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Das Barock

Allgemein:

Das Barock nahm seinen Ausgang von Rom und breitete sich dann
über Europa aus. Zentren barocker Kultur waren unter anderem
Frankreich und Österreich.

Wortbedeutung:
Das Wort „Barock“ kommt aus dem portugiesischen “barocco“ und
bedeutet „seltsam geformte, schiefrunde Perle“. Es wurde im 18 Jh.
in Frankreich als Bezeichnung (baroque) für Kunstformen
gebraucht, die dem klassizistischen Geschmack der Franzosen
nicht entsprachen, der Begriff war also ursprünglich abwertend
gemeint.

Grundlagen:
Das Zeitalter des Barock wurde von drei Grundkräften bestimmt:
Dem Absolutismus, der Kirche und der Tradition der Antike.
Sichtbarer Ausdruck des Absolutismus ist das Schloss. Ein
barockes Schloss ist groß, ausladend, geschmückt mit
Marmorsäulen, breiten Treppen, raffinierten Wand- und
Deckenmalereien. Alles soll überwältigend wirken um dem
Besucher zu zeigen, wie mächtig und bedeutend der Besitzer des
Schlosses ist. Denn ein barockes Schloss (z.B.: Versailles bei Paris,
Schönbrunn in Wien oder Nymphenburg in München) war mehr als
ein Wohnsitz; es war das Zentrum der fürstlichen Macht. Der
absolutistisch regierende Herrscher entfaltete in dem Schloss und in
der Parkanlage, die zum Schloss gehörte, seine prachtvolle
Hofhaltung. Zu diesem Zweck war natürlich viel Personal nötig und
unter anderem wurden auch Dichter (die meistens zu Geburtstags
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oder Thronfeiern) Gedichte oder Theaterstücke zu verfassen hatten.
Die (katholische) Kirche war ein weiterer Auftraggeber der Dichter.
Im Zuge der Gegenreformation hatte die Kirche viele
Anstrengungen unternommen. Dazu gehörte auch der neue Baustil
des Barock, der sich im 17 Jh. durchsetzte. Er entsprach äußerlich
dem eines Schlosses und sollte eine ähnliche Aufgabe erfüllen.
Säulen, Malereien, viel Gold, Engel- und Heiligenfiguren, Farben
und raffinierte Lichteffekte, die durch die Gestaltung der Fenster
erzeugt wurden, sollten die Sinne der Gläubigen betören und sie
von der Größe der katholischen Kirche überzeugen. Der Dichtung
fiel die Aufgabe zu, geistliches Gedankengut in Liedern, Gedichten
oder Schauspielen zu verarbeiten.
Die dritte bestimmende Kraft des Barock war die Tradition der
Antike. In einer Weise, die heute kaum noch nachzuvollziehen ist,
galten antike Schriftsteller (u. A.: Homer, Aristoteles, Ovid, uvm) und
ihre Werke als die großen Vorbilder. Anweisungen und Vorschriften
über die Literatur, die die antiken Schriften enthielten, versuchte
man zu erfüllen. Man strebte ferner danach, Werke zu schaffen die
mit den antiken vergleichbar waren. Für den Dichter galt es als
höchste Ehre, wenn er etwa als der „Deutsche Horaz“ bezeichnet
wurde.

Architektur:
Die Sakralarchitektur im Barock diente der Machtdemonstration der
Katholischen Kirche nach dem Tridentinischen Konzil. Um den Blick
der Gläubigen auf den Altar zu lenken, wurde der Typ der
Wandpfeilerkirche verwendet (z.B: Il Gesú). Später entwickelte sich
der Langbau zum Zentralbau.
Beispiele für barocke Sakralarchitektur in Österreich sind die
Karlskirche und das Stift Melk oder die Peterskirche in Rom.
Die Profanarchitektur im Barock hatte einen ähnlichen Zweck wie
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die Sakralarchitektur. Sie sollte Repräsentation für die Macht der
absoluten Herrscher sein.
Wichtige Entwicklungen in der barocken Architektur waren:
G Einführung der Kolossalordnung (Konservatorenpalast in Rom)
G Deutliche Unterscheidung des „corps de logis“ von den
Nebengebäuden (Palais du Luxemburg)
G Miteinbeziehung des Garten ins Gesamtbild

Beispiele in Österreich: Schloss Schönbrunn, Teile der Hofburg,
Belvedere
Malerei:
Allgemein:
Im Barock sind sowohl weltliche als auch religiöse Themen in der
Malerei vertreten. Mit einfühlsamer Art und Weise beschrieben viele
Bilder, im Gegensatz zur Renaissance, mythologische und religiöse
Themen. Zum Stil ist zu sagen, dass auch sein Kontrastreichtum,
Detailreichtum und die klaren Strukturen auffallen. Als Begründer
des barocken Stiles gelten Caravaggio mit seiner derbrealistischen
Hell-Dunkel-Malerei und die Carracci in Rom. Zwei der
bekanntesten Künstler waren z.B.: Caravaggio und Carracci.

Historische Hintergründe:
G Viele wissenschaftliche Entdeckungen beeinflussten die Kunst
wie z.B. Galileos Untersuchungen der Planeten.
G Der aktive Handel und die Kolonialisierung führten zu
zahlreichen Portraits von Orten und Völkern.
G Religionen bestimmten viele Aspekte Barocker Kunst. Vor
allem die katholische Kirche, die emotionale, realistische und
dramatische Kunst als ein Mittel zur Verbreitung des Glaubens
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nutzte.
G Politische Situationen wie absolute Monarchien von Frankreich
oder Spanien veranlassten die Schaffung großer Arbeiten mit
königlichen Abbild (Ludwig XIV. Sonnenkönig, Philip IV.)

Merkmale:
Starke Kontraste von Licht und Schatten unterstreichen die
dramatische Wirkung von vielen Gemälden. Intensive Geistigkeit ist
oft anwesend in Arbeiten barocker Kunst. In den römisch
katholischen Ländern sind z.B. Szenen von wunderbaren
(himmlischen) Erscheinungen zu sehen. Seit der Renaissance
suchten Maler einen großartigeren Sinn von Raum und wahrer
Darstellung von Perspektive in ihren Arbeiten. Realismus
(Wirklichkeitssinn) ist noch ein wesentliches Merkmal barocker
Kunst, die Figuren in Gemälden sind keine Vorbilder aber Individuen
mit ihren eigenen Persönlichkeiten.
Literatur:
Allgemeines:
Die barocke Literatur wurde für die höfische Gesellschaft
geschaffen, deren Repräsentationsbedürfnis in ihr künstlerischen
Ausdruck fand. Die Diesseitsbejahung steht neben übersteigertem
Vergänglichkeitsbewusstsein, überschäumende Lebensfreude
neben Todesangst. Neben schlichten volksliedartigen Gedichten
entstanden überladene Romane, pathetisch heroische Tragödien u,
Schuldramen sowie Jesuitendramen. Bevorzugte Stilmittel waren
Allegorie, Metapher und rhetorische Pathosformeln, die in ihre
Übersteigerung zum Schwulst führten. Die Barock-Literatur endete
mit dem Aufkommen des Rationalismus, der im Geistigen von der
religiösen Problematik des Barockzeitalters wegführte und im
Formalen zu antiker Einfachheit und Formstrenge zurückkehrte.

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Autoren und Werke:
Die Dramen Daniel Casper Lohensteins waren vom Stoizismus
(Gleichmut) geprägt und mit Gräuelszenen überladen. In seinen
Schlüsselromanen entwickelte er das Weltbild des Spätbarocks. Die
Gedichte Andreas Gryphius waren von tiefer Frömmigkeit geprägt.
Seine Hauptthemen waren Vergänglichkeit und Eitelkeit alles
Vergänglichen. Christoffel von Grimmelshausen schuf mit dem
„Abenteuerlichen Simplicissimus Teutsch“ einen Roman von
Weltrang, der durch die lebensvolle, realistische Darstellung im
Gegensatz zum heroischen Moderoman erfolgreich war.

Musik:
Allgemein:
Barock-Musik nennt man in Europa zwischen 1570 bis 1580 und
1730 – 1740 gepflegte Musik, in dieser Zeit, also zwischen dem
Zurücktreten franko flämischen Musik oder der Renaissance und
dem Aufkommen der vorklassischen Musik. Venedig trat in dieser
Zeit in seinem Musikstil als tonangebend hervor. der bekannteste
Komponist in Deutschland war Johann Sebastian Bach.

J. S. Bach:
J. S. Bach wurde am 21. März 1685 in Eisenbach geboren. Er war
der Sohn eines mehr oder weniger bekannten Musikers, J.
Ambrosius Bach. Die Familie Bach brachte schon seit einigen
Generationen gute Musiker hervor, doch J. S. war garantiert der
größte und erfolgreichste. Schon im frühen Kindesalter begann er
Geige zu spielen.
Von 1702 an war Bach, gerade 17 Jahre als ganz auf sich allein
gestellt. Nach einigen erfolglosen Versuchen Arbeit zu finden,
erhielt er schließlich an einem kleineren Hof in Weimar eine
Anstellung als Musiker, doch bezahlt wurde er wie ein Lakai.
Im August 1703 wurde er Organist der neuen Kirche in Arnstadt.
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Im Sommer 1707 verließ Bach Arnstadt um eine Stellung in der
Blasiuskirche in Mühlhausen anzutreten. Sein Aufenthalt in
Mühlhausen war zwar nur kurz, doch äußerst ereignisreich. Bach
schrieb dort seine ersten Kantaten. In Mühlhausen heiratete er auch
seine erste Frau, Maria Barbara Bach, eine entfernte Kusine, die
wie S. selbst dem musikalischen Zweig der Bachfamilie
entstammte. Bach verließ 1708 Mühlhausen und trat eine Stellung
am Hofe von Weimar an. Er arbeitete dort bis 1717. Zunächst war
er nur Hoforganist doch 1714 wurde ihm der Titel eines
Konzertmeisters verliehen. In Weimar komponierte Bach einen
Großteil seiner Orgelmusik, seine Cembalo-Toccaten und eine
Eindrucksvolle Serie von Kantaten. Während seiner Weimarer Zeit
wurden 6 seiner Kinder geboren.
Ab Dezember 1717 arbeitete er in Köthen. Hier ging ihm das
Komponieren leicht von der Hand. In diese Periode fallen die
Sonaten für Violine und Cembalo, die Solosiuten für Violine und
Cello, sowie die 6 Concertos, die wir als die Brandenburgischen
Konzerte kennen. Aus der Zeit in Köthen stammen auch der erste
Teil des Wohltemperierten Klaviers und zahlreiche Vokalwerke.
Die Jahre 1720 und 1721 brachten Bach jedoch eine Reihe von
Rückschlägen. Seine Frau starb und dann scheiterte sein Bemühen
Organist der Jacobikirche in Hamburg zu werden.
Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Bach relativ ruhig. Er
starb am 28.7.1750 im Alter von 65 Jahren in seinem Haus in
Leipzig an den Folgen eines Schlaganfalls.

Kleidung:
Allgemeines:
Die Kleidung war regional sehr unterschiedlich. Während die Frauen
in Spanien, Deutschland und Flamen unter dem religiösen Diktat
der strengen Spanischen Mode standen, brachen die Französinnen
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und mehr noch die Italienerinnen dieses Diktat selbstbewusst auf:
aus Mühlsteinkrägen wurden offene Spitzenkrägen über tiefen
Dekolltes, die vorgeschriebenen sittsamen dunklen Farben wurden
aufgehellt oder einfach ignoriert.
Die Schnitte waren pompös, die verschwenderisch verwendeten
Stoffe schwer und prächtig. Zur Volumenerweiterung der Röcke
wurden zunächst steife kegelförmige Reifröcke getragen, die aber
dann zweiteilig von dicken, um die Hüften geschnallten
Lederwürsten, abgelöst wurden, die man als Weiberspeck
bezeichnete. Das Frauenbild des Barock sollte korpulent sein.
Die Männer trugen zur Heerpauke (kugelrund ausgestopfte kurze
Hose) ein vollständig wattiertes Wams mit Gänsebauchoptik, eine
insgesamt derartig steife Kleidung, die an Bequemlichkeit den
mittelalterlichen Rüstungen in Nichts nachstand.

Frauenmode:
Es reichte schon lang nicht mehr aus ein einzelnes Kleid zu tragen,
man musste zeigen, dass man sowohl ein kostbares Unterkleid, als
auch einen ebenso kostbaren Manteau tragen und bezahlen konnte.
Damit die beiden Kleiderteile so richtig zur Geltung kamen, wurde
der Manteau nach hinten weggerafft und in raffinierte Draperien
gelegt. Die Silhouette wurde dadurch schmaler, was man noch
durch Frisuren verstärkte. Die Haare wurden mittels eines
Spitzenbandes auf bis zu 50 cm hohe, schmale Drahtgestelle
aufgebunden.

Männermode:
Die Männermode beruhigte sich allmählich und die Form des
Justaucorps (einer über einer langen Weste getragenen oft reich
bestickten Jacke) entwickelte sich. Vorbild war auch hier wieder ein
Militärrock. Dies war im Großen und Ganzen die Form der
Männerbekleidung, wie sie sich bis heute erhalten hat. Die einzige
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größere Extravaganz in der Männermode war die naturfarbene,
lockenreiche und extrem warme Allongeperücke, die durch den
nicht mehr ganz jugendfrischen Sonnenkönig eingeführt wurde. Sie
sollte ihm sein ewig jugendlich strahlendes Aussehen sichern und
wurde natürlich am Hof und in modischen Kreisen sofort kopiert.
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