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Sexpol Politisch-Psychologische Schriften der
Nr. 3a

MASSE

UND

STAAT

Zur Frage der Rolle der Massenstruktur in
der revolutionären Bewegung,

Zur Diskussion gestellt von der

SBXPOL.
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V-lWiui

]7cA
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Sigmund-Fre ud-lnsütut
- Biblioihek

SU*?
Sexpol- Verlag, Kopenhagen, Po st box 827

Privatdruck

Abdruck und öffentliche Inhaltswiedergabe verboten.

"Zäh ist das Leben der Bourgeoisie*

Diese Menschenstummel verfluchen

nicht den Imperialismus, sondern

singen das Lied vom Wiedersehen in
der Heimat,"

"(Ausspruch Lenins beim

Anblick von singenden
Kriegsopfern.)

INHALTS VE
Vorbemerkung.

F.

ZEIGEN

IS

Wahrheiten aussprechen - aber wie und wann
Was geht
.in

?

der Masse vor

?

Der Sozialismus als ersehntes Ziel der
Er db evölkerung
Das "Absterben des Staates
11

.

Engels und Lenin über die Selbststeuerung,
Das Programm der KPdSU.

Die Einfuhrung der "Sowjetdemokratie",
Das Problem der freiwilligen Arbeits-

disziplin.

Wird die Sowjetunion nationalistisch
Massenstruktur und Staatsapparat.
a. Der Staat als verselbständigte

?

gesellschaftliche Beziehungen.
hm Bürgerlicher und proletarischer

Staatskapitalismus

Vorbemerkung

:

Krieg ist ausgebrochen. Die ErPer italienisch-abessinische und können nicht eignissö überstürzen sich, Wir wissen nicht

Wochen und Monaten wissen, wie sich die Welt in den nächsten Ereignisse zuverändern wird. Die Arbeiterbewegung wird die
nächst nicht im Sinne der sozialen Revolution beeinflussen praktisch. können. Die internationale Arbeiterschaft schweigt Litwinow Die Sowjetunion hat in Genf in Gestalt des Diplomaten Staat zwar für den Frieden gekämpft, aber als revolutionärer völlig versagt. Es kommen neue unerhörte Katastrophen» Man neue muss sich auf sie vorbereiten. Aus ihnen kann sich eine
Phase der Weltrevolution ergeben, Sie Wird wieder ungenützt verstreichen, wenn sich die revolutionären Kader- nicht schon
jetzt darauf vorbereiten, zu einem späteren Zeitpunkt in die Entwicklung praktisch eingreifen zu können. Klarheit über die

Entwicklung der Sowjetunion tut not.

Im Oktober 1935.

- 1 -

WAHRHEI TEN
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AUSSPREC HEU

-

ABER

WIE

8837 -WANN

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bs

ent Die vorliegende Untersuchung wird zunächst nicht off

lieh erscheinen, sondern an ausgewählte Genossen und Freunde verschickt. Das erfordert eine kurze Begründung

Wir haben es in der proletarischen Bewegung oft erlebt , und Vorausdass Genossen, wenn sie sehr richtige Behauptungen des Kontaksagen äusserten, aus den Parteien ausgeschlossen und später stellte tes mit den Arbeitern beraubt wurden. Einige Zeit diesem sich heraus, dass die Voraussage richtig war und dass zu spateren Zeitpunkt das allen einsichtig wurde» was noch vor ei-

verhindert niger Zeit nicht geglaubt werden konnte. Das muss man bei der v/erden. Yfemi derartiges passiert, so deshalb, weil
gleichVeröffentlichung von Überzeugungen, die zutreffen, nicht auf die genau überlegt, v/ie die richtigen Behauptungen
zeitig
ftaft« der ungeschulten,

nicht so weit fortgeschrittenen Men

-

sehen wirken wird».
ausgeIn der vorliegenden Schrift wird die Überzeugung ihrer Staatsform sprochen, dass die Sowjetunion sich betreffs Entwicklung im rapiden Rückschritt zu autori,

und kulturellen
'

Lenkung nationalistischen Formen der gesellschaftlichen der Sowjetunion nicht befindet. Dass etwas in der Entwicklung von Arbeiterfunktiostimmt, ist heute schon einer grossen Zahl sich um eine natinären klar; weniger klar ist bereits, dass es
tären

onalistische Entartung handelt,

tftfh-de

man heute diese Feststel-

dann würde sie sofort lung laut jedem zugänglich publizieren, und der Masse von der Führung des Sowjetstaates aufgegriffen

- 2 -

Bevölkerung als der sowjetistischen und nichtsowjetistischen ihrer Vertreter Beweis für die "konterrevolutionäre" Natur Einfluss angeführt werden. Dadurch wäre von vornherein der
aber auch auf die auf die Entwicklung der Sowjetgesellschaft, ungeheuer erEntwicklung der kapitalistischen Welt zumindest
schwert. Aus welchem Grunde
?

immer

noch Man bedenke, dass die Masse der Sowjetbevölkerung ge> in hohem Masse den Schwung, der Revolution von, 1917

Produktion von niesst. Es steigt noch immer der Konsum mit der deutli Gebrauchsmitteln; Arbeitslosigkeit ist noch nicht in
Bevölkerung geniesst eher Weise zum Vorschein gekommen. Die Sports, des Theaters, der die Neueinführungen des allgemeinen wissen, dass das an sich Kunst u.s.f. Die geschulten Marxisten endgültige Entwicklung zwar sehr viel bedeutet, aber für die derartiger Weitder Sowjetgesellschaft nichts aussagt. Ein
zugemutet blick kann der Masse der Sowjetbevölkerimg nicht Funktionäre und werden. Es wird der breiten Masse der unteren
sein, dass sich der politisch Ungeschulten nicht verständlich Revolution vorbereitet. in der Sowjetunion eine Katastrophe der nicht nur die, Die Aufgabe der revolutionären Marxisten ist

sondern unfestzustellen, was sich objektiv wirklich begibt, weit das Beerlässlich auch die, sich immer zu fragen, wie wusstsein der breiten politisch ungeschulten Masse im Erfassen nur in des objektiven Prozesses gereift ist. Ist das Letzte

geringem Masse oder garnicht der Fall, dann ist die laute sachlich Proklamation der "objektiven Wahrheit", obwohl sie entscheidet richtig ist, doch praktisch - und nur die Praxis

- 3 -

eine grosse Dummheit. 'Folgt daraus, dass man das, .was man als

richtig erkannt hat, still für sich behält

?

Dies folgt auf

keinen Fall daraus, denn es ist andererseits wieder die Aufgabe
der revolutionären Kämpfer, alles vorzubereiten, um den Stoss

einer revolutionären Situation aufzufangen, sobald diese ein
trifft. Ilaben sie sich vorher durch lautes Geschrei von den

-

Massen isoliert, dann sind sie zu schwach, um diese Aufgabe
durchzuführen, Schweigen sie still und behalten sie diese "Wahr-

heiten für sich, dann ist auch niemanden gedient» Aus diesem

Widerspruch zwischen einer objektiv klar gewordenen Entwicklung
einerseits und dem zurückgebliebenen Bewusstsein der Arbeiter
andererseits, gibt es nur einen Ausweg: Auswahl der besten Genossen, die reif sind, den erfassten Tatbestand zu begreifen,

und ihn unter grösster Vorsicht in kleinen Kreisen weiter bekannt zu machen— Es wäre natürlich wieder eine Dummheit» wenn
einer dieser ausgewählten Genossen dann aus Unachtsamkeit oder Übereifer seinerseits das Erkannte allgemein bekannt machen
würde. Die ungeduldigen Genossen und Freunde mögen folgendes bedenken: in dem Masse,in dem sich die Analyse einer Situation,
einer Voraussage als richtig herausstellt, wächst auch das Bewusstsein darüber in bestimmten Kreisen der Bevölkerung. Es

sind zunächst nur Inseln, die sich häufen. Tritt dann das Vorausgesagte, zuerst nur in Keimen Sichtbare bei irgendeiner Gelegenheit ganz deutlich jedem sichtbar hervor, dann ist der Augenblick gekommen, nicht früher und nicht spater, um das, was
die vor Wochen, Monaten oder Jahren vorausgesehen wurde, in breiteste Öffentlichkeit zu tragen. Nur derart kann der Zusam-

_

4.

menschluss zwischen der Einsicht der revolutionären Führung
und der andersgearteten Einsicht der breiten unpolitischen Masse erfolgen. Die vorliegende Untersuchung über die Sowjetunion ist eine logische Konsequenz der Untersuchung über das Anwachsen der sexualreaktionären Ideologie. Trotzdem kann nur die Dar-

stellung der Sexualontwicklung in der Sowjetunion heute schon allgemein bekannt geraacht werden, nicht aber die erste; denn
Bedie Sowjetöffentlichkeit ist, soweit man aus Artikeln und schliossen kann, durch die neuesten sexualp olitischen

richten

Massnahmen der Sowjetunion bereits genügend aufgerüttelt und bedenklich ge:iiacht. Auch die v/est europäische und amerikanische
Öffentlichkeit beschäftigt sich immer mehr mit dieser Frage, daher ist es an der Zeit, die Voraussicht dieser Entwicklung
in die aus den Jahren 1925 - 26 - 27 heute als jedem sichtbar

Öffentlichkeit zu bringen. Das trifft für die nationalistische dieEntartung der Sowjetunion noch nicht oder gewiss nicht in vegetierende. Massem Masse zu. Die vor 20 Jahren noch dumpf ie wir bereits sagten, noch immer die se Russlands geniesst, die Bedroallgemeine Hebung des kulturellen Niveaus, Sie wird nationalistische hung der kulturellen Entwicklung durch die fortIdeologie nicht bogreifen, doch, sie wird die Klärung der sehr gut schreitenden Einschränkung der sexuellen Freiheiten
Lage aufnehmen;- denn die Entwicklung der sexualpolitischen

war eine andere als die der allgemeinen kulturellen und materiellen, lateriell und kulturell gab es seit der zaristischen Zeit im grossen und ganzen nur Aufstieg. Scxualpolitisch

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zwischen 1917 und 1923 und gab es einen ungeheuren Aufschwung Absinken. Diese zwei verdann ein ständig fortschreitendes auch das Bewusstsein der schiedenen Entwicklungen bestimmen Bevölkerung und ihre sowjetistischen und aussersowjetistischen

Feststellungen der reAufnahmefähigkeit für die verschiedenen
volutionär en Vorhut
die diese inoffizielle Wir ersuchen daher alle Genossen, weiterzugeben, sondern Schrift erhalten, sie zunächst nicht Richtigkeit zu prüfen und, wenn sie genau zu überdenken, ihre sind, in ihrer nächim grossen und ganzen einverstanden
sie

und Freunden Ausschau zu sten Umgebung nach solchen Genossen den geschilderten Widerspruch halten, die in der Lage sind, zu begreifen. Auf keinen in der Entwicklung der Sowjetunion Schrift in irgendeiner Zeitung Fall darf der Inhalt dieser wiedergegeben werden. Wir werden den oder tlassenversamuduns Diskussion nach genauer Erörterung Zeitpunkt der öffentlichen

und in veränderter Lage bestimmen. (Bolschewiki-Leninisten) Die Internationalen Kommunisten so vieler Anschauungen nicht ersuchen wir, die Übereinstimmung und von nehmen, unsere Arbeit durch verfrühte zum Anlass Off entlichmachung zu verwirrt. Es uns noch nicht gewollte bedarauf an. dass wir prinzipiell Recht kommt uns nicht nur darauf, den Zeitpunkt abzuwarten, halten, sondern vor allem Bevölkerung uns Recht zu geben bereit ist. in dem die Lasse der

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"WAS

GEHT

IN

DER

MASSE

VOR

?"

men zusammen

heute vollkomDas Problem der sozialen Revolution fällt mit dem Problem der Ideologie und der psychischen

falsch orientierten Struktur der unpolitischen oder politisch Und das Versagen breiten Masse der Bevölkerung aller Länder.
Grunde ein Problem des der sozialen Revolution ist aus diesem ein Zeichen dafür, Versa ens der breiten unpolitischen Masse,
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nicht bewusst zu werdass sie sich ihrer sozialen Lage noch denkt und fühlt die den vermochte-. Das Grundproblem: "Wie
jedoch in der Hauptsache breite Masse der Bevölkerung ?", ist Daher blühen in weder verstanden noch praktisch bewältigt.

nicht

Anschauungen, die der proletarischen Bewegung ungehindert lösen und geeignet sind, die Probleme der Gegenwart zu

schrieb ein Verwirrung stiften. Anlässlich der Saarabstimmung bekannter marxistischer Publizist folgendes:
sehr

der es den An»In Wahrheit ist eine Epoche vorbei, in der Gesellschaft von schein hatte,, als Hessen sich Massen Lebenslage zum Aufder Vernunft und von der Einsicht in ihre ist es mit der_ stieg aus eigener Kraft lenken. In Wahrheit erweist gesellschaftsformonden Funktion der Masse vorbei. Sie fähig zur sich als total formbar, knetbar, bewusstlos und Sie Anpassung an jegliche Macht, an jegliche Niedertracht. Jahrhundert, im hat keinen geschichtlichen Auftrag. Im 20. Auftrag unzuJahrhundert der Tanks und dos Radios ist dieser Formungsstellbar, ist die Masse aus dem gesellschaftlichen
.

prozess ausgeschaltet worden."

russischen In der Tat spricht alles, was sich seit der

Politik abRevolution auf dem Gebiete der internationalen Es sieht tatspielte, für die Richtigkeit dieser Behauptung.

- 7 -

der Masse im gesellschaftlisächlich so aus, als ob die Rolle der zitierte marxistische Puchen Prozess zu Ende wäre. Doch Die Frage ist, ob es nicht blizist schliesst aus dem Schein. ein derartiges Urteil provoziert. an uns, ließt, dass die Masse fragen, weshalb die Masse der BeIst es nicht fruchtbarer zu Deutschlands etc. »total formvölkerung, sagen wir Englands, und zur Anpassung an jegliche Macht, bar, knetbar, bewusstlos ist ? Dieser Tatbestand kann an jegliche Niedertracht fähig» wir müssen uns fragen, wesja nicht geleugnet werden, aber nicht zustande brachte, die »knethalb die Arbeiterbewegung es an ihre eigenen Ziele zu binbare bewusstlose» Masse ebenso Deutschland gelang, die »Knetwie es dem Faschismus in
den,

Interesse auszunützen. barkeit» der Masse in seinem fal&hem/bepassiv, von keinem oder Masse der Bevölkerung Neudaher «bewusstlos» ist. ist keine und erfüllt ^sstsein der es verder Bevölkerung von jedem, igkeit; wenn die Masse man geformt werden kann, dann erledigt steht, geknetet und Reaktion die Stärke der politischen man wenn nicht, die Frage denn diese Starke beruht offenkunzurückführt; darauf gerade dig darin, dass wir
1.

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2.

schwierig

unsere der Masse nicht genügend in Struktur psychische die und politische Rechnung einbezogen noch praktisch zu beantworten die Frage weder theoretisch igkeit ihrem Wesen nach ist wussten, was diese Willenlos wäre. und Wie sie zu bewältigen hat gerade die unerhört Die revolutionäre Bewegung alter Unter Aufgabe, die infolge Jahrtausende
.

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- 8

-

und hbrigkeitsbereite Masdrückung willenlose, kritikunfähige Willen zu erfüllen, ^ede se von Menschen mit dem bewussten

von sich abzu Unterdrückung endgültig und unwiderruflich "willenles" und "krischütteln. Die gleiche Masse also, die wurde und darin erhaltikunfähig" ist (weil sie dazu gemacht hinausspringen. Das kann sie ten wird), soll über sich selbst
eine Führung zustande bringt, nur, wenn sie aus sich heraus politischer und diplomatidie nicht mit dem Klassenfeinde in wichtigste Aufgabe dascher Algebra wetteifert, sondern ihre
auszusprechen-, was rin sieht, für die Masse auszudenken und nicht auszujeBsb (aus Not, Ungeschulthe.it, Hörigkeit) sie s<

liegt nicht an denken und auszusprechen vermag. Die Schuld daran, dass die Frage der Masse der Erdbevölkerung; sie liegt vor "Was geht im durchschnittlichen Menschen
?

Wie erlebt er

unterworfen ist ?" bis den Prozess der Gesellschaft, dem er denn beantwortet was. vor kurzem nicht gestellt, geschweige
Kernfrage der revolutionären Politik.
mit der Machtergreifung Die soziale Revolution endet nicht Machtergreifung nur der durch das Proletariat, vielmehr ist die zwischen politischer Beginn der sozialen Revolution; der Kampf nach der MachterReaktion und sozialer Revolution geht auch

innerhalb der Reihen der greifung weiter und spielt sich auch dass selbst die Schafproletarischen Führung ab. Dazu kommt,
Sozialismus, also die fung der wirtschaftlichen Basis des den Endsieg der Sozialisierung der Wirtschaft, noch nicht
Sats: Revolution garantiert. Der Leninsche
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- 9 -

und falsch Wirtschaft le Lg aar da S Hauptproblem der sohlen Revolution. Orundfrage •^l; die

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angebet.

ElekWenn die So.ialisierung und noch durchgeführt ist, dann bleibt

bestehen: Klassenbewußtsein des

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lranitalisti sehen Menschen

Unterdrückung (nicht der Jessen von der Bewusstsein Das hinter der Erkenntnis des blieb .») wirtschaftlichen nur der bedingt, ungeder diese Unterdrückung Preises, ob3 ektiven ist bloss der Grund Der Wirtschaftsprozess zurück. heuerlich -f U* sich der eigentliche Pro.ess bedxngt der wirtschaftliche abspielt ^prozess aber er ist gesellschaftlich-kulturellen Prosese. den .irtschaftliche Proselbst; d.h. der urprcess ht er Proder Masse, die diese» Pühlen und Denken »

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der Sowjetunion ^ss Wirtschaftsprozess sozialistische Struktur anderen menschlichen einer Bildung der si0 h auch in Art des voilig unterschiedenen Kapitalist K in einer kundgeReagieren* des .assenindividuums und Fühlens Denkens. keinessozialistischen Menschen ist des Art andere ben . Biese beseitigt der Analphabetismus Beispiel zum wenn wegs gegeben, gleizurückgebliebene, Land die kulturell ein wenn wird oder kapitalistisches. Es kommt ein wie erreicht te Kulturhöhe entwickelt, die *. Sowjetstaat ,, r avf «. dass die Kultur,

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- 10 -

Kultur des Kapitasich wesensmässig und grundsätzlich von der der Reproduklismus unterscheidet. Es kommt also auf die Art
der psychischen tion des sozialistischen Wirtschaftssystems in

Struktur der Menschen dieses Systems an. Sowjetunion bisher In der Kritik, die die Entwicklung der

allgemeinen Fehler. Die erfuhr, begegnet man eineiptypi sehen und Sowjetunion ein einen treten kritiklos für die Bejahung der
gegen die Diktatur wie die anderen gegen sie, z.B. prinzipiell sich auf den Stand des Proletariats; andere wieder stellen

auch grosse Fort punkt, dass "es in der Sowjetunion gewiss Nazi sagt, schritte gibt"; das klingt ganz so, wie wenn ein wenn ergerade mit einem dass es "auch anständige Juden gibt",
Juden spricht. Das ist sinn- und wertlos. treib enden Kampf zwischen revolutionären, vorwärts
Der

der Bremsung Kräften der Entwicklung und reaktionären Kräften Doch die wirtschaftlichen bzw. Rückentwicklung geht weiter. sind seit Marx Kräfte und Bedingungen der Vorwärtsentwicklung
als diejenigen Kräfte, die und Lenin bedeutend besser erkannt bremsen. diese wirtschaftliche Entwicklung

Richtung, sei es Es ist die Aufgabe jeder revolutionären
in der Kunst oder in der Politik, sei es in der Wissenschaft,

treibenden Kräften sonst irgendwo, den revolutionären, vorwärts Klarheit und zur Entwicklung zu vorhelfen und die reaktiozur ihr Wesen dem nären Kräfte dadurch auszuschalten, dass man ihre Bewusstsein der Masse einfach und klar nahebringt und

Vertreter erbarmungslos bekämpft.

-

11 -

dass wir für das Sowjetsystem EE ist selbstverständlich,

eintreten, Wenn wir dies fruchtbar und für die Sowjetunion nicht anders vorgehen, als uns wir können so wollen, tun versuchen, was es in der SowjetKlarheit darüber zu schaffen rückwäYtstreibenden Kräften gibt. Wer bremsenden, union an vornherderartiges gibt, hat sich von es dass wollte, leugnen Materialist erwieals dialektischer denn andere alles ein als Stelle beleidigt fühlen sollte, dieser an sich inmer sen. Wer
ist gemeint»
die ist die Sorge darüber, dass in den letzten Jahren diktazu autoritären, absolut Sowjetunion immer reichlicher Massnahmen zurückgreift, enttorischen und unsowjetistischen

sprechend grösser geworden. schon längst die autoritäre, verI„ den Betrieben ist des Dreier-Direktoriums antwortliche" Leitung an die Stelle Produktionsberatungen geund den wirtschaftsdemokratischen
treten«

ersten Versuche der SelbstverIn den Schulen machten die
alten autoritären Schulordnung waltung (Dalton-Plan etc) der
|

Platz.

strengste Rangordnung an die Im Heer wurde erst kürzlich -Systems gesetzt. Der Stelle des sovgetistischen Kommandeur peinliche und gefährliche »Marschall der Sowjetunion» ist eine
Neuerung.
in den letzten drei In der Sexualpolitik häuften sich

autoritären, bürgerJahron die Anzeichen einer Rückkehr zu exuellen-Paralich- -^rvli coben Ansichten und Gesetzen ( Homos

- 12 -

Ehe- und Familienideolograph, Erschwerung der Abtreibung,
gie etc ..) •

Die einen verteidigen diese Massnahmen wütend und ver-

bissen, die andern prangern sie einfach an, oft mit dem Bewusstsein, Freund der Sowjetunion zu sein. Doch das eine ist

ebenso fruchtlos wie das andere- Man schafft einen Rückschlag

in der Entwicklung nicht dadurch aus der Welt, dass man ihn anprangert oder beklagt; verstehen muss man ihn, und zwar als

Ausdruck einer unerkannten Bremsung der Entwicklung, Gerade
das ist ja das Wesen des Marxismus, dass er aus der Erkenntnis

gesellschaftlicher Bremsungen die Praxis ihrer Überwindung
entwickelt. Statt zu beklagen und anzuklagen, ist es viel besser

die entsprechende Energie zunächst einmal dazu zu verwen-

den, die Krise zu begreifen. Dies ist der Grundsatz, der die-

ser Abhandlung zugrunde gelegt ist.

im

Wir betrachten die Kulturrevolution in der Sowjetunion wesentlichen nicht nur als misslungen, sondern stellen dar-

ideologiüberhinaus auch fest, dass eine Rückentwicklung im fortschreitend im schen überbau der Gesellschaft der Sowjets Mahnung, sich Gange ist. Das ist keine Anklage, sondern eine viel ausführmit dieser entscheidenden Frage der Revolution gerade licher zu befassen, als es bisher der Fall war, und
der Sowdeshalb zu befassen, weil die Sicherung der Existenz gesamten jetunion heute, wo die politische Reaktion in der wesentlichsten übrigen Welt wie unaufhaltsam fortschreitet, zur

Aufgabe jedes Sozialisten geworden ist.

dass eine Der Fehler einer Führung liegt nicht darin,

- 13 -

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wo sieh er beginnt er S t dort,

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die

exner Feststellung und Bewältigung die gegen f ende Führung sxch beginnt, sei es, weil sie strauben zu Fehlentwicklung *sei es, weil sxe die will, lassen nachsagen , ein en Fehler unerlassBeseitigung der Fehlentwicklung *ur die kenntnisse. akzeptieren will. lieh sind, nicht verwirrenden .assnahunverständlichen und leheinbar Die bis drei Jahin den letzten zwei Sowjetunion die in der „ Haltung ebenso wie in der Pouwurde:, in der der Se*ualp< USchulen ebenso wie in den in chen Fuhrung. Wir glauben namlxch, den »ehr. Aufschub .einen tik erlauben blxeb Massnahmen, der erkannt diese für ktiven arund ihn hiermit zur Diskusse haben, wir stellen

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^gestellt

zu

1

Arbeiterbewegung. vor die internationale bewegen, auch nicht vor, um zu Kritik die Wir bringen sondern umgein sich unmöglich ist, Sowjetsystem dass das überzeugt weil wir zutiefst davon deshalb, gerade kehrt die derzeit denkbar höchste Sowjetsystem das sin d. dass darstellt und mit aUes %tteln Organisationsform ^schliche die Kritxk erkämpfen ist. Wir bringen zu Erden auf Überall das Sowjetweil wir erkannt haben, dass vor, deshalb gerade nicht erkannter Schwierigkeiten, besti^ter. infolge svstem hineinzugeraten geraten und noch mehr bereits Krise in eine
gerade im Begriffe Ist,

- 14 -

DER

SOZIALISMUS

ALS

ERSEHNTES

ZIEL

DER

ERDBMQLKEHM5.-

Die sozialistische Bewegung entstand lange bevor es wis-

mus

senschaftliche Erkenntnisse der Voraussetzungen des Sozialisgab. Seit Jahrtausenden toben die Kämpfe der Entrechteten

erst die Wissenschaft gegen ihre Bedrücker* Diese Kämpfe haben geschaffen. Jede ober das Freiheitsstreben der Unterdrückten
iihtwicklung Niederlage, jede Bremsung der gesellschaftlichen Wir Soziastachelte zu neuen, besseren Anstrengungen an.

und

schwerster Niederlagen listen durchleben jetzt eine Phase Bremsungen der revolutionären Bewegung.
oft als soziaMan bezeichnet die urchristliohe Bewegung die mitteldie Sklavenaufstände des Altertums und

listisch;

subjektiv sozialialterlichen Bauernkriege waren zweifellos der wirtschaftlistische Bewegungen, Die Unentwickeltheit und der Mangel einer chen Verhältnisse und Verkehrsmittel ihnen den Erfolg. Erst seit Theorie der Revolution versagten Gesellschaft die ProMarx wissen wir, dass die bürgerliche heben muss, um der sozialiduktion auf eine bestimmte Höhe Grundlage zu geben. Soziastischen Bewegung eine objektive daher muss die interlismus ist nur international denkbar; sein; der Kampf um nationale Weltwirtschaft voll entwickelt Bodenschätze und Machtdie Absatzmärkte und Arbeitsplätze, Kolonialkriege anzun zentren muss den Charakter raubgieriger Wirtschaftsanarchie nehmen beginnen; die kapitalistische weiteren i*twicklung muss zum wesentlichsten Hemmschuh der

- 15 -

'

wie weit geworden sein; es Produktivkräfte der dass die Produktion in den ta* Weltwirtschaftskrise es te der Produkdie Hälfte und mehr ihrer auf „a.ptindustrieländem Massen verhungern eingeschränkt wurde. dass die ti Ehrend die vorhandenen Wakönnen, kaufen eniger urd ironer W aufhalten, vernxchtet oder Preisstufe die um ren überschüsse, geworden Produktion »ss eine kollektive die werden, gestapelt durch Aneignung der erzeugten Güter private die sein während Ge E enProduktionsmittel dazu in schärfsten der di e Besitzer Vfarenverkehr mss In schärfsten internationale der S atz tritt; getreten Zoilgrenzen der nationalen Staaten Gegensatz zu den der Arbeit rn.se kapitalistische Kationalisierung die sein; Itogertod verurteilt haben u.s.f lonen iienschen zum konnte, noch darüber diskutiert werden Kriege zum bis Ehrend Widersprüche Reifegrad der wirtschaftlichen notwendige der und die Sozialisierung der Wirtschaft um war. gross genügend hat die Ifctwicklung seit dem "rechtfertigen», zu des Lebens wohl ein endgültiges Ende gemacht. Mit Kriege dieser Debatte noch zu beschäftigen, hiesse sich lädieser Frage sich heute wirtschaftlichen Bankrott des Kapicherlich machen, denn den die klugen Kapitalisten nicht talismus leugnen heute selbst Voraussetzungen des Sozialismus mehr. Die sozialökonomischen wir sehen, dass der wirtschaftlich. sind voll eingetreten. Doch wir erlebten und lieranreifung die ideologische nicht folgte;

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ökonomischen Zuerleben, dass die Arbeiterklasse mitten im Niederlage auf Niedersammenbruch der bestehenden Gesellschaft Verwirrung herrscht; läge or leidet; dass völlige theoretische
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-

dass die nationalistischen. Bewegungen der sozialen Revolution

deshalb den Wind aus den Segeln nahmen und noch nehmen. Die

internationale soziale Revolution splitterte sich sozusagen
in national begrenzten, voneinander getrennten, subj ektiv

revolutionsähnlichen Massenbewegungen auf § der internationale
Faschismus schnappte uns hier und dort die Massen, die politische Reaktion schlug in Spanien und Österreich Aufstände

nach wenigen Tagen nieder, trotz des heldenhaftesten Kampfes
der von der Masse isolierten Revolutionäre.
Das deutsche Volk hat seit 1933 alle Leiden, die eine

soziale Revolution mit sich gebracht hätte, auf sich genommen; aber um die Früchte, die die soziale Revolution bringt,

ist es betrogen worden, Das sind kaum fassbare

'"Vitbo stände«

Versuchen wir zu begreifen, soviel sich uns bei ehrlicher
Erfassung ergeben will«

An die Stolle der Frage, ob die wirtschaftlichen Voraussetzungen des Sozialismus schon herangereift sind, tritt in voller Schwere die andere Frage: Welche
u

indernisse haben sich

bei voll ausgereiften objektiven wirtschaftlichen Vorausset-

zungen dem Vormar sch der revolutionären Bewegung in den Heg

gestellt

?

Da die politische Reaktion entweder die Massen

für sich gewann oder die blassen nicht aus ihrer Passivität
treten, muss es sich um eine ideologische Bremsung handeln.

Die sozialistische Sehnsucht wurde geboren aus den realen

Koten der unterdrückten Menschen dieser

i^rde,

hier bewusster,

dort unklarer, hier stürmischer, dort sanfter. Heute könnte

- vi -

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Ta Sache .erden. ohne weiteres zur somatischer Sehnsucht er-

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zeigt

zu Handvoll unter dru^er esehen Verhalts dazu g eine abg Bevölkerung ist politisch der Mehrheit Die itife Minderheit ist zerspalten sozialistische die bewusste besten darüber, wie *. elfäl^gT^Tchaunnsen vielfältige h ! durch konnte, bs s Sozialismus gelangen gerade w il wird nicht begangen dieser und Weg zu. Sozialist, einer kurgibt. Versuchen wir davon ei so viele Vorstellungen zusammenzufassen die von Strömen diejenigen Z en Übersicht .rbeits^glicgkeit, Arbeitsfreude, Ziel: einen de, ,« zu Serieller und geistige von Freiheit Mieden, Lebensglück, Verstellungen entwich verschiedenartige te terdrückung, so »assenindiv!die durchschnittlichen nur dabei haben hab en. Wir nur und ideelogischen Zentren Führungen der die Auge, und beeinflussen: Massen tetsächlich insofern, als sie erstreben zw f 1(Marcho-Syndikalisten) Di e Anarchisten gesellschaftlichen SebstZustand^ los den der „asse zu die Ehrung die verwaltung; doch sie revolutionär Vor rupp • geschulte eine stand hin durch aates zu des proletarischen . Phase notwendige woll en ohne die Ordnung fangen. «. gesellschaftlichen au torifatslesen auter tats führungsbedürftige. Ja oft hilflese, iässiren die Freiheit*^ Sie sehen nur deren der Struktur ohie freizu darf ** der Fähigkeit, Sehnsucht diese EUoht } doch arbeiten zu kennen. und leben Führung ohne autoritäre

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nicht verwechselt werden. Sie verneinen daher auch die Partei, die f vor der Revolution die Masse freiheitsbewusst, in

der Revolution freiheits fähig zu machen und nach vollzogener
Unierziehung der Menschen sich seihst abzubauen^ Die Anarchi-

sten waren sofort Kommunisten, wenn sie die notwendige Phase
des revolutionären Staates und der Massenführung anerkennen

würden; und die Kommunisten wafen sofort auch Anarchisten,

wenn sie sich auf ihr Endziel besinnen und den Abbau des Staates ernst nehmen wir den« Auf dieser Basis ist eine Verständi-

gung zwischen dem revolutionären Marxismus und den Anarchismus möglich. Man beging bisher den Fehler, die Ideologie der

Anarchisten zu verlachen, statt die Lücken dieser Ideologie
korrekt auszufüllen.

Christen die durchschnittlichen internationalen Die — ( »— ^ — 1MB Massenmitglieder nicht die Parlamentarier und die Diktatoren
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ä la Dollfuss) glauben in ihrer politischen Ideologie an

Frieden, Brüderlichkeit, Mitleid, gegenseitige Hilfe; sie sind

antikapitalistisch und denken das menschliche Sein international, Das subjektive Ziel also ist in sozialistischen Vorstel-

lungen gegeben. Doch sie lehnen den Weg dazu ab« Das Christen-

tum streifte längst den revolutionären, das heisst umwälgenden Charakter der urchristlichen Bewegung ab, nimmt don Krieg
als
Fa-tum hin und versetzt die Möglichkeit des glücklichen

Daseins in einer überirdische Welt. Die Duldung der Not im

Diesseits ist Ausdruck der Unfähigkeit der christlichen Struktur, sich des eigenen Ziels auch tatsächlich zu bemächtigen,
es zu erkämpfen. Die Entsagung ist hier nicht Ursache,

son-

-19Hilflosigkeit, die in der Hot strukturellen der dern Folge Lebenslust christliche Struktur lehnt die ruft.Die Hilfe zu Sott kann. 'denken, geschweige ertragen aus nicht sie sie ab, weil lustängstlich. Das Resultat ist: Sie ist lustunfähig., weil erdulden im Dulden im Diessexts, Luiden Jenseits. Gluck im minder für Jede patriarchalische Sirwana . Dies gilt mehr oder
Religion. Die
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spä^S^ziald^kratie.

innerlich immer mehr verfiel, GlücksstreDa sie das revolutionäre Massenstruktur. Frage der der glexdie reaktionäre Bravheit ben der Masse nicht gegen ergab sieh ihr eine verwaschene wusste. auszuspielen chen sie durch unklare "Erziehung Ideologie von Sozialist, die zu der bürgerlichen Gesellschaft innerhalb Sozialismus" zum von der sozialen Demokraverwirklichen suchte. Sie träumte erst struknicht, dass man die Menschen tie, aber sie begriff sie fähig zu machen, "sozial»-"demorurell verändern mnss, um Und sie war noch weiter entlo-atisch" zu sein und zu leben. Betriebserst über die Schulen. fernt vom Gedanken, dass man gesellschaftlichen Appaschulen, Kindergärten und den ganzen
jede gegensätzliche, reakrat verfügen, dass man überdies dass man schliesslich tionäre Strömung entmachtet haben muss,

Lehre die der Bernsteinsehen scheiterte ebenfalls a» der

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sozialistischer Mensch selbst genau wissen muss, wie ein herzustellen. Sie beschaffen ist. um die soziale Demokratie

Jahrtausende alte nahm daher an, dass der heutige, durch eine zur patriarchalische Gewalt seelisch verkrüppelte Mensch
ohne weiDemokratie oder zu dem, was sie darunter verstand,

- 20

*

teres.

fähig wäre; dasc er sieh selbst regieren und mit seinen

Mitmenschen friedlich leben könnte, Sie vergoss sich in Lobhymnenßber den "guten und sozialen Menschen", scheiterte in
der Wirklichkeit schon bei der Durchführung des demokratischen
-

Prinzips in den eigenen Organisationen

,

wurde in gleichem

Masse nach innen diktatorisch, nach aussen kompromisslerisch,
und überstürzte sich in Versuchen, die "Unmöglichkeit der pro-

letarischen Diktatur zu beweisen, Sie wurde reaktionär, kleinbürgerlich; und
v/o

sie revolutionär tat, bereitete sie die

Enttäuschung der Massen am Sozialismus und dadurch gleichzeitig ihre Neigung zum Faschismus vor. Denn Faschismus der lasse
ist nichts anderes als ermtäuschter Radikalismus und nationaler
»Kl einbürg er ei,
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5fir

erkennen den Staat an", rief sie den -Anar,

chisten zu, doch sie vergass dabe.i und hörte es nicht gerne
dass sie den Staat der Unterdrücker bejahte, Sie war gleich-

zeitig für den autoritären kapitalistischen Staat und für die

sozialistische Demokratie, von der sie wie in

v/ien schon

inner-

halb des bür,erlichen Staates "sehr viel verwirklicht hatte".
Sie scheiterte an der Klassenstruktur, die sie nicht verstand. Der Faschismus , objektiv der Hereinbruch- mittelalterlicher Lebensformen in die moderne Gesellschaft, hat subjektiv eine national verkleidete, aber doch eindeutige sozialistische

Ideologie, Die Erreichung des Sozialismus ist einem übermächtig

gedachten Führer anvertraut. Die Ohnmacht des ^assenmenschen und
seine Hilflosigkeit stützen die Führerideolo^ie, die von oben
Gingebläut, von Fa.mil ie und Kirche strukturell vorbereitet

wurde; die Sehnsucht nach einer ewigen Gefolgschaft für einen

,

enorn. begnadeten Führer ist unver^ der ünver&iderlichkeit von Anschauung die ,«+ «*.

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Faschxs^s ideologie ist heim ihrer HUfloslg. Natur , , xnr menschlichen L, rf P r"ewiren abg elextet aus der zu sein sel , st initia tiv ,n keit , -oritKtssucht

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utopisch vorkommt. xn Uch und unwahrscncm-L kündet, sah ganz Revolutionstheorie ein. Lenin Lenins Hier greift "spontan . vorsagt, die Masse kann, Sozialdemokratie )äMS Die sie bedarf einer FahFreiheit zur us Eigenem nicht demohierarchisch und innerlich auftritt, autoritär rung, die xst. sich ihrer Aufgabe howusst und aufgebaut kratisch zugleich

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erkennt die Notwendigkeit der Diktatur des Der Kommunismus F or m, die von der auProletariats als der gesellschaftlichen

Gesellschaft zu demjenigen toritär und moralisch gelenkten Anarchisten erstreben: Zur autoriZustand. überleitet, den die ohne Gesetze, Polizei, Motätslosen, sich selbst steuernden, gesellschaftlichen Ordnung. In der Vorstelralin auskommenden das Ziel klar erfasst, auch der Weg zu lung Lenins ist also das «U» der Umstrukturierung ist seinen Voraussetzungen. Nur ein vernünftiger Materialist unbekannt. Aber niemals hat je Sozialismus alle, aber auch behauptet, dass auf dem Wege zum gelöst in der Schreibtischlade alle Probleme fix und fertig Lehre von der Diktatur des Proleliegen. Kurz, die politische Voraussetzungen für die tariats vereinigt eine Reihe von
.

aber nicht alle. Sie wirkliche Erreichung des Sozialismus, von der sich selbst steuernverfolgt das anarchistische Ziel begründet in der Erkenntnis, den Gesellschaft; sie ist selbst weder fähig ist, ohne dass der heutige Mensch strukturell Revolution zu erheben, hierarchisch aufgebaute Partei sich zur autoritäre Diszinoch die Riesenaufgaben der Revolution ohne

Diktatur des Proplin und Gefolgschaft zu verwirklichen; die v/erden muss zur letariats ist die Autorität , die hergestellt
formal der faschiAbschaffung der Autorität; sie ähnelt zwar entscheidet: Sie hat stischen Diktatur, aber der Unterschied untergraben, die autoritäre die Hauptaufgabe, sich selbst zu herrschaf tslose SelbststeueLenkung der Gesellschaft durch die
rung zu ersetzen.

Herstellung der wirtIhre Aufgabe ist also neben der

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24 -

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DAS

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Die Verfolgung eines gesellschaftlich und geschichtlich

unmöglichen Ziels widerspricht der dialektisch-materialistinicht, Systeme ausschen Weltbetrachtung. Ihre Aufgabe ist es zudenken und phantastischen Träumen von einer "besseren Zudie Entkunft" nachzujagen, sondern einzig und allein die, ihre Widerwicklung, wie sie wirklich verläuft, zu erfassen; sprüche zu erkennen und denjenigen Kräften zum Siege zu verhelfen, die vorwärts treiben, umwälzen; Schwierigkeiten zu löihrer sen und die menschliche Gesellschaft zu befähigen, üörr Seinsbedingungen zu -forden. Die bessere Zukunft kann nur ent-

wickelt werden, wenn ihre Voraussetzungen gegeben sind. und Marx und KngelS bemühten sich, die Kräfte zu enthüllen bestimmen, die die Fesseln der kapitalistischen Ausbeuterei
zu

entdeckten und geistigen Unterjochung sprengen könnten. Sie als diedabei das Proletariat (nicht einzelne Proletarier )
Seinsbedingungen jenige gesellschaftliche Klasse, die ihren Form, nach die gesuchte Kraft darstellt. Die gesellschaftliche

entwickeln würde, die das Proletariat, zur Herrschaft gelangt, wäre die' kommunistische. Das hatte die Pariser Kommune 1871
enthüllt. Die kommunistische Gesellschaftsordnung ist also

nicht zu schaffen,.. sondern aus den fortschreitenden kapitalistischen Seins forden heraus zuentwi ekeln.
Ist die Marxsche Staats- und C-esellschaftstheorie eine

leere Utopie, dann muss man den

Iiiit

aufbringen, es festzu-

stellen und den Kampf um sie aufzugeben; treffen aber ihre

T
- 25 -

Voraussetzungen in der Wirklichkeit zu, ist Eie erreichbar, menschlicher dann ist sie als die derzeit denkbar höchste Form
Organisation zu bejahen und zu erkämpfen ! Und heute konzenauf die Frage: triert sich das Interesse aller Sozialisten
der Richtung des vp njiarx Entwickelt sich die Sowjetunion in Ziels ? und Engels erschlos senen die Anschauungen von Marx und Engels 1 assenwir zunächst der konrounistischen Gesellschaft zusagen. Entwicklung die über Analyse, die Lenin in der Zeit Wir folgen dabei der klaren Oktoberrevolution in "Staat tischen dem t£rz 1917 und der Wir «erden fetstellon können, lieferte. Revolution" und der kulturellem Oebiet. die bald nach auf Umwälzungen dass die Bolschewik!- in Oang kamen, unmißdie durch Machtergreifung Ordnung einer gesellschaftlichen Richtung die in verständlich ohne autoritäre wird. 4ass sie sich einfach" "so lagen/die weiterentwickelt. «* werden S^tsteuerung. g, durch

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Untersuchungen sondern in mrei gese l lschaft«utoritarenJtealMPJL--vom Entwicklung 70 . s ,s die vorerfasst und im wesentlichen eri* richtie . „„ richtig I4»wi Selbststeuerung
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entscheidenderen Frage uberund weiteren var zur der Sowjetdiese Entwicklung in

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- 26 Engels und Lenin über die Selbststeuerung.

Zunächst zerstörte Engels in seinem populärsten Werke
"Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staa-

tes" den Glauben an den "absoluten und ewigen Staat", das

heisst in unserem Zusammenhange , an die Unerlässlichkeit
der autoritären und moralischen Lenkung der Gesellschaft.

Indem

er

die Organisation der Gentilgesellschaft auf Grund

der Forschungen von Lewis Morgan studierte, kam er zum Schluss

Der Staat ist nicht von Ewigkeit her. Es gab Gesellschaften,
die ohne ihn fertig wurden, die von Staat und Staatsgewalt

keine Ahnung hatten. Als sich die Gesellschaft in Klassen
spaltete , als die Gegensätze zwischen den werdenden Klassen
die Existenz der Gesamtgesellschaft zu sprengen drohten, ent-

T^kelte sich notwendigerweise die staatliche Gewalt. Wir
nähern uns mit raschen Schritten einer Entwicklungsstufe der Produktion; auf der das Dasein von Klassen nicht nur aufgehört hat, eine Notwendigkeit zu sein, sondern überdies ein positives Hindernis für die Entwicklung der Produktion wird.
Sie (die Klassen) werden fallen, ebenso unvermeidlich, wie sie frühe r entstanden sind^ Mit ihnen fällt unvermeidlich dar
.

Staat, Die Gesellschaft, die die Produktion auf der Grundlage reier und gleicher Assoziation von Produzenten neu organisiert, versetzt die ganze Staatsmaschine dahin, wohin sie ann gehört: ins LJuseum der Altertümer, neben das Spinnrad Un <* die bronzene Axt.»
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- 28 -

Formulierung von Engais ist erst dann verständlich, wenn man
den Staat als das auffasst, wozu er geworden war: aus einem
Band, das die Klassengesellschaft zusammhielt zum Instrument

der ökonomisch nächtigeren Klasse zur Ausbeutung und Unter-

drückung der beherrschten, Ökonomisch schwächeren Klasse;

-so-

bald os nämlich, meinte Engela , keine Gesellschaftsklasse, mehr
in der Unterdrückung zu halten gibt, sobald mit der Klassen-

herrschaft und mit

dorn

Kampf ums Sinzeldasein, der in der A-

narchie der Produktion begründet war, auch die daraus entspringenden Excesse und Zusammenstösse beseitigt sind, gibt es nichts mehr zu unterdrücken, das eine besondere Unterdrückungsgewalt, wie den Staat, nötig machte. Der erste Akt, v/orin der

Staat als Repräsentant der ganzen Gesellschaft auf tritt, indem

nämlich die Produktionsmittel im Namen der Gesellschaft ergriffen werden, ist zugleich sein letzter selbständiger Akt
als Staat« Von nun an wird "das Eingreifen einer Staatsgewalt
in gesellschaftliche Verhältnisse
.

..

auf einem Gebifte nach

dem anderen überflüssig und schlaft dann von selbst ein".
An die Stolle der Regierung über Personen treten die Verwaltung von Sachen und die Leitung von Produktionsprozessen, Der
Staat v;ird nicht "abgeschafft", er stirbt ab.

Lenin verdeutlichte diese Anschauungen in "Staat und
Devolution" und prägte ein: Zuerst wird der kapitalistische
Staat (Staatsap parat ) nicht etwa übernommen oder nur verändert, wie die Reformisten meinen; er wird "zerschlagen" und

an die Stelle des kapitalistischen Staatsapparats,

der kapi-

talistischen Polizei, des kapitalistischen Beamtentums, der

29

des Proletariats und der mit Machtapparat der 'Bürokratie tritt Werktätigen. Auch dieser Bauern und übrigen verendeten Um aber jetzt wir* ein Unterdrückungsapparat, noch ist Apparat Minderheit von Schaffenden durch eine Mehrheit eine cht wmx sondern umgekehrt die Minunterdrückt, Ton Kapialbesitzern Machthaber durch die Mehrheit der Werkfrüheren der der heit "Diktatur des Proletariats". Dem von heisst: Dies tatigen. Absterben des Staates geht also die Zerbeschriebenen Engels kapitalistischen und die .ufritfitung des revolu"^hTalung des Staatsapparats voraus. Lenin erläuterte

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tionär-proletarischen

Gedanken über den proletarischen Staat, Marxschen weiter die Sozialdemokraten, die vom proletarischen dero^rm'her wluu e "" er g 6 indem wollen, und gegenüber den Anarchie oen, die hören nichts at möchten, £ o heute auf morgen" abschaffen Steffen; aO ^aiint"von Staat au h den Marx entdeckte von die als betonte Proletariats ueo "Diktate* die Gesellschaft, die noch immer, der sozialistischen « ffflrm roi** erste <# unterdruckungsstaatlichen einen _ "noch" sehend n r aber ffl£ voruD Q sich .'*. «.»«tollt ist unerlässlich. Lenin betonte, dass * » MT» apparat . nur der aneignet, der , OT Marxschen Staatstheorie
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nismus trennt."

Lenin begründete auch ausführlichst, weshalb dieser
notwendig, Uebergang in Form der Diktatur des Proletariats unerlässlich ist, und weshalb die sofortige Verwirklichung
"wahre soziale der unautoritären freien Gesellschaft und die

i

- 30 -

Demokratie" nicht möglich sind. Die sozialdemokratische Parole vom "freien Volks staat" wurde sowohl von Engels , wie von* Lenin als nichtssagende Phrase entlarvt. Die proletarische Diktatur dient als Ueberleitun g der früheren Gesellschafts-

form in die erstrebte kommunistische. Der Charakter der Ueberp-angsphase kann, wie wir sehen werden, nur begriffen werden

aua den

Endz ielen, denen die Gesellschaft zustrebt; und die-

se Endziele sind nur insoweit verwirklichbar, als sie sich im

Schosse der alten Gesellschaft "bereits sichtbar entwickelten.
Solche Endzielein der Organisation der kommunistischen Ge-

sellschaft sind etwa

"

freiwillige Achtung" vor den Regeln dos

gesellschaftlichen Zusammenlebens, die Errichtung eines freien "Gemeinwesens" an Stelle des Staates, auch des proletarischen, sobald die Funktion des letzten erfüllt ist; des

weiteren ist die "Selbstverwaltung" der Betriebe, Schulen,
Fabriken
,

Verkehrsorganisationen etc. angestrebt, kurz die

Organisation eines "neuen Geschlechts", das "in neuen, freien
Gesell schafts zu ständen herangewachsen, imstande sein wird,
den ganzen Staatsplunder von sich abzuwerfen...",

"auch den

demokratisch-republikanischen"

(

Engels

).

In dem Masse, in dem

der Staat "abstirbt", geht aus ihm diese freie Organisation

horvor, in der, wie Marx forderte, "die freie Entwicklung eines .jeden" die Grundbedingung der "freien iaitwicklung aller'
1

wird.
liier

ergeben sich bereits

zrwei

Fragen von grosser Bedeu-

tung:

-31
'

-

freien Geschlechts in freier sieh Die Organisation eines

nicht geschaffen «erverwaltender Gemeinschaft, kann Proletariats ebenso aus derDiktatur des muss sondern den allmählichen Absterben des Staaherauswachsen (in Fem des vorberexdieser Uebergangsphase ebenso in sich muss tes) sich die Diktatur des Proletariats entwickeln, ten und Staatsform aus der Diktatur der Bourvorübergehende als "demokratischen", herausentwickelt. Ist geoisie, auch der des Staates der seit Diese s Absterben Lwietunion a~ 1n eift des freien, sich selbst das allmähliche Heranr ] erkennsichtbar, woran
se s »ibst

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Absterben des Staates aus und wie sieht dieses fassbar und lenkbar, die Heranbilworin besteht konkret, Wenn dies nicht der Fall ist: dung des "neuen Geschlechts"? nicht ab, wie verhalten sieh die deshalb stirbt der Staat Staat aufrechterhalten, ihn proletarischen den die Kräfte zu den anderen Kräften, die sein starken, sogar vielleicht sollten t Tas Mit das Absterben Absterben beschleunigen
des Staates auf
?

und Lenin Engels/findet sich eine konkrete Feder bei MarTnoch bei dieser Fragen. Es geht vielmehr Beantwortung detaillierte und Begründer des Kommunismus eindeutig den Schriften der
aus

vermieden, hier mehr zu geben hervor, dass sie es absichtlich ganz vereinzelte und allgemeine Grundumrisse, allgo^.ine als Gesellschaft. Sfefl vor zwanzig bzw.. sätze der kommunistischen Uebereiltheit gewesen wäre, achtzig Jahren unmöglich oder eine nicht mehr zu umgehenden Aufist heute zu einer dringenden,

e-abe

32 -

geworden: Ist der proletarische Staat in der Sowjetunion
?

sterben ^ m /.b

Terra nicht,

weshalb nicht

?

Das Endziel der revolution&en/fäer "^elt, das die Begründer" des -Wissenschaft liehen Sozialismus umrisshaft zeichnete,

lässt sich im Gegensatz zur staalich-autoritar -moralischen

Ordnung als gesellsc haftliche Selbststeuerung bezeichnen. Es ist klar, dass eine Gesellschaft, die aus "freien Menschen''
besteht, ein freies Gemeinwesen bildet und sich selbst verwaltet
.also selbst steuern soll, nicht plötzlich durch Dekrete

geschaffen, sondern bewusst herangebildet werden muss. Und

bewusst alle Voraussetzungen für den erstrebten Zustand kann
sie erst dann schaffen,

wenn sie sich dazu die Bewegungsfrei-

heit hegrundet, das heisst von denjenigen Klassen befreit hat,
die einem derartigen Zustand widerstreben. Die erste Voraus-

setzung also ist die Diktatur des Proletariats, das heisst die
soziale Demokratie über die frühere Kapitalistenklasso, also

mit Lenin noch immer eine Herrschaft, wenn auch die des arbei-

tenden Volkes.
Bei Engels ist die Unterscheidung zwischen der Machter-

greifung des Proletariats, das heisst der Errichtung des prole-

tarischen Staates, und dem ''Aufhören des Staates überhaupt'
noch nicht derart klar herausgearbeitet wie bei Lenin ; be greulich, denn Engels stand nicht wie Lenin unmittelbar vor der

Aufgabe, diese Unterscheidung scharf zu troffen, der ü bor-

gnnsperiode nun, wo die Machtergreifung vor der Tvr

.

ta:td,

eine grössere Bedeutung beizumessen, Lenin bestimmte gor.auer
die Aufgaben der Ueb,'rgaigsperiode.

Zunächst stellte er fest, dass die Institution des bürger-

- 35 -

Vollständigkeit nnd Folgerichtiggrossten der'denkbar die mit aus der bürgerlichen Form in keit durchgeführte Demokratie» Gewalt Staat als einer besonderen die proletarische, aus de. Klasse in et«s. *as schon besWer. einer Unterdrückung zur die Mehrheit der BeIM» ist«. mehr Staat kein eigentlicher unterdrückt, so Unterdrücker eigenen ihre völkerung selbst schon nicht mehr nötig Repressionsge^lt eine besondere ist leb^, nicht scheinbare, die wirkliche , die dass Das heisst, rroduxder_B 2 völkerung über Bestimmung papierene di.e nicht gesellschaftliche Regeln, VolksPvoduktenverteilung, tion, anderen R&ti« „ T-ir^hP «sieben Ho m & zu LicbCoieDon, « Ziehung Erziehung, Vermehrung, dessen ist, was Lenin in -AnInhalt konkrete der . onen u s.f -derart eindringlich als "-bsterEngols und Marx lehnung an »M Stelle besonderer Institutionen ben des Staates« einprägt. bevorzugten %nderheit (*6rivili gierte schreibt Lenin, "einer des stehenden Heeres) kann das die^ Beamtentum, Kommandostab unmittelbar besorgen, und je_grgsscren Anteil selbst ifehrheit Ausübung der Funktionen der Staatsan Volk das geSa^g

Staates, also durch eine proletarischen des die liehen durch Lenkung ersetzt mrd. Prinzipiell "andere Art" staatlicher " Mit der Zerschlar -„n "onHprer Art anderer Art'"' prinzipiell, von daran Tus ist verhandelt sich, sagt Lenin, Staates bürgerliehen gung des

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betonen, dass Lonin hier entschieden ganz müssen Tlr

in keiner

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sonst könnte er nicht von

gleichsetzt; «Staat" und'Bovgeoisieherrschatt" Stäat' nach der Entrechtung der
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eine Summe von Bourgeoisie sprechen; unter "Staat" ist hier der ^Institutionen" begriffen, dl, zwar frt&er im Dienste

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hcrrschsndcn Klasse :Bourgeoi sie, standen, jetzt aber in dem
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aus ihrer Stellung "über der Gesellschaft" verschwinden,;
die Mehrheit der Bevölkerung die Geschäfte der gesell.»

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sehaf blichen Verwaltung ("Selbstverwaltung") selbst besorgt.
Das Absterben des Skates, die Entwicklung zur gesellschaft-

lichen Selbststeuerung ist also zu messen an dem Grad der -alt

mählichen Beseitigung der über der Gesellschaft stehenden,
verselbständigten Organisationen und an dem Grad der Einbeziehung der Masse, der Mehrheit der Bevölkerung in die Verwaltung, "Selbststeuerung" der Gesellschaft. "Den korrupten und

verfaulten Parlamentarismus der bürgerlichen Gesellschaft ersetzt die Kommune durch Körperschaften, in denen die Freiheit
des Urteils und der Beratung nicht zum
Efe

trüge ausartet, denn
selbst die Gesetze

die Parlamentarier müssen selbst arbeiten,

ausführen,

selbst kontrollieren, was bei der Durchführung

herauskommt. Die Vertretungskörperschaften bleiben, aber der Parlamentarismus als besonderes System, als Trennung von

gesetzgebender und vollziehender TWtigkeit, als Vorzugsstellung fm- Abgeordnete, besteht hier nicht . Ohne Vertretungs-

körperschaften können wir uns eine Demokratie (also die Phase vor dem kommunistischen Zustand)nicht vorstellen auch
die

proletarische Demokratie nicht; ohne Parlamentarismus können und müssen wir^ns vorstellen, soll die Kritik der bürgerlichen Gesellschaft für uns nicht eine hohle Redensart sein soll das Bestreben zum Sturz der Herrschaft der Bourgeoisie

aufrichtig und ernst gemeint sein und nicht eine

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Fahl"-

Phrase, um '.Arbeiter stinmen zu fangen..." (Staat und Revolution, S.U9)

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I^T^arakters

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ander^^tTichiJauernde
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Diese proletarischen' Solda. den Arbeiter-, Bauern- und aus genannt, S.U. "Sowjets" so.it einerseits da. Funktion eilten hervorgegangen, anraten übernehmen, indem Sie .ie aus Parlaments bürgerlichen des -Funktion einer "Schwatsbude" Qh*3 in die einer der Fusion Umwand verwandeln; schon in dieser Körperhaft arbeitenden Körperschaft laegt das der vertretenden eine Verwandlung der Verfolgt aus dem Gedankengang verantwort xin (dem Volke) »Schiern« aus treter selbst, Funktionare, aber S1 e sxnd volUiehende und ehe arbeitende ve^der^ institutionen, son ern

<*+* *%JA Vertretungskörperschaften.^ der

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selbst^

<** Funktionen der gesellschaftl
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Verwaltung

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wird;

Selbststeuerung wird umso vo Gesellschaft, d.h. die teilnehmen; das heisst g daran Menschen je mehr "Vertreter" s.nd. ,e meh, begewählte Sowjets e weniger die b.vblke Funktionen von der Gesam ausführende stände., und selbst sind bis dahin bowj a iv, t,ti die Sowiets Denn werden. rung übernommen der Gesamtgesellscha t abgevon weniger oder noch immer .ehr Organe und Körperihr hervorgegangene aus auch wenn sonderte, Anschauung hergeht aus der Leninschen weiteren Des scharten. Vertretungskörperschaften Ueberproletarischen die vor dass der noch und Vermittler zwischen ,4-darstellen darsrexi^a * ** sanssfunktionen aber schon absterbenden pro existierenden, noch notwendigen, noch und der in Bildung begriffenen, St^tsgewalt letarischen Selbststeuerung voll zu entwickelnden rieht voll fähigen, aber Die Sowjets können nun entweder der Seilschaft darstellen.

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immer mehr mit der sich zur Selbststeuerung entwickelnden Gesamtnation zusammenfallen, oder aber nur unselbständige i\n_

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und Vollzugsorgane der proletarischen Staatsgewalt Weiw den, Sie wirken zwischen zwei Kräften, einer Gewalt, die noch

immer Staatsgewalt ist, und einem neuen gesellschaftlichen
System, der Selbststeuerung. Wovon hängt es ab, ob die Sowiet ihre vorwart streibende, revolutionäre Funktion erfüllen, oder aber zu leeren, rein formalen Gebilden einer staatlichen Ver waltungskörper Schaft werden ? Doch offenbar davon:

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.

ob dio proletarische Staatsgewalt ihrer Funktion, sich selbst allmählich zu beseitigen^ treu ergeben ist;

2. ob die Sowjets sich nicht nur als Helfer und Voilzugsor

gahe der proletarischen Staatsgewalt betrachten, Sondern auch als ihre Kontrolle und als diejenige mit Verantwor tung schwer belastete Institution, die die Funktion der" gesellschaftlichen Lenkung immer mehr von der proletaris Staatsgewalt auf die Gssamtgesellschaft übertragen;
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3. ob die Massenindividuen sich immer mehr ihrer .Auf gabe be wusst werden, allmählich und ständ ig fortschre jTenT^dlK-^-

Funktionen sowohl des noch lebenden Staatsapparats "<$cgvj aber auch die der" Sowjets, soweit sie nur "VertreTertr7^r "~~ -— Massen sind, zu übernehme n.
Die Diktatur des Proletariats ist also kein D aue ^zustand

sondern ein Prozess, an dessen Anfang die Zertrümmerung des

bürgerlichen Staatsapparats und die Aufrichtung des proletari.
sehen Staates und an dessen Ende die totale Selbstverwaltung
die Selbststeuerung der Gesellschaft steht. Im der Funktion

und Entwicklung der Sowjets ist der Gang des Prozesses am

sichersten zu beurteilen. Sr kann sich durch keinerlei Ili usi ^ on verbergen, wenn man beachtet: Es kommt nicht darauf an,
ob die Wahlen zu den Sowjetkör per Schäften 9<$ gegenüber früher

- 37 -

Beweis für die fortschreiten«*, ist schon deshalb kein gesellschaftlichen Selbststeuerung, weil sie der Ert4cklung der Tätigkeit aussagt und überdies nicl nichts ober den Inhalt kennzeichnend ist; auch in den bürgerfür das Sowjetsystem sogar bei den faschistischen "Volkslichen Demokratien, ja und mehr Wahlbeteiligung». Diesem abstimmungen" gibt es »9<# der Quantität, sondern nach dem nach nicht Gesichtspunkt, gesellschaftlichen Tätig^rHichen. fassbaren Inh alt einer noch oft Qualität zu fragen, »erden wir der nach also keit,

aufweisen, sondern darauf, ob dio SowjetWahlbeteiligung 605? Sowjetvertreter, auch tatsachlich immer mehr *tl 6 r nicht die WahlbetelliT.eT,kur» g übernehmen.
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gaBlte^tftU^g

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kardiale Frage jeder gekommt also wieder auf die der Bertian: TM geht in der Masse Ordnung liehen sohaft sell den gesellschaf tlichen Prozess, sie jrtg_grlg gr feg£§J Ju de m sie unterworfen ist ? des Proletariats ist diese Tn der Phase der Diktatur der das Proletariat und die »fasse präzisieren: jg g :.Vage"zu e», den Staat, der über ^ g , eT ölkerung sic^erhobt^zum Absterben zu bringen und

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m^^jjAej^.

d^rlesc^schaft

überne hmen^ se ine Funktionen zu
diese Frage vor, wenn er einl£nin schabte offenbar plötzlichen, restlosen Beseitigung schärfte, dass von einer Orten keine Rede sein könne, dass des Beamtentums an allen Beamte napparat zerstören und an man aber sehr wohl den alten müsse, "der allmählich jegseiner Stelle einen neuen bauen macht und aufhebt - "." Das ist liches Beamtentum überflüssig

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8Lenin*

keine Utopie, das ist die Erfahrung der Kommune, das ist die „amittelbare Aufgabe des revolutionären Proletariats."

spricht sich nicht darüber aus, weshalb er so sehr versichert,*' " dass die Abschaffung des Beamtentums keine Utopie sei, dass das Leben ohne Beamte, ohne Lenkung "von oben" durchaus möglich, notwendig, ja mehr: die "unmittelbare Aufgabe des revo-

lutionären Proletariats" sei. Diese Betonung Lenins ist nur zu begreifen, wenn man den tief verwurzelten, anscheinend unaus.

rottbaren Glauben der Masse, aber auch der meisten ihrer Führer, an die Unmündigkeit der Masse, Tor allem an -die Unmöglichkeit, ohne autoritäre Lenkung auszukommen, denkt. "Selbstverwaltung", "Selbststeuerung", "autoritätslose Disziplin", das alles weckt nur mitleidiges Lächeln und Hohn ! Träume -von Anarchisten Utopien J Hirngespinste hört man dann. Ja, diese Rufer und Hohner können sich heute sogar auf die Sowjet« «

union berufen, auf den Ausspruch Stalins , dass von der Abschaffung des Staates keine Rede sein könne, dass man die Macht des proletarischen Staates vielmehr stärken und ausbauen müsse. Also hat Lenin doch unrecht gehabt: Der Mensch ist und bleibtein Untertan; ohne Autorität und Zwang wird er nicht arbeiten, sondern "nur seinen Lüsten frönen und faul sein";

vergeudet
»

keine Zeit und keine Energie mit leeren Hirngespinsten

Dann

ist aber eine offizielle Korrektur Lenins von Seiten der

S.U.-Staatsführung zu verlangen

»

Dann muss man offen sagen,

dass sich Lenin geirrt hat, wenn er folgendes schrieb:

"Wir sind keine Utopisten. Wir «träumen» nicht davon, wie man plötzlich ohne jede Verwaltung, ohne jede Unterordnung auskommen könnte. Diese auf einem Verkennen der aufgaben der Diktatur des Proletariats beruhenden ana rchi s ti s cheji_Tr äume

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kennzeichnet« Verfolgt man im speziellen die sowjetisti.

sehe Literatur t dann sieht man, das s der erste Akt der Revolte
tion, der Sturz der Bourgeoisie, und die Herstellung der indu-

striellen Basis des Landes an erster Stelle steht. Die Stärkuacr der Macht des proletarischen Staatsapparats steht ebenfalls
^m

Zentrum der Bemühungen. Von der Notwendigkeit seiner schlj esa^ liehen Ersetzung durch die Selbstverwaltung ist dagegen immer
weniger die Rede,

Für das Verständnis der Widersprüche in

der Entwicklung der Sowjetunion ist aber gerade dieser Punkt

von ausschlaggebender Bedeutung, Er nimmt nicht ohne Grund
in Lenins Hauptwerk über den Staat den breitesten Raum ein.

Das Programm der KPdSU.
(VIII« Parteitag d. KPSÜ, 1919)
-

1. Die bürgerliche Republik blieb selbst in ihrer demokratischsten, durch die Losungen des allgemeinen, das ganze Reich .erfassenden oder über den Klassen stehenden Volkswil.. lens geheiligten Form in Wirklichkeit unvermeidlich eine

Diktatur der Bourgeoisie, eine Maschine zur Ausbeutung und Unterdrückung der gewaltigen Mehrheit der Vferktä'tigen durch eine Handvoll Kapitalisten, und zwar deshalb, weil das Privateigentum an Grund und Boden sowie den anderen Produktionsmitteln fortbestand. Im Gegensatz dazu verwandelte die proletarische oder Sowjetdemokratie- die Massenorganisationen gerade der durch den Kapitalismus unterdrückten Klassen, der Proletarier und der armen Bauern, der Halbproletarier, das heisst der gewaltigen Mehrheit der Bevölkerung in die ständige und einzige Grundlage des gesamten Staatsapparats, des lokalen wie des zentralen, und zwar von unten bis oben. Gerade dadurch hat der Sowjetstaat unter anderem in unvcrgleiclili cK" grösserem Umfange, als dies irgendwo anders geschehen, die lokale und provinziale Selbstverwaltung ohne irgendwelche von oben eingesetzte Behörde verwirklicht.

u»r tatsächlichen und restlosen jius der Demokratie »> Hebung des zu können, ständige tigke it der «gg halt tod der Selbsttä
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Partei Die Aufgabe d*r

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an der darin, unermüdlich i „ h ohsten ^. rio htig funktionieren der Organisiert,

die den r e:erlichen Demokratie, erkennt die 2. Im ^.^^erschleiert, staa ?« ' t unTermeidlich einen Klassencharakter ihres 3° ae Rätemacht offen an. dass die Teilung der Gesell. 6 tagen . Klassencharakter he sta* tsgewa lt nicht * a Klassen ist
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« ** £* Eigensten Wesen naeh schaft in «*.»f völlig verschwunden ***£*£££ Ln Widerstand der Ausdarauf einger davon ausder Sowjetstaat | owj «Verfassung U C beutar zu « terd ^ ^? + »lru wenn sie der Befreiung ist, i Betrug Freiheit sohreokt sie h gaht, dass jede ^ politischen Hechte zu
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Sie Aufgabe dar die Unterdrückung

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soluten klarzustellen, dass der .Fraiheitsbeschraitideologisch sowie jedwede Kampfmt tel gegen Sntzug der P"lf vo^ als allein tang einzig und zu behaupt en oder orrrechta r V hrevo 1 Ausbeuter, die die Versuche der sind. In d notwendig den wiederherzustellen, dieser objektive Möglichkeit die Hotwendigkeit Partei wird deB d«. -d die Aufhebung anstreben.

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*%J^'ab~2*ÄK2*gÄ *« t« Vorurteile «her den

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beschränkte sich darauf, Demokratie bürgerliche bürgern « nie Die 3. p^i^iten wie Versajnmlungs- und die politischen formell auf alle Bürger to Pressefreiheit es lfcl it jedoch machten hauptsächlich die wirt£ leichmässig * Verwaltung zowohl die der büV gerlichen derjferktatig Sklaverei echaftliche

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» 4£ Dagegen setzt die proletarische Demokratie an die Stelle Rechten, und Freiheiten ih- _ ei^qg- formellen Proklamierung von ^~~h atsächiiche Gewährung , und zwar vor allen und vorwiegend f^raAe an .jene Bevölkerung3klassen, die vom. Kapitalismus g die und Proletariat heisst an das das wurden, riio^ T^terd Bauernschaft. Zu diesem Zweck enteigent die Sowjetmacht Räumlichkeiten, Druckereien, Papiervorräte usw. der Bourgeoisie und stellt sie restlos den Werktätigen und ihren Organisationen zur Verfügung. Die Aufgabe der Kommunis tischen Partei der Sowjetunion oesteht darin, immer breitere Massen der werktätigen Bevölkerung in den Genus s dßr demokratischen Rechte und Freiheiten immer mehr auszuzu set zen und die materielle Möglichkeit dazu
dehnen.
4. Die bürgerliche Demokratie proklamierte jahrhunderte-

lang die Gleichheit aller Menschen, unabhängig vom Geschlecht, Religion, Rasse und Nationalität, aber der Kapitalismus er-

möglichte es nirgends, diese Gleichberechtigung tatsächlich zu verwirklichen, und führte in seinem imperialistischen Stadium zu stärkster Verschärfung der Unterdrückung von Rassen und Nationalitäten, Hur weil die Sowjetmacht die Säaeht der »ferktätigen ist, vermochte sie diese Gleichberechtigung zum ersten Male in der Welt in vollem Umfang und auf allen Gebieten, und zwar bis zur vollständigen Vertilgung der letzten Spuren von Ungleichheit zwischen Mann und Frau auf dem Gebiete, des Ehe- und F amilienrechts durchzuführen.

Die Aufgabe der Partei bildet augenblicklich vorwiegend die geistige und erzieherische Arbeit um alle Spuren der früheren Ungleichheit beziehungsweise Voreingenommenheit, besonders unter den rückständigen Schichten des Proletariats und der Bauernschaft, endgültig zu vernichten.
Die Partei, die sich nicht auf eine forr.ale Gleichberechtigung der Frau beschrankt, strebt danach, sie von den^ materiellen Lasten der veralteten, häuslichen «iirtschaf tsführung dadurch zu befreien, dass sie an deren Stellen Hauskommunen, öffentliche Speiseanstalten, Zentralwäschereien, Kinderkrippen usw, setzt.

-

43 -

Die Sowjetmacht sichert den werktätigen Massen in unvergleichlich höherem Masse, als es unter der bürgerlichen ist, die Möglich-; Demokratie und dem Parlamentarismus der Fall einfachsten und keit, auf dem für die Arbeiter und Bauern abzuberufen, und zugängli chsten Wege Deputierte zu wählen un d Seiten des Par lasensie bese itigt gleichzeitig die negativen gesetzgebender und volltarismus, besonders die Trennung von Verbundenheit zwischen ziehender Gewalt, das Fehlen jeglicher den Massen usw. den repräsentativen Körperschaften und Massen auch Der Sowjetstaat bringt den Staatsapparat den sondern eine Produkdadurch näher, dass nicht der Wohnbezirk, die Grundzelle tionseinheit (Werk, Fabrik) die Wahl einheitlind
5,

des Staates bildet»

ist Aufgabe der Partei, durch Fortführung der gesamten! zwischen den Arbeit in dieser Richtung eine weitere Annäherung Organen der Macht und den Massen der 'Werktätigen anzustreben vollständigeren und auf dem Boden einer immer strengeren und Verwirklichung der Demokratie durch die Massen in der Praxis , besonders aber durch die Einfuhrung der Verantwortlichkeit Amtsperso nen und d er obligatorischen Rechenschaftslegung von über ihre Tätigkeit.
Es

Während die bürgerliche Demokratie trotz ihrer gegenteiligen Erklärungen das Heer zu einem Werkzeug der besitzenden Klassen machte, es von den werktätigen Massen trennte und ihnen entgegenstellte, den Soldaten die Möglichkeit der Ausübung der politischen Rechte nahm oder erschwerte, schliess der Sowjetstaat in seinen Organen, den S oWjets, die Arbeiter und Soldaten auf dem Boden völliger Gleichberechtigung und Einheitlichkeit ihrer Interessen zusammen. Es ist Aufgabe der Partei, diese Einheitlichkeit der Arbeiter und Soldaten in den Sowjets zu verfechten und weiterzuentwickeln, das unzertrennliche Band zwischen der bewaffneten Macht und den Organisationen des Proletariats sowie des Kalbproletariats
6.

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zu festigen.

3
Die führende Rolle, die das städtische Industrieproletariat als der am meisten konzentrierte, geschlossenste, aufgeklärteste und kampfge stähl teste Teil der werktätigen
7.
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- 44 -

ganzen Revolution gespielt hat, hat sich ^dttelbar in der Entstehung der Sowjets als auch im sowohl ganzen Verlauf ihrer Entwicklung zu Eegierungs organen gezeigt. I n unserer Sow.j etverf as sung spiegelt sich dies darin wider, dass 5ie den Indus traeproletariat im Vergleich zu den sfrker zerf splitterten kleinbürgerlichen Ma, S en des flachen Landes wisse Vor recht e einräumt.
^fassen in der
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Die Kommunistische Partei der Sowjetunion hat klarzuhlstorisch »it den Schwierigkeiten ?' !?I!L der anisier ^S «- flachen Landes °r? verknüpften Vorrecht IrtZ zeitweiliger Natur sind und danach zu 8t £ diese Stellung des Industrieproletariats unentwegt und matiseh auszunutzen, um als Gegengewicht gegen die eng ibftlerischen una eng berufsfachlichen Interessen, die der Kapitalismus unter den Arbeitern gezüchtet hat. die rückständigsten und_ zersplitterten der ländlichen Proletarier und Halbproletarier sowie der Mittelbauernschaft möglichst eng mit den fortgeschrittenen Arbeitern zu vereinen.

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dör SowJ et organisation des Staates konnte des Proletariats die alte bürgerliche Staatsmaschinene, den staatlichen Beamtenund *ichtcrapparat mit einem Schlage zertrümmern und von Grund auf zerstören. Doch haben das nicht genügend hohe Kulturniveau der breiten Massen der Mangel an der erforderlichen Praxis im Verwaltung dienst bei den von den Massen auf verantwortliche Posten beorderten Vertreter die Notwendigkeit. unt *r schwierigen Verhältnissen Fachleute d er alten Schule söhne n h»7S5nT^ien,.und die Abberufung der am meisten entwickelteTSchich t ler stadtischen Arbeiter zur Arbeit eine^TT^n jriesea reisen Wiederaufleben des Bürokrati smus innerhalb der ^ow^Tr-" "— -— " rdnung geführt.
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Die Kommunistische Partei der Sowjetunion, die den entschiedensten Kampf gegen den Bürokratismus führt, tritt zur olligen Ueberwindung dieses Uebels für folgende Massnahmen
in:
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Obligatorische Heranziehung eines jeden Mitglieds eines Sowjets zur Leistung einer bestimmten Arbeit in der Staatsverwaltung.

aus dem wlr h eben

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als kenmeichfolgende Punkts

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Verantwortlichkeit un über xnr . von Amtspersonen

Rechenschaf tsabletorische oo liga

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und Bauernraten. Sovrjetmitglieder 9. Wechsel der

Verwaltung* zweigen.

- 46 -

der gesamten werktätigen Bevöl10. Allmähliche Heranziehung
Staates. kerung zur Mitarbeit an der Verwaltung des

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Verwaltungsfunktionen. 11. Vereinfachung der
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Abschaffung der Staatsgewalt.
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"EinAm VII. Sowjetkongress im Januar 1935 wurde die
fuhrung der Sowjetdemokratie" verkündet.

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der hlrecht, das die Bauern gegenüber gleiches Industriearbeiterschaft benachteiligte, soll durch bedeuWahlrecht für Bauern und Arbeiter ersetzt werden; das Das ungleiche
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Indutet die Gleichstellung der Kolchosbauernschaft mit der

ßtriearbeiterschaft im Gegensatz zu früher, wo die Industriearbeiterschaft auf Grund ihres revolutionären Sehwergewichts
bei den Y/ahlen zu den Sowjets Vorteile genoss.

(5:1). Das

indirekte Wahlrecht soll durch das direkte und offene wie
bisher durch das geheime ersetzt werden* Es sind lauter Kennzeichen des demokratisch-liberalen Wahlsystems, wie es in den

parlamentarisch regierten Landern durchschnittlich üblich ist.
Eine Aus eind er Setzung mit der Kritik, die diese Massnahmen

von Seiten verschiedener Arbeiterparteien der Welt erfahren
haben, würde hier viel zu weit führen. Sie sind für uns im

Zusammenhange der Frage der Abschaffung des Staates nur wichtig als ein weiteres Zeichen der stattgehabten Verwirrung

marxistisch staatswissenschaftlicher Grundbegriffe. Sie sind
nur verständlich, wenn man sie mit der von Lenin in "Staat

und Revolution" dargelegten Grundauffassung der proletarischen

- 47 -

nur weniger wichtig« mit 1935,Nr,7.S.oSl, <.eigx, a*r "Rundschau" dr »ckt in d«r ht> dl6 Reoht Qder gleichgulti. diese, ausser Deinokratie

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der Welt Zeichnet. Demokratie "demokratischste" betreiben. Es wäre durc*| Wortklauberei Wir weilen nicht sozialistischen "höhere Phase" der
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geheim Wahlrecht für lerer Stelle Wird die

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Werktagen.«

Sowäetde.okratie ais die

denkbar dass eine

Adelung besäte

sozialen Änderungen in die For.en der

»arxistiDoch die Verwirrung der hineinbringt. Demokratie Einführung der Sowjetder Begründung der in Begriffe seh»n wenn .an sie eine genaue Orientierung, erfordert de^okratie» revolutionäre will, ob das Hauptziel der werden klar darüber

- 48 -

und die Einführung der Bewegung die Abschaffung des Staates tatsächlich sichtbar und frgsftl lschaftlichen Selbstverwaltung
greifbar abläuft.

wird von der "weiteren Demokratisierung" des Sowjet* glaubten wir doch, Systems gesprochen. Aber wie denn ? Bisher ganzen Wesen nach sodass die proletarische Diktatur ihrem
Es

Kommunismus als auch tatwohl im Sinne der Begründer des identisch ist sachlich, wie sie anfänglich war,, vollkommen

.

proletarischen Demokratie). mit der sozialen Demokratie (« dasselbe ist wie di e D Wenn aber die iktatur des Proletariats
Sowjetdemokratie X7 soziale Demokratie, dann kann weder eine Demokratie eingeführt werJahre nach Errichtung der sozialen geben. Di e noch kann es eine "weitere Demokratisierung"
den,

'

lässt "Einführung der Demokratie" besagt doch, und daran

gab,

Demokratie sich nicht rütteln, dass es bisher keine soziale und dass die Diktatur des Proletariats eben nicht iden-

auch vollkommen tisch ist mit der sozialen Demokratie, Es ist Sowjetdemokratie das verwirrend, davon zu sprechen, dass die "demokratischste" System sei. Ist denn die bürgerliche. Demo"mehr" demokratie nur "ein wenig" und die soziale Demokratie kratisch ? Hat nicht Lenin ganz eindeutig nachgewiesen, dass

bürgerlich-parlamentarische Demokratie in Wirklichkeit Diktatur F keine Demokratie, sondern eine verhültte orm der nicht weiter dos Kapitals über die Werktätigen ist ? Hat er der Form eindeutig bewiesen, dass die soziale Demokratie in andere der Diktatur des Proletariats eine qualitativ ganz nicht etwa Form der gesellschaftlichen Regelungen ist und
ribie

- 49 -

Verbesserung des bürgerlichen Pari, quantitativ eine b loss
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mentarismus

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Sowjctde^kratie wird dxe TeHn*. der Begründung In der wird da s Staatsverwaltung hervorgehoben, der an Te der ^asse wird geröhrt Über die Behörden betont, Betriebe der Patronat " der Arbeite " den Volkskommissariaten Rate " i e b h a Frage, sondern das ist Ja nicht die

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folgendes an: es kommt auf Masse an der Staatsverwaltung der Teilnahme , Wie sieht die ' Teilnahm eine f ortschreitende diese ist aus. wir klich

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^-^T^Tatstheorie
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ab- 1 sich die Teilnahme eine Behörde eines Betriebs über Patronat formales Eir Beherr^ch^iiejehörde den Selbstverwaltung. is t keine

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^ Anhängsel bedeuten " den Volkskommissariaten i rtft T''b 3 ' Ausführungsorgane der Kommissariate, oder bTstenfalls aller Forderung lautet: Ersetzung Leninsche die während de Funktionen durch die «oh bürokratischen behördlich verbreitenden Sowjets. Masse immer weiter dx, eingeführt und gleichzeitig Sowjetdämokratie 4. Wenn die "gefestigt" wird, so beweiter Proletariats Diktatur des der Grundthese des komanudeutet beides eine Verleugnung ^twicklung der prolenismus. dass in fortschreitender die sociale tarische Staat, die proletarische %]rtatur.

Betrieb d iejehördej, 8atrigb oder der

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Demokratie abzusterben haben.

- 50 Die Funktion der Einführung der Sowj et- "Demokratie" ist*
-

was menschliche Einsicht auf Grund vorhandener a0 h allem,

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Theorien und Tatsachen hier aussagen kann, folgende: Der Ubei—

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von der staatlichen Lenkung zur Selbstverwaltung der Gechaft war nicht möglich« Er scheiterte
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Nichterkennen

der Struktur der Masse und den Mitteln ihrer Umstrukturierung.

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Wohl ist die Vernichtung der Klassenexistnz der Ausbeuter, j^e Enteignung und Niederhaltung voll gelungen, aber die
nz ialistische Erziehung der Masse , d.h. ttie Erziehung zu r

ahi gkeit, den Staat, der über ihr lastet, abzuhauen», zum
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Abs terben zu bringen, und selbst seine Funktionen zu übernehmerl>

ist nicht gelungen. Daher musste die soziale Demokratie,

wie sie" in den ersten Jahren der Revolution sich zu entwickeln
begann, langsam verlöschen, daher musste sich der Staatsapparat, da er durch nichts abgelöst wurde, wieder festigen,-

um

die Existenz der Gesellschaft zu sichern. Die jetzige Einfüh-

rung des allgemeinen Wahlrechts bedeutet nicht nur eine Ver-

schiebung des politischen Schwergewichts auf die Masse der

Kolchosbauern

'* sondorn darüber hinaus die Einführung der

Scheindemokratie, eines parlaaentarischen Scheinrechts, das
ein immer mächtiger werdender staatlicher Apparat eines Masse

von Menschen verleiht, die ihn nicht zerstören konnten und
sich nicht selbst verwalten lernten.

Die jetzige Entwicklung der Sowjetgesellschaft kennzeichnet sich durch die Herausbildung eines neuen verselbständigten

1) auch mit

Rücksicht auf die drohende Kriegsgefahr.

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- 51 -

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geworden ist, um der der strak genug

rung der Sowjet

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feststellte, oh hatten; dass .an nioht et*as uheroh in der Madelung oder ist falsch der P1 an den Plan dann nicht entweder mn das, s9heB wurde; er „asterte. die aher oder ; u . . t änderte Bewegung der Welt ist der proletarischen proletaraihr den Ka^f u* die dass machen, Vorwruf su wirklichen, nicht phrasenals der echten und Diktatur sehe

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- 52 -

haften Demokratie" der Werktätigen so unerhört erschwert, i ndem Diktatur die des Proletariats desavouiert und denjenigen jnan
ReC ht gibt, die schon immer erklärten: "Die Diktatur des Proletariats ist eine Diktatur wie jede andere. Das sehen wir doch

jetzt deutlich» würde man sonst die Demokratie erst "einführe nässen?" üeber das Loh, das jetzt sozialdemokratische Gemuter der S.U. spenden ("Einkehr", "Demokratie J Endlich:") sollten

W ir uns nicht freuen. Es ist ein saurer Bissen. Ein objektiver Rückschritt in der Entwicklung ist oft notwendig und
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getragen werden; doch eine Verhüllung dieses Rückschritts dur cn die Führung eines proletarischen Staates la'sst sich nicht

rechtfertigen. Man stelle sich vor, dass Lenin bei der EinfuV rung der NBP im Jahre 1923 gesagt hätte: "Wir sind aus einer niederen Phase der proletarischen Diktatur in eine höhere
vorgerückt. Die Einführung der NEP bedeutet einen ungeheuren
Schritt vorwärts auf dem Wege zum Kommunismus." Das hätte
sofort das Vertrauen in die proletarische Führung untergraben

Lenin dagegun sagte bei der Einführung der NEP: "Es ist tra U ri

und grausam, aber zunächst nicht anders zu machen. Die Wirtschaft des Kriegskommunismus hat unvorhergesehene Schwierig.,

keiten gebracht. Wir müssen um einen Schritt zurück, um dann
umso sicherer wieder vorwärts zu gehen.
Wirr

geben zwar dem

Handel ein wenig Freiheit, um überhaupt durchzukommen, aber

wir wissen ganz genau, was wir tun." Bei der "Einführung der Sowjetdemokratie" vermisste man
diese selbstverständliche revolutionäre Einsicht, Sie ist

heute notwendiger denn je.

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Form in die sozialistische» Indem sie die Produktivkräfte

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des Landes

entband und die Arbeitszeit generell verkürzte,

gelang es ihr, als einziges Land der Erde in der schwersten

Wirtschaft skr ise 1929

-

34 ohne Arbeitslosigkeit durchzukom-

men» Es ist kein Zweifel daran, dass es der Sowjetunion rlückte, mit ihren sozialistischen Hationalisierungsiaassnah-

m en den objektiven Forderungen der Wirtschaft nachzukommen, Das Grundproblem einer sozialistischen Massenhygiene ist
jedoch darüberhinaus, ob auch die Arbeit tatsächlich ihr Wesen und ihren Charakter zu verändern begann, ob sie aus ihrer
Last und Pflicht zu einer Bedürfnisbefriedigung zu werden

beginnt.
Die Charakter analytische Durchforschung der Mechanismen
der menschlichen Arbeitsfunktion, die noch bei

weitem nicht

abgeschlossen ist. gibt uns eine Reihe von Anhaltspunkten
in die Hand, um die praktische
Bearifotorhaig

der oben gestellten

Fragen einmal zu ermöglichen. Man kann n&nlich mit befriedigender Genauigkeit zwei Grundtypen der menschlichen Arbeits •leistung unterscheiden:
Die reaktive und die sublimierende

Arbeitsleistung.

'

Um hier volles Verständnis zu gewinnen,

ist es jedoch notwendig, sich yunSchst von einigen falschen

Anschauungen der bürgerlichen akademischen Wissenschaft über
die menschliche Arbeit freizumachen» Entweder beachtet sie,

wie etwa die experimentelle Psychologie» die im Dienste des

Industriekapitals steht, nur die Frage, mit welchen Methoden
und Mitteln man die grtfsstmb>lichste Ausschtfpfung der menschl)Vgl. hierzu iieich ^GZi&ralcteranälyse ^ S.ISÖ v..l?7 ff.
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- 55 -

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- 56 -

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wird sofort fragen,, wie man dem abkönnte, denn es leuchtet ein, dass eine auf Pflicht helfen statt
'auf Lust

Dar revolutionäre Politiker

aufgebaute Arbeit niiht nur psychisch 'unhygienisch, sondern auch wirtschaftlich weniger produktiv ist. Eine Wandlung dieser Arbeit zu derjenigen Form, die von den heutigen* Staats.

und Wissenschaftspolitikern
dert jedoch die

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ideal, hingestellt wird, erfor-

Aufhebung der Teilung der Arbeit 'im Betrieb mit der die freudeleere Arbeit untrennbar verknüpft ist. I n der Manufaktur bestand noch die volle Beziehung des Arbeitenden
zum Produkt seiner Arbeit.
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Wenn aber, wie in einer Fordfabrik Arbeiter jahraus, jahrein ständig nur einen und denselben

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Griff an einem Detail des zu verfertigen Produkts zu vollführen
hat und dieses selbst niemals zu Gesicht bekommt, dann ist es
klar, dass

von einer befriedigenden Arbeit nicht die Rede sein

kann,

Die Teilung der Arbeit

wirk

zusammen mit dem System der

Lohnarbeit überhaupt und bringt es mit sich, dass der Arbeiter

Beziehung zur Maschine hat, an der er arbeitet-. Man wird nun diese Behauptungen leugnen und sagen, dass es jl\ doch
Arbeits bodürfnis gäbe, eine Freude an der Arbeit "von Natur aus", die mit dem Akt der Arbeit selbst gegeben sei. Die Einsicht in den Arbeitsprozess, wie sie uns die marxistische Wirtein

auch keine

Schaftsichre enthüllt hat, lehrt jedoch unwiderlegbar, dass
war eine

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auf kann nur geantwortet werden: Wenn ein erstrebtes Ziel
och nicht

verwirklicht ist, so ist das kein Argument gegen die
es zu verwirklichen. Die Grundfrage bleibt, ob die

ujjViichkeit,

Voraussetzungen, aus denen das Ziel geboren wurde, zu Recht
bestehen oder nicht
"Wenn sie zu Recht bestehen, dann muss

man

Hindernisse der Erreichung dieses Ziels frag° n » welche weiteren ist auf dem Gebiete der Technik nicht anders im Wege stehen. Das auf dem der Wissenschaft und der Politik. T/enn der Mount
als

konnte, so ist das Beerest bisher noch nicht erstiegen werden unersteigbar ist. Es 'kommt kein Beweis dafür, dass er überhaupt

Höhe an auf die letzten 800 meter

!

Woge zum Dass die gesellschaftliche Entwicklung auf dem
der Arbeit Sozialismus ernsthaft und automatisch die Teilung
Sowaufzuheben beginnt, konnte man in den ersten Jahren der

jetwirtschaft sehen« So war z,3. die Aufhebung der einseitigen
fachlichen Schulung der heranwachsenden Generation und die Einführung der allseitigen Vorbereitung fürs berufliche Leben
oino der Grunderscheinungen, die uns zeigen, dass die Auf-

hebung der Teilung der Arbeit sich durchsetzen wollte, Nicht
nur der Gegensatz von körperlicher und geistiger Arbeit wurde

dadurch angegriffen^ es war eindeutig beabsichtigt, der Jugend
oine so allseitige geistige und körperliche Vorbereitung für

- 59 -

Jedes Leben zu geben, dass da , spätere .erde, Arbeitsprozesses eingesetzt des Stelle jeder schart an jeuei ro+t-t ehen in den öetneDeu Arbeiter ^uci v, « r rHe axe ss,B. +ö Sn wurden auch

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dass auf Bürgerlichen Unvorstellbare, den für das geschah Es 6 an de Betriebes unmittelbar des Belegschaft : Weise die Bedie Produktion des selbst .ehr, Lei tung teüha.te. Ja sie Produktionsberatungen triebs testete, indem dae «* viele andere Tatsachen, und Diese abhielt. die zeigen «n*. dass können, ersparen hier ^s Arbeitsbedurfnis und von Einheit aerherstellung der
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Pas Dreier-Direktorium und die Selbstverwaltung der Bcete wurde praktisch wieder aufgehoben, als nur ein eänzig er als irektor des Betriebs die volle iei ter
knahm und in eine mehr minder unabhängige Führ er Stellung auf-

Verantwortung!^

^okte. Dieser Direktor entstammte zwar noch immer der Arbeiterklasse, d.h. der Belegschaft des betreffenden Betriebes und -nicht der Kapitalistenklasse.- Aber

wer könnte garantieren,

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tet ein Einwand, dass dieser verselbständigte Leiter des bes nicht bald olle Eigenschaften eines
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dcr Masse entwachsene^"

Sie triumphiert über den

Aufsohers, Bürokraten oder Beherrschers entwickeln würde. Die. se Tatsachen und-Fragen bestehen ja zu .Recht. Der Unterschied" Wachen einer sowjetfreundlichen und einer sowjetfeindlichen Haltung besteht aber darin j. ^±n, aass d-^«* ,«* die i^.t letzte die Schvaerigkciton dazu benützt, die Durchführbarkeit der sozialistisch Planwirtschaft und der Selbstverwaltung überhaupt zu beweisen

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von aussen heranzutragen. Dennoch kann jedo6 K ie der Grundsug der revolutionären

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- 64 zeitig «ine Frage der Sexualökonomie der Menschen, d.h. der Art und Weise, wie er seine vegetativen Bedürfnisse verteilt

und befriedigt. Betätigungsdrang und sexuelle Spannung entstammen der gleiciien Quelle.
Die Sowjetunion hatte sehr früh schon mit der Schwierig-

keit zu kämpfen, dass die Arbeiter die Werkzeuge nicht schonten. Nur eine bewusste Minderheit hatte das klare Bewusstsein davon, dass der Betrieb

uns" gehört, ^ie Klagen über Verlas-

sen der Arbeitsstätte, über eine riesenhafte Fluktuation der

Arbeiter in den -otriebon etc.- verstummten nie. Im "Börsen"
vom 22. Mai 1934 wird eingehend darüber berichtet, dass die

Verhältnisse in den Kohlenrevieren unbefriedigend sind, besonders im wichtigsten Kohlcndi strikt Donbas. Der Bericht

schildert, dass es durch ausserordentliche Massnahmen, durch

Abordnung überzähliger Ingenieure und Techniker aus den Büros in die Gruben etc, gelang,

die Tagesproduktion von 120

auf 148 tausend Tonnen im Januar des betreffenden Jahres zu

hebnn, doch nicht einmal dann waren alle Maschinen in Betrieb und im März 1S34 fiel die Tagesmenge wieder auf 140.000 Tonnen, ^ine der "wesentlichen Ursachen war die Nachlässigkeit,
die sich

nun bei der Behandlung der Maschienenanlagen zeigte.

Eine andere Ursache musste in dem Umstände gesehen werden,
dass viele

Arbeiter infolge des eintretenden Frühjahrs von

allen Minen fortzukommen suchten, wonach nach Meinung der Presse

mangelndes Interesse der Behörde schuld war. Im Laufe des

Januar-Februar verliessen 33.000 (l) Arbeiter die ^inen und
es

wurden 28.000 neue Arbeiter eingestellt. Man meint, dass

- 65 -

hatte vermieden v/erden können, diese grosse Auswanderung dafür gesorgt hatte, den wenn man von Seiten der Leitung

!

.

Arbeitern

Unbessere Wohnverhältnisse und die notwendige

.

terhaltung in der Freizeit zu verschaffen. Punkt der Ideologie Wir bertihren damit einen schwierigen
dooh zweifellos der in der öov/jetunion. Die Freizeit dient und der Verwirklichung der Lebensfreude. Schon

Unterhaltung

Klubs, ^heater sehr frtth wurden daher in den Betrieben Man erkannte also und andere Unterhaltungsmittel eingerichtet.
die Hygiene des Arbeitsdie Bedeutung der Lebensfreude fUr dj3_r Inhalt daneben wurde die Arbeit als
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prozesses.

zum Sexualleben gebracht. des Lebens erklärt und in Gegensatz

im Frühling eine Revolte Im Film "Der Weg ins Leben" bricht Sie zerschlagen die in der Fabrik der verwahrlosten aus. Film wird dieser AusMaschinen und verweigern die Arbeit. Im

üeber schwemmung der bruch damit erklärt, dass infolge einer ausgeblieben war, Zufahrtgeleise das Material für die Arbeit

beit zurückzuführen

Nichtvorhandensein der Ard.h. also dass der Knall auf das gewesen wöre. ln Vvirklichkeit ging ein-

in ihren Kollektiven otej deutig hervor, dass die ^ungens. die bekommen hatten, der MSdels waren, einen Frühiingskoller

ausgelöst, nicht aber verurdurch den Wegfall der Arbeit nur verwandelt sich leicht sacht wurde. Unbefriedigte Sexualität

Zuchthaus knall der in Yiut. Das ist auch beim sogenannten dass, wenn 33.000 Arbeiter Fall. Und es spricht alles dafür, Frühling verlassen, hier auf einmal einen betrieb gerade im sehen Verhältnisse die die unbefriedigenden sexaaltfkpnomi

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- 66 -

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entscheidende Rolle spielton. Es ist,
rorzubeugen, zu betonen, dass

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m an unter sexualökonoai sehen

Verhaltnissen nicht nur die Möglichkeit zu einem geordneten befriedigenden liebesieben zu verstehen hat, sondern darüber hinaus auch alles, was mit L^^nd L ebetlsfreude zy

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Die Beziehung des Geschlechtslebens zur Arbeitsleistung ist keine mechanische, wie es in der offiziellen Sowjetideologie heisst. Es ist nicht so, dass umsomehr Arbeit geleistet wird, je mehr Sexualenergie von der eigentlichen Befriedigung abgelenkt wird, sondern die Beziehung fe* eine dialek . lische: Je befriedigender das Geschlechtsleben ist. desto voller und freudiger ist auch die Arbeitsleistung, wenn alle äusseren Bedingungen erfallt sind. Die befriedigte Sexualität setzt sich automatisch in Arbeitsintcresse und Drang nabh Betätige um. Im Gegensatz dazu wird die Arbeit in verschiedensten ?ormen gestört, wenn das Sexualbedörfnis nicht
befriedigt und gestaut ist. Der erste Grundsatz der Arbeitshygiene einer sozialistischen Gesellschaft muss .also sein: Sicht nur die besten ausserlichon Arbei

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tsbedingungen hergtrfjgn

sondern auch die innerlichen b iologischen Voraussetzungen * mrtnff«n
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Freilegung der vegetativen Betätigungsantriebe. (Verhinderung der Bildung starrer psychischer Panzerungen.)

3,

praktische Verwirklichung des dialekti sehen Zusammenhangs
von Sexualität und Arbeit, d.h. Schaffung aller Voraus-

setzungen dafür, dass die Sexualenergie sich in Arbeits«»

interesse umsetzen kann. Dazu muss sie

befriedigbar 4 # zunächst

und befriedigt sein» Das bedeutet

Sicherung aller Voraus setz uhgen eines voll befriedigenden, uneingeschränkten, gesellschaftlich bejahten Geschlechts•

lebens der Masse».

Wie auf allen anderen Gebieten stiess die re volutionHre
Entwicklung in der Sowjetunion auch auf dem der Arbeit auf
allergrtfsste Schwierigkeiten und musste wieder zurtlckwoiehen,

weil die Erledigung schwerster aktueller
drängte und wenig Zeit liess,

iJ

ufgaben allzusehr

die Hommungen der weiteren Ent-

wicklung in Ruhe nnd mit genauester wissenschaftlicher Gründlichkeit zu erforschen und zu bewältigen.

Man schätzte die massenstrukturellen Schwierigkeiten falsch
ein und glaubte es mit einem

zweitrangigen Faktor zu tun zu

haben. Das, was
"Hang zur

man als "alte Traditionen": "Bequemlichkeit",

Kleinbürger ei" etv. mehr oder minder moralisierend

verurteilte, war in Wirklichkeit, wie sich zeigt, ein weit

umfangreicheres und schwerer zu lösendes Problem als das der
Technisierung und Sozialisierung der Wirtschaft. Die Sowjetrogierung sah sich vor die Aufgabe gestellt, unter dem Drucke
einer feindlichen,
ihre

kriegsdrohonden, imperial fischen Umwelt

Aufgaben mit aller Raschheit durchzuftßiron; sio musste

- 69

-

zurückgreifen und sie ersten Methoden lhe ? zu autoritären vernachlässige* gesellschaftlichen Selbsttätigkeit

«ttU

zur

Inter»isslang die Umstellung des Linie allererster In kapitalistischen Art auf die soder von -Arbeit nes an der nicht zu .erKapitalismus arbeitet man., um ialistische. mt d« starker Konkurrenz oder aber Drucke dem unter ungern, Unternehmer. In der Manismus der Identifizierung mit dem Arbeitslosigder Konkurrenz durch Druck der fiel Sowjetunion annehmende Arbeitskollegen .eg. Bezahlung schlechte -eit oder Unternehmer fiel Identifizierung mit dem untertanenartige le «otrw dieser beiden psychischen Stelle die An >veg. Wenfalls Arbeitszollten nun die sozialistische Arbeitsinteresses des I zum Produkt treten. Beziehungen persönlichen freude und die feststena» 17. Parteitag der KPdSU Stalin ,ie aber. trat Es eine "gleichgültig n huM dar Arbeit" ein. te ei ne dem gearbeitet ™rde und den, an Material", dem j, ggggggber sollte,, an die Produzenten gelangen Produkten, die vom Betrieb die 1917 hei.. Zentralexe..., Bauerninspektion, und Die Arbeitereine konsequent sowjetistlsi
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ier sogar abstreifen-

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kutivkomlWEinrichtung

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Stalin stellte erwies sich als unzulänglich,

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organis, Volksko^ssariate 4nd aller Wirtschafts

die fionen rechnen konnte, war

Leiter-

und

WrnmspektxoAJ

- 70 v;o unsere Arbeit auf «k*** ^.gewachsen und leonplizierter geworden Gebiet 1«+ *!*» *° keiae Notkeine teit, „di Möglichkeit lichkeit g mehr :„e bestlnf ieV Einern * 9 T0° S*"" zu inspizieren,. muss Z entrelpunkt diQ lrbe / aUern_ iaspektion umgestaltet werden. Sftr brauchen sondern eine Nachprüfung 9Ule In ~ sp0lrtidn, der £rohf,i ,50»»« der zentralen Instanzen. Vir b^ucnen^ 6 61 Be * Citte Kon trolle Über die Durchführung d Br Bcschl^f * entrale » ganzen.-»!!? brauchen jetzt eine Organisation S- 6 OJme si tes unerquickliche Ziel zu setzen, ich alias zTnT'-^ * *st8nde ist., ihre ganze ^fmerksa^eit auf"«! 1*5*??» ntroll die Nachprüfung zu konzentrieren, wie °. auf die «S ki« *"" t9ntral n Institutionen durchgeful^ f werden cL s "\ ganisation kann nur die S wietkontr„nv„_ • °l<*e Or? D Lr ^olkskommissionen der Sowjetunion S Rates des Rates der *"«"*«» tS" o «* S teH Vertreter hat, die von den e gig sind. Damit sie aber genurendTw!^ * 10non un ^h*ide sei, nötigenfalls j ede * tart«beliebig WOrtlloh » 1 on«r zur Verantwortung zu sieh™, ist n °* wondi todidaten för die Mitglieder S. dass die der Sow^v 01 Parteitag aufgestellt und vcn v<m fi dam ZentralexekutiT der UdSSR re "^ best«ti~t ^ idass nur eine solche Organisation imstand^T?' Ich 6 lnut o, tatrolle, die Sowjetdisziplin S ° r jet ." ' zu
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ist notwendig, dass die Mitglieder

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71 -

und Wirtschaftsorganisationen Aufgabe, alle Sowjetkoomissare kontrollieren des Sowjetkongresses zu Vertreter gewählte ais die Masse, hatte aloo vorher sozusagen beaufsichtigen, und zu über Partei und WirtAul^ht die wählte, Sowjet die ja den diese Funktion auf die Partei sich Übertrug so schaft, von den ortlichen sowöetistieingesetzten, ihr von die War die unabhängigen eigenen Organe. Organisationen sehdn Ausdruck der Tendenz zur ein Bauerninspektion Arbeiter- und ^i^.verwaltung der Masse, so die neue Selbsttätigkeit und der autorita tiven Durchitlh«Kontrollkommission» der Abdruck der vielen Es war also nur einer Parteibeschlüsse. BBj, dg der Selbststeurung zur autoEntwicklung der von ^schritte Wirtschaft. Kann Gesellschaft und ihrer der Lenkung ritativen der der autoritativen Natur Audruck ein als dicscr Schritt Fragestellung xrt ? Eine derartige werden betrachtet Diktatur musste eben falsch. Die Sowjctregierung grundsätzlich an sich sdiszxplia Wirtschaft und denen der Arbeit der Problemen ri t den Selbststeuerung da hier das Prinzip der fertig werden und Prinzip einprinwieder das autoritative versagte, musste eben Prinzip te, dass wir das autoritative nicht, bedeutet en . ms deutlich hervorwir diesen Umschwung wenn Gegenteil, ^ahen; I. einer dem Kommunismus nxcht Gründen den nach um heben, so nur, und der Selbststeuerung ^sprechenden Entwicklung z„ fragen Siege zu der Schwierigkeiten zu» Beseitigung durch dennoch nicht zum Vorwurf zu Scwjetregierung der ist verhelfen. Es und moralischen henkungsautoritativen zu machen, dass sie allo^ sie tun, wenn sie nxcht musste das me thodcn zuruckgriff,

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- 72 -

gefährden wollte« Zum Vorwurf ist ihr zu machen, dass sie verder Selbststeuerung dennoch die künftige Entwicklung 2u

sichern und dafür alle Voraussetzungen zu schaffen. Zum Vorwurf ist zu machen, dass die Sowjetregierung vergass, dass
der Staat sie das

abzusterben hat. Ss ist

zum.

Vorwurf zu machen, dass

Fehlschlagen der Selbststeuerung und der Selbsttätig-

keit der

Masse nicht sah und sich und die Welt glauben machen

wollte, dass diese Selbsttätigkeit sich dennoch immer weiter

jntwickle. Illusionen verhindern immer, das, -was sie vorspiegeln,

wirklich durchzuführen; es ist daher klar, dass es die
derartige Ent-

>rste Pflicht eines jeden Revolutionars ist,

dcklungs Schwierigkeiten zunächst einmal zu sehen und aufzulockdn.

j Den Beweis dafttr, dass die Entwicklung zur Selbstver-

raltung

und zur Selbststeuerung auf schwerste Hindernisse

tiess und versagte, liefert die ideologische Organisation
er

Arbeitsdisziplin in der S.u. So z.B. die kriegerische Auf-

achung des ersten Fünf jahresplanes. Die 'Wissenschaft der
konomie war eine "Festung", die von der Jugend "erobert" woran

musste. Die Zeitungen berichteten von den "Kampagnen",

Fronten" in *orm von Kriegsberichten. Arbeitsarmeen "schlugen

chlachten", Brigaden "stttimton Engpässe". "Eiserne Bataillone"
ahmen "Gefecht sabschnitte unter Trommelfeuer".

Jader" werden aufgestellt. "Deserteure
sr"
>

11

angeprangert. "Manö-

durchgeführt, es wird "alarmiert", "mobilisiert". "Leich-

Kavallerio" nehmen in "Attacken" schwierige Kommandohb'hen.
Diese Beispiele genUgen, um zu zeigen, dass die Durch-

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- 75 -

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- 74 -

Wenn eine in feindlicher Umwelt kämpfende Regierung sich
jahrelang in einer bestimmten Art kriegerisch ideologischer

Beeinflussung der Masse einübt und im Trubel schwerster
aktueller Aufgabenlösungen die eigentliche Funktion dos

Sowjetismus vorgisst, dann kommt sie leicht dazu, diese
Ideologie und Atmosphäre aufrechtzuerhalten und zu verschärfen, auch dann, wenn sie nach Erfüllung des Zweckes'

Überflüssig geworden sind.
Die Autorität der moralischen Regulierung der Arbeit
pa.'

iste/völlig zusammen mit der kriegerischen Atmosphäre

derart

in

Sowjetmenschen lebten. An eine Umstellung der Methoden auf die Selbstverwaltung wurde nicht gedacht und konnte auch
der die

nicht gedacht werden.
eomol im Kampf

Der Heroismus, den insbesondere der Korn-

um den sozialistischen ^ufhau- aufbrachte, war

bewundernswert. Doch es kommt nicht auf das Ziel an, dem der Heroismus dient, sondern auch ganz YJesentlich darauf, ob sich der Heroismus in seinem Wesen von dem eines imperialistischen
Kriegers unterscheidet.
-

Es wäre ebenso falsch wio irrefüh-

eines englischen oder deutschon Soldaten im Yfeltkrieg gerin er einzuschätzen als den eines g Komsomol im sozialistischen Aufbau. Wenn wir nicht das Subjektive und das Objektive streng und scharf unterscheiden

rend, den subjektiven Heroismus

geraten wir leicht in eine Politik und Propaganda, die mit klarer revolutionärer Einsicht nichts zu tun hat. Gewiss, der Heroismus war notwendig, aber da die Umstrukturierung der Masse hinsichtlich der Arbeitsdisziplin fehlte, musste die Sowjetunion zu Methoden zurückgreifen, die nur

sehr wenig

- 75 -

Bo.iaU..» ge- I *%<*> die haben, tun zu rait de r Idee entpers, n da das Arbeitsinteresse z.B., ward. So hat.

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war. «ieder aar de* ,„«n.i*f mrvn man traf Unterschiede emgofunrt, wieder ™rde PrKmieny;esen der Arbeiter ;e a ach 4e= I Unterbringung and der Verpflegung sogar as a raehr, .an führte Arbeitskraft. 3 V,ert ihrer o a a * «iri Das v/ar alles not» s„ c«vKrf<5tor Form wieder ein. w^ l darüber sein, dass es i ch klar sieh te „endig, aber raan rausKichtung aussen entgegengehen Sozialisraus ln einer de» Kraft darauf raussto deshalb all« raan und te. ffiuES dieser, ,ie beton., notnachteiligen schon jetzt den I vorzubeugen. wendigen Massnahmen f-d I Regulierung der *rbext autoritäre Die moralisehc an"Riegel" gegen Reiter raan dass darin Ausdruck, rbeiter raus st on sich , m*. Die .J-Deiuer vorlassen. zu Betriebe M-. die Botn sandte, zu blci-1 fi ahresplanes Funf,ahr. n P^ des *nde zura bis etwa verpflichten, der Z -t J der Sowjetunion Industrie der te n, Da etwa 40* diostal Tf-iecsraittelereduktien -i<^ .einen reino» 1 . der des Punfiahresplans die verschärft worden, ura beträchtlich aus ste die .rboit H*. zu halten So einiger auf Ihslittelindustrie "Abende der .ext Ehrgeizes des Staehelung den z.B. raittels von Kon-j Druck, Wettwickeln von tottzotzen eingeführt, etv,a seh, ui fast allgeraein ein «urde Betrieben den f das sch,arze Brett eingoßt. Brett fu d ein rotes die "eraven. auf das rote Brett

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Kaulen-Arbeiter,

Erniedrigung der ändert raoralischen der und Hobung der einen

die Ilhbaren". Man erfubr „bor

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raoraUscnen

- 76 -

Nichts. Doch nach allem, -was wir von derartigen moralischen
_

Massnahmen wissen, ist der Schluss sicher, das s
die Struktur bil düng im Sinne dos Sozialismus

die

Wirkung auf

verheerend sein

musste. Wer aufs schwarze irett kam, musste Scham, Neid, Minderwert igkeitsgefühle, ja schweren Hass entwickelnder aufs
r0 te Brett kam,

durfte über den Konkurrenten triumphieren,

durfte sich als Sieger fUhlen, konnte seine Brutalitat aus-

lobon und seinen Ehrgeiz triumphieren lassen. Und dennoch, der
in einem solchen

Kampf Besiegte, musste nicht unbedingt der

Schlechtere sein. Im Gegenteil. Wir dürfen vermuten, dass
mancher unter den "Schwarzon" in- seiner Struktur ein guter

sozialistischer Sowjetbürger war. Und der Sieger braucht nicht unbedingt ein Mensch mit sozialistischer Struktur sein, denn
gerade das, was

m

ihm gestachelt wurde, kennen wir als we-

sentliche Eigenschaften des nationalsozialistischen Ehrgoizlings

Wie wenig man daran dachte, dass der Staat abzusterben
und seine Funktionen an die £fenschen unter ihm abzugeben
habe, beweist ein Gedicht,

dass zwecks Aufstachelung der

Arbeitsfreude und Disziplin eingeführt wurde:
Es braucht der Staat
fü*r

die Kolchose

zahllose, stählerne Agitatoren.

Vom Pazifik bis Minsk, von Yfjatka bis zur Krim
harrt fetter Äckerboden der Traktoren.
Es ruft der Staat
1

Voran, voran

l

Mann für Mann

l

tretet an

1

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und 1*5, den Hammer Nacht
Schlag, schwingen vir Schlag auf

bauen täglich hundertmal aus Stahl. den Land ein neues Ross
1

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zeigten, einigen Beispielen

antisemitisch,

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kennen diesen Forderungen Hur die Besten .us di.« Oruade und zurück, und Hasse bleibt W*g

ip-istenFolge legten,

kennen die Klagen mit diesen Mittein ° * Mcterial.angel, und Zeit, ,unk Solange nioKt duktion, nicht aufboren. I Begeisterung una ae. ***»« mit Menschen chnittlichen E irsur Arbeit ur.a Beziehung S9 i« der persönli^n ist von einer Umstellung „ leistet, *<vl+ leistet:, orbeit beitsproaukt die nicht die Rede. der Arbeitsdisziplin die einder Arbeit entfremdet Regulierung 8 . Eine derartige sperrt sie .assenindividuen einanaer. Seiost Shrgeiz bei aon Schacheren, una Noia *. eräugt aer Starkeren una -«iaerspricht aen bei Unerheblichkeit des Zu *""*"« aes P.uptabsieht fed. menschlichen Kollektiv. J. una Kollektivs Benunziation friedlichen statt aes

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~ 78 -

die persönlichen Reibereien. So berichtet Mehnert

:

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»Käufig ist der Empfang der Kpmsomolzen, die als Stossbri gade zur Unterstützung des fremden Betriebs kommen, wenig: freundlich, denn die Methoden, mit denen sie die Arbeiter zu verstärkter Leistung anspornen, pflegen nicht sehr rück sichtsvoll zu seijU Vor allem die Arbeiterkorrespondenten die alles ans Licht ziehen und in die Presse bringen zum* grossen Teil Komsomolzen, sind manchmal recht verhasst Der Mangel an Werkzeug und Rohstoffen, die meistenteils .trostlosen Wohnverhaltnisse, der passive 'Widerstand viriinArbeiter Übersteifen oft die Kräfte der Komsomolzen d es hat Fälle gegeben, in denen sie mit siegesfrohenViP dem anrückten und mit Tränen der Verzweiflung wieder ah ziehen mussten."

J

3.

Aus einer derartigen Disziplinierung und Regulierung der Arbeit muss notwendigerweise eine menschliche Struktur

hervorgehen, die durchtränkt ist, entweder von religiösem Fanatismus oder aber von Stumpfheit und passier Resistenz,
Es ist immer so gewesen,

dass der "Ethos

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P ir, on Milien, weni—

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-

Eintergründe antisozialistische Kräfte. Auf die Struktur, den Willen, die Eewusstheit, die Ueberzeugtheit und freiwilü
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gen die Unbrauchbarkeit der grossen Masse zur Ergänzung hat. Mythos und Ethos sind schön, heroisch, hehr, aber und das muss mit voller Schärfe und Eindeutigkeit ausgesprochen werden, sie sind in dieser Form mit diesem

Begeisterung der breitesten Masse des durchschnittlichen Menschen kommt es an.

Mehnert schreibt über den Sowjetgeist:
"Dieser Mythos ist einfach und klar. In unserer mythenloser1 und mythenhungrigen Zeit übt er eine faszinierende Wirkung;

Und wie jeder Mythos hat er ein Ethos geschaffen ein Ethos, das heute schon Millionen in sich tragen und das von
aus.

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79'

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"Die Not ist Jahr 8U hauen, sind s gesteckt dxejir S .^ele &Ua Welt> d gr oss, und die f 1 In «.it. "* feinde um uns und in uns. «nähMrt ,j», uns flirchtet us nBhern , wird unsere dem um wir dem Kasse, in dem Aber Wir Not geringer „erden. Jeder ist ^tverein le. fUral Gewehre lie . alle für einen, einer theit des vol_ *' ein »«. es umkoimen. fort, so begeht den Soldaten, an 1 nur so benicht kes , Maschi nen hcrst ellt, untaugliche Werk t»enn heute ein geht es ein Verbrechen des Krieges de r *ro von j Eosertion Linon Aufbau kämpfen. gegen einen ist kein Vorgehen jahreBplw* und geraden. "efuSernohier sonder, ge Oennunser ist dies Land,

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Es säet dein Russen:

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seine Zukunft. seine Fabriken und grosse. «in Ethos, das so Kampfern, von Sthos 1DU ist ein einund Disziplin 3 edem ohaft Opferbereite Forderungen an
ur_JS .einen stellt, aa^LJ2 Trager scheiauch .enn seine bleibt, gross das oin Kbhos,

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diesem Kthos „ird, wenn ihm mit Bonos können: Auf dieses ausrufen nu r «egbloibt. d ie Masse

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Regulierung der Arbeit die moralische
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- 80 -

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War sie eine Massnahme, die in der Richtung der Erzeugung der sozialistischen Struktur wirkte ?
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Mehr, sie begeisterte derart die Führung der Sowjets, dass diese die ungeheure Gefahr nicht sah, die daraus hervorwuchs; die Gefahr der Erzeugung einer nationalistisch bes-chränkten Struktur und Ideologie innerhalb der breiten Masse
der Bevölkerung

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- 81 -

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hUre bewegen,

der grossen H oisioh fa der Luft und 1

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vorausgesagt hatte, vor einigen Jahren derartiges mr sinnig erklart worden. irr «t Recht mit waro Hund-! (zitiert in der 1935 *. Xn der etpatrietisunter de, Titel »Se. 3 1936), S.7S7. soh au» ». ia der se.ialiI:, iosel wir unter Patriotismus zu bürgerlichen de,» Ische Patriotismus mit

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machtvoll Verteidigung - steigt E6 ldontum des l nirgend» Volkes empör, »e und ^rge.oh^ungen Land 60 eigene Kampfes für das zauberhafte Geu unnachahmliche ganze Die M9 die v;ie bei uns. revolutionären Worksohichte der zeigt, ~»S« die und gte zc n handeltl Geschichte der Sowjetunion ^brause, den Barrikaden, im

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82 V,
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flinken Reiterheeres Budjonnis, im Kartätschenfeuer der ehernen Heere der Revolution, im Gleichschritt der Werke und de r 'Fshriken der sozialistischen Industrie, im Arbeit srythjnus der Städte und Dörfer, im. Virken der Kommunistischen Partei ertönte Lind ertönt der grosse, der/unsterbliche Gesang von unserem teuren, befreiten und neugestalteten Land, Das von Lenin und Stalin gehegte und gross.^ezogene SowjetWie lässt es sich von den Strahlen des Frühlings land der mit der Oktoberrevolution .angebrochen ist, kosen l Aufrauschten die Bäche, es stiessen die in Erstarrung gehaltenen Ströme durch, alle Kräfte des werktätigen Volkes setzten sich in Bewegung, um durch die Grossartigkeit der Sowjetunion, durch den Glanz ihres Kuhms und ihrer Mächtigkeit der geschichtlichen Entwicklung neue Wege zu bahnen. Die .^nsätze eines wohlhabenden Lebens und einer sozialistischen -Kultur schiessen in die Höhe. Hr erheben das rote Pan ner des Kommunismus zu neuen Höhen, tief hinein in die bimsen Höhenfernen.
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1
,

Der Sowjetpatriotismus ist die Liebe unseres Volkes aia $€& Land, das den Kapitalisten und den Grössgrundbositzorn mit 1 Blut und Eisen abgerungen werden ist*, er^ist die AuhunVlichkeit an das prachtvolle Leben, dessen

grosses Volk ist; er ist die kämpferische und machtvolle 1feM+ in West und Ost* er ist die Angabe an das grosse kulturelle Erbe des menschlichen Genius, der in unserem Lande und nur 1« unserem Lande so recht zur Blüte gelangt ist. Und was' ist * da verwunderlich, dass an die Grenzen der Sowjetunion L l lander kommen, Leute von einer anderen Erziehur. * "*-„/ *T*i. zu verneigen vor der Zufluchtsstätte der Kultur" Ur VOr * dem „Z 3taa t ' dor roten Fahne ?

Schöpfer i^ser

^

Sowjetunion - Mens ohheits lenz 1 Dor fftm Mosksu klinrt d» Arbeitern, don ]j. uern, allen ehrlichen und kulturvoll sehen des ganzen Erdballs gleich einer Sturmglocke einer .^ffnung auf eine helle Zukunft und auf den Sie"p uocr * über faschistische barbarei.
...In unserem sozialistischen Land sind die Interessen de, Volkes von den Interessen des Landes und seiner EeeioruS nicht zu trennen. Die Quelle des Sowjetpatriotismus besteht darin, dass das 'olk unter der Führung

mt.1^1

der Kommunistischen

- 83 -

Leben zimmert darin, da* 5 der reicbes Land erst jetzt, unter S±Ch Wirkli^ erschlossen hat Und ,ie , 6 Sowjet^cht^en Heimtland, an den *oden, Annangiiom zur natürliche Y ere;rössert sich dessen -ter sozialistische Heimat, oxoi.es dos Kraft P-ewaltigen f seinen Stalin. grosse auf seine und lassen gross des Gedanken Di0 tapferer Krieger, die beUrin» über •,erden Helden alles Terso hlingend»r. der Jl«*h reit sind, und sie vom Angesicht Lande des * Jugend die Feinde j ^Buttermilch wird unserer
» * ' lur für Parte!

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selbst sein eigenes s

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Gestaltungskraft als das Leben... n & Sorgiali;, Kunstfertigkeit, " grosster ... iiit don rro ssen unbesiegs wir gleich Scwjetpatriotis^s ist der Oktoberrevoluliehen Geist des »-vorragendes,. f*^ Kelden tum, Ereine d er ihm ! Bewegung gibt es doen Ich greifende., einer geTOSer e a nand in r,luh tg . Er erhi t Z t die Der .owoetpatriotis^s * der waltigen Fla»». ren Bombenflugzeuge, sohwe der tanks, S türm s o^ owjetpa triotismus waont Fctoren unserer Der ^-hu.ze die ver _ "törer und ladt ; "*" a» unseren in uns-r urteilte Feinde
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Kirow-Affaire lasen wir: ^Xasslieh der
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gesunken sie, eine Aenderuag Sinne der sogenannten d tr Partei im Plattform Btt erreichen.

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- 84 »fcitvrinoy

«MjfcKrtala da*

stimm ungsrecht

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grosser Befriediiünljcönnen v/ir heute den Erfair *»» ^Wendung des Selbstbestismungsreehtes der Völker v Flohes eines der Grundprinzipien der internationalen oiitijc meiner Regierung darstellt. Die Anwendung dieses Prinzips mss den Zweck haben dä„ B.w n alitat der Mehrheit der Bevölkerung eines besti^en. Die Geschichte hat rl ums entschieden, dass diT » für dieses frwi, an der Nationalität Probe der SaarbevblkePr0be> die am 1S dieses "**"? Monats » TSftSS hat zu ; stattfand Ergebnissen geführt, die allen Zweifeln vom solche bestenden, in der Nationalität der SaarDrovin, "*» tann Völkerbund nicht e fe dass er nach den Resultaten dieser ton, Probe die schneidet, warum das Saarvolk so e-esHimr h.t ». Frage 6 gl auben. die Abstanden in besondereTÄg^tä^de °" g en haben, die gegen ihre nationalen S o kann die7latsache, dass die Srwägungen schliesslich ausX schaltet worden sind, nur die Bedeutung der Abstimmung rem nationalen Gesichtspunkt verstärken. Die grosse Mehrheit des Saarvolkes hat»« gesagt, dass sie dessen zu bleiben wünscht und dass sie jeder Beziehung das Schicksal ihrer er landsleute teilen will. „ ir uns darauf besohrSn einen .solchen Entscheid zu achten und d». . Rüc kkehr selbe r Mohne an der baar beElÜo kwöW.h,,,,. "

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Nach den Berichten der Presse wurde Ken bei seinem besuch in '«oskau von den Sowj etanassen begeistert mit dem Ruf und Gesang "God save the king" empfangen.
Ist mit diesen Beispielen, denen sich soviole andere

lassen, der Beweis erbracht, dass die Sowjetunion nationalistisch, ja, wie manche behaupten, nationalsozialistisch entartet ist ? Hat die vom "Soziales in einem Lande» mit Naturnotwendigkeit zu derartigen Srgebnissen geführt oder fuhren müssen ?
.artigen

Wie

- 85 zu zeigen, dass w>+ sich die Gelegenheit wie: »Ist die Sowjetunion so* ie Fragestellungen !Toluta dSrarÜ gewor% Sowjetunion nationalistisch die »ist oderleoendigen Prozess zu erfas. sind, einen reeignet '""""cht Mittel, dies wirklich t

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n^ssenstruktuund besonders , wirtschaftliche WlrUl v, in das hineinblicken. ». kann nur Sowjetunion So der Tder + Getraebe r elle 7ersohiedenartigen Tenden to d, se nzen sach ausse

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übersehen dabei den ungeheuren Panik in leicht der von 1917 auch heute noch vT «„ den die Revolution

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j

- 86 die Kritik der Masse, die damals geweckt wurde und noch heute ein lebendiger Faktor im Leben der Sowjetunion ist. E s fehlt
der

Antisemitismus, ein wesentliches Kennzeichen des früheren

russischen Nationalismus. Die sogenannte "neue Aristokratie",
die sich innerhalb der Kommunistischen Partei "zu entwickeln

geginnt", entstammt ja doch der Arbeiterklasse und ist in ihr
noch verwurzelt. Es muss gleich einschränkend gesagt werden,dass das kein absolutes

n indernis ist, dass diese aus der

Arbeiterklasse stammenden Staatsfunktionäre nicht auch einmal
als

"neue Aristokratie" der Arbeiterklasse gegenüberstehen

konnte. Da die westliche Revolution nicht nur ausblieb, son-

dern einer katastrophalen Entwicklung der politischen Reaktion
Platz gemacht hat, so ist nicht daran zu zweifeln, dass die

Sowjetunion nicht den Sprnng "aus dem Reich der No wendigkeit
'in das Reich der Freiheit" machen kann. E s hängt durchaus

von der weiteren ^tv/icklung ab, ob und wie die Herstellung
der so gialis tischen Struktur nicht nur in der Wirtschaft son-

dern auch in der Ideologie und in der Struktur

der Masse

möglich sein wird. E s gibt keine Möglichkeit, darüber heute

Bestimmtes auszusagen»

Weder über zeugungs lose Treuebezeugungen zum Sowjetstaat,
noch Verzweiflungsergüsse, die einem

Kopfloswerden entspringen,

können die Situation nicht bewältigen. Die Aufgabe der revolu-

tionären Bewegung kann heute nichts anderes sein, als
wieder in sachlicher und ruhiger

teer

Form auf diejenigen %tv*fe-

lungszeichen aufmerksam zu machen, die in antisozialistischer,

antikommunistischer, antirevolutionärer Richtung liegen. Wir

I

- 87 -

V

Anzeichen nennen, ohne wollen einige derartiger wichtiger schon jetzt nationaüdamit zu sagen, dass die Sowjetunion
* J

die Sowjetunion sich cter stisch entartet sei. Denn mxm auch ihrer heutigen VerWelt gegenüber durch Stimme und Ideologie
vergessen werden, treter kundgibt, so darf keinen Augenblick Millionen Menschen mit dass zur Struktur der Sowjetunion 170 und Ideologie gehören, Struktui/ psychischen verschiedenartigen einer sehr und ebenso eine kollektivierte Landwirtschaft und eine sozialisierte Industrie.
Die nationalistischen Anzeichen
1, Die Theo rie

sind wesentlich folgende:

vom Sozialismus in einem Lande«

Diese Theorie war notwendig, d.h, durch dir Bremsung der
Vteltrevolution bedingt. Sie hätte nicht zu nationalistischer

Ideologie führen müssen, wenn sie gleichzeitig mit einer klaren internationalen Politik und Ideologie verknüpft geblieben
wäre, wenn ihre Vertreter gesagt hätten: "Wir können nicht
anders, wir müssen
l

M

Doch im Kampf gegen Trotzki , der den

Internationalismus scharf, eindeutig und konsequent vertrat,,

k

zeigte sich, dass man in der Sowjetunion den Widerspruch der
Theorie des Sozialismus in einem Lande und den Anforderungen
einer internationalen revolutionären Bewegung immer mehr

ver-

tuschte und schliesslich nicht mehr sah. Dennoch wäre es
durchaus möglich gewesen, den Aufbau des Sozialismus in einan.
i

Lande zu vertreten und gleichzeitig offen die Schwierigkeiten
zu behandeln, die er für die internationale revolutionäre

Bewegung bedeutete. Statt dass eine einzige revolutionäre
Partei diese beiden Interessen gleichzeitig vertreten hätte,

:

- 88 £

unter klarer Darlegung der Schwierigkeiten und .^ompliziert-

!

heiten^ die ein solcher Widerspruch mit sich, bringen raisste, spaltete sich das Interesse, der revolutionären Bewegung auf: Stalin wurde der einseitige Vertreter des "Sozialismus ln einejn Lande" unter völliger Vernachlässigung der

internationalen

wiederum wurde eindeutiger Vertreter der internatiohalan revolutionären Bewegung, und vernachlässigte
unserer Ansicht nach zu sehr die Notwendigkeit, gleichzeitig

Interessen, Trotzki

den internationalen Interessen die Notwendigkeit des vorläufigen Sozialismus in einem Lande zu vertretendiese
mit-

Auf-

splitterung fand viele groteske Äusserungen, Wohl eine der schlimmsten war ein Erguss von Louis Fischer in der "Weltbühne" Nr ,15/1934; er schrieb:
"Irotzkis zweiter grundlegender Fehler war sein Glaube an die Weltrevolution, Pessimistisch betrachtete er die ^ov/jetunion optimistisch die Aussicht einer internationalen Arbeiterrevolution. Indessen ist es unbestreitbar, dass die Weltrevolution heute so fern ist, wie zu der Zeit, als Lenin und Trotzki die III, Internationale lenkten. Europa ist wahrscheinlich im Begriff, in eine Aera der Bourgeoisie zu versinken, die an das P.dttelalter erinnert. Der Faschismus ist unfähig,
den Ökonomischen Abstieg auf zuhalten, kriecht von Land zu Land und verbreitet Hass gegen den Fortschritt. Europa war nie so

finster und hoffnungslos wie heute. Der Kommunismus bahnt keine Gasse, ^ie Komintern ist ein trauriger Versager."
Es

war also nach Louis bischer Trotzkis Fehler, konse-

quent daran festzuhalten^ dass es einen Sieg des Sozialismus ohne international p Revolution nicht geiben kann. Er verwechselt die

Ansicht in die Notwendigkeit des Eintreffens be-

stimmter Voraussetzungen zur Erreichung eines bestimmten Ziels

-

89 -

ohne die Voraussetzungen mit dem Glauben, dass dieses Ziel glauben, dass es Trotzkis sofort möglich sei, Wir dagegen die heutige EntwicW allergrösstes Verdienst war, schon 1924 vorauszusagen und vor ihr gewarntj lung im wesentlichen richtig befähigte ihn gerade sein unerschütterliche fxx haben. Dazu der internationalen Glaube an die Logik und Notwendigkeit

Fehler beging ( und revolutionären Bewegung. Wenn er einen ein Trotzki keine Fehler bewer würde fordern, dass selbst in den ersten 8 Jahren seigeht) so war es wohl der, dass er Schuld Stolins betonte und zu ner Opposition allzusehr die einer internationalen J| wenig Stalins Politik als den Audruck

« W

auf objektiven Situation sah. Wenn hier nicht Ressentiment allzusehr begreift Seiten Trotskis wirksam war, so ist es nur

:i

dass niemand die Katastrophej lieh, aber es steht ausser Frage,

derart kommen fühlte wie Trotzki .

Stalin guteil wird. 2. Die steigende Führerverehrung, die
off ensichtDer Unterschied zu Lenins Einstellung ist zu werden. Bildern in lieh, um hier besonders beschrieben zu in Demonstrationszügen, das überwuchern der Hirrarchie

*

den

•fl

Niedergang des Sowder Partei selbst, "Stalins Regime", der die wachsende jetismus, die fortschreitende Askeseideologie, Interessenvertretung Ignoranz bezgl. Europa, die nationale sind deutliche Anzeichen in der Außenpolitik durch Litwinow, Und Führereiner Verschiebung zugunsten des Führerkults. nationalistischer kult ist immer ein wensentliches Zeichen
Ideologie.

.

-90Der Rekordehrgeiz,

Die ständige Konkurrenz mit Amerika, der Ehrgeiz, aanerilischer als der Amerikaner zu werden, statt anders zu werden
Ji's

*

dieser; die nationalistische Note, die mit der Zeit die

Iparole "einholen

und überholen" bekam, etc. gehören dazu. Be-

sonders deutlich wurde die Ähnlichkeit der sowjetrussischen KT iRekordideologie mit der nationalistischen im Sportwesen,. Hier
find

Unterschiede spezifischer Art zwischen sowjetis tischer

|ind

nationalistischer Ideologie kaum mehr festzustellen»

-

Als Beleg dafür, dass sich die Sportideologie in der Sowjet-

Haien nur durch die gesellschaftliche Basis und durch das Ziel
les

Sowjetismus, nicht aber im Yfesen vom bürgerlich nationa-

listischer Sportart unterscheidet, dient etwa die Mappe "USSR

Bau" vom Juli/August 1934 ür»7/8. Dort wird eine Rede des
rolkskommissars für Heer und Flotte, Woroschilow, wiedergegeben,, die er

vor den ersten 10 gammandeuren der Roten Armee

fhielt,

die mit dem Abzeichen GT02 ausgezeichnet wurden: "Wenn

Fman ^uch so anschaut, seid Ihr äusserlich ganz gewöhnliche
|jienschen f gewöhnliche

Kommandeure unserer Roten Armee und doch

«habt gerade Ihr es fertig gebracht, als die ersten, nicht nur
Ri

i

Irin
Bi

der Roten Armee, sondern im ganzen Land, wo es tausende

gsrortrefflicher Sportler gibt, den ehrenvollen Titel von Vor|)cämpfern
JT02

an der Sportfront zu erkämpfen, das Shrenabz eichen

- eine Art von Orden,"

In dieser Rede werden 10 Beste einer Masse von "weniger

Buten" entgegengestellt. Dass das sozialistische Ideologie wa-

- 91 re, kann niemand behaupten. Es liegt völlig im Rahmon der I^i

logie der Konkurrenz, des Uebertreff ens, des Hervorgehobenseins aua der Masse, des Beordetwerdens« Diese Art der SportJj

begeisterung und Sportehrgeizstachelung weist in ihrem Wesaa

I

nicht den geringsten Unterschied gegenüber der nationalistisch

Art auf«
4« Die Feier der Tschelju3kin-Expeditiop..

Wer den Tscheljuskin-Film gesehen hat, wird nicht an dem

unerhörten Heroismus zweifeln, den sowohl die Schiffbrüchigen«!
wie ihre Retter in Zeiten grosster Not an den Tag gelegt
habe:

M

Die Rettung der Tscheljuskimannschaft wurde jedoch als eine

unerhörte Eigenart sowjetistischer Disziplin und sowjet'istisc}ä
Helden*mutes gefeiert. Wer wird daran Zweifeln, dass auch eihäl

amerikanische Fliegernannschaft den gleichen Heldenmut aufge-^1
bracht hätte, wenn ein amerikanisches Arktisschiff in Not ge- |

raten wäre. Weshalb soll man derartige Selbstvers iandlichkei-!}'.
ten nicht aussprechen dürfen
II
: .

?

Es

kommt ja nicht darauf an,

:'s

ob die Sowjetisten grösseren oder, .kleineren Heldenmut aufweisen'
als Militaristen nationalistischer Staaten, sondern, es kommt

im wesentlichen darauf an, worin sich dieser Heldenmut von deml
nfji
;

•;

nationalistischer Kampfer seinem Wesen nach unter scheiden • Wir!
glauben, dass es spezifische Eigenschaften einer sowjetisti-

schen Struktur gibt: Einfachheit, Scheu vor allzugrossem
:

Tamtam. Verurteilung der Führerverehrung, Verurteilung mili-

taristischen Geistes an und für sich, Verurteilung von Helden-

tum an und für sich, unermüdliches Streben darnach, sbh nicht*

von der Masse abzusondern, sich ihr nicht gegenüberzustellen,

- 92 [E-tfendiuig
lichen»

aller Kraft und Macht darauf, es der Masse zu ermög-

endlich einaal selbständig und Herr über ihr Sein zu

Srden,
i^sinus

also jede Führung entbehren zu können. Wenn der Sowjedie Kriege zum Verschwinden bringen will, dann miss

feine

Ideologie derart sein, dass er nicht Opfersinn und Helden-

an und für sich einpflanzt, dass er nie dabei vergisst, dass
jjein

wesentlichstes Ziel ist, die Kriege sowohl durch Beseitiihrer objektiv gesellschaftlichen als auch ihrer struktu-

r

ellen Gründe zu beseitigen* Der Sowjetismus muss an dieses
uiptzial und seine Verwirklichung schon herantreten, wenn er

je

noch notwendig hat,, gegen eine feindliche Umwelt kriegeri-

schen

Heldenmut und °pf ersinn zu züchten. Ein schwerer Wider-

spruch gewiss, aber wer die Aufgabe des Sowjetismus darin erjlickt,

mit den kapitalistischen Staaten in der Züchtung krie-

gerischer Ideologie und Struktur zu wetteifern und dann das
[Hauptziel vergisst, der hat schon aufgehört, Sowjetist zu sein^

mir verhehlen uns aber nicht, dass die Lösung dieses WiderEspruchs, solangBder Weltsozialismus nicht verwirklicht ist,
arohl zu
>.

don schwerst zu lösbaren Aufgaben gehört*

g» Die

neueste Losung der Sowjets etwa bei Vereidigung der Ar-

l'äeo

lautet nicht mehr "fürs sozialistische Vaterland", sondern

FfUrs "Vaterland", also eine nationalistische Parole, Prägen wir
I

|uns,

weshalb die sozialistische gegen die natio^a ii st i sche

[fearole ausgetauscht wurde. Offenbar wegen des Fehlschiagens
[der

sozialistischen üastrukturierung der Masse und der Notwen-

digkeit, dennoch 170 Millionen Menschen zusammenzuhalten.
P>och

der Nationalisaais entspricht nur sehr selten einer realen

i

-

95—

i

An denke nur ans alte östcrreich| itliohen Nationalität. Sowjet«», die sieh aus Menden heutige die an loh eines abgegrenzten zusa^ensetzt. Die Ideelegie Nationen von vollko-en und unauflöslich der widerspricht Vaterlandes den Untcrschic| internatienalen Ideelegie, die sozialistischen Nationalist aller Länder| aufheben will. Der Vaterlander der nationale Einheitlichkeit weit wonig«- durch .owohnlich ist I Begrenzung und Identifizierung des territoriale durch . vorherrschenden Staatsgewalt begründet ^scnaütgliods Bit der über in der »Wcltbühno» «t.fl/UM schreibt Fischer Louis »%eser Ruf neueste Losung der Sowjets: Bucharxn * alte Bolschewik! wie Hadek und »enn seltsam klingt ohne das begleitende Adjektiv, "sozia-besonders os schreiben ^irtj sie schwer daran zu schluck«. scheinen so listisch" ist stets neu. Es. wurde auf gpPhänomen Das ihnen ungewohnt. «,l| gewiss, ob die Kation diesen S jungen, und es ist nicht die Zuund ihn anneh*,.n will, *ur gebraucht _ Nenner sa!Een Sowaotnationalis^s - wenn er Wurzel der ob sag», taft kann der Qualität als der Nationalist anderen ; einer von fas-t j dessen Haupt Nationalist ein , ob Bourgeoisie sein kann, und Klassendie .ufmerksarfeeit ve,n zweck nicht darin besteht, Gesellschaft bereichern kenn." kampf abzulenken, die nicht geeseh.n,das S .^uis Fischer vfir haben bereitz E Klarheit verfügt, um die Konsenotwendige die über rade derartiger Wondungen zu beurteilen.; quenzen und den Charter Funktion des Staates zeigt Unsere Analyse der ursprünglichen bleibt, gleicheindeutig, tos Nationalismus Nationalismus

1

j

'

a

H^^Tnannte

:

'

]

- 94 gültig, ob er in den Dienst einer Kapitalistenklasse gestellt

wird oder in den Dienst einer sich der iäasse immer mehr ontf fremdenden und sich ihr gegenüberstellenden staatlichen
|

Gewalt

[.Niemand wird behaupten, dass der hitlorsche Nationalismus

Krollkoannen identisch ist mit dem Imperialismus seiner Bour-

geoisie und nichts anderes darstellt». Er ist das, und darüber
hinaus noch etwas anderes, vielleicht sogar für die ifotwickltog der Zukunft wesentlicheres» 3twas, was von der soziali-

stisch-revolutionären Bewegung bisher unterschätzt, ja nicht
.

verstanden würde. Man denke bloss an die Reaktion der arbei'

tenden Bevölkerung anlässlich der
-

£»aar abst immung»;

Die Stellung der Masse zum Fortschri tt der Technik einer

>

Ge sellschaf t,

Liest
;.

mm

die sowj et istischen Berichte über den Bau dos
fiio-

Grossverkehr sflugzeugos "Gorki", hört man den Bau dieses

I

sonf lugzeuges als eine "sowjetis tische Tat" rühmen, dann fragt
-'/esen
?

jman sich: Wodurch unterscheidet eioh dieser Bau im
•dem der Hiesenflugzeuge Deutschlands durch Junker
[reine,

von

Es ist

wenn auch noch nicht ausgesprochene, so doch selbst-

verständliche marxistische Voraussetzung, dass der Unterschied
_

des Flugzeugbaus wie des Fortschritts der Technik überhaupt

»in einem kapitalistischen und in einem sozialistischen Lando
I

nur einer sein kann. Im Kapitalismus geniesst die breite Masse
der Bevölkerung den Fortschritt der grossen Technik selbst

I;

^

meist nur in der Illusion; indem das durchschnittliche iaassen-

|

Mitglied sich stolz mit der Leistung "seines Staates" identifies in

ziert, geniesst es in der Phantasie eine Funktion, die

-

915

-

Wirklichkeit nie erlebt« In einem Sowjetstaat, möchte man annehmen, würde sich die Technik im wesentlichen darauf ein-^
stellen, den v ormarsch der spezifischen Leistungen, die der

Masse unzugänglich bleiben, solange aufzuhalten, bis sie den
l!i

i

Bedürfnissen der ?asse selbst angopasst ist. Mit anderen

Ffor*

ten, an die "teile der illusionären Befriedigung and Begeii.
1;
fo

-

sterung am Fortschritt der Technik musste die wirkliche Befri^

digung treten, noch anders aus gedrückt : Es läge im Ziel des
Sowjetismus, endlieh einmal das Problem zu lösen, wie tat-

sächlich joder Bürger den jeweiligen Fortschritt der Technik

1
tu

geniessen könnte«

x-Tim,

der banale Einwand, den man dem Sozia-?
.;

|

'

lismus macht, ob es denkbar sei, dass "jeder Mensch sein ei-

genes äuto" fahre, soll uns hier nicht weiter beschäftigen. V>

Auf etwas anderes

ko:;rait

es an: Auf die endgültige Beseiti-

gung der illusionären Befriedigung der blasse» Haben war die

einmal beseitigt, dann erst wird die lasse die Kräfte entwickeln, um ihre Technik ihren Bedürfnissen anzupassen,
•In

einem Aufsatz in den "Europäischen Heften" vom
"... Die Arbeiter

22. November 1934 kommt Hinoy zum Schluss:

h

fühlen

sich nicht als direkte Herren des Landes, auch die
ilerr ist der

Jugend nicht,

Staat; aber dieser Staat wird von

-

der Jugend als ihr c-igener empfunden und daraus resultiert
der Patriotismus der Jugend."

Auch hier wieder die illusionäre Identifizierung mit demi
Staat, statt eines wachsenden Bewusstseins, dass der Staat

abgeschafft -wer den müsse. Hinoy berichtet, dass die alten
Ko".

tr.unisten in

der SU meinen, es v/erde irgendein "russischer,^

:

•I

'

.

Konnnunisnus" gebaut,

^

- 96 -

.

'

dass sio skeptisch den Kopf

teln.

Da* gliche ist in der prage der .zustellen. Es wird nicht danach gefragt, worin sich die sow Jetistische inro* v fesen naoh VQn dcr

„^

Wt.

das Kulturnivcau der kapitalistischen Länder zu erreichen und zu ,n,artlolsn ist zweifellos eine Riesentat. die in eine m so rückstandigen Land ^e Russiand vollbracht wird. Doch wir uns nichts vorgehen wollen, dürfen ,lr keinen .ugenblick ver gessen dass der afrikanische Kapitalismus ebenfalls ein höchst rück' standiges Land in wenigen Jahrzehnten zu einer ungeheuren Kulturhol* entwickelte. Es ' also nicht darauf an das s ein eine Kultur ent^ckolt oder Kul ^. , ls ein kapitalistisches sondern es ko^t darauf an, dass der SozxaUsmus eine qualitativ

unterschöbet, andern

Ä taucht

„^^
^

«

So^otW

W

^,

W

zu

entwickeln hat,

«»*^—^1^^-^^-

aanzlio^^^.

schaftliches System in der anschlichen Strxdrtur vorarfeern und reproduzieren soll; und Knlturent*icklung ist ihrem fo sen nach eine frage der Entwicklung der anschlichen Struktur. Diese wieder ist abhangig von der sexuellen ümstrukturierung des Manschen.

Rechtsentwicklung in der S.U. f.st. Statt unmittelbarer sozialistischer Verteilung - Kauf und Verkauf; statt Abschaffung des Warenverkehrs - Festigung desselben; keine Abschaffung Geldes, d.h. keine Verwandlung der Geldscheine in V,rbrauehcrkarton. Erhöhter Druck der Oberklasse, der Bauern ( wir wissen aus der masi

£otzki stellte im mrz

1 935

et»

-97wie entscheid senpsychologischen Struktur der Bauernschaft , ist), Aus der Rechts entwich dend dabei die F r age der Familie

j

j

Rückzug" vor der mit. 1 lang der SU geht ein "diplomatischer vor den eigenen BauernJ; bourgeoisie, ein ökonomischer Rückzug
!
i

Verschärfung der Front gogon das und Kleinbürgertum und eine eine langjährige Bürokratie, linke Proletariat, Hinzu kommt
Basis einer gelungenen Das alles spielt sich auf der Industrialisierung und Kollektivierung des

|

j

sozialistischen

die Sowjetunion seif Landes ab. Es -wäre also falsch zu sagen, nationalsozialistisch entartet, bereits nationalistisch oder dass sich die nationalistlwohl aber muss festgestellt werden, letzten Zeit immer' sehen T ndenzen in der Sowjetunion in der der Sowjetregie, starker entfalten, vor allem in der Ideologie Ob diese nationali-^; rung und in der Art ihrer Massenführung. werden, dass sie alsj stischen Tendenzen mit der Züt so stark

j

materielle Basis aus-j ideologischer Apparat sich auch auf die heute niemand wirken und diese wieder umgestalten, könnte
beantworten.

feststellen konnSo wie wir in Deutschland eine Schere
wirtschaftlichen ten zwischen nach der Revolution drängenden psychischen Produktivkräften und einer ihr widerstrebenden

;

und

der Sowjetunion Struktur der Manschen, so müssen wir auch in j verEntwicklung wirtschaftliche oine Schere feststellen: Die die kulture] läuft in der Richtung des sozialistischen Zieles; strukturelle Entwicklung ist ihr nicht nur nicht gefolgt,]

Diej sondern widerspricht ihr sogar in wesentlichsten Stücken. Kräfte >| weitere Geschichte wird zeigen, welche dieser beiden

- 93 .

biegen

-wird:

Ob es der wirtschaftlichen Entwicklung gelingdn

wird, auch die Kräfte hervorzubringen, die die sozialistische

Umstrukturierung der Menschen mit sich brächten, oder ob dio
zurückgebliebene Struktur der Manschen den Vormarsch des wirt[

schaftlichen Sozialismus aufhalten -wird.
Die Sowjetregierung hat selbst die Gefahr gesehen, ohne

[•freilich auch dis Konsequenzen gerogen zu haben, Stalin sagte

am 26. Dezember 3h vor den Führern der Hüttenindustrie:
"Viele haben die Losung <2er Partei: ,r In der Rekonstruktionsperiode entscheidet .die Technik allos i" nicht richtig verstanden. Viele haben diese Losung mechanisch verstanden, das heisst in dem Sinne, als ob alles getan wäre, was diese Losung verlangt, wenn man möglichst viel Maschinen anhäuft. Das ist falsch. Man darf die Technik nicht von den Menschen trennen, die die Technik in Bewegung setzen. Technik ohne Menschen ist tot. Die Losung "In der Rekonstruktionsperiode entscheidet die Technik alles f* meint nicht die nackte Technik, sondern Technik mit Menschen an der Spitze, die die Technik beherrschen. I Tur eine solche Auffassung dieser Losung ist richtig. Und insoweit wir: .die Technik schon schätzen gelernt haben, ist es Zeit, geradeheraus zu erklären, dass die Hiuptsache jetzt die Menschen sind, die die Technik "beherrschen. Hieraur aber folgt, dass, wenn man früher die Betonung einseitig af-PJff? ?die die Technik beherrschen, logen mus3. Das verlangt unsere Losung von der Technik. Man muss jeden befähigten und verständigen /»rbeiter behüten und heranbilden. Man muss die Leute sorgfältig und aufmerksam heranbilden, wie ein Gärtner einen ihm liebgewordenen Obstbaum hegt. Erziehen, ihm helfen heranzuwachsen, eine Perspektive geben, rechtzeitig auf eine andere i'irbeit überführen, renn ein Mensch mit seiner jj-boit nicht zu Rande. kommt, und nicht abwarten, dass er endgültig Schiffbruch erleidet. Die Her sehen sorgfältig heranbilden und qualifizieren, sie in der Produktion auf den richtigen Platz stellen und organisieren, den Lohn so zu organisieren, dass er die entscheidenden Glieder der Produktion vor stärkt und die Leute zu höherer Qualifikation bringt - das ist das, was wir brauchen, um eine zahlreiche Jxiose von produktionstochni sehen l Kadern zu schaffen."
. •

1) jetzt

die Betonung auf dio Menschen

- 99 -

Menschen trennen

Produktion nicht von den Sg ist richtig, dass man dio soll, dass Technik ohne Menschen tot ist.

j

auf die Klasse der Technik aber Stalin schränkte die Menschen dio Zahl der sowjetis tischen leer ein; man vergleiche bloss sowjotisti sehen Bürger und Techniker mit der Gesamtzahl der der Umstrukturierung sehen, dass die entscheidende Frage
-wird

Staates nicht erfasst wurde der Gesamtnation zur LbtStung des der Entwicklung einer Techno-' Es besteht dann die Möglichkeit

Spezialisten kratie, d.h. der Herrschaft eines technischen gesamtgesellschaftlichen über die Masse derjenigen, die am Menschen im Prozess beteiligt sind. Die Umstrukturierung des

Sowjetstaat kann nicht darin bestehen, dass man die Techniker;! hegt und pflcg_t, v die man gerade momentan dringlichst braucht, sozialistischen^ sondern darin, dass die gesamte Bevölkerung im
Sinne umstrukturiert wird.
::•:

Weshalb wird dieSü nationalistisch

?

4

- 100 -

MASSENSTRUKTUR

UND

STAATSAPPARAT.

Lenin betonte in seiner 'Wiederherstellung der Marxschen
Staatstheorie:
a.

Der Staat ist ein Instrument der herrschenden Klasse zur

Unterdrückung und Ausbeutung der beherrschten Klasse;
b. Der proletarische Staat ist auch ein Unterdrückungsapparat,

aber ein solcher der Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung

gegen die früheren Unterdrücker; die proletarische Diktatur ist die eigentliche sociale Demokratie , sie ist die

Herrschaft des Volkes, a * ß o noch immer eine Herrschaft,

noch immer eine nicht völlig freie Gesellschaft;

c. Die Diktatur des Proletariat» hat die Aufgabe, sich selbst

überflüssig zu machen durch Vereinfachung des gesellschaftlichen Lebens; "jede Köchin muss fähig sein, die Verwal-

I

tungsge Schäfte zu führen";

d. das Kndsiel ist die kommunistische Gesellschaft, die sich

selbst ohne staatlichen ünterck&kungsapparat lenkt
"

(

Selbst-

Steuerung)

e. Die Aufgabe der sozialen

Revolution ist

ers-jj&it

der Aufhe-

bung des Staates überhaupt, also erst mit seinem Absterben
erfüllt.
.

In der Sowjetunion verrtfc die Entwicklung nicht nur eine
Verschärfung der staatlichen Organisation, ist nicht nur vom
Absterben des Staates injner weniger die Rede: Stalin betonte

vielmehr bewusst dio Kotwondigkoit, die Staatsgewalt

l;

noch

weiter" zu befestigen. Es mag nun politisch der einen oder

anderen oppositionellen Gruppe wichtig sein, diese Haltung

K

- 101 -

zu verdammen, Stalins als "bürokratisch" und katastrophal 3*3 der innerpar.| Meinungsäusserung", die -Herstellung der "freien viel Nutzen bringen teilichen Demokratie etc. zu fordern;

Entwicklung der Sowjet-, derartige Polemiken nicht. Denn die Hinsicht ist nicht union in gesell Schafts organisatorischer
nicht einmal allzusehr vom Willen Stalins abhängig, davon möglich ist, Korrekt wäre nur die Frage, wie es
| Proletariat wie das russidass ein revolutionär geschultes

bestimmt.

nicht aufheben kann. sche eine lastende Bürokratie

in der Richtung Wenn die Entwicklung der Sowjetunion nicht Kommunismus eB erwarteten, verläuft, in der die Begründer des
zu fragen: darn ist nur sinnvoll und aussichtsreich Übersehen Was wurde an entwicklungshemmenden Prozessen a*
?

M

Tatbestand fördert die Bürob. Welcher gesellschaftliche ? kratie, behindert das Absterben des Staates
Statt nun nach allen Seiten hin die "leninistische die Ijeninsche Zu-j^j Treue" zu versichern, ist es vorteilhafter, zu lesammenfassung der Marxschen Staatstheorie aufmerksam

gestellte Frage sen; man wird finden, dass auch für die oben
sich der xlnsatz zur Lösung findet.

den einen Die revolutionäre Bewegung betont immer nur

.

herrschenrichtigen Satz: "Der Staat ist ein Instrument der _| auf diese den Klasse zur Unterdrückung der beherrschten." Und
der sowjeFormel kann man sich mit Recht bei der Stärkung noch reichlich tistischen Staatsgewalt berufen, denn es gibt
des Sozialismus in der zu unterdrücken, was der Entwicklung Mord, Korruption, S.U. feindlich entgegenwirkt Sabotage * Organisationen etc. etc. Die Frage ist
:

^

||

^
.

|

konterrevolutionäre

- 102 -

daim nur, ob diese StSrfcung der Staatsgewalt eine vorüberge»•

hende ist; ivird daran geschritten, die staatliche Bekämpfung
der Mängel und

Schmer igke iten dadurch überflüssig

zu räachen,
?

dass man ihre gesellschaftlichen Grundlagen beseitigt

So

allgemein bleibt die Frage noch unverständlich, Konkret: Stärkung der Staatsgeva.lt wird notwendig durch Störungen des ge-

sellschaftlichen Zusammenlebens

;

sie ist eine moralisch-au-

toritäre Methode, mit den Schwierigkeiten fertig zu werden;
wie jede autoritäre Massregol beseitigt sie in Wirklichkeit das Hobel nicht, sondern versetzt es nur in den Hintorgrund
des gesellschaftlichen Lebens, aus dem es dann umso heftiger

und umfassender hervorbricht; wenn es kein anderes Mittel,
mit Dustmorden fertig zu worden, gibt, als die Unschädlich-

machung dos I/astmb'rders, dann muss dies geschehen; es ist
staatliche, autoritäre •Ordnung. Doch die Hauptfrage einer

zum Kommunismus strebenden Gesellschaft ist die, wie man das
E ntstehen

von Lu stmordern verhindern kann .

*J.so

Vorbeugung,

die spätere autoritär moralische Massnahmen überflüssig macht,
Die Vorbeugung gesellschaftlicher Schäden ist eines der Haupt-

mittel, den Staat zum Absterben zu bringen« Aber es besteht

kein Zweifel, dass die moralisch-autoritäre Lenkung bestehen

bleiben muss, solange sie nicht durch die Methoden der Selbst•

steuerung allmählich abgelöst werden kann. Das gilt für den
Staat auch ganz allgemein, auf allen Gebieten des Lebens.
a. Der Staat als verselbständigte gesellschaftliche Beziehung,

Der Staat ist nach der Auffassung

d.is

historischen Ma-

terialismus mehr als eine Unterdrückungsmaschinerie. Sr ist

- 103 -

gleichzeitig und sogar ursprünglich, bevor er zum unterdrücket den Apparat wurde, eine Form verselbstäudigter ;:esellschaftli..?
:

eher Beziehungen, verselbständigte, aus der Gesellschaft

her.,

•vorgegangene, aber sich ihr immer mehr entfremdende Gewalt,

Solange eine gesellschaftliche Organisation, wie etwa die der

Gentilgesellschaft, nicht von inneren schweren Vi der Sprüchen
zerklüftet ist, bedarf es auch keiner besonderen Gewalt, die den Organismus dieser Gesellschaft zusammenhalten muss.
Eine grosse Me.ge irreführender Beurteilungen des sowje-

.]

tistischen Staatsapparats ist also darauf zurückzuführen,
dass man die Mar xs che Staatstheorie nicht vollständig anwendet. Man kennt also nur die eine Funktion des Staates, nämlich^

Unter drüekung sapparat der herrschenden Klasse zu sein, lian vergisst die andere F ux±tion des Startes, die jener entgegen-

-

gesetzt ist, dass nämlich eine von Gegensätzen und Schwierig« }

koiten des Lebens zerklüftete gesellschaftliche Organisation
einer
:

acht bedarf, die ihren Zerfall, ihren Untergang, ihre
;

.^iflösung verhindert. Lenin hob gleich im Begirn seiner unter.;

suchu-g über Staat und Revolution diese .nschauung von Mar?:

und Engels hervor. Kören wir Ergeis:
"Der Staat ist also keineswegs eine der Gesellschaft von aussen T aufgezwungene Macht; ebensowenig ist er die Wirklichkeit dor sittlichen Id e , "das Bild und die Wirklichkeit der Vernunft',
,! ,:

'j

unversöhnliche spruch mit sich selbst verwickelt, sich in ist. Gegensätze gespalten hat, die zu barmen sie ohnmächtig Damit aber diese Gegensätze, Klassen mit widerstreitenden ökonomischen Interessen, nicht sich und die Gesellschaft er der in fruchtlosem Kampf verzehren, ist eine scheinbar ü

nis, dass diese Ge£

-

loU -

Gesellschaft stehende Macht nötig geworden, die den Konflikt dämpfen, innerhalb .der Schranken der "Ordnung" halten soll; und diese, aus der Gesellschaft hervorgegangene, aber sich über sie stellende, sich ihr mehr und mehr entfremdende Macht ist der Staat."
Der Zusammenhalt der von Inte res senge gensät Ben zerklüf-

teten Gesellschaft ist also die ursprüngliche Aufgabe; dann
erst ergreift die herrschende Klasse die ihr zur Verfügung'
stehende Macht, ihre besseren ökonomischen Positionen etc.,

um die bereits vorhandene Apparatur der Gesellschaft in ihren
Dienst zu stellen. Das
-war

in der Urgesellschaft so und soielt

sich, wie wir sehen -werden, auch gegenwärtig in den autoritä-

ren Staatsformen ab. In der Urgesellschaft entstehen die Gegensätze zwischen dem Clan und der Familie des Häuptlings,

zunächst ohne Wissen und Tillen der Beteiligten aus bestimmten
Entwicklungsprozessen. Diese sich entwickelnden Gegensätze

verschaffen der Familie des Häuptlings ein gesellschaftliches
Uebergewi cht
.

Der Häuptling nun beginnt infolge seines Ueber-

gewichts die vorhandenen gesellschaftlichen Institutionen immer

mehr in den Dienst seiner Interessen zu stellen. Die gesell -• schaftlichen Institutionen, die den Staat in der Entwicklung
darstellen, sind vor ihrer Ausnützung durch die späteren

Machthaber vorhanden. Um dies zu begreifen, müssen wir uns
verdeutlichen, was Marx unter
und ihrer ''Verselbständigung
1

"

Produktionsverhältnis sen

,;

*

verstand.

Ohne Beantwortung dieser Frage ist ein Verständnis der

heutigen gesellschaftlichen Entwicklung
ritären Diktaturen über eine ohnmächtige

m
,

absoluten autozur Kritik im Mas-

senmnsstabe nicht fähige oder kindlich an die Alisa cht des

- 105 -

Diktators glaubende Bevölkerung auf keinen Fall möglich. Wir können an jedem beliebigen Beispiel gesellschaftlicher Verhältnisse von Menschen folgende Entwicklung und Funktion beobachten: Zunächst treten die Menschen eines verge-

sellschafteten Kreises zueinander in ein Yfechselverhältnis

wirtschaftlicher oder sexueller Art. Ohne diese "Verhältnisse" ist der Mensch überhaupt nicht denkbar. Dies nannte Marx,
Ihr

der von der Ökonomie kam, die Produktionsv erhaltnisse.
eigentlich nur Er übernahm den Begriff der "Produktion", der

im Wirtschaftlichen gelten dürfte, zur Bezeichnung auch jeder anderen Beziehung von Menschen zueinander. Wer nun Marx
richtig las und verstand, der weiss ganz genau, dass der Ausdruck "Produktionsverhältnis" jede Beziehung von Menschen
meint; Marx
s elbst

hat an vielen Stellen ausdrücklich betont:

Auch die familiären Verhältnisse sind Produktionsverhältnisse, obwohl das familiäre Verhältnis nichts Stoffliches produziert,
sondern nur eine Beziehung von Gatten, Altern und Kindern auf
Grund bestimmter Bedürfnisse ist.
Solange die Arbeit nun leicht und einfach zu bewerkstelli-

gen war, waren auch die gegenseitigen Beziehungen der Menschen einfach. Bei den Trobriandern z.3. -fängt der eine Clan
Fische, der andere zieht Gartenfrüchte auf. Sie tauschen

dann

Fische gegen Gartenfrüchte aus. Das ist ihr einfaches wirtschaftliches Produktionsverhältnis. Oder der Bruder hat far

seine Schwester an den Clan ihres Gatten einen bestimmten

Prosentsatz seiner Gartenfrüchte abzuliefern, das sogenannte
Heirats -ut. Das ist ein familiäres Produktionsverhältnis»

_.

;

- 106 -

Die trobriandrische Jugend tritt mit der Jugend eines anderen
Stammes in bestimmte Beziehungen sexueller Natur, wie etwa

bei den .Jugendweihefesten; dann haben die

Mädchen des einen

Clans das Recht, mit den Jungens des anderen Clans nach Be-

lieben geschlechtlich zu verkehren. Das ist, obwohl dabei
nichts "produziert"
wird, ebenfalls ein Produktionsverhält-

nis im Marxschen Sinne; denn Produktionsverhältnisse sind Beziehungen, die Menschen miteinander zur Befriedigung bestimmter Bedürfnisse, auch sexueller , eingehen. Ein jedes Verständ-

nis hemmender Irrtum in allen bisherigen marxistischen Unter-

suchungen über die Sexualverhältnisse war es immer, dass man
"familiäres Verhältnis" und sexuelles" vollkommen gleichsetzte
1

und ebenso sexuelles Verhältnis und A inderzeugung. Nun sind
aber sexuelle Beziehungen zweier junger Menschen, bei denen

kein &ind gezeugt wird, auch "Produktionsverhältnisse". Wer
sich Sexualität ohne Kinder zeugung nicht denken kann, ist unfähig, aus dem hoffnungslosen Gedankenkreis der bürgerlichen

Sexualideologio herauszukommen, auch wenn er sich Marxist

nennt
Je mehr nun die Teilung der Arbeit zur Befriedigung von

Bedürfnissen fortschritt und die Bedürfnisse- selbst komplizierter wurden, desto weniger konnte der ^inzelno für sich

allein auch die verschiedenen Funktionen dabei überwachen.
2in Beispiel:
_

..

Solange in einer kloinen Ortschaft von 200 oder 300

Ein-

wohnern nur ein Mensch nur ein ~al im

J

.:l\r

einen Brief cm

einen Binwohner einer andren Ortschaft gleicher Grösse

1

.

- 107 *

hreibt, kann er seine eigene Poat sein, d.h. er kann die Beförderung seines Briefes selbst übernehmen. Wenn aber diese

-

Ortschaften grösser gewaden

sirli,

sagen wir bereits 2 tO00

Men«.

sehen umfassen, und von den Zweitausend Menschen lausend das
Bedürfnis bekommen, mit Tausend der anderen Ottschaft in per-

sönliche oder sachliche Beziehungen zu treten; wenn insbesondere mit der Entwicklung des Warenverkehrs das Briefs chreiben aufhört, ein Kuriosum zu sein, wenn es eine alltägliche, not-

wendige und immer schwerer auf die alte Weise zu bewältigende
Angelegenheit wird, dann kommt eine Ortschaft auf die Idee,
einen Briefträger zu bestellen; d.h. sie enthebt einen ihrer
Bürger, der sich in nichts von den andern unterscheidet, von

allen anderen Arbeiten, bezahlt ihm seinen Lebensunterhalt und

verpflichtet ihn dafür, ihnen ein Stuck Arbeit, nämlich das
Befördern der Briefe, abzunehmen. Was ist hier geschehen
?

Die fortschreitende Teilung der Arbeit hat ein Produktionsver-

hältnis, nämlich das Briefeschreiben neu geschaffen; zur Be-

wältigung dieser Aufgabe wurde ein Mensch bestellt; derart entstand bereits ein gesellschaftliches Organ , das aber noch

nichts anderes tut, als den Auftrag der Tausend Brief Schreiber
durchzuführen. Nehmen wir nun an, dass diese Ortschaften zu

Städten von je 50.000 Einwohnern angewachsen sind, dann gibt
es nicht mehr einen, sondern vielleicht hundert Briefträger.

Diese hundert Briefträger benötigen eine Leitung. Die Post-

versondung zur Bewältigung der angestiegenen .aufgaben erfordert eine Organisation, z.3. Bestimnung von Zeiten, in denen
Briefe ausgehoben werden, bestimmter Stunden, in denen die

j

r

-

108

-

postfunktionäre Briefmarken verkaufen u,ä«m. Wir sehen, mit
der fortschreitenden K mpli zierung der Produktionsverhältnisse
der Menschen geht eine bereits weitreichende Verselbständigung
des ursprünglich einfachen Produktionsverhältnisses einher.

Die Post ist jetzt ein Apparat der Gesellschaft, der aus ihr zum
Zwecke ihres Zusammenhalts emporgewachsen ist und sich all-

mählich verselbständigt hat, ohne aber noch der Gesellschaft
als übergeordnete älacht entgegenzutreten.

.

Nehmen wir nun weiter an, dass sich in dieser Gesellschaft
auf Grund ähnlicher Prozesse eine Ökonomisch stärkere Schicht

entwickelt hat f etwa eine grosse Familie, die bereits viel Land
besitzt. Es ist dann klar, dass diese Oberschichte sehr bald

trachten wird, auch die ^ost in ihre Hände zu bekommen und sie
zur weiteren Stärkung ihrer Macht auszunützen, wenn etwa die

unteren und ärmeren Schichten ihr irgendwelche Schwierigkeiten

machen wollten« Sie könnte etwa eine 'gölizei" anstellen, d.h.
ein Mitglied dieser Gesellschaft, das ursprünglich nur die

Aufgabe hatte, die Kornfelder vor Eabenfrass zu schützen, nun-

mehr dazu bestimmen, die Posttransporte zu überwachen. Am Ende
dieser Entwicklung mag vielleicht sogar bereits eine polizei-

liche Zensur über den Briefverkehr der wirtschaftlich ohnmäch-

tig werdenden Gesellschaftsmitglieder stehen. An diesem, der

Wirklichkeit entsprechenden Beispiel, können wir deutlich sehen, dass der Staat zunächst nichts anderes war als gesell-

schaftliche Funktion in ^orm bestimmter Menschen, die bestimmte

Arbeiten für die Gesamtgesellschaft zu leisten hatten. Das
ist die so schwer verständliche "Verselbständigung der Produk-

- 109 -

tionsverhältnisses." Diese Verselbständigung kann zu ein$r

Gegenüberstellung führen, zu einem Gegensatz zwischen, verseih ständigtem Produktionsverhältnis und Menschen, wenn eine Oberschicht das verselbständigte Produktions Verhältnis in den

Dienst ihrer Aiacht stellt. Das, was später als staatliche Organisation über der Gesellschaft und gegen sie wirkt, vertrat

ursprünglich die Inteiessen der Gesamtg esellschaft.
Aus dieser Funktion des Staates, einerseits die Inter-

essen der Gesamtgesellschaft zu vertreten, andererseits im

Dienste einer herrschenden Schichte gegen die Interessen der
Gesamtgesellschaft zu wirken, aus dieser Doppelfunktion lässt
sich ein Stück der gegenwärtig geschichtlichen Entwicklung

begreifen. Wenn von vulgärmarxistischer Seite behauptet wird,
dass eben Roosevelt oder Hitler die Interessen der Grossbour-

geoisie gegenüber den werktätigen Massen vertritt, so ist
das richtig; aber das allein erklärt nicht so viele und gerade

die wichtigsten, gerade die die Jetztzeit kennzeichnenden

Eigenschaften der sogenannten Staatskapitalismen. Wenn nämlich
der kapitalistische Staat, in dem Bourgeoisie und Staatsapparat mehr oder minder identtisch sind, in schwere Krisen wirt-

schaftlicher Natur gerät und diese Krisen die Gesellschaft
bis zum drohenden Untergang erschüttern, dann entsteht überall das Bedürfnis, den vorhandenen Staatsapparat gegen den

Untergang zu mobilisieren, dann tritt der Staat als verselbständigte gesellschaftliche Gewalt auch gegen die Kapitalisten auf, so etwa Roosevelt, so ursprünglich auch der Natio-

nalsozialismus in Gestalt der Leyfcchen Arbeiterverbände, die

-

110 -

staatliche Vorbände waren. Wenn nun die ^Kapitalisten ein we-

nig eingeschränkt, die blasse ein wenig beruhigt und mit Glau-

ben an diesen verselbständigten Staatsapparat erfüllt ist,
dann tritt das Interesse der Kapitalisten' am Staatsapparat

wieder viel starker in den Vordergrund; dann sinkt die Funktion, die Gesellschaft zusammenzuhalten, zugunsten der ande-

ren, den Dienst für die herrschende Klasse zu erfüllen, wie-

der zurück. Nur aus dieser Doppelfunktion der Staatsapparatur

lässt sich sowohl die Funktion ^oosevelts wie auch Hitlers,

wenn auch jede in anderer Weise, in allen Teilen und Widersprüchen begreifen, so wohl in ihren psychologischen wie in
ihren antikapitalistischen Tendenzen. Antikapitalistische Ansichten sind nicht nur Schwindel. Da wir uns unsere revolutio-

näre Treue ja nicht unausgesetz y versichern brauchen, können

wir den Mut aufbringen, dieses Stück Wirklichkeit zu sehen.

Wenn die amerikanische Wirtschaft in-folge der Skrupellos igkeit, der Ausbeuter ei eines Morgan bis an den Rand des Ab-

grunds gebracht wird, dann erhalt eben ein Roosevelt, obwohl
er

vom gleichen Schlage und Blute wie Morgan ist, als Präsir

dent der Vereinigten Staaten die
vor dem Untergang durch das

unktion # die Gesellschaft

/erk seiner Freunde zu retten.

In dieser Funktion als Staatsoberhaupt tritt er unter dem

Druck der gesellschaftlichen Verhältnisse in Gegensatz zu
seiner Funktion als Freund Morgans. Ob er sich dabei per-

sönlich auch gespalten fühlt, ist gleichgültig, wichtig ist,
dass er nun zwischen zwei gesellschaftlichen Funktionen des

Staates hin und her lavieren muss. Er muss die Vertretung

- 111 Icapital istischen Interessen in Einklang zu bringen versu!

"r

li

*

chen mit der Funktion des Staatsapparats, darüber hinaus die Gesellschaft zusammenzuhalten und Klassengegensätze zu verringern. Das gelingt natürlich auf die Dauer nicht, denn wir

wissen, dass es ohne die Beseitigung des Grundwiderspruchs
der kapitalistischen Gesellschaft, nämlich ohne vollkommene

uneingeschränkte Vergesellschaftung aller Produktionsmittel

-

keinen Ausweg aus diesen Widersprüchen, sondern nur eine momentane Verschleäs-ung, gelegentlich auch -ßerabmildorung gibt.

Diese Anschauung vom Staat kann man auch auf Kitler anwenden, Hitlers ^unktion bei der s-achtergreifung 1933 war zu-

nächst nicht die Stützung des Kapitals, sondern, da die revo-

lutionäre Erhebung ausblieb, die, die in Klassengegensätze
zersplitterte Gesellschaft zusammenzuhalten, ^ir betonen: da
die proletarische Devolution ausblieb» Daraus erklären sich so

viele antikapitalistische Massnahmen, aber gleichzeitig auch
die Notwendigkeit der Unterdrückung der antikapitalistischen

Stimmungen, die dann im Laufe des Jahres ständig anstiegen;
so etwa die Unterdrückung des Drängens nach einer"zweiten

-

Revolution"« ®ie -innere Gebundenheit Hitlers und seiner Partei an das kapitalistische Organisationssystem schüttelte

jedoch/diese.

Funktion vom Januar 1933 ab und stellte sich

wieder allmählich immer mehr in den Dienst der Grossbourgeoisie*,

nachdem die Klassengegensätze bis zu einem gewissen

Grade, nicht objektiv, aber subjektiv, im Fühlen und Denken der breiten Massen, gemildert worden waren. Die Nichtdurch-

führung der versprochenen Entmachtung des Kapitals konnte ß it-

- 112 -

ler gegenüber seinen antikapitalistischdn Massenanhahgern

nur deshalb gelingen, weil ihm vorher die "Einigung der Nation"
,

d.h. die Ausnutzung der antikapitalis tischen Gefühle

der Masse für den kapitalistischen Staat, kurz der Zusammen-

halt der kapitalistischen Gesellschaft gelungen war. Die poli-

tisch ungeschulten J-assen schenkten n itler ihr Vertrauen, da
er sie,

wie sie glaubten, vor Untergang und Bürgerkrieg ge-

'

rettet hatte; dies wurde seine gross te Stärke später,- als
er die zweite Funktion wieder betonte, ^o konnte er, ohne auf

Widerstand in der Masse zu stossen, den revolutionären Flügel
seiner Partei, die Die
SA,,

am 30. Juni 1934 enthaupte»«.

-

unktion des Staates, der Zusammenhalt der Gesell-

schaft zu sein, bleibt die gleiche, ob er nun ein kapita-

listischer oder ein proletarischer Staat ist, doch ist der

Unterschied ausschlaggebend. Im kapitalistischen Staat tritt
der Staatsapparat sofort

wieder in den Dienst der Ausbeutung,

wenn er seine Funktion, die Gesellschaft zusammenzuhalten,
auch nur ein wenig erfüllt hat. Im proletarischen Staat ver-

liert die Staatsmaschinerie die eine Funktion vollkommen. Sie

hört mit der Enteignung der Kapitalisten und ihrer ^tmachtung auf, eine Vertretung der Ausbeutung zu sein; indem man eine neue, proletarische fcacht aufrichtet, führt man nur die

ursprüngliche Funktion des Staates weiter durch, nämlich die
Gesellschaft durch die üfirren des Bürgerkrieges, des Zusammenbruchs des Alten und der Geburtswehen des Neuen hindurchzuleiten; doch wir vergossen keinen Augenblick, dass der

Staat dann, nachdem er dies geleistet hat, seine Funktion,

- 113

-

die Gesellschaft zusammenzuhalten, an die Gesellschaft selbst

wieder abzugeben hat, d,h» abzusterben hat.

Am Ueb^rgang^der einen Art Staatsfunktion zur anderen,
von der kapitalistischen zur proletarischen, steht die vollkommene Zerstörung der einen Funktion des Staates, nämlich

Gewaltapparat der herrschenden Klasse zu sein, während die
andere übernommen
'

ird.

Ist die Bourgeoisie tatsächlich revolutionär gestürzt,

ist ihr Staatsapparat, wie

i-^arx

und Lenin forderten, zer-

schlagen, dann fallen Gesellschaft, d.h. die Mehrheit der
Y/erktätigen und der Staatsapparat zusammen zur "sozialen

Demokratie"

.

Aber auch noch die soziale Demokratie ist, wie

Lenin betonte, uine Herrschaft. Die weitere Entwicklung hängt

nun davon ab, ob es dieser sozialen Demokratie, dieser Herrschaft des arbeitenden Volkes unter Fuhrung des Indus tri eprole«
tariats über die früheren Besitzer der Produktionsmittel gelingt, den Staatsapparat gänzlich zum Absterben zu bringen,

oder aber ob es ihm ermöglicht, sich der Gesellschaft wieder
zu entfremden und ihr als eine neue entfremdete und ver-

selbständigte Gewalt gegenüberzutreten.
b.

Bürgerlicher und proletarischer Staatskapitalismus.
sehen in Deutschland und besonders in Amerika eine

'»vir

Bewegung, die man allgemein als staatskapitalistisch bezeichnet; der bürgerliche Staatsapparat, durch die Krise der Wirt-

schaft aufs äusserste bedroht, ist bestrebt, die auseinander-

a

fallende Gesellschaft zusammenzuhalten und schreitet daher gegen die Ausbeuter Interessen der Kapitalisten ein, wie er

r

auch die wachsende Empörung in der Masse durch ziemlich weitgehende Zugeständnisse zu beschwichtigen versucht. Der Staat
der Ausbeuter verselbständigt sich auch gegenüber den Ausbeutern bis zu einem gewissen Grade und versusht, sie zu bremsen

indem er staatliche Kon trolle über die Produktion ausübt.
Es ist bürgerlicher Staatskapitalismus in der Entwicklung.

In der Sowjetunion dagegen sehen wir, dass der Staatsapparat, den die Revolution des Proletariats geschaffen hat, über

alle Produktionsmittel verfügt, Mehrwert zum beschleunigten

Aufbau und zur Industrialisierung des Landes produziert, während die Arbeiter und Bauern im Lohnverhältnis zu ih rem eige-

nen Staatsappara t stehen.
Nach den Auffassungen von Marx und Lenin beginnt die

wirkliche sozialistische Gesellschaft mit der Abschaffung der Warenwirtschaft und des L ohnsystems, auch des Geldes. Will man nun das heutige System in der Sowjetunion verstehen, so ist es sinnlos zu fragen, ob dort Sozialismus und Communis-mus oder Staatskapitalismus oder Staatssozialismus herrscht;

man muss wissen, von welchem Standpunkt aus man eine Gesellschaft, di^jsichigerad_ejm_de£j2i^cklung befindet, beur-

teilen will. Vorsteht man unter Sozialismus die soziale Demokratie, also das erste ^tediurn der kommunistischen Entwick-

lung im 5 inne L enins, so kann von Sozialismus in der Sow-

jetunion nicht gesprochen werden, denn dort herrscht keine
soziale Demokratie« Versteht man unter Sozialismus den Zu-

- 115 -

stand, in dem die Produktionsmittel vergesellschaftet sind,
d.h. sich wirklich im Verfügungsbesitze der Sowjets, der Ar-

beiter, Bauern und ö oldatenräte befinden, wobei der proletarische Staatsapparat nur der beauftragte Lenker der V/ir tschaft
ist, dann kann von Sozialismus ebenfalls nicht die Rede sein-

denn über die Produktionsmittel, sagen wir einer Fabrik,

verfügt nicht die Belegschaft, sondern der proletarische
Staatsapparat; ebensowenig verfügt über die Produktionsmittel
einer Kollektivwirtschaft das arbeitende Kollektiv der Bauern sondern wieder der proletarische Staatsapparat. Versteht man

unter Sozialismus woiter den Zustand, in dem Lohnverhältnisse Mehrwertproduktion, Warensysteai und Gel dwir tschaft beseitigt
und an ihre Stelle die kollektive Distribution und Konsumtion der kollektiv erzeugten Produkte getreten sind, dann

kann ebensowenig vom Sozialismus gesprochen werden. Doch eine derartige Fragestellung ist an sich falsch. Richtig gestellt
muss die Frage lauten: Entwickelt sich die Sowjetu ni on heute ,

tat sie e s gestern, wird sie sich morgenveiter entwickeln

in,

der Dichtung auf diese Zustände hin oder von diesen Zustanden

weg

?

Zunächst ist klar, dass in der Sowjetunion heute eine gesellschaftliche Ordnung besteht, wie sie sich in Amerika

entwickeln würde, wenn es dort dem Staatsapparat gelingen konnte (was ijisi nicht gelingen kann J) die Kapitalisten auszuschalten und selbst über die Wirtschaft zu bestimmen, die Produktionsmittel in die eigenen Hände zu nehmen und an
Stelle der Kapitalisten die ^asse der Arbeiter im Lohnver-

- 116 -

haltnis zu halten«

Unterscheiden Ydr den bürgerlichen Staat skapitalismus
zu dem die faschistischen Diktaturen hinzielen,

,

vom prole-

tarischen Staats kapital ismus

,

wie er heute in der Sowjetunion

besteht. Dann sehen wir, dass sich zwei Systeme, der monopo-

listische Privatkapitalismus auf der einen Seite und die sowjetistische, vergesellschaftete Produktion und Konsumtion auf
der anderen, einander in ganz bestimmten Punkten angenähert

haben. Der Privatkapitalismus entwickelt sich zum Staatskapi-

talismus; der proletarische b taat, der über die Produktions-

mittel verfügt, hat sich noch nicht zum Sowjetismus, d.h. zum gesellschaftlichen Eigentum an den Produktionsmitteln entwickelt.

Das gemeinsame beider Systeme ist, dass der Staat als

verselbständigte Gewalt über der Gesellschaft, über die Produktionsmittel verfügt. Der Unterschied ist, dass im bürgerlichen Staatskap italiGmus die Basis des gesellschaftlichen Systems ein von reaktionären Offizieren golc-itefcee Heer, ein reaktionärer Boamtenapparat und die komplizierten und reich-

haltigen Einflüsse der nicht enteig-neton

Thyssen und J^rgan

sind. Die Basis des proletarischen Staatskapitalismus sind

die Koto ij-mee, eine Boamtenapparatur, die aus der Devolution

hervorging, und das Nichtvorhandensein des Einflusses von

Kapitalisten und ihrer Kreise.

Fragen wir uns nun nach den Ursachen dieser Annäherung
der zwei so entgegengesetzten gesellschaftlichen Systeme,
1)

In dun Publikationen der A omintern worden die Begriffe ''staatliches" und "g^sellschaftwlichos" ^igentunTverwechselt.

- 117 -

sehen dann, dass die des vergangenen und des künftigen. Vir menschliche Gesellschaft die Staatsform, d.h. ihre verselb-

abzuschütteln vermag. ständigten Produktionsverhältnisse' nicht dort der proletaDer Staatsapparat, hier der bürgerliche,
Die .autoritäre Lenkung rische bleibt über der Gesellschaft. Fällen in der ^ona dieselbe. der Gesellschaft ist in beiden zum bürgerlichen Die soziale Demokratie ist auf dein Wege

_

r:

Staatskapitalismus, was sie immer war: £ ine Utopie und eine erfüllt. Wir müsIllusion, und in der Sowjetunion noch nicht
die bürgerliche Gesen nach dem Mechanismus suchen, der hier sellschaft vor dem Untergang bewahrt, indem er allmählich
macht; aus der Privatwirtschaft eine staatliche Wirtschaft

und in der Sowjetunion, also nach dem Sturze der Bourgeosie die Entwicklung zum Sozialismus, d.h. zur sich selbst steu-

ernden Gesellschaft, verhindert. Zerlegen wir diese Erscheigeschichtlich, nung, dann sehen wir: Die Kapitalistenklasse hat

wirtschaftlich und moralisch vollkommen versagt, sie tnuss ihre läoht abtreten. Die Arbeiterklasse aber ist entweder ideologisch-strukturell der Ideologie der bürgerlichen Gesellschaft Skandinavien mehr oder minder angepasst, wie in der Ü.S.A., in wie odor in Deutschland, oder sie hat die teacht übernommen in der Sowjetunion, kann aber die Selbstverwaltung im ganzen

gesellschaftlichen Leben nicht durchführen. In beiden. Fällen

wirkt sich die Struktur der

'

enschen aus, wie sie in Jahr-

tausende langer Entwicklung mit ihrer Hilflosigkeit und Führersehnsucht geschaffen wurde. Die Kapitalistenklasse ist
in der Sowjetunion. im -b treten oder schon abgetreten wie

M

- 118 -

Die proletarische Klasse hat,, wie in der Sowjetunion wirtschaftlich die Kapitalistenklasse beseitigt, aber sie konnte
.

den Prozess der Entwicklung vom proletarischen Staat zur Selbstverwaltung nicht weiterführen. In der U.S.A. oder in
Deutschland versagte die Arbeiterklasse infolge ihrer in wesentlichen Stücken angepassten Struktur schon vor der Machtübernahme. Die von früher herstammende, also automatisierte ge'

sellschaftliche Lenkung, die autoritäre Apparatur, der Staat,

bleibt infolgedessen notwendigerweise in der SU ohne Kap i talisten, in d e r
':-*S ¥

A mit Kapitalisten.
-

+.

Der Staatskapitalis-

mus beider Arten ruht auf der Grundlage der verselbständigten

Produktionsverhältnisse im Staatswesen. Wenn die Wirtschaft
des Privatkapitalismus das Chaos herbeiführt, wie in den kapi-

talistischen ^andern; wenn die ^elbsrverwaltung durch die
v<erktätigen selbst versagt wie in der Sowjetunion und das Chaos

droht, dann setzt eben der Selbstschutz der Gesellschaft in

Gestalt des autoritären Staates ein, um sich überhaupt am

Leben zu erhalten. Diese objektive gesellschaftliche Tendenz
zum Zusammenhalt findet- ihren subjektiven Ausdruck in der stei-

genden Verantwortung des jeweiligen ^chthabers, der den Staatsapparat repräsentiert: In den U.S.a. jioosevelt, in der Sowjetunion Stalin. Am Ende jedes Versuchs derartiger staatlicher

Rettung der Nation steht der wirtschaftliche und kulturelle
Untergang.
Die Grundfrage bleibt also vom Standpunkt der Massenpsy-

chologiy aus gesehen: Wie ist im bürgerlichen Staatskapitalismus, wie etwa in Deutschland, die Beseitigung der Schere,

- 119

-

Situation, die zur Revolution drängt chen Ökonomischer Struktur, die sich dem widersetzt, zu und psychologischer Sowjetunion die gleichbeheben ? Zweitens: Wie ist in der kollektivierten und falls vorhandene Schere zwischen einer

sozialisierten Wirtschaft und der Unfähigkeit der Massen, und sich den über ihr lastenden Staatsapparat abzuschütteln
selbst zu regieren, zu beseitigen ? Es ist gonz unmissverUebergangszeit vom "Staat s tandlich, was die Aufgabe der

zum Nicht-Staat"

(

Lenin ) ist. Das als "herrschende Klasse
11

organisierte Proletariat
der
Ver£erigä-hd.t

(Marx) hat- die Aufgabe, die von

übernommenen Menschen mit ihrer Hilflosigkeit,

Anlehnungsbedürftigkeit,, ihren fleimatgefühlen, ihrer Angst und Unvor .cvusgestossenwerden, ihrer Autoritätsgl*äubigkeit zu erfasfähigkeit, grosse gesellschaftliche Zusammenhänge

Absterben des sen usw., derart umzustrukturieren, dass das
G verwirklichbaren Staates nicht zu einem haos, sondern zum der Gesellschaft Ziel der Selbstvenfaltung und Selbststeurung Umstrukturierung führt, '."fahrend die Kapitalistenklasse solche sonst selbst nicht nur nicht durchführen will, weil sie sich kann, selbst wenn töten würde, sondern auch nicht durchführen das an die sie wollte, hat das organisierte Proletariat, ist die Herrschaft gelangte, alle Voraussetzungen dazu: £s Unterdrückung emporsteigende Klasse, hat kein Interesse an d er

auch sub.iektiv die' nicht ausbeutender Menschen, und sie hat einer eigenen entsprechenden klagen dazu, nämlich Anlagen

.

itailienbindiingen. seaual'tonomisohen Moral und viel geringere ebenso wie sich im Vür worden noch zu zeigen haben, dass

-

120

-

Kapitalismus das gesellschaftlich© System strukturell mit

Hilfe der Familie reproduziert, so im proletarischen Staats-

kapitalismus die ioitwicklung durch Nichtlösung der familiären
Bindungen bremst.

Von diesem Standpunkt aus: was geht in der Masse vor

?

wie ist sie

?

J±e denkt sie

?

was will sie

?,

können wir erst

die volle Sinnlosigkeit von Vorwürfen ermessen, die man gegen
die Sowjetregierung erhebt, wie etwa Abr amowi t s ch in einem

Interview in der "Weltbühne" im Dezember 1934. Er sagt:
"Der Kommunismus kann solange nicht als verhandlungsfähiger Partner für die Einheitsfront fungieren, als in dem ^auptlande des ^mmunismus, in ^owjetrussland, nicht jene politische Bewegungsfreiheit für das ganze Proletariat hergestellt ist, die nach den Vorstellungen der demokratischen Sozialisten die unerlässliche Vorbedingung dafür bildet, dasser die russische Revolution vorbehalt-los als die seine empfinden kann."

Abramowitsch macht es sich leicht; sein Freund, Otto
Bauer, hatt
1-ff

Jahrzehnte in Österreich Freiheitsbewegung

genug in seinem Sinne j er hatte die jetzt von ihm gepriesene

Demokratie. ¥ir wissen, wohin das führte, und wir brauchen

nicht erst zu erraten* wohin es führen würde, wenn man es

Abramowitsch gestatten würde, in Sowjetrussland von heute auf

morgen die "soziale Demokratie" im ^inne -^bramowitschs

.

ein-

zuführen. Die iiasse anzss erst fähig sein, automatisch, ge-

fühlsmässig und treffsicher diejenigen Einflüsse zu unterscheiden, die ihren Interessen dienen von den anderen, die

politische Reaktion bedeuten. Doch zunächst ist die

"föasae,

so wie sie heute ist, dazu nicht fähig. 2s ist die 'Hifgabe

-

121 -

IC*.

einer revolutionären Führung, sie dazu zu befähigen.

W

sow-

etistischen Führung ist also nicht zun Vorwurf zu machen, dass sie nicht jeden reden lässt, was er will, sondern dass

Wie ihre Hauptaufgabe vergessen hat, die ihr anvertraute Masumzubauen, dass sie sich se von 170 i-illionen derart psychisch entledigt. der Vormundschaft ihrer eigenen Erzieher

Fassen wir kurz einige gut sichtbare Zusammenhänge
von LIassenstruktur und Staatsform zusammen: Solange die Kassenstruktur demokratisch ist, wie etwa in
England, bleibt auch das Privatkapital unberührt,
liasse lYenn eine ".•.'irtschaftskrise die Struktur der

von

der Prozess der der demokratischen Illusion befreit, beginnt

Staatskapitalisierung, Deutschland 1918 und 1933, Ü.3.A.
I

-

Roosevelt.

Wenn die revolutionäre Partei die Strukturfrage nicht [löst, bleibt es beim bürgerlichen Staatskapitalismus, oder

es

[erfolgt nach einiger Beruhigung der Masse der Rückschritt zum

Ueborgewicht des Privatkapitals (Deutschland).
Ist die °truktur der lasse undemokratisch und primitiv

wie etwa im alten

Island,

in Spanien, in China; dann ist

zwar die Staatsform der absoluten Diktatur leichter zu stürzen,

aber es fällt auch die -Aufrichtung der sozialen Demokratie

viel schwerer, misslingt sie gänzlich, dann ist das Resultat
eine verselbständigte Bürokratie wie etwa in Sowjctrussland.
"tf©

die nationale Unterdrückung durch fremde Kationen

deutlich spürbar ist, da neigt die ,assenstruktur dazu, wenn
die revolutionäre Partei falsch vorgeht, sich in einer natio-

-122

k

nal -revolutionären Bewegung zu entfalten (deutscher Faschismus,

indische Freiheitsbewegung.) Diese national-revolutionäre Bewegunggründet sich ideologisch strukturell im wesentlichen auf
die gefühlsmässige ^inheit von Familie, ?olk und Kation, die

vom "Führer" repräsentiert wird.
Diese Beispiele genügen, um zu zeigen, wie entscheidend

Wichtig der Einfluss der Struktur der Masse ist, gleichgültig ImperialisQ.b sie passiv oder aktiv ist, denn sie ist es, die

men duldet j sie ist es, die den entscheiden/ Druck ausübt, der die Gesellschaft in die Krise des Parlamentarismus und dann zur
autoritären Diktatur treibt, wenn sie zu rebellieren beginnt
;

sie ist es, die eine Staats form völlig zu stürzen vermag, wenn sie nicht nur rebeliiert, sondern darüber hinaus ihre Unter-

drücker verjagt; sie ist es schliesslich, die zwar eine Liacht
stürzt, die über ihr lastet, aber nun die Errichtung einer

neuen

I'jacht

über ihr duldet, weil sie unfähig ist, selbst ihr

Geschick in die Hand zu nehmen.

Die nächste Frage ist, Wie sich die gigantische Aufgabe der

Umstrukturierung der breiten blasse lösen lässt: Vor der Devolution - die Entfaltung der unbescheidensten Froiheitssehnsuchtl

Nach der Machtergreifung die Herstellung der

?ä.

:'

,:oit

zur

unautoritären Selbstverwaltung

i