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Neue Wege der Jugendpastoral

Zwischen Himmel und Erde

Peter Geisler, Peter Huyeng, Lothar Jekel,


Bernd Steinrötter, Angela Waller
Zwischen Himmel und Erde - Rahmenkonzept

Matthias Sellmann
Eine pastoraltheologische Stellungnahme

Anno Müller
Gedanken zur Spiritualität des Hochseilgartens
in der Liebfrauenkirche
Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

Bernd Steinrötter

Zwischen Himmel und Erde


Vorwort

M it dieser Dokumentation über das Pilotprojekt „Zwischen


Himmel und Erde“ wird einerseits ein Rückblick auf den
Projektzeitraum von November 2008 bis Februar 2009 gege-
ben. Andererseits wird eine inhaltliche Auseinandersetzung aus
unterschiedlichen Blickwinkeln aufgezeigt, die als Diskussi-
onsgrundlage für dieses ungewöhnliche Projekt dienen soll.
Die überwältigenden, positiven medialen Reaktionen waren
für alle Beteiligten überraschend. Neben der positiven Bericht-
erstattung gab es aber auch kritische Anmerkungen. Nicht alle
Bedenken konnten ausgeräumt werden, jedoch bestärkte uns
Bernd Steinrötter Foto: Krebber die große Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer darin,
diesen Weg weiterzugehen. Veränderte Zeiten bedürfen manch-
mal auch ungewohnten Wegen, um unseren Glauben an den dreifaltigen Gott für die Menschen in dieser
Zeit erfahrbar werden zu lassen. Die christliche Botschaft hat weder an Bedeutung, noch in ihrem Inhalt
an Strahlkraft verloren. Verantwortliche in der Pastoral, hier in der Jugendpastoral, müssen die Kommu-
nikationswege und die Form der Kommunikation so gestalten, dass der Kern der christlichen Botschaft
erkannt und angenommen werden kann.

Die Bandbreite der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war sehr vielschichtig. So kamen im Rahmen eines
Trauerseminars Mütter, die ihre Kinder verloren haben ebenso in die Kirche, wie viele Gruppen katholi-
scher und evangelischer Jugendlichen. Das Spektrum reichte sogar bis hin zu Strafegefangenen.
Überraschend war für viele Besucher der Anblick des Hochseilgartens im Eingangsbereich der Liebfrau-
enkirche. Überraschend dahingehend, dass etwas profanes in einem sakralen Raum zu finden ist.
Aber, kommt denn nicht in jedem Gottesdienst, bei jedem Besuch einer Kirche, profanes, also unser
alltägliches Leben, mit dem Sakralen in Berührung? Wird nicht in jedem Gottesdienst das Geheimnis des
christlichen Glaubens dem Menschen in Form des Evangeliums und der Eucharistie mit- und ausgeteilt?
Daher war es den Verantwortlichen im Philipp-Neri-Zentrum sehr wichtig, mit jeder Gruppe individuell
nicht nur in den Hochseilgarten zu gehen, sondern immer wieder auch deutlich zu machen, dass es sich
hier nicht nur um eine sportliche Aktivität handelt, sondern die wackeligen Seile eine Brücke zu spiritu-
ellen Erfahrungen anbieten. Diese Erfahrungen haben ganz konkret mit dem Leben des Kletterers zu tun.
Wir alle bewegen uns täglich zwischen Himmel und Erde, betreten Wege, von denen wir nicht wissen, ob
sie sicher sind. Der Glaube an den lebendigen Gott sagt uns zu, es gibt einen der dir am Beginn deines
Leben den Gurt angelegt und das Seil zum Leben geschenkt hat, der dich in deinem Leben nicht hängen
oder fallen lässt, sondern dich hält. Ganz unabhängig welche Wege du auch immer gehst. ER begleitet
dich. ER hält dich.
In einem geistlichen Lied von Thomas Laubach lautet der Kehrvers: „Wo Menschen sich vergessen, die
Wege verlassen und neu beginnen ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter
uns...“

Die Erfahrungen, welche die Teilnehmer in dem ausgelegten Gipfelbuch aufgeschrieben haben, geben ein
Zeugnis davon, dass es sich lohnt Mut und Risiko einzugehen, um neue Weg zu gehen, die Leben eröff-
nen.

Zum Abschluss möchte ich mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die sich am Projekt „Zwischen Him-
mel und Erde“ in vielfältiger Weise beteiligt haben. Ich denke der Heilige Philipp-Neri hätte seine helle
Freude an diesem Projekt.

Bernd Steinrötter
Stadtjugendpfarrer
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Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

Inhalt

Vorwort 2
Inhaltsverzeichnis 3

Peter Geisler, Peter Huyeng, Lothar Jekel,


Bernd Steinrötter, Angela Waller 4
„Zwischen Himmel und Erde“ - Rahmenkonzept

Klaus Pfeffer 8
Jugendpastoral im Kirchenraum - Ein Balance-Akt

Lothar Jekel 12
„Zwischen Himmel und Erde“ im Rückblick

Matthias Sellmann 16
Stellungnahme aus pastoraltheologischer Sicht

Anno Müller 18
Gedanken zur Spiritualität des Hochseilgartens

Die Teilnehmer 20
Zeilen aus dem Gipfelbuch

Die Medien 22
Ausschnitte aus der Berichterstattung

Danksagung
An dieser Stelle möchten wir uns sehr herzlich bei Menschen bedanken, ohne deren engagierte Hilfe
das Projekt „Zwischen Himmel und Erde“ nicht hätte realisiert werden können: Propst Manfred Paas
(Pfarrer St. Augustinus), Peter Huyeng (Kath. Kinder- und Jugendarbeit im Bistum Essen), Ange-
la Waller (Projektleiterin), Holger Niewind und Jan Moritz Muth (Fa. Aventem), Matthias Czar-
netzki (Jugendberufshilfe Förderkorb), Felix Krebber (Referent für Öffentlichkeitsarbeit des BDKJ
Gelsenkirchen), Heinz Pinnau (ehrenamtlicher Küster), den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
der BDKJ Stadtstelle (Verwaltung, Zivildienstleistende, Honorarkräfte) und dem Team der Trai-
ner, namentlich Irenäus Bruhn, Svenja Esken, Johanna Frielingsdorf, Philipp Gräwe, Benjamin
Heemann, Christian Jekel, Dominik Jekel, Rosa Koll, Christiane Laupichler, Maike Queda, Mat-
thias Rüffer, Marion Schindler, Gerd Schlosser, Malte Schönhoff, Ingrid Schwär, Elena Waller,
Catherine Willuhn und Nils Wolff.

Impressum
Die vorliegende Dokumentation zum Projekt „Zwischen Himmel und Erde“ wird herausgegeben vom
Bund der Deuschen Katholischen Jugend Gelsenkirchen, vertreten durch seinen Vorstand, in Zusam-
menarbeit mit dem Philipp-Neri-Zentrum (beide Stolzestr. 3a, 45879 Gelsenkirchen). Sie erscheint zur
Verwendung im innerkirchlichen Bereich und unterliegt den Bestimmungen des Urheberrechts. Druck:
Blueprint Lamberty. Auflage: 250 Stück. Redaktion: Felix Krebber (v.i.S.d.P.). Namentlich gekenn-
zeichnete Beiträge geben die Meinung der jeweiligen Autoren wieder. Diese muss nicht unbedingt mit
der Meinung des Philipp-Neri-Zentrums, oder des BDKJ Gelsenkirchen übereinstimmen.

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Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

Zwischen Himmel
und Erde
Rahmenkonzept
Die Idee
Zwischen Himmel und Erde Ein mobiler Hochseilgarten wird in einer ge-
...ist der Titel des Projektes, das am 8. eigneten (Jugend-)Kirche aufgebaut und prä-
November 2008 in der Liebfrauenkirche sentiert. Erster Standort von November 2008
im Philipp-Neri-Zentrum (PNZ), dem bis Ende Februar 2009: die Kirche am Philipp-
“Jugendpastoralen Zentrum in Gelsen- Neri-Zentrum (Liebfrauenkirche). Spirituelle,
kirchen, gestartet ist und in den nächsten erlebnispädagogische und kulturelle Elemen-
Jahren durch Pfarreien des Bistums Essen te werden zusammengeführt. Dabei flossen
reisen soll. die Erfahrungen der Jugendkirche TABGHA,
(Oberhausen) in die Weiterentwicklung zu ei-
Projektträger und nem “Wanderprojekt“ für das Bistum Essen
Gesamtprojektverantwortung ein. Ab März 2009 steht der Hochseilgarten in
Katholische Kinder- und Jugendarbeit der Jugendkirche in Oberhausen (TABGHA).
gGmbH des Bistums Essen, vertreten
durch den Geschäftsführer Peter Geisler Wir verbinden Spiritualität mit den Erfah-
rungsfeldern der Erlebnispädagogik. Der
Gesamtprojektleitung Kirchraum wird so mit all seinen Möglich-
Angela Waller keiten für Jugendliche und jung Gebliebene
/ interessierte Erwachsene neu erfahrbar. Das
Projektentwicklung Zitat von Pfarrer Hans Jürgen Vogel im Pfarr-
Philipp-Neri-Zentrum, Jugendpastorales blatt vom November 2002 bringt die Dimen-
Zentrum der Katholischen Jugend in Gel- sion auf den Punkt.
senkirchen und Katholische Kinder- und „Zwischen Himmel und Erde: Das ist
Jugendarbeit im Bistum gGmbH, nament- auch die Beschreibung unserer Existenz
lich: Stadtjugendseelsorger Bernd Stein- als Christinnen und Christen. - Zwischen
rötter, Jugendreferent Lothar Jekel und Himmel und Erde- das ist auch die Zeit
Honorar-Projektleiterin Angela Waller der Kirche. Wir sind unterwegs, Pilger auf
schwankenden Pfaden, immer in der Gefahr
Projektverantwortung vor Ort abzustürzen, aber voller Vertrauen, dass
Der jeweilige Stadt-/ am Ende einer uns hält. Das auszuhalten,
Kreisjugendseelsorger / Jugendreferent Zwischen Himmel und Erde zu hängen, nen-
nen wir auch glauben. Und heute auf Jesus
Projektmitarbeiter Christus zu setzen und seine Lebensmaßstä-
Freie Mitarbeiter, die Erfahrung im Bereich be zu den eigenen zu machen, erfordert Ri-
Klettern und Spaß im Umgang mit Men- sikobereitschaft und Mut.“
schen, insbesondere Jugendlichen haben.
Es wird immer mindestens eine päda- Genau diese schwankenden Pfade, das Gefühl
gogisch und eine für den Hochseilgarten zwischen zwei Situationen zu hängen wird
ausgebildete Person dabei sein. im Hochseilgarten des Projektes „Zwischen
Himmel und Erde“ erlebbar. Diese Situatio-
nen meistern zu können, erfordert - wie der

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Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

Glaube - Vertrauen, Risikobereitschaft und Zielgruppen


Mut.
Erlebnispädagogik bietet Kindern und Ju- • Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil
gendlichen einen Raum für eigene Erfah- • Gruppen der katholischen Jugendverbände
rungen. Die Lernprozesse, in denen durch • Messdienergruppen
bestimmte Erlebnisse Veränderungen der • Schülergruppen
Meinungen, der Gefühle und des Verhaltens • Gruppen der Jugendberufshilfe
stattfinden, fördern oftmals auch die Tea- • Jugendliche der Offenen Kinder- und Ju-
mentwicklung innerhalb einer Gruppe. gendarbeit
Kinder und Jugendliche, die überwiegend in • Jugendgruppen von Sportvereinen
Städten aufwachsen, sind auf der Suche nach • Eltern mit ihren Kindern bzw. Jugendlichen
Abenteuern und intensiven Erlebnismöglich- • Alle ab 12 Jahre, die neugierig sind und et-
keiten. Durch die Methoden der Erlebnispäd- was erleben wollen
agogik werden sie mit allen Sinnen angespro- • Weitere Zielgruppen können in den Blick
chen und die Konsequenzen ihres Handelns genommen werden.
werden sofort sichtbar und spürbar. Sie er-
fahren ihre Möglichkeiten und Grenzen, ihre
Stärken und Schwächen und können spiele- Ziele
risch kreativ ihre eigenen Ausdrucksmög-
lichkeiten entwickeln. Am Ende können sie Das Projekt „Zwischen Himmel und Erde“
auf die gemeinsame Leistung oder auch auf verfolgt verschiedene Ziele:
sich selbst stolz sein und sich mit den anderen
freuen. Ohne das Team steht man im Hoch- • Das Erleben körperlicher Grenzerfahrungen
seilgarten jedoch auf verlorenem Posten. Ge- im kirchlichen Raum führt zu einer Auseinan-
genseitige Unterstützung und Anerkennung dersetzung mit existentiellen religiösen The-
sind wesentliche Voraussetzungen für ein er- men und bietet damit einen ganzheitlichen
folgreiches Team. Das gilt nicht nur im Hoch- Zugang zum religiösen Dialog.
seilgarten. Teamwork ist der Weg: gemeinsam
erreichen wir unser Ziel und das mit ganz viel • Der Kirchraum wird neu als Ort wahrge-
Spaß. Für manche Jugendlichen ist es eine nommen und so der Glaube neu erlebt.
ganz neue Erfahrung, respektiert zu werden,
Anerkennung zu finden, Grenzen zu erleben, • Den Teilnehmern wird das Erleben ihrer ei-
gemeinsam etwas zu erreichen und sich am genen Persönlichkeit ermöglicht, damit die-
Ende gemeinsam über ein Erlebnis zu freuen. se ihre Stärken kennen und einsetzen lernen.
Hier stehen die Elemente der Selbsterfahrung
im Vordergrund.
Kultur
• Das Klettererlebnis an einem solchen Ort
Durch den besonderen Ort, den die Kirche wird ein besonderes Erlebnis innerhalb einer
darstellt und die Konstruktion eines ästhe- Gruppe sein und fördert soziale Kompeten-
tisch schönen Hochseilgartens, können Kin- zen. Hier stehen die kooperativen Elemente
der und Jugendliche einen anderen Zugang im Vordergrund.
zu verschiedenen kulturellen Darbietungen
finden. Kultur wird auf eine andere, neue Art • Die Teilnehmer machen Grenzerfahrungen,
und Weise erlebbar und der Ort der Kirche wodurch sie ihre Handlungskompetenzen er-
wird mit neuen Augen betrachtet. weitern.

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Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

Rahmenbedingungen Raum
Der Hochseilgarten des Projektes „Zwischen Der Raum Kirche wird als solcher absolut
Himmel und Erde“ ist eine mobile Traversen- gewürdigt und ebenso in seiner besonderen
konstruktion. Das heißt, dass dieser Hoch- Atmosphäre eine prägende Wirkung im Pro-
seilgarten von fachkundigem Personal immer jekt ausüben. Der spirituelle Ort wird so aus
wieder abgebaut und an anderer Stelle neu unterschiedlichen Perspektiven und mit neu-
aufgebaut wird. Zudem besteht die Möglich- en Erfahrungen anders wahrgenommen. Ein-
keit, verschiedene Elemente in die Konstruk- zelne Elemente innerhalb der Kirche werden
tion einzuhängen, solange sie den Normen so anders auf die Teilnehmer wirken. Erfah-
des Standsicherheitsnachweises entsprechen. rungen an der Grenze bewirken eine existen-
Bei jeder Veranstaltung sind immer mindes- tielle Auseinandersetzung mit Glauben- und
tens zwei Trainer anwesend, die in den Hoch- Lebensthemen.
seilgarten „Zwischen Himmel und Erde“ ein-
gewiesen wurden. Angebote
Zudem dürfen in der Regel nicht mehr als
15 Teilnehmer gleichzeitig in den Hochseil- Kirchenraum – Lebensraum –
garten. Größeren Gruppen wird ein separater Erfahrensraum- Glaubensraum
Raum für diese Zeit zur Verfügung gestellt. In dem neuen geistlichen Lied lautet der
Es kann auch ein weiterer Trainer dazu ge- Kehrvers: „…da berühren sich Himmel und
bucht werden, der mit der übrigen Gruppe in Erde…“ – dies möchten wir Jugendlichen,
diesem Raum Übungen zur Vor- oder auch jungen Erwachsenen und jung Gebliebenen
Nachbereitung der Erlebnisse im Hochseil- ermöglichen.
garten durchführen kann. Im Hochseilgarten können Jugendliche am
Bei Gruppen mit unter 18-Jährigen muss im- eigenen Körper erfahren, wie sich es anfühlt
mer eine Begleitperson mitkommen, da die sich zwischen Himmel und Erde zu bewegen.
Trainer nicht die Aufsichtspflicht übernehmen Zwar gesichert durch einen Gurt und von ei-
(gilt insbesondere für Schulklassen), sondern nem anderen gehalten, jedoch auf sich allein
nur für die Durchführung der Veranstaltung gestellt zu sein. Wenn der Fuß vorsichtig auf
zuständig sind. dem Seil Halt sucht; wenn die schwanken-
de und pendelnde Strickleiter wenig Sicher-
Methode heit bietet. Ein Gefühl aus Unsicherheit und
Angst, die sich schnell breit macht. Aber wer
Der Hochseilgarten ist ein Element aus der sich nicht auf den Weg macht, kein Risiko
Erlebnispädagogik. eingeht, der kann auch nicht diese „Berüh-
Die Erlebnispädagogik ist ein handlungsori- rung“ erfahren.
entierter Ansatz, in dem das Erfahrungsler-
nen eine große Rolle spielt. Heckmaier und „Zwischen Himmel und Erde“ – ist auch eine
Michl definieren in ihrem Buch „Erleben und Beschreibung unserer Existenz als Christen.
Lernen“ die Erlebnispädagogik wie folgt: Jeder Mensch kennt das: Auf der einen Sei-
„Erlebnispädagogik ist eine handlungsorien- te mit beiden Beinen fest auf dem Boden von
tierte Methode und will durch exemplarische Tatsachen stehen, und sich den Realitäten
Lernprozesse, in denen junge Menschen vor stellen. Aber immer auch eine Sehnsucht in
physische, psychische und soziale Herausfor- sich selbst spüren, dass es ein „Mehr“ im Le-
derungen gestellt werden, diese in ihrer Per- ben geben muss, nach dem es sich lohnt sich
sönlichkeitsentwicklung fördern und sie dazu auszustrecken.
befähigen, ihre Lebenswelt verantwortlich zu So sind wir ausgestreckt zwischen Himmel
gestalten.“ und Erde – und wir spüren die Spannung, die
oft kaum auszuhalten ist.

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Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

„Zwischen Himmel und Erde“ – das ist auch zu können. Darum möchten wir hierfür einen
die Zeit der Kirche. Daher haben wir auch den Raum bieten, in dem gemeinsame Erfahrun-
Kirchenraum gewählt, weil es der Ort ist, an gen gesammelt werden können.
dem sich Menschen zu Gottesdiensten ver-
sammeln. Sie vergewissern sich ihres Glau- • Ausprobieren und Erleben für Jedermann /
bens und erfahren Kraft aus den Sakramen- -frau
ten. Wir sind Menschen unterwegs in dieser Mindestens zweimal in der Woche besteht
Zeit, auf schwankenden Pfaden, immer in der die Möglichkeit für jeden, der neugierig auf
Gefahr abzustürzen, aber immer voller Ver- neue Erlebnisse ist, diese im Hochseilgarten
trauen, dass uns EINER hält. „Zwischen Himmel und Erde“ zu erfahren.
Wenigstens zwei Trainer werden vor Ort sein
• Angebote für Schulklassen und die Interessierten begleiten.

• Abenteuer und Erlebnisse für Jugendgrup-


pen und Sportvereine Kosten des konkreten Kletterangebotes

• Teamtraining für Firmen / feste Gruppen • 7 € pro einzelner Kletterer bei offenen Klet-
Wir bieten ein Training im Hochseilgarten an, terangeboten
bei dem die Ressourcen und Sozialkompeten- • Gruppen bis 15 Teilnehmer 100 €
zen des Einzelnen gefördert werden sowie die • Für jeden weiteren Trainer, z. B. für päda-
Kooperationsbereitschaft. Der Schwerpunkt gogische Zusatzprogramme, fallen zusätzlich
kann hier sowohl auf Eigenerfahrungen, als Kosten in Höhe von 50 € für 2,5 Stunden an.
auch auf gruppendynamischen Prozessen lie- Eine Veranstaltung dauert ca. 2,5 Stunden.
gen. Das Erlebte wird immer gemeinsam mit
den Teilnehmern reflektiert. Das Konzept wir laufend den Gegebenheiten
angepasst und weiter fortgeschrieben.
• Erlebnisse für Eltern mit ihren Kindern / Ju- 
gendlichen
In der heutigen Gesellschaft gibt es immer Stand: Februar 2009
weniger Möglichkeiten, dass Eltern mit ihren Peter Geisler
Kindern / Jugendlichen gemeinsame Erfah- Peter Huyeng
rungen machen. Diese gemeinsamen Erfah- Lothar Jekel
rungen erachten wir jedoch für wichtig, um Bernd Steinrötter
eine stabile Eltern-Kind-Beziehung führen Angela Waller

„Wir verbinden Spiritualität mit den


Erfahrungsfeldern der Erlebnispädagogik.
Der Kirchraum wird so mit all seinen
Möglichkeiten für Jugendliche neu erfahr-
bar.“

Foto: Mölleken

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Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

Klaus Pfeffer Der Ordinarius kann aber im Einzelfall einen


anderen, der Heiligkeit des Ortes jedoch nicht
entgegenstehenden Gebrauch gestatten.“
Jugendpastoral Die Formulierung klingt einschränkend, er-
öffnet aber bei genauerer Betrachtung weite
im Kirchenraum - Spielräume. Erlaubt ist alles, „was der Aus-
übung oder Förderung von Gottesdienst,
Frömmigkeit und Gottesverehrung dient“.
Ein Balance-Akt Die Möglichkeiten gehen also weit über Got-
tesdienste und andere liturgische Rituale hi-

H eftige Diskussionen lösen immer wie-


der jugendpastorale Projekte im Kir-
chenraum aus, sobald sie die Grenzen des
naus. Allerdings gibt es eindeutige Kriterien,
an denen sich messen lässt, ob ein Projekt
oder eine Aktion in den Kirchenraum passt:
Gewohnten überschreiten: Hochseilgarten,
Skaterbahn, Rockkonzerte oder andere kreati-
ve Initiativen sollen Jugendliche dazu ermun-
tern, neu mit Kirche und Glauben in Kontakt
zu kommen.
Immer wieder kommt es dabei zu Konflikten:
Heftige Reaktionen innerhalb von Gemein- Klaus Pfeffer
den, in Zeitungs-Leserbriefen oder Internet- ist Rektor der
Foren. Die kirchliche Hierarchie wird auf- Jugendbldungsstät-
gefordert, einzuschreiten und reagiert eher te St. Altfried des
Bistums Essen.
unsicher. klaus.pfeffer@
Die folgenden Ausführungen sollen einerseits bistum-essen.de
einen Einblick ins Kirchenrecht geben, auf Foto: Privat
das sich Kritiker schnell berufen; andererseits
sollen sie verständlich machen, warum dieses
Thema so heikel und emotionsgeladen ist. • Es muss ein Zusammenhang mit Liturgie
An einigen Stellen werden Gedanken von Dr. und Gottesdienst zumindest erkennbar sein,
Herbert Fendrich aufgegriffen, die er 2005 beispielsweise durch liturgische Elemente
beim Jugendkirchen-Symposium unter dem oder durch inhaltliche Bezüge.
Titel „Was macht einen geeigneten Jugend- • Es muss ein geistliches Ziel verfolgt wer-
kirchenraum aus?“ formuliert hat. Darüber den, insofern Jugendlichen eine entsprechen-
hinaus werden Überlegungen von Albert Ger- de Erfahrung ermöglicht oder sie dafür sensi-
hards verarbeitet, der eine interessante Schrift bilisiert werden.
zur Gestaltung von Kirchenräumen herausge-
geben hat (Albert Gerhards: In der Mitte der Die Formulierung des Kirchenrechts eröffnet
Versammlung, Trier 1999). sogar noch weiteren Spielraum, insofern der
Ordinarius auch Dinge erlauben kann, bei de-
Ein Blick ins Kirchenrecht: Heilige Orte — nen die genannten Kriterien nicht erfüllt sind.
und ihre Grenzen Die Grenze allerdings liegt dort, wo etwas
Die Antwort des Kirchenrechtes ist kurz und geschieht, was der Heiligkeit des Ortes „ent​​
bündig: Canon 1210 spricht von „Heiligen ­gegensteht“.
Orten“, zu denen Kirchenräume zählen: Die Formulierung bleibt nebulös und unklar.
„An einem heiligen Ort darf nur das zugelas- Einen Antwortversuch unternimmt der fol-
sen werden, was der Ausübung oder Förde- gende Canon 1211:
rung von Gottesdienst, Frömmigkeit und Got- „Heilige Orte werden geschändet durch dort
tesverehrung dient, und ist das verboten, was geschehene, schwer verletzende, mit Ärger-
mit der Heiligkeit des Ortes unvereinbar ist. nis für die Gläubigen verbundene Handlun-

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Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

gen, die nach dem Urteil des Ortsordinarius te Schlichtheit, die andere Buntheit; der eine
so schwer und der Heiligkeit des Ortes ent- braucht Strenge, die andere Lockerheit.
gegen sind, dass es nicht mehr erlaubt ist, an Damit zeigt sich: Ein Kirchenraum braucht
ihnen Gottesdienst zu halten, bis die Schän- Flexibilität und vielfältige Möglichkeiten.
dung durch einen Bußritus nach Maßgabe der Die neue AEM greift dies hinsichtlich der
liturgischen Bücher behoben ist.“ Gestaltung von Kirchenräumen mit großer
So unklar auch diese Formulierung ist, so er- Offenheit auf: Da soll einerseits die Kunst aus
klärt sie aber doch, worin die Schwierigkeit der Vergangenheit bewahrt werden, anderer-
besteht, zu klaren Entscheidungen darüber zu seits soll aber auch „Neues und der jeweiligen
kommen, was erlaubt und was verboten ist. Zeit Entsprechendes“ gefördert werden (Art.
Die Kriterien für das, was an einem „Heiligen 289). Der Raum soll „einem angemessenen
Ort“ nicht sein darf, sind emotionaler Natur: Wohlbefinden“ dienen (293), die Gesamtan-
„Verletzende, mit Ärgernis für die Gläubigen lage die „tätige Teilnahme“ der Gläubigen
verbundene Handlungen“ stehen der Heilig- „erleichtern“ (294). Keine Frage, in den De-
keit des Ortes entgegen. Was aber verletzend tails gibt die AEM durchweg an der Tradition
ist und ärgert, hat mit Gefühlen, mit Lebens- orientierte Empfehlungen und Vorschriften,
geschichten, mit inneren Prägungen zu tun aber die vorhandene Offenheit gibt Interpre-
und die können nun mal zeitbedingt, bio- tationsspielraum. Denn auch Jugendliche sol-
graphieabhängig und damit von Mensch zu len im Kirchenraum „Wohlbefinden“ erfahren
Mensch sehr verschieden sein. und „tätig teilnehmen“, auch wenn das an-
ders aussehen wird als bei den überwiegend
Aber trotz aller Unklarheit lassen sich aus älteren Kirchenbesuchern. Bei aller Vielfalt
dem Kirchenrecht einige Orientierungen fol- bleibt aber etwas, was nicht in Frage steht:
gern: Der Kirchenraum ist als
• Im Kirchenraum ist grundsätzlich mehr „heiliger“ Raum ein Ort, an dem „symbolisch“
möglich als die Feier von Gottesdiensten. bzw. „zeichenhaft“ kommuniziert wird. Denn
• Alles, was im Kirchenraum stattfindet, muss anders kann die eben angesprochene „höhere
einem geistlichen Ziel dienen: Es soll Men- Wirklichkeit“ nicht erfahren werden. Sym-
schen mit Gott in Berührung bringen bzw. zu- bolische Erfahrung geht weniger über den
mindest dazu vorbereiten. Intellekt, sondern auch und vor allem über
• Die Entscheidungshoheit über die Nutzung die - oft unbewussten - Tiefenschichten der
liegt beim zuständigen Pfarrer und im Zwei- menschlichen Seele, über Gefühl und Erfah-
felsfall beim Bischof. rung. Die Jugendpastoral kann insofern mit
• Die Gefühle aller Menschen, denen der ihren erfahrungsbezogenen Methoden den
Kirchenraum heilig ist, sind zu beachten und Kirchenraum durchaus bereichern, zumal die
ernst zu nehmen. kirchliche Liturgie an Erfahrungselementen
verloren hat.
Die Besonderheit des „heiligen“ Raumes
Es ist sehr eindeutig: Der Kirchenraum ist Neuere liturgiewissenschaftliche Überlegun-
kein „normaler“ Raum, sondern „heilig“, gen betonen darum ausdrücklich, dass Li-
nicht profan, sondern sakral. Er ist nach der turgie heute offen sein muss für vielfältige
neuen „Allgemeinen Einführung in das Mess- Kommunikationssituationen. Dazu wird eine
buch“ in Art. 288 ein „Zeichen und Symbol Raumgestaltung empfohlen, die in vielen Kir-
höherer Wirklichkeit“. Der Sinn des Kirchen- chen (noch) nicht möglich ist. Die Gemein-
raumes hängt daran, ob in ihm eine „höhere de soll in der Form einer Ellipse zusammen-
Wirklichkeit“ auch tatsächlich erfahren wird. kommen und dabei einen leeren Raum in der
Das macht es wiederum schwer, weil diese Mitte erfahren (Altar und Ambo befinden sich
Erfahrung für jeden Menschen anders sein gegenüberliegend an den jeweiligen Seiten-
kann – der eine sucht Geborgenheit, die an- Brennpunkten der Ellipse). Der offene Raum
dere ein begeisterndes Event; der eine möch- hat dabei symbolische Bedeutung: Wer sich in

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Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

„Alles, was im Kirchenraum stattfindet, muss einem geistlichen Ziel dienen: Es soll Menschen mit Gott in Berührung bringen“
- Szene aus der Eröffnungsfeier des Projektes „Zwischen Himmel und Erde“ im November 2008. Foto: Mölleken
einer Kirche auf eine Feier (oder ein Projekt) kommuniziert wird – und nicht wie im All-
einlässt, braucht Mut zur Offenheit. Denn er tagsraum „objektiviert und eindeutig fixiert“.
soll sich öffnen für Gott, für die Gemeinde, Letzteres heißt: Im Alltagsraum ist ein Hoch-
für ein Geschehen, bei dem mit ihm etwas seilgarten nur ein Hochseilgarten; ein Kon-
geschieht. Er ist kein Zuschauer oder „Besu- zert nur ein Konzert; und die sakralen Ge-
cher“, sondern Teilnehmer. genstände und Bilder sind dann allenfalls nur
Zudem symbolisiert der offene Raum viel- Museumsgegenstände. Im Kirchenraum muss
fältige Gestaltungsmöglichkeiten – sowohl es aber jeweils mehr sein als das, was es real
hinsichtlich der liturgischen Form, als auch ist. Und das ist dann eine große spirituelle und
hinsichtlich der kommunikativen Elemente, pädagogische Kunst...
die von Kunst über Theater bis hin zu Film Letztlich geht es darum, die Besonderheit
und Video reichen. Albert Gerhards betont des Raumes (= „Heiligkeit“) zu wahren und
zwar, dass für Christen die eigentliche Ver- zu nutzen. Wo das nicht gelingt, da bewegen
mittlungsgestaltung der Mensch bleibt, aber sich Menschen dann in einem Kirchenraum,
mediale Elemente haben eine „Daseinsbe- als wären sie gar nicht in einem solchen, son-
rechtigung als Ausdrucksgestalten des Men- dern in einer Konzerthalle, im Museum, auf
schen, der sich mit all seinen Möglichkeiten einem Marktplatz, im Klettergarten, auf der
zum Lob Gottes in die Liturgie einbringt“ Skaterbahn...
(Gerhards, 28). Solche „Profanisierungen“ sind es, die Ängs-
Diese liturgiewissenschaftlichen Entwicklun- te, Widerstände und Konflikte auslösen. Für
gen der letzten Jahre bieten einen guten Ar- Menschen, denen der Kirchenraum heilig ist,
gumentationshintergrund für jugendpastorale kann es nämlich kaum etwas Schlimmeres ge-
Projekte. Allerdings muss dabei eine Gefahr ben, als diesen Raum zu „ent-heiligen“. Das
im Blick bleiben. Die „Wirksamkeit“ eines wiederum hat Gründe: Gerade aufgrund der
Projektes im Kirchenraum hängt davon ab, hohen symbolischen Bedeutung eines „hei-
ob auch tatsächlich symbolisch-zeichenhaft ligen Raumes“ findet hier eine ebenso hohe

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Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

– oft unbewusste – Identifikation und Projek- beantworten muss: Woran ist erkennbar, dass
tion statt. Kirchenräume sind für viele Men- es (auch) um Gott und Glaube geht? Und wo-
schen innere Heimat; sie verbinden damit ihre durch werden „Frömmigkeit und Gottesver-
Lebens-und Glaubensgeschichte und übertra- ehrung gefördert“?
gen auf sie viele spirituelle und persönliche
Bedürfnisse, Wünsche und Abhängigkeiten. 4. Ein Projekt oder eine Aktion im Kirchen-
Wenn dieser derart aufgeladene Raum nun raum muss im Vorfeld breit kommuniziert
verändert, anders genutzt oder sogar ganz werden: Bedenken, Ängste und Grenzen an-
aufgegeben werden soll, dann ist das für die derer Kirchenmitglieder müssen Berücksich-
Betroffenen ein existentielles Problem. Das tigung finden. Oft gibt es sehr berechtigte
macht es so schwer, sich mit ihnen ausein- Anliegen, die in der Umsetzung des Projektes
ander zu setzen und verlangt eine ausgespro- einbezogen werden können („Schutz— des
chen hohe Sensibilität.. Allerheiligsten; Beachtung besonderer Orte
im Kirchenraum o.ä.).
Konsequenzen für die jugendpastorale
Projekte im Kirchenraum 5. Da der Bischof bzw. der zuständige Pfar-
Aus den bisherigen Überlegungen zu den Vor- rer die Verantwortung für den Kirchenraum
schriften des Kirchenrechtes und zur Beson- trägt, ist er von Beginn an einzubeziehen. Das
derheit des Kirchenraumes lassen sich einige gilt auch für andere mehr oder weniger ver-
Konsequenzen folgern, die bei der Durchfüh- antwortliche Priester (Stadtdechant o.ä.). Es
rung jugendpastoraler Projekte im Kirchen- kann nur hilfreich sein, sie als Anwälte und
raum zu beachten sind. Bündnispartner zu gewinnen. In möglichen
Auseinandersetzungen, die mit der symbo-
1. Ein jugendpastorales Projekt im Kirchen- lisch aufgeladenen Bedeutung des Kirchen-
raum erfordert grundsätzliche Vorüberlegun- raumes zusammenhängen, hat die Meinung
gen, weil aufgrund der Symbolik des Raumes eines kirchlichen Amtsträgers eine nicht zu
unbewusste Kräfte im Spiel sind. Der Kir- unterschätzende Bedeutung, denn sein Amt
chenraum ist nicht irgendein Raum, das muss ist wie der Kirchenraum ebenfalls „symbo-
ich wissen, bevor ich „einfach so“ ein solches lisch aufgeladen“ . Und nicht zuletzt hat der
Projekt angehe, und mich am Ende wundere Pfarrer bzw. der Bischof in allen Fragen des
über die Emotionen, die mir um die Ohren Kirchenraumes ohnehin das entscheidende
fliegen... letzte Wort.

2. Ein jugendpastorales Projekt im Kirchen- 6. Natürlich ist es klug, die übrigen Verant-
raum ist grundsätzlich erlaubt und möglich, wortlichen der betreffenden Gemeinde früh-
auch wenn es sich dabei nicht explizit um ei- zeitig einzubinden: Kirchenvorstand, Pfarr-
nen Gottesdienst handelt. Das Kirchenrecht gemeinderat, Pastoralkonferenz usw. Und
schränkt die Nutzung des Kirchenraumes ebenso hilfreich wird es sein, die breite ge-
nicht auf Gottesdienste ein. meindliche Öffentlichkeit transparent zu in-
formieren und mögliche Ängste und Vorbe-
3. Allerdings hat ein jugendpastorales Pro- halte schon sofort aufzugreifen.
jekt im Kirchenraum ein geistliches Ziel zu 
verfolgen: Jugendlichen soll ein Zugang zu
Gott und Glaube eröffnet werden; zumindest
sollen sie dafür neugierig gemacht werden.
In der Sprache des Kirchenrechtes sollen
„Frömmigkeit und Gottesverehrung“ zumin-
dest gefördert werden. Darum ist bei der Pla-
nung und Vorbereitung die entsprechende
Zielformulierung so wichtig, die die Frage

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Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

Lothar Jekel Glaube - Vertrauen, Risikobereitschaft und


Mut. Erlebnispädagogik bietet Kindern und

Konzepte und Jugendlichen einen Raum für eigene Erfah-


rungen. Die Lernprozesse, in denen durch
bestimmte Erlebnisse Veränderungen der
Eckpunkte - Meinungen, der Gefühle und des Verhaltens
stattfinden, fördern oftmals auch die Tea-
mentwicklung innerhalb einer Gruppe. Kinder
Zwischen Him- und Jugendliche, die überwiegend in Städten
aufwachsen, sind auf der Suche nach Aben-
mel und Erde im teuern und intensiven Erlebnismöglichkeiten.
Durch die Methoden der Erlebnispädagogik
werden sie mit allen Sinnen angesprochen
Rückblick und die Konsequenzen ihres Handelns wer-
den sofort sichtbar und spürbar. Sie erfahren
ihre Möglichkeiten und Grenzen, ihre Stär-
“Die Idee und was
ken und Schwächen und können spielerisch
dahinter steckt“ kreativ ihre eigenen Ausdrucksmöglichkeiten

E
entwickeln. Am Ende können sie auf die ge-
in mobiler Hochseilgarten wurde in der meinsame Leistung oder auch auf sich selber
Liebfrauenkirche des Philipp-Neri-Zent- stolz sein und sich mit den anderen freuen.
rums aufgebaut. Konzeptionell bot dieser drei Ohne das Team steht man im Hochseilgarten
Einzelstationen und zwei große Kooperati- jedoch auf verlorenem Posten. Gegenseitige
onsaufgaben. Vorrangig wollten wir mit dem Unterstützung und Anerkennung sind wesent-
Angebot Gruppen aus dem Jugendbereich an- liche Voraussetzungen für ein erfolgreiches
sprechen. Team. Das gilt nicht nur im Hochseilgarten.
Spiritualität wird verbunden mit den Erfah- Teamwork ist der Weg: Gemeinsam erreichen
rungsfeldern der Erlebnispädagogik. Der wir unser Ziel und das mit ganz viel Spaß. Für
Kirchraum wird mit all seinen Möglichkeiten
für Jugendliche und jung gebliebene und inte-
ressierte Erwachsene neu erfahrbar gemacht.
Das Zitat von Pfarrer Hans Jürgen Vogel im
Pfarrblatt vom Nov. 2002 bringt die Dimensi-
on auf den Punkt:
„‚Zwischen Himmel und Erde‘: Das ist auch
die Beschreibung unserer Existenz als Chris- Lothar Jekel
tinnen und Christen. (...) ‚Zwischen Himmel ist Jugendreferent
am Philipp-Neri-
und Erde‘- das ist auch die Zeit der Kirche.
Zentrum, lothar.
Wir sind unterwegs, Pilger auf schwankenden
jekel@kkja-bistum-
Pfaden, immer in der Gefahr abzustürzen, essen.de
aber voller Vertrauen, dass am Ende einer uns Foto: Krebber
hält. Das auszuhalten, zwischen ‚Himmel und
Erde‘ zu hängen, nennen wir auch glauben.
Und heute auf Jesus Christus zu setzen und manche Jugendlichen ist es eine ganz neue Er-
seine Lebensmaßstäbe zu den eigenen zu ma- fahrung, respektiert zu werden, Anerkennung
chen, erfordert Risikobereitschaft und Mut.“ zu finden, Grenzen zu erleben, gemeinsam
Genau diese schwankenden Pfade, das Gefühl etwas zu erreichen und sich am Ende gemein-
zwischen zwei Situationen zu hängen, werden sam über ein Erlebnis zu freuen.
im Hochseilgarten des Projektes „Zwischen
Himmel und Erde“ erlebbar. Diese Situatio-
nen meistern zu können, erfordert - wie der

12
Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

Gruppenangebote Das Kletter- und Projektteam


84 Gruppen aus Gelsenkirchen und der weite- Zum Kletterteam gehörten 20 engagierte und
ren Umgebung haben das Projekt “Zwischen klettererfahrene junge Menschen. Zusammen
Himmel und Erde“ in der Liebfrauenkirche mit der Projektleiterin Angela Waller, dem
im Philipp-Neri-Zentrum erlebt. Das sind Stadtjugendpfarrer Bernd Steinrötter und
1159 zumeist junge Menschen, die ihre per- dem Jugendreferenten Lothar Jekel, bildeten
sönlichen Erfahrungen machen konnten. 20 sie das Projektteam. Das Projektteam war für
Hochseilgartentrainer haben die 561 weibli- die konzeptionelle Planung und Umsetzung
chen und 598 männlichen Teinehmer sicher verantwortlich. Jeder brachte sich mit seinen
durch den Hochseilgarten geführt. Fähigkeiten ein und schon nach sehr kurzer
Zeit bildete sich aus den Menschen, die sich
für das Projekt zusammengetan hatten, ein
Die Gruppen „echtes und spürbares Team“. Weiterhin muss
Folgende nicht vollständige Auflistung soll ei- noch erwähnt werden, dass ohne die fleißigen
nen Einblick geben, wie groß die Bandbreite Helfer vom Bund der Deutschen Katholischen
der unterschiedlichen Teilnehmer war: Katho- Jugend (BDKJ), sowie aus dem Philipp-Neri-
lische Junge Gemeinde (KJG), Messdiener, Zentrum, die im Hintergrund eine logistische
Kolping, Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Meisterleistung vollbrachten, der reibungslo-
Georg (DPSG), Schulklassen verschiedener se Ablauf so nicht möglich gewesen wäre.
Schulformen, Jugendberufshilfeeinrichtun-
gen, Offener Stafvollzug Bochum, Familien Erfahrungen
und Freundeskreise, Konfirmanden, Deut- Zwei Beispiele die für sich sprechen: Vier
scher Alpenverein (DAV), Mädchengruppen, Konfirmandengruppen aus Herford besuchten
Selbsthilfegruppen, Sportgruppen, Christli- unser Projekt und setzten sich inhaltlich mit
cher Verein junger Menschen (CVJM), Er- dem Thema “Zwischen Himmel und Erde“
zieherinnen, Technisches Hlfswerk und viele auseinander und gestalteten zum Thema am
andere mehr. darauffolgenden Sonntag einen Gottesdienst.

Offenes Klettern
Auf dem Hintergrund vieler Anfragen, schon
Impulse
bei der Eröffnungsveranstaltung, gab es meist Pfarrerin Karin Brunken stellte uns ihre An-
wöchentlich ein dreistündiges, offenes Klet- sprache zum Abdruck zur Verfügung:
terangebot. Freundeskreise, Familien oder
Einzelpersonen, nutzten das Angebot in der Grenzen werden uns nicht nur gesetzt, wir zie-
Liebfrauenkirche. hen sie auch selbst. Ich werde zu dem, was ich
bin, weil ich im Laufe meines Lebens immer
Offene Kirche wieder Grenzen ziehe. Unter einer Vielzahl von
Immer, wenn der Hochseilgarten genutzt Möglichkeiten muss ich wählen.
wurde, waren die Kirchentüren offen. Ne- Ohne Begrenzungen ist Leben nicht möglich.
ben den “Kletterern“ kamen auch viele Men- Und schon gar kein Zusammen-leben.Weiß ich,
schen, teils gezielt oder aber auch zufällig wo meine Grenzen sind? Kann ich anerkennen
in die Kirche. Neben den Personen aus dem und akzeptieren? Habe ich den großen Mut zu
Kletterteam, war auch immer ein weiterer sagen: Bis hierhin und nicht weiter...?!? Oder
Gesprächspartner anwesend. Im Kreise der wage ich es, meine Grenzen zu überschreiten?
Gruppen aber auch einzelner Personen, entwi- Das kann gelingen und mich ganz Neues, Uner-
ckelten sich sehr interessante manchmal auch wartetes entdecken lassen.
sehr persönliche Gespräche. Themen, wie der ....Hochseilgarten, besondere Erfahrung...
eigene Glaube, aber auch Gemeinsamkeiten Es kann aber auch scheitern. Dann weiß ich,
oder Unterschiede zu anderen Religionsge- ich bin zu weit gegangen. Gut, wenn mich dann
meinschaften, standen dabei im Vordergrund. jemand hält, wenn ich aufgefangen werde. Das

13
Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

haben wir gelernt, im Hochseilgarten: Mut, Rückblick


Grenzen zu überschreiten, wenn wir sie über-
winden können. Gelassenheit, Grenzen hinzu- Um einen Überblick über das gesamte Projekt
nehmen, die wir nicht ändern können. Und die zu erhalten, skizziere ich hier die wichtigsten
Weisheit, zwischen diesen und jenen Grenzen zu Meilensteine des Projektes:
unterscheiden.
Frühjahr bis Oktober 2008
Vertrauen zu haben, das war Grundlage, wenn • Eckpunkte zur Entwicklung des Projektes,
man sich auf die Hochseilbrücke wagte. Ver- Abstimmung mit allen Beteiligten (Gemeinde,
trauen in die Sicherung, Vertrauen zum Partner, Philipp-Neri-Zentrum, Bistum)
zur Partnerin, Vertrauen zur Gruppe, die die • Inhaltliche Konzeptentwicklung (Verbin-
Balken führte. Und natürlich das Vertrauen in dung zwischen Erlebnispädagogik und Spiri-
die eigenen Fähigkeiten. Vertrauen - das ist eine tualität)
wichtige Grundlage unseres Lebens. Spannend • Klärung der Finanzierung des Projektes
war es im Hochseilgarten besonders dann, wenn (Katholische Kinder und
Vertrauen belohnt wurde: die Hand, die gereicht Jugendarbeit des Bistum Essen)
wurde, hielt und führte weiter. Nur so kam man • Ausschreibung und anschließende Auftrags-
voran. Toll! Und die besondere Erfahrung: wir vergabe für die Traversenkonstruktion
haben vertraut und etwas geschafft. Und dann
wurde man heruntergelassen: man musste sich
nach hinten fallen lassen und alles loslassen –
in dem Vertrauen, dass das Sicherungsseil mich
hält und sicher auf die Erde bringt. Gehalten
und geführt - eine Gotteserfahrung!“

Die Oberstufenschülerin Kim Mutmann vom


Anette-von Droste-Hülshoff Gymnasium
stellte uns ebenfalls einen Text zur Verfügung,
den wir auszugsweise hier veröffentlichen:

„Wie passen ein Hochseilgarten, ein Kirchen-


gebäude und Karabinerhaken zusammen?
Die spontane Reaktion ist wahrscheinlich erst
einmal gar nicht und doch kann der Religions-
kurs der Stufe 13 sagen, dass er all das an einem
Ort vorgefunden hat, nämlich in der Liebfrau-
enkirche in Gelsenkirchen. Man muss nicht be-
sonders gläubig sein, um diesen Hochseilgarten
zu meistern, und doch wundert man sich, was
einem zwischen Himmel und Erde so alles in
den Kopf kommen kann.“

‚Sich gehalten fühlen‘ wird im Hochseilgarten am eigenen


Leib erfahrbar. Foto: Mölleken

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Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

24. Oktober 2008 (Projektleiterin), stellten dabei das Projekt


• Aufbau der Traversenkonstruktion in der vor. Das Kennenlernen des Projektkonzeptes
Liebfrauenkirche und die bistumsweite Ausrichtung bis Ende
Am 24. Oktober startete die praktische Um- 2010, mit wechselnden Standorten nach je-
setzung des Projektes “Zwischen Himmel weils drei bis vier Monaten, standen dabei im
und Erde“. Die Firma Aventem aus Düssel- Vordergrund.
dorf baute an dem Tag, unterstützt von eini-
gen fleißigen Helfern aus dem Philipp-Neri- 4. November 2008
Zentrum, die Traversenkonstruktion auf. Ein • Pressekonferenz
64-seitiger Standsicherheitsnachweis, be- Am 4. November begann ein für uns bisher
rechnet von einem Statikbüro vor dem Hin- nicht erlebtes Medieninteresse. Fast alle regio-
tergrund der vorgeschriebenen DIN Normen, nalen und bundesweiten Medienvertreter,von
gewährleistet die erforderliche Sicherheit. Presse, Funk und Fernsehen hatten sich an-
gekündigt. Viele Interviews wurden geführt,
25. bis 31. Oktober 2008 Bilder gemacht und Liveschaltungen in
• Einbau der Kletterstationen durch das Klet- Nachrichtensendungen produziert. Das Me-
terteam dieninteresse war, auch in den darauf folgen-
19 erfahrene Kletterer bildeten das Kletter- den Wochen, immens. Insgesamt war es eine
team. In vielen Vorgesprächen wurden die sehr positive Berichterstattung, die weit über
einzelnen Stationen entwickelt und die not- die Bundesrepublik hinausging. Einige Titel-
wendigen Materialen besorgt. Dabei spielte meldungen sind in dieser Broschüre doku-
auch die Jugendberufshilfe „Der Förderkorb“ mentiert.
eine wichtige Rolle.Verschiedene Holz- und
Verbindungselemente wurden in der Einrich- 8. November 2008
tung hergestellt, bearbeitet und dann vor Ort 20 Uhr: Herr Sigrist, ein Schmied aus Kup-
an der Traversenkonstruktion passgenau zu- ferdreh, schmiedet in glühenden Kohlen, vor
sammen gebaut. Einige Mitglieder des Klet- dem Portal der Liebfrauenkirche das Gip-
terteams bauten dann die Stationen in rund felkreuz für „Zwischen Himmel und Erde“.
zehn Metern Höhe ein. Rund 350 Besucher der Eröffnungsveranstal-
tung schauen beeindruckt zu. Anschließend
2. November 2008 wird das Gipfelkreuz neben der Projektker-
• Theoretische und praktische Einweisung des ze und dem Gipfelbuch am Hochseilgarten
Kletterteams in den Hochseilgarten positioniert. Die drei Objekte werden in den
Auf Grundlage des speziell für den Hochseil- nächsten drei Monaten eine wichtige Rolle
garten entwickelten Sicherheitsmanuals wur- spielen. Das Kreuz wird den Hochseilgarten
den alle “zukünftigen Trainer“ theoretisch an allen weiteren Standorten mit begleiten.
und praktisch auf ihre neue Aufgabe vorbe- Jugendpfarrer Bernd Steinrötter segnet das
reitet. Jeder musste jede Station mit den vor- Kreuz, die Kerze und das Buch symbolisch
geschriebenen Sicherungstechniken auspro- für das ganze Projekt.
bieren.
Seit dem 8. März 2009 wurde das Projekt in
3. November 2008 der Jugendkirche TABGHA in Oberhausen
• Treffen der Jugendreferenten, -seelsorger weitergeführt. Im November 2009 kehrte der
und die Mitarbeiter des Bischöflichen Ju- Hochseilgarten dann zurück nach Gelsenkir-
gendamtes im Philipp-Neri-Zentrum chen.
Am 3. November trafen sich die verantwort- 
lichen Mitarbeiter der Jugend-pastoral des
Bistums im PNZ. Bernd Steinrötter (Jugend-
seelsorger und Leiter des PNZ), Lothar Jekel
(Jugendreferent im PNZ) und Angela Waller

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Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

Matthias Sellmann Feier; Glaskunst, Bilder, Akustik, Boden-


mosaiken oder Wegführungen innerhalb des
Stellungnahme aus Raumes (z.B. das Labyrinth von Chartres)
dienen der Resonanzverstärkung.

pastoraltheologi- • Alle drei Funktionen von Kirchgebäuden


brauchen ekklesiologisch einander und brin-
gen sich wechselseitig in ihre Wertigkeit. Was
scher Sicht nützte ein Kultraum ohne Versammlungs-
möglichkeit? Wie kraftlos wäre ein Versamm-
lungsraum ohne Resonanzverstärkung (man
Zum jugendpastoralen Projekt stelle sich eine Messfeier in der Schalterhal-
im Bistum Essen „Zwischen le einer Geschäftsbank vor). Und was soll
ein kirchlicher Resonanzraum verstärken,
Himmel und Erde“ wenn nicht die im Kult gefeierte Anwesenheit

K
Christi?
irchen haben verschiedene Funktionen.
Das jugendpastorale Projekt „Zwischen Him-
Sie sind als erstes Versammlungsräume:
mel und Erde“ ist der dritten Funktion zuzu-
Hier kommen die Christinnen und Christen
ordnen, der geistlichen Resonanzverstärkung.
eines Territoriums zusammen, um zu erleben,
Es will jungen Leuten pädagogisch und spi-
dass Christus im Geist in ihre Mitte kommt,
rituell vermitteln, dass menschliche Existenz
um sie zu erheben und in ihrer Taufberufung
eingespannt ist zwischen die Höhe großer
zu ermutigen. Weiterhin sind Kirchen Kulträu-
Berufungen und die Tiefe des nie ganz ver-
me: Hier werden die Sakramente gefeiert, das
meidbaren Scheiterns. So wie die christliche
heilige Brot gebrochen, die Taufe gespendet,
Botschaft im Kreuz signalisiert, sowohl die
die Beichte gehört, die Ehe geschlossen. Drit-
Höhe wie die Tiefe menschlichen Lebens zu
tens sind Kirchen in allen kirchengeschicht-
kennen und als Ort des Heils auszumessen, so
lichen Epochen immer auch Resonanzräume
werden die Traversen des Projektes zum bei-
geistlicher Erfahrung: Hier werden Wegpro-
spielhaften Symbol für ein Leben in Christus,
zessionen gegangen (z.B. Kreuzweg), hier
das in allen Höhen und Tiefen von ihm um-
wird Musik zum Vortrag gebracht, Kunst
fangen bleibt.
wird ausgestellt, szenische Spiele aufgeführt.
In früheren Zeiten wurde auf den Kirchplät-
zen regelmäßig Markt gehalten, Feste gefeiert
(so genannte Kirch-Mess, heute Kirmes) und
Gericht gesprochen. Jahrhunderte lang war
die Kirchturmuhr einziger öffentlicher Zeit-
messer der Orte; als Gebäude sind Kirchen
immer wichtige Landmarken gewesen, die Prof. Dr. Matthias
auch denen Orientierung gaben, die niemals Sellmann
hineingingen. ist Lehrstuhlinhaber
Zwei Beobachtungen sind für die Urteilsbil- für Pastoraltheolo-
gie an der Ruhr-Uni-
dung hilfreich: versität Bochum
• Alle drei Funktionen von Kirchen – Ver- Foto: Privat
sammlungsraum, Kultraum und Resonanz-
raum geistlicher Erfahrung – bilden sich in
Ja, der Klettergarten ist eine exzellente Mög-
der Architektur von Kirchen ab: die Konst-
lichkeit, die Heilsansage des Christentums in
ruktion als Halle mit vielen Sitzplätzen dient
heutiger Form geistlich zu verstärken, indem
der Versammlung; Altäre, Lettner, Chorkapel-
ich sie jetzt auch vertikal im Kirchenraum be-
len, Taufbecken usw. dienen der liturgischen
gehbar mache. Nicht nur junge, sondern auch

16
Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

ältere Christen dürfen sich darauf freuen, sich bekommt der Kirchenraum nicht nur persön-
etwa das Wort des Paulus aus dem Römerbrief lichkeits, sondern auch glaubenssozialisie-
ganz konkret zu ersteigen: „Weder Gewalten renden Wert. Gerade junge Leute in Distanz
der Höhe noch der Tiefe (…) können uns zur Kirche werden es honorieren, dass Kirche
scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus ihnen nonverbal entgegenkommt und ihnen
Jesus ist, unserm Herrn.“ (Röm 8, 38f) eine Beziehung anbietet, die sie selbst dosie-
Folgende Punkte verdeutlichen weiterhin die ren dürfen.
konzeptionelle Intelligenz dieses wertvollen Ich gratuliere den Gemeinden zur Möglich-
Projektes: keit dieses Projektes, das auch den langjäh-
• Der Ansatzpunkt liegt bei der Körpererfah- rigen Gemeindemitgliedern ihren ans Herz
rung. Wie jugendsoziologische Studien zu- gewachsenen Kirchenraum neu in seiner
hauf bestätigen, ist der Körper die für junge Schönheit und eindrucksvollen Ausdehnung
Leute wichtigste Projektionsfläche von Sin- erschließen wird; ich wünsche dem Projekt
nerleben. Was inhaltlich geglaubt werden „Zwischen Himmel und Erde“ den besten
soll, muss sich vorgängig am eigenen Körper Erfolg und danke allen Mitarbeiterinnen und
bewähren. Mitarbeitern in der Jugendpastoral für ihren
• Es ist die spirituelle Grundherausforderung überaus wertvollen Dienst.
der Jugendpastoral überhaupt, dass die Bot- 
schaft der christlichen Hoffnung elementari-
siert und biografisiert werden muss. Dieser
Herausforderung stellt man sich im Projekt
„Zwischen Himmel und Erde“. Die jungen
Leute im Klettergarten erklettern sich selbst
(natürlich unter geistlicher Begleitung) etwa
folgende Inhalte:
• dass die Sicht Gottes auf die Dinge ‚von
oben‘ eine andere ist als die rein irdische;
• dass ich im Glauben an einem starken Seil
hängen kann;
• dass ich aufgefangen werde, wenn ich ab-
stürze;
• dass ich mit meinem Gott über Mauern klet-
tere (Ps 18,30);
• dass die Kirche ein ganz besonderes Haus
ist, in dem sich jede/r sein/n eigenen besonde-
ren und passenden Platz erobern kann – und
sei es oben in der Ecke.

Die Kombination aus Spiritualität, Erlebnis-


pädagogik und Selbsterfahrung ist eine in der
Jugendpastoral bewährte Praxis; hierfür sind
kirchliche MitarbeiterInnen in der Regel her-
vorragend qualifiziert.

Die durch das Projekt ermöglichte Erfahrung


des Kirchenraumes wird zur Verbesserung
des Kirchenbildes junger Leute beitragen. Sie
stellen überrascht fest, dass ihnen der Kirch- Junge Leute „erklettern“ sich elementare Erfahrungen.
Foto: Mölleken
raum zur Aneignung überlassen wird; damit

17
Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

Anno Müller selbst. Das ist die Zusammenfassung des Ge-


setzes und der Propheten. Die Beziehungen
Gedanken zur des Menschen sollen von der Grundhaltung
der Liebe geprägt sein, dann kann er zur Fülle
des Lebens gelangen.
Spiritualität des Damit stellt sich die christliche Spirituali-
tät entschieden gegen eine individualistische
Sichtweise des Menschen, wie sie in unserer
Hochseilgartens Zeit vielerorts propagiert und gelebt wird.

C
Vom christlichen Menschenbild ausgehend
hristliche Spiritualität ist in erster Linie realisiert sich der Einzelne in Gemeinschaft
personal. Im christlichen Glaubensleben und durch Wachsen in der Liebe. Darauf
geht es nicht so sehr um die Erweckung be- ist letztlich auch alles kirchliche Leben in
stimmter geistlicher Zustände oder um beson- Gottesdienst, Verkündigung und Dienst am
dere Gefühle im Umfeld des Göttlichen. Im Nächsten ausgerichtet.
Christentum geht es zu allererst um die Bezie- Doch wie kann die Kirche diesen Inhalt heute
hung zu einer Person: zu Jesus Christus, der an die nächste Generation vermitteln? Dies ge-
für uns gestorben und auferstanden ist. lingt im Ruhrgebiet nur noch punktuell. Dies
hat auch mit damit zu tun, dass das mit der
Dieser Grundzug des Glaubens hat seine Nächstenliebe und mit der Liebe allgemein
Entsprechung im menschlichen Leben, das nicht selbstverständlich ist. Lieben ist in einer
ebenfalls ein personales Geschehen ist. Das Leistungs- und Wettbewerbsgesellschaft ein
menschliche Leben ist Leben von Personen in großes Risiko. Wer liebt, der gibt Schwächen
Beziehung. In liebevollen Beziehungen wer- zu, der sagt zum anderen: „Ich brauche dich“,
den wir geboren, entfalten und entwickeln wir oder: „Ohne dich kann ich nicht leben.“
uns. In spannungsvollen Beziehungen reifen Lieben heißt umkehrt auch, sich sagen lassen:
und wachsen wir. Erst durch Beziehungen „Gut, dass es dich gibt!“ Lieben bedeutet un-
kann neues Leben entstehen. bedingtes Vertrauen und dem anderen sagen:
• „Ich nehme dich an, so wie du bist.“
• „Bei dir habe ich keine Angst, ich kann so
sein, wie ich bin.“
• „Dir kann ich vertrauen, weil du mich nicht
Bruder Anno Müller, verletzt, sondern mich trägst.“
Amigonianer-Pater,
Sozialpädagoge, Im Gottesdienst lassen wir uns genau das von
Priester, Jugendse- Gott zusagen: Du brauchst keine Angst zu ha-
elsorger, Straßen- ben, fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir!
fußballer, Geistli-
cher Begleiter.
Doch Worte sind in unserer Mediengesell-
gelsenkirchen@ schaft oft hohl geworden. Die junge Genera-
amigonianer.org tion ist es gewöhnt, täglich mit emotionaler
Foto: Privat Werbung in Wort und Bild eingelullt zu wer-
den. Allein das Wort Liebe wird so inflatio-
när missbraucht, dass viele Menschen kritisch
Der christliche Glaube greift diese Grundka- hinterfragen, ob da wo Liebe drauf steht, auch
tegorie des Menschen auf und formuliert da- wirklich Liebe drin ist. Deshalb ist die eige-
von ausgehend grundlegende Orientierungen ne Erfahrung so wichtig geworden, um sich
für ein gelingendes Leben. Prägnant zusam- zu vergewissern, ob etwas ernst gemeint und
mengefasst sind sie im Liebesgebot Jesu: Du echt ist. Dies gilt auch für den Glauben. Worte
sollst Gott und den Nächsten lieben wie dich mit Wahrheitsanspruch, wie die des christli-

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Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

chen Glaubens, werden nicht mehr selbst- Dabei ist es zentral, dass die Klettererfahrung
verständlich übernommen. Im Gegenteil, sie auch ein personales Beziehungsgeschehen ist.
werden - zu recht - kritisch hinterfragt. Erst Man kann diesen Hochseilgarten nicht alleine
wenn diese Worte mit eigenen Erfahrungen erklimmen, sondern man wird immer durch
übereinstimmen, können sie ernst genommen einen anderen Menschen gesichert. Auch
und im besten Fall geglaubt werden. Gruppenerfahrungen sind möglich.
Deshalb ist es so zentral, wirkliche Erfahrun- Die konkrete Sinneserfahrung zeigt mir: Mich
gen im Bereich von Kirche zu machen. Ein sichert ein Mensch, wenn ich in 10 Meter
Beleg dafür ist beispielswiese der bleiben- Höhe freihändig balanciere. Aber der Sprung
de Erfolg der Pfadfinderbewegung. In der zu einer transzendentalen Interpretation, dass
DPSG, dem katholischen Pfadfinderverband, ich auf meinem unsicheren Lebensweg von
ist der Erfahrungsbegriff zentral, in der Natur, Gott gehalten und gesichert bin, bietet sich an.
beim Zelten und Wandern, in den Gruppen-
stunden geht es vor allem um persönliche und Deshalb ist die Tatsache, dass diese Erfah-
gemeinschaftliche Erfahrung. rung in einem Kirchenraum gemacht wird,
Für die Zukunft der Kirche ist es von zentraler die zweite zentrale Komponente des Projek-
Bedeutung, wenn sie Kontakt zu den Jugend- tes. Hier wird anschaulich: Glaubensgesche-
lichen behalten möchte, dass sie solche Erfah- hen ist Beziehungsgeschehen. Und Glaube
rungsräume auch außerhalb von Jugendver- hat mit meinen persönlichen Erfahrungen,
bänden eröffnet. mit meinen Grenzen und Ängsten zu tun, die
durch Glaube und Vertrauen in mich selbst, in
andere und vielleicht auch in Gott überwun-
den werden können. Der Glaube kann Kraft
schenken.

Kirchenräume wurden und werden dazu ge-


baut, damit die Gemeinde sich um ihren
Herrn versammelt, der in der Eucharistie ge-
genwärtig ist. Dabei geht es in guter katholi-
scher Tradition auch um Sinneserfahrung, um
das Hören von Gottes Wort, um das Sehen des
Im Gipfelbuch wurden viele Erfahrungen festgehalten.
Foto: Mölleken liturgischen Geschehens, um das Schmecken
von Brot und Wein. Diese Erlebnisse werden
Dabei gilt es zu bedenken, dass eine Erfah- im christlichen Sinn gedeutet und in die per-
rung zwei Aspekte beinhaltet. Zunächst die sönliche Beziehung zu Gott gebracht.
körperliche Sinneserfahrung, die ein Ge- Im Hochseilgarten „Zwischen Himmel und
fühl im Einzelnen auslöst. Doch im zweiten Erde“ geschieht genau das, nur auf neue, un-
Schritt will dieses Gefühl gedeutet werden. gewohnte Art und Weise. Es werden ganz-
Damit eine Erfahrung auch religiös empfun- heitliche Erfahrungen gemacht, es geht um
den wird, muss sie in einem religiösen Kon- schlotternde Knie und zitternde Hände, um
text geschehen. Adrenalin in den Adern und es geht um ein
sich Fallen lassen in die Hände eines anderen,
Ein hoffnungsvoller Versuch im Sinne der Er- der mich trägt.
möglichung religiöser Erfahrung ist das Pro- Das Vermitteln dieser Erfahrung an die nächs-
jekt „Zwischen Himmel und Erde“. Hier wer- te Generation ist eine bleibende Herausforde-
den persönliche Grenzerfahrungen von Angst rung, der sich dieses Projekt auf ermutigende
und Vertrauen in einem kirchlichen Raum Weise stellt. Möge es Anregung sein für viele
gemacht. Das heißt die intensiven Gefühle in neue Ideen, die der Geist uns eingibt!
einem Hochseilgarten können im christlichen 
Kontext interpretiert werden.

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Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

Die Teilnehmer es in unserer Kirche auch geben!

Zeilen aus dem Ende Gut, alles Gut. Aber ohne Freunde
und Helfer geht nichts (fast wie im wahren
Leben).
Gipfelbuch Orti

Herr Jesus Christus, nachdem ich selber mit


Angst, Sicherheit, Mut, Überwindung, Halt ausgestreckten Armen zwischen Himmel und
in der Gruppe, ein Wechselbad der Gefühle, Erde gehangen habe, sehe ich dein Kreuz mit
aber eine tolle Erfahrung für jeden und für die anderen Augen. Amen.
Gruppe! Danke! Danke an die Verantwortlichen.
DPSG St. Clemens Maria Hofbauer Anno

Man muss den Erdboden verlassen, um die Das ist es, was Kirche ausmacht: Grenzer-
Übersicht genießen und erfahren zu können. fahrungen! ich komme wieder.
Hans Blossey
Es sah einfach aus, doch es war alles andere
Nicht alle Tage kann man in einer Kirche als einfach! Zum Glück war ich nicht allein.
„in die Luft gehen“. Zwischen Himmel und Ich bin mutiger geworden und bin aber sehr
Erde können wir einander besser vertrauen. erschöpft.
Tobias, Pascal, Isabelle, Jan-Derk, Lukas, Andrea D.
Joscha, Jens
Durch diese Erfahrungen habe ich gelernt,
Das Projekt ist geeignet, das gewachsene dass es auf der Welt immer und irgendwo je-
Gottvertrauen der Vergangenheit auch für die manden gibt, der mir hilft und Trost und Hoff-
heutige Jugend erfahrbar zu machen. Weiter nung spendet.
so! Timo
Gerhard Krentzek (Kirchenvorstand)
Es war sehr schön, das einmal zu erfahren,
Wir Frauen von der KFD finden den Hoch- denn soetwas erlebt man nicht alle Tage!
seilgarten gut! Als ich nur an einem Seil hing, hatte ich
richtige Angst, aber ich war nicht allein mit
Eine neue Erfahrung, Teamgeist neu erle- meinen Gefühlen!
ben, sich nicht alleine fühlen. Etwas Großes Katharina
steht hinter einem. Spaß pur.
André Ich bin dankbar für Menschen, die mich
halten.
Es war ein atemberaubendes Gefühl, ganz Petra
oben -fast freihändig- zu „schweben“. Danke
für dieses Gefühl. Vertrauen stärkt. Wir sagen Danke!

Ich hatte ein bißchen Angst, aber dann ging Habe keine Angst zu lernen, so lernst du
es und ich hab mein Gleichgewicht gefunden. deinen Mitmenschen zu vertrauen! Das habe
Danke für Alles. ich hier erfahren.
Lena T.
Dieser Tag hat unsere Gruppe noch mehr
Einfach super!! :) zusammengeschweißt und das Vertrauen un-
Auch wenn ich keinen gefunden habe, der tereinander gestärkt. Es war ein toller Tag.
mit mir klettern gehen wollte. So etwas sollte

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Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

Wenn alle Stricke reißen, ist immer noch Dieser Parcours war für mich eine neue Her-
jemand da, der dich hält! ausforderung, welche ich nicht missen möch-
te. Es war für mich mal eine ganz andere
Unvergessen! Möglichkeit zu klettern, da ich hier eine ganz
Anita andere Ruhe zum Klettern erfahren habe.
Danke für dieses „kleine“ Abenteuer.
Hand in Hand ist alles, was zählt! Jennifer D.
Nina
Meine Schwester und ich waren hier und
Eine (andere) Art Gotteserfahrung?!! können nur sagen „Traut euch!“.
Anna und Friederike
Advent einmal anders: Gipfelerlebnis mit
Gregorianik im Hintergrund! Leider war das Ich konnte mir zunächst nicht vorstellen,
Erlebnis auf der Strickleiter bereits „been- dass man in der Kirche diese Art von Erleb-
det“. Die Arme machen nicht mit. Dennoch nissen haben kann. Weiter so! ;)
bin ich gehalten, sowohl durchs Seil, aber 
auch durch den, der mich immer halten wird:
Jesus Christus.
Petra

„Ich will wieder runter!“



„Das schaff ich nicht!“

„Nicht nach unten gucken!“

„Juhu! Geschafft!“

Danke und weiter so!

Ropfis, DPSG Oscar A. Romero 06/06/12

Wir waren da – eine tolle Erfahrung die


Brücke zwischen Himmel und Erde.
Gruppe verwaister Mütter, Ambulanter Kin-
derhospizdienst Recklinghausen

Ich bin dankbar dafür, dass meine bei-


den Töchter diese Erfahrung machen durf-
ten. Auch für mich ist es eine wunderbare
Erfahrung. Ich muss meine Kinder immer
mehr loslassen, was nicht immer leicht fällt.
Aber wenn ich sehe, mkt welcher Freude und
Selbstsicherheit sie hier die verschiedenen
Wege ausprobieren und gehen, bin ich voller
Vertrauen und Zuversicht, dass sie ihren Le-
bensweg gehen werden.
Danke denen, sie das ermöglicht haben. Blickrichtung himmelwärts – der Hochseilgarten lässt die
Andrea V. Besucher den Kirchenraum neu erfahren. Foto: Mölleken

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Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

Die Medien „Klettern im Gotteshaus“


Neue Rhein Zeitung, 4.11.2008

Ausschnitte aus „Klettern in der Kirche (...) Gelsenkirhen hat


eine neue Attraktion“
der Bericht- 98,7 radio emscher lippe, 7.11.2008

„Die Liebfrauenkirche bekommt als bundes-


erstattung weit erstes Gotteshaus einen Hochseilgarten.“
Berliner Zeitung, 5.11.2008

Einzigartig ist nicht die Erfahrung des Klet- „Kletterparcours im Kichenraum“


terns, sondern der Ort. faz.net, wiwo.de, ftd.de, voralbergonline.de
Deutsche Presseagentur dpa, 4.11.2008 morgenpost.de, gmx.de, focus.de, welt.de vienna-
online.de bild.de, 14.11.2008
„Menschen, gerade die jungen, einer zuneh-
mend orientierungsloden Generation brau- „Ein Hochseilakt unterm Kirchenschiff“
Die Welt, 16.11.2008
chen die Erfahrung von Spiritualität. Der
Hochseilgarten in der Liebfrauenkirche ist
„Der Hochseilgarten will zeigen: Kirche ist
dafür eine tolle Idee.“
Westdeutsche Allgemeine Zeitung, mehr als Stillsitzen und Hände falten“
pro, 14.11.2008
Lokalausgabe Gelsenkirchen, 5.11.2008
„Zunächst wird geungen, dann sich aufge-
Zwischen Himmel und Erde - Restaurant oder
schwungen“
Hochseilgarten: Viele Gotteshäuser präsentie-
Die Zeit, 13.11.2008
ren sich in neuem Gewand.
WDR, Hier und Heute Reportage, 19.11.2008
„Auf dem Hochseil durchs Gotteshaus“
Katholische Nachrichtenagentur, 4.11.2008
Deutschland heute: Hochseilgarten in Gelsen-
kirchen Deutschlandfunk 24.11.2008
„Kletterparadies im Kirchenschiff - Jugend-
kirche macht es vor“
„Hochseilgärten gibt es viele in NRW - aber
jukis.de, 11.2008
der in Gelsenkirchen ist einmalig: In der Lieb-
frauenkirche können Jugendliche in zehn Me- „Ein Kirchenschiff als Klettergarten: Pfarrer
tern Höhe durch Kirchengewölbe klettern.“ umwirbt junges Publikum“
Westdeutscher Rundfunk, Rheinzeitung, 17.11.2008
WDR aktuell, 4.11.2008
Himmelhoch hinaus – Zehn Meter über dem
„Die Kunst des Kirchenkletterns“ Boden balancieren Jugendliche vorsichtig
wdr.de, 5.11.2008
über ein schwankendes Gerüst – durch ein
Seil sicher gehalten.
„Hochseilgarten: Gelsenkirchener Kirche Lausitzer Rundschau, 20.11.2008
wird zur Kleterhalle“
Westdeutscher Rundfunk, „Quasi zwischen Himmel und Erde klettert
Lokalzeit Ruhr, 4.11.2008
ein Jugendlicher im Hochseilgarten in der
Liebfrauenkirche in Gelsenkirchen“
„Klettern zwischen Himmel und Erde“ Rhein-Main-Presse, 18.11.2009
Katholisch.de, 4.11.2008

„Kletterparadies im Kirchenschiff“
Domradio, 4.11.2009 

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Dokumentation „Zwischen Himmel und Erde“ • Philipp-Neri-Zentrum • November 2009

Beim BDKJ-Jugendmedienangebot wagte sich eine Jugendiche für ihre Reportage in den Hochseilgarten. Foto: Krebber

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Montage: Lamberty