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1 von 1 25.01.2008 13:59
Die Wahl der richtigen Wiki-Software
Das Angebot an (freien) Wiki-Engines ist fast unüberschaubar. Wer ein Wiki einrichten will, hat also die Qual der
Wahl. Ich habe mich in den letzten Wochen ein bisschen umgeschaut, um die passende Software für mich (und ein
CW-Projekt zu finden). Hier ein kurzes Resümee:
Wie bei jeder anderen Software hängt die Wahl eines Wikis von den Anforderungen und der Systemumgebung ab. In
meinem Fall sollte sich das Tool auf die Wiki-Kernfunktionen konzentrieren und nicht alle Features eines
ausgewachsenen CMS bieten. Da für mein Web-Hosting-Paket nur Perl und PHP in Frage kommen, scheiden diverse
Implementierungen in .NET, Python oder Ruby aus. Im Wizard von WikiMatrix kann man neben diesen grundlegenden technischen
Aspekten auch weitere Kriterien wählen, um die Zahl der potenziellen Kandidaten weiter einzugrenzen. Dabei waren mir noch folgende
Faktoren wichtig:
Eine halbwegs einfache Installation der Software. Ich will keine Datenbanktabellen manuell anlegen müssen oder ewig in
Konfiguationsdateien herumeditieren.
Unterstützung für Themes, so dass man relativ einfach zwischen verschiedenen Layouts wählen kann. Vor allem möchte ein typisch
Wiki-mäßiges Aussehen vermeiden.
Das Rechte-Management sollte erlauben, dass Seiten entweder von jedem Besucher bearbeitet werden können oder dass sie nur
Benutzer editieren dürfen, die ihre Mail-Adresse eingeben oder die ein Benutzkonto haben und sich authenfizieren.
Die Software sollte frei sein. Dabei achte ich darauf, ob die Entwickler-Community einigermaßen aktiv ist und die Software
regelmäßig aktualisiert (man beachte beispielsweise, wie schnell pkwiki2, der neue Stern am Wiki-Himmel verloschen ist). Zudem
erleichtert eine große Auswahl an Themes und Plugins die Anpassung des Systems an die eigenen Bedürfnisse.
Unter den genannten Gesichtspunkten habe ich mehrere Tools untersucht. Meine Auseinandersetzung mit den einzelnen Engines reichten
von der Recherche hinsichtlich meiner Anforderungen bis zur Installation einiger Programme. Die folgende Einordnung ist also kein
Vergleichstest, sondern beruht auf unterschiedlich intersiver Auseinandersetzung mit den jeweiligen Wiki-Implementierungen. Einige hier
nicht aufgeführte Systeme schloss ich relativ schnell aus, weil mir das Projekt (intuitiv) keinen überzeugenden Eindruck machte.
Bei der Suche nach einer Wiki-Software kommt man kaum an Mediawiki vorbei. Schließlich läuft darauf die Wikipedia und das ist
natürlich eine eindrucksvolle Referenz. Darin besteht aber gleichzeitig ihre größte Beschränkung:
The program is primarily developed to run on a large server farm for Wikipedia and its sister projects. Features,
performance, configurability, ease-of-use, etc are designed in this light; if your needs are radically different the software
might not be appropriate for you.
Die Installation ist weitgehend Handarbeit, Plugins muss man in dieser unübersichtlichen Tabelle zusammenklauben und die
Unterstützung für Themes ist mager - sowohl was das Angebot angeht als auch die technischen Voraussetzungen dafür. Man kann
sich anhand dieser oder jener Anleitung selbst ein Layout schnitzen.
Wikka Wiki ist nach Angaben des Projektteams eine leichtgewichtige Wiki-Engine auf Basis von PHP und MySQL. Es handelt sich
dabei um einen selbständigen Entwicklungszweig ("fork") von WakkaWiki. Die Installation geht einfach vonstatten, man kopiert die
Dateien per FTP auf den Server, richtet eine Datenbank ein und startet das Installationsskript. Danach sollte das Wiki lauffähig sein,
bei meinem Test fehlte aber in der URL der Schrägstrich zwischen Hostnamen und Seite, weil das Setup den Wiki-Pfad ohne
abschließenden '/' in die Config-Datei eingetragen hatte.
Wikka kennt ein fein abgestuftes Rechte-Management, das bis auf Seitenebene festlegen lässt, welcher Benutzer was tun darf (die
Benutzernamen müssen in CamelCase geschrieben werden). Es eignet sich daher auch zum Betreiben "normaler" Websites, im
Wikka-Jargon ist von Invisible Wiki die Rede. Das Aussehen lässt sich über Skins verändern, es handelt sich dabei aber um keine
Templates, sondern bloß um CSS-Dateien. Die meisten Skins (etwa die im Skin Selector angebotenen) unterscheiden primär in Farbe
und Positionierung der Wiki-Aktionen. Das Angebot an ansprechenden Oberflächen ist insgesamt ziemlich mager.
Die Wikka-Community ist recht aktiv, für das System gibt es eine Reihe von Erweiterungen ("Actions" im Wikka-Jargon). Allerdings
kann Wikka diesbezüglich mit PmWiki oder DokuWiki nicht mithalten. Gegenüber den beiden genannten Konkurrenten hat es zudem
für den internationalen Einsatz einen gravierenden Mangel: es existiert nur in einer englischen Fassung, Lokaliserungen für andere
Sprachen gibt es bis dato nicht.
Tikiwiki versteht sich trotz seines Namens nicht als bloßes Wiki-Tool, sondern als Groupware und CMS, um alle Arten von
Web-Anwendungen zu realisieren: Sites, Portale, Intranets und Extranets . Offenbar hatte das System in der Vergangenheit größere
Sicherheitsprobleme, denn es wurden zuletzt eine Reihe von Security-Updates veröffentlicht. Die Kritiken in der kanonischen Liste
für Wiki-Engines sind offenbar nicht mehr ganz frisch, fallen zum Teil aber nicht gerade positiv aus. Die letzte Version, die noch
einige Neuerungen brachte, ist die 1.9.4 und wurde vor rund einem Jahr freigegeben. Seither gab es im Wesentlichen nur mehr
Fehlerbereinigungen.
Bitweaver ist ein Abkömmling von TikiWiki und verfolgt den gleichen CMS/Groupware-Ansatz. Trotz der besonderen Betonung
von Performance, die im Vergleich zu TikiWiki erheblich verbessert worden sein soll, nähren solche Tuning-Anleitungen ( every
directory is scanned on every page load ) meine Zweifel an der Ausführungsgeschwindigkeit der Software. Die aktuelle Version
1.3.1, die als Bugfix-Release angekündigt wurde, kam im Juni 2006 raus.
ErfurtWiki ist eine von mehreren Wiki-Engines deutscher Provinienz. Sie wurde ebenfalls in PHP geschrieben und kann vollständig
in einem einzigen Script ("monsterwiki script") zusammengefasst werden. Daher lässt sie sich relativ einfach in (PHP-basiernde)
Websites einbinden. Die Software unterstützt Themes ("Skins"), die Auswahl dafür ist indes relativ gering. Allerdings finden sich in
der Liste auf Sourceforge einige gelungene Layouts. Die Anforderung einer differenzierten Rechtevergabe erfüllt die Software
standardmäßig nicht, ihr muss dafür mit Erweiterungen auf die Sprünge geholfen werden: