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2014 ¥ 1/2   ∂

Der neue Holzbau
New Wood Construction

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Fotos:
Bernd Borchard, Bruno Klomfar, Pietro Savorelli,
Stefan Müller, Roland Kraus, Stefan Müller-Naumann

Der archaische Baustoff Holz hat sich in den
vergangenen Jahren zu einem nahezu neuen
Material entwickelt. Auch wenn es scheint, als
hätte er hierfür im Hightech-Labor wissenschaftlich entwickelt werden müssen, gibt er
Antworten auf immer drängender werdende
Fragen, angefangen mit dem verantwortlichen
Umgang mit natürlichen Ressourcen und
deren Auswirkungen auf die Gesundheit jedes
einzelnen bis hin zu Fragen nach der Lebensqualität unserer unmittelbaren Umgebung. Dabei ist Holz geblieben, was es immer war: ein
nachwachsender Rohstoff.
Es kommt einem Naturwunder gleich, dass
Holz unter günstigen klimatischen Bedingungen kaum mehr benötigt als ausreichend
Erde, Licht, Luft, Wasser und dabei das in
der Atmosphäre in schädlichem Übermaß
vorhandene Kohlenstoffdioxyd (CO2) in kostbaren Sauerstoff umgewandelt wird. Im Unterschied zu vielen anderen Baumaterialien
verfügt Holz ebenso über sinnlich wahrnehmbare, haptische Qualitäten wie fertigungstechnische Vorteile, etwa das geringe
Gewicht oder die leichte Bearbeitbarkeit.
Gegenüber der konventionellen Massivbauweise besitzt der Holzbau eine Reihe von
Vorteilen. Zunächst ist es aus globaler Sicht
sinnvoll, ein Maximum an CO2 langfristig in
Gebäuden einzulagern und den Primärenergiebedarf markant zu senken. Hinzu kommt,
dass die Verarbeitung von Bäumen zum
Baustoff Holz weit weniger fossile Energie
benötigt als die Herstellung von Stahl, Beton, Kunststoff, Ziegeln oder gar Aluminium.
Technisch betrachtet ist Holz ein mit Zellu­
losefasern bewehrter Verbundbaustoff mit
hohem Hohlraumanteil und deswegen das
tragfähigste aller wärmedämmenden Materialien. Bei gleicher Tragfähigkeit ist es wesentlich leichter als Stahl und hat annähernd
die gleiche Druckfestigkeit wie Beton, kann
im Gegensatz zu diesem aber auch Zugkräfte aufnehmen. Die Fülle an guten Argumenten ließe sich bis hin zu signifikanten technischen Kennwerten erweitern. Dennoch stellt
sich die Frage: Warum findet dieser Baustoff
hierzulande nach wie vor nicht die Verbreitung, die seinen Möglichkeiten entspricht?

Siebengeschossiger Wohnungsbau in Berlin-Mitte
2012
Architekten: Kaden Klingbeil
2, 3 Illwerke Zentrum Montafon, Vandans 2013
Architekt: Hermann Kaufmann

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Die Antwort darauf ist komplex und in der
historischen Entwicklung des Holzbaus zu
finden. Bis zur Industrialisierung im 19. Jahrhundert war Holz das dominierende Material. Nahezu alles – vom Gebrauchsgegenstand bis zu Gebäudestrukturen – wurde
daraus hergestellt. Innerhalb weniger Jahrzehnte ging diese über Jahrhunderte unangetastete Vormachtstellung verloren. Um die
anstehenden Herausforderungen nach Versorgung, neuen Verkehrs- und Gebäudetypen zu bestehen, brauchte es alternative
Konzepte. Zum einen konnte die in Zünften
gehütete Zimmermannskunst dies nicht leisten. Sie hat ihre Bauweisen in einem langen
Prozess der Anpassung an reale Bedingungen entwickelt. Form, Aufbau und Gefüge
bis hin zu den Details der Holzverbindungen
waren genau festgelegt. Zum anderen konnte sich der natürlich nachwachsende Baustoff Holz den spezialisierten Ansprüchen
neuer Bautechniken nur allmählich anpassen. Holz galt in der Pionierzeit der Industrialisierung als nicht tauglich für die Massenproduktion von Gütern. Neu entwickelte Materialien wie Guss, Eisen, Stahl und ab der
Jahrhundertwende der Eisenbeton traten in
den Vordergrund. Sie waren als Baustoffe
das Ergebnis zielgerichteter, wissenschaftlicher Forschung. Dennoch konnte Holz überall dort Marktanteile erobern, wo es weniger
um die spezialisierte Anwendung als vielmehr um den Alltag des Bauens ging. In unseren Großstädten haben sich trotz der verheerenden Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg gründerzeitliche Stadtteile erhalten.
Den Gebäuden ist es äußerlich nicht anzusehen, aber diese bis heute für die urbane
Stadtgesellschaft höchst attraktiven Wohnquartiere sind zu einem beträchtlichen Teil
in Holzbauweise errichtet. Die Außenwände
und vielfach die Decken über dem Erdgeschoss sind zwar massiv, die weiteren Geschosse sind in der Regel auf Holzbalkendecken, tragenden Innenwänden aus Fachwerk und Dachstühlen aus Holz aufgebaut.
Mehrgeschossige Holzbauten und Misch-­
konstruktionen – Stand der Technik
Der Holzbau hat in der jüngsten Zeit eine er-

staunliche Wandlung erfahren. Im Vergleich
zu konventionellen Bauweisen, wie sie noch
vor nicht allzu langer Zeit gängige Praxis
waren, stehen uns heute eine ganze Reihe
an unterschiedlichen Holzbausystemen und
-bauweisen zur Verfügung.
Bei aller Unterschiedlichkeit der Konstruktionsweisen besteht die grundsätzliche Neuartigkeit aller aktuellen Holzbausysteme zunächst einmal in der Überwindung der Beschränkungen des tradierten Holzbaus. Die
zumeist aus dem historischen Fachwerk abgeleiteten Bauweisen, wie etwa die bis in
die 1980er-Jahre des letzten Jahrhunderts
vorherrschende »Pfosten-Riegelbauweise«,
bedienten sich in der Regel stabförmiger
Querschnitte wie Balken, Latten, Leisten
und Dielen. Deren Dimensionen waren
durch den naturgewachsenen Baum beschränkt, was sich wiederum auf die Spannweiten und die Größe des Gesamtbauwerks
auswirkte. Während ein Teil der neuen Systeme nach wie vor auf dem Prinzip des Fügens stabförmiger Holzquerschnitte beruht,
finden sich bei den führenden Herstellern
­eine ganze Reihe massiver, flächiger und
auch raumbildender Systemelemente für
Wände, Decken und Dächer. Im Unterschied
zu den »leichten« Bauweisen, etwa dem
Holzrahmenbau, handelt es sich dabei um
massive Bauteile aus gestapelten oder addierten Querschnitten, die über verschiedene fertigungstechnische Schritte zu formstabilen und flächigen Elementen gefügt sind.
Über die bautechnische Innovation hinaus
stehen die neuen Entwicklungen mit der
Überwindung des Stabwerks hin zu flächigen, ungerichteten Bauteilen auch für den
tiefgreifenden Wandel in der Tektonik. Aus
der Erfahrung der Geschichte, wonach bautechnische immer auch mit gestalterischen
Innovationen einhergehen, eröffnen sich
auch neue Felder für die Architektur.
Längst hat der Holzsystembau mit der Leistungsfähigkeit seiner Tragwerke und mit seinen wissenschaftlich fundierten, bauphysikalisch sehr leistungsfähigen Bauteilaufbauten einen Stand der Bautechnik erreicht, der
ihn dazu befähigt, weit mehr zu leisten als in
der eingeschränkten Anwendung für klein-

das bislang nur eingeschränkt Begeisterung für den Holzbau zeigte. eine Brettsperrholzkonstruk­ tion. Eine Reihe neuartiger Bauwerke von ungewohnter Geschosszahl erregt besonderes Aufsehen. Und die Gebäudeklasse »Hochhaus« ist nur noch wenige Zentimeter entfernt. zeigen weitere Projekte: Unter der Regie eines Unternehmens der Wohnungswirtschaft entstand in Bad Aibling neben anderen Holzbauten ein achtgeschossiger Wohnturm (s. Egal mit welchem Material gebaut wird. eines der größten Bürogebäude in Hybridbauweise. Bauphysik.∂   2014 ¥ 1/2 Diskussion 7 1  ulti-storey apartment house in central Berlin M 2012 architects: Kaden Klingbeil 2. DETAIL 11/2008). Die Stadt Wien beschäftigt sich seit längerer Zeit mit dem Thema Holzbau in der Stadt. bei denen die tragenden Wände.17 Meter. DETAIL 12/2012). neue Richtlinien sowie Erkenntnisse aus Musterprojekten und Forschungsarbeiten haben eine verbesserte Ausgangslage für den mehrgeschossigen Holzbau geschaffen. lassen Ungewöhnliches erwarten und zeugen vom enormen Potenzial des Holzbaus. In London befindet sich ein neungeschossiges. geht auf zwei Befreiungen von der Berliner Bauordnung zurück. Neuerdings entstehen hier sieben Geschosse hoch in Holz bauen und künftig sogar noch höher. die auf einem Sockelgeschoss aus Stahlbeton positioniert sind. Sowohl in techni- 3 scher Hinsicht als auch bei den Baugesetzen hat sich viel getan. Auch Italien. Selbstverständlich behält der Holzbau im privaten Wohnungsbau oder für die Realisierung von Kindergärten nach wie vor eine hohe Berechtigung.B. Bei reinen mehrgeschossigen Holzbauten soll es jedoch nicht bleiben: Wirtschaftliche Überlegungen führen zu Mischkonstruktionen. Allerdings stellt gerade die Anwendung im Bau mehrgeschossiger Bauten im urbanen Kontext einen Motor für ebenso bautechnische wie städtebauliche und architektonische Innovationen dar. Vandans 2013 architect: Hermann Kaufmann 2 maßstäbliche Bauwerke im ländlichen oder suburbanen Raum. In England gibt es vergleichsweise wenig Einschränkungen bezüglich der Geschosszahl. 3 Illwerke Centre Montafon. Weitere befinden sich in der Planungsphase. Weder die tragenden Bestandteile noch die Decken mussten feuerbeständig ausgeführt werden. sondern lediglich hoch feuerhemmend. Voraussetzung ist nur. DETAIL 6/2012). Decken und Stützen aus Stahlbeton bestehen und Holz in der hochgedämmten Gebäudehülle von Außenwand und Dach eingesetzt wird. Jüngste Gesetzesnovellierungen. knapp 30 Meter hohes Stadthaus mit acht Etagen. Ein marktreifes Hybrid-Bausystem für Hochhäuser bis zu 30 Etagen entwickelte systematisch ein Expertenteam aller Sparten des nachhaltigen Bauens – Architektur. Einige aktuell ­realisierte Beispiele in europäischen Metropolen sind der Beleg dafür. ein Land. Dass 2008 in Berlin ein Stadthaus mit sieben Geschossen entstehen konnte (s. Mehrere Holzbauprojekte rücken mit zunehmender Geschosszahl immer näher zum Zentrum. ebenfalls aus Brettsperrholz. Im Osten von Mailand ent- . Dass der mehrgeschossige Holzbau derzeit einen Boom erlebt. derzeit das Illwerke Zentrum Montafon (ILZ) von Hermann Kaufmann. Statik. steht in Melbourne und erreicht mit zehn Stockwerken 32. sondern gewinnt gerade im mehrgeschossigen urbanen Bauen an Bedeutung. sodass Holz erstmals in Deutschland für ein siebengeschossiges Haus infrage kam. Selbst die zentral gelegenen Treppenhäuser und Aufzugsschächte sind in Holz ausgeführt. Bewiesen ist damit zweierlei: Holzkonstruktionen mit 22 Meter Höhe und sieben Geschossen lassen sich konstruktiv sicher und unter Erfüllung des erforderlichen Brandschutzes in Deutschland realisieren. Sie müssen im Allgemeinen und in innerstädtischen Lagen im Besonderen keine historisierenden oder anheimelnden Assoziationen wecken. wie z. Inzwischen haben die Architekten in Berlin weitere mehrgeschossige Wohnbauten in Holzbauweise realisiert. Das zurzeit höchste Holzgebäude. basierend auf dem Prototyp des LifeCycle-Tower One in Dornbirn (s. Aufgrund ihrer spezifischen Fähigkeiten bleibt die Holzbauweise nicht mehr auf Gebäude geringer Höhe beschränkt. Holzbau. setzt neue Maßstäbe im urbanen Holzbau. dass die brandschutztechnischen Anforderungen erfüllt werden.

Auch so ­eingesetzt kann Holz seine Stärken überzeugend ausspielen. Erweiterte und ergänzte Fassung des Einführungs­ kapitels aus dem Buch »Urbaner Holzbau. Geschosshohe Holzbauelemente werden als selbsttragende Fassadenkonstruktion vor das mineralische Tragwerk gesetzt. Einzig die Leistungsfähigkeit und die ökonomische Gesamtbilanz von Baustoffen zählen. Zukunftspotenziale Die aktuellen Beispiele zeigen die Möglichkeiten von Holz in dicht bebauten Städten wie im Geschosswohnungsbau. »Timber Tower Research Project. Rozynski-Sturm Architekten. Gegenüber den üblichen. Was aber umgekehrt nicht heißt. dass ein riesiges Potenzial im Bereich der Bestandssanierung liegt.bis 1980er-Jahre Anwendung. Heute zeichnet sich jedoch eine Umkehr des Prinzips der gründerzeitlichen Baukonstruktion ab: innen massiv und außen hoch wärmegedämmt in Holzbauweise. Eine kluge Ressourcennutzung muss zu einem Umdenken in Architektur und Städtebau führen: Weg von der marktwirtschaftlich orientierten Schnelllebigkeit im Lebenszyklus. Berlin 2013. Umnutzung. in Bau 5. Dort werden die Bauweisen mit ihren spezifischen Eigenschaften sinnvoll kombiniert.8 Der neue Holzbau 2014 ¥ 1/2   ∂ 4 Überbauung Via Cenni in Mailand. teilweise unbefriedigenden Verfahrensweisen zur energetischen Sanierung von Gebäudehüllen stellt diese Methode ­eine ernsthafte Alternative dar. Auch die norwegische Stadt Bergen befindet sich im Holz­ baufieber: Im Entstehen ist der wohl erste 14-Geschosser »Trehus« von Artec Arkitekter. hin zu einer neuen Wertschätzung der Dauerhaftigkeit. Die Tafelelemente können im Holzbaubetrieb mit Fenstern und – falls möglich – integrierten haustechnischen Komponenenten vorgefertigt und vor Ort vom Tieflader aus direkt montiert. Potenzial Bestandssanierung Neben Neubaumaßnahmen. 5 Heute fließen in Deutschland mehr als die Hälfte aller Bauinvestitionen in bestehende Gebäude – und das mit steigender Tendenz. Studie »fertighauscity5+«/IfuH/IIKE Braunschweig 7 Dachgeschossausbau in Wien 2012 Architekten: PPAG architects 8 Mehrgeschossiger Wohnungsbau in Berlin 2013 Architekten: Kaden Klingbeil 4 steht derzeit eine Wohnsiedlung mit vier neungeschossigen Türmen in Holzbauweise aus Brettsperrholz.Partner. da der Bestand nicht für weitere große Belastungen ausgelegt ist. die durch weitere zweigeschossige Gebäude verbunden sind (Rossi Prodi Associati). Auch bei Anbauten und der Schließung von Baulücken lassen sich vorgefertig- 6 te Bauteile wie Wände. 6 Mehrgeschossiger Wohnungsbau 3XGrün in Berlin 2011. Chancen und Potenziale für die Stadt« von Peter Cheret. Umrüsten. Kurt Schwaner und Arnim Seidel. Aufstockung und auch Nachverdichtung haben mittlerweile übermächtige Bedeutung erlangt. Umnutzen und Umwandeln sind heute ein wesentliches Element der Planung. dem Bau neuer Stadtquartiere oder dem Schließen von Baul­ ücken darf man nicht übersehen. Büro. Der behutsame und schonende Umgang mit bereits Gebautem ist auch als eine Form nachhaltigen Handelns zu sehen. . Aufstockungen oder Aufbauten auf brach liegenden Flachdächern lassen sich oft nur in Holzbauweise realisieren. SOM führt eine Studie für Hochhäuser aus Holz durch. Diese Form der Mischbauweise findet auch bei der Sanierung von Außenwänden größerer Wohn-. Decken und Dächer mit Hilfe von Mobilkränen in einem Arbeitsgang auch in unzugängliche Bereiche bewegen und schnell montieren. dass das Bestehende unantastbar ist. So lassen sich bei maximaler Dämmung wärmebrückenfreie Konstruktionen sehr wirtschaftlich realisieren. An dieser Stelle werden die gründerzeitlichen Bauten – bis heute taugliche hybride Baukonstruktionen – zum Vorbild. vier Holzhochhäuser mit je neun Stockwerken Architekten: Rossi Prodi Associati. Eine Machbarkeitsstudie für 40 Geschosse in Holz (Cei Architecture) hat das Wood Innovation Design Centre Vancouver in Auftrag gegeben.und Schulbauten der 1960er. Baubeginn Ende 2013. Die Elemente werden in kürzester Zeit als Fassadenkonstruktion vor die alte Tragstruktur gesetzt. Architekten: ArGe Atelier PK. Ein Beispiel ist Aufstockung und Erweiterung von Wohngebäuden am Münchner Westpark von Kaufmann-Lichtblau Architekten mit merz kley. ­Re-imagining the Skyscraper«. roedig schop Architekten. Vielmehr geht es um Strategien des Umbaus und auch um neue Baustrukturen an und auf bestehenden Gebäuden.

g. so-called “Gründerzeit” neighbourhoods have survived. it provides answers to ever more pressing questions. reinforced with cellulose fibres and with a high percentage of cavities. air and water are required to transform carbon dioxide – which is present in overabundance in the atmosphere – into precious oxygen. e. assembly and structure – down to the details of the wood connections – were set forth precisely. Multi-storey wood buildings and hybrid structural systems – state of the art Most recently. planar and even three-dimen- . load-bearing interior walls of solid-timber framing. the significant innovation of all current wood-construction systems is first and foremost related to having overcome the limitations of traditional wood construction. roedig schop Architekten. it had been developed in a high-tech laboratory. also withstand tensile forces. 6 3XGrün. During the pioneering heyday of industrialisation. and roof-structure systems of wood. for the long term. the artistry of the carpenter – who was a member of a guild – had become prohibitively expensive. Of course. wood has been able to capture a market share in areas less oriented to specialised applications and more to the everyday needs of construction. and for that reason it is the strongest of all insulating materials. the buildings in districts dating to this era – which have continued to be attractive to residents – are in large part timber structures. wood was not considered suitable for the mass-produc- tion of goods.∂   2014 ¥ 1/2  ia Cenni in Mllan. of necessity. In comparison to conventional construction methods that were common practice not long ago. It is considerably lighter per unit strength than steel. wood also appeals to our senses. it is a good idea to store. little more than sufficient soil. it would be possible to elaborate upon the long list of good reasons to use it – including. Though not revealed in their facades. each nine storeys high architects: Rossi Prodi. could of course only gradually adapt to the specialised demands of new construction techniques. wood construction has undergone an astonishing transformation. iron. Nevertheless. the maximum amount of CO2 in buildings and to reduce the amount of primary energy required to erect them. Given the great variety of construction methods. This art had been developed in a long process of adaptation to actual conditions. and has nearly the same compression strength as concrete. four wood-construction V high-rises. the post-and-rail construction methods that was predominant through the 1980s – made use. From the technical standpoint wood is a composite building material. as well as questions regarding the quality of life in our immediate surroundings. On the one hand. plastic. had an influence on the spans and the overall size of the building. under construction 5. Nearly everything – from household items to structural members of buildings – was made of it. reinforced concrete. light. and steel. In our major cities. as a rule. On the other hand. Within just a few decades it lost its century-long predominance. But we must ask ourselves why this material has yet to be employed here in Germany to an extent commensurate with its possibilities? The answer is complex and to be found in the historical development of timber construction. multi-storey apartment building in Berlin 2011. First of all.. ArGe Atelier PK. today an array of wood construction systems and methods are available to us. And. and has advantages in processing. but can. the leading manufacturers also offer a whole range of solid. came to the fore. in contrast to concrete. While one part of the new systematisation continues to be based on the additive principle employing bar-shaped members. wood is – as it has always been – a renewable resource. processing logs to arrive at wood that can be employed as building material consumes far less energy than the production of steel. wood. concrete. mouldings and planks. the ceiling decks above the ground storey – are of solid masonry. Until the industrialisation of the nineteenth century. wood was the dominant construction material. Their dimensions were limited by the size of the tree. and beginning at the turn of the century. Form. of bar-shaped members such as beams. Rozynski-Sturm Architekten study »fertighauscity5+«/IfuH/IIKE Braunschweig 7 Loft conversion in Vienna 2012 architects: PPAG architects 8 Multi-storey apartment building in Berlin 2013 architects: Kaden Klingbeil Diskussion 9 4 The age-old building material wood has developed to such a great degree that it could almost be considered an altogether new material. which. It’s nearly on the order of a miracle of nature that under the right climatic conditions. These building materials were the result of goal-oriented research. the renewable building material. typically derived from the historical timber-frame methods – as for example. or brick – not to mention aluminium. In contrast to many other building materials. As if. These construction methods. the additional storeys typically have timberbeam ceilings. pertinent technical parameters. such as its low weight and its workability. Alternative concepts were required to contend with the challenges facing society with respect to public utilities. of course. despite the massive destruction during the Second World War. and new types of transportation and buildings. laths. from the global standpoint. Although the external walls – and in many cases. Recently developed materials such as cast iron. in turn. beginning with the responsible management and use of natural resources and the effects on the wellbeing of each and every individual. 8 7 Wood has a number of advantages over conventional solid-masonry construction. On top of that.

A number of new buildings with an exceptional number of storeys have garnered attention. im Bau Architekten: Artec Arkitekter 11 Aufstockung und Erweiterung eines Wohngebäudes in München.Partner 9 10 sional elements for use in walls. In this manner.Architekten with Merz. and col- 11  9 4  0-storey office building in Vancouver. i. In England there are fewer limitations with regard to number of storeys than in Germany. self-supporting wood elements cloak mineral-based.e.Kley. one should not overlook the fact that the greatest potential lies in the refurbishment of existing buildings. ceilings. one of the largest office buildings to be erected in hybrid construction. Considerable changes have been made. these changes open up new possibilities for architecture. planar elements. What is needed are strategies to renovate them and to introduce new structures next to and on top of them. 2. non-directional building components are accompanied by a profound transformation of tectonics.Lichtblau. the building envelope. under construction architects: Artec Arkitekter 11 Additional storeys and expansion of an apartment building in Munich. ceilings and roofs. A number of recently completed buildings are evidence of this. One example is the Illwerke Centre in Montafon by Hermann Kaufmann. As gleaned from the history of architecture. Storey-high. Beyond the innovations in construction techniques. the new developments that employ planar.Kley.Architekten mit Merz. because the existing structure cannot withstand greater loads. The buildings of the Gründerzeit era serve to this day as an example of successful hybrid construction. additional storeys. Due to its specific capabilities. Wood construction is often the only option when it come to adding storeys or discreet volumes to unused flat roofs.g. and based on the prototypical Life Cycle Tower One in Dornbirn (see DETAIL 12/2012). Retrofitting. Grasping refurbishment as opportunity Aside from construction of new buildings. Performance and the economical bottom line are what count for a construction material. The latter has a reinforced-concrete base storey that bears the weight of the 8 levels of wood construction. 14-storey apartment building in Bergen. in Planung. In Germany. or structures filling in gaps in urban fabric. and testify to the great potential of wood construction. the use of wood in multi-storey apartment buildings in an urban context is the very application that can spark innovations in both urban planning and in architecture. but is currently gaining significance in multi-storey buildings located in cities. short-term profitability. first construction phase: 1/2012. Architekten: Cei architects 10 Mehrgeschossiger Wohnungsbau »Trehus« mit 14 Stockwerken in Bergen. design phase. small-scale buildings in rural or suburban settings. however. as well as knowledge gained from prototypical projects and research have created a better climate for multi-storey wood construction. more than half of all ­investments in construction are presently in existing buildings – and the tendency is increasing. When these commissions are approached with an appreciation for that which is already there.10 Der neue Holzbau 2014 ¥ 1/2   ∂   9 Bürogebäude mit 40 Stockwerken in Vanvcouver. and toward an appreciation of permanence.Lichtblau.. Wood’s special characteristics are particularly suited to these structures. The trend toward clever use of resources must lead us to reconsider how we practice urban planning and architecture. and give cause to expect the out-of-the-ordinary. Bauabschnitt 12/2013 Architekten: Kaufmann. Construction employing wood systems – with the structural performance and assemblies based on the results of scientific experiments – has long attained a level in building technology that qualifies it for much more ambitious applications than for limited. both with respect to technology and building codes. wood-frame construction) these are solid building components made of stacked or otherwise accrued crosssections that are joined – using different fabrication processes – into stable. wood construction will continue to be well suited to private residences or preschools. 1. and wood is used for the highly insulated exterior walls and roof. second construction phase: 12/2013 architects: Kaufmann. Bauabschnitt 1/2012. and measures intended to increase density have in the meantime become omnipresent tasks. Great potential for the future The recent examples demonstrate wood’s possibilities in urban apartment buildings. In contrast to the “lightweight” construction methods (e. nearly 30-metre-high urban structure of the same material. architects: Cei architects 10 “Trehus”. But there is no need to leave it at purely wooden structures: economic considerations can lead to hybrid structures in which reinforced concrete is used for the load-bearing walls. Amendments to new guidelines. It points away from market-oriented. Conversions. residential districts. Today. load-bearing systems. Others are currently on the drafting board. However. Even the circulation cores are of wood. But that does not mean that existing buildings are sacrosanct. in which technological advancements have always gone hand in hand with design innovation. . converting and transforming are currently essential aspects of the design process. wood construction is no longer restricted to low-slung buildings. the result will be a form of sustainable practice. buildings that are free of thermal bridges can be erected economically.Partner umns.17 metres. Of course. there is an inversion of the nineteenth-century construction principle: solid cores and highly insulated wood envelopes. In London there is a 9-storey. The tallest wood building is at present a CLT structure located in Melbourne whose 10 storeys reach a height of 32.

Dieses erschließt neun Wohnungen zwischen 47 und 124 m2. Im Zug der Realisierung wurde der Entwurf durch das Hamburger Büro Planpark Archi- Site plan scale 1:4000 Layout plans • Section scale 1:400 Fotos: Jochen Stüber. Mark van der Net Architekten (ab Entwurfsplanung): Planpark Architekten. Der im Hamburger Geschosswohnungsbau noch unübliche Einsatz von Holz bietet im Hinblick auf die geforderte Nachhaltigkeit des Konzepts eine optimale CO2-Bilanz und verspricht ein gesundes Raumklima. Anhand von Modellhäusern werden hier urbane Wohnformen für das 21. Roman Piontkowski. Entsprechend dickere Holzwände wären im Hinblick auf den Wohnflächenverlust und die Baukosten unwirtschaftlich gewesen. Christian Lohfink www. Die Architekten thematisierten die geforderte horizontale Unterteilung der Holzfassade zur Verhinderung von Brandüberschlag durch Bänder in Höhe der Deckenplatten.38 2014 ¥ 1/2   ∂ Lageplan Maßstab 1:4000 Grundrisse • Schnitt Maßstab 1:400 Wohnhaus der IBA in Hamburg IBA Apartment Building in Hamburg Architekten (Wettbewerbsentwurf): Adjaye Associates.detail. Adjaye Associates gewannen einen von der IBA ausgelobten Wettbewerb mit dem Vorschlag eines aus massiven Holzdecken und -wänden vorgefertigten Wohnhauses. Bei den aus statischen und akustischen Gründen als Holz-Beton-Verbundkonstruktion ausgeführten Decken konnte die Holzoberfläche sichtbar belassen werden. . Alle Wohnungen verfügen über eine Loggia. München Der skulputural anmutende Kubus steht am südöstlichen Rand eines im Rahmen der Internationalen Bauaustellung neu entstandenen Wohnquartiers in Hamburg-Wilhelmsburg. Gleich große Grundmodule beiderseits eines durchgesteckten Erschließungskerns sollten eine freie Aufteilung der Grundrisse erlauben. Der Grundriss ist nun als Dreispänner um ein kompaktes Treppenhaus organisiert. Katherine Gowman.de tekten überarbeitet und dabei an die Brandschutzbestimmungen der Hamburger Bauordnung angepasst. Zwei Maisonetten besitzen Zugänge auf beiden Ebenen. deren Anordnung von Geschoss zu Geschoss verspringt und so differenzierte Ansichten erzeugt. Aller- dings mussten die tragenden Brettsperrholzwände aus Brandschutzgründen beidseitig mit GK-Platten beplankt werden. Hamburg Mitarbeiter: Anja Lohfink (Projektleitung) Tragwerksplaner: Bauart Konstruktion. So entsteht ein lebhaftes Spiel aus vertikalen und horizontalen Schalungstexturen. Jahrhundert erprobt. London/Berlin David Adjaye Mitarbeiter: Mansour El-Khawad (Projekt-­ leitung).

they have entrances on both ­levels. 10 11 12 13 1. However. OG / Third floor a 2 1 3 9 5 4 11 6 b b a Erdgeschoss / Ground floor 2. The architects articulated the facades – whose offset arrangement of openings is also a response to the fire-safety requirements seeking to prevent vertical spread of fire – by introducing ribbons that correspond to the floor decks. The floor plan is organised around the circulation core. which extends the entire width of the building. It provides access to nine flats (ranging in size from 47 to 124 m2). The designs for these buildings demonstrate ideas about urban forms of living for the twenty-first century. it has an optimal CO2 balance) and also creates a pleasant indoor climate. an office based in Hamburg. this option was not chosen. Although these requirements could have been met with unsheathed CLT walls of a greater depth. adapted Adjaye Associates’ design to comply with Hamburg’s fire-protection r­ egulations. OG / First floor 3. two units of equal size bracket the core. wood – whose use is still uncommon in Hamburg’s multi-storey apartment buildings – plays a major role in attaining the required sustainability (for example.∂   2014 ¥ 1/2 Dokumentation 39 aa A sculpted cube occupies the southern edge of the international building exposition in Wilhelmsburg. In addition there are two maisonette units. in this case it was possible to expose the wood surface. These are situated at different positions on the different levels: the differentiated facades underscore the design’s three-dimensional qualities. it was necessary to sheathe both sides of the load-bearing laminated timber walls with plasterboard. due to the loss of surface area and the additional costs. OG / Second floor 10 Eingang Fahrräder Abstellräume Technik Wohnung 1: (Maisonette): 100 m2 Wohnung 2: 124 m2 Wohnung 3: 71 m2 Wohnung 4: 100 m2 Wohnung 5 (Maisonette): 93 m2 Wohnung 6: 70 m2 Wohnung 7: 99 m2 Wohnung 8: 124 m2 Wohnung 9: 47 m2  1   2   3   4   5  6  7  8   9 10 11 12 13 Entrance Bicycles Storage Building services Unit 1: (maisonette): 100 m2 Unit 2: 124 m2 Unit 3: 71 m2 Unit 4: 100 m2 Unit 5 (maisonette): 93 m2 Unit 6: 70 m2 Unit 7: 99 m2 Unit 8: 124 m2 Unit 8: 47 m2 . For the realisation of the project. All units are equipped with a loggia. A wood-concrete composite floor system was selected for its structural and acoustic qualities. In this concept. a district in Hamburg. Adjaye Associates won the competition hosted by the IBA with a proposal for a house whose structural system consists of prefabricated solid-timber floor decks and walls. Planpark. Following these changes there are three units per level and a more compact circulation core. for fire 5 8 13 9   1   2   3   4   5  6  7  8   9 12 7 safety reasons.

40 Wohnhaus der IBA in Hamburg 2014 ¥ 1/2   ∂ 1 bb 2 Schnitt Maßstab 1:400 Vertikalschnitte Horizontalschnitt Maßstab 1:20 3 6 6 4 5 c 7 cc c Section scale 1:400 Vertical sections Horizontal section scale 1:20 .

5 mm Dreifachverglasung in Holzrahmen Brandschott Stahlblech 1. Lattung 25/38 mm Konterlattung 38/38 mm Dichtungsbahn.5 mm steel sheet. Dichtungsbahn zweilagig 20 mm. sheathed in plasterboard 10 mm oak parquet.5 mm plasterboard. 180 mm mineral-wool thermal insulation convection barrier. glued 7  5 mm cement screed. composite floor system: 100 mm reinforced concrete on 182 mm CLT ceiling deck 160 mm mineral-wool thermal insulation between 60/160 mm squared timber. Dachdichtung Bitumenbahn zweilagig Wärmedämmung EPS im Gefälle 120–350 mm. Wärmedämmung EPS im Gefälle 80–130 mm. 120 mm CLT wall 2≈ 12. 20 mm two-layer seal 80–130 mm expanded polystyrene thermal insulation to falls vapour barrier wood-concr. Kantholz 60/80–30 mm. timber protective mat. 25/38 mm battens 38/38 mm counter-battens sealing layer.5 mm plasterboard triple glazing in wood frame fire-protection bulkhead: 1. s arking membrane 60/75 mm battens. Unterspannbahn Lattung 60/75 mm Nut. composite floor system: 100 mm reinforced concrete on 182 mm CLT ceiling deck on .5 mm Stahlprofil ‰ 260/100 mm mit Gipskartonplatte gekapselt Parkett Eiche verklebt 10 mm 41 3 7 Zementestrich 45 mm. Bautenschutzmatte. Dampfsperre. 2≈ 12. Wärmedämmung Mineralwolle 180 mm Konvektionssperre Gipskartonplatte 2≈ 12.∂   2014 ¥ 1/2 Dokumentation 2 1 2 3 4 5 6 extensive Begrünung 80 mm Drainschicht 10 mm. bent to shape 260/100 mm steel channel. separating 4 layer. grooved.5 mm Brettsperrholzwand 120 mm Gipskartonplatte 2≈ 12. Dampfsperre Brettsperrholzdecke 208 mm Nut. 35 mm impact-sound insulation 30 mm expanded polystyrene board (building services layer) wood-concr. Bautenschutzmatte. protective mat two-layer bituminous seal 120–350 mm expanded polystyrene thermal insulation to falls vapour barrier 208 mm CLT ceiling deck 21 mm larch tongue-and-groove boarding. 21 mm larch tongue-and-groove boarding 70/ 25 mm yellow balau planks. Holz-Beton-Verbunddecke: Stahlbeton 100 mm auf Brettsperrholzdecke 182 mm 1 2 3 4 5 6  0 mm extensive green roof 8 10 mm drainage layer. 60/80–30 mm sq.und Federschalung Lärche 21 mm Holzdielen Bangkirai genutet 70/25 mm.und Federschalung Lärche 21 mm. Trennlage Trittschalldämmung 35 mm EPS-Platte 30 mm (Installationsebene) Holz-Beton-Verbunddecke: Stahlbeton 100 mm auf Brettsperrholzdecke 182 mm Wärmedämmung Mineralwolle 160 mm zwischen Kanthölzern 60/160 mm.

5 mm Brettsperrholzwand 120 mm Gipskartonplatte 2≈ 12.5 mm plasterboard 10 mm laminated safety glass in 30/30 mm aluminium-channel frame triple glazing in wood frame 20/200 mm larch reveal .42 Wohnhaus der IBA in Hamburg 2014 ¥ 1/2   ∂ Schnitt  Maßstab 1:400 Vertikalschnitte Horizontalschnitt  Maßstab 1:20 Section  scale 1:400 Vertical sections Horizontal section  scale  1:20 1 1 2 1 2 3 4 3 4 Nut. 25/38 mm battens 38/38 mm counter-battens sealing layer. Lattung 25/38 mm Konterlattung 38/38 mm Dichtungsbahn.5 mm VSG 10 mm in Rahmen aus Aluminiumprofil fi 30/30 mm Dreifachverglasung in Holzrahmen Laibungsbrett Lärche 20/ 200 2 3 4  1 mm larch tongue-and-groove 2 boarding.und Federschalung Lärche 21 mm. 180 mm mineral-wool thermal insulation convection barrier 2≈ 12. Wärmedämmung Mineralwolle 180 mm Konvektionssperre Gipskartonplatte 2≈ 12.5 mm plasterboard 120 mm CLT wall 2≈ 12.

München Bernhard Behringer. one unexpectedly encounters a building that – owing to the clarity of its form and the proportion of its facades – stands out. Die Konstruktion aus räumlich verdrehten und gekippten Dreige­ lenkrahmen entstand in enger Zusammenar­ beit mit den Tragwerksingenieuren. Stefan Gerich Fotos: Zooey Braun Auf dem Gelände der Bundeswehruniversität Neubiberg begegnet man inmitten einer jahr­ zehntelang gewachsenen. The tapered glue-laminated structural members in the hall easily span 18 metres. Boden und Tragwerk.24 2014 ¥ 1/2   ∂ Labor für Wasserwesen in Neubiberg Laboratory for Water Management in Neubiberg Architekten: Brune Architekten. The lower third of the laboratory has a wood-frame structure clad in larch boarding with a light-toned scumble finish. In the upper reaches. heterogenen Struktur unvermittelt einem Gebäude. die – weitergeführt – den Werkhof umfasst. Eva Pigulla. The boarding extends past the building. konisch zulaufenden Brett­ schichtholzprofilen. a double-skin. Den räumlichen Charakter der Versuchshalle prägt allerdings vor allem das Tragwerk aus weiß lasierten. on the site of a military university in Neubiberg. Im unteren Drittel besteht diese aus einem Holzrahmen­ bau mit hell lasierter Lärchenschalung. Carolin Wittenbeck (Projektleitung) Tragwerksplaner: Behringer Ingenieure. unterstreicht ihre Eigenständigkeit durch kontrastierendes Schwarz. they were developed in close cooperation with the structural engineers. die angehende Bauin­ genieure hier durchführen – sorgen die reflek­ tierenden weißen Flächen von Wand. 7 4 5 8 b A a 7 3 1 2 b 6 a . München Wolfgang Brune Mitarbeiter: Sören Damm. translu­ zenter Schirm aus Polycarbonatplatten gefil­ tertes Tageslicht ins Halleninnere fallen. Einzig die eingestellte Holz­ box. sorgfältig proportionierte Fassade. Sie kann mühelos eine Weite von 18 Metern überbrü­ cken und erfüllt die Forderung nach einer für Sonderlabore erweiterbaren Struktur. die auf zwei Ebenen Nebenräume be­ herbergt. das sich durch Klarheit in Form und Material wohl­ tuend abhebt: Der langgestreckte. rechtwink­ lige Baukörper des Labors für Wasserwesen besticht durch seine horizontal gegliederte. Im obe­ ren Bereich lässt ein zweischaliger. Für eine gleichmäßige Lichtstreuung – Voraus­ setzung für Versuche. translucent screen of polycarbonate sheet filters the light that enters the building. providing definition to the yard. Amid a mixture of buildings that have accrued over the decades.

∂   2014 ¥ 1/2 Dokumentation b 25 b aa bb 7 7 8 Lageplan Maßstab 1:3000 Site plan scale 1:3000 Schnitte Grundrisse Maßstab 1:400 Sections Layout plans scale 1:400 1 2 3 4 5 6 7 8 1 2 3 4 5 6 7 8 Werkhof Halle Messgeräte Werkstatt Labor Haustechnik Abstellraum Serverraum Yard Hall Measurement devices Workshop Laboratory Building services Storage Server .

26 Labor für Wasserwesen in Neubiberg 2014 ¥ 1/2   ∂ 1 3 2 4 8 5 6 7 .

thermally zoned. eloxiert 4 Stahlprofil ¡ 60/100 mm / Hinterlüftung 110 mm 5 Horizontalschalung Lärche 25 mm Lattung / Hinterlüftung 45 mm Unterspannbahn. gestrichen 12. Spanplatte 15 mm Gipskartonplatte gespachtelt.∂   2014 ¥ 1/2 5 A Vertikalschnitt • Horizontalschnitt  Maßstab  1:20 1 Abdichtung Bitumenbahn zweilagig Wärmedämmung 40 mm Abdichtung Bitumenbahn zweilagig Wärmedämmung Mineralfaser 160 mm Notdichtung Bitumen 2 Dachelement aus OSB-Platte 22 mm Wärmedämmung Mineralfaser 160 mm Dampfsperre.5 mm thermal insulation 15 mm oriented-strand board 12. 15 mm impact-sound insulation 15 mm chipboard 140/200 mm wooden beam / 200 mm mineral-fibre thermal insulation 15 mm chipboard 12. reinf. 250 mm reinf. 120 mm perimeter insulation. spackled.5 mm Vertical section • Horizontal section  scale  1:20 1 two-layer bituminous seal.5 mm plasterboard. 15 mm oriented-strand board 160 mm rigid-foam thermal insulation between 80/160 mm timber studs 15 mm oriented-strand board. vapour barrier building services layer / 77. concr. slab. 50 mm in situ concrete subbase 8 15 mm chipboard. Trennlage PE-Folie Perimeterdämmung 120 mm Sauberkeitsschicht Ortbeton 50 mm 8 Spanplatte PUR-beschichtet 15 mm. Gipskartonplatte gespachtelt. polythene sep. painted 6 180/430–750 mm frame girder of glue laminated timber. 22 mm oriented-strand board 3 50 mm 10-ply polycarbonate sheet in aluminium channel. anodised 4 60/100 mm steel RHS/110 mm ventilated cavity 5 25 mm horizontal larch boarding battens / 45 mm ventilated cavity sarking membrane. polythene separating layer. OSB-Platte 22 mm 3 10-fach-Stegplatte Polycarbonat 50 mm in ­Aluminiumprofil fi thermisch getrennt. gestrichen 12.5 mm plasterboard.5 mm OSB-Platte 15 mm.. scumbled finish. Holzbalken 140/200 mm/ Wärmedämmung ­Mineralfaser 200 mm. Dampfsperre Installationsebene / Wärmedämmung 77. layer.5 mm 6 Rahmenträger BSH weiß lasiert 180/430–750 mm 7 Epoxidharzbeschichtung 5 mm. Heizestrich bewehrt 95 mm. 2≈ Spanplatte 15 mm. spackled. dazwischen Trittschalldämmung 15 mm. painted Dokumentation 3 27 . white 7 5 mm epoxy-resin coating. 95 mm heating screed. polyurethane-coated 15 mm chipboard. 40 mm thermal insulation two-layer bituminous seal 160 mm mineral-fibre thermal insulation back-up bituminous seal 2 roof element: 22 mm oriented-strand board 160 mm mineral-fibre thermal insulation vapour barrier. OSB-Platte 15 mm Holzständer 80/160 mm dazwischen Wärmedämmung Hartschaum 160 mm OSB-Platte 15 mm. Trennlage PE-Folie Stahlbetondecke 250 mm.

Aus einem Zeichen entstand so ein facettiertes Gebäudevolumen aus einem aufgeständerten Kubus. Alexander Volz. Im Kontrast zum abstrakten und wie aus Papier gefalteten Äußeren überrascht das Innere der Kirche mit einer organisch geformten Holzstruktur. Frankfurt/Main Michael Schumacher Mitarbeiter: Hans Eschmann (Projektleiter). die ineinandergesteckt sind und so eine gewölbeartige Raumform erzeugen. Sie verjüngt sich zum Eingang und öffnet sich zum Altarbereich. Die selbsttragende. Entwickelt ist die Geometrie der feingliedrigen Struktur aus dem 14≈14 m großen Kirchenraum. Frankfurt/Main Fotos: Jörg Hempel An der Autobahn A 45 im Siegerland macht ein weißer Baukörper mit markanter Silhouette auf sich aufmerksam. errichtet in Holzrahmenbauweise und mit homogener weißer PUR-Beschichtung überzogen. die im Zusammenklang mit dem sanften indirekten Licht Geborgenheit und Ruhe vermittelt. So konnten die Formen der Einzelteile der 67 Spanten auf handelsüblichen OSB-Platten (5 ≈ 2. Mittels eines Rasters wurden danach die Rippen festgelegt und gleichzeitig die benötigte Holzmenge ermittelt. Der Zwischenbereich zur äußeren Hülle wird für die Sakristei und Lagerflächen genutzt. frei im Raum stehende Konstruktion besteht aus 30 mm dicken OSB-Platten. der durch Farbgebung und Lichtführung hervorgehoben ist. dann die eingeschlitzten Spanten zusammengesetzt. Das bekannte Kirchen-Piktogramm ist in einen dreidimensionalen Baukörper verwandelt. Vor Ort wurden die Einzelteile mit Dübeln pressverleimt. Form und Herstellung wurden so bis ins Detail optimiert. Ähnlich plakativ wie die Schilder des benachbarten Autohofs weist die Gebäudeform deutlich auf die Nutzung als Sakralbau hin. Elmar Lorey. Jana Heidacker Tragwerksplaner: Bollinger und Grohmann Ingenieure.7 m) möglichst verschnittfrei positioniert werden. 2 3 4 Lageplan Maßstab 1:5000 1 2 Autobahnkirche Hotel 3 4 Tankstelle Restaurant Site plan scale 1:5000 1 2 Motorway church Hotel 3 4 Gas station Restaurant . Am Fußpunkt ist die Konstruktion nur punktuell mit Stahlwinkeln befestigt. Ragunath Vasudevan. zwei »Turmspitzen« als Oberlichtern und dem Zugangssteg. Kerstin Högel. Das CAD-Programm wurde zu einer CNC-Software weiterentwickelt. Basierend auf einer Halbkugel und deren Interpolation zur äußeren Hülle entstand mithilfe parametrischer Entwurfsverfahren die endgültige Form. die die berechnete Dimensionierung in ein »Schnittmuster« übersetzte.∂   2014 ¥ 1/2 Dokumentation 53 Autobahnkirche in Wilnsdorf 1 Motorway Church in Wilnsdorf Architekten: schneider+schumacher.

54 Autobahnkirche in Wilnsdorf 2014 ¥ 1/2   ∂ Schnitte • Grundriss Maßstab 1:250 Sections • Layout plan scale 1:250 1 2 3 4 5 1 2 3 4 5 6 Zugangssteg Andachtsraum Altarbereich Sakristei Lager / Wartungsgang Notausgang 6 Entrance bridge Worship space Chancel Vestry Storage / Maintenance corridor Emergency exit aa bb a 5 1 b 4 2 3 a 6 b .

∂   2014 ¥ 1/2 Dokumentation 55 .

matt black   6 liquid plastic sealant: 3 mm polyurethane primer. lacquer finish. painted white   7 30 mm oriented-strand boards. Abdichtung Bitumenbahn 2-lagig Stahlbetondecke 320 mm 2014 ¥ 1/2   ∂ 2 3 1 5 4 Schnitt Maßstab 1:50 Isometrie Rippenkonstruktion 6 1   1 liquid plastic sealant: 3 mm polyurethane primer. Endlackierung transparent OSB-Platten 2≈ 25 mm Holzständer KVH 100/240 mm dazw. plastic membr. 3 mm polyurethane finish. white 10 60 mm heating screed. transparent 2≈ 25 mm OSB 240 mm mineral-wool thermal insulation between 100/240 mm KVH timber studs. Endbeschichtung Polyurethan weiß 3 mm. Endbeschichtung Polyurethan weiß 3 mm. concrete deck 7 9 10 Section scale 1:50 Isometric drawing of rib construction . 3 mm polyurethane finish. two-layer bituminous seal 320 mm reinf. transparent 2≈ 25 mm OSB 240 mm mineral-wool thermal insulation between 200/520 mm glue lam. lacquer finish. Wärmedämmung Mineralwolle 240 mm Dampfsperre PVC-Folie OSB-Platte geschliffen Anstrich weiß 30 mm   2 Silikon schwarz   3 Flachstahl 6 mm   4 Isolierverglasung ESG 8 + SZR 16 + VSG 2≈ 5 mm   5 Rahmen Flachstahl pulverbeschichtet matt schwarz 20/150 mm   6 Flüssigabdichtung Grundierung Polyurethan grau 3 mm. grey. versiegelt 60 mm. white. 30 mm OSB. vapour barrier. membrane 8 120 mm XPS therm. white. sanded. untreated. plastic membrane vapour barrier. sealed. inserted in each other   8 2≈ 120/240 mm KVH threshold   9 platform at chancel: 30 + 20 mm oriented-strand boards. safety glass   5 20/150 mm steel-flat frame powder-coated. sanded. 30 mm OSB. black   3 6 mm steel flat   4 double glazing: 8 mm toughened glass + 16 mm cavity + 2≈ 5 mm lam. timber roof beams. sanded. ins.56 Autobahnkirche in Wilnsdorf   1 Flüssigabdichtung: Grundierung Polyurethan grau 3 mm. Endlackierung transparent OSB-Platten 2≈ 25 mm Dachträger BSH 200/520 mm dazwischen Wärmedämmung Mineralwolle 240 mm Dampfsperre PVC-Folie OSB-Platte geschliffen Anstrich weiß 30 mm   7 OSB-Platten unbehandelt. painted white   2 silicone. grey. zusammengesteckt 30 mm   8 Schwellenholz KVH 2≈ 120/240 mm   9 Podest Altarbereich: OSBPlatten weiß 30 + 20 mm 10 Heizestrich geschliffen. Folie Wärmedämmung XPS 120 mm.

slotted inserted in one ­another creating a self-­ supporting rib structure of Slotted connection individual elements of the bulkheads. then the slotted sheets were assembled. folded-paper aesthetics of the exterior. the interior surprises visitors with it sculptural organic forms. This free-standing. The space inscribed by the inner skin tapers toward the entrance and opens up at the altar. At points along its base. In contrast to the abstract. pressure-glued with Ø 10 mm wood ­dowels . Dokumentation 1 2 3 1 1 2 2 3 3 57 Spanten: OSB-Platten unbehandelt. yet its form clearly indicates that it is a place of worship: the easily recognisable church pictogram has been transformed into three dimensions. Then a grid was employed to determine the position of the ribs and the amount of material required. ­geschlitzt 30 mm ­zusammengesteckt zur selbsttragenden Rippenstruktur aus Steckverbindung Einzelelemente der Spanten pressverleimt mit Holzdübeln Ø 10 mm  ulkheads: 30 mm b oriented-strand boards untreated. The inner shell’s geometry originated in the 14 ≈ 14 metre church space: it is based on a semi-hemisphere. The individual elements were pressure-adhered with dowels on site. as well as space for storage. self-supporting construction is made of 30 mm thick oriented-strand boards that are connected by means of insertion in slots. steel angles secure it. and its interpolation with the outer shell was developed in a parametric design process. The zone between the organic inner shell and the outer shell contains the vestry.∂   2014 ¥ 1/2 A white structure with striking silhouette is about as eye-catching as the signs at the adjacent highway truck stop.