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Die Beziehung des homosexuell orientierten

Mannes zu Frauen
Interview mit Dr. Joseph Nicolosi (2004)
FRAGE: In unserem ersten Interview betonten Sie das Ziel Ihrer therapeutischen Arbeit mit
Homosexuellen: nichtsexuelle Männerfreundschaften. Wie sieht es bei der e!iehun" des
homosexuellen Mannes !u #rauen aus$
Joseph Nicolosi: %as Hauptau"enmer& der 'herapie mit Männern "ilt immer der Heilun"
"leich"eschlechtlicher e!iehun"en. #(r eini"e 'herapierte &ommt )edoch die Zeit* wenn sie
bereit sind* eine intime e!iehun" !u einer #rau ein!u"ehen. %ieser Wunsch mu+ aber vom
'herapierten selbst aus"ehen: %ie e!iehun" &ann nicht vom 'herapeuten an"ere"t werden*
wie man es sonst in be!u" auf Männerfreundschaften macht.
%er 'herapeut mu+ au+erdem wissen* da+ der ,rfol" einer e!iehun" !u einer #rau ohne die
#ortset!un" !ufriedenstellender Männerfreundschaften nicht von Dauer sein wird.
FRAGE: Wie &-nnen wir die besonderen Herausforderun"en des homosexuell orientierten
Mannes in seinen e!iehun"en !u #rauen verstehen$
JN: Als erstes "ilt es* das &lassische %reiec&sverhältnis !u verstehen* das sich in der
.er"an"enheit so vieler unserer 'herapierten !ei"t. In dieser e!iehun" wird der /un"e auf
die Seite der Mutter "estellt* und der .ater ist "leich!eiti" von seiner #rau und seinem Sohn
isoliert. %iese falsche Ausrichtun" vermittelt dem /un"en eine ver!errte 0erspe&tive seines
Selbst* sowie dem männlichen als auch dem weiblichen "e"en(ber. #(r den /un"en bleibt sein
.ater ein 1eheimnis* seine Mutter hin"e"en ist ihm viel !u "ut be&annt.
FRAGE: Wie sieht es in einer aus"e"lichenen #amilienstru&tur aus$
JN: %er .ater vermittelt dem /un"en die männliche 0erspe&tive. ,r lehrt den /un"en* wie er
seine e!iehun"en !u #rauen "estalten soll und dient als #allbeispiel f(r diese e!iehun"en.
Ist die Mutter (bermä+i" intim und aufdrin"lich* dann lernt der /un"e von seinem .ater* da+
er manchmal am besten auf seine Mutter rea"iert* wenn er sie einfach ignoriert.
FRAGE: Sind heterosexuelle Männer im all"emeinen #rauen "e"en(ber unempfindlich$
JN: #(r Männer und #rauen ist es im 2eben eine ständi"e Herausforderun"* sich "e"enseiti"
!u verstehen. 0aradoxerweise ist es "erade diese 3nempfindlich&eit des heterosexuellen
Mannes* die ihm die ,ntwic&lun" einer intimen e!iehun" !u einer #rau erlaubt. ,r ist nicht
so sehr auf #rauen ein"estellt* da+ er (berrea"iert und sich selbst bei dem .ersuch* ihre
ed(rfnisse !u befriedi"en* verliert. Frauen sind geheimnisvoll* aber das ist der 0reis* den der
heterosexuelle Mann f(r die ,ntwic&lun" seiner Heterosexualität !ahlen mu+.
FRAGE: Homosexuelle "elten im 3m"an" mit #rauen als besonders feinf(hli".
JN: /a* wenn man Heterosexuelle der 3nempfindlich&eit be!ichti"en &ann* so &ann man
Homosexuelle der 4berempfindlich&eit und einer !u en"en emotionalen .erflechtun" mit
#rauen beschuldi"en. Im Hinblic& auf seine "escheiterten e!iehun"en !u #rauen meinte
einer unserer 'herapierten: 5Ich habe "elernt* mich #rauen auf eine un"esunde Weise !u star&
!u -ffnen.6 Wie die meisten /un"en in ihrer vorhomosexuellen ,ntwic&lun" war er an die
,motionen seiner Mutter !u star& "ebunden.
,in anderer 'herapierter meinte: 5Ich f(hlte mich immer f(r die 1ef(hle meiner Mutter
verantwortlich. Ich meinte* ich m(+te sie "l(c&lich machen.6 ,r hatte &einen .ater* der
ein"reifen und so diese un"esunde (bermä+i"e Intimität beenden &onnte. Wir &-nnen deshalb
sa"en* da+ er von dem männlichen 1eschlecht verraten und verlassen wurde.
FRAGE: Wie soll die ,ntwic&lun" eines /un"en aussehen$
JN: %ie normale männliche ,ntwic&lun" &-nnen wir als ein wiederholtes Ausschla"en des
0endels sehen. Als Säu"lin" schlä"t der /un"e nach dem Weiblichen aus* indem er sich mit
seiner Mutter identifi!iert. Später erreicht er die ent"e"en"eset!te Achse des 0endels* wenn er
sich mit seinem .ater identifi!iert. 7achdem er diese normale männliche Identifi&ation
erreicht* bleibt er in dieser 0olarität bis !um Schlu+ der 8indheit und der ersten 0hase der
0ubertät.
%ann initiiert sexuelles Interesse an #rauen ein Ausschla"en des 0endels wieder in 9ichtun"
des Weiblichen. Im festen esit! seiner männlichen Identität wird er wieder !ur Intimität mit
einer #rau "e!o"en. Wir &-nnen sa"en* da+ er mit Männlichkeit gepanzert ist und deshalb die
emotionale 7ähe ris&ieren &ann* ohne sich von dem Weiblichen (berwälti"t und vernichtet !u
f(hlen.
FRAGE: Wie sieht es diesbe!("lich bei einem Homosexuellen aus$
JN: .on #rauen (berwälti"t !u werden ist eine 3ran"st aller Männer* die )edoch f(r solche
Männer* denen diese männliche 0an!erun" fehlt* besonders bedrohlich ist. :hne diesen
Schut! hat der vorhomosexuelle /un"e &eine andere .erteidi"un" "e"en die (berwälti"ende
Mutter als den 9(c&!u" in das falsche Selbst* das die Mutter in ihm f-rdert. %ieses falsche
Selbst ist die Sch-pfun" der Mutter ; sie w(nscht sich einen willfähri"en* arti"en* &leinen
/un"en. In seiner Willfähri"&eit bietet der /un"e dieses ansprechende Ima"e !um 8onsum
seiner Mutter* hinter dem er sein wahres Selbst sch(t!t.
FRAGE: Ist das Wort Konsum nicht ein weni" un"ew-hnlich in diesem #all$
JN: %er e"riff Konsum trifft in der 'at die ,rfahrun" mancher /un"en im 8ern. ,s ist* als
m(+te die Mutter etwas von ihm 5&onsumieren6. Ihr ed(rfnis nach diesem 58onsumieren6
r(hrt im t<pischen #all von einer emotional nicht !ufriedenstellenden e!iehun" !u ihrem
,hemann her* wodurch ihr nat(rliches weibliches ed(rfnis nach Intimität mit dem
Männlichen vereitelt wurde.
%ie !ufriedenstellende e!iehun" !u ihrem ,hemann vermissend* wendet sie sich ihrem
&leinen /un"en !u* den sie &ontrollieren und formen &ann und der &eine der unan"enehmen
,i"enschaften ihres Mannes aufweist. Mit ihrer besit!er"reifenden 2iebe (berwälti"t sie ihn.
FRAGE: 3nd wie rea"iert er darauf$
JN: Anstatt das Wesentliche seines Wesens preis!u"eben ; da!u "eh-ren seine nat(rlichen
männlichen 'enden!en ;* bietet der /un"e seiner Mutter ein falsches =u+eres. =u+erlich ist er
der arti"e &leine /un"e* aber innerlich bleibt er !utiefst verwirrt be!("lich seiner ed(rfnisse
und seiner Identität.
Steht er später als erwachsener 'herapierter der Herausforderun" einer intimen e!iehun" !u
einer #rau "e"en(ber* wird das %rama der fr(heren e!iehun" !u der Mutter noch einmal
durch"espielt.
FRAGE: Wie "estaltet sich eine heterosexuelle e!iehun" im #alle eines 'herapierten$
JN: In solch einer e!iehun" macht er !wei 0hasen durch. Zunächst lä+t sich die e!iehun"
als e&anntschaft be!eichnen: Man lernt sich &ennen. .on diesem Stadium aus "eht sie dann
in eine ernsthafte 0hase (ber* "e&enn!eichnet von romantischen und sexuellen 1ef(hlen. #(r
den homosexuell orientierten Mann ist die e&anntschaftsphase viel !u einfach. ,r redet mit
einer #rau in derselben be>uemen Weise wie fr(her mit seiner Mutter oder seiner älteren
Schwester. 'atsächlich dient eine #ortset!un" der e!iehun" !u einer #rau auf dieser
e&anntschaftsebene oft als Ausweichman-ver* um die ernsthaftere Herausforderun" einer
romantisch?sexuellen e!iehun" hinaus!u!-"ern.
FRAGE: Welche 9ea&tion seitens der #rau "ibt es in solchen #ällen$
JN: %urch die 3ntiefe der e!iehun" un"eduldi" "eworden* initiiert die #rau im t<pischen
#all den Wechsel !u dem 9omantischen b!w. Sexuellen. Sie w(nscht sich mehr 7ähe !u
dieser neuen Art Mann* der im 1e"ensat! !u anderen Männern* die sie &ennen"elernt hat*
"eduldi"* empfindlich* !uvor&ommend und ein "uter 1esprächspartner ist. ,r interessiert sich
sehr f(r ihre ,rfahrun"en und hat viel .erständnis daf(r.
Sie &ann so"ar ent!(c&t sein@ sie sa"t sich: 5,r interessiert sich f(r meine 1edan&en und nicht
nur f(r meinen 8-rper.6 Wie weni" ahnt sie* da+ "erade das ein 'eil der 0roblemati& istA
FRAGE: %er Wechsel von der e&anntschaftsphase !u einer ernsthaften e!iehun" scheint
also recht schwieri" !u sein. 8-nnen Sie uns da aus Ihrer ,rfahrun" ein eispiel "eben$
JN: Als eispiel &ann die ,rfahrun" eines BC)ähri"en Medi!instudenten dienen* den ich einst
therapeutisch behandelte. %ieser Mann (bte sehr viel %ruc& auf sich selbst aus. Als
leistun"sorientierter Mensch erwartete er* eine #rau in derselben Weise !u be&ommen* wie er
sein Medi!instudium schaffte: indem er sich da!u antrieb.
In der e&anntschaftsphase der e!iehun" ist er charmant* "eistreich und auf die Wellenlän"e
der #rau ein"estellt. ei den ersten 'reffs "elin"t ihm schnell ein un"e!wun"enes .erhältnis
!u der #rau* und sie verehrt ihn. ,r nennt sich 58-ni" der ersten 'reffen6. %ann sp(rt er die
,rwartun"en der #rau@ es ist offensichtlich* da+ sie sich mehr w(nscht. 0l-t!lich empfindet er
eine innere .erschiebun"* in etwa 5In mir ist etwas "estorben6.
FRAGE: 3nd wie "in" es in diesem #allbeispiel weiter$
JN: eim dritten 'reff mit der #rau sa+ er ihr in einem 9estaurant "e"en(ber. Während sie
plauderte* schien sie vor seinen Au"en hä+lich "eworden !u sein. ,r fin" an* sich an ihr !u
st-ren* und ihre Stimme rei!te ihn. 7achdem er sie nach Hause "ebracht hatte* voll!o" er
einen homosexuellen 1eschlechtsa&t mit einem #remden* den er in einer ar auf"elesen hatte.
,s war ein &lassisches eispiel einer 5defensiven Ab&oppelun"6: ,r mu+te sich wieder
5aufladen6* nachdem er sich durch das Weibliche entleert hatte.
FRAGE: Wie "estaltet sich das Sich&ennenlernen im #alle des heterosexuellen Mannes$
JN: Anders als beim Homosexuellen f(hrt der 0fad des Heterosexuellen !u einer #rau
!unächst (ber die sexuelle An!iehun". ,rst später lernt er die #rau als Mensch b!w. als gute
Bekannte &ennen. %as 0roblem des )un"en Medi!instudenten war* da+ er die .or"ehensweise
des Heterosexuellen nach!uahmen versuchte. ,r versuchte* sich ihr schnell !u nähern* was f(r
den Homosexuellen t-dlich ist.
FRAGE: %er 0fad f(r den homosexuell orientierten Mann ist also anders$
JN: /a* er scheint anders !u sein* wie es mir viele Männer "esa"t haben* die* von einem
homosexuellen Hinter"rund &ommend* später "eheiratet haben. %ie 9eihenfol"e ist
um"e&ehrt: !unächst "ute e&anntschaft* dann Zunei"un" und erst !um Schlu+ der sexuelle
Ausdruc& dieser Zunei"un". Sehr oft wird der Mann mit homosexuellem Hinter"rund
)ahrelan" eine #reundschaft mit einer #rau haben* bevor die e!iehun" romantisch b!w.
ernsthaft wird.
Schlie+lich berichten diese 'herapierten (ber emotionale und sexuelle efriedi"un" mit ihren
#rauen. Interessanterweise sa"en sie* da+ sie sich von anderen #rau sexuell nicht an"e!o"en
f(hlen. #(r den Heterosexuellen ma" dies schwer verständlich sein* aber f(r die ,hefrauen der
betroffenen Männer ist es eine "ute 7achrichtA
FRAGE: Wovor hat der homosexuell orientierte Mann in seinen e!iehun"en An"st$
JN: ,r &ennt !wei Arten der An"st: einmal bei Männern* und einmal bei #rauen. ei Männern
hat er immer An"st vor der Ablehnun" und davor* da+ er von ihrer Männlich&eit nicht "enu"
be&ommt. ei #rauen hat er An"st* da+ er von ihnen !u viel be&ommt* da+ sie in seine
emotionale Sphäre eindrin"en und ihn (berwälti"en* wie es in seinem fr(hen 2eben sehr
wahrscheinlich der #all war. 1eht er eine en"e e!iehun" !u einer #rau ein* äu+ert sich diese
An"st in der Sor"e um seine sexuelle 2eistun"sfähi"&eit.
,i"entlich hat diese An"st weni"er mit der sexuellen 2eistun"sfähi"&eit als mit .ertrauen !u
tun. Wenn er wei+* da+ er ein vertrauensvolles .erhältnis !u einer bestimmten #rau ohne
An"st vor der emotionalen 4berwälti"un" durch sie aufbauen und erhalten &ann* wird der
sexuelle Ausdruc& seiner Zunei"un" die nat(rliche #ol"e sein.
FRAGE: #(r den 'herapeuten d(rfte die eratun" des homosexuell orientierten Mannes in
dieser 0hase nicht so einfach sein* oder$
JN: #(r den Mann mit homosexuellem Hinter"rund besteht die Herausforderun" darin* eine
e!iehun" !u einer #rau ein!u"ehen* ohne das ,mpfinden !u verlieren* Herr (ber sein Selbst
!u sein. %ie Auf"abe des 'herapeuten ist es* das innere ,mpfinden des 'herapierten f(r sein
Selbst in der 0hase der Annäherun" an eine #rau !u beobachten. %er 'herapeut hilft dem
'herapierten* ehrlich mit sich selbst !u sein* und verhindert* da+ er in das falsche Selbst
!ur(c&fällt* was bei ihm leicht passieren &ann ; wie fr(her in der e!iehun" !u seiner Mutter.
:bwohl es !ahlreiche .arianten "eben ma"* sind es die t<pisch falschen Selbstbilder* die sich
in der e!iehun" !u einer #rau !ei"en: erstens der passive Willfähri"e* !weitens der
theatralische 3nterhalter und drittens der empathische erater. %er 'herapeut hält Ausschau
nach der 'enden! des 'herapierten* sich selbst auf!u"eben und in eines dieser falschen
Selbstbilder !u verfallen* wenn er Zeit mit der #rau verbrin"t. Indem er "e"en(ber den an ihn
"erichteten ,rwartun"en der #rau (berempfindlich wird* verabschiedet er sich von all seinen
ed(rfnissen und W(nschen !u"unsten ihrer ed(rfnisse und verliert so seine
Selbstorientierun".
FRAGE: Was ist der Schl(ssel !um erfol"reichen Wandel des homosexuell orientierten
Mannes !u einer heterosexuellen ,he$
JN: ,s "eht vorder"r(ndi" um .ertrauen. %er 'herapierte fra"t sich nämlich: 58ann ich
dieser #rau mit meinen 1ef(hlen vertrauen$ :der wird sie mir das antun* was meine Mutter
mir an"etan hat$ Wird sie mich nicht manipulieren und verwirren$
Wird es ihr "elin"en* mich so* wie ich wir&lich bin* !u sehen$ :der wird sie mich mit ihren
,rwartun"en (berwälti"en$ Wird sie so tun* als w(rde sie sich um mich &(mmern* mich aber
in Wir&lich&eit "ebrauchen oder versuchen* mich !u &ontrollieren$ Werde ich ich selbst sein
können?“
%ie wesentliche Auf"abe ist* die ,rwartun" des .erratenwerdens durch .ertrauen !u erset!en.
%ie 9olle des 'herapeuten ist* auf Selbst&ompromisse auf!upassen. Im besonderen achtet er
auf die Meinung des 'herapierten in seiner ,inschät!un" dessen* was die #rau von ihm
erwartet. :ft sind es .orstellun"en oder 4bertreibun"en.
FRAGE: Welche Hilfestellun" &ann der 'herapeut in diesem #all leisten$
JN: ,r &ann vorschla"en* da+ der 'herapierte in weiteren 1esprächen mit der #rau seine
.orstellun" von ihren ,rwartun"en (berpr(ft. So sehen wir in dem therapeutischen .erhältnis
wieder die 9olle des Mentors* bei der der 'herapeut die männliche 0erspe&tive liefert. %er
'herapeut ist der .ater* der männliche e!u"spun&t* von dem der /un"e lernt* in seinem
.erhältnis !u #rauen männlich !u sein.
FRAGE: Wie oft &ommt es unter den von Ihnen 'herapierten vor* da+ die ,hefrau (ber die
fr(here homosexuelle :rientierun" ihres Mannes informiert wird$
JN: Da. CE 0ro!ent der verheirateten* homosexuell orientierten Männer hatten ,hefrauen*
denen der 8ampf ihres Mannes mit Homosexualität be&annt war. #(r den Mann ist es "an!
sicher von .orteil* wenn seine #rau (ber seinen 8ampf informiert wird. %ie #rau ma" sich in
be!u" auf seine Schwieri"&eiten (berraschend tolerant und verständnisvoll !ei"en.
Ich staune immer wieder (ber die #ähi"&eit der #rau* ihren Mann !u a&!eptieren und !u
unterst(t!en. %ie meisten #rauen &-nnen "ro+e emotionale 9essourcen freiset!en* um ihre
,hemänner !u verstehen und !u unterst(t!en* wenn die Männer ehrlich sind und die #rauen in
den 8ampf mit einbe!iehen. In der 9e"el wird die #rau eine star&e und treue .ertraute sein*
wenn der Mann sie !ur 0artnerin macht. ,mpfindet sie hin"e"en* da+ sie von dem 0ro!e+
aus"eschlossen wird ; wenn er "eheimnisvoll ist und sie nicht als Mitstreiterin beruft* dann
&ann sie sich radi&al wandeln* ihre 3nterst(t!un" !ur(c&!iehen und sehr &ritisch werden.
FRAGE: Wie wichti" sind Männerfreundschaften f(r verheiratete Männer mit homosexueller
:rientierun"$
JN: 1an! "leich wie erfol"reich die e!iehun" !u seiner #rau ist* hat der verheiratete Mann
mit homosexuellem Hinter"rund immer das ed(rfnis nach "uten Männerfreundschaften.
.iele #rauen ; auch die* die von dem homosexuellen 0roblem ihrer Männer nichts wu+ten ;
haben mir "esa"t* da+ ihre Männer* nachdem sie Zeit mit ihren #reunden verbracht hatten*
"l(c&licher* !u Hause aufmer&samer und besser in der 2a"e waren* sich emotional mit ihr und
den 8indern !u teilen.
Auf der anderen Seite berichten #rauen* deren Männer sich von #reunden !ur(c&!iehen und
diese #reundschaften nicht mehr pfle"en* da+ die Männer in sich &ehren* launisch werden und
f(r sie und die 8inder emotional nicht verf("bar sind.
FRAGE: Wie beurteilen solche 'herapeuten* die die Schwulenbewe"un" be)ahen* Ihre
therapeutische Arbeit$
JN: 3nsere Wiederherstellun"stherapie wurde von solchen 'herapeuten als nur ein "eändertes
.erhaltensmuster ab"etan. Sie behaupten* da+ es nichts anderes als die 3nterdr(c&un"
homosexueller 1ef(hle ist. 3m ihre Meinun" !u st(t!en* behaupten solche 8riti&er* wie
verheiratete Männer mit homosexueller :rientierun" berichten* da+ ihre fr(heren
homosexuellen ,rfahrun"en intensiver waren als ihre sexuelle ,rfahrun" mit ihren #rauen.
%iese schwulen Apolo"eten f(hren diesen 3nterschied be!("lich der Intensität als eweis
unserer repressiven 'herapie an.
%iese eindimensionale etrachtun" der Intensität ist )edoch ein falscher Ma+stab. Schwuler
Sex basiert auf neurotischem Antrieb und enthält daher eine neurotische ,ner"ie. %ie
er!wun"ene* suchtformende dimensionale ,i"enschaft des schwulen Sex hat nicht mit Sex
selbst !u tun* sondern ist eine #un&tion !ur Stabilisierun" einer fra"mentierten
0ers-nlich&eitsstru&tur.
FRAGE: %as h-rt sich wie Sex als therapeutische Ma+nahme an.
JN: #(r den Homosexuellen hat Sex mit vielen se&undären 1r(nden !u tun* wie
beispielsweise das :rdnen von innerem Dhaos und das ,indämmen von 1ef(hlen einer
inneren #ra"mentierun".
%er homosexuelle 1eschlechtsa&t vermittelt eine vor(ber"ehende entspannende .erbindun"
mit dem männlichen 1eschlecht* von dem sich der Homosexuelle defensiv ab"e&oppelt hat.
Heroin liefert ebenfalls ein intensives* aufre"endes Hoch* aber er entleert den 8onsumenten
und hinterlä+t ihn deprimiert und mit dem ed(rfnis nach einem weiteren 5#ix6. %ie "leiche
emotionale %<nami& wird von manchen Homosexuellen in be!u" auf Sex beschrieben.
FRAGE: Wenn man hinterher ein 'ief durchmacht* ist der homosexuelle 1eschlechtsa&t
ei"entlich &ein positives ,rlebnis.
JN: ,iner der 'herapierten* der mehr als BEEE anon<me 8onta&te hinter sich hatte* räumte
ein* da+ er hinterher 5veraus"abt* deprimiert* trauri" und entmuti"t6 ist. %iese 1ef(hle* die
von einem bis !u drei 'a"en anhalten &-nnen* d(rfen nicht einfach der Homophobie
!u"eschrieben werden. Statt dessen weisen sie auf ein selbstschädi"endes Suchtmuster hin.
,in "uter Ma+stab f(r das* was 5richti"6 ist* hat mit den 1ef(hlen !u tun* die man nach dem
Sex empfindet. .erheiratete Männer mit einem homosexuellen Hinter"rund beschreiben ihre
sexuellen ,rfahrun"en mit ihren #rauen als reicher* voller und emotional !ufriedenstellender.
%iese Männer beschreiben ein 1ef(hl des 59ichti"seins6 und eine nat(rliche .erträ"lich&eit.
Anstatt ein 1ef(hl der 2eere f(hlen sie sich erneuert und !ufrieden* mit einem positiven
Selbstbild. So sehen sie sich als vollwerti"e Mit"lieder der heterosexuellen Welt.
FRAGE: %r. 7icolosi* wir dan&en Ihnen f(r dieses 1espräch.