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Themenschwerpunkt: Riester-Rente Nr. 3 März 2005 (Erscheint am 28.2.2005)

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geld
2. Wer darf riestern?
Jeder, der vom sinkenden Rentenniveau betroffen ist. Arbeitnehmer zählen als unmittelbar Berechtigte genauso dazu wie Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst. Auch Auszubildende und Arbeitslose haben Anspruch auf die Zulagen und den Sonderausgabenabzug. Selbstständige haben oft die Möglichkeit, einen geförderten RiesterVertrag abzuschließen. Dazu zählen zum Beispiel Handwerker mit Eintrag in der Handwerksrolle oder Künstler, die nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz versichert sind. Aber auch alle anderen Selbstständigen können die Riester-Rente nutzen, wenn sie verheiratet sind und der Ehegatte einen Riester-Anspruch sowie einen entsprechenden Vertrag besitzt. In diesem Fall
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Einfach abgesichert leben! Themenschwerpunkt:Urlaub
Themenschwerpunkt: Riester-Rente
Verstehen Sie Riester?
Basis-Wissen

die Bitte von Claudia Schwintowski aus Bremen war so eindringlich wie wirksam: „Machen Sie doch mal was über die Riester-Rente – das muss man doch auch simplify erklären können!“ Tatsächlich ist das Riester-Modell alles andere als einfach. Neben den Zulagen gibt es Steuervorteile, die gesamte Förderung kann aber verloren gehen, wenn der Vertrag gekündigt wird, es sei denn, das Geld landet in einem anderen Vertrag, wo es wieder für die Riesterrente verwendet wird, wenn nicht ... Und je länger ich darüber nachdachte, umso mehr wurde klar, dass man dieses Vorsorge-Monstrum tatsächlich einmal so erklären sollte, dass jeder es versteht. Denn nur dann macht es Sinn. Sie können nicht alle Vorteile des Riester-Systems nutzen, wenn Sie nicht genau wissen, worauf Sie sich einlassen. Deshalb haben wir diese ganze Ausgabe simplify Geld der RiesterRente gewidmet. Sie erfahren alles, was Sie wissen müssen, um kompetent entscheiden zu können, ob die Riester-Rente für Sie sinnvoll ist oder rausgeschmissenes Geld, das Sie besser anlegen können. Frau Schwintowski hat die Ausgabe übrigens als Test-Leserin für uns unter die Lupe genommen. Ihr Urteil: So kann jeder die Riester-Rente wirklich verstehen!

Was bringt RiesterRiester eigentlich?
Alles rund um Förderung & Co. – einfach erklärt!
Die Riester-Rente gilt mittlerweile als wichtiges Standbein der Altersvorsorge. Zu Recht. Denn die Förderung ist exzellent, das Modell ein guter Baustein für die Altersvorsorge. Viele Sparer aber scheuen Riester, weil Sie die Regelungen nicht verstehen. Deshalb erfahren Sie hier alles, was Sie über Riester wissen müssen.

1. Wie funktioniert Riester?
Die Riester-Rente ist eine kapitalgedeckte Vorsorge. Sie zahlen Ihr Geld ein, und aus dem angesparten Vermögen, den Zinsen und den Zulagen bekommen Sie später eine Rente. Die ist lebenslang garantiert – die Höhe hängt davon ab, wie lukrativ Sie Ihr Geld angelegt haben.

simplify Geld Themenschwerpunkt Riester-Rente: Die Themen in dieser Ausgabe
Basis-Wissen Recht

Was bringt Riester eigentlich? . 1–2
Ihre Riester-Rechte

Gut zu kennen: Das MLP-Urteil . . . . . . . . . . . . . 6
Wahrheiten über die private Altersvorsorge

Ich kann nicht zahlen – und nun? . . . . . . 3
Richtig sparen

Die 7 Riester-Irrtümer . . . . . . . 7
Die Vorsorge im Rentenalter

Welches Modell ist richtig für mich? . . . . . . . . . . 4–5
Antrag und Steuerabzug

Wenn die Riester-Rente kommt . . . . . . . . 8 Impressum . . . . . . . . . . . . . . . 4

Oliver Mest Chefredakteur simplify Geld

So beantragen Sie die Förderung . . . . . . . . . . . 6

www.orgenda.de/abonnenten – Zugangsdaten: Benutzer: Ihr Nachname, aktuelles Passwort: Ihre Kundennummer
simplify Geld Themenschwerpunkt: Riester-Rente 1

Basis-Wissen
Fortsetzung von Seite 1

sind die Selbstständigen mittelbar begünstigt und bekommen Zulagen – nur der Sonderausgabenabzug bleibt ihnen verwehrt.

5. Was muss ich beachten?
Sie müssen in Ihren Vertrag bestimmte Mindestsummen einzahlen, um die Förderung zu erhalten. Dieser Mindesteigenbeitrag liegt ab 2008 bei 4 % Ihres rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens, maximal jedoch bei 2.100 €. Dabei werden die Zulagen von diesem Betrag abgerechnet. Ein verheirateter Vater von 3 Kindern mit einem Einkommen von 52.500 € muss also nicht 2.100 € einzahlen, sondern nur 1.391 €, weil die Zulagen (1-mal 154 € und 3-mal 185 €) abgezogen werden. Ganz wichtig: Wenn Sie unmittelbar berechtigt sind, aber kein Einkommen haben und hatten, müssen Sie immer den Sockelbetrag von 60 € einzahlen, um die Zulagen voll zu erhalten. Als mittelbar Berechtigter hingegen bekommen Sie die Zulagen auch, ohne selbst einen Cent einzuzahlen!

Mehr Informationen
Unter www.orgenda.de/abonnenten finden Sie die simplify-Checkliste zur Riester-Rente. Mit der wissen Sie genau, worauf Sie beim Abschluss des Vertrages achten müssen, um die optimale Vorsorge zu erhalten. rechnung des Mindesteigenbeitrags entscheidend. Wenn Sie also 2007 ein Kind bekommen haben und 2008 in Elternzeit riestern wollen, müssen Sie für die Zulage 2008 4 % Ihres Vorjahreseinkommens einzahlen, um die volle Zulage zu erhalten. Wenn Sie (was ja der Normalfall sein wird) nicht arbeiten, müssen Sie dieses Jahr den Beitrag aus eigener Tasche zahlen – bei einem Einkommen von z. B. 40.000 € ind das immerhin 1.600 €. Kurios: Wenn Sie nach der Elternzeit wieder arbeiten und weiterriestern, müssen Sie im Jahr 1 der Erwerbstätigkeit nach der Elternzeit auch 4 % des Vorjahreseinkommens einzahlen. Wenn Sie zu Hause waren und nicht gearbeitet haben, wird also nur der Sockelbetrag fällig – obwohl Sie schon wieder Geld verdienen ...

3. Wie schließe ich einen Vertrag ab?
Sie wählen sich einen Anbieter (z. B. Ihre Bank, eine Versicherung oder ein anderes Geldinstitut) aus und schließen dort einen entsprechenden Vertrag ab. Das kann ein Fondssparplan sein, ein ganz normaler Banksparplan oder eine Versicherungslösung (zu den Vorund Nachteilen mehr auf Seite 4 und 5). In diesen Vertrag zahlen Sie dann Ihre monatlich, quartalsweise oder jährlich fälligen Beiträge ein. Außerdem beantragen Sie über Ihren Anbieter die fälligen Zulagen und setzen die Beiträge zusätzlich von der Steuer ab, um ggf. einen Bonus vom Finanzamt zu bekommen. Das war´s schon!

4. Welche Förderung gibt es?
Gefördert werden die Verträge zum einen durch die Zulagen. Ab 2008 erhalten Sie als Grundzulage 154 € im Jahr, für jedes Kind gibt es 185 €, für ab 2008 geborenen Nachwuchs sogar 300 € jährlich. Diese Zulagen werden Ihnen auf den Vertrag gutgeschrieben. Zusätzlich können Sie die Beiträge bis zu einem bestimmten Höchstbetrag (2008 liegt er bei 2.100 €) als Sonderausgaben absetzen: So besteht die Möglichkeit, einen weiteren Steuerbonus zu erhalten. Mehr dazu im Kasten unten!

6. Was ist mit Riester in der Elternzeit?
Wenn Eltern sich in den ersten 3 Lebensjahren um ihr Kind kümmern, sind sie in der Regel in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Die Folge: Der jeweilige Elternteil hat einen Anspruch auf die Riester-Zulagen, wenn der Mindesteigenbetrag eingezahlt wird. Das Problem: Haben die Eltern im Vorjahr gearbeitet, ist dieses Einkommen im 1. Jahr der Elternzeit für die Be-

7. Was ist eine schädliche Verwendung?
Der Gesetzgeber hat sehr genau festgelegt, was Sie mit Ihrem Riester-Geld machen dürfen: Sie sollen im Alter eine lebenslange Rente bekommen und haben die Option, einen Teil des Vermögens zu Rentenbeginn ausgezahlt zu bekommen. Außerdem können Sie das Eigenheim mit Riester fördern lassen. Dem gegenüber stehen zahlreiche Restriktionen, die als schädliche Verwendung gelten und dazu führen, dass alle Rücklagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen. So dürfen Sie den Vertrag z. B. nicht vor dem 60. Geburtstag auflösen und sich das Geld auszahlen lassen, und Sie müssen während der Rentenphase in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig bleiben. Das heißt: Sie können im Ausland leben, müssen aber hier Steuern zahlen. Außerdem darf das angesparte Kapital mit den Zulagen beim Tod nur unter Ehegatten und nur in einen Riester- Vertrag vererbt werden. €

Riester-Rente: So wird gerechnet
Das Beispiel zeigt, welche Förderung möglich sein kann. Peter Gottschewski ist verheiratet und Vater von 2 Kindern. 2007 hat er ein zu versteuerndes Einkommen von 48.000 € gehabt. In seinen Riester-Vertrag hat er 2007 den in diesem Jahr erforderlichen Höchstbetrag von 1.575 € eingezahlt – 1.185 € selbst und 390 € waren die Zulagen für ihn sowie für die beiden Kinder. Gleichzeitig hat er die 1.575 € steuerlich als Sonderausgaben angesetzt, was ihm einen weiteren Steuervorteil von 66 € einbringt. Insgesamt wurde der Vertrag also mit 456 € Unterstützung gefördert – das entspricht einer Förderquote von über 38 % auf den Eigenbeitrag! Frau Gottschewski hat ebenfalls gearbeitet und 24.000 € verdient. Sie hat auch 1.575 € in den Vertrag eingezahlt, wovon 114 € staatliche Zulage war. Ihr Steuerbonus: 232 € plus die Zulage von 114 €, macht insgesamt 346 €– eine Förderquote von fast 24 % auf den Eigenbeitrag!

2 simplify Geld Themenschwerpunkt: Riester-Rente

Ihre Riester-Rechte

Ich kann nicht zahlen – und nun?
Was Sie in besonderen Lebenssituationen mit Ihrem Riester-Vertrag machen
Nicht immer läuft das Leben so, wie Sie es sich bei Abschluss Ihres RiesterVertrags vorgestellt haben. Vielleicht müssen Sie ins Ausland gehen, werden vorübergehend arbeitslos, gehen in eine Sabbatjahr oder in Elternzeit. Ihr Riester-Vertrag macht einiges mit – lesen Sie hier, wie Sie den Vertrag in jeder Lebenslage sinnvoll nutzen. Mein Tipp: Die Kündigung ist nur eine Lösung für den Extremfall, in dem das angesparte Vermögen wirklich dringend benötigt wird.

Das Riester-Urteil zum Thema
Private Rentenversicherer dürfen bei der Riester-Rente keine unangemessen hohen Kosten in Rechnung stellen, wenn die Kunden eine Kündigung des Riester-Vertrags wünschen. In dem vor dem Landgericht Hamburg (AZ: 324 O 577/02) verhandelten Fall begründeten die Richter die Entscheidung damit, dass Stornoabzüge grundsätzlich nicht dazu führen dürften, dass Riester-Kunden von der Kündigung abgehalten werden. Außerdem dürften bei den Stornogebühren immer nur Kosten berechnet werden, die auch in einem Zusammenhang mit der vorzeitigen Beendigung stehen. Mein Tipp: Mit einem neuen Vertrag in der Tasche dürfte ein Wechsel problemlos möglich sein.

Die Beitragsanpassung
Oft war eine Beitragsanpassung in der Vergangenheit ohnehin erforderlich, um die Zahlung an das Einkommen oder die sich ändernden Höchstbeträge anzupassen. Aber Sie können die Beitragshöhe natürlich auch ändern, wenn das Geld nicht mehr so locker sitzt wie vielleicht noch im Vorjahr. Wenn Sie den erforderlichen Mindesteigenbeitrag nicht erreichen, bekommen Sie die Zulagen immerhin noch anteilig, ebenso wie ggf. die Steuervorteile. Mein Tipp: Nutzen Sie diese Chance, um wenigstens anteilig von den Fördermöglichkeiten zu profitieren.

Ihre Rechte als Riester-Sparer
● Sie dürfen den Vertrag kündigen. ● Sie können die Beiträge anpassen. ● Sie dürfen zu einem anderen An-

bieter wechseln und dort den Vertrag fortführen.
● Sie dürfen den Vertrag in der An-

sparphase ruhen lassen.

Die Kündigung
Eine Kündigung des Vertrages und eine Auszahlung des Riester-Vermögens ist in der Regel keine gute Wahl. Denn bevor das Geld auf Ihrem Konto ankommt, hat der Staat bereits alle Zulagen einkassiert und die einmal gewährten Steuervorteile abgezogen. Zudem wird in der nächsten Steuererklärung noch ein Nachschlag ans Finanzamt fällig, weil alle Erträge besteuert werden müssen. Die Rechnung für einen Musterfall finden Sie unten im Kasten. Dazu kommt, dass vor allem bei Rentenversicherungen in den ersten Jahren hohe Kosten anfallen, die das angesparte Geld zusätzlich dezimieren. Viel übrig bleiben dürfte vor allem in den ersten Jahren deshalb nicht!

Anbieterwechsel
Wenn Sie mit Ihrem Vertrag oder dem Anbieter unzufrieden sind, sollten Sie sich nicht scheuen zu wechseln. Das kann ein Wechsel innerhalb des Anbieters zu einem anderen Produkt sein oder auch ein Wechsel zu einem ganz anderen Anbieter. Die Kosten dafür sollten Sie vorher erfragen und eine Kündigung des Altvertrages nur durchführen, wenn Sie bereits einen neuen Riester-Vertrag abgeschlossen haben. Ansonsten droht Ihnen das gleiche Schicksal wie den Kündigern ohne neuen Vertrag: Der Staat fordert Zulagen und Steuervorteile zurück.

Das Ruhenlassen
Oft fehlt einfach das Geld, um den Riester-Vertrag überhaupt oder in der erforderlichen Höhe besparen zu können. Daran schuld ist oft eine Regelung, die Riester-Sparer in finanzschwachen Situationen belastet. Wenn Sie z. B. 2006 gut verdient haben und 2007 riestern wollen, zählt das Einkommen von 2006, wenn es um den zu zahlenden Mindesteigenbeitrag geht. Wenn Sie nun aber 2007 in Elternzeit gehen oder gar arbeitslos werden, nachdem Sie im Vorjahr gut verdient haben, wird in der Regel ein hoher Beitrag fällig, den Sie in Ihrer neuen Lebenssituation eventuell nicht zahlen können oder wollen. Denn wer hat schon mal eben bis zu 2.000 € für einen Riester-Vertrag übrig? In diesem Fall hilft nur ein Aussetzen. Zahlen Sie nicht in den Vertrag ein, verlieren Sie zwar die Zulagen und ggf. den Steuervorteil, aber Ihr Kapital arbeitet weiter. Mein Tipp: Allemal eine sinnvollere Alternative als die Kündigung! €

Riester-Rente: So teuer kann eine Kündigung werden
Sie haben ab 2005 geriestert und über 20 Jahre mit 2 Kindern 12.607 € Zulagen bekommen und 3.000 € Steuervorteile kassiert. Ihr gesamtes Vermögen liegt bei 64.000 €. Wenn Sie im Jahr 2025 kündigen würden, bekämen Sie von diesen 64.000 € ohnehin nur 48.393 € ausgezahlt, weil die Zulagen und die Steuervorteile abgezogen werden. Die Erträge in Höhe von 22.000 € müssten Sie überdies versteuern, sodass bei einem Steuersatz von 35 % noch einmal 7.700 € Zinsen fällig wären. Insgesamt blieben also nur 40.693 € übrig.

simplify Geld Themenschwerpunkt: Riester-Rente 3

Richtig sparen

Welches Modell ist richtig für mich?
Sparpläne, Versicherungen oder Fonds: Die Vor- und Nachteile der Riester-Varianten
Die Vielfalt der Riester-Modelle ist für manche Vorsorge-Sparer auch eine echte Last. Denn die Wahl zwischen Versicherungen, fondsgebundenen Versicherungen, Banksparplänen und Fondssparplänen ist nicht leicht! Deshalb finden Sie hier alle Modelle im Überblick – mit allen Pros und Contras und den jeweils besten Angeboten. In beiden Fällen kann man derzeit davon ausgehen, dass die Rendite sich bei einem Riester-Sparer, der heute 40 Jahre alt ist, wahrscheinlich im Bereich von 4 bis 5 % einpendeln dürfte – ohne Zulagen und Steuervorteile. Feste Aussagen lassen sich jedoch kaum treffen, weil die Zinsentwikklung für einen so langen Zeitraum nicht vorhersagbar ist. Worauf muss ich achten? Wenn Sie einen Banksparplan abschließen wollen, sollten Sie eine simplify-Variante wählen. Sparen Sie sich Angebote, die Bonuszahlungen oder kompliziert zu berechnende Zinszuschläge vorsehen, die sich auch noch an nicht nachvollziehbaren Größen und Referenzsätzen orientieren. Vorbildlich ist das Angebot der Mainzer Volksbank: Hier wird ohne Wenn und Aber ein Zins gezahlt, der 0,5 % unter der Umlaufrendite liegt. Das ist einfach nachvollziehbar und erfordert keine großen Rechenkunststücke. Welche Kosten kommen bei diesem Riester-Modell auf mich zu? Bei den Banksparplänen verdient die Bank an der Differenz der gezahlten Zinsen zur Umlaufrendite. Bei der Mainzer Volksbank sind es 0,5 %, bei der Sparkasse Günzburg-Krumbach 0,62 % und bei der Landsparkasse Schenefeld 0,75 %. Bei anderen Anbietern hingegen beträgt die Differenz flotte 1,5 bis über 2 %, das dürfte der Sparvertrag nicht wert sein. Dazu kommen Kontoführungsgebühren, die nur bei einigen Banken erhoben werden und maximal 10 € betragen. Für welchen Riester-Sparer sind diese Verträge geeignet? Grundsätzlich sind Riester-Banksparpläne eine gute Wahl, wenn Sie mit geringem Kostenaufwand sicher vorsorgen wollen. Vor allem wenn die Riester-Rente ein sicherer Baustein Ihrer Vorsorge sein muss und soll, sind Banksparpläne die richtige Wahl. Welche Angebote sind gut? Besonders empfehlenswert ist der Riester-Sparvertrag der Mainzer Volksbank. Er bietet derzeit eine gute Rendite, die Zinsen sind einfach nachvollziehbar, und nur ein Zinseinbruch auf breiter Front über lange Zeit kann ein gutes Ergebnis nachhaltig verhindern. Als gutes Angebot mit dauerhaft steigenden Zinsen empfiehlt die Stiftung Warentest den Riester-Vertrag der Sparkasse Günzburg-Krumbach, die derzeit 2,95 % Zinsen zahlt.

Der Klassiker: Banksparpläne
Banksparpläne sind das simplify RiesterModell: Sie sind rentabel, risikofrei und einfach abzuschließen. Viele Filialbanken haben die Sparverträge leider nicht im Angebot, offensichtlich werden dort provisionsstarke Versicherungsmodelle vorgezogen, aber auch ohne Bank um die Ecke sind die Verträge denkbar leicht abzuschließen. Viele Banken bieten auch ortsfremden Kunden Verträge an, die Unterlagen fordern Sie per Telefon und Internet an, die Papiere schicken Sie per PostIdent-Verfahren über Ihre Postfiliale zurück – und schon haben Sie einen rentablen Riester-Sparvertrag abgeschlossen. Was bringen die Verträge? Die Zinsen der besten Angebote liegen momentan im Bereich zwischen 3 und 4 %. Am sinnvollsten sind Angebote, die entweder einen steigenden Zins von Anfang an vorsehen oder die ihre Zinsen an die Umlaufrendite koppeln.

Der Verkaufsschlager: Rentenversicherungen à la Riester
Mehr als die Hälfte aller Riester-Verträge sind Rentenversicherungen. In dieser Zahl dürften sich vor allem deutsche Spargewohnheiten mit entsprechender Versicherungswerbung bemerkbar machen. Dazu kommt, dass Sparer bei Versicherungen schwarz auf weiß sehen, was der Vertrag einmal bringen wird. Diese Summe X schwankt jedoch gewaltig: Gute Anbieter bringen fast 30 % mehr Rente ein als weniger empfehlenswerte. Was bringen die Verträge? Zunächst einmal zahlen alle Versicherer einen Garantiezins von 2,25 % auf den Sparanteil. Nach Untersuchungen

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Nr. 3 März 2005

(Erscheint am 28.2.2005)

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forderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren darstellen. Wir empfehlen jedem Anleger, sich bei Fragen oder Zweifeln vorher mit einem Wertpapierberater bei der Hausbank zu beraten. Alle von uns vorgestellten Wertpapiere beinhalten immer einen gewissen Grad an Risiko, der zu finanziellen Verlusten führen kann.

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ISSN 1611–3004

4 simplify Geld Themenschwerpunkt: Riester-Rente

Richtig sparen

der Stiftung Warentest über die Jahre 2004 bis 2006 sind bei sehr guten Anbietern Renditen bis zu 5,8 % möglich. Schlechte Anbieter hingegen bieten den Kunden gerade einmal etwas mehr als 4 % – dafür brauchen Sie keinen Versicherer. Worauf muss ich achten? Wenn es eine Riester-Rentenversicherung sein soll, dann kommen nur wenige Angebote in Frage, die von Finanztest mit sehr gut bewertet wurden. Keinesfalls sinnvoll sind fondsgebundene Policen, die im Riester-Modell keine Vorteile bringen. Denn Ihre eingezahlten Beiträge erhalten Sie bei allen Varianten zurück, also können Sie auch gleich ohne Versicherungsmantel auf Fonds setzen und die Kosten für die Versicherungen sparen. Welche Kosten kommen bei diesem Riester-Modell auf mich zu? Die Kosten für die Policen werden dem Vertrag in der Regel in den ersten 5 Jahren belastet. Deshalb sind die Riester-Rentenversicherungen auch eine echte Kostenfalle, wenn der Vertrag wider Erwarten nicht durchgehalten wird. Wenn Sie z. B. nach ein paar Jahren aussteigen müssen, ist ein Großteil Ihres Geldes für die Kosten draufgegangen. Für welchen Riester-Sparer sind diese Verträge geeignet? Riester-Rentenversicherungen sind vor allem dann zu empfehlen, wenn im Alter eine garantierte Rente fließen soll und Sie als Sparer sicher sind, dass Sie den Vertrag auch dauerhaft besparen können und wollen. Welche Angebote sind gut? Vor allem CosmosDirekt und HanseMerkur haben sich beim großen Test der Stiftung Warentest Bestnoten verdient. Eine hohe Garantierente und eine gute Prognose für die Gesamtrente waren entscheidend, dazu kamen überdurchschnittlich transparente Unterlagen. Knapp an der Bestnote vorbei ist die Debeka geschrammt, die vor allem hinsichtlich der möglichen Gesamtrente punkten konnte.

Beste Aussichten: Riester-Fondssparpläne
Fondssparpläne sind vor allem für Riester-Sparer gemacht, die aus Ihren Verträgen das Maximum an Rendite herausholen möchten. Denn während Banksparpläne und Versicherungen sich nach derzeitigem Stand bei der Rendite eher im Bereich von 4 bis 5 % bewegen, ist mit guten Fonds eine doppelt so hohe Rendite möglich. Was bringen die Verträge? Die besten Verträge haben aus Sicht der vergangenen 5 Jahre Renditen zwischen 8,5 und 14 % auf den Eigenbeitrag erreicht. Auf Dauer sollten Renditen von rund 8 % möglich sein. Worauf muss ich achten? Vor allem jüngere Sparer sollten einen Riester-Fondssparplan wählen, der auf einen hohen Aktienanteil setzt. Nur so lassen sich die Rendite-Vorteile des Fondssparplans am besten ausnutzen. Konservativer und damit für weniger risikofreudige Anleger geeignet sind Fondssparpläne, die auf eine Mischung aus festverzinslichen Papieren und Aktien setzen. Welche Kosten kommen bei diesem Riester-Modell auf mich zu? Natürlich haben auch Fondsgesellschaften nichts zu verschenken und wollen mit den Riester-Verträgen (Ihr) Geld verdienen. Deshalb werden

auch Ausgabeaufschläge auf die Fonds erhoben, die bespart werden können. Sie liegen im schlechtesten Fall bei 4,8 %, die vom Sparbetrag abgezogen werden. Dazu kommen jährliche Managementkosten, die bis zu 2 % der Anlagesumme ausmachen können. Happige Gebühren, die sich jedoch umgehen lassen, indem die Fonds mit Rabatt gekauft werden. Wo das geht, lesen Sie im Kasten unten. Für welchen Riester-Sparer sind diese Verträge geeignet? Riester-Fondssparpläne sind je nach Aktienanteil für junge Sparer zwischen 30 und 49 gedacht. Dabei gilt: Je älter der Sparer, umso größer sollte der Anteil festverzinslicher Papiere sein. Welche Angebote sind gut? Für jüngere Sparer um die 30 ist die UniProfirente die beste Wahl. Hier nutzen Sie die Börsenchancen optimal, sind aber gleichzeitig durch die RiesterVorgaben gegen Verluste bei Rentenbeginn abgesichert. Ältere Sparer setzen auf die DWS Toprente Balance, die derzeit zu 50 % in Rentenfonds investiert und die andere Hälfte in Aktienfonds, wobei der Schwerpunkt dabei auf Dividenden- und konservativen Papieren liegt. €

Fondssparpläne mit Rabatt
Die UniProfirente wird derzeit leider nirgendwo mit Rabatt angeboten. Rabatt auf den DWS-Fonds und andere Riester-Fondssparpläne gibt es bei folgenden Anbietern: AAV Fondsvermittlung www.fondsvermittlung.de Telefon: 07361 68 04 75 AVL Finanzdienstleistung www.avl-investmentfonds.de Telefon: 01805 99 69 06 FD Fonds-Sparkauf www.fonds-sparkauf.de Telefon: 08772 13 03 Finanzpartner.de www.finanzpartner.de Telefon: 02241 97 58 10 Fonds4You www.fonds4you.de Telefon: 0341 35 59 05 49 Fondsrabatt Mainz www.fondsrabatt-mainz.de Telefon: 06131 45 86 8 Martius Finanzdienstleistungen www.fonds-im-netz.de Telefon: 06172 26 90 00 Trigonus www.trigonus.de Telefon: 06181 90 80 61 10
simplify Geld Themenschwerpunkt: Riester-Rente 5

Antrag und Steuerabzug

So beantragen Sie die Förderung
Alles über Antrag, Zulage und Termine
Wenn Sie einen Riester-Vertrag abgeschlossen haben, gibt es die Zulagen und die Steuervorteile nicht automatisch. Sie müssen einiges dafür tun. Was das ist, lesen Sie hier. Daten automatisch abgefragt, sodass falsche Angaben Ihrerseits nicht mehr möglich sind. Ganz wichtig: Den Antrag auf Altersvorsorgezulage müssen Sie bis spätestens Ende des zweiten Jahres stellen, das auf das Sparjahr folgt, für das Jahr 2006 also spätestens bis zum 31.12.2008. Ansonsten verfällt der Anspruch auf die Zulage. der Einkommensteuererklärung gutgeschrieben. Das Finanzamt prüft automatisch, ob Sie einen Steuervorteil mit dem Riester-Vertrag erzielen. Sie müssen nur die so genannte Anbieterbescheinigung nach § 10 a Absatz 5 Einkommensteuergesetz Ihrer Steuererklärung beifügen, in der alle geleisteten Altersvorsorgebeiträge mit allen erforderlichern Rahmendaten des Vertrags verzeichnet sind. In der Steuererklärung geben Sie auf Seite 3 in Zeile 75 lediglich an, dass die entsprechende Anlage AV beiliegt, in die Sie die abgefragten Daten eintragen müssen. Das entsprechende Formular finden Sie im Internet auf der Seite www.formulare-bfinv.de im Bereich Einkommensteuer. €

Zulagen beantragen
Die Grundförderung der Riester-Rente erfolgt mit Altersvorsorgezulagen, die aus einer Grund- und einer Kinderzulage bestehen können. Diese Altersvorsorgezulagen müssen Sie selbst beantragen. Das machen Sie mit dem so genannten Antrag auf Altersvorsorgezulage, den Sie von Ihrem Anlageinstitut bekommen. Wenn Sie Kinder haben, gibt es ebenfalls von Ihrer Bank oder Versicherung den Ergänzungsbogen Kinderzulage. Beide Anträge füllen Sie aus und schicken Sie schnellstmöglichst an Ihre Bank oder Versicherung zurück. Sie müssen den Antrag übrigens seit 2005 nicht mehr jedes Jahr neu stellen, sondern können einmal bei Ihrem Anbieter einen so genannten Dauerzulagenantrag stellen. Damit bevollmächtigen Sie den Anbieter, den Zulagenantrag jedes Jahr für Sie auf elektronischem Wege zu stellen. Dadurch werden auch die erforderlichen

So hoch ist die Altersvorsorgezulage
Ab 2008 gibt es für jeden RiesterSparer eine Grundzulage von 154 € und eine Kinderzulage pro Kind von 185 €. Für 2008 geborene Kinder beträgt die Zulage sogar 300 €! Voraussetzung ist jedoch, dass der Mindesteigenbeitrag in Höhe von 4 % des Vorjahreseinkommens (maximal 2.100 €) eingezahlt wurde.

Diese Beiträge sind steuerlich absetzbar
Ab 2008 kann jeder Riester-Sparer maximal 2.100 €, die in einen Riester-Vertrag eingezahlt wurden, als Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Bei einem Steuersatz von 42 % sind damit maximal 882 € (abzüglich der Zulagen, zuzüglich Soli und ggf. Kirchensteuer) Steuervorteil erzielbar.

Steuervorteile nutzen
Neben der Altersvorsorgezulage haben Sie die Möglichkeit, die Beiträge zu Ihrem Riester-Vertrag als Sonderausgaben steuermindernd abzusetzen. Ist der Steuervorteil höher als die Zulage, gibt es diesen zusätzlichen Differenzbetrag als Steuervergünstigung im Rahmen

Gut zu kennen: Das MLP-Urteil
Warum es auch auf die Kosten des Vertrages ankommt
Wegen einer missverständlichen Formulierung in den Vertragsunterlagen darf der Heidelberger Finanzdienstleister MLP von einem Kunden bei der Riester-Altersvorsorge nur 10 % der ursprünglich verlangten Abschlusskosten kassieren. Das hat das Amtsgericht Heidelberg (AZ: 30 C 122/06) in seinem MLP-Riester-Urteil entschieden. Der Kunde hatte über MLP eine so genannte Balance-Invest-Rentenversicherung als Riester-Rente mit entsprechender Förderung abgeschlossen. Deren Kosten sind nach Auffassung des Gerichts im Vertrag nicht eindeutig dargelegt. Von MLP vorgesehen war, dass über 10 Jahre jährlich 0,692 % anfallen, insgesamt also 6,92 %. Ebenso konnte aber gemeint sein, dass die Gesamtkosten dieser Riester-Altersvorsorge sich über 10 Jahre verteilt auf 0,692 % der Beitragssumme belaufen. Sei etwas objektiv mehrdeutig, so führe das zur für den Versicherten günstigeren Auslegung, so die Richter. Und damit werden nur 10 % der ursprünglich vereinbarten Provisionen für dieses Riester-Renten-Modell fällig. Was heißt das MLP-Riester-Urteil für Sie? Nach dem Urteil werden die Juristen der Riester-Anbieter sicherlich klarere und entsprechend für die Versicherer vorteilhaftere Formulierungen verwenden. Für Sie aber bleibt trotzdem die Frage nach den Kosten, wenn Sie sich beraten lassen. Ihr Berater sollte in der Lage sein, die Kosten Ihrer Riester-Rente klar und eindeutig zu beziffern, damit Sie wissen, was die Vorsorge kostet. Lassen Sie sich eine entsprechende Berechnung schriftlich geben. €

6 simplify Geld Themenschwerpunkt: Riester-Rente

Wahrheiten über die private Vorsorge

Die 7 Riester-Irrtümer
Nun zur Wahrheit: Schluss mit den hartnäckigen (und irreführenden) Gerüchten!
Rund um die Riester-Rente halten sich einige wirklich hartnäckige Irrtümer, die Sie kennen sollten, bevor Sie wegen genau solcher Vorurteile vielleicht sogar auf einen Vertrag verzichten. Hier werden Sie aufgeklärt! angesparten Kapital eine Rente für den Partner oder die Kinder ausgezahlt werden kann. Das kann vor allem durch eine Zusatzversicherung geschehen.

5. Mit Riester-Fonds kann ich Geld verlieren
Nein, nicht wenn Sie bis zur Rente dabeibleiben. Jeder Anbieter muss Ihnen bei Rentenbeginn mindestens Ihre eingezahlten Beiträge sowie alle Zulagen garantieren und aus diesem Vermögen eine lebenslange Rente zahlen. Das sichert Ihnen z. B. bei Fonds-Investments eine Mindestrendite, selbst wenn die Fonds nicht einen Euro Gewinn machen sollten. Ein Verlust an den Börsen kann Sie also relativ kalt lassen!

1. Wenn ich im Ausland leben möchte, ist Riester nichts für mich
Fakt ist: Wenn Sie ins Ausland ziehen und hier Ihren Wohnsitz aufgeben, endet Ihre unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland. Die Folge: Sie müssten die Zulagen bzw. Steuervorteile zurückzahlen. Aber auch wenn Sie im Ausland leben, können Sie in Deutschland weiterhin unbeschränkt steuerpflichtig bleiben und die Vorteile der Riester-Rente nutzen, ohne später irgendetwas zurückzahlen zu müssen. Das wäre z. B. der Fall, wenn Sie weiterhin einen Großteil Ihrer Einkünfte in Deutschland beziehen. Sie müssen also nicht automatisch damit rechnen, dass ein Lebensabend in der Toskana oder auf Mallorca und eine Riester-Rente nicht zusammenpassen.

3. Riester-Verträge werden nur durch Zulagen gefördert
Ganz im Gegenteil. Vor allem gut verdienende Paare mit und ohne Kindern profitieren eher von den Steuervorteilen und weniger von den Zulagen. Ein Paar ohne Kinder mit einem zu versteuernden Einkommen von jeweils 54.000 € erhält 2008 eine Zulage von jeweils 154 €, wenn es 2.100 € in den Vertrag einzahlt. Zusätzlich gibt es aber noch jeweils einen Steuerbonus von 482 € für die Einzahlung. Bei 2 Kindern und gleichem Einkommen liegen die Zulagen insgesamt bei 678 € – und zusätzlich legt das Finanzamt noch einmal 594 € drauf!

6. Riester-Fonds sind viel zu teuer!
Für fondsbasierte Riester-Angebote gibt es ähnlich wie bei nicht geförderten Sparplänen Rabatte, mit denen der Ausgabeaufschlag reduziert wird. Gerade ein renditestarkes Angebot wie die DWS-Toprente wird von vielen Anbietern mit 50 % Nachlass auf den Ausgabeaufschlag angeboten – z. B. bei finanzpartner.de, direktfonds24.de oder netfonds.de.

4. Rentenversicherungen sind die beste Lösung
Nicht unbedingt. Die Stiftung Warentest hat im Herbst 2007 die Rentenversicherungen unter die Lupe genommen. Im Jahr 2006 haben nach der Untersuchung selbst die besten Rentenversicherer gerade einmal 5,6 % Rendite erwirtschaftet – bezogen auf das Vermögen, das nach Abzug der Kosten übrig geblieben ist. Und diese Kosten nagen heftig am Geld, das Sie einzahlen. 7, 8 oder 9 % Kosten auf die gesamte Sparleistung sind nicht ungewöhnlich! Natürlich gibt es auch andere Sparformen im Riester-Mantel nicht umsonst: Fondssparpläne fressen z. B. bis zu knapp 5 % der Beiträge und eingehenden Zulagen – allerdings erwirtschaften die besten Anbieter laut Stiftung Warentest je nach Alter des Riester-Sparers bei Vertragsbeginn bis zu 14 % Rendite – und dabei sind die Kosten schon berücksichtigt!

2. Wenn ich sterbe, ist mein Geld verloren
Das ist nicht richtig! Grundsätzlich ist es möglich, dass das angesparte Kapital an die Erben ausgezahlt wird. Diese Regelung ist bei Fonds- und Banksparplänen möglich. Damit dieses Vererben zumindest unter Ehegatten nicht als schädliche Verwendung eingeschätzt wird, muss das angesparte Vermögen des verstorbenen Ehegatten auf einen Altersvorsorgevertrag des überlebenden Ehegatten übertragen werden. Ob der Ehegatte bereits einen Vertrag hat oder erst einen abschließen muss, ist egal: Die Rückzahlung von Zulagen und Steuervorteilen kann auf jeden Fall vermieden werden. Bei Riester-Rentenversicherungen kann das Geld aus dem Vertrag nicht einfach vererbt werden. Hier müssen Sie die Rentenversicherung so abschließen, dass aus dem

7. Die Riester-Rente wird zu 100 % versteuert
Grundsätzlich fließt der geförderte Anteil der Riester-Rente im Alter tatsächlich voll in das zu versteuernde Einkommen ein. Allerdings müssen viele Rentner heute und auch in Zukunft – wenn überhaupt – nur einen sehr geringen Teil ihres Einkommens versteuern. So können Ehepaare im Alter in der Regel rund 19.000 € Einkommen beziehen – und dabei werden gesetzliche und private Renten nur zu einem Teil angerechnet. Wenn Sie 2028 mit Ihrem Ehegatten in Rente gehen sollten und neben Ihrer gesetzlichen Rente von zusammen 1.800 € noch 500 € aus einer RiesterRente erhalten, werden Sie nach heutigem Recht rund 1.000 € Steuern im Jahr zahlen müssen. 100 % bedeutet also nicht, dass sich das Riester-Modell nicht lohnt! €

simplify Geld Themenschwerpunkt: Riester-Rente 7

Die Vorsorge im Rentenalter

Wenn die Riester-Rente kommt
... tauchen viele Fragen auf. Hier die Antworten!
Wenn Sie heute fleißig in den RiesterVertrag einzahlen, wollen Sie das Geld „morgen“, im Rentenalter, natürlich auch genießen. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen dazu lesen Sie hier.
Riester

können bei Rentenbeginn auf einen Schlag ausgezahlt werden – damit wird der Vertrag dann abgewickelt.

Otto Normalrentner allenfalls eine geringe Steuerbelastung der Riester-Rente im Alter, während die Förderung heute einiges an finanzieller Unterstützung bietet.

Wann bekomme ich meine Riester-Rente?
Die gesetzliche Regelung sieht vor, dass Sie in der Regel ab dem 60. Lebensjahr oder mit Beginn der gesetzlichen Rente eine Riester-Rente beziehen dürfen. Etwas anderes gilt nur, wenn der Riester-Vertrag auch eine Erwerbsunfähigkeitsrente mit umfasst – dann können entsprechende Listungen natürlich vorher gezahlt werden. Ohne Erwerbsunfähigkeit ist die Rente vor dem 60. Geburtstag nicht zu bekommen – es sei denn, Sie kündigen den Vertrag und zahlen alle Zulagen und Steuervorteile zurück.

Wie wird sichergestellt, dass ich lebenslang Geld bekomme?
Rentenversicherungen kalkulieren diese Option bereits bei Vertragsschluss ein, bei allen anderen Riester-Varianten wird zu Beginn der Rentenphase ein Teil des angesparten Geldes (bis zu 20 %) in eine Rentenversicherung gesteckt, die dann die lebenslange Rente garantiert.

Muss ich Beiträge für die Krankenversicherung auf die Riester-Tente zahlen?
Nein, nach derzeitigem Recht nicht. Das Beispiel der Direktversicherung hat jedoch gezeigt, wie schnell sich das ändern kann. Vor dieser Renditefalle sind nur Privatversicherte gefeit, weil deren Prämien sich grundsätzlich nicht nach dem Einkommen richten.

Wie viel Steuern muss ich zahlen?
Grundsätzlich wird Ihre Riester-Rente voll in die Berechnung des zu versteuernden Einkommens einbezogen. Allerdings heißt das nicht unbedingt, dass die Riester-Rente wirklich voll versteuert wird. Denn nach derzeitigem Recht können Sie als Rentner jährlich bis zu 11.000 € Einkommen komplett steuerfrei vereinnahmen. Das steuerfreie Existenzminimum und einige Vergünstigungen machen es möglich. Dazu kommt, dass die gesetzliche Rente erst 2040 zu 100 % besteuert wird – bis dahin bleibt ein Teil steuerfrei, derzeit immerhin 44 %! Unter dem Strich bleibt also vor allem für

Sind die Renten pfändungssicher?
In der Ansparphase sind Riester-Renten und andere Vorsorgeformen mittlerweile meist pfändungssicher. In der Auszahlungsphase hingegen können Renten sehr wohl gepfändet werden, wenn das Einkommen insgesamt oberhalb der Pfändungsfreigrenze liegt.

Wie viel Rente wirft mein Vertrag ab?
Das ist heute schwer zu sagen. Rentenversicherungen garantieren zwar eine Summe X, die liegt jedoch sehr niedrig, weil die Versicherer nur die garantierte Rente ausweisen können. Die spätere Rente hängt vor allem davon ab, wie viel Kapital Sie mit Ihrem Vertrag erwirtschaftet haben. Denn aus dieser Summe wird die Rente gezahlt. Und je höher diese Summe X ist, umso höher ist die Rente.

Muss ich im Alter die neue Abgeltungssteuer beachten?
Nein, da die Renten ohnehin voll besteuert werden, gilt die Abgeltungssteuer für die erwirtschafteten Zinsen und Erträge bei Riester-Renten nicht. €

Kann ich mir das angesparte Geld auszahlen lassen?
30 % des angesparten Kapitals sind auf einen Schlag auszahlbar, außerdem können die in der Rentenphase anfallenden Zinsen und Erträge auf einen Schlag ausgezahlt werden. Das restliche Vermögen muss dann aber für die lebenslange Rente angelegt werden. Eine Ausnahme gilt für Kleinbetragsrenten, die weniger als 1 % der Bezugsgröße gem. § 18 SGB IV (derzeit 24,15 € monatlich) ausmachen: Diese Renten

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