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AUSRÜSTUNG REIFEN IM ENDURO-FORMAT 110/80 - 19 & 150/70 - 17

72 TOURENFAHRER 5/2012
Drei-Wetter-Haft
Reifen für große Reise-Enduros sind die wahren Allrounder auf dem Markt. Sie sollen sommers wie winters
haften, müssen im Urlaub maximale Lasten tragen und sollen dann auch noch möglichst lange halten. Wer
bekommt den Spagat am besten hin? Wir haben Enduro-, Straßen- und Offroad-Profile in die Mangel genommen.
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K-072-Reifentest.qxd:Layout 1 28.03.2012 13:45 Uhr Seite 72
EQUIPMENT ENDURO TYRES 110/80 - 19 & 150/70 - 17
ALL-WEATHER GRIP
Tyres for big enduro/dualsport motorcycles are the real all-rounders in the market. They need to combine equally high
levels of grip during the summer and winter with the ability to carry maximum loads on long journeys – all the while
delivering outstanding durability. So who has managed to strike the best balance? We put enduro, on-road and
off-road tyres to the test.
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5/2012 TOURENFAHRER 73
K
ein einfacher Job für die Reifen-
Entwickler. Reifenpaarungen für
die großen Reise-Enduros müssen
so viele Talente aufweisen wie kaum eine
zweite Mischung am Markt. Schließlich
ist das Anforderungsprofil vielschichtig –
genau wie der Einsatzzweck der Maschi-
nen selbst.
Wir haben uns von daher auch nicht von
ungefähr den Topseller am Markt, die
BMW R 1200 GS geschnappt, weil das
Motorrad als Synonym für ein breites
Einsatzspektrum steht. Und sie hat natür-
lich auch dafür gesorgt, dass in ihrer Rei-
fendimension 110/80 R 19 vorn und
150/70 R 17 hinten inzwischen ordentlich
Auswahl vorhanden ist. Denn kein Rei-
fenhersteller kann es sich heute noch
leis ten, in diesem Segment nicht vertreten
zu sein. Die Großen am Markt schicken
sogar Enduro- und Straßen-Profile ins
Rennen um die Käufergunst.
Dieser Bandbreite versuchen wir mit
dem Reifentest gerecht zu werden. Insge-
samt begrüßten wir 13 Testpärchen in der
Redaktion, und mit acht von ihnen sind
wir auf große Verschleißfahrt (siehe fol-
gende Seite) gegangen. Das Hauptaugen-
merk haben wir dabei auf die Enduro-Pro-
file gerichtet, die eigentlich auch am ge-
fragtesten sind. Diese sechs Vertreter
durchliefen das Test-Prozedere komplett:
Sprich nach der Dauerlaufprüfung ging es
auf den großen Contidrom-Handling-
kurs, wo Haftung, Handling und Stabili-
tät hinterfragt wurden. Der kleine Hand-
lingkurs stand indes komplett unter Was-
ser und gab Auskunft über den Nassgrip.
Als Referenzreifen für die Straßenpro-
fil-Fraktion war der neue Michelin Pilot
Road 3 mit an Bord, der dieses Testpro-
gramm ebenfalls komplett durchlief. Die
drei restlichen Straßenprofile, der noch
frische Bridgestone BT 023, der Dunlop
Roadsmart und der neue Conti Road
Attack 2, durften nicht beim Verschleiß
antreten, weil das unseren Rahmen ge-
sprengt hätte; sie wurden aber mit auf das
Testgelände genommen und
ausgiebig mitgetestet. Glei-
ches gilt für die Grobstoller-
Fraktion, die in Gestalt des
frisch präsentierten Heide-
nau K 60 Scout auch bei der
Verschleißfahrt vertreten
war. Er musste sich auf dem
Offroad- und Handling-Par-
cours der etablierten Konkurrenz in Ge-
stalt von Contis TKC 80 und Metzelers
Karoo (T) stellen. Unterm Strich also ei-
ne bunte Mischung, die –so viel sei schon
mal vorweggenommen – durch die Bank
auf der GS eine gute Figur macht.
Das Leistungsvermögen der jüngsten
Enduro- und Straßenprofil-Generation
hat noch einmal einen deutlichen Sprung
nach vorn gemacht. Insbesondere in Sa-
chen Haftung – und hier ganz speziell bei
Nässe – sind mittlerweile Schräglagen zu
fahren, wie sie vor ein paar Jahren nur mit
teuren Spezial-Regenreifen darstellbar
waren –und dann auch nur für kurze Dau-
er. Im Zeitalter von ABS und Traktions-
kontrolle sind die Ansprüche aber auch
deutlich höher – dem tragen die Reifen
Rechnung.
Till Kohlmey
Reifenwechsel im Minutentakt: Insgesamt 13 Reifenpärchen wurden vermessen und montiert.
Kein Reifenhersteller
kann es sich leisten, hier
nicht vertreten zu sein
Auf dem großen Handlingkurs
trocken (siehe rechts) und auf
dem kleinen Handlingkurs nass
(siehe links) wurden die Run-
denzeiten gestoppt.
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Changing tyres in a matter of moments: 13 sets of tyres were measured and fitted in total.
It is a tough challenge for tyre develo-
pers – the tyre pairings for big enduro/
dualsport motorcycles have to tick more
boxes than virtually any other compound
on the market. The requirements profile
is multi-faceted – just like the purposes
to which these bikes are put.

It’s no surprise then that we decided
to opt for the top seller in this segment
of the market – the BMW R 1200 GS –
as this bike is synonymous with wide-
ranging application potential. And, of
course, this bike has done a lot to ensu-
re that a good selection of tyres is now
available in the right sizes (110/80 R 19
at the front and 150/70 R 17 at the rear)
– after all, no tyre manufacturer can af-
ford to ignore this segment today. The
bigger players in the market are even
using enduro and on-road tyres in the
race to win customers‘ favour.
We hope that this tyre test offers a re-
presentative insight to the full range on
offer.
We put 13 test pairings through their
paces and sent eight of them on long-
distance journeys specifically designed
to highlight strengths and weaknesses
in terms of wear (refer to the following
pages for the full article). We focused
mainly on the enduro tires, as they are
generally the most popular. These six re-
presentative tyres were put through the
full test procedure:
this means that once the endurance test
was completed it was straight on to the
Contidrom handling track for grip, hand-
ling and stability trials. The small hand-
ling circuit was also completely under
water, so it also told us a lot about the
different tyres‘ wet-grip properties.
We took the new Michelin Pilot Road 3
along as a reference tyre for the group
of on-road tyres, and again we put
this tyre through the full test program-
me. Time constraints meant that we
were unable to put the remaining three
on-road tyres – the brand new Bridges-
tone BT 023, the Dunlop Roadsmart and
the new Conti Road Attack 2 – through
the endurance/wear test, but we tho-
roughly put them through their paces
on the off-road test course. The same
applies to the group of chunky off-road
tires, which were also represented in
the endurance/wear tests in the form
of the brand new Heidenau K 60 Scout,
which had to face up to a stiff challen-
ge presented by the more established






rivals – Continental’s TKC 80 and
Metzeler’s Karoo (T) – on the off-road and
handling course. All in all a colourful mix
– and we are happy to report that not
one of them disappointed on the GS.
The latest generation of enduro and on-
road tyres has taken another clear step
forwards in terms of performance. Parti-
cularly in terms of grip – specifically un-
der extremely wet conditions – it is now
possible to lean into corners in a way
which would have only been possible
with special rain tyres just a few years
ago, and then only briefly. However, de-
mands have risen significantly in the age
of ABS and traction control – and this is
reflected by these tyres.
No tyre manufacturer
can afford to ignore
this sector
5/2012 TOURENFAHRER 73
K
ein einfacher Job für die Reifen-
Entwickler. Reifenpaarungen für
die großen Reise-Enduros müssen
so viele Talente aufweisen wie kaum eine
zweite Mischung am Markt. Schließlich
ist das Anforderungsprofil vielschichtig –
genau wie der Einsatzzweck der Maschi-
nen selbst.
Wir haben uns von daher auch nicht von
ungefähr den Topseller am Markt, die
BMW R 1200 GS geschnappt, weil das
Motorrad als Synonym für ein breites
Einsatzspektrum steht. Und sie hat natür-
lich auch dafür gesorgt, dass in ihrer Rei-
fendimension 110/80 R 19 vorn und
150/70 R 17 hinten inzwischen ordentlich
Auswahl vorhanden ist. Denn kein Rei-
fenhersteller kann es sich heute noch
leis ten, in diesem Segment nicht vertreten
zu sein. Die Großen am Markt schicken
sogar Enduro- und Straßen-Profile ins
Rennen um die Käufergunst.
Dieser Bandbreite versuchen wir mit
dem Reifentest gerecht zu werden. Insge-
samt begrüßten wir 13 Testpärchen in der
Redaktion, und mit acht von ihnen sind
wir auf große Verschleißfahrt (siehe fol-
gende Seite) gegangen. Das Hauptaugen-
merk haben wir dabei auf die Enduro-Pro-
file gerichtet, die eigentlich auch am ge-
fragtesten sind. Diese sechs Vertreter
durchliefen das Test-Prozedere komplett:
Sprich nach der Dauerlaufprüfung ging es
auf den großen Contidrom-Handling-
kurs, wo Haftung, Handling und Stabili-
tät hinterfragt wurden. Der kleine Hand-
lingkurs stand indes komplett unter Was-
ser und gab Auskunft über den Nassgrip.
Als Referenzreifen für die Straßenpro-
fil-Fraktion war der neue Michelin Pilot
Road 3 mit an Bord, der dieses Testpro-
gramm ebenfalls komplett durchlief. Die
drei restlichen Straßenprofile, der noch
frische Bridgestone BT 023, der Dunlop
Roadsmart und der neue Conti Road
Attack 2, durften nicht beim Verschleiß
antreten, weil das unseren Rahmen ge-
sprengt hätte; sie wurden aber mit auf das
Testgelände genommen und
ausgiebig mitgetestet. Glei-
ches gilt für die Grobstoller-
Fraktion, die in Gestalt des
frisch präsentierten Heide-
nau K 60 Scout auch bei der
Verschleißfahrt vertreten
war. Er musste sich auf dem
Offroad- und Handling-Par-
cours der etablierten Konkurrenz in Ge-
stalt von Contis TKC 80 und Metzelers
Karoo (T) stellen. Unterm Strich also ei-
ne bunte Mischung, die –so viel sei schon
mal vorweggenommen – durch die Bank
auf der GS eine gute Figur macht.
Das Leistungsvermögen der jüngsten
Enduro- und Straßenprofil-Generation
hat noch einmal einen deutlichen Sprung
nach vorn gemacht. Insbesondere in Sa-
chen Haftung – und hier ganz speziell bei
Nässe – sind mittlerweile Schräglagen zu
fahren, wie sie vor ein paar Jahren nur mit
teuren Spezial-Regenreifen darstellbar
waren –und dann auch nur für kurze Dau-
er. Im Zeitalter von ABS und Traktions-
kontrolle sind die Ansprüche aber auch
deutlich höher – dem tragen die Reifen
Rechnung.
Till Kohlmey
Reifenwechsel im Minutentakt: Insgesamt 13 Reifenpärchen wurden vermessen und montiert.
Kein Reifenhersteller
kann es sich leisten, hier
nicht vertreten zu sein
Auf dem großen Handlingkurs
trocken (siehe rechts) und auf
dem kleinen Handlingkurs nass
(siehe links) wurden die Run-
denzeiten gestoppt.
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Lap times are recorded on the larger, dry
handling track (see right) and the smaller,
wet handling track.
AUSRÜSTUNG REIFEN IM ENDURO-FORMAT 110/80 - 19 & 150/70 - 17
74 TOURENFAHRER 5/2012
Die acht Paarungen und ihre Verschleißkurven
vorn und hinten: Die Profiltiefen der Vorder- und
Hinterradreifen mit Enduro-Profil sind ab Werk
fast identisch – der Verschleiß jedoch nicht.
Den geringsten Gummiabrieb kann der Conti für
sich verbuchen, während Bridgestone und Met-
zeler deutlich schneller am Hinterrad verschlei-
ßen, allerdings auch mehr Profiltiefe ab Werk
aufweisen. Das zum direkten Vergleich mon-
tierte Straßenprofil in Gestalt des neuen Miche-
lin Pilot Road 3 verliert zwar vergleichsweise
wenig Gummi, hat aber auch gerade auf dem
Hinterrad die geringste Profiltiefe aufzuweisen.
Der Grobstollen-Vertreter Heidenau K 60 Scout
(nicht in der Grafik aufgeführt!) macht mit sei-
nen mächtigen positiven Profilblöcken (über 10
mm hinten und 7 mm vorn) keine schlechte Figur
und verliert am Hinterrad gerade mal 0,76 mm
pro 1000 Kilometer, was Laufleistungen jenseits
der 10.000 km garantiert – nicht schlecht!
Wer eine qualifizierte Aussage über den Reifenverschleiß treffen möchte,
muss Kilometer machen. Wir haben mit jeder Paarung 3000 Kilometer herun-
tergespult und dabei Deutschland kennen gelernt.
Auf Verschleißfahrt
E
s gibt Jobs, um die sich keiner in der
Redaktion reißt. Zum Beispiel eine
Verschleißfahrt durch Deutschland.
Auch wenn abends gemütliche TF-Part-
nerhäuser mit leckerem Essen locken, die
Freiwilligen in der morgendlichen Konfe-
renz sind an einem Finger abzuzählen. Al-
so haben wir mit vielen freien Mitarbeitern
den Testpool aufgestockt und sind mit vier
1200er-GS-Modellen und jeder Enduro-
Paarung vier Tage unterwegs gewesen. Pro
Tag im Schnitt 750 Kilometer, was unterm
Strich zehn und mehr Stunden im Sattel be-
deutet. Denn zwischendurch muss ja
schließlich auch noch getankt, der Ver-
schleiß gemessen und Fotos gemacht wer-
den. Nach 3000 Kilometern ging die
nächs te Crew auf Reisen –gleiche Strecke,
gleiches Tempo und auch gleiches Wetter
mit identischen Temperaturen. Glück ge-
habt! Aufgezogen haben wir die sechs
Mit Gepäck und vier GS-Modellen geht es quer
durch Deutschland. Schnelle Autobahnetappen
und kurvige Landstraßen stehen auf dem Pro-
gramm. Alle 500 Kilometer wird der Verschleiß
gemessen und dokumentiert.
3,6
3,8
4,0
4,2
4,4
4,6
4,8
5,0
5,2
5,4
5,6
5,8
6,0
6,2
6,4
6,6
6,8
7,0
7,2
7,4
7,6
7,8
8,0
8,2
8,4
8,6
500 0 1000 1500 3000 2000 2500
Reifenverschleiß
Laufleistung in km
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7,84
vorne hinten
Bridgestone BW 501/502
vorne hinten
Conti Trail Attack
vorne hinten
Dunlop Trailmax TR 91
vorne hinten
Metzeler Tourance EXP
vorne hinten
Michelin Anakee 2
vorne hinten
Michelin Pilot Road 3
vorne hinten
Pirelli Scorpion Trail
8,50
8,48
7,89
6,79
7,40
5,50
4,36
4,32
4,42
4,13
4,23
4,27
7,06
6,28
6,64
6,31
5,58
5,94
4,39
3,99
3,83
4,07
3,88
3,79
3,94
4,14
wichtigsten Enduro-Profile im Format
110/80 - 19 vorn und 150/70 - 17 hinten, er-
gänzt um einen Straßenreifen, den neuen
Michelin Pilot Road 3, und um einen Grob-
stoller, den Heidenau K 60 Scout, der al-
lerdings unten in der Grafik nicht mit auf-
geführt ist, weil dessen Profiltiefe die Dar-
stellbarkeit sprengen würde.
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There are some jobs that nobody in the
office here is too keen on. One of these
comes in the form of long-distance wear
trial rides across Germany. Even though
there was plenty of tasty food on offer in
the evenings in the cosy surroundings of
TF‘s partner companies, you could have
counted the number of volunteers each
morning on the fingers of one hand.
Instead, we called on our many free-
lance contributors to fill up our pool of
test riders and set off with four 1200 GS
models and each pairing of enduro tyres
for a four-day round trip. This meant a
daily average of 750 km, which amoun-
ted to ten or more hours in the saddle.
After all, time was needed to fill up with
petrol, measure the tyre wear and take
some photographs. After 3000 km it
was the next crew‘s turn – the same
route, the same speeds and the same
weather, even down to the identical tem
peratures. Lucky!
We fitted the six most important types of







enduro tyre (110/80 - 19 at the front and
150/70 - 17 at the rear), plus one on-
road tyre (the new Michelin Pilot Road
3) and one chunky off-road tyre, the Hei-
denau K 60 Scout, although this parti-
cular tyre is not included in the graphic
below because the depth of its tread far
exceeds the scope of the diagram.
Long-distance wear trials
EQUIPMENT ENDURO TYRES 110/80 - 19 & 150/70 - 17
There is no way to get around it: to deliver any sort of qualified assessment of
tyre wear, you have to cover a lot of miles. We covered 3000 km with each set
of tyres – and discovered Germany in the process!
The eight sets of tyres with wear curves for front
and rear: The factory tread depths of the front
and rear tyres with the enduro profile are more
or less identical – but the same cannot be said of
each tyre‘s wear. The Continental tyre displayed
the least amount of wear, whereas the Bridges-
tone and Metzeler tyres wore much faster at the
back – albeit from the starting point of a greater
factory profile depth. Although the new on-road
Michelin Pilot Road 3 fitted for direct compari-
son purposes lost comparatively little rubber, it
has the lowest tread depth, particularly on the
rear wheel. As a representative for the chun-
ky off-road tires, the Heidenau K 60 Scout (not
shown in the graph) cuts a good figure with its
hefty positive profile blocks (more than 10 mm
at the rear and 7 mm at the front), and with a
loss of just 0.76 mm per 1000 km on the rear
tyre, this tyre guarantees mileages in excess of
10,000 km – we think this is quite impressive!
Four GS models, loaded up with luggage and
ready for the tour right across Germany. Over
a route combining fast motorway sections and
winding country roads, we measured and docu-
mented tyre wear every 500 km.
Tire wear
front rear
front rear
front rear
front rear
front rear
front rear
front rear
Mileage in km
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5/2012 TOURENFAHRER 75
Continental
Trail Attack
Reifentyp / Dimension:
Conti Trail Attack / 110/80 R 19
Conti Trail Attack / 150/70 R 17
Gewicht: vorn/hinten 4,8/7,1 kg
Eff. Breite: vorn/hinten 107/151 mm
Max. Profiltiefe neu v./h. 4,3/7,9 mm
Verschleiß nach 3000 km v./h. 0,28/0,78 mm
Beste Rundenzeit trocken: 1:48 s
Beste Rundenzeit nass: 1:40 s
Preis: vorn/hinten 107/138 Euro
Kundendienst: Tel. 0511-93801
Internet: www.conti-moto.de
Bewertung
Handling: Contis neuer Enduro-Pneu spielt von
Anfang an ganz weit vorne mit. Er lässt sich fast
spielerisch in die Kurve lenken und wirkt dabei
niemals kippelig oder nervös. Nur minimales
Aufstellmoment beim Bremsen in Schräglage.
Stabilität: Auf der GS mordsmäßig stabil –
auch in Schräglage und beim Bremsen –, ohne
dabei die Dämpfung zu vernachlässigen.
Haftung trocken: Fast schon ein reinrassiger
Sportreifen im Enduro-Gewand mit hohen Haft-
reserven bis tief auf die Flanke.
Haftung nass: Da könnte der Conti noch eine
Schippe drauflegen, denn das Hinterrad hinter-
lässt hier nicht den besten Eindruck und bricht
recht unvermittelt aus.
Verschleiß: Die vermeintlich weiche Gummi-
mischung scheint kaum zu verschleißen –dazu
gibt es noch ordentlich Profiltiefe.
Preis/Leistung: Der Trail Attack ist zwar im Ver-
gleich etwas teurer in der Anschaffung, aber er
gleicht das durch seine hohen Laufleistungen
mehr als aus –eine klare Empfehlung!
Fazit: Der Trail Attack gehört zu den ganz
sportlichen Mischungen in dem Format
und ist auf trockener Piste kaum zu schla-
gen. Dazu gibt es noch hohe Laufleistun-
gen, da der Verschleiß äußerst gering aus-
fällt. Im Nassen versaut das rutschende
Hinterrad die vorderste Platzierung.
Dunlop
Trailmax TR 91
Reifentyp / Dimension:
Dunlop Trailmax TR 91 / 110/80 R 19
Dunlop Trailmax TR 91 / 150/70 R 17
Gewicht: vorn/hinten 5,3/7,3 kg
Eff. Breite: vorn/hinten 104/149 mm
Max. Profiltiefe neu v./h. 4,3/7,9 mm
Verschleiß nach 3000 km v./h. 0,25/1,58 mm
Beste Rundenzeit trocken: 1:48 s
Beste Rundenzeit nass: 1:34 s
Preis: vorn/hinten 100/125 Euro
Kundendienst: Tel. 06181-6801
Internet: www.dunlopmotorcycle.de
Bewertung
Handling: Der neue TR 91setzt hier zusammen
mit dem Conti Maßstäbe. Leichtes Einlenken
und sattes Feedback auch bei maximaler
Schräglage sind die großen Pluspunkte.
Stabilität: Egal ob auf der Bremse, im ABS-
Regelbereich oder bei V-max auf der Bahn –
mit dem Dunlop wird die GS niemals nervös.
Haftung trocken: Das geht schon ordentlich
schräg mit dem Trailmax und fühlt sich dabei
noch gut an – weiter Grenzbereich und hohe
Haftreserven geben sich hier die Hand.
Haftung nass: Was für eine Vorstellung: Die
GS saust mit dem Trailmax in 1:34 s über den
Nass-Parcours und vermittelt dabei noch ein
sicheres Gefühl –wow!
Verschleiß: Am Vorderrad noch vergleichs-
weise moderat – am Hinterrad braucht sich die
weiche Mischung schon schneller auf.
Preis/Leistung: Der Trailmax ist vergleichs-
weise preiswert und von daher immer eine
gute Wahl, auch wenn das Hinterrad recht
schnell an Profiltiefe verliert.
Fazit: Mehr Enduro-Reifen gibt es der-
zeit nicht fürs Geld. Der Trailmax ist nicht
nur im Trockenen eine Macht, er ist auch
saugut im Nassen und zudem recht preis-
wert zu haben – da nimmt man den erhöh-
ten Verschleiß am Hinterrad doch gern in
Kauf!
Bridgestone
BW 501 / 502
Reifentyp / Dimension:
Battle Wing BW 501 / 110/80 R 19
Battle Wing BW 502 / 150/70 R 17
Gewicht: vorn/hinten 5,3/7,5 kg
Eff. Breite: vorn/hinten 109/149 mm
Max. Profiltiefe neu v./h. 4,3/8,5 mm
Verschleiß nach 3000 km v./h. 0,44/1,84 mm
Beste Rundenzeit trocken: 1:52 s
Beste Rundenzeit nass: 1:42 s
Preis: vorn/hinten 91/132 Euro
Kundendienst: Tel. 06172-408-255
Internet: www.bridgestone-mc.de
Bewertung
Handling: Der Battle Wing ist zwar nicht der
Handlichste, aber er setzt die Lenkbefehle
sehr präzise um und gibt dem Fahrer jederzeit
ein gutes Feedback. Er vermittelt gerade in
Schräglage ein sehr sattes Fahrgefühl. Leicht
erhöhtes Aufstellmoment beim Bremsen.
Stabilität: Egal, ob solo oder zu zweit, ob mit
oder ohne Gepäck, der BW 501/502 hält stabil
Kurs und dämpft zudem äußerst komfortabel.
Haftung trocken: Der Bridgestone haftet or-
dentlich bis auf die Rasten – allein der Grenz-
bereich könnte definierter ausfallen.
Haftung nass: Der BW vermittelt auch bei Näs-
se ein gutes Gefühl, erreicht aber nicht das
Gripniveau der Konkurrenz. Schmaler Grenz-
bereich am Hinterrad.
Verschleiß: Ausreichend hohe Profiltiefen
vorn und hinten kaschieren den leicht erhöh-
ten Verschleiß etwas.
Preis/Leistung: Das Reifenpärchen liegt preis-
lich im Mittelfeld, verschleißt aber etwas flot-
ter als die Konkurrenz.
Fazit: Der Battle Wing gehört nicht um-
sonst zur Erstausrüstung für die GS. Das
Pärchen garantiert den höchsten Komfort
und glänzt mit einem sehr neutralen Ein-
lenkverhalten. Bei Nässe nicht ganz auf
dem hohen Niveau der Konkurrenz und
beim Verschleiß im Mittelfeld.
K-072-Reifentest.qxd:Layout 1 28.03.2012 13:46 Uhr Seite 75
Tyre type / size:
Battle Wing BW 501 / 110/80 R 19
Battle Wing BW 502 / 150/70 R 17
COM
M
ENDATION
Weight: front/rear 5.3/7.5 kg
Eff. width: front/rear 109/149 mm
Max. tread depth when new: front/rear 4.3/8.5 mm
Wear after 3000 km: front/rear 0.44/1.84 mm
Best lap time / dry: 1 min 52 sec
Best lap time / wet: 1 min 42 sec
Price: front/rear EUR 91/132
Customer service: Tel. +49 (0)6172-408-255
Internet: www.bridgestone-mc.de
Evaluation
Handling: Although the Battle Wing is not exactly
the easiest to manage, it translates steering com-
mands with great accuracy and always offers clear
feedback to the rider. Particularly when leaning into
corners it delivers a very solid ride. Slightly increa-
sed righting moment when the brakes are applied.
Stability: Whether riding solo, with a pillion rider or
with/without luggage – the BW 501/502 keeps the
bike reliably on track and offers extremely good and
comfortable shock absorption.
Dry grip: The Bridgestone tyre offers good grip
all the way down and we were able to lean the
bike right down to the footrests – the only area for
improvement is that definition could be improved
at the stability limit.
Wet grip: The BW tyre still delivers a confident ride
in wet weather, but does not reach the level of grip
of its rivals. Narrow stability limit on the rear wheel.
Wear: The tread depths are deep enough at the
front and rear to slightly mask the somewhat incre-
ased level of wear.
Value for money: Price-wise, this set of tyres is
somewhere in the middle, but it does wear faster
than its competitors.
There is good reason why the Battle
Wing is supplied as original equipment for the
GS. This set of tyres guarantees highest levels
of comfort and really shines with very neutral
cornering behaviour. In the wet it does not quite
live up to the high standards of its rivals, and it
ranks somewhere around the middle in terms
of wear.
Recap:
Tyre type / size:
Conti Trail Attack / 110/80 R 19
Conti Trail Attack / 150/70 R 17
Weight: front/rear 4.8/7.1 kg
Eff. width: front/rear 107/151 mm
Max. tread depth when new: front/rear 4.3/7.9 mm
Wear after 3000 km: front/rear 0.28/0.78 mm
Best lap time / dry: 1 min 48 sec
Best lap time / wet: 1 min 40 sec
Price: front/rear EUR 107/138
Customer service: Tel. +49 (0)511-93801
Internet: www.conti-moto.de
Evaluation
Handling: The new enduro tyre from Continental
comes straight in at the front of the pack. The way
it can be steered into corners is almost playful, and
the tyre never conveys any hint of twitchiness or
a lack of stability in the process. Minimal righting
moment during braking in an inclined position.
Stability: Incredible stability on the GS bike – even
in the inclined position and under braking – without
any sacrifices in terms of shock absorption.
Dry grip: Almost a thoroughbred sports tyre in the
guise of an enduro tyre; offers high grip reserves
deep down into the flank.
Wet grip: We felt that the Continental had room
for improvement here, as the rear wheel did not
give the best impression with its tendency to skid
without much warning.
Wear: Although apparently a softer rubber com-
pound, this tyre displayed hardly any wear – on
top of which it comes with a good tread depth.
Value for money: Although the Trail Attack is
comparatively expensive to buy, it more than
compensates for this with its superior mileage
performance – a clear recommendation!
The Trail Attack slots in right at the
sporty end in this size category and is virtually
unbeatable on a dry track. On top of this it offers
high mileage thanks to its extremely low rate of
wear. Only the tendency of the rear wheel to slip
in the wet prevents this tyre from taking first
place overall.
Recap:
Tyre type / size:
Dunlop Trailmax TR 91 / 110/80 R 19
Dunlop Trailmax TR 91 / 150/70 R 17
Weight: front/rear 5.3/7.3 kg
Eff. width: front/rear 104/149 mm
Max. tread depth when new: front/rear 4.3/7.9 mm
Wear after 3000 km: front/rear 0.25/1.58 mm
Best lap time / dry: 1 min 48 sec
Best lap time / wet: 1 min 34 sec
Price: front/rear EUR 100/125
Customer service: Tel. +49 (0)6181-6801
Internet: www.dunlopmotorcycle.de
Evaluation
Handling: The new TR 91 sets new standards here
together with the Continental tyre. Easy cornering
and solid feedback even at maximum inclination
are the key positives.
Stability: Whatever the situation – under braking,
with ABS intervention or at top speed on the track:
with the Dunlops fitted, the GS is never a nervous
ride.
Dry grip: even leaning right into the corner, the
Trailmax left us feeling confident and comfortable,
offering both a wide stability limit and high grip
reserves.
Wet grip: What a superb performance! With the
Trailmax tyres fitted, the GS completed its timed
lap of the wet track in just 1 min 34 sec, with an
assured and confident performance throughout –
wow!
Wear: Moderate at the front wheel, but the soft
compound did start to wear quite a bit faster on
the rear wheel.
Value for money: The Trailmax is comparatively
inexpensive and therefore always a good choice,
even if the rear wheel does lose its tread depth
quite quickly.
At the moment you simply cannot
get more enduro tyre for your money. The
Trailmax is not only a real power-house in the
dry, but it also delivers amazing performance
in the wet and is fairly inexpensive – so we are
quite willing to accept the increased rate of
wear on the rear tyre!
Recap:
AUSRÜSTUNG REIFEN IM ENDURO-FORMAT 110/80 - 19 & 150/70 - 17
76 TOURENFAHRER 5/2012
Michelin
Anakee 2
Reifentyp / Dimension:
Michelin Anakee 2 / 110/80 R 19
Michelin Anakee 2 / 150/70 R 17
Gewicht: vorn/hinten 4,9/6,7 kg
Eff. Breite: vorn/hinten 104/149 mm
Max. Profiltiefe neu v./h. 4,4/6,8 mm
Verschleiß nach 3000 km v./h. 0,54/1,21 mm
Beste Rundenzeit trocken: 1:50 s
Beste Rundenzeit nass: 1:37 s
Preis: vorn/hinten 96/111 Euro
Kundendienst: Tel. 0721-530-3918
Internet: www.michelin-motorrad.de
Bewertung
Handling: Der Anakee 2 hinterlässt auf den
ersten Metern einen sehr handlichen Ein-
druck und kippt – ähnlich wie der EXP – sehr
flott übers schmale Vorderrad in die Kurve. Mit
zunehmendem Tempo deutlich unpräziser.
Stabilität: Das ist nicht die Stärke des Miche-
lin, der vergleichsweise leicht baut. Beim
Bremsen hält das Vorderrad nicht so sauber
die Spur, in Schräglage leichte Pendelneigung.
Haftung trocken: Gute Haftwerte erreicht der
Anakee fraglos, aber der Unterbau wirkt nicht
so stabil und untersteuert in schnellen Kurven
leicht, so dass die Radien größer werden.
Haftung nass: Der Michelin ist bei Nässe flott
unterwegs und lässt den Fahrer auch nicht im
Unklaren über den Grenzbereich.
Verschleiß: Von Hause aus gibt es nicht viel
Profil auf der Mitte der Hinterhand, wobei der
Verschleiß dort aber auch eher dezent ist. Vorn
vergleichsweise erhöhter Verschleiß.
Preis/Leistung: Preiswertes Pärchen mit soli-
den Laufleistungen.
Fazit: Der Anakee in der zweiten Aus-
baustufe hat Licht und Schatten. Er ist
nicht der stabilste Enduro-Pneu am Markt,
glänzt aber mit soliden Rundenzeiten im
Trockenen wie bei Nässe und gibt sich
auch beim Verschleiß keine Blöße. Außer-
dem ist er für kleines Geld zu haben.
Pirelli
Scorpion Trail
Reifentyp / Dimension:
Pirelli Scorpion Trail / 110/80 R 19
Pirelli Scorpion Trail / 150/70 R 17
Gewicht: vorn/hinten 5,1/6,8 kg
Eff. Breite: vorn/hinten 105/148 mm
Max. Profiltiefe neu v./h. 4,1/7,4 mm
Verschleiß nach 3000 km v./h. 0,34/1,46 mm
Beste Rundenzeit trocken: 1:49 s
Beste Rundenzeit nass: 1:39 s
Preis: vorn/hinten 98/120 Euro
Kundendienst: Tel. 089-14908-302
Internet: www.pirelli-moto.de
Bewertung
Handling: Der Trail ist ein grundsolider All-
rounder, der aufgrund seiner hohen Lenkpräzi-
sion flott ums Eck geht und dabei stets recht
neutral agiert. Er erreicht nicht ganz die Präzi-
sion von Conti und Dunlop, bietet im Gegenzug
aber einen Tick mehr Komfort.
Stabilität: In allen Kriterien eigentlich stabil
unterwegs, nur wenn es etwas flotter zur Sa-
che geht, werden die Radien größer.
Haftung trocken: Ähnlich wie der EXP mit
gutem Grip unterwegs, was auch die guten
Rundenzeiten dokumentieren.
Haftung nass: Nicht ganz so vertrauenswürdig
wie der Metzeler, da das Hinterrad etwas zu
spontan den Grip verliert.
Verschleiß: Der Trail verschleißt hinten recht
flott und hat nicht sonderlich viel Profiltiefe zu
bieten – für knappe 10.000 km dürfte er den-
noch gut sein.
Preis/Leistung: Es gibt preiswertere und auch
bessere Reifen am Markt.
Fazit: Der Scorpion Trail kann eigentlich
alles recht ordentlich, spielt sich aber nir-
gends so richtig in den Vordergrund. Die
Haftwerte sind durch die Bank gut, aber
die Stabilität könnte bei hohen Tempi bes-
ser sein, und beim Verschleiß schränkt
das Hinterrad die Laufleistungen ein.
Metzeler
Tourance EXP
Reifentyp / Dimension:
Metzeler Tourance EXP / 110/80 R 19
Metzeler Tourance EXP / 150/70 R 17
Gewicht: vorn/hinten 4,9/7,1 kg
Eff. Breite: vorn/hinten 108/149 mm
Max. Profiltiefe neu v./h. 4,3/8,5 mm
Verschleiß nach 3000 km v./h. 0,22/2,22 mm
Beste Rundenzeit trocken: 1:50 s
Beste Rundenzeit nass: 1:38 s
Preis: vorn/hinten 100/122 Euro
Kundendienst: Tel. 089-14908-302
Internet: www.metzelermoto.de
Bewertung
Handling: Der EXP ist schon fast ein wenig
überhandlich, so leicht und locker fällt er in die
Kurve. Er erreicht damit nicht die Präzision
eines Conti oder Dunlop, die den Lenkimpuls
definierter umsetzen.
Stabilität: Der Metzeler bekommt den Spagat
zwischen Komfort und hoher Stabilität gut hin,
wirkt aber in Schräglage bei hohem Tempo ein
wenig nervöser.
Haftung trocken: Hohe Haftreserven und ein
weicher Übergang in den Grenzbereich zeich-
nen den Metzeler aus – Top-Rundenzeiten!
Haftung nass: Mit ganz vorn dabei, weil der
Grenzbereich so schön zu ertasten ist und der
Grip vorn wie hinten enorm ist.
Verschleiß: Der Tourance bietet zwar ab Werk
sehr viel Profiltiefe, braucht diese am Hinter-
rad aber auch vergleichsweise schnell auf.
Preis/Leistung: Der EXP ist erstaunlich preis-
wert zu haben, gehört aber aufgrund der gebo-
tenen Laufleistungen am Hinterrad nicht zu den
Schnäppchen.
Fazit: Der EXP ist ja quasi die Standardbe-
reifung für die GS und immer noch eine gute
Wahl, weil er sich in allen Bereichen keinen
Ausrutscher leistet. Aber das Vorderrad
wirkt schon fast ein wenig zu handlich, und
der Verschleiß am Hinterrad ist definitiv zu
hoch –das ist kein Metzeler-Standard!
K-072-Reifentest.qxd:Layout 1 28.03.2012 13:46 Uhr Seite 76
Tyre type / size:
Metzeler Tourance EXP / 110/80 R 19
Metzeler Tourance EXP / 150/70 R 17
Weight: front/rear 4.9/7.1 kg
Eff. width: front/rear 108/149 mm
Max. tread depth when new: front/rear 4.3/8.5 mm
Wear after 3000 km: front/rear 0.22/2.22 mm
Best lap time / dry: 1 min 50 sec
Best lap time / wet: 1 min 38 sec
Price: front/rear EUR 100/122
Customer service: Tel. +49 (0)89-14908-302
Internet: www.metzelermoto.de
Evaluation
Handling: The EXP is almost too easy to handle,
such is the ease with which it leans into corners.
As a result, it cannot match the precision of the
Continental or Dunlop tyres, which translate
steering commands with greater definition.
Stability: The Metzeler tyre strikes a good balance
between comfort and high stability, but appears
slightly more twitchy when leaning into corners
at high speeds.
Dry grip: The Metzeler tyres stood out with high
reserves of grip and a smooth transition into the
stability limit, which helped them to achieve top
lap times.
Wet grip: With tremendous grip front and rear and
such clear feedback at the stability limit, this tyre
was definitely one of the best in our test.
Wear: Although the Tourance comes with great
tread depth from the factory, this is used up
comparatively quickly on the rear wheel.
Value for money: The EXP is surprisingly
inexpensive to buy, but its shortcomings in terms
of the mileage that can be achieved with the rear
tyre mean that it is not one of the best bargains.
The EXP is virtually the standard tyre
for the GS and still a good choice as it ticks all
the boxes without any slip-ups. However, we
felt that the front wheel was almost too easy
to handle, and the wear to the rear tyre was
definitely too high – this tyre is certainly not
up to Metzeler‘s usual standards.
Recap:
Tyre type / size:
Michelin Anakee 2 / 110/80 R 19
Michelin Anakee 2 / 150/70 R 17
Weight: front/rear 4.9/6.7 kg
Eff. width: front/rear 104/149 mm
Max. tread depth when new: front/rear 4.4/6.8 mm
Wear after 3000 km: front/rear 0.54/1.21 mm
Best lap time / dry: 1 min 50 sec
Best lap time / wet: 1 min 37 sec
Price: front/rear EUR 96/111
Customer service: Tel. +49 (0)721-530-3918
Internet: www.michelin-motorrad.de
Evaluation
Handling: Over the first few metres, the Anakee 2
makes a very handy and manageable impression and
leans – similarly to the EXP – with great zest over the
narrow front wheel into corners. However, precision
starts to lag with increasing speed.
Stability: This is not the strength of the Michelin,
which is comparatively lightweight. Under braking, the
front wheel lacks tracking stability, and there is a ten-
dency to wobble when the bike is leaning into corners.
Dry grip: Without question, the Anakee delivers
good adhesion, but the substructure appears
compromised in terms of stability and easily
exhibits understeering in fast corners, resulting
in increased cornering radii.
Wet grip: In wet conditions, the Michelin is zippy
and lively, and never fails to provide the rider with
clear feedback about stability limits.
Wear: Straight from the factory, there is not much in
the way of tread depth in the centre of the rear wheel,
although this if offset by fairly modest wear. At the
front the rate of wear was higher than average.
Value for money: Reasonably priced set which
delivers solid mileage.
The second-generation Anakee
offers advantages and disadvantages. Although
it is not the sturdiest enduro tyre in the market,
it really shines with solid lap times both in the
dry and in the wet, and doesn‘t let itself down
in terms of wear either. In addition, it is
relatively inexpensive.
Recap:
Tyre type / size:
Pirelli Scorpion Trail / 110/80 R 19
Pirelli Scorpion Trail / 150/70 R 17
Weight: front/rear 5.1/6.8 kg
Eff. width: front/rear 105/148 mm
Max. tread depth when new: front/rear 4.1/7.4 mm
Wear after 3000 km: front/rear 0.34/1.46 mm
Best lap time / dry: 1 min 49 sec
Best lap time / wet: 1 min 39 sec
Price: front/rear EUR 98/120
Customer service: Tel. +49 (0)89-14908-302
Internet: www.pirelli-moto.de
Evaluation
Handling: The Trail is a rock-solid all-rounder
which offers high steering precision for rapid
cornering and always handles quite neutrally.
Although it does not quite match the precision of
the Continental and Dunlop tyres, in return it does
offer slightly greater levels of comfort.
Stability: Offers a reasonably stable ride in all
areas, except at slightly faster speeds, where the
cornering radii increase.
Dry grip: Offers similarly high levels of grip to the
EXP, as is also documented in the good lap times.
Wet grip: Not quite as reliable and trustworthy as
the Metzeler, as the rear wheel can lose grip
without enough warning.
Wear: The Trail wears down rather quickly at the
rear and does not offer a great deal of tread depth
to start with – but it should still be good for the
best part of 10,000 km.
Value for money: There are cheaper and better
tyres on the market.
The Scorpion Trail makes quite a
decent job of pretty much everything, but there
is nothing about it that really makes it stand
out from the crowd. Tyre adhesion is good
across the board, but stability at higher speeds
could be improved, and mileage is reduced by
the rapid rate of wear of the rear tyre.
Recap:
EQUIPMENT ENDURO TYRES 110/80 - 19 & 150/70 - 17
5/2012 TOURENFAHRER 77
Michelin
Pilot Road 3
Bridgestone
BT 023
Reifentyp / Dimension:
Michelin Pilot Road 3 / 110/80 R 19
Michelin Pilot Road 3 / 150/70 R 17
Gewicht: vorn/hinten 5,2/7,1 kg
Eff. Breite: vorn/hinten 104/150 mm
Max. Profiltiefe neu v./h. 4,2/5,5 mm
Verschleiß nach 3000 km v./h. 0,29/1,11 mm
Beste Rundenzeit trocken: 1:55 s
Beste Rundenzeit nass: 1:39 s
Preis: vorn/hinten 109/134 Euro
Kundendienst: Tel. 0721-530-3918
Internet: www.michelin-motorrad.de
Bewertung
Handling: Der Straßenpneu von Michelin
harmoniert nicht hundertprozentig mit der GS.
Er lässt sich zwar schön rund einlenken, aber
auf der Flanke wirkt er etwas weich und hält
den Kurs nicht einwandfrei bei. Im Gegenzug
glänzt er mit hoher Eigendämpfung und maxi-
malem Komfort.
Stabilität: In der Bremsphase etwas unruhig
auf der Vorderhand und in schnellen Kurven
Tendenz zum Untersteuern.
Haftung trocken: Der Reifen hat fraglos Grip,
aber aufgrund der weichen Karkasse ist der
Übergang zum Rutschen etwas indifferent.
Haftung nass: Wie beim Anakee, so fühlt man
sich auch auf dem Pilot von Anfang an sehr
sicher aufgehoben aufgrund der guten Rück-
meldungen von Vorder- und Hinterrad.
Verschleiß: Straßenpneus haben ja von Hause
aus nicht sonderlich viel Profiltiefe zu bieten,
und der Road 3 verschleißt ordentlich.
Preis/Leistung: Ein teures Pärchen, das zudem
nicht länger hält als die Enduro-Konkurrenz.
Fazit: Der Straßenreifen von Michelin
glänzt mit hohem Komfort, der auch auf ei-
ner GS deutlich spürbar ist. Außerdem bie-
tet der Reifen guten Grip und hohes Feed-
back bei Nässe. Das war´s dann aber auch
schon, denn stabiler, schneller und länger
ist man mit den anderen unterwegs.
Fazit: Ein Reifen, der sehr ex-
akt gefahren werden kann, weil
er superneutral einlenkt und
sehr zielsicher agiert. Er vermit-
telt dem Fahrer sofort ein siche-
res Gefühl fürs Fahrzeug und
glänzt mit hohem Komfort und
guter Stabilität. Ab Werk nicht
viel Profil.
Reifentyp / Dimension:
Battlax BT 023 F / 110/80 ZR 19
Battlax BT 023 R / 150/70 ZR 17
Gewicht: v./h.: 5,2/ 7,3 kg
Eff. Breite: v./h. 107/154 mm
Max. Profiltiefe v./h.: 4,4/6,1 mm
Preis: v./h.: 107/140 Euro
Beste Rundenzeit trocken: 1:50 s
Beste Rundenzeit nass: 1:42 s
Kundendienst: Tel. 06172-408255
Internet:
www.bridgestone-mc.de
Fazit: Das derzeit sportlichste
Straßenprofil für den schnellen
Enduristen, der das Maximum an
Haftung verlangt. Auch im Nas-
sen liefert der Conti eine sehr
gute Vorstellung, die deutlich
besser als beim Vorgänger aus-
fällt. In Sachen Komfort gibt es
aber bessere Alternativen.
Reifentyp / Dimension:
Conti Road Attack 2 / 110/80 R 19
Conti Road Attack 2 / 150/70 R 17
Gewicht: v./h.: 4,8/6,9 kg
Eff. Breite: v./h.: 108/149 mm
Max. Profiltiefe v./h.: 4,7/7,0 mm
Preis: v./h.: 107/138 Euro
Beste Rundenzeit trocken:1:46 s
Beste Rundenzeit nass: 1:35 s
Kundendienst: Tel. 0511-93801
Internet:
www.conti-moto.de
Wahlweise können die großen Reise-
Enduros auch mit konventionellen Stra-
ßenprofilen besohlt werden. Wir haben
uns mal die vier wichtigsten Modelle am
Markt herausgepickt und den neuen Mi-
chelin Pilot Road 3 als Vergleichskandidat
zu den Enduro-Profilen sogar mit auf die
Verschleißfahrt geschickt. Da glänzt der
Michelin nicht zwingend mit hohen Lauf-
leistungen, aber mit einem sehr ordentli-
chen Komfort und geringen Abrollgeräu-
schen, was für einige Enduristen durchaus
von Belang sein könnte. Ähnlich komfor-
tabel ist der Bridgestone BT 23, der sich
darüber hinaus auch noch sehr schön neu-
tral einlenken lässt und in der Summe sei-
ner Eigenschaften für GS-Genussfahrer
erste Wahl ist. Die absoluten Haftspezialis -
ten sind aber der Conti Road Attack 2 und
der Dunlop Roadsmart, die beide die sport-
lichen Gene der GS ansprechen. Sie bieten
nicht den Komfort von Michelin und
Bridgestone, haften aber sowohl im Tro -
ckenen als auch bei Nässe wie der Teufel
und sind enorm spurstabil. Auch auf der
Bremse im ABS-Regelbereich sind diese
Straßenreifen einen Tick präziser und sor-
gen für Top-Verzögerungswerte. Unterm
Strich ist der Abstand zu den Enduro-Pneus
in Sachen Haftung und Lenkpräzision aber
nicht so groß, wie manch einer vermuten
würde. Die Gummimischungen sind zwar
etwas weicher, die Profilgestaltungen und
die Konturen mehr straßenorientiert, aber
der Unterbau dürfte nahezu gleich sein.
Und der entscheidet nun einmal darüber,
wie satt der Reifen in Schräglage aufliegt
und wie groß das Feedback ist, das der Fah-
rer erhält. Aufgrund der weicheren Gum-
mimischungen fahren die Straßenpneus
jedoch noch Vorteile ein, die sich auch in
den Rundenzeiten widerspiegeln.
Die Straßenprofile
Continental
Road Attack 2
Fazit: Ganz großes Kino mit
tollem Handling und satter Sta-
bilität in allen Bereichen. Im
Trocknen ist der Roadsmart
nicht ganz so griffig wie Contis
Road Attack, im Nassen liefert
er aber dafür absolute Bestzeit
und bekommt eine eindeutige
Empfehlung!
Reifentyp / Dimension:
Dunlop Roadsmart / 110/80 R 19
Dunlop Roadsmart / 150/70 R 17
Gewicht: v./h.: 5,3/6,8 kg
Eff. Breite: v./h.: 103/148 mm
Max. Profiltiefe v./h.: 5,0/5,8 mm
Preis: v./h.: 113/145 Euro
Beste Rundenzeit trocken:1:48 s
Beste Rundenzeit nass: 1:33 s
Kundendienst: Tel. 06181-6801
Internet:
www.dunlopmotorcycle.de
Dunlop
Roadsmart
K-072-Reifentest.qxd:Layout 1 28.03.2012 13:46 Uhr Seite 77
On-road tyres
As an option, the big enduro/dualsport
motorcycles can also be fitted with con-
ventional road tyres. We picked out the
four key models currently available in the
market and sent them out for comparison
tests, even including the endurance trials,
again using the Michelin Pilot Road 3 for
direct comparison to the enduro tyres.
Here, the Michelin did not necessarily
shine with high mileage, but it did stand
out with decent levels of comfort and low
rolling noise, which may well be an impor-
tant factor for some fans of enduro mo-
torbikes. The Bridgestone BT 23 offers
similar comfort, on top of which it also de-
livers very pleasing and neutral cornering
characteristics – overall, we think it is the
first choice for GS enthusiasts. However,
the real specialists in terms of grip are
the Conti Road Attack 2 and the Dunlop
Roadsmart, both of which reach out to
the sporty genes of the GS. They might
not offer the same comfort as the Michelin
and Bridgestone tyres, but offer supreme
adhesion both in the dry and in the wet
and maintain excellent tracking stabili-
ty. These on-road tyres also offer slightly
more precision when braking at the ABS
intervention limits and deliver class-lea-
ding deceleration values. However, taking
everything into account the gap between
these tyres and the specialist enduro tyres
in terms of grip and steering precision is
not as big as some might think. Although
the rubber compounds are slightly softer,
the tread designs and contours are more
road-focused, but the substructure should
be more or less identical. This, after all, is
the deciding factor that determines how
fully the tyre makes contact when the bike
is leaning into a corner, and how much
feedback is sent back to the rider. Howe-
ver, with the softer rubber compounds the
on-road specialist tyres offer other advan-
tages which are reflected by the lap times.
Tyre type / size:
Michelin Pilot Road 3 / 110/80 R 19
Michelin Pilot Road 3 / 150/70 R 17
Weight: front/rear 5.2/7.1 kg
Eff. width: front/rear 104/150 mm
Max. tread depth when new: front/rear 4.2/5.5 mm
Wear after 3000 km: front/rear 0.29/1.11 mm
Best lap time / dry: 1 min 55 sec
Best lap time / wet: 1 min 39 sec
Price: front/rear EUR 109/134
Customer service: Tel. +49 (0)721-530-3918
Internet: www.michelin-motorrad.de
Evaluation
Handling: The on-road tyre from Michelin is not
quite a perfect match for the GS. Although it can be
steered quite smoothly into corners, it feels a bit
soft on the flanks and does not maintain a perfect
course. On the other hand, its intrinsic shock ab-
sorption properties are excellent, and comfort levels
are unbeatable.
Stability: Slightly unsettled at the front end under
braking, with a tendency to understeer in fast
corners.
Dry grip: Unquestionably, this tyre offers plenty
of grip, but the soft carcass results in a lack of
definition in adhesion-critical situations.
Wet grip: Similarly to the Anakee, with the Pilots on
the bike the rider gets excellent feedback from the
front and rear wheel and feels very safe right from
the word go.
Wear: On-road tyres already come with fairly
shallow tread from the factory, on top of which
the Road 3 wears quite quickly.
Value for money: An expensive pairing – and
one which does not last any longer than its enduro
rivals.
The on-road tyre from Michelin
shines with high levels of comfort, a factor
which also soon becomes apparent on a GS.
In addition, the tyre offers good grip and
excellent feedback in the wet. But that is
about it – the other tyres are sturdier, faster
and will cover more miles.
Recap:
Tyre type / size:
Battlax BT 023 F / 110/80 ZR 19
Battlax BT 023 R / 150/70 ZR 17
Weight: front/rear 5.2/7.3 kg
Eff. width: front/rear 107/154 mm
Max. tread depth
when new: front/rear 4.4/6.1 mm
Price: front/rear EUR 107/140
Best lap time / dry: 1 min 50 sec
Best lap time / wet: 1 min 42 sec
Customer service:
Tel. +49 (0)6172-408255
Internet: www.bridgestone-mc.de
Tyre type / size:
Conti Road Attack 2 / 110/80 R 19
Conti Road Attack 2 / 150/70 R 17
Weight: front/rear 4.8/6.9 kg
Eff. width: front/rear 108/149 mm
Max. tread depth
when new: front/rear 4.7/7.0 mm
Price: front/rear EUR 107/138
Best lap time / dry: 1 min 46 sec
Best lap time / wet: 1 min 35 sec
Customer service:
Tel. +49 (0)511-93801
Internet: www.conti-moto.de
Tyre type / size:
Dunlop Roadsmart / 110/80 R 19
Dunlop Roadsmart / 150/70 R 17
Weight: front/rear 5.3/ 6.8 kg
Eff. width: front/rear 103/148 mm
Max. tread depth
when new: front/rear 5.0/5.8 mm
Price: front/rear EUR 113/145
Best lap time / dry: 1 min 48 sec
Best lap time / wet: 1 min 33 sec
Customer service:
Tel. +49 (0)6181-6801
Internet: www.dunlopmotorcycle.de
A tyre which delivers
a very precise ride thanks to its
exceptionally neutral steering
response and highly accurate
tracking. It immediately gives the
rider a reliable feeling for the vehicle
and shines with high levels of comfort
and good stability. Fairly low-profile
tread from the factory.
Recap: This is the sportiest
on-road tyre currently available for
high-speed enduro enthusiasts,
and it delivers maximum adhesion.
The Continental also delivers a
very assured performance in the
wet, which has been significantly
improved over its predecessor.
However, there are better alternatives
in terms of comfort.
Recap: A top notch tyre – with
excellent handling and solid stability
in all areas. In the dry, the Roadsmart
does not offer quite as much grip
as Continental‘s Road Attack, but its
outstanding performance in the wet
delivered the clearly fastest lap time,
so this tyre gets the clear thumbs-up
from us.
Recap:
COM
M
ENDATION
COM
M
ENDATION
AUSRÜSTUNG REIFEN IM ENDURO-FORMAT 110/80 - 19 & 150/70 - 17
78 TOURENFAHRER 5/2012
Die Geländefraktion
Wer mit seiner Enduro wirklich offroad fahren möchte, ist mit
diesen Grobstollern nicht schlecht beraten – zumal ihre Straßen-
qualitäten inzwischen durchaus beachtlich sind.
W
ill man seine Reise-Enduro
auch mal etwas beherzter durch
das Unterholz treiben, gerät
man mit den serienmäßig montierten En-
duro-Profilen schnell an seine Grenzen.
Zu groß ist inzwischen der positive Pro-
fil anteil, zu gering die Möglichkeit, sich
auf rutschigem Terrain mit dem Unter-
grund zu verzahnen. Da helfen die hier
präsentierten Grobstollen gern weiter, zu-
mal inzwischen auch eine Vielzahl an
Freigaben vorliegt. Allerdings sind diese
auch mit Einschränkungen zu betrachten,
denn die Höchstgeschwindigkeitsstabili-
tät ist nicht mehr gegeben.
Ein TKC 80, der auf einer
12er-GS noch manierlich
geradeausrennt, macht
aus der F 800 GS aus glei-
chem Hause schnell
schon mal einen Pendler
erster Güte. Daher ist der
Geschwindigkeits-Index
auf der Reifenflanke eher
mit Vorsicht zu genießen
– eine tatsächliche Aussa-
ge über die mögliche zu
fahrende Geschwindig-
keit gibt er nicht, und ge-
rade mit Gepäck rennen
die grob profilierten
Pneus nicht mehr gern ge-
radeaus. Von daher sollte
man schon genau überlegen, für welchen
Einsatzzweck der Reifen eigentlich ange-
dacht ist. Mit dem Karoo (T) kann man
zwar von Köln bis zur Assietta-Kamm-
straße und zurück fahren, solche langen
Etappen auf Asphalt sollte man so einem
Reifen aber nicht zumuten, wenn man an-
schließend auch noch Spaß im Gelände
haben möchte. Der frisch in dem Format
präsentierte Heidenau K 60 Scout wartet
mit nicht ganz so extremen Stollen auf
wie TKC und Karoo und ist deshalb eine
interessante Alternative für Traveller, die
einen guten Kompromiss zwischen Stra-
ße und Gelände suchen. Zumal sich der
K 60 als solider Dauerläufer outet, der
zwar auch mit deutlich mehr Profil als
vergleichbare Enduro-Pneus ins Rennen
geht, aber auf der Bahn auch nicht so
schnell dahinschmilzt wie ein TKC 80
oder Metzleer Karoo.
Auf feuchtem Geläuf kommt
man mit den Standardprofi-
len nicht weit. Hier greifen
die Profis zu grob profilierten
Gummis.
Die GS grob profiliert mit Metzeler Karoo
(T), Conti TKC 80 und Heidenau K 60 Scout.
Die drei garantieren schon deutlich mehr
Vortrieb im Gelände als mit der serienmä-
ßig aufgezogenen Enduro-Bereifung.
Pirelli hat mit dem »Rally« jetzt auch
einen waschechten Grobstoller neu
im Programm, für den derzeit noch
ausgiebig Freigaben eingefahren wer-
den. Der Reifen stand leider zum Test-
zeitpunkt noch nicht zur Verfügung, soll
aber bald in der Redaktion eintrudeln –
einen entsprechenden Bericht werden
wir in einer der nächsten Ausgaben
nachreichen. So viel vorweg: Der Rally
scheint von der Profilgestaltung noch
extremer als der Metzeler Karoo zu sein
und dürfte von daher im schweren Ge-
lände und auf sandigen Pisten ganz weit
vorn liegen. Seine Straßenperformance
dürfte kein TKC-Niveau erreichen.
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EQUIPMENT ENDURO TYRES 110/80 - 19 & 150/70 - 17
Off-road tyres
For anyone who wants to take their enduro off-road, you cannot go far wrong
with any of these chunky off-road tyres – especially since their on-road qualities
have now become quite impressive.
Anyone who enjoys more hardcore off-
roading with their enduro/dualsport bike
will know that the standard-fit enduro
tyres soon reach their limits. The pro-
portion of rubber to air space has now
increased to the point where it becomes
too difficult to bite into the surface and
find grip on slippery terrain. The large-
studded tyres shown here are potentially
a great solution, particularly as so many
have now been approved for use. How-
ever, these tyres also come with certain
restrictions, as they can no longer offer
the required stability at top speed.
Whilst still quite capable of delivering
well-mannered straight-
ahead tracking stabili-
ty on a 12-series GS, a
TKC 80 will soon turn
the same manufacturer‘s
F 800 GS model into a
wobbler of the highest
order.
Consequently, the speed
index shown on the side
of the tyre should be trea-
ted with a certain amount
of caution as it does not
really tell us much about
the realistic top speed of
the tyre, and particularly
when the vehicle is car-
rying luggage, tyres with
a coarse, chunky profile
tend to stray more easily
from the straight-ahead.
It is therefore important to figure out ex-
actly what you want to use the tyre for.
Although the Karoo (T) will happily take
you from Cologne to the Assietta Pass
in the Western Alps and back, this kind
of long-distance asphalt journey is best
avoided with this type of tyre if you plan
on having some off-road fun afterwards
as well. The new Heidenau K 60 Scout
which has just been launched offers a
slightly less extreme knob pattern in
comparison to the TKC and Karoo tyres,
which makes it an interesting alternative
for touring enthusiasts who are looking
for a good compromise between on-
road and off-road capabilities. In addi-
tion, the K 60 also stands out as a solid
long-distance bike tyre which, although
boasting a significantly chunkier tread
than comparable enduro tyres, does not
fade on the roads as quickly as either
the TKC 80 or Metzeler Karoo tyres.
A GS bike with a selection of chunky off-road
tyres: Metzeler Karoo (T), Continental TKC 80 and
Heidenau K 60 Scout. All three are guaranteed
to significantly improve progress off-road in
comparison to the enduro tyres which are fitted
as standard.
Pirelli has now added real off-road
ambition to its range with the coar-
se-studded „Rally“ tyre, for which it
is currently in the process of obtaining
extensive approvals. Unfortunately
the tyre was unavailable for our tests,
but we soon expect to receive our
set from the manufacturer and will be
adding a report in the next issue. But
this much in advance: the Rally seems
to have an even more extreme tread
profile than the Metzeler Karoo, and
we expect it to be right at the front for
heavy off-road duties and on sandy
surfaces.
However, we do not expect its on-road
performance to reach TKC levels.
Standard tyres won‘t get
you far on wet ground.
This is where the professio-
nals reach for off-road tyres
with chunky studs.
5/2012 TOURENFAHRER 79
Continental
TKC 80
Reifentyp / Dimension:
Conti TKC 80 / 110/80 B19 M/C 59 Q M+S
Conti TKC 80 / 150/70 B17 M/C 59 Q M+S
Gewicht: vorn/hinten 4,3/6,9 kg
Eff. Breite: vorn/hinten 10//151 mm
Max. Profiltiefe neu v./h. 8,0/14,0 mm
Preis: vorn/hinten 102/138 Euro
Kundendienst: Tel. 0511-93801
Internet: www.conti-moto.de
Bewertung
Handling: Der TKC kippt zunächst einmal sehr unvermittelt
ab, was – wenn man sich einmal daran gewöhnt hat –
nicht weiter beunruhigend ist. Er bleibt nämlich während
der Kurvenfahrt erstaunlich neutral und lässt sich auch bis
tief in die Kurve hineinbremsen.
Stabilität: Grobstolle und Stabilität widersprechen sich ei-
gentlich von Hause aus. Der TKC läuft auf einer GS noch
erstaunlich stabil geradeaus – auf anderen Motorrädern
tut er das allerdings nicht!
Gelände: Mit der Profilierung kommt man im Gelände
schon ordentlich weit. Es darf allerdings nicht feucht und
matschig werden, dann setzt sich auch der TKC schnell zu.
Komfort: Darf man hier nicht erwarten. Er rubbelt schon
sehr ordentlich über den Asphalt, und die Abrollgeräu-
sche sind auch nicht ohne.
Verschleiß: Manche fahren mit ihm über 10.000 km durch
die Welt, andere haben ihn schon nach 3000 km runter.
Preis/Leistung: Zwar die teuerste Grobstolle im Vergleich,
aber auch der Reifen mit der größten Bandbreite.
Heidenau
K 60 Scout
Reifentyp / Dimension:
K 60 Scout / 110/80B 19 M/C 59 T M+S
K 60 Scout / 150/70B 17 M/C 59 T M+S
Gewicht: vorn/hinten 5,5/7,7 kg
Eff. Breite: vorn/hinten 109/155 mm
Max. Profiltiefe neu v./h. 7,4/10,4 mm
Preis: vorn/hinten 98/120 Euro
Kundendienst: Tel. 03529-552801
Internet: www.Reifenwerk-Heidenau.de
Bewertung
Handling: Der Scout wuselt zwar nicht wie ein reinrassi-
ger Enduro-Pneu um die Ecke, aber er wirkt auch nicht
schwerfällig und rollt sehr homogen bis auf die Flanke ab.
Darüber hinaus ist die Rückmeldung zum Fahrer gut.
Stabilität: Auch nicht der Stabilste auf der Bremse, aber
ausreichend stabil für höhere Geschwindigkeiten. Das »T«
weist ihn für Tempi bis 190 km/h aus.
Gelände: Kein reinrassiges Stollenprofil wie bei TKC und
Karoo und auch durch den ausgeprägten Mittelsteg der
Hinterhand nicht so traktionsfreudig wie vermutet.
Komfort: Der Scout gibt der Außenwelt sehr eindeutige
Hinweise auf sein Profilbild – nichts für verwöhnte GS-
Kunden! Die Eigendämpfung geht in Ordnung.
Verschleiß: Er hält auf jeden Fall länger als die hier vorge-
stellten Alternativen –erreicht aber auf der GS nicht die
legendären Bestmarken des kleinen K 60.
Preis/Leistung: Nicht der preiswerteste Kandidat hier im
Vergleich, aber der mit der höchsten Laufleistung und der
besten Straßen-Performance auch im Nassen.
Fazit: Das Erstlingswerk der Reifenwer-
ke Heidenau für die Groß-Enduros macht
auf Anhieb eine gute Figur. Gute Haftwerte
im Trockenen und im Nassen, ausreichend
Stabilität und dazu noch solide Laufleis -
tungen – was will man mehr?
Metzeler
Karoo (T)
Reifentyp / Dimension:
Karoo T / 110/80 -19 M/C 59 Q M+S
Karoo T / 150/70 -17 M/C 59 Q M+S
Gewicht: vorn/hinten 5,4/7,0 kg
Eff. Breite: vorn/hinten 104/150 mm
Max. Profiltiefe neu v./h. 8,5/9,5 mm
Preis: vorn/hinten 75/98 Euro
Kundendienst: Tel. 089-14908-302
Internet: www.metzelermoto.de
Bewertung
Handling: Der Karoo ist auch in der mehr straßenorientier-
ten T-Version kein handlicher Reifen. Er kippt recht abrupt
über das Vorderrad in die Kurve und vermittelt in Schräg-
lage nicht viel Vertrauen. Auch die Haftwerte sind nicht
die besten.
Stabilität: In Anbetracht der groben Profilierung nicht zu
erwarten. Im direkten Vergleich mit dem TKC nicht ganz so
stabil auf der Bremse und in Schräglage.
Gelände: Da geht schon spürbar mehr. Der Karoo dreht
hier den Spieß um und glänzt mit guter Traktion bei unter-
schiedlichsten Bodenverhältnissen.
Komfort: Nicht wirklich das Thema vom Karoo: Laut und
holprig geht es zu – das kann der TKC besser.
Verschleiß: Auch hier darf man keine Wunderdinge erwar-
ten. Auf einer drehmomentstarken GS rubbelt der Metzeler
schnell runter –ähnlich wie der Conti.
Preis/Leistung: Erstaunlich preiswert zu haben und von
daher ein wirklich interessantes Angebot!
Fazit: Der TKC ist eine Institution – kaum
eine zweite Grobstolle bekommt den Spagat
zwischen Straße und Gelände derart bra-
vourös geregelt wie der Conti. Auch nach
Jahren immer noch eine Top-Empfehlung
nicht nur für Weltenbummler.
Fazit: Ein Reifen für den Offroad-Einsatz
vor Ort. Also Karoo montieren, Motorrad
auf den Hänger und ab ins Enduro-Gelän-
de. Dort angekommen, pflügt er sich
recht kraftvoll durch jedwedes Terrain
und hinterlässt hier den besten Eindruck.
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Tyre type / size:
Conti TKC 80 / 110/80 B19 M/C 59 Q M+S
Conti TKC 80 / 150/70 B17 M/C 59 Q M+S
Weight: front/rear 4.3/6.9 kg
Eff. width: front/rear 10//151 mm
Max. tread depth when new: front/rear 8.0/14.0 mm
Price: front/rear EUR 102/138
Customer service: Tel. +49 (0)511-93801
Internet: www.conti-moto.de
The TKC is a real institution – and
hardly any other tyre manages to strike such an
excellent balance between the demands of on-
road and off-road riding as the Continental. Even
after all the years, this is still a top recommenda-
tion – not just for globetrotters.
Recap:
Evaluation
Handling: The TKC tilts over very abruptly, but this stops being
disconcerting once you get used to it, particularly as the tyre
remains surprisingly neutral during cornering and can be
braked low down into the corner.
Stability: In principle, stability and coarse, chunky studs are
mutually exclusive. When fitted to a GS bike, the TKC tyres
offer surprisingly good straight-ahead stability – but not on
other motorcycles!
Off-road: With this type of tread profile you can really get a
long way off-road. However, it will not thrive in muddy and
wet conditions, as the TKC soon becomes clogged.
Comfort: Not to be expected from this tyre. There is plenty of
vibration on asphalt, and the rolling noise level is also quite high.
Wear: Some can do 10,000 km around the world with this tyre,
while others have already worn it down after 3000 km.
Value for money: Although this is the most expensive
coarse-studded tyre in our comparison, it is also the tyre
which offers the widest potential use.
Tyre type / size:
K 60 Scout / 110/80B 19 M/C 59 T M+S
K 60 Scout / 150/70B 17 M/C 59 T M+S
Weight: front/rear 5.5/7.7 kg
Eff. width: front/rear 109/155 mm
Max. tread depth when new: front/rear 7.4/10.4 mm
Price: front/rear EUR 98/120
Customer service: Tel. +49 (0)3529-552801
Internet: www.Reifenwerk-Heidenau.de
The first effort from tyre manufacturer
Heidenau in the market for big enduro/dual-
sport motorcycles has delivered an impressive
performance right from the word go. With good
adhesion both in the dry and in wet conditions,
decent stability and solid mileage performance,
these tyres leave little to be desired.
Recap:
Evaluation
Handling: Although the Scout is unable to quite match the pace
of a thoroughbred enduro tyre in corners, it is anything but
sluggish and can roll down very smoothly onto its flank. On
top of this, it also provides the rider with excellent feedback.
Stability: This tyre again is not the most stable under braking,
but its stability is adequate for higher speeds. The addition of
the letter „T“ indicates that it is approved for speeds of up to
190 km/h.
Off-road: This tyre does not have a thoroughbred off-road stud
profile like the TKC or Karoo, and the pronounced centre web on
the rear wheel disappoints in terms of traction capability.
Comfort: The Scout is quick to alert its surroundings to the tread
pattern – a fact which will definitely not be appreciated by spoiled
GS customers! The tyre‘s intrinsic shock absorption properties
are acceptable.
Wear: This tyre will definitely last longer than the alternatives on
show here – but when fitted to the GS it cannot match the legen-
dary and unrivalled properties of the smaller K 60.
Value for money: Not the most reasonably priced candidate here,
but this tyre does offer the highest mileage and the best on-road
performance even in the wet.
Tyre type / size:
Karoo T / 110/80 -19 M/C 59 Q M+S
Karoo T / 150/70 -17 M/C 59 Q M+S
Weight: front/rear 5.4/7.0 kg
Eff. width: front/rear 104/150 mm
Max. tread depth when new: front/rear 8.5/9.5 mm
Price: front/rear EUR 75/98
Customer service: Tel. +49 (0)89-14908-302
Internet: www.metzelermoto.de
This is a tyre for off-road use only.
So: on with the Karoos, load the motorbike on a
trailer and go off for some serious off-roading.
Once you are in this tyre‘s natural environment,
it will deliver a powerful performance and plough
its way through any terrain – leaving the best
impression of all the tyres here in the process.
Recap:
Evaluation
Handling: Even in the more on-road-friendly guise of its ‚T‘
version the Karoo is not a tyre which is easy to handle. It has
a tendency to tilt quite abruptly over the front wheel during
cornering and leaves the rider lacking confidence in the
inclined position. Its adhesion values are also not the best.
Stability: Not to be expected given the ruggedness of the tread
profile. In a direct comparison with the TKC this tyre fares slightly
less well in terms of stability under braking and when leaning
into corners.
Off-road: The tyre delivers noticeably more here, where the
Karoo shines with superior traction under a range of different
ground conditions.
Comfort: This is not really one of the Karoo‘s priorities:
It is loud and bumpy – the TKC is much better in this regard.
Wear: Here again, you should not expect any miracles. On a
high-torque GS bike the Metzeler tire is soon worn down –
similar to the Continental.
Value for money: Surprisingly inexpensive to buy, which
makes this tyre a genuinely interesting proposition!