Übung zu Theoretische Physik II (SS 2014) Übungsblatt 3

Denis Vasilyev und Klemens Hammerer
ausgeteilt: Montag, 28.4.2014
zu bearbeiten bis: Montag, 5.5.2014
7. Doppelter Delta-Potentialtopf (”Molekül”): Der Hamiltonoperator eines Teilchens sei
H = −

2
2m
d
2
dx
2
−α[δ(x) +δ(x −a)] , (1)
mit α > 0 einer positiven reellen Zahl. Dies beschreibt zwei Potentialtöpfe bei x = 0 und x = a mit Breite l
und Tiefe −V
0
im Grenzfall l →0 und V
0
→−∞ wobei −lV
0
= α > 0 konstant gehalten wird.
(a) (2 Punkte) Wie lauten die Stetigkeits- und Unstetigkeitsbedingungen an die Wellenfunktion und ihre
Ableitung an den Stellen der Potentialtöpfe?
(b) (4 Punkte) Wir suchen nach gebundenen Zuständen, d.h. wir suchen nach Lösungen der zeitunabhän-
gigen Schrödingergleichung für Energien E < 0. Lösen Sie die Schrödingergleichung formal in den drei
Bereichen x < 0, 0 < x < a und a < x. Welche Komponenten der formalen Lösung müssen ausgeschlossen
werden, um eine normierbare Wellenfunktion zu erhalten?
(c) (4 Punkte) Zeigen Sie mit den (Un)stetigkeitsbedingungen aus (a), dass die Energie die Bedingung
e
−κa
= ±

1 −
κ
µ

erfüllen muss, wobei µ =

2
und E = −

2
κ
2
2m
. Geben Sie eine grafische Lösung der Gleichung an.
(d) (4 Punkte) Zeigen Sie, dass der Grundzustand symmterisch bezüglich einer Reflexion um x = a/2 ist
und dass seine Energie E
1
kleiner ist, als die Energie des gebundenen Zustandes in einem einfachen
Delta-Potentialtopf (siehe Präsenzübung 2). Interpretieren Sie dieses Resultat physikalisch (in einem
Satz). Skizzieren Sie die zugehörige Wellenfunktion qualitativ.
(e) (2 Punkte) Zeigen Sie, dass, falls a einen zu bestimmenden Wert übersteigt, ein zweiter gebundener
Zustand mit einer Energie 0 > E
2
> E
1
existiert. Skizzieren Sie die zugehörige Wellenfunktion qualitativ.
Welche Symmetrieeigenschaften besitzt sie?
(f) (2 Punkte) Wir können dieses Potential als ein einfaches Modell für ein H
+
2
-Molekül verwenden: Die
Bewegung des Elektrons im Potential der Kerne an den festen Positionen x = 0 und x = a wird durch
den Hamiltonoperator (2) beschrieben. Wie variiert die Energie des elektronischen Grundzustandes
mit dem Abstand a der Kerne (qualitativ)? Betrachten Sie die Grenzfälle a → 0 und a → ∞. Was
ist die Gesamtenergie des Systems, wenn Sie die (Coulomb)Abstossung der Kerne hinzunehmen? Wie
variiert die die Gesamtenergie mit a (qualitativ)? Erklären Sie, wie damit das Prinzip einer chemischen
Verbindung und der Gleichgewichtsabstand der Kerne in einem Molekül verstanden werden kann (in
einem Satz).
8. Transmission und Reflexion an einer doppelten Delta-Barriere:
Der Hamiltonoperator eines Teilchens sei
H = −

2
2m
d
2
dx
2
+α[δ(x) +δ(x −a)] , (2)
mit α > 0 einer positiven reellen Zahl. Dies beschreibt zwei Potentialschwellen bei x = 0 und x = a mit
Breite l und Höhe V
0
im Grenzfall l →0 und V
0
→∞ wobei lV
0
= α > 0 konstant gehalten wird.
(a) (6 Punkte) Bestimmen Sie die Eigenfunktionen und Eigenwerte des Hamiltonoperators. Beschränken Sie
sich auf von links einfallende Wellen.
(b) (4 Punkte) Bestimmen Sie die Reflexions- und Transmissionskoeffizienten.
(c) (2 Punkte) Diskutieren Sie die Abhängigkeit der Reflexions- und Transmissionskoeffizienten vom Ab-
stand a der Potentialschwellen und der Energie E des Teilchens (qualitativ). Gibt es Resonanzen? Wenn
ja, wo?
1
9. Skalarprodukt in L
2
Im Raum L
2
(R
n
) der quadratintegrablen Funktionen lässt sich ein Skalarprodukt definieren. Jedem Paar
ψ, φ ∈ L
2
ordnen wir eine komplexe Zahl (ψ, φ) ∈ C zu
(ψ, φ) =

d
n


(x)φ(x)
(a) (6 Punkte) Zeigen Sie die folgenden Eigenschaften des Skalarproduktes:
(i) (ψ, φ)

= (φ, ψ)
(ii) (ψ, λφ +µχ) = λ(ψ, φ) +µ(ψ, χ)
(iii) (λψ +µφ, χ) = λ

(ψ, χ) +µ

(φ, χ)
(b) (4 Punkte) Für das Skalarprodukt gilt die Cauchy - Schwartz - Ungleichung
|(ψ, φ)| ≤

(ψ, ψ)

(φ, φ).
Zeigen Sie damit, dass L
2
ein Vektorraum ist, d.h. falls ψ, φ ∈ L
2
und λ, µ ∈ C dann ist auch
λψ +µφ ∈ L
2
2