Dr. Arthur Guirdham war ein britischer Arzt, Psychiater und Schriftsteller.

Geboren wurde er am
9. März 19!, in "or#in$ton, %umberland, &n$land. Guirdham beschäfti$te sich mit
"ieder$eburt und au'ersinnlicher "ahrnehmun$. &r schrieb auch unter dem Pseudonym
()rancis &a$lesfield.(
Guirdham führte eine spezielle Untersuchung über den Zusammenhang zwischen
Krankheiten und früheren Leben durch. Wenn sich eine Krankheit nicht heilen lässt, kann
die Ursache dafür in einem ungelsten K!nflikt aus einer "ergangenen #nkarnati!n liegen.
$iese %chlussf!lgerung basierte auf den &rfahrungen, die er mit seiner eigenen Krankheit
und medialen &rlebnissen gemacht hatte. %eine 'ut!bi!graphie *A )oot in +oth "orlds,
enthüllt, wie er auf medialem Wege zu #nf!rmati!nen über eine seiner früheren
#nkarnati!nen gelangte. $emzuf!lge lebte er im (). *ahrhundert in +rankreich als ,itglied
einer strengen christlichen %ekte, den Katharern. &r glaubte die Wiedergeburt eines
Katharer -riester namens -o$er de Grisolles in einer früheren #nkarnati!n gewesen zu sein.
Guirdham stellte gründliche .achf!rschungen über seine #nkarnati!n an. /ei seinen
0echerchen scheint er auch auf einen +all "!n Gruppenreinkarnati!n gest!ssen zu sein. &r
glaubt, acht frühere ,itglieder der Katharer in diesem Leben wiedergefunden zu haben.
%eine #deen hat er in seinen /üchern niedergeschrieben, darunter 1A .heory of Disease2 und
1.he %athars and -eincarnation2.
,ehr als 34 *ahre lang wurde Guirdham "!n einem ständig wiederh!lenden 'lptraum
ge5uält 6 "!n 7erf!lgung, +!lter und 8!d. $ann besuchte ihn eines 8ages im *ahre (9:;
eine -atientin, die Guirdham ,rs. %mith nannte, und beschrieb ihm einen 'lptraum, der
dem seinen sehr ähnlich war. Guirdham erzählte ihr nichts "!n seinem eigenen 8raum,
d!ch eigenartigerweise wiederh!lte sich der 'lptraum bei ihm nach der ersten /egegnung
nie mehr. $ie -atientin hatte immer wieder 'lbträume, in denen sie sich als
/auernmädchen in 8!ul!use, +rankreich, sah. #n den 8räumen freundete sie sich mit
einem -riester namens 0!ger de Gris!lles an. $er wurde wurde "erhaftet und starb im
Gefängnis, das ,ädchen wurde auf dem %cheiterhaufen "erbrannt. $as k!nnte sie ganz
detailliert schildern. 'uch Guirdham hatte ähnliche 'lbträume seit der Kindheit. #m Laufe
der /ehandlung !ffenbarte ihm die +rau immer mehr $etails über ihre 8räume 6 die
handelten "!n einem Leben während des ,ittelalters als ,itglied einer häretischen %ekte<
der Katharer. Und sie hatte, wie sie dem -s=chiater später !ffenbarte, in 'rthur Guirdham
sch!n bei der ersten /egegnung ihren >8raum6Liebhaber> aus ?ener "ergangenen Zeit,
0!ger de Gris!lles, wieder erkannt. &s ist nicht ungewhnlich, dass ps=chisch Kranke sich
se@uell zu ihrem 'rzt hingez!gen fühlen und auch entsprechend träumen. 'ber ,rs.
%miths &rinnerungen an das mittelalterliche +rankreich, die 7erf!lgungen, unter denen sie
und ihre Glaubensgen!ssen litten, und ihre eigene 7erbrennung auf dem %cheiterhaufen
waren aussergewhnlich detailliert. Guirdham liess einiges "!n Aist!rikern überprüfen
und da wurde selbst das 7erschw!mmenste bestätigt. %! gab es tatsächlich einen 0!ger de
Gris!lles, der im *ahre (;3; erm!rdet wurde. &rschreckenderweise deckten sich auch die
8räume des -s=chiaters mit den >&rinnerungen> seiner -atientin. %chliesslich war auch
Guirdham da"!n überzeugt, als Katharer in +rankreich gelebt zu haben, w!rüber er auch
einige /ücher schrieb, die in &ngland /estseller wurden.
Erinnerungen einer Katharerin
Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts erinnert sich eine Engländerin an ein
vergangenes Leben, welches sie siebenhundert Jahre zuvor im südfranzösischen
Languedoc führte. amals liebte sie einen !atharischen "rediger und bezahlte
ihren #lauben mit dem $od auf dem %cheiterhaufen.
Schon als Kind ist Amanda Smith anders. Sie kann Dinge voraussehen. Als Amanda einer
Tante sagt, ihr Verlobter würde sie auf der eigenen Hocheitsfeier siten lassen, ist die
!amilie amüsiert " bis genau dies eintrifft. #achdem das $%dchen den voreitigen Tod
eines #achbarn vorausgesagt und recht behalten hat, findet diese übersinnliche &abe
überhau't niemand mehr lustig. Am wenigsten Amanda selbst. Sie m(chte sein wie
andere Kinder. $it dreiehn )ahren überfallen Al'tr%ume die Halbwüchsige und tagsüber
suchen sie utiefst aufwühlende Visionen heim. Darin trachtet man Amanda nach dem
*eben und verfolgt $enschen, die ihr teuer sind. !remdartig klingende #amen hallen
durch den Ko'f des $%dchens, #amen, mit denen es nichts anfangen kann. +s ist die
+rinnerung an ihre katharische Vergangenheit, welche nach siebenhundert )ahren an die
,berfl%che von Amandas -ewu.tsein steigt. Amanda wei. /edoch überhau't nichts von
den mittelalterlichen Ketern im Süden !rankreichs und das 0ort 1Katharer1 wird sie erst
23 )ahre s'%ter um ersten $al h(ren. Sie wird von -ildern ge'lagt, die sie 4noch5 nicht
einordnen kann. Amandas +ltern würden wohl besser mit den +igenheiten ihrer Tochter
urechtkommen, wenn sie erkennen k(nnten, da. Amanda die Schrecken der
Katharerverfolgung in einem früheren *eben am eigenen *eib erfuhr. 6m streng
katholischen 0eltbild der !amilie hat die 0iedergeburt indes keinen 7lat. Von klein an
fühlt Amanda eine unerkl%rliche Angst vor dem Katholiismus. Dies wird besonders
deutlich, als sie mit vier )ahren schwer erkrankt und im Sterben liegt8 Der herbeigerufene
katholische &eistliche will die lette 9lung vorbereiten, doch sobald das im Delirium
liegende Kind den 7riester erblickt, beginnt es wild kreischend um sich u schlagen und
beruhigt sich erst wieder, als der &eistliche den :aum verlassen hat.
Ein %chulmädchen schreibt mittelalterliche Liebesgedichte
$it dreiehn )ahren brechen die +rinnerungsschübe besonders heftig hervor, sie sind
geradeu 'einigend. ;m sich den Schmer von der Seele u schreiben, bekritelt Amanda
un%hlige <ettel und -l%tter mit #amen und +rinnerungsfeten. Solche Augenblicke
beschreibt sie mit den 0orten8 =+s gibt $omente, wo die <eit keine -edeutung mehr hat
Vergangenheit, &egenwart und <ukunft sind miteinander verschmolen. 6ch glaube u
tr%umen, obwohl ich die gane <eit über wei., da. ich hellwach bin.> Auf die :ückseite
von Schulbl%ttern schreibt Amanda *iebesgedichte. Das ist war bei einem
'ubertierenden $%dchen nichts Au.ergew(hnliches. Sie schreibt indes nicht +nglisch,
sondern in fremdl%ndischen 0orten, deren -edeutung sie nicht einmal kennt. Sie h(re
diese 0orte eben von einem $ann gesungen in ihrem Ko'f, antwortet Amanda.
)ahrehnte s'%ter werden diese &edichte von einer dicken Staubschicht befreit und vom
S'eicher herunter getragen, damit sie ein S'rachwissenschaftler der ;niversit%t ,?ford
anal@sieren kann. +r findet heraus, da. dieselben Verse in *iedersammlungen der
Troubadoure auftauchen, die um AABC bis A2BC gedichtet worden waren. Die von
Amanda hingekritelten, oftmals unverst%ndlichen 0orte sind im Dialekt des alten
,kitaniens geschrieben, in der mit dem Katalanischen verwandten 1*angue d1,c1 " der
S'rache der Katharer. Schon als kleines Kind hat Amanda das #achbarland !rankreich
über alles geliebtD eine Verlobung l(st sie sogar kur entschlossen auf, weil ihr Verlobter
sich abf%llig über !rankreich ge%u.ert hat. Als erwachsene !rau bereist Amanda Smith
um ersten $al Südfrankreich, das im $ittelalter Heimat der Katharer war. 0%hrend sie
durch die grünen *andschaften f%hrt, stellen sich verschiedene De/a"vu"+rlebnisse ein8
Sie kann beis'ielsweise dien Verlauf von Stra.en und das 6nnere von &eb%uden
beschreiben, ohne sie /e uvor erblickt u haben.
+igentlich m(chte die +ngl%nderin auch Toulouse besichtigen, doch sobald sie die Stadt in
der !erne erblickt, 'ackt sie das &rauen. Sie wei. nicht warum, aber es ist ihr unm(glich,
Toulouse u betreten. )ahre s'%ter erkennt Amanda Smith den &rund8 Sie sieht vor ihrem
geistigen Auge, wie sie siebenhundert )ahre uvor in die Kathedrale von Toulouse vor ein
6nEuisitionsgericht geschle''t wird.
Ein &iedersehen nach '(( Jahren
6hre Vorliebe für !rankreich im allgemeinen und das *anguedoc im s'eiellen teilt Amanda
Smith mit Dr. Arthur &uirdham, einem %lteren britischen Art und 7s@chiater. 0ie sich
herausstellen wird, war auch er einst ein Katharer gewesen " und mehr noch8 6n /enem
l%ngst vergangenen *eben liebten Amanda und Arthur sich innig. Die 0ege des Schicksals
sind manchmal erstaunlich8 Die beiden treffen n%mlich aufeinander, weil Amanda Smith
seit )ahrehnten unter einem immer wiederkehrenden Al'traum leidet, aus dem sie
schreiend erwacht. Sie sucht 's@chiatrische Hilfe " und st(.t auf Dr. &uirdham. Doch ist
dies nicht die 1übliche1 &eschichte von der 7atientin, die sich in ihren 7s@chiater verliebt.
-eide sind verheiratet " sie hat sogar wei Kinder " und denken nicht daran, ihr *eben
unn(tig aus den !ugen u werfen. Amanda Smith gesteht Arthur &uirdham sowieso erst
nach )ahren ein, da. sie in seinen Augen sogleich den einstigen &eliebten erkannt hat.
$%nner sind in solchen Dingen /a bekanntlich meist nicht besonders hellh(rig. Allein die
+?isten des anderen scheint beiden u helfen. +s stellt sich n%mlich heraus, da. Arthur
&uirdham seit bald FC )ahren unter dem identischen Al'traum leidet wie Amanda Smith.
Kaum da. sie sich das erste $al gesehen haben, sind beide für immer davon befreit. 6n
dem Al'traum 'flegte sich ein furchteinfl(.ender $ann den Schlafenden u n%hern " bis
sie mit einem Schreckensschrei erwachten. +ines #achts taucht in Amandas &ed%chtnis
auf einmal der #ame des $annes auf8 7ierre de $aerolles.
Erinnerungen überzeugen bedeutende )atharer*E+,erten
#ach und nach darf Arthur &uirdham s%mtliche )ugendnotien von Amanda Smith
einsehen. Die darin enthaltenen +inelheiten über das *eben im AG. )ahrhundert
beeindrucken ihn sehr. Dennoch weifelt er an ihrem 0ahrheitsgehalt. Aus
wissenschaftlichem 7flichtbewu.tsein und 'ers(nlicher #eugier stellt er /ahrelange,
intensive :echerchen an. Dann aber ist für den Art klar, da. Amandas +rinnerungen
authentisch sein müssen. 6hre -eschreibungen enthalten u viele kleine Details aus /ener
<eit, die eine einfache britische Hausfrau unm(glich wissen k(nnte. ;nd dann sind da
noch diese #amen, die in keinem historischen -uch u finden sind. <u 1unbedeutend1
waren die betreffenden $enschen, um +ingang in die &eschichte u finden. Doch siehe
da8 #ach /ahrelanger Durchsicht der noch vorhandenen Dokumente aus /ener <eit fand
man schlie.lich genau diese #amen in den 6nEuisitionsakten aus dem )ahre A2FGH AIFF
schreibt die AG/%hrige Amanda in ihr Tagebuch, die 7riester aus /ener <eit h%tten
dunkelblaue :oben getragen. 6n den Vieriger )ahren des <wanigsten )ahrhunderts
stimmen Katharer"+?'erten indes überein, da. die katharischen Vollkommenen oder
7arfaits schwargewandet auftraten. $ehr als wanig )ahre nach Amandas
Tagebucheintrag schreibt der Katharer"!orscher )ean Duverno@ in seinem AI3B
'ubliierten -uch, aus den 6nEuisitionsarchiven des -ischofs !ournier habe man die
+rkenntnis gewonnen, da. die katharischen 7riester nicht Schwar, sondern Dunkelblau
getragen h%tten. Dies best%tigt kur darauf auch :ene #elli, *iteratur'rofessor für
mittelalterliche Studien in Toulouse. Der 7rofessor ist von Amandas :ückerinnerungen so
beeindruckt, da. er unumwunden ugibt, im <weifelsfalle eher den fasinierenden
1+rinnerungen1 dieser +ngl%nderin u glauben als der offiiellen &eschichtsforschung.
Eine Liebe über die %chran!en der -eligion hinweg
6n einem an Arthur &uirdham gerichteten -rief er%hlt Amanda Smith, wie sie ihn damals,
vor siebenhundert )ahren, kennen und lieben lernte8 =6ch lebte am Stadtrand von
Toulouse, als Sie vor vielen )ahren w%hrend eines heftigen Schneesturms an unsere
winige Hütte klo'ften. Sie bestand aus einem einigen :aum, in dem wir alle schliefen.
0ir waren eine sehr arme !amilie und Sie stammten aus dem Adel. 6ch verliebte mich
damals in Sie, doch mein Vater verbot mir, Sie /emals wiederusehenD wir geh(rten nicht
derselben &esellschaftsschicht an und "was meinem Vater noch wichtiger war J Sie teilten
unseren &lauben nicht. 0ir waren r(mischkatholisch. 6ch weigerte mich /edoch, von 6hnen
getrennt u werden und wurde schlie.lich e?kommuniiert. 0ir lebten usammen, obwohl
wir nicht verheiratet waren. 6ch erinnere mich " und m(chte es lieber nicht " an den
furchtbaren Schmer und die +insamkeit, nachdem ich Sie verloren hatte.>
Der #ame ihres &eliebten war :oger de &risolles. Den 6nEuisitionsakten ufolge war er
der +nkel eines berühmten Troubadours und ein $itglied des niederen okitanischen
Adels. Sein #ame steht in den kirchlichen Dokumenten vermerkt, weil :oger de &risolles
ein glühender Anh%nger und 7rediger der Katharer war. Die 6dentit%t des $%dchens ist
hingegen nicht gesichelt. Amanda Smith kann sich nur erinnern, da. sie vom viel %lteren
:oger beim Kosenamen 17uerilia1 gerufen wurde. Die wei *iebenden fanden usammen,
als die Albigenserkriege noch immer das *anguedoc erschütterten. Die &efahr war ihr
st%ndiger -egleiter und sie mu.ten immer wachsam sein, immer bereit ur !lucht.
Amanda Smith schreibt über /ene <eit8 =+s gab so viel Krankheit, so viel *eid, $orden und
Angst. Das *eben wurde immer h%rter.>
ie Eroberung von .an/eau+
A2GI belagerten fran(sische Tru''en die Stadt !an/eau?. Amanda Smith kann sich daran
erinnern, weil sie sich damals usammen mit ihrem :oger unter den +ingeschlossenen
befand. AI3K fa.t die +ngl%nderin ihre alten Traumnotien gegenüber Dr. &uirdham in
folgende 0orte8 =Der alte $ann würde bald sterben LAmanda wei. sonst nichts über ihnM.
:oger hatte die letten beiden Tage an seiner Seite gewacht und kein 0ort ges'rochen.
Der Schlachtenl%rm war deutlich u h(ren und ich hatte Angst. +in *eben %hlte nichts,
war innerhalb von wenigen Sekunden ausgel(scht. -ald würde /edermann auf der 0elt
get(tet und die +rde übers%t sein von verrottendem stinkendem !leisch. :oger war die
gane <eit bei diesem $ann geblieben, der /a sowieso sterben würde. Dafür liebte ich
ihnD wie müde er doch aussah. 1Sicard und &uiraut sollten hier sein1, sagte ich. :oger
wollte nicht, da. ich hinausging, aber er war u müde, um es mir u verwehren. 6ch
kü.te ihn still und rannte hinaus. Da. er sich Sorgen machte, wu.te ich, aber ich war
einfach krank vom #ichtstun.
Der *%rm war schrecklich. Sogar die $%nner schrien. Dann sah ich $ir. Seine Kleidung
war errissen und sein K(r'er bedeckt von -lut und Schmut. Doch in seinen Augen sah
ich einen guten und normalen $enschen inmitten von 0ahnsinnigen. 6ch sagte ihm, da.
der Alte sterben würde und bat ihn, mir bei der Suche nach den d1Adalo"-rüdern u
helfen. $ir antwortete, er habe war keine 0affen, würde mich aber begleiten. 1&eh dem
Nrger aus dem 0eg, wenn du kannst1, riet er, 1nimm aber auf /eden !all einige Steine ur
Hand, mit denen du die -astarde t(ten kannst.1 Schon bald verloren wir uns ihn in der
$enge. Sicard und &uiraut konnte ich nicht finden und der *%rm und &estank machten
mich krank. :ichtig schlecht wurde mir, als ich über einen $ann stol'erte, der keine !ü.e
mehr hatte. Seine #ase war u -rei geschlagen und es fehlte ein ,hr. Aber er lebte noch
immer. 6ch begann mit den anderen Steine u werfen, doch t(tete ich niemanden.
Darüber bin ich froh. Oberall lagen tote, verwundete und verstümmelte K(r'er.>
Die Traumnotien enthalten im !olgenden die überaus schreckliche Darstellung einer
Schlachtsene. Amanda Smith mag Arthur &uirdham nur so viel er%hlen8 =6ch bin für
gew(hnlich nicht em'findlich. Doch was ich gestern in meinen )ugendaufeichnungen
gelesen habe, hat mir das Abendessen verdorben und ich lag viele Stunden wach im -ett,
ohne diese schlimmen -ilder loswerden u k(nnen. 0enn meine Tr%ume auch nur einen
!unken 0ahrheit enthalten, dann waren diese $enschen D%monen ohne eine S'ur von
$enschlichkeit.> +ine weitere !igur kommt im Traum u Amanda Smith8 +s ist der
katharische 7arfait :aimond 6mbert, dessen +?isten historisch nachgewiesen ist. Sein
+nde liegt allerdings offiiell im Dunkeln, doch Amanda hat es im Traum gesehen8 =+in
heiliger $ann, der ebenfalls verbrannt wurde. 6mbert hat sich nie um seine Sicherheit
gesorgt. Der Tod ist ihm gefolgt wie ein Schatten, doch er war ruhig und furchtlos.
!lorent und !abrissa sahen ihn1sterben, ohne einen *aut von sich u geben. +r starb so
still und unaufdringlich, wie er gelebt hatte.>
Der Tod ereilte schlie.lich auch :oger de &risolles. 6n den 6nEuisitionsakten steht la'idar,
der kur uvor festgenommene Katharer sei A2FG im &ef%ngnis von Parcassonne
gestorben. Amanda Smith wei. auch da genaueres8 #ach der !olter mit 0assergüssen
und Daumenschrauben erlag der wahrscheinlich an Tuberkulose *eidende einer
*ungenentündung. Die +ngl%nderin erinnert sich au.erdem daran, wie sie damals
versucht hatte, ihren &eliebten u sehen, sobald sie von dessen &efangennahme
unterrichtet wurde. Doch man hatte sie daran gehindert, weil nur +hefrauen ihre $%nner
im &ef%ngnis besuchen durften, $%tressen hingegen nicht. Als dies Arthur &uirdham liest,
wird er ske'tisch. Der 7s@chiater kann sich einfach nicht vorstellen, da. man den
&efangenen überhau't gestattet haben soll, !rauenbesuche u em'fangen. +inmal mehr
belehrt ihn 7rofessor #elli eines -esseren8 Das &ef%ngnis von Parcassonne war n%mlich
eine gro.e Ausnahme, weil dort die noch nicht von der 6nEuisition verurteilten
&efangenen tats%chlich von ihren +hefrauen besucht werden durften.
Mord an zwei 0n1uisitoren
$it den $orden von Avignonet wurde die Verfolgung der Katharer neu angefacht. Sie
ereigneten sich A2F2, ein )ahr vor :ogers Tod. 6n den &eschichtsbüchern steht, eine
Handvoll Katharer aus der !estung $ontsegur habe die beiden 6nEuisitoren &uillaume
Arnoud und 7ierre Seila in der Stadt Avignonet umgebracht und ausgeraubt. ;nter
anderem h%tten die $euchelm(rder eine *iste der 6nEuisition beschaffen wollen, auf der
s%mtliche #amen der als Katharer denunierten Adeligen standen. +iner dieser $(rder
war 7ierre de $aerolles, /ener $ann, der Amanda Smith und Arthur &uirdham /ahrelang
in Al'tr%umen heimsuchte. *aut eitgen(ssischen Dokumenten stand seine $utter Helis,
eine bekannte Katharer"7riesterin, am B. August A2FG vor den Schranken des
6nEuisitionsgerichtes.
)ett ist Amanda klar, weshalb sie immer von 7ierre tr%umte8 Sowohl sie wie auch Arthur
&uirdham hatten /enen $ann einst gut gekannt. 7ierre de $aerolles war n%mlich der
#effe von :oger de &risolles gewesen. Amanda Smith erinnert sich8 =6ch schlief
angekleidet auf dem -oden der Halle, als ich ihn 'l(tlich neben mir stehen sah, fast
v(llig nackt. Sein K(r'er war von Schnittwunden übers%t und die S'ite eines !ingers
fehlte. Sein *achen war nicht normal. 6n diesem $oment war 7ierre nicht bei Sinnen, er
konnte es nicht sein.> +s war die #acht, als 7ierre de $aerolles vom $ord an den wei
6nEuisitoren um Haus seines ,nkels :oger urückgekehrt war und die dort Schlafenden
in +ntseten stürte. =+r war gro. und gutaussehend, abgesehen von seiner rosigen
&esichtsfarbe und den fleischigen *i''en>, beschreibt Amanda Smith den n%chtlichen
:uhest(rer. =7ierre hatte /emanden umgebracht und war sichtlich erregt, aber die
vordergründige Hochstimmung konnte seine Angst dennoch nicht verbergen.
+r fürchtete sich, da bin ich mir sicher. 0ir haben ihm ugeh(rt, hingen an /edem 0ort,
das von seinen *i''en kam, und das gefiel ihm sehr. +rbarmen, Angst, Verachtung,
Schrecken " diese &efühle überfielen mich alle gleicheitig.> 6n &uiraud1s &eschichte der
6nEuisition im $ittelalter wird 7ierre de $aerolles als einer von drei -rüdern beschrieben,
die u den aktivsten &egnern des Katholiismus geh(rten. Am A2. )uli A2F3 stand er vor
einem 6nEuisitionsgericht. 6n den &erichtsakten steht, er sei geldgierig und durchtrieben
gewesen. 6n ;nkenntnis dieser Pharakterisierung f%llt Amanda dasselbe ;rteil über 7ierre
und seine Kom'lien8 =Diese $%nner waren keine echten Katharer. Sie k%m'ften blo. um
'ers(nliche $acht und finaniellen &ewinn.>
ie 2itze des %cheiterhaufens
Amanda Smith wei. auch, wie sie selber u Tode kam " damals, vor siebenhundert
)ahren. Dreiehn )ahre alt ist Amanda, als die +rinnerung wie ein -lit einschl%gt. Den
Schock dieser schrecklichen -ilder versucht sich das $%dchen von der Seele u schreiben8
=6ch mu. ein schreckliches Verbrechen begangen haben, um einen so grauenvollen Tod u
verdienen. 0ie die anderen wohl auch. #eben mir standen weitere. Auch sie schienen
keine Angst u haben. $it nackten !ü.en gingen wir durch die Stra.en auf den 7lat u,
wo sie einen gro.en Scheiterhaufen errichtet hatten, der darauf wartete, entündet u
werden. ;ns umgaben einige $(nche, die H@mnen sangen und beteten. 6ch war nicht
dankbar. Die haben #erven, auch noch für mich u beten, dachte ich. 6ch ha.te diese
$(nche, die mir dabei usahen, wie ich starb.
+ine Klassenkameradin er%hlte mir einmal, sie h%tte von der Kreuigung Phrist
getr%umt. 6ch m(chte lieber gekreuigt werden als verbrannt. Der Schmer raubte mir
den Verstand. 6m Sterben sollte man u &ott beten, wenn man in TodesEualen überhau't
beten kann. 6ch dachte an :oger und wie sehr ich ihn liebte. Der Schmer /ener
b(sartigen !lammen war nur halb so schlimm wie der Schmer, den ich fühlte, als ich von
:ogers Tod erfuhr. 7l(tlich war ich froh, sterben u k(nnen. 6ch wu.te nicht, da. man
blutet, wenn man verbrannt wird. 6ch dachte, das -lut würde in der schrecklichen Hite
verdam'fen. Aber ich blutete schwer. Das -lut tro'fte und ischte in die !lammen. 6ch
wünschte mir genug -lut, um damit die !lammen u l(schen. Das Schlimmste waren
meine Augen. 6ch verabscheute den &edanken, blind u werden. 6ch versuchte, meine
Augen u schlie.en, doch es ging nicht. 0ahrscheinlich waren meine *ieder schon
verbrannt. )ett gingen /ene !lammen daran, meine Augen mit ihren b(sen !ingern
herausu'icken. 6ch wollte nicht blind werden. +igentlich waren die !lammen gar nicht so
grausam. Sie fühlten sich immer k%lter an. +iskalt. $ir wurde bewu.t, da. ich gar nicht
verbrenne, sondern erfriere. Die K%lte lahmte mich und 'l(tlich begann ich u lachen.
6ch hatte /ene $enschen übert(l'elt, die dachten, sie k(nnten mich verbrennen. 6ch bin
eine He?e. 6ch habe das !euer verhe?t und in +is verwandelt.> Heute, bald ein Dutend
$enschenalter nach diesen schrecklichen +reignissen, ist für Amanda Smith klar, weshalb
man sie und ihre &laubensbrüder miteiner solchen -rutalit%t verfolgt hatte8 =Der
katharische &laube war einfachD t%uschend einfach /edoch und für sehr viele $enschen
viel u ehrlich, als da. sie ihn h%tten annehmen k(nnen. +inem solchen &lauben
anugeh(ren, erforderte $ut " den $ut, sich und das *eben so u sehen, wie es eben ist.
So viele hatten Angst, dies u tun, und Angst gebiert den Ha.. Deshalb wurden die
Katharer verfolgt " allein wegen der Angst /ener $enschen, die das *eben nicht so sehen
konnten oder wollten, wie es ist8 nur ein kleiner Augenblick und nur eine Stufe auf dem
0eg ur h(chsten +rfüllung der Vollkommenheit.>