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Reflexionsbericht

Cognitive Load Theory
im Seminar „Pädagogische Psychologie“

Sommersemester 2011
Benjamin Lieberwirth
benjamin.lieberwirth@googlemail.com
Studienfach: Informatik (M.Sc.)

..3......4 2.................11 5..8 4.....................................11 5.......ZUSAMMENFASSUNG DER COGNITIVE LOAD THEORY......2...........................Mein Rollenverständnis als Lehrender..........................1.......2......................................................................................................................................................................................Geplanter Ablauf.....................................................................................................................Tatsächlicher Ablauf......................2...................7 3........................................................................................REFLEXION UND WEITERENTWICKLUNG DER EIGENEN LEHRKOMPETENZ.....................................11 ........................................9 4..................................................Im Rückblick auf das Seminar..............9 4......................2......................................7 3...Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis 1.............................9 4..................Nächste Schritte für die Entwicklung meiner Lehrkompetenz.............7 3..5 3.Die Cognitive Load Theory...........................................................5 2.........................................................................................................Gestaltung von Lernmaterial.............................................4..............................................Beachtung von pädagogisch-psychologischen Theorien und Konzepten bei der Planung der Seminarstunde.................................................................................Lernziele....Belastungsarten der Cognitive Load Theory.......................................................................REFLEXION DER SEMINARSTUNDE..........1......................1.....10 5..............SEMINARSTUNDE IM ÜBERBLICK.EINLEITUNG........................................1............Schwierigkeiten in der Seminarstunde.................................................................................................................................9 4....................................Was lief besonders gut?......................................................................3....3.......................4 2.........3 2.......................................

Die Zusammenfassung lehnt sich hierbei an den Verlauf der gehaltenten Präsentation an. sowie der tatsächliche Ablauf der Stunde. Einleitung In diesem Bericht geht es um die Betrachtung und Bewertung der von mir und meiner Gruppe duchgeführten Seminarstunde zum Thema „Cognitive Load Theory“ im Seminar „Pädagogische Psychologie“ im Sommersemester 2011 unter der Leitung von Christine Otieno. Es folgt ein Überblick über die Seminarstunde. Darunter auch die Lernziele und der geplante. In den beiden letzten Kapiteln des Berichts folgt eine Lehrkompetenzen. Reflexion über die Seminarstunde und über meine . Im ersten Teil dieses Berichts fasse ich das Thema der Seminarstunde zusammen.3 1.

dass unser Arbeitsgedächtnis aus einer „zentralen Executiven“ und zwei Hilfssystemen dem räumlich-visuellen Notizblock sowie der phonologischen Schleife besteht. findet effektives Lernen nur bei effektiver Nutzung des Arbeitsgedächtnisses statt. Durch das Zusammenfassen von Wissenselementen zu Schemata wird das Arbeitsgedächtnis entlastet und es können größere Mengen an Informationen im Arbeitsgedächtnis bereitgehalten und verarbeitet werden. Dieses Modell besagt. dass der Wissenserwerb in vielen Lernsituationen durch unnötige Belastung des Arbeitsgedächtnisses beeinflusst wird. Zusammenfassung der Cognitive Load Theory 2. Die Theorie ist angeknüpft an das Modell der Architektur des menschlichen Gedächtnisses von Baddley. Die Cognitive Load Theory In der Cognitive Load Theory beschreiben Sweller und Kollegen verschiedene Belastungsarten. Die Grundannahme der Theorie lautet somit. Das (Vor-)Wissen wird dabei in Form von sogenannten Schemata aus dem Langzeitgedächtnis abgerufen. sowie dem Erweitern bereits vorhandener Schemata. Wichtige Annahmen von Baddley für die Cognitive Load Theory sind. Schemata fassen mehrere zusammengehörende Wissenselemente zu einer einzigen Information (Chunk) zusammen und dienen außerdem der Organisation und Verarbeitung von Wissen. welche beim Lernen auftreten können und welche den Wissenserwerb beeinflussen. Demnach findet der Erwerb von Wissen hauptsächlich im Arbeitsgedächtnis statt. . Lernen besteht somit aus dem Konstruieren von neuen Schemata aufgrund von bereits vorhandenem Wissen. Ein System kann somit keinerlei Aufgaben eines anderen Systems übernehmen. dass die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses begrenzt ist und dass jedes der Systeme bestimmte Aufgaben abdeckt. verschiedene Belastungen des Arbeitsgedächtnisses zu beschreiben und instruktionale Maßnahmen bereitzustellen. um die Belastungen entsprechend zu minimieren.1. Nach Sweller et al. Ziel der Theorie ist. Eingehende Informationen werden im Arbeitsgedächtnis auf Basis von Vorwissen interpretiert (Elaboration).4 2.

Die Belastung. da sie durch das richtige Gestalten von Lernmaterialen beseitigt werden kann. Belastungsarten der Cognitive Load Theory In der Cognitive Load Theory werden drei Arten von Belastungen des Arbeitsgedächtnisses unterschieden. Gestaltung von Lernmaterial Aus der Cognitive Load Theory lassen sich wertvolle und praktische Gestaltungshinweise und Designprinzipien ableiten. dass zusammengehörige Informationen sowohl räumlich als auch zeitlich nah beieinander präsentiert werden müssen. Legenden. sollten deshalb . Effektives Lernen findet somit nur statt. Sie entsteht durch die kognitive Anstrengung beim Bilden und Automatisieren von Schemata. Dies hat zur Folge.5 2. tritt der sogenannte split attention-Effekt auf.2. dass der Wissenserwerb beeinträchtigt oder sogar überhaupt nicht mehr möglich ist . Umso besser die zur Bearbeitung einer Aufgabe benötigten Schemata vorhanden und automatisiert sind. van Merrienboer & Paas Belastung (intrinsic load). bezeichnet Sweller. Diese ist direkt durch das instruktionale Design des Lernmaterials beeinflussbar und gilt als unnötige Belastung. welche durch die Art des zu lernenden Materials verursacht wird. beschreiben. welche Sweller et al. die gleichzeitig im Arbeitsgedächtnis gehalten werden müssen (Interaktivitätsgrad). Eines dieser Prinzipien ist das Kontiguitätsprinzip. Natürlich ist das Ausmaß der intrinsischen Belastung immer abhängig vom Expertisegrad des Lernenden. wenn die kognitiven Ressourcen optimal ausgenutzt werden und dabei ausreichend freie Kapazität für die lernbezogene Belastung übrig bleibt. 2.3. wird das Arbeitsgedächtnis entlastet und der Lernerfolg verbessert sich. ist die extrinsische Belastung (extraneaous load). Diese Belastung wächst mit als intrinsische der Anzahl an Wissenselementen. die zu einer Grafik gehörend. Die zweite Belastung. die in der Cognitive Load Theory spezifiziert wird. Beachtet man diese. Die Kombination von hoher extrinsischer und intrinsischer Belastung kann zu einer kognitiven Überlastung (cognitive overload) führen. Die lernbezogene Belastung (germane load) ist die letzte Belastungsart. desto einfacher fällt die Bearbeitung der Aufgaben. Denn wenn die Aufmerksamkeit auf verschiedene Informationsquellen aufgeteilt werden muss. Dieses besagt.

dass in bestimmten Situationen das Vorlesen sehr wohl hilfreich sein kann. Es ist wichtig. Dieses Designprinzip heißt Kohärenzprinzip und wird auch oft unter dem Begriff "weniger ist mehr" zusammengefasst. Andernfalls erhöht sich die extrinsische Belastung. wenn diese dazu benutzt werden ein Thema zu organisieren und Beziehungen zu veranschaulichen. Wird Lernmaterial sowohl visuell als auch auditiv präsentiert. Ein Beispiel hierfür ist das Vorlesen eines Textes. Ebenso sollten Grafiken nicht von den eigentlichen Informationen ablenken. wenn die Lernenden die Sprache nicht gut beherrschen oder wenn der Text viele Fremdwörter enthält. Zusätzliche. dass der Lerninhalt hervorgehoben wird und im Zentrum steht. Gleichermaßen sollte man das Präsentieren von identischen Informationen. Es ist deshalb förderlich. wie das Vorlesen von geschriebenem Text neben einer Grafik. Diese Methode ist unter dem Namen Multimediaprinzip bekannt. Werden Animationen benutzt. Texte durch erklärende Grafiken zu unterstützen.6 immer in die Grafik integriert werden. wenn das Material zusätzlich zur visuellen Präsentation durch auditive Erklärungen unterstützt wird. Anzumerken ist. vermeiden. kann ein besserer Lernerfolg erzielt werden. um die neue Information mit bekanntem Wissen in Verbindung zu bringen. Die Befolgung dieser Regeln nennt sich Redundanzprinzip. Der expertise reversal-Effekt ist eng mit dem Redundanzprinzip verknüpft. kommt es zum sogenannten Modalitätseffekt. Stimmt vermitteltes Wissen nicht mit den kognitiven Schemata des Lernenden überein. muss der Lernende zusätzliche kognitive Ressourcen aufbringen. überflüssige Informationen können das Lernen erschweren. . Die Gestaltung von Lernmaterial sollte immer an den Expertisegrad der Lernenden angepasst werden. Mayer&Moreno konnten in einer Reihe von Untersuchungen beweisen. Eingehende und vorhandene Informationen überschneiden sich. dass diese Art der Präsentation von Lernstoff der Präsentation von Animationen zusammen mit Text überlegen ist. Der Einsatz von Grafiken ist lernwirksam.

2 vorgestellten Informationen dargestellt und erläutert werden.1.3. Im Anschluss daran folgte ein Vortrag in Form einer Powerpoint Präsentation in welcher die grundlegenden Züge der Cognitive Load Theory vorgestellt und erläutert wurden. welche von Sweller et al. Tatsächlicher Ablauf . Lernziele Das Ziel der Seminarstunde bestand darin. Geplanter Ablauf Zu Beginn der Stunde sollte zusammen mit den Seminarteilnehmern eine kurze Wiederholung des Gedächtsnismodells nach Baddeley exemplarisch an der Tafel erarbeitet werden. kennen. den Studenten die Cognitive Load Theory zu vermitteln (siehe 2.7 3. In Gruppenarbeit 1 sollte 3.3) und dadurch die Kompetenz besitzen. Anschließend folgte der Teil mit den Gruppenarbeiten. 3. spezifiziert werden (siehe 2. ihr instruktionales Design verbessern zu können. Des Weiteren sollten die Studenten die vorgestellten Gestaltungsprinzipien verstanden haben (siehe 2.2).1 und 2. Es sollten die in 2.2. Seminarstunde im Überblick 3. Sie sollten die Grundannahme der Theorie sowie die verschiedenen Arten von kognitiven Belastungen.1). Das Vorwissen sollte somit aktiviert werden und ein guter Einstieg ins Thema gefunden werden.

2. welcher wenig . allerdings hatten wir uns aufgrund dessen für Folien aus Erstsemesterveranstaltungen (Java und Sozialpsychologie) und für einen offensichtlich schlechten Foliensatz aus der Einführungsveranstaltung von "IT-Security" fachspezifische Begriffe enthielt. Was lief besonders gut? entschieden. entschieden wir uns trotz eventuell auftretendem Redundanzeffekt für das Wiederholen des Modells. Bereits bei der Auswahl der Folien waren wir uns dieser Eventualität bewusst. da aber das Modell ein wichtiger Bestandteil der Cognitive Load Theory ist und es auch Nebenfächler im Seminar gab. 4. wollten wir durch die Wiederholung. Der Text sollte in der Regel dazu dienen. 4.8 4. wie Wissenserwerb stattfindet. entschlossen wir uns für eine Animation mit zusätzlichen Erläuterungen (Modalitätseffekt). die dazu verwendet wurden Prinzipien anhand eines Beispiels noch einmal zu verdeutlichen. dass die Folien möglichst wenig Text enthielten.1. Da wir den Vortrag an den von uns erwarteten Wissensstand der Studenten anpassten. Reflexion der Seminarstunde 4.3. Um das komplexe Modell einfach zu erklären. Ausnahmen waren solche Folien. Auf diese Weise sollten die Studenten dem jeweiligen Referenten mehr Aufmerksamkeit schenken können (Kontiguitätsprinzip und Redundanzprinzip). Zwar liefen wir Gefahr. erreichen. Zwar wurden von unserer Gruppe bewusst einfache Folien ausgesucht. dass einem Teil der Studenten dieses Modell schon oft erläutert wurde. dass das Vorwissen der Studenten aktiviert wird und bereits vergessenes wieder auffrischen. Schwierigkeiten in der Seminarstunde Unvorhergesehene Schwierigkeiten traten beim Bearbeiten der Vorlesungsfolien auf. das Gesagte zu unterstützen. Eine dieser Ausnahmen war die Folie zum Wissenserwerb. jedoch hatten die Studenten mit den fachfremden Folien "IT-Security" und "Java" Probleme. Beachtung von pädagogisch-psychologischen Theorien und Konzepten bei der Planung der Seminarstunde Beim Erstellen des Vortrags achteten wir darauf.

4. Im Rückblick auf das Seminar Schon während der Seminarstunde konnten wir feststellen. Besser wäre gewesen eigene Folien anzufertigen.9 Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten. Die Studenten fanden sehr viele Probleme und Fehler in der Gestaltung der Folien und die abschließende Präsentation der Ergebnisse wurde von ihnen interessiert verfolgt und so entstand eine angeregte Diskussion zwischen den Gruppen. Allerdings fanden sich nur schwer Freiwillige und so störten diese Aufgaben mehr den Vortag. war das Resultat der Gruppenarbeit sehr gut.4. die beim Bearbeiten der Folien auftraten. Im Nachhinein betrachtet. Bei der Planung der Stunde entschieden wir uns dafür authentische Foliensätze zu verwenden. . wie zum Beispiel das Ordnen von Texten nach ihrer Höhe der intrinsischen Belastung. als dass sie ihn unterstützten. Die kleinen Mitmach-Aufgaben während des Vortrags. Diese entstand durch den unbekannten Inhalt der Folien und lenkte die Studenten von der eigentlichen Aufgabe ab. würde ich diese Schwierigkeit auf die zusätzliche extrinsische Belastung zurückführen. sollten zum Mitmachen anregen und das Verständnis der Studenten prüfen. Auf diese Weise hätten wir die extrinsische Belastung besser kontrollieren und den Fokus mehr auf das Finden von Gestaltungsfehlern lenken können. dass die Studenten Probleme mit den fachfremden Folien hatten.

werde ich versuchen in Zukunft mein metakognitives Wissen zu verbessern. ist die Halbwertszeit von Wissen kurz und gerade die Informatik ist doch ein schnelllebiges Geschäft.10 5. Allerdings wird das Ziel des Vortrages nicht der Wissenserwerb der Zuhörer sein.3). sondern vielmehr die Zuhörer von dem Präsentierten zu überzeugen. an denen ich mitgearbeitet habe. meine didaktischen Tätigkeiten werden sich fast ausschließlich auf das Halten von Vorträgen begrenzen. Mein Rollenverständnis als Lehrender Ich sehe mich eher in der Rolle eines Referenten als in der eines Lehrers im traditionellen Sinne. Da für mich auch das eigenständige Lernen wichtig ist. ob ich Gelerntes wirklich verstanden haben und auch auf andere Szenarien transferieren kann. 5. Mittlerweile weiß ich aber. Als Lehrer werde ich somit nur für mich selbst tätig sein. Diese sollte man später auch auf reale Probleme anwenden können. Das heißt. Reflexion und Weiterentwicklung der eigenen Lehrkompetenz 5. so dass diese vom Vortrag weder gelangweilt noch überfordert werden. werde ich in Zukunft genauer auf Ziele und Orientierung des Vortrags eingehen. Nächste Schritte für die Entwicklung meiner Lehrkompetenz Um meine Vortragsunterlagen zu verbessern. wie wichtig dieser Teil für die Zuhörer ist. vorstellen. Außerdem werde ich versuchen Grafiken nach den Gestaltungsprinzipien der Cognitive Load Theory anzufertigen (siehe 2. Schließlich lernt man in der Informatik sehr viele Algorithmen kennen. Ich werde vor allem Wert darauf legen mich selbst zu überprüfen. Das Vermitteln von Informationen und Wissen wird somit natürlich auch im Vordergrund stehen.2. Zuvor habe ich den einleitenden Überblick eines Vortrags nur als Muss-Kriterium angesehen. Denn wie bereits in der Vorlesung zur pädagogischen Psychologie angesprochen wurde. um Arbeiten und Projekte. . Ebenso werde ich weiterhin versuchen meine Vorträge auf die Zuhörer zuzuschneiden.1.