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Journalistische Berichterstattung über Russland: Ein weiterer
großartiger Sieg
Posted By Daniel Taake On 24. April 2014 @ 10:50 In Alle Beiträge,Autoren-Home,AutorenMedien,Editors Pick,Standard RSS | 11 Comments

Einen Schritt weiter auf der Leiter der glänzenden Erfolge westlicher Diplomatie. Russland gibt
nach, Kerry verkündet, Steinmeier gibt zu bedenken, Merkel gratuliert, Obama droht verhalten.
Die Schrottpresse fühlt sich schlecht informiert. Oder sollte man besser sagen, »gar nicht«? Das
Genfer Verhandlungsergebnis kann eigentlich schlecht das Ergebnis der Multimediashow Putins
sein; da muss noch etwas anderes passiert sein. Auch der etwas wirre Auftritt Edward Snowdens
war wohl weniger einem sachlichen Beitrag zur Lage als einem moralischen Wink in Richtung USAdministration geschuldet.
Was passierte also tatsächlich?
Wir werden es wohl nicht erfahren. Das nachvollziehbare Bedürfnis, sich das positive Ergebnis
des Gipfels unter den Nagel zu reißen, haben alle Beteiligten. Und weil das Ergebnis in
Anbetracht der Eskalationen der letzten Tage wenigstens beruhigend ist, will man auch gar nicht
so sehr nachfragen. Es bleibt die Hoffnung, dass die Beschlüsse erst einmal Realität werden –
dann kann man weiter sehen.
Die Frage nach der Qualität der Berichterstattung bleibt allerdings.
Die war vor Monaten schon mies, ließ im Lauf der Ereignisse stark nach, um sich dann noch
weiter zu verschlechtern. Ein Armutszeugnis für die sogenannte Qualitätspresse.
Die überwiegende Mehrheit des Publikums scheint diese Einschätzung geteilt zu haben. Verfolgt
man Leserbriefe und andere Reaktionen auf die tendenziöse Berichterstattung, wird klar, dass es
nicht gelang, die verordnete Botschaft erfolgreich unters Volk zu bringen. Zu groß die
Widersprüche, zu einseitig die Berichte. Ein weit verbreitetes Unbehagen darüber, dass es wohl
»irgendwie falsch laufe«, aber nicht aus den kolportierten Gründen.
Manchmal braucht man jemanden, der es einem erklärt. Selten findet sich jemand; in diesem Fall
aber doch.
Die etwas Älteren werden sich vielleicht an die Journalistin Gabriele Krone-Schmalz erinnern, die
zwischen 1987 und 1992 als Korrespondentin im ARD-Studio Moskau bekannt wurde, von wo sie
über den Zerfall der Sowjetunion berichtete. Zwischen 1992 und 1997 moderierte sie den
»Kulturweltspiegel«.
Frau Krone-Schmalz erfreut sich auf der Schrottpresse großer Sympathie. Diese gute Meinung
wurde durch ein Interview vom 16. April diesen Jahres wieder einmal bestätigt.
Transkriptionen sollen nicht zur schlechten Angewohnheit dieses Blogs werden, aber in diesem
Fall lohnt es wirklich. Für die Hörer unter meinen Lesern noch der Link auf das Video bei Youtube,
aber wer lesen kann …
[Transkription von Daniel Taake (Anm. d. Red.)]

Frau Krone-Schmalz, wir Medien kriegen in den letzten Wochen sehr viele Zuschriften.
Printredaktionen, Hörfunkredaktionen und Fernsehredaktionen zugleich, von
Zuschauern, von Usern, die sich beschweren über unsere Russland–Berichterstattung,
die eine gewisse Einseitigkeit feststellen. Können Sie das teilen?
Das kann ich teilen. Ich kriege diese Mails und diese Zuschriften ja auch. Das ich kann teilen,
weil es sind in der Tat Fehler gemacht worden. Die kann man auch benennen.

die über Krieg und Frieden zu entscheiden haben. nachdem der erste Weltkrieg ausgebrochen ist. Ich denke. auch wenn sich das manchmal durch die Quoten nicht zu bestätigen scheint. die ja nun mal in einem System leben.Tun Sie mal — Ein großer Fehler hat sich eigentlich schon Ende letzten Jahres abgespielt. bei dem anderen will ich mich nicht aus dem Fenster hängen – ist sehr. Oder – in der Berichterstattung über Russland – da weiß ich es nun besonders. Oder wenn von pro-russischem Mob die Rede ist und dieser Begriff es bis in die öffentlichrechtlichen Nachrichten schafft. dass wir verpflichtet sind. aber ich habe den Eindruck. in unserem System der Demokratie. die meisten Leute. und die ja irgendwann auch in die Lage kommen. Und dann – und ich glaube. Wenn Sie mal darauf achten. »was meinen Sie«. und nicht die einen Interessen weiß malen und die anderen Interessen schwarz malen. Das meine ich mit professionell in der Politik. »vermutlich«. bevor sie etwas sagen. in Peking. Ich gehe mal davon aus. »wahrscheinlich«. und dass sie dann rebellieren. Also. Entscheidungen treffen zu müssen auf einer soliden Grundlage. etwas passiert. wir. Also wenn beispielsweise der Moderator im Studio fragt den Kollegen vor Ort: »Droht der Ostukraine jetzt das gleiche Schicksal wie der Krim?« Das darf nicht sein! Das gehört da nicht hin. dass sie mehr Hintergründe wollen. Das beantwortet aber nicht die Frage. »was denken Sie«. Was meinen Sie damit: unprofessionelle Entscheidungen. und es ist sehr oft Europa genannt. die werden dieses Assoziierungsabkommen auch nicht gelesen haben. Man hätte im Zusammenhang mit der Ukraine viel. ist sicher schwierig. und professionell in den Medien meine ich. dass wir verpflichtet sind. das merken sie ganz extrem – diese entlarvenden Automatismen. in Brüssel – dass wir Interessen auch beim Namen nennen und den Bürgern darlegen. sehr oft von »wohl«. wie präzise oder unpräzise mit Begriffen umgegangen wird: Europa und EU ist nicht dasselbe. Also: Diese Kluft zu erklären. »offensichtlich«. in Moskau. Die Fragen. sind ja auch darauf ausgerichtet: »Was glauben Sie«. die Medien. um dann auf die Kluft zu kommen. Interessen – egal. da müsste man sich viel öfter verweigern. wo man ernsthaft Angst haben muss. ob in Washington. Das mag schon sein. dass Bürger. über das ja jeder geredet hat. unprofessionell arbeitende Medien? Ich gehe davon aus. dass die Welt nicht nur in Gut und Böse zu unterteilen ist. die von den Kollegen in den Studios kommen. Und Bürger sind offensichtlich nicht so dumm. sonst wären sie möglicherweise über Paragraph 7 gestolpert. so in der Richtung die Rede. das man demokratisch nennt. was wir alle nicht überleben. Und das passiert mit Blick auf Russland eindeutig. wo diese Kluft herkommt zwischen öffentlicher Meinung und veröffentlichter Meinung gerade. man an einer Stufe steht. die sich jetzt beschweren. dass Menschen. Inwiefern? Welche Interessen müssten wir beim Namen nennen? Das EU-Assoziierungsabkommen ist ja über weite Strecken so dargestellt worden. Das stimmt sicherlich. Ich will vielleicht erst mal noch ein paar offensichtliche Fehler aufführen. mal erklären sollen. diese Kluft zwischen Journalisten und Publikum. wenn hundert Jahre. dass ihnen das nicht auffällt. wo sie ihren Ursprung haben. dass die meisten unserer Kollegen dieses Abkommen nicht gelesen haben. Von Konvergenz auf diesem Gebiet. viel früher das EU-Assoziierungsabkommen. dass sie sich überlegen. als sei es eben . zum Beispiel. dass Bürger sich ein gutes Gespür dafür bewahrt haben. was es auslösen kann. wenn EU gemeint ist. das Publikum. und ich denke. dass man genauer hingucken muss. darin ist nämlich von militärischer Zusammenarbeit die Rede. Auch das merken Zuschauer. dass durch eine unprofessionelle Entscheidung – um es mal so zu sagen – vorbereitet durch unprofessionell arbeitende Medien. hätten zu einem frühen Zeitpunkt wissen müssen – und es auch verkünden müssen – dass dieses Assoziierungsabkommen die Ukraine zerreißt.

»wie der schon aussieht!« und »der kommt ja aus dem KGB«. welche Interessen die Russen haben – … ihr erklärt es nicht richtig … überschlagt ein paar Sachen — Ja! Das teilen Sie? Ja. was ja so weit geht. ihr guckt nicht genug nach Moskau . dass wir offensichtlich nicht nur den sogenannt mündigen Bürger haben. darzustellen. die Ukraine rüberzuziehen. sondern in einer Art Reflex quasi automatisch auf die andere Seite wechseln und sich von ihm distanzieren. dass man Brüssel als Hort der Freiheit. Und dann. ihn beschuldigen? Wie würden . sagen ja: Ihr berichtet einseitig. in die Freiheit. dass EUEinbindung und Zollunion. Sie würden behaupten. des Wohlstandes. Stattdessen – was ist passiert? Das wissen Sie genau so gut wie ich! Stattdessen ist passiert. dass man von Anfang an Putin nie ernst genommen hat. der Chance für die Ukraine dargestellt hat (was ja so sein kann. Und das ist mit Russland nicht der Fall! Das heißt. Nichtsdestotrotz. finde ich. darüber zu reden. dass manche Dinge nicht so laufen. die [. eine realistische Berichterstattung – egal. Das ist mir einfach zu primitiv in meinem Job! Aber war das wirklich ausschließlich so? Nein. und sieht. das war natürlich nicht ausschließlich so! Aber es reicht ja. der sich das auf die Dauer nicht gefallen lässt. finde ich. dass das nur russische Propaganda ist. und aus Moskau automatisch – alles was aus Moskau kam – mit einem negativen Vorzeichen versehen wurde. wenn der Mainstream so ist! Und was mich erfreut. weil. Was ja so weit geht (und ich finde. Im Prinzip liegt es an der Berichterstattung. über Afrika oder über sonst was – muss sich erst mal intensiv auseinandersetzen mit bestehenden Freund-Feindbildern. was alle Ukrainer oder die Ukraine als Ganzes will. muss man – egal. und man muss die jedes Mal immer wieder durchfiltern. die wir bekommen. dass das irgendwie zusammenpasst – dass. wenn man selber eine bestimmte Auffassung von seinem Job hat. dass natürlich die EU auch Interessen hat. Das ist am Anfang nicht passiert. wie ich sie machen würde. dass auch Vorschläge. und nicht das (das ist auch ein großer Fehler der Medien gewesen – für meine Begriffe der Politik auch. So wie ich das erklärt habe – so wie ich das erklärt habe: In den Punkten teile ich das! Sagen wir mal so: Es grenzt ja an Selbstmord. wenn man Kollegen kritisiert. Das interessiert uns Richtung Westen niemals! Also diese Dinge! Das gehört für mich zu seriösem Journalismus von allen Seiten: Das so neutral wie möglich dem Grenzen gesetzt sind. ob einem die bestimmten Protagonisten nun sympathisch sind oder nicht –. Dass dann in einem solchen Moment beide Interessen – die von Moskau und die von Brüssel – eine Rolle spielen: Das ist die Aufgabe von Medien. aber nicht nur so ist).] unsere Zuschauer. Dann muss man sich die bewusst machen. sondern den mündigen Bürger haben. dann muss man zumindest mal sich anhören.. ihr versteht nicht. in das. Eurasische Union. aber mit der habe ich nichts zu tun). was diejenigen zu sagen haben. muss es sein. Was: An der Berichterstattung? Die Beschwerden. wie kriegt man es hin.die Tür in den Westen. Ich finde. das dürfen Journalisten nicht mitmachen).. wie geht man jetzt damit um. für eine realistische Berichterstattung. die sich jetzt beschweren bei uns in den letzten Wochen: An den Argumenten haben Sie nichts auszusetzen – die Argumente teilen Sie ja. Es ist sehr sporadisch – und man muss schon danach suchen – darüber geredet worden. die aus welchen Gründen auch immer entstanden sind. in den Argumenten. wenn solche Vorschläge aus Moskau kommen. Aber das heißt. dass Medien Putin nicht ernst nehmen. seine Argumente nicht ernst nehmen. über die man zumindest diskutieren kann – welche Konstruktion soll jetzt die Ukraine bekommen. ob jetzt über Russland.

nein. wie viele Zeitungen der vorher kontaktiert hatte … Zum Beispiel! Also ich freue mich darüber. »Putin. »so kann es nicht sein«. das war nicht per se völkerrechtswidrig – zumindest nicht der Anschluss der Krim — Es gibt ja diese Stimmen da draußen. weil sie sagen. Putin! Als ob Russland nur aus Putin bestünde! Übrigens – ich weiß ja nicht.. Für die Unterschwelligkeiten. der Große«. bringt uns aber in ein Durcheinander in unserer Argumentation. der über das Völkerrecht geschrieben hat: Da kann man ja mal fragen. Das ist ja auch das. »endlich mal!« Dieser Kollege. ist. dass alles falsch ist! Natürlich finden Sie überall immer mal wieder Artikel. ob ich die Typen. was sich jetzt im Ostteil der Ukraine abspielt. Und das ist Ihrer Meinung nach passiert? Hab ich doch gesagt! [Das Lächeln zu dieser Antwort bei Min. und den kann man auch daran festmachen: Für mich ist Journalismus – egal. Es hat ja auch was von Bequemlichkeit. Mein Weltbild ist – egal in welcher Richtung – nie Entweder-oder. wir Medien machen. Da könnte man eine LoseBlatt-Sammlung daraus machen. Und mit Blick auf Russland ist fast immer Häme oder ein Vokabular wie »angeblich« oder »soll so«. was alle machen. dass wir den Fokus auf Dinge legen. in einer solchen Situation. die großen Talkshowtitel der letzten Wochen [. wir uns mit unserem Verantwortungsbewusstsein als Journalisten nicht leisten sollten. wofür ich auch nicht zur Verfügung stehe. Die FAZ hat einen längeren Essay von einem Strafrechtler veröffentlicht. Oder im Grunde genommen auch die Schlagzeilen. das heißt ja nicht. »Putin weiter auf dem Vormarsch!«. dann muss ich gut munitioniert sein. die ich interviewe gut finde oder nicht – hat auch was mit Respekt zu tun. dass auf der Hauptstraße mit diesen ganzen Unterschwelligkeiten etwas nicht stimmt Richtung Russland – den teile ich. »Spielt Putin mit dem Feuer?« [Sie unterbricht ihn] Genau! Putin. das. die eigentlich keine Bedeutung haben. Das ist so eins. und das ist auch ein schönes Forschungsthema. Das ist mir zu primitiv. über die sich mittlerweile die Bürger aufregen.Sie das beschreiben? Ist das eine Art Reflex? Möglicherweise auch eine Art Reflex. Wenn ich das mache. die es so gibt: »Russland zündelt« oder »Wer stoppt Russland?« Das sind alles so Dinge – finde ich –. von denen Sie sprechen? Könnten Sie da noch mal ein paar Beispiele nennen? Was sind das für Unterschwelligkeiten in der Berichterstattung? Zum Beispiel »pro-russischer Mob«. Wenn ich gegen den Strom schwimme. aber im Prinzip.] rauszusuchen. das war keine Annexion. aber den Eindruck. Was auch nicht geht. »Wie gefährlich ist Russland?«. »Gibt es jetzt Krieg?«. wo ich mich auch freue und denke. die wir machen. ob das wirklich so ist? Ich hab in einem meiner Bücher mal ein ganzes Kapitel mit dem Titel »zweierlei Maß« überschrieben und habe da eine ganze Reihe Beispiele gesammelt. und ich bin schneller fertig mit meinem Job. Es heißt ja nicht. Das ist ein Witz! Also . Warum wird das nicht verglichen mit den Vorgängen in Kiew? Das wäre die bessere Parallele. Es gibt auch immer wieder kritische Kollegen. 8:13 muss man gesehen haben!] Aber nun muss man ja auch sagen: Sie saßen bei Anne Will in der Talkshow und konnten quasi Ihren Standpunkt vertreten. ob das irgendwo auch noch hinpasst … aber einer der Fehler. wird mich keiner fragen. in dem erklärt wird: Nein. Das geht gar nicht! Wir haben nie »pro-europäischer Mob« gesagt! Hätte man machen können. wenn Mainstream über Russland in eine bestimmte Richtung geht. Also beispielsweise Herr Klitschko als Oppositionsführer in der Ukraine. damit ich gute Argumente habe. die für eine Schlagzeile vielleicht gerade noch so zu verkraften sind. wird immer verglichen mit der Krim. aber hm. was in der Krim passiert ist. Ich hab mir mal die Mühe gemacht.. wenn die Bandbreite mal zu sehen ist. »Putins Machtspiele«.

muss ich Ihnen ehrlich sagen. dass es eine sehr heterogene Welle ist. die selber nachdenken. Es ist sicher ein Vorteil. da sind Amerikahasser dabei. weil dann hat man eher eine Chance. die sind farbloser. sondern man muss viel mehr versuchen. mit denen man sich eben argumentativ auseinandersetzen muss als Medien. wenn man von anderen Ländern etwas mehr begreifen will. das bedeutet für mich Hoffnung. wenn die Berichterstattung wirklich so einseitig war und all diese Fehler begangen wurden: Worauf ist das zurückzuführen? Ist das wirklich pure Bequemlichkeit. Das ist eine Gefahr! Und diese Gefahr bin ich oft eingegangen. Die Tatsache. bevor man irgendetwas sagt. wenn man in Gut-Böse unterteilen kann. Aber das erwarte ich von Journalisten. wenn man wegen der Technik in der Lage ist. denn das ist für mich der Tod einer rechtsstaatlich verfassten demokratischen Gesellschaft. Es gibt darüber eine sehr interessante Bachelor-Arbeit. dann darf man sich in der Auslandsberichterstattung nicht immer nur auf die exorbitanten Dinge. Die wirklichen oppositionellen Politiker. die uns gerade da an Kritik entgegenschwappt ist. Um das zusammenzubinden: Ich bin ohnehin der Auffassung. oder Freunde. da sind aber auch sehr viele Vernünftige dabei. wie wir das gerade schon andiskutiert haben. kommen ein paar Dinge zusammen: Das immer noch nicht überwundene Ost-WestDenken – es ist einfacher. also diese Sammelbewegung? Das ist auch eine ganz heikle Geschichte. Wie beurteilen Sie das. man kann nicht die richtigen Themen den falschen Leuten überlassen. aber nichtsdestotrotz sehr wirkungsvoll. mit Blick auf noch mal nachdenken. die sind nicht so … Die kennt hier keiner. Der hatte in Russland überhaupt keinen politischen Rückhalt. da sind eben die Leute vom rechten Rand dabei. dass sich Menschen weniger interessieren für komplizierte Zusammenhänge – was ja manchmal aus den Quoten so abzulesen ist. und – und das verhehle ich ja gar nicht: Heutzutage stehen Journalisten ja auch zeitlich und sonstwie wesentlich mehr unter Druck. so zu arbeiten. der wurde von uns hochgehypet. Und was die an Arbeit machen. ganz bewusst zurückhalten. was dabei rausgekommen ist. auf die explosiven Dinge stürzen. da haben wir den Schachspieler Karpow – der war mal ein Konkurrent von Putin … also in Anführung. ganz schnell zu reagieren. als ich das in meiner aktiven Zeit gestanden habe. mit denen man nichts zu tun haben will. das ist einfach einfacher.jeder zweite Ukrainer lacht sich tot darüber! Wir hatten eine Zeit. wenn sich keiner mehr wehrt. Ich kenne viele – auch Kollegen. wenn man Argumente bringt oder wenn man sich wehrt. und das ist nicht uninteressant. Das Problem ist so ein bisschen an dieser Welle. weil . Wenn das jetzt alles stimmt. deutlich absetzt. dass man sich von denen. Aber es ist ein Nachteil mit Blick auf Recherche. egal – die sich bei manchen Themen zurückhalten. Das geht! Aber auch das ist unbequem. Aber nötig. da auch ein Forschungsthema draus zu machen. oder man glaubt. es wäre dringend nötig. und man muss dann eben so gut vorbereitet sein. sondern dass es immer noch einen Bodensatz von politisch interessierten Menschen gibt. Aber: Ich finde. dass offensichtlich die Leute da draußen das merken und das jetzt auch kommunizieren – was bedeutet das? Das bedeutet für mich Hoffnung. ein Land zu verstehen. weil es offensichtlich nicht so ist. was Sie sagen. die das Russlandbild in Deutschland untersucht hat. auf die außergewöhnlichen Dinge. vom Alltag zu transportieren. dazu brauchen Sie ein breites Kreuz. ein Konkurrent. und ein einfaches Freund-Feind-Schema. Ich habe versucht. dass man. Jetzt so aus dem Stegreif. mit Blick auf noch mal absichern. ist sehr unspektakulär. es aus den Quoten abzulesen –. was da bedient wird? Worauf ist das zurückzuführen? Ich glaube. um die Welt zu sortieren. Jetzt würde ich noch mal auf die Berichterstattung über die Krim zurückkommen. Und sich da zu wehren. die sich auch wehren. Da sind Verschwörungstheoretiker dabei. denke ich. weil sie eben nicht vor falsche Karren gespannt werden wollen.

weil. festemang. und ich habe das immer mit einem bestimmten Respekt gemacht. aber man muss differenzieren. es kann nicht sein. dann sagen wir: Das kann ja nicht stimmen! Also. was da rumsprang. also »Ihr müsst wählen gehen« oder »Ihr müsst das und das wählen« . 90 Prozent der Montenegriner für die EU entscheiden. Und das ist gefährlich. ich bin ja jemand. die Russen haben auf jeden Fall das Völkerrecht gebrochen – es gibt Teile. Das wünsch ich mir. Auch da muss man differenzieren. ja. Das heißt ja aber nicht – und das ist die Reaktion vieler Schreiber. war ja nicht mit der Kalaschnikow hinter den Leuten. Fakt ist. Ich sehe ja ein. aber ich bilde mir ein. So. über deren Lebensrealität man berichtet. und dass tatsächlich die Krimbevölkerung sehr stark pro-russisch ist und offensichtlich zu Russland gehören möchte. widerstreitende Prinzipien in sich vereint: Das eine ist die territoriale Integrität. dass ich meinen Nachbarn nicht eher tadele. also die Unverletzlichkeit der Grenzen. wie ich finde. dann finden wir das ein tolles Ergebnis. ich habe das immer auf einem bestimmten Niveau gemacht. Das ist sicher richtig. im Grunde genommen haben wir so. Diese ganzen umstrittenen völkerrechtlichen Fragen – das ist dann die eine Sache. das heißt: Manitu. ein bisschen mehr Zurückhaltung und ein bisschen mehr Differenzierung. weil – Um Himmels Willen! Also. die über Völkerrecht geredet haben. dass es fair verlief. weil die russische Militärpräsenz da war. und der Begriff Annexion ist völkerrechtlich falsch! Zumindest kann man darüber diskutieren. sehr positiv dar. wir haben wenig Zeit. die ukrainischen Soldaten in den Kasernen zu halten. das ist da drin. der auch in seiner Arbeit in seiner aktiven Zeit viel kritisiert hat. das es null und nichtig ist. gib. das ist mir wichtig: Viele Leserbriefschreiber stellen Putin im Moment sehr. wenn ich das mal so platt sagen soll. dass das Referendum eigentlich auf einer völlig falschen Basis stattfindet. ich weiß nicht. nie so ausgedrückt -. dass das Völkerrecht zwei. also großer Geist. Aber wenn sich 90 oder 97 Prozent der Bewohner der Krim für Russland entscheiden. indianisches Sprichwort. Also wenn sich. aber auf einer anderen Stufe . Das ist wahrscheinlich so eine Art Überreaktion. Aber wenn Sie gerade das Referendum ansprechen: 97 Prozent – das wurde ja auch in den deutschen Medien breit berichtet. Ja? Das eine wie das andere ist nicht so … hätte man vielleicht . ob er richtig ist – ganz vorsichtig gesagt. Wie haben Sie den Tenor der Berichterstattung wahrgenommen? Der Tenor der Berichterstattung war ganz einfach: Alle haben sofort den Begriff Annexion gebraucht. wo das so ist. dass es dieses Referendum gab. und das andere Prinzip – nicht weniger wichtig – ist das Selbstbestimmungsrecht. weil sonst hätte das Referendum nicht stattfinden können. im Grunde genommen haben wir eine Entwicklung durchgemacht von einer Gorby-Manie in eine Putin-Phobie. dann lösen Sie damit ja im Prinzip eine Grundlage für eine Entscheidung aus. im Grunde. Also sich hin und wieder in die Lebensrealität derjenigen zu versetzen. für null und nichtig – dafür sorgt. ich sag mal. dass wir Selbstbestimmungsrecht für bestimmte Gegenden der Welt akzeptieren und für andere Gegenden nicht akzeptieren. auch. Aber das russische Militär. dass man sozusagen Putin in ausschließlich positivem Licht darstellen kann. die da gewählt haben. die wir jetzt sehen –. die das Referendum eigentlich. als ich eine Meile in seinen Mokassins gewandert bin. Es gibt ein sehr schönes. die waren dafür da. also auch null und nichtig ist. sondern die waren dafür da. aber im Grunde genommen wurde ja auch berichtet. hilft! Das heißt. Die Russen durften nicht außerhalb ihrer im Pachtvertrag festgelegten Stellungen mit Militär da rumlaufen.dieser Merkel-Artikel mich auch schon beeindruckt hat. in der UN-Carta und in vielen anderen Dingen. Das wurde berichtet. Fakt ist – und das haben die meisten. Und mit dem Völkerrecht zu argumentieren und zu sagen. aber — Wie sehen Sie das? Sagen wir so: Auch bei den Medien. Und jetzt muss man von Fall zu Fall gucken: Was schlägt was? Und es kann nicht sein – und da haben offensichtlich Bürger ein feineres Empfinden für –. Das hätte sicher stärker berichtet werden müssen. und das konnte man an Ort und Stelle einfach begucken. Das wurde ja schon berichtet. Von daher haben sie das Recht gebrochen. zumindest zwei.

dann hat das für meine Begriffe aber nicht die Bohne mit Antiamerikanismus zu tun. ja? So. haben darüber vergessen. Es gibt so intelligente Proteste in Russland. wenn Sie so wollen. als käme dieses Argument. mich zu wehren und zu sagen. Die sagen. die sich entsprechend äußern. »hört mal auf. Foltergefängnisse. dass. um das alles aufzuzählen. Es gibt Antiamerikanismus. die die USA ja mal hatten. Man kann ja auch die USA kritisieren … Ja eben: Das wäre ja schön. was dieser Mann – ob man den sympathisch findet oder nicht – für das Land geleistet hat. was eine Rolle spielt nach meinem – Aber das Interessante ist ja. es gibt so interessante Zusammenkünfte zwischen aufmüpfigen Leuten und Regierungsstellen. sondern einfach nur mit einer realen Wahrnehmung der Welt. Das würde was bringen über. so negativ über Russland zu berichten. sondern ist – würde ich mal sagen – ein Bedürfnis nach Gerechtigkeit. Das ist mir zu platt. »Halt. das kommt mir so vor. dass wir ein realistischeres Bild von dem haben. Was heißt Überreaktion? Vielleicht ist es insofern eine Reaktion. dass es anscheinend mit Russland verwoben wird gerade. dass sie anders berichtet werden. weil viel zu lange zu kurz gekommen ist. was immer – NSA nicht zu vergessen –. anders wahrgenommen werden. wird der russischen Realität im Moment nicht gerecht. spielt der Antiamerikanismus eine große Rolle. stopp! Das darf doch so nicht sein!«. halte ich. wenn bestimmte politische Entscheidungen in einem Teil der Welt stattfinden. als ob denen die Argumente ausgehen. Es gibt viel zu kritisieren – du lieber Gott: Die Zeit haben wir heute nicht. Haben Sie da eine Erklärung für? Wie hängt das zusammen? Ich bin sehr skeptisch. anders kommentiert werden. und sich dann mit denen auch auseinandersetzt. wenn die von amerikanischem Verhalten enttäuscht sind. zu sagen. es gibt Anti-Ichweißnichtwas – ich bin aber sehr skeptisch. Es gibt so interessante Programme von unseren Kollegen in Russland. Ich finde es völlig legitim. Das würde ich mir wünschen. die jetzt Russland besser dastehen lassen wollen«. Bürger in der deutschen Gesellschaft. über Putin zu berichten: Guckt doch lieber mal. Aber das eine hat ja mit dem anderen wenig zu tun. halte ich für legitim. wenn ich da versuche. »dem haut ihr immer einen auf die Mütze. und auch nicht dem derzeitigen und schon dreimaligen Präsidenten Putin. dass diese Wahrnehmung. wenn die deutsche Gesellschaft. das als Grund anzuführen für eine positive oder positivere Sichtweise Russlands. dann zu sagen: Diese Werte-Führerschaft. die sich richtig was trauen. was in den USA los ist!« Das halte ich für legitim und hat nichts mit Antiamerikanismus zu tun. Guantanamo.so nicht machen müssen. dann ist man enttäuscht. Ein interessanter Punkt. die sich jetzt gerade beschweren. das ist nicht das. Aber es nur so zu sehen. wenn das so ist … Ich denke. was in Russland keine Rolle gespielt hat. die wir bekommen. Bei uns hat das aber in der Berichterstattung keine Rolle gespielt. Und das verstehe ich nicht. haben sie irgendwie doch so ein bisschen verwirkt – vorsichtig ausgedrückt. was sich in Russland abspielt. wie gesagt. was in Russland wirklich wichtig war. den ich noch nicht so ganz verstehe: In diesen Briefen. was auf Antiamerikanismus oder Anti-Ichweißnichtwas rausläuft: Das ist nicht. Alles. Und ich finde es auch völlig legitim. Also: Irak-Krieg Lüge … hm? Weiß man mittlerweile … was weiß ich … Killerdrohnen. im Alltag. Wir haben uns anderthalb Jahre an Pussy Riot aufgehangen. Wenn ich das deutlich beim Namen nenne. und das war schon eine ganze Menge. dass man das auch mal hier zur Kenntnis bringt. Es kommt mir auch so vor. Wer verbindet das mit Russland? Na ja gut: Die ganzen Leute. »das sind ja nur die Antiamerikaner. und der macht so . Und das ist natürlich ja auch ein ganz schönes Beispiel.

Wir haben ja darüber diskutiert. zumindest anfangen.info URL to article: http://www. wenn man auch zwei Antipoden da stehen hat. Es gibt Leitmedien. weil ganz unterschiedliche Redaktionen in unterschiedlichen Teilen der Republik bei demselben Thema offensichtlich sozusagen in die Irre gehen. wenn man sich die Mainstreammedien anguckt und ihre Kritik ernst nimmt. was auch damit zu tun hat. ist das ein Unterwegssein in die falsche Richtung. . Crosspost von der Schrottpresse Article printed from Carta: http://www.carta. »was schreiben die?« – ich nenne jetzt keine –. zu zweifeln. und da guckt man nach. dass andere Meinungen vorkommen. Ja. aber eben in geringerem Maße. unterm Strich. Aber das ist weit ab von Antiamerikanismus. und dann übernehmen das andere.was ähnliches. Und jetzt kann man ja. dass Medien weniger Zeit und weniger Geld haben. Also. Ihre Kritik ernst nimmt. wenn man dieses Argument hört oder diese These hört.info/72065/journalistische-berichterstattung-uberrussland-ein-weiterer-grosartiger-sieg/ Copyright © 2009 CARTA für den Autor.carta. Aber nichtsdestoweniger ist es ja trotzdem. das ist alles nicht schlimm«. da sollte man vielleicht mal folgenden Mechanismus nicht ganz aus den Augen verlieren. dieses Messen mit zweierlei Maß funktioniert ja nur. und da sagt ihr.