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Klassischer Liberalismus (nach Adam Smith, 1723-1790

))

Entstehung Mitte des 18. Jahrhunderts, Anfang der industriellen Revolution.

Abkehr vom Merkantilismus

• Mehrung des Reichtums des Herrschers oberster Grundsatz
• Staat kontrolliert und dirigiert Wirtschaft
– Expansive Bevölkerungspolitik
– Protektionismus
– Landwirtschaft hoch besteuert, nicht gefördert
– Handelsüberschüsse erzielen
Grundprinzipien des klassischen Liberalismus
• Sparneigung (führt zu Kapitalbildung)
• Tauschtrieb und Eigennutzstreben
• => Freier Wettbewerb
– Das durch staatliche Autorität unbeeinflusste Streben nach
indiviudeller Nutzenmaximierung bringt auf Dauer und im Durchschnitt
den größten Nutzen für alle mit sich (invisible hand).
– Marktmechanismus führt zur optimalen Resourcenallokation und
Güterproduktion
– kurzfristige Marktstörungen regeln sich von selbst
• Staat soll sich auf Sicherung des Privateigentums und ungehinderten
Wirtschaftsverkehr beschränken
– Staat kann Maßnahmen zur Konkurrenzsicherung ergreifen
– Staat soll für funktionsfähiges Währungssystem sorgen
– Staat soll Kollektivgüter (Bildung, Infrastruktur, etc.)bereitstellen
– Staat soll Landesverteidigung übernehmen
– Staat soll verbindliche Rechtsordnung schaffen und durchsetzen
– proportionale Einkommenssteuer
Kritik von Karl Marx
• Soziale Ungerechtigkeit
– Mehrheit der sachlichen Produktionsmitteln Eigentum einer
Minderheit
– Mehrwert (Gebrauchswert - Tauschwert) fließt nur Kapitalisten zu
– Ausbeutung der Arbeiterklasse
• Güterproduktion entspricht nicht den menschlichen Bedürfnissen
(Waren-Fetischismus)
• Tendenz zur relativen Verelendung der Arbeiterklasse
• periodische Überinvestitionskrisen führen zur Abwertung des
überflüssigen Realkapitals und damit zu sinkenden Löhnen, was
wiederum zu höherer Arbeitslosigkeit und somit wieder zu einem
Aufschwung führt
• langfristige Arbeitslosigkeit durch zunehmende Kapitalitensität der
Produktion
• Tendenz zur kommerzialisierung der Gesellschaft (Entfremdung)
• Tendenz zur Globalisierung
• Durch technischen Fortschritt kommt es zu Verschärfung der Krisen,
welche zum Zusammenbruch des Systems führen
Laissez-faire Liberalismus
Bezeichnung des wirtschaftlichen Liberalismus für eine extreme Ansicht, der zufolge der Staat
nicht in das wirtschaftliche Geschehen eingreifen sollte, um so die ökonomische Entwicklung
und den Wohlstand der Bevölkerung am besten zu fördern. Eine am Prinzip des Laissez-faire
orientierte Wirtschaftspolitik wurde insbesondere im 19.Jahrhundert in Westeuropa betrieben.
Diese extreme Form des Liberalismus (auch Manchesterliberalismus genannt), bei der der
Staat nicht in die Wirtschaft eingreift, sondern lediglich die Rolle eines Beobachters einnimmt
("Nachtwächterstaat") und alles dem freien Spiel der wirtschaftlichen Kräfte überlässt,
bewirkte zwar einerseits eine schnelle wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung, führte aber
andererseits auch zu Wirtschaftskrisen und zur Ausbeutung und Verelendung der Arbeiter.

Neoliberalismus

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Neoliberalismus (Zusammensetzung aus altgriech. νέος neos neu, und
Liberalismus) ist eine Neubelebung des Liberalismus in der Mitte des
20. Jahrhunderts. Wie der Klassische Liberalismus wendet sich der
Neoliberalismus gegen ein aktives Eingreifen des Staates in die
Wirtschaftsprozesse, fordert aber eine staatliche Ordnungspolitik, die den
Wettbewerb fördern und dem Entstehen von privaten Machtpositionen
entgegenwirken soll. Betont wird der Zusammenhang von politischer und
wirtschaftlicher Freiheit.
Der Begriff Neoliberalismus wird zur Bezeichnung einer breiten, heterogenen
Strömung verwandt, wobei die feste Abgrenzung gegenüber anderen Schulen
und die Zuordnung einzelner Personen streitig ist. Insbesondere werden die
Freiburger Schule (Ordoliberalismus) und die Chicagoer Schule als neoliberal
bezeichnet, aber auch Vertreter der Österreichischen Schule wie Friedrich
von Hayek. Vor allem der Ordoliberalismus gilt als wesentliche theoretische
Grundlage der Sozialen Marktwirtschaft[1].
In den 1960er Jahren geriet der Begriff Neoliberalismus zunehmend in
Vergessenheit, es gibt seitdem keinen Kreis von Wissenschaftlern, der sich
selbst als neoliberal bezeichnet.
In den 1970er Jahren wurde der Ausdruck Neoliberalismus wieder
aufgegriffen und erfuhr einen Bedeutungswandel. Oppositionelle
Wissenschaftler in Chile versahen ihn mit einer negativen Konnotation und
kritisierten damit die von den Ideen der Chicagoer Schule beeinflussten
radikalen Reformen unter Pinochet.[2]
Seither wird der Ausdruck Neoliberalismus zumeist von Kritikern eines
wirtschaftlichen Liberalismus verwendet, oft ohne Definition und zur
Charakterisierung unterschiedlichster Phänomene.
Inhaltsverzeichnis
[Verbergen]
• 1 Geschichte und
Entwicklung
• 1.1 Überblick
• 1.2
Deutschland/Österr
eich
• 1.2.1
Österreichisc
he Schule
• 1.2.1.1
Ludwig
von
Mises
• 1.2.1.2
Friedric
h von
Hayek
• 1.2.2
Freiburger
Schule
(Ordoliberalis
mus)
• 1.2.2.1
Franz
Böhm
• 1.2.2.2
Walter
Eucken
• 1.2.2.3
Weitere
Vertret
er der
Freibur
ger
Schule
• 1.2.3
Soziologische
r
Liberalismus
• 1.2.3.1
Alexand
er
Rüstow
und
Wilhel
m
Röpke
• 1.2.3.2
Alfred
//<![CDATA[
if (window.showTocToggle) { var tocShowText =
"Anzeigen"; var tocHideText = "Verbergen";
showTocToggle(); }
//]]>Geschichte und Entwicklung
Überblick
Bereits im 19. Jahrhundert finden sich vereinzelt Ablehnung sowohl von
klassischem Liberalismus und Sozialismus (so nennt Röpke als Vorläufer Jean-
Charles-Léonard Simonde de Sismondi, Pierre-Joseph Proudhon, Wilhelm
Heinrich Riehl, Pjotr Alexejewitsch Kropotkin und Pierre Guilleaume Fréderic
Le Play). Der eigentliche Beginn des Neoliberalismus wird meist auf die Zeit
zwischen den beiden Weltkriegen datiert. Werden Ludwig von Mises, Frank
Knight und Edwin Cannan auch meist noch nicht als Vertreter des
Neoliberalismus geführt, so war doch insbesondere der Einfluss von Mises’
auf die nachfolgende Generation groß: Seine Kritik an der zentral geplanten
Wirtschaft und die monetäre Überinvestitionstheorie aus den 1920er Jahren
wurden in liberalen Kreisen weithin rezipiert.[3]
Als erste Schulen, die meist dem Neoliberalismus zugerechnet werden,
enstand in den 1930ern die Freiburger Schule, die School of Cannan und die
Chicago School. Die europäischen Schulen sind durch die Auseinandersetzung
mit Sozialismus, Kommunismus und dem Nationalsozialismus und zugleich in
Abgrenzung vom klassischen Liberalismus gekennzeichnet. Sie kritisierten die
damaligen Eingriffe des Staates in das Preissystem (etwa den New Deal) und
machten Vorschläge für eine Marktwirtschaft bei größtmöglicher Reduzierung
wirtschaftlicher Macht.[3]
Bestand zunächst kaum Kontakt zwischen den einzelnen Schulen, änderte sich
dies als zahlreiche deutsche und österreichische Neoliberale in den 1930ern
wegen der Bedrohung durch den Nationalsozialismus in angelsächsische
Länder emigrierten. Als erstes internationales Treffen kam 1938 das Colloque
Walter Lippmann in Paris zustande und das Centre International des Études
pour la Rénovation du Libéralisme wurde gegründet. Nach dem 2. Weltkrieg
vermehrten sich die internationalen Kontakte mit der Gründung der Mont
Pèlerin Society 1947. Viele Länder standen nach dem 2. Weltkrieg vor der
Frage des zu wählenden Wirtschaftssystems: Zwischen 1945 und 1965 kam
der Neoliberalismus so zu seinem größten politischen Einfluss.[3] Akademisch
wurden ihre Arbeiten mit den Nobelpreisen für Friedrich von Hayek, Milton
Friedman, George Stigler und James Buchanan ausgezeichnet.

Deutschland/Österreich

Österreichische Schule
Die Zuordnung der Österreichischen Schule zum Neoliberalismus ist streitig:
Sehen einige Autoren ihre Vertreter ab der dritten Generation als typische
Vertreter des Neoliberalismus,[4] so bestreiten insbesondere Vertreter der
Neo-Austrians die Zugehörigkeit Mises zum Neoliberalismus und sehen seine
Lehren in Gegensatz dazu und ordnen ihn dem klassischen Liberalismus zu.[5]

Ludwig von Mises
Mises entwickelte eine streng mikroökonomische Analyse des
Interventionismus: In seinen frühen Werke Liberalismus (1927) und Kritik des
Interventionismus (1929) untersuchte er staatliche Eingriffe auf ihre
Wirksamkeit hin. Er kommt zu dem Ergebnis, dass staatliche Eingriffe niemals
das von ihnen selbst gesteckte Ziel erreichen. Stattdessen führten sie zu
zunehmender Einschränkung individueller Freiheit durch obrigkeitsstaatliche
Anordnung, Verbote und Regulationen. Dies führe zu einem schleichenden
Erosionsprozess (vgl. Ölflecktheorem). Er lehnt Mischsysteme deshalb als
dauerhaft unmöglich ab. Sein umfassendstes Werk Nationalökonomie. Theorie
des Handelns und Wirtschaftens (1940) entwickelt auf Basis des
methodologischen Individualismus eine deduktive Theorie menschlichen
Handelns.[4]

Friedrich von Hayek
Mises’ Schüler Friedrich von Hayek war in seiner Jugend zunächst
fabianischer Sozialist. Unter von Mises’ Einfluss entwickelte dessen Theorien
weiter, wenn auch ohne dessen streng deduktive Methode. Die einflussreiche
Monographie The Road to Serfdom (1940) wendet sich gegen die von ihm
beobachteten zunehmenden sozialistischen Tendenzen in Großbritannien.
Ähnliche Tendenzen hätten bereits im Deutschland der 20er und 30er Jahre
zum Nationalsozialismus geführt. Galt der Nationalsozialismus insbesondere
unter linken Intellektuellen als kapitalistische Bewegung, ordnete ihn Hayek
dem Sozialismus zu[4] Beide enstammten der philosophischen Tradition des
Kollektivismus, der sich lediglich in ein Mal internationaler ein anderes Mal in
nationalistischer Gestalt zeige. Letztlich forderten beide „die Herrschaft über
die Mittel für alle unsere Ziele“ und versuchten mit Gewalt die gesamte
Gesellschaft auf ein Ziel hin auszurichten. Die Einschränkung der
wirtschaftlichen Freiheit sei aber von der Einschränkung politischer Freiheit
nicht trennbar, die beiden Ausprägungen des Kollektivismus totalitär.
Schien ihm die Gefahr durch den Sozialismus in den westlichen Ländern
durch das Beispiel der Ostblockländer zunehmend gebannt, so sah er mit
zunehmender Sorge die Entwicklung des Wohlfahrtsstaates: In Die Verfassung
der Freiheit (1960) widmete er sich deshalb der Auseinandersetzung mit
Freiheit des Individuums und deren Verhältnis zu staatlicher Gesetzgebung.
[4]
Die Gefährdung individueller Menschenrechte durch eine totalitäre
Demokratie wird schließlich in Recht, Gesetzgebung und Freiheit erörtert:
Befürwortet er die Demokratie grundsätzlich als utilitaristisches Mittel zur
Beschränkung politischer Macht, so führe sie doch nicht als solche zur
Bewahrung individueller Freiheit. Er sieht die Gefahr zunehmender
Beeinflussung der Politik durch Interessengruppen. Entscheidend sei somit
das Verhältnis von demokratischer Entscheidung zu individuellen
Menschenrechten, um der Gefahr einer Diktatur der Mehrheit vorzubeugen.
„Der Liberalismus […] sieht die Hauptaufgabe in der Beschränkung
der Zwangsgewalt jeder Regierung, sei sie demokratisch oder nicht;
der dogmatische Demokrat dagegen kennt nur eine Beschränkung
der Staatsgewalt und das ist die Meinung der jeweiligen Majorität.“
– Friedrich von Hayek : Die Verfassung der Freiheit: Kapitel 7
Hayek ging davon aus, dass auch in einer Demokratie politische
Entscheidungen nur entfernt über Wahlen getroffen würden. Die Richtung sei
durch die dominierenden intellektuellen Strömung vorgegeben, die ihre
Öffentlichkeitswirksamkeit etwa über Journalisten und Lehrer aufbauen
könnte. Die Produzenten der Theorien seien die „Original Thinkers“, während
die „Second Hand Dealers“ die Ergebnisse der Ideologieproduktion in der
Gesellschaft wirksam werden lassen könnten. Die Rolle der „Second Hand
Dealers“ ordnete Hayek den Think-Tanks zu.[6]
Hayek beschäftigte sich auch mit der Frage, wie ihre
wirtschaftswissenschaftlichen Positionen einer größeren Zahl von Menschen
bekannt gemacht werden könnten und in die politische Realität umsetzbar
seien. Friedrich August von Hayek sieht die entscheidende Rolle zum
Erreichen dieses Ziels bei den Intellektuellen. Er zeigt sich beeindruckt durch
eine Passage aus John Maynard Keynes’ The General Theory of Employment,
Interest, and Money:
“[…] but he [Keynes] has never said a truer thing than when he
wrote […] that ‚the ideas of economists and political philosophers,
both when they are right and when they are wrong, are more
powerful than is commonly understood. Indeed the world is ruled by
little else. Madmen in authority, who hear voices in the air, are
destilling their frenzy from some academic scribbler of a few years
back.‘ ”
„[…] aber er [Keynes] sagte nie etwas Wahreres denn als er schrieb,
dass ‚die Ideen der Nationalökonomen und Philosophen wirken
stärker als allgemein angenommen wird und zwar sowohl, wenn sie
recht haben, als wenn sie irren. Tatsächlich wird die Welt kaum von
etwas anderem regiert. Wahnsinnige an der Macht, die Stimmen aus
dem Äther hören, holen sich ihre Phantasien aus irgendeinem
akademischen Schmierer von Jahren vorher.‘“
– Friedrich von Hayek[7]
Er gründete 1947 mit 36 Liberalen, darunter Walter Eucken, Milton Friedman,
Frank H. Knight, Ludwig von Mises, Karl Popper und Wilhelm Röpke die
Denkfabrik Mont Pelerin Society, zu der später auch Ludwig Erhard gehörte.
Diese machte sich – neben der Verteidigung von Freiheit und Rechtsstaat – die
Förderung von Privateigentum und Wettbewerb zur Aufgabe, die als
wesentlich für eine freie Gesellschaft angesehen wurden.[8]

Freiburger Schule (Ordoliberalismus)
Die Zuordnung der Freiburger Schule zum Neoliberalismus ist streitig: Einige
Autoren sehen Differenzen zu anderen als neoliberal bezeichneten Schulen,
die eine Abgrenzung rechtfertigen würden[4], andere sehen den
Ordoliberalismus als spezifisch deutsche Ausformung des Neoliberalismus.
Sie entstand zu Beginn der 1930er Jahre als Juristen und
Wirtschaftswissenschaftler unter Leitung Euckens die Buchreihen Probleme
der theoretischen Nationalökonomie und Ordnung der Wirtschaft
herausgaben. Ihrer Ansicht nach begünstigte das deutsche Recht Kartelle und
Monopole; ihre besondere Aufmerksamkeit galt deshalb der
Kartellgesetzgebung und der Einschränkung wirtschaftlicher Macht und dem
Erhalt des Wettbewerbs. Dies ging in ihre Überlegungen zur wirtschaftlichen
Gestaltung Deutschlands nach dem Ende des Nationalsozialismus mit ein. Es
bestanden Beziehungen zum Widerstand um Carl Friedrich Goerdeler und
dem Freiburger Kreis.[3]

Franz Böhm
Franz Böhm zählt neben Eucken zu den Begründern der Freiburger Schule
(auch Ordoliberalismus). Zu seinen wirkungsreichsten Lehren zählt die
Analyse der Interdependenz von Rechtsordnung und Wirtschaftsordnung, von
Privatrechtsgesellschaft und Marktwirtschaft. Die Privatrechtsgesellschaft
zeichnet sich für ihn durch die Trennung von Staat und Gesellschaft aus. Sie
bedarf zu ihrer Fortentwicklung der Wettbewerbsordnung. In seinen frühen
Schriften vertritt er die Auffassung, vollständigen Wettbewerb durch die Norm
der Wettbewerbsordnung konstruktivistisch zu erzwingen. Die späteren
Schriften lassen von dieser Forderung ab und beschränken sich auf
Wettbewerbsfreiheit in gesetzlichem Rahmen (Freiheit und Ordnung in der
Marktwirtschaft).[4]

Walter Eucken

Walter Eucken
Eucken verhalf dem Denken in Ordnungsmodellen in Deutschland zu
Durchbruch. In seinen Grundlagen der Nationalökonomie (1940) versuchten
die bis dahin noch in Deutschland vorherrschende Trennung von theoretischer
(angelsächischer) Ökonomie und der in Deutschland noch vorherrschenden
historischen Methode durch "pointiert hervorhebende Abstraktion" zu
überwinden. Als Ergebnis gewinnt er zwei Grundtypen idealtypischer
Wirtschaftssysteme: Die Zentralverwaltungs- und Verkehrswirtschaft. In den
Grundsätzen der Wirtschaftspolitik (1952) bringt er diese Modelle mit realen
Wirtschaftsordnungen in Verbindung. Mischmodelle lehnt ihres Mangels an
leitenden Prinzipien wegen ab. Er entwickelt anhand dieser Modelle ein
Wirtschaftssystem vollständiger Konkurrenz und zeigt auf, wie es real zu
verwirklichen wäre. Nur durch permanenten Wettbewerb sei es möglich
wirtschaftliche Macht und individuelle Freiheit in Einklang zu bringen.[4]
Die von Eucken aufgestellten Leitlinien wurden in der Sozialen
Marktwirtschaft, wie sie Ludwig Erhard (1949–1963
Bundeswirtschaftsminister, 1963–1966 Bundeskanzler) durchgesetzt hat,
beispielhaft verdichtet.[9] Somit gilt Eucken als der theoretische Vordenker
der Sozialen Marktwirtschaft.[10]
„Wenn nämlich jemals eine Theorie die Zeichen der Zeit richtig zu
deuten wußteund einer ihren Erkenntnissen gemäßen Wirtschafts-
und Gesellschaftspolitik neue Impulse gab, dann waren es die
Gedanken der Männer, die heute als Neo- oder Ordoliberale gelten.
Sie haben der Wirtschaftspolitik immer mehr gesellschaftspolitische
Akzente verliehen und sie aus der Isolierung eines mechanistisch-
rechenhaften Denkens gelöst.“
– Ludwig Erhard[11]
Ab 1948 gab er die Zeitschrift ORDO – Jahrbuch für die Ordnung von
Wirtschaft und Gesellschaft heraus.
Das Walter-Eucken-Institut an der Universität Freiburg, das sich der
ordnungspolitischen Grundlagenforschung verschrieben hat, ist nach ihm
benannt. Anlässlich seines 50. Todestages wurde die Stiftung Ordnungspolitik
gegründet.

Weitere Vertreter der Freiburger Schule
Weitere Vertreter der Freiburger Schule sind Hans Grossmann-Doerth, Hans
Gestrich, Bernhard Pfister, Constantin von Dietze, Friedrich A. Lutz, Fritz W.
Meyer, Karl Friedrich Maier, Leonhard Miksch, Adolf Lampe und Rudolf
Johns. Eng mit ihr verbunden sind darüber hinaus Erwin von Beckerath,
Günter Schmölders und Heinrich Freiherr von Stackelberg.[3]

Soziologischer Liberalismus

Alexander Rüstow und Wilhelm Röpke

Alexander Rüstow prägte 1938 den Begriff Neoliberalismus
Beschäftigte sich die Freiburger Schule hauptsächlich mit der Beschränkung
wirtschaftlicher Macht, richtete sich der Blick bei Rüstow und Röpke auch auf
soziologische Probleme, etwa der sozialen Kohäsion ("sozialer Ausgleich") und
Vermassung.[12] Das Instrumentarium des Ordoliberalismus wird deshalb um
soziale Interventionen erweitert. Die Marktwirtschaft dient dabei als Mittel zu
Verwirklichung christlich-humanistischer Ethik.
„Das Maß der Wirtschaft ist der Mensch. Das Maß des Menschen ist
sein Verhältnis zu Gott.“
– Wilhelm Röpke[4]
Die Wirtschaftsordnung ist für Röpke nur ein Teil einer Gesellschaftsordnung:
Aufgabe der Gesellschaftsordnung sei es, der Entwurzelung des Menschen
entgegenzuwirken und so der menschlichen Anfälligkeit für kollektivistische
Strömungen entgegenzuwirken. Früh erkannte er Tendenzen zum modernen
Wohlfahrtsstaat kollektivistischer Prägung, die er eindringlich kritisierte.
Rökpe sah sein Konzept als "Dritten Weg" zwischen Liberalismus und
Kollektivismus an.
Im September 1932 umriss Alexander Rüstow auf einer Tagung des Vereins
für Socialpolitik das neue liberale Credo:
„Der neue Liberalismus jedenfalls, der heute vertretbar ist, und den
ich mit meinen Freunden vertrete, fordert einen starken Staat, einen
Staat oberhalb der Wirtschaft, oberhalb der Interessenten, da, wo er
hingehört.“
– Alexander Rüstow[13]
Alexander Rüstow prägte auf dem internationalen Symposium Colloque Walter
Lippmann 1938 auch den Begriff Neoliberalismus. Dort sollte die Fähigkeit
des Liberalismus erörtert werden, sich den Problemen der Zeit, sprich dem
Totalitarismus und der Weltwirtschaftskrise, entgegen zu stellen. Die
Wortschöpfung Neoliberalismus sollte die Abgrenzung der neuen liberalen
Konzepte gegenüber dem Laissez-faire-Liberalismus des 19. Jahrhunderts
dienen. Allerdings war die Wortwahl nicht unumstritten.[14] Wilhelm Röpke
betrachtete sie als „das am wenigsten glückliche Ergebnis der Konferenz“[15]
und Walter Eucken benutzte den Ausdruck nicht, da die Verwendung „oft
tendenziös und nicht zutreffend“ sei.[16] Dennoch spielte der Begriff nach
dem 2. Weltkrieg bis Anfang der 1960er Jahre insbesondere im
deutschsprachigem Raum eine herausragende Rolle bei der Diskussion der
konzeptionellen Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft.[17]

Alfred Müller-Armack
Alfred Müller-Armack (Mitte) entwickelte das Konzept der Sozialen
Marktwirtschaft
In seinem Werk Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft (1946) entwickelte
Müller-Armack das Konzept einer „Sozialen Marktwirtschaft“. Der Markt und
das Soziale seien dabei nicht als Gegensätze zu verstehen: Enorme
Sozialleistungen seien vielmehr bereits das Ergebnis: Die Effizienz des
Marktprozesses ermögliche die permanente Steigerung des Lebensstandards.
Damit steige auch das Pro-Kopf-Einkommen und die zur Verfügung stehenden
Geldmittel für Sozialleistungen. Die Konsumentensouveränität und der
Wettbewerb wirkten Machtkonzentrationen entgegen. Zu ergänzen seien dies
um soziale Institutionen wie Familienversicherung, Bildung neuen Eigentums,
verbesserte Chancen für Selbständige, und auch betriebliche Mitbestimmung.
[4] Müller-Armacks Positionen werden in Teilen abseits der klaren
ordnungspolitischen Vorstellungen der Freiburger Schule gesehen.[12] Karl
Georg Zinn schreibt:
„Jedoch bestehen auch erhebliche Differenzen zwischen Müller-
Armack und den neoliberalen Anhängern einer freien bzw. liberalen
Marktwirtschaft. In vielerlei Hinsicht steht Müller-Armack mit seinen
philosophisch übergreifenderen Vorstellungen den beiden
Emigranten Röpke und Rüstow näher als dem
ordnungstheoretischen Puristen Eucken. Müller-Armack gab der
Sozialpolitik und der staatlichen Konjunktur- und Strukturpolitik ein
weit größeres Gewicht als Eucken, für den Sozialpolitik allenfalls als
Minimalprogramm gegen extreme Mißstände erforderlich erschien
und der Konjunkturpolitik für schlichtweg überflüssig, ja schädlich
hielt“ [18]“

Großbritannien

School of Cannan
An der London School of Economics in den 1930er Jahren um Edwin Cannan
eine ökonomische Schule heraus, die im Gegensatz zum damals
vorherrschenden fabianischen Sozialismus stand. Cannnan selbst stand noch
unter dem Einfluss der englischen Klassiker. Der Schule gehörten – außer
ihrem Gründer Cannan – Frederic Charles Benham, Theodore Emmanuel
Gregory, William Harold Hutt, Frank Walter Paish, Arnold Plant und Lionel
Charles Robbins an. Bis auf Hutt, der an der Universität Kapstadt lehrte,
waren alle an der LSE tätig.[3]
Einfluss auf sie übte vor allem Mises und Hayek aus, der von 1935 bis 1950
Professor in London war; insbesondere deren Kritik an der zentral gesteuerte
Wirtschaft übte hier nachhaltige Wirkung aus. Weiterhin grenzen sie sich vom
Keynesianismus ab. Dennoch standen sie dem klassischen laissez faire-
Liberalismus fern. Die Rezeption der Gruppe in der Wirtschaftswissenschaft
war – gemessen am Keynesianismus – vernachlässigbar.[3]
Das Institute of Economic Affairs wurde 1957 von ihnen gegründet. Sie gab
die sogenannten Hobart Papers, die Readings, die Occasional Papers sowie ab
1980 das Journal of Economic Affairs heraus.[3]
Karl Popper
Nach dem 2. Weltkrieg wurde Karl Popper Dozent an der LSE. Er attackierte
besonders alle Arten des Historizismus und Totalitarismus. Er vertritt ein
neoliberales Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell mit demokratischer
Intervention in das Wirtschaftsgeschehen. Er war stark von Hayek beeinflusst
auf dessen Schriften er sich oft beruft. Er unterscheidet zwischen peacemeal
social engineering, das er befürwortet, und utopian social engineering. Die
Planung des Wirtschaftsprozesses sei dem zu verwerfenden utopian social
engineering zuzuordnen.[3]

Vereinigte Staaten

Chicago School
Die Chicago School entwickelte sich aus der Opposition zum zunehmenden
Interventionismus (vor allem zum New Deal) in den USA der
Zwischenkriegszeit. Ihre Vertreter waren zumeist auch politisch und
bemühten sich um die Umsetzung einer freiheitlichen Ordnung in politische
Realität.[4]

Henry C. Simons
Henry Calvert Simons entwarf in Economic Policy for a Free Society (1948)
die Grundlagen für eine freiheitliche Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung.
Ihre Bedrohungen sah er einerseits in Monopolstellungen – diese seien
notfalls zu verstaatlichen –, andererseits in der damaligen Finanzverfassung
der USA. Bereits 1936 hatte er sichin Monetary Policy gegen die
vorgefundene Geldpolitik gewandt, durch die er die Währungsmanipulation
begünstigt sah. Anstelle dessen spricht er sich für eine regelgebundene
Geldversorgung mit dem Ziel der Preisniveaustabilität aus. 1938 sprach er
sich für eine flat tax aus (Personal Income Taxation (1938)). Anstelle der
Zentralisierung der Regierungsaufgaben setzte er zunehmende
Föderalisierung, insbesondere für fiskalische Aufgaben (Federal Tax Reform
(1950).[4]

Milton Friedman

Milton Friedman
Der Nobelpreisträger Milton Friedman gilt als einer der bedeutendsten
Vertreter des Neoliberalismus. Er entwickelte die geldpolitische Theorie der
Chicago School zum Monetarismus weiter. Die Verstaatlichung natürlicher
Monopole lehnt er als nicht zweckführend ab. Ebenso erreiche staatliche
Einkommensumverteilung nicht die selbst gesteckten Ziele (Capitalism and
Freedom (1962)). Er gehört zu den wichtigsten Befürwortern flexibler
Wechselkurse.[4]
Später übertrug er die ökonomische Analyse auf politische Szenarien und
entwickelte daraus eine Theorie des Lobbyismus und der Einflusse von
Verbänden und Interessengruppen auf Parteien und Politik[4]:
“Is it really true that political self-interest is nobler somehow than
economic self-interest? […] Just tell me where in the world you’re
going to find these angels who are going to organize society for us? ”
„Ist es wirklich wahr, dass politischer Eigennutz in irgendeiner Weise
edler ist als wirtschaftlicher Eigennutz? […] Können Sie mir sagen,
wo Sie diese Engel finden wollen, die die unsere Gesellschaft planen
sollen?“
– Milton Friedman: Interview 1979 mit Phil Donahue

Virginia School of Political Economy
Zu den wichtigsten Vertretern der Virginia School zählen der
Nobelpreisträger James M. Buchanan und Gordon Tullock, die wesentliche
Beiträge zur Public Choice Theory leisteten.

Italien
Die wichtigsten italienischen Wissenschaftler sind Luigi Einaudi, Costantino
Bresciani Turroni, Bruno Leoni und Carlo Antòni. Luigi Einaudi war Präsident
der Banca d’Italia und wurde später Vizepräsident und Finanzminister, von
1948 bis 1955 war er italienischer Präsident.[3]

Frankreich
Vertreter des Neoliberalismus in Frankreich sind Louis Rougier, der Initiator
des Colloque Walter Lippmann, Louis Baudin, Maurice Allais, Gaston Leduc,
Daniel Villey und Jacques Rueff. Ab 1980 trat die Gruppe des Nouveaux
Économistes auf.[3]

Bedeutungswandel seit etwa 1980
Geschichte der Bedeutungsverschiebung
Der Einfluss des Neoliberalismus auf die Politik schwand ab Mitte der 1960er
mit dem wachsenden Einfluss des Keynesianismus auf die Wirtschaftspolitik in
Deutschland; die Bezeichnung wurde kaum noch gebraucht. Keine
ökonomische Schule bezeichnet sich seitdem mehr als neoliberal.[19][20]
Ausgehend vom als positiv empfundenen Vorbild der deutschen neoliberalen
Schule und des deutschen Wirtschaftswunders wurde das Wort zunächst in
den 1960er Jahren als neoliberalismo in Lateinamerika sowohl aus
marktfreundlicher als auch marktkritischer Perspektive gebraucht, ohne von
seiner neutralen bis positiven Bedeutung abzuweichen. Ein erster
Bedeutungswechsel setzte ein, als Kritiker der Reformen unter Pinochet 1973
begannen den Begriff sporadisch – ohne direkten Bezug zur Freiburger oder
einer sonstigen ökonomischen Schule – zu gebrauchen. Bis 1980 kam es so zu
einer Bedeutungsverschiebung: Statt die Abgrenzung des neuen, moderaten
Liberalismus zu kennzeichnen, wurde das Präfix neo- auch in akademischem
Kontext gleichbedeutend mit radikal und zur Abwertung der
Gedankengebäude Friedrich von Hayeks und Milton Friedmans gebraucht.
[20] Mit Neoliberalismus wurde eine aus Ansicht der Kritiker
reduktionistische Position gekennzeichnet, die soziale Sicherheit im Namen
des ökonomischen Primats opfere.[21]
Als zentraler Zeitpunkt für diese Verschiebung wird der Staatsstreich Augusto
Pinochets in Chile vom 11. September 1973 angesehen: Nach einem Jahr
unentschlossener Wirtschaftspolitik, besetzte Pinochet die zentralen Stellen
der Wirtschaftspolitik mit Chilenen, die seit 1955 in Chicago bei Friedman
studiert hatten. Sie wurden als Chicago Boys bekannt; es kam innerhalb des
autoritären Regimes somit dennoch zu einem weitreichenden Rückzug des
Staates aus der Wirtschaft, dessen Folgen hochumstritten sind. Während
dieser Militärdiktatur löste sich neoliberalismo vollends von seinem Bezug zur
wirtschaftswissenschaftlichen Schule und sollte die als radikal empfundene
Transformation der Wirtschaft bei poltischer Repression kennzeichnen. Von
hier aus verbreitete sich die neue Bedeutung des Wortes in die
angelsächsische Welt, wo es nunmehr fast alles bezeichnen konnte, was sich
negativ auf Marktwirtschaften bezog.[20]

Asymmetrie und Unbestimmtheit der Verwendung – Vielzahl
der bezeichneten Phänomene
Der Gebrauch des Wortes ist stark asymmetrisch verteilt: In Publikationen
taucht es fast nie auf, wenn positive Aspekte des beschriebenen Phänomens
reflektiert werden.[20] Abweichend von seinem Gebrauch in der Geschichte
der Wirtschaftswissenschaften, wo der Begriff zur Beschreibung einer
moderaten Variante des laissez-faire-Liberalismus des 19. Jahrhunderts positiv
konnotiert gebraucht wird, ist er in diesem Zusammenhang ebenso oft neutral
wie negativ besetzt.[20] Nach Auffassung des Wirtschaftswissenschaftlers
Andreas Renner wird marktanarchistisch, marktfundamental oder
marktradikal synonym verwandt.[19] Als Ergebnis einer Untersuchung über
die Verwendung des Begriffs in amerikanischen wissenschaftlichen
Zeitschriften im Bereich Entwicklungspolitik wurde festgestellt, dass eine
explizite Definition des Wortes in den meisten der untersuchten nicht-
empirischen wissenschaftlichen Publikationen nicht gegeben wird.[20] Die
Autoren stellen den analytischen Wert für die Sozialwissenschaften aufgrund
der Vielzahl der damit bezeichneten Phänomene bis zur Erarbeitung einer
anerkannten Definition im akademischen Diskurs in Frage; bis dahin sei der
Begriff als „anti-liberaler Slogan“ und „catchphrase“ („Schlagwort“) eher von
rhetorischem als akademischem Nutzen.[20] Die Autoren sehen aber Potential
für die Erarbeitung einer konsistenten Verwendung.[20] Auch für andere
Autoren ist neoliberal zum „politischen Schlagwort“[19] oder zu einer
„Kampfparole“[22] geworden.
Grob lässt sich sein Gebrauch, neben der wirtschaftsgeschichtlichen, in vier
Kategorien einteilen:
1. Politisches Konzept:[20] Am häufigsten ist das Wort im Zusammenhang
mit Kritik an wirtschaftspolitischen Reformen verknüpft. So wird der
Washington Consensus oft als Beispiel für ein neoliberales
wirtschaftspolitisches Programm genannt;[23] zum Teil wird Washington
Consensus sogar synonym mit Neoliberalismus verwandt.[24] Auch die
wirtschaftspolitischen Reformen in den USA unter Reagan
(Reaganomics), in Großbritannien unter Thatcher (Thatcherismus),[25]
und in Neuseeland unter Roger Douglas Rogernomics[26] werden oft als
neoliberal bezeichnet. Innerhalb der wirtschaftspolitischen Konzepte
lassen wiederum drei Kategorien unterscheiden:
1. Liberalisierung der Wirtschaft durch Abschaffung von
Preiskontrollen, Deregulierung des Kapitalmarktes und die
Abschaffung von Handelsbarrieren.
2. Senken der Staatsquote durch Privatisierung von
Staatsunternehmen
3. Fiskalpolitische Sparmaßnahmen durch ausgeglichene
Staatshaushalte und strikte Kontrolle der Geldmenge
Nach Joseph Stiglitz ist die neoliberale Überzeugung von einer
Kombination dieser drei Elemente gekennzeichnet.[27]
2. Entwicklungsmodell:[20] Daneben findet sich die Bezeichnung
neoliberal zur Bezeichnung eines umfassenden Staats- und
Ordnungsmodells mit festgelegter Rollenverteilung von Gewerkschaften,
privaten Unternehmen und Staat in Kontrast zum
staatsinterventionistischen Modell.
3. Ideologie:[20] Weiterhin verwenden Autoren das Wort in der Analyse
eines bestimmten normativen Freiheitsverhältnis des Individuums
gegenüber Kollektiven.
4. Akademisches Paradigma:[20] Zuletzt findet neoliberal deskriptiv
Anwendung zur Bezeichnung eines bestimmten
wirtschaftswissenschaftlichen Paradigmas, vor allem der neoklassischen
Theorie.

Rezeption und Kritik
Noam Chomsky
Der Linguist Noam Chomsky veröffentlichte 1998 Profit over People –
Neoliberalism and Global Order. Er vertritt darin, der Neoliberalismus habe
seit Ronald Reagan und Margaret Thatcher weltweite Hegemonie erlangt.
Dies habe zur Privilegierung weniger Reicher auf Kosten der großen Mehrheit
geführt. Große Konzerne und Kartelle beherrschten das politische Geschehen
in den USA. Der freie Markt bringe somit nicht im geringsten eine
Wettbewerbsordnung hervor. Durch den politischen Einfluss großer
Unternehmen auf die us-amerikanischen Parteien werde dauerhaft die
Demokratie untergraben. Die US-Regierungen hätten dazu durch
Subventionen und Importzölle beigetragen. Ein typisches Beispiel der
Unterstützung von Großkonzernen durch die Regierung sei die
Welthandelsorganisation. Als Alternative sieht er einen libertären Sozialismus.
[28]

Michel Foucault
Der französische Philosoph Michel Foucault untersuchte in einem Vortrag am
Collège de France am 24. Januar 1979 unter dem Titel Naissance de la
biopolitique das Verhältnis des deutschen Neoliberalismus (und besonders
Walter Euckens) zum klassischen Liberalismus sowie den Einfluss der
Philosophie Edmund Husserls auf ihn.[29]

Literatur
Literatur zur Wirtschaftstheorie

Primärliteratur
• Walter Eucken: Grundsätze der Wirtschaftspolitik ISBN 3-8252-1572-5
• Milton Friedman: Kapitalismus und Freiheit, Eichborn, Frankfurt/M.
2002, ISBN 3-8218-3960-0
• Friedrich Hayek: Die Verfassung der Freiheit, Mohr, Tübingen, 1991,
ISBN 3-16-145844-3
• Louis Rougier: Le Néo-Libéralisme. In: Synthèses. Dezember 1958
• Alexander Rüstow: Das Versagen des Wirtschaftsliberalismus,
Metropolis, Marburg 2001, 3., überarb. Aufl., hrsg. von Frank P. und
Gerhard Maier-Rigaud, ISBN 3-89518-349-0

Sekundärliteratur
• Hans Besters: Neoliberalismus. In: Roland Vaubel und Hans D. Barbier
(Hrsg.): Handbuch Marktwirtschaft. Neske, 1986, S. 107–122.
• Willi Alfred Boelcke: Liberalismus: 3b) Neoliberalismus. In: Willi Albers
(Hrsg.): Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaft. Band 5,
Vandenhoeck & Ruprecht, 1983, S. 44–45.
• David J. Gerber: Constitutionalizing the Economy: German
Neoliberalism, Competition Law and the ‚New Europe‘. In: The
American Journal of Comparative Law. 42, 1994, S. 25–84.
• Gerrit Meijer: The History of Neoliberalism: Affinity to Some
Developments in Economics in Germany. In: International Journal of
Social Economics. Vol. 14, Nr. 7/8/9, 1987, ISSN 142–155.
• Gerrit Meijer: The History of Neoliberalism: A General View and
Developments in Several Countries. In: Rivista Internazionale di Scienze
Economiche e Commerciali. Vol. 34, 1987, S. 577–591.
• Christian Müller: Neoliberalismus und Freiheit – Zum sozialethischen
Anliegen der Ordo-Schule. In: ORDO. 58, 2007, S. 97–106.
• Egon Edgar Nawroth: Die Sozial- und Wirtschaftsphilosophie des
Neoliberalismus. Kerle, Heidelberg 1962.
• Jürgen Nordmann: Der lange Marsch zum Neoliberalismus. Vom Roten
Wien zum freien Markt – Popper und Hayek im Diskurs.. VSA Verlag,
Hamburg 2005, ISBN 978-3899651454 (Zugleich Diss. Marburg 2004).
• H.M. Oliver Jr: German Neoliberalism. In: Quarterly Journal of
Economics. Vol. 74, 1960, S. 117–149.
• A. Peacock und H. Willgerodt: German Neoliberals and the Social
Market Economy. MacMillan, London 1989.
• Philip Plickert: Wandlungen des Neoliberalismus. Eine Studie zu
Entwicklung und Ausstrahlung der „Mont Pèlerin Society. Lucius &
Lucius Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8282-0441-6.
• Andreas Renner: Neoliberalismus – Versuch einer Begriffsklärung. In:
Walter Bührer (Hrsg.): Die Schweiz unter Globalisierungsdruck.
Sauerländer, Aarau 1999, S. 35–50. Auch veröffentlicht als Die zwei
„Neoliberalismen“. In: Fragen der Freiheit. Nr. Heft 26,
Oktober/Dezember 2000.
• Manfred E. Streit: Der Neoliberalismus – Ein fragwürdiges
Ideensystem?. In: ORDO. Band 57, 2006, S. 91–98.
• Milene Wegmann: Früher Neoliberalismus und europäische Integration,
Nomos, Baden-Baden 2002 ISBN 3-7890-7829-8
• Hans Willgerodt: Der Neoliberalismus – Entstehung, Kampfbegriff und
Meinungsstreit. In: ORDO. 57, 2006, S. 47–89.
• Gerhard Willke: Neoliberalismus, Campus, Frankfurt/M. 2003, ISBN 3-
593-37208-8
• Joachim Zweynert: Die Entstehung ordnungsökonomischer Paradigmen
– theoriegeschichtliche Betrachtungen. In: Freiburger
Diskussionspapiere zur Ordnungsökonomik. Nr. 8, 2007, ISSN 1427-
1510.

Literatur zum Neoliberalismus als Schlagwort
• Hans Willgerodt: Der Neoliberalismus – Entstehung, Kampfbegriff und
Meinungsstreit, in: Ordo, Bd. 57 (2006), S. 47–89, ISSN 0048-2129

Rezeption und Kritik
Primärliteratur

• Silvia Borzutzky: From Chicago to Santiago: Neoliberalism and Social
Security Privatization in Chile. In: Governance. Vol. 18, 2005, S. 655–674
(doi:10.1111/j.1468-0491.2005.00296.x).
• Pierre Bourdieu: L’essence du néolibéralisme. In: Le Monde
Diplomatique. März 1998 (http://www.monde-
diplomatique.fr/1998/03/BOURDIEU/10167).
• Christoph Butterwegge, Rudolf Hickel, Ralf Ptak: Sozialstaat und
neoliberale Hegemonie, Elefantenpress, Berlin 1998, ISBN 3-88520-718-
4
• Christoph Butterwegge/Bettina Lösch/Ralf Ptak: Kritik des
Neoliberalismus, Wiesbaden: VS–Verlag 2007, ISBN 978-3-531-15185-4
• Mario Candeias: Neoliberalismus, Hochtechnologie, Hegemonie,
Argument, Hamburg 2004, ISBN 3-88619-299-7
• Noam Chomsky: Profit over People – Neoliberalismus und globale
Weltordnung, Europa-Verlag, Hamburg 2003, ISBN 3-203-76010-X
• Ralf Ptak: Vom Ordoliberalismus zur Sozialen Marktwirtschaft.
Stationen des Neoliberalismus in Deutschland. Leske und Budrich,
Opladen 2004, ISBN 978-3810041111.
• Herbert Schui, Stephanie Blankenburg: Neoliberalismus: Theorie,
Gegner, Praxis, VSA-Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-87975-854-9
• Robert W. McChesney: Noam Chomsky and the Struggle Against
Neoliberalism. In: Monthly Review. Vol.50, Nr. 11, 1. April 1999, S. 40–
47.
Sekundärliteratur
• Nils Goldschmidt und Hermann Rauchenschwandtner: The Philosophy of
Social Market Economy: Michel Foucault’s Analysis of Ordoliberalism.
In: Freiburger Diskussionspapiere zur Ordnungsökonomik. April 2007,
ISSN 1437-1510.
• Robert W. McChesney: Noam Chomsky and the Struggle Against
Neoliberalism. In: Monthly Review. Vol.50, Nr. 11, 1. April 1999, S. 40–
47.
• Ljubiša Mitrović: Bourdieu's Criticism of the Neoliberal Philosophy of
Development, the Myth of Mondialization and the New Europe. In: Facta
Universitatis. Philosophy, Sociology and Psychology. Vol. 4, Nr. 1, 2005,
S. 37–49.
• Michael A. Peters: Neoliberal Governmentality: Foucault on the Birth of
Biopolitics. In: Susanne Weber und Susanne Maurer (Hrsg.):
Gouvernementalität und Erziehungswissenschaft. Wissen — Macht —
Transformation. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2006, ISBN 978-3-
531-14861-8 (doi:10.1007/978-3-531-90194-7).