ungekurzLer Arukel - Crlglnal erschlenen ln: Schön, M., Schön, S., Lbner, M.

(2014) uas ersLe oñene 8lo-
Schulbuch lm lokus: CesLalLung und nuLzungsmögllchkelLen des ,Schulbuch-C-MaLº.
CompuLer+unLerrlchL, 93/2014, S 32-33
!"#$%&' )*% +,-./$"% 0 12$"%%#34$
!"#$ &'$(& )*&+& ,-)./01234201 -5 6)72$8
9&$(#3(2+: 2+; <2(=2+:$5>:3-017&-(&+ ;&$ !/01234201.?.@#(A
Marun Schön, Sandra Schön und Marun Lbner
1.Einleitung: Der Wunsch nach einem offenen Schulbuch.................................................................1
2.Das Vorhaben „Schulbuch-O-Mat“..................................................................................................1
3.Betrachtungsweisen zur Gestaltung des Schulbuches......................................................................2
4.Gestaltung des Schulbuches.............................................................................................................3
5.Nutzungsmöglichkeiten des Schulbuches........................................................................................6
6.Vorhandene Erfahrungen mit dem Buch..........................................................................................6
7.Ausblick: Wünschenswerte Weiterentwicklung ..............................................................................7
8.Literatur............................................................................................................................................7
"# $%&'(%)*&+, -(. /*&012 &312 (%&(4 56(&(& 712*'8*12
Offene Bildungsressourcen zeichnen sich zunächst dadurch aus, dass sie (a) kostenfrei im Web zur
Verfügung stehen. Darüber hinaus sind sie auch (b) frei verwendbar (siehe Geser 2007; Mruck et al.
2011, Mruck u.a., 2013): Da generell Urheberrechtsinhaber/-innen, also in der Regel die Autor/-
innen von Internetmaterialien, um Erlaubnis gefragt werden müssen, bevor Materialien im Unter-
richt eingesetzt werden bzw. modifiziert und wiederveröffentlicht werden, wurden dazu eine Reihe
von Lizenzmodellen eingeführt. Mehrere deutschsprachige Wiki bieten so unter einer der Creative-
Commons-Lizenzen veröffentlichtes Material, dass nicht nur problemlos im Schulunterricht
eingesetzt werden darf, also beliebig kopiert werden darf (traditionell und digital), sondern das
zudem auch modifiziert und wiederveröffentlicht werden darf. Neben der Online-Enzyklopädie ist
das ZUM-Wiki, die Wiki-Plattform der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet (ZUM e.V.) die
derzeit wohl bekannteste Anlaufstelle für entsprechend frei gegebenes Material und ist dabei
dezidiert auf die Zielgruppe Schule, d.h. Lehrer/innen und Schüler/innen zugeschnitten.
Insbesondere durch die Debatte um den „Schultrojaner“ sowie dem Versuch der deutschen
Schulbuchverlage, die Anfertigung bzw. Speicherung digitaler Kopien auf Schulservern zu
kontrollieren, machte Anfang 2012 auch die Fachpresse auf die Debatte und Aktivitäten rund um
offene Bildungsressourcen aufmerksam, die auch im deutschsprachigen häufig kurz als „OER“
bezeichnet werden (von engl. open educational resources). Vor dem Sommer 2013 gab es jedoch
kein Material, das den Unterricht eines kompletten Schuljahrs unterstützen könnte bzw. ein
traditionelles Lehrbuch ersetzt. So ist es wohl zu verstehen, dass das Vorhaben „Schulbuch-O-Mat“
von zwei Berlinern von Anfang an hohe Aufmerksamkeit erhielt.
2. Das Vorhaben ,Schu|buch-C-Mat"
Das Projekt „Schulbuch-O-Mat“ hatte sich zur Zielsetzung gemacht, bis Ende Juli 2013 das erste
Llnrelchung fur CompuLer + unLerrlchL SelLe 2/8
frei zugängliche deutschsprachige Schulbuch zu veröffentlichen
1
. Im Rahmen einer Crowdfunding-
Kampagne wurde zunächst bis zum 13. Januar 2013 ein Basiskapital gesammelt
2
. Dort wurde das
Projektziel folgendermaßen beschrieben: „Wir wollen das erste offene und freie elektronische
Schulbuch Deutschlands publizieren - ohne Verlage, ohne Urheberrecht, alles frei zu verwenden
und zu kopieren (unter der Creative Commons-Lizenz CC BY). Als Pilotprojekt ist ein
Biologiebuch für die Klassenstufe 7/8 geplant, das im Schuljahr 2013/2014 vorliegen soll.“ Das
Crowdfunding-Ziel (10.000 Euro) wurde durch Zusammenwirken von 239 Personen erreicht, so
dass die beiden Initiatoren Hans Hellfried Wedenig, Medienproduzent und Berater, und Heiko
Przyhodnik, Biologie- und Sportlehrer, mit Unterstützung eines kleinen Kreises beginnen konnten,
den Auftrag zu erfüllen. Für die gemeinschaftliche Online-Erstellung des Biologie-Schulbuches
setzte das Team auf das Autorensystem LOOP
3
von oncampus, der E-Learning-Tochter der FH
Lübeck. Das Online-Tool für die Erstellung von akademischen Inhalten wurde in Kooperation mit
oncampus auf die Bedürfnisse des Schulbuch-O-Mats angepasst.
Da die Unterstützer/innen, die sich in der Antragsphase gemeldet hatten, wider Erwarten nicht aktiv
wurden, haben die Projektleiter einen Plan entwickelt, der es ihnen möglich machte, mit einem
kleinen Team planmäßig eine erste Version des Schulbuches veröffentlichen zu können. Das
Schulbuch basiert nun auf in Deutsch übertragenes englischsprachigen Material einer Plattform der
US-amerikanischen Foundation CK-12
4
, das unter der Lizenz CC BY-NC-SA veröffentlicht steht.
Die Abbildungen wurden selbst erstellt und stehen unter der Lizenz CC BY-SA.
3. 8etrachtungswe|sen zur Gesta|tung des Schu|buches
Lern- und Lehrmaterialien sind nicht einer von vielen Aspekten des Bildungswesen, sondern sie
werden neben der Kompetenz der Lehrenden als zentrale Einflussgröße für die Gestaltung von
Unterricht angesehen (vgl. Ebner & Schön, 2012): „Was aber den Unterricht steuert, sind Lehrmittel
und nicht – nochmals gesagt – Lehrpläne, wie umfangreich und wohlmeinend diese auch immer
formuliert sein mögen.“ (Oelkers 2009, o.S.). Auch wenn zusätzliche eigene Lernmaterialien im
Unterricht eingesetzt werden, greifen Lehrer/innen doch in der Praxis für die Grob- und
Feinstrukturierung ihres Unterrichts gerne auf die Lehrbücher zurück. Schulbücher sind damit
faktisch die „geheimen Lehrpläne“ ihres Unterrichts. Die Qualität der Lern- und Lehrmaterialien zu
bewerten wird daher allgemein als essentiell betrachtet (Bamberger 1995; Sandfuchs 2010). Ihre
Inhalte, die enthaltenen Übungen und Aufgabenstellungen, ihre Darstellungen beeinflussen das
Unterrichtsgeschehen und das Lernen. 1992 konstatierte Choppin, dass das Schulbuch „heute mit
anderen Trägern (Zeitschriften, Fernsehen, Kino, Comics) konkurriert, die alle dieses gemeinsam
haben, dass sie Bilder zeigen und durch Farben verführen”. Die Verlage reagierten auf diesen
unabweisbaren Einfluss dieser alternativen Medien damit, dass sie komplette Medienpakete
entwickelten , die neben Lehrerfortbildung auch Software mit Zusatzmaterial über eigens
unterhaltene Internetplattformen anbieten (Kahlert 2009). Auch Wiater (2003, 219ff) konstatiert, für
das Schulbuch eine Konkurrenzsituation durch „die neuen Informations- und
Kommunikationsmedien, wie Computersoftware, Internet und Intranet“ - wobei dem Schulbuch die
Rolle eines „Leitmediums“ oder einer Landkarte zur Orientierungs- und Navigationshilfe, zufallen
könnte.
Kahlert (2009) sieht aus seiner mehr traditionellen Perspektive nicht, wie ohne das Medium
Schulbuch „eine gute fachliche und didaktische Qualität des eingesetzten Materials gewährleistet
1 http://www.schulbuch-o-mat.de (2013-10-03)
2 http://www.startnext.de/schulbuch-o-mat (2013-10-03)
3 http://loop.oncampus.de (2013-10-09)
4 http://www.ck12.org (2013-10-03)
Llnrelchung fur CompuLer + unLerrlchL SelLe 3/8
werden soll.“ Er stellt in dem Interview auch die Frage nach einer „systematischen
Qualitätsprüfung“, verweist auf „hanebüchene Fehler“, deren Schaden man nicht unterschätzen
sollte, „selbst wenn nur einer Einzelstunde falsche Fakten vermittelt werden.“ Er verweist auch zum
einen darauf, dass man von Lehrer/inne/n trotz größter Qualifikation nicht erwarten kann, stets
passende und pfiffige Ideen für die Unterrichtsgestaltung parat zu haben und sieht auch ein
Schutzbedürfnis: Lehrer/innen sind nämlich weniger angreifbar und gewinnen Handlungssicherheit,
wenn sie ihr Material nicht selbst zusammenstellen müssen.
Trotz einer langen Tradition aufwändiger Prüf- und Genehmigungsverfahren
5
ist es bis heute nicht
gelungen, eine von Konsens getragene Beurteilung von Schulbüchern zu erreichen. So entdeckt z.B.
die Stiftung Warentest (2007) bei der Beurteilung von zehn Biologie- und sieben
Geschichtsschulbüchern viele Fehler und kommt nur bei zwei Schulbücher zur Vergabe der
Bewertung „gut“. Dabei fällt auf, dass sich Lehrer/innen und Schüler/innen nicht in allen
Beurteilungen einig sind. Möglicherweise wird die Wirkung von Schulbüchern und
Schulorganisation in der politisch bestimmten Diskussion überschätzt – ziemlich sicher sind vor
allem die Persönlichkeit der Lehrer/innen und ihre Kompetenzen sowie ein orientierendes Feedback
für die Schüler/innen die entscheidenden Wirkfaktoren im System Schule (Hattie 2013).
Die zunehmende Verbreitung von mobilen Geräte wie E-Book-Readern, Tablet Computer,
Smartphones oder auch Initiativen wie „One Laptop Per Child“
6
, bieten nicht nur eine abstrakte
Möglichkeit, sondern auch für immer weitere Kreise die reale Chance, interaktive Angebote mit
tutoriellen Eigenschaften und häufig auch unabhängig vom konkreten Unterricht (andernorts, zu
andrer Zeit) zu nutzen
7
. Solche Entwicklungen bedeuten aber einen nicht unerheblichen
Kontrollverlust, zunächst für die Lehrer/innen, aber letztlich auch für die Schulbehörde. Dass der
Hype zu Interaktivität auch zu „Interpassivität“ führen könnte, gemeint ist damit, dass das eigene
Denken von Schüler/innen durch die interaktiven Lernmöglichkeiten unnötig wird, behandelt
Macgilchrist (2012).
Wir befinden uns gegenwärtig offenbar in einer Umbruchsituation. Dass ein virtuelles Buch die
oben gesammelte Funktionalität besitzen kann, ist für viele nicht vorzustellen.Wir haben uns jedoch
an die unabweisbare Realität eines nur virtuell gehandhabten Girokontos gewöhnt – warum nicht
auch an ein solches Schulbuch?
4. Gesta|tung des Schu|buches
Das im Projekt Schulbuch-O-Mat entwickelte Schulbuch Biologie 1 ist ein offenes und freies
Schulbuch, das auf dem Berliner Rahmenlehrplan
8
basiert, der zum Schuljahr 2006/2007 in Kraft
gesetzt wurde. Es steht für jedermann aufrufbar zur Verfügung
9
. Dieses Schulbuch kann online auf
Basis des Systems LOOP bearbeitet werden. Die Inhalte können dabei mit einem
Inhaltsverzeichnis, einem Abbildungsverzeichnis, einem Medienverzeichnis, einem
Aufgabenverzeichnis und einem Lexikon aufgesucht werden können. Auf der Website kann man die
Inhalte auch im E-Book-Format EPUB, als PDF-Datei oder für ein iBook herunterzuladen.
Ebenfalls steht in der Apple-Buchhandlung iBook eine etwas mehr illustrierte Version für iPads
zum Download bereit, die von Dirk Küpper hergestellt wurde.
5 http://www.bildungsserver.de/Zugelassene-Lernmittel-und-Schulbuecher-522.html (2013-10-03)
6 http://de.wikipedia.org/wiki/OLPC_XO-1 (2013-10-03)
7 z.B. http://mathe.tugraz.at (2013-10-03)
8 http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-bildung/schulorganisation/lehrplaene/sek1_biologie.pdf?
start&ts=1150100588&file=sek1_biologie.pdf (2013-10-03)
9 http://schulbuch-o-mat.oncampus.de/loop/BIOLOGIE_1 (2013-10-03)
Llnrelchung fur CompuLer + unLerrlchL SelLe 4/8
Nach Aufruf eines der acht Hauptkapitel kommt ein Untermenü und dann die eigentliche Textseite.
Zur Illustration wird in Abbildung 1 gezeigt, wie hier eine solche Seite gestaltet ist.
Abbildung 1: Screenshot des Bio-Schulbuches zum Thema „Atmung“. Quelle: http://schulbuch-o-
mat.oncampus.de/loop/Meine_Atmungsmaschine(2013-10-03)
Die Textseite beginnt jeweils mit einem informativen Teil. Dabei gibt es die Option, sich den Text
vorlesen zu lassen oder sich die Bilder größer darstellen zu lassen. Neben einführenden Texten gibt
es verschiedene Elemente zur Festigung der Informationen, zu deren Strukturierung Piktogramme
verwendet werden, die auf solche Vertiefungen, Anmerkungen, Reflexionen und Aufgaben
hinweisen (vgl. Abbildung 2)
Abbildung 2: Piktogramme zur Orientierung im Schulbuch-O-Mat. Quelle: http://schulbuch-o-
mat.oncampus.de/loop/ (2013-10-03)
Die jeweiligen Buchabschnitte enthalten Texte, Bilder mit Problemaufrisse, zu denen Fragen
gestellt werden. Im Schulbuch sind momentan neben Bildern und Videos auch Aufgaben als Quiz
oder Puzzle abrufbar. Es handelt sich dabei beispielsweise um Lückentexte oder Drag-and-Drop-
Aufgaben (vgl. Abbildung 3).
Llnrelchung fur CompuLer + unLerrlchL SelLe 3/8
Abbildung 3: Drag-and-Drop-Aufgabe zur gesunden Ernährung. Quelle: http://schulbuch-o-
mat.oncampus.de/loop/Quiz:_Was_ist_gesund_f%C3%BCr_mich%3F (2013-10-03)
Jede/r kann beim Schulbuch-O-Mat Veränderungen vornehmen. Dabei wird man darauf
hingewiesen, dass zu beachten ist, dass man keine urheberrechtlich geschützten Werke ohne die
Erlaubnis der Urheber/innen verwendet (siehe Abbildung 4). Veränderungen werden dabei
redaktionell geprüft, bevor sie online gehen. Details des Schulbuches können also prinzipiell
jederzeit abgestimmt verändert und ergänzt werden und durchlaufen eine Qualitätskontrolle.
Abbildung 4: Hinweis auf urheberrechtliche Bestimmungen beim Bearbeiten des Schulbuches.
Quelle: http://schulbuch-o-mat.oncampus.de/loop/ (2013-10-03)
Llnrelchung fur CompuLer + unLerrlchL SelLe 6/8
In das Schulbuch können auch weitere Objekte integriert werden oder einfach Links eingebracht
werden, die ggf. auf weitere Unterlagen bzw. PDF-Dokumente, Bilder, Filme, Quizze und
interaktive Programme verweisen.
"# $%&'%()*+,)-./012.&2( 32* 4/0%-5%/02*
Die optimale Nutzung des Schulbuches setzt eine Online-Verbindung voraus. Die Nutzung der
gespeicherten Versionen ist zwar offline möglich, beschneidet dann aber viele Interaktionsformen,
beginnend von den Möglichkeiten zur Navigation, die einzelne Objekte größenmäßig zu verändern,
Videos anzusehen oder auch Übungen zu absolvieren.
Konkret kann der Text bzw. einzelne Episoden der Kapitel online via Beamer/Whiteboard in
frontaler Arbeitsweise durchgearbeitet werden. Denkbar ist dabei auch, dass Schüler offline mit
einem ausgedruckten PDF-Dokument arbeiten, hier sich eigene Vermerke machen sowie ihre
Lernfortschritte dokumentieren oder sich in einem Ordner ein konkretes Buch zusammenstellen.
Gemeinsame Informationsphasen mit einer zentralen Vorgabe lasen sich abwechseln mit
Erarbeitungsphasen, bei denen einige der aufgegebenen Probleme bearbeiten, an einem oder einigen
PCs arbeiten und die Lehrkraft auch noch andere Arbeitsaufgaben organisiert. Zudem erlaubt die
Lizenz, das komplette Buch oder Auszüge zu kopieren, zu modifizieren und wieder zu
veröffentlichen – lizenzgemäß unter der Voraussetzung, dass die Urheber/innen genannt werden, es
ohne kommerziellen Hintergrund geschieht und die gleiche Lizenz verwendet wird. Inhalte des
Lehrbuch könnten so beispielsweise auch auf Druckvorlagen für Arbeitsblätter zu finden sind.
Die Projektgruppe Schulbuch-O-Mat bereitet für den Herbst 2013 einen spannenden Ansatz für die
weitere Anreicherung mit Inhalten vor, der als Vorgabe für Projektunterricht verwendet werden
kann: Unterstützt von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb), sollen „Schulbuch-Hacking-
Tage“ durchgeführt werden. Dabei können Schulklassen systematisch (s.u.) mit ihren Lehrkräften
eigene Beiträge wie Videos, kleine Texte oder Fotos zu selbstgewählten Themen des OER-
Schulbuches (vor-)produzieren. An einem festgelegten Tag wird dieser Beitrag Hilfe der
Projektgruppe von den Jugendlichen fertiggestellt und zum Tagesabschluss im Schulbuch publiziert.
Im Schulbuch wird es künftig themenorientiert eine zusätzliche Sammlung bzw. Rubrik „Von SuS
<=> Für SuS“ geben.
6# 7890:(32(2 ;9<:09%()2( +.& 32+ =%/0
Das Schulbuch wurde nach seinen Erscheinen innerhalb weniger Tage mehrere hundert Male
heruntergeladen. Bis es im Schulalltag eingesetzt wird, wird es aber wohl vielerorts noch dauern,
müssen die interessierten Lehrer/innen ja auch aktuell die entsprechende Klassenstufe unterrichten.
Auch orientiert sich das Schulbuch am Berliner Lehrplan und hat hier nur eine eingeschränkte
Zielgruppe, auch wenn die Inhalte – Zellen, Lebensräume, Ernährung, Atmung, Blut, Süchte,
Pubertät und Sexualität – für den Biologieunterricht im ganzen deutschsprachigen Europa von
Relevanz sein sollten. Bisher sind uns so nur erste Erfahrungen aus einer iPad-Klasse bekannt: „Die
Schüler saugen die Lerninhalte förmlich auf. Die Schüler freuen sich darüber nichts mehr
rumzuschleppen und finden es klasse, das man mit dem iPad auch direkt darinnen schreiben kann
und sie mit den Lernkarten und Quizfunktionen direkt überprüfen können, was sie gelernt haben.“
(KÜPPER, persönliche Mitteilung vom 9.10.14). Eine solche Aussage mag man als Effekt der
Abwechslung oder auch Neuigkeitseffekt deuten. Die strukturellen Verbesserungen durch dieses
OER-Schulbuch, u.a. die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten in digitalen Settings – beispielsweise
sind Digitalkopien von gedruckten Schulbüchern im Schulunterricht nur einschränkt
Llnrelchung fur CompuLer + unLerrlchL SelLe 7/8
urheberrechtlich erlaubt – und die interaktiven Elemente und Beteiligungsmöglichkeiten deuten auf
eine nachhaltige Innovation hin.
"# $%&'()*+, -./&*01/&21341 -1)4131/42)*+(%/5
Dieses Schulbuch ist das erste im Projekt Schulbuch-O-Mat und das erste deutschsprachige OER-
Schulbuch. In der ersten Version ließen sich (inzwischen weitgehend behobenen)
Rechtschreibfehlern und einzelne ungelenk formulierte Textpassagen finden. Auch an der aktuellen
Version gibt es (natürlich) Verbesserungsmöglichkeiten, beispielsweise sind Angebotsstrecken für
verschiedene Kompetenzgrade oder Angebote zur Binnendifferenzierung denkbar. Anders als bei
einem traditionellen Lehrbuch, das z.B. in Bayern etwa 5 bis 8 Jahre in Gebrauch ist, bevor es
ausgetauscht ist, ist es hier ja kein Problem, augenfällige Fehler kurzfristig zu ändern und gute
Anregungen zu implementieren. Ob, wie und wann weitere Vorhaben und Schulbücher beim
Schulbuch-O-Mat umgesetzt werden, liegt auch an den Erfolgen der Bemühungen, weiterhin und
ggf. mehr Mitmacher/innen zu gewinnen. Das Kernteam ist weiterhin und motiviert bei der Sache
und freut sich über Anregungen, aber vor allem auch über aktive Unterstützung.
Anmerkung: Eine ausführliche Evaluation des Projekts „Schulbuch-O-Mat“ der Autoren erscheint
im Dezember 2013 in der O3R-Reihe (http://o3r.eu)
"# $%&'()&*(
Ballstaedt, S. P. (1997). Wissensvermittlung: die Gestaltung von Lernmaterial. Weinheim: Beltz,
Psychologie-Verl.-Union.
Bamberger, R.; Boyer, L.; Sretenovic, K. & Strietzel, H. (1998). Zur Gestaltung und Verwendung
von Schulbüchern. Wien: ÖBV.
Bamberger R. (1995). Methoden und Ergebnisse der internationalen Schulbuchforschung im
Überblick. In: Olechowski R. (Hrsg.), Schulbuchforschung, Frankfurt/Main: Peter Lang, 46-94.
Choppin, A. (1992). Aspekte der Illustration und Konzeption von Schulbüchern. In: K. Peter
Fritzsche (Hrsg.), Schulbücher auf dem Prüfstand. Frankfurt: Diesterweg, 137-150
Ebner, M. & Schön, S. (2012). Editorial zum Schwerpunktthema „Wandel von Lern- und
Lehrmaterialien“. In: bildungsforschung, Jahrgang 9, Ausgabe 1, September 2012, URL:
http://bildungsforschung.org/index.php/bildungsforschung/article/view/150 (2013-10-03)
Geser, G.(2012). Open Educational Practices and Resources – OLCOS Roadmap 2012, Salzburg
2007, abrufbar unter: http://www.olcos.org/english/roadmap/ (2013-10-03)
Hattie, J. (2013). Lernen sichtbar machen für Lehrpersonen. Überarbeitete deutschsprachige
Ausgabe von „Visible Learning for Teachers“, übersetzt und überarbeitet von Wolfgang Beywl und
Klaus Zierer, Hohengehren: Schneider Verlag .
Kahlert, J. (2009). Das Schulbuch ist keineswegs ein Auslaufmodell. Interview mit Prof. Dr.
Joachim Kahlert von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). URL:
http://bildungsklick.de/a/65813/das-schulbuch-ist-keineswegs-ein-auslaufmodell (2013-10-03)
König, M. (2013). Das Lehrbuch als E-Book. Norderstedt: Book on Demand; URL: http://o3r.eu
(2013-10-03)
Macgilchrist, F. (2012). E-Schulbücher, iPads und Interpassivität: Reflexionen über neue schulische
Bildungsmedien und deren Subjektivationspotential. In: bildungsforschung, Jahrgang 9, Ausgabe 1,
September 2012, URL: http://bildungsforschung.org/index.php/bildungsforschung/article/view/151
Llnrelchung fur CompuLer + unLerrlchL SelLe 8/8
(2013-10-03)
Mruck, K., Mey, G., Purgathofer, P., Schön, S. & Apostolopoulos, N. (2011). Offener Zugang –
Open Access, Open Educational Resources und Urheberrecht. In: Martin Ebner & Sandra Schön
(Hrsg.), Lehrbuch zum Lernen und Lehren mit Technologien. URL:
http://l3t.tugraz.at/index.php/LehrbuchEbner10/article/view/62 (2013-10-03)
Mruck, K., Mey, G., Schön, S., Idensen, H. & Purgathofer, P. (2013) Offene Lehr- und
Forschungsressourcen - Open Access und Open Educational Resources. In: Martin Ebner & Sandra
Schön (Hrsg.) Lehrbuch zum Lernen und Lehren mit Technologien, 2. Überarbeitete Auflage. URL:
http://l3t.tugraz.at/index.php/LehrbuchEbner10/article/view/112 (2013-10-03)
Oelkers, J. (2009). Fachunterricht und Interdisziplinarität. Vortrag auf dem Symposion „Forschung
verändert Schule“ am 5. Juni 2009 im Collegium Helveticum, ETH Zürich, URL: http://
www.ife.uzh.ch/user_downloads/1012/CollegiuimHelveticum.pdf (2011-11-18)
Sandfuchs, U. (1010). Schulbücher und Unterrichtsqualität - historische und aktuelle Reflexionen.
In: Fuchs, Eckhardt; Kahlert, Joachim & Sandfuchs, Uwe (Hrsg.), Schulbuch konkret. Bad
Heilbrunn: Klinkhardt, S. 11-24.
Stiftung Warentest (2007). Schlechte Noten für Schulbücher. URL:
http://de.wikinews.org/wiki/Stiftung_Warentest:_Schlechte_Noten_für_Schulbücher (2013-10-06)
Wiater, W. (2003). Schulbuchforschung in Europa – Bestandsaufnahme und Zukunftsperspektive.
Beiträge zur historischen und systematischen Schulbuchforschung. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

Sign up to vote on this title
UsefulNot useful