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Welch trauriger Tag, dabei ist es einer wie jeder andere, die Welt ist immer noch nicht 

untergegangen (schade eigentlich) und dennoch passt wieder alles zusammen. 
Einst liebte mein Herz nur mein Ego, dann einen schönen Tages liebe es ein Mädchen, so schön und 
rein, das Lächeln zart die Haut so weich, ich freute mich. Es vergingen die Tage, Monate und nun 
schon ein Jahr, mir war es als könne diese Verbindung ewig bestehen, so verliebt war mein Herz und 
meine Seele, doch nun ich vermag es kaum zu glauben, verrinnt es alles. Der desolate Zustand 
meines Geistes bewirkt die Mattheit meiner Glieder, ich wandle umher als ruheloser Geist, nicht 
fähig dem Tage und der Nacht so manche Schönheit ab zu gewinnen. Doch wie kam´s? 
Der Gründe braucht man keine Namen geben, doch der eine den ich sehe, ist so schrecklich er auch 
sei, der das sie vom Auseinanderleben sprach. All meine Erinnerungen, all die Dinge die wir teilten, 
den Trost den wir uns gegenseitig gaben, all das es ist verronnen. Nichts mehr im Hier und Jetzt, 
nichts das mir das Glücke zurück gibt. 
So fühl ich mich bestätigt in meiner Überzeugung, ein Leben ohne Leiden, das wird’s wohl nicht 
geben, umso mehr schmerzt es sehr es selbst immer wieder zu erleben. Was bleibt? Wohl nur nach 
vorn zu blicken und einem neuen Ding, sein Herz zu schenken. Doch wer weiß ist wohl wieder nur 
von kurzer Dauer, muss ich wieder den Trübsinn ertränken in Gedanken, wohl war das ist der Lauf 
der Welt, doch will ich in ihr weiter leben? 
Ich muss, so glaub ich, des einen Grundes willens, dass mein Ego zu erreichen willig ist, was mir zur 
Gänze fremd geworden ist. Doch wenn ich um mich blicke und in mich gehe, versuche die Gründe 
abzuwägen, die mich halten hier im Leben, dann muss ich mit erschrecken sehen, bis auf Macht und 
Geld, da gibt’s nicht viel wonach sich´s lohnt zu streben. Welch Grauß, ein der Sinn er ging mir aus, so 
wandle ich weiter „ich armer Tor und bin so schlau als wie zuvor“1. 
Gefangen ist man in seiner Haut und doch verlangt man so selten den Neuanfang mit einem neuen 
Leben. Da ich steh ich vor dem Spiegel und schau hinein und was vermag ich da zu erblicken, ein Bild 
es ein identisch Abbild meiner selbst, doch was es nicht vermag zu zeigen ist meine zutiefst 
zertrümmerte emotionale Seite. Eine traurig Miene vermag man zu verhüllen, sogar mit Schminke 
kann man sie übertünchen und doch wenn jemand kommt der einem in die Seele schaut, das Bild das 
dieser Mensch bekommt es ist mit Nichten zu verschleiern. 
Alles geht vorbei, die Erinnerung wird blasser, allerdings vermag man nicht das herausgerissene Stück 
des Herzens sich wieder einzusetzen, es ist auf ewig fort, auf einer Reise durch die Zeit, gebunden an 
einen Menschen der es einst erwarb. So will ich in tiefer Rührung enden, wie schön es war mich 
selbst in jemandem zu finden, wenn man mir auch nur einen kurzen Aufenthalte gönnte. 
„Personen von großer Macht und Ansehen sind jedoch deswegen zum Trauerspiel die geeignetsten, 
weil das Unglück, an welchen wir das Schicksal des Menschenlebens erkennen sollen, eine 
hinreichende Größe haben muss, um dem Zuschauer, wer er auch sei, als furchtbar zu erscheinen.“ 
Arthur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung II 
 
Herzlichst OG3r 
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1 J. W. Goethe, Faust