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Übersicht zur Zulässigkeit der Verfassungsbeschwerde

Sachentscheidungsvoraussetzung nach Art. 93 I Nr. 4a GG iVm § 13 Nr. 8a, §§ 90ff
BVerfGG
I. Ordnungsgemäßer Antrag: §§ 23 I, 92 BVerfGG
- nach § 23 I BVerfGG ist die VB mit dem Mindestgehalt des § 92 BVerfGG, der zugleich
den Beschwerdegegenstand begrenzt, schriftlich begründet einzureichen
II. Beschwerdefähigkeit: Art. 93 I Nr. 4a GG, § 90 I BVerfGG, jedermann
beschwerdefähig -> Träger von Grundrechten
- gem Art. 93 I Nr. 4a GG, §§ 13 Nr. 8a, 90 I BVerfGG kann eine VB von jedermann
erhoben werden, der Träger der von ihm gerügten GR ist
Problematisch bei:
- EMRK: enthält keine GR iSd GG, kann also nicht isoliert zulässiger Gegenstand einer
VB sein
-

Grundrechtscharakter der Menschenwürde ist streitig:
o eA: beruft sich auf Art. 1 III GG („die nachfolgenden GR“), sieht in der
Menschenwürdegarantie nur eine obj-rechtl Gewährleistung
o hM: misst Menschenwürde dagegen Charakter eines GR bei, da sie systematisch im
Abschnitt der GR steht
 auch aus materialen Gründen überzeugender: Menschenwürde richtet sich
konzeptionell gerade gegen „entwürdigende“ Verletzungen des Individuums,
betrifft also die abwehrrechtliche Funktion der GR und lässt sich daher schon
strukturell nur als auch subj Recht angemessen beschreiben

-

Grundrechtsfähigkeit juristischer Personen: bestimmt sich allg nach Art. 19 III
GG; danach sind inländische (= Sitz im Inland) jur Personen grundrechtsfähig,
wenn die GR ihrem Wesen nach auf diese anwendbar sind
o Ansätze: grundrechtstypische Gefährdungslage einerseits und Durchgriff auf das
personale Substrat andererseits
o Streitig ist, ob dies auch für jur Personen des öfftl Rechts gilt

-

Grundrechtsfähigkeit juristischer Personen des öffentlichen Rechts:
o BVerfG/hM: GR sind auf jur Personen des öfftl Rechts nicht anwendbar.
 hinter diesen stehen keine natürlichen Personen als personales Substrat, sondern
der Staat.
 Jur Personen des öfftl Rechts nehmen grds öfftl Aufgaben im Rahmen einer (fiktiv)
einheitlichen Staatsverwaltung wahr. Übergriffe anderer Funktionsträger sind
danach immer nur Kompetenzstreitigkeiten.
 Auf GR können sich jur Personen des öfftl Rechts daher nicht berufen. Sie sind
gegenüber dem Bürger grundrechtsverpflichtet, nicht grundrechtsberechtigt
(Konfusionsargument).
 Danach sollen sogar jur Personen des Privatrechts nicht grundrechtsberechtigt
sein, soweit sie allein öfftl Aufgaben in Privatrechtsform wahrnehmen (zB nach
formellen Privatisierungen oder in Beleihungskonstellationen).

Ausnahme: wenn eine jur Person des öfftl Rechts zwar Einrichtung des Staates
ist, jedoch gerade dazu geschaffen wurde, in einem vom Staat abhängigen Bereich
Grundrechte zu verteidigen.
 Universität wurde gerade als Selbstverwaltungskörperschaft geschaffen, um die
durch Art. 5 III 1 GG geschützte Wissenschaftsfreiheit vor staatl Zugriff zu
schützen. Die Universität dient daher, soweit Aufgaben in Forschung und Lehre
betroffen sind, der Verwirklichung grundrechtlicher Freiheit und kann sich auf
das GR der Wissenschaftsfreiheit berufen.
 Weitere Ausnahmen existieren für die Kirchen (Art. 4 GG) und für die öfftl-rechtl
Rundfunkanstalten (Art. 5 I 2 GG).
o mM: geht grds von der Grundrechtsfähigkeit auch juristischer Personen des öfftl
Rechts aus.
 Art. 19 Abs. 3 GG enthalte nämlich eine solche Differenzierung nicht von
vornherein.
 Auch die Vorstellung von einem monolithischen Block einheitlicher
Staatsverwaltung sei angesichts der Ausdifferenzierung verschiedener
Funktionen und Organe unzutreffend.

III. Prozessfähigkeit: Entspricht der Geschäftsfähigkeit bezogen auf
Prozesshandlungen.
 Problem: Bei der Verfassungsbeschwerde Verhältnis der Prozessfähigkeit zur
Grundrechtsmündigkeit.
IV. Beschwerdegegenstand: jeder Akt der öfftl Gewalt (§ 90 I BVerfGG)
- Nach Art. 93 I Nr. 4a GG, § 90 I BVerfGG kommt als Beschwerdegegenstand jeder Akt
öfftl Gewalt in Betracht; öfftl Gewalt ist grundrechtsgebundene Gewalt, also
Legislative, Exekutive und Judikative (vgl. Art. 1 III GG, §§ 94 III, 95 III 1 BVerfGG).
- Erfasst ist nur deutsche öfftl Gewalt, gegen Handlungen anderer Staaten, der EU
oder Internationaler Organisationen ist grds keine VB zulässig.
- Wird ein Verwaltungsakt (vgl. §35 VwVfG) angefochten, steht hiergegen der
Verwaltungsrechtsweg offen (Art. 19 IV GG, § 40 I VwGO).
- Gegenstand der Verfassungsbeschwerde ist die letzte die Verfügung bestätigende
Entscheidung (siehe § 95 II BVerfGG), also etwa ein Nichtzulassungbeschluss des OVG
(§ 124a II VwGO) oder die Zurückweisung der Revision durch das BVerwG (§144 II
VwGO). Zugleich werden mit der letztinstanzlichen Entscheidung die Entscheidungen
der Vorinstanzen sowie die Ausgangsverfügung angegriffen.
- Bei straf- oder zivirechtl Entscheidungen ordentlicher Gerichte ist der
Beschwerdegegenstand die letztinstanzliche Entscheidung zuzüglich der ggf
mitangegriffenen vorinstanzlichen Entscheidungen.
- Geht es um ein letztinstanzliches Zivilurteil, könnte sich die Frage der
Grundrechtsgeltung (Art. 1 III GG) stellen, da GR nach ganz hM nicht unmittelbar
zwischen Privaten gelten. Jedoch ist jedenfalls der Zivilrichter an GR gebunden. Die
Frage, inwiefern er die GR zu beachten hat, ist im Rahmen der Beschwerdebefugnis
(plausible Grundrechtsverletzung) bzw. der Begründetheit zu erörtern.
V. Beschwerdebefugnis, Art. 93 I Nr.4a GG iVm § 90 I BVerfGG:
- Beschwerdebefugt ist gem § 90 I BVerfGG, wer behaupten kann, durch die öfftl Gewalt
in einem seiner GR oder grundrechtsgleichen Rechte verletzt zu sein.

Vorratsdatenspeicherung) zwar theoretisch. Ausnahme bei Ratifikation völkerrechtlicher Verträge. Unmittelbare Betroffenheit: Setzt voraus.: VB gegen Gesetze. der unmittelbar die Kontrolle der Verfassungsmäßigkeit förmlicher Parlamentsgesetze ermöglicht. a. auch nicht in Prozessstandschaft 2. Fachgerichte können allenfalls eine Inzidentkontrolle durchführen (vgl. nicht etwa Rechte Dritter. Dies ist problematisch. .Rechtsschutz. Rechtswegerschöpfung: § 90 Abs. also nur in der Vergangenheit liegen.Zur Abhilfe von entspr Gehörsrügen wurde der Antrag auf Fortführung des Verfahrens (§ 152a VwGO) auch ins Verwaltungsprozessrecht eingeführt. wenn die angegriffene Regelung ein Gesetz ist. Da ein entsprechender Antrag keine qualifizierten formellen Voraussetzungen hat. aber rein praktisch nicht angegriffen werden kann. Art. wenn es dessen Rechtspositionen ohne weiteren Zwischenakt umgestaltet. die jedoch dann nicht weiter führt. unmittelbar in seinen Rechten betreffen. die zu heimlichen Überwachungsmaßnahmen ermächtigen.Auch bei Gesetzen ist allerdings die Subsidiarität zu prüfen. . deren konkrete Zielgruppe nicht erkennbar ist.Hierzu zählt nach st Rspr insb auch.Typisches Problem: gegen ein Gesetz ist der Rechtsweg nicht eröffnet. weil die Verfassungswidrigkeit eines Zustimmungsgesetzes nach Art. Gegenwärtige Betroffenheit: Betroffenheit muss bereits eingetreten sein. ist der Grundsatz der Subsidiarität nicht gewahrt. also nicht bloß virtuell bzw zukünftig (Bsp: Gesetz ist Verabschiedet.- Dies erfordert eine substantiierte Darlegung der Möglichkeit einer Grundrechtsverletzung. 2 S. . Die Betroffenheit darf auch nicht erledigt sein. hat das BVerfG durchweg für zulässig erachtet. weil sie dem Betroffenen nicht oder jedenfalls nicht rechtzeitig bekannt gemacht wird. wenn es um die Wirkungen des Gesetzes geht und nicht um etwaige Einzelentscheidungen. Möglichkeit der Verletzung in eigenen Rechten wird in drei Schritten geprüft: 1. dh eine solche darf nach dem Vorbringen nicht offensichtlich ausgeschlossen sein. ist nur zum BVerfG gegeben. dass vor Erhebung einer VB wegen einer Verletzung rechtlichen Gehörs das erkennende Gericht angerufen wird. Allerdings kann auch ein Gesetz den Bf. die VB mithin unzulässig. dass kein weiterer Vollzugsakt mehr ergehen muss. . VII. um eine Grundrechtsverletzung abzuwenden bzw die verfahrengegenständliche Beschwer zu beseitigen. soweit ein entsprechender Rechtsbehelf besteht. aber noch nicht in Kraft getreten). weil eine konkrete Maßnahme (zB Telefonoder Wohnraumüberwachung. kann bspw auch eine „Gegenvorstellung“ als ein solcher Antrag auszulegen sein. .Wird eine Abhilfemöglichkeit nicht ausgeschöpft. 1 BVerfGG . . Bsp. Selbstbetroffenheit: Geltendmachung eigener Rechte. 100 I GG). 3. 59 II 1 GG nicht die völkerrechtlichen Bindungen im Außenverhältnis beseitigt. Subsidiarität: Über das Gebot der Rechtswegerschöpfung hinaus muss der Beschwerdeführer sämtliche in Betracht kommenden Rechtsbehelfe ergreifen. VI.

1 BvR 3057/11. das die teils lavierende Rspr konsolidiert hat. vor einer Anrufung des BVerfG zunächst auch außerordentliche Rechtsbehelfe in Anspruch zu nehmen. 103 I GG berufen.07. NJW 2013. . .Das BVerfG reduziert seinen Prüfungsumfang in den Fällen der Urteilsverfassungsbeschwerde daher auf die Verletzung spezifischen Verfassungsrechts. dass der Ausgangsrechtsbehelf innerhalb der Frist des § 93 I 1 BVerfGG eingelegt wurde. Standardproblem: Inanspruchnahme des Hauptsacherechtsschutzes. wenn der Beschwerdeführer durch den angegriffenen Akt öffentlicher Gewalt in einem seiner Grundrechte verletzt ist. andere Rechtsbehelfe auszuschöpfen. Prüfungsmaßstab Urteilsverfassungsbeschwerde: Das BVerfG ist keine Superrevisionsinstanz. bei der sie sich nicht auf eine Verletzung des Art.Allerdings fordert das BVerfG. die nicht den förmlichen Instanzenzug fortsetzen.Eingehend zum Problem BVerfG. weshalb insbesondere bei der Überprüfung von Gerichtsentscheidungen auf die Einhaltung des beschränkten Prüfungsmaßstabs zu achten ist: .Wird die Rüge einer Gehörsverletzung weder ausdr noch der Sache nach zum Gegenstand der VB gemacht oder wird die zunächst wirksam im Verfassungsbeschwerdeverfahren erhobene Rüge einer Gehörsverletzung wieder zurückgenommen. Beschl. wenn den Umständen nach ein Gehörsverstoß durch die Fachgerichte nahe liegt und zu erwarten wäre. dass vernünftige Verfahrensbeteiligte mit Rücksicht auf die geltend gemachte Beschwer bereits im gerichtlichen Verfahren einen entsprechenden Rechtsbehelf ergreifen würden. v. .Ist es wegen des Grundsatzes der Subsidiarität notwendig. hängt die Zulässigkeit der VB unter dem Gesichtspunkt des Gebots der Rechtswegerschöpfung nicht von der vorherigen Durchführung eines fachgerichtlichen Anhörungsrügeverfahrens ab. beginnt der Lauf der Frist nach § 93 I 1 bis 3 BVerfGG konsequenterweise auch erst mit der Bekanntgabe der Entscheidung über diesen Rechtsbehelf. die die Anwendung einfachen Rechts überprüfen würde. eine Anhörungsrüge oder den sonst gegen eine Gehörsverletzung gegebenen Rechtsbehelf ergreifen. Frist: Die VB ist § 93 I 1 BVerfGG binnen eines Monats begründet zu erheben. 16.Frist beginnt nach S. 2 mit der förmlichen Bekanntgabe der Entscheidung ggü dem Beschwerdeführer. und zwar mit folgenden Prämissen: . 3506 (lesen!). . .2013 .Wird dem Beschwerdeführer aus Gründen der Subsidiarität die Pflicht auferlegt. sofern Rechtsweg gegen Eilentscheidung (zB nach § 80 V oder § 123 VwGO) ausgeschöpft wurde? VIII. . Begründetheit: Die Verfassungsbeschwerde ist begründet.Aus Gründen der Subsidiarität müssen Beschwerdeführer allerdings zur Vermeidung der Unzulässigkeit einer VB. beginnt ggf die Frist erst mit der Entscheidung über diesen Rechtsbehelf zu laufen.

wenn  das Instanzgericht nicht bemerkt hat. jedoch durch autoritative (verfassungsgerichtliche) Feststellung mit Wirkung ex nunc vernichtbar ist. Denn ein mit der Rechtsanwendung befasstes Gericht hat auch ein verfassungswidriges Gesetz grds anzuwenden. . § 79 I BVerfGG) sind nur stimmig zu deuten. 100 I GG enthält eine jedenfalls institutionelle Fehlerfolgenregelung. Unvereinbarkeitserklärung. 2. dass auch ein verfassungswidriges Gesetz zunächst wirksam.Bloße Unvereinbarkeitserklärung (§ 31 II 2.: Gesetzl Hartz-IV-Sätze sind nicht kohärent berechnet.Die Urteilsverfassungsbeschwerde ist danach begründet. vgl. was dem verfassungsrechtlich garantierten Existenzminimum erst recht zuwider laufen würde.Art. . solange wirksam. dass die betreffende Norm eo ipso und ex tunc nichtig ist. wenn die Nichtigkeit eines Gesetzes ex tunc keine zwingende Folge der Verfassungswidrigkeit ist. geht die traditionelle Auffassung davon aus. 3. dass von ihm bis zu seiner Nichtigerklärung Rechtswirkungen ausgehen. begrenzt freilich auf förmliche Parlamentsgesetze. .Der Vorrang der Verfassung (bzw des Gesetzes) nach Art. Exkurs I: Folgen der Verfassungswidrigkeit von Gesetzen 1. .  das Gericht die Bedeutung der Grundrechte grundsätzlich verkannt hat.Das GG hat die Frage nach den Fehlerfolgen in erster Linie durch die institutionelle Verteilung von Verwerfungskompetenzen beantwortet. dass überhaupt keine gesetzl Ansprüche mehr bestünden. . etwa bei Gleichheitsverstößen oder Leistungsansprüchen. Nichtigkeit oder Vernichtbarkeit? Verstößt eine Rechtsnorm gegen höherrangiges Recht.Eine Nichtigerklärung des Gesetzes würde zu einer nicht hinnehmbaren Regelungslücke führen. .Das GG enthält keine Bestimmung über die Rechtsfolgen eines Verstoßes gegen höherrangiges Recht. die gegen höherrangiges Recht verstößt. Übergangsanordnungen und Interimsmaßnahmen: Das BVerfG hält sich selbst für befugt. ist daher eine Norm. .  das Gericht eine objektiv unhaltbare und deshalb willkürliche Entscheidung getroffen hat oder  das Gericht die Grenzen richterlicher Rechtsfortbildung überschritten und somit die Reichweite des Gesetzesvorbehalts verkannt hat. 20 III GG ist hinsichtlich der Fehlerfolgen indifferent und erzwingt daher nicht die Nichtigkeit ex tunc und eo ipso. bis sie vom zuständigen Gericht mit Wirkung erga omnes für unwirksam erklärt wird. Eine beständig wachsende Gegenansicht nimmt demgegenüber an. § 79 I BVerfGG: Vermeidung von Übergangsproblemen. Besteht kraft Verfassungsrechts ein besonderes Verfahren zur autoritativen Normverwerfung. Wie auch immer man ein verfassungswidriges Parlamentsgesetz qualifiziert. eine Aufhebung würde dazu führen.Bsp. . § 31 II 2. . dass es im grundrechtsrelevanten Raum agiert. folgt aus dieser Bestimmung doch.Eine gesetzliche Grundlage hierfür fehlt freilich. legt sich also auch nicht explizit auf die Nichtigkeitsfolge fest. auch Übergangsanordnungen zu treffen und Interimsmaßnahmen anzuordnen.

12 und 14 (Normenkontrolle. Sie entfalten materielle Rechtskraft. 11. Soweit ein Gesetz als mit dem GR oder sonstigem Bundesrecht vereinbar oder unvereinbar oder für nichtig erklärt wird. dass das BVerfG in den bezeichneten Fällen über eine abstrakt-generelle Norm zu befinden hat. ist die Entscheidungsformel nach Satz 3 konsequenterweise durch das Bundesministerium der Justiz im Bundesgesetzblatt zu veröffentlichen. ermächtigt hingegen nicht zu selbstständigen Eingriffen zur Wahrung der „Staatsräson“. Gleiches gilt nach Satz 2 auch in den Fällen der VB. nicht hingegen auf die Gründe. Grund hierfür ist die allgemeine Bedeutung der Entscheidungen über die Parteien hinaus. Die Gesetzeskraft bezieht sich daher auch allein auf den Tenor der Entscheidung. der bisweilen herangezogen wird. Grund der Gesetzeskraft ist. Normverifikation und Entscheidung über die Fortgeltung als Bundesrecht) hat die Entscheidung des BVerfG nach § 31 II BVerfGG darüber hinaus Gesetzeskraft. da sie die Beteiligten am Verfahren binden (etwaige Gestaltungswirkungen eingeschlossen). Bindungswirkung von Entscheidungen des BVerfG Hinsichtlich der Urteilswirkung sind drei unterschiedliche Komplexe zu unterscheiden: (1) die allgemeine Rechtskraft einerseits sowie andererseits die darüber hinausgehenden Wirkungen des § 31 BVerfGG. da sie nicht mehr durch weitere ordentliche Rechtsbehelfe angreifbar sind. also normenhierarchisch auf der „Ebene“ der Gesetzgebung agiert.  Bindungswirkung: Die Entscheidungen des BVerfG binden nach § 31 I BVerfGG die Verfassungsorgane des Bundes und der Länder sowie alle Gerichte und Behörden. 94 II 1 GG. Exkurs II: Rechtskraft.  Rechtskraft: Entscheidungen des BVerfG entfalten formelle Rechtskraft. 6. (2) Bindungswirkung und (3) Gesetzeskraft.- § 35 BVerfGG. wenn das BVerfG ein Gesetz als mit dem GR vereinbar oder unvereinbar oder für nichtig erklärt.  Gesetzeskraft: In den Fällen des § 13 Nr. Nach Ansicht des BVerfG bindet die Entscheidung über den Tenor hinaus auch in ihren tragenden Gründen (streitig). Gesetzeskraft. 6a. Das BVerfG sieht dies allerdings teils anders. betrifft nur die Vollstreckung. Die verfassungsrechtliche Zulässigkeit ergibt sich aus Art. . also die zwangsweise Durchsetzung des Urteilstenors.

Dreh. also erst vom einzelnen Subjekt durch individuelle Sinngebung auszufullen.GG: knupft damit einerseits bewusst an raditionen eines liberalen echtsstaatsmodells an. sie ruht in sich selbst – priva e i i ii e i e .ech aa l G nd ech e ndnis. Damit lasst sich der Inhalt der Freiheitsausubung nicht als gesellschaftlich „wertvoll“ oder „wertlos“ beschreiben.Grundrechtl Freiheit ist rechtl nicht finalisiert.und Angelpunkt des verfassungsrechtl Menschenbildes ist der in der Menschenwurde angelegte und in den einzelnen Grundrechten bereichsspezifisch ausgeformte Grundsatz individueller Selbstbestimmung und Eigenverantwortung. obliegt ihm selbst. sondern allenfalls aus hinreichenden Grunden be ch nken (→ Grundrechtsschranken). Die einzelnen Grundrechtsfunktionen  Grundrechte als Abwehrrechte (status negativus) Primar sind GR ihrer historischen Entstehung nach dem liberalen Grundrechtsverstandnis folgend Abwehrrechte des Einzelnen gegen staatliche Eingriffe oder Diskriminierungen (negatorische. Ein li e al. defensive Zielrichtung). vor allem in Freiheit und Eigentum des urgers. ist also staatlicherseits zweckfrei. bildet daher das funktionale Fundament und den Ausgangspunkt verfassungsrechtli Grundrechtskonstruktion. lost die Grundrechtsfunktionen jedoch zugleich von den voraussetzungsvollen historischen Wurzeln liberaler Gesellschaftstheorie und verleiht ihnen kraft positiver Setzung normativen Selbststand. . 2.Grundrechtl Freiheit bedeutet „F eihei zu Be iebig ei “. Grundrechte als subjektive Rechte 1. 20 I GG).„ GG ch die de de en chen ie e ich in eine ndi id ali el eg eif nd eine el e i d ie geh da de en ch e ich el e f gen nd ein chick al eigen e an o lich ge al en kann“. . Der Grundrechtsteil hat bewahrte raditionen e fa ng ech liche eihei e g ng in sich aufgenommen.Der Einzelne wird nur solchen Schranken unterworfen.Kapitel 2: Allgemeiner Teil der Grundrechtsdogmatik § 3 Grundrechtsfunktionen und Grundrechtstypen I. arrondiert um sozialstaatl Handlungsauftrage (Art. spezifische Unrechtserfahrungen verarbeitet und als Konsequenz hieraus mit der Menschenwurdeformel (Art.BVerfG: spricht von der „ o ialen Demok a ie in den o men de Rech aa e “. . 1 I 1 GG) den Einzelnen in seiner Selbstbestimmung zum Ausgangspunkt normativer Konstruktion gemacht hat. . . ist Freiheit zum „ e b e wu f de Me che ach ei e i e “. wobei immer die igen ndigkeit der Person erhalten bleibt. .Wie der Einzelne individuelle Freiheit nutzen mochte. die im Interesse des sozialen Zusammenlebens erforderlich sind. . . Allgemeines Allg gebuhrt der individual-abwehrrechtl Dimension Vorrang vor anderen derivativen Grundrechtsfunktionen.

o Das BVerfG hat daher in eh e ch nktem Umfang.  Grundrechte als Teilnahmerechte (status activus) Da die Willensbildung in der Demokratie von unten nach oben erfolgt und damit von der Be eilig ng de ge lebt. dass Private die Handlungsfreiheit verkurzen. wird insb in Bezug auf die staatliche Zulassung (zB Genehmigung einer Anlage nach BImSchG).Bsp: Umweltbelastungen durch Industrie. → Schutzpflichten   Grundrechte als Leistungsrechte (status positivus) Im sozialen Rechtsstaat der Gegenwart ist allgemein anerkannt. . 38 I 1 GG. Einrichtungen. In diesem Fall hangt die Moglichkeit des Freiheitsgebrauchs maßgebl davon ab. Exkurs: In welchen Konstellationen versagt die Abwehrfunktion der Grundrechte? Nicht immer scheitern aktuelle Freiheitsentfaltungschancen an staatlichen Eingriffen. dass seine Freiheit gesellschaftliche und staatliche Bedingungen hat.Inwieweit derartige eeintrachtigungen jedoch dem Staat als eigen ndige Grundrechtseingriffe zuzurechnen sind. was sich vor allem damit begrunden lasst. Große Mehrheit dieser Umweltbelastungen geht von Privaten aus. die staatliche Forderung (zB durch Subventionierung) sowie in Bezug auf die schlichte Duldung privatwirtschaftlicher Umweltbelastungen kontrovers diskutiert. Dass sich der betroffene urger „ etroffener“ in dieser Situation nicht direkt gegenuber dem privaten „Storer“ auf GR berufen kann. 93 I Nr. 38 I 1 und Art. gibt es auch GR als Teilnahmerechte.und Verkehrsemissionen. So fuhrt das BVerfG in seinem Lissabon-Urteil aus: „Die ahl e ech ig en k nnen e fa ng ech lich elevante Defizite der demokratischen Legitimation der EU aus demselben Recht gen ie Defi i e de d ch die e op i che n eg a ion im ompe en mfang betroffenen innerstaatlichen Demok a ie Die p nglich allein inne aa lich ede ame ech el e glichkeit zwischen Art.Das BVerfG geht insofern grdstzlich davon aus. zB die Wahlgrundrechte des Art. . sondern daran. Zuteilung und Umverteilung fundamental angewiesen ist. 38 I 1 GG letztlich zu einem GR auf Demokratie ausgebaut. 20 I u II GG e f h d ch die fo ch ei ende e op i che n eg a ion ch i ei e eine Erweiterung nfolge de e tragung von Hoheitsrechten nach Art. . die er selbst nicht ge h lei en kann. . ist unbestritten (keine unmittelbare Drittwirkung der Grundrechte). Das BVerfG hat hier Teilhabe an der demokratischen Selbstregierung des Volkes uber Art. Gegen Private schutzen die GR aber grds nicht unmittelbar. dass der Einzelne auf staatliche Vorkehrungen. dass auch die Demokratie – ie die en chen de – letztlich in der individuellen Selbstbestimmung wurzelt. 23 I 2 GG e den n cheid ngen die den . . dass sich der Staat schutzend vor die in ihrer usubung bedrohten Freiheitsrechte stellt und hierzu ggf in Rechte Dritter eingreift.Die Teilhabedimension der GR hat zuletzt in der Rspr des BVerfG zum Europaverfassungsrecht Bedeutung erlangt. dass umweltbeeintrachtigende Maßnahmen Privater nicht dem Staat zugerechnet werden konnen. echte und derivative (abgeleitete) Leistungsrechte (=Teilhaberechte) anerkannt. 4a GG hig.Damit wird dann aber ein hinreichendes demokratisches Legitimationsniveau nach Art.

sondern auch eine entspr Verfahrensgestaltung im atomrechtlichen Genehmigungsverfahren.zB. 6 I GG. 14 I 1 GG. verfahrensrechtliche Vorkehrungen zu treffen.Bei Einrichtungsgaran ien de fftl Rechts spricht man von institutionellen Garantien (zB Art. oder die Garantie des Eigentums in Art. „ ie l ich de hal nich on dem eigen lichen e n l en nd einem Gef ge o jek i e o men e el ndigen in dem de p ngliche nd verbleibende Sinn de G nd ech e ck i “.]. 2 II 1 GG nicht nur Vorkehrungen zum Schutz von Leben und Gesundheit. der Schutz von Ehe und Familie in Art. 23 I 1 GG nur an einer EU mi i ken da f die demok a i chen G nd en e pflich e i muss gerade auch ein legitimatorischer Zusammenhang zwischen den Wahlberechtigten und der eu i che hei gewalt e ehen a f den de ge nach de p nglichen und fortwirkenden verfassungsrechtlichen Konzeption in Art.: Ge h lei ng de f eien e e in I 2 GG. mittelbare Drittwirkung GR entfalten eine obj Ausstrahlungswirkung ggü ber allen Verwaltungsbeh rden und Gerichten. 20 I u II GG einen Anspruch ha “  Grundrechte als Verfahrensrechte (status activus processualis) Verfahren mussen so gestaltet sein. Sie stellen insofern eine „o jek i e e eo dn ng“ (heute: objektive Wertentscheidung) dar. . . dh in ihrem Kern nicht ange a e e den d rfen.ge nmi el a e effen a f die e op i che bene verlagert.„Die Funktion der GR als objektiver Prinzipien besteht in de p in ipiellen e kung ihrer Geltungskraft [.Das informationelle Selbstbestimmungsrecht verpflichtet den Gesetzgeber. .Durch die objektiv-rechtl Dimension der GR wird die subjektiv-rechtliche Bedeutung der GR e . Grundrechte als objektives Recht Neben der subjektiv-rechtl Funktion haben die GR auch noch eine objektiv-rechtliche Funktion. welche der Gefahr einer Verletzung des Personlichkeitsrechts entgegenwirken. .. spricht man von Institutsgarantien. .Institutsgarantien Einige GR formen zugleich objektiv-rechtl Einrichtungen aus. Vor dem Hinterg nd de e I 1 GG al jek i e ffen liche Rech gef hig gemachten Demokratieprinzips kann es aber. . welche insgesamt nicht ausgehohlt. der neben einem Abwehrrecht auch den Schutz der dahinter stehenden Institutionen verburgt. 7 III 1 GG).So verlangt zB Art. . hat jedoch ihre Wurzel in dieser p im en ede ng“ als individuelles Recht. 38 I 1 GG iVm Art. wenn Hoheitsrechte auf die EU e agen e den nich ohne ede ng ein o die a f e op i che ene a ge e ohei ge al a ch demok a i ch legi imie i Da die BRD nach Art.. welche dann auch als d i ch ze de agba e e zu verstehen sind. Sofern diese Einrichtungen privatrechtlicher Natur sind. II. dass schon formale Sicherungsmechanismen fur die GR bestehen. .

. 3 Satz 1. als auch von Seiten des Einzelnen drohen. Art. 1 GG) explizit anerkannt. . in beiden Richtungen soll sich der aa ch ze d u d f de nd vor die GR stellen.Schutzpflichten Schließlich verlangt die grundrechtliche Werteordnung auch eine vorbeugende Verhinderung von Grundrechtsverletzungen. Von edeutung ist dies vor allem fur die Gu gung im Rahmen der e h i ig ei ieS. sind aus den GR die Gestaltung staatlicher Einrichtungen entwickelt worden.Gestaltungsauftrag an den Gesetzgeber bzgl. . 5 Abs. nabhangig von der Gefahrenquelle sind fur die tatbestandliche Anwendbarkeit einer Schutzpflicht vor allem der zu Grunde zu legende Gefahrenbegriff sowie das . die der abwehrenden Sicherung der individuellen Freiheit und der fordernden Sicherung der individuellen Freiheit dient. III GG („ nd ch en“) verpflichte den Staat. Die Ausstrahlungswirkung erfolgt fur das ffen liche Recht im Rahmen der verfassungskonformen Auslegung.Der Staat darf demzufolge auch nicht tatenlos zusehen. Dabei denkt das BVerfG an Grundrechtsverletzungen. als ein konkret Betroffener bei der Verletzung von Schutzpflichten einen Anspruch auf hoheitliches Einschreiten haben kann.Die dogmatische Herleitung des grundrechtlichen Schutzauftrags gehort nach wie vor zu den umstrittensten hemen der Grundrechtsdogmatik. 1 I 2. wenn seine urger durch Umweltverschmutzungen Privater in ihren echten auf Leben. 2 Abs.„ l gpla D eldo f-Lohha en“) . .Solche Schutzpflichten sind grds bei allen GR denkbar. sie jedoch in der Folgezeit auch auf weitere echtsguter und Gefahrdungsbereiche ausgedehnt ( gl e a e fG ff „ alka “ e fG ff .Die dogmatische egrundung ist umstritten. 2 Abs.Den Staat trifft demnach nicht nur das Verbot. sondern daruber hinaus auch die Pflicht. . Fur das BVerfG wie auch fur weite Teile der Lit folgt der Schutzpflichtencharakter der GR unmittelbar aus ihrem Verstandnis der GR als Elemente einer objektiv-rechtlichen Wertentscheidung. 5 III 1 GG) eine funktionsgerechte Organisation. Nach hM folgen die Schutzpflichten aus der Bedeutung der GR als objektive Wertentscheidungen. die sowohl von Seiten des Staates selbst. 1. 8 Abs. 6 Abs. Schutzpflichten werden allerdings insoweit resubjektiviert.„ lheimlich“ e fG ff . 4.Grundrechtl Schutzpflichten hat das BVerfG zunachst in ezug auf den Schutz des werdenden Lebens entwickelt. die auch einen objektiven Auftrag an den Gesetzgeber beinhaltet. .Danach verlangen die GR etwa im Bereich der Wissenschaftsfreiheit (Art. 2 Satz 1. . Verfahren und Organisation Neben der schon angesprochenen Grundrechtssicherung durch Verfahren.- Letztere haben Ermessensvorschriften und unbestimmte Rechtsbegriffe sind stets im Lichte bzw. . fur die Umsetzung dieser Wertentscheidungen zu sorgen. im Geiste der GR auszulegen und anzuwenden. wo der Einzelne entsprechende subjektive (Verfahrens-)Rechte nicht hat. fur das Privatrecht im Wege der mittelbaren Drittwirkung bei der Anwendung und Auslegung einfachgesetzlicher Normen. wenn auch vom BVerfG bislang nur fur eine eihe von GR (Art. in die grundrechtl geschutzten echtsguter einzugreifen. die auch dort zu beachten sind. sich akti ch end vor diese echtsguter zu stellen. Gesundheit oder Eigentum geschadigt werden.

BVerfG wie auch weite Teile der Lit scheinen grds von dem klassischen Gefahrenbegriff des allgemeinen Polizei. dass „ lo e G nd ech gef h dungen grds im Vorfeld verfassungsrechtlich rele an e G nd ech eein ch ig ngen liegen alle ding k nn en ie n e e imm en Voraussetzungen Grundrechtsverle ngen gleich ehen“. . wonach zumindest solche Ereignisse. hat das Gericht zwar offen gelassen. wenn o der Gesetzgeber in nsehung einer unstreitig festgestellten Gefahrdung schlichtweg . Insoweit wird freilich bereits ein Anspruch auf fehlerfreie Ermessensausubung vgl. . die relevante Gefahrdung eines Schutzgutes hinreichend zu begrenzen oder o die Verwaltung (bzw im ahmen der Verwaltungskontrolle die Justiz vorhandene Ermachtigungen.Etwa bei Maßnahmen des Umwelt. VwVfG verletzt. Schutzpflichten werden daher nur dann verletzt sein. gleichzeitig jedoch klar gestellt. o getroffene Maßnahmen evident ungeeignet sind. im Wege der grundrechtlichen Schutzpflichten auszuschließen sind. nicht nutzt.damit korrespondierende schutzpflichtenaktivierende Gefahrdungsniveau maßgeblich. Dabei gilt je gewichtiger das betroffene Rechtsgut ist. ab welcher Gefahrenschwelle der Staat seine urger konkret zu schutzen hat. In der Regel werden sich diese Pflichten nicht zu konkreten Handlungspflichten verdichten lassen. die bei u gehi de e au a e auf i hi eiche de ah chei ich ei zu ei e chade f h e . desto geringer muss die Wahrscheinlichkeit eines Schadenseintritts sein (Je-desto-Formel). Dabei fuhrte es ua aus. welche Deutung er seinem Konzept des Umweltschutzes zugrunde legt und welche legislativen Folgerungen er hieraus zieht. Der Gesetzgeber muss daher selbst Bewertungen treffen. Um welche Voraussetzungen es sich dabei handelt. befassen. llerdings begrunden Schutzpflichten nur abstrakte Handlungspflichten. dass auch die staatliche Zulassung eines Risikos aus verfassungsrechtlicher Sicht ausscheidet. Vielmehr hat der Gesetzgeber Schutzbedurfnisse mit anderen echtsgutern namentlich den GR der Adressaten moglicher Schutzeingriffe) gen und kann hierbei sehr verschiedene Losungen wahlen.und Ordnungsrechts auszugehen. „ enn die nlage ode de e ie de nlage ch den f h die ich al G nd ech e le ng da ellen“ .und Verbraucherschutzes oder der technischen Sicherheit meist um anspruchsvolle Zukunftsprognosen. Das BVerfG musste sich mit der Frage. die in erster Linie an den Gesetzgeber adressiert sind. geeignete Ma nahmen zur Eindammung einer Gefahrdung zu erlassen. obschon dies auf Grund der Intensitat der Belastung von Grundrechten ge o en e. die keine eindeutigen Schlusse zulassen und in der Wissenschaft umstritten sein werden. Unter der Voraussetzung bekannter Kausalverlaufe bemisst sich die maßgebliche Gefahrdungsschwelle demzufolge nach den Faktoren von Schadensausmaß und Schadenseintrittswahrscheinlichkeit.

I. .§4 Freiheitsgrundrechte werden als bwehrgrundrechte gegen den Staat nach einem dreigliedrigen Schema gepruft - Schutzbereich Eingriff Schranken. dass die Verfassung jedenfalls im Grundsatz auch Formen kollektiver Freiheitsverwirklichung unter bestimmten Voraussetzungen unter Schutz stellt. wer sich personal auf ein G berufen kann. Die Enge oder Weite hangt vom einzelnen G ab und ist ggf eine Abgrenzungs. die den Verband begrunden bzw. Der Grund fur die Gewahrung von Grundrechtsschutz an Verbande liegt richtigerweise nicht in elangen der Organisation selbst. sondern in denen der Individuen. Meinungsfreiheit. III GG soll . 5 III 1 GG) berufen.Art.Die G gelten nach rt.Bsp. wenn es nicht uber einen personlichen und sachlichen Geltungsbereich verfugt. das unter den Schutz eines bestimmten GR (zB Religionsfreiheit. welche G uberhaupt auf dem Spiel stehen. wenn er lediglich fremde Bilder ausstellt (→ Schutz des Werk.: Kann sich der Gallerist auf die Kunstfreiheit (Art. Schutzbereich Der personliche Schutzbereich definiert. iel einer gestuften Grundrechtsprufung ist der ationalitatsgewinn durch eine funktionale bschichtung von Prufungspunkten. . 19 Abs. rt. Die Eroffnung des Schutzbereiches lost zunachst nur die Prufungskaskade von Eingriff und Rechtfertigung aus. Schutzbereich Der Schutzbereich markiert den Grundrechtstatbestand.und Wertungsfrage. war erfolgt bei allen Freiheitsgrundrechten die Verletzungsprufung nach einem grds einheitlichen Schema. Versammlungsfreiheit fallt.Indes steht auch diese Bestimmung im funktionalen Kontext individual-freiheitlicher Grundrechtsgarantien. Die Bestimmung des Schutzbereichs ist aber ergebnisrelevant. . bilden. findet daher keine Anwendung.und Wirkbereichs)? .Schranken-Schema ist untrennbar mit der liberalen Abwehrfunktion der Grundrechte verbunden. Das Schutzbereich-Eingriff. wenn in Betracht kommende GR divergierende Schranken aufweisen oder verschiedene Freiheitsrechte auf der Ebene der Verhaltnisma igkeit unterschiedliches Gewicht aufweisen. 3 GG verdeutlicht.Ein G ist nicht juristisch anwendbar. III GG auch fur inlandische juristische Personen. also wessen Verhalten geschutzt ist. der dasjenige Verhalten definiert. . .Durch die vorgezogene Schutzbereichsprufung wird fruhzeitig Klarheit hergestellt. soweit objektive Grundrechtsfunktionen (→ Schutzpflicht oder Gleichheitsgrundrechte zu prufen sind. soweit sie ihrem Wesen nach auf diese anwendbar sind.

Daher genugt es.1 III GG und Grundrechtsbindung einerseits und Grundrechtstragerschaft andererseits grds miteinander unvereinbar sind (Konfusionsargument). wenn seine ildung und etatigung usdruck freier Entfaltung der dahinter stehenden Individuen ist. KGs oder ggf. um grundrechtl Freiheitsentfaltung namentlich der Verbandsmitglieder zu ermoglichen (grundrechtl-funktionale Selbstverwaltung) bzw einen Zugriff des Staates auf . GmbH o. des rt. I GG an. wenn ein Verband uber eine hinreichend verfestigte Organisationsstruktur und die Fahigkeit zur eigenen Willensbildung verfugt. Eine Verlags-GmbH kann sich auf die Pressefreiheit rt. . o Es gibt offtl-rechtl Verbande.Hiervon gibt es allerdings zwei Ausnahmen: o Prozessgrundrechte rt. OHGs. die gerade errichtet wurden. sp. als dies im ivilrecht ublich ist. usw. also durch die Verbandsverfassung. also von Eingriffen ebenso betroffen ist. III GG aufgefuhrt werden.Inlandisch Sitz im Inland . o Dies ist umstritten. I GG berufen. . sp. E V inlandischen Gesellschaften gleichgestellt werden mussen. in dem Kunstwerke rt. .: Der Staat kann sich nicht auf eine eigene Meinungsfreiheit (Art. obgleich sie keine juristische Personen iSd Zivilrechts sind. 1 Satz 2 GG) berufen. GG stehen auch offtl-rechtl Verbanden zu. sogar Gb s konnen juristische Personen im Sinne des GG sein. so die st Rspr. wurde aber bis vor Kurzem uberwiegend abgelehnt. GmbH tragt Konzerthaus. Ein ragerverein meldet fur seine Mitglieder eine Versammlung i. sondern die Fahigkeit. Nichteingetragene Vereine. grundrechtliche Freiheit wahrzunehmen. 1-2 GG) berufen.usland Fraglich ob solche Gesellschaften wegen des unionsrechtlichen Diskriminierungsverbots rt. weil der Gesetzgeber nur einen gleichwertigen Schutz auf einfachgesetzlicher Ebene schulde und die Frage des zusatzlichen Grundrechtsschutzes letztlich also die Eroffnung der Verfassungsbeschwerde) kein Regelungsgegenstand des Unionsrechts ist. ob sich der Verband in einer grundrechtsgleichen Gefahrdungslage befinde. insbesondere wenn. . S. der mogliche „Durchgriff“ auf die naturlichen Personen den Grundrechtsschutz des Verbandes als erforderlich erscheinen lasst.daher die verbandformig mediatisierte Freiheitsentfaltung naturlicher Personen schutzen. weil sie namlich grundrechtsgebunden sind (Art. wenn er missliebige Meinungen bekampft der Staat darf sich nicht auf die Religionsfreiheit (Art. wie es in einer vergleichbaren Situation ein Individuum ware. Das BVerfG hat hingegen eine Gleichstellung bejaht Wesensma ige nwendbarkeit Ein Verband ist nur dann potentieller Grundrechtstrager. Entscheidend ist nicht die Vollau enrechtsfahigkeit. 5 Abs. Eine alt uffassung stellt darauf ab. um eine bestimmte Religion zu privilegieren. 4 Abs. Im Einzelnen ist Folgendes zu prufen Juristische Person Dieser egriff wird anders ausgelegt.Problem: Sitz im E .Bsp. Sonderproblem Juristische Personen des offentlichen echts Grdstzlich sind diese keine Grundrechtstrager.

dass es bei diesen Voraussetzungen um typische Fragen geht.Die gestufte Kaskade der Schutzbereichs.Hiergegen spricht. . dass die Kunstfreiheit rt. oder eher punktuell gefasst werden.Guterabwagungen sind zur Sicherstellung eines auch materiell wirksamen Grundrechtsschutzes notwendig und gehoren sinnvollerweise auf die echtfertigungsebene. Die Schrankenprufung fuhrt zu einem Gewinn an ationalitat. die anderenfalls verloren geht oder sich in das uffanggrundrecht des rt. I GG verlagert.und Eingriffsprufung sowie die damit in Gang gesetzte Eingriffsrechtfertigung haben einen rationalisierenden Eigenwert. 2. Sachlicher Schutzbereich Der sachliche Schutzbereich definiert das menschliche Verhalten den Lebenssachverhalt .Gewaltverbot? Friedfertigkeit als Grundrechtsvorraussetzung? echte Dritter Sprayer von urich-Entscheidung des BVerfG). ist daher eine Absage zu erteilen. um typischerweise besonders einschneidende Eingriffe einer effektiven Kontrolle zu unterwerfen. typisierbares Verhalten unter einen Mindestschutz zu stellen. III GG Rundfunkanstalt hinsichtlich der Rundfunkfreiheit (Art. . per se nicht schutzenswertes Verhalten oder triviale Freiheitsausubung bereits durch tatbestandliche estriktion und damit ohne differenzierende und kontextsensible Prufung aussondern wollen.Kommunikationsinhalte abzublocken Staatsferne . der das liberale Paradigma verwirklicht. den ein G umfasst und fur den es Schutz vermittelt. . um auch nicht typisiertes bzw. die im ahmen der Eingriffsrechtfertigung abgearbeitet werden konnen. der nicht durch vermeintliche Evidenzschlusse abgeschnitten werden darf. . In diesem begrenzten Freiheitsbereich sind diese dann auch Grundrechtstrager. nd auch sozialschadliches Verhalten wird rechtlich nur unzulassig. das Eigentum Dritter zur kunstlerischen Entfaltung (in diesem Fall Graffiti) in Anspruch zu nehmen.5 I 2 GG). atbestandslosungen. . 2 I GG) als Auffanggrundrecht. niversitat hinsichtlich der Wissenschaftsfreiheit rt. ob Schutzbereiche im Interesse der Selbstdefinition der rager tendenziell weit zu verstehen sind. Eine weitere Diskussion betrifft die Frage. III GG von vornherein nicht das echt vermittle. dann aber leistungsfahige Schranken benotigen. namentlich Verhaltnisma igkeit. Diskutiert wird.Daruber hinaus steht hinter der nerkennung aber auch die theoretisch weitergehende Entscheidung fur einen luckenlosen Grundrechtsschutz. ob es schutzbereichsimmanente usnahmen gibt. die vermeintlich evident Sozialschadliches. den Sinn von Freiheitsentfaltung dem Einzelnen zu . wenn es ein zustandiger Gesetzgeber durch eine formell ordnungsgema zustande gekommene sowie hinreichend bestimmte Regelung verbietet. Auffanggrundrecht Rein rechtstechnisch gesehen fungiert die Allgemeine Handlungsfreiheit (Art. nach denen ein Verhalten auf Grund seiner evidenten Sozialschadlichkeit von vornherein aus dem Schutzbereich fallt. In einem Kammerbeschluss hatte das BVerfG vertreten.  sp.

wenn die Beeintrachtigung grundrechtlich geschutzter echtsguter o final. der Produzent muss Insolvenz anmelden. . . der zu bejahen ist. o nzureichend gewartetes Kampfflugzeug der undeswehr sturzt ab und beschadigt hierbei ein Gebaude. . o unmittelbar.  Beispielsfall: i afghani che aa angeh ige de ich ecken eine di m legal im nde ge ie a fh l Die e d ch igen ihn jedoch o de fnahme eine di m in einem eima aa al ngeh ige eine ali aneinhei an nschl gen a f amerikanische Solda en e eilig ge e en ein Die e langen die liefe ng mach gel end da ihm im alle eine e illig ng de liefe ng in den die . und o mit hoheitlichem Imperativ erfolgt. Der rationalisierende echtfertigungszwang des materiellen Grundrechtsschutzes wird nur ausgelost.Beispiele: o ehordliche Produktwarnung fuhrt dazu. dass die Verbraucher ein Lebensmittel meiden. kommt dem Eingriffsbegriff die Funktion zu. Eingriff In den Schutzbereich musste auch eingegriffen worden sein. Dieses Modell ist freilich umstritten.Fraglich ist in diesem Rahmen allerdings. . Moderner Eingriffsbegriff: Nach heutigem Verstandnis beschrankt sich der Grundrechtsschutz nicht auf die bwehr „klassischer“ Eingriffe. sondern erganzen Klassischer Eingriffsbegriff: .- uberlassen. und damit eine Schutzlosstellung von gesellschaftlich ‚wertloser’ Freiheitsentfaltung nicht kennt.Da nicht jede – wie auch immer geartete – ‚ eruhrung’ eines grundrechtlichen Schutzbereichs den echtfertigungsmechanismus auslosen soll. sofern die von einem Grundrecht geschutzte Freiheit beeintrachtigt wird. Es wird zwischen zwei Eingriffstypen unterschieden.In etracht kommt zunachst ein so genannter „klassischer Eingriff“. Ein faktisch-mittelbarer Eingriff kann namlich nicht schon bei jeder beliebigen elastungswirkung bejaht werden. welche Anforderungen an eine Schadenseintrittswahrscheinlichkeit zu stellen sind.Vergrobernd gesprochen muss also auf Grund der fraglichen Ma nahme weniger private Handlungsfreiheit verbleiben. sondern erfasst unter bestimmten Voraussetzungen auch faktische oder mittelbare Eingriffe „moderner Eingriffsbegriff“ . als ohne die Ma nahme vorhanden ware (Subtraktionsmodell). also nicht bloß als unbeabsichtigte Folge eines auf andere Ziele gerichteten Staatshandelns. die sich allerdings nicht gegenseitig ausschlie en. also nicht lediglich faktisch. also nicht blo als mittelbar durch andere Kausalzusammenhange vermittelter Erfolg. o durch Rechtsakt. zumal auf europaischer Ebene ein vergleichbares Auffanggrundrecht nicht besteht. Rechtfertigungslasten durch Folgenzurechnung zu begrunden. also ein Eingriff vorliegt.

16a I GG lasst sich kein Gegenargument gewinnen.Auch aus Art. . Gegenstand der Grundrechtsprufung ist vielmehr allein die uslieferungsentscheidung als Akt deutscher Staatsgewalt. 3 EMRK verstoßen konne. da der Grundrechtstrager hierdurch erst dem ugriff durch auslandische Organe ausgesetzt wird. dass eine Auslieferung oder Abschiebung gegen Art. 16 II. dass auswartiges Hoheitshandeln an GR zu messen ware. Letztere konne aber von vornherein nicht den GR unterworfen sein. sondern sollen den Einzelnen vor den Folgen staatlichen Handelns schutzen. Art.mM: Eine Ansicht lehnt dies im Hinblick auf die damit verbundene Bevormundung des auswartigen Staates ab. Der EGM vertritt namlich in st Rspr.ode afe d ohe e die liefe ng ein ing iff in da G nd echt auf Leben (Art. Die GR knupfen nach heutigem Verstandnis nicht an bestimmte staatliche Handlungsformen an. egrundung o Dies ergibt sich bereits aus der Anerkennung der Figur des mittelbar-faktischen Eingriffs. Die das Schutzgut schadigende Handlung sei von der auslandischen Staatsgewalt frei zu verantworten. weil der ersuchende Staat Pakistan hier selbstandig und ohne uckanbindung an die deutsche offentliche Gewalt aus eigener Hoheitsmacht handelt. uslandische Hoheitsgewalt wird von den Grundrechtsbindungen deutscher Staatsgewalt von vornherein nicht determiniert. . kann namlich nicht im mkehrschluss gefolgert werden. Wurde man die Folgen der uslieferung an den G messen. Hieruber besteht Streit . o Dies fuhrt nicht etwa dazu. Die Rechtsfolgen (Todesstrafe). . 2 II 1 GG)? ng ie e folg a die no dn ng de liefe ng d ch ielge ich e en hoheitlichen Rechtsakt. wenn dem etroffenen am ielort Folter oder unmenschliche Behandlung bzw. gegen die sich A hier wehrt. .hM: Die vorhersehbaren Folgen einer Abschiebung oder Ausweisung sind der BRD prinzipiell zurechenbar. dass eine Auslieferung an das usland im brigen uneingeschrankt moglich sei. Bestrafung drohe.Hierfur spricht auch eine Heranziehung der EM K als Interpretationshilfe siehe oben). politisch Verfolgten syl zu gewahren. Danach i o liegend ein „kla i che “ ing iff e neinen Ein Eingriff kann nach dem modernen Eingriffsbegriff auch darin liegen. Aus dem grds uslieferungsverbot fur Deutsche und der Pflicht. geht aber prinzipiell ebenfalls von einer staatlichen Mitverantwortung fur die durch den fremden Staat erfolende Rechtsgutsbeeintrachtigung aus. sind jedoch weder Ziel der Auslieferung durch die deutschen eh den noch e en die e unmittelbar durch ein der deutschen Staatsgewalt zurechenbares Staatshandeln ein. wurde die D dem auswartigen Staat die eigene echtsordnung oktroyieren. dass die grundrechtge ndene de che ffen liche Ge al mi el a eine e le ng g nd ech liche ch g e dad ch he o f da ie ein ela ende andeln a l ndi che aa ge al e anla o a e ng i in die em all alle ding da die gegen ndliche (mi el a e) eein ch ig ng eine g nd ech lichen ch g de de chen aa ge al o Da i chen e en (le e achende ) a l ndi che ffen liche Ge al noch echen a i  Zurechnungsausschluss durch fremdes Hoheitshandeln? Moglicherweise ist eine urechnung schon deshalb auszuschlie en. uch das BVerfG nimmt zwar in vergleichbaren Fallen inhaltlich seinen Kontrollumfang erheblich zuruck.

Ein Eingriff ist nur gerechtfertigt. 1. Art. wenn die wesentlichen Voraussetzungen des Eingriffs in einem Parlamentsgesetz (Landes.bundesverfassungsricht. Schranken Wird in einen Schutzbereich eingegriffen. 5 III 1 GG). abrufbar unter www. Die Verfassung bildet eine Sinneinheit. GG).Verwaltungskompetenz rt. ff. . Ein Eingriff. ist das GR zwar vorbehaltlos. GG . .hinreichende demokratische Legitimation rt.Details konnen unter den Voraussetzungen des Art. 2 Abs. ob das jeweilige Gesetz den Schrankenanforderungen entspricht (→ Gesetzesvorbehalt). nderenfalls ist er verfassungswidrig. entspr landesverfassungsrechtlicher Ermachtigungen vgl. die Verfassungskonformitat einer bertragung auf eine undesbehorde fraglich ist . sog. Anschaulich (lesen!): BVerfG. lost dies echtfertigungslasten aus. rt. . etwa Art. 2014. In diesem ahmen ist die Vereinbarkeit mit der gesamten objektiven echtsordnung zu prufen. Beschluss vom 15. Gesetzesvorbehalt Eingriffe in Freiheitsgrundrechte „Freiheit und Eigentum“ sind nur zulassig. VerfNW auf den Verordnungsgeber delegiert werden.einfacher Gesetzesvorbehalt Einschrankung durch oder auf Grund eines Gesetzes . 80 I GG bzw. GG . 5 II GG: allg Gesetz. aber nicht schrankenlos gewahrleistet. III. 76 ff. bs. 10. 11 Abs.oder Bundesrecht) festgelegt sind. 70-74 GG) und das Gesetzgebungsverfahren (Art. Hier ist dann zu prufen. Vorbehaltlos gewahrleistete GR: Fehlt eine explizite Regelung (etwa Art. der sich auf ein objektiv verfassungswidriges Gesetz stutzt. was in diesem ahmen bei entsprechendem nlass gepruft werden konnte . Explizite und implizite Schranken Verschiedene GR enthalte explizite Schranken. dass der rager betroffen ist und insoweit der Staat den Eingriff rechtfertigen muss. 2 BvR 920/14. 2. namentlich die Gesetzgebungskompetenz Art. die die „Koexistenz“ verschiedener GR nebeneinander voraussetzt. 8 Abs.Merke: Ein Eingriff in ein GR bedeutet nur.2 Satz 3. → Wesentlichkeitsdoktrin. 2 Abs. dh das G ist verletzt.qualifizierter Gesetzesvorbehalt: Manche GR enthalten speziellere Anforderungen an das Gesetz. Die Gesetzesvorbehalte der verschiedenen GR bringen dies zum Ausdruck. wenn er sich innerhalb der verfassungsrechtlichen Schranken halt. 11 II GG qualifizierte nforderungen an den Grund der eschrankung. 5 Abs. sofern z. Eine Grundrechtsverletzung ist ein verfassungswidriger Eingriff. 2. Satz GG der gesetzlich errichteten Verwaltungsbehorde  2. verletzt das jeweilige subjektive Freiheitsrecht. 10 Abs. Vorbehalt (etwa Art. .de Weitere eispiele.2. Hierbei wird wie folgt gepruft 1. Art. 4 I u II.

Verbot des Einzelfallgesetzes (Art.Erforderlichkeit. das von der Verfassung nicht generell unzulassig ist. 19 I 2 GG) . . . 4 I u II GG) nicht verbieten. dem dieser Eingriff dient. 3. Dafur sprache. 19 I 1 GG) . andererseits eingestellt wird. 2 II GG Dritter auch religiose Menschenopfer als Straftat zu verfolgen. dass anderenfalls GR mit Vorbehalt mitunter besser geschutzt waren als vorbehaltlose und damit besonders geschutzte GR.tigkeit des betroffenen Grundrechts und die Intensitat des Eingriffs einerseits und die Bedeutung des verteidigten Gemeinschaftsguts.Wesensgehaltsvorbehalt (Art. das Misshandlungsverbot (Art. . Problem: Gibt es verfassungsimmanente Schranken neben expliziten Schranken? Dies ist umstritten. - Legitimer Zweck. gleicherma en wirksames Mittel gegeben haben. 104 I 2 GG) bei Freiheitsentziehungen als SchrankenSchranke zu Art. Dagegen lie e sich die Systematik der Verfassung anfuhren.Geeignetheit.Angemessenheit. Es muss eine Guterabwagung vorgenommen werden. Daher kennt das GG verschiedene Grenzen des legitimen Zugriffs durch ein Gesetz auf GR: .Zitiergebot (Art. 19 II GG): Dieses hat als eigenstandiger Prufungspunkt neben der Verhaltnisma igkeit keine praktische edeutung erlangt. das angestrebte Ziel zu erreichen.Schrankenspezifische Schranken-Schranken: etwa das Zensurverbot (Art. uch hier wird man bei der relationalen Wirksamkeitsbeurteilung dem Gesetzgeber eine Einschatzungsprarogative zubilligen mussen. wenn sie dem Schutz eines anderen Gutes dienen. 5 I 3 GG). Eingriffe konnen auf verfassungsimmanente Schranken gestutzt werden. Das Mittel darf nicht vollig au er Verhaltnis zum angestrebten iel stehen. Danach darf es kein milderes. Hier besteht grundsatzlich eine Einschatzungsprarogative des Gesetzgebers. Die Regelung muss geeignet sein. darf also nicht von vornherein untauglich sein. . Schranken-Schranken Der Gesetzesvorbehalt allein wurde ein GR nicht vor uberma iger eschrankung schutzen.Drastisches Beispiel: So kann etwa die vorbehaltlose Religionsfreiheit (Art. 2 II 3 GG. zum Schutze des Lebensgrundrechts (Art. In diesem Rahmen auch: Vertrauensschutz.  Dh Eingriffe sind grds zulassig. das ebenfalls verfassungsimmanent vorausgesetzt wird. in die die Wer. die das BVerfG rechtlich nur auf Evidenz uberprufen kann. Die heutige Doktrin akzeptiert auf der Grundlage weiter Schutzbereiche einen Korrekturbedarf. . Die Regelung muss einem Gemeinwohlziel dienen.

GG. . was auch deshalb konsequent ist. bs. 1 Abs.Eine verbreitete nsicht. weil ihr Regelungsgehalt nach hM vor allem negativ durch das Verbot konkreter Verletzungsvorgange bestimmt wird. 1 S. Gleiches gilt fur Personenmehrheiten Gruppen. III. dass ein Eingriff mit einer Verletzung gleichzusetzen ist. 1 Abs. . 1 S. . bei kunstlicher efruchtung im eagenzglas .Daraus ergeben sich Schwierigkeiten im Rahmen der Schutzbereichsdefinition. ichtigerweise geht es hier jedoch nicht um Menschenwurde. da sie systematisch im Abschnitt der GR steht. Die Menschenwurde schutzt jeden Menschen. betrifft also die abwehrrechtliche Funktion der G und lasst sich daher schon strukturell nur als auch subjektives echt angemessen beschreiben. da letztlich bereits hier objektiv hinnehmbare elastungen als wurdeindifferent ausgeschieden werden mussen.Wesentlich umstrittener noch ist der Status des Embryos in vitro z.I. sozialen Status oder Staatsangehorigkeit. weil die Menschenwurde nicht an konkrete Fahigkeiten anknupft und eine freiheitliche echtsordnung den Mindestschutz als echtssubjekt im weifel weit definiert. II. S. Juristische Personen konnen sich auf den individualisierten Schutzgehalt der Menschenwurde berufen. Die Menschenwurde richtet sich konzeptionell gerade gegen „entwurdigende“ Verletzungen des Individuums. o Letztgenannte nsicht erscheint auch aus materialen Grunden uberzeugender. . sondern um – ggf ihrerseits geschutzte – Pietatsempfinden der Hinterbliebenen. Streitig ist der Status des Embryos: . . etwaige Konflikte also als abwagungsrelevante Guterkonflikte behandelt. bs. sieht in der Menschenwurdegarantie nur eine objektivrechtliche Gewahrleistung. 1 GG ist wissenschaftlich bislang noch nicht abschlie end geklart o Das BVerfG und die hL bestimmen den sachlichen Schutzbereich des Art.Die hM misst der Menschenwurde demgegenuber den harakter eines G bei. Danach verbietet es rt. . 1 GG negativ vom Verletzungsvorgang her. Grundrechte als subjektive Rechte Der Grundrechtscharakter der Menschenwurde ist streitig . GG „die nachfolgenden Grundrechte“ beruft.Der nantastbarkeit der Menschenwurde wird ganz uberwiegend entnommen.Das VerfG hat diesem im Mutterleib jedenfalls objektiven Wurdeschutz zugesprochen. Schutzgehalt Die Prufung von Verletzungen der Menschenwurde folgt nicht dem Schema Schutzbereich – Eingriff – Schranken. .Der sachliche Schutzbereich des Art. und zwar unabhangig von lter. Postmortaler Wurdeschutz berwiegend wird als Verlangerung der Menschenwurde nach dem od ein estwurdeschutz auch dem Leichnam zugestanden. die sich vor allem auf rt. aktuellen Fahigkeiten.

Er gewahrleistet das gesamte Existenzminimum durch eine einheitliche grundrechtliche Garantie. Diese eschreibung eines Verletzungsvorgangs setzt in erster Linie bei den individuellen Folgen an und kann daher prinzipiell auch dann beeintrachtigt sein. Die verfassungsrechtliche Gewahrleistung eines menschenwurdigen Existenzminimums muss durch ein Parlamentsgesetz erfolgen. . 45.].  Sklaverei und ahnliche Formen der Erniedrigung  Infragestellung der prinzipiellen Gleichheit als Mensch..Klonen? Streitig  Lebenslage Freiheitsstrafe zulassig. . 375 [399]. verlangt die Menschenwurde die Sicherstellung des Existenzminimums. 72. Soweit man menschlichen Embryonen generell Wurdeschutz zuspricht. die sowohl die physische Existenz des Menschen. wenn zwar eine Entwurdigung nicht final hervorgerufen wird.  otung unschuldiger au erhalb bewaffneter Konflikte streitig. Unterkunft. o Diese relativ unbestimmte Formel wird durch Fallgruppenbildung konkretisiert.den Menschen zum Objekt staatlichen Handelns zu machen... Hygiene und Gesundheit .  usforschung im Kernbereich personlicher Lebensgestaltung  Nach standiger spr. 39 ff. aber doch immerhin die voraussehbare Auswirkung hoheitlichen Handelns ist. Ein Hilfebedurftiger darf nicht auf freiwillige Leistungen des Staates oder Dritter verwiesen werden. die Freiheit wieder zu erlangen keine Inanspruchnahme des Einzelnen als Objekt offentlicher Sanktionsinteressen. 279 [312]). deren Erbringung nicht durch ein subjektives echt des Hilfebedurftigen gewahrleistet ist. die dann vom Staat qua Schutz. BVerfGE 30.pflicht zu unterbinden ist. 109. .spruch des urgers gegenuber dem zustandigen Leistungstrager enthalt. GG. 105 [116]. kulturellen und politischen Leben umfasst.  „Der unmittelbar verfassungsrechtliche Leistungsanspruch auf Gewahrleistung eines menschenwurdigen Existenzminimums erstreckt sich nur auf diejenigen Mittel. Die Gewahrleistung eines menschenwurdigen Existenzminimums muss durch einen gesetzlichen Anspruch gesichert sein. aber es muss eine realistische Perspektive bestehen. bs.sequenterweise eine wurdeverletzende Objektivierung.. das einen konkreten Leistungsan. 96. indem seine Subjektqualitat prinzipiell in Frage gestellt wird so genannte Objektformel vgl.“  . Kleidung. also Nahrung. Heizung. liegt in der Verzweckung als Forschungsmaterial kon. 1 [25 f. Dies verlangt bereits unmittelbar der Schutzgehalt des rt. 187 [228]. denn der Mensch als Person existiert notwendig in sozialen ezugen.. die zur Aufrechterhaltung eines menschenwurdigen Daseins unbedingt erforderlich sind. o eispiele fur Wurdeverletzungen  Folter. von denen vorliegend der Schutz der psychisch-sozialen Integritat naher in Betracht kommt.  Verbrauchende Embryonenforschung streitig. Hausrat. als auch die Sicherung der Moglichkeit zur Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen und zu einem Mindestmaß an Teilhabe am gesellschaftlichen.