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Sigmund Freud

Massenpsychologie und Ich-


Analyse
Gustave Le Bon
• Geboren 1841
• Französischer Arzt und Soziologe
• 1895 diagnostiziert er das „Zeitalter der
Massen“
• Gestorben 1931
Sigmund Freud
• Geboren 1856
• 1881 Promotion zum Doktor der Medizin
• Gestorben 1939
• Begründer der Psychoanalyse
– Hypnose-Forschung
– Seelische Struktur des Menschen
– Begründung der Funktionen der Psyche
Allgemeiner historischer
Hintergrund
• Politische Spannungen in der Gesellschaft
• Massenbewegungen und Revolutionen
• Zunehmende Verstädterung und seine
Begleiterscheinungen
• Konsequenzen der Moderne
• Erfahrung mit dem I. Weltkrieg
• Strukturwandel der Öffentlichkeit
Besonderer Ausgangspunkt
Freuds
• Seine wissenschaftliche Forschung und die
Konstitution der Psychoanalyse als
Wissenschaft
• Verschiedene Studien zu Massen-phänomenen
im wissenschaftlichen Diskurs
• LeBons „Psychologie der Massen“ Bestseller
• LeBon benutzt Kategorien der
Individualpsychologie
Ziel Freuds
• Gegensatz von Individualpsychologie und
Massenpsychologie aufzuheben
• Individualpsychologie war immer schon
Massenpsychologie
• Genauere Bestimmung der Kategorien der
Individualpsychologie durch die
Massenpsychologie
Charakterisierung der Massen
durch LeBon
• „Die psychologische Masse ist ein
unbestimmtes Wesen, das aus
ungleichartigen Bestandteilen besteht, die
sich für einen Augenblick miteinander
verbunden haben.“
Eigenschaften der Massen
• Verhalten sich unbewusst und triebhaft
• In Massen wirken Suggestion und
Übertragung
• Massen denken in Bildern und nicht
rational
• Massen denken überschwenglich und
einseitig
• Massen unterliegen ihren Trieben
Triebkräfte der LeBonschen
Massen
• Mittelbar: allgemeine Faktoren, die allen
Überzeugungen zu Grunde liegen (Rasse,
Tradition, Sittlichkeit, etc.)
• Unmittelbar: stärker kontext- und
zeitabhängig(Bilder, Worte,
Redewendungen, Täuschungen,
Erfahrungen)
Überzeugungsmittel der Führer
• Behauptung
• Wiederholungen der Behauptung
• Übertragung
• Prestige/ Charisma
Freuds Kritik
• Auseinandersetzung mit dem Begriff der
Masse bei LeBon
• Formel für die libidinöse Konstruktion einer
Masse
• Zentrale Begriffe
– Libido
– Suggestion
Libido
• Ist „der Treib, der im weitesten Sinne mit
Liebe zu tun hat“
• Kern: Geschlechtsliebe
• Unterscheidung:
– Sinnliche Liebe (direktes Sexualziel,
Befriedigung)
– Zielgehemmte Liebe (Keine Befriedigung,
dauerhafte Beziehungen)
Suggestion
• Suggestion=Beeinflussung des Denkens
• Suggestion, die alles erklärt muss
ihrerseits erklärt werden
• Die Suggerierbarkeit, oder die
Beeinflussbarkeit wird auf die Libido
zurückgeführt (aus Liebe, bzw. den
anderen „zu Liebe“)
Libidinöse Konstruktion der Masse
Zwei Faktoren:
- Doppelte Identifizierung
- Identifizierung der Individuen
untereinander
- kollektive Identifizierung mit einem
Objekt (Führer, Ideologie etc.)
Libidinöse Konstruktion der Masse
• Abtretung/Ersetzung des Ich-Ideals
– Abtretung
• Wahl eines Objekts (verkörpert das Ich-Ideal in
besonderer, reiner Weise)
• Bedürfnis nach Oberhaupt
• Suggerierbarkeit des Anderen
• Das Ich-Ideal wird durch das Objekt ersetzt
• Gewissen verliert Anwendung