KOPP EXKLUSIV: Geheime Hintertüren in »Microsoft«Programmen

Udo Ulfkotte

Regelmäßig veröffentlicht »Microsoft« Updates, mit denen angebliche Sicherheitslücken in den Programmen geschlossen werden sollen. Und je mehr dieser Updates man installiert hat, umso sicherer ist der jeweilige Rechner. Wer dennoch behauptet, Microsoft habe unmerklich geheime Hintertüren in seinen Programmen versteckt, der ist entweder ein Anhänger von Verschwörungstheorien oder aber ein Lügner. Seit wenigen Tagen aber hat sich Microsoft – wahrscheinlich versehentlich – selbst ein Bein gestellt, denn es gibt einen geheimen Schlüssel, der alle Türen öffnet …
Wer in den letzten Tagen aufmerksam die an der Westküste der Vereinigten Staaten erscheinende renommierte Zeitung Seattle Times gelesen hat, der glaubte auf den Technologie-Seiten den eigenen Augen nicht zu trauen. Auf einer Seite, die nüchtern technische Fortschritte beschreibt und Verschwörungstheoretikern eigentlich keinen Stoff für wirre Gedankengänge bietet, da fand man einen auf den ersten Blick alltäglichen Bericht über Hilfestellungen von Microsoft für Sicherheitsbehörden. »Microsoft device helps police pluck evidence from cyberscene of crime«, lautete die Überschrift. Nach diesen Angaben hat Microsoft an 2000 Sicherheitsbehörden in 15 Staaten der Welt einen USB-Stick verteilt, der über wahrlich teuflische Eigenschaften verfügt: Der USB-Stick kann jegliche Verschlüsselung auf fremden Rechnern überlisten, Passwörter können ausgelesen werden (ohne die Tastatur des Rechners auch nur zu berühren) und der USB-Stick findet jede auch noch so versteckte und gesicherte Datei auf einem Rechner. Neben den amerikanischen Mitarbeitern der Sicherheitsbehörden haben auch polnische, neuseeländische und philippinische Sicherheitsbehörden den Microsoft-Stick bekommen – und natürlich auch das deutsche Bundeskriminalamt. Der Stick heißt bei Microsoft »Computer Online Forensic Evidence Extractor« (COFEE) und wurde schon im Juni 2007 verteilt. Weil die damit beschenkten ausländischen Sicherheitsbehörden offenkundig äußerst zufrieden waren, gibt es in diesen Tagen ein Treffen am Microsoft-Sitz in Redmont, bei dem die Beschenkten zusammen kommen und ihre Erfahrungen austauschen dürfen. Vielleicht gibt es ja wieder ein Geschenk, mit dem man die Hintertüren der Microsoft-Produkte ganz schnell öffnen kann? Und vielleicht werden wir in etwa einem Jahr in der Seattle Times dann wieder etwas darüber lesen können.

Nun wissen wir also, dass es offenkundig Hintertüren an Microsoft-Produkten gibt. Diese Hintertüren und die USB-Sticks, mit denen man sie öffnet, dienen natürlich ausschließlich der Bekämpfung von »cyber-crime«. Da bliebt nur eine Frage unbeantwortet: Was passiert eigentlich, wenn ein Wirtschaftsspion einen solchen in immerhin 15 Ländern von Microsoft verteilten USB-Stick als Türöffner in die Hände bekommt? Was machen all jene Unternehmen, die für viel Geld und mit großem Engagement ihre Daten gegen unbefugtes Ausspähen gesichert haben, wenn in 15 Ländern Menschen mit einem Mini-Tool ausgestattet sind, das ihnen zumindest bei Microsoft-Produkten jede Türe öffnet? Immerhin sollen ja auch die Chinesen solche USBSticks haben ... Mittwoch, 07.05.2008 Kategorie: Allgemeines, Enthüllungen © Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, beim Kopp Verlag, Rottenburg Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muß nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.

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