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Rede der Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung Cornelia Quennet-Thielen

anlässlich der

Verleihung der Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2011 am 9. Mai 2011 in Berlin

Es gilt das gesprochene Wort!

wie . zwar eine noch recht junge. Hackenberger. mit dem vom Bund finanzierten Heinz Maier-Leibnitz Preis werden seit über drei Jahrzehnten die Forschungsleistungen der besten Nachwuchswissenschaftler und Nachwuchswissenschaftlerinnen öffentlich ausgezeichnet. Sie. Holz und Kerz wollen wir würdigen. mir aber schon lieb gewordene Tradition. verehrte Herren Doctores Friedrich. lieber Herr Kleiner. Sie. sehr geehrte Preisträgerinnen und Preisträger. gemeinsam mit Ihnen.-2- Sehr geehrter Herr Präsident. als der heute verliehene Preis – Erhebliches geleistet: Sie arbeiten interdisziplinär. und allen Gästen heute sechs sehr erfolgreiche junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auszuzeichnen. Sie haben sich gegen fast 150 andere Bewerbungen durchgesetzt – so viele Kandidatinnen und Kandidaten sind noch nie vorgeschlagen worden. lieber Herr Professor Kleiner. Bargmann und Frau Dr. sehr geehrten Damen und Herren. seit der damalige Bundesminister für Bildung und Wissenschaft den Preis 1977 ins Leben rief. Ich freue mich sehr. verehrte Frau Dr. Sie haben in Ihrem jungen Leben – Herr Professor Kleiner hat es eben schon erwähnt: Sie sind alle um die 30 Jahre alt und damit jünger. Demgegenüber ist diese dritte Preisverleihung. I. Manuwald. die ich heute mit wahrnehmen kann. Wir wollen mit dieser Auszeichnung dreierlei bewirken: 1.

die zwischen Kunst. 2. Deshalb wird allein der Bund in den Jahren 2011 bis 2015 weitere 5. d.a. einsetzen. Wir wollen Ihnen mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis die Möglichkeit geben. Ihre Arbeit hat Standards gesetzt und bereits den Weg in die Anwendung gefunden. Freiräume für Forschung zu schaffen. als Expertinnen und Experten von höchstem Rang in Ihrem Fachgebiet. Mit dieser Freiheit für Wissenschaft verbindet sich als andere Seite der Medaille Verantwortung. ist dieser Bundesregierung ein besonders wichtiges Ziel.6 Milliarden Euro in die Hochschulen investieren – in zusätzliche Studienplätze und in gute Studienbedingungen.000 € für Forschungsvorhaben. Daher haben wir die Wissenschaftsfreiheitsinitiative ins Leben gerufen und arbeiten an einem Wissenschaftsfreiheitsgesetz.und Ideengeschichte mit sozialgeschichtlichen Analysen verbindet. in die Qualität der Lehre. wie die Arbeiten von Herrn Holz zur IT-Sicherheit oder die von Herrn Hackenberger entwickelte „Staudinger Phosphitligation“. Und Sie alle gelten schon heute. der auch Sie sich bereits erfolgreich widmen. Dabei gewähren wir Ihnen größtmögliche Freiheit – Sie können den Preis von 16. Physikern und Werkstoffwissenschaftlern oder Frau Manuwald.-3- Frau Bargmann in der Kooperation mit Mathematikern. Verantwortung für Ihre For- . Ihre wissenschaftliche Laufbahn unter besonders guten Bedingungen weiter zu verfolgen. wie auch Herr Kerz in der Mathematik. der Geistes.und Literaturgeschichte vermittelt oder Herr Friedrich. 3.h. Kongressreisen u.

gesellschaftlichen und ökonomischen Grenzen verantwortlich mit zu gestalten. das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) haben darauf auch diesbezüglich reagiert: Wir starten in Kürze einen Bürgerdialog zum Thema "Zukunft der Energie". die die Bundeskanzlerin eingesetzt hat – Sie. Sie ist verpflichtet. Verantwortung für Gesellschaft und Gemeinwesen. Die Bundesregierung. Daher muss sich insbesondere öffentlich finanzierte Forschung legitimieren. zeigen die jüngsten Ereignisse in Japan. Herr Professor Kleiner. Die Emotionalität nimmt dabei tendenziell zu. Wie wichtig der öffentliche Diskurs. sind KoVorsitzender dieser Kommission.-4- schungsarbeiten und Ihre Lehre. . Häufig ist die öffentliche Diskussion über Chancen und Grenzen von Wissenschaft und Forschung emotional geprägt. sich von den zugrunde liegenden Technologien und Prozessen eine Vorstellung zu machen. den öffentlichen Diskurs über die gesellschaftliche Bedeutung von Forschung und die ethischen. sie sollen ein Forum schaffen. eine Rückkopplung mit der Gesellschaft ist. Der Bürgerdialog wird an die Arbeit der Ethikkommission "Sichere Energieversorgung" anknüpfen. um über Chancen und Risiken von Zukunftstechnologien zu diskutieren. je komplexer die Fragestellungen sind und je schwerer es ist. Weitere Bürgerdialoge werden folgen.

Diese Preisverleihung bringt zwei Neuerungen: Erstmalig wird der Preis in Berlin verliehen und zum ersten Mal überträgt die Deutsche Forschungsgemeinschaft diese Feierstunde als Livestream im Internet. ist die eine Sache. Die „Vorschläge zur Sicherung guter Wissenschaftlicher Praxis“ und der überörtliche „Ombudsmann für die Wissenschaft“ sind gelungene Belege! Dass solche Verstöße gegen gute wissenschaftliche Praxis bekannt werden. ist eine . Wie damit umgegangen wird. Auch damit wird ein neuer Weg in die Öffentlichkeit und zum Dialog beschritten.-5- Ich appelliere an Sie als herausragende Forscherinnen und Forscher: Nehmen Sie Freiheit und Verantwortung als Auszeichnung und Aufgabe an – suchen Sie den Dialog mit der Gesellschaft. Dadurch wurde die Debatte über gute wissenschaftliche Arbeit und Konsequenzen in Fällen wissenschaftlichen Fehlverhaltens in Deutschland erneut in der breiten Öffentlichkeit aufgegriffen und sie wird derzeit intensiv geführt. wissenschaftliche Praxis publik zu machen. Das Internet – nicht zuletzt die aktuellen Plagiatsdebatten belegen es – eröffnet neue Wege. Im „Konzert“ der Universitäten als den Trägern des Promotionsrechts sowie der Wissenschaftsund Forschungsförderorganisationen hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft für den Prozess der Qualitätssicherung von Wissenschaft stets eine prominente und sehr verantwortungsvolle Rolle übernommen. II. Auch dies betrifft die Frage nach der Verantwortung von Wissenschaft.

Daher bin ich überzeugt: Die Selbstkontrolle der Wissenschaft funktioniert und es geht nun darum. dem wenige Jahre spä- . junge Talente in der Scientific Community bekannt zu machen. dass der Wissenschaftsrat dieses Thema nunmehr aktuell auf seine Agenda gesetzt hat und noch in diesem Jahr ein Positionspapier vorlegen will. III. indem sie ihre Warnsysteme überprüft und gegebenenfalls modernisiert. In vielen Fällen hat die Verleihung des Preises wesentlich dazu beigetragen. Ein Versagen der deutschen Wissenschaft müssten wir konstatieren. Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis dient der Nachwuchsförderung in Deutschland. die Verantwortung übernimmt auch. Dieser Prüfprozess ist gestartet: Ich begrüße. Und: Die letztlich doch sehr heftige Reaktion vieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – auch wir als Ministerium haben unzählige Briefe und Mails erhalten – zeigt. Sie zeigt. gegebenenfalls notwendige Nachjustierungen zu prüfen. wenn der Fall unter den Tisch gekehrt oder keine Konsequenzen gezogen worden wären. das keine Regelverletzungen kennt. hat entweder keine Regeln oder erkennt die Verstöße nicht. wie dies in den Wissenschaftsinstitutionen aktuell geschieht. Beides trifft nicht zu. dass wir eine lebendige Wissenschaftsgemeinschaft haben. Preisträger des Jahres 1980. Stellvertretend für die inzwischen vielen Preisträger möchte ich den viel zu früh verstorbenen Georges Köhler erwähnen. dass wir hierzulande die Wissenschaft und ihre Regeln ernst nehmen. Ein Wissenschaftssystem.-6- andere.

Forschung und Entwicklung fließen.zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Bildung. Wir nutzen das Potenzial begabter Frauen in der Wissenschaft noch nicht hinreichend. den Deutschland vergibt. Gleichwohl bleibt genug zu tun: 1. Einen anderen Preisträger des Heinz Maier-Leibniz-Preises – im Jahr 2004 (Prof. Mathematiker) – werde ich diese Woche als Alexander von Humboldt-Professor auszeichnen können. Der Bund hat mit dem 12 Milliarden-Paket für Bildung und Forschung in dieser Legislaturperiode seinen Anteil daran verlässlich unterlegt. Bis 2015 sollen – so das Ziel der Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern . also mit dem höchstdotierten internationalen Forschungspreis. die Chancen auch über die heutige Würdigung hinaus sind sehr groß! Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist für uns als Bundesministerium für Bildung und Forschung ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil der Forschungsförderung. 2. . Wir haben – und das betrifft junge Väter und Mütter – noch viel zu tun. Deutlich wird dies auch an dem kontinuierlich angewachsenen Etat für Bildung und Forschung. Liebe Preisträgerinnen und Preisträger: Sie sehen.-7- ter der Nobelpreis für Medizin und Physiologie verliehen wurde. Dr. was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Wissenschaft und Forschung angeht. Studien bestätigen: Deutschland ist international sehr viel attraktiver und konkurrenzfähiger geworden. Friedrich Eisenbrandt.

IV. Dies möchten wir heute tun. Es ist für jeden und jede schöner – und auch motivierender -. ich finde.und Forschungseinrichtungen. Wir brauchen verlässlichere Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Herzlichen Glückwunsch und ein herzlicher Dank für Ihren hohen Einsatz! Ich wünsche Ihnen weiterhin gutes Gelingen. Diese Herausforderungen gehen wir als Bundesregierung an. viel Erfolg und das notwendige Quäntchen Glück! . für unser Land. für die künftigen Generationen in der Wissenschaft. mit den Hochschulen sowie den Wissenschafts. mit den Ländern. wenn wir Ihnen den Heinz Maier-Leibnitz-Preis überreichen.-8- 3. man soll Menschen nicht erst im Zenit ihrer Laufbahn oder gar für ihr Lebenswerk würdigen. Sehr geehrte Damen und Herren. Wir müssen noch attraktiver werden für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland. bereits früher im Leben für hervorragende Leistung geehrt zu werden. 4. – für Sie.