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Hintergrund: Schottland Nr.

53 / September 2014 | 1













Das schottische Unabhängigkeitsreferendum - Neue Gren-
zen in der EU?
Julie Cantalou

Am 18. September werden die 5,5 Mio. Einwohner Schottlands über dessen Unabhängigkeit abstim-
men. Nach mehr als 300 Jahren könnte das Vereinigte Königreich auseinanderbrechen. Seit der letzten
Fernsehdebatte zeigten die Umfragen zum ersten Mal einen Vorsprung für die Unabhängigkeitsver-
fechter. Welche Auswirkungen hätte ein Ja zur Unabhängigkeit auf internationaler Ebene? Könnte
Schottland Mitglied der EU und der NATO bleiben?
Unabhängiges Schottland oder Vereinigtes Königreich? – Streit der Argumente
Der Initiator des schottischen Unabhängigkeitsreferendums ist die Scottish National Party (SNP), doch
auch die Grünen und Sozialisten sowie die Partei Solidarity machen für eine Abspaltung vom Vereinig-
ten Königreich Kampagne. Bei den Parlamentswahlen 2011 gewannen die unabhängigkeitsbefürwor-
tenden Parteien 55% der Sitze. Befürworter eines unabhängigen Schottlands aus Politik und Zivilge-
sellschaft riefen kurz nach der Verkündung des Referendums die Yes Scotland Kampagne ins Leben.
Eine Vielzahl an Plattformen und Grassroots-Organisationen wurden gegründet, so zum Beispiel die
Academics for Yes, die Women for Yes oder die Polish for Yes.

Auf der anderen Seite argumentieren die traditionel-
len Parteien – Torries, Labour und Liberal Democrats –
für den Verbleib im Vereinigten Königreich, obwohl
sich auch Mitglieder dieser Parteien für die Unabhän-
gigkeit aussprechen: die Torries for Yes, Labour for
Yes und LibDems for Yes.

Die Argumente zugunsten der Abspaltung lassen sich
relativ einfach in einem Zitat des schottischen Regie-
rungschefs, First Minister Alex Salmond, zusammen-
fassen: „die Leute, die in Schottland leben, sollten die
Entscheidungen treffen, die Schottland betreffen.“
Durch einen unabhängigen Staat sollen die Entschei-
Hintergrund:
Schottland


Nr. 53 / 17. September 2014

Foto: Die schottische Flagge weht noch neben
der Union Jack / Quelle: Lawrence OP, flickr

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dungsbefugnisse von Westminster nach Edinburgh übertragen und so die demokratische und nationale
Selbstbestimmung der schottischen Nation gewährleistet werden.

Die Unabhängigkeitsverfechter versprechen sich von der Abspaltung vor allem in Sachen Energie, So-
ziales, Bildung und Infrastruktur mehr Vorteile. Bisher seien die schottischen Interessen in den Ent-
scheidungen der britischen Regierung zu kurz gekommen. Dank Investitionen in erneuerbaren Energien
könnte Schottland zu einem Nettoexporteur im Bereich Energie werden. Laut unterschiedlicher Stu-
dien liegen erhebliche Anteile des europäischen Windenergiepotenzials, Europas Gezeitenenergiepo-
tenzials und des europäischen Wellenenergiepotenzials in Schottland.

Doch nicht nur innenpolitische Aspekte beflügeln die Unabhängigkeitskampagne. Auch das Thema der
Atomabrüstung stößt in Schottland auf viel Unterstützung. Hätte Schottland die Kontrolle über Ver-
teidigungs- und Außenpolitik, würde es die Entfernung der dort
stationierten Atomwaffen angehen. Die damit freigelegten Mittel
würde ein unabhängiges Schottland für Bildungs- und Sozialpo-
litik verwenden. Zudem könnte Schottland als Vollmitglied der
Vereinten Nationen, der NATO und der EU seine eigenen Interes-
sen besser vertreten. Die Unabhängigkeitsverfechter beziehen
sich dabei auf die vergleichsweise einflussreichen kleineren Mit-
gliedsstaaten der EU, wie zum Beispiel Finnland.

Auch die Unabhängigkeitsgegner haben eine gemeinsame, par-
teiübergreifende Plattform gebildet. Die „Better Together“ Kam-
pagne umfasst nebst den drei großen britischen Parteien – Tor-
ries, Labour, LibDems – auch die UK Independence Party (UKIP),
die British National Party (BNP), die National Front (NF), Britain
First, die Britannica Party, die Scottish Unionist Party (SUP), die
Respect Party und die Ulster unionist parties. Auch wichtige Me-
dien haben sich auf die Seite des Verbleibs im Vereinigten König-
reich geschlagen.

Die enge historische, demografische, sprachliche und wirtschaftliche Verflechtung Schottlands mit
dem restlichen Vereinigten Königreich, sprechen laut der „Better Together“ Kampagne für den Verbleib
im Königreich. Es ist in der Tat kaum vorstellbar, wie sich das britische Imperium und die industrielle
Revolution, ohne schottische Mitwirkung entwickelt hätten.

Die Unionisten plädieren insbesondere aufgrund wirtschaftlicher Vorteile für den Zusammenhalt des
Königreichs. Schottland profitiere von wirtschaftlichen Vorteilen, die es als unabhängiges Land verlie-
ren würde, so zum Beispiel im Finanzsektor. Zudem sei Schottlands Wettbewerbsfähigkeit in einer
globalisierten Welt als Teil eines G20 Staates sicherer. Auch seien finanzielle Stabilität und Wirt-
schaftswachstum in einem unabhängigen Staat nicht gesichert. Die möglichen Kosten des Übergangs
zu einem unabhängigen Staat und die Unsicherheit über zukünftige Einnahmen und öffentliche Aus-
gaben schrecken viele Wähler ab. Die Debatte um die weitere Nutzung des Pfund und die Unklarheit
über den Verbleib in der EU haben für viel Diskussionsstoff gesorgt.


Foto: Schotten, Katalanen und Flamen
demonstrieren gemeinsam.
Quelle: Màrtainn MacDhòmhnaill, flickr

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Konsequenzen einer Unabhängigkeit für die Europäische Union

Ein Ja-Votum am 18. September könnte nicht nur Schottland und das Vereinigte Königreich für immer
verändern, es würde auch schwierige Fragen für die Europäische Union aufwerfen. Beide Lager in
Schottland debattieren über die Möglichkeiten einer EU-Mitgliedschaft Schottlands. Auch in Brüssel
und am Europäischen Gerichtshof stellt man sich Fragen über den legalen und politischen Rahmen.

Die Befürworter eines unabhängigen Schottlands
haben als Datum für die Unabhängigkeitsverkün-
dung März 2016 ins Auge gefasst. Bis dann wollen
sie auch den Verbleib Schottlands in der EU verhan-
delt haben. Sie versprechen sich durch eine reguläre
Vertragsänderung laut Art. 48 EU-Vertrag einen
nahtlosen Verbleib in der EU. Für eine „interne Er-
weiterung“ durch Abspaltung eines Gebiets in ei-
nem EU-Mitgliedsstaat gibt es jedoch keinen Präze-
denzfall.

Die Unabhängigkeitsgegner warnen vor einem
langwierigen und unsicheren regulären Beitrittspro-
zess. Auch der frühere Kommissionspräsident José
Manuel Barroso warnte „es wäre schwierig, wenn nicht unmöglich“ für ein unabhängiges Schottland
der EU beizutreten. Laut Barroso würden Mitgliedsstaaten, die selbst mit internen Machtkämpfen und
Unabhängigkeitsbewegungen zu kämpfen haben, allen voran Spanien, womöglich gegen den Beitritt
Schottlands stimmen.

Barrosos Äußerungen wurden nicht nur vom Ja-Lager stark kritisiert, auch angesehene EU-
Rechtsexperten widersprechen seiner Ansicht. So weist Professor Bardo Fassbender u.a. darauf hin,
dass es zwar richtig sei, dass Schottland im Falle eines Ausscheidens aus dem britischen Staatsverband
nicht „automatisch“ in der EU verbleiben würde. Schottland wäre – ungeachtet der früheren, bis ins
18. Jahrhundert bestehenden Staatlichkeit – völkerrechtlich ein neuer Staat ohne vertragliche Bindung
an die EU. Falsch sei jedoch die Ansicht Barrosos, Schottland müsse sich um einen Beitritt zur EU „wie
jeder andere Staat“ nach den Regeln des EU-
Vertrags bemühen. Denn diese Regeln, nieder-
gelegt in Art. 49 des EU-Vertrags, wurden mit
Blick auf den Beitritt eines „echten“ Drittstaa-
tes, das heißt eines bisher außerhalb der Union
stehenden Staates, vereinbart.

Das in Art. 49 festgelegte Verfahren sieht für
den Beitritt einen einstimmigen Beschluss des
Rates der EU sowie eine Ratifikation des Bei-
trittsabkommens durch alle EU-Staaten vor.
Diese Klausel, könne laut Prof. Fassbender, an-
ders als in Barrosos Interpretation, kein Veto von anderen Mitgliedsstaaten wie zum Beispiel Spanien
rechtfertigen. „Eine solche Obstruktion wäre rechtsmissbräuchlich, wenn ihr Motiv eine „Bestrafung“
der betreffenden Bevölkerung für ihre Loslösung aus dem bisherigen Staatsverband wäre“.

Foto: Treffen zwischen Alex Salmond und David Cameron.
Quelle: Number 10, flickr
Foto: Massenmobilisierung für die Unabhängigkeit Schottlands.
Quelle: Phyllis Buchanan, flickr

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Ein unabhängiges Schottland könnte auch Auswirkungen auf die EU-Mitgliedschaft des Vereinigten
Königreichs haben. Im Vergleich zur übrigen britischen Bevölkerung stehen die Schotten der EU weit-
aus positiver gegenüber. Der Druck auf Westminster ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft zu
organisieren würde weiter zunehmen. Das Gleichgewicht zwischen EU-Mitgliedschaftsbefürwortern
und Gegnern würde durch das Ausscheiden von knapp 5,5 Millionen Schotten viel eher in die Richtung
eines Austritts tendieren.

Die Europäische Union hat in der Vergan-
genheit immer wieder bewiesen, wie prag-
matisch sie politische Herausforderungen
meistern kann, als es beispielsweise um die
Aufnahme eines wiedervereinten Deutsch-
lands ging oder als Grönland 1985 austrat.
Doch um eine längere Übergangszeit und
deren Folgen für EU-Bürgerinnen und Bürger
die in Schottland leben und in Schottland
ansässige Unternehmen vorzubeugen, sollten
sich Schottland, das Vereinigte Königreich
und die EU möglichst schnell auf ein Proze-
dere einigen. Um den besonderen Umständen
Rechnung zu tragen käme daher für einen
Beitrittsantrag Schottlands nur eine Ver-
tragsänderung unter Art. 48 oder eine sinn-
gemäße Anwendung des Art. 49 in Frage.
Ohne weiteres anwendbar sind die materiellen Kriterien, die ein Beitrittskandidat erfüllen muss: Ach-
tung und Forderung der Menschenwürde und Menschenrechte, der Freiheit, Demokratie, Gleichheit
und Rechtsstaatlichkeit. Überdies besteht die Möglichkeit, dass sich der Europäische Gerichtshof ge-
gen ein automatisches Ausscheiden Schottlands aussprechen könnte, wenn die Bürgerinnen und Bür-
ger Schottlands, ihre Rechte als Europäische Staatsbürger verlieren würden.

Wie London, Madrid und Brüssel auf eine Unabhängigkeit Schottlands reagieren würden ist offen. Die
schottischen Unabhängigkeitsbestrebungen könnten die Europäische Union weitaus mehr verändern
als Viele denken. Möglicherweise würde die Verhandlung um die EU-Mitgliedschaft Schottlands auch
eine allgemeine Vertragsänderung anstoßen. Ein neuer Konvent für die Veränderung des EU-Vertrags
scheint angesichts einer potentiellen schottischen Unabhängigkeit und des versprochenen Referen-
dums über die britische EU-Mitgliedschaft immer wahrscheinlicher.

Auswirkungen auf andere Mitgliedstaaten

Wie die EU-Mitgliedschaftsdebatte veranschaulicht, schlagen die Unabhängigkeits-bestrebungen der
Schotten weit über die Grenzen des Vereinigten Königreichs Wellen. Welche Auswirkungen könnte ein
unabhängiges Schottland, das erfolgreich in der EU verbleiben oder reibungslos beitreten würde, auf
andere Autonomiebestrebungen und Nationalismen in Europa und der Welt haben? Diese Frage stellt
sich derzeit hauptsächlich im krisengeprägten Spanien.

Auch die Regierung und das Parlament in Katalonien fordern ein Referendum, dem sich die großen
Parteien in Madrid und die Zentralregierung jedoch wiedersetzen. In einem Artikel im Guardian vom
Foto: Politische Debatte im Vereinigten Königreich. / Quelle: the
justified sinner, flickr

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11. September – dem Nationalfeiertag Kataloniens – plädiert der Bürgermeister Barcelonas, der libera-
le Xavier Trias, für die Abhaltung eines Referendums, das für den 9. November geplant ist. Die spani-
sche Regierung solle sich ein Beispiel am Verhalten der britischen Regierung nehmen, die den Wunsch
Schottlands respektiert und eine gesunde politische Debatte erlaubt habe.

Ein Ja-Votum der Schotten könnte die Bestrebungen vieler Katalanen verstärken. Denn im Vergleich
zum Pragmatismus und der Kompromissbereitschaft der Regierung in Westminster, führt die alleinre-
gierende Partido Popular in Spanien eher eine Vogel-Strauß-Politik. Weil sie nicht auf die Forderungen
der Katalanen nach mehr Autonomie eingeht, fördert sie eine Radikalisierung der katalanischen Posi-
tion. Der spanische Ökonom Luis Garicano bezeichnet die Partido Popular deshalb als den „größten
Feind der spanischen Einheit“. Auch in anderen Nationen Europas könnte ein schottisches Ja-Votum
neuen Wind in alte Autonomiebestrebungen bringen (z.B. Flamen in Belgien).

Haltung der Liberalen

Die britischen Liberal Democrats (LibDems) haben sich zusammen mit den anderen großen britischen
Parteien der „Better Together“ Kampagne angeschlossen, obschon auch ein kleiner Teil der Liberalen
als LibDems for Yes öffentlich für eine Unabhän-
gigkeit Schottlands werben. Parteichef Nick Clegg
hat, ähnlich wie Premier David Cameron, weitge-
hend vermieden, in Schottland Kampagne für den
Verbleib im Vereinigten Königreich zu machen,
aus Angst mehr Schaden anzurichten als Nutzen.

Prinzipiell sind die immer stärker werdenden se-
zessionistischen Tendenzen in den Klein- und
Kleinststaaten Europas für Liberale eine schwer
zu schluckende Pille. Durch das Anwachsen von
immer mehr Interessen, Ansprüchen und Spielern
wird das politische Europa strategisch ge-
schwächt.

Andererseits verfechten Liberale die Grundprinzipien Eigenverantwortung, Subsidiarität und Autono-
mie. Diese ausleben zu können, sollten föderale Bundesstaaten gewährleisten. Anders als in einem
Föderalstaat, besitzen die Nationen des Vereinigten Königreichs jedoch eingeschränkte Kompetenzen.
Die Unabhängigkeitsbestrebungen sind Ergebnis einer über 40-jährigen Enttäuschung der Schotten
durch London. Ein Ja wäre indirekt als Scheitern des Zentralstaats zu verstehen, dem es nicht gelun-
gen ist, den dazu gehörigen Landesteilen und Bevölkerungsgruppen das angemessene Maß an Auto-
nomie zur Selbstentfaltung einzuräumen. Der Vorschlag der britischen Unionsverfechter für weitere
Kompetenztransfers kommt spät. Am 18.9. wird sich zeigen, ob er zu spät kam.

Julie Cantalou ist European Affairs Manager der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Brüs-
sel.




Foto: Jung und Alt sind stolz auf ihre schottischen Wurzeln.
Quelle: Phyllis Buchanan, flickr

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Zeitstrahl

Das 843 gegründete Königreich Schottland vereinigte sich 1707 durch den Act of Union
mit England. Auch nach der Vereinigung bestanden weiterhin unabhängige Institutionen, so zum Bei-
spiel die schottische Kirche oder die Bank of Scotland.
Bereits im 19. Jahrhundert plädierte die National Association for the Vindication of Scottish Rights für
die Übertragung legislativer Kompetenzen und den Aufbau eines schottischen Parlaments. 1914 ver-
trat die liberale Regierung von Herbert Asquith das sogenannte « Home Rule all round » Konzept, unter
dem im Rahmen eines föderalen Systems sowohl Irland wie auch Schottland mehr Kompetenzen über-
tragen werden sollten. Ein Gesetz für die Rückübertragung mehrerer Kompetenzen an Schottland wur-
de erarbeitet, doch die beiden Weltkriege lenkten die politische Agenda in eine andere Richtung.
Die Frage der Unabhängigkeit oder die weniger umstrittene « Home Rule » kam erst 1960 wieder auf
die politische Agenda. Der Entkolonialisierungsprozess und das Ende des britischen Weltreichs ließen
in Schottland alte Forderungen für mehr Autonomie aufflammen.
Die Scottish Unionist Party erlitt
danach einen stetigen Rückgang,
während die Scottish National Party
(SNP) 1967 ihren ersten Parlaments-
sitz gewann. Die Entdeckung großer
Ölreserven vor der Küste Schottlands
verstärkte die Debatte über Schott-
lands Unabhängigkeit weiter. In den
Wahlen von 1974 gewann die SNP
30% der Stimmen und schickte 11
Abgeordnete ins britische Parla-
ment. Doch 1979 verfehlte ein Refe-
rendum über die Errichtung eines
schottischen Parlaments knapp die
notwendige Stimmenzahl.
Erst nachdem die Labour Partei die
Parlamentswahlen in 1997 gewann
wurde ein neues Referendum orga-
nisiert. 74,3% der Wähler stimmten der Errichtung eines Parlaments und der Kompetenzübertragung
zu. Im Mai 1999, hielt Schottland seine erste Parlamentswahl ab. Die Labour Partei sicherte die Regie-
rung während die SNP zur größten Oppositionspartei wurde.
Nach der Wahl 2007 bildete die SNP eine Minderheitsregierung mit der Unterstützung der Grünen.
Bereits Ende 2009 publizierte sie ein Weißbuch über die Zukunft Schottlands, in der sie vier mögliche
Optionen, vom Status Quo bis hin zur vollen Unabhängigkeit, auslegte. Ein Gesetzentwurf über eine
öffentliche Konsultation wurde am 25. Februar 2010 veröffentlicht, doch wurde dieser aufgrund feh-
lender Unterstützung im Parlament zurückgezogen.
Nach dem Erfolg der Scottish National Party (SNP) bei den schottischen Parlamentswahlen im Mai
2011, bei denen die Partei die absolute Mehrheit der Sitze erringen konnte, kündigte Regierungschef
Alex Salmond ein Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands an. Im Januar 2012 bot die Regie-
rung des Vereinigten Königreichs, unter Führung von David Cameron, dem schottischen Parlament an,
die Kompetenz ein Unabhängigkeitsreferendum abzuhalten zu übertragen. Die Verhandlungen zwi-
schen Westminster und Edinburgh endeten im Oktober 2012 mit der Unterzeichnung des Edinburgher
Abkommens. Am 21. März 2013 legte die schottische Regierung den Termin für das Unabhängigkeits-
referendum auf den 18. September 2014 fest.

Quelle: Paddy Patterson, flickr

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