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Jonas Miehe

Die Tafeln – ein Erfolsgkonzept?
Meiner Meinung über die Lebensmitteltafeln ist gespalten, denn einerseits sind sie ein
großes soziales Projekt, an dem sich viele Menschen - meist ehrenamtlich - engagieren, aber
andererseits zeigt es auch, dass es in Deutschland immer noch Armut gibt, sodass für einige
Menschen das Einkommen nicht die Grundbedürfnisse abdecken kann. Um mich der
Fragestellung sukzessive zu nähern, werde ich zunächst einige Fakten, insbesondere zur
Entwicklung der Tafeln, aber auch der Armut in Deutschland nennen.
So hat sich die Anzahl der Tafeln seit dem Gründungsjahr 1993 enorm gesteigert, wobei die
größten Anstiege zwischen 2003 und 2006 stattfanden; hier erhöhte sich die Zahl um 99%
von 330 auf 657. Heute gibt es über 900 Tafeln in Deutschland. Während einige sagen
würden, dass dies für den Erfolg des Konzepts spricht, ist meiner Meinung nach dieser
Anstieg ein Zeichen dafür, dass immer mehr Menschen sich nicht versorgen können. Die
Reformen des Sozialsystems sind ein Grund für den sprunghaften Anstieg der Tafeln, so
sorgten sie dafür, dass bestimmte Personengruppen, z.B. ältere Menschen durch die neuen
Sozialleistungen benachteiligt wurden. Auch durch die neuen Regelungen im Bereich des
Niedriglohnsektors wirkten wie ein Katalysator: Durch immer niedrigere Löhne, die häufig
unter 8€ pro Stunde liegen, sind die grundlegendsten Lebensstandards für die Menschen
nicht bezahlbar. Seit dem Jahr 2000 stieg die Anzahl der Beschäftigen mit Niedriglöhnen um
ca. 19% von 6,63 Mio. auf 7,92 Mio., d.h., dass die Senkung der Arbeitslosenquote - von
11,7% im Jahre 2005 auf 6,9% im Jahre 2013 - in Korrelation mit der Ausweitung des
Niedriglohnsektors steht. Meiner Ansicht nach verfehlt der Staat den Sinn des
Fürsorgeprinzips, durch Auslagerung der Menschen werden Kosten gespart und die Folgen nämlich die zunehme Armut auch von arbeitenden Menschen - müssen durch die Tafeln
abgefedert werden. Scheint dies zunächst eine gute Lösung zu sein, da Kosten gespart
werden, kann dieses Prinzip keine dauerhafte Lösung sein. Hierbei muss auch der
menschliche Aspekt beachtet werden: Viele Menschen schämen sich dafür zu Tafeln zu
gehen und der erste Schritt stellt immer eine Herausforderung dar.
Trotz aller negativen Aspekte lässt sich auch Positives äußern, wie z.B. über due
Lebensmittel, die sonst von den Supermärkten weggeschmissen würden, und nun
Verwendung finden. Auch die Tatsache, dass die Besucher auf diese Weise neue Kontakte zu
anderen Menschen finden können, sprechen für dieses Projekt.
Schließlich lässt sich sagen, dass die Tafeln zwar keine Lösung für das Problem der Armut
und die Ungerechtigkeiten im Sozialsystem sind, sie aber ein Teil der Auswirkungen tragen
können, um den Benachteiligten Menschen zu helfen