i e n j ; e u g n i f f e n ober bas frjatten
uon falfden meibungen in \erbinbung mit einem
ed)ebliden tad)teil. WSt<l; . § '39. �ier;u ge,
bört aud falfd)es lln3eigen beim Sd)iegen.
b) l e ( e d) u n g. '9t<,. § J40.
3 er lejed)ung erliegt
e
rfabrungsgemäg ber Jeid)t•
finnige ober ber in gelblid fd)wieriger Jag
e le
"
fnblid;e. tine lejedung li
egt
3. 2.
fd
)
on
vor,
wenn ein U1ann feinem 6tubenältejen 3 RUt gibt,
um ;u terbinbern, ba} biefer iln wegen
unerlaubter
lntfernung aus ber �aferne wibrenb ber t
a
dt
mdbet.
c) � e d t
s w i b r i g e r Wa f f e n g e b r a u d).
'Sta2. § J 49.
3ie bierunter
faienben (rafbar
en �anolungen �a·
ben ibre
Urfad
e mei(ens in übermägigem 'ifoboi·
genug. 3er So
lbat gebraud
t
feine
Wafe nur im
1ampf ober in ber notwebr.
m u t u n b � a p f e r f e i
t.
J. 2egrif bes mutes unb ber �apferfeit.
3er mut i( eine bem menfden angeborene !igen·
fdaft bes �barafters, bie fid) als 'iie unb .ähigfeit
;ur überrinbung bes tOn einer Cefabr ausge�enben
'ng(gefülIs ofenbart. !ntfpredenb ber 'erfdieben•
artigfeit ber menfd)Iid)en�harafterbefdafen�eit äugert
fd Umfang unb 6tärfe oes U1utes naturgemäg aud in
ben mannigfaltig(en jormen. !r burd)bringt nidt wie
eine gleid)bleibenbe Kraft bie Seele bes tnenfden, ber
febr oft in ben einen 3ingen furdtlos, in ben anberen
furd)tfam erfdeint. So fnbet man, oag ein uner•
fdrocener :eiter im jliegen äng(lid if ober ein för·
perlid aUgemein mutig teranlagter menfd bes mora•
lifden mutes entbehrt. :m 1\riege gibt es <ff;iere,
bie in ben Cefa�rcn bcs 1ampfes uncrfd)roc
en ihren
tann (eben, tOr ben 'orgefctten aber ein 'ngl•
gefüb
l nid)t ü&errinben fönnen. !eine l  efid)tigung
hinter ber .ront i( ihnen unangenehmer als bas ge•
fa�renreide !eben im 6d)ütengraben tOr bem .einbe.
rine weitere iigenart bes tnutes liegt in feine
r
med)fdnten 9tärfe fogar
innerbaib bes gieiden 1ätig•
" feitsbereid)es eine� Utenfd)en. So lat jebe einen ge•
fälrlid)en Sport ausübenbe perfönlid)feit ibre t
age
7 ilttittet, {taie�ung
97
un� Stun�en innerer �emmungen, �eren tie�er;win .
gung
befonbe
re 2lnfor�erungen an �ie UHUensfraft
feUt.

er mut if wie je�e an�ere <baraftereigenfdaft,
�urd
entfpredenbe fr;iebung in ben <ren;en �er 2ln�
lagen �er perfönlidfeit entwiclungsfäbig. �as 3iei
ber ir;ielung mug fein
,
ibm �ie grögtmöglide Stärfe
un� �auerbaftigfeit ;u geben. �ie <ueUen �es uutes
liegen im <eifigen un� Seelifden, t0n bier aus mUfen
bie 2lntriebe ;u feiner praftifden 2etätigung bewgt
wer�en.
libnlid wie mit bem mute "erbält es fie mit ber
� a p f e r f e i t. WiU man einen begrifliden Unter,
fdie� ;wifden ilr un� bem mute maden, f
o
Iägt er
fie �abin umfdreiben, �at man �en t1ut melr als
eine unbewuft wirfenbe, naturbaft gegebene figenfdaft
auffa�t, �ie fie olne �as torban�enfein eines fittliden
Wertbe;uges auswirft. mit bem .egrif �er iapfer
­
feit ii �er finfat  ber perfon für einen fittliden Wert
"erbunben. 3u ibm gebören ferner �as flare 2ewug�
fein ter <efabr un� bas flement �es 1ampfes. !a
Solbatfein gleidbebeutenb if mit Kämpferfein für �ie
Iet;ten fittliden Werte: !lre un� jreibeit für tolf
unb taterfanb, fo hilben Solbatentur unb iapferfeit
einen untrennbaren Sinn;ufammenbang. !ie �pfer�
feit gebört 5U bem Wefen bes Solbatenturs ebenfo
wie bie Wafe ;um 1rieger. :bre frfüUung fn�et fe
in ber <efal)ren5one bes Krieges, im 1ampfe mit bem
jeinbe um Sein ober tid)tfein.
!ine befonbere Steigerungsform ber 'apferfeit fi
tie ' o I I f ü 1 n b e i t. Sie fenn5eidnet fe als !ui
an ber cefahr, 'eradtung bes i
obe
s
un
b ler;idt
auf torberige 2ered)nung bes frfolges
. 1Hs 2eifpiel
rirrt fie anfeuer�
unb
mitrcifenb, bem Solbaten felt
fie baber befonbers wobl an. 'usgelö\ werben muß
toffübnes �anbeln anerbings
immer burd eine
mili�
tärifde nottvenbigfeit
ober
p�idt, fon\ entbehrt es
ber inneren l;eredtigu
ng unb
wirb ;u einem fre-ent•
liden Spiel mit bem
eigenen !eben.
l. Unterridt über tnut unb
'apferfe
it.
a) t u t.
l; ei bem Unterrict über biefes �lema wirb fie ber
!ebrer an bie rinfidt unb Urteilsfraft bes tannes
wenben, um ben ibm naturhaft innewolnenben tnut�
trieb ;üm <egenf<mb feiner Qrfenntnis uno ;um :lbalt
feines bewuuten Wirens ;u maden. 'fe wifenfdaft•
liden rrörterungen über ben mut finb lierbei jebod ;u
lermeiben. :as Wefentlide, worauf es anfommt, if:
einmal bem Solbaten bie 'erbunbenbeit lOn tnut mit
bem Wefen feines l;erufes flar;umaden. """ hier
aus finb nidt nur bie jorberungen, bie ber lrieg an
il)n als :ämpfer feft, ;u begrünben, fonbern aud bie
notwenbigfeit einer furdtlofen, männliden, fraftbe.
wua
t
en �altung bei afen bienfliden unb auferbienf·
liden '  ngelegenbeiten. Jabei if flar;ufefen, was bie
'orgefetten, bie Kameraben unb bie dfentlidfeit -on
ber Selb{überrinbung eines wirflid mutigen Solbaten ·
erwarten, wenn es gilt, (efabr -on ber eigenen Perfon
obr einer anberen ab;uwenben.
Sobann if bem Solbaten ber mut a n l e i •
t v i e l e n ;u erläutern. Jie leifpiele finb fo ;u
.blen, b_aß f
e bie
Qefüblswelt bes tannes beein•
f
u
fen unb feinen Wiren ;ur nadeiferung anfpornen.
�ier;u
bürfen nidt perfonen ber alten 0efdidte,
b
eren
namen für ben mann
nidts bebeuten, gew
ä
l
l
t
werben,
fonber
�elben ber neueren unb neuefen 3eit,
;u benen er eine innere 2e;iebung auf;ubringen uer.
99
ma{. 3ur frfefmng
bes <efühls i{ es ferner not•
wenbig,
möglid
f
folde
,eifpiele �u nebmen, bei benen
bie mutige \at nidt �um Untergange, fonber �u
gro�em
irfolge gefübrt fat.
3wecm
ä�ig ii es, wenn ber !ebrer in feinem Unter.
ridte baton ausgebt, baj ber tut fid nidt nur in ben
förperliden �anblungen eines tenfden ausbrüct,
fon�ern aud in feinem m o r a I i f d e n 'erfaltcn.
ma
n fpridt baber nid)t nur ton pbyfifd)em, fonbern
aud, ton moralifd)em mut, von bcm ber mut �ur
terantwortung ein \eil ii.
Ier m o r a I i f d) e m u t i\ ton cntfdei�en�er
'idtigfeit für ben 'ert eines Utenfden. fr bilbet
bie 0runblage für befen 'abrbeitslicbe
,
3utcrläffig.
feit unb tertrauenswürbigPeit. 3ie 1ufbringung bes
moralifden tutes ii oft fd)rerer als bie bes vfvf•
fden
,
weil fe fd unfdtbar in ber Seele bes menfden
tol;iebt als ein �ingen bes fittliden Wilens mit ben
entgcgengefeften Strebungen bes :ds
.
Iief
e
nidt
gan;
Ieidt �u teriebenben 3ufammenfänge überfeft ber
lebrer in bas einfade lenfen bes tannes in ber
'eife, ba� er il)m fagt, aud bem ,eien fann einmal
ein Uerfeben ober eine jabrläffigfeit unterlaufen, jeber
bat einmal eine leidtfinnige Stunbe, in ber er unüber•
legt fanbelt. �at fie ber Solbat aber einmal etwas �U·
fduiben fommen lafen, bann mug man ton ibm ter.
langen, ba� er auf jeben jal auf lcfragen ber Wahr•
beit bie ibre gibt. Iiefe Wafrbeitsiiebe erwarten bie
Uorgefetten ton ifm, um ibn als anjänbigen tnenfdcn
ad)ten unb werten ;u fönnen. 3u biefen entfdeibenb
en
fittriden <rünben fommen aud nod) praftifd)e infofern,
als ber Solbat, ber
ofen unb
mutig feine
Sdulb ein·
gejebt, immer mit einer miCberen 'fnbung rednen
fann als ber ter\octe unb tedogenc.
JOO
;cr moralifd}e !H
ut wir� enttuic.e[t �urd) �as
j elb a l t e n a n f i t t l i d) e n <r u n � f äJe n
u
n � 1n f d) a
u u
n g e n a l l e n
S d w i e r i g
f e i .
t e n u n � t a d)
t e i I e n ; u m \ r o t
,
�ie �araus
entleben fönnen. jür �en fr;ieber ergibt fie) baraus
bie totwcnbigfeit, bem So
iMten belimmte fittlide
arun�fäJe unb 1nfdauung
en ;u
termittein. �ier
{elt an erler Stele �ie fr;iebung ;u bem Uor.
faje treueler pjidterfüUung, ungeadtet
aler 1n\ren•
gungen, <pfer unö fntbebrungen, Ne mit ibr ter•
bunben fein mögen. �er Eolbat, ber biefem feinem
Uorfat  e burd) Selbliiberwinbung unb 1bweifung aler
cntgegengerid)teten :eeinfufungen ton britter Seite
treu bleibt, beweil baburd) tut tOr fie felbl. fin
lod)entwiceltes Pfid)tgefübl termag 'ngl unb jurd}t
;u überwinben burd) bas fategorifde "�u mu�t". �ie
Webrmadter;iebung wir� baler in ber planmä�igen
�usbilbung b Pfid)tgefülIs lets ein febr bebeutfames
mittel ;ur fntwiclung bes ttutes ;u feben baben.
libnlid terbält es fi mit bem folbatifden flr.
gefübl, bas im Kriege wefentlid bie �altung tOr bem
jeinbe mitbejimmt. fs fommt bem manne in ber
:egel bauptfäd)lid als 1ngj tOr Sd)anbe ;um le.
wugtfein un� befäbigt iln, im 1ampfe aus;ularren.
�ie Pfege bes folbatifden !brgefübis, bas burc bie
letonung bes ae�anfens �er \rabition nod) eine be·
fonbere Städung erhält, ij fomit ebenfals ein mittel
;ur fr;iebung bes tutes. :ls leifpiel für ben Unter.
ridt eignen fid lier aUe tapferen \aten in ber 1riegs.
gefdid)te, bei 6enen �er fbrbegrif ber bejimmenbe
un� weitbin fid)tbare tittelpunft bcr �anblung
war.
C3. 2. Ecapa jlow, 'erteibigung tOtt arauben; J So6
bis J 807, 'erteibigung wn \ fingtau J 9 J4, \eteibigung
'Oi tartif in torwegtn J 940.)
JOJ
3ur �ebung te mutes bient ferner bie ' n e r.
�i e l u n g b es O b e rle g e n h e i t s g e f ü h l s
ii b e r b e n ( e g n e r. 3er �ampfwiUe if um fo gr3·
ßer, je geringer bas Wagnis unb je fdrer ber Sie!
erfde
int.
lufgabe bes
Unterrid)ts if es baher, burd
�fnweis auf bie ltriegsgefdidte, insbefonbere auf bet
'eltfrie! unb ben jet;igen
Krieg, ben leuten immer
wieber bie Obedegenheit bes beutfden Solbaten über
aUe feine jeinbe ;um fol;en l ewußtfein ;u bringen.
'eber ein�elne muf bas aefülI laben, es mit mehreren
jeinben aufnehmen ;u fönnen. 2efonbers wirffam fnb
bier 2eifpiele aus ber lriegsgefdidte
,
bei benen bie
3eutJden trot; ;ahienmäfiger Unterlegenheit ben Sieg
bavontruge n. Ciannenberg unter 2erücfidtigung ber
lngrifsmöglidfeit br lrmee lennenfampf. - 2r;e�
�inr. - 0fenfte gegen lumänien J9J6 unb :talien
J9J7. - SommefdIadt. - jlanberfdIadt. - Win·
terfdIadt in ber <lampagne. - lroberung bes belgi .
fden jorts lben.lmael an ber taas im tai '940. -
0fenfte gegen jranfreid tai/:uni '940.) ln un�
;äbligen Steren ergaben fie (arfe fran;öffde Streit•
fräfte to.r unferen bäupg gerabe;u läderlid unter�
legenen lngrifstruppen. 3ie jelb;üge in polen Sep�
tember '9!9 unb in jranfreid tai/:uni '940 fnb
tnu(erbeifpiele für bie entfdeibenbe lole, bie bie
Uoral ber "ruppe im :ampfe fpielt.) jalfd wäre es
alerbings, wenn bas Obedegenleitsgefüll in leidtfer.
tige Oberleblidfeit umfdlüge. �ier muf bie �anb bes
lebrers mit feinem vfrdologifden iaft bie (ren;en
ridtig abfecen.
3as Oberlegenbeitsgefiibl wirb weiter gefärft
burd
b.a s 2 e w u f t f e i n b e r e ige n e n I e i t u n g,
b+S burd bie Ober;eugung entfelt, bie benfbar be(e
llusbilbung ;u erlalten. 3as terfänbnis bierfü
r
bat
JO!
ber
gebrer turd ben er;iebenben Unterridt ;u wecen
unb
;u förbern
. 3
er Solbat mu� mit ber <ewi�leit
tfüUt werben, eine grünblidere lusbilbung unb eine
friegsmägigere 1\ampffdulung,
als fie ibm 'ermittdt
wirb, fei ü&erbaupt nidt möglid.
3er tnut wirb
ge{ärft burd
b e n < l a u b e n a n
b t e S a d e , ber man bient. �on biefem <efctspunft
aus il ber tann mit ridtigen <lau&ens'or{efungen
'On ben 'ufgaben ber Web
rmadt ;u
erfülen. 3urd
biefen fr;iebungs'organg mut er ein fanatifd ü&er.
;eugter Solbat werben, ber nidt nur innedid gegen
aUe leerfeinMiden Strömungen gefeit i{, fonbern aud
jeber;eit mit feiner gan;en perfon für bie Sade bes
�eeres einfa�&ereit i{.
3er Unterridt über ben tut bat fobann bie luf•
gabt, ben tann fein bien{Uides �un aus bem :lic·
winfd bes tutes feben ;u lafen. �ier;u mut er wifen,
bat bie bolen lnforberungen bes 3ienfes mit ibrer
�ärte ben finfaf ber gan;en gei{igen unb förperliden
:raft erforbern unb baburd rntfdIofenbeit, WiUens•
iärfe unb Kraft&ewu�tfein, bie <runblagen bes tutes,
etwiceln. Sobann il bem Solbaten ;u erläutern, bei
welden bien{lidn <elegenleiten er befonbers tut be·
weifen fann unb foU. 3ie bierfür in :etradt fommen•
ben Qeiete finb in er{er linie: gewife 3weige bes
Sports
,
Sdwimmen
,
Stanbortwadbienf, jefnabme,
1rtragung 'On lnfrengungen, 'erlalten bei \er•
l�ungen.
3a tut unb Solbatentur gleidbebeutenbe :egrife
fnb, {ebt ber Solbat in 'Orberfer Xeile, wenn es gilt,
tnenfdenleben aus �ot unb lebensgefabr ;u erretten.
3ie
cfentlidfeit fett bas als fdb{'erfänbli
d 'Or•
aus
. Wir ber lebrer bier
erläuterbe
:eifpiele an•
wenben, was an fe faum nötig it, fo lüte er fe
'Or
JOJ
Unnatürlid
feiten o�er
' gemeinpläten un� pbrafen?
baften 'ntmorten feiner Sdüler, �ie eine jolge halon
f
i
n�
.
'lnfpornen�er un� UbeJeugen�er als fdbjer•
�adt
e
mebr o�er meniger unmalrfd)dnHde leifpiele
mirft bie 2efpredung tatfädHd �urdgefübrter ldo
tungstaten lOn 'ngebörigen �es �ruppenteiis.
b) � a p f e r f e i t.
tie Unterfdie�e ;mifden tut un� �apferfeit brau•
den in �er Wehrmadter;iel)ung begriflid nidt fdarf
getrennt ;u mer�en. Sie geben aud (arf ineinan�er
über, mie ein groger �eil �er leifpide aus �er Xriegs•
gefdidte ;eigt, �ie im 'bfdnitt a ;ur geifigep Sdu•
Iung �es mutes ermälnt mor�en fn�. jür �ie 'or•
(elungswdt bes Solbaten genügt es, wenn ibm gefagt
wirb, bag unter �apferfeit ber leweis bes tnutes tr
bem jeinbe ;u lerfelen i(
.
�apferfeit mirb lOn jebem Solbaten als felb(ler .
(änblide Pfidt ermartet. Sie wurbe bei ben teut­
fden lon jeber als böd(e tannes. unb Xriegertugenb
gewertet unb lat bewirft, bag bie teutfden als bie
be(en Solbaten ber Welt galten. tidt alein bie <rga•
nifation unb bie bewunberungswürbige tif;iplin, fon"
bern lOr alem bie moralifde überlegenbeit unferer
"ruppen im :ampfe bat �en <berbefeiIsbaber ber
jran;ofen im Weltfriege ;u bem finge(änbnis ge•
;wungen, bas beutfde �eer lOn 1914 fei bas be(e ge<
wefen, bas je Me Welt gefeben
.
3iefe �apferfeit für
ale 3ufunft bod;ulalten unb weiter ;u lererben
, i(
bie fbrenpfidt eines jeben Solbaten. 3ie 'ufbringu
ng
ber �apferfeit i( Sade bes Wilen
s, ben im 1abmen
feine
r 'nlagen jeber bis ;um äugerj
en entwicdn
mug.
:m jrieben bietet
f
id lier;u natüdid nur in b
egren;•
)0
4
tem Umfange adegenbeit. llus tiefem arunb
e müfen
ale t11öglidfeiten geiiiger unt förperlider überwin�
bung tOn aefabre
n ausgenut t werben. Sehr
förber�
lie für ben mut
unb bie
'apferfeit i" bie aewöhnung
an aefalren, burd
bie biefe
tiel, häufg ales, tOn
ihrem anfängliden Sdrecen terliere
n.
3wecmä�ig i" es, bem Solbaten rulig ;u fagen, ba�
bie \apfedeit bes tnenfden Sdwanfungen unterwor•
fen if. Sie i{ abhängig tOn
bem
3u{anb ber tewen.
llud ber grö�te "db bat feine fdwade Stunbe. tie·
manb fann bafür, ba� fein "er; in aefalren bebt unb
ihn bas aefübl ber 'ngf überfält. Worauf es anfommt,
if jebod, biefe 'nwanblungen tOn Sdwäde burd ben
tinfat; ber gan;en Wilensfraft ;u überrinben. tin
jdgling if ber, ber fie tOn ber jurd}
t
übermannen
lä�t unb tOr bem jeinbe fieht. Wil es bem Solbaten
nidt gelingen, trot aler 2n{rengunge
n,
aus eigener
l\raft bas aefül)I ber lngf nieber;u;wingen, bann fol
er fie anbere ;um ;eifpiel unb "orbilb nebmen. 3ie
"orfdrift fagte früher barüber: "Wer merft, ba� er
im 3range bes aefedts Oie tntfdlofenbeit unb über�
legenbeit 'erliert, fol auf feine 0ff;iere feben. Sinb
biefe nidt melr torbanben, fo gibt es Unteroff;iere
unb bra'e Jeute genug, an beren 2eifpiel er fie auf•
ridten fann."
�ie \apferfeit im l\riege äu�ert fie einmal beim
2l n g r i f f als Wile ;um rücfidtsiofen "orgelen,
um ben jeinb im talfampf ;u \ernidten. 2lngrifs·
wile unb 2lngrifsfraft finb
fets
l\enn;eidwn bes beut.
fden l\ritgertums gewefen.
"on ihr beridten bereits
mit Screcen Oie römifden Sdrift\eler, fie bat \d
er•
halten burd bie :alrbunberte unb im Wdtfrieg
e ihren
unferbliden \riumpb gefeiert. J 9J 4 wurben Oie Qegner
trot unferer ;abienmäfigen Unterfegenbeit an alen
JO�
lampffronten burd bie unwiberfehlide Wudt unferer
1ngri
fe
gefdlagen unb bis
;um rintritt
tes SteUungs•
frieges ;urücgebrängt. 3em Solbaten i\ im Unter.
ridt
redt beutlid ;u maden, was für eine gewaltige
.eifu
ng bes �eeres es war, ben lrieg trot ter fein
t

lid} en übedegen{eit überaU tief in jeinteslanb {inein•
;utragen unt tafür ;u forgen, bag 3eutfd} lanb im wc•
fentli�n ton
feinblider 2efctung frei geblieben if.
�ätten tie jeinbe bem etwas 1bnlides an bie Seite ;u
feUen, fo würbe bie gan;e Welt mit faunenber 2e.
wunberung ton folder 'apferfeit fpredn.
1ud im weiteren \erlaufe bes Weltfrieges frablte
bie beutfd 'opferfeit im 1ngrif im {eUfen lidt. lr•
innert fei an <odice unb wieberum an ben rumänifden
unb italienifden jelb;ug. lwigen 1ubm bradten bann
bie grogartigen <fenfi-en im :ahre 191 8 mit ihren
ein;ig bafebenben lrfolgen unb bem tragifden lnbe.
Oberfdattet werben bie 'aten bes Weltfrieges tOn
ben' uner{örtet 1ngrifserfolgen in polen unb im
Wefen in biefem lriege. 3 i e j u n g e n a t i o n a l •
fo ;ial ifi fde 'e b r ma dt b a t fi d a u f
b em Sdl a dtf el b e fein e r \ä t er wür big
g e 3 e i g t. : n e i n e m � el b e n t u m o b n e g 1 e i •
de n if fi
e
gl e i d fa m üb e r fie felbf b i n·
aus g e w a d f e n. Sie foU unb muß fol; fein auf ibre
ein;igartigen lrfolge unb aus biefem Stol; immer
wieber neue lräfte fdöpfen für jeben Wafengang ber
3ufunft. Iarüber barf fie aber nidt bie �elbentaten
ber täter -ergefen ober gar gerin
g
einfdäten, weil
ilen eine fo weitreidenbe 1uswirfung terfagt
war.
:mme
r muß fie fid bewußt bleiben, baß bie <egner bes
'eltfrieges fid ungleid7 lärter unb fampffräftiger
;eigten als
in biefem lriege
unb ibre 1üfung ber un•
feren \ÖUig gleidwertig war.
!ie �apferfeit ;eigt fie nidt nur im 1ngri
f,
fon•
�r �ud) in ber " e r t e i b i g u n g , ja bas 1usbalten
im jeuer \eit tieHeidt nod löbere moralifd
e 1n·
forberungen an ben Solbaten als ber 2ngrif, in bem
bie fedifde Spannung burd lewegung gelö\ werben
fann. <bwobi bem !eutfden feiner teranlagung nad?
bie terteibigung weniger liegt als ber 2
ngrif, fo bat
e
r fid bod aud in biefer �ampfesart ben jeinben im
"dtfriege überlegen ge;eigt. lie leweife bierfür finb
bie gewaltigen 1bwelrfdladten, burd beren bü\eren
Sdein bas beutfd �elbentum für ewige 3eiten bin·
burdleudtet. lie blutigen tamen loretto, Somme,
jlanbern mUfen jebem Solbaten geläufg fein.
las (efübl bes Solbaten wirb am mei\en in Sdin·
gung ttrfelt
,
wenn tnut unb �apferfeit ibm in (e.
\alt tOn tnännern teranfcaulidt werben. �ierfür
einige leifpiele:
a) m u t a [ 6 ' a g n i 6 u" b l u 6 bau t r.
J. (raf 3eppdin - luftfcifbau.
z. �apitän �önig mit ber U·leutfclanb nad 2merifa.
J. �auptmann �oebl - Überquerung bes <;eans im
jiug;eug
wn <\ nad "e\.
4. fcener - jalrttn bes 3eppelins
.
r. lebrer Sul; in <\preugen - Neforb im Segel­
jug.
6. tierfötter -�analfdwimmer 1 9l8/l9.
b) m oral i f t er m u t u n b m u t b er
' t r a n t wo r t u n g.
J.
jriebri
d ber Qroge tc �unersborf -"ler
�rieg
gel
t weiter."
J07
z. Sdin: �ierbei �inrocis auf bas Uer{oten gegen
bi
e
folbatifden un� politifden <efc�e, aber:
"1ud) <roges gewolt ju baben, i{ grou.''
c:nfdrift auf feinem <rabfein
.)
!. �orf bei ter 1ontention ton iauroggen.
4
· :ismarc beim 1amvf um tie �eeresreform.
s. �inbenburg un� !utenborf in ter Sdlad)t bei ian·
nettberg C2lrmee :ennenfampf!).
6. �inbenburg un� !ubenborf bei übemalme tcr
0�!. in fdwer{cr not f �e 1ugu{ '9J 6.
7. 2Cbmiral "· :cuter: \erf enfung ber jlotte bei ecapa
jlow.
8. 1bolf �itler. Kampf um bie linfbrung ber na•
tionalfo;iali{ifdcn 0e�anfcnmelt in 3cutfdIan�.
9. Sdlagctcr.
c) t a p f e rf d t u o r b e m j ei n b e.
J
. <raf ewerin - prag.
l. ecr�li�, 3ictbcn -\crförpcrung bcs prcuu. :eiter·
gci{es.
;. l; Iüdcr - Uerförperung �es rücfidtslofen 1n·
grifsgetanfens.
4· !u�en�orf: bei ter lroberung tOn !üttid.
S. Wc�igcn•, 1ommanbant tOn "U 9
"
.
6. :mmclmann, 4oclce, Srbr. t. :idtlofcn, �d�en
bes !uftfampfes im Ueltfriege.
7. prin; litel jrie�rid) t. preu6en: Sturm bei lolon•
far
27. 8. '9
J

8. <raf Jucner: "Seeteufe".
9. t. !ettow• Uorbec: Uertcihiger �eutfd,<){afrifas.
JO$
J
o. �elben bes Juftfampfes im jetigen lriege:
0berileutnant tölbers, �berileutnant aalan
,
tajor 'ic, gefalen lS. J J. J 940 als Kommobor
bes :agbgefdwabers lidtbofen.
1 J. 1apitän ;. S. :onte, gefalen am J o. 4· J 940; �el·
benfampf feines 3eriörerterbanbes tOr tartif.
J 1. 1apitänltutnant prien, U·:oot•lommanbant.
J J. (eneral 3ietl, �db tOn tar"if.
J 4· 0bedeutnant aermer, rriürmer
bes pan;erwer.
fes �o� in ber tnaginotlinie bei tnontmeby, tai
J940.
c) " e r g e b e n g e g e n m u t u n b � a p f e r f e i t.
!a mut Ullb �apferfeit ;um \efen bes Solbaten·
tums gehören, werben biefe !igenfdaften nidt nur
moralifd, fonbern aud in redtlidem Sinn tOn bem
Solbaten geforbert. Sie ieUen berufsmä6ige Pfidten
bar, beren "erletung hurd) jeigbeit nad bem 'ebr·
madtirafgefetbud unter Strafe geieit ii. 3ifer J her
pjidten erflärt "jeigbeit" als fdimpflid. tad 'ebr•
madtjrafgefetbud § 84 fann jeber Solbat mit 1lrre\1
ober (efängnis bejraft werben, her aus jurdt "or
perfönlider cefabr eine militädfde 3ienfpjidt ter•
lett. 3a lier weber bie �anMungen, bie eine "er•
letung her 3ienfpfidt berbeifübren, näler umfdrie•
ben werben, nod bie 'rten ber 3ienjpjidt, lä6t ber
paragrapb bie weiteje 'uslegung ;u. 3aburd fommt
mittelbar ;um 'ushruc, hat tOi hem Solbaten bei
jeber bienilidn adegenbeit, hie irgenhwie mit einer
<efabr "erbunhen if, mutiges unb tapferes 'erbaiten
gefo
rbert wirb. 3er Jebrer muj im Unterridt
biefe
ledt
s;ufammenbänge fiären, wobei er fie) aus
pfydo•
logifden <rünben jeber 3robung, bie nur eine f«Ii•
)0
9
f
d
e <egen
wirfung auslöfen fönnte, entlalten muf. 3a .
für i
i
bie
ganje jrag
e fo
jU bebanbeln, als ob ber 'or•
wurf ber
jeigbeit für jeben
llngebörigen bes iruppen•
terb
anb
es �ölig unbenfbar
fei unb bie Unterweifung
nur aus bem <runbe ber aUgemeinen llufflärung er .
folge.
:m :rieg
e
wirb bie jeigleit als ein 'erbreden
gegen bie "apferfeit mit fdwerier Strafe bebrolt,
wegen ber iat an fie unb bann auc tvegen ber <efabr
ber llniecung, bie �on ibr ausgebt
.
:m Sinne biefes paragrapben if aud jeber 'or�
gefette beredtigt unb �erpfidtet, �on feiner Wafe
<ebraud ju maden, um fie <ehorfam jU �erfdafen,
eine tafnabme, bie in ben llugen ber ieute ebenfals
4Is für fie auferbalb ber 'irflidfeit Iiegenb erfdeinen
mug.
lrjieberifd jwecmäfig ii es, mit ben ieuten in ber
Weife jU fpreden, bag man fie burd eigenes tadben•
fen bie �erfdiebenen töglidfeiten pnben Iäft, burd
bie ein fdIedter Solbat feine jeigleit betätigen fann.
�ier finb ,emäntelungen unjwecmäfig. :e flarer bie
3inge beim namen genannt werben, um fo nadbrüc·
lid) er ij bie er3ielerifde 'irfung. 3enn einerfeits
wirb ber &ra�e Solbat mit lbfdeu �or folden �anb
Iungen erfült, anbererfeits merft ber moralifd nidt
ganj iaftfeje, baf al
e feine SdIide, auf bie er fom•
men fönnte, bereits befannt finb unb ibm jur 'er•
becung feiner jeigbeit nidts helfen.
3agegen würbe es erjielerifd fellerbaft fein, wirf·
Iide leifpide für jeigbeit aus ber beutfden �eeres.
gefdid)
te ;u nehmen. �ierburd erreidte man nur eine
frfdütterung bes llnfebens bes
alten �eeres in ber
\or{elungswelt bes tannes unb erwecte bei mandem
in unerwünfdter 'eife ben nadabmungstritb.
3iefer
würbe nod weitere 'ntriebe erbalten, wenn
fid beraus�
felen folte, ba� Me jäle "on jeigbeit w
r be
m
jeinbe - wie im Ietten ieil bes 'eltfriege
s -
nidt
mit ber nötigen Strenge befraft nmrben ober fogar
wegen ilrer �äupgfeit gar nidt melr jUr lburteilung
gelangten.
ter 'atfade, ba� Me 'apferfeit in berfelben Perfon
Sdwanfungen unterliegt, trägt aud bas 'St<l.
1ednung. !s erfennt bei gewife
n
�anblungen eine
'ietergutmadung an. So fann nad § 86 ein wegen
jeigbeit in befimmten jälen fraffälig geworbener
6o[bat iraffrei bleiben; wenn er nad ber Straftat
ber"orragcnbe .eweife "on tnut abgelegt bat. Ober
bief e tnöglidfeit im Unterridt jU fpreden, empfeblt
fe nidt, weil baburd bie 'uffafung "on ber Straf•
wibrigfeit unb Sdimpflidfeit bes lerbredens ber
jeigleit im Kriege Ieiten fönnte. ter lorgefefte mut
barüber aber unterrid)tet fein, um als Jelrer etw4ige
jragen ber Sd)üler biernad) beantworten jU fönnen
unb um als lorgefefter im jelbe einem Untergebenen,
ber fie aus Sd)wäde ber jeigbeit fdulbig gemadt,
bie Uöglidfeit jU geben, turd befonberen tnut feine
Solbatenebre wieberber�ufelen.
<e b o r f a m.
J. legrif bes <eborfams.
ter <eborfam if eine anlagemäfig bebingte !igen�
f
daft bes menfdliden �larafters unb baler bilbungs.
uno
entwiclungsfäbig. 3as 'efen bes Qeborfams
befebt in ber Unterorbnung bes eigenen 'ilens unter
ben eines anteren ober unter bie lnfidten, l efdlüfe
u
no
'nortm
ungen einer
<emeinfdaft. tie 2etätigung
bes
<ebo
rfams erfdeint ;unädf als etwas rein paff .
'
es, tatfä
dlid) if fi
e bies aber nid)t, fonbern es lan .
b
d
t fi
e bei ilr um eine
afti" geridtete 'nlage bes
\baraft
ers, um ein
�n gan; befimmten 'inens"organg
.
3ie feelifden �riebfräfte biefes Wirensvorganges
liegen einmal in bem ber menfd}liden tatur eigentüm­
lid)en l
e
b
ürfnis nad} 'nlebnung unb jiibrung, bas fie
im <emeinfdajtsleben überaU bemerfbar madt. �in;u
fommt bann bie jäbigfeit bes <eifes, beiimmte \or•
ieUungen unb legrife ;u biiben unb oiefett bas 'ollen
unter;uoronen. So if ;. 2. ber tenfd) bereit, für le•
grife wie Xeligion, 'ahrheit, )olf uno )aterlano
bas eigene :d) ;u opfern unb bie Pfidt materielem
Woblieben ober ber 2equemlidfeit vor;u;iel)en. 'Uer•
Mngs braud)t mit bem <d)orfam nidt ein fittlider
Wert "erbunben ;u fein, er fann
,
im <egenfat ;ur
�reue, gan; ohne 'ertbe;ug fein ober fogar oem
prin;ip bes 2öfen unb SdIed)ten oienen.
3iefe !rfdeinungsform bes 0eborfams liegt aber
augerbalb bes folbatifd)en ir;ielungsgetanfens, ilre
irwäbnung im Unterridt fommt baber nidt in jrage.
ber folbatifde <eborfam if nur ausgeddtct auf
ben fittliden <cbalt bcr "pfidten", er if ber 'ile
;ur Unterorbnung im 3icnfe bcr pjid)t, bes <uten,
bcs Uaterfanbes.
z. Unterrid)t ü�r <clorfam.
a) : i e 2 e b e u t u n g u n b : e n n � ei l e n b e s O e l o r •
f a m s u n b b e r i i f � i p I i n.
3icfem Unterrid)t fommt im �inblic auf tie ent•
fdcibenbe Role ber tnannes;udt für ben fricgerifden
'ert eines �eeres eine gan; befonbere er;ie
berifde
lebeutung ;u. �anbelt es fid) bod) bier um nidts
<eringeres, als ben burd bi� p
raftifde
'usbilbung
gleidfam medanifd) aner;ogenen
<elorfam
fiir ben
J
J
l
Solbaten ;u einem 3id feines freien 'ilens ;u maden.
�ur� bie geifige Untermauerung ber prafti
fd er•
lerten unb erlebten Unterorbnung foU ber Solbat aus
einem (egenfanb bes (eborfams jU befen bewuß
tem
'  räger ge&ilbet werben. �ierju mu� er eine flar
e 'or•
feUung "on bem 'tefen bes <elorfams erbalten unb
'On feiner 1otwenbigfcit als fttlider Pfidt über.
jeugt werben. �er Unterridt wenbet fi� bemnad
fowobl an bie linfidt bes Solbaten als au� an feine
Seele, um burd frwecung befimmter 'or{eUunga.
gefülle feinen 'illen jur 2etätigung bes <elorfams
ausjulöfen.
2usgangspunft bes Unterridts über öen <eborfam
öarf f e i n e t b e o r e t i f � e f r ö r t e r u n g ö e s
l e g d f f e s fein, fonbern bas Jeben felbf. �ier i{
öas päbagogifde 'erfabren einfad, weil ber Solbat
bereits 'Or feinem lienfantritt bauemb unter bem
<efet bes (eborfams geianben bat. ler legrif bes
<eborfams wirb bem manne am leid)tefen "er{änb·
Iid, wenn er abgeleitet wirb aus b e m ' e r b ä I t n i s
ö e r K i n b e r jU ibren iltern, ber S � ü I e r 3 u m
J e l r e r , bes J e b r l i n g s 3 u m t e i 1 e r fowie
aus bem 2erufsleben bes cin;elnen. :n öiefem 3U•
f
ammenbang ii es bie 2ufgabe bes Jelrers, ben <e·
borfam nid) t nur als eine befelenbe '  atfade lin;u•
{eUen, fonbem fie gieid;eitig an bie Urteilsfraft bes
tannes jU wenben unb ibn felbf bie 2egrünbung für
öie totwenbigfeit ber Unterorbnung fnöen jU lafen.
:f bies gefdeben, fo if ber gei\ige :abmen weiter
3U fvannen unb ber < e b o r f a m i n 2 q i e b u n g
3 um ö f f e n t I i d e n J e b e n jU feten. �abei mu�
öer
Solbat
öie tinfidt
gewinnen, ba� ein <emein·
fdaft
sleben
obne bie2efolgung
be{immter gefdriebe
ner
ober
unge
fdriebener Sitten,
Satungen unö 2norönun•
8 � lt t i d t et, lt0ielung
JH
gen nidt möglid i(. leifpiele bierfür fönnen an .
fdaulid
bem 'ereinsle&en, bem 3ufammenfdIug ber
lerufs
gruppen ober
bem 'erfebrswefen entnommen
werben. 'e biefe i
rfdeinungsformen bes menfdliden
3
ufammen
lebens
wären ohne ben 'iren bes ein;dnm
;ur 'Cnpafu
ng un
b Unterorbnung nidt benfbar.
3en 'CbfdIuf biefer irfenntnisreile bilbet bie �e.
t
radtung bes < e l o r f a m s a I s < r u n b I a g e
f ü r b a s 3 a f e i n b e s S t a a t e s. <eborfam gegen
bas <efet i( bie 'orausfetung bes 1edtsiebens, ber
algemeinen �rbnung unb Siderleit. �lne biefen
'irren ;ur Unterorbnung bes :cs unter bas <emein•
wolI unb bie Je&ensanfprüde bes Staates würbe tin
algemeines lbaos ent(eben, Janb unb 'olf eine leute
befer organifierter nadbartölfer werben. 3er <ebor·
fam bes ein;elnen barf fe aber nidt nur paffi" auf
bie 'ermeibungen ton 'er(ö1en gegen bie Straf•
gefete &efdränfen, fonbern mul fie aud afti" auf ben
'iren ;ur �pfer&ereitfdaft er(recen.
nit biefer 1Iar(elung i( ber llicpunft für bas
. 'efen bes folbatifden <eborfams ober ber 3if;iplin
gegeben. Um redt beutlid ;u maden
,
um welden Wert
unb welde jorberungen es hier gebt, empfebit es fe,
auf <runb ber torberigen je((elungen barauf bin;u.
weifen, bal bie jormen ber 3if;iplin gan; terfdiebener
'Crt finb. Sie werben geprägt burd ben 3wec unb bas
3iel, ;u beren 'erwirflidung fie gefdafen fnb. So
i( ;. 2. ein groler Unterfdieb ;wifd,en Sduibif;iplin,
Stralenbif;iplin, 'erdnsbif;iplin ober folbatifder
3if;iplin. 3ie 1angorbnung ber 3if;iplin wirb be.
(immt burd ihre lebeutung unb ihren fittlid
en
:.
balt. �ieraus gelt l)ertor, bai ben tornebmien 1ang
bie folbatifde 3if;iplin einnimmt,
benn
fie bient ber
ibre unb jreibeit bes 'olfes, fittliden �ödierten
JH
Alfo,
unb "erlAngt '0n ben m
enfden
bie bebingungtJ•
lofe Unterwerfung bes :ds bis ;ur j
eb
er;eitige
n

in
­
g�he bes Jebens, fob�lb es
befoblen wirb. ton
bier �us
muß bem Solbaten ;um lewuptfcin gcbradt werben,
b
�f bic lnforberungen ber foib�
tifden 3if;iplin ;wAr
bie benfb�r böd\en finb, ibre !rfülung Aber wiebcrunt
ton jeber bie gröfte !bre bes friegerifden tannes
gettefen i\.
3er SolbAt muf fier�us bie !rfenntnis fd)öpfcn,
bAf bic fdwcren jorberungen ber !if;iplin fein 'ft
bcr Wilfür finb ober irgenbeiner J�une cntfpringcn,
liHlP .  l�t P< 't.. f.PT ihHPH ttm . iHP h . h .. ttH" h ø ifiH .
g¬v»+~+*+ ++@ ~ w g• +, _,, •ø¿×r+ m wu ++tr+ +¿++I+" wnv "/""""!•
2ufgabc lanbelt, bie bcn !infa1 bes
g
an;en m�nnes­
wertes 'erlatgt.
nun erbebt fie bie jrage nad ber lebeutung ber
3if;iplin für ben lampfwert eines �ceres. �icr�uf
muf ber Jebrcr g�n; befonbers n�dbrüclid eingeben,
weil ibre ridtige le�ntwortung '0n
g
rofem !inßuß
AUf bie Wilens�ntriebe bcs t�nnes ;ur �etätigung
ber !if;iplin i\. 3as Qebordenmüfen i\ nidt nur bie
Pßidt bes einfaden Solbatcn, fonbern bcm 0cfe1 bes
0cborfams finb ale �eeresangebörigcn obne 1ücfidt
AUf ben !icn\grab in glcidr Weife unterworfen. !ie
.
je\igfeit ber !if;iplin i\ ein Qrabmefer ber Jci\ungß?
fäbigfcit unb bcs 0efedtswertcs einer 'ruppe. 3enn
mit bem Wilen ;um (eborfam gleidgeridtet i\ ber
Wile bes ein;elnen ;um lämpfcn unb ;um !rtragen
Aler !ntbefrungen unb Jeiben bes lriegslcbens. 3er
(eborfam 'erbinbet bie �ruppe er\ ;u einer inneren
rinfeit, ;u einem ein;igen lörpcr, ber nad bem lefefl
bes
jüfrers marfdiert, bält, angreift ober fe ter .
.
t
eibigt
. 3ie (ewißbeit bes aeborfams ber 'ruppc if
bie (runblage aler irategifden lercdnungen bes
.dbberrn. 3er !cbrer muf barauf
binweifcn, baf in
ber lriegsgefdid}tc immer wieber eifern bif;ipliniert
' rupp
en
\011 geringer 8tärfe weit überlegene mafen
obne lifjipiin bcfiegt baben, modten beren 1!ngebörige
im ein3elnen aud) ton be\em Wilen befeelt fein. lie
lif3ipl
in eines �eeres
bringt ben Qei{ ber ':ruppe er{
;ur
t0Uenbeten
praftifden 1!uswirfung. fintrucstoUe
leifpiele für bie lebeutung ber lif3iplin für ben
Kampfwert eines �eeres finb:
!ie 8dIadten im :rieg J 870/7J gegen bi
e
�eere
Mt fran;. 1epubiif.
�er lurenfrieg (mangeinbe lifjipiin ber 2urcn).
'dtfrieg: 1!Ugcmein: las beutfde �ecr blieb
infoige feines überlegenen ltampfwertes trot er•
fdrecenber minberjabi nidt nur ungefdIagen
,
fot•
ber bis auf bie Iet; ten monate bes ;jälrigen 'ingens
an alen jrontcn Sieger.
:m befonbercn: marnerüc;ug J9J4· �ie �ifjipiin
blieb töiig unberührt burd bie moralifde leiafung
bes Nüc;uges. �urdbrud bei lr�e;inr, totember
J 9 J 4. lr fclte �öd}fanforberungen an bie bewun•
bernswürbige �if;ipiin ber beutfden ':ruppen. !urd•
brud bei jHtfd unb ': oimein an ber italienifden
jront �erb\ J9J7. mit geringen Kräften bradte
ber beutfd•Öfcrreidifde 1!ngrif bie itaiienifd}e jront
3Utt littlur; unb lätte beinale bas gefamte �eer
ber :taiiener ternidtet.
!er gro�artige, auf unerfdütterlide !ifjipiin be·
rubenbe '!ngrifsfd)wung bes beutfden �ecres in ber
(rogen 8dIadt in jranfreid mär; J 9J 8 unb bie
anfdIie�enben <fenfiten. �rot förpedider unb fee•
Iifder grötter lrfdöpfung
unb bes
emp�nbliden
mangels
an
ltriegsgerät wurMn bic feinbliden
jronten burd)broden, eine iat, bic bem jeinbe in
�en 'a(ren "orber im We\en trot gewaltiger über•
legenbeit ·nie gelungen war.
�ie entfddoen�e 1ofe ber 3if3iplin für ten
1ampfwert eines �eeres 3eigte in greler 2deud.
tung �er 'erfauf bes poienrei�3ugs unb ocr
<fen' •
fite im Wefen in �iefem 1\riege
.
:nneriid �ifjipii·
nierten Qegnern gegenüber wären bie gerabc3u mär·
cenhaft anmutenoen, gewaltigen frfolge unmöglid
gcwefen.
liefe aUgemeine Untcrwdfung bes lebrers über tie
lebeutung ocr �if;ipiin für ocn friegcrifd)en Wert
eines �eeres genügt allein nod) nidt, um bem Willen
tes mannes 3um <ehorfam oie jejigfeit uno :auer•
baftigfeit jU geben. fs gibt gatj belimmte äußere
tnerfmare für ben arao oer :if;ipiin einer '(ruppe,
teren 'erwirflidung er alt feine perfönlid 'ufgabe
anjuf eben bat.
�ier3u gehören: <ronung in ber Unter�U  uno auf
tem t1arfde, pünftlidfeit bei alen �ien\'erric•
tungen unb bei �ücre{r 'Om Urlaub, Sauberfeit im
'tn3uge, 3u"erläffigfcit in ter 1!usfübrung 'Ol &
felIen, Jrtragn tOn 'tnirengungen, taodiofe fl)ren•
be3eigungen. 1\enn;eiden einer fdledten :if3iplin finb
in eq1er !inie natürlid bie (egenfäte tiefer !igen•
fdaften uno �anMungen. �in3u fommcn aber nod
tueitere l\enn;eiden, oenen
gegenüber bei jübrer unb
�ruppe bäupg Me ridtige \orfung il)rer :ihiplin•
riorigfeit feblt. 3u ihnen rednen unter anberem:
'oblen unb Sreien in ocr marfdfolonne, 9preden
beim
'ntreten uno
Sammeln, �erunterrerfen ter
Stab
lbelme beim �alten,
Unterlafen oes �ülfenfam•
meln
s
im cefedt, mutwiliges Werfen 'On Knar.
f
örp
ern u. tgi.
in ocr Unterfunft, unerlaubte 'n3ugs.
J J 7
erleid.eru
ngen
. Wenn ber
tann ane biefe (ebote ber
lif;ipii
n unb bie \eriö�e
bagegen fennt unb anerfennt,
ii fdon ein
großer Sdritt
wrwärts in feiner inneren
folbatifd
en jormung
getan.
b) 3 er f o I bat i f 0 e a e I o r f a m b es ein 3 e1 n e n.
tad biefer lIärung ber 2ebtutung unb ber lenn•
3eiden ber folbatifden lif;iplin mug ber Solbat nun•
mehr über Umfang unb lrt bes militärifden (ehor•
fams belehrt werben. lie erfe jrage if, w e m muß er
ge(orden' ,ei ber lantwortung biefer jrage if ber
legrif bes bauerben unb �eitweiiigen \orgefetten �u
erläutern. ln leifpielen - cpofen ober jüngerer
mann als Stubenäitefer!) - ii bar�utun, baß b
Unterorbnung unter einen lameraben ober fogar einen
jüngeren �eitweiligen \orgefetten mandmal nidt lddt
fäRt, aber trotbem ebenfo terlangt wirb wie unter
einen bauernben \orgefetten. �ierbei wirb �wecmägig
gleid auf ben (ebanfen ber lamerabfdaft eingegangen.
Wi e fon nun bie Unterorbnung befdafen fein� 3ie
lntwort lautet: Sofort unb unbebingt, ohne ;u fragen,
ob bie lusfü(rung bes 2efe(Is befdwerlid ober gt•
fäbrlid if, o(ne Worte ober Qebärben bes UlißfaRens.
3ie trfüRung biefer bebingungslofen jorberung bes
(ehorfams, befonbers in ben Jagen, in benen fie fie
nidt er�wingen läßt, fett bie über�eugung bes Solbaten
"oraus
,
baß nur bas befohlen wirb, was ridtig unb
notwenbig if. lurd entfpredenbe lelehrung
mug
biefe über;eugung gewect werben.
\o
n biefem llicpunft aus mug ber Seibat mit ber
wirensbetonten torjenung erfüRt werben, bag es un•
würbig il, aus jurdt tOr Strafe ;u gehorden,
fonbern
bie <runblage bes Qehorfams für ben ehriiebenben
iJB
utann fets
bie linfdt unb bas \ertraue
n bilben.
Um
bas "ertrauen �u färfen, if auf bas überlegene 'ifen
unb Können unb bie grö�ere ?ienferfabrung ber \or.
gefelten bin;uweifen fowie auf ibre jürforg
e
aud
unter ben fdwierigfen \erlältnifen. ?er Solbat
mut
wifen bat fein \orgefelter fets fein ;efes in menfd•
lidr
'
unb bienflider :e;iebung
wiR. 2ßes bies be·
grünbet nit nur bas \ertrauen
,
fonber aud bas
Xedt bes \orgefelten auf bie 2dtung feitens ber
Untergebenen.
3ie 2 d t u n g fenn;eidnet fe äu�erlid burd taft•
uoßes ;enefmen unb lfrerbietung fowie bas lintreten
für bie ;elange bes \orgefelten bort, wo er fie felb'l
nidt wafrebmen fann. ?as \ertrauen �eigt fe, wenn
ber Untergebene in ben jäßen, wo er bes Xates unb ber
�ilfe bebarf, fe an feine \orgefelten wenbet.
frbält ber Solbat einen ;efebl, fo bat er ibn un•
aufgeforbert �u wieberbolen, bamit ber \orgefelte
wei�, ob er ibn ridtig uerfanben bat. 'iberfpreden
jd ;wei ;efeble, fo if bies bem \orgefeJten
,
ber
;ulett befoblen lat, �u melben. :f ber lefebl unflar,
fo barf fie ber Solbat nidt fdeuen, nod einmal ;u
fragen. linen ;efefI, ber nidt wörtlid ausgefüfrt
werben fann, bat ber Untergebene fnngemä� �u be.
folgen, inbem er fie fragt, worauf fommt es bem \or•
gefelten an. :m Kriege if bies felr bäufg ber jaß,
wenn bie taftifden \orausfelungen, unter benen ein
lefebl gegeben if, überbolt finb. Kann ein ;efebl
überbaupt nidt ausgefübrt werben, fo bat bas ber
Untergeben
e
unuer;üglid ;u melben
,
nadbem er fi. d
uon
ber Unausfübrbarfeit über;eugt bat. (;eifpiel:
:
m
<efedt fdict ber ;ataißons·Kommanbeur einen
udber, um einen lompaniefülrer ;u rufen. ?er
utdbe
r trift ibn nidt an, weil er ;ur lrfunbun
g weg•
gegangen ij.) tid)t ausgefü
lrt werben barf ein le�
fe
l
I,
ber ein )erge
b
en ober terbreden forbert.
1bfdI
iejenb fol fid) ber
torgefefte nidt fdeuen,
barauf bin;uweifen, baj ber Qelorfam gegen Me foiba·
tifd)en pjid)tn b, er menfd)Iiden tatur nidt immer
Ieidt fält. fin ofenes "ort bierüber färft bas 3U•
trauen bes mannes ;u feinem torgefeften. Siebt er
bod) baraus, baj ber torgefefte terfänbnis für bie
Seelenregungen bes Untergebenen bat. �ie 1ufbrin·
gung bes "ilens jUt <eborfam wirb fd)rer bei gro.
ten 'njrengungen unb gegenüber folden 2efebien,
beren Sinn ber mann nidt -erfelt ober beren �id·
tigfeit er nid)t anerfennt.
:n folder !age barf ber Solbat niemals innere
WiberfpenfHgfeit ober lijmut über fie �err werben
lafen, fonbern bat bie pjid)t, fie gröjter Sd&füber.
winbung unb Sel&f;ud)t ;u bejeijigen. �ie Wiber•
fänbe bes :d)s überwinbet er am leid)tefen, wenn er
fie) fef -ornimmt, ger unb freubig ;u geborden, wenn
er feines fibes eing-ebenf ij unb fid bewujt bleibt, baj
fein gefamtes folbatifd}es �anbeln unter einem löberttl
fittliden prin;ip felt.
c) U e r g e f e n g e g e n b i e nt il i t ä ri f d e U n t e r •
o r b nun g.
�a eine <eborfamser;ielung olme 3mang unb Straf•
mittd für ben Ungeborfam nid)t benf&ar if, g-winnt
ber Unterrid)t über bie )ergeben gegen ben <eborfam
unb bie lannes;ud)t päbagogifd befonbere Wid
tig
·
feit. 3er Solbat muj wifen, baj ber <eborfam bei
mangein: bem gutem 'ilen mit ber -oi
e
n Strenge bes
<efefes er;wungen werben fann. �amit wirb ber 1ngf•
trieb �u einem tirffamen mittel ber fr;iebung, fei es,
baß
er fie als Surdt tOr e�nbe, förpecl
icen, gcfeU·
f
daftiiden ober beruflid)en tad)teilen äuj
e
r
t.
tine eingebenbe '!uff!ärung über oie \e
rgele
n gegen
bie foibatifd)e Unteroronung
i
i
fer�r nötig,
um ;
u
erreid}en, baß ber Solbat fie
fets ocr �ragweite
feiner
�anblungen bcwu6t if. Selr läufg feUt es
fie leraus,
ba� ber mann bei \erjögen fid "nid)ts gebad),t" ooer
ton ber Strafwibrigfeit feiner �anblungen überbaupt
feine \orfeUungen gebabt bat. �ier fpielt ber auf•
fiärenbe Unterridt aifo gleidfam eine torbeugenbe
unb �erbütenbe :ole für ben mann.
'!ud) beim Unterridt über bie )ergeben gegen ben
Qeborfam unb oie tannesjud)t müfen bie 2 e •
g r i f f e a n p r a f t i f d e n : e i f p i d e n erläutert
werben. �ier erwadfen für ben Jebrer häufg Sd)wie•
rigfeite1t, weil bie unerläflide :enntnis gewifer le.
grife erböbte '!nforoerungen an bie geifige 'uf·
fafungsgabe bes mann, es feUt. Wenn es fie aud nid}t
um eine wifenfdaftlide :egrifsfr\ematif lanoeit
ober um eine gcnaue l\enntnis ber Strafbeiimmungett
bes '9ta:., fo muf bod immerbin tedangt werben,
oat ocr Solbat oie grunMcgcnocn \ergclen gegen Mc
Untcrorbnung fcnnt unb weif, tvorum es fie j. :. bei
"'!d}tungs�crictung", ":elarrcn im Ungclorfam",
"'!ufwiegeiung" ober 11mcutcrei" banbdt. 3ie fiare
trfenntnis oiefcr Straftaten fd}aft rid)tige \orfcUun•
gcn, oic wicocrum oas �anodn weitgcbenb
b
eeinfufen.
�ic weitere Sd;roierigfcit für ben Jebrer bei oiefer
�ienj bejebt barin
,
oaj er feinen leifpieicn nidt
wirflide jäUc �on Ungcborfam, meuteret u. ogi.
aus unfcrcr �ecrcsgefdid)tc jUgrunbc Iegcn fann. tr
mug aifo feine leifpicle feiber bilben, babci bie lrt
bes
\er
gebens fdarf
herausarbeiten unb bie
2�
l
rafun
g
smöglid)feiten erläutern. frjieberifd) ·notwcn•
JlJ
�ig i{ bierbei bie 1Iar{eUung, wie in bem betrefenben
jaUe ber tann fie
tätte verbalten mUfen, um ridtig
;u lanbdn
. 3iefe notwenbigfeiten verlangen von bem
fetr
er
ein botes ma� von fdöpferifder Pbantale.
3ie
angerommenen �eifpiele finb möglid{ fo ;u
wäblen, ba� bas \ergeben gegen bie militärifde Unter­
orbnung fid nidt gegen bie befannten lorgefetten
ridtet, fonbern gegen ;eitweilige lorgefette, lame�
Taben, pofen u. bgl.
'on ben lerfeblungen gegen ben <eborfam finb als
er{e Qruppe Me Ieidteren ;u bebanbdn
,
bie bif;ipli�
narifd geabnbet werben fönnen. �ier;u gebören:
a) l d t u n g s ve r I e t u n g C�3St0. ltni. 3 3if.3).
ltdtungsverletung fann burd abfidtlid nadI<ffige
fbrenbe;eigungen, frede ltntworten, nadUiffige
�altung, lebensarten ober Qebärben begangen
werben.
b) � e I ü g e n eines lorgefetten auf �efragen in
bien{lid}en ltngelegenteiten C�3St0.lni. 3 3if. 4).
c) � e I e i b i g u n g eines lorgefetten (�3St0.
lnl. 3 3if. S), fofern nidt üble tadrebe ober ler?
leumbung vorliegt. :n Ietteren jäUen tritt �e?
{rafung nad 'St<�
.
§ 9J ein.
,d) U n g e b o r f a m, ausbrüclide <etorfamsverwei
?
gerung unb lebarren im Ungetorfam (�3St0.
ltnl. 3 3if. 6).
tnit biefen Straftaten fett ter Übergang ;ur geridt?
:liden le{rafung ein. Sie tritt in 1raft, wenn "burd)
�ie �t vorfätIid ober falrläffig ein erbeblide
r
n
a

teil, eine <efabr für menfdenlebe
t oter in
bebeuten�em
Umfange für frembes figentum ober eine
<efabr für
{ie Siderbeit tes leides ober für
bie
SdIagfertigfeit
obet
lusbifbung ber
�ruppe berbeigefüb
rt wirb"
(6tQ2. §§
9�, 94).
l  eifpide lafen fie
leidt aus bem Wad}bie
ni unb

er
'ätigfeit ber 6tubenältejen entnebmen.
Weitere
i
rafbare �anblungen gegen bie pjidten ber
militärifden Unterorbnung jn
b:
e) W i b e r f e t u n g cWStQl. § 96).
l  eifpid: �er U. u
.
�. lat beim abenblidn lb,
fragen fejgejent, bag 6düte ..
,
obne Urlaub ;u
laben, fellt. 9düte .. febrt eri gegen J Ubr auf uer·
botenem Wege in bie laferne ;urüc. lm nädjen
morgen lauert er bem Unterofj;ie
r
auf, ber fie auf
bie 9dreibjube ;ur 2bgabe ber telbung begeben
wir, jent fi in ben Weg unb fagt: "�err Unter·
off;ier
,
wenn Sie mid melben, paffiert :bnen leute
abenb etwas." ls genügt fdn bie �robung für ben
�tbejanb ber Wiberfetung.
f) 'ät l i de r 'n g r i f f g e g e n e i n e n to r·
g e f e t t e n CW9t2Q, § 97).
�ier ii barauf bin;uweifen, bat, wenn überbaupt
,
terartige tergeben meijens im 3ujanbe ber 'runfen•
beit uorfommen.
g) ' u f w i e g e l u n g CW9tQ2, § 99).
2eifpiel: luf einer Stube fübien fie 1efruten l.
,
2. unb �. burd ben Stubenältejen fdledt bebanbdt.
9düte 3. fagt ;u ben brei 1efruten: "!agt eud
uon öem led nidts melr gefaHen. Wenn er · beute
eure
9pinbe nadjebt unb wieber etwas ;u meceri
bat
, bann laut ilm ein paar runter." lufwiegelung
liegt
feitens
bes 6düten 3. aud bann uor, wenn öie
1efru
ten l., 2 . unb �.
nidts gegen ben Stuben•
ältejen unternelmen.
h) U n t e r g r a b u n g t e r m a n n e s � u d t
CWStQl. § J oza).
Sie tritt ein, wenn jeman·t es unternimmt, tie
fMnes�udt in ber Webrmad·
t
tmrd bet erifde 1e�en
ober in äbnlider Weife �u untergraben. 3urd) �as
Sonöerjrafredt im 1rieg werben 11Untergrabung �er
U1annes�udt" unb 11'ufwiegelung" als 113erfet;ung ber
Webrfraft" mit bem �obe be{raft. �ier bat fe bas
3ritte Neid ein fdarfes mittel gefdien, um jeben
\erfud, bie innere Qefdlofenbeit ber Webrmadt �u
unterböblen, fogleid im Keime �u erjicen. 3er lom�
paniefübrer ij verpfidtet, feine männer über �ie
�ragroeite biefes Paragapben genau auf�uflären, um
�u terlinern, �a6 -aud nidt in ber �runfenbeit ober
in ber irregung - Ieidtfertige 1e�ensarten gebr�udt
wer�en, bie als 3erfet ung ber Webrfraft gebeutet
werben fönnen.
leifpiel: !in Sdüt;e lat in angetrunfenem 3ujanbe
in einem Jofal einen 3ufammenjoj mit einem Unter.
off�ier. ir läjt fd �u 2Cdtungsverlet;ungen binreijen
un� ruft feinen in �er täbe befnbliden lamera�en �u:
11
1
as lafen wir uns hier nidt bieten. Wir wolen ab·
warten, bis es Qrnj wirb, �ann müfen ale Unterof
t

�iere vor unfere tnafdinengewebre. Jajt �ann feinen
am Jeben."
i) Q r r e g u n g t o n m i 6 v e r g n ü g e n i n l e .
� i e b u n g a u f � e n ! i e n j CWStQ. § 'oz).
3er Unterrid)t bierüber ij befon�ers bebeutfam,
wenn unter ben Solbaten nur eine geringe teigung
�um folbatifden 3ienj vorbanben il ober eine ge

wife Un�ufriebenbeit aus irgenbwelden Qrün�en um
fid greift. :n folden jäUen pfegen bann fritifd un�
bet; erifd veranlagte taturen unter ber 0berfäde �u
Jl4
wül)ltn. :bre �ätigfeit pfegt jeber
teuterei
toraus•
;ugefen.
k) tn e u t e r e i cmsta,. § J 03).
3ie tneuterei i\ meiiens eine jolge ber
2ufwiege•
lung. <e(en bie in bem ;eifpid
unter g genannten
lefruten auf ben \orfdIag
bes 6


en
3.
ein, fo
liegt bereits bie teuter· ei tor, obne oag bie beab·
fidtigte �anolung gegen ben Stubeneelen begangen
;u fein braudt.
Wer Kenntnis ton einer beabfidtigt·en teuterei
er(ält, if terp�idtet, telbung ;u madn CW6t<l
.
§ J04)·
I
)
ti I i t ä r i f d e r 2 u f r u b r cWSta2. § Jo6).
ts if bas fdrerfe terbreen gegen bie tannes•
;udt. 3er �atbefanb liegt tor, we1n mebr als brei
Solbaten fie ;ufammentun ;um 3wec ber <eborfams•
terweigerung, Wioerfet; ung ober eines tätliden 'n·
grifes gegen einen \orgefet;ten.
leifpiel: 3ie :ompanie rüct in Stelung. &im
2bmarfd treten einige feute tOr un·b erflären, fie
bätten bie 9dweinerei fatt unb madten nidt mebr mit.
Sie rotten fie ;ufammen unb fet;en jeoem lerfud, fie
mit;unebmen, gewaltfamen 'iber\ano entgegen.
lefonbers \renge le\rafung trift bie läbels·
fübrer unb 2n\ifter bes 'ufrubrs.
3ie Unterweifung über bie \ergeben gegen oic
P
f
idten ber foioatifden Unterorbnung (at i(ren
3wec erfült, wenn ber Solbat mit tiefem 2bfdeu tor
i(nen erfült ij unb fie fej tornimmt, fotiel an il)m
liegt,
b
afür ;u forgen,
baf fie niemals torfommen.
3
r
Unterrid}
t
bierüber barf nidt auf ben �on ber
3r
ofun
g
abge\immt fein, fonbern mug ;um 2usbruc
&ringen, ba� terartige \er\öge &ei uns gan; unbenf·
bar finb unb bie lefpredung bierüber nur aus <rün.
ben ber '!ufflärung erfolgt.
d) , e f d w e r b e r e d) t.
3er Unterridt über bie lefdwerbeorbnung \ebt in
einem pfydologifden 3ufammenbang mit ber Unter�
weifung über ben <ehorfam. :n bem Solbaten fann
auf <runb obiger 'lusfübrungen leidt bas nieber­
brücenbe <efühl ent\ehen, es fehle ibm ein praftifdes
ledtsmittel gegen übergrife ton \orgefetten ober
Xameraben. l;efanntlid hat bie wefrfeinblide propa•
ganba mit \orliebe teils aus Unfenntnis, teils aus
löswißigfeit fier eingefett.
tit bem SdIagwort bes
1Xabatergeforfams" foUte ber tann bie \or\eUung
eines wißenlofen Werf;euges befommen unb 'On 'Ot•
herein mit �a� gegen bie Pfidt ber militärifden
Unterorbnung erfült werben. 3ie 'lufga&e bes Unter•
ridts it es, ridtige <egentor\eUungen baburd ;u
fdafen, ba� ber Solbat bie über;eugung gewinnt, er
fei burd bas l;efdwerberedt tOr jebem Unredt unb
wr jeglider :eeinträdtigung feiner <eredtfame unb
l;efugnife gefdütt.
3ie le\immungen ber :efdwerbeorbnung fnb mit
� i l f e p r a f t i f d e r : e i f p i ei e ;u erläuter.
lei ber Wafl ber :eifpide bat ber .ebrer auf bie
frbaltung bes 'ertrauens unb ber 3if;iplin bebadt
;u fein. 3as it nidt ber jaU, wenn etwa ber Xomp ..
ibef, ein 0fp;ier ober Unteroff;ier ber :ompanie ;
um
<egen\anb ber l;efdwerbe gemadt würbe. man nehme
bas ,eifpid aus bem lereid bes inneren 3ienies unb
made be;üglid ber perfon bes :eflagten eine ' nnabme
aus bem Xreife ber Utannfdaften. 'llfo etwa folgenber .
maßen: "Wir woUen annebmeJ, baß �efrut .ebmann
Stubenältefer auf Stube 3r
if
· • ·"
�er Unterridt über bie
2efdwerbeo
rbnu
ng
muf
nod einem weiteren ir;iebungsgebanfen �ednung
tragen. !s fanbelt fie um bie
ridtige lluffafung be&
tannes ton bem m ii i t ä r i f d e n � o n unb b e n
f o I b a t i f d e n U m g a n g s f o r m e n. :eber leruf
fdaft fie bie l!usbrucsformen, bie fein·em inneren
Wefen gemäß fnb. �as lriegsbanbwerf if fart unb
rauf, bementfpredenb ber 'on fur; an·gebunben, oft
�rfd unb fdrof. �ie Umgangsformen finb ebenfais
nidt fo; wie fie im Salon not!enbig unb üb!id finb.
Wäre aUes biefes anbers, weider, ldfer un

em
vf
nb .
famer, fo würbe bas fderlid auf lofen ber friege ..
rifden .eifungsfäbigfeit geben. !in 6olbat
,
ber im
.rieben fdon nidt eine berbe 2ebanblung "ertragen
fann, wirb fdredid in ber Unerbittlidfeit bes lrieges
feinen tnann fefen. So gefeben
,
gewinnt bie fdarfe
unb unbebingte folbatifde .orm eine befimmenbe le.
beutung für bie innere !r;iebung ;ur lriegsfertigfeit.
�er Jebrer muß bem Solbaten biefe 3ufammenbänge
erläutern unb ibm flarmaden, baß ber folbatifde �on
,
ber in tielem bem <fre eines 3itilifen tielleidt miß·
fäUig flingen würbe, mit feinem eigenen Wertmaßfab
gemefen werben muß unb gan; anbers auf;ufafen if,
als er erfdeint. Siebt er bies ein, bann wirb er fe
nidt burd jebe lleinigfeit tede�t füfIen, wenn gar
feine 'bfidt ber lränfung torgelegen lat.
llnbererfeits if bem Solbaten ein;ufdärfen, baß e
;u einer lefdwerbe ober Utelbung terpfidtet if, wenn
ibm ein tatfädIides Unredt wiberfafren if, bas
er
mit
feiner !bre unb manneswürbe nidt in finflang
bringen fann. �ierbei muß nadbrüclid genug betont
werben, baß jebe 2efdwerbe fadHd unb grünblic
unterfud)t wirb uo ber l efdwerb,efübrer niemals
einen
perfönli
den nadteil
bei einer begrün�eten le.
f
d
werb
e batonträ
gt.
'Cud wegen unbegrünoeter le.
f
d
werb
e wirt niemanb befraft. �agegen madt fie ber
:efdwer
befübrer
irafbar, wenn er tOt bem torge•
f
driebenen �ienfreg abweidt.
�er Unterridt über bie :efd)werbeornung bat fei·
nen 3wec erfült, wenn ber Solbat tOn ber !rnflaftig•
feit unb Qeredtigfeit biefer !inridtung über;eugt if
unb fie fider unb geborgen fühlt.
1 a m e r a b f d) a f t.
'. legrif unb lebeutung.
�as bem tnenfd,en angeborene <efübi ber lamerab·
fdaft beruht auf bem lebürfnis nad gefelfdftlicem
3ufammenfdIug unb äufert fd in bem 2enm1tfein
innerer Xerbunbenbeit, bas bie tnitglieber einer <e•
meinfdaft ;u beberrfden ptegt. Kraft unb Wertbe;ug
biefes <efübis weifen bei bem ein;dnen unb im <e•
meinfcaftsieben bie gröften Unterfdiebe auf. �en \Ot•
nelmfen Xang nimmt bie folbatifd}e 'uffafung ber
lamerabfdaft ein. Sie (elt fie für ben Solbaten als
eine lole fittlide 'Cufgabe bar, bie ihn ;ur frfenntnis
;wingt
,
baf er nidt ein für fie} Iebenbes !in;dwefen i\,
fonber nur ber �eil eines <an;en, bem fein gan;es �d
;u bienen bat.
3er Solbat mug frül);,eitit begreifen, bag bie
1a me r a b fda ft f ü r je b e m i l i t ä r i f de \e•
mdn f d a f t e i n e I e b e n s w i d t i g e m o r a.
I i f d e 1\ r a f t ij. Sie fd)aft eri bie
'oraus•
fe
tungen für ein rücfidtstoles,
terträg
!ides 3u·
fammenleben ticler Utänner auf engem laum. �" bie
in ber ltamerabfdaft enthaltenen 'i
Uensridtungen
rd) ht grofem Umfange mit bentlt tes \eborfams
becen, if fie eine mitbefimmenbe \runMag
e für �ie
lifjiplin un� bamit
für �en
Wert einer iruppe.
3as Wefen "er 1\amerabfd
)aft rrfd)öpft fid nidt
in
ge
f
eligen 3ufammenfünften,
1!usfügen unb fonfigen
auf bie 3erjreuung
gerid)tden
Ueranjaltungen, fo
wid)tig un� notwen�ig
bas ales 3ur
Kräftigung bes
\emeinfamfeitsbcwugtfeins aud fein mag, fonber in
bem 1efül>l perfönlid)cr t11itterantwortlid)feit für bie
ltameraben un� bas 'htfebcn bes iruppentdl
s.
fs i
j
alfo bie l!uffafung einer fdicfalbaften 'erbunbenbe
i
t
;ur frfülung ber fittliden :�ee bes Solbatentums.
liefem ibm innewobnenben trnf entfpredenb "er•
langt bie 1\amerabfdaft ton bem ein3elnen gan; be·
\immte pfid)ten, ;u beren trfülung �ilfsbereitfd)aft,
f.ntfagungsfäbigfeit, <pferbereitfdaft unb ireue -er·
langt werben.
l. Unterrid)t über �amerabfd)aft.
a) l i d t i g e 1 a m e r a b f d a f t.
3er legrif ber 1\amerabfd)aft if fo befannt, baß er
im Unterrid)t feiner weiteren trflärung be�arf. 3er
!d)rer wirb fie barauf befdränfen fönnen, bie tot.
wenbigfdt ber lamerabfdaft unb ihre praftifd)e \er ..
wirflid)ung an 2 e i f v i ei e n a u s b e m ! c b e n
b e r i r u p p e in l\rieg unb jrieben ;u erläuter.
3ur Sd)affung rid)tiger \orfelungen mu� er lierbd
aud auf bie terfd)iebenen Uöglid)feiten eingelen,
binter benen fid bas aegenteil ton 1\amerabfd)aft "er•
birgt. ts banbdt fie bierbei um falfde l\amerabfd)
aft
ober ausgefprod)ene Unfamerabfdaftlid)feit.
'usgangspunft für ten
Unterrid)t if ;unädf b
i
e
jrage,
wieweit ber Solbat tie Qrenjen ber 1\amer
ab
•·
fd)aft
;u ;ichen lat. fr ii leidt geneigt, fie nur
auf
9 �Itri6tet, �roiefung
feinen
�ruppenteil ;u
befdränfen. �ier mu6 ber lebrer
ben 2
Iic
weiten unb b
cmtuf binweifen, bat ber 2egr
i
t
ber
1amer
abfdaft fämtlid)e Webrmadtangebörigen
umfatt. '
e ·tragen bie gleid}e Uniform, leben unter
benfelben 2ebingungen, finb ;u gegenfettigem <ruj
'erpfidtet unb bienen ber gleid)en lufgabe. !ie
1\amerabjd)aft if bas einigenbe 2anb bes 0an;en, bas
nid)t nur <leid)gefelte, f onbern aud) 'orgef e1 te unb
Untergebene umfdIingen mut. Sie äutert fid) bei bem
\orgefe�ten barin, bat er in feinen leuten ben men?
fden ficht, ihnen mit \ertrauen begegnet unb fie als
il)r natürlid)er 2efd)ü�er fübrt. !er Untergebene be·
wei{ feine 1amerabfd)aft in bem 2emülen
,
feine
pficten ;u erfülen unb baburd bem \orgefe�ten feine
'ufgabe als fr;ieler unb lusbilber ;u edeidtern.
!ie 1amerabfdaft mut auaer !ien{ unb im !ienf
bewiefen werben. luaer lien\1 äutert fie fid) in bem
Wilen gegenfettiger fr;iebung. lle finb aufeinanber
angeriefen
,
müfen gegenfettig auf fid) �dten unb für•
einanber eintreten. !er 'iltere muf bem :üngeren als
menfd) unb Solbat ein 2eifpiel geben unb ibn baburd
;ur 'ad)eiferung anfpornen. !er :üngere wieberum
if 'erpfid)tet, fid) bas ;u eigen ;u mad)en, was ber
bra'e bienf• unb lebenserfahrene ältere Solbat ilm rät.
Wabre 1amerabfd)aft 'erbinbert Reibereien ober
gar 6d)lägereien ber Solbaten untereinanber. !afür
äufert fie fid in gegenfeitiger UnterfüJung unb �ilfe.
!er <efd)icte hilft bem Ungewanbten, ber Sd)nele
bem langfamen, ber geifig gut \eranlagte bem Unbe.
gabten. jreilic barf bie 1amerabfd)aft hier nid)t ber
�rägbeit unö jaulheit ;ugute fommen. !er W
eid)•
her;ige, bem bas Solbatenleben fdwerer auf bie Seele
fält
,
if burd irof auf;urid)ten, bem 'er;agten mut
burc) freunblid)en 3ufprud) ber t1ut ge\ärft werben.
ln�erfeits ii �er Uodaute o�er �reile prahier un�
überl)eblide in fein
e Sdranfen
�urüc3umeifen.
fin
befon�ers gutes 3eiden
ii es
, mit an�eren �e�ürftigen
feinen eigenen über�u
f ;u
teilen.
�at ein Sol�at einmal mehr
getrunfen, ais er "er·
tragen fann, fo mütTen �ie anmcfen�en 1amera�en �a.
für forgen, �af er fdn
el un�
unauffälig nad �aufe
un� ins lett gebradt mir�. 3ie 1amera�f
daft "er.
langt, �af je�er Sol�at in �er <fentridfeit getreulic
für
�as lnfe�en feines �ruppenteils eintritt
, fobal� er
hört, �af SdIedtes über ihn gere�et mir�. fr felbi
�arf
fid natürlid eri redt nidt in abfäliger 1ritif
erge�en, aud mcnn ibn augenbliclide Uerärgerung
bier;u rei;en fönnte
.
luferbalb �er 1aferne müfen �ie Soi�atcn �urc
feien 3ufammenbalt �ie 1amera�fdaft �um lus�ruc
bringen. 3as äußere 3eiden bierfür ii �ie redt3eitige
un� fadgemäfe lusführung les gegenfeitigen <rufes.
lei QIeidgeielten barf niemanb auf ben aruf bes
an�eren marten. '  ltere haben ben <ruf ber Jüngeren
;u"orfommenb ;u ermi�ern. <erät ein Sol�at mit
einem an�eren o�er einem 3i"iliien in Streitigfeiten,
fo ii es �ie Pfidt je�es ;ufälig anmefen�en 1ame•
ra�en, "ermitteln� o�er ausgleiden� ein3ugreifen. <e•
lingt es nidt, fo barf er �en an�eren feinesfals im
Stie lafen, fonbern muf ihm hilfsbereit beifpringen,
menn er angegrifen mirt. �äufg mir� fdon feine ln•
wefen�eit un� feine lefonnen�eit �ie leteiiigten "on
ben äußerien Sdritten ;urüc�alten.
:m 3ieni gibt es eri redt un;äblige Qeiegenheiten,
lame
ra�fdaft ;u
bemeijen. So hat je�er �ie P�idt,
a
us
�em
aefü�I famerabfdaftlid)er Uerbunbenhei
t ba·
für
;u
for
gen, baß bie
leij1ungen �es �ruppenteils,
bem
er
an
g
e
hör
t, auf ber �enfbar größten �öbe {eben. mm
bei große
n 'nfrengungen 'erbrofenheit unb Utitmut
um
fie
greifen, bann
'erlangt ber famerabfdaftlide
Sinn, bat ale leute, bie nod ba;u in ber lage finb,
burd
torbilblide
�altung ben anberen ein l  eifpid
geben unb burd
gute laune für 'ufheiterung unb
Stimmung forgen. l;d anfrengenben färfden unb
jelbbienfübungen ;eigt fe bie lamerabfdaft burd
gegenfeitige �ilfe. �en letten l  ifen ;u teilen, bem
lrfdöpften bie befere lagerfatt ab;utreten, bem
Sdroaden bas Qepäc ab;unehmen ober �ienf'erric
tungen für ihn freirifig ;u übernefmen, bas erforbert
fntfagungsfäfigfeit unb if ber fdönfe l  ewds wn
lamerabfdaft.
3er Krieg if bas Qebiet, in bem fid bie lamerab•'
fdaft ;u födfer 'oUenbung entwicelt. K a m e r a •
b e n t r e u e h e it t ; u f a m m e n a u s h a l t e n i n
to t u n b ae f a h r u n b fi e für e i n a n b e r
e i n f e t e n b i s ; u r 'u f o p f e r u n g b e s
l e b e n s. S i e i f Q e w i t b e i t , b a t f i d b e r
e i n e a u f b e n a n b e r e n f e f \Hr l aff e n f a n n,
u n b n i e m a n b e t w a s t u t , b a s b e m a n b e r n
f d a b e n w ü r b e. :n ber Wdtfriegsliteratur jnbet
�er lefrer ;ahlreide Sdilberungen 'on ergreifenber
lamerabentreue. fs empjeflt fid, bcfonbers wirfungs·
uone Stelen ben leuten uor;ulefen.
b) J 4lf d e ' 4 m er 4 b r d 4ft.
Unter falfder lamerabfdaft finb folde �anblungen
;u 'erfehen, bie auf Qrunb falfder torfeUungen 'On
bem Wefen ber Kamerabfdaft gegen 'norbnungen unb
l  efeble terfo!en ober jebler unb Scwäd)en eines
t11enfden nidt 'erminbern, fonbern nod 'ergröter
3ief
e falfde lamerabfdaft
entfpringt nidt fdledter
aefinnung, fonbern if eine Jo!ge 'On Unfenntnis
,
ae·
banfenlofigreit ober <barafterfdwäde
. Sie if aud
nidt mit ber lbfidt, fid) einen
perfönliden 'orteil ;u
terfdafen, terbunbe
n
.
�en
legrif ber falfden Ka·
merabfdaft mögen
folgenb
e
.eifpiele erläutern.
'. f i n p o {h n fielt, wie nadts ein mann nad
3apfen{reid) über ben 3aun flettert. 'uf 11nruf febt
�r mann, ben ber pofen als feinen jreunb erfennt.
rr unterläft bie meibung, um feinem Kameraben nidt
;u
fdaben. 3er pofen l)anbdt falfd, weil er gegen ben
lefell ter{ögt. �er �egrif ber Kamerabfdaft tritt
3urüc \Ot 0efet unb ledt. �ier banbdt es fie bei
� .. _ n .. l.. ..... . .... '" rr., . .,.,,,,!,. ... , ,, ' lmP . .�
"""" 1"'""11 . . . ''11'
'
"'
'
"
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" ..", '"" .... ! "" . . . -... ... __ '
fdaft, bie jebod nidt auf fdledter 0efinnung beruht.
l. t i n I e i d t f i n n i g e r , " e r f d u I b e t e r
9 o I b a t tlia �on fein�m Stubenfareraben am Sonn•
abenb � lt. leiben, um fie einen �ergnügten 'benb
;u maden. jalfd wäre es, ber .itte ;u entfpreden,
weil ber mann baburd nur nod tiefer in Sdulben ge•
raten unb in feiner �altlofigfeit bcfärft rcrben würbe.
0efd)äbe es bod, fo fann entroeber 0ebanfenlofigfeit
torliegen ober ber tnangd an tnut ;u
m
teinfagen.
!as 'bfdlagen ber .itte bes 1eidtfinnigen wäre ri�
tige Kamerabfdaft.
3. f i n I e i d t f i n n i g e r , a b e r f r a m m e r
9 o I b a t , ber bei feinen 1\ameraben eine große �oUe
fpielt unb ;u prahlerden neigt, lat bie 'bfidt, abenbs
nad bem '  bfragen ohne Urlaub bie 1aferne auf ter�
botenem Wege ju "er!afen unb fpäter ebenfo rieber
;urüc;ufebren. jalfde Kamerabfdaft wäre es
,
bem
manne nad bem tunbe ;u reben aus 'lngf, """ ibm
für
einen jeigling gebalten ;u werben, ober ibn
burd
Sdeinri
berfprud er
tl redt ;u ber terbotenen 'at an•
;urei;
en. 5er rirflide
:amerab muu ofen feine ab.
reidenbe
'nfidt
fagen
unb ben leidtfinnigen "Ot
feinem
Uorl)aben ab;ubring
en "erfuden. �ier "edangt
bie
Kame
rabfdaft alfo
einen geroifen moralifden mut,
ter befonbers fdwer einer überlegenen perfönlidfeit
geg
enübe
r auf;ubringen ij.
4. t i d t g a n 3 I e i d t i j b i
e
je j I e g u n g ,
wan
n ein
Solbat ;ur Uefbung eines 1ameraben bei
Wabrnefmung 'On 'erbotenen �anMungen "erpjHd)­
tet ij. 'ls aUgemeiner 'nlalt ij ;u fagen
,
ba) ;um
minbejen aUe
Straftaten, bei benen im 3i"illeben bas
<eridt einfdreiten würbe ober bie gegen bie ibre bes
Solbaten 'erjoßen, gemelbet werben mUfen. �ier;u
rednen u. a. Iiebjabi, Körper"erletung, letrug ober
bie 'bfidt einer meuterei, eines 'ngrifes gegen einen
Uorgefetten
,
eines Selbjmorbes, einer jabnen�udt
fowie lanbes• unb �od"errat. iin Unterlafen ber
U1elbung aus falfd "erjanbener Kamerabfdaft belajet
ten letrefenben fdwer unb madt ihn bei bem gröften
'eil ber angefülrten Straftaten mitfdulbig unb jraf•
bar. �ier mu) ber lehrer mit befonberer iinbringlid·
feit für flare UorjeUungen forgen.
�. I e r S o I b a t a I l ; e i f i t e r im m e b r.
m a d t g e r i d t. ir würbe ein 2eifpiel falfder
1amerabfdaft geben
,
wenn er bei ber Urteilsberatung
fie nidt "on rein fadIiden Qrünben leiten liefe,
fonbern feine leurteilung "On ber 'atfade, ba) es fie
bei bem 'ngeflagten um einen Kameraben hanbelt,
parteiifd beein�ufen lafen würbe.
c) U n f a m e r ab f d a f t.
Unter bem legrif ber Unfamerabfdaft f
i
nb
foide
�anblungen ;u 'erjlehen, bei benen fid jemanb unter
bem 'nfdein ber 1amerabfdaft
auf 1ojen
ber lame•
J4
raben perfönfide torteire ;u terfdafen fudt ober
einen 1ameraben olm
e
eigenen torteii aus reiner
:osoeit fdCbigt.
�ie Unfamerabfdaft entfpringt
{ets felbffüdtigen :eroeggrünbe
n. Sie if bas 3eiden
eines fdledten llarafters unb bas fdwer{e tergel)en
gegen ben aeif ber 1amerabfdaft.
2eifpiel
e
für Unfamerabfdaft:
'. \ e r f ü b r u n g eines Ieidtfinnigen 1ameraben
;u Qelbausgaben, um feib{ burd jreigel)altenwerben
einen torteil ;u baben.
z. 2 e e i n f I u f f u n g eines 1ameraben ;u einem
ter{og gegen bie �ien{torfdrifte
n
;ur !rlangung
eines eigenen torteils: !inem Sdüt en i{ auf Qrunb
einer ternadICffigung ber Stabturlaub am Sonntag
gefperrt roorben. �er Solbat fudt feinen jreunb, ber
als 1ompaniefdreibcr bie UrlaubsParten in terroab·
rung bat, trot; bem ;ur �erausgabe ber Udaubsfartc
;u tcranla!en.
3. : e w u g t c S d C b i g u n g eines :ameraben:
mehrere Solbaten
laben in einem Qa{baufe Sonn•
abenb abenb ge;edt. 2eim 'ufbreden ;iebt einer un•
merflid bem anberen bas Seitengewebr aus ber
Sdeibe unb ICgt es auf einem Stubl liegen. :ei ber
YwÏ>««~+ ¬«+� >¬+ ����kw~~e+&¬ w m I¬_ mwM& ¼>= % .¼
+r J.\&JUII! "UJ \\' �'"I\"U\IIUJ\J' M11f1�141 LC4 4�U}� 
babenbe bas jeblen bes Seitengewel)rs unb melbet es.
�er mann, bem bas Seitengewel)r feblt, i\ burd bic
gemeine �anblungs
r
oeife feines "1ameraben" in grögt
e
terlegenl)eit gefct;t unb ICuft Qcfabr, bc{raft ;u
werben.
4· : m \ i d I a f f e n e i n e s : a m e r a b e n in ber
<f
en
tlidfeit: !in Solbat i\ 3euge, wie in einem
Qa\

baufe ein ibm un&efanntcr :amcrab mit 3itili{cn in
'H
Streit gerät. .!
s fann
fid nur nod mn eine fur;e
Spanne 3tit banteln, bis bit 3i'ilifen ;u Vät!id)fdten
übergel
)en.
3er
unbeteili
gte
Solbat tut fo, als ob er
n
idts
ficht, unb brü
ct fie aus ber (affube. sier liegt
e
i
n tnangd an
famcrabf�ftlider ';crbunbenhdt, an
\erantroortungsfreubigfeit unb an mut 'or. 'l c fpä·
teren Qrflärungen unb 2emäntdungen fönnen bas un•
fatnerabfdaftlid7e \erbaUen nidt entfdulbigen.
�. m d b e n e i n e s 1 a m e r a b e n , nur um fe
baburd fclbf in gutes !idt 31 feten.
6. :m lriege hült fd bie Unfamerabfdaft leidt in
ben t1antd ber 9 d e i n Pa m e r a b f d a f t. �ier;u
gd)ört bas unbefugte 3urücbringen 'On lerrunteten
aus ber <efedtslinie nad hinten. Wer bas tut, Iägt
feine Kameraben im \efedt im Stie unb i\ ein feiger
3rüceberger. 3asfdb
e ij ber jaU, renn fie jemanb
bem Kampf burd) \orfdüten 'On 1ranfheit ;u ent.
;ieben ober turd bie leibringung falfder jamiiien•
nadridten seimatsudaub ;u 'erfdafen fudt.
Unfamerabfdaft if immer ein \er\og gegen bfe
perfönlide unb folbatifde !l)re. Sie ill baber eines
bra'en Solbaten unroürbig unb für jeben an\äntig
\efinnten unerträglid.
t r e u e.
J. 2cgrif ber " reue
.
3ie treue i{ ein lefanbteil bes fittliden l�araf .
ters bes mrfden, eine urfprünglid)e teranlagung,
bie fie burd gan; belimmte WiUensridtungen bes
:ds ofenbart. 3ie je{igfdt ber treue if abbingig
""" ber lraft unb Stetigfeit ter WiUensridtungen.
Wirb einer pcrfon bie ebren'ofe le3eidnung nUl•
erfdütterlid treu" ;uerfannt, fo
befagt bies nidts
anberes, als baf in ibr biefe Kraft un� Stetigf
eit in
benfbar gröfter
tolfommen
l)eit "orbanben
ij.
3cr Wert ber Irtu
e i
j abhängig "on befimmten
fittlid)en tor\elun
gen, bie bas
�anbdn bes cin;elnen
beeinfufen. Iie tor\dlungen becen fid jebod nid)t
immer mit bem �anldn. 3ie Urfade biefer lrfd)ei.
nung i\, ba6 bie torflungen bem gefüblsbebingten
Werterleben nidt fold)e lraft geben, um bie entgegen·
gerid)teten lriebe unt 2egierben bes :s ;u über•
rinben. 3ie \orausfe�ungen für ben legrif lrcue
fnb aber nur gegeben, wenn bie \orjeßungen mit ben
�anMungen in iinflang feben.
3ie \reue, als eine 'iiensrid)tung �es !larafters,
ii eine aftit wirfenbe :raft, bie bas gefamte leben
bes dn�elnen wertbe{immcnb burd�iebt. Sie wirb
befonbers beutlid erfennbar unb wertunrsfäbig als
lrcuc bes menfden gegen fid; felb{, fo�ann an feinem
)erbaUen ;u ben mitmenfden unb fd)Iieflid in feiner
�altung bem tolf unb Staate gegenüber
.
:nnerbalb ber perfönlidfeit bes menfden fenn;ei�
net fie bie �reue als b e r W i Il e , b i e a II g e •
me i n e n We r t b e g r i f f e w i e le d t, Walt··
le i t , Un b e j edl i d f e i t , !bn�, Pf l i d)t
u n b �e i!i g f e i t a l s f ü r f id te r&i n b l i d
a n 3 u e r f e n n e n. 3er Grab ber \reue wirb be­
iimmt "on ber jäbigfeit
,
an biefen fittlid)en Wert.
'rjelungen fej;ubalten unb alen entgegengeridteten
:räften bes eigenen :s ebenfo ;u wiberfeben wie
ben fd)Icdten leeintulTungs"erfuden ber mitmen.
fd
en. 3ur llaraftereigenfd)aft ber Vreue geböd alfo
�ets eine geringe 2eein�u6barfeit nad) ter Seite bes
Sdledten un� ein
e
ausgeprägte lebarrungsfraft an
bem jür red}t unb gut !dannten.
U7
Sidtbar
er als innerbal& ber perfönlidfeit bes Uen·
fden
wir
b bie "reue aus
feinem Uerlalten �ur Um·
wert
, insbe
fonbere ;u
f e i n e n m i t m e n f d e n. Sie
(ujert fie bier als 3uterl(ffigfeit in ber frfüiung
über
nommene
r
pfidten, im Wortbalten an Uerfpre•
dungen, 2l&madungen unb Uertr(gen fowie in ber
fbrridfeit frembem figentum gegenüber. fin weiteres
merf;eiden ber "reue ij bas 2ejreben, fid für
Wabrleit unb 1edt ein;ufet 
en unb überai in Wort
unb �at ben ebrenlaften Stanbpunft ;u wahren.
fine &ef onbere 2lusbrucsform ber "reue ij bie
K a m e r a b e n • u n b < e f o I g s. o b e r ma n n e n•
t r e u e. Sie bebeutet bie innere 2inbung an einen Ka•
meraben ober jübrer, befen <ebanfen ober Sade man
;u ber feinigen gemadt bat, unb ofenbart fie in
Kampf, 'ot unb <efalr. Sie gibt bie moralifde
Kraft, bie ben tenfden ;ur 2lufopferung bes eigenen
:ds für ben aujerlalb ber Perfon Iiegenben Wert &e·
fäligt
.
3amit wirb fie ;u einer ber feelifden <ueien,
aus benen bas �elbentum fie�t.
tie <efolgs. ober mannentreue leitet binüb
er
�ur
' r e u e a n U o I f s t u m u n b S t a a t. 2lud bier
hanbelt es fie um bas lefenntnis �u auferperfönliden
Werten. 3iefe "reue &efunbet fie in ber 2lnerfennung
bes Staates unb bes eigenen Uolfstums als etwas
iwigcm unb �eiligem, ton bem aus bas le&en bes
ein;elnen erj feinen Sinn erhält. Sie wirb in boppelter
Weife &ejätigt, einmal paffit, inbem ber Uenfd nidts
gegen bie Wobtfahrt unb Sider�
eit bes Sta
ates unter.
nimmt, fobann aftit baburd, ba� er berei
t if
,
fein
!eben ;ur Uerteibigung bes Uaterlanbes
ein�ufet; en.
)
3
8
1. 3er Unterrid)
t
ü&er bie ireue.
a) \ o r b e m e rf u n g.
fs wäre -erfchlt, bcn Unterridt
ü&er bie ireue mit
einet� theoretifd)en
2egri
fs
er
flärung
an3ufangen. 3er
tnann bätte bier-on gar nid)ts. 2ei biefem Unterridt
fommt es aud nid)t auf bie 2etradtungen ober Qrörte•
rungen an, fonbern auf bie fr3iebung 3u einer treuen
\efinnung unb 3U 3U-erl<ffigem �anbeln, jorberungen
,
beren frfüUung &ejimmte \orjeßungen erleid)ter.
3iefe \orjeUungen werben gefdafen einmal burd
2eifpiele, an benen ge3eigt wirb, wie fie) \reue be·
währt, unb bann burd) lIarjeßung ber Pfid}ten, bie
bie \reue erforbert:
Wefentrid ij, ba� bie a&jraften 2egrife mögiidj
in jorm -on freigni1ien ober perfonen bem t1anne
geboten werben. \ößig 3weclos finb aß gemeine Nebens•
arten, bie gan; fd)ön flingen, aber -on bem Solbaten
nur med)anifd), ole fie etwas babei 30 benfen, nad•
gefproden werben.
�ier3u gebört 3. 2. beim Unterrid)
t über "\reue"
ber finnlofe Sa�;: "3as 3eutfd)
e
Neid) ij burd) \reue
entjanben!" 2ei bem Unterrid)t ü&er bie \reue fann
ber lebrer bie \or11eßungen, äfnlid wie bei bem
Unterridt über <eborfam, ber gei;igen Welt bes
tannes entnebmen 3· 2. burd �inweife auf bie \reue
ber linber ;u ihren !itern unb umgefebrt, auf bas
\reue-erhältnis ;wifd)en teijer unb lehrling, !efrer
unb Sd)üler, tann unb jrau in ber !he, unb auf bie
treue 'usfül)rung jeber übernommenen ober übertrage.
n
en
'ufgabe.
\on befonberer l ebeutung für bie l;egrifserflär
un
g
iO
es,
wen
n bie
Sd)üler aud mit ben \egenbegrif
en
bef
an
nt gemad
t
werben.
Weit ber Solbat, wat �reu•
Iofigfdt ii, fo wir�
er
ld
�araus bas <egenteil, bie
-reue, Ieidt felbi ableiten fönnen. 'uf �ie "ergeben
gegen �ie -reue unb bie Strafe, �ie fie im <efolge
l)aben, mu� ber Jehrer grünblid eingeben. �ier erl<Ht
bie
fr;iebung im
�inblic auf bas fpätere bürgerlide
!eben bes Solbaten eine tleitreidenb
e 1!ufgabe. lIare
"orfellungen von bem Wefen ber Untreue un� ben
Strafen, tie mit ihr verbunben lnb, helfen ihm, ales1
was ben <runtfä1en ber �reue tliberfpridt
,
in feinem
fpäteren 3ivilberuf ;u -ermeitlen.
b) ! i e � e b e u tun g b er �reue für b a a
Qem ein idaft&leb en.
?ie �reue i\1 eine ber QrunMagen
für bie 3
u r d

f ü b r u n g � e s < e m e i n f d a f t s I e b e n s. ?er
Solbat mu� ver(elen lernen, bal ber gefamte menfd)
Iide "erfehr auf P�idten unb 1edten beruht, beren
!rfüUung b;w. '!ufredterhaltung fie nur �urd bie
WiUensbe(rebungen ber <efamtl)eit, bie wir unter bem
�egrif �reue ver(ehen, ermöglid) en läft. 0lne -reue
i\ fein "ertragsterhältnis vom tnei(er ;um J!ebr·
ling, ;wifden 2etriebsfülrer unb <efolgfdaft unb um$
gefebrt benfbar. \toUte man bie �reue aus �anbei,
'anbel unb "erfebr
,
aus Xedt unb <efe1 ausfdlten;
fo bliebe nur ein aUgemeiner 3ufammenbrud übrig.
'n 9tene ber <emeinfdaft träte ber lampf aner gegen
ale, Wilfür unb <r�ufamfeit würben ihre blutigen
1riumpbe feiern.
3od bürfen nidt nur bie lc3iebungen ber ein;dnen
'olfsangei)örigen, ber lerufsgruppen unb l; etölfe�
rungsfdidten ;ueinanber unter ber fittliden torm
ber �reue feben, fonbern biefe muß fid) aud
in ber
1 efa mt e i nie l l u n g b e r \o l f s g e no f f e n
3 u m 9 t a a t e a u s b r ü c e n. Sie betätigt fid in ber
J
4
0
frfüUung ber ibeeUen unb matertdien pjUdten, bie ber
Staat bem 'olfe ;ur frbaltung feines �afeins auf•
;uerlegen ge;wungen i\. �ier;u rednen \ie lefolgung
arer gefeflid}en 'orfdriften unb
'erorbnunten l"nie
bie Sider\elung ber fnan;ielen ,ebürfnife bes
Staates burd ebrlides
unb pünftlide
s 'ufbringen ber
Steuerbeträge. leibes i\ alfo, t0m Stanlpunft ber
�reue aus gefelen, eine fittlid)e pfidt. :m Kriegs.
fale erforbert bie \reue bas foloatifd}e
f.infefen bes
lebens unb bes lefifes für bie Qlre uttb
jreibeit bes
Staates. �ier erhält bie ,etätigung ber \reue ibren
töclen unb le�ten Sinn.
las \reue"erbältnis bes 'oifes ;um Staat i\
jebod) fein einfeitiges, fonbern ein gegenfeitiges. 'on
feiten bes Staates äufert es fd im :nnern in ber
frbaltung t0n lube unb <rbnung
,
Sitte unb ledt,
fowie in ber pjege aler :ulturgüter. nad aufen bin
bat ber Staat bie pfid}t, bie madt\elung bes 'olfes
;u "ertreten, feine !ebensbebürfnife burd);ufefen unb
im Kriegsfal ben Sduf ber aefamtleit burd) 2us.
nufung unb linfat  ber \chrfraft ber nation fid)tr•
;u\eUen. �ieraus erwad)fen für ben Staat gan; be·
fimmte 'ufgabcn für bie 2usbilbung bes wehrbaften
aei\es bes 'olfes unb bie 2usge\altung ber \elr•
mad)t. 'n ber ibeeUen unb gefelfd}aftlidcn Stelung,
bie ber Staat ben 'ertreter feiner Webrmad)t im
öfentliden !eben einräumt, i\ fets ;u erfennen, in
weld)em Umfange unb in wdder 9tärfe er feinen
Pf
id)ten unb bamit fid) felb\ treu i. :e löber er bie
\ehrmadt als bie 1usbrucsform bes "ölfifden
!ebenswiUens elrt unb ad)tet
,
um fo mehr ehrt un�
adtet er
fid) fd
b
j unb um fo fid}erer fann man
barauf
tertr
auen,
baf er wilens urtb befähigt ij, ale
aus
fei
ner
\reupfid)t fid)
ergebenben 'ufgaben ;um .e\en
J4J
lon Uolf unb Uaterlanb �u erfülen. 3iefer innere
jufammenoang war in bem gefd)idtliden 'bfdnitt
3eutjd)lanös, bas unter bem 3dden ber unbeutfden
Uerfaf
fung lOn
Weimar fanb, beutlid ;u erfennen.
:n biefer 3dt wurbe bas �ecr lOn öer Negierung faf
wi
e ein jrembförper empfunöen unö fets mit tti»·
traue
n
betradtet. man tat nid)ts für bie �ebung bes
1nfeoens bes �eeres in bcn 'ugen bes Uoircs, fonbern
war frof, wenn ber Solbat, eng auf feinen 1rds
befdränft, unbefannt unb unbeadtet fein �agewerf
lerrid)tete.
3iefe wedfelfeitigen le�iebungen fönnen bem 9ol·
baten nid)t genug flargemad)t werben. Sie förbern
fein Uerfänbnis für bas, was er als Wafenträger ber
�ation dgentlid barfeUt, heben feinen 9tol; unö feine
.reube an feinem militärifd)en leruf.
3en abfd)lie�enbcn �öhcpunft bes Untcrridts über
bie lebeutung ber �reue für bas <emcinfdaftsle&en
&ilöct ber �inweis, bag b e r l e g r i f f b e r � r e u e
m i t b e m S d) icf a l e i n e s Uo l f e s e i n Qa n •
� e s & i I b e t. 3ie <efdid)te Iefrt, bag bie Uölfer bcm ·
Untergang lerfalen finb, fobalb fie ben Qrunblagcn
ihrer 1uitur untreu werben. 3ie äu�ere frfd)dnung
biefes Uorganges if ber 3erfaU ber religiöfen Uor•
felungen, bie 'bfeor lOn ben Sitten unb ben alten
rafeeigentümliden �ugenben. :n bie lrefden unb
Jücm bes fcelifd)en Weltbilöes bringt bie Qcifigfdt
färferer Uölfer ein. 3iefe fct t bcfdleunigt ben fnt•
feelungslorgang fort,
ber
unabwenbbar mit bem \er.
luf ber politifden jrcil)eit unb bcm förperlid)en \er•
fal bes Uolfcs lCrbunöcn if. 'us bicfcn <rünben
fehen wir, baß ale gro6en Uolfsfübrer, öie in öen
3eiten ber leör4'ngnis ober bes brobcnben Untergangs
in ber \efdid)te auftreten, um ifr Uolf lOm
'bgrunb
J
4
l
bes terberbens �urüc�ureigen, �unäc\ immer befen
feelifd)
e
Qrneuerun
g anjrebten. :hr 1ampf gilt jets
ben "erberbliden fintüf
en
artfrember 1ultureleme
nte,
fie fud)en ben \laube
n bes
tolfes an ben eigenen fitt•
Iid)en Wert wieber3uerw
e
c
en
,
ber
fie) in ihrer Perfon
am reinjen "erförpern mug, wenn ihr Werf gelingen
fol. 3er jüfrer unb �eicsfan�ler 'bolf �itler ij
�as leucten�e .  eifpiel bierfür.
c) i i e i re u e i m b e u tf d e n < I a r a ft e r.
\on jeber wurbe ber ireue bei �en 3eutfcen ein
befonbers bofer fittlider Wert �ugemefen. :n un•
�ähligen liebern ij fie "erherrlid)t unb fo
oft "er•
fünbet worben, baj fie gerabe�u als ein typifd beut ..
fd)er \farafter�ug erfceint.
lngefid)tS �iefer algemeinen über�eugung entjebt
�ie grofe \efahr einer " ö l l i g u n a n g e b r a d t e n
6 e l b j " e r l) i m m
l
u n g. 3er Unterridt über bie
ireue erfült nur feinen 3wec, wenn er �ur frfennt•
nis ber eigenen jefler unb Sd)wäden führt, fo baj
fie 'On hier aus �er Wunfd �u ibrer überwin�ung
einjelt. 3ief
e
totwenbigfeit "erlangt eine nüdterne
Unterfud)ung,
was es eigentlid mit ber beutfden ireue
auf fie fat. Wir müfen fie als fie) jarf auspr.genbe
1raft im \emütsleben ber fin�elperfönlid)feit fowobl
als aud im wed)felfeitigen terfehr überal bort an ..
erfenncn, wo fie) beutfd)e Sitte unb lrt un"erfälfd)t
er(alten bat. Sie äufert fid) bort 'Or alem im �alten
eines gegebenen Wortes unb in ber :nnebaltung 'On
\
erträg
en, bie burd) �anbfd)Iag beflegelt werben. Sie
prä
gt
fie) ferner in einer her"orjedenben ffrlid)feit
g
egen
über frembem figentunt aus. \ab es bod 'Or
bem
Umju
r� am fnbe bes Wdtfrieges in 3eutfd)lan�
w
eite
\ebiete
auf bem !anbe, wo man bas \erfdliejen
J4;
ber �äufer aud nadts überbauvt nidt lannte. 3iefe
lbdidfeit war gepaart mit btrtortretenbe
r
teigung
�ur 'abrleitsliebc.
3ie
\reue muf als bodentwiddter Wertbegrif in
unferem 'olfe aud überaß bort anerfannt werben
,
wo
es um 2edt, \efet unb Pfid)terfüUung gebt. überaU
felen wir einen farfen �ang ;ur 2edtfdafenbeit.
llls 1ameraben•, \efolgs. unb mannentreue bat fie
ibre ebelje 'usprägung erlalten. :n 'erbinbung mit
unferen anberen friegerifden lugenben bat fie ben
beutfd)cn Solbaten weltberül)mt gemadt.
:f bis bierher bie 2uffafung, bie �reue fd ein
<runb;ug bcutfden 'efens, burdaus beredtigt, fo
änbert fie bas lilb, fobalb wir fie im 3ufammenbang
mit unferem eigenen 'olfstum betradten.
�alten wir bier ben Spiegel tOr unferen <�arafter,
fo brängcn fe f�rf auuerorbentlid fdwerwicgenbe
tängd auf.
3ie g'ewaltige \ragif, bie ber \efdidte bes bcut­
fden 'olfes anhaftet, i\ auf ben burd unfere politifde
:n(inftlofigfeit bebingten manget an \reue unferer
beutfden Senbun
g
;urüc;ufübren. Sie äu�ert
fi
e
barin, baj wir bie teigung haben, in Stunben bödjer
not fremben plantomen nadnujagen unb, anfatt
wie ein mann ;ufammen;ujeben, gegen uns fdbf unb
unfere jülrer ;u wüten. fin büferes 2ilb entroßt
fie bier. 'rminius, ber jreibeitsldb, wurbe "on
feinen eigenen 'erwanbten erfdlagen, bas gan;e
Uittdalter ij erfüUt tOn lreubrud ber jürjen gegen
ben laifer, bie nation ij uneinig unb ;u gereinfamem
tÖlfifdem lebauptungswißen unfäbig. nad unfäg.
liden tüben unb .eiben wirb unter l
ismar
c enblid
bie beutfde linleit erfämpft, um nad) einige
n :abr­
;ebnten basfelbe Jilb wilber partei;erfplitter
ung ohne
)44
lüdfdt auf ben äu6eren jeinb �u bieten
, wie es bas
tittelalter nur in anberer .. lorm getan batte. Unb ber
leidstag, bcn Jismarc
gef
�fen, verweigerte feinem
Sdöpfer �um so. <eburtstage
bas (lücwunfdtele­
gramm. 3er 'eltfrieg enbete mit bem ungeheuer.
Iidjen lerrat unferes \olfes an fi e
felber, ben je
bie Cefdidte gefel)en. wid
t bie
wieberlage if ba9
lenn�eiden bierfür, fonbc
rn bie �atfade,
bag bie
tafe bn 'edocungen ber �ohfeinbe befinnungslos
QIauben fdenfte unb ben amerifanifden präfibenten
gerabe�u ala i.rlöfer pries.
jlammenb lOr 3orn unb Sdemt muf fi e ber Solbat
unferes beutfden Qfarafterfeflers beruft werben.
ler Unterridt bat hier feinen 3wec erfüllt, wenn er
es ft ;um heiligen lorfat madt, fo weit es an ibm
tj, bafür ;u forgen, baß niemals mebr ber frühere 3u•
(anb ber politifd)en 3errifenfeit unb Swäde bur�
unfere eigene Sdulb eintritt. t r \ be i b i e f er
i n n e r e n ! i n \ e l I u n g i \ e r b e f ä b i g t, t a s
g r o f e Qe f de b e n he r lo lfs w e r b u n g her
b e u t f de n St ä mme i m lr i t t en Xe i d i n
f e i n e m g a n;tn u n g e h e u r e n U mf a n g e ;u
beg r e i f e n u n b f ie m i t f e i n e r g a n; e n
p e r f o n b a für e i n � u f et  e n.
ler 3tldte jebler
,
ber mit unferer politifden
t1inberbegabung ;ufammenfängt, i( ein gering ent.
wiceltes tationalbewuftfein. 'e fdwäder bas \atio•
nalbewuftfdn eines lolfes il
,
um fo lö(er werben
bie geijigen unb materielen f.r3eugnife bes luslanbes
�n eigenen gegenüber bewertet unb um fo geringer it
bie lrterfaltung bei ber lermifdung mit fremben
'ölfern. 2ud hier ergeben fid bie einbringlidjen
rr�iebungsmöglidfcitcn für ten 6oitaten. man ;eige
ib
m mit aler 3eutlidfeit, tvie ber 3eutfde aus
10
�lttiätet, Qtaie�ung
manuel an
'reue �u feinen
lr�eugnifen (ets bie tei·
gung
bat,
bie 'aren bes luslanbes böber �u bewerten
als bie eigenen. man fülre ibm an �anb ber Welt·
fart
e, befonters lmerifas, tor lugen, wie ber 3eutfde
t
rot feines �ablenmägi
g überlegenen l(utanteils faf
wiber(anbslos in frembem \olfstum auf;ugeben pfegt.
�ier �eigt fie ber mangel an �reue �ur eigenen lrt
mit erfdütternber 3eutlidfeit.
rs i( auffaUenb, wie gering tie 1enntnife biefer
unferer mängel gerabe in ben unteren Sdidten ber
letölferung finb. fin ridtig ter(anbener Unterridt
über bie 'reue bat bier bie bole lufgabe ;u erfülen
,
ben Solbaten �u einem bewuften lämpfer gegen bieje
treulofe \eranlagung uns felbf gegenüber �u er;ieben
.
:f tiefes 3iel erreidt, fo wirb bie linwirfung bes
Unterridts, über bie 3ien(;eit binausgrdfenb, auc
im fpäteren bürgeriiden Jeben ber ausgefciebenen
Jeute ibre fegensreidcn jrüdte tragen. Unter tiefem
lIicpunft gefeben, i\ ber Unterridt über bie 'reue
alfo feine blofe 'beorie, bie ;u ber auf �anbeln ein·
gc(eUten Welt tes Solbatenturs feine le;iebungen
bat, fonbern lebenbige Wirflidfeit.
d) Solbatentreue.
3iefe �reue wur;elt in ben ligenfcaften ber foiba·
tifden lerufsebre unb i( bal)er mit ter \or(eUung
tOnt Solbatentur untrennbar terbunben. Sie entlält
be(immte fittlide jorberungen, beren lrfüUung bie
tornebm(
e
pfict bes Solbaten i(. 3en beberrfden.
�en tittelpunft bilbet bie bei ber \ereibigung tem
jübrer als <ber(em lefeblslaber ber 'ebrmadt ge•
lobte �reue. �ier banbelt e� fid um tie letätigung
ter mannestreue, teren Wefen, wie oben ausgefüh
rt,
bem beutfden \larafter befonberl nabeliegt. lrf burd
ben ireuebegrif wirb
bie
�eiligbaltung bes libes �ur
'irflidfeit.
3 i e i r e u e b e s So I b aten ä u 6 e r t f i
d
in f e i n e r <e f i n n u n g u n b in b e r l r f ü l·
I u n g f e i n e r p f I i d t e n. 3ie <efinnung ver­
langt von ibm bie 2nerfennung ber �ingabe an jülrer,
Uolf unb Uaterlanb als bödfes fittlides Jeitmotiv
feines Solbatentums. Sie if
ber
<ueU
für fein �an•
beln. jür bie redte Solbatengefinnung gibt es feinen
Unterfdieb �wifden fleinen unb grogen, widtigen unb
unwidtigen p�idten, er erfült fie fämtlid gleid treu
unb gewifenbaft, befonbers bort, wo fie fie nidt unter
len 2ugen ber Uorgefet;ten abfpielen.
3ie Solbatentreue fnbet ihre 1rönung im 1riege.
�ier forbert fie von jebem ein�elnen nidt nur bas lr•
tragen ber Jeiben unb lntbebrungen
,
bie mit bem
jeiMeben verbunben fnb, fonbern bie bewugte unb
wilige rinfat;bereitfdaft bes Jebens. <lne ireue gibt
es hier feine 1amerabfdaft, feinen 1ampf• unb feinen
SiegeswiUen. Sie i{ bie moralifde 1raft für bie un•
bebingte letätigung bes aeborfams unb bas uner•
fdütterlide 'lusbalten in 2ngrif unb 'erteibigung,
für bie Pfidterfülung bis �um Jet; ten.
3ie folbatifde 'reue, als UiUensridtung, befdränft
fe aber nidt nur auf bas eigene :e, fonbern crfrect
fie infofern auf bie 1ameraben, als fie aßen 2n3eiden
von 'ernadIäffigung ber 'rcue entgegentritt. 3ie
unbefedIiden lidter über bie ireue finb bas eigene
aewilTen unb bas ibrgefü(I, bie ben <ebanfen, in ben
2uge
n ber Uorgefet;ten, 1ameraben unb 2ngebörigen
a
ls
treulos ba3u{eben, unerträglid maden unb baburd
bie
nötigen �emmungen in bas Seelenleben be� Sol•
bat
en
einfdalten
.
J47
�iermit fin� wir &ei bem aegenteil �er ireue --·
ber ireulofigfeit -- angelangt. :f
r
wenben wir uno
f
e
ft �u.
e) "er g efe n gegen b i e So [baten t r c u e.
tit be
m
Unterridt über bie tergeben gegen bie
ireue ij ein ieil bes Unterridts über bas 'ebrmad�
frafwefen "erbunben, weil bie \erge(en im Wehr ..
madtfrafgefe
f
bud begriflid fefgdegt unb mit be­
fimmten Strafen bebrobt finb.
3ie er,le <ruppe ber \ergehen gegen bie �reue um•
fa�t bie "erfdiebenen llrten bes \errats. Sie beje(en in
a-) �od"errat unb .anbesuerrat, §§ 80-93 XSt<l.,
b) Kriegs"errat, §§ 80-93 KStQl., §§ t7 'St\2.
u
. f.
:ie ;weite Qruppe ber \ergeben gegen bie ireue
umfatt bie unerlaubte lntfernung unb .alenjud) t.
(\9t<2 . §§ 64-78.)
�ierbei ii befonbers bie lrf[ärung bes legrifs
jabnenjuct widtig. Sie liegt "or, wenn jeman�, um
fd) ber \erpfidtung ;um 3ienf in ber 'ebrmadt
bauernb ;u ent;ieben oter tie lluflöfung feines 3ieni•
"erl)ältnifes ;u erreid)en, feine iruppe ober 3ien\fele
"erlätt ober ihnen fernbleibt. jabnenjudt fann alfo
fdon nad einer Stunbe llbwefenbeit eines Solbaten
"orliegen, fofern bie llbfidt (ier;u c; . .. aus ;urüc·
gelafenet �riefen) erfennbar wirb.
3ie nädje <ruppe ber \ergehen gegen bie \reue
be;ieht fd auf bie 9dbfbefdäbigung unb "or•
fdUfung "on <ebreden. C§§ SJ-83 '9t<�.)
�ier mug auf ben Selbfmor� eingegangen tverben,
ber begriflid) unter bief
e
'ergeben fält. 'ebod ii
ba"o
r ;u warnen, bie jrage bes Stlbfmorbes eine
r
;u
breiten unb algemeinen l etradtung ;u unter;ie(en,
weil bier�urd angefidts ter terfdiebenartigen luf•
fafung un� l;ewertung �iefer
tobesart �ie fin�eutig·
feit �es Unterridts;wecs lei�en
fönnte. 3e
r Unter•
ridten�e begnügt fie
am bejen
mit ;rd 8
e
fjeUungen,
bie ter 9oi�at ohne weiteres
einfielt:
1. 3 er 9elbjmor� m
i�
erfpridt
ben arun�fäten
drijlider 'lnfdauung,
nad �er �as
!eben aott ge.
geben bat un� nur nehmen �arf.
l. 3er 9elblmor� ij in je�em Jaf für ben 9olbMen
ein terbreden, weil er als 9o1Mt fein !eben bem
Staat geweiht lat. lamit bat er fein terfügungs•
redt; tM nunmehr allein bem Staat gehö
rt
; auf•
gegeben. 'lus �iefem <run�e ij aud für ben 9olbaten,
im aegenfat ;um l;Urger
,
�er terfud bes 9dbf•
mor�es gem. § 81 '9t<2 . (rafbar.
�m lal)mtn �iefer Unterweifung ij nad�rüclid
barauf ein;ugeben, ba� bie frfülung �er 3ienfpjidt
eine fbrenpfidt ij.
f) !inige �dfpiele für �reue.
t11an nehme leifpie!e aus �er neueren unb jüngfen
'ergangcnleit un� termei�e, auf altbefannten <e•
fdidtcn, bie oft nod ba;u unbi\orifd fin�, lerum•
;ureiten:
a) �inbcnburg hielt trot feiner monard)ifd)en <e·
finnung �em �eer unb taterlan�e in �er letoiution
�ie �reue unb übernahm im hohen <reifenalter aus
pfidtgefül)l �as fdwcre 'mt �es leidspräfi�enten.
"ler getreue !cebar� �es �cutfdcn tolfes."
b) 3ie �altung �es �eutfdcn �ceres im 'eltfrieg:
l mm. �ote! 'ushalten trot bofnungslofer !age im
1ampf! 'afen(hUfanb wurbe auf fcinblid)em l;oben
abgefd)lofen! !in gcwaltigeg <
e
f
de
l
en
, �as �i
e
�er•
jtn begeijern mu6.
149
c) lfbmira[ v. leuter am �age von Scapa jlor.
3urc
'erfenf
en ber jlotte bat er ben !brenfdilb
3eutfdl
anbs rein erbalte
n
.
d) 3ie 'fsfaris in 0jafdfa, bie <en. v. fettor•
'orbec bie 'reue bis ;um fnbe lidten. !in moralifd
vorbilblides 'erlalten I
e)
3er
lüct1rom ber 3eutfcen im 'us[anbe in bit
�eimat bei 1riegsausbrud J 9J 4.
f) 3ie Saarabjimmung. 9 J ,r% für bie beutfde
�eimat. 3ie 'fbjimmung in <jerreidl
g) "3i
e
arafen Spee."
b) "3ie jabne ber 6J er vor 3ijon."
i) 11ajor 1, ber �hef bes Stabes eines 'rmee.
forps im 0jen erfranfte im September J 9J 8 unb
rurbe in bie �eimat abtransportiert. 3a er bamit
rednete, balb ;urüc;ufommen, ließ er Pferbe unb ae·
päc beim Stabe
.
3ie aenefung bauerte aber länger
als erwartet. :  n;wifcen fam ber 3ufammenbrud. fs
roar natürlid, baß ber <fp;ier aepäc unb pferbe ver•
Ioren gab. Um fo größer war feine überrafdung, als
eines morgens im 3e;ember ber lurfde mit ben
pferben, ;war völig verbrect, aber mit ldfdflappcn,
lofarte unb pijole am 1oppd, frablenb vor feinem
�aufe in 3oppot fanb. 3er treue 11ann latt
e
fie mit
ben pferben bis (rauben; burdgefdlagen unb fie von
einem iransport in ben anberen gefdmuggdt. "Unb in
<rauben;", beridtete er
,
"ba wolten mir bie roten
�unbe bie pferbe wegnehmen unb fie verfaufen
,
mir
bie 1ofarbe abreißen unb mid
verprügeln.
3a labe
id mid gebrüct. 'ber nadts habe id bi
e Pferbe raus.
geholt, aufgefefen unb bin los. :  w
ußte
nur, immer
bie 'eidfel lang. ::d bin immer nadts geritten. 'ber,
�err major, bie pferbe baben il
r jutter gefriegt. 3ie
J
)
O
lauer baben es mir gegeben." llls ibn ber major
lobte unb ihm banfte, fagte ber ,ra-e mit bicen
tränen in b
en llugcn: "'
l
bcr,
�err major, id werbe
unfere pferbe bod nidt ben roten Sd)weinen lafen!"
Was lat biefen t
ann, fein
tame i{ �oren; Cer
{ammte -on einem
Iothringifden
lgt. :Cger ;. pf.,
war gebürtiger We\fale unb -on leruf .abrif?
arbeiter), ohne ,efebl ge;wungen, einen litt ;u wagen,
ber in ber �at ein litt burd ben .einb war� !er rote
Pöbel herrfdte nCmlid auf alen 9tra6en unb in
alen
<rten. !r madte mit einem an{Cnbigen Solbaten, für
ben er eine ausge;eidnete Witterung hatte, fein
e
gro-
6en Um{änbe. Keine ldohnung, fein ilrenfreu; locte.
nur bas ,e{e in bem t1anne, bas \efühl für p�idt,
fhre unb �reue unb bie innere terbunbenleit wahr{er
unb fdön{er Kamerabfdaft aud mit bem bamals ge.
fdmähten <fj;ier war für biefen ".urfden" ;wingen•
ber als jebe <efahr . .ür ihn gab es bie Überlegung,
�a� ber tajor es nie erfal)ren lätte, was aus ben
Pferben unb ihm geworben war, überhaupt nidt. !in
t1ujerbeifpiel für einen ber -iden, -ielen unerfdütter•
Iid treuen Solbaten, -on benen fein leridt melbet.
!in anberes leifpiel für mujerhafte 'reue unb
p�idtauffafung -erbient ebenfals hier erwälnt ;u
werben. !s hanbelt fie um ben 2urfden bes Kom•
manbeurs ber J 9. Ka- .• lrigabe <eneraUeutnant -. pr.
!er ber .rigabe ;ugeteilte Kraftwagen jel beim
lücmarfd nad ber marnefdIadt in bie �änbe bes
.einbes. !ie :nfafen, ber Wagenführer unb ber
lurfde bes Qenerals, �heobor töler ber J. !sfabron
!ragoner.Xegiment J 9, mu6ten ben unbraudba
r ge.
worbenen Wagen jelenlafen unb -erfudten
, 'nfdlup
an bie eigene truppe ;u erreiden. tad abenteuer.
Iid)em Umherirre
n
hinter ber feinbliden .ront
gerieten
fic am J 0,
\age fur
; tO
r
�Cit bcutfdcn einicn in Qe�
fangenf�ft. Ut
ö
l
cr
hatte bie go!bene Uhr ies <e�
nerals, bie ilm ;ur 1eparatur mitgegeben war, bei fie.
Wegen
tiefer Uhr erwudfen ibm bie grö�ten Un�
annebmlidfeiten. �er folte in 'itrr bei 1eims fogar
cIs mar
obeur
-on ben jranjofen erfdofen werben.
�rof aler
�ebrohungen liet er aber bie ilnt ant.er.
traute Uhr nidt im Stie, fonbern behielt fie währcnb
��r gan;en tauer feiner acfangcnfdaft bei fie. 2tls er
im jebruar 1 gzo nad 6% jähriger aefangenfdft
tvicbcr in ber �eimat anlangte, war fein erjer 'eg
;u feinem alten 1ommanbeur, ter bamals bie leids�
n•tl)rbrigabc t1r. i in tnunjer i. W. fübrte, um ibm
bic Ubr jurücjugeben. <ibt es ein crgreifenberes �ei·
fpiel von iebdidfeit unb beutfder ntannentreun
�ie 9dafung ton �ien{ liden Qemeinf dafts"
erlebnifen
a) t i e ' e r e i b i g u n g.
:n bcr iibesleijung fnbet bie folbatifde 2crufs.
dl)if ihren religiöfen Unterbau. Solbatenturn unb fib
finb "on jeler 3wei untrennbare 2egrife gewefen. ;ie
'ercibigung if für bie Wcbrmadter;ieing bas wirf·
fam{e pfy�Iogifde nittd, um bem fittlidcn Wilen
bes Solbaten 3ur !rfülung feiner :)erufspfidten bie
järfjen 'ntriebe ;u geben. Sie foi in bem tann �ie
fein gan3es :d beoerrfdenbe 'orjelung ton ber �ei·
Iigfeit unb <röge feiner 2!ufgaben er3eugen. !r muß
unter ber !inwirfung bes Uites bie über;eugung ge.
winnen, ba9 fein 9o[batenfdicfal fortan in ber �ant
<ottes {ebt. !r fol erfennen, baf er mit bem Sdwur
fein eeben in ber jorm ber p
er
f
ö
nliden Jinbun
g an
ben jührer, 'orr unb laterlanb weiht.
lie ii�esformd lautet: 1:  fdtlöre bei aott �iefen
bdligen ii�, �at id tem jübrer bes leutfd)en Neid)eS
unt Uolfes, lltolf
�itler, bem
<berfen Jefeblslaber
ber 'ebrmadt, unbetingten <eborfam Ieifen unt als
tapferer Soltat bereit
fein w
il, jeter;eit fiir biefen
tit mein !eben ein;ufeten."
tit biefer !ibcsformd
if bas p
e r f ö nl i d e
tr e u ettr l)<l t n i s
; u � e m bö d)t
e n le.
f e I I s b a b e r t e s � e e r e s , bas
tOn ben 3eiten
bes lroßen 1\urfürfen bis ;um 3ufammenbrud J9J8
betan�en batte, wieterbergefeUt worben. �n biefer
jorm bes perföniid)en fites liegt eine befonbers grote
moralifdJe Kraft, weil bie Uebrmadt iets nad
ber
fidtbaren Uerwirflid)ung ber feine innere finleit be·
grünbenben �been in ber lefalt bes oberien jülrers
verlangt. �n tcr perfon tes jübrcrs erlebt fic bic
eigene <röße unb tadt unb fett feine !bre ber
eigenen gleid). !ie l\raft bes perfönlid)cn fibes liegt
ferner in ber frwecung ber <efolgstreue, bie bei ber
beutfden tatur iets eine bertorragcnbe 1oUe in ber
friegerifden tHorai gefpielt bat unt fpiden wirt.
:eber Solbat mu6 bas leru6tfein eines perfönlid)en
�reue'crbäitnifes 3U tem oberfcn lefeblslaber bes
�ecres erhalten. �n bem fib wirb tiefes treue-erbält.
nis unter 'Inrufung (ottes in feierlid)\er jorm be·
fiegelt. lcr ein3elne Solbat mug ba-on burd)brungcn
fein
,
tag bie �ienfp�idt als gcfctIid)e tinridtung
burd ben Sd)wur ilre höd)(c Weibe crbält unb jeber,
ber ilm 3UWiberhantelt, nidt nur gegen bas 0efct ver•
tößt, fontern fid aud an Qottes heiligem <ebot
wrfünbigt.
2ufgabe ber lrjiebung if es, bie Seele bes Solbaten
in tollem Umfange für tie fitthdcn Werte bes fites
aufnalmebcreit 3u maden. �ier3u i{ bie 2ead)tung
J3
einer ln;abl
pf
ydologifder <efdtspunfte "or ber
\ereibigu
ng unb wälrenb biefer felbf notwenbig. 3u
ben "orbereitenben matnabmen gebört ber Unterridt,
in
bem
ein aUgemeiner
überblic über bie (oben luf­
gaben bes �eeres
unb bie folbatifden Pfidten ge­
geben wirb. 2ei ber lür;e ber 3eit bis ;ur \ereibi·
gung fann es fe natürlid bierbei nod nidt um bie
lurdnabme
"on !in3elbeite
n lanbeln. ?as wefent•
lide, worauf es anfommt
,
if, baß ber Solbat weiß,
worum es le bei ber lblegung bes !ibes banbelt.
:nsbefonbere mu6 er bie �eiligfeit bes !ites fennen
unb wifen, warum er ben Sdrour ab;ulegen bat unb
aus weldem <runbe bie \ereibigung auf ben jübrer
unb · oberfen 2efeblslaber ber Webrmadt erfolgt.
Je näler ber iag ber \ereibigung heranrüct
,
um
fo erwartungs"oier unb feierlider muß es in ber
Seele be� Solbaten werben. ler !r;eugung biefer
Stimmung if burd bie �anbbabung bes 3ienfes
:ednung ;u tragen. 3em erfrebten 3wec gerabe ent•
gegengefett würbe es fein, wenn bie Stimmung ber
Aeute burd unnötig grobe :ebanblung ober fleinlide,
tnblofe lppeUs lerabgebrüct werben würbe. lefon•
�erer :egelung bebarf ber 3ienj am 1age "or ber
tereibigung unb am \ereibigungstage felbf. !mpfeb·
lenswert if bie \ornalme einer firdIiden �anMung
tntroeber als <ottesbicnf ober in jorm einer lafernen•
iunbe. lm \ereibigungstage barf fcinerlei 3ienf jatt•
fnben. lUe magnahmen mUfen ben (harafter eines
bödfen jeiertages tragen
.
�ier;u gebört bas lnlegen
ber bejen <arnitur, \erabreidung "on Sonntagsei
en
·
unb nacmittags gememfamer lusgang.
3ie \ercibigung felbf muß fo feierlid wie möglid
gefaltct werben. jür eine !rböbung ber Stimmung
H'4
unb inneren Sammlung finb geeignete gefdlofene
läume einem ofenen plaf
e
tor;u;ielen. �er laum
muj wirffam ausgcfdm
üct
werben. �ier;u gehören
.jahnen unb lIumenfcmuc, befonbers um bcn 'ltar.
ls empfellt i
d,
auf
beiben Seiten nidt nur irom#
mein unb Qewelrpyr
amibcn auf;ufeien, fonbern femt•
lide fdweren Wafen, um bas ,ilb einbrucstoßer ;u
macen. totwenbig if bie jcflegung ber ;eitlicen
�auer ber 'ereibigung, bcr gröjte .jehler if eine
�u groje Jänge. Wirfungstoß if es, wenn bei ber
'Ibleifung bcs Sdwures bie Söl)nc im ldege Qe.
falener tortreten unb bie �anb auf ben �egcn bes
'Ibjutanten legen. ls empfellt fie aujerbem, bie alten
Jeute an ber 'ereibigung mit Gewehr unb Stahlhelm
teilnehmen ;u lafen. ls madt einen ungeheuren lin•
truc auf bie lefruten, wenn bie ihnen gegenüber -
;u beiben Seiten bes 'Iltars - aufgefeßten alten
leute wälrenb bes Sprec,cns ber libesformel unb
tes Spielens ber tationalhymncn unter präfentiertem
Qewebr felen. Sehr einbrucstoß fann bie lefruten•
tereibigung auc in ber 3unfelbeit im Sdein tOn
.jaceln gelaltet werben.
�ie 'ereibigung lat ihren 3wec erfült, wenn fie
ber lefrut als bas gröjte Qreignis feines Jebens emv·
1nbet unb ben fe\en Wilen lat; mit aßen feinen gd\i·
gen unb förperliden .. lihigfeiten feine Pfidten ;u er#
fülen. fr muf bas erhabene Qefübl baben
,
in eine er•
, lefene Qemeinfd)aft eingetreten ;u fein, bie bas �öcje
lon ibm erwartet.
b) � i
e
W a He n ü b e r g ab e.
�ie Uafe ber lefruten hat tOr bem �ienjeintritt
in
politifdep 'erbänben
bereits gewife äufere folba#
tifde jormen unb <e&räude fennengelernt. 9tiß.
f
ehen obe
r bas "erbalten als ein;elner in ber '&td·
iung
auf ber Stele unb
in ber leroegung wirb �en
mei{en geläup
g
fein. 3ur �ebung �es 'afen{ol;es
unb
Stärfung bes
Korpsgeifes bienen babcr nur folde
<clegenfeiten, bie
bem manne neu finb unb einen fin�
bruc auf fein
Qemütsieben maden
.
notrenbig if es,
biefe Qdegenbeiten burd bic 'eilnabme aler unb bic
'usridtung auf eine gereinfame :bee ;u einem <t·
meinfdaftserlebnis ;u maden
. 3u einem terartigen
!rlebnis fann mit befonberem "orteil bie Obergabe
ber (eroehre an bie 1efruten gemadt werben. :m an.
gemeinen if es üblid, ta6 ber tann mit �en übrigen
:efleibungs. unb 'tusrüfungsfüden aud fein (erelr
empfängt. 3iefes "erfalren if mit feinerlei pofiti"em
<efüblsroert für ben Solbaten "erbunben, bödfens
crrect es feine l efangenbeit ober leforgnis
,
bau ihm
im �inblic auf bie "ielen anberen Saden, bie er
gleid;eitig erhält, 3ubebörteil
e
feiner Wafe "erlore�
geben fönnten. 3ie <emütsfräfte bes Solbaten fönnen
jebod "iei wirffamer ;ugunfen bes (emeinfamfeit�
gebanfens ausgenutt werben, wenn bie Wafenausgabe
in feierlider jorm erfolgt. ts wäre lerfefIt, wenn
über bie 'rt ber 3urdführung enbgültige binbenbe
"orfdriften gegeben werben würben. 3ie fdöpferifde
pl)antafie bes 1ompanic.\hefs fann bie lerfdieben(en
töglidfeiten fdafen. 2Hs llnregung mögen folgenbe
1nbaltspunfte bicnen.
3ie lcfruten erhalten ilre Qewelre erf, nadbem
fie ale übrigen 2efleitmngs• unb 'usrüfungsiüce in
tmpfang genommen unb ridtig untergebradt haben.
Je für;cr bic 3ienfeit i\, um fo rafder bat bas ;u
gefceben, tltil ber Utann fo früb rie möglid bas Oe.
wehr in bie sanb &efommen mut.
3k 'usgabe ber �
ewebre wirb tags uorher im lt·
fel)l &efonoers befa
nntgegeben unb
burd bie Unteroff·
·;iere erläutert.
'm nädfen \age beginnt be
r !ienf mit ber Ober·
ga&e ber 1ewehre an bie �efruten. ,ier;u treten fie
in !inie an. ttufif if ;ur Stele. !ie 1ewehre fel)en
in Prramiben uor ben 1efrute
n. !
c
r
lompaniMbef
lält eine 'nfprade, in ber er aur bie
l  ebeutung ber
Stunbe linweif unb ;um 'usbruc &ringt, baß es bas
"orredt bes Solbaten ij, bas 1ewehr ;u führen. rr
fdilbert tie Obergabe
ber 1ewebre als einen 1!usbruc
bes tertrauens ;u ben junren Solbaten, ber rhre unt
'us;eidnung für fie. !arauf orbnet er an
,
bag bie
lefruten ;u ben aewebrprramiben treten unb mit
�ilfe ihrer Unteroff;iere bie <ewehre übernehmen.
tadbem bas gefdelen, treten bie Jeute mit ihren <e•
relren rieber in bas 01ieb �urüc unb erbalten le.
fehl, bie nummer ilres Qewd)res fej;ujelen unb f�
;u merfen. !ann fährt ber lompanie-Qbef in feiner
'lnfprade fort unb fagt, ba� jeber nunmehr für fein
(ewehr uerantrortlid fei unb bies niemals in jrfe,
�ens· ober lriegs;eiten im 9tid lafen türfe. r
r
er .
wartet, ba6 jeber feine 'afe nur als ebrliebenber unb
tapferer Solbat fülrt, unb lä6t bieft !rroartung burd)
ein gereinfames Sieg-�eil auf jübrer unb 'aterlanb
als fe\en torfat befräftigen. �ier;u fpielt bie tnufif.
:m 2nfdlu6 an bie feierlid
e
Obergabe fnbet als
nädjer !ien\ nid)t !EJer;itren, fonbern finngemä�
Unterrid)t über bas Qewehr \att.
:n ähnlider jorm lägt fid aud bie 'usgab
e ber
l. m.a. ober anberer Wafen feierlid gefalten. 'e ·
Jf7
mel)r es bem 1ompanie.(bef gelingt, <emeinfdafts•
erlebnife
;u fda
f
en,
bie feinen Jeuten <efüblswerte
übermitteln, um fo
"
orteillafter ij es für ben inneren
3
u
fammenl
alt unb
ben !igenfol; feines 'erbanbes.
c) 3 i
e
1 u f n a b m e b e r l e f r u t e n i n b e n
�r u p p e nte r b a n b n a d ' b f dIu� b e r 1 e•
f r u t e n b e f i d t i g u n g.
'ud lier bietet fie bie tnöglidfeit, burd ein inne•
res Werterlebnis ben folbatifden Stoi; bes ein;elnen
unb bas jufammengebörigfcitsgefübl bes 'erbanbes
;u förtern. 3er er;ieberifde irfoig wirb um fo grö•
�er fein, je feiedider bie jorm i\, in ber tie 'ufnahme
ber �efruten in ben 'ruppenterbant (1omp. ufro.)
fattfnbet. 'ud hier if jebes Sdema ober jeb
e
ein·
engenbe 'orfdrift ;u "ermeiben.
jür bie jeier empfehlt fie foigenbe 3urdfübrung:
:m �efebl wirb tags;u"or bie 'ufnabme ber 1e•
fruten in bie 1ompanie angeorbnet. 3er 1efruten.
oft3ier gibt einige fur3e frläuterungen über ben äu�e·
ren �almen ber 'eranjaltung.
jur befollenen 3eit felen bie alten Jwte ber 1om·
panie am nädjen 'age in Jinie mit Stablbdm unb
<ewebr
,
ihnen gegenüber bie �efruten in berfelben
jormation unb in bemfdben 'ln3uge. 3ie tufif i\
ebenfals angetreten. 3er 1ompanie·�hef tritt ;rt.
fden bie jronten unb hält eine 'njprad)e, in ber er bie
1efruten begrüft. fr bringt ihnen bie fbre, ber 1om.
panie nunmehr als "olwertige mitglieber angehören
;u Mrfcn, ;um :ewuftfein unt "erlangt, ta� fic ;u
jeber <elegenleit
bas
'nfel)e
n
unb ben 1uf ber 1om·
J
�S
panie burd torbilblide perfönlide �altung unb bienf•
Iid
e
lei{ung l)odbalten unb me{ren.
3arauf wenbet er f
d an bie
alten leute unb über•
gibt ibrer 'fnleitun
g unb
j
ü
brung tie jungen lame•
raben, wobei er bie lrwartung ausfpridt, baj es
ibrem t0rtrefliden
Qeij gelingt, biefe
balb in bie Qe.
meinfd)aft ber Kompanie toU ein,ufügen. �ierauf wer•
ben bie lefruten burd präfentieren bes Qewebrs ton
�en alten leuten begrüft. 3um SdIuj feiner 'nfprade
bringt ber lompanie·ihef ein �urra auf bie lom·
panie aus
,
bas mit bem Spielen bes marfdes bes
�ruppenteils. abfdIieft. �ierauf wirb bie Kompanie als
Qefed)tsfompanie formiert. tad einigen ;ewegungen
ber gefd)lofenen Kompanie wirb weggetreten. 3ie l
e

fruten be3ie{en fobann i{re neuen Stuben.
d) 3 a s ' u s f d e i b e n n a d ' b I a u f b e r
3 i e n 1 3 e i t.
3ie erjen unb Ietten lreignife her 3ienj;eit wir.
fen erfahrungsgemäj befonbers nadhaltig in ber lr·
innerung hes Solbaten nad feinem übertritt in
bas
3itilleben weiter. Pfrdologifd widtig i\ es, ben
ausfd)eibenben mann bie abgelaufene 3ienj;eit in
be\etn fid;t feben �u lafen. :f er über3eugt ton ber
lidtigfeit bes folbatifden Sr\ems unb ber ir.
;ie{ungs• unb 'fusbilbungsmetl)ohen, fo wirb er in
feinem fereren !eben il)t eifriger Uerfed)ter fein.
�ier;u muf er bas Qefühl {aben, trot aler Strenge
wohlwoUenb unb gered)t bebanbelt worben ,u fein unb
über ein �ödjmaf an foibatifdem Können ;u ter•
fügen
. 3en 'bfdJluß ber tienj3eit muf eine jeier bi[,
ben, in ber ihm biefe �inge nod einmal nad)brüclid
;
ur
lrfenntnis gebradt werben. 3u terbinben i\ hier•
H'9
mít ríur ¤r[oubrrr 9hruug uub Tuayrímuuug brr Tu>
|m
Obrubru
, bír [(
r
[oIbotí[m rrbrbt uub rr|rrut
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übrryrugt [ríu,boþbír Xomþouír [|qmrítrroIº
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¤rtromtrt uub |rbru ríuyrIuru, brr
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¤trr br[umt, brryIím míß
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ommru hríþt .
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lb[mh|[[rírr m¤gr |oIgrubra oIa TuhoIt
�íruru·
�ír lua[mríbrubrumrrbru om ooHrqtruTogr íþrrr
�íruµyrít yu ríurm Tortrog orr|ommdt¸ íu brm brr
Xomþouír-Cbr| ríuru ôüdbIíd ou| bír obgrIou|rur
EoIbotruyrít gíbt. �írrbrí [iub bI
r
Cryídiuugagruub·
|oqr, bír 3írIruub 3mrdr brr TuabíIbuug fIoryuµrûru.
Zrr Uouu mu| rr[ohrru, boþ oßr Uo[uohmru µrt^
nur ;u [ríurm T r0ru grmr[ru [|ub. Eríu þrr[¤uIímra
uub [oIbotí[mra Orrtbrmuþt[rí
u yu
brbru, íµ bír br·
|oubrrr Tu|gobr bra Irqtru Tortroga. Zrr Xomþouír-
Chr| ¤rrubrt |ríuc Tua[ühruugru mít ríurm �Iíd ou|
coa füu[tígr 3íoílIrbru [ríurr 8rutr. ±r Irgt íhuru
cír moroIí[qr Ç�ímt ou|, bír mdhrrub íhrrr ZíruÛ•
yrít þroftí[m grIrbtru Cruub[ogr |oIbotí[m•uotíouoI·
|oyíoIíµí[mrr Odtou[mouuug ím 3ioíIbrru[ mrítrrhíu
yum ºrítµrru bra Zrufrua uub �oubrIua yu mdmru
uub [iq oum ím T ürgrrrod µrta íuurHím |rµ orr•
¤uubru mít brr Orhrmomt yu |ühIru.
3um Tb|mIuþ bra Togra µubrt ríu grmríu[omrr
fomrrob[mo|tIímrr Tbrub [omtIígrr Torgr[rçtrr brr
Tomþouír mít bru Tua[mríbrubru µott. Zír[rr T¤-
|mírbaobrub brbor| uom ¸ýorm uuo DuhoIt ríurr ou|
|ríuru 3mrd obgrµímmtru [org[omru Torbrrrítuug,
_rbrr ríuyrIurTrílurbmrr mu| íhu mítgr¤þtrr jrrubr
íu Tríuurruug brboItru.
Am uomµru Zo
gr
µubrt als Irqtrr míIítorí|
m
çr
Zíruµ brr Tb[d)írbaoþþrû
µott
· <r mírb ¤rrubrt mít
ríurm
Çorobrmor|m brr
yurüdbIríbrubru 8rutr brr
Kompanie 'Or ben ausfdeibenben Kameraben. 3ie
überreicung dnes lbfciebsgefcenfes an bie lus•
fd)eitenben trägt ;ur \
ertiefung
bes <efühls ber \er.
bunbenleit mit ber alten Kompanie
bei.
3ie 3urd?führung
biefes
lraud)es ij jebod nur
möglic, wenn jeber ein;dne Kompa
nieangehörige fie
turd monatlide
leiträge
an
ber 2ufbrin
gung ber
Unfojen beteiligt.
lie lif;iplinartrafgewalt als
fr;ie(ungsmittel
nadbem bereits in bem 2bfdnitt "3ie 2rt unb
Weife bes folbatifcen fr;iehungs'erfahrens" fur; auf
bie Strafgewalt bes 3if;iplinar'orgefeJten hingewiefen
worben ij, mug hier ihre �anbhabung 'Om Stanb•
punft ber fr;iehung betradtet werben. 'orausfeJung
für bie er;ieherifc?e Wirfung ber Strafen i\ ;unädj
einmal eine 'lufflärung ber leute über ilre 'rt fowit
ihren Sinn un\ 3wec. �ierbei muß ber Solbat ein·
felen lernen, \ag bie Strafgewalt n i d t b e r ' i I l·
f ü r b e r ' o r g e f e 1 t e n bient
,
fonbern ; u r ' u f •
r e d t e r h a l t u n g b e r m a n n e s ; u d t , unb baJ
bie 3 u I ä n b i g f e i t unb bie 3 u l ä f f i g f ti t b e r
St r af" e r h ä n t u n t ebenfo t n du n e t ..
ª 7 A �
.
³ %  � - , . 
f d r i e b e n f in b wie ber Straf'oi;ug. :m :nnern
bes mannes mug burd \iefe trläuterungen bie über.
;eugung 'On ber totwenbigfeit ber Strafbejimmungen
un� bas \ertrauen ;u il)rer <ered?tigfeit erwect werben.
fit ben <runbfäJen ber 3if;iplinarjraforbnung
m
u
ß fc fdon ber junge <Nf;ier eingehenb 'ertraut
macen, weil er jeber;eit in bie lage fommen fann
, 'er.
tre
tungsw
eif
e
eine Kompanie ;u führen. fr;ieberifc
falf
c ij es, leidte \erjöge junger Solbaten fogleid
l !!tticter, !qie�ung
bifjipiinarifd ;u abnben. !er 'orgefette wir� bäufg
fcon
mit ir;iebungsmafnabmen wie Rügen, 'erwar�
nung
en ober burc
'egfal "on 'ergün(igungen, ; . ..
Streid)ung bes Stabturlaubs unb 'erridtung
befon•
berer 'rbeiten, ;um 3ide fommen. !ie .e(rafung muf
immer er( bas lette tnittd fein, fofern bie 'erfehlun•
gen nidt 'usjuf fcled)ten 'ilens ober fo fdwer finb,
baf ;ur 'ufredterbaltung ber !if;iplin "on "ornlerein
eine !ifjiplinarbe(rafung nottlenbig wirb.
jür bie er;iel)erifd)en 3wece ber .ejrafung i( es
tOn entfdeibenber .ebeutung, baf bie ' r t b e r
St r a f e b e r ta t u r b e r ( r a f b a r e n �a n b •
I u n g e n t f p r i d t. '[s fadwibrige .e(rafung muf
etwa bie 'etl)ängung 'On .efolbungs"erwaltung bei
einer 'c)tungsterletung ober bie 'erbängung einer
Strafwade bei Ieidtfinnigem Sc)ulbenmad)en be·
;eicnet werben. :n er(erem jale fommt je nad
ber
9d)were ber �anblung ein 'erweis ober ei�e 'rre(·
(rafe in jrage unb im letteren .efolbungsterwaltung
be;iel)ungswei f e 'usgangsbejdränfung.
!er er;iebedfd)e 3wec tedangt ferner, baf b i e
2!r t un b �öh e b e r St r a f e b e r Sd) w e r e
b e r ' e r f e b [ u n g a n g e p a f t finb. iine ofen•
fidt!id ;u gering
e
.e(rafung fett bie 'utorität bes
militärifden Sy(ems herab unb terfübrt ;um Un·
geborfam, ;u (renge .e(rafungen (umpfen ab unb
maden gleid)gültig. 'erberblid i( aud (ets eine
(arreStrafregelung bei gewifen !if;iplinarübertretun•
gen. So ted)net bier;u bi
e
2!norbnung, baf jebes über•
fdreiten bes 3apfen(reid)es, ohne Rücfidt auf bie 3eit
bes 3ufpätfommcns, mit 7 �agen gcfd)ärftem 2!rrcj
be(raf
t wirb. !urd ein berartiges mcdanifd
es 'cr•
fahren würbe bcr bratc Solbat
cbcnfo fdwer getrofen
werben wie ber �altlofc, ein fleines 'erfclen i  ber
gleiden Weife geatmtet werben
wie ein torf.�Tid
Iengeres '!usbleiben.
'!ls
jolge
biefer o
fenbaren Unge•
redtigfcit tvüröe bc
r C
eif
t
er
'ruppe unö ifr guter
Wile leiben.
Uom er,iel)erifden Stantpunft
aus
widtig if es,
bai b e i t e r 2 e f r a f u n g a u d t e r p e r f ö n

1 i d f e i t s w e r t b e s , u 2 e f r a f e n b e n berüc·
fidtigt wirb. !in tann
ton feinem
!hrgefüfl oter
algemeiner groier !mpfnblidfeit mui anbers be·
banoelt werben als ein
C
leidgültiger ober
3icf.lliger,
renn bei beioen aud biefclbe Uerfehlung torliegt.
!benfo if bie bis
herige jühl'ung bei ber lemefung
ber Strafe in lednung ;u felen. Wenn Mefe Um·
f.nbe eine terfdiebene 2efrafung ber gleiden �anb•
lung angerneten erfdeincn lafen, fo fann Ieidt in
bcr �ruppe ter !intruc ber Ungeredtigfeit in ter
'!usübung ber 3if3iplinarfrafgeroait entfehen
.
Um
alen 1 iitcrfCntnif en tOr,ubeugcn, if CS ,roecm.iig,
bai ocr Uorgcfc�te bei lefanntgabe ber Strafen oor
ter :ompanie bie unterfdicMide lefrafung bcr an
fie gieiden iat erläutert. !ine ocrartige 1larfelung
braudt natürlid nur bann ,u erfolgen, renn bi
e
le.
frafungen ,u gleider 3eit eintreten.
lci Uerhängung einer Strafe it in jebem ja I I
b a s ! h r g e f ü I) I b e s 2 e f d u I b i g t e n f oroeit
wie möglid ,u fdonen. Wirb gegen bicfen <runtfa�
terfoien, fo wirft bie Strafe nidt er,ieberifd, weil
fie ter 2eirafte oedejt fül)lt unb bierburd fein Wile
;um Qeforfam gcfdtu.dt wirb. 3cr Uorgefejte barf
bal)er einer lefrafung niemals ben '!nfrid ber lade
geben ober gar jreube
barüber ;um '!ustruc bringen,
bai er ton feiner Strafbefugnis <ebraud maden fann.
lidtig if es ticlmcl
)r, wenn er bei ber Straf1er•
hängung ein lcbaucrn über tie !nttäufdung, tie ihm
11*
}6;
ber lefdulbig
te bur
d fein "erhalten bereitet babe1
mitflinge
n Iä6t. �äu
pg empfehlt es fie aud, an f�
orbentliden t1enfden, bie burd eine lejrafung fo
niebe
rgebr
ü
ct werben, ba6 fie aßes -erlorengeben, gut
;u;ureben. 'ei6 ein folder mann, ba6 ber "orgefette
trot ber lejrafu
ng -on ibm nod etwas hält unb ibm
nidts nadträgt, fo wirb er bejrebt fein, nad \er­
büßung
ber
Strafe burd treue p�idterfüßung biefes
\ertrauen ;u redtfertigen.
3ie 3if;iplinarjrafgewalt fann ihren er;ieberifden
3wec nur erfülen, wenn fid ber \orgefette bei ibrtr
�anbl)abung -on b e m < e b a n f e n j r e n g e r U n •
p a r t e i I i d f e i t leiten Iä6t. Keine Strafe barf -er•
(ängt werben, be-or nidt ber �atbejanb burd münb·
lide ober fdriftlide \er(anblung rejlos aufgeflärt ij.
Läßt fid bie Sdulbfrage trot aßer 2emül)ungen nidt
mebr -ößig flären, fo ij es befer, ba6 ber lefdulbigte
nidt bejraft wirb, felbj auf bie <efahr hin, ba�
einmal eine 'at ungefübnt bleibt. Lieber bleiben ;ebn
Sdulbige jraffrei, als baß einer unfdulbig bejraft
wirb. 3ur Klärung bes 'atbejanbes qebört es aud,
baß bem 2efdulbigten jets (elegenbeit ;ur ledt•
fertigung gegeben wirb. fine \ernadläffigung biefes
arunbfates fübrt bäufg ;u einer einfeitigen le.
urteilung bes 'atbetanbes unb bamit ;ur Ungerec 
tigfeit.
3ie (efabr einer ungeredten 2ejrafung tritt ferer
leimt ein, wenn ber \orgefette im 3orn eine Strafe
ausfpridt. !r muß fid immer fo -id 3eit lafen
, bis
er fid gan; beruligt unb bas
ridtig
e
llugenm
aß für
bie (efälrbung ber milit�ifden 2elange, bie burd bie
jrafbare �anblung entjanben ij, gewonnen bat.
3ie llufredterlaltung ber mannes;udt erforbert
e i n e r a f d e
2 e j r a f u n g. 3ies ;wingt ;ur grö6•
ten �efdIeunigu
ng a
l
er
!rmit
tlungen un� �ieffeUun•
gen. �a �ie Strafe
aud auf bie
aefamtheit
er;ieherifd
wirfen foU, if es ;roe
cmäßig,
bie �efrafu
ng ;um
Qegenfanb ber
�efpredung mit
ber lompanie ;u
maden. �ierbei muß
ber Uorgefe
�te fid an bas !hr•
gefühl ber !eute
renben. :eber
ein;elne
muß fid burd
bie .efrafung mitberühr
t
fühlen unb
fid innerlid
lornehmen, fie niemals eine Strafe ;ufdul
ben fommen
;u lafen. �er Uorgefe�te
rirb biefen guten 1
orfa� in
feiner 2efpredung baburd järfen, baß er barauf
bin•
weif, fein orbentlider Sol�at braudt jemals befraft
;u roer�en. �ieran fnüpft er bie trrartung unb
�ofnung, baß in 3ufunft in ber lompanie feine Stra•
fen mehr ein;utreten brauden.
1on ein;dnen 'lusnahmen abgefehen, befeft fein
3roang ;ur 2efrafung lOn �if;iplinarübertretungen.
�er �if;iplinarlorgefe�te entfdeibet "ielmefr in je�em
ein;dnen .. �ale nad p�idtmäßigem frmefen
,
ob
unb
rie eine bif;iplinare Übertretung ;u befrafen ober ob
"on einer 2efrafung ab;ufelen if. �iefe . ireifeit ter.
langt 'On bem 'orgefe�ten ein hohes 'erantrortungs.
berußtfein, eine große tnenfdenfenntnis unb eine tiefe
!infidt in bie bienfliden totrenbigfeiten. <b unb
wie ;u befrafen i;, rirb um fo flarer fein, je mehr
burd eine trafbare �an�lung bie arunbfä�t ber
mannes;udt ober bie bieniliden �elange "erh��t fnb.
�od mögen bie !inge liegen rie fie rooUen, (ets muß
fd ber 'orgefe�te bewußt fein, baß bei ber �anb·
habung ber !if;iplinarfrafgewalt bcs �er; nid}t aus.
gefdaltet werben barf. Strenge ohne �er; er;eugt nur
jurd
t unb feht bamit
in Wiberfprud ;u �en arunb•
f
ä�e
n ;eitgemäßer Solbatener;iehung.
lefanntlid bat jeber
Solbat bas 1edt
,
fie über
ein
e "erhängte �if;iplinarfrafe ;u befdwere
n. �em
!r;ie
lungsgebanfen abträglid if es, wenn ter entfdei.
tenhe
böber
e )orgefet
te ben \atbefant ter 2e.
fd)werbe
als bif;iplinw
ibrig auffaft unb tal)er 'On
"ornl)e
rein geneigt
if, bie 2efdwerbe ais unbegrünbet
ab;uiel)nen. :
n
jeter '�ale muf er "ielmebr tie 2e.
fd)werbe rein fadlid) unb eingebent prüfen. :ommt er
;u bem !rgebnis, baf bie Strafe fadwihrig if ober
ihre �öbe nidt im rid)ticen )erbäitnis ;ur Straftat
fcht, fo barf er fie nid)t fdeuen, fie ab;uänbern ober
aufjuheben. !s bebarf weiter feines Wortes
,
baf ein
e
foTee 2efd)werbeentfd)eibung jets mit einem '!utori·
täts"erfuj bes \orgefetten, ber bie erle Strafe 'Ct•
hängt bat, "erbunben ij unb bal)er bie 3if;ipiin be·
Ia{et. 3er Sdaben if aber immer nod geringer, als
wenn eine fadwihrige 2elrafung 'Ot bem höheren
\orgefctten nid)t beanfanbet, fonbern für Nedtens er•
flärt wirb. 2ei einem fold)en )er!)alten würbe fid in
ber iruppe bie )orfelung "erbreiten,
baf her Solbat
bei einer 2efdwer�e bod) fein Nedt befäme, bas gan;e
2efd)werbe"erfalren mithin feine praftifd)e 2e�eu.
tung lätte. 3iefe '!uffafung rür�e ;u ein�m fdarfen
Nülgang bes \1ertrauens ;u ben )orgefetten fübren
unb has Wirffarnwerben 'Ol 3erfetungseinfüfen be·
günjigen.
3u bemerfen if nod}, baf her eine 2efdwerbe ent·
fd)eibenbe \orgefette niemals bie erfe Strafe erhöhen
fann, wenn er ber lnfid)t if, baf fie ;u milbe ausge.
falen war. !r barf fie nur ;ugunfen bes 2efdmerbe·
führers aufl)eben ober abänbern. 'tud) biefe '!norbnung
-
färft bas \ertrauen in bie <ered)tigfeit ber 3if;ipli•
narfrafgewait unb bient bemnad ber !r;iebu
ng ;um
<eborfam.
3ie praftifde 'usbil�ung als 'eil
�er fol�atifden !r;ielung
�infüfrung
!as �omelmfe mittel 3
U
r fofbatifden fr3iel)ung
im engeren Sinne if bie 'usbilbung. nur mit ihrer
�ilfe wirb ber Solbat bef.higt, aOe in ber 'irflid
feit feines lerufslebene "" iln berantretenben '
uf

gaben ;u löfen. ls if eine 2efonberl)eit bes militäri­
fden 2ilbungsverfabrens, ba6 bas burd ben Unterridt
erworbene ' i f f e n für bie lriegstüdtigfcit bes
Solbaten nidts bebeutet, wenn es nidt burd l C n •
n e n ergän;t unb getragen wirb. 3at Können wirb
cber aOein burd praftifde 'usbilbung gewonnen.
!as unmittelbare 3id bes gefamten 'usbilbungs.
�organges i\ bie l n i e b u n g
3
u r l r i e g s •
f e r t i g f e i t. �ierunter ver\eht man nidt nur bie
�ulung unb lboärtung bes Körpers fowie bie
�oienbete 2el)errfdung ber 'afen unb ber aefedts,
grunbfät e, fonbern aud bie lntwiclung aler ber.
jenigen gei\ig·feelifden unb darafterliden ligcn•
f
daften, bie im engeren Sinne ben folbatifden 'ert
befimmen.
3er äugerlid fdtbare �eil ber 'usbilbung befeht
in ber 'ermittlung einer megt förperlider . �ähig­
feiten unb wafentednifder jertigfeiten. na�em biefe
3Unäd\ einmal verfanbesmätig erfaft finb, werben fc
burd Obung unb 'ieberholung widlid erwrben. ls
i\ nun eine ligentümlidfeit ber ltusbilbung, bt mit
ilrem fidtbar
en
'
eil au
d ein unfdtbarer . "erbunben
ii, nämlid
oie
l
i
loung jener gdiig.fedifd)en unb
darafterlid)
en folbatifd
)en Wertfaftoren. 'lls unlös,
barer �ei
an�teil
ter praltifd)en Übungen entwiceln
fie fie mit il)nen unb ourd) fie "on felbj, bewutt ober
unbewugt, gewolt ober nidt beabfid)tigt
.
'ufgabe ber Webrmadtet·;iebung ij es, fie barüber
f{ar ;u werben, welde geijigen !r;itl)ungsdemente
ben ein;dnen übungsgebieten anhaften uno wie fie für
�ie innere foloatifd)e jormung �es tnannes nutbar ;u
mad)en finb. Ias tednifd.medanijifd)e 'tusbiioungs,
"erfahren ij ohne Wert, wenn es nidt einem höl)eret
gcijigen prin;ip untergeor�net wirb. nur roenn '!us.
bilbung uno fr;iel)ung afs 'usoruc eines plan"olen
päbagogifd)en iuns eine harmonifde !inheit biloen,
ij ter !rfoig ber 'rbeit fidergejeit.
Um ;u ber ridtigen !rfenntnis �er Iinge ;u fommen,
ij ;unädi einmal ein Umreifen ber Stofgebiete ber
praftifd)en 'lusbiloung nötig fowie bie ,�cfjclung oer,
jeniren figenfdaften, auf bcnen oie 1riegsfcrtigfeit im
geijigen Sinne hauptfädIid beruht. Sooann finb beioe
'eile miteinanoer in .e;ielung ;u frten. �ierbei fönnte
man "erfd)iebene Wege einfdIagen . .ei tem einen wären
bie Seiten ber geifi
L
•d}arafterliden Solbatenbiloung
"oran;ujelen unb bierbei bar;utun, inwieweit oie ein.
;einen 'tusbilbungsgebitte formenb in fie bineinfpielcn.
Icr anbere Weg ij einfad)er uno baber l)ier an3u'
wenben. !r bejlelt barin, oat "on ben 'usbiloungs,
gebieten ausgegangen wirb unb bei je�em ein;elnen �er
fin�uj auf �ie gcijig.carafterliccn wrunblagen ber
lriegsfertigfeit unterfud)t wirb.
Ias gan;e grote <ebiet ocr praftifden
2lusbilbung
lä6
t
fid) in folgen�e �aupt;weige aufteilen:
170
'
.
!,er;ierausbilbung.
l. 9d)ie)ausbiltung.
�. jelbbien{ unb aefedtsausbilbung.
4· Wafenausbilbung.
�. 1eitausbilbung Cjabrau
sbilbun
g).
6. 9portlide lusbilbung.
3iefe lusbilbungsgebiete trefen auf ale Wafen.
gattungen mit gewifen lbwanblungen, bie fie aus ber
!igenart ber Wafe ergeben, ;u.
3ie jrage nad ben gei{ig.darafterlicen figen•
fdaften, um bie es bei ber !r;iehung ;ur lriegsfertig•
feit gebt, i{ bal)in ;u beantworten, baf, im großen
gefelen, einerfeite 3if;iplin, an�erfeits 9elb{änbig
reit
unb �apferfeit bie ldfen biefes �ilbungsvorganges
finb.
�ier treten nun gan; au)erorbentlide 9dwierig·
feiten für bas er;iel)erifde �un auf, weil, wie bereits
im 'bfd)nitt 13ie arun�lagen" erw<lmt, beibe lcfen
in entgegengefe�ter 1ictung laufen.
Wenn hier als 3ielfe�ungen ber fr�iebung auf ber
einen Seite bie 3if3iprin unb auf ber anberen 9dbf·
tätigfeit unb �apferfeit genannt werben, fo be;eid)nen
biefe Worte nur 3ad)begrife. Jeber von ibnen um·
fa1t noc eine 'n;abl weiterer �e{anbteile, bie für bie
folbatifd)e lriegstüctigfeit unerläfIid finb. eo müfen
wir ;u bem legrif ber 3if3iplin bin;u;Cblen: <rbnung,
Pünftlid)feit, Qeforfam im weite{en unb engjen
Sinne, 3u-edäffigfeit unb 'ufmerffamfeit.
3ur
9elb{än�igfeit gehört: 9dbft<nbigfeit bes 3en.
fts, l
ntfcI ujfäbigfeit, Uerantwortungsfreubigfeit unb
'  atbereitfdaft. 3ie �apferfeit fdlieflid i{ nict
J7)
btnfbar olne bie (runblage bes mutes. :m engOen
3ufammenhang Oel,en bamit lusbauer, 3äbigfeit unb
�ärte, llngrifsfreubigfeit unb Siegeswile.
Keiner ber oben genannten feds 'lusbilbungs;weige
glei
dt in feiner
er;iel)erifd)en 3ielfet  ung bem anberen.
lei jebem i{ ber praftifd)e llusbilbungs;wec ebenfo
�erfd)ieben wie bie tinwirfung auf bas lenfen, Sühlen
unb Wollen bes manne&. 'lus biejem <runbe muf jeber
llusbilbungs;weig entfpred)enb feinem lilbungs;wec
aud eine befonbere llusbrucsform erlalten. �ieraus
ergibt fie für bie Welrmadter;iehung eine aufer•
orbentlid)e 'itlfdtigfeit, bie gan; befonbers hohe lluf•
gaben an bie llnpafungsfähigfeit, ja man fann fa{
fagen, bie 'erwanblungsfäbigfeit bes llusbilbners
{elt. nur ber 'orgefette, ber
jeben lienf;weig
entfpredenb befen er;ieberifdem Sinn unb 3id ;u
lanbhaben �erfebt, if feiner lufgabe �ol gewadfen.
So mu6 er ein anberer in ber (efedtsausbilbung fein,
wo er fid) �or alem an bie tinfid)t, (ewanbtheit unb
Sdbftätigfeit wenbet, als bim t,er;ieren, bas auf
gei{ige 3ufammengeritTenl)eit unb förperlide Straf•
leit geridtet i{, ober aber beim 9port, befen Wefel
in 3wangslofigfeit unb !oderung be{ebt. nunmehr
müfen wir bie ein;dnen llusbilbungsgebiete unter bem
<efid}tspunft bes tr;iehungsgebanfens betradten
Wenben wir uns ;unäd){ bem t,er;ieren ;u.
!as t,er3ieren
�er 'ert bes t,er;ierens für bie folbatifde j
or•
mung i{ \ielfad umtlrjtten, weil es für bie eigentlid
lampfausbilbung leut;utage feine lebeutung mebr
lat. jrüber war bas anbers,
als man genau in btn•
ftlben gefd}lofenen jormen fodt
, wie fit auf
ben l)tr•
;ierplä
f
en tingeübt
wurben.
3ama(s rar bas frer•
;ieren Stlb{;wec. mit ber
'tuflocerung ber Qefed}ts.
formen, bie mit ber f
infefung ber
Sd)ütentaftif um
bie Wenbe bes J s. unb J 9. '
ahrl)unberts begann, trat
bas r,er;ieren als Sdulungsmittel für bs Q
efed
}
t
immer melr ;urüc.
�rofbem i{ bie �eibebaltung ber r,er;ieraus
bilbung �on entfdeibenber Wid)tigfeit für ben folba•
tifden �ilbungs�organg. Sie i{ beut;utage aUerbings
nid)t mehr Selb{;wec, bafür aber b a s u o r •
n el m{e mi t t e l für b i e r r ; i e b u n g ; u r
3 i f 3 i V li n.
lie im Unterridt gewnnene rrfenntnis ibrer tot•
wenbigfeit unb bie 'uffafung �on ihr als fittlider
pjid)t genügen nod feineswegs, um il)r bie lraft ;u
geben, bie bie lriegstüd}tigfeit bes �eeres �erlangt.
3u ber tleoretifden Unterweifung muj bei bem Sol·
baten immer nod) bie praftifde Sdulung unb <ewöh•
nung bin;ufommen.
'on alen mitteln, bie es lier;u gibt, fnb biejenigen
am wirffam{en, b i e t i n e f o fo r t i g e u n b u n.
b e b i n g t e 'u s f ülr u n g g e g e b e n e r �e.
f e b 1 e u n b l o m m a n b o s � e r 1 a n g e n. las i{
aber beim r,er;ieren in ber löd){en 'oUenbung ber
jal. ler Sinn biefes lien{es bejeht in er{er linie
barin, bei bem Solbaten jeben <ebanfen an bas eigene
:d aus;ufd)alten unb feinen Wilen �ölig in bem bes
Xorgefefttn aufgef)en ;u lafen. �ierburd entieht
gleid
);eitig in ber Seele bes Untergebenen bie 'or.
\eUu
ng �on ber unbegren;ten 'utorität ber 'orgeftf•
ten
unb ber madt bes militärifden Sy{ems an fid
)7;
3urd
�ie
'ie�erbolung unb Qewobnbeit �er ae�
borfamf
eitsüb
ungen
gel)t �er Qehorfam �em Solbaten
allm.bli
d fo in
Jleifd unb lIut über, baß er ;u einem
Ueil
feines :ds
wir�.
teben �iejem mednifden fr;iebungs'organg wer·
�en �urd �as f,er;ieren aber aud eine leil)e fedifd)er
jaftoren entwicelt, �ie als afti' wirfen�e 1r.fte für
�ie jejigung �er 3if;ipiin 'On großer le�eutung
finb. �icr;u redd ;un.dj �ie iatfade, baß ber
Sol�at burd �as f,er;ieren 1örperbel)errfdung unb
'afenhan�habung erlernt. 3as lcwußtfcin 'On �en
jortfdritten, �ie er lierin madt, erwect 3ienlfreu�ig.
feit unb lebt �s Seibjgefühl. �ier�urd erl.It wie�er•
um ber 'ile �es ein;elnen neue lntriebe ;ur frei•
wiligen 2et.tigung �er 3if;iplin.
1ibnlid 'erbält es fie fo�ann mit �em f, e r .
; i e r e n i m 1 e r b a n b e. 3urd} �ie legelmäßigfcit
unb Straflcit aler gereinfam ausgeführten 2ewegun.
gen wirb �as 3ufammengehörigfeitsgefühl gefräftigt
un� �er 1orpsgeij geför�ert. 3iefer ij für �ie 3if;iplin
'On befonberer l  ebeutung, er bilbet gleidfam ben 1itt,
ber �as gan;e Qebäu�e ;ufammenb�lt. 'e fräftiger ber
liorpsgei( entwicdt i(, um fo leidtcr 'ol;ielt fie
bie finor�nung bes ein;dnen in �ie ungefdriebenen
<efefe, �ie Sitten un� 'nfdauungen �er Qemeinfdaft,
um fo mehr ij er ein bewußter iräger bes fittliden
prin;ips, auf �em bie <emeinfamfeitsfeele �es iruppen•
'erbanbes ruht.
2tus �iefen 3ufammenbängen ergeben fic 'Om er .
;iel)erifden Stanbpunfte aus für �ie praftifde �an�· .
labung �es f,er;ierens eine leibe widtiger jolge ..
rungen. 'm 'nfang (ebt �ie jrage nad � e r 3 e i t ,
�ie auf bas f,er;ieren ;u 'erwenb
en i
f. 3ie lntwort
174
lautet, ba� es l)ierfür feine einleitlid 1egdung gibt.
3er 3eitbebarf ij tO
n
terfd)ie
benen
Umjänben a&.
hängig. fr wirb
um fo geringer
fein fönnen,
je mefr
bie Xefrten burd
eine tormilitärifd)e
'usbilbung
ihren :örper gefduit unb bas \efen ber 3if;iplin in
fie aufgenommen h
aben. l&enfo
fpidt bie jrage ber
geijigen tinjdlung
ber tation ;um
"ebrgebanfen
eine Xoie. Je gröfer bie aigemeine tinfat&ereitfd)aft
für bie jreifeit unb lhre bes \aterlanbes
ij, um fo
järfer ij aud ber "iie ;um folbatifden
aeborfam
ausgepr�=gt. Sd)Iie�lid ij aud) bie 'rt ber Staats•
fülm.mg unb ber 'usübung ber 1egierungsgew4lt für
biefe jrage ton lebeutung. Je nadbrüclider fier
bie aefamtbeit bes 'olfes ;u <rbnung unb aeborfam
gegen Xed)t unb aefet er;ogen ij, um fo geringer finb
bie Sdwierigfeiten, bie bei ber folbatifden 3if;iplin·
fdulung überwunben werben mUfen. 'Ies bies fommt
bem 3eitbebarf, ber für bas t,er;ieren in Xednung
gejeit werben mu�, ;ugute.
3od fei bem, wie ibm woUe. 3er ttrantwortlide
\orgefette fat jet� barüber ;u wad)en, baf bas l,er•
;ieren niemals fo lange ausgebebnt wirb, baf es ab·
fumpfenb wirft. (efd)icft bas, fo feten lrmübungs•
erfdeinungen unb Unlujgefübie ein, bie bem "iiien
;um aeforfam abtriglid finb. 11ur; unb jramm" if
eine alte lrfalrung, bie immer ifre aültigfeit be·
halten wirb.
!in weiterer jebler, ber in berfelben Xidtung liegt,
ij ber ber l i n t ö n i g f e i t u n b ! a n g w e i I i g .
f e i
t. liefe Qefabr ij erfabrungsgemif burd bie
tot
wenbigfeit ber biu�gen Wieberl)olung ber übungen
befonbers gro�. Um ifr entgegen;uwirfen
,
muf ber
'orgefette gerabe;u erfnberifd fein, um ber 'us ..
J7S
bilbung immer neue Seiten ab;ugewinnen. 3as fann
auf ttrfdiebenie Weife gefdehen. So ii bie rin­
fdiebung
fogenannter
5inbigfeitsübungen fel)r geeignet,
weil
fie an bie aeiiesgegenwart ber 9düler immer
neue 'lnforberungen ieUen. Sehr ;wecmäfig ii aud
ein früb;eitiges rottenweifes <egenüberfUen ber leute,
bami
t fie
.lic für ._ lehler befommen unb fie gegen .
feitig ttrbefer lernen. lon &efonberer Wid)tigfeit
bleibt jebod immer eine rege 'lbwedflung in ben ter­
fdiebenen übungen. Wirb gegen biefe aruntfäte ttr•
iofen, fo fert fie bei bem Solbaten bie über;eugung
fei, baß bit gan;t für baß r,er;ieren aufgewanbte 3tit
nutlos tertan ii. 3ie lieraus entiebenbe <leidgültig ..
feit ii bem er;iebedfden 3wec be& l)er;ierens ab .
träg Iid.
nun aber ;u einer jrage, bie für ba& rr;iebungs
moment beim r1er;ieren tOn aUergrö6ter lebeutung
i\. rs bantdt fie um b e n ' o n unb bie 2 e l a n b •
I u n g b e r I e u t e. lefanntlid ii bas r)er;ieren
frülcr lidfad eine 'lrt Sd) recgefpeni für ben Sol­
baten gewefen. lon lier aus erbidt aud bie Kdtif bes
militädfdn Sr\ems mit loriiebe ihre �auptanfat.
punfte. man terurteiltc bie unnötige arobbeit, ba&
ftnnlofe acfditnpfc unb eine gewife 'lrt bes 9di .
fanierens, ba& unter bem namen "Sd)leifen" ober .
"Sdnicen" berüdtigt ii. Unb in ber 'at, fein anberer
3ieni;weig bringt bie aefabr tOn leriößen gegen
ridtige tenfdnbel)anblung fo leidt mit fie wie
gerabe bas U,er;ieren. 3er <runb bierfür liegt barin,
baß auf feiten bes lorgefetten bie aefamtleit aler
'lftitität liegt, wäbrenb ber Solbat
nur
aegenianb
bes reinen (elorfams ii. rr fann fie nidt terant·
worte, barf nidt fpreden unb überbaupt feine tiene
J
7
6
uer3ieben. 8übrt er aus Unfenntnis ober U1i»"erfän�
nis ein lommanbo falfd aus,
fo if ber 'oruefette
Ieidt geneigt, bierin
ben
'usbruc
uon Unaufmerffam­
feit ober gar böfem Wilen ;u fel)en
unb bem
ent•
fpredenb feine �altung ein3uridten.
�ier3u fommt,
bau
ber gleidmäßige
'n3ug ber !eute, ilr überein­
fimmenber (efidtsausbruc
unb bie
Q[eidförmigfeit
i(rer lewegungen ben finbruc ibrer :nbiuibualität
uerroifden. 3ies unb bie �otwenbigfeit bes lauten
unb fdarfen Spredens wr ber jront begünfigen bie
\orausfetungen für unangebradte (robl)eit unb für
bas
'ußerfidgeraten bes \orgefetten bei jeber lleinig·
feit.
�ier ergeben fie für bie 'ebrmadter;icbung gan�
befonbers widtige 'ufgaben. Sie muß fe fets bewuut
fein, baß ber tenfd er3ieocrifd fo antwortet, wie er
angefproden wirb. läßt man leleibigungen ober
ebrenribriges "Sdleifen" 3u, fo werben bamit ale
fdönen t(eoretifden Unteroeifungen im Unterridt
über bie lerufsehre unb bie bohen fttlicen 'ufgaben
bes Solbaten 3u (oblen Pbrafen.
3ie 'ungmannen, bie für bie Solbatentugenben unb
für ben Kampf um bie bödfen (üter ber �ation be·
geifert werben foUen, werben in W i r f l i d f e i t
lh rl o f e n gl e i d g e f ell t o b e r m i n b e r •
w e r t i g e n 3 u m m f ö v f e n , bie nur burd förper.
lide 2efdwerben 3ur !rfülung il)rer . Ptidt an•
gel)alten werben fönnen. 3ie jolgen einer folden le.
hanblungsweife bleiben bann nidt aus. :n bem ein.
3eln
en
unb in ber (emeinfdaft werben bie nieberen
'rie
be
entwiceit. 3er
:bealismus uerfümmert unb für
bas �un unb lafen if nur bas mau ber jurdt uor
Strafe maßgebenb. 'uf längere 3auer angewnbtt,
J77
"erfefrt bie fefler(afte �anbbabung bes t,er;ierens
feinen
Sinn
unb
3wec gerabe in bas <egenteil: 1us
einem
Uiittc ;ur
tr;iebung ;ur lij;iplin wanbelt es
fie infolge ber Unlui• unb
�a�gefüble, bie es auslöj,
;u einem fold ;ur tr;iebung ;ur Wiberfetlidfeit
unb Unbotmägigfeit. ler Weltfrieg bietet in feinem
Ietten �eil genug leifpide fierfür.
�rot ber Strenge, bas bem Wefen bes t,er;ierens
nun einmal arteigen anhaftet, unb trot aner S�rfe,
mit ber es gebanbbabt werben muß, barf a u f b i e
jr e u b e a n b e r Sa d e n i d t " e r ; i d t e t
w e r b e n. lie tr;iebung bat fier ihre 1ufgabe rie•
tig gdö\, wenn ber Uiann iets "orfdriftsmägig bt•
banbdt wirb unb trot größter 1nforberungen erfennt,.
bap anes nur ;u feinem le\en i\. las äußere 3iel
bes l,er;ierens - bie medanifdt 'lneignung förper•
Iider unb wafentednifder jil)igfeiten - ii für bie
wafre lriegstüdtigfeit ber �ruppe bebeutungslos,
wenn mit ihr nidt bie bewugte lntwiclung bes
Wirens ;ur lif;iplin �anb in �anb gebt.
3as 9dießen i\ nidt - wie bas l,er;ieren -
tittd ;um 3wec, fonbern Se [ b i; w t c. ls &ilbet
einen unmittelbaren �eH ber lriegsfertigfeit bes Sol·
baten. 3ie Sdie6leiiungen finb ein untrüglider ma�­
iab für ben lampfwert einer �ruppe. :fr llnfu6
äu6ert fid in ;weifader �infidt: !inmal rein materien
infofern, als bie &efer fdießenbe 'ruppe ber anberen
größere "erluje 3ufügt unb bamit entfd)tibenb widtige
J
7
8
<runblagen für ben taftifden !rfolg fdaft; fobann
v
f
r
dologifd, benn
bas
2enmjtfein ber beferen 9diej-
Idfung gibt ter i
ruppe
t
as <efüfl ter überlegenfeit
über ben <egner
, bas eine ber
widtigien \oraus.
fSungen für ben
lampf• unb
Siegeswilen ii. 3 i e
ge w al t i g e
O b e r l e g e n b e i t b e s b e u t fd)e n
9 o I b a t e n ü b e r a l l e f ei n e < e g n e r , tie fie
im 'dtfriege befonbers in ben erien 'abren mit
überrafdenber 3eutlidfeit ofenbarte, w a r n i d t
; u m w e n i g i e n a u f u n f e r e m e i i e r b a f t e
9d)i e f a usb i l b u n g i m j r i e b e n ; u r üc·
; u f ü l r e n. ldner unferer jdnoe fonnte hierin aüd
nur annäberb einen \ergldd mit uns ausbalten.
3ie !r;iebung bes mannes ;u einem guten unb über­
legten 9düt en im jeuerfampf roirb alfo immer ein
unmränberlid widtiger 2e{anMeil bes folbatifden
lilbungslorganges fein. !er gewünfdte �rfolg wirb
aleroings nur eintreten, wenn bas er;iebedfde \er·
falren fie bewuft i{, baf bas 9diefen nidt nur eine
förperlid, fonter lOr alem eine feelifde \Ctigfeit
ii. !as erjiebedfde �anteln ii bier grunMegenb
anbers als beim !,er;ieren. !s fommt nidt auf äujere
9tra thdt, lörperbeferrfdung unb fdärf{e 'nfpan•
nung bes 'ilens ;um unler;ügliden <eforfam an,
fonbern auf bas gerabe <egenteii. 'n Stele ber förper­
Iiden 3ufammengerifenheit tritt 'uflocerung unb
!osgelafenbeit. fine befonbere lebeutung erl)Clt tie
Obung ber 9effd<rfe. :n pfrdologifder �infidt
liegen bie !inge für bie lr;iel)ungstltigfeit lerwicei.
ter
, ba biefe eine leihe gefüblsbetonter \or{elungen
errec
en unb ber 'ilensbilbung bes 9düt;en eine
beiim
mte lidtung geben
muj.
'u
sgangspunft ber 9diefausbilbung ii Me \at­
f
a
d
e,
ba8 fa{ jeber mann ;um 9diefen fu\ uno fiebe
1*
J79
mitbringt.
�urd 2
efe
bl unb lommanbo wirb bei bem
Sd)ie�tien
l nid)ts erreid)t, weil gute Sd)ie�leilungen.
nid)t ein [rgebnis bes aehorfams fnt, fonbern bet
lertrauens, unb ;war bes 'ertrauens ;u bem eignen
lönnen unb ;ur Wafe.
�ie
Qrwecung biefes \er­
trau
en
&
il
fidrgeleUt, wenn es gelingt, in bem manne
bas .
e
nJtjein wad);urufen, ba� er bei felem wmen
aud) ein braud)barcr Sü!e werben fann. Qs lantdt
fie) alfo hier um eine planmä�ige Qntwiclung ber für
bie lerwenbun
g ber 9d)ugwafen nötigen wmens
färfe. �iefe mu� fie auf ein 3weifad)es erlrecen,
einmal auf bie jähigfeit, im red)ten 'ugenblic ben
Sduf ;u löfen, unt bann, iln entfd)lofen auf bas rie
tige 3iel ab;ugeben. �as gute 9d)iefen terlangt
fdlieflid nod eine Qr;id)ung ;ur Sorgfalt beim 3ielen
unb aewifenhaftigfeit bei ber eufabgabe.
'us btm aefagten ergeben fid alfo als befonbert
ltufgaben bei ber Sd)iefausbilbung: Qr()altung ber ton
�aufe aus torhanbenen 'orliebe bes manne& für ben
Sd)iefbienf, jörberung feines Selbftertrauens, lräf·
tigung feiner Winensfärfe unb 'ermelrung ber Sorg· _
falt unb aewifenbaftigfeit.
'on biefen 3idfe1ungen wirb bas tefamte t
b
eor�
tifd)e unb praftifd)e Qr;ie(ungsterfahren beim Sdiet•
bienl befimmt. lls beles t  ittel, bie Juf unb Jiebe
;um Sd)ie�en ;u erlalten, be;eid)net bie Sdief'or•
fdrift e i n f V o r t m ä f i g e s u n b a b w e d f .
I u n g s r e i d e s letreiben ber Sd)iefausbi!bunt. 3u
ben weiteren ttitteln müfen lier ane lelimmungen
gerednet werben, bie geeignet finb, ten Qhrgei; bes
tnannes an;uregen, fein 'nerfennungsbebürfnis für
{Ute leilungen unb fein gefunbes
folbati
fdes
0eltungs.­
bbürfnis oor feinen Kameraben unb ber cfentlid)feit
;u befriebigen. 'Uen biefen vf
rd
ologif
dm jorberun·
JSO
!en wirb unfere Sdiefausbilbung geredt. frräbnt fei
bie rintei�ung in Sdie�flafen, bie 'erleihung "on
Sütenab;eid}en
fowie bas
'usfd}iejen "on "tei{er•
fd}afttn" 1 baS '  bbalttn "0" preisfdit�tß Unb rlrtn•
prdsfdie�en.
!as für bas gute Sdiejen notwenbige Selb{ler•
trauen fett eine �ebung
bes gefamten
perfönlid}feits
bewujtfdns "oraus. Um bies ;
u erreid)en, barf es b
ber Sdießausbilbung n i d t -wie beim t,er;ieren -
I a u t u n b f d a r f 3 u g e b e n. !aburd würbe ber
mann eingefdüdtert unb unruhig werben. !er Jebrer
mut "ielmel)r mit befonberer aebulb unb jreunblid
feit auf bie erfannten jehler bes tnannes eingel)en unb
barf bei ihnen niemals böfen 'ilen "orausfeten. !as
gefamte er;ieherifd)e 'erfal)ren i\ mehr auf bie jorm
bes guten 3urebens unb ber über;eugung ab3u\immen.
3ur �ebung bes Sdb\"ertrauens bes Sd}üten i(
weiterhin widtig, baü il)m ane rin;ell)eiten bes llus
bilbungsganges in möglid\ leidt faülider jorm "er•
mittelt wrben. �iergegen wirb "on bm Unterofj3ieren
Aus bem Streben nad übergroßer aenauigfdt unb
0leidmäßigfeit oft "er\oßen. So mag - um ein lei.
fpid 3U nennen - mand} alter Solbat auf arunb ber
frfal)rungen feiner 1efruten3eit bas aefübl haben, bas
Umfafen bes lolbenhalfes fei fo fd}wierig, baß er es
niemals fo gan3 ridtig erlernen werbe. 'irb ber
Sdüler bagegen mit bem lewußtfein erfüUt, baß es
fd bei br Sd)iefausbilbung um bie einfad\en :inge
c
lanbdt, fo i\ er mit ganj anbcrer .. ,reube unb "iel
gröferer innerer Sid}rheit bei ber Sad)e.
lefonbers förberlid für bie Stetigfeit bes "ißens
bs
Solbaten 3um guten Sd}iefen i\ es, wenn er wn
'nfang an erfennt, baß feine Sdußlei\ungen ben gt•
f
orb
erten
lebingungen
entfpreden. lei ber lusbilbung
fommt es baber barauf an, ales ;u tun, um b a s
8 d a r f
f d i e
� e n in ber "orjeUung bes mannes
f o [ e i d) t m i e m ö g [ i d e r f d e i n e n ;u lafen.
3u ben
terfdiebenen mitteln, bie es bierfür gibt, ge.
bört bie 'norbnung, bei 3ielübungen bie Sdeiben etwas
weiter entfernt auf;ujeUen als es für bie betrefenbe
Sdulfdießübung torgefelen ij. fbenfo mu6 ber mann
auf biefelbe 'trt ton Sd)eiben ;ielen, bie für feine
nädje übung torgef d)rieben if. 'enn bies nidt ge.
fdielt, mürbe bie überrafd}ung, bie bie unbefannte
Sd}eibe auslöf, fomie ber mangel an übung unb Qe.
mobnbeit, mit biefer Sddbe um;ugeben, fie nad.
teilig auf bie 8du6leijungen ausmirfen.
Um ben mann tor bem Sdarffdiefen feelifd unb
förperlid möglid} wenig ;u belafen, if nod ein
'eiteres ton 2ebeutung. 3ie 8die6torfdrift be.
fimmt befanntiid, ba6 in ber Regel nid}t mel)r als
fünf mann gleid};eitig ;um 8die6en antreten foUen.
3ie iruppenpra,is ht aus biefer �öd){gren;e bie
Regel bes gleid);eitigen 'ntretens tOn fünf mann ge.
madt, ein "erfahren, bas in förperlider mie feelifd)et
�infid)t gleid nadteilig if. 3er mann if ge;mungen,
untätig mit aemelr bei ju6 ;u {eben, bis bie Reihe
;um Ediefen an ihn fommt. 3a er meber bei gro6er
�i1e ben Sdatten auffuden nod bei lälte fid) burd
2emegungen erwärmen fann, if er mälrenb ber ;mec.
lofen \arte;eit unnötigen förperlid)en lefd)merben
ausgefe�t, bie Ieidt ;ur �erabminberung ber 8d)u6•
Ieifung führen fönnen. wod gröfer finb bie feelifden
nadteile, insbefonbere bei leidt erregbaren unb ;um
"er;agen neigenben naturen. 3er 3uianb ber inneren
Spannung, ber an fie bei fold)n Jeuten fd)on tor bem
Sdiefen fie ein;ujeUen pjegt, wirb burd bie er;mun.
g
ene Untätigfeit nod fo terfd)ärf
t, ba
6 er ;u abträg.
liden jolgen fülren fann. 3ie innere tutlofigfeit
wirb bann nod grö�er,
wenn bie unmittelbar 'orbet•
gebenben Sd)üten
befonbers gut gefdofen baben.
llus biefem Seelenjuj
anb e
rgeben fid) bann bie be·
fannten ner"öfen
Urfd
)einungen bes "leigens" unb
"tucens". 2eiten jehlern liegt ein llngjgefüfl ;u.
grunbe. leim leifen befürd)tet ber
mann, ben gün.
figen 'ugenblic für bie Sd)u�abgabe ;u "erfäumen.
Ir unterlä�t es, 3rucpunft jU nel)men unb ;iebt bafür
übereilt unb rucweife ab. 3as tnucen bat feinen Ur.
fprung in ber unbewu�ten jurd)t 'Or bem
lnal unb
bem lücjo�. Um ihn· en ;u begegnen, brüct ber Sd)üte
mit ber red)ten Sd)ulter gegen bas (eroefr unb Iä6t
im 'ugenblic bes Sd)ufes bie tünbung falen. 3er
jebler bes "tucenl" tritt läufger als ber bes
"lei�ens" auf.
lud) biefe jebler "erlangen eine rubige lelanblung
feitens bes Jehrers. Solte fie ferausjelen, baß ein
Süte aus bem 2ewuftfein feines Un"ermögens im
Sdiefen 'ÖUig mutlos geworben ij, fo fann es an•
gebrad)t fein, ibn fo lange gar nidt fd)iefen ;u lafen,
bis er ben jujanb bes feelifden tiebergebrüctfein&
überwunben lat. 3ie Sdie�"orfd)rift, bie ausge;eid)net
bie pfrd)ologijd)en figentümlid)feitn ber Sd)iefaus.
bilbung berücfid)tigt, weij ausbrüclid) auf biefe tög.
lid)feit bin.
Um bie jejigfeit bes 'ilens ber Sd)üten ;u ent•
wieeln, if es notwenbig, itm fo ;u er;iehen, baf er
m ö
g I i d) f o f.n e n o d) e i n m a I a b ; u f e t e
n ,
fd)ie�t. tatürlid) barf man bierbei nidt in ben ent.
g
egengefetten jebler 'erfalen unb ben mann ;ur 'b·
gabe bes Sd)ufes 'eranlafen, wenn er merft, baf er
unfid)er if ober bas 3iel nid)t gleid rid)tig erfaft fat.
:n folden jälen mup abgefett werben. tas wfent•
JS
J
lide iii nur, burd ridtige rr;iehung bafür ;u forgen,
ba6 bas 'bfefen infolge mangelnber intfdIu�fäbig.
feit nidt ;ur
(er  tml)eit rirb. 3ur 1lusbilbung bes
Wilens
bient es
fernerhin, baß ber 9dü1e angefalten
wirb,
bei einer
Obung nid)t nad je�em Sduß weg;u­
treten, fonbern bie torgefd)riebene 'ln3ahi tOn 9diifen
bintereinan�er ab;ugeben. �ierburd wirb er ge;wungen,
�ie inneren �emmungen, bie fie) aus einem fdIed)ten
9du6 ergeben, ;u überroin,ben forie bie grö�ere för·
perlide 1lnirengung unb fedifde 2dafung, bie bas
1lusiöfen mehrerer wohlge;itlter Süfe bintereinanber
terlangt, ;u ertragen.
Jreilid muß bie ir;iefung bierbei ber p e r f ö n.
1 i d e n i i g e n a r t bes mannes· lednung tragen.
:ein 3ienjroeig muß fo inbitibudl gebanbhabt tttr•
ben, wie gerabe bas 9d)iefen. jül)rt man alfo einen
mutlos geworbenen 6dü1en ;um Sdarffd)ie�en ;urüc,
fo fann es fid empfehlen, ibn ;unädf nad je�em
9dufe wegtreten ;u lafen unb er{ gan; aUmäl)[id
bie 1lnforberungen burd 1lbgabe mehrerer 9d)ilfe
bintereinanber ;u feigern.
3ie 9diefausbiitung ij ridtig gefanblabt, wenn
fit btm päbagogifd}en (run�gebanfen ber 1 e i i u n g s�
f e i g e r u n g �ednung trägt. 5iefe äußert fie ein·
mal in ber 'erbeferung ber 9diefergebnife, fobann
aber aud in ber gröftmögliden 2efdleunigung aler
�anbgrife, bie beim 1lnfdIag nottvenbig finb. 3as
leutige (efedt bietet bem 9d)üfen nur 'ugenblics.
;iele, beren 2efämpfung bie überfalartige 1lnroenbung
bes Sd)neUfdufes erforbert. 3ie 2eherrfdung bes
fid)eren 9dneUfdufes in jebem (dänbe muß baber
bas friegsmäfige 3iel ber 9diefausbiibung fein.
�iergegen roirb in ber praris oft verjofen.
3ies
gefd}iebt, roenn aud bei alten leut
en
ein übertriebener
J84
Wert auf bie aleidmägigfeit bes 'nfdIages gelegt
wirb. 3as Streben ber Unteroff;iere hiernad rirb
unteriütt, roenn bei .efid)tigunge
n bie
'lnfd}l
ags.
arten olne lücfidt auf 3ienialter unt 6d)ießfertig�
feit bes ein;dnen tannes nur auf
i[re langfame,
for.
refte 'usführung nadmeprüft roerbe
n. .ei biefem
'erfa()ren mut al fo ber länger bienenbe
gute 6d)üte
basfdbe ;eigen wie ber junge lefrut. Jie höhere
.eiiung roirb burd biefes fel)lerbafte 'erfabren ge.
brofdt. :m Sinne einer rid)tigen !r;iel)ung roürbe
es liegen, wenn ber \orgefette bei ben guten 6düten
ben angeroanbten Sd)neUfcuß befictigte, bei ben mitt•
leren ben 6tanb ber 'usbilbung bier;u unb bei ben
fd}ledten 6d)üten ober ben lefruten ben Iangfaren
6d)ulanfd)lag. 3recmäßig i\ es au6erbem, ben fid)eren
Sd)üten eine geroife jreihdt in ber 'usfüi)rung tes
2nfd)lags ;u lafen, bie ilrer förperlicen unb fedifd)Cn
tigenart entfprid)t.
Jas Sdiegen ii neben lörperiid)r unb fedifder
\eranlagung aud Obungsfad)e. :nfolgebefen ii es
bered)tigt, einen fd}lecten Sdüten mebr Sd)iefbienj
maden ;u lafen als einen guten. :n ber iruppe rirb
bierton unter ber .e;eid)nung "3iden ber tad);ügler"
aud aUgemein aebraud gemad)t. .�eblerbaft ii es
bagegen, biefes tad);ielen als Strafe für tad)liffig.
feit, Jeid)tfinn ober mangelnben guten Wilen an;ufeben
unb biefem Jienj bie .orm \0ß nade,er;ieren ;u
geben. !ine fold 'uffafung rürbe ben fetlifd)n
aruntgebanfen bes Sciefens ebenforoenig gered)t roie
ben
fie baraus ergebenben er;ieherifden Jorberungen.
Uangelnter
guter 'ire liegt niemals bei fd)ledten
Sd)ie
fleijungen tor, aud nid)t beroufte tad)liffigfeit.
:n
rieroeit mand)mal leid)tfinn anwnehmen ij, läft
fe ein�utig burd ben fel)rer faum flarjelen. !s
fönnen bödfens bis ;u einem gewifen Qrabe lüc�
fdlüfe aus
bem llarafter bes Sd)Uten ge;ogen werben.
!ie
'usbilbung
im Sdiegen feUt an ben lebrer
gan; befonbere 'nforberungen. :m lorbergrunbe feht
bas 'erfänbnis für bie ligenart ber tenfd)en unb ihre
lebanblung. !ann mug er bie "ielen �leinleiten unb
lleinigfeiten bes 'usbilbungsfotes "on belerrfden
unb in ber Jage fein, fie ben Scüler in leidt "erfänb•
Iider jorm ;u "ermitteln. :m Qegenfat ;u anberen
!ienf;weigen muß bie Sd)iegausbilbung f o r u b i g
w i e m ö g I i d) gel)anbbabt werben. !as feUt an bie
Qebulb unb Un"erbrofenleit ber Jel)rer bobe 'nfor•
berungen. Sehr wünfd), enswert if es, ba6 er felbf ein
guter Sd)üte if, um burd) feine eigene Sd)ie»fertig.
feit nad}abmenb unb anfeuernb auf feine 3öglinge ein·
;uwirfen.
jdbbienf unb Qefedtsausbilbung
Wenn hier bie 'usbilbung im jelbbienf auf ilren
folbatifd).er;ieberifd)en linfuß unterfud)t werben foU,
fo if ;unäd)f bie llarfe'ung bes legrites �lelbbienf
notwenbig. lr umfaßt einmal b.ie g'efamte 'ätigfeit
bes Solbaten im Qelänbe, foweit fie fie augerl)alb bes
lampfgefd)ebens abfpielt, alfo ben tarfd)bienf, bie
'ufflärung fowie bie Sid)erungsmaßnabmen in ber
lewegung un� in ber luhe. !en anberen 'eil bes
jelbbienfes bilbet bie lrlernung bes taftifd) unb tec
nifd) rid)tigen 'erl)altens im lampf, ober bie eigent•
lid)e �efed)ts<usbilbung.
!ie lr;iebung ;ur lriegsfertigfeit if ber 3wec bes
jelbbienfes, unb ;war in fo unmittelbarer Weife, wie
es faum bei einem anberen 'Lusbilbungsgebiet ber jaU
if. 'Ue �anblungen - abgefelen 'n reinen Übungs•
]86
märfden - erhalten
ihren Sinn nur -on einem :e·
;og
enfein auf tatfäd)lid torhanb
ene ob
e
r an
genommene
jeinb
einwirfungen. :
n ber <dänbeausbilbung
fo
l
ber
Solbat eine \orjeUu
ng t
O
n
ben widlid)en \erhält•
nifen bes 1\rieges
erhalten, woraus
fie) als ;wingenbe
päba{Ogifd)e jorberUn{
er{ibt, a
le ÜbUn{en fo frit{S•
mäßig wie möglid) ;u gejalten. fbenfo notwenbig ij
es,
bem mann feinerlei fdeid)terungen ;u gejatten,
bie bem <rtnbfat  ber Kriegsmäßigfeit ;uwiberlaufen.
3er lrieg ij bas < e b i e t b e r ' n j r e n g u n g e n
u n b f n t b e l r u n g e n , b e s f e e l i f d e n u n b
f ö r p e r l i d) e n ! e i b e n s. \on biefen 3ujanbs·
bebingungen fönnen bei ber jriebensausbilbung, bei ber
bie nertenerfdüttern�en finwirfungen bes jeuer•
fampfes nid)t barjeUbar finb, nur bie förperlid)en, unb
aud) biefe nur bis ;u einem gewifen <rabe, bem mann
;um ,ewu6tfein gebrad)t werben. 3ie �anbl)abung
bes jdbbienjes entfpridt baher bem <runbfat  ber
fr;iehung ;ur 1\riegsfertirfeit, wenn bie <ewölnung
an 'njrengungen unb !ntbehrungen mit ihm ter.
bunben ij. Sie jäl)len bie Wilensfraft unb heben bas
Selbjtertrauen. 3ie leijungsfähigfeit bes Solbaten
im 1\riege äußert fie aber nid)t nur im reinen fr.
tragen ton 'njrengungen unb fntbehrunren, fonbern
aud in ber jäligfeit, nod nad) ibrer überwinbung
fntfd)Iofenleit, mut, 'apferfeit unb Selbjtätirfeit
;u ,eigen. Wenn aud ber !rfülung biefer jorberung
burd) bie ,efonberbeiten ber jriebensausbilbunr enge
<ren;en ge,ogen finb, fo müfen bod ale fie bietenben
(elegenbeiten lier,u ausgenut  t werben. 3iefem <runb.
gebanfen fommt bie alte Sitte entgegen, baß bie 'ruppe
aud) nad) ben anjrengenbl1en übungen tor bem Weg.
tret
en
nod) einen fur,en jrammen f,er;iermarfd) aus.

l
rt
. Jeber mann wirb fo
ge,wungen,
ale !r·
)87
fd)Cpfungserfd)einungen burd fd)ärfies feeiifd)es unb
förperlid)es 3ufammenreifen nieber;u;wingen.
:
m
l\rieg bilben l e i b u n g e n u n b 0 & e r •
r a
f d) u n
g e n bie
1egel. Jie . �olge lier\on i{ bie
fntielung \On Sd)recen unb ber 'usbrud \On pa.
nifen, burd) bie ber 'ire ;um i  iberianbe gelähmt
wirb, unb überiür;te unb falfd)e mafnaf)men getrofen
werben. Jie 'adteile, bie hiertrd ent{ehen, finb
um fo gröfer, je weniger bie 'ruppe feelifd) unb för·
perlid auf bas rintreten fold)r leibungen unb Ober•
rafdungen \orbereitet ii. �at ber Solbat bagegen nur
einmal im Srieben etwas ba\on erlebt, was ihn im
1\riege in 'erwunbtrung, 'ufregung unb Sd)recen
\erfett, fo ii er fdon halb bamit \ertraut unb baber
biefen freignifen gegenüber innerlid) befer gewappnet.
'is erie fr;iehungsforberung ergibt fie) hiermit, ben
Solbaten überhaupt auf bas mafenlafte 'uftreten \On
:eibungen unb Oberrafd)ungen im frn{faUe l)in;u.
weifen unb ibm auferbem flar;umad}en, baf jeber 1\rieg
geroöl)nlid gan; n e u e f r f d e i n u n g s f o r m e n
3 ti t i g t , b i e f i d) n i d t \ o r a u s f e b e n I a f f e n
u n b b a b e r a u d n i d)t \ O r g e übt w e r b e n
fönnen. ileif er biefe 'atfad)en,. fo {eUt er fie) bereits
gei{ig auf fie ein unb ii innerlid) nid)t fo un\orbe·
reitet, wnn er ihnen plötfid) gegenüberielt. 'ufer•
bem muf er aber <degenl)eit erhalten, fie praftifd
mit ilnen ab;ufnben. Jas fann nur auf bem 'ege
ber Obung gefd)eben. �ierbei barf freil id) nid)t über.
feben werben, baf ber frfat, ben bie ,�riebensübungen
für bie 'erhältnife bes 1\rieges bieten, immer nur
fd)wad fein fann. Um fo mel)r i{ es P�id)t, möglid)\
un\orbergefebene Sd)roierigfeiten abfid)tlid) ;u fdafen,
um ibre Oberroinbung ;um Qegenianb ber Obung ;u
mad)en. Jie 'usbilbung barf alfo nid)t nur unter bem
JSS
(ebanlcn bcr 0rbnung unb 1egd fehen, fonber muj
aud
ber t
otw
cnbigfeit 1ed)nung
tragen,
Unorbnung
unb
1egeUofigfeit
in ben fr;iebung
s"org
ang ein;u•
fdalten.
Wenben wir uns ;unäd)j bem
'eil bes �lelbtienjes
aujerlalb ber eigentlid
en
\
efe
dtsausbilbung ;u. 'n
er
fer Stele haben wir oben b e n t a r f d b i e n j
genannt, bem befonbere erjiel)
erif
de figenfd)aften inne•
1Obnen. �ereits bie \orbereitung ;um tnarfd) fd)neibet
infofern in bas leben bes Solbaten ein, als er "eran•
laßt wirb, feinem rriebleben �mmungen entgegen;u,
fe
ten. Um förperlid toß leijungsfäbig ;u fein, barf er
fe feinen gefd)led)tliden ober alfololifd)en 'usfdwei·
fungen bingeben. mit biefem 3wang ;ur Sdbjbeberr·
fdung ij ein weiterer ;u 0rbnung unb Sauberfeit "er•
bunben. !er Solbat lat nämlid) am 'age "or bem
lusmarfd feine �efleibungs. unb 'usrüjungsjüce
tabellos in 0rbnung ;u bringen. �ier;u i\ er nid}t nur
aus jurd}t tor bif;iplinaren tad)teilen, bie bas 'uf•
faßen wegen mangdnber Sauberfeit mit fie bringt,
gnötigt, fonbern aud} in feinem eigenen förperHd)en
:nterefe. fr felbj lat ;u leiben, wenn ber 'ornijer
fdledt gepact ij, ber 9tablhdm nid)t orbentlid) fitt
ober bie Stiefel infolge unfad}gemäper lebanblung
brücen.
Somit ent(ält bereits bie \orbereitung ;um tarfd
dne 'n;abl ton fr;iebungstatfad)en. 'eitere treten
bei ber 3urd)fübrung bes tarj"d)es (in;u
. �ier ij
jeber tnann ge;roungen, bie gegebenen \orfd)riften für
'bjänbt, Seitenrid)tung, \orbermann, bie tarfd)ge.
f
doinbigfeit unb bas 'ustreten genau ;u beadten.
tiemanb barf ohne (rlaubnis feinen plat terlafen
ober
;ur
ücbleiben. !ie
'Cusführung bes tarfd)es er•
bält bamit bie lebeutung einer länger bauernben (e
J89
lorfamsübung. 3ur übeninbung ber großen 2niren­
gungen,
bie weite
Uärfde terurfaden, reid}t aber bie
im
(eborfam
fe ausbrücenbe paffi'e Seelenhaltung
nidt
aus.
!rforberlid ii tidmelr bie 2lufbietung
aftit geridteter Wilensfräfte, bie ber Solbat fdbi·
tätig mit bem 3iel einfet en muß, burc;ubalten unb
nict
"
fclapp ;u mad)n
"
. 3ie färffen �riebfebern für
bie !ntwiclung biefes Wilens finb bas perfönlide
!brgefüll unb ber iinjut bes lorpsgeifes. 3as le­
wußtfein, baß bie (emeinfdaft ber Kameraben jebes
2lusfaUen als einen Uafel an bem 2nfelen bes �rup­
pen'erbanbes empfnbet, wirft bemmenb auf bie tei·
gung bes dn;elnen ein, ben 2lnwanblungen ton Sdwäd)e
nac;ugeben.
3ie !igentümlidfeit bes marfdbienfes betebt alfo
barin, baj ein unb biefelbe �ätigfeit bie beiben inner•
Iid entgegengefet;ten pole berWelrmadter;iebung um•
fd)Iiejt: 2luf ber einen Seite bient bie 2lufred)terbal•
tung ber marfd;ud)t ber 3if;ipiinfdulung, auf ber
anberen terlangt bie 3urcfülrung bes uarfces rüc·
fictslofe Wilensbärte gegen fie felbt unb ein gefei•
gertes perf önl ic)fdtsbewuftf ein.
?er er;ieberifc)e !injug bes uarfdes wirft aud
nad feiner leenbigung fort. ?er tölig 'erfc)madtete
mann barf aus gefu®l)eitlid)en (rünben jet;t fein
Wafer trinfen, obwohl er am Iiebfen einen gan;en
1rug binuntertür3en würbe. !benfo ii es ilm unter•
fagt, bie Jenfer unb �üren ber Stuben auf3ureijen,
um im fübien 3ugwinbe !rfrifd)ung ;u fuden. 'Lud
lier wirb er planmäjig ;ur Selbjbe(errfdung ge.
;roungen.
?er 2 u f f I ä r u n g s b i e n j enthält wefentrid an.
bere !r;iehungsmomente als ber utarfdbienf. :n
förpedider �infidt renbet e fid
an bas lluge unb
eehör bes mannes als bie 0rgane, bie ber Walrneb­
mung bes jein�es oienen.
�iermit
wäre aber an fie
nod)
nid)ts getlonnen, wenn oer
Solbat nid)t aud}
in ocr
Jage ij, feine frfunoungsergebnife
rid)tig aus;uwer­
ten uno fie in unmi6ter{änblid)er
Weife feinem "or­
gefeften ;u übermitteln. !ies beoingt oie Sd)ulung
feiner Urteilsfraft, feines frinnerungstermögens unb
feiner ' usbrucsweife. !ie ü
bung lierin
biloet einen
werttoUen le{anbteil aUer Späbtruppaufgaben.
!ie 2tufflärung, bie fie auf oiefe crunblage
be­
fd)ränft, würbe jeood immer nod) unbefriebigenb
bleiben, benn nod feblt bas Wid)tigje, nämlid ter
Wagemut, oie Unternef)mungsluj, lijige 2tusnufung
bts (elänbes utt terfdlagene 'äufd)ung bes aegners.
!ie fr;iehung ;u wagemutigem unt unternehmungs­
lujigem �anodn bereitet bei oen jriebensübungen, bei
benen bie 2lngj wr 'ot uno aefangenfd)aft wegfäUt,
naturgemä6 feine Sdwierigfeiten. !ie ein;ige �em.
mungserfdeinung, tie auftritt, ij oie Sd)eu, ourd
falfd)es �anbeln auf;ufaUen unt bafür getatelt ;u
werben. !ie lr;iehung arbeitet bier nad ridtigen
aefidtspunften, wenn ber mann angehalten wirb, tiefe
Sd)eu ourd beru6te "erantwortungsfreutigfeit ;u
überwinoen.
fin er;iel)erifd wieter etwas anteres aepräge bat
oie 2usbiloung im Si d) e r u n g s t i e n i, oefen
�auptinhalt oie "orpo{en unb aefedtstorpo{en be·
trift. 3as bejimmenbe fr;ichungsmerfmal lierbei ij
bie 'lufmerffamfeit, oie in toUer Sd)ärfe trot aUcr
torbcrgegangenen 'lnjrengungcn unt olne 1ücfid)t
auf
bie Unbiloen ter Witterung terlangt wirb. �ant
in �anb geht l)iermit tie 'lner;iebung oes aefülls für
"erantwortlid)feit. !er Solbat mu6 ton ber Wie•
t
igfeit feiner 2lufgabt als 'räger ter Siderung tief
'9J
burdbrungen
fein
, benn uon ibm bängt bie luhe unb
9idtrl)eit ber hinter ihm Hegenben �ruppe ab. aegen•
über fein�
liden
Oberrafd}ungen barf er nid)t bie 'er.
tcn
'Crliercn. fr lat in folccn jiUcn falt&Iütig un�
entfcIof
en im
Sinne ber für ihn gegebenen &cfonberen
1lnor�nungen ;u {an�cln. 3as fann er aber nict turd
t{eorctifcc Unterweifung, fonbcrn nur burd praftifd
Übungen lernen.
nun ;u bem ;weiten �auptge&iet bes jdbbienies,
ber e i g e n t l i d) e n a e f e c t s a u s & i l b u n g. �ier
iebt im Uittelpunft ber gefamtcn fr;iel)ungstätigfcit
bie aies anbere überfdattenbe jorberung nad) rüc·
fid)tslofer �apferfeit, bie aus ber 9el&\inbigfeit bes
3enfens crwid)l unb in ber Sclbitätigfcit bes �an•
bdns ihren &efonberen 'usbruc fnbet.
3en prüfiein, o& bic fr;iel)ung ;ur �apferfeit nad
rictigen arunbfäten erfolgt ii, rann nur ber Krieg
bilben. 'orausfetung &ld&t immer bas 'orbanbenfein
eines roirflid)en aegners unb bie Je&ensgefal)r. 3as
bele fr;iebungsmittel ;ur �apferfeit bc\e{t bei ber
aefedtsausbilbung in ber fntwiclung bes 'ngrifs­
geiies. 3er 1lngrifsgeii fenn;eid)net fie als eine
liuferung bes überlegenl)citsgefübls. fr fd)reibt btm
<cgner bas aefet bes �anbelns tor unb i\ bie arunb­
bebingung für ben Sieg. lefanntlid} fanb ber 'n·
grifsgei\ &ei unferer ,,riebensausbilbung ton jeher
eine "or;üglid)e p�egejätte. 3ie unwiberjehlid)c 'n·
grijsfraft unferer �ruppen im Weltfriege bat ben le.
weis für bie lictigPeit unferer 'usbilbungsgrunbfäte
erbrad)t. :br {aben wir es ;u banfen, ba6 bie beutf�
�eimat tOn ben 9d)recen bes l\rieges terfdont ge.
blieben i\. :en 'ngrifsgeijl weitcrl)in auf bas forg•
fältig\e ;u p�cgen, wirb babcr bie tornebm\e fr•
�iebungsaufgabe bei ber aefed)tsaus&ilbung bleiben.
J
9
1
;d ber jeuerwirfung ber I,eutigen tafdinenrafen
barf unter Qr;iehung ;um 2ngrifsgeij nidt
ein blin•
bes
3rauflosjürme
n, bas nur ;um fideren
Untergang
führen würbe, terjanbe
n werben.
3er 2ngrif
fülrt
nur
;um Qrfolg, wenn jeber Sd}üte
fdmiegfam
bas
(dänbe ausnutt, mit l
ij unb
Uerfd)lagenheit ane
tittd ;ur 'äufd}ng bet jeinbes
anroenbet unb in
genauer übereinjimmung mit ber
jeuerunterjütung
ber fdweren Wafen unb ber 2rtinerie lanbtlt. 2us
biefen notwenbigfeiten ergeben fe bie praftifden lr·
;id)ungsaufgaben.
3ie jorberung nad) fdbjänbig benfenben unb felbj•
tätig hanbdnben Sdten bilbete bereits tor bem Welt•
friege bie <runblage ber Qefed)tsausbilbung. rine
befonbere 2etonung erfuhr ber Qebanfe ber Sdbjän•
bigfeit bei ber 2bgabe bes Sdütenfeuers. 3as alte
r,er;ierreglement fagte hier;u: "�ört bie jeuertet•
teilung auf, fo foR jeber tann fdbjänbig 3iel unb
Uifier wählen. Um bas fdbjänbige �anbeln ;u roecen1
mUfen bie leute an \efedtsterbältnife, in benen bie
jeuerlcitung fehlt, gewölnt werben."
3ie Wid}tigfeit biefer Qrunbfäte hatte fd im
Wdtfriege tOf berälrt. rs if baher nur folgeridtig,
wenn angefidts ber in;t�ifdn weiter fortgefdrittenen
2ufloderung ber 1efedtsformen bie alten jorberungen
eine nod fdärfere jafung erhalten laben. Sie gipfeln
in bem el)eren Sat ber 'l.\.:.: "überaß mu� in Selb·
fänbigfeit bie gan;e geijige unb förperlide 1raft aus
g
elöj werben." 3u bem b)namifcenflement bes 1riege&
paßt nur bas �anbeln. paffites 3ulben wiberfpridt
bem
Sinn bes Kampfes. 3aber fagen unfere Uor•
f
dr
iften mit 2edt,
ba6 entfd)Iofenes �anbdn ba&
er{e
lrforbernis im l{riege ij. 3er altbefannte Sat
wirb ewig feine 1ültigfeit belalten:
"
rin jeber, ber
ll � 1t t I d t e t, lt01e�ung
J9J
b
ö
dfe jübrer
wie �er jüngfe Soi�at, mug fe fets
beru1t fein, �ag Unterlafen unb terfäumnis il)n fdr�
rer belafen
als je
llgreifen in ber Wabl ber mittel."
jür �ie Webrmadter;iebung fin� bamit einbeutige
unb
einfade
lidtlinien gegeben. Ulan mü6te annehmen,
�ag bas lr3iebungs;iel ebenfo einfad unb leidt ;u er­
rei�n wäre. 3em if je�od feinesmega fo. �ei feinem
anberen 3ienf;roeig flafen ibeorie unb pra,is fo
weit auseinanber wie gera�e bei ber<efedtsausbilbung.
ton
biefer iatfade fann man fie leidt burd �en
'Uugenfdein über;eugen. man beadte einmal bie jungen
lefruten in ben erfen iagen ber <elänbeausbilbung.
3a berrfdt grö1te Unbefangenheit unb Jebhaftigfeit.
3er gefunbe Ulenfden"erfanb trift oft mit über­
rafdenber Sdneligfeit unb frifder Siderleit bie rie.
tige Jöfung. 'lmällid änbert fie bas �ilb. :n immer
färferem mage maden fie 1ing,llidfeit, 3urüchal­
tung unb Ulangel an Selbftätigfeit bemerfbar. Später
fnbet man immer rieber bei ben <efedten bie nei.
gung ber mannfdaften, auf lefell ;u warten unb
beim 'usbleiben eines folden in Untätigfeit ;u "t•
barren. terlältnismä1ig feiten wirb bas überlegte
lin;elfeuer angerenbet ober gar bas jeuer felbfänbig
eröfnet. ton überfalartigem Sdnelfdug, felbftäti.
gem, bliJfdnelem terfdroinben unb 2luftauden an
Stelen, bie ber aegner nidt "ermutet, wirb nidt ge.
nügenb <ebraud gemadt. 3ie !eute bleiben meifens
in ber jeuerfelung liegen, in bie fie ber jübrer g�
bradt bat unb "eränbern ilre Stelung nur auf lefebl
.
lilnlid if es bei ben I. m.a .• Sdü1en. Wann madt
robl ber Sdü�e ' freiwilig ben unbequemen Stei.
lungsmedfel aus ber lrfenntnis heraus, ba1 im �in.
blic auf bie feinblide jeuerrirfung ein längeres ter .
bltiben in feiner bisherigen Stelung unmöglid feh
194
._ -
ür
biefen ofenfidtliden ma
ng
d bes �tiehungs­
erfolg
es bei b
·
er
<efed)tsausbilbung gibt es eine gan;e
leil)C
'On Urfad)cn,
bie, teils im
Wefen bes folbatifd)en
prin;ips liegenb, un"erinberlid finb; teils mUfen fie
jebod
aud) als jolge u n ; u r c i
d e n b e r f i n f i d t
i n
b a s b e f o n b e r e e r ; i e h c r i f d e 'e r f ab­
r e n , bas bie figcnart bes <cfed)tsbienjes nun einmal
"erlangt, be;eid)net werben. 3ur erjen
<ruppe ber
Urfaden gehört bie �atfad)e, baß ber junge Solbat
wn Wod)e ;u Wod)e mel)r in ben <efamtrafmen ber
militirifd)cn 3ihiplin hineintväd)j. 3er feelifde lin· ­
fdmcl;ungs"organg in bieQemeinfamfeitsfeele bes \er•
banbes, bie innere 'npafung an befen Sitten fowie bie
fdarfe Qewö()nung an <cl)orfam bei aßen bienjlid)en
unb augerbienjlid)en <elcgenbeitcn - aßcs bas wirft
feinen Sd)atten aud auf bas \erhalten bes Sd)üt  en
im <efedt. is ij alfo ein natürlit)er lorgang, ba1
bie an fd notwenbige Unterbrücung unb 2efd)nei­
bung bes perfönlid}feitsbewuutfeins als . �olge ber in­
neren Solbatwerbung fie beim <efed)tsbienj ungünjig
auswirft.
fine weitereUrfade fommt bin;u, fe liegt im 'efen
ber <efedtsausbilbung fclbj begrtinbet. �rotbem beren
Ieitenber <efid)tspunft bie lr;ie()ung ;ur Selbjänbig­
feit unb Selbjtätigfeit ij, fo enthält fe bod aud nod
eine entgegengefett geridtete er;icl)erifd}e 'ufgabe.
�as <efed)t fd)reibt gan; bejimmte .. �ormen für ben
'ngrif unb bie lerteibigung fowie eine große 3ahl
uon arunbfäten für bie jeuertätigfeit, bas 3ufammen.
tirfen 'On jeuer unb 2ewegung unb bie tednifde
�anbhabung ber 'afen 'Or. 'ße biefe �ätigfeiten
f
a
Den unter bie algemeinen legrife ber <efed)ts.
bif
3iplin unb be
r
_euer;ud)t. 'ufgabe ber 'usbilbung
ij es nun ebenfals, ben Solbaten in ben <runtfät  en
18"
19f
ber Iefedtsbif;iplin unb ber ,ieuer;u�t ;u fduien,
alfo in einer iätigfeit
,
bie gleid)btbeutenb mit einer
(eborfamsubung i(. 3e� Solbat fdbj mirb aud 'on
fie aus bemüht fein, ale für bas (efedt gegebenen
formal
en
'orfdriften unb(runbfä�e treu unb gewifen•
�aft ;u befolgen. 3er Wile bes febrers, ben Solbaten
;um Cbjeft ber (efedtsbif;iplin ;u mad)en, fieft bem•
nad mit befen
Wilen, es ;u werben, ;ufammen. 3ag
biefe Wilensüberein(immung aber auf Ko(en btr
Sdbjtätigfeit gebt, ij obne wetteres einieuctenb.
fs ergtbt fe alfo, baf bie praftifd (efed)tsaus­
bilbung bureaus nidt ein ein()eitlid)eS er;id)erifdes
aan;es bilbet, wie es anfangs ben 'lnfd)ein batte, fon•
bern 'idmel)r bie (egenfä�lidfeit, bie rir als figen·
tümlid)feit ber Solbatener;iel)ung fennengelernt baben,
aud in ibr ;um 'lusbruc fommt. 3ie (genfä�e
pralen bier fogar mit befon�erer Sdärfe aufeinanber,
wegen ber Unbebingtl)eit ber beiben entgegenjebenben
,iorberungen, einerfeite bie perfönlid)feit bes Solbaten
auf bas löd)je ;u entwiceln, anbererfeits fie als irä·
ger unbebingten (eborfams rieberum fd)arf ein;u .
fdränfcn.
3iefe in btr tatur ber 3inge Iiegenben Urfaden für
bie un;ureidenbe frfülung ber jorberung nad) Selbf·
tätigfeit unb Sdbjänbigfeit ber Sdü�en im aefedt
wrben ergän;t burd) ein läu�g ;u beobadtenbes fd)lcr•
baftes fr;iebungs'erfa(ren. 'ln erjer Stele jebt bier
tie '  rt unferer �efpredungen ber Übungen, benen ;u
felr bie negati'en Seiten ber "1ritif" anl)aften. man
fnbet immer wieber, baf ber lebrer 'on 'orn(erein
jebe löfung einer 'lufgabe f ü r f a l f d e r f { ä r t ,
b i e n i d t g e n a u f o a u s g e f ü b r t wirb, wie er
f i e f i d g e b a d) t lat. U1d(ens wirb ber Sd)iiier
aud gar nid)t nad bem arunle feines �anlelns ge•
fragt. <Nt wirb aud auf
Oberfeinerungen
unb Klei•
nigf
eiten ein ;u groger Wert gelegt, bie für
ben frn\•
fal &ebeutungslos finb, aber ba;u beitragen, bem
mann
bie Ju\ unb Jiebe ;u
nehmen. fine Jolge biefes \er•
fabrens ij ber &efannt
e
6
a
l: "W
ie
man's mad)t, mad)t
man's falfd." 3urd
bas bauernb
e
nörgeln unb �abdn
terliert ber mann bas 3utrauen ;u fid felb{, aus
jurdt ungün{ig auf;ufaUen, t
er;i
d)tet er lieber auf
jebes felbjänbige �anbeln. 'us biefer gei{igen fin·
{eUung ij bann bas für bie <efed)tstätigfeit fo gan3
unangebrad)te
W
er ent{anben: ":d) tue nur bas, was
befohlen wirb."
3iefer ofenbare jeller im fr;ielungsterfabren
fann unb muß befeitigt werben. �ei ber �efpredung
müfen nid)t nur bie jehler aufge3äblt unb getabdt
werben, fonber aud bas ridtige \erhalten erwähnt
unb belobt werben. nur bie "1ritif" bat ibren 3n. ,ec
erfült, bie Iehrreid i{ unt gteidjeitig ben Solbaten
;u neuen �aten anfpornt. 0runbfätIid befrage ber
\orgejet te ben mann, was er fid bei feiner �anb·
lungeweife gebadt l)at, betor er eine tabelnbe l�ritif
beginnt. !benfo mul je�er felb{änbige !ntfdIug feiner
felb\ wegen belobt werben, aud wenn er tieiieid)t ge.
rabe nid)t mit ber löfung bes leitenben übereinjimmt .
.ie �efpred)ungen im Qelinbe werben am bejen äbn•
Ud wie bie beim Sport abgel)alten, bei benen es feinem
\orgefelten einfalen wirb, bas Setb{tertrauen ;u
untergraben unb bie jreube an ber Sad)e ;u ter·
brben. :eber Sportlehrer felt bei feinen 3öglingen
ohne weiteres bas Streben nad erl)öhtem 1önnen tOr•
aus
unb i{ bemüht, burd pofitite 1ritif eine Jei{ungs.
f
eige
rung ;u erjielen.
fin
anberer !r;iehungsfe
b
ler, ber bei ber Qdinbe·
ausbi
lbung oft gemadt
wirb, liegt in einem übertriebe·
J97
nen rinüben ber formalen Seiten bes <efedtstienfes.
!as if jum l
eifpid �er ._�aU, wenn ältere ieute tie
verfdiebe
nen

rten
ber geöfneten <rbnung rein for•
mal im <dänbc olne Kücfid)t auf bic lobenbefdafen­
leit ober eine .�einbannahme üben. �ierbei lernt ber
mann nid) ts neues, weil biefes Stofgebiet bereits in
ben cr\cn Wodn feiner Kefrutenausbilbung e,er;icr•
mä)ig burd)genommen wurbe. !r wirb nur abgefumpft
unb gleidgüitig. 'luferbcm wirb er planmägig ;u einer
tidtbcadtung bes <dänbes unt ;u falfden 'orfel•
Iungen er;ogen.
!as übertriebene Kleben am jormalen erflärt fie
baraus, bag es viel leidter ;um <egenfanb ber iehr•
tätigfeit ;u mad)n it als eine friegsmä!igc Sdulung
im Kahmen von <efedtsaufgabtn. �icr;u it neben
wirflidcr leherrfdung bcs Stofes unb groger praf•
tifder !rfahrung vor alem fdöpftrifd plantafie
mit f[arem taftifdcn Urteil notwenbig. !s hanbdt
fd alfo um eine er;icfcrifde 'ufgabe, an ber tt en•
fdn von geringer lilbungstufe unb ungefdultem
<eit leidt fdeitern.
fine weitere Urfad für ben tangd an felbtän.
bigem �anbeln liegt fdlieflid in btn .efonterleitet
ber jriebensausbilbung. !er tann wirb als Nefrut
in ber !in;elausbilbung ;war oft vor !ntfdlufauf�
gaben aler 'lrt getelt. tad 'lbfdluf ber Xefruten•
ausbilbung fat er in ber bann beginnenben 'erbanbs
ausbiibung fo gut wie feine <degenleit mehr, feU).
Oänbig ;u benfen unb ;u hanbdn. �m 'orbergrunbe
Oel)t für ihn burdus bie let.1tigung bes <chorfams,
bie fid in bem rid}tigen 'erhalten im Kahmen bes <c•
fcdtsauftragcs auf <runb bcr gegebenen lcfel>le feiner
jübrer äufcrt. Solte e� - wie im !rntfale - von
J
98
fd aus ungefragt mit "orfdlägen über bie löfung be�
<efedtsauftrages an feinen Q
rupp
en
fülrer heran•
treten, fo fann er
einer f
d
ar
fen 3uredtroeifung fider
fein. :n �er �at if es aud fehr fd)
wierig,
hie
r bas
lid)tige ;u fn�en. l
ä
f
t man �em <run�faf ber 6elb\·
tätigfeit ;utiel Spielraum,
fo befe{t
bie <efabr, ba�
wr jebem
lefebl erf lange lebatten entfe{en. ler
tann mürbe lierburd) leid)t an ber Unbebingtbeit ber
gegebenen lefe{le unb ihre
r
'usführung irre werben.
ls würbe eine "erwäferung ber lifjiplin eintreten,
bie fie in ber SdIadt, tnn es ums leben geht, bitter
rädn würbe.
'lus bitfern <runbe if es notwenbig, an ber jorbe•
rung nad fd)ärffer lif;iplin im "erbanbsgefedt bei
ber jricöcnsausbilbung fcf;u{alten unb bie bamit ter•
bunbenen tadteile für bie lr;iehung ;ur Sdbftätit•
feit in Kauf ;u nehmen. licfe tadteile lafen fd
trofbem no bebeutenb berabminbern
,
wenn bie tOt'•
iehenb erwähnten !r;iehungsfehler termieben unb
4ugcrbcm währenb ber "erbanbsausbilbung immce
wieber folde �Lufgabcn aus bem Qebiet ber !in;elaus.
bilbung eingcfreut werben, bie ben 6düten in bcr
Sclbfänbigfeit bcs lcnfens unb ber Selbfttätigfeit
fmulen. lie !r;iebung im <efcdt wirb ber tcfens.
4rt bicfes lienf;weigs am befen gered)t, wenn es gc.
Ungt, ben Solbaten gleidfam mit einem fportliden
:nterefe an ben Übungen ;u erfülen. las Kenn;eiden
bes Sports if bas 'uffidnelmcn wn 'lnfrengungen
als freiwi ige tanblung. Wirb bies aud bei ber <e•
fedtsaus&ilbung erreidt, fo werben wir uns über �u
geringe geifige unb förerlide Uitar&eit ber Sd)üt  cn
nidt }u bcflagen brauden.
J99
Wafenrüfung unb Wafenausbilbung
.
3ie
!rofartige !ntticlung ter Tednif lat auf tem
Qebiet tc
s
1ricgswefens ;u einer tlarfen termebrung
un� terwffommnung ter jeuerroafen fowie ;ur !in•
führung ;a
llreider neuer Kampfmittel für 7lngrif,
'erteibigung, nadridten· unt terbintungstienf ge·
fiihrt. 3ie jrage ber Kriegsrüfung i\ in ter heutigen
3eit "On gerabe;u entfddbenber Widtigfeit, nidt nur
für bie äußere, fonb�rn aud tie innere Kampffraft bes
�eeres geworben. 3as l cwuftfdn einer überlegenen
�usrü\ung an Wafen unb Kriegsgerät "rmag bas
Selb\"ertrauen un� ben utut einer iruppe fo ;u
\ärfen, baf lierburd fogar eine an fie "Orbanbene
moralifde Unterlegenleit bis ;u einem getuifen ara�e
ausgegliden werben fann. 'nbrerfeits erfdüttert bie
tinfidt, gegen eine überlegene lriegsriifung trof aller
tapferfeit nidts lntfdeibenbes mehr ausridten ;u
fönnen, ben Kampfwilen fdb\ ber befen Truppe.
3as beutfde �eer bot hierfür im leftcn ieil bes
Wdtfrieges ein tragifdes l eifpid. 3amals \anb ber
"etfiegenben Kriegswirtfdaft Ieutfdlanbt unb feiner
terbünbeten bit überwältigenbe inbufrieft lnadtent.
faltung ber gan;en Welt gegenüber, bte ttd) an ber
Kampffront als erbrücenbe übermadt bes Kriegs•
materials äuferte. ls war �aler nur ein natürlider
Uorgang, baf fie bie trfenntnis "on ber immer
fdnefer unb gröfer werbenben Uerfdiebung bes Kräfte•
"erbältnifes ;u unferen Ungun\en nadteilig auf ba:
feelifde Wiberjanbs"ermögen ber Truppe auswirfte.
Um fo gröfer bleibt ber �ul)m bes beutfden
�eeres für
ane 3eiten, baf es trof biefer ungeleuren moralijr)en
:elafung tapfer bis ;um 6d)luf fämpfte unb bei l e
100
en
�igung br jein�feligfeiten in �ufammenhängenbe
t:
' bwebrfront foga
r nod tief in
.. �einbeslan�
(an�.
Ungead)tet befen
mut es trofbem
als eine
�er tlid).
tigfen Lehren bes Wd
tfrieges
be;eic
net
werben, bat
bei bem leutigen Stanbe ber
�ednif ein Krieg ol)
ne
baa '
orbanbenfein ober bie �erfelungsm<glicreit
uon Wafen un� Rriegsgerät in annä
l)trnb gicid)ent
Umfange, wie es beim Oegner ber jal i\, mit lusfid)t
auf eine fiegreid}e �eenbigung nidt
geführt werben
fann.
jür bie Wehrmad)ter;iehung i\ biefe
latfade
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'"'"!"'�·
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+vv+·+Þ=¬
bes Solbaten für bas Wefen unb bie Wirffarfeit �er
\erfdiebenen "afen ;u fdwlen. !r mut außerbtm "on
ber notwenbigfeit e i n e r i e t s � e i t g e m ä 9 e n
K r i e g s r ü i u n g als ber Orunblage für bie Sid)er.
ltit bes "aterlanbes Uber;eugt werben. �ier greift
bie .f r;id)ung über ben tigentlid)en folbatifd)en 2ah·
men hina1ts, ba fie fie} gleid};eitig an ben mann als
Staatsbürger wnbet. 3ie tad)haltigfeit biefer welr•
politifcen !r;iebung barf fie) aud nict nur auf bie
3ien(;eit befd)ränfen, fonbern foU auf ben ausgefdie,
benen Solbaten für fein gan;es !eben nad)wirfen. "enn
baa gelingt, i\ für ben Oebanfen ber lanbes"ertcibi·
tunt äu"ert fructbare 'rbeit tdeilet. 3enn bie über•
ÆW ª ª`¯ Ý º ª * ¹
;eugung "on ben notwenbigfeiten ber gro{en fnan.
;ieUen <pfer, bie nun einmal jebe Kriegsrü(ung mit
fie} bringt, bilbd bie "orausfefung für ben "ilen,
biefe <pfer aud) wirflid) auf;ubringen. 3a6 ter !rfolg
biefer !r;ielungstätigfeit um fo größer i\, je mehr
wehrfähige tänner tie Sd)ule bes �eeres burd)Iaufen,
bebarf weiter feines Wortes.
:ei hodgerü(eten �eeren hat es bie Wehrmact·
er;iebung leid)t, burd !rläuterung ber Stärfe ber ,e.
10J
rafnung unb 'fusrüjung bes �eeres in �em Solbaten
ein <efühl 'On Sid}erheit unb 1raftberouftfdn ;u er•
;eugcn, bas bem :amvf• unb Siegesroiien mädtige
2ntriebe gibt. 2efon�ers günjig für biefes an;u•
jreben�e
fr;iebungs;itl ij es, wenn ber Sol�at hierbei
nod
erfa
lren fann, baf bie lüjung feinMider tad•
bar\1aaten geringer unb ihre lriegsin�ujrie weniger
leijungsfäbi
g ij.
:n ben fd)roäderen unb fdIed)ter gerüjeten �eeren
fann bie jrage ber Wafenrüjung nid)t als pofiti'
rirfen�es fr;iebungsmittel in lednung gejelt wer�
ben. Um ;u 'trlin�ern, baf burd) bas tnifuerbältnis
ber 7räfte l\leinmut unb 'er;agtheit um fd greifen1
wirb fe fd nad) vfrd)ologifd)en 'usbilfen umfe()en
müfen. Sie fnbet biefe in bem Otbiet bes <eiiigen
uni Sedifd)tn. fs fommt barauf an, in ber materiel
unterlegenen �ruppe burd) planmäfige Stärfung ber
moralifd)en lräfte bas Cfübl bes böd)jen friegeri·
fd)en figenwerres ;u errcen. Sie muf ;u ber 'or•
ielung er;ogen werten, baf fie burd ihre geiiige unb
förperlid Stärfe alein fdon bem <egner überlegen
ii. 'atürlid) barf feinesfals eine lierburd) leidt ein
tretenbe Unterfd)ät  ung ber l; beutung bes 7riegs.
materials geiattet werben. jerer muf bie fr;iebung
bafür forgen, baj ber 3uianb ber Unterlegenleit nidt
als unabänberlid)e, ben lampfwile leid)t läbmenbe
�atfade bingenommen wirb. 3er Solbat muf jebe
aufge;wungene lefdränfung ber lütlung mit lobern.
bem 3orn wie eine perfönlid)e unerträglid) Sdmad
unb Sdanbe empfnben, für beren 2efeitigung e
r
feine
gan;e Perfon ein;ufet en gewilt ii. jür bie fr;iehung
lanbelt Cl fi alfo bei biefem �un um bie 'anblung
einer reinen paffi'en Seelenhaltung mit ilren grojen
<efabren für ben Kampfwert bts �eeree in eine aur
lOl
bas lödfe ge\eigerte, gefühlsbetonte Wifens&iltmng,
w
ie fie �er auf -an�eln eingelelten figenart �es
eor�aten entfpridt.
' rot aler �iefer erjieberifdn 3ielfet; ungen i\ für
bie Kriegsfertigfeit
�es �eeres aber
olne �ie praftifde
leberrfdung �er vielen Kriegswerf;euge wenig
ge­
wonnen. 2ud �ie belen Wafen verlieren ibren Sinn,
wenn niemanb ba i\,
�er befäbigt i
t, fie ;u bebienen.
3amit tritt �ie Wafenau&bilbung in ben lereid ber
Webrmadter;ielung.
3as tierbd ein;ufd;lagenbe lilbungsverfalren mu�
berücfidtigen, bag es fie bei ber Wafenausbiibunn
um ;rd verfdiebene 3inge banbelt, nämlid einmal
um bie t e d n i f d e 2 e b e r r f d u n g ber Wafe
unb bann um ibre t a f t i f d e \ e r w e n b u n g im
afedt.
3ie (runblage bilbet bie tenifd Wafenbelerr·
fdung. :lr 3iel if, ben mann brilmägig fo ;u fdulen,
bag er ale �anbgrife obne 3enftätigfeit rein medad
ni)d ausfübrt. tur wenn er ba;u in ber lage if, wirb
er in ber SIadt mit ibrer ungeleuren tervenbean­
fprudung feine Wafe mit �er nötigen Siderbeit ver.
renben, fo baB er feine gan;e l!ufmerffamfeit auf bas
taftifd �anbdn ;u ridten vermag.
lei ber Wafenausbi!bung lanbelt es fd) um bm
bilbnerifden \organg ber formalen Wieberbolung unb
<eroölnung, ber gleid;eitig - wie bas r,er;ierm -
eine <eborfamsübung if unb bamit br 3if;iplin·
fdulung bient.
3ie !rfenntnis ber jortfdritte, bie ber Sdüler in
ber :ebienung ber Wafe an fid felbf walrnimmt,
feigert feine luf, ft immer weiter ;u vetolfo
mm

nen. 3ie !r;iebung barf in biefen inneren fntwic·
Iungswrgang nidt burd fafd magnalmen, wie un-
angtbradte
Sdärfe
o�r 'erlefen�en �abel, lemmenb
eingreifen. �benfo
wie beim Sdieß�ieni muß ber
Jebrer
bier mit
Qebulb un� jreunblidfeit auf bie
jebler
eimt
efen.
Wecung bes llrgei3es, Job unb
·
'us;eid
nu

g fnb. bie wirffamfen U1ittel, um bas
�erlangen nad Jdfungsjeigerung an3uregen. 3wang
un� Strafen finb nur ·geredtfertigt, wenn ber mann
ofentfdtlid feinen guten Wilen ;eigt, was inbcfen
eine fdtene 'usnabme fein bürfte.
tatüdid lat bie praftifdt \,afenausbinng aud
eine geifige Seite, bie 'on ber lr;ielung 'erlangt,
bem Sdüler nidt nur lau unb �erwenbung ber Wafe
;u erflären, fonber aud ibn 'On ibrer Wirffarfeit
3U über;eugen. 3as (eftere gefdielt burd praftifd
'orführung burd ben Jebrer, perfönlid �rfabrungen,
bie ber 3ögling mit ilrer �erwenbung madt unb burd
Kennenlernen ber Wirfung. 3er leitenbe <ebanfe muß
hierbei immer fein, bem Solbaten 'oles \ertrauen in
bie Jeifungsfäl)igfeit feiner Wafe an3uer;ie(en, um
hierburd feinen Wilen, fe im Kampfe ein3ufefen, 3u
förber.
l  ewr 3ur praftifden 'erwenbung ber Wafe über .
gegangen werben fann, müfen bem Solbaten bie 1uf•
gaben ber Wafe im Xabmen bes Kampfes fowie bie
�ednif ibres !infafes flargemadt werben.
3ie praftifden übungen tragen bei jeber Wafe ent .•
fpreenb ilrer !igenart 'erfdiebenes <epräge. ,-oi.
genbe gereinfame Sorberungen lafen fid jebod tros.
bem für bie Kampftätigfeit fämtlider Wafengattungen
aufjelen:
J. �aftifd ridtige �erwenbung ber Wafe im Sinne
ilrer befonberen 'ufgabe im <efedt.
1. �ednifd ridtiger �infas ber Wafe, wie er in
ben 'usbilbungs'orfddften angeorbnet if.
204
J, Sd&iänbige �nufung ber Wafe beim felbi·
tätigen �anbeln im �bm
en bes
l; efebls ;ur
3urdfübrung bes lampfaurtrages.
4· überrafdung, �äufdung, ü&erli�en bes <egners.
�ier;u i� notroen
big
: Oberfaßarti
ge jeuereröt·
nung, wirffamie
jeuer;ufammen
fafung bort, wo
ber entfdibenbe
'lngrif gefülrt
rirb, �traus.
Iocen falfder mafnabmen bes jeinbes. Wenbige
Cdänbeausnufung, um bie lampfmittel
fo nabe
rie möglid an ben jeinb (eran;ubringen, ge.
fdicte jeueruerteilung, bliffdneßer 3ielwe
fe
L
3ie gewifenbafte �anbba&ung ber Uate im lampr
�eßt an bie torai bes Solbaten befonbers lobc 'ln·
forberungen. mitten lineinge�eßt in bie 3one be&
�obes, oft nur auf
f
e
felbi angewiefen, muf er bie
unerfdütterlid Wißensfraft aufbringen, mit feiner
Wafe ben jeinb nieber;u;wingen. l; ei ber jriebens•
er;ielung fönnen biefe 6dwierigfeiten, roie bereits im
'lbfd)nitt über ben <efedtsbien� ausgeführt, nidt bar,
geießt werben. 3ie tr;iebung bat ilre '  ufgabe er.
fUßt, wnn fit tleoretifd ben Solbaten mit ber furt·
baren �eruenbelaiung in ber 9dladt befannt madt
unb ibn fo roenig�ens urfanbesmä6ig barauf uor•
bereitet, unb wenn fie ben medanifd-tednifcen 3riß
in ber �anbbabung ber 'afe bi& ;ur i)Öd)ftn 'oi­
enbung treibt.
3ur Wafenausbiibung gelört aud bie ridtige l; e.
banblung unb p�ege ber Wafe. \om ,licpunft ber
tr;ielung aus lanbelt es fi
e
bierbei um bie jörberung
ber Cewifenbaftigfeit unb p�idttreue, im witeren
Sinne alfo wieberum um bie <ewölnung an 3if;iplin.
te muf ange�bt werben, ben Solbaten babin ;u
brin
gen, baf er au& innerer
über;eugung feine
Wafe
freiwilig fets
im befen
3ufante bat. lr if ridtig
angeleitet,
wenn er weiß, baß es �ierbei nidt nur um
bie perfönlide
Selbferbaltung im lriegsfale gebt,
fonber
-or alem um einen !l)renfanbpunft, ber fd
aus ben "p�idten1 ergibt.
3ie �eitausbilbung
:n unferem 3eitalter ber fortfdreitenben tnotori .
ferng if bie jrage beredtigt, ob ber Neitausbiltung
no eine unmittelbare lebeutung für bie Kriegsfertig•
feit ;ufommt, ober ob in ibr nur ein tnittd ;ur lln·
er;iebung gewifer folbatifd·männlider arunbeigen•
fdaften ;u erblieen if. �ie !inge liegen fo, baß ber
totor in ber Kriegfülrung nO lange nidt bas pferb
"trbrängt bat unb bei ber nlafe ber :ampftruppen
'Orausfidtlid aud nidt fobalb "trbrängen wirb. 3ie
fidre leberrfdung bes Pferbes burd ben Reiter if
bamit ein unmittelbarer Uefens;ug ber Kriegsfertig•
feit g-eblieben. jreilid fennt bas mobere cefet bei
ber Reiterei nidt mebr ben Kampf großer gefdIofener
!inleiten ;u pferbe. 3ie fdladtentfdeibenben lttacen
gebören enbgültig ber tergangenbeit an. 3ie leittr•
wafe bat fid in ilrer Kampfesweife ;ur :nfanterie
abgewanbelt, 'On ber ft fd nur burd ibre größere
leweglidfeit unb Sdneßigfeit unterfdeibet.
3ie Neitausbilbung befdränft fie aber nidt nur auf
bie Xa"alerie, fonbern fie if aud für bie terwen•
bungsfäl)igfeit ber übrigen 'afen, foweit es fie nidt
um 'Ölig motoriferte terbänbe banbelt, 'On ent•
fdeibenber Widtigfeit. So . finb bei ber llrtilerie
bie jübrer bis berab ;um aefdüt fül)rer beritten,
aefdüt; e unb jabr;euge werben \0m Sattel gefabren.
�ei ber :nfanterie i1 bas Pferb
für bie
Cft;iere bis
l06
:um 1ompaniedef abro�rts unentbebrlid, barüber bin�
aus fin� bei ben fdro
eren
'afen, bie ;um grofen ieil
ebenfalls tom Sattel gefalren werben, auc noc tie
3ug. unb (erebrfübrer beritten
. man fiel)t alfo, baf
bie lriegsbereitfdaft bes �eeres,
insbefontere für ben
.ewegungsfrieg, in grofem U
mfange
tOn bem 9tanbe
ber Neitausbilbung ablängig i\1.
3er tr;iebungstorgang beim leiten e r l) ä [ t
f e i n e b e f o n �e r e t i g e n a r t b u r d b e n Um
­
( a n b , bag er es nidt mit e i n e m , fonbern : w ei
f r i e b u lt g s o b j e f t e n ;u tun bat, nämlid m i t
l e i t e r unb P f e r t. 2dbe (el)en in einem gegen•
feitigen �ilfsterbältnis, bas :ur trreidung bes rr�
;iebungs;roeces aus;unuten if. 'uf bie praftifce 'us.
bilbung übertragen, beift bas, ber 'lnfänger gehört im
leiten auf ein gut burdgerittenes Pferb, bas bie ;u
erlerenben �ilfen bereits terfebt unb wilig auf fe
eingelt. 'lnbererfeits fann ein roles Pferb nur ton
einem burdgebilbeten Neiter er;ogen werben, benn nur
wer bie ridtige �ilfe ;u geben ter\lebt, fann bas 'er•
(änbnis �s pferbes für il)ren Sinn errecen unb burc
<ewölnung an fie bie .creitriligfeit bes iieres ;um
<eborfam erreiden. :f bie 'lusbilbung ton Neiter
unb Pferb fo weit torgefdritten, baf fie ben tien(lid)cn
2nforberungcn genügt, fo banbelt es fie für bie fr·
�iebungoarum, oas idcrte ourd übung 3ü erweitern
unb ;u tertiefen ober bie Jeifungsfähigfeit burd' fort•
gefette Steigerung ber 'lnforberungen ;u erlöhen.
'efentlid für bie 'lrt bes tr;iehungsterfahrens if
e, baf ber junge Neiter ebenfo rie bas pferb ton
�aufe aus meif wilig fnb. 3iefer gute 'ile wirb
am fiderien erhalten, wenn ber Jehrer es terjebt,
bie
!uf unb liebe ;um Neitcn an3uregen unb bas 'er

"änbnis für bM Pfcrb aus;ubilben.
lr muj fid ferner befonbers eingttenb mit ber fdn
oft erroäbnten aegenfä�lidfeit ber folbatifden rr�
;ie�ung auseinanberfe�en, ben mann auf ber einen
Seite
;um <egenja
nb bebingungslofen Ieborfams ;u
er;iel)en
, ihn
gleid;eitig aber aud ;u einer felbjänbig
benfe
nben unb banbelnben perfönlidfeit ;u mad)n.
3iefe beiben notwenbigfeiten bilben bei ber 2eitaus­
bilbung ein un;ertrennb4'res <an;es, weil ber SdUler
nid) t nur bas unmittdbare Werf;eug bes ae�orfams
ij, fonber ;ugleid feine Wilens. unb terjanbesfräfte
einfe�en muj, um biefen <et,orfam tOn feinem pferbe
;u erlangen. ts banbelt fid hier alfo um ben päb•
agogifd merfwürbigen 3ujanb, baß ber SdUier feinen
perfönliden <ehorfam bur bas mittel bes pferbes
ausbrüdt.
!ie !r;iebung ;um <eborfam bs mannes erjredt
fie-äbnlid wie beim !,er;ieren - auf bie fofortige,
unbebingte unb roiberfprudslofe 'usfübrung ber be.
fo{lenen 'norbnungen bes Neitlebrers. Sie fommt am
flarjen bei bem ' bteilungsreiten ;um 'lusbrud, bei
bem als <eborfamsfd)ulung nod bie lefolgung aler
für bas Reiten in ber &ln gegebenen torfdriften bin•
;ufommt.
!er aUgemeine 2egrif bes Reiters als einer felb·
fänbig benfenben unb lanbelnben perfönlidfeit um•
fdließt eine gan;e ln;ahl tOn befonberen tigenfdaften
bes ter\lanbes unb tOr alem bes Qtarafters, beren
rntroiclung unmittelbarer 3wec bes er;ieherifdn
iuns fein muß.
ln er\ler Stele jeht tier, gleidfam als <runblage
für ales anbere, bie � e r j e l l u n g b e s \ e r •
t r a u e n s ;u bem eigenen Können
unb bem bes
pferbes. !as erj mittel ;ur Qewinnung bes ter­
trauens ij bas <efü{l ber Siderbeit. 3unädj muj ber
108
eüler baber einmal QIeidgewidt
sgefübi auf bem
pferbe erlalten unb bann tor aß
mäblid)
immer fd)we•
rert 'ufgaben gejel
t werben. Ias l  enmftfein bes
fortfdreitenben eigenen K
önnen
s förbert !fbrgei; unb
9d)neib.
aegen biefen arnbfat wirb tr\o6en, wenn btt
'nfänger ;u �ätigfeiten ge;wungen wirb, benen er
nidt gewadfen ii. �ier;u gehört ; :. bas �inburd­
jagen bes pferbes gleid) ;u '!nfang burd ben Spru
n
rr,
garten. 3er mann wirb burd eine terartige febler•
fafte lebanMung nidt ;u Siderbeit unb Sdbjter•
tt(ütn, fontem 3ü Unfdjedjeit uno 1ng1lidftit er•
;ogen. 3ie fr;ielung bereitet fid) bierburd felb\ bie
grö»ten 9d)tvierigfeiten, weil fit bie wn ilr er)eugten
pfydologifden �ad)teile wieber befeitigen mu6, ·wo•
�urd ;u minbefens unnötige 3eit tedorengebt. 'ud
�ie 'usbiibung bs Pferbes leibet unter biefem unfac.
gemäßen 'erfal)ren.
tin nidt minber großer 'erjoß gegen bie ir·
;iebungsnotwenbigfeit ;u Siderheit unb 'ertrauen ij
bas übermäßige Sdreien unb bas 'ußerfidgeraten bes
Jelrers bei jebr l\Ieinigfeit. 3er tnann terliert hier•
burd neben bem Selbjtertrauen aud Ieidt bie !uf
unb liebe ;um leiten. tod} fd}limmer ij es, wenn
mange! an 2cberrfd)ung ben lebrer ;u einer tOr•
fd)riftswibrigen 'nrnbung ber langen l;al)npeitfde
"erfübrt. !ie Urfade für bas beim leiter leidt ein·
tretenbe er;ieberifd unrid)tige "erlaiten bes !ebrers
erflärt fid baraus, baß eine befohlene �ilfe ober 'n·
orbnung infolge mangdnben l\önnens bes Sdülers fie)
nidt fofort auf bas pferb überträgt unb baber Ieidt
wie Ungelorfam ober radIäffigfeit erfd}eint. 1
er
.
t.rft wirb bicfer iinbruc nod, �nn ber Solbat in
ber
lufregung ben 2efel)l nidt rid
)tig terjanben �ec
14 'lt r i d t er, lraic�una
l09
be Jehrer fe unflar ausgebrüdt Iat. Jann fommt
ber Jebrer leidt in bie terfucung, böfen Wilen ober
mangelnbes :nterefe \oraus;ufeten.
3it leitausbiHng wirb ridtig gebanblabt, wenn
in ber , a b n b i e g r ö tH m ö g l i d e l u b e
b e r r f d t unb ber 1eitlelrer mit <ebulb unb jreunb­
lidfeit auf bie jebier eingebt, babei iets ton bem
Stanbpunft ausgelenb, ba� ber Süler beien Uif .
lens ii.
Jie tr;iebung bes leiters ;u felbiänbigtm lenfen
unb �anbeln gefdiebt in ber tin;elausbilbung. Jie
1eittorfdrift "erlangt, bat jeber tnann aelegenbeit
haben fol, fein Pftrb täglid felb\änbig ;u arbeiten.
�ier ridtet fd bie tr;iebung an ben terianb bes
leiters, ber ;u überlegen lat, was er burdnel)men wiR,
wie er ee üben mut, unb weld) 'lufgaben er feinem
P
ferbe ;umuten fann. �anb in �anb liermit gebt bie
Sdulung bes Wilens bes tnannes, weil er ge;wungen
if, unbebingten <elorfam ton feinem Pferbe ;u \t­
langen. Jie .eberrfdung bes Pferbes ii nidt benfbar
ohne gegenfeitige 'erfänbigung ;wifden utenfd unb
'ier. Jie mittel bier;u finb .ob. unb Strafe, bie ber
leiter ridtig ;u terteilen leren mut. lei ber tin;d·
ausbilbung bes 1eiters lanbelt es fie alfo um etmas
grunblegenb anberes als bei ber infanteriiifdn tin�ef�
ausbilbung im t�er;ieren, bie uom pfydlogifd}en
llicpunft aus nur eine lif;ipl infdule barjelt.
Unter ben l  egrif bes leiters als felbjänbig ben•
,fenber unb banbelnbe
r
perfönlidfeit fält aud bie !r·
;iebung 3U utut unb fdneljer fntfdlußfraft. fine
befonbers gute mutfd) ule if bas e" r i n g e n. ts if
Ne torausfet; ung für bas :agbreiten in unbefanntem
aelänbe, bas als bas tornebm{e reiterlid)e fr;ielungs•
mit. td ;ur lriegsfertigfeit an;ufeben i{. 3a fets jott
unb brei( brtmflos geritten werben mug, llerben Me
feelifd)tn unb förperliden tigenfdaften, bie ber Krieg
verlangt, befonbers gut ausgebilbet. lie Oberwinlng
ber �inbernife erfortert 0ewanbtb
eit unb
Sd)neib.
=ei ber Sd)neßigfeit,
mit be
r
geritten
wirb, ent(ehen
bäufg fdwierige lagen, bie ;u langen
forgfamen fr·
wägungen feine 3eit lafen, fonber blitartige tnt.
fdlütle verlangen.
ler er;ieherifd)e Wert bes : a g b r e i t e n s if
gan; auferorbentlid groü. las =ewuutfein ber eigenen
lei(ung gibt bem Selb("ertrauen unb tut färf\
e
' ntriebe unb förbert mädtig ben thrgei;, ber für bas
Streben nad weiterer reiterlider lerloßfommnung
be(immenb ;u fein ppegt. �ier;u fommt, bap ba�
:agbreiten ber tr(altng tn luf unb liebe am
leiten befonbers bienlid i(. lie leitwrfd}rift fpridt
�her wieterholt lOn bem :agblergnügen. 3iefer �in•
weis i( für bie llnlage ber 'agben lom er;ieberifden
Stanbpunft aus fehr beadtlid •
. las lergnügen wenbet fie in bas 0egenteil, wenn
bie 'lnforberungen bie leifungsfä(igfeit wn tann
unb Pferb trot be(en Wilens unb aßen Sd)neibs ein·
wantfrei übertrefen. lenn führt bas =ewuptfein, ber
'lufgabe nidt gewad)fen ;u fein, Ieid)t ;u tinber.
wertigfeitsgefüblen, bie bem Wolen fowie' ber jreub
am :eiten abträglid finb unb baburd ;u einem
leifungsrücgang führen.
Unter ben tr;iehungsmittdn ;ur gei(igen unb för·
perliden Kriegsfertigfeit im lalmen ber 1eitausbil·
bung lerbienen b i e l a u e r r i t t e nod) befonberer
trwälnung. Sie lerlangen lOn bem :eiter gröpte
�ärte gegen fe felb\, täblen bie Wißensfraft unb
leben bas Selbi'ertrauen. lie leit'orfdrift
wei
t
1
4
"
barauf lin, bat ber leiter
ge�wungen if, feine mubfg.
feit nid)t
nur ;u feinem perfönliden tuten, fonbern
aud ;u bem
bes pferbes mit alet Kraft �u befämpfett.
ffin
müber leiter belafet bas Pferb in erl)öbtem
tafe. 3aber
fd)ont er bie 1räfte feines 'ieres, wenn
er fi
d
} wad erhält, unb überträgt gleideitig feine
Wilensfraft auf bas pferb. 3urd biefe totwenbig•
feit ber lräftefdonung bes pfcrbes . fowie bie !r·
fülung aler fon{igen '!ufgaben fommt ben 3auer•
ritte fdlie�lid nod bie :ebeutung eines ir�iebungs•
mittels �ur p�idttreue �u.
'!ngefidts ber Sd}ierigfeit bes er�iebrifdcn �an•
btlns fowie bes Umfanbes, bat bem Können bes feb•
rr als .cifpiel unb torbilb bödje lebeutung jU•
fommt, i\ feine perfönlidfeit für ben lrfolg ober
migerfolg bts mit ber leitausbilbung \erbunbenen
ir;ielungs;tvedes gerabe�u entfd)eibenb. nur wenn es
gelingt, reiterliden !brgei; unb reiterlides Selbfter•
trauen fowie !uj unb fiebe für ben leitbicnj �u
rden unb ;u förbtrn, wirb, nad ben Worten ber Keit•
torfd?rift, ber Geij großge;ogen, ier im Kriege ien
# rfolg \erbürgt.
3ie fportlide 2usbilbung
3r Sport als '!usbilbungs;wcig i\ nidt Selb\•
;roed, fonbern ein mittel ;ur lrlangung ber lriegs
fertigfeit. lr bient ber lrtiid)tigung bes Körpers uno
bamit br irböbung ber folbatifd)tn !eijungsfäbig<
feit. !as 3id ber 2!usbilbung if
bas lrreiden ber
perfönliden �öd)jlei\ungen jebes tannes im Kalmen
feiner '!nlagen unb ber für ben Sport ttrfügbaren 3eit.
'uf·er auf bie förperlide fntwiclun9 wirft bie
fportlid .etäti9ung
nod
) auf bie Wil!ensbiibun9 bes
Solbaten unb auf fd
n
(
em
iitsleben ein
.
!r foU ;u
9dhjvertrauen, fntid
lu
g
fäligfei
t Utlb llngrifsfrr•
bigfeit er;o9en werben. ne
ben b
iefer mög!id)feit ber
perfönlid)feitsbilbung
umfa
f
t ber
Sport aber aud Qe.
biete, bie ben ein3elnen ;ur Unterorbnung
;wingen unb
bamit ber 3if3iplinfd}ulu
ng bienen
. Sade ber !ebrer
i\ es, ben Edroerpunft bei ber 2usbiibung je nad 2e.
barf melr nadJ ber Seite ber perfönridfeitsentwiclun9
ober ber (el)orfamser;icbung ;u verlagern.
rine roeitere t i g e n a r t t e s 8 v o r t e s be{e�;t
in ber !rjiebung ;ur 1 a m e r a b f d) a f t unb 3um
0 e mei n f d) a f t s g e i f. 3iefe <efühle" rerben
burd 'ustragun9 von meijerjd)aften innerhalb br
'ruppenteile ober von mannfdaftsroettfämpfen h·
(onbers 9eförbert. 3as Qefübl ber terantwortung für
ben eigenen terbanb vertieft ben :orpsgeij unb bebt
ben Siegeswilen jebes ein;elnen.
Jür jeben, ber fid ernjbaft auf einen \ettfampf
wr&ereitet, l)at ber Sport infofern nod) eine er;iebe·
rifde 2ebeutung, als er ;ur ri n f d) r ä n f u n 9
v o n ' l f o b o I • u nb i a b a f g e n u 1 fowie 9 e •
f d I e d t l i d e r 3 u r ü d b a l t u n g jttingt. 3a
biefe Sorberungen nur mit �ilfe bes Wilens erfült
werben fönnen, if lier ber Sport ein Utittd ;ur 2H�
bung ber Wiienstlärfe.
!ntlält ber Sport fomit in weitejem Umfange le�
iantteile ber allgemeinen folbatifden !r;tebung, fo
müfen anbererfeits bod a u d) f e i n e < r e n ; e n
f ü r b i e f o l b a t i f d) e 2 i l b u n g erfannt werben.
tine fportbegeifinte 3eit tediert licr leidt ben rie·
tigen mau\ab für ben wirflid}n !rjiebungswert bes
Sportes. Sal
es bod in ber �ruppe in ben erfen
:al)ren nad bem
Kriege mandmal fo aus, als ob ber
Sport fie
auf
l
ofen ber militärifden llusbilbungg,
gebiete ;um Selbf;wec erbeben woUte.
3ie Oberwertung bes Sportes als eines lr;ieoungs­
mittels für ben Solbaten berubt auf ;wei pf�dolo­
gifd)en jeblerquenen. lei ber erfen ban�elt es fie um
eine un;utrefenbe teraUgemeinerung �er bei einer
fportliden �anblung eines menfden ;utage treteoben
'ilensbefrebungen. So if ;. l. �ie lnnaome irrig,
bat ein tann, ber bei einem Wettlauf fic mit auf­
faleober lnergie bis ;um Jetten einfett, biefdbe lin­
fatbereitfdft aud auf alen an�eren 0ebieten ;eigen
würbe. 3erfelbe tann if uieleidt ängflic beim
leiten, ober er uer;agt leidt ur ber Jöfung einer
geifigen llufgabe. 3ie WiUensäuterungen bes ten•
fden finb eben in ben ein;elnen Utigfeitsbereiden uer­
fdieben, weil fie abbängig finb wn ber befonberen
teranlagung unb ber Juf ;ur Sae. irotbem mUfen
aber ale tnöglidfeiten, bie WiUensfäde ;u feigern,
ausgenutt werben. 3enn jebe burd übung er;ielte
Steigerung bes Wilens eines tenfden, mag fe nad
:noalt unb 3iel nod fo begren;t fein, fraolt irgenbwie
auf feinen �larafter ;urüc. ton biefem llicpunft
aus mu� ber folbatifde lr;ieler ben Sport als li(.
bungsmittel bes Wilens, ber linfatbereitfdaft unb
bes mutes werten unb finnuoU in ben Qefamtrabmen
ber lusbilbung einfügen.
3er anbere jeNer, ber ;u einer falfden torfeUung
uon ber lebeutung bes Sportes für bie folbatifde Qr.
;iebung fül)rt, liegt in e n e m t e r f e n n e n b e r
Un t e r f d i e b e ; w i f d e n
b e m Sp o r t u n b
b e m So l b a t e n t ur a l s g e i f i g e r j o r m.
Solbatentur (eigt 3urücfrelen ber perf on binter be
Sade bis ;ur 6dbjaufgabe.
Qs i\ immer 'ien\ an
einem aujerperfönliden
ibec
len �öc\roert unb \ebt
unter bem unerbitt
liden
Q
e
j
et
bes "Ju mu�t", auc,
lVenn bu nid)t roil\
unb ni
d}
t
fann\. 'lnbers ii es beim
Sport, abgefeben tieUeic)t
ton ber
Sonbererfdeinung
bcr mannfdaftswet
tfämpfc.
:
m
mittdpunft bts
Sportes \ebt bie eigene pcrfon, ;u beren 'lusbilbung
unb VerwUfommnung bic gcfamtc
fportlid �(
tätigung bient. 'ie fcdifden 'lntriebsfräftc finb alfo
in ber �auptfade :d\rebungcn unb bäufg pcrfön·
Iidts <dtüngsbebirfnis. :m <egenfai 3um Soloatm
fn bem Sportler bic aren;en feiner finfatbereit­
fdaft ftlbf überlafen. Qr bört auf, wenn er nidt mcbr
wi  ober nid)t melr fann. !ine überan\rcngung gebt
gegen ben Sinn ber Sade, ber ja auf bie Kräftigung
ler Qefunbbeit gcridtet if.
'lus biefem arunbe fann ber Sport niemals bic fo!•
· batifde llusbilbung erfeten, weil er feiner natur nad
im .etten etwas gan; anbcres i\. So fommt es benn
aud, baß ber reine Sportsmann fie in feinem inneren
Uefen ton bem Solbaten merflid unterfdeibet. �ei
ibm if bas :derougtfein \arf entroicelt. 'al)er i\ er
gegen lritif feiner /ci\ung läujg emppnblid. Wenn
er fe benadteiligt glaubt ober aus irgenbeinem Qrunbc
terärgert i\, muj er mit \aden �emmungen in feinem
:nner fämpfen. 'ie frafen militärifden jormcn
emppnbet er leidt als läjigen 3roang.
!ie Unterfdiebe ;wifd)en ber gei\igen �a[tung bes
Solbatentums unb bes Sportes wirfen fic aud auf
bem förperlidn aebiet aus. !as 3iel bes Sports•
manncs itl br geloderte, losgelatTene 1örper mit bem
eigentümlidn weid)en aang, wäbrcnb ber Solbat wn
jeler fraf, ;ufammengerifen mit fat ecigen lewe•
gungen auftritt.
�ier fd)eint fid nun eine unüberwinbride Sd)wierig•
feit für ben Solbatener3id)er aufjutun. 'a, fat bat es
ben l!nfd)ein, als ob ber erfe ieil biefes 'fd}nittes,
in bem bie bem Sport innewobnenben �efanbteile ter
folbatifden !r;ie!)ung umrifen wurben, ;u biefen ltt•
ten 'usfübnmgen in einem unlösbaren 'iberfprud
tebt.
!in 'iberfprud it in ber iat "orbanben. !r liegt
alerbings mehr auf erfenntnistbeoretifd}em <ebiet bei
ber 2trad}tung ber Probleme "Sport" unb 11Solbaten�
tum" in ihrer letten grunbfätlid}en Wefenheit. :n
ter wirfliden fr;ielungsarbeit fönnen bie tbeoretifd}en
Unterfd)iebe ausgegliden unb mit ben praftifden le.
bürfnifen ro[l in überein11immung gebradt werben,
wenn fe ber lebrer barüber flar it, ba6 er bie Sol•
baten nid)t ;u Sportsleuten er;ie[en foi, fonbem ba�
aus bem weiten <ebiete bes Sports nur biejenigen
übungs;weige lerausgegrifen werben müfen, bie für
bie !r;iebung unb ?urdbilbung bes Solbaten ;ur
lriegsfertigfeit geeignet unb notwenbig finb.
�s [anbdt le alfo um eine b e r u 6 t e : e •
f d r ä n f u n g b e s 9 t o f f e s mit bem 3wed, ben
Sport nur fotleit als l  r;iebungsmittei ;u benuten,
tu i e e r b e m f o I b a t i f d e n K ö n n e n bient. 3ies
fül)rt ;u einer le"or;ugung aler berjenigen übungen,
bie für ben Kampf eine lebeutung haben. �ier3u ge.
hört in erjer linie laufen, Springen unb 'erfen,
übungsgegeniänbe, bie bie förperlid}e <runblage
für
bie Kampftednif bilben. 3ie burd} biefe Übungen er•
;ielte Kräftigung bes 1\örpers wirft fid) nid}t nur in
phyfifd)tm, fonbern aud in geijigem Sinne
infofern
aus, als bas 2ewu�tfein erböbter Kraft bem mute
förlerlid i.
�iefe mittelbare t
u
t
fdulung
muß burd) bie UM•
mittdb1re ergän;t
werben. �as wirb burd fo!d)e
Obungen erreid)t, bie in b
m
Scüler
ein 1lngfge
füb[
lerwrrufen, ;u beien t
ieterfämpfun
g er ge;wungen
if. jür biefe
lr;iebungsaufgabe finb
folgenbe übungen
befonbers geeignet: 1lm lec lol)e �oce, 'enbe unt
jlanfe; am 2arren: überfdlag; am pferb:
jreifprung,
<rätfde; am 1afen: jreifprung; an ber �inbernis·
bahn: �ieffprung an ber l)ol)en 'anb; 9drimmen:
Sprünge vom 3•lneter.�rett; �ojen. Uefentlid f
ür
bie mutfd)ulung if eine aUmäblide Steigerung ber
Leifungen. line überforberung n,ürbe nidt ;u einer
�ebung, fonber ;u einer 9d)wädung bes Sdbf'et•
trauen& fülren unb bamit bem lr;iebungswerf abträg.
Iid fein. 3ie mutfd)ulung wirb unterfü1t tmrd
mannfdaftsjpiele. :e l)ärter biefe fmb, um fo mehr
er;ieben fie ;u 1ampfgei\ unb ;ur Unterorbnung bes
ein;dnen unter bas gereinfame 3iel, ;u 1lusbauer un�
1amerabfdaft. :m Sinne ber folbatifd)tn 1luffafunt
liegt es ferner, ba� bie t1utübungen 'On jetem ein·
;einen pfidtmä�ig ;u forter finb. 3ie fdarfe 2e·
tonung biefes Stanbpunftes if notwenbig, um ben
Sport auf bie geiiige �altung ber unbebingten pjidt•
erfüUung bes SoUlatentums ein;ufellen.
Wenn fomit bie jorberung bes 3wanges bei bem
folbatifden Sport als lr;iebungsmittel grunbfä1Iid
erboben werben muß, fo tvirb feine 1lnwenbung in ber
pra,is feine grofe loUe fpielen. :eber gefunbe junge
menfd bringt in ber Segel für ten Sport grofe luf
unb Jiebe mit. 3aber beruht bas Qebeimnis bes lr·
jiebungserfolges bei bem Sport wie bei alen anberen
117
3ienf;reig-n barin, ben guten Wilen bes utannes ;u
förber. :n faum einem anberen �ien(;weig if ber
uann ton fe aus fo bereit, 'lnfrengungen frehuilig
auf fd)
;u nel
)men wie beim Sport. ler 3roang wir�
bafer nur benjenigen rnigen gegenüber notroenbi!, bie
aus �equemlidfeit, <leidgültigfeit ober innerer 'b
neigung gegen ben Sport fie nidt bie nötige tüfe
geben.
3um 'efen bes Sportes g e I ö r t j r i f d e u n b
j r ö b I i d f e i t. �ierauf bat ber Aebrer bei ber
�an�labung bes3ienfes befonbere Küdfidt ;u nehmen.
:n biefer ligentümlid)feit liegt nid)t ;um geringfen
�eil bie pfrdologifde 2ebeutung bes Sports im Kai)•
men ber folbatifden Qefamtausbilbung. lr if als eine
wobltutnbe lrgän;ung ;u ben rein folbatifden 3ienf•
;weigen an;ufeben, bie in ibrer weitaus Überragenben
3afl eine erft unb frenge jorm aufreifen. 3u�
biefen 'lusgleid wirb eine 2lbfumpfung bet utannes
uermieben. lr bleibt burd bie 2lbwcdflung feiner Qe
mütsbeein�ufungen feelifd aufnabmcbereit unb in·
folgebefen aud für bie lrfüßung ber folbatifden
p�idten befer befäbigt.
jrifde unb jröblidfeit fann nur erbalten rrben1
wenn ber lebrer jebe linfettigfeit im Sport termeib't.
Sie fübrt ;ur lrmübung unb nimmt bie Juf an ber
Sad, abgefefen baton, ba6 fe bie förperlide 2lus•
bilbung in eine falfd Kidtung brängt. :nfolge feiner
'ielfeitigfeit gefattet ber Sport aud in fur;er 3ei�
bie grö6te 2lbwedflung, renn biefem <ebanfen burd
eine ridtige linteilung bet übenben �ruppe Kednung
getragen wirb.
Um anbererfeits jebod wieber burd bie mit bem
Sport uerbunbene 2lufloderung ber äu6eren unb inne.o
1J8
rttt �eftung bes mannes eine nadtcilige 'uswh:fung
im folbatifd)en Sinn
e

u
ttrmeiben, muß ber Jelrer
immer wieber fein lugenmerf auf gute äujere jorm
unb bie 'ufttdterb
altung btr
:if3iplin ridten. :ie
3eit, bie bierauf
ttrwenbet werben
fann, it natürlid
Abängig ton ber 3eit, bie für ben Sport überhaupt
3ur lerfügung getelt werben fann. 'e fMpper
biefe it, um fo melr fann unb muß ft unter 3urlc·
telung bes folbatifden <efidtspunftes für be rti1
9portlid ausgenut t werben.
!ie 3eit, bie für bn Sport übrlaupt übrigbltibt,
i\ abtängig wn ber fänge ber :ienfr�eit. :n einer
fur;en :ient;eit brängt fie bie jüle bee rein folbati•
fden Stofes fo 3Ufammen, baß nur mit mube bie
für ben Sport angemefene 3eit grfunben werben fann.
�rot an biefer Sdwierigftiten muß fe aber aus b
oben gefdilberten ftdifden unb förperliden .ebeu•
tung bes SporteQ für bie folbatifde llusbilbung aus•
gefpart wrben.
:ie terbinbenbe :raft, bie b Sport innewolnt,
fübrt erfalrngsgemäß 3u einem ttreinsmäßigen 3u·
fammenfdluß ber Sporttreibenben. :iefe �atfad er•
fennt aud bie Webrmadt an unb getattet, im <tgtn•
fat ;u ben fontigen <runbfät tn, bie .ilbung w
Sporttereinen.
:ie �ruppenfporttereine fnb ber llusbilbung bes
Sportgebanfens in ber �ruppe förberlid unb beben
bei guter Jeitung unb tabellofem 'uftreten bae 'n·
fehen bes eolbate in ber Qfentlidfeit. :bre Jeitung
tebt unb fält mit ber Jeitung unb btr ,läligfeit, bie
totwenbigfeiten ber !if;iplin mit ben :nterefen bts
Sportes in tinflang 3U bringen. Sinb biefe \oraus.
fttunge erfült, fo {elen fie ein lerbinbungsmittd
lJ9
;wifdn 'd)rmad,t unb 'olf bar, bs bem großen
<ebanfen ber 'olfs1erbunbenl)eit immer wieber neue
'ntriebe gibt.
!as rrjiebungsmittd bes Sportes if nidt einfad
;u banbba
ben
, ba es folbatifce unb bm Solbatentur
cntgegengefefte !lemente umfaft.lerSolbatener�ieber
mu� baler fets genau prüfen, in weld)em Umfange er
ben Sport ber folbatifd)en fr�iebung bienjbar madt,
wie er Übertreibungen unb fd)äblid 'uswirfungen
auf bie mannes;uct 1ermeibet. :f er fie fets biefer
totwenbigfeiten bcwu6t, fo wirb er auf ben Sportbei
feiner lr;iebungsufgabe niemals ltr;idtm mler .
3ie Pfid)ten bes beutfden Solbaten
J, �ie \elrmadt if ber Wafenträger bes beutfde
!
tolfes. Sie fdütt bas !eutfd)e 1eid) unb tater•
lanb, bas im tationa!fo;ialismus geeinte tolf unb
feinen .! ebensraum. !ie Wur;dn ilrer Kraft lie·
gen in einer rubmreid)en tergangenbeit, in beut.
fd)em tolfstum, beutfd)er !rbe unb beutfd)er '  rbeit.
�er tien( in ber 'brmad)t i( ibrenbienf am
beutfd)en tolf.
:. �ie tbre bes Solbaten liegt im bebingungslofen
tinfat feiner Perfon für tolf unb taterlanb bis
;ur <pferng feines .!ebens.
J, töd)(e Solbatentugenb i( ber fämpferifde mut.
tr forbert tärte unb fntfd}lofenleit. jeigleit
ii fc)impflid, 3auber unfolbatifc.
<· <ehorfam i( bie <runblage ber Webrmact, te�·
9olbatifc)es jübrertum berult auf terant�
wortungsfreube, überlegenem Können un� unermüb·
licer jürforge.
r. <roße .!eifungen in Krieg unb jrieben ent(elen
nur in unerfcütterlid)r Kampfgemeinfd)aft wn
jübrer unb 'ruppe.
6, Kampfgemeinfd)aft erforbert Kamerabfdaft. Sie
bewäbrt fid befonbers in lot unb 0efalr.
7· 9elb{bewußt un� bod befdeiben, aurred)t unb treu,
gottesfürdtig unb wal)rbaft, "erfdwiegen un� un.
bejedlid) fol ber �Ibat bem gan3en tolf ein tor�
bilb männri#r lraft fein. �ur �eifungen btr�
tigen 3um 9toi;.
8. �röften !obn unb bödfes �Iüc fnbet ber Solbat
im lewu�tfein freubig erfülter Pßid)t.
lbarafter unb !ei(ung be(immen feinen Weg
unb Uert.
l er I in, ben u. tai J9J4.
Jer Xeidspräfbent:
uon �inbenburg.
!r leidswebrminijer:
u, � l o m b e r g.
9 d rift tu ms1 er; eidtt is
Sdwatio.Qejerbing, :.:
1o
0
f
p�iert�emen, 2erlin J9�r.
menfdcnfenntnis unb menfcenbc�anbiung, mmt •• Uocenbi.
J9
Jt tr. Jr.
joertfd, �: ter beutfce 9olbat, Jeip;i g J934·
2Htri cter, j.: tie feclifdcn 1räfte bcs beutfden 'eercs im
jrie ben unb im Ueltfciege, 2erlin J933.
1riec, !.: menfd)cnformung, Jeip:i g )9n.
1 ri C c 1 !,: nationafpolitifct Qr;it�Uil!, Jcip;i g )!31.
'eiien, <. v. b.: lie Qr;ic�ung ;um 9ol baten, <ra; J93J.
�art nace, U.: naturgren;en geijHger }ilbung, Jeip;i g J9�o.
1 e r f e e nj eine r, $.: <larafterbcgrif unb <larafterer;ie�ung,
Jeip;ig, J919.
'anbbuc ber päbagogif: 'rsg. 'crm. toiI u. Jubw. paUa t,
Jangcnf aisa J 9Z9
.
' a be r, <.: <runb;Uge ber folbatifccn Qr;ielung, Jangenfai;a
J919.
1e·rf ce njei ne r, <.: �leorie ber lilbung, Jtip;i g J918.
9 c m i b t, j.: ! er Uelrmann bes XX. :alr�unberts, lerlin
1918.
leyer, \,: utein 'aterlanb, l  cdin )9Z7.
Sd�nei b e r, :.: Jebenswdsfdt für lcutfd)e, 2erlin J916.
1rof, �.: fr;icfung im 'ecre, Jangenfal;a )916.
ut arce f i ni, <.: iie tr;icfung bes Solbaten CutafcAcrift),
jlorcn; Cieutfc).
ut uf f: jür dne neue mmt ärpibagogif, mmt .• UJodenbi. )913
nr. 6-8.
la r t l, p.: lic QIemente ber tr;iel)Uil!S• unb Unterridts{efre,
Jeip;i g
'
91 J
.
1 lf e n l ans, ' 1.: Qfarafterbilbung, Jtip;i g )91o.
9 e c b e r g: lie geijigen Strömungen im 3dtalter Uiifdms li.,
Uifen unb Uclr J9lO 'eft J.
! r b t, '.: lie beutfce !r:id)ung, jranffurt Cuain) J9lo.
15 ) lttictet, (taielung
Jan;l 'C.: !ie faatsbürgerlide !r;iefung im beutfden 'eer
bisler unb in 3ufunft1
lan)ig 1
919.
�o r n e ff e r 1 f.: 9olbatener;ielung1 l  erfin,münden 1
9
1
8
.
0 s w a I b : n ilemata bes 0fj;ier• unb Unterofj;ierunter•
ridtsl lerlin 1008.
Jelma nn1 1.1 u. u. !jorf f: iienjunterridt bes <fj;iers1
l;erlin 1908.
J e b e ri 1 �.: 3er 0fj;ier als !r;ieler u. tolfsbiltmer1 C3ittau].
'elrfraft burd !r;ielUnf: �rsg. Sd e nce nborf f
I
r. '.1 190).
�enni ngs1 ' u.: iien{untcrridt über 1riegsartifel • . • • 1
2edin 1
9
04.
2lume 1 '. u.: 3ie <runblagen unferer 'efrfraft1 2erlin
189
9.
:nbi-ibualismus unb Sdablone im beutfden �eere. ton einem
alten 0fj3ier1 lerlin 1 B9l
.
C II e d 1 X. u.: über bie fttliden Qrunblagen in ber' lijorifden
fntwiclung ber preugifden 2lrmee1 2erlin 1B7l.
2 e n t 1 e i m 1 j. u.: !ie !r;ielung unb 'Cusbiibung bes preu�i·
· fden 9o[baten1 l erlin 186l.
�i mme rl i d1 j. '.: über bie iapferfeit ober wm mutfe unb
9olbatenjanbe1 l erlin 180�.
3 m g l e de n te r l a g e rfd en
OB€RST DR. rRI€DRICH ÄLTRICHT€R
Jet folo�tifde Sültet
"licfcs lud von �ltridter wil bem folbatifdtn Sü(rtr - unb baa
ift nidt nur bcr <ff3itr, fonbtm jcbtr, btm anbm 3ur �usbilbung,
�r3ie(ung unb Sülrung anvertraut fnb, ba3u ttr(dftn, bit 3ufammtn•
!änge nidt nur gefüllemä@ig, fonbcr aud trftnntnismä@ig 3U cr f afm •
.ebcr junge folbatifde Sü(rer wirb bitfts tlugc Wert mit gro@cm
tutm leftn. u (�amburgn Snm�mblatt)
"lae !ud ift burdaus für bit Pra,ie btfimmt; olt umfinglidt
t(eorttifde !rörttrungen tntwidtlt es an tidm lcifpitltn aus .ritg
unb Sriebm bit praftifdm Solgerungtn, bit fe aus btn tt(ifd1tn unb
päbagogifdcn :orauefttungen für bit folbatifde Sübrung trgcbtn.
So ift widlid tin .anbbud für bm folbatifdcn Sütmr tntfanbcn, in
btm bie ct·3itbtrifden �ufgabtn bee folbatifdm Sübrere tinleudttnb
(
\ifen unb \ebr, �rrlin)
öu bqltben �urd jcbc �ud\n�lung
<er�arö Etalli ng X erlag, 'l�e nburg i.I. I �erli n
.m gle dtn }e rla g e rfd enen
WILH€LM V. DRIGÄLSKI
Jer 'uffieg bes 9anitdtatorps
Jartonirrt a.so ltt. CcnJielnen 4.tolt.
"Jn ftttlnoer Sorm ;tidmtt oae Wtt·r bie lntwillung VOll �tn 'nfängtn
btr trilrunbt tie 3ur <tgmwart. ttr ltftr gewinnt tint tlart tor•
lltUung VOll btr lt\tUtUng bte Eanititeforpe in einem mobtrntn .ritgt •
.aa auegt3tidmttt lud if ttintewtgs nur für btn '  r3t lejimmt. Jm
<tgtntei!, gerabe ber !aie trbält in burdlrg ttrftänb!idrr !arfc!!ung
ein 2i!b vom Werben btr mujrrgültigen Qrganifation, bit ltute btn
verwunbtttn ober tranten Solbaten bttltut."
(Wefilifde .anbte!diUng lott lrbe, lortmunb
DR. TH. SONN€MÄNN
Jie Srau in ber !anbesverteibigung
J�r !i nf at i n b er Jnb ujri e
Jutoniert 4.zo lt . can)
l
tinen &.zo ltt,
"<twi@ ift im tritttn 2tid btr vorntlmft Plat ber Srau bit Samilit.
\enn nun über btn 2aum btr Samilit linaue nod anbm Srautn•
lUfglbtn unb bit Wege 3U i(m töfung aufgt3tigt werben, fo gefdie(t
baa aus btr Ertenntnie ltraue, ba@ baa btutfdt tolt im lampf um
bit tnbgültigt <tjaltung bea nationalfo3ialijifdtn 2tidcs wt�er im
Sritben nod' im lriegt auf bie we1·ttatigc wtlrwirtfdaftlict tlit•
wirtung btr Srau Vtr3idtrn tann. le tommt babtr tintm 2uct (obt
wt(rpolitifd1t 2tbtutung 3u, bae bit flöglicttittn untttfuct unb auf•
3tigt, in btntn te bitSrau bttätigtn fann unb muj." ('ölfifdc
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Ctrlarb Etalli ng lelfRg, <lbenburg i . <./ �erli n

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