Marketing | Werbung mit kleinem Budget

Werben mit kleinem Budget

Alles ist Werbung – und Idee schlägt Budget. Diesen simpel anmutenden Leitsatz können sich gerade Gründer mit eher kleinem Budget zunutze machen. Wie Sie mit geringen Kosten effektiv für sich werben.

Autor: Bernd Röthlingshöfer

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rst neulich landete wieder so ein Fall auf meinem Schreibtisch. Ein Jungunternehmer präsentierte sein nagelneues Mailing. Kosten: 5000 Euro. Damit erzielter Umsatz: 250 Euro. Das ist gründlich schief gegangen. So wie ihm geht es aber der Mehrzahl der Unternehmensgründer: Am Anfang zahlt man Lehrgeld, und das nicht zu knapp. Manche sagen gar: Ich habe zehn Jahre gebraucht, um zu merken, welche Werbung mir etwas bringt und welche nicht. Kürzen Sie Ihre Erfahrungskurve ab – und behalten Sie Ihr Geld. Denn zahlreiche hochwirksame Werbemaßnahmen kosten weit weniger als vermutet. Und manche sind sogar völlig kostenlos. Not macht erfinderisch, der alte Spruch stimmt tatsächlich. Denn wer wenig oder gar kein Geld für Werbung hat, muss vor allem eins: Fehler vermeiden und neue Wege gehen. Den Kopf einsetzen, anstatt ihn in den Sand zu stecken. Gleich ein Grundsatz vorab. Wenn Sie denken, Werbung findet nur in oder auf Anzeigen, Flyern, Plakaten oder Internetauftritten statt, haben Sie sich gewaltig geirrt. Alles ist Werbung. Wie Ihr Unternehmen aussieht, wie Sie und Ihre Mitarbeiter sich kleiden und auftreten, die Gestaltung Ihrer Produkte ... ja selbst Ihr Rechnungsformular oder Ihr Versandkarton kann Werbung für Sie machen. Im Folgenden lesen Sie, wie Sie Werbung mit kleinem Budget betreiben und dabei groß rauskommen können.

Logos: Welche Typen gibt es, und wie wirken sie?
Diese drei Typen von Logos gibt es: Die Wortmarke: Eine Wortmarke ist die Umsetzung Ihres Firmennamens in Schriftform. Viele Logos sind Wortmarken: Sony, Microsoft, Siemens, Thyssen oder Persil. Je nach Schriftart, die für das Logo verwendet wurde, wecken sie unterschiedliche Emotionen, die leicht und heiter, stark und kräftig, altmodisch, bedrohlich, modern, elegant oder billig wirken können. Der Nachteil: Bildmarken sind als abstrakte Zeichen wenig einprägsam. Abstrakte Zeichen müssen „gelernt“ werden – das kostet Zeit und Geld. Für Gründer sind Bildmarken damit nicht die erste Wahl. Die kombinierte Wort-/Bildmarke: Buchstaben und Bildelemente werden zu einer kombinierten Wort-/ Bildmarke zusammengesetzt. Denken Sie etwa an die duftende Kaffeebohne vor dem Namensschriftzug Tchibo oder an das Bayer-Kreuz in Leverkusen. Der Vorteil: Dieser LogoTyp kann gut verdeutlichen, wofür ein Unternehmen steht. Der Nachteil: Wort-/Bildmarken sind häufig nicht einfach genug. Es fallen für dieses besondere Logo außerdem zumeist auch höhere Herstellkosten an.

Der Vorteil: Eine Wortmarke ist schnell erfassbar, einfach zu realisieren. Der Nachteil: weckt weniger Emotionen als ein Bild. Die Bildmarke: Sie sehen drei Streifen – Sie wissen: Adidas. Auch der Mercedes-Stern oder der Kranich der Deutschen Lufthansa sind Bildmarken. Der Vorteil: Eine Bildmarke ist dann emotional und einprägsam, wenn z.B. Tiere verwendet werden. Bildmarken können auch ohne Namenszug für ein Unternehmen stehen.

Beginnen Sie mit einem guten Namen
Was kommt eigentlich gleich nach der Geschäftsidee? Natürlich der Name! Ein guter Name muss her – einprägsam, überzeugend, wohlklingend. Aber was ist eigentlich ein guter Name – mal abgesehen vom Bauchgefühl? Das Wichtigste: Der Name muss Ihr Unternehmen von anderen unterscheiden: Hüten Sie sich auf jeden Fall davor, wie jemand anderes zu heißen und vermeiden

Sie darüber hinaus auch jede Ähnlichkeit mit Ihrem Wettbewerber. Also sehen Sie immer nach, welche Namen es in Ihrer Branche bereits gibt und denken Sie sich einen Namen aus, der sich von den anderen maximal unterscheidet! (Zu den rechtlichen Fragestellungen bei der Namensgebung Ihres Unternehmens lesen Sie den ersten Teil unserer Serie „Grundwissen Recht für Gründer“, StartingUp 03/09, Seite 56 ff., Abonnenten können im Online-Heftarchiv kostenlos auf den Artikel zugreifen.) Ein Beispiel: Für eine Gaststätte ist der Name „Zum goldenen Hirschen“ nichts Besonderes. In Süddeutschland wimmelt es nur von Gaststätten, die „Hirschen“ heißen. Aber wenn sich eine Werbeagentur so nennt (gibt es tatsächlich!) ist das eine coole Sache. Gar keine schlechte Idee ist

es, wenn Sie Ihren eigenen Namen als Firmennamen verwenden. Das schafft auf Anhieb Vertrauen – denn hier steht ein Mensch aus Fleisch und Blut mit einem guten Namen für die Sache ein. Ein Riesenvorteil, den Gründer gegenüber den unmenschlich wirkenden anonymen Großunternehmen haben!

Vom guten Namen zum perfekten Logo
Nach dem Namen kommt das Logo – Ihr Firmenzeichen. Das Logo hat die gleiche Aufgabe wie der Name – es soll Sie unverwechselbar machen. Auch hier gleich wieder der Grundsatz: Seien Sie anders als die anderen. Und bleiben Sie einfach! Der Typograf und Altmeister des Grafikdesign, Professor Kurt Weidemann, hat einmal formuliert: „Ein gutes
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marke. Eine solche Ideenvielfalt kann man mit herkömmlichen Methoden der Auftragsausschreibung nicht erhalten.

Low-Budget-Tipps für Ihre Flyer und Prospekte
I Das DIN-Format: Wählen
Sie als Ausgangsbasis für Ihre Prospekte immer ein DIN-Format. Kürzen, kürzen, kürzen; Prospekte dienen der schnellen Information. Blähen Sie Ihre Drucksachen nicht unnötig auf. Weiterführende Informationen stellen Sie ins Internet. Optimieren Sie die Auflage; Drucken Sie nie weniger als 1000 Stück. Aber drucken Sie Prospekte nicht auf Vorrat. Immer nur so viel, wie Sie für die geplante Werbeaktion brauchen. Bloß nichts neu erfinden: Wählen Sie ein Basislayout für alle Prospekte, nach denen Texte und Bilder angeordnet werden. Das erhöht die Wiedererkennung und spart ständige Entwurfskosten. Sammeln Sie Daten: Lassen Sie sich vom Drucker die zur Prospekterstellung notwendigen Text-, Layout- und Bilddaten aushändigen und bewahren Sie diese sorgfältig auf. So sparen Sie Kosten bei unveränderten Nachdrucken oder künftigen Aktualisierungen Ihrer Drucksachen. Legen Sie Prospekte niemals ans Lager: Wenn Sie Geld zum Fenster hinauswerfen wollen, bringen Sie Ihre Prospekte ins Lager. Es gibt mehr als genügend Werbeleiter, die am Jahresende noch irgendwo ein paar tausend Prospekte entdecken: nur leider komplett veraltet. Lagern Sie Prospekte auf dem Schreibtisch der Mitarbeiter, die Sie versenden sollen. Oder auf Ihrem eigenen. Teilen Sie die Prospekte an Ihre Vertriebsleute aus. Legen Sie sie in den Laden.

Geschäftspapiere können auch werben
Geschäftspapiere? Das sind Briefbögen, Fax-Nachrichten, Lieferscheine, Rechnungen, Auftragsbestätigungen, Preislisten, Quittungen. Wer clever ist, nutzt diese Standarddrucksachen auch für Werbeaussagen. Denn so verursacht Werbung keinen Cent Mehrkosten. Nehmen wir mal Ihr Briefpapier. Stellen Sie sich Ihren Brief – abgeheftet in einem DIN A4Ordner – unter vielen anderen vor. Beim schnellen Durchblättern des Ordners würde er doch sofort auffallen, wenn sein rechter Rand hervorgehoben wäre: durch Schrift, durch Grafikelemente wie einen farbigen Balken beispielsweise. Nutzen Sie also die rechte Briefseite, um Ihr Schreiben aus der Masse hervorzuheben. Eine andere Idee: Platzieren Sie Ihr Logo hell (also leicht transparent) in der Mitte des Briefbogens. Ihre darüber gedruckte Korrespondenz bleibt weiter lesbar, obwohl Ihr Logo unübersehbar groß abgebildet ist. Ergänzen Sie jeden Geschäftsbrief durch ein P.S., mit dem Sie z.B. auf aktuelle Angebote hinweisen: Wenn Sie einen Slogan haben, setzen Sie ihn unter das Logo. Sie haben Warenzeichen oder Patente? Lassen Sie diese nicht unerwähnt. Haben Sie Kooperationspartner oder sind Mitglied in Berufsverbänden, haben besondere Preise und Auszeichnungen erhalten oder/und Sie haben eine neue Dienstleistung oder ein neues Produkt? Drucken Sie den betreffenden Hinweis auf jedes Geschäftspapier, das Ihre Firma während eines von Ihnen definierten Aktionszeitraums verlässt. Selbstverständlich haben Briefe auch eine Rückseite. Warum diese nicht mit einem Kurzporträt Ihres Unternehmens bedrucken, mit Pressestimmen oder ggf. Hinweisen auf Auszeichnungen? Genauso gut ist es, die Rückseite mit den Allgemeinen

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Einfach und effektiv: Nutzen Sie die leere Rückseite Ihrer Visitenkarte zur Eigenwerbung Logo ist so einfach, dass man es mit dem großen Zeh in den Sand kratzen kann.“ Ein gutes Logo muss binnen Sekundenbruchteilen vom Betrachter erkannt und wieder erkannt werden. Die verwendeten Schriften sind klar lesbar – auch aus größerer Entfernung. Komplizierte Formen, filigrane Bildelemente sind beim Logo tabu.

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Was darf ein Logo kosten?
Bis zu mehreren Hunderttausend Euro nehmen Stardesigner einem Großunternehmen für die Logoentwicklung ab. Andererseits hat selbst Nike für sein Logo nur 35 US-Dollar gezahlt. Das weltbekannte Logo hat eine Studentin entworfen. Besonders preiswert erhalten Sie Logos im Internet. Zum Beispiel unter www.designenlassen.de ein Paket von 69 Logo-Entwürfen für 200 Euro. Mit rund 1200 dort angeschlossenen Designern ist diese Plattform derzeit Deutschlands Marktführer in Sachen Online-Kreativität. Angeboten werden alle Gestaltungsleistungen. Die Auftragserteilung ist denkbar einfach: 29,90 Euro Einstellgebühr bezahlen, Briefing erteilen, das Honorar festlegen und das Angebot ausschreiben. Aus den eingehenden Entwürfen, die auf der Plattform veröffentlicht werden, wählt man dann denjenigen aus, den man ankaufen möchte. Die Unternehmensberatung „Entwicklungslotsen“ erhielt zum ausgelobten Preis von 200 Euro binnen einer Woche 69 Logo-Entwürfe. Ausgeschrieben war eine Wort-/Bild-

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Geschäftsbedingungen zu versehen: der eleganteste Weg, diese jedem Angebot und jeder Auftragsbestätigung untrennbar beizufügen.

Visitenkarten, die endlich mal auffallen
Es gibt Visitenkarten, die sehen aus wie Grabsteine. Nämlich so seriös und dezent, dass man kaum glauben kann, sie würden ein quicklebendiges Unternehmen repräsentieren. Und warum sehen fast alle Visitenkarten im Prinzip gleich aus? Na weil neben Logo, Name, Anschrift, den Angaben zu den üblichen Kommunikationsverbindungen, Berufs- oder Funktionsbezeichnung, nicht mehr viel Platz für eine besondere Gestaltung bleibt. Aber jede Visitenkarte hat auch eine Rückseite, stimmt’s? Auf der können Sie beispielsweise folgende Informationen platzieren: eine Anfahrtsskizze, ein Foto Ihres Geschäfts, ein Foto von sich selbst, das Foto eines Produkts, die URL Ihrer Homepage, saisonale Angebote, Hinweise auf besondere Leistungen Ihres Geschäfts und vieles mehr. Aber dabei bloß nicht verkünsteln! Geben Sie kein Geld für übergroße, geprägte, gestanzte oder gefalzte Klapp-Visitenkarten aus. Der kurzfristige Aha-Effekt lohnt die Mehrkosten nicht. Seien Sie lieber großzügig bei der Verteilung Ihrer Karten. Bedenken Sie, dass Visitenkarten in Karteikästen, Organizern, speziellen Visitenkartensammlern oder Sichthüllen abgelegt werden. Visitenkarten im Scheckkartenformat sind optimal. So passen sie in alle Aufbewahrungssysteme und darüber hinaus noch in den Geldbeutel.

Haben Sie keine Angst vor Onlinedruckereien, die mit Sonderangeboten locken. Bei den meisten Anbietern stimmt die Qualität – auch wenn die Preise klein sind. Trotzdem kann man bei der Gestaltung, beim Text und der Produktion von Flyern und Prospekten einiges falsch machen, was letztlich Löcher in die Kasse reißt. Im nebenstehenden Kasten finden Sie wertvolle Tipps rund um die Herstellung von Prospekten und Flyern.

Tipp: Kostenlose Werbung im WWW
Ein Brancheneintrag im Google Branchencenter ist kostenlos und kann Ihnen zahlreiche Interessenten ins Geschäft bringen. Das können Sie unter www.google.com/ branchencenter eintragen: I Firmen- und Adressangaben wie Telefonnummern, E-Mail-Adresse, Postadresse I Brachenangaben I Standortangaben I Die URL Ihrer Webseite I Öffnungszeiten I Zahlungsarten I Besonderheiten wie Parkplätze etc. I Selbstbeschreibung Ihres Angebots in Text und Bild I Videos, mit denen Sie Ihr Unternehmen vorstellen I Und in Kürze: Coupons

Auf ins Web: Hier werden Sie gefunden!
Muss Ihr Unternehmen im Netz vertreten sein? Natürlich! Brauchen Sie dazu eine Unternehmens-Webseite. Nicht unbedingt. Denn der allererste Schritt führt heute zu Google. In das sogenannte Branchencenter: Unter www.google.com/branchencenter können Sie Ihr Unternehmen kostenlos eintragen. Das ist Ihr erster Schritt, um im Web gefunden zu werden. Was macht Google mit den Daten, die Sie im Branchencenter eintragen? Es zeigt Ihr Unternehmen bei passenden Suchanfragen an. Es platziert Ihr Unternehmen in den Google Maps. Und diese Daten finden bereits heute Eingang in Navigationssysteme. Denn heute navigiert man nicht nur mit dem Auto zu Ihnen, sondern mit dem intelligenten Handy der neuesten Generation. Kurzum: Ein Brancheneintrag, der kostenlos ist und Ihnen zahlreiche Interessenten ins Geschäft bringen kann. Ein Tipp: Achten Sie bei der Beschreibung Ihres Unternehmens darauf, Suchbegriffe einzusetzen, wie sie mögliche Kunden verwenden könnten.

Flyer und Prospekte
Nicht jeder braucht Flyer. Wenn Sie ein reines Online-Business betreiben, können Sie natürlich darauf verzichten. Sie gewinnen Ihre Kunden ja ausschließlich online. Aber ansonsten kann man von Flyern gar nicht genug haben. Dank des Preiskampfes in der Druckbranche bekommt man diese heute sensationell günstig.

Der zweite Schritt: die eigene Homepage
Die Erstellung einer Homepage ist für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Entsprechend arbeitsaufwändig stellt man sich das Ganze vor. Das ist es auch, wenn man beispielsweise einen Onlineshop betreibt. Aber wenn die Webseite lediglich einer Darstellung des Unternehmens und

seiner Produkte dient – ohne dass dahinter Kaufprozesse abgewickelt werden müssen –, ist das Ganze weitaus weniger kompliziert als Sie denken. Denn in eine Basis-Webpräsenz gehören nur ein paar wenige Inhalte. Aufstocken oder ausbauen können Sie später noch immer. Das sollte auf Ihrer Homepage stehen: Was macht Ihr Unternehmen? Wer steht dahinter? Wo sind Sie zu finden? Wie nimmt man Kontakt zu Ihnen auf? Das macht als Mindestanforderung vier Menüpunkte. Zusammen mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Impressum fünf, mehr nicht. Alles Wichtige zu den gesetzlichen Vorschriften beim Aufbau und Betreiben einer Web-Präsenz finden Sie in den StartingUp-Ausgaben 01/09 bis 03/09 und im Online-Heftarchiv, Stichwort: Internetrecht-Serie „wwwrecht-und-sicher“.

Nutzen Sie Standardsoftware
Nutzen Sie Standardsoftware und erstellen und pflegen Sie Ihre Webseite damit selbst. Teuer wird es, wenn Sie Ihre Webseite von Profis
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Twitter: Der rasanteste Weg für Ihre Kurznachrichten
So können Sie den trendigen Nachrichtendienst Twitter für Ihre Eigenwerbung nutzen: damit rund um die Uhr auf dem Laufenden gehalten werden – so können Sie beispielsweise auf Sonderverkäufe hinweisen. Die Nachricht verbreitet sich so schneller als per E-Mail.

I Gehen Sie auf die Webseite
www.twitter.com, legen Sie sich einen kostenlosen Account an und schon können Sie twittern, das heißt, Ihre Nachrichten verbreiten. In ein kleines Textfenster passen Meldungen, die gerade mal 140 Buchstaben lang sein dürfen – das hat SMS-Charakter. Twitter-Nachrichten kann man abonnieren und so permanent auf dem Laufenden bleiben. Manche lassen sich diese Nachrichten auch auf ihr Handy weiterleiten. Einfachheit, Schnelligkeit und die Verknüpfung mit anderen Nutzern sind

I Fragen und Feedback: die Praxis
zeigt, dass Twitter ideal ist zum Fragen stellen. Wer einen Rat braucht, eine Umfrage startet oder zum Beispiel Meinungen zu einem neuen Webseitendesign einholen möchte: einfach die Frage stellen. Manchmal gibt es schon Sekunden später eine brauchbare Antwort, oft sind es mehrere.

I Organisation von Meetings und
Einladungen: Wollen Sie Teilneh-

gestalten und texten lassen und am Ende gar keine Möglichkeit haben, Inhalte selbst zu verändern. Unternehmen, die bei jeder Aktualisierung auf Ihrer Webseite erst Ihre Agentur oder den Webdesigner fragen müssen, sind arm dran – denn sie können nicht schnell genug reagieren und zahlen obendrein für jeden Arbeitsschritt. Besser ist es, auf einen Homepage-Baukasten zu setzen wie er z.B. Jimdo (http://de.jimdo.com) darstellt. Jimdo ist ein kostenloses Software-/Hosting-Angebot zur Webseiten-Erstellung. Man loggt sich dort ein, wählt unter verschiedenen Gestaltungsvorlagen aus und setzt seine Webseite mit allen Menüpunkten selbst zusammen. Von Technik muss man dabei nichts verstehen. Die Software ist weitaus leichter als eine Textverarbeitung oder ein Steuersparprogramm. Für die Profiversion zahlt man fünf Euro im Monat.

Das Web 2.0 – weiter kostenlos werben
die Kernmerkmale des Nachrichtendienstes. Er wird daher überall dort sinnvoll genutzt, wo es auf diese drei genannten Eigenschaften ankommt:

mer zu einer öffentlichen Veranstaltung – etwa einem Vortrag Ihrem Haus – einladen? Dann versenden Sie die Daten des Termins auch per Twitter.

I Bei Live-Berichterstattung,
Kurzberichterstattung von Messen, Kongressen, Konferenzen, Sportereignissen oder Festen. Dafür ist das schnelle Medium ideal. Besonders wirksam ist es dann, wenn es sich um Events handelt, zu denen ansonsten nur wenige Zutritt haben – über die Berichterstattung können Sie teilhaben.

I Technischer Support: Stellen
Sie sich das Szenario einmal vor: Ausfall Ihrer Festnetztelefonanlage. Dann sollten Sie allen Kunden schnellstmöglich mitteilen, was Sache ist, und ihnen verraten, wie Sie ansonsten noch erreichbar sind.

I Wetterberichte: Wie ist der aktuelle
Schnee- oder der Loipenbericht? Wie sind die Wetteraussichten? Machen Sie sich etwa als Gastronom unabhängig von Wetterdiensten, die meist großflächige oder bestimmte Gebiete betreffen. Wenn es etwa an sich in Bayern regnet, in Ihrem Biergarten am Starnberger See aber die Sonne scheint, lassen Sie es die Durstigen aus aller Welt wissen.

I Projektvergabe: Im englischsprachigen Raum funktioniert es bereits bestens. Wenn Sie Jobs oder Projekte zu vergeben haben – twittern Sie es.

I Kundeninformationen: Bieten Sie
Ihren Kunden einen sog. Twitter Feed an – wenn Sie online-affine junge Kunden haben. Sie können

Web 2.0 – das ist ein anderes Wort für das Mitmachweb. Also für Communities wie StudiVZ oder XING, Portale wie ciao.de oder holidaycheck, wo Verbraucher mitreden dürfen, Produkte testen und rezensieren: Auch Blogs und der Nachrichtendienst Twitter gehören zu Web 2.0. Egal, ob bei eBay oder bei Amazon – auf beinah jeder kommerziellen Webseite steckt heute schon etwas Mitmach-Web drin. Denn nur, wer dort positive Bewertungen bekommt, rutscht im Ansehen und in der Aufmerksamkeit nach oben. Und selbst Google pusht die Meinungsbildung im Web – der Suchgigant liefert seit kurzem auch Bewertungen zu Ihrem Unternehmen mit. Deshalb sollten besonders Gründer am Mitmach-Web teilhaben, etwa, indem sie selbst ein Blog eröffnen. Oder indem sie twittern (mehr dazu im Info-Kasten). Beides kostet kaum Geld – aber Zeit, die jedoch gut investiert ist. Denn wer seine Sichtbarkeit bei Google erhöht, betreibt damit nicht nur Imagepflege, sondern entwickelt einen Sog der Kun-

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denbeschaffung. Früher musste man Klinkenputzen – da ist die digitale Akquise doch um einiges angenehmer, oder?

Was ist ein Weblog?
Ein Weblog (zusammengesetzt aus „Web“ und „Log“ für Logbuch) ist eine Art Internet-Tagebuch. Ähnlich wie die Schiffskapitäne ein Logbuch führen, in dem sie Auffälligkeiten des Tages notieren, veröffentlichen Sie in einem Weblog täglich oder mehrmals wöchentlich Neues über Ihr Unternehmen. Die einfachste Möglichkeit, ein Weblog zu erstellen, bieten sogenannte Weblog-Hoster. Diese ermöglichen das Einrichten einer Internetseite bis hin zu ihrer Veröffentlichung in Minutenschnelle. Schritt für Schritt werden Sie durch den Einrichtungsprozess geführt. Für das Layout Ihres Weblogs stehen verschiedene Muster zur Benutzung bereit. Mehr Infos finden Sie u.a. unter www.blogger. com, www.typepad.com, www.wordpress.de. Suchmaschinen lieben Weblogs. Deren Inhalte tauchen bei Suchmaschinenergebnissen auf den vordersten Rängen auf. Die Gründe: Weblogs enthalten jede Menge Texte und damit per se suchmaschinenrelevante Inhalte. Weblogs werden häufiger aktualisiert. Webseiten, die häufiger aktualisiert werden, können ebenfalls von den Robots der Suchmaschinen häufiger besucht und indiziert werden. Weblogs werden von anderen Webloggern verlinkt. Eine Seite, auf die mehr Links verweisen, wird von Suchmaschinen als wichtiger bewertet. Einsatzbeispiele für Weblogs sind die Themen Freizeit und Tourismus: Ein Wellnesshotel könnte sein tägliches Angebot in Tagebuchform präsentieren. Neben der Speisekarte oder dem aktuellen Wetter könnten Ausflugstipps und Wissenswertes rund um die Region helfen, eine eigene Erlebniswelt zu schaffen. Wenn Sie im Baugewerbe tätig sind, demonstrieren Sie den Planungsund Baufortschritt bei Großprojekten über ein Weblog. Auch den Fort-

schritt bei der Vermietung von Ladenflächen und den Zuzug neuer Mieter können Sie dokumentieren. Als Handwerker können Sie Ihre Mappe mit Referenzen leicht selbst erstellen und veröffentlichen. Zeigen Sie Ihre schönsten Arbeiten in einem Weblog. Als Dienstleister bauen Sie sich einen Expertenstatus auf, indem Sie über Ihr Fachgebiet schreiben. Oder berichten Sie anschaulich, wie Sie Problemfälle in der Praxis lösen. Oder geben Sie in einem InsiderBlog Einblick in Ihr Unternehmen und schaffen so „Werkstatt-Atmosphäre“.

Außenwerbung: preiswert und bestimmt nicht umsonst
Sie verlassen das Haus und Sie sehen: Werbung! Von der Plakatwand grüßt ein Bierglas, an der Bushaltestelle leuchtet eine Schachtel Zigaretten und eben fuhr ein Taxi vorbei – beklebt mit der

fahrt für Ihr Unternehmen. Parken Sie Ihre Fahrzeuge nicht in der Garage und nicht im Hinterhof. Parken Sie diese an besonders auffälligen Orten in der Stadt: mitten in der City, an wichtigen Einfallstraßen, vor Gebäuden wie Bahnhof, Sparkasse, Hauptpostamt oder Rathaus, vor Ihrem Geschäft als erweitertes Schaufenster, bei Veranstaltungen in der Nähe des Eingangs und bei Großveranstaltungen im Zufahrtsbereich. Besonders beliebt als Werbefahrzeug ist der Smart. Er ist einfach zu bekleben und aufgrund seiner kleinen Fläche auch sehr preiswert zu gestalten. Die Rundumbeklebung eines Smarts kostet etwa 200 bis 300 Euro. Gute Folien halten bis zu zehn Jahre! Kastenwagen und Transporter bieten eine weitaus größere Fläche zu nur unwesentlich höheren

Sendefrequenz eines regionalen Radiosenders. Das Schöne an Außenwerbung: Man kann sie nicht wegzappen, oder überblättern. Sie stellt sich uns in den Weg, wenn wir zur Arbeit wollen oder zur Schule, ins Kino oder zum Einkaufen. Außenwerbung ist einfach da – mitten im öffentlichen Leben.

Kosten. Ein Lkw-Transporter hat pro Seite etwa zwei bis drei Quadratmeter Platz für Ihre Werbung. Übrigens dürfen auch die hinteren Seitenscheiben und das Heckfenster überklebt werden. Für diesen Zweck gibt es semitransparente Folien, die den Durchblick von innen nach außen gestatten.

Machen Sie Ihre Fahrzeuge zu Werbeflächen
Ein unschlagbarer Tipp für LowBudget-Werber: Setzen Sie Ihren Fuhrpark ein! Jede Lieferfahrt oder Besorgung wird damit zur Werbe-

Großflächenplakate, spottbillig?
Wollen Sie mal eine riesige Werbefläche belegen? Eine, die sonst nur große Automarken und Waschmittelkonzerne nutzen? Auch das geht.
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Low-Budget-Tipps für Ihre Außenwerbung
I Die eigene Großfläche: Wenn
Sie genügend Grundstück vor Ihrem Laden oder Unternehmen haben, lassen Sie sich eine Plakatwand aufstellen. Sie gewinnen eine Fläche von 3,6 x 2,6 m, die Sie das ganze Jahr zum Nulltarif nutzen können. Die mobile Werbefläche: Parken Sie Ihr mit Werbung gestaltetes Firmenfahrzeug an stark frequentierten Plätzen. Sie zahlen nur die Parkgebühren! Wechseln Sie alle paar Tage den Standort! Werbung auf Privatgrundstücken: Auch Fastfood-Giganten gehen auf den Acker. Sie platzieren große Werbeflächen im Umkreis ihres Restaurants, um Autofahrer etwa auf Autobahnen Appetit zu machen. Wenn Sie eine solche ideale Lage für eine Werbefläche sehen, verhandeln Sie mit dem Grundstücksbesitzer. Fassadenwerbung: Klar, dass Sie Ihre eigene Fassade dazu nutzen. Aber vielleicht gibt es in Ihrer Stadt eine auffällige Hauswand in idealer Lage? Sprechen Sie mit dem Hausbesitzer. Lassen Sie sich die Aktion vom Ordnungsamt genehmigen. Werbung in anderen Geschäften: Kosten: Null. Vereinbaren Sie den Tausch von Werbeflächen. Warum soll etwa ein Bäcker nicht auf eine Metzgerei aufmerksam machen? Werbung auf Privatfahrzeugen: Nutzen Sie Werbeplätze auf Privatfahrzeugen. Konzentrieren Sie sich auf einen bestimmten Fahrzeugtyp oder eine bestimmte Fahrzeugfarbe, um Einheitlichkeit zu erzielen. Ihre Kosten: ca. 30 Euro für das Bekleben des Fahrzeugs, plus ein Warengutschein von 30 Euro für den Besitzer des Pkw als Monatsmiete.

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Zunächst ein paar Informationen zu den Kosten von Großflächenplakaten. Die Preise für die Standortmiete beginnen bei neun Euro pro Tag. Die Mindestbelegungsdauer ist allerdings eine Dekade (zehn bis elf Tage). Hinzu kommen Produktionskosten, abhängig von der Anzahl der gedruckten Plakate. Weitere Informationen einschließlich eines Standortfinders und Preiskalkulators erhalten Sie im Internet unter www.123plakat.de.

Plakatwerbung zum Nulltarif?
Es geht auch billiger: Besorgen Sie sich Plakate von Ihren Lieferanten. Kosten: Null, oder eine ganz geringe Kostenbeteiligung. Überkleben Sie diese mit einer auffälligen Banderole, die auf Ihr Geschäft hinweist. Haben Sie kleinere Plakate? Dann bekleben Sie die ganze Großfläche einfach mit Ihren Plakaten. Oder Sie platzieren mehrere Plakate in der Mitte und lassen genügend Weißraum um Ihre Werbung. Auch das wirkt. Lassen Sie die Großfläche einfach bemalen. Entweder mit Ihrem Slogan oder einem kleinen Kunstwerk. Früher gab es Plakatmaler, heute gibt es Sprayer. Oder sprayen Sie selbst! Stellen Sie sich eine Sprayschablone her. So besprühen Sie mehrere Großflächen einheitlich und schnell. Bekleben Sie Ihre Großfläche mit anderen Materialien. Als Maler und Tapezierer mit einer Mustertapete, als Raumausstatter mit Stoffmustern. Haben Sie mit Ihrem Logo bedrucktes Packpapier? Aufs Plakat damit! Die Ideen sind nahezu unbegrenzt: Die Sixt AG klebte mal ein halbes aufgeschnittenes Auto auf eine solche Fläche.

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bung ist für die Davids und nicht die Goliaths der Branche. Nutzen Sie das Unvorhergesehene und Überraschende für ungewöhnliche Werbemethoden, die aufhorchen lassen. So kaufte eine Berliner Anwaltskanzlei einen ausrangierten PolizeiMannschaftsbus und stellt ihn nun zu Werbezwecken an Unterführungen auf die Brücken Berlins – weithin sichtbar. Anstelle des Wortes Polizei steht auf der grünen Minna nur Kanzlei und natürlich auch die Adresse des Anwaltsbüros. Sixt, durch seine frechen Werbemethoden bekannt, nutzte sogar mal Werbefläche zum Nulltarif. Als am Münchener Flughafen der erste Schnee fiel, malten sie einfach auf die schneebedeckten Heckscheiben der geparkten Autos ihr Werbeangebot: „Mallorca nur 199 Euro.“ Oder nehmen wir den Ravensburger Afrikaladen, der drei als Afrikaner geschminkte Werbeläufer mit Perücken und Baströcken ausstattete und singend durch die Straßen der Innenstadt joggen ließ. Alles, was den Menschen ein Schmunzeln abringt und den tristen Alltag unterbricht, hat eine gute Chance aufzufallen und Sie ins Gespräch zu bringen. Idee schlägt Budget – das war schon immer so. Nutzen Sie es! Über den Autor: Bernd Röthlingshöfer ist seit mehr als 20 Jahren als Werbeprofi tätig. Er ist Autor mehrerer Bücher zu den Themen Werbung, Marketing und Mundpropaganda, mehr Infos finden Sie unter http:// berndroethlingshoefer.typepad.com

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zum Weiterlesen
Bernd Röthlingshöfer, Werbung mit kleinem Budget, ISBN: 978-3423-50876-6, dtv, 9,90 Euro

Trickreich und ungewöhnlich werben wie ein Guerilla
Guerillas, das sind die kleinen Partisanentruppen, die gegen übermächtige Heere ankämpfen. Gewinnen können die nur mit kleinen Nadelstichen, plötzlich und gezielt durchgeführten Attacken, für die man wenig Geld braucht. Guerilla-Wer-

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